Finanzen und Kultur - Stadt Celle

Finanzen und Kultur - Stadt Celle

Jahresbericht 2012 Dezernat I Finanzen, Wirtschaftsförderung, Hochbau, Kultur Teil 2: Bericht des Dezernats I Finanzen und Kultur Seite 47 Geschä...

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Jahresbericht 2012 Dezernat I Finanzen, Wirtschaftsförderung, Hochbau, Kultur

Teil 2: Bericht des Dezernats I

Finanzen und Kultur

Seite 47

Geschäftsbereich der 1. Stadträtin Dr. Susanne Schmitt

Seite 48

Vorwort der Dezernentin Liebe Leserinnen und Leser, Wirtschaft, Finanzen, Sport und Kultur sowie Recht sind die Aufgabenfelder, die die Arbeit des Dezernates I im Jahr 2012 zunächst maßgeblich geprägt haben. Im letzten Quartal 2012 kam im Zuge einer verwaltungsweiten Umorganisation der Fachdienst „Hochbau und Gebäudewirtschaft“ hinzu, während die Fachdienste „Recht“ und „Sport“ organisatorisch anderweitig zugeordnet wurden. Damit sind im Dezernat I viele der Themen angesiedelt, die Celle zu einer lebenswerten Stadt machen – das vielfältige und für eine Kommune unserer Größenordnung überdurchschnittlich umfangreiche Kulturangebot, aber auch die Attraktivität Celles als Wirtschaftsstandort oder die Qualität der Gebäude in städtischem Besitz wie z.B. Grundschulen und Kindergärten. Maßgebliche Voraussetzung für die Schaffung und Aufrechterhaltung der dafür erforderlichen Infrastruktur sind die im städtischen Haushalt abgebildeten Finanzen, für die der Fachdienst Finanzwirtschaft in meinem Dezernat zuständig ist: Die wirtschaftliche Lage der Stadt Celle hat sich gegenüber den Plandaten für das Haushaltsjahr 2012 strukturell verbessert. Über den 3. Nachtragshaushaltsplan konnte das planmäßige Defizit von rd. 11,8 Mio. € auf rd. 7,6 Mio. € verringert werden. Wie auch die anderen Kommunen konnte die Stadt Celle von der konjunkturellen Entwicklung profitieren. Aus den Haushaltssicherungskonzepten 2010, 2011 und 2012 konnten Minderausgaben bzw. Mehreinnahmen in Höhe von insgesamt 5.732.375,18 € generiert werden. Die äußerst sparsame und dennoch wirtschaftliche Haushaltsführung muss aber auch für die Zukunft das vorrangige Ziel sein. Der Fachdienst Finanzwirtschaft konnte im Jahr 2012 die doppischen Jahresabschlüsse (2009 und 2010) zur Prüfung vorlegen. Das Rechnungsprüfungsamt der Stadt Celle hat deren Richtigkeit uneingeschränkt bestätigt. Der Fachbereich Kultur in der Zuständigkeit von Susanne McDowell umfasst die vier sog. Fachdienste „Allgemeine Kulturverwaltung“ (konzipiert und organisiert die städtischen Kultur-veranstaltungen, bezuschusst die Kulturvereine und fungiert intern und extern als Koordinierungs- und Ratgeberstelle); „Stadtbibliothek“ (mit Zweigstelle am Lauensteinplatz);

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Vorwort der Dezernentin „Celler Museen“ (Bomann-, Residenz-, Kunst-, Garnison- und Haeslermuseum) sowie „Stadtarchiv“ (mit Synagoge). Dazu kommt die Leitung bzw. Verwaltung mehrerer Kulturstiftungen, deren Arbeit seit Jahren einen wichtigen Bestandteil des hiesigen Kulturangebotes darstellt. Bis zu der bereits erwähnten Umorganisation war der Fachdienst Sport ebenfalls diesem Fachbereich zugeordnet. Das Jahr 2012 war trotz knapper Kassen von zahlreichen Aktivitäten und einigen Großprojekten bestimmt. So konnte im Herbst das Schlosstheater nach einer umfassenden Sanierung unter finanzieller und planerischer Beteiligung meines Dezernates mit einer terminlichen und finanziellen Punktlandung wiedereröffnet werden, und die Umgestaltung der Dauerausstellung im Bomann-Museum wurde planmäßig fortgeführt. Mit der Wiedereinweihung im Herbst 2013 werden alle drei Museen am Schlossplatz von Grund auf ertüchtigt sein. Eine Besonderheit: das Gros der dafür erforderlichen Mittel konnte von außen eingeworben werden. Diese Maßnahmen erforderten ebenso eine enge Zusammenarbeit mit dem Fachdienst 25, Hochbau und Gebäudewirtschaft, wie die Modernisierung strategisch wichtiger Bereiche der Stadtbibliothek, die sich nun ebenfalls zukunftsfähig präsentiert. Die Kernaufgabe des Fachdienstes 25 ist es, die Gebrauchstauglichkeit der vorhandenen stadteigenen Gebäude für die jeweiligen Nutzungen zu gewährleisten und das umfangreiche kaufmännische Gebäudemanagement abzuwickeln. Es handelt sich dabei zum Beispiel um Schulen, Kindertagesstätten, Feuerwehrgerätehäuser, städtische Verwaltungsgebäude, Museen und Bibliotheken, aber auch eine Vielzahl anderer Gebäude. Projekte und Maßnahmen, die zu einer maßgeblichen Verbesserung der baulichen Situation führen, stoßen naturgemäß häufig auf das Interesse der Öffentlichkeit und finden entsprechende Wahrnehmung. Im Jahr 2012 konnten viele größere und wichtige Maßnahmen durch den FD 25 realisiert, beziehungsweise betreut werden. Beispielhaft seien die Fertigstellung des Neubaus für die Freiwillige Feuerwehr im Saarfeld oder die bereits erwähnte Erneuerung des Schlosstheaters genannt. Aber auch viele andere größere und auch weniger umfangreiche Projekte haben zu einer signifikanten Verbesserung für die Nutzung der jeweiligen Gebäude geführt. Aufgrund von umfangreichen Fassaden- und Tragwerkssanierungsmaßnahmen erstrahlen einige historische städtische Gebäude wieder in neuem Glanz und werten das Stadtbild entsprechend auf – deutliche Attraktivitätssteigerungen nicht nur für die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch für den Tourismus. Die Wirtschaftskraft der ortsansässigen Unternehmen spielt eine wesentliche Rolle für das Gemeinwohl, für Leben und Arbeiten in unserer Stadt. Über das Steueraufkommen tragen die Firmen erheblich dazu bei, dass Celle auch als Wohn-, Kultur- und Freizeitstandort für eine Stadt dieser Größenordnung ausgesprochen vielgestaltig ist.

Seite 50

Vorwort der Dezernentin Daher war es auch im vergangenen Jahr für Celle wichtig, über den Fachdienst Wirtschaftsförderung gute Kontakte zu Celler Unternehmen zu pflegen und so zu einem positiven Wirtschaftsklima beizutragen. Im Vordergrund der Arbeit standen die Bestandspflege, die Ansiedlung neuer Unternehmen sowie die Realisierung wirtschaftsbezogener Projekte im Standortmarketing. Celle wird regional und überregional vor allem als das in Europa führende Zentrum der Erdöl-, Erdgas- und Erdwärmeservicewirtschaft positioniert. Aber auch die anderen Branchen, in denen es zahlreiche gut aufgestellte Unternehmen gibt, wurden und werden standortprägend kommuniziert und erfahren in einzelbetrieblichen Belangen eine gleichartige individuelle Unterstützung. Das Jahr 2012 schloss nach eingehenden politischen Diskussionen mit der Verabschiedung eines Haushaltskonsolidierungsprogrammes. Dieses wird zu großen Teilen auf weiteren Prüfungen basieren, weshalb die Auswirkungen derzeit noch nicht vollständig absehbar sind. Wir stehen vor der Aufgabe, ein konsequentes Sparprogramm umzusetzen, ohne dass die Attraktivität Celles als Wirtschaftsstandort, als Kulturstadt, kurz als Lebensmittelpunkt und Tourismusziel darunter leidet; es gilt, trotz erforderlicher Einsparungen das bisher Erreichte zu bewahren, um im Wettbewerb der Städte zukunftsfähig zu bleiben. Diese Aufgabenstellung wird das Jahr 2013 prägen.

Dr. Susanne Schmitt 1. Stadträtin

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Finanzwirtschaft Verantwortlich:

Barbara Beyer

Entwicklung des Haushalts 2012 Die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände hat für das Jahr 2012 ihren Gemeindefinanzbericht erstellt und ihre Prognose für das abgelaufene Jahr veröffentlicht. Die Kommunen haben im vergangenen Jahr von der guten konjunkturellen Entwicklung profitiert und deutlich höhere Einnahmen erzielt. Die deutschen Städte rechnen mit einem Überschuss von 2,3 Milliarden Euro. Das liegt vor allem an den Zuwächsen bei der Gewerbesteuer. Die kommunalen Einnahmen sind im Jahr 2011 um knapp 5 Prozent auf 183,6 Milliarden Euro gestiegen. 2012 ist ein weiterer Anstieg auf 189,7 Milliarden Euro zu erwarten (+ 3,3 %). Gleichzeitig erhöhten sich die Ausgaben 2011 um weniger als 2 % auf 185,3 Milliarden Euro. 2012 wird mit einem Ausgabenanstieg von nur 1,1 % gerechnet. Trotz dieses erfreulichen Ausblicks ist die Finanzlage der Kommunen differenziert zu betrachten. Die Prognosezahlen stellen lediglich Durchschnittswerte dar. Die strukturellen Ungleichgewichte werden dabei nicht sichtbar. Die sozialen Leistungen werden im Jahr 2012 voraussichtlich die Rekordmarke von 45,0 Mrd. Euro überschreiten. Besonders belastet sind strukturschwache Städte und Gemeinden.

Ordentliche. Erträge Ordentliche Aufwendungen ordentliches Ergebnis Außerordentliche Erträge Außerordentliche Aufwendungen außerordentliches Ergebnis Jahresergebnis

Ursprungshaushalt 2012 183.572.300 € 195.398.600 € -11.826.300 € 32.000 €

Nach 3. NPL 2012 191.916.900 € 199.975.700 € -8.058.800 € 657.200 €

3.000 € 29.000 € -11.797.300 €

241.000 € 416.200 € -7.642.600 €

Die Stadt Celle partizipierte im Jahr 2012 an der guten konjunkturellen Entwicklung. Vom Ursprungshaushalt zum 3. Nachtragshaushaltsplan 2012, der bereits abweichend zu der bisherigen Praxis im Juli 2012 verabschiedet wurde, konnte das Ergebnis bereits um 4,1 Mio. € verbessert werden. Ein vorläufiges Jahresergebnis 2012 liegt noch nicht vor, da insbesondere die Jahresabschlussbuchungen (Abschreibungen, Auflösung von Sonderposten und Bildung von Rückstellungen) noch nicht abgeschlossen sind.

Seite 52

Finanzwirtschaft

Bei einem Vergleich der o.g. Durchschnittswerte für das Bundesgebiet mit den örtlichen prozentualen Veränderungswerten zeigt sich, dass es zu erheblichen Verwerfungen kommt. Im Gegensatz zum Bundestrend ist die Gewerbesteuer in der Stadt Celle in einem geringeren Umfang gestiegen. Der bundesweit prognostizierte Durchschnittswert lag bei 6,0 %, während die Gewerbesteuereinnahmen in der Stadt Celle um rund 1,37 % anstiegen, ein Gesamtvolumen von 42 Mio. € erreichten und damit um rd. 5,7 Mio. € unter den Planwerten lagen. Die Gründe hierfür zu benennen ist schwierig. Die Gewerbesteuer knüpft an den Gewinn an. Deswegen können z.B. hohe Investitionskosten oder konzerninterne Verrechnungen dazu führen, dass trotz gestiegener Ertragslage geringere Gewerbesteuern zu entrichten sind. Der Anteil an der Einkommensteuer stieg hingegen um 12,72 % (Bundesdurchschnitt 5,8 %) und lag damit im Saldo um rd. 1,64 Mio. € über den veranschlagten 20.549.300 €. Das Planungsjahr 2013 wird im Ergebnishaushalt planmäßig mit einem negativen Ergebnis abschließen. Das Defizit für 2013 wird mit rd. 4,08 Mio. € veranschlagt. Am Ende des Jahres 2016 wird ein kumuliertes Defizit für den Finanzplanungszeitraum von 2013 – 2016 in Höhe von 19,6 Mio. € erwartet. Nach den niedersächsischen Vorgaben sind die Kommunen in diesen Fällen verpflichtet, in einem Haushaltssicherungskonzept darzulegen, mit welchen Maßnahmen und in welchem zeitlichen Rahmen sie den Haushaltsausgleich wieder herstellen können. Das am 16.12.2010 vom Rat der Stadt Celle verabschiedete und in den Jahren 2011 und 2012 fortgeschriebene Haushaltssicherungskonzept sah für das Haushaltsjahr 2012 ein planmäßiges Einsparvolumen in Höhe von 6.448.954 € vor. Nach dem vorläufigen Jahresabschluss 2012 konnten tatsächliche Einsparungen von 5.732.375,18 € festgestellt werden. Bürgerhaushalt Der Rat der Stadt Celle beschloss in seiner Sitzung am 12.07.2012 einen 2. Bürgerhaushalt durchzuführen. Die dafür notwendigen Tätigkeiten wurden in der Zeit von Anfang Juli 2012 bis Ende Februar 2013 durchgeführt. Insgesamt konnte die Stadt Celle 116 Einsparvorschläge und 47 Kommentare für die Haushaltsberatungen von insgesamt 54 Bürgerinnen und Bürgern gewinnen. Die eingegangenen Vorschläge, Bewertungen und Stellungnahmen sind durch die politischen Gremien der Stadt Celle

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Finanzwirtschaft

im Rahmen der Haushaltsberatungen erfasst und bewertet worden. In der Sondersitzung des Finanz- und Rechnungsprüfungsausschusses am 11.12.2012 wurden sämtliche Vorschläge vorgestellt und diskutiert. Die Wählergemeinschaft beantragte den Vorschlag „Flyer für den Bürgerhaushalt 2013“ umzusetzen und die Drucke in diesem Rahmen nur noch in schwarz-weiß vorzunehmen. Zudem beantragte die Wählergemeinschaft eine Umsetzung des Vorschlags „Parkplatz Altes Rathaus“. Durch die Vermietung von Parkplätzen sollten Mieteinnahmen generiert werden. Der Rat der Stadt Celle hat in seiner Haushaltssitzung am 20.12.2012 beschlossen, den Vorschlag „Flyer für den Bürgerhaushalt 2013“ anzunehmen. Daraus ergibt sich eine Einsparung von rund 3.500 €. Dem stehen Aufwendungen und Auszahlungen in Höhe von rd. 37.310 € gegenüber, die sich wie folgt aufteilen: Personalaufwendungen 1 Stelle A 9 für 3,5 Monate 16.975 € Personalaufwendungen anderer FD für Stellungnahmen etc. 11.255 € Sachaufwendungen 9.080 € Veränderung von Ansprüchen Im Jahr 2012 wurden im Fachdienst Finanzwirtschaft zentral für die gesamte Verwaltung 88 Stundungsanträge bearbeitet, die gleichmäßig auf alle Fachbereiche der Stadt Celle verteilt waren. Insgesamt wurde 38 Anträge entsprochen, davon entfielen 10 auf die Gewerbesteuer. Es wurden 2 Klagen gegen Vergnügungssteuerbescheide eingereicht, beide blieben erfolglos. 2 Klagen im Bereich der Gewerbesteuer wurden zurückgenommen, über eine Klage auf Erlass von Gewerbesteuern wurde noch nicht entschieden. Zudem wurde eine Klage gegen die Hundesteuer eingereicht, bei der der Kläger Zweifel dahingehend geltend gemacht hat, dass Hundehaltung allgemein nicht mehr erhoben werden dürfe, da kein örtlicher Bezug mehr bestehe. Auch diese Klage blieb erfolglos. Darüber hinaus haben 14 Grundstückseigentümer Anträge auf Teilerlass der Grundsteuer wegen Ertragsminderung gestellt. Dieser wurde in 4 Fällen bewilligt.

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Hochbau und Gebäudewirtschaft: Verantwortlich:

Thomas Prietzel

Technisches Gebäudemanagement Allgemeine Bauunterhaltung Der Fachdienst 25 ist für die bauliche Unterhaltung von über 200 bebauten Liegenschaften der Stadt Celle verantwortlich. Zur Erfüllung dieser Aufgabe wurden vom FD 25 in 2012 bei vielen Gebäuden Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen bedarfsgerecht veranlasst, überwacht und abgerechnet. Die allgemeine Bauunterhaltung diente dazu, die dauerhafte Nutzbarkeit der städtischen Liegenschaften auch weiterhin gewährleisten zu können und die Vermögenswerte der Stadt zu erhalten. Technische Anlagen Ein wesentlicher Bestandteil der Gebäude sind die technischen Anlagen, die für den Betrieb und die Nutzung der Gebäude unverzichtbar sind. In diesem Bereich ist in den letzten Jahren eine erhebliche Verschärfung der gesetzlichen und normativen Vorgaben zu verzeichnen. Für den FD 25 geht mit den stetig wachsenden Bestimmungen ein entsprechend zunehmender personeller und finanzieller Aufwand einher. Beispielsweise müssen die über eintausend Handfeuerlöscher, die über alle Immobilien verteilt bereitgestellt werden, regelmäßig überprüft werden. Auch im Bereich der Wasseranlagen haben sich die Anforderungen durch die neue Trinkwasserverordnung erheblich verschärft. FD 25 hat 2012 bereits zehn größere Anpassungs- und Sanierungsmaßnahmen durchgeführt, um den neuen Vorschriften Rechnung zu tragen. Aber auch im Bereich

Trinkwasserverteiler vor und nach der Sanierung

der technischen Anlagen wurde im vergangenen Jahr, wie auch in den Jahren zuvor, eine Vielzahl allgemeiner Modernisierungsmaßnahmen veranlasst. So wurden wieder etliche Heizungsanlagen erneuert oder die entsprechende Mess- und Steuertechnik auf den neuesten Stand gebracht. Seite 55

Hochbau und Gebäudewirtschaft: Realisierung von Neu- und Erweiterungsbauten Während die vorgenannten Tätigkeiten die laufenden Instandhaltungsmaßnahmen zum Substanzerhalt darstellen, wurden in 2012 auch viele Projekte verschiedenen Umfangs realisiert, die zu einer maßgeblichen Verbesserung der Situation geführt haben. Beispielhaft seien folgende Maßnahmen genannt: - Neubau Hauptwache der Freiwilligen Feuerwehr im Saarfeld (ÖPPProjekt) - Erneuerung des Schlosstheaters - Bomann Museum - Erneuerung der Ausstellung (2. Projektabschnitt) - Rathsmühle - Instandsetzung der Wasserkraftanlage - Krippe Groß Hehlen (Anbau) - Kita Schlösschen - umfassende Fassadensanierung (1. Bauabschnitt) - Grund- und Hauptschule Groß Hehlen - Temporäre Schulerweiterung in Modulbauweise - Markt 17 - Sanierung Fassade und Tragwerk - Stadtkirche 12 - Sanierung Fassade und Tragwerk - Stadtbibliothek - Modernisierung Eingangsportal Markt 17 des Verbuchungsbereichs - Grundschule Altstadt - Einbau einer Ausgabeküche - Kita Wietzenbruch - Erweiterung Kochküche - Fachgerechter Rückbau verschiedener Gebäude - Ausschreibung und Überwachung

An der Stadtkirche 12—Deckenbalken vor der Sanierung

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Hochbau und Gebäudewirtschaft: Außerdem wurden unter anderen folgende Vorhaben planerisch vorbereitet: - Begegnungsstätte - Planung für Ertüchtigung zur Kinderbetreuung - Klärwerk - Planung für die Errichtung einer Fahrzeughalle - Bauhof - Standortuntersuchungen

Kinderkrippe Altencelle Jahnstraße

Kaufmännisches Gebäudemanagement Im Bereich des kaufmännischen Gebäudemanagements wurden die Abgaben, Steuern und Abfallgebühren, die im Zusammenhang mit den städtischen Gebäuden anfallen, bearbeitet. Zu den Aufgaben zählen neben der Möbelbeschaffung auch das Vertragsmanagement und die Kontrolle der externen Dienstleister (z.B. Gebäudeversicherung, Energielieferung, Gebäudereinigung). In 2012 wurden neben dem laufenden Geschäft die umfangreichen Ausschreibungen und Vergaben der Lieferung von Erdgas für 129 Abnahmestellen und elektrischem Strom für 514 Lieferstellen durchgeführt. Der Wechsel der Anbieter in Folge der Ausschreibungen wird in den ersten Monaten einen erheblichen Mehraufwand bei der Durchführung der neuen Verträge mit sich bringen. Im vergangenen Jahr wurde außerdem in enger und sehr effektiver Zusammenarbeit mit dem FD 30 eine europaweite Ausschreibung der Unterhalts- und Glasreinigung für die Schulen und großen Verwaltungsgebäude erfolgreich und ohne Beanstandungen durchgeführt. Auch in diesem Bereich führt der Wechsel der Dienstleister in der Startphase zu erheblicher Mehrarbeit.

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Hochbau– und Gebäudewirtschaft: Infrastrukturelles Gebäudemanagement Die Hausmeister sorgen für den täglichen Schließdienst und die allgemeine Ordnung in den Verwaltungsgebäuden. Sie sind auf operativer Ebene für den ordnungsgemäßen Zustand der Gebäude und ihrer technischen Anlagen zuständig. Dazu betreuen und überwachen sie die regelmäßigen Wartungsarbeiten. Weiterhin übernehmen sie täglich viele kleine Dienstleistungen zur Unterstützung des Verwaltungsbetriebes. Im Jahr 2012 hat sich abgezeichnet, dass die Anzahl größerer Veranstaltungen in den städtischen Immobilien stetig wächst und somit auch der Betreuungsaufwand der Hausmeister entsprechend steigt. Belegungs- und Umzugsmanagement Auch in 2012 wurde durch den FD 25 eine Vielzahl von verwaltungsinternen Umzügen planerisch und operativ begleitet.

Kita Schlösschen nach Fassadensanierung

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Wirtschaftsförderung, Immobilien

Verantwortlich:

Thomas Faber

Der Fachdienst Wirtschaftsförderung und Immobilien (FD 80) bündelt verschiedenartige Aufgabenstellungen unter einem Dach. Für die vielfältigen und zum Teil auch sehr komplexen Aufgabenstellungen engagieren sich 19 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit unter der Führung von Herrn Thomas Faber. Die wesentlichen Arbeitsergebnisse aus dem Jahr 2012 werden nachfolgend beschrieben: Wirtschaftsförderung; Ansiedlungen und Bestandspflege Zu den herausragenden Ansiedlungsthemen des letzten Jahres zur Weiterentwicklung des Geothermiestandortes Celle gehören das Forschungszentrum Drilling Simulator der Technischen Universität Clausthal sowie das Deutsche Zentrum für Tiefengeothermie. Das Deutsche Zentrum für Tiefengeothermie hat seine Geschäftsräume im April 2012 im Osteuropacentrum Niedersachsen bezogen. Dort sind sieben Arbeitsplätze entstanden. Dieser Ansiedlungserfolg konnte in enger Zusammenarbeit zwischen der Wirtschaftsförderung der Stadt Celle und dem GeoEnergy Celle e.V. herbeigeführt werden. Am 13.12.2012 fand die symbolische Grundsteinlegung des Forschungszentrums Drilling Simulator unter anderem unter Beteiligung von Frau Wissenschaftsministerin Wanka und des Präsidenten der TU Clausthal, Herrn Professor Hanschke, statt. Die Gesamtkoordination aller städtischen Maßnahmen, die zum Ansiedlungserfolg beitragen, liegt in der Hand der Wirtschaftsförderung. Zwei komplexe und sehr zeitintensive Beratungen im Förderprogramm „Forschung und Entwicklung (F+E) wurden durchgeführt. Die in 2011 erfolgte Erhöhung der Qualitätskriterien für die einzelbetriebliche Investitionsförderung (GRW) hat potentielle Antragsteller abgeschreckt, eine GRW-Förderung zu beantragen. Im Berichtszeitraum haben vier örtliche Firmen einen Förderantrag gestellt. Ein Unternehmen erhielt die Förderzusage. Dieses erhielt bei einem Investitionsvolumen von 2.126.000,00 €. Eine GRW-Förderung in Höhe von 318.900,00 €. Es wurden 11 neue Dauerarbeitsplätze (davon drei Ausbildungsplätze) geschaffen. Im KMU-Förderprogramm konnten mit dem Restbudget noch zwei Firmen mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 379.400,00 € mit 51.100,00 € gefördert werden. Durch die Förderung wurden sechs neue

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Wirtschaftsförderung, Immobilien

Dauerarbeitsplätze geschaffen. Für 2013 stehen Förderprogramm keine Mittel mehr zur Verfügung.

im

KMU-

Fünf intensive Existenzgründungsberatungen aus den Bereichen Gastronomie, Finanzdienstleistung, Handwerk und Großhandel wurden durchgeführt. Zwei Existenzgründer benötigten ein Gründercoaching und haben bei der NBank erfolgreich einen Förderantrag gestellt. Die Wirtschaftsförderung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich sieben Firmen in Celle angesiedelt haben bzw. in absehbarer Zeit ansiedeln werden. Im Rahmen der Bestandspflege konnten 54 Hilfeersuchen von örtlichen Firmen erfolgreich zum Abschluss gebracht werden. Mit den beteiligten Fachbereichen/Fachdiensten und/oder Externen sowie den jeweiligen Firmen konnte ein für beide Seiten befriedigender Konsens hergestellt werden. Zu den Aufgaben einer Wirtschaftsförderung gehört auch die Vernetzung von regionalen Akteuren aus Wirtschaft, Institutionen und Verwaltung. Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, dass sich gerade auch unter informellen Rahmenbedingungen immer wieder Gelegenheiten zu Geschäftskontakten entwickeln. Daher hat die Wirtschaftsförderung am 11. Juli 2012 den Dämmerschoppen in der Alten Exerzierhalle organisiert. Etwa 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nahmen an dieser Zusammenkunft teil. Hannover Messe Die Stadt Celle beteiligte sich wieder mit einem Gemeinschaftsstand an der Hannover Messe Industrie. Auf 288 qm stellte sich Celle innerhalb der Fachmesse Energy unter dem Motto „Celle - Stadt mit Energie“ dar. An dem Messestand beteiligten sich die Unternehmen Halliburton, Celler Brunnenbau, Schwindt Hydraulik, FW-Fernwärmetechnik, HartmannValves, Koller Maschinenbau, Delta Systemtechnik, Chemical Trading, M-I Swaco, NIBE sowie die Bohrmeisterschule und der GeoEnergy Celle e.V. Neben der Firmenpräsentation bildete das Thema Geothermie einen Schwerpunkt des Messeauftritts. Das Thema wurde durch drei attraktive Modelle aus den Bereichen oberflächennahe, mitteltief und tiefe Geothermie visualisiert und zeigte den Messebesuchern einen Kompetenzschwerpunkt der Celler Wirtschaft im Bereich der erneuerbaren Energien.

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Wirtschaftsförderung, Immobilien Clustermanagement Kooperationsnetzwerk GeoEnergy Celle Nachdem im Jahr 2011 über einen Kooperationsvertrag die inhaltliche Verantwortung im Clustermanagement GeoEnergy Celle von der Stadt Celle auf den Verein GeoEnergy Celle e.V. übertragen wurde, konzentrierte sich die Arbeit der Wirtschaftsförderung auf das Controlling der Fördermaßnahme und der Berichterstattung gegenüber dem Fördergeber NBank. Sie wirkte darüber hinaus im Arbeitskreis Marketing mit. Zu den wesentlichen Maßnahmen des Clustermanagements GeoEnergy Celle im Jahre 2012 zählten unter anderem:  die Teilnahme auf Messen und Kongressen, z.B. der Hannover Messe Industrie und der Norddeutschen Geothermietagung  Machbarkeitsstudie zur geothermischen Temperierung des Celler Badelands  Einrichtung eines Showrooms Geothermie in der Bohrmeisterschule, der nach Voranmeldung durch Besuchergruppen besucht werden kann  Entwicklung eines Konzepts für die Errichtung eines Geothermieparks, der aber wegen einer Interessenkollision mit dem Denkmalschutz nicht umgesetzt werden kann  Lobbyarbeit für die Geothermie auf regionaler Ebene sowie auf Landes- und Bundesebene  Zahlreiche Sitzungen der Arbeitskreise oberflächennahe Geothermie, mitteltiefe Geothermie, tiefe Geothermie und Marketing Osteuropazentrum Niedersachsen Im Laufe des Jahres 2012 ist der Wirtschaftsförderung die Ansiedlung von zwei neuen Repräsentanzen von Unternehmen aus Russland gelungen. Sie beschäftigen sich vor allem mit der Einführung neuer Technologien in ihren Heimatländern im Energiebereich. Standortmarketingprojekte Nachhaltiges Celle Die Zielsetzung des Projektes, Celle langfristig zum Nachhaltigkeitsstandort zu entwickeln, wurde im Berichtsjahr fortgesetzt. Nach Abschluss der Workshopveranstaltungen mit acht Betrieben der 2. Staffel im Jahr 2011, wurde im Zeitraum Januar – April 2012 eine abschließende Bestandsaufnahme und Beratung in den Betrieben durchgeführt. Hierbei wurden wichtige Prozessschritte unter Nachhaltigkeitsaspekten analysiert und Maßnahmen zur Implementierung und Umsetzung angeregt. Zu den Zielen zählte die Ist-Aufnahme aller ökonomischen, umweltrelevanten und sozialen Vorgänge, Umweltauswirkungen Seite 61

Wirtschaftsförderung, Immobilien und Schutzmaßnahmen, die Ermittlung von Verbesserungspotentialen und Maßnahmenvorschläge zur Beseitigung von Schwachstellen. Im Juni wurden alle teilnehmenden Betriebe der 1. und 2. Staffel zu einem weiteren Workshop mit den Themen „Projektfortführung und Marketing“ eingeladen. Die Ergebnisse des Workshops werden in weiteren Einzelprojekten umgesetzt. Die Zertifizierung der Unternehmen der 2. Staffel als „Partnerbetrieb Nachhaltiges Celle“ erfolgte am 26. September 2012. Zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Marke „Nachhaltiges Celle“ wurden Beiträge und Anzeigen im REGJO Celle Spezial geschaltet, weitere vorbereitet.

Celler Wochenmärkte Als Bestandteil für die weitere Ausrichtung des Wochenmarktes auf der Heese wurde eine Befragung durchgeführt. Datenerhebungen über Kundenstrukturen, Einkaufsverhalten, Ausgabeverhalten, Erwartungen der Kunden an den Heese-Markt, insbesondere über die Erwartungen von jüngeren Zielgruppen an den Markt, liegen hierbei im Portfolio. Darüber hinaus wurden auch „Nicht-Kunden-Befragungen“ durchgeführt. Nach einer Datenauswertung gilt es, Strategien und Maßnahmen zur weiteren Ausrichtung des Heese-Marktes zu entwickeln. Die Befragungen wurden in Zusammenarbeit mit einer Klasse der Berufsbildenden Schulen Altenhagen – BBS I, zweijährige Berufsfachschule Wirtschaft, als Projektarbeit vorgenommen. Geothermiepark Celle Die von der Wirtschaftsförderung mit einer Arbeitsgruppe Celler Unternehmer, der Bohrmeisterschule und dem Erdölmuseum Wietze erarbeitete Konzeption „Geothermiepark Celle“, der die Kompetenz Celler Unternehmen i.S. Geothermie verdeutlichen sollte, konnte bislang nicht umgesetzt werden. Der geplante Standort für die Objekte im oberen Bereich der Triftanlagen fand nicht die Zustimmung des Denkmalschutzes. Der Standort war bewusst dort gewählt, um eine nahe Anbindung an die Bohrmeisterschule zu haben, da dort ein Informationszentrum für den Bereich Geothermie eingerichtet wurde. Junges Celle / Initiative Fachkräftegewinnung – Fachkräftesicherung Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der Themen

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Wirtschaftsförderung, Immobilien

„Fachkräftesicherung und Fachkräftegewinnung“ hat die Wirtschaftsförderung einen Initiativkreis mit Celler Unternehmen gegründet, die die Personalakquisition der Unternehmen im Standortmarketing unterstützt. Hierbei wird vor allem die Positionierung der Stadt Celle als Wohn- und Er-Lebensstandort, insbesondere auch für jüngere Arbeitskräfte gesehen. Schaufenster Elektromobilität – Celler Tag der Elektromobilität FD 80 erarbeitete die Antragstellung für Ladeinfrastruktur im Rahmen des EU-Projektes „Schaufenster Elektromobilität“ der Metropolregion Hannover – Göttingen – Braunschweig – Wolfsburg. Zur Implementierung des Themas „Schaufenster Elektromobiliät“ bei der Celler Bevölkerung wurde im 3. Quartal 2012 mit den Vorbereitungen für einen „Tag der Elektromobilität“ begonnen. Veranstaltet wird der Tag am 13.04.2013 gemeinsam mit der SVO Vertrieb GmbH. Fernwanderweg Lüneburger Heide „Heidschnuckenweg“ – Hamburg-Fischbeck - Celle FD 80 – Standortmarketing – wirkte auch im Berichtsjahr mit im Marketingausschuss und in der Arbeitsgruppe „Infrastruktur“, auf Ebene der am Fernwanderweg beteiligten Landkreise und Städte. Vor Ort erfolgte die für das Gesamtprojekt erforderliche Abstimmung und Koordination mit Institutionen, Leistungsträgern und Fachdiensten in der Verwaltung. PACE Das Projekt „Pro Aktiv Center Celle“ hat das Bestreben, Jugendliche im Alter zwischen 14 und 27 Jahren, die multiple Eingliederungshemmnisse mitbringen, an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Hier gilt es unter anderem, die sozialen und fachlichen Voraussetzungen zu schaffen, mit denen es den Jugendlichen erleichtert ermöglicht werden soll, einen qualifizierten Schulabschluss zu erwerben und verbessert in Praktikums- und Ausbildungsverhältnisse vermittelt werden zu können. Im Berichtszeitraum wurden durch PACE 144 Jugendliche betreut. Das Pro Aktiv Center ist 2012 mit einem neuen Konzept gestartet. Die Betreuung ist gegenüber der Vergangenheit vielfältiger und individueller geworden. Die Betreuung durch PACE gliedert sich in drei Phasen, die im Regelfall aufeinander aufbauen. Diese sollen von der Aufnahme bei PACE über die Problem- und Stärkenanalyse, den Abbau von Vermittlungshemmnissen, das Stärken der Persönlichkeit und dem sozialen Lernen in der Gruppe bis zum Praktikum, der begleiteten Ausbildung oder der Aufnahme einer festen Arbeitsstelle führen.

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Wirtschaftsförderung, Immobilien

Das neue Konzept des Pro Aktiv Centers setzt auf Qualität und Kontinuität. 2012 waren 144 junge Menschen bei PACE in der Betreuung.

Koordinierungsstelle Frauen & Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle Das Projekt „Koordinierungsstelle Frauen und Wirtschaft von Stadt und Landkreis Celle“, das zu 75 % aus Geldmitteln der EU gefördert wird, ist eine Beratungsstelle zur beruflichen und betrieblichen Förderung von Frauen und unterstützt zurzeit 47 Unternehmen bei der Umsetzung von familienfreundlichen Maßnahmen und bei der Fachkräftegewinnung. In 2012 wurden 171 Frauen zu Qualifizierungsbedarfen, zum beruflichen Wiedereinstieg nach Familienphasen, zur beruflichen Neuorientierung und zur Existenzgründung beraten. Ergänzend werden spezielle Fortbildungen für Frauen konzipiert, an welchen 361 Frauen teilgenommen haben. In Kooperation mit der Agentur für Arbeit wurde eine Infobörse für Frauen unter Einbeziehung von Arbeitgebern und Institutionen organisiert. Neben anderen Projekten wurde für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereits zum 3. Mal eine Betreuung in den Sommerferien für die Kinder berufstätiger Eltern durchgeführt.

Grundstücksangelegenheiten Gewerbegebiet Wietzenbruch und Gewerbegebiet Bruchkampweg / Altencelle Zwei Grundstücksverkäufe konnten vorbereitet werden, unter denen sich eine Erweiterung und eine Neuansiedlung befinden. Eine weitere Erweiterungsfläche wurde verkauft. Interkommunale Gewerbegebiete Im Jahr 2012 fanden konstruktive Gespräche mit Vertretern angrenzender Gemeinden statt, um die Möglichkeiten eines interkommunalen Gewerbegebietes auszuloten. Dabei wurden bereits diverse Themenfelder beleuchtet. Verkauf von Wohnbaugrundstücken Im Berichtsjahr begann die Vermarktung des Baugebietes Klein Hehlen / Am Kieferngrund mit 69 Wohnbaugrundstücken. Bislang sind 21 Kaufverträge abgeschlossen, 14 in Vorbereitung und 6 Bewerbungen für Kaufgrundstücke stehen an. Seite 64

Wirtschaftsförderung, Immobilien

Zudem wurde das letzte Grundstück im Baugebiet Bosteler Kamp und das vorletzte Grundstück in Lachtehausen / Am Schwalbenberg verkauft. Gewerbegebiet Altenhagen Nord Umfangreiche Vertragsverhandlungen mit Interessenten führten dazu, dass bereits im Jahr 2012 noch vor der Fertigstellung der Erschließungsarbeiten des Gewerbegrundstücks 5 Grundstücke mit einer Gesamtgröße von ca. 3,5 ha verkauft werden konnten. Zusätzlich wurden durch Verhandlungen mit weiteren Interessenten die Voraussetzungen für die nächsten, im Jahr 2013 bevorstehenden Grundstücksverkäufe geschaffen. Zudem wurde eine große Gewerbefläche von ca. 2,9 ha für eine Firmen-Umsiedlung reserviert und damit wesentlich dazu beigetragen, dass die Voraussetzungen für ein großes Planungsprojekt der Stadt Celle geschaffen werden können. Das Land Niedersachsen hat die Erschließung des Gewerbegebietes Altenhagen Nord einschließlich Anbindung B 191 mit einem Fördersatz von 50 % bis zu einer Maximalsumme von 1.284.000,00 Euro gefördert.

Foto: © Air-Foto-Celle, Herr Wolfgang Genannt

Realisierung und Vorbereitung diverser Flächenankäufe für Kompensationszwecke Im Dezember 2012 konnte eine weitere Fläche Am Spitzen Plack erworben werden. Die Stadt Celle verfügt dort inzwischen über einige zusam-

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Wirtschaftsförderung, Immobilien -menhängende Flächen, die langfristig für zukünftig erforderlich werdende Kompensationsmaßnahmen vorgehalten werden. Bis dahin verbleiben sie in landwirtschaftlicher Nutzung. Es wird angestrebt, dort nach und nach ein größeres zusammenhängendes Gebiet, das später zu einem Naturschutzgebiet entwickelt werden soll, zu erwerben (Clusterbildung). Flurbereinigung Celle Süd Da die Stadt Celle einige Flächen in die Ostumgehung eingebracht hat, fehlen nach der Flurbereinigung Flächen, um die betroffenen Pächter flächenmäßig im gleichen Umfang wie vorher in andere Flächen einzuweisen. Nach persönlichen Gesprächen mit den betroffenen Landwirten konnte eine einvernehmliche Lösung gefunden werden. Die Pachtverträge werden jetzt entsprechend angepasst. Ankäufe Nordwall Die Ankaufverhandlungen (Ankauf Nordwallhotel) sowie die Auflösung bestehender Mietverhältnisse bereits gekaufter Nordwallimmobilien wurden fortgeführt. Des Weiteren wurde ein Immobilienpaket aus stadteigenem Gebäudebestand u.a. für die WBG zusammengestellt und Mietimmobilien an Private (Ohagenstr. 2, Mittelstr. 17) verkauft.

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Allgemeine Kulturverwaltung Verantwortlich:

Karl-Heinz Oberbeck

Auch das Jahr 2012 begann wieder mit einem musikalischen Paukenschlag: Das am Neujahrstag in der Alten Exerzierhalle angebotene Konzert mit dem Salon- Orchester Celle war mit 317 Besuchern (darunter befanden sich wieder 50 Gäste mehrerer Celler Hotels) restlos ausverkauft. Unter Leitung von Egon Ziesmann musizierte das gut aufgelegte 12-köpfige Ensemble mit Gesangssolistin Sandra Grass ein mitreißendes Programm aus nostalgischen Schlagern, Swing und JazzKlassikern. Sowohl Publikum als auch Presse zeigten sich begeistert von einem „tollen Start ins neue Jahr“. Auch zu Beginn des Jahres engagierte sich der Fachdienst Kultur wieder für den Wettbewerb „Jugend musiziert“. Die 49. Auflage des Regionalwettbewerbs fand am 28./29. Januar im BeckmannSaal statt. 16 junge Solisten, 5 Begleiter und 13 Duo-Besetzungen stellten sich in den Wertungen „Blockflöte“, „Querflöte“, „Klavier vier-händig“, und „Duo-Klavier und ein Streichinstrument“ der Jury. Acht Celler Nachwuchsmusiker/innen qualifizierten sich für den Landeswettbewerb. Aufgrund der dänischen EU-Ratspräsidentschaft besuchte der Dänische Botschafter Per Poulsen-Hansen mit seiner Gattin Elisabeth Bloch und dem Gesandten Botschaftsrat für Presse- und Kultur, Per Erik Veng, am 21. Februar Celle. Per Poulsen-Hansen trug sich als Erster in das neue

Foto: pro arte musica

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Allgemeine Kulturverwaltung Goldene Buch der Stadt Celle anlässlich des Empfangs ein. Der zweite Besuch erfolgte im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums der DeutschDänischen Gesellschaft, zu dem der Botschafter am 15.September in der Alten Exerzierhalle ein Grußwort hielt. Im 21. Jahr ihres Bestehens stieg die Zahl der angebotenen Veranstaltungen in der Kleinkunstbühne KUNST & BÜHNE noch weiter an. Insgesamt konnte der Fachdienst Kultur auf 80 von ihm selbst oder einzelnen Celler Kulturvereinen offerierte Veranstaltungen in Celles beliebter Kleinkunstbühne zurückblicken. Aus steuerrechtlichen Gründen stellten der Fachdienst Finanzwirtschaft und der Fachdienst Kultur KUNST & BÜHNE auf die Betriebsform BgA um. Die beliebte Reihe „Eine kleine Hofmusik“ lockte mit ihren neun Veranstaltungen wieder ca. 1.300 Besucher an. Mit dem Garten der historischen Alten Ratsstube, Schuhstraße 27, konnte der erstaunten Öffentlichkeit ein neuer Innenhof präsentiert werden, der auf Anhieb sehr gut frequentiert wurde. Der Abschluss der Veranstaltungsreihe fand wieder im Garten des Capito e.V. statt, wo auf Einladung des städtischen Beauftragten der plattdeutschen Sprache, Herrn Jürgen Heitmann, das Otto-Groote-Ensemble, Bremen, mit einem plattdeutschen Liederabend gastierte. Mit „Teihnmol noh Rio un wedder trüch“ wurde eine weitere Veranstaltung in plattdeutscher Sprache angeboten. Dr. Uwe Petersen las aus dem Buch von F. C. Möller über das Leben an Bord der CAPOLONIO. Umrahmt wurde die Lesung mit schwungvoller Musik aus dem Repertoire des Bordorchesters durch WAGNERS SALON ENSEMBLE. Die beiden o. a. Veranstaltungen wurden vom Lüneburgischen Landschaftsverband bezuschusst. Zur Verabschiedung der britischen Streitkräfte beteiligte sich der Fachdienst an den Feierlichkeiten und organisierte federführend das Konzert des Bundespolizeiorchesters, das mit dem Programm „Night of Seite 68

Allgemeine Kulturverwaltung

the Proms“ am 6.Juli ca. 1.500 Besucher vor dem Schloss begeisterte. Zum Jahr der Kirchenmusik 2012 initiierte die Landesposaunenwartin im Bezirk Hildesheim das „Projekt Neuland“ – Kirchenmusik an ungewöhnlichen Orten“. Die Stadt Celle wurde mit zwei Veranstaltungsformaten Teil dieses außergewöhnlichen Musikprojekts: Beim „Musikalischen Rendezvous“ am 22.Juni. präsentierte der Musiker Ulf Pankoke an mehreren Spielorten im öffentlichen Raum kleine geistliche Kompositionen mit Harmonium und Gesang. Am 20.Juli wurde das Format „1 x Bach to go“ mit dem Kammerchor Hannover (Echo Preisträger 2010) aufgeführt. Es bestand aus zwei Minikonzerten à 10 Minuten auf dem Brandplatz, die als musikalischer Appetitanreger für das direkt am Abend in der Christuskirche Westercelle stattfindende Abschlusskonzert dienten. Das Projekt Neuland wurde von sechs großen Einrichtungen des öffentlichen Lebens finanziert, so dass der Stadt Celle keine Kosten entstanden. Zum wiederholten Mal wurde die Kulturverwaltung als Partner von der VGH-Stiftung im Rahmen des Literaturfestes Niedersachsen eingeladen. Am 23.September wurde der Fachdienst Kultur als örtlicher Ausrichter mit der Abschlussveranstaltung betraut. Im ausverkauften Großen Festsaal des Schlosses lasen Heikko Deutschmann und Julia Hansen zum Thema „Auf die Barrikaden“ über literarische Freidenker und Revolutionäre.

Heikko Deutschmann Foto: Helge Krückeberg

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Allgemeine Kulturverwaltung Speziell für das Finale des Literaturfestes „Freiheit“ wurde von Stephan Meier, Spezialist für Klänge der Gegenwart, eine Revolutionsmusik komponiert, die gekonnt von Brigitte Sauer (Flöte) und Stephan Meier Trompete) musikalisch umgesetzt wurde. Am 3.Oktober organisierte der Fachdienst Kultur auf Wunsch von OB Mende die Gedenkveranstaltung zum Tag der Einheit „Jazz zum Dritten“. Nach einem musikalischen Festgottesdienst in der Stadtkirchengemeinde St. Marien brachten die „Jazz Connection“ Celle e.V., und die „fortuna-band“, Oschersleben, mit Oldtime-Jazz vom Feinsten die Bevölkerung bei freiem Eintritt vor dem Schloss in Feiertagslaune. 2012 betreute der Fachdienst drei Sit- Foto: Deutsche Bahn Netz AG zungen des Kulturausschusses und bearbeitete einige politische Anträge, wie z.B. zur Einrichtung einer ehrenamtlich geführten Kulturloge und zur Aufwertung der Bahnunterführung Heese/Wiesenstr. Nachdem die Deutsche Bahn Netz AG keine Einwände gegen eine künstlerische Ausgestaltung der Bahnunterführung Heese/Wiesenstr. hatte, da keine Bau-werksveränderungen geplant waren, wurde das atelier 22 e.V. beauftragt, einen Entwurf zu erarbeiten.

Foto: Dagmar Weimann Seite 70

Allgemeine Kulturverwaltung

Nach einem Entwurf des Künstlers Hans-Udo Strohmeyer verwandelten 30 Jugendliche mit ca. 300 Spraydosen an zwei Wochenenden den düsteren Tunnel in ein helles und schmuckes Kunstwerk. Am 22.Oktober konnte das farbenfrohe, doppelseitige Wandgemälde dann der Öffentlichkeit übergeben werden. Zuvor konnte bereits die künstlerische Aufwertung der Fassade des Toilettengebäudes auf dem Heeseplatz erfolgen. Dem Aufruf zur Gestaltung der Fassaden dieses Gebäudes folgten Klassenverbände, Arbeitsgruppen und Einzelschüler der GHS Neustadt, der Realschule auf der Heese und des Hölty Gymnasiums. Am 11.Mai begutachteten die sechs Mitglieder der Jury fast 50 Schülerarbeiten der Klassenstufen 5, 9 und 10 und prämierten insgesamt fünf Arbeiten, mit denen die Fassade künstlerisch aufgewertet wurde. Am 19.Juli wurden die eine hohe Identifikation stiftenden und künstlerisch überzeugenden Fassaden des Toilettengebäudes offiziell eingeweiht. Ein nicht ganz unerheblicher Anteil der Arbeitszeit wurde dafür verwendet, die 1. Celler Kindermusiktage vorzubereiten, die vom 6. - 9.3.2013 geplant sind. Zu den routinemäßigen Aufgaben des Fachdienstes zählten Tätigkeiten für die Eberhard-Schlotter-Stiftung, Kunst-Stiftung Celle, Robert Simon Kunststiftung, sowie den Freundeskreis Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon.

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Allgemeine Kulturverwaltung Das vielfältige Betätigungsfeld wurde abgerundet durch das Schlossmanagement, die Bearbeitung von Raumnutzungsanträgen für die Gotische Halle, Kunst & Bühne und den Beckmann-Saal sowie die Vereinsförderung und -beratung. Nach der erfolgreichen und pünktlich abgeschlossenen Sanierung des Schlosstheaters und der damit verbundenen Wiederaufnahme von Veranstaltungen und Trauungen, die wegen des Baulärms zwei Jahre weitestgehend ruhten, kann es perspektivisch zu einer stärkeren Beanspruchung bei der Sachbearbeitung „Schlossmanagement“ kommen. Last -but not least- betreute der Fachdienst 2012 vier Verwaltungsfachauszubildende der Stadt Celle und ermöglichte zwei Praktikantinnen die Möglichkeit zu hospitieren.

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Stadtbibliothek: Verantwortlich:

Petra Moderow

Das Jahr 2012 war für die beiden Bibliotheken der Stadt sehr erfolgreich. Die konstant hohen Entleih- und Besucherzahlen zeugen von der starken Nutzung durch die Celler Bürgerinnen und Bürger. Die Stadtbibliothek entwickelt ihre Angebote ständig im Sinne der Leserinnen und Leser weiter. Besonders beachtenswert ist die sehr hohe Zahl von Veranstaltungen im Berichtsjahr in beiden Bibliotheken. Die Streiflichter aus dem Jahr 2012 vermitteln einen Eindruck von der Vielfältigkeit der Aktivitäten der Stadtbibliothek.

Verbuchungstheke Das alles bestimmende und herausragende Ereignis war die Einrichtung der neuen Verbuchungstheke. Nach intensiven Vorarbeiten wurde zunächst in der Kinderbibliothek der neue Teppichboden verlegt. So konnten sich alle an die völlig veränderte Optik gewöhnen. Im Zuge der Renovierung musste eine behelfsmäßige Verbuchung in der Kinderbibliothek eingerichtet werden, die Kinder-CDs, CDs und DVDs waren während der Zeit nicht erreichbar. Anschließend blieb die Bibliothek für acht Tage geschlossen. Unsere Leserinnen und Leser reagierten während der gesamten Zeitraumes mit großem Verständnis auf die Einschränkungen und Störungen! Die Neugestaltung und Einrichtung des Verbuchungsbereiches ist sehr gelungen. Die neue Verbuchungstheke mit höhenverstellbaren Arbeitsplätzen ist das Herzstück und der Blickfang. Die zahlreichen damit einhergehenden Veränderungen sind auf breiten Zuspruch gestoßen. Die auffällige Präsentation der Spiegel-Bestseller, die zeitgemäße Präsentation der Hörbücher, moderne Internetplätze

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Stadtbibliothek und die gelungene Aufstellung des Bibliothekskatalogs als Stehplatz werden gut angenommen. Das Broschürenregal bietet jetzt geordnet und sehr übersichtlich Platz für Broschüren und Flyer, die vermissten Garderobenschränke passen sich gut in den Eingangsbereich ein. Den Anforderungen des Brandschutzes wurde mit dem Einbau neuer Brandschutztüren Rechnung getragen. Besonders auffällig ist die sehr moderne Beleuchtung. Das Erdgeschoss erstrahlt in neuem, funktionalem Licht und die Leser fühlen sich in der hochwertigen Umgebung sehr wohl.

Leseförderung I Leseförderung hat in der Stadtbibliothek einen hohen Stellenwert. Nachdem im vergangenen Jahr die BücherBabys das Licht der Welt erblickt haben, konnten in diesem Jahr ältere Kinder den Bibliotheksführerschein erlangen. „Bibfit- der Bibliotheksführerschein für Kindergartenkinder“ ist ein Leseförderungsprojekt, das Kindern kurz vor dem Eintritt in die Schule den Umgang mit Büchern und der Bibliothek vertraut macht. An vier aufeinander folgenden Terminen wird die Bibliothek unter den Themen „Aussuchen und Ausleihen“, „Vorlesen, Zuhören, Ausmalen“, „Erzählen und Wissen“ und „Was gibt es, wo steht es?“ spielerisch erkundet. Das Stempeln der Laufkarte, der schöne Bibfit-Rucksack für die ausgeliehenen Bücher und zum Abschluss der Bibliotheksführerschein sind reizvolle Materialien, die einen zusätzlichen Anreiz bieten. In einer schönen Feierstunde gemeinsam mit Michael Gemkow konnte die Erste Stadträtin Frau Dr. Schmitt insgesamt 80 Bibliotheksführerscheine überreichen.

Leseförderung II Die Stadtbibliothek und die Zweigstelle haben sich auch im Jahr 2012 an dem Leseförderungsprojekt „Lese-Experten“ der Bibliotheksgesellschaft beteiligt. Mit 400 aktiven Teilnehmerinnen und Teilnehmern und abschließend 207 zu ehrenden „Lese-Experten“ war dies der erfolgreichste Durchgang. Trotz sinkender Schülerzahlen konnten steigende Teilnehmerzahlen verzeichnet werden. Die spektakuläre Abschlussveranstaltung wurde musikalisch von der Gruppe „DrumExplosion“ aus

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Stadtbibliothek der Celler Musikschule umrahmt und zwei jugendliche Lyrik-Rapper sorgten für den poetischen Rahmen.

Leseförderung III Mit den Schülerinnen und Schülern des 6. Jahrgangs des Hermann-Billung-Gymnasiums wurde im Rahmen des schulischen Methodentrainings eine umfangreiche Lerneinheit in der Stadtbibliothek durchgeführt. In enger Zusammenarbeit mit den Lehrkräften wurde der „Lernzirkel“ entwickelt. Die Schülerinnen und Schülern werden an fünf verschiedenen Stationen mit dem Umgang mit Büchern und der Stadtbibliothek vertraut gemacht. Während dieses intensiven Schulvormittags in der Stadtbibliothek haben die Teilnehmer die Bibliotheks-Systematik erarbeitet, üben die gezielte Recherche im Katalog und können als Ergebnis mithilfe der Systematik und der Katalogsuche die Bücher anschließend in den Regalen finden. Dies ist ein wichtiger Baustein für die Erfordernisse des wissenschaftlichen Arbeitens, das in der Sekundarstufe II mit dem Erstellen einer Facharbeit gefordert wird.

Leseförderung IV Leseförderung ganz anderer Art ist das Dienstleistungsangebot von Medienkisten an Bewohnerinnen und Bewohner der Seniorenresidenz Beinsen. Die Arbeitsgruppe „Senioren für Senioren“, bestehend aus mehreren Ehrenamtlichen, die gemeinsam mit der Stadtbibliothek Projekte für Senioren plant, stellt mit der Übergabe „Medienkisten für Seniorenresidenzen“ ein Ergebnis vor. Am 3. Mai wurde die erste Medienkiste im Beisein der Ersten Stadträtin Frau Dr. Schmitt an die Seniorenresidenz Beinsen am Französischen Garten übergeben. Bücher in gut lesbarer Schrift, besonders gewünscht sind Kriminalromane, aber auch Geschichten aus Celle,

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Stadtbibliothek Biografien, Sachbücher und Bildbände sind dabei. Abgerundet wird das Angebot durch Hörbücher und Musik-CDs. Damit werden gezielt die Bewohnerinnen und Bewohner angesprochen, die die Stadtbibliothek nicht mehr selbstständig aufsuchen können. Diese Initiative ist Teil des Angebotes für Senioren, mit denen die Stadtbibliothek auf den demografischen Wandel reagiert.

Stadtbibliothek Online I Die Stadtbibliothek entwickelt die Online-Angebote kontinuierlich weiter. Nachdem im vergangenen Jahr neben bereits vorhandenen stationären Internetplätzen ein W-LANZugang für mitgebrachte Geräte eingerichtet wurde, ist nun die Möglichkeit der mobilen Nutzung des Bibliothekskataloges hinzugekommen. Nach dem Scannen eines QRCodes mit einem mobilen Endgerät wie einem Smartphone oder Tablet ist die mobile Recherche im Bibliothekskatalog möglich.

Stadtbibliothek Online II Die Stadtbibliothek konnte sich im Berichtsjahr über zwei großzügige Spenden freuen. Die Bibliotheksgesellschaft Celle hat aus dem Erlös des jährlichen Bücherflohmarkts einen Beamer, ein Notebook und eine Leinwand gespendet. Mit dieser Ausstattung werden die zahlreichen Leserschulungen, das Vorführen von Bilderbuchkinos in Kinderveranstaltungen und die Bibliothekseinführungen technisch hervorragend unterstützt. Darüber hinaus hat der „Niedersächsische Sparkassenverband“ die Stadtbibliothek anlässlich der Teilnahme am Projekt „NBib24 – Niedersächsische Bibliotheken 24 Stunden online“ mit einer Spende von eBookReadern tatkräftig unterstützt. Die eBook-Reader werden häufig entliehen. Zur Unterstützung finden einmal monatlich Einführungen in die Nutzung der Onleihe-Angebote der Stadtbibliothek und in den Umgang mit den eBook-Readern statt. Seite 76

Celler Museen Verantwortlich:

Dr. Jochen Meiners

Im Jahr 2012 wurde weiter an der Neueinrichtung der Dauerausstellungen des Bomann-Museums gearbeitet. Nach der Fertigstellung und Eröffnung der beiden neuen Rundgänge ·

Herd und Heim – Bildung und Verein: Bürgerkultur in Celle

·

Heide – Honig – Hightech: Eine Region im Wandel,

die sehr gut bei den Besuchern ankamen, wurden die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt begonnen, der vom Umbauvolumen der weitaus größte sein wird. Im Ober- und im Dachgeschoss werden drei weitere Rundgänge unter folgenden Titeln eingerichtet: · ·

Leistung, Streik und Gastarbeit Perspektiven der Arbeit

· ·

Gemalt, besungen, bereist Die Entdeckung der Heide

· ·

Nicht von hier? Migration und Integration im Celler Land

In diesen Bereichen sind die wissenschaftlichen Vorbereitungen abgeschlossen, ebenso die Ausschreibungen abgeschlossen und mit dem Einbau der Ausstellungsarchitektur ist begonnen worden. Die Planungen für den dritten Bauabschnitt im Bereich Erdgeschoss und Ehrenhalle sind weit fortgeschritten, so dass das Gesicht des neuen Bomann-Museums nun langsam immer mehr sichtbar wird. In diesem Abschnitt wird zum einen die neue Ausstellungseinheit zur Stadt- und Regionalgeschichte installiert (ehemalige Räume des Cafés), zum anderen ein einführender Film gezeigt werden (ehemalige Wendlandstube) sowie die Abteilung zur ländlichen Arbeit im Bauerhaus eingebaut. Insbesondere dort wird es wichtig sein, den ursprünglichen Charakter dieses Bomann‘schen Einbaus nicht zu verändern, auf der anderen Seite aber Informationen bereitzustellen, die bisher hier nicht gegeben wurden. Im Obergeschoss wird die Ehrenhalle mit einer mobilen Informationseinheit versehen, um auch dort die bisher fehlenden Informationen anbieten zu können. Die bisherigen Bauarbeiten konnten mit wenigen Ausnahmen termingerecht fertiggestellt worden, so dass der 27. Oktober 2013 nach wie vor als Eröffnungstermin gehalten werden kann.

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Celler Museen Trotz dieser umfangreichen Arbeiten gelang es, ein abwechslungsreiches Programm an Ausstellungen und Veranstaltungen zu präsentieren, das vom Publikum dankbar angenommen wurde. Dieses Programm konnte zwar nicht die übliche Dichte und Attraktivität entfalten. Auch konnte im Residenzmuseum im Jahre 2012 aus Kapazitätsgründen keine große Sonderausstellung gezeigt werden. Alles in allem wurden unsere Anstrengungen jedoch belohnt. Über 112.000 Besucherinnen und Besucher fanden den Weg in unsere Häuser. Hinzu kamen noch ungezählte Gäste des neuen Museumscafés und die vielen ebenfalls ungezählten Theaterbesucher, die unser Residenzmuseum in den Vorstellungspausen besuchten. Ausstellungstätigkeit der Celler Museen 300 Jahre Oberlandesgericht Celle 16. September 2011 – 25. März 2012 (Bomann-Museum) Aus Anlass des 300-jährigen Jubiläums des Oberlandesgerichts Celle zeigte das Bomann-Museum eine Sonderausstellung zur Geschichte dieser bedeutenden Celler Institution, dem nach dem Berliner Kammergericht ältesten Gericht in Deutschland. In chronologischer Abfolge wurde die Entwicklung des Gerichts durch die verschiedenen Zeitperioden im Einzelnen vorgestellt und mit musealen Exponaten anschaulich gemacht. Der Großteil der Objekte stammte aus dem Sammlungsbestand des Bomann-Museums. Die meisten Exponate wurden seit vielen Jahren nicht gezeigt, einige konnten speziell für diese Ausstellung restauriert werden. Außerdem gelang es, die Ausstellung in Form einer Dokumentation auf Dauer zu bewahren. Pailletten, Posen, Puderdosen 26. November 2011-04. März 2012 (Bomann-Museum) Mode, Zeichnungen und Objekte der Zwanzigerjahre. Die Ausstellung stammt im Kern aus der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen in Berlin. Sie wurde ergänzt um eine Sammlung von Puderdosen aus privater Hand und um Bestände des BomannMuseums. Die Damenmode der Zwanzigerjahre verdeutlicht besonders das Lebensgefühl der damaligen Zeit. Die sich veränSeite 78

Celler Museen dernden Gesellschaften Europas führten zu einer Befreiung der Frau und damit auch zu einer Befreiung der Damenmode. Die Kosmetik wurde aus dem intimen Bereich geholt und zu einem offen diskutierten Thema. Die Gegenstände aus dem Fundus des Bomann-Museums belegen, dass die neue Mode nicht nur in den Metropolen getragen wurde, sondern auch in der Provinz. Kulturelle Klicks 28.Januar - 26. Februar 2012 Alltägliches in unbeobachteten Momenten. (Bomann-Museum) Auf der Grundlage eines VHS-Fotokurses entstand eine beeindruckende Ausstellung, die sich mit der Alltagskultur Celles, abseits der großen und bekannten Celler Kulturangebote, auseinandersetzte. Die Ausstellung zeigte die große Bandbreite der Kultur in Celle, die aktuell oder schon fast vergessen ist. Sie gab Zeugnis von den Dingen und Umständen, mit denen wir uns täglich umgeben, ohne sie besonders zu beachten. Außerdem erschien ein Ausstellungskatalog. Stein auf Stein. 23. Mai – 18. August 2012 LEGO Bausteinwelten aus der Sammlung Lange. (Bomann-Museum) Seit über 50 Jahren inspirieren die bunten Kunststoffsteine mit den charakteristischen Noppen Kinder und Erwachsene zum Bau von allem, was die Fantasie möglich macht. Die Ausstellung im Bomann-

Museum zeigt noch bis zum August 2013, was den Kinderalltag und die Spielzeuggeschichte von den 1950er Jahren bis heute mitgeprägt hat. Familie Lange stellte hierfür ihre reichhaltige Sammlung zur Verfügung. 1.111 Modelle des dänischen Spielzeugherstellers sind nach verschiedenen Themenschwerpunkten zusammengestellt worden und Seite 79

Celler Museen sorgen dafür, dass der Besucherstrom nicht abreißt. Vielleicht findet sich ein Weg, die Sammlung Lange auch über 2013 hinaus in Celle zeigen zu können. Altencelle archäologisch betrachtet. Mai–30. September 2012 (Bomann-Museum) In einer kleinen Ausstellung zu den vergangenen und gegenwärtigen Grabungen in Altencelle wurden fast ausschließlich Objekte aus den Sammlungen des Bomann-Museums gezeigt. Einige Exponate wurden sogar eigens für die Ausstellung restauriert. Diese Gegenstände stammen von den jüngsten Grabungen im Jahre 2008 und belegen, dass die Stadtwüstung Altencelle unzweifelhaft in die Zeit Heinrichs des Löwen gelegt werden kann. Kurator: Prof. Dr. Ralf Busch 100 Jahre Paul Baak 2012 (Bomann-Museum)

13. Juli-09. September

Anlässlich des hundertsten Geburtstages des Celler Malers Paul Baak wurde in Kooperation mit der Galerie von Dr. Jochim eine Jubiläumsausstellung gezeigt. Neben Gemälden aus den Beständen des BomannMuseums waren Bilder aus dem Nachlass des Künstlers zu sehen, den seine Schwiegertochter in Berlin verwahrt. Kuratorin: Dietrun Otten M.A. „Struensee. Der Fall - Diffamierung und Sturz eines Reformers 1772“. (Residenzmuseum) bis Ende März 2012 Dieses kleine, aber sehr erfolgreiche Ausstellungsprojekt zog im Kontext der beiden Verfilmungen der Struensee-Affäre viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Ausstellung wurde anschließend als Wanderausstellung ins Theatermuseum Kopenhagen im Schloss Christiansborg weitergegeben, wo sie noch bis Ende März 2013 zu sehen sein wird. Seite 80

Celler Museen Phantastische Aquarelle und Gemälde bis 20. Mai 2013 (Eberhard-Schlotter-Stiftung) Die Ausstellung zeigte eine eindrucksvolle Serie phantastischer Aquarelle, die ergänzt und kontrastiert wird durch eine Auswahl themenverwandter Ölgemälde. Das Traumhafte und Verborgene inspiriert und fasziniert Eberhard Schlotter in jeder seiner Schaffensphasen. Visionäre Vorstellungen des Magischen und Unfassbaren fordern ihn immer wieder heraus zu neuen künstlerischen Bildschöpfungen. Die kleinformatigen Aquarelle aus den siebziger Jahren zeigen frei erfundene Szenerien, in denen sich stark verfremdete Gebirgszüge, Inselgruppen, Wasser- und Wolkenformationen zu irrealen Gebilden verbinden. Eberhard Schlotter setzt die Aquarelltechnik mit meisterhafter Präzision ein und verschafft mittels Farbe, Licht und Schatten seiner künstlerischen Vision Ausdruck. Über seinen Phantasielandschaften liegt ein flirrendes Lichtspiel, Farbflächen laufen weich ineinander und aus der Tiefe nebelhafter Horizontlinien scheinen Traumbilder hervorzuquellen. Dass die augenscheinliche Harmonie dieser Szenerien trügerisch ist, macht Eberhard Schlotter deutlich, indem er irritierende Versatzstücke wie Augen, Puppenköpfe, Körper und einzelne Gliedmaßen in seinen Bildern auftauchen lässt. PRACHTSTÜCKE! 24. Juni – 7. Oktober 2012 Malerei von Dieter Krieg (Kunstmuseum) Dieter Krieg (1937-2005) war eine der eigenwilligsten und stärksten Künstlerpersönlichkeiten der zeitgenössischen Malerei in Deutschland. 2012 wäre er 75 Jahre alt geworden. Als einziges Kunsthaus in Deutschland nahm das Kunstmuseum dies zum Anlass, eine exquisite Auswahl ausdrucksstarker Großformate zu .versammeln: Kriegs „Prachtstücke“ der letzten Jahrzehnte seines Schaffens aus Beständen der Sammlung Robert Simon und der Dieter-Krieg- Das Team des Kunstmuseums vor einem Werk von Dieter Krieg Stiftung in Stuttgart Seite 81

Celler Museen

TIMM ULRICHS 17. Juni – 23. September 2012 (Kunstmuseum) Timm Ulrichs (*1940) künstlerische Spezialität ist das Wörtlichnehmen von Begriffen, Handlungen und kulturellen Konventionen. Sprachliche Formulierungen, Sinnbilder und Metaphern verdreht er zurück zu ihrer buchstäblichen Bedeutung und – in bester Dadaistenmanier – meist noch eine Windung weiter ins Absurde. Immer wieder thematisiert er in seinen Arbeiten sich selbst und seine künstlerische Arbeit. Das Kunstmuseum Celle widmete nun dem ICH in Timm Ulrichs eine kleine Kabinettausstellung. Jugend gestaltet 29. April - 3. Juni 2012 (Kunstmuseum) Kunstmuseum Celle zeigt die Siegerarbeiten des 16. Landeswettbewerbs Jung-pfiffig-kreativ! Alle Aufmerksamkeit richtet sich auf die die kreativen Köpfe von Morgen: Das Kunstmuseum Celle mit Sammlung Robert Simon eröffnet am Samstag, dem 21. April 2012 um 12 Uhr die umfangreichste Jugendkunstausstellung des Landes. Eingeladen und herausgefordert vom 16. Landeswettbewerb JUGEND GESTALTET präsentietren über 200 Schülerinnen und Schüler Niedersachsens ihr gestalterisches Können. Als bundesweit einzigartiges Erfolgsmodell steht JUGEND GESTALTET unter der Schirmherrschaft des Kultusministers Dr. Bernd Althusmann, welcher die Ausstellung im Kunstmuseum Celle persönlich eröffnete. Mischa Kuball 29. Oktober 2011 bis 31. März 2012 mies-mies (Kunstmuseum) Der Werkkomplex „mies-mies“ entstand in Auseinandersetzung mit dem Pavillongebäude, das Mies van der Rohe 1929 anlässlich der Weltausstellung in Barcelona schuf. Mischa Kuball durchleuchtet und reflektiert diesen Meilenstein der modernen Architektur mit den Augen und Mitteln des zeitgenössischen Lichtkünstlers. Die Werkgruppe kreist, ebenso wie in den weiteren LichtInstallationen der Ausstellung, um die für Kuballs Schaffen entscheidende Frage nach dem Zusammenspiel von Raum und Licht und dessen Auswirkungen auf die Menschen als Nutzer der Räume.

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Stadtarchiv und Synagoge

Verantwortlich:

Sabine Maehnert

Archivbestand und Präsenzbibliothek 955 Akten sowie 488 Karten und Pläne gelangten zur dauernden Aufbewahrung in das Stadtarchiv. Erfreulicherweise übergaben auch nicht städtische Einrichtungen wie der Gewerbepark Spinnhütte und die Freimaurerloge „Zum hellleuchtenden Stern“ archivwürdiges Material zur Aufbewahrung. Das Allgemeine Krankenhaus übereignete ein Konvolut historischer Unterlagen zur Gründung des Celler Kinderhospitals. Darin befindet sich u.a. auch die Stiftungsurkunde. Eine besondere Neuerwerbung waren die Tagebücher und Fotos aus dem Nachlass des ehemaligen Celler Oberbürgermeisters Wilhelm Denicke, der darin sein Wirken für die Stadt Celle während des Ersten Weltkriegs in Celle beschreibt. In Regalmetern ausgedrückt bedeutet dies ein Zuwachs des Archivbestandes um 32,63 Metern. Der verfügbare Magazinraum wird zunehmend knapper: Es stehen zurzeit nur noch ca. 70 Regalmeter im Aktenmagazin zur Verfügung. Im Kartenmagazin hingegen ist der Lagerraum völlig ausgeschöpft. Der Ausbau des digitalen Archivs ist weiterhin ein wichtiges Thema: Die Archivmitarbeiter erfassten mit Hilfe der Archivsoftware 4.706 Verzeichnungseinheiten, sodass nun 174.329 Archivalien, Pläne, Fotos, Plakate und Zeitungsausschnitte digital und zum größten Teil auch online recherchierbar sind. In diesem Zusammenhang realisierte das Stadtarchiv sieben Digitalisierungsprojekte, die nun die digitale Benutzung von 5.446 Archivalien ermöglichen. Die Einbindung der Daten in die Archivsoftware wird eine zukünftige Aufgabe sein wird, denn von 955 GB sind erst 136 GB (ca. 14%) im Zusammenhang mit der Titelerfassung verfügbar. Eine effektive Neuerung war die Umstellung der Zeitungsausschnittsammlung auf digitale Archivierung. Die Bereitstellung der Celleschen

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Stadtarchiv und Synagoge Zeitung als PDF-Datei im Internet zum Download durch den Verlag Schweiger & Pick ermöglicht dem Stadtarchiv die digitale Archivierung der Zeitungsartikel. Durch das Dateiformat PDF kann eine Volltextrecherche in den bisher 6.333 erfassten Zeitungsartikeln gestartet werden. Die Bestände des Stadtarchivs sind online unter der Adresse www.stadtarchiv-celle.findbuch.de einzusehen. Ebenso ist eine Recherche im Bibliothekskatalog, der zurzeit 35.621 Einträge umfasst, über den Web-OPAC der Stadtbibliothek möglich. Seit August 2012 sind Teile der Präsenzbibliothek und der Bibliothek des Gymnasiums Ernestinum im GBV (Gemeinsamer Bibliotheksverbund von sieben Bundesländern und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz) eingestellt und stehen nun auch der überregionalen wissenschaftlichen Arbeit zur Verfügung. Die Beratung von Benutzern und das Beantworten von schriftlichen Anfragen ist ein wesentlicher Bestandteil der archivischen Arbeit. An 929 Benutzertagen benutzten 176 Besucher das Stadtarchiv, was einen minimalen Rückgang der Benutzertage um 1,7 % bedeutet. 51 % der Archivbenutzer widmeten sich heimatkundlichen Fragestellungen, gefolgt von der gebührenpflichtigen Familienforschung und Erbenermittlung (20,5 %) und der wissenschaftlichen Forschung (18,5 %). 10 % der Benutzer recherchierten in den Zeitungsbeständen des Stadtarchivs. Für die Recherche wurden 1.675 Archivalien sowie 742 Bücher, Zeitschriften und Mikrofilme von Zeitungen vorgelegt. 457 schriftliche Anfragen beantworteten die Archivmitarbeiter, wobei hier die gebührenpflichtige Familienforschung bzw. Erbenermittlung mit 224 Anfragen (49 %) den Schwerpunkt bildeten. Die Zahl der schriftlichen Anfragen erhöhte sich um 18 %. Die Präsenzbibliothek des Stadtarchivs vergrößerte sich um 310 Medien, die neu beschafft, im Schriftentausch, als Geschenke oder Belegexemplare das Archiv erreichten. Zurzeit sind 35.621 Einträge mit der Bibliothekssoftware Bibliotheca verzeichnet, dies macht ungefähr 40 % des gesamten Bibliotheksbestandes aus.

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Stadtarchiv und Synagoge Personelles Das Stadtarchiv bildet regelmäßig Fachangestellte für Medien und Informationsdienste – Fachrichtung Archiv aus. In 2012 haben der Umschüler Heiko Fischer und die Auszubildende Jana Otto die Prüfung zum Fachangestellten für Medien und Informationsdienste abgeschlossen. Jana Otto gehörte dabei mit ihrer Abschlussnote „sehr gut“ zu den acht Jahrgangsbesten der Stadtverwaltung. Oberbürgermeister Mende gratulierte persönlich zu diesem Erfolg. Am 1. August 2012 startete Julian Hartig als neuer Auszubildender im Stadtarchiv. Dipl.-Archivar (FH) Benjamin Geier konnte in das Beamtenverhältnis auf Probe berufen werden. Arbeitsgruppen Das Stadtarchiv war an den Planungen zur Einrichtung eines Dokumentationszentrums Torhaus zum Nationalsozialismus sowie an den Sitzungen der Arbeitsgruppe zur Einführung eines Dokumentenmanagements-Systems (DMS) beteiligt. Veröffentlichungen 2012 erschienen in der Reihe „Kleine Schriften zur Celler Stadtgeschichte“:„Celle im Nationalsozialismus – Ein zeitgeschichtlicher Stadtführer“ als Band 13, der inzwischen in der 2. Auflage verkauft wird. Die beiden Autoren Reinhard Rohde und Tim Wegener M.A. stellten die Veröffentlichung am 16. Februar 2012 in der Synagoge der Öffentlichkeit vor. „Die Spinnhütte Celle im Nationalsozialismus – Arbeit und Rüstungswirtschaft in einem Musterbetrieb von 1934 bis 1945“ erschien als Band 14 dieser Reihe. Der Historiker Christopher Manuel Galler M.A. führte am 7. November 2012 im Museums-Café in das Thema der Arbeit ein. Fachdienstleiterin Sabine Maehnert verfasste Beiträge zu den Celler Franziskanern, Franziskanessen und Beginen für das im Juli vom Institut für Historische Landesforschung der Universität Göttingen herausgegebene Niedersächsische Klosterbuch. Seite 85

Stadtarchiv und Synagoge

Das Stadtarchiv unterstützte die Krimiautorin Cornelia Kuhnert bei den Recherchen zu ihrem Buch „Tödliche Offenbarung“, der die letzten Kriegstage in Celle und den Bombenangriff auf den Celler Güterbahnhof als Hintergrund hat. Am 29. Februar 2012 stellte die Autorin ihr Buch im Museums-Café vor. Durch das Engagement des Museumsvereins und die fachliche Beratung durch das Stadtarchiv und das Kreisarchiv erschien das Buch der beiden Autoren Florian Friedrich und Peter Fischer (Illustrator) „Celle entdecken und erleben – Das Lese-Erlebnis-Mitmachbuch für Kinder und Erwachsene“ im Verlag Edition Temmen.

Seminare und Veranstaltungen Am 3. März öffnete das Stadtarchiv seine Türen zum „Tag der Archive“ unter dem Motto „Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“. 142 interessierte Bürger und Bürgerinnen informierten sich über die Aufgaben und die Möglichkeit zur Benutzung des Stadtarchivs. Während der Führungen durch das Haus erhielten sie Einblicke hinter die Kulissen. Eine Ausstellung verdeutlichte das Verpacken von Archivalien nach archivwissenschaftlichen Gesichtspunkten und zeigte Beispiele für restaurierungsbedürftige und restaurierte historische Bücher und Plakate. Schüler des KAVGymnasiums und der Oberschule III bearbeiteten Themen zum Nationalsozialismus in Celle und lernten während einer Führung durch das Archiv die Aufgaben, die Funktion und Bedeutung des Stadtarchivs kennen. Für die Heimatforscher der Region Celle wurden Seminare zu verschiedenen Themen angeboten: am 15. Februar und am 29. Februar eine „Einführung in die Schrift-, Quellen- und Archivkunde“ (18 bzw. 19 Teilnehmer) und am 21. November „Adel, Gutswirtschaft und Politik - Die niedersächsischen Rittergüter“ (22 Teilnehmer). Die Historikerin Dr. Angelika Kroker leitete die Seminare. 15 Teilnehmer nahmen am 24. Oktober 2012

Foto: Christoph Bornmann

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Stadtarchiv und Synagoge

am Seminar des Historikers Dr. Peter Schyga „Um Blut und Boden und Ernährungssicherheit - Zu Politik und Ideologie des NSReichsnährstands 1933 bis 1945“ teil.

Partnerschaft Mazkeret Batya (Israel ) Im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Mazkeret Batya und der Stadt Celle unterstützt Fachdienstleiterin Sabine Maehnert als Partnerschaftsbetreuerin z.B. den Schüleraustausch zwischen dem KAVGymnasium und der Rabin High School. Im September erwiderte eine Schülergruppe der Rabin High School aus Mazkeret Batya den Besuch der Celler Freunde. Oberbürgermeister Mende begrüßte die israelischen und Celler Schüler im Neuen Rathaus Im November 2012 nahmen Oberbürgermeister Mende und Frau Maehnert an der ersten israelisch-deutschen Konferenz der Partnerstädte in Jerusalem teil. Es trafen sich über 300 israelische und deutsche Teilnehmerinnen und Teilnehmer, um über ausgewählte Themen zu diskutieren und damit neue Impulse für die Zusammenarbeit zu erarbeiten.

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Stadtarchiv und Synagoge

Synagoge Im Juni 2014 jährt sich die Wiederweihung der Celler Synagoge zum 40. Mal. Eine neue Ausstellung soll dann in die Geschichte der Celler jüdischen Gemeinde von der Gründung bis zur Gegenwart einführen. Die Historikerin Dr. Sibylle Obenaus und der Historiker Tim Wegener arbeiten gemeinsam mit dem Stadtarchiv an den Inhalten. 6.746 Menschen besichtigten die Ausstellungen der Synagoge, besuchten die Veranstaltungen und nahmen an einer der 39 Führungen in der Celler Synagoge teil. Ein bewegendes Erlebnis war die gemeinsame Veranstaltung von Jüdischer Gemeinde, Gesellschaft für ChristlichJüdische Zusammenarbeit, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Stadt Celle: Schülerinnen und Schüler des KAV-Gymnasiums gestalteten am 22. Januar 2012 zum 25-jährigen Bestehen von AMCHA Deutschland e.V. ein Zeitzeugengespräch mit dem Schriftsteller Yaakov Barzilai, einem Überlebenden des KZ Bergen-Belsen. Die Celler Schüler hatten Yaakov Barzilai während ihres Besuches in Mazkeret Batya (Israel) getroffen.

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Stadtarchiv und Synagoge Wieder einmal besuchte Arie Olewski aus Herzliya, Sohn von Rafael Olewski, der Vorsteher der DP-Gemeinde in Celle von 1945 bis 1950, Celle. Er sprach über die Bedeutung, die es für ihn als Sohn eines HolocaustÜberlebenden hat, nach Celle und die Celler Synagoge, in der seine Eltern geheiratet haben, zurückzukehren. Anlässlich des Internationalen Museumstages (20.Mai.2012) „Welt im Wandel - Museen im Wandel" sprach Dietrich Klatt zur in den Ausstellungsräumen gezeigten laufenden Ausstellung „Architektur in Palästina 1918 bis 1948“ und stellte Beziehungen zum „Neuen Bauen“ von Otto Haesler her. Musikalische Veranstaltungen in der Synagoge sind inzwischen ein fester Bestandteil des Celler Kulturlebens. Wieder war die „Kleine Hofmusik“ mit der „Hamburg Klezmer Band“ im Synagogengarten zu Gast und das Duo „Khupe“ trat mit ihren „Klezmer Dialogues“ auf.

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