Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus - Deutscher

Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus - Deutscher

Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus - eine Reaktion auf den radikalen Salafismus von Christamaria Weber Dokument aus der Internetdokumentati...

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Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus - eine Reaktion auf den radikalen Salafismus von

Christamaria Weber

Dokument aus der Internetdokumentation des Deutschen Präventionstages www.praeventionstag.de Herausgegeben von Hans-Jürgen Kerner und Erich Marks im Auftrag der Deutschen Stiftung für Verbrechensverhütung und Straffälligenhilfe (DVS)

Zur Zitation: Christamaria Weber: Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus - eine Reaktion auf den radikalen Salafismus, in: Kerner, Hans-Jürgen u. Marks, Erich (Hrsg.), Internetdokumentation des Deutschen Präventionstages. Hannover 2015, www.praeventionstag.de/dokumentation.cms/3149

Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus:

Jugendliche schützen – Eltern & Fachkräfte stärken & unterstützen

Christamaria Weber, Juni 2015

Religionszugehörigkeiten in Frankfurt 2013 Katholische Christ/innen 22,6%

ungebunden oder andere Religionsgemeinschaften * 39,6 %

Evangelische Christ/innen 19 % Juden/Jüdinnen 1%

Muslime 14,2 %

Orthodoxe Christ/innen 3,6 %

Einwohner/innen gesamt: 693.343 (inzwischen über 700.000) * (Buddhisten, Hindus, Sikhs, Baha‘í, Frei- u. Pfingskirchen sowie religiös ungebundene Menschen) Zahlen des Amtes für Statistik und Wahlen - Muslime lt. Schätzung von 2013, knapp 98.000 Personen. Schätzung des LfV: 1.200 Salafisten in Hessen, d.h. für Frankfurt unter 1% aller Muslime

Was suchen Jugendliche? • • • • • •

Antworten auf existentielle Fragen Religiosität Gemeinschaftsgefühl Anerkennung Eindeutigkeit / auch Rollenklarheit Gerechtigkeit - Möglichkeit, sich gegen Ungerechtigkeit und Krieg zu engagieren • Möglichkeiten der Abgrenzung von Eltern / Autoritäten (auch: wir machen es anders als unsere duckmäuserischen Eltern der 1. Generation) • Provokation

Salafisten – was macht ihn für Jugendliche attraktiv? • Wahrheit: Klare Ansagen, einfache Antworten  Gehorsam gegenüber Allah (nicht den Menschen) • Zugehörigkeitsgefühl  „wir“ • Überlegenheitsgefühl  „die“ (Ungläubige) • Perspektive  Kalifat („Reich Gottes“) und Paradies • eine hochmoderne internationalistische Perspektive, die von Herkunft und Zuschreibungen befreit • Rollenklarheit Auch: Angebot für die 9/11-Generation!

Salafismus in Frankfurt konkret Lies!

Anstoß zur Gründung des Ämternetzwerks • Relativ große salafistische Szene in Ffm (rund 300 Personen) • Ausreise von rund 30 Frankfurter Minderjährigen und jungen Erwachsenen nach Syrien im Sommer 2013 • Verunsicherung an Schulen und in Ämtern, Lücken in der Prävention und im Umgang mit radikalisierten Jugendlichen  11/2013: Einrichtung eines Ämternetzwerks gegen Extremismus – aktuell mit Fokus Salafismus Sinnvoll wäre eine Beratungsstelle in Frankfurt als Anlaufstelle - evt. vpn Ffm

„Frankfurter Ämternetzwerk gegen Extremismus“ Ggf. punktuell dabei:

AmkA Staatliches Schulamt

Jugend-u. Sozialamt Stadtschulamt

HKE

Präventionsrat

LfV

Polizei

Jugendjobcenter

Beratungsstelle Hessen

Grundlage und Ziele für die Zusammenarbeit

• Positive Grundhaltung zu religiöser Vielfalt, klare Position gegen Islam- u. Muslimfeindlichkeit

• Prävention durch abgesprochene Information & Fortbildung von Fachkräften & Angebote für Jugendliche

• Optimale Reaktion im Einzelfall durch Vernetzung der Ämter & Absprachen bzgl. Zuständigkeit

Bisherige Umsetzung Ziel Information & Prävention • 10 Fortbildungstage mit ufuq.de à durchschnittlich 22 TN, insgesamt 225 Fachkräfte aus der Jugendarbeit und Lehrkräfte mit (Juli 2014 – Januar 2015) • Information an alle Unter-AKs des Jugendhilfeausschusses • Workshop-Angebot für Schulklassen und Jugendgruppen (seit April 2015) in Kooperation mit ufuq.de • Viele Einzelveranstaltungen mit Lehrerkollegien, Stadtteiloder Fach-Arbeitskreisen mit AmkA oder vpn (laufend) • Vernetzung mit anderen Fortbildungs-Anbietern: Bildungsstätte Anne Frank, Pädagogisches Zentrum Frankfurt

Faltblatt mit Infos & Kontakten

Auflage bisher 7.000 Ex. / Text übernommen vom Präventionsrat MTK & Stadt Lübeck

Information & Fortbildung von Fachkräften Schule & Jugendhilfe Wichtig: Eigene Haltung reflektieren & differenzieren! Themen: * Reflexion der eigene Sicht auf religiöse Vielfalt & Islam (auch: Vorurteile) * Abgrenzung Religiosität – Extremismus * Grundlagen Islam– Islamismus/Salafismus * Pädagogischer Umgang mit extremistischen Äußerungen (akzeptables – nicht akzeptables Verhalten) – v.a. in der Schule * Hilfestellungen, Netzwerk (Beratungsstelle Hessen, Erziehungsberatung, Jugendamt, ggf. Jugendgerichtshilfe oder Jugendjobcenter, Staatliches Schulamt) Fortbildungen durch Staatl. Schulamt bzw. durch Stadtschulamt (Jugendhilfe in der Schule) & AmkA, u – z.T. in der Schule, z.T. extern – auch vpn

Präventive Arbeit mit Kindern & Jugendlichen Schule (ggf. Jugendeinrichtung)

Anbieter / Akteure

Anregen: dauerhafte Schulprojekte, regelhafte Projektwochen Thematisieren von Religionen & Demokratie

* Begegnungsstätte Anne Frank („kaum zu glauben“)

Jugendliche dialogfähig machen zu (eigener )Religion

* Pädagogisches Zentrum Ffm

Ausstellungen, z.B. „was glaubst du denn“

* Teamer/innen (AmkA / ufuq.de)

(Nov/Dez. 2014 in der Franz-Böhm-Schule)

z.T.: „maßgeschneiderte“ Angebote für Klassen mit radikalisierten Schülern

(auch: Islamfeindlichkeit)

Teamer/innen und Beratungsstelle Hessen

Angebot des AmkA mit ufuq.de für Jugendliche

Umsetzung des Ziels optimale Reaktion im Einzelfall Kooperation bzgl. gefährdeter / bereits radikalisierter Jugendlicher durch bilaterale Kontakte oder runden Tischen zwischen • Schule (ggf. Staatl. Schulamt bei Suche nach Schule) • Jugend- u. Sozialamt (Ansatzpunkt Kinderschutz, Familienhilfe) • ggf. Polizei (Hintergrundinfos zur Szene, Passentzug) • Beratungsstelle Hessen (vpn) • Eltern (ggf. Einzelberatung durch vpn, Unterstützung durch Erziehungsberatung oder Familienhilfe) • ggf. Jugendjobcenter (bei Hartz IV-Bezug) um • Ausreise zu verhindern, Beschulung sicherzustellen, Jugendlichen Angebote zur Deradikalisierung zu machen, • das Umfeld zu schützen (Schulklasse, Freunde)

Umgang mit dem Einzelfall: radikalisiere Jugendliche Eltern Erziehungsberatungsstellen Jugend- u. Familienhilfe des Jugendamtes bei Minderjährigen Beratungsstelle Hessen (vpn) Im Aufbau

Begleitete Elterngruppe

Lehrpersonal

Sozialpädag. Personal

Staatl. Schulamt & Beratungsstelle Hessen (vpn)

Jugend- u. Sozialamt, Beratungsstelle Hessen (vpn)

Ggf. „runder Tisch“ aller Beteiligten incl. Polizei Verweis der Eltern an Erziehungsberatungsstellen bzw. Jugendamt

Bei akuter Gefährdung:

ggf. Kooperation mit Jugendjobcenter etc.

POLIZEI

Umgang mit radikalisierten Jugendlichen Knackpunkte Klären, unter welchen Voraussetzungen die Polizei eingeschaltet werden kann/ muss. (Stichworte: Selbstgefährdung & Fremdgefährdung, Straftaten). Einbeziehen der Eltern: Wann sinnvoll – wann kontraproduktiv? Oft gilt: Gegen die salafistische Radikalisierung sind die Eltern die besten Verbündeten – evtl. fehlen ihnen aber erzieherische Kompetenz oder Autorität. Bei stark radikalisierten Jugendlichen: Umfeld schützen und stärken! Diskussionen möglich machen, Projekttage organisieren…

Fazit: hohe Mauern gegen menschenverachtende Ideologie –

viele Tore für die Rückkehr von Jugendlichen in die Gesellschaft