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ZAA 55.3 (2007): 217-234 © FRANZ JOSEF HAUSMANN DIE KOLLOKATIONEN IM RAHMEN DER PHRASEOLOGIE – SYSTEMATISCHE UND HISTORISCHE DARSTELLUNG Abstract: ...

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FRANZ JOSEF HAUSMANN

DIE KOLLOKATIONEN IM RAHMEN DER PHRASEOLOGIE – SYSTEMATISCHE UND HISTORISCHE DARSTELLUNG

Abstract: This paper gives an overview over the development of the concept and the term collocation, focussing on French lexicography. The first section examines the place of collocations within phraseology, introducing the two constituents of collocations, base and collocator. The article then goes on to present a history of the treatment of collocations in dictionaries; furthermore, the author reflects on the role collocations have had in linguistic theory, pointing out that collocations have only been treated systematically in the second half of the 20th century. Vorbemerkung: Die folgende Darstellung bezieht sich vorrangig auf das Französische und Deutsche. Aus anglistischer Sicht ist sie zu lesen als Plädoyer für die Erforschung der englischen Kollokationslexikographie vor Aufkommen des Kollokationsbegriffs.

1.

Systematische Darstellung

Phraseologie ist Phrasemlexikologie. Das Phrasem ist eine kodierte mehrmonematische Einheit, wobei das Monem im Sinne von A. Martinet als Oberbegriff zu Lexem und Morphem zu verstehen ist. Statt Phrasemlexikologie kann auch der Terminus Mehrwortlexikologie benutzt werden. Wichtig ist: Phraseme bestehen nicht nur und nicht notwendig aus Lexemen, sondern auch aus freien Morphemen. Phraseologie geht also über die Polylexematik hinaus. Sie umgreift auch Polymorphematik und Morpholexematik. Sie ist Polymonematik. Im Zentrum der Phraseologie stehen Idiome (idiomatische Redewendungen, z.B. englisch to kick the bucket), Kollokationen (typische Wortkombinationen, z.B. englisch to meet a deadline) und Phraseoterme (terminologische Mehrwortbildungen, z.B. englisch cardiac arrest). Im 20. Jahrhundert wurde die Phraseologie meist unter Ausschluss der Kollokationen und Phraseoterme verstanden als Wissenschaft der Idiome. Diese enge Sehweise, in der vor allem die Kollokationen außerhalb jeglicher linguistischer Betrachtung blieben, entsprach nicht der lexikographischen Praxis seit der Renaissance (siehe unten) und wird derzeit zunehmend überwunden.

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Kollokationen (Beispiele: confirmed bachelor, to lay the table / célibataire endurci, mettre la table / eingefleischter Junggeselle, Tisch decken) sind normtypische phraseologische Wortverbindungen, die aus einer Basis und einem Kollokator bestehen. Die Basis ist ein Wort, das ohne Kotext definiert, gelernt und übersetzt werden kann (bachelor, table). Der Kollokator ist ein Wort, das beim Formulieren in Abhängigkeit von der Basis gewählt wird und das folglich nicht ohne die Basis definiert, gelernt und übersetzt werden kann (confirmed, to lay, vgl. Hausmann 2004 und die dort verzeichnete Literatur). Die natürliche Formulierungsabfolge geht progressiv von der Basis zum Kollokator und nicht umgekehrt: Wer von Verbrechen/Dummheit/Meineid redet, braucht ein Verb, das die Realisierung ausdrückt: begehen. Kollokationen sind vor allem produktionsidiomatisch (Götz 1976). Unkenntnis des passenden Kollokators führt zur für den Fremdsprachler typischen Formulierungsnot. Das Sammeln von Kollokatoren zu einer Basis ist lebensnah: Tisch decken, abräumen / to lay, clear the table / mettre, débarrasser la table. Es rekonstruiert Szenarien, Frames, Skripts oder Rollenspiele. In der Kollokation wird das Basiswort banal gebraucht (Aufzug, Passagier, Hund, Streit, Eid, dumm). Die Spanne des Kollokatorgebrauchs geht von wenig idiomatisch (holen in Aufzug holen, aber nicht rufen) bis zu stark idiomatisch (blind in blinder Passagier). Der Kollokator kann Redewendung sein: vom Zaun brechen in Streit vom Zaun brechen. Funktionsverbgefüge (Eid leisten) und Vergleichsformeln (dumm wie Bohnenstroh) haben Kollokationsstruktur (Basis: Eid und dumm). Lexikalische Solidaritäten des Typs der Hund bellt sind ein Sonderfall, insofern der Kollokator bellen ohne Kotext definiert werden kann, aber nicht ohne Nennung des Basiswortes in der Definition („die für einen Hund typischen Laute von sich geben“). Eine Basis kann gleichzeitig mehrere Kollokatoren haben: harsche Kritik üben (komplexe Kollokation). Manche Linguisten beschreiben die Kollokation vom Kollokator zur Basis. Sie sammeln zu Kollokatoren Basisklassen (Subjektklassen, Objektklassen, usw.). Das ist z.B. in der distinktiven Synonymik sinnvoll. Unterschiede wie zwischen broad vs wide, tun vs machen, lächerlich vs lachhaft, zieht nicht vs verfängt nicht, rufen vs holen (Taxi rufen / Aufzug holen, aber: appeler un taxi/un ascenseur), mince vs étroit (lèvres minces / hanches étroites, aber: schmale Lippen/Hüften) können nur über das Aufzeigen verschiedener Basisklassen erläutert werden. Lebensnah ist diese Fragestellung allerdings nicht. Es handelt sich nicht um eine natürliche Formulierungsabfolge, sondern um eine Metasicht. Es ist linguistisch, zu fragen: Was kann ich alles begehen? Was ist alles schmal? Natürlich ist dagegen die Frage des Fremdsprachlers: Was sagt man mit Lüge? Kann ich eine Lüge begehen? Die Antwort sollte er im Wörterbuch unter Lüge finden. Kollokationswörterbücher existieren in zwei Typen: Typ 1 ist formulierungsorientiert und liefert zu Basiseinträgen Kollokatoreninformation. Leuch-

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tendes Beispiel ist das Oxford Collocations Dictionary 2002 (OCD)1, das allerdings der Vervollständigung bedarf. Typ 2 ist kognitionsorientiert und liefert zu Kollokatoreneinträgen Information über mögliche Basen und Basisklassen. Eindrucksvollstes Beispiel ist hier Bosque 2004 für das Spanische (siehe aber auch schon Brueckner 1975 für das Französische). Idiome haben keine Basis, weil sie durch Block-Verfügbarkeit und BlockBedeutung gekennzeichnet sind (als Redewendung: den Löffel abgeben, als Sprichwort: Wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen oder als exozentrische Wortbildung: französisch cordon bleu = Mann/Frau mit Kochkünsten). Blockverfügbar sind auch Pragmateme (Du kannst mich mal!), Probabeme (deutsch Bleib stehn! französisch Bouge pas!; Herbst/Klotz 2003) und berühmte Zitate, Titel u.ä. (Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben). Auch sie gehören zu den Phrasemen. In den Terminologien sind polylexematische Einheiten häufig, die keine Basis-Kollokator-Struktur haben (Herzstillstand / Hafenanlage; arrêt cardiaque / équipement portuaire). Sie können mit G. Gréciano (1997) Phraseoterme genannt werden. Die morpholexematische Phraseologie bildet komplexe Verben (avoir pour but de), Adjektive (de nature à / à cran), Adverbien (en vain), Präpositionen (à côté de), Determinanten (un nuage de qc), Konjunktionen (au fur et à mesure que) und Pronomina (le tien / n’importe qui), die aus der Kombination von Lexem und Morphem hervorgehen. Unter den komplexen Präpositionen und Konjunktionen kommen auch polymorphematische vor: au-dessus de, en deçà de, parce que, sans que, afin de. Die komplexen Präpositionen und Konjunktionen (polymorphematisch wie morpholexematisch) werden gelegentlich als grammatische Phraseologie zusammengefasst. Wie verhält sich die Valenz zur Phraseologie? Haben wir es bei der Valenz mit einer kodierten mehrmonematischen Einheit zu tun? Stehen die Leerstellenfüller (Aktanten) zum regierenden Wort in einem phraseologischen Zusammenhang? Nicht qua re. Qua re steht nur die Leerstelle in diesem phraseologischen Zusammenhang. Das Verhältnis von regierendem Element und Leerstellenfüller kann sein: eine freie Kombination, eine Kollokation, Teil eines Idioms. Valenz ist Kollokation der Leere. Wo ist der systematische Ort der phrasal verbs (Thim 2006)? Sie entsprechen deutschen Einzelwörtern wie aufgeben (= to give up) vgl. gibst Du auf? = do you give up? Die unfesten Verben des Deutschen gehören teilweise in die Phraseologie, die phrasal verbs als morpholexematische kodierte Einheiten vollständig.2 1 2

Siehe aber auch schon Rodale (1947). Warum bemühe ich mich nicht um die semantische Beschreibung der Kollokationen, wie – wissenschaftlich verdienstlich – es etwa Peter Scherfer in mehreren Publikationen getan hat (1999, 2001, 2002)? Weil ich an den pädagogischen Nutzen, kurz die Lernbarkeit solcher Beschreibungen nicht glaube. Kollokationen sind als solche sinnvoll zusammenzu-

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Noch ein Wort zur Quantität: Die Zahl der Phraseme einer Sprache (also nicht nur der Idiome) geht laut G. Gross in die Hunderttausende (Gross 1994), laut I. Mel’čuk in die Zig-Millionen (mündlicher Diskussionsbeitrag von 1994)! 2.

Wissenschaftsgeschichtliche Darstellung (Schwerpunkt Französisch)

2.1 Der Beginn der Lexikographie ist Kollokationslexikographie Wir leben in einer Epochenwende, der Virtualisierungs- und Globalisierungswende. Gehen wir zwei Epochenwenden zurück: Die erste ist die Industrialisierungswende im 19. Jahrhundert, die zweite ist die Buchdruckwende im 16. Jahrhundert. Diese bescherte uns das Wörterbuch, und zwar in erster Linie das Wörterbuch des Lateinischen. Im 16. Jahrhundert wurde Latein zum aktiven Gebrauch erlernt. Montaigne musste als Kind zu Hause Lateinisch sprechen. Folgerichtig gibt es im 16. Jahrhundert eine ganze Reihe von Kollokationswörterbüchern des Lateinischen. Sie stehen heute noch in unseren Bibliotheken. Die meisten habe ich in der Staatsbibliothek Augsburg gefunden. Sie sind in Hausmann 1982 und 1989 dokumentiert. Aus den Wörterbüchern des Lateinischen schält sich im 16. Jahrhundert langsam auch eine Lexikographie der modernen Volkssprachen heraus, zuerst zweisprachig Latein–Volkssprache, dann Volkssprache–Latein, schließlich einsprachig in der Volkssprache. Die ersten einsprachigen Wörterbücher sind aber keine Definitionswörterbücher, denn für Definitionen besteht nicht der größte Handlungsbedarf. Sie sind von praktischerem Typus, kurioserweise in Deutschland und Frankreich verschieden. In Deutschland sind es Auflistungen von Synonymen zur richtigen Wortwahl. In Frankreich sind es, ebenfalls zur richtigen Wortwahl, Kollokationswörterbücher. Im ersten einsprachigen Wörterbuch des Französischen werden 1571 zu Substantiven passende Epitheta, also Adjektive, geliefert (La Porte, Les Epithetes, siehe Bierbach 1997). Solche EpithetaWörterbücher findet man dann durch die Jahrhunderte für alle Sprachen. Das

stellen und zu memorisieren; die komplizierten semantischen Verhältnisse stellen sich, wenn sie beschrieben sind, als so verwickelt und umständlich heraus, dass sie sich einem Lernvorgang verschließen. Gegen diese Überzeugung hat Peter Scherfer eingewandt: „Wie sollen denn die Sprecher einer Sprache ein Phänomen meistern, das zu kompliziert ist, um noch lernbar zu sein?“ (Scherfer 2001, 19). Scherfer verwechselt Lernen und Beschreibung, ferner L2-Lernen und Leben. Der Muttersprachler lernt die kompliziertesten Dinge durch Hineinwachsen, durch Leben. Mit Beschreibung hat das nichts zu tun. Vieles Sprachliche kann man nur leben, aber nicht beschreiben, denn es ist das Leben, und das Leben kann man auch nur vollständig leben und nicht vollständig beschreiben. Insofern lernt auch der Fremdsprachler zwar manches auf der Basis von Beschreibung, vieles aber nur durch das Leben – oder nie. Wenn die Lernbarkeit der Sprachen von ihrer Beschreibbarkeit abhinge, wären wir arm dran. Diese Aussage relativiert mit Absicht den Stellenwert der Linguistik für das Fremdsprachenlernen. Ganze Bereiche der Linguistik sind für das Fremdsprachenlernen wertlos.

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erste deutsche scheint Sattler 1607 (Teutsche Epitheta). Sehr früh kommt auch die Verbindung von Epitheta-Wörterbuch und Synonymwörterbuch vor, also die Kombination der beiden praktischsten Wörterbücher. Sie heißt später für das Lateinische Gradus ad Parnassum und hat großen Erfolg (Hausmann 1989, 1011). Kollokationswörterbücher (überwiegend vom lebensnahen Typ 1) gehören zu den ersten Wörterbüchern überhaupt, und es hat sie seither immer gegeben. 2.2 Die Kollokation im allgemeinen einsprachigen Wörterbuch Die nächste Frage wäre: Wie hat sich das auf die ersten allgemeinen einsprachigen Wörterbücher ausgewirkt, auf die Definitionswörterbücher? Dazu muss man zunächst verstehen, dass es für die Definitionswörterbücher zwei ganz verschiedene Modelle gab. Definitionen kommen als Mindestinformation in beiden Modellen vor. Was sie unterscheidet, steht hinter der Definition – und das war im ersten modellgebenden einsprachigen Wörterbuch, nämlich dem der italienischen Accademia della Crusca 1612 das Zitat (mithin parole). Die Crusca setzte zur Beglaubigung der Definition dahinter ein Zitat aus den großen sprachlichen Autoritäten, den Klassikern Dante, Petrarca und Boccaccio, obwohl diese schon 300 Jahre tot waren. An Kollokationen dachte die Crusca nicht. Sie kommen höchstens zufällig in den Zitaten vor. 1635 wurde die Académie française gegründet, um ein Wörterbuch zu machen, und sie dachte zuerst, sie könne vorgehen wie die Crusca und ein zitierendes Autoritätenwörterbuch erstellen. Aber die Situation war in Frankreich völlig anders. Man verachtete die frühere Literatur, und für klassisch hielt man nur sich selbst. Da man aber doch nicht sich selbst zitieren wollte, blieb nur übrig, gar keine Zitate aufzunehmen. Und nun trat an die Stelle der Zitate die Phraseologie (also das Nicht-Kreative, das Vorgefertigte) und damit statt des Großen, Schönen, Außergewöhnlichen, das Übliche, das Banale, das Normale, das Alltägliche, das man sich übrigens vor allem aus zweisprachigen Wörterbüchern holte. So wurde das Definitionswörterbuch der Akademie zu einem linguistischen und syntagmatischen Wörterbuch mit Schwerpunkt auf den Kollokationen. Man sehe sich nur den Artikel débat an, wie er 1694 erschien: DÉBAT. Différend, contestation. (1) Être en débat de quelque chose (2) mettre en débat (3) vider un débat (4) terminer un débat (5) avoir débat avec quelq’un (6) ouvrir un débat (7) apaiser un débat (8) débat d’un compte On dit prov. A eux le débat/entre eux le débat pour dire qu’ On ne se veut point mettre en peine de leur différend.

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Wie man sieht, ist der Artikel hochgradig kollokativ. Und diesem Verfahren ist die Akademie durch die Jahrhunderte treu geblieben. Hier der gleiche Artikel in der im Erscheinen befindlichen 9. Auflage (ich gebe nur das Kursivgedruckte wieder): (1) Vider un débat. (2) Arbitrer un débat (3) Apaiser un débat. (4) Soulever un débat. (5) Clore le débat. (6) Mettre une question en débat. (7) Verser des arguments au débat. (8) [Verser] des raisons [au débat]. (9) Un débat passionné. (10) Préparer un débat politique, (11) culturel (12) Un débat télévisé. (13) La projection du film sera suivie d’un débat. (14) Dîner débat, (15) conférence débat, (16) Débat de conscience, (17) Être en proie à un cruel débat. (18) Le Débat de Folie et d’Amour (19) Ouvrir les débats. (20) Mener les débats. (21) Les débats sur la loi de finances. (22) Des incidents ont eu lieu au cours des débats. (23) Clore les débats. (24) Le compte rendu analytique des débats, paraissant au „Journal officiel“. (25) Les secrétaires des débats, (26) Les débats d’une affaire criminelle. (27) La clôture des débats. (28) Les débats ont parfois lieu à huis clos.

Ich nenne dieses Modell das realistische Modell im Gegensatz zum autoritaristischen Crusca-Modell. Die Akademie ist dafür viel gescholten worden, denn immerhin saß und sitzt hier die illusterste Lexikographenrunde der Welt, und was produziert sie? Das banalste Französisch (so heißt es z.B. im Artikel emmerder: Messieurs, je vous emmerde [‚Meine Herren, Sie können mich mal kreuzweise!’]). Deshalb darf man sich nicht wundern, dass die Akademie mit ihrem Modell erst einmal allein blieb. Der größte französische Lexikograph des 19. Jahrhunderts (und man kann sagen aller Zeiten), Littré, geht auf das Crusca-Modell zurück. Bei ihm finden sich vergleichsweise wenig Kollokationen, ebensowenig wie etwa im Oxford English Dictionary. Die Verbindung von Zitatenreichtum und Kollokationsreichtum findet man in der französischen Lexikographie zum ersten Mal im Grand Robert (GR, 6 Bände, 1953-64), dann im Trésor de la Langue Française (TLF, 16 Bände, 19711994). Beide sind kollokativ gewaltig. Aber sie sind noch keine Kollokationswör-

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terbücher. Dazu müsste man den Kollokationsreichtum der Kollokatorenartikel umverteilen in die Basisartikel, was aber elektronisch schwieriger ist, als man sich vorstellt.3 Dass sich dergleichen lohnt, habe ich vor Jahren am Dictionnaire du Français Contemporain (DFC) vorgeführt, einem kollokationsreichen Lernerwörterbuch von 1000 Seiten. Im Artikel débat stehen nur zwei Kollokatoren: soulever und ranimer. Wenn man das ganze Wörterbuch durchsucht, kommen folgende 16 Kollokatoren hinzu: le débat s’engage mal/traîne/s’éternise instituer/diriger/prolonger/élargir/clore/clôturer le débat envenimer/passionner/dépassionner/politiser/dépolitiser le débat incident qui échauffe le débat porter le débat sur le plan politique

An einem Beispiel will ich zeigen, was in den großen kollokationsreichen Wörterbüchern des Französischen noch fehlt. Eine Debatte, in der es hoch hergeht (deutscher Kollokator), heißt auf Französisch typischerweise houleux, womit ursprünglich das stürmisch bewegte Meer qualifiziert wird (la houle = der Seegang). Im TLF fehlt die Kollokation sowohl unter houleux wie unter débat. Von einem Kompromiss muss man Negatives aussagen können. Im Deutschen tut man das etwa mit faul: ein fauler Kompromiss (Langenscheidts Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache). Im TLF findet man unter compromis keinen einzigen negativen Kollokator.4 Ich selbst habe aus einer CD-Rom Le Monde (2 Jahre) die ersten 200 Kotexte von compromis durchgesehen und dabei folgende Liste negativer Kollokatoren zusammenstellen können: alambiqué, bancal, boiteux, délicat, faux, honteux, laborieux, mal ficelé, mauvais, pâle, qui ne dit pas son nom. 2.3 Das historische Verschwinden des Kollokationsbegriffs Die nächste Frage, die wir uns stellen wollen, lautet: Wie sprechen eigentlich Lexikographen seit der Renaissance über die Kollokationen und über die Phraseologie überhaupt? Welche Termini benutzen sie? Lateinisch gibt es folgende:

3

4

Hätte ich vor 20 Jahren gewusst, dass dies heute elektronisch immer noch nicht geht, hätte ich es damals von Hand durchführen lassen, und wir hätten ein wunderbares französisches Kollokationswörterbuch. Jetzt ist es zu spät. Bei der Gelegenheit wird übrigens auch das Fehlen eines französischen Valenzwörterbuchs der Substantive deutlich, denn der TLF kennt zwar die Konstruktionen „un compromis avec qn, entre les parties“, vergisst aber „compromis sur qc“.

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N + A: Epitheta/Adiuncta Nominibus N + V: Phrases/Locutiones/Formulae V + Adv: Adiuncta (verbis) X et Y: Coniuncta Für das Französische kommen als Quellen in Frage: Wörterbuchvorworte und Meta-Literatur, Wörterbuchartikel und die Bearbeitungspraxis in den drei ersten Definitionswörterbüchern des Französischen von 1680, 1690 und 1694: Richelet 1680, Furetière 1690, Dictionnaire de l’Académie Française 1694. Am deutlichsten und einheitlichsten benannt ist das Sprichwort (proverbe). Was wir heute eine Redewendung oder Idiom nennen, heißt façons de parler proverbiales oder phrases proverbiales. „Sprichwörtlich“ (proverbial) bedeutet also nicht die Ableitung von Sprichwort, sondern „als langue-Einheit kodiert“. Den heutigen Terminus locution gibt es, aber er ist nicht geläufig. Im 19. Jahrhundert ist er dann verbreitet, hat aber noch häufig proverbial bei sich: locution proverbiale. Ein anderer wichtiger Indikator für Phraseologizität ist von Anfang an der Terminus „figürlich“ oder „figurativ“, nachgewiesenermaßen bis in den heutigen Petit Robert hinein. Die Kollokationen haben keinen einheitlichen Namen. Für die SubstantivAdjektiv-Verbindungen steht der Terminus épithète bereit, für die SubstantivVerb-Verbindungen der Terminus phrase. Auch wenn der Gebrauch durcheinander geht und phrase gelegentlich sowohl Kollokation als auch Idiom bezeichnet, kann man den Kollokationsgebrauch von phrase deutlich nachweisen, z.B. bei Furetière in den metalexikographischen Schriften. Er stellt dort mehrfach den Definitionen vier syntagmatische Bauteile gegenüber: die épithètes, die phrases oder phrases propres, die figures oder phrases figurées, die proverbes (Hausmann 1982). Die ersten beiden sind die zwei Kollokationstypen. Dann folgen Idiome und Sprichwörter. Nachteilig für die Kollokationen und ihre Verankerung im Sprachbewusstsein war die Bedeutungsveränderung, die das Wort phrase durchmachte, nämlich einmal zum syntaktischen Inhalt hin („Satz“), daneben zur rhetorischen Abwertung im Sinne von „Gemeinplatz“. Ab dem 19. Jahrhundert ist phrase in der Bedeutung „Kollokation“ auf dem Rückzug. Wodurch wurde es ersetzt? Durch einen sehr allgemeinen Begriff, nämlich „Beispiel“, exemple. Das war für den Kollokationsbegriff katastrophal. Er war damit verschwunden. Zwar waren die Wörterbücher voll von Kollokationen, die einsprachigen wie die zweisprachigen, aber benannt wurden sie nicht. In Deutschland übrigens nur wenig mehr. Im Stilduden las man von „einfachen Beispielen“ (vs Beispielsätze), „Fügungen“ oder „Verbindungen“ (Grebe 1966). Das war der historische Untergang des Kollokationsbegriffs!5

5

In diesem Zusammenhang wäre eine Geschichte des englischen Terminus phrase von großem Interesse.

Die Kollokationen im Rahmen der Phraseologie

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2.4 Linguistik und Kollokationsbegriff Soweit zu den Lexikographen. Was sagen nun die Linguisten? Was sagen die Lexikologen? Dazu muss man zunächst wissen, dass die Lexikologie die jüngste der linguistischen Teildisziplinen ist. Linguistik war Jahrhunderte lang Grammatik oder Etymologie. Die Wörter, so wie sie sind, überließ man den Lexikographen. Lexikologen gab es gar nicht. Was sagten nun die Linguisten? Die Linguistik des 19. Jahrhunderts weiß von den Kollokationen nichts. Hermann Paul (1880/1970, §73) spricht von Wortgruppen, Verbindungen und Wendungen. Seine Beispiele zeigen nur Redewendungen. Und Saussure? Saussure kennt unfreie Syntagmen. Er nennt sie expressions und locutions toutes faites und führt etliche Beispiele an (1965, 172): prendre la mouche forcer la main à qn rompre une lance avoir mal à à force de que vous en semble? pas n’est besoin de à quoi bon? allons donc! s’il vous plaît

Kollokationen sind nicht darunter. Ganz anders ist die Situation für einen Kollegen und Leser von Saussure, Charles Bally. Bally war im Moment des Cours de Linguistique Générale 45 Jahre alt und hatte Saussure gegenüber einen entscheidenden Vorteil. Er lehrte in Genf Französisch als Fremdsprache. Dadurch stößt er auf die Tatsache, dass die locutions phraséologiques (= phraseologische Einheiten oder Phraseme) aus zwei deutlich unterschiedenen Typen bestehen, einerseits den Idiomen (er nennt sie unités phraséologiques) und andererseits den Kollokationen (die nennt er séries phraséologiques oder groupements usuels; Bally 1909/1951 Bd. 1, 68-70, 1909/1951 Bd. 2, 43-53). Als Beispiele für letztere nennt er zuerst grièvement blessé, gravement malade, désirer ardemment, aimer éperdument, intimement lié, refuser catégoriquement, chaleur tropicale, chaleur torride, dann aber auch zahlreiche Substantiv-Verb-Kombinationen. Diese Analyse hat in der Linguistik seiner Zeit nicht die geringste Spur hinterlassen, außer in Russland. Man kann dafür drei Gründe verantwortlich machen. Zuerst das Buch, in dem sie stand: eine praktische Stilistik für Ausländer. So etwas wurde von den Theoretikern der Linguistik nicht wahrgenommen. Die Angewandte Sprachwissenschaft gab es noch nicht. Charles Bally selbst hat später als theoretischer Linguist in seinem berühmten Buch von 1932 Linguistique Générale et Linguistique Française kein Wort über die Kollokationsanalyse verloren. Er hat sie verraten.

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Zweiter Grund für die missratene Rezeption war wohl die benutzte Terminologie. Sie war einfach zu periphrastisch. Sie identifizierte und isolierte das neue Faktum nicht mit einem neuen Terminus. Der dritte Grund lag darin, dass die Linguistik mit ganz anderen Dingen beschäftigt war. Die Sache passte in keine aktuelle Diskussion. Sie kam 60 Jahre zu früh. Dabei hatte Bally im Vorwort dieses eigentlich für das Gymnasium bestimmten Buches geschrieben: „Peut-être les chercheurs y trouveront-ils aussi leur compte“ (‚Vielleicht kommen ja die Forscher darin auch auf ihre Kosten’; Bally 1909/1951, Bd. 1, VIIIf.). Aber die Forschung hat lange gebraucht, um im Traité von 1909 etwas Brauchbares zu entdecken. Stöbern wir bei großen Namen der französischen Nachkriegslinguistik: B. Pottier (1974, §290ff.) kennt komplexe Lexien (Phraseme), aber er differenziert sie nicht. E. Benveniste (1966) spricht von Synapsien, aber damit meint er nur die Substantiv+Präposition+Substantiv-Verbindungen. A. Martinet (1979, 253) kennt unter dem Terminus synthème nur die Idiome. J. Dubois macht ein Wörterbuch mit vielen Kollokationen (das DFC), aber theoretisch hat er nur Augen für die Wortbildung. Wer hat denn nun überhaupt die Stilistik von Bally gelesen? Nun, ein späterer Stilistiker namens Jules Marouzeau, der daraus schloss: „[...] on peut constater que la langue est faite de formules autant que de mots (‚Die Sprache besteht fast mehr aus Formulierungen als aus Wörtern’; Marouzeau 1941/1969, 145), englisch gesprochen: Language is formulaic (Wray 2002). Das nun wiederum las bei Marouzeau und auch bei Bally ein bedeutender Kopf, nämlich der Exilrumäne E. Coseriu. Und nun kommt ein Wunder, auch wenn es anfänglich wenig genützt hat. 1964 veranstalten die Franzosen in Nancy das Erste Internationale Kolloquium der Angewandten Sprachwissenschaft. An diesem Kolloquium nehmen viele Große der Linguistik teil: Baldinger, Culioli, Gougenheim, Isacenko, Larochette, Ullmann. Coseriu hält einen großen Vortrag (Coseriu 1966 und 1970), in dem (allerdings unter anderem Namen) die Kollokationen vorkommen. Seine Beispiele sind: un gros chagrin, une grande douleur, de graves soucis. Er nennt sie „lexikalische Clichés“ und „lexikalisierte Syntagmen“ und weist ihnen einen Platz in der Norm zu, d.h. in der Sprache, wenn auch nicht im System. Denn Sprache ist System und Norm. Dem System nach könnte es auch heißen ein verstockter Junggeselle. Es heißt aber ein eingefleischter. Aus den Möglichkeiten des Systems trifft die Norm eine arbiträre Auswahl. Das war nun großartig, hat aber nicht gewirkt, weil Coseriu an einer anderen Stelle seines Vortrags, wo er die Einheiten des discours répété aufzählt, die Kollokationen vergisst. Außerdem war das Publikum auf die Kollokationen nicht vorbereitet, und es wird immer nur verstanden, was man schon weiß. Aus den Diskussionen geht deutlich hervor, dass nur zwei seiner Zuhörer begriffen haben, wovon er redete, und das waren – drei mal darf man raten – Briten. Der in Australien wirkende Mediävist K. V. Sinclair (nicht zu verwechseln mit John Sinclair) spricht in der Diskussion von der fundamentalen Bedeutung der „high-frequency collocations“ und wird unterstützt von seinem britischen Romanistenkollegen P. J. Wexler.

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Collocation, das war der Terminus, den Harold Palmer 1933 in seinem Interim Report on Collocations gebrauchte (und der von da auf Hornby, Mackin, Cowie und vermutlich das Oxford Collocations Dictionary for Students of English überging; Cowie 2000), und es war der Terminus von Firth (Geiger 1979, Steiner 1983), den Halliday 1962 in der Revue de Linguistique Appliquée gebrauchte (TLF s.v. collocation) und 1964 in einem weit verbreiteten und viel übersetzten Buch (Halliday et al. 1964), und dieser Terminus taucht ab 1965 als collocation auch bei französischen Autoren auf, nämlich bei Mitterand (1965, 79), Wagner (1967, 140), Quemada (1967, 508ff.) und Imbs (1971, xxxii). Aber nur so am Rande. Er setzt sich nicht durch. Der TLF wird von syntagmes types sprechen. Der Petit Robert definiert erst ab 1993 die Phraseologie als das Gesamt der „expressions, locutions, collocations et phrases codées dans la langue générale“. Und die Definition der collocation im Petit Robert ist bis auf den heutigen Tag (Nouveau Petit Robert 2007) unbrauchbar. Josette Rey-Debove, die kürzlich verstorbene Theoretikerin der Robertschen Wörterbücher, hatte sich schon 1971 gegen den Terminus collocations caractéristiques ausgesprochen zugunsten von syntagme oder syntagme lexicalisé, womit aber wegen der syntaktischen Bedeutung von Syntagma kein Staat zu machen war (Rey-Debove 1971). Außerdem fehlte es jetzt immer noch an einer Beschreibung der inneren Struktur der Kollokationen, die auch Bally nicht geleistet hatte. Das tat aber nun ein Wortschatzdidaktiker, nämlich Robert Galisson. In einem verbreiteten Büchelchen von 1971, das seit 1965 als graue Literatur zirkulierte, unterschied er in der Kollokation einen terme-noyau (Kernwort = la base) und einen termesatellite (Satellitenwort), den er selbst collocatif nannte.6 Ich selbst habe das Wort collocation zum ersten Mal 1967 aus dem Mund meines als Lexikograph bedeutenden Saarbrücker Französischlektors Pierre Gilbert gehört, der zu Mitterand in Beziehung stand und aus dessen bekannten Que sais-je? Les mots français (1963) zitierte. Aber richtig fruchtbar ist der Begriff für mich erst geworden, als ich bei dem Anglisten Broder Carstensen (1969 und 1970) las, wie er sich mit broad und wide herumschlug und damals noch ohne Computer an den Kollokationen verzweifelte. Ich hielt diesen Ansatz vom Kollokator zur Basis für unfruchtbar. Einzig brauchbar schien mir die uralte Richtung von der Basis zum Kollokator – und die war auch ohne zu verzweifeln machbar. In der britischen Kollokationsforschung wurde diese Auffassung von Kollokation vor allem von Tony Cowie in seiner Theorie der restricted collocations vertreten (Cowie 1978-2004). Es ist indes noch ein anderer Traditionsstrang zu nennen, der von Bally völlig unabhängig ist, aber für die Kollokationsbeschreibung des Französischen wie vieler anderer Sprachen von größter Bedeutung wurde. Diese Tradition geht von 6

Damit hatten wir den Kollokator schon, und es reichte, nun auch noch für das Kernwort einen griffigen Terminus zu finden. Das habe ich dann getan, das Kernwort Basis genannt − und darin besteht so ziemlich meine einzige originäre Leistung in der Kollokationsforschung.

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dem Russen Igor Mel’čuk aus. Geboren 1932, arbeitet Mel’čuk nach dem Studium des Spanischen und Französischen seit 1956 an der automatischen Übersetzung und stößt auf das Phänomen der Kollokationen anläßlich der Äquivalenzfindung von heavy rain und to launch an attack und durch die Stil-Wörterbücher von Reum. 1962 schleppt er einem Geologen das Gepäck durch die steinigen Hügel von Kasachstan und denkt dabei über die Kollokationsproblematik nach. Und dabei hat er einen genialen Gedanken, der den Fillmoreschen Rollen nicht unähnlich ist. Er möchte die Kollokationskombinatorik systematisieren und geht aus von einem Grundinventar von Ausdrucksabsichten um die Basen herum. Das nennt er lexikalische Funktion. Eine solche Funktion ist z.B. der Ausdruck des hohen Grades („Magn“). Wenn ich diese Funktion auf Regen anwende, kommt stark heraus. Wenn ich sie auf rain anwende, kommt heavy heraus. Die Grundannahme ist, dass es ein begrenztes Inventar solcher Funktionen gibt und dass man auf diese Weise die Kollokationsbildung formalisieren kann. Mel’čuk geht also konsequent von einer Sprachproduktionsperspektive aus. Deshalb hat er inzwischen auch den Terminus Basis übernommen. Seine Kollokationstheorie ist basisbezogen. Allerdings bleibt er bei den Kollokationen nicht stehen. Die Kollokation ist bei der Anwendung der lexikalischen Funktion nur ein mögliches Ergebnis, das syntagmatische. Es kann auch paradigmatische Ergebnisse geben, z.B. Regen + Magn = Wolkenbruch. Auf der Basis dieser Theorie werden inzwischen in der ganzen Welt Wörterbücher erstellt. Mel’čuk hat die Sowjetunion schon bald verlassen und im frankophonen Kanada eine neue wissenschaftliche Heimat gefunden. 1984 erschien der erste Band seines Dictionnaire Explicatif et Combinatoire, inzwischen sind 4 Bände erschienen. Aber in jedem Band sind nur wenige Artikel, denn das Verfahren ist aufwendig und umständlich. Die Formalisierung bremst die Kollokatorensammlung enorm. Mel’čuk hat inzwischen einen jüngeren und ebenso dynamischen Mitstreiter gefunden namens Alain Polguère, der soeben eine ausgezeichnete Einführung in die Lexikologie vorgelegt hat, in der auch das Kollokationsphänomen adäquat beschrieben wird (Polguère 2003).7 Das von Peter Blumenthal und dem Schreiber dieser Zeilen herausgegebene Themenheft über die Kollokationen in der bekanntesten französistischen Zeitschrift, Langue Française (Blumenthal/Hausmann 2006), verhilft hoffentlich der innerfranzösischen Kollokationsforschung zum Durchbruch.8 7

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Bislang gab es in Frankreich keine Einführung in die Lexikologie, welche die Kollokationen berücksichtigte, und auch die zahlreichen Wörterbücher linguistischer Terminologie ignorierten das Phänomen bis 2002. Namentlich das bekannteste Werk dieser Art von Jean Dubois bei Larousse (Dubois 1994) ist, was die gesamte Phraseologie betrifft, völlig unzureichend. Es gibt zwar auf dem französischen Markt eine schöne Einführung in die Phraseologie unter adäquater Berücksichtigung der Kollokationen (González Rey 2002), aber das Buch ist wenig bekannt, an keine der herrschenden linguistischen Schulen gebunden und deshalb vorerst wirkungslos. Ein französisches Kollokationswörterbuch nach Art des OCD gibt es jetzt (Dictionnaire des Combinations des Mots 2007). An drei Stellen wird an Ähnlichem gearbeitet. Mel’čuk/Polguère habe ich schon genannt. Dann gibt es ein Team in Leuwen (Belgien)

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2.5 Ein Nachwort zur Terminologie Vor allem unter dem Druck der elektronischen Corpora begreift die Linguistik in den letzten 50 Jahren zunehmend, in welchem Ausmaß der Wortschatz phraseologisch geprägt ist und dass neben das Monem (Martinet 1979, 6) das Binem (Schneider 1998; 2003), das Tripel (Zinsmeister/Heid 2003) und weitere Polyneme zu setzen sind. Damit kommt sie der Erfahrung des Fremdsprachlers entgegen, der immer schon merkte, dass er viel mehr lernen muss als Wörter. Da nicht das Open-Choice-Prinzip gilt, sondern das Idiom-Prinzip (John Sinclair 1991), sind Phraseme aller Art zu memorieren: Sprichwörter, Redewendungen, Basis-Kollokator-Kollokationen, Phraseoterme (Gréciano 1997), Probabeme (Herbst/Klotz 2003), Kolligationen (Siepmann 2005; 2006), Valenzen und vieles mehr. In der Fremdsprache ist nahezu alles idiomatisch. Der Kampf um diese Einsicht ist beendet. Was jetzt beginnt, ist der Kampf um die terminologische Besetzung des Forschungsfeldes. Denn der Benennungsmöglichkeiten sind viele. Man kann von Fixierung (figement) sprechen, von Idiomatik, von Phraseologie, von lexical priming (Hoey 2005), von Prägung (Feilke 1996), von kombinatorischem Profil (Blumenthal 2006) usw. Besonders der Terminus Kollokation, der geradezu globale Potenz in sich trägt, weil er leicht in viele Sprachen adaptierbar ist und der wie kaum ein anderer Fanal-Charakter hat für die phraseologische Wende in der Lexikologie, ist starken Pressionen unterworfen. Viele möchten ihn statt des anderweitig bevorzugten Terminus Phrasem für die Besetzung des phraseologischen Oberbegriffs „polymonematische holistische Wortschatzeinheit“ verwenden. Dagegen ist letztlich nichts einzuwenden. Derlei begriffliche Ausweitungen sind der Preis des Erfolgs. Und sie waren immer schon angelegt, nicht nur bei Palmer und Firth, sondern auch in dem Aufsatztitel „Wortschatzlernen ist Kollokationslernen“ (Hausmann 1984), der durch die Ausweitung des Kollokationsbegriffs immer wahrer wird. Die Kollokationen im engeren Sinne, die Basis-Kollokator-Kollokationen, lassen sich allerdings besser verteidigen, wenn sie nicht missverstanden werden können als Begriff zur Abdeckung der gesamten Phraseologie. Das Besondere an ihnen ist, dass sie eben weniger holistisch sind als die Idiome und halb kompositionell, und dass sie deshalb eine Zwischenposition einnehmen zwischen Wort und Phrasem (Mel’čuk nennt sie HalbPhraseme). Sie sind analytisch und deshalb im Prinzip leicht lernbar. Das Lernhindernis ergibt sich aus der Quantität, nicht aus der Qualität (vgl. jetzt Reder 2006).

unter Leitung von Serge Verlinde mit didaktischem Ansatz (Dictionnaire d’Apprentissage du Français Langue Étrangère ou Seconde). Vor allem aber hat in Köln Peter Blumenthal unvergleichliche Materialien, auf deren Publikation alle hoffen, nicht nur die Wissenschaftler sondern auch die Didaktiker und Fremdsprachenlehrer an den Schulen wie an den Sprachenzentren der Universitäten.

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