Fundamentalismus - Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft

Fundamentalismus - Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft

1 Fassung: 04. 02. 2016 Keine Toleranz für Intoleranz? Fundamentalismus – regressive Prozesse in Religion und Politik Vortrag auf dem 5. Symposion »...

219KB Sizes 0 Downloads 0 Views

Recommend Documents

1 Stellungnahme der Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG
29.04.2016 - Stellungnahme der Deutsche Psychoanalytische Gesellschaft (DPG) zu ... internationalen konzeptionellen und

DEUTSCHE PSYCHOANALYTISCHE VEREINIGUNG
(Zweig der Internationalen Psychoanalytischen Vereinigung) e.V.. Ausbildungsrichtlinien. 0. Die Deutsche Psychoanalytisc

Deutsche Psychoanalytische Vereinigung - Psychologie aktuell
05.09.2008 - Anmeldung: Eingeladen sind an der Psychoanalyse interes- sierte Kolleginnen und Kollegen aus Ost und. West,

Programm der DPG-Jahrestagung - Deutsche Psychoanalytische
20.05.2004 - Eduard Lamprecht, Heinz Neun, Ulrich Obermüller, Rolf Schröder, ... Mythos / Kultur Moderation: Heinz Neu

Deutsche Gesellschaft e.V.
liegt an der Voßstrasse 22, Mosse Palais, 10117 Berlin – Mitte. Als Mitglied des EU-weiten. Informationsnetzwerks “

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft e.V.
27.04.2016 - Künstlerliste: Autoperforationsartisten / Sibylle Bergemann / Joachim Böttcher / Micha Brendel /. Hans Br

Wissenschaftsmagazin - Deutsche Physikalische Gesellschaft
World Trade Center in Bahrain. Es besteht .... Bahrain World Trade Centers sind drei Wind- räder installiert. .... Grun

pressemitteilung - Deutsche Physikalische Gesellschaft
01.07.2004 - Markus Helmer (Giengen an der Brenz, Margarete-Steiff-Gymnasium). Christoph Tavan (Lörrach, Hans-Thoma-Gym

Deutsche Haiku-Gesellschaft e.V.
Web: http://www.deutschehaikugesellschaft.de. E-Mail: ..... Die dargestellten Figuren stammen zumeist aus Anime, Manga u

Wissenschaftsmagazin - Deutsche Physikalische Gesellschaft
29.08.2013 - kamura auf Galliumnitrid. Das besaß zwar hoffnungsvolle physikalische Eigenschaf ten, aber fast alle Physi

1 Fassung: 04. 02. 2016

Keine Toleranz für Intoleranz? Fundamentalismus – regressive Prozesse in Religion und Politik Vortrag auf dem

5. Symposion »Religion und Psychoanalyse« München am 16. Januar 2015 Dipl. Psych. Thomas Auchter, Psychoanalytiker, Aachen Als ich vor 2 Jahren den Organisatoren dieser Tagung mein Vortragsthema ›Fundamentalismus‹ anbot, konnte ich nicht wissen, welch furchtbare Aktualität dieses Problem gewinnen würde. Der religiöse und politische Extremismus – darunter rechne ich hier: Autoritarismus, Dogmatismus, Fanatismus, Fundamentalismus, Radikalismus, Rassismus, Terrorismus und ähnliches mehr - wird in unseren Tagen ein immer brennenderes Problem. Er fordert alle unsere Verstehensmöglichkeiten heraus, gerade für uns als Psychoanalytiker als Vertreter der Aufklärung! Es ist ein ebenso bemerkenswertes und wie erklärungsbedürftiges Phänomen, dass viele religiöse und politische Strömungen als ›Befreiungsbewegungen‹ beginnen oder sich jedenfalls so deklarieren, und sich im Laufe ihrer Entwicklung teilweise oder vollständig in Diktatur und Tyrannei verwandeln. Ich denke dabei exemplarisch an das Christentum, die Französische Revolution, den Kommunismus oder aktuell den sogenannten ›Islamischen Staat‹. Ebenso erklärungsbedürftig ist, wie ein tiefes seelisches Ergriffensein oder die ›Begeisterung‹ (Bolterauer) in Fanatismus oder destruktiven Wahn (Bender/Auchter 2004) umschlagen kann.

1. Was versteht man unter ›Fundamentalismus‹? Historisch taucht der Begriff ›Fundamentalismus‹ Ende des 19., anfangs des 20. Jahrhunderts in den USA im Rahmen religiöser Bewegungen auf, die sich gegen den ›Modernismus‹ in der Religion richteten (vgl. Kienzler 1996, S. 17). Die ursprünglich auf protestantische Strömungen zurückgehende religiöse Formulierung ›Fundamentalismus‹ wurde erst später auch auf den politischen Bereich ausgeweitet. ›Fundamentalismus‹ ist natürlich ein außerordentlich komplexes Phänomen, dem man wohl umfassend nur mit einer multidimensionalen, interdisziplinären Perspektive

2 gerecht werden kann. Ich beschränke mich hier im Bewusstsein der Begrenztheit des Psychoanalytikers im Wesentlichen auf psychische und psychosoziale Aspekte. Der Psychiater Günter Hole (1988, S. 59, 1995, S. 27) charakterisiert den ›Fundamentalismus‹ als »überzeugungsgeleitete Einstellung auf einen vorgegebenen Grundwert« »oder eine Grundidee, die perfektionistisch gehütet werden muss« und »nicht mehr in Frage gestellt werden darf«. Das bedeutet aber umgekehrt: nicht jeder tiefe Glaube oder jede starke geistige oder wissenschaftliche Überzeugung darf vorschnell als Fundamentalismus oder Fanatismus klassifiziert werden (Erich Fromm zit. n. Wirth 2002, S. 365). Zum Fundamentalismus gehört mit dem Sozialethiker Stephan H. Pfürtner (1991, S. 50) ein »exklusiver Wahrheitsanspruch und die Stigmatisierung aller anderen... die radikale Gruppenbildung und Ausgrenzung aller anderen. Diskriminierung der Gegner und Feindbildung...«. Anders formuliert: »Fundamentalismus ist Flucht ins Radikale, oft verbunden mit Gewalt, unter Verweigerung von hinreichender Realitätswahrnehmung, von Rationalität und Freiheitsentfaltung für Individuum und Gesellschaft« (Pfürtner 1991, S. 105, Hvhg. i.O.). Fundamentalismus bedeutet also die Verabsolutierung der eigenen Position (»Ich habe ›die‹ Wahrheit gefunden«), den Verlust der Empathiefähigkeit (vgl. Hole 1988, S. 72), der Toleranz und des Respekts vor der Andersartigkeit des Anderen (Levinas). Der Psychoanalytiker André Haynal (1999, 2003) spricht dafür von der »narzisstischen Überhöhung« des Fanatikers (vgl. Bolterauer 1989, S. 47) beziehungsweise Fundamentalisten, die durch Diffamierung abgesichert werden soll. Fundamentalistische Denkweisen, Einstellungen und Systeme zeichnen sich durch »besondere Einfachheit« (Hole 1988, S. 59, 1995, S. 91; Haynal 1999, S. 24) aus. Von dem Schweizer Kulturhistoriker Jakob Burckhardt stammt die Formulierung vom »terrible simplificateur«, dem »schrecklichen Vereinfacher« (in einem Brief an Friedrich von Peen vom 24. Juli 1889). Die Attraktivität des Fundamentalismus liegt für manche darin, dass es in diesem geistigen Horizont scheinbar keine Fragen, keine Fragwürdigkeiten mehr gibt und damit keine Unsicherheiten. Dafür wird allerdings ein hoher Preis gezahlt: ein weitgehender Verzicht auf Freiheit. »Freiheit stirbt mit Sicherheit« formulierte einst Kurt Tucholsky. Jeglicher ›Fundamentalismus‹, das heißt die Verabsolutierung eines Teils von Wirklichkeit, sei er religiöser, ideeller, ideologischer, wissenschaftlicher, politischer, berufspolitischer oder anderer Natur, stellt eine grundlegende und tief greifende Bedro-

3 hung der Vielfältigkeit des Menschlichen dar. Der heutzutage scheinbar überall in der Welt zunehmende Fundamentalismus gefährdet die Freiheit des individuellen, selbstbestimmten, differenzierenden Denkens, Fühlens und Handelns zugunsten der Ausrichtung an einer absoluten, allgemeingültigen und unveränderlichen ›Wahrheit‹. Wirklichkeit wird darin als ›objektive‹, ein für alle Mal gegebene Entität und nicht als fortwährende subjektive und intersubjektive ›Konstruktion‹ und »Neukonstruktion« begriffen (vgl. Bermann 2004). Im Bereich der Religion werden von Fundamentalisten historische ›heilige‹ Texte ausschließlich ›buchstabengetreu‹, kritiklos betrachtet. Dabei werden häufig bestimmte einzelne Formulierungen herausgegriffen, ihres Kontextes beraubt, und ›pars pro toto‹ verabsolutiert. Widersprüchliche Gedanken werden eliminiert. Und jeglicher Interpretationsspielraum fehlt dabei völlig! Im Fundamentalismus wird die komplexe, differenzierte und oft widersprüchliche Realität immer wieder auf simpelste Formeln reduziert, wobei dualistische und manichäische Sichtweisen dominieren. Eine solchen Einstellung wird vom das ›SchwarzWeiß-Denken‹ beherrscht, es gibt nur ein ›entweder – oder‹, kein ›sowohl – als auch‹, lediglich das Motto: ›Alles oder Nichts‹. Alles ›Wahre und Gute‹ wird selbstverständlich bei einem selber verortet, alles ›Schlechte und Böse‹ beim Anderen, Andersdenkenden oder Andersgläubigen, der im fundamentalistischen Denksystem immer der ›Un-Gläubige‹ ist. Die eigenen Dogmen werden als unfehlbar und als exklusives Eigentum betrachtet, man glaubt sich im »Vollbesitz der einzigen Wahrheit«, wie André Haynal (1999, S. 24) formuliert. Aus diesem Grunde werden die eigenen Überzeugungen kompromisslos und intolerant, fanatisch, expansiv und aggressiv anderen gegenüber vertreten (vgl. Meyer 1998). Die absolute Selbstgewissheit legitimiert scheinbar jegliches noch so ›unmenschliche‹ Verhalten.

2. ›Wo hat der Fundamentalismus lebensgeschichtlich seine Wurzeln?‹ - Anmerkungen zur Entwicklungspsychologie Fundamentalismus und Fanatismus fallen nicht plötzlich vom Himmel – und schon gar nicht aus einem heiterem. Sie haben im Leben des Individuums eine Geschichte und die gilt es aufzudecken. Wir alle kommen als Fundamentalisten und Fanatiker zur Welt. »Seine Majestät das Baby«, wie Sigmund Freud (1914c, S. 157) es einmal spöttisch nannte, will alles und zwar sofort. Frustrationstoleranz, Aufschub und Verzicht kennt das Baby nicht, son-

4 dern muss es erst lernen. Für das Neugeborene geht es in seinem Erleben immer um seine Existenz, um ›Leben‹ oder ›Tod‹. In einem gelingenden Entwicklungsverlauf kommt es durch resonante Beziehungen zur Entfaltung eines gesunden Selbstgefühls und Selbstwertgefühls (›gesunder Narzissmus‹). Der ist dabei behilflich, den ›primären Fundamentalismus‹ und ›primären Fanatismus‹ zu überwinden. Wenn aber die Entwicklung schief läuft, der frühe förderliche Dialog misslingt (Spitz 1982), dann entsteht ein ›maligner‹ und ›destruktiver Narzissmus‹. Und der führt dann zum ›sekundären Fundamentalismus‹ und Fanatismus. Das Bedürfnis nach Sicherheit ist ein ebenso elementares wie fundamentales menschliches Bestreben. Zu Lebensbeginn ist das Sicherheitsgefühl absolut abhängig von einer haltgebenden Mitwelt (Winnicott). Erst im Lauf der Zeit wird es im gelingenden Fall als ›Selbstsicherheit‹ zu einem eigenen Besitz. Zur Bildung seiner Identität, seiner ›Selbst-definition‹ benötigt der Mensch ›Halt‹ in des Wortes doppelter Bedeutung. Er braucht entwicklungsnotwendig einerseits ein festes und sicheres Gehaltenwerden, Bejahung und Anerkennung. Er benötigt andererseits ebenso notwendig aber auch Halt im Sinne von strukturgebender Grenzsetzung: ›Halt!‹ oder ›Nein‹. In der Winnicott’schen Formulierung: benötigt wird sowohl das »holding« [Halten] wie auch das »object presenting« [sich als wirkliches ›Gegenüber‹ erweisen], das auch konfrontiert. »No one is born intolerant; intolerance is learned«, schreibt der UNO-Mitarbeiter Shashi Tharoor (2007, 3) in seiner Einführung in das Buch The Future of Prejudice. Diese Bemerkung stimmt und stimmt zugleich auch nicht. Denn das Leben des Neugeborenen beginnt, wie erwähnt, mit einer Menge (Frustrations)Intoleranz, die durch die Erfahrung moderiert werden muss. Die Formulierung Tharoors ist richtig im Bezug darauf, dass Toleranz eine Frage der Beziehung und der Erziehung ist. Jedes menschliche Leben beginnt mit fundamentalistischen Orientierungen (»Alles oder nichts«, »Entweder oder«). Sie sind begründet in frühkindlichen Erfahrungen und Erlebnisweisen wie Grenzenlosigkeit und Undifferenziertheit zwischen Selbst und Objektwelt, in Nichtintegriertheit und Strukturlosigkeit, und sie können Omnipotenzphantasien begründen. Jedes ›Andere‹, jedes ›Fremde‹ wird zunächst als Störung und (existentielle) Bedrohung erlebt und deshalb abgelehnt (S. Freud 1915c; 1925h; 1926e). Die primäre Aggression gegen alles ›Fremde‹ sucht dessen Vernichtung und ist deshalb destruk-

5 tiv. Andererseits ist ohne das oder den Anderen keine Selbstwerdung möglich. Um uns als ›Ich-Selbst‹ begreifen, um unsere eigene unverwechselbare Identität definieren zu können, benötigen wir zur Abgrenzung lebenslang unumgänglich den oder die ›Anderen‹ als ›Nicht-Ich‹, von uns unterschieden. Unser archaisches unbewusstes ›Sicherheitsbedürfnis‹ wird dagegen am besten dadurch befriedigt, dass alles gleich ist und alles gleich bleibt. Und, wenn kein Unterschied uns irritiert und beängstigt. Bezüglich des Anderen, des Fremden sind wir so von Anfang an durch eine grundlegende tiefe unbewusste ›Ambivalenz‹ bestimmt. Bei einem in seinen primären Beziehungen ›sicher gehaltenen und gebundenen‹ Kind wird die Neu-gier immer stärker sein als die Neu-angst. Bei einem unsicheren Kind wird die Begegnung mit dem Neuen in erster Linie Angst mobilisieren. Diese ›Fremdenangst‹ wird seelisch häufig mit der Entwicklung von ›Fremdenhass‹ abgewehrt. Entwicklung bedeutet Differenzierung und Strukturierung. Jeder Entwicklungsfortschritt mobilisiert immer wieder den Zwiespalt zwischen Neu-gier und Neu-angst (vgl. S. Freud 1925e, 99). Der Fundamentalist versucht nun unbewusst und ›mit aller Gewalt‹ den ›paradiesisch‹ phantasierten harmonisch-friedlichen Zustand der ›Präambivalenz‹ wiederherzustellen. Oder, wenn man es ›kleinianisch‹ formulieren will: Der Fundamentalist verharrt oder regrediert in die »paranoid-schizoiden Position«, er spaltet und fühlt sich verfolgt und reagiert aggressiv-destruktiv. Besonders anfällig für fundamentalistische und fanatische Einstellungen sind durch die ›normale‹ adoleszente Identitätskrise (Erikson) destabilisierte Jugendliche. Das adoleszente Bedürfnis nach Idealen und Idolen zur unbewussten Abwehr von Verunsicherung und Minderwertigkeitsgefühlen macht Jugendliche so empfänglich für Utopien und Ideologien als Repräsentanten des idealen »Ganzen und Heilen«.

3. Fundamentalismus als psychopathologisches Phänomen Im Kern liegt dem Fundamentalismus eine tiefgehende und weitreichende Problematik im Bereich des Selbstgefühls und des Selbstwertgefühls (vgl. Hole 1988, S. 71), also eine ›narzisstische Problematik‹ zugrunde. Sie besitzt krankheitswert. Allerdings leidet in der Regel nicht der Fundamentalist unter der Krankheit, sondern seine Mitwelt. Der Fundamentalist selber steht weder unter Leidensdruck, noch besitzt er irgendeine Krankheitseinsicht, da sein Erleben und Verhalten ja als vollkommen ich-

6 synton erlebt wird. Zwischen seinem deformierten Über-Ich bzw. Ich-Ideal und seinem Ich gibt es keine Diskrepanz (vgl. Hole 1988, S. 63). Insofern weist der Psychoanalytiker Lambert Bolterauer (1989, S. 65) zu Recht daraufhin, dass es Berichte über Psychotherapien mit Fanatikern oder Fundamentalisten nicht gibt und voraussichtlich auch nicht geben wird, da sich der Fanatiker selbst ja nicht krank oder gar verbrecherisch fühlt. Der indische Psychoanalytiker Sudir Kakar (1997, S. 271) formuliert in seinem Buch Die Gewalt der Frommen entsprechend: »Mag der Fundamentalismus dem Außenstehenden auch als eine Krankheit erscheinen, für den, der dazugehört ist er Therapie«. In der Regel liegen fundamentalistischen Entwicklungen vorausgehende tatsächliche oder auch phantasierte Ausgrenzungen, Benachteiligungen, Entwertungen, Beschämungen, Demütigungen und Ohnmachtserfahrungen zugrunde. Auch ›Entwurzelungen‹ und Gefühle von ›Nichtzugehörigsein‹ zum Beispiel durch den Verfall von Traditionen oder Werteverfall, durch Migrationsbewegungen oder zunehmende Komplexität der Weltzusammenhänge (›Globalisierung‹), mit den sie begleitenden Verunsicherungen und Ängsten, begünstigen das Auftreten fundamentalistischer Gegenbewegungen (vgl. Meyer 1989). Zum Fundamentalismus gehören wesentlich die seelischen Mechanismen der ›Spaltung‹ und der ›Projektion‹, die ihre Ursprünge in der frühesten Lebenszeit haben. Spaltung ist eine pathologische Alternative zur Toleranz und erwächst aus der Unfähigkeit, Anderssein, Gegensätze, Diskrepanzen, Dichotomien, Aporien und Zweifel auszuhalten. Ein besonderes Problem entsteht, wenn die Abgrenzung zur Abwertung und (umfassenden) Ablehnung des Anderen führt.

4. Die ›Fähigkeit zu zweifeln‹ Carl Gustav Jung hat einmal den Fanatismus als »Bruder des Zweifels« charakterisiert (zit. n. Hole 1988, S. 73). Die ›Fähigkeit zu zweifeln‹ gehört gewissermaßen zur angeborenen Grundausstattung des Menschen. Für ein neugeborenes und ein sehr kleines Kind ist aber der Zweifel unerträglich. Denn in seinem Erleben verwandelt er sich ganz schnell in ›Verzweiflung‹. Das Hauptbestreben des Babys geht zunächst einmal in Richtung Sicherheit, Verlässlichkeit, Regelmäßigkeit. »Going on Being« hat das der britische Psychoanalytiker Donald W. Winnicott genannt, also zweifellos »verlässliche Konti-

7 nuität des Seins«. Dabei haben Unterbrechungen, Störungen oder Unlust zunächst keinerlei Duldungsraum. Wenn ich zweifle, ohne zu verzweifeln, dann setzt das die Fähigkeit voraus, ertragen zu können, dass etwas sein kann oder auch nicht sein kann. Es setzt eine gewisse Fähigkeit zu Ambiguität und Ambivalenz voraus (›Ambiguitätstoleranz‹) und eine Fähigkeit, Angst zu ertragen (›Angsttoleranz‹). Zweifel ist lebensanfänglich im Erleben nicht weniger als ›aus der Welt fallen‹ (Annihilismus). Am Anfang gibt es nur totalen Glauben oder ›totalen Zweifel‹ (›Verzweiflung‹), ›Alles oder Nichts‹. Relativierung ist erst ein Entwicklungserwerb. Ein differenzierendes Fragen und damit Zweifeln, das nicht mehr total vernichtend ist, beginnt erst viel später – und manchmal gar nicht oder geht wieder verloren! Erst wenn im Lauf der Zeit eine gewisse ›innere Sicherheit‹ (Selbstsicherheit) gewachsen ist, können Unsicherheiten in der Außenwelt immer besser ausgehalten werden. Und damit kann eine stabile ›Fähigkeit zu zweifeln‹ immer mehr wachsen. Der gesunde Gläubige glaubt zu mindestens 50,1% und ist bis zu 49,9% von Zweifeln erfüllt. Der krankhaft Gläubige muss alle seine Zweifel durch einen 99,9%igen Glauben abwehren (vgl. Reik 1923). Der Fundamentalist wirkt seinen eigenen Unsicherheiten und Zweifeln auch dadurch entgegen, dass er sie vermittels Projektion beim anderen unterbringt und dann am anderen bekämpft (vgl. Hole 1988, 73, 1995,148; Hacker 1990, 111). Unter den Extremisten muss man die (Ver)Führer und die Geführten oder Verführten (vgl. Bychowski 1948) gegen einander abgrenzen. Entsprechend unterscheidet Bolterauer (1989, 40) einen »originären« von einem »induzierten« Fanatiker. Bei den ›Führern‹ stehen narzisstische Machtbedürfnisse im Vordergrund (vgl. Wirth 2002). Bei den ›Geführten‹ spielen neben der Partizipation an der Macht, vor allem Gemeinschaftsbedürfnisse und Bedürfnisse, auf der rechten Seite zu stehen, eine bedeutsame Rolle. Die Über-Ich-Deformation extremistischer ›Führer‹ hat der israelische Psychoanalytiker Rafael Moses (1986) exemplarisch am Beispiel von Richard Nixon als »Watergate-Syndrom« beschrieben. »Der Zweck heiligt die Mittel«. Psychisch korrespondiert das mit einer Dehumanisierung des Gegners zum absoluten ›Feind‹, einer Verweigerung jeglicher Empathie (Einfühlung) und Sympathie (Mitleiden). Nicht mehr das vernünftige, rational denkende, abwägende, tolerante und relativierende, vermittelnde

8 ›Ich‹ besitzt die Herrschaft im Seelenleben, sondern bestimmte Über-Ich-Anteile (ideologische Vorstellungen) und Ich-Ideal-Anteile (Idealvorstellungen). Die französische Psychoanalytikerin Janine Chasseguet-Smirgel (1975) spricht dafür trefflich von der »Krankheit der Idealität«. Der Fanatiker »liebt Ideen mehr als Menschen« (Hole 1995, 93). Für Lambert Bolterauer ist der Fanatiker »ein Mensch, der es zustande bringt, mit gutem Gewissen verbrecherisch zu handeln«. So wie es der französische Philosoph Blaise Pascal schon 1670 formulierte: »Niemals tut man so gut und so vollständig das Böse, als wenn man es mit gutem Gewissen tut«. Es sind die »allzu Gläubigen, die Idealisten und Perfektionisten, die Fanatiker und Fundamentalisten, die um hehrster Ziele willen unvorstellbare Grausamkeiten begangen, Scheiterhaufen und Galgen errichtet und ›heilige Kriege‹ begonnen haben«, schreibt der Sozialwissenschaftler Roland Eckert (1978, 129). Die entscheidende Frage lautet: »Was bewahrt Menschen davor, ihre Position zu verabsolutieren und damit potentiell guten Gewissens zu Verbrechern zu werden?« (a.a.O.). Ebenso ist die Vorstellung einer vollkommen gerechten Ordnung oder Gesellschaft eine Utopie, deren Realisierung nur in totalitärer Gewalt münden kann, wie der Psychoanalytiker Robert Waelder (1980, 315ff.) anmerkt. Die deutschen und europäischen Dschihadisten des sogenannten ›Islamischen Staates‹ sollen sich vor allem aus zerrütteten Familienverhältnissen stammend, beruflich Gescheiterten, gesellschaftlich Entwerteten oder sich so Erlebenden und hierzulande Perspektivlosen und Hoffnungslosen zusammensetzen. Der Kampf im Namen Allahs vermittelt ihnen Gemeinschaftserfahrungen, Zugehörigkeitsempfindungen, Heldenphantasien, Sinnerfahrungen und narzisstische Befriedigung - solange sie nicht getötet werden (vgl. Gruen 2002).

5. ›Apocalypse now‹ Die Kompensation der Verunsicherungen erfolgt wesentlich auch durch Größenphantasien. Wenn das Paradies schon nicht auf die Erde gebombt werden kann, dann kann sich zum Beispiel der Selbstmordattentäter wenigstens – in seiner Phantasie – ins Paradies bomben (vgl. Auchter 2006). In diesem warten in bestimmten islamischen Vorstellungen 72 Jungfrauen auf die ›Märtyrer‹ des Dschihad. Da apokalyptische Vorstellungen und jenseitige Erlösungsvorstellungen im extremen religiösen Denken eine wichtige Rolle spielen (vgl. Bohle-

9 ber 2010, 32; Strozier 2010), verliert demgegenüber das diesseitige Leben an Bedeutung und die Todesangst wird reduziert (Thomson 2003, 82f.; Ehrlich 2003, 150).

6. Fundamentalismus und Religion Die Etymologen sind sich uneins, ob ›Religion‹ vom lateinischen ›relegere‹, d.h. ›wieder auflesen‹ oder von ›religare‹, d.h. ›zurückbinden‹ abgeleitet ist. Bei beiden geht es allerdings um Formen der Verbindung. Danach kann man fragen: Wieviel Bindung (Gesetze und Regeln) benötigt eine Religion? Oder: Wie absolut müssen die Vorgaben einer Religion sein? Und weiter: Benötigen religiöse Überzeugungen eine Organisation (Kirche)? Die Spannung zwischen Bindung und Freiheit durchzieht auch die Geschichte der Religionen. Ich nenne hier nur exemplarisch die Schlagworte: ›Häretiker‹, ›Ketzer‹, ›Protestant‹, ›Gottloser‹ und ›Ungläubiger‹. Kain wird für den Brudermord an Abel nicht nach dem Talionsprinzip (›Auge für Auge‹) mit der Todesstrafe belegt, sondern muss ›mit seiner Schuld‹ leben. Andere Textstellen im sogenannten ›Alten Testament‹ berichten von drakonischen Strafen für geringfügige Vergehen und im sogenannten ›Neuen Testament‹ von Straftoleranz gegenüber gravierenden Taten. Jesus selbst setzt sich immer wieder ein für menschliche Toleranz (bis hin zur Vergebung für den Verrat des Judas). Eine Grundfrage jeder Religion ist: Wieviel Spielraum für Individualität, wieviel Pluralität darf es darin geben? Man kann in den sogenannten monotheistischen Religionen von Beginn an ein ständiges Ringen zwischen Konservierung und Liberalisierung, zwischen Verabsolutierung und Relativierung beobachten. Man kann auch fragen: Könnten Religionen vielleicht auch – offene - Begegnungsräume, Gesellungsräume und ›Möglichkeitsräume‹ (Winnicott) für Menschen sein?

7. Kann dem Fundamentalismus entgegengewirkt werden? Die Bemerkung des Psychiaters Günter Hole von 1988: »Wir brauchen... dringend bessere Erklärungs- und Verstehensmodelle für diese Vorgänge« ist heute, 27 Jahre später, aktueller denn je. Er fragt am Ende seiner Arbeit: „Was bietet sich als Position und Gegenbewegung gegen fundamentalistische und dogmatische Einstellungen an – und zwar ohne wiederum selbst in den Sog der idealistischen Verabsolutierung zu geraten?« (Hole 1988, S. 79). Ich habe das letztere Problem mit dem Fragezeichen hinter dem Titel meines Vortrages angedeutet. Wir kommen nur voran, wenn wir den malignen narzisstischen Haltungen etwas anderes entgegensetzen. Nämlich Differenzierung, Toleranz, Fragen, Aushalten von

10 Unterschieden, Unsicherheit und Unlösbarkeiten statt Gewaltlösungen. Das verzichtet nicht auf die not-wendigen Abgrenzungen und Grenzsetzungen, es grenzt aber ein und nicht aus! Der grundsätzlichen Fundamentalismusprophylaxe dienen die Entwicklung gesunder Selbstsicherheit und von Selbstvertrauen. Persönliche Anerkennung und Bestätigung bilden einen gewissen Schutz gegen Fundamentalismus. Denn sie befähigen zur Toleranz. Toleranz bedeutet das Akzeptieren und Anerkennen von Realitäten und Relativitäten, von Zweifel, von Nicht-Wissen. Toleranz umfasst das Aushalten und Ertragen von Andersartigkeit und Komplexität, ebenso wie das Akzeptieren von Grenzen und Begrenztheit. Liberalität und Freiheit dürfen allerdings nicht zur Beliebigkeit entarten. Kein fester (innerer) Ort, kein ›Standort‹ macht den Menschen anfällig für Manipulation (Wendehälse). Notwendig ist zum Beispiel eine eindeutige Unterscheidung zwischen Muslimen und Islamisten, zwischen Christen und christlichen Fundamentalisten, zwischen Juden und jüdischen Extremisten. Eine gute Vorbeugung gegen den Fundamentalismus bietet das ›Neu-gierig-bleiben‹, das Nicht-Aufhören mit dem Fragen, das fortwährende ›Auf-der-Suche-bleiben‹, die Bereitschaft, zu staunen. Offen bleiben für das ›Unbekannte‹ und das ›Fremde‹! Der Mensch bleibt nur solange lebendig, wie er auf der Suche nach sich selbst ist, der Suche nach dem Anderen und der Suche nach Sinn! ›Ideologien‹ (z.B. religiöse oder politische) erhalten für mich nur eine Legitimation, wenn sie sich darauf konzentrieren, den Menschen ›geistige Angebote‹ zu vermitteln, sich und ihre Welt besser zu verstehen und zu bestehen. Sobald sie einen ›Alleinvertretungsanspruch‹ erheben und keinen »Möglichkeitsraum« (Winnicott) mehr freihalten für die »Andersartigkeit des Anderen« (Levinas), sobald sie mit einem ›Denkverbot‹ einhergehen, mutieren sie zum »Fundamentalismus« und werden damit potenziell gewalttätig und destruktiv. Die »Notwendigkeit einer Analyse der Realität [wird dabei] zugunsten eines Glaubenssystems« verworfen (Haynal 2003, S. 4). Die geistige Geschlossenheit dominiert dabei über die (verunsichernde) Offenheit des Denkens. Eine auf einem sicheren inneren geistigen Fundament ruhende Persönlichkeit benötigt keinen äußeren geistigen Fundamentalismus. Mit einem stabilen persönlichen Fundament kann ich selbstsicher und voller ›Toleranz‹ – dem zentralen Gegenbegriff zum Fundamentalismus – der Widersprüchlichkeit der Welt und den Menschen mit anderen Überzeugungen gegenübertreten.

11

8. Zusammenfassung: Aus einer psychoanalytischen bzw. psychosozialen Perspektive stellen der religiöse und der politische Extremismus eine seelische Rückentwicklung, eine ›Regression‹ auf unreife Entwicklungsstadien und archaische psychische Regulationsmechanismen dar. Psychodynamisch betrachtet ist der Extremismus jeglicher Couleur das Produkt von Verunsicherung und Angst und deren megalomaner Abwehr. Im malignen Narzissmus des Extremisten regieren vor allem die frühkindlichen unbewussten Mechanismen der ›Spaltung‹, der ›Externalisierung‹ und der ›Projektion‹. Dadurch entsteht die eindimensionale Welt des Fundamentalisten, in der ›das Gute‹, ›Reine‹ und ›Ideale‹ eindeutig von ›dem Bösen‹, ›Unreinen‹ und ›Unvollkommenen‹ differenziert werden kann. Da der Fundamentalist sich der sicheren Überzeugung wähnt, dass er ›die‹ einzige und richtige ›Wahrheit‹ besitzt, muss er fanatisch und hasserfüllt alle diejenigen bekämpfen, die seine Selbstgewissheit durch abweichende Auffassungen gefährden. Er ist nicht in der Lage, die ›Andersartigkeit des Anderen‹ (Levinas) zu respektieren, weil es ihn zu stark verunsichern würde. Aus dieser Angst entspringen dann auch der ›Rassismus‹ bzw. die ›Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit‹. Die Auseinandersetzung um die absolute Wahrheit kann nur in destruktiver, tödlicher Gewalt münden, wenn sie nicht durch ›Realitätsprüfung‹ und Toleranz modifiziert wird. Wie es der französische Existentialist Albert Camus (1951, 248; kursiv T.A.) in seinem Der Mensch in der Revolte (L’homme révolté] formuliert: »apprendre à vivre et à mourir, et, pour être homme, refuser d’être dieu«, »Leben und sterben lernen und, um Mensch zu sein, sich weigern, Gott zu sein«.

Literaturhinweise:

Auchter, T. (2006): Täter und Opfer zugleich. Zur Psychoanalyse adoleszenter terroristischer Selbstmordattentäter. In: Hirsch, M. (2006): Das Kindesopfer. Eine Grundlage unserer Kultur. Gießen (Psychosozial Verlag), 135-164. Auchter, T. (2012): Brennende Zeiten. Zur Psychoanalyse sozialer und politischer Konflikte. Gießen: Psychosozial Verlag. Auchter, T. (2015a): Adoleszenz und Gewalt. In: Jahrbuch der Psychoanalyse 70, Stuttgart (frommann-holzboog), 109-139.

12 Auchter, T. (2015b): Keine Toleranz für Intoleranz – regressive Prozesse in Religion und Politik. In: Wege zum Menschen 67, 253-264. Auchter, T. (2015c): Die Größe der Verunsicherung. Psychoanalytische Zugänge zum Extremismus. In: Strube, Sonja Angelika (Hg.): Rechtsextremismus als Herausforderung für die Theologie. Freiburg (Herder), 163-177. Bender, T. u. Auchter, T. (Hg.) (2004): Destruktiver Wahn zwischen Psychiatrie und Politik. Forensische, psychoanalytische und sozialpsychologische Untersuchungen. Gießen (Psychosozial Verlag). Bermann, P. (2004): Terror und Liberalismus. Hamburg (Europäische Verlagsanstalt). BieIefeldt, H. u. Heitmeyer, W. (1998): Politisierte Religion. Ursachen und Erscheinungsformen des modernen Fundamentalismus. Frankfurt (Suhrkamp). Bolterauer, L. (1989): Die Macht der Begeisterung. Fanatismus und Enthusiasmus in tiefenpsychologischer Sicht. Tübingen (edition diskord). Bosse, H. (2004): Schamhaftigkeit und Schamlosigkeit im religiös-politischen Fundamentalismus. In: Ardjormandi, M.E. et al. (Hg.): Jahrbuch für Gruppenanalyse 10, Heidelberg (Mattes Verlag), S. 97-113. Bychowski, G. [1948]: Dictators and Disciples. New York 1969. Camus, A. (1951): Der Mensch in der Revolte. Reinbek 1951. Chasseguet-Smirgel, J. [1975]: Das Ich-Ideal. Psychoanalytischer Essay über die ›Krankheit der Idealität‹. Frankfurt 1981. Cremerius, J. (1977): Übertragung und Gegenübertragung bei Patienten mit schwerer Über-Ich-Störung. Vortrag auf der DPV-Tagung in Köln im März 1977 (Vortragsmanuskript). Eckert, R.: Terrorismus als Karriere. In: Geißler, H. (Hg.): Der Weg in die Gewalt. München 1978, 109-132. Frank, J.A. (2004): Bush auf der Couch. Wie denkt und fühlt George W. Bush? Gießen (Psychosozial-Verlag). Gruen, A. (2002): Der Kampf um die Demokratie. Der Extremismus, die Gewalt und der Terror. Stuttgart (Klett-Cotta). Grunberger, B. (1974): Gedanken zum frühen Über-Ich. In: Psyche - Z f Psychoanalyse 28, 508-529. Hacker, F. (1990): Das Faschismus-Syndrom. Psychoanalyse eines aktuellen Phänomens. Düsseldorf u.a. (ECON Verlag). Haynal, A. (1999): Fanatismus. In: EPF Bulletin 53 (1999), S. 24-25.

13

Haynal, A. (2003): Fanatismus. In: Lindauer Psychotherapiewochen (www.Lptw.de). Hole, G. (1988): Fundamentalismus, Dogmatismus, Fanatismus: Der Konsequenzzwang in der Persönlichkeitsstruktur und die Chance der Toleranz. In: Zulehner, P. (Hg.) (1988a): Pluralismus in Gesellschaft und Kirche – Ängste, Hoffnungen, Chancen. München/Zürich (Schnell & Steiner), S. 56-85. Hole, G. (1995): Fanatismus. Der Drang zum Extrem und seine psychologischen Wurzeln. Freiburg (Herder). Kakar, S. (1997): Die Gewalt der Frommen. Zur Psychologie religiöser und ethnischer Konflikte. München (Beck). Kienzler, K. (1996): Der Religiöse Fundamentalismus. Christentum, Judentum, Islam. München (Beck’sche Reihe). Klein, M. [1939]: Die frühe Entwicklung des Gewissens beim Kind. In: Klein, M.: Frühstadien des Ödipuskomplexes. Frankfurt 1985. Meyer, T. (1989): Fundamentalismus – Aufstand gegen die Moderne. Reinbek (Rowohlt). Mitscherlich, A. (1962): Die Vorurteilskrankheit. In: Psyche XVI, 241-245 Mitscherlich, A. (1963): Vorurteile und ihre Manipulierung. In: Mitschlich, A. (1963): Auf dem Weg zur vaterlosen Gesellschaft. München (Piper), S. 292-329. Mitscherlich, A. (1969): Über hergestellte Dummheit. In: Mitscherlich, A. (1978): Das Ich und die Vielen. München (Piper), S. 13-24. Mitscherlich, A. (1978): Das Ich und die Vielen. München (Piper). Moses, R. (1986): »Watergate« als universelles Phänomen. In: Lobner, H. (Hg.): Psychoanalyse heute. Wien (Orac), S. 185–204. Parens, H, Mahfouz, A., Twemlow, S.T., Scharff, E. (eds.) (2007): The future of Prejudice. Plymouth (Jason Aronson). Pfürtner, S.H. (1991): Fundamentalismus. Die Flucht ins Radikale. Freiburg (Herder). Quint, H. (1984): Der Zwang im Dienste der Selbsterhaltung. In: Psyche – Z psychoanal 38, S. 717–737. Reik, T. [1923]: Der eigene und der fremde Gott. Frankfurt 1972. Reik, T. [1927]: Dogma und Zwangsidee. Stuttgart 1973. Riesebrodt, M. (2000):Die Rückkehr der Religionen. Fundamentalismus und der ›Kampf der Kulturen‹. München (Becksche Reihe).

14 Schmidbauer, W. (1980): Alles oder nichts. Über die Destruktivität von Idealen. Reinbek (Rowohlt). Strozier, C.B., Terman, D.M., Jones, J.W. (eds.) (2010): The Fundamentalist Mindset. New York (Oxford University Press. Tharoor, S. (2007): Introduction. In: Parens, H. et al. (eds.) (2007), S. 1-3 Winnicott, D.W. (1958): Through Paediatrics to Psychoanalysis. Collected Papers. London: Tavistock Publ.. Reprinted: London: Karnac (1992). deutsch: Von der Kinderheilkunde zur Psychoanalyse. München: Kindler (1976). Winnicott, D.W. (1965): The Maturational Process and the Facilitating Environment. Hogarth Press, London. Reprinted: London: Karnac (1990). deutsch: Reifungsprozesse und fördernde Umwelt. München: Kindler (1974). Winnicott, D.W. (1971): Playing and Reality. London: Tavistock Publ.. Reprinted: London: Routledge (1991). deutsch: Vom Spiel zur Kreativität. Stuttgart: Klett-Cotta (1973). Wirth, J. (2002): Narzissmus und Macht. Zur Psychoanalyse seelischer Störungen in der Politik. Gießen (Psychosozial Verlag). Wurmser, L. (1989): Die zerbrochene Wirklichkeit. Psychoanalyse als das Studium von Konflikt und Komplementarität. Berlin u.a. (Springer Verlag). Zulehner, P. (Hg.) (1988a): Pluralismus in Gesellschaft und Kirche – Ängste, Hoffnungen, Chancen. München/Zürich (Schnell & Steiner). Zulehner, P. (1988b): Vorwort. In: Zulehner, P. (Hg.) (1988a): Pluralismus in Gesellschaft und Kirche – Ängste, Hoffnungen, Chancen. München/Zürich (Schnell & Steiner), S. 6-9.