Gebietsbetreuer in Bayern

Gebietsbetreuer in Bayern

GEBIETS BETREUER I N B A Y E R N Inhalt DAS GEBIETSBETREUER-MAGAZIN „Kennen Sie den Apollofalter, die Smaragdeidechse oder die Bekassine? “ Bildr...

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GEBIETS BETREUER I N

B A Y E R N

Inhalt DAS GEBIETSBETREUER-MAGAZIN

„Kennen Sie den Apollofalter, die Smaragdeidechse oder die Bekassine? “

Bildreich und emotional stellen Ihnen die Gebietsbetreuer Bayerns in diesem Magazin einzigartige Landschaften, seltene Arten sowie ihre vielfältigen Naturschutzaktivitäten vor.

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Das Modell Gebietsbetreuung, so vielfältig wie Bayerns Natur

ULRIKE SCHARF, MdL

Diese drei Arten sind bei uns vom Aussterben bedroht. Wie viele andere Tiere und Pflanzen, die häufig nur noch in geschützten Bereichen überleben können, sind sie auf unsere Fürsorge angewiesen. Die in ökologisch sensiblen Gebieten in ganz Bayern tätigen Gebietsbetreuer sorgen u. a. dafür, dass die Überlebenschancen von bedrohten Arten verbessert werden. Für die Natur, aber auch für uns Bürger, ist die Arbeit der Gebietsbetreuer ein echter Gewinn. Sie sind Ansprechpartner vor Ort und werben für den Naturschutz, sie vermitteln Umweltwissen bei Führungen und Vorträgen und tragen damit zur gesellschaftlichen Wertschätzung von ökologisch sensiblen Gebieten bei. Sie unterstützen die Fachbehörden z. B. dabei, die Natura 2000-Managementpläne umzusetzen und erarbeiten Lösungsvorschläge bei Nutzungskonflikten. Als ausgewiesene Kenner ihres Gebietes erfassen und dokumentieren sie die Veränderungen in Natur und Landschaft sowie in Flora und Fauna. Die Angebote der Gebietsbetreuung kommen auch dem Tourismus zugute und steigern die regionale Wertschöpfung. Für den kooperativen Naturschutz sind die Gebietsbetreuer unverzichtbar, nicht zuletzt weil sie dazu beitragen, die heimatgebende Identität von Landschaften zu stärken. Ihre Arbeit ist ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Entwicklung der Natur in Bayern und zur Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie. Die Fortführung der Gebietsbetreuung nach Auslaufen der Förderung aus dem Europäischen Sozialfonds 2015 war ein wichtiges Ziel unserer politischen Arbeit. Mit Mitteln des Freistaats Bayern ist es dem Bayerischen Naturschutzfonds gelungen, diesen innovativen bayerischen Weg weitere drei Jahre fortzuführen. Aufgrund des Erfolgs der Gebietsbetreuung und der positiven Resonanz auf breiter Ebene werde ich mein Möglichstes tun, die erforderlichen Mittel für diese wichtige Aufgabe auch in Zukunft bereit zu stellen. Nun wünsche ich Ihnen viel Freude beim Lesen dieses Magazins. Lassen Sie sich durch die Beiträge dazu inspirieren, die Vielfalt der Natur Bayerns kennen zu lernen und machen Sie sich auf zu einer Entdeckungsreise zu unseren einzigartigen Naturschätzen.

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Naturlandschaften Bayerns: beispielhafte Gebietsporträts Gebirge: Die Allgäuer Hochalpen Moorlandschaften: Das Tölzer Land Gewässer: Die Weltenburger Enge Offenland: Die Sandmagerrasen bei Erlangen Wald: Der Bayerische Wald

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Betreute Naturjuwelen Bayerns

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Die Menschen hinter den Betreuern: Gespräche über Aufgaben und Erfolge Natur erleben – Zusammenhänge verstehen Kontinuität als Schlüssel zum Erfolg Naturschutz: Auch digital Naturschutz aus Leidenschaft Menschen an die Natur heranführen Wertschöpfung durch Zusammenarbeit

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Die 42 Gebietsbetreuer Bayerns: Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.

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Zahlen und Fakten Impressum

Ulrike Scharf, MdL Bayerische Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz

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GEBIETSBETREUER

Gebietsbetreuer in Bayern NATURSCHUTZ. FÜR DICH. VOR ORT

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GEBIETSBETREUER

Das Modell Gebietsbetreuung in Bayern

An einem Strang

SO VIELFÄLTIG WIE UNSERE NATUR

TRÄGER UND FÖRDERER DER GEBIETSBETREUUNG

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on den Hochlagen der Alpen bis zu den Hügeln der Langen Rhön, von den Mooren und Wäldern des Bayerischen Waldes bis zu den Ufern des Bodensees. Bayerns Natur- und Kulturlandschaft ist reich an Naturschätzen wie kaum eine andere Region Deutschlands. Die facettenreichen und spannenden Landschaften Bayerns zu erhalten – dafür machen sich die bayerischen Gebietsbetreuer in 37 besonders wertvollen Naturräumen stark. Seit ihrer Etablierung im Jahr 2002 trägt die Betreuung ökologisch sensibler Gebiete einen wichtigen Teil zur nachhaltigen Entwicklung der Umwelt in Bayern bei und hilft damit, die Ziele der Bayerischen Biodiversitätsstrategie zu erreichen. Der Freistaat hat hier bundesweit eine Vorreiterrolle für einen effizienten, kooperativen Naturschutz eingenommen. Getreu ihrem Motto „Naturschutz. Für Dich. Vor Ort.” betrachten sich die Gebietsbetreuer als Schnittstelle zwischen Naturschutz und Mensch. Durch die Zusammenarbeit mit Grundeigentümern und Landnutzern, mit Tourismusverbänden, der Kommunalpolitik, den Naturschutzbehörden und Fachverbänden werden Identität und Stolz auf einzigartige Naturschätze als unverzichtbare Basis des Heimatbewusstseins gestärkt.

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rmöglicht wird dieser innovative bayerische Weg durch die Stiftung Bayerischer Naturschutzfonds und durch eine Fülle lokaler Träger. Der Bayerische Naturschutzfonds ist 1982 durch den Freistaat Bayern als eigenständige, gemeinnützige Stiftung des öffentlichen Rechts zur Förderung von Maßnahmen und Projekten zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft in Bayern eingerichtet worden. Er hat sich zu einer tragenden Säule in der bayerischen Naturschutzpolitik entwickelt. Die Stiftung unterstützt die Umsetzung der wichtigsten Naturschutzkonzepte im Freistaat: das Biodiversitätsprogramm zur Erhaltung der Biologischen Vielfalt in Bayern, das Arten- und Biotopschutzprogramm, Artenhilfsprogramme, Natura 2000und BayernNetzNatur-Projekte. Die „Gebietsbetreuung in Bayern“ ist aus der künftigen Fördertätigkeit des Naturschutzfonds nicht mehr wegzudenken. So vielfältig die Landschaften in Bayern, so vielfältig ist auch die Trägerstruktur der Gebietsbetreuung. Ohne lokale Organisationen, die vor Ort die Strukturen für die Gebietsbetreuer bereitstellen und sich auch finanziell beteiligen, wäre dieses bayerische Naturschutzmodell nicht möglich. Es sind Naturschutzverbände, lokale Naturschutzvereine, Stiftungen, Landschaftspflegeverbände, Naturparkvereine und Kommunen, durch deren Engagement die Gebietsbetreuung in Bayern weiterhin ihre Stärken einbringen kann.

So vielseitig wie die von ihnen betreuten Gebiete sind auch die Aufgaben der Gebietsbetreuer. Allen gemein ist eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Sie zeigen Besuchern die Naturschönheiten ihrer Gebiete und weisen auf Besonderheiten hin. Sie erklären Zusammenhänge und werben so für nötige Schutz- und Pflegemaßnahmen. Dadurch erreichen sie eine Sensibilisierung für ihre betreuten Gebiete und steigern die Akzeptanz für die Umsetzung von Naturschutzzielen.

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GEBIRGE

Allgäuer Hochalpen Wo der Steinadler kreist GEBIRGE

Gebietsbetreuer Henning Werth wacht über das „Reich des Steinadlers“ im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen.

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GEBIRGE

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ie Allgäuer Hochalpen sind ein Gebiet der Extreme: Die Natur beeindruckt in seltener Schönheit – und zieht umso größere Massen von Touristen und Sportlern an.

1 2 1 Manche Zustiege im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen sind steil, erfordern Trittsicherheit und mehrstündige Aufstiege. 2 Mit dem Spektiv lassen sich scheue Tierarten aus störungsfreier Entfernung beobachten. 3 Abendstimmung am fast unberührten Allgäuer Hauptkamm.

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in Begleitung von Gebietsbetreuer Henning Werth aus der Nähe erleben. Die Wanderung ins Hintersteiner Tal ist längst fester Programmpunkt im touristischen Angebot der Gemeinde Bad Hindelang.

Aber nicht nur der Steinadler wartet oberhalb der Wo der Steinadler kreist, sind die Wege oft weit, die Baumgrenze auf ausdauernde Beobachter: Auch Anstiege steil – leicht machen es die Allgäuer Hochder Alpensteinbock kann im südlichen Teil des alpen ihren Besuchern nicht. Doch so weit und steil Schutzgebietes in freier Wildbahn andie Wege sind, so atemberaubend getroffen werden. Der Kletterkünstsind die Ausblicke von den Gipfeln im ler mit den symbolträchtigen Hörsüdlichen Oberallgäu, so selten die „Die extreme nern ist am Allgäuer Hauptkamm Tiere und Pflanzen im artenreichsten Vielfalt ebenso heimisch wie eine Reihe exGebirge Deutschlands. im Gebiet trem seltener Vögel. Auerhuhn, Habringt viele selhuhn, Birkhuhn und AlpenschneeSeit dem Jahr 1992 sind die AllgäuHeraushuhn brüten exklusiv in den Hocher Hochalpen Naturschutzgebiet. Mit forderungen alpen wie Steinhuhn, Steinrötel und einer Fläche von 210 Quadratkilomit sich.“ Zippammer. metern ist es das zweitgrößte NaturHenning Werth schutzgebiet Bayerns und größer als Doch die Gipfel und ihre Bewohner so mancher deutsche Nationalpark. locken mit ihrer besonderen Schönheit nicht nur Unterhalb der Gipfel weiden Rinder auf saftigen zurückhaltende Naturfreunde: Das ganze Jahr über Wiesen mit einer Vielzahl seltener alpiner Pflanzen strömen Touristen und Freizeitsportler in die Berge, wie dem Purpurenzian, einer westalpinen Pflanzenallein 2,3 Millionen Übernachtungen pro Jahr verart mit purpurroten Blüten, die von Hummeln bezeichnet die Marktgemeinde Oberstdorf. Im Winter stäubt wird. Etwa ein Viertel dieser Fläche dient der hingegen sind weite Teile des Naturschutzgebietes traditionellen Alpwirtschaft. aufgrund der Schneebedeckung und Lawinengefahr unbegehbar. Wer in den Allgäuer Hochalpen unterwegs ist, betritt das Reich des Steinadlers: In mehreren RevieSo schön das Schutzgebiet ist, so schwierig geren kommt der scheue „König der Berge“ im Gebiet staltet sich die Erhaltung seiner Vielfalt. In den Allvor und zieht an den steilen Bergflanken wachsam gäuer Alpen ist der Himmel besonders nah. Doch seine Kreise, getragen von mächtigen Schwingen. wo der Steinadler kreist, ist auch der Spagat zwiSteinadler besiedeln Reviere mit einer Flächenschen Bewundern und Bewahren ein besonders größe zwischen 40 bis 100 Quadratkilometern. schwieriger. Henning Werth kümmert sich darum, Im Rahmen einer Wanderung auf den Spuren der dass dies gelingt. Adler können Gäste und Einheimische die Greife

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4 Der majestätische, aber auch scheue Steinadler. 5 Der Purpurenzian hat einen feinen Rosenduft und wird von Hummeln bestäubt.

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MOORLANDSCHAFT

Moore im Tölzer Land Multifunktionale Filze MOORLANDSCHAFT

Gebietsbetreuerin Birgit Weis mit Hund Csoki unterwegs im Königsdorfer Weidfilz

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MOORLANDSCHAFT

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oore – vielfach Sinnbild für Ödnis, Grusel, Niemandsland und einen Ort zum Verirren. Doch die Tölzer Moore zeigen, wie vielseitig und erfreulich lebendig „das Filz“ ist.

1 Torfmoose können das 30-fache ihrer Trockenmasse an Wasser aufnehmen.

Gesunde Moore dagegen erfüllen wichtige Funktionen: Moore sind Lebensraum für viele hochgradig spezialisierte Tier- und Pflanzenarten, die nur in dieser Umgebung überleben.

Strauchbirken, der Hochmoorgelbling, ZwergliÜber die Anziehungskraft von Hochmooren lässt bellen und der fleischfressende Sonnentau zähsich streiten: Flächen mit kurzen Gräsern, durchzolen zu den Raritäten im Moor. Ebengen von flachen Tümpeln und teils so die Bekassine – ein Schnepfenvoschlammigen Gräben, ab und zu Lat„Die Geschichte gel, auch bekannt als Himmels- oder schen oder Birken. Torf, Moose und dieser Moore Moorziege. Männliche Bekassinen Flechten. Auf den ersten Blick wirken ist auch die steigen während der Balz beim „Himdie ausgedehnten Gebiete unwirtErfolgsgeschichte meln“ im scharfen Zickzack auf 50 lich, manchmal auch unwirklich. Vor der Gebietsbetreuer.“ Meter Höhe auf, um dann plötzlich allem in Herbst und Winter sind MooRoland Weid, zur Seite abzukippen. Nun spreizen re oft totenstill und strahlen eine beRegierung sie die Schwanzfedern zum Fächer sondere Ruhe aus. von Oberbayern und stürzen sich kunstvoll in einem steilen Winkel vom Himmel. Die an Der Zustand der Moore ist alarmieden Federn vorbeiströmende Luft errend: 95% der Moore in Bayern sind zeugt einen Laut, der an das Meckern von Ziegen geschädigt. Torfstiche und Entwässerungsgräben erinnert. Dieses eindrucksvolle Schauspiel wird oft haben über Jahrzehnte große Schäden angerichmehrmals wiederholt und kann besonders wähtet, die Moore ausgetrocknet und mineralisiert. Der rend der Morgen- und Abenddämmerung beobWasserspiegel sinkt, es wächst kaum noch Torf, die achtet werden. Entwässerung bedroht viele Lebensräume.

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das Weiß des Wollgrases zum Vorschein, manchmal Moore sind Klimaschützer, weil sie große Mengen bleibt es kalt, rau und unnahbar. Kohlenstoff speichern. Trotz der massiven Schäden speichern die Moore in Bayern Im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshauetwa sechs Mal so viel Kohlenstoff „Durch eine gute sen gibt es viele Moore. Ein Anteil von wie die gesamten bayerischen WälZusammenarbeit von 11% Moorfläche ist ein Spitzenwert der. Da Moore nur gefiltertes WasGebietsbetreuerinnen in Bayern. Die Gebietsbetreuerinnen ser an die umliegenden Bäche, Seen und Landwirten Birgit Weis und Elisabeth Pleyl kümund Grundwasserschichten abgeben, konnten bereits mern sich um diese Moore. Neben steigern sie die Wasserqualität. Sie einige Moorprojekte Überzeugungs- und Öffentlichkeitsarsind darüber hinaus ein natürlicher umgesetzt werden.“ beit ist es vor allem die Renaturierung, und vorbeugender Schutz gegen Benedikt Zangl, die den beiden Gebietsbetreuerinnen Hochwasser. Außerdem ist „das Filz”, Landwirt am Herzen liegt. Sie sehen das Potenwie die Bayern sagen, eine urwüchzial, weitere 1.500 Hektar Hochmoorsige Landschaft von auf den zweifläche zu renaturieren und in diesem ten Blick besonderer Schönheit: Bereich die Schäden der Entwässerung zu beheben. Braun dominiert als Farbe der Filze, doch im Herbst Eine große Chance für die multifunktionalen Filze. strahlt das Lila der Besenheide, im Frühjahr kommt

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2 Seltene Arten verbergen sich zwischen hochwüchsigem Pfeifengras, unterwegs mit GebietsbetreuerKollegin Elisabeth Pleyl. 3 Ein 70 Meter langer Torfdamm hält das Regenwasser im Moor zurück. 4 Die Bekassine kann mit ihrem langen Schnabel leicht im weichen Moorboden nach Kleintieren stochern.

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GEWÄSSER

Weltenburger Enge Dreiklang aus Felsen, Wald und Wasser GEWÄSSER

Die Donau zwischen Weltenburg und Kelheim – Gebietsbetreuerin Franziska Jäger begutachtet die Pflegemaßnahmen im Naturschutzgebiet „Weltenburger Enge“.

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ieses Zusammenspiel begeisterte bereits König Ludwig I. von Bayern. Auch der Europarat erkannte schon vor Jahrzehnten die Besonderheit der Landschaft am Donaudurchbruch. Felsen. Wald. Wasser. So unterschiedlich dieser Dreiklang ist, so charakteristisch ist er für die Weltenburger Enge, eines der abwechslungsreichsten Naturschutzgebiete in Bayern. Wo sich die Donau zwischen hohen Kalkfelsen hindurchzwängen muss, findet sich eine besondere Vielfalt von Arten. Im Landkreis Kelheim, an der Schnittstelle der Naturräu„Die freifließende me Donau, Tertiäres Hügelland und Donau und Bayerischer Jura treffen sich zwischen die bizarren steil aufragenden Kalkfelsen und Felsmassive ausgedehnten Buchenwäldern Natur faszinieren mich und Kultur. immer wieder!“ Franziska Jäger In den unzugänglichen Felswänden nisten Uhu und Wanderfalke. Die Donau-Kahnschnecke braucht schnellfließendes, sauberes Wasser. Sie kommt in Bayern nur noch in der Weltenburger Enge vor. Zudem verbirgt sich in den ausgedehnten Wäldern des Naturschutzgebietes der bayernweit zweitgrößte Eibenbestand. Das Benediktinerkloster Weltenburg am Eingang zum felsgesäumten Canyon sowie die eindrucksvolle Befreiungshalle auf dem Michelsberg am Ende der Schlucht sind kulturelle Höhepunkte von europäischem Rang. Daher verwundert es nicht, dass jedes Jahr mehrere Hunderttausend Besucher ins Gebiet kommen – mit dem Ausflugsschiff, als Wanderer, Radfahrer oder Paddler. Das kann aber auch Beeinträchtigungen der sensiblen Lebensräume bedeuten. Gebietsbetreuerin Franziska Jäger entschärft dies durch Besucherlenkung und Aufklärungsarbeit und trägt jedes Jahr mit einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm dazu bei, dass Uhu, Wanderfalke & Co. auch in Zukunft in der Weltenburger Enge heimisch sind. Dass die Weltenburger Enge etwas ganz Besonderes ist, erkannte König Ludwig I. bereits im Jahr 1840, als er den Schutz des Gebietes anordnete. Seit 1938 ist es als Naturschutzgebiet ausgewiesen und umfasst zusammen mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet „Hirschberg und Altmühlleiten“ eine Fläche von über 900 Hektar. Auch der Europarat schätzt die außerordentliche Attraktivität und Artenvielfalt des Gebietes und zeichnete die Weltenburger Enge 1978 als bis heute einziges Naturschutzgebiet in Bayern mit dem „Europadiplom für Landschaften von besonderer europäischer Bedeutung“ aus. Ein faszinierendes Gebiet, das mit dem Dreiklang aus Felsen, Wald und Wasser begeistert.

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4 1 Kontrolle der markierten Höhlenbäume. 2 Kloster Weltenburg im Naturschutzgebiet Weltenburger Enge. 3 Der Uhu brütet in den steilen Felswänden. 4 Spektakuläre Felslandschaft im Donaudurchbruch.

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OFFENLAND

Sandmagerrasen-Schutzgebiete bei Erlangen Pferde statt Panzer OFFENLAND

Artenschutz ganz natürlich! Die Urwildpferde im Tennenloher Forst bewahren die Vielfalt und sind gleichzeitig absolute Sympathieträger.

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OFFENLAND

2 Der Dünen-Sandlaufkäfer ist perfekt an die Sandlebensräume angepasst. 3 Die Gebietsbetreuerinnen stehen den zahlreichen Besuchern als Ansprechpartner zur Verfügung. 4 Der Hauhechelbläuling profitiert von den „vierbeinigen Landschaftspflegern“. 5 Durch das Wälzen der Pferde entstehen immer wieder neue offene Sandstellen, die Lebensraum für bedrohte Arten bieten.

pfleger. Durch ihren Huftritt und das für diese PferDie Ruhe in der „Fränkischen Wüste“ – wie die Einde typische Wälzen und Scharren auf dem Boden wohner sagen – war früher unvorstellbar: Bis ins entstehen offene Sandstellen – die Biotope für Jahr 1993 donnerten Panzer durch den Sebalder Silbergras, Sandlaufkäfer und Co. Durch die BeweiReichswald, in dem der Tennenloher Forst liegt. dung bleibt außerdem die Vegetation der OffenDas heutige Naturschutzgebiet war ein Trupflächen licht und kurz, dominante penübungsplatz. Die VergangenGräser und Kräuter nehmen nicht heit hat bis heute ihren Einfluss auf „Die ‚vierbeinigen überhand. Die Wüste bleibt auf einer diesen Teil der Fränkischen WüsLandschaftspfleger‘ Fläche von 90 Hektar ausreichend te, die größten zusammenhängensorgen dafür, dass die wüst. Die Pferde sind nicht allein im den Sandlebensräume Bayerns. Die Artenvielfalt in der Einsatz: Beim Futtern von Gehölzen tonnenschweren Panzer mit ihren ‚Fränkischen Wüste‘ erhalten sie seit einigen Jahren Unwuchtigen Kettenantrieben hielten erhalten bleibt.“ terstützung von Pfauenziegen. Sandmagerrasen und Heide über Verena Fröhlich Jahrzehnte offen. Über 330 gefährSandlebensräume zählen zu den am dete Arten haben hier eine Heistärksten bedrohten Biotopen in Baymat gefunden, einige davon stehen ern. In den vergangenen 100 Jahren ist dieser Ledeutschland- oder sogar EU-weit unter Schutz. bensraum auf etwa 1% seiner ursprünglichen VerNach dem Abzug des Militärs breiteten sich allerbreitung geschrumpft. Die Gebietsbetreuerinnen dings zunehmend Gräser und Gehölze auf den Verena Fröhlich und Wiebkea Bromisch bauen aus Offenflächen aus und die besondere Artenvielfalt Überzeugung auf Sand. Sie helfen die Fränkische drohte zu verschwinden. Wüste mit ihren einzigartigen Lebensbedingungen und Bewohnern wie Ziegenmelker, Schlingnatter, Seit dem Jahr 2003 übernehmen daher UrwildpferKreuzkröte oder Mauerpfeffer zu bewahren. de die Rolle der Kettenfahrzeuge als Landschafts-

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fer bewegt er sich auf der Jagd nach Insekten und m Naturschutzgebiet Tennenloher Forst sind die Spinnen. Seine Routen führen ihn auch an Silberwichtigsten Landschaftspfleger Vierbeiner. Sie gras vorbei, das sich in der trockenen bewahren eine Landschaft, die Hitze zuhause fühlt. Mit feinen Wurihren Charakter auch einer militäri„Die Sandbewohner zeln krallt es sich in dem lockeren Boschen Vergangenheit verdankt. sind wahre den fest und kann noch den letzten Überlebenskünstler.“ Tropfen Wasser aus dem Sand sauHeiß, trocken und nährstoffarm – im Wiebkea Bromisch gen. Die Sandfläche liegt zwischen Sommer herrschen in den SandleErlangen und Nürnberg. Hier befinbensräumen wüstenähnliche Bedindet sich das Naturschutzgebiet und gungen. Nur Spezialisten können Naturerbe der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hier überleben. Einer von ihnen ist der SandlaufTennenloher Forst, eine der spektakulärsten Landkäfer. Auf sechs Beinen flitzt der Jäger bei Sonnenschaften Bayerns. schein über den heißen Sand. Wie ein Stelzenläu-

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1 Trügerische Schönheit: Das Landreitgras würde sich ohne die Urwildpferde ungehindert auf den Offenflächen ausbreiten und die seltenen Sandarten verdrängen.

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WALD GEBIETSBETREUER

Bayerischer Wald „Waldwoge steht hinter Waldwoge…“ WALD

Weit reicht der Blick über die schier endlosen Wälder des Bayerischen Waldes.

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WALD

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aldwoge steht hinter Waldwoge bis eine die letzte ist und den Himmel schneidet“ – so beschreibt Adalbert Stifter in „Der Hochwald“ die endlosen Weiten des Bayerischen Waldes. Doch der Bayerische Wald steht für mehr als schier unendliche Wälder. Im Grenzgebiet zur Tschechischen Republik bieten auch Seen und Höhenzüge Rückzugsräume für seltene Tiere und Pflanzen.

Spechte ihre Baumhöhlen, „Nachmieter“ wie Hohltaube, Waldkauz oder Fledermaus übernehmen ihre Behausungen. Klare Bergbäche suchen sich ungehindert ihre Wege an den Berghängen hinunter ins Tal. Die Flusstäler sind Lebensräume für seltene Pflanzen wie Orchideen, Trollblume und Arnika. Unterbrochen werden die Wälder immer wieder von Waldseen und freien Flächen, sogenannten Schachten, die teils bis heute als Weiden für Jungrinder dienen.

Eine feste Größe in den Höhenzügen des BayeriDie Naturparke Bayerischer Wald und Oberer schen Waldes ist der Große Arber. Mit 1.456 Metern Bayerischer Wald umfassen mehr als 450.000 krönt er das Gebirge und beheimaHektar und bilden zusammen mit tet ein dichtes Nebeneinander fasziden Nationalparken beiderseits der „Für mich nierender Naturerscheinungen: Die deutsch-tschechischen Grenze das ist der Wald Riesloch-Wasserfälle stürzen über größte zusammenhängende WaldArbeitsplatz 260 Höhenmeter ins Tal, mystische gebiet Mitteleuropas. und Faszination Moore warten, auf eiszeitlichen Seen gleichzeitig.“ zwischen steil abfallenden Wänden Zwischen bizarren Baumriesen streiAnette Lafaire schwimmen grüne Inseln. fen Luchse umher, auch einzelne Wölfe und Elche sind wieder in den Anette Lafaire und Johannes Matt Weiten des Waldes unterwegs. Im betreuen die weitläufigen Flächen der Arberregion. Frühjahr hören Wanderer bisweilen ein seltsames Sie informieren vor Ort und sensibilisieren BesuSchnalzen und Wetzen: die Balzrufe des Auerhahns. chergruppen für die Schutzbedürftigkeit des GeWo die Wege enger und die Hänge steiler werden, bietes. Ganz nach Adalbert Stifter: „Das Beste steht finden sich urwaldartige Abschnitte – seit Jahrnicht in den Büchern, sondern in der Natur.“ hunderten nahezu unberührte Natur. Hier bauen

4 Totholz ist voller Leben und somit bedeutender Bestandteil eines Waldes. 5 Noch heute prägen artenreiche Weideflächen, die sogenannten Schachten, das sonst so waldreiche Gebiet.

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1 2 1 Besonderheiten der Arberregion sind die beiden eiszeitlichen Arberseen. 2 Gebietsbetreuer Johannes Matt hat die Entwicklung des Auerhuhnbestands fest im Blick.

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6 6 Gebietsbetreuerin Anette Lafaire dokumentiert Tier- und Pflanzenarten rund um den Kleinen Arbersee. Zudem ist sie vor Ort Ansprechpartnerin für die vielen Touristen.

3 Der größte Waldvogel Mitteleuropas, das Auerhuhn, findet in der Arberregion noch letzte Rückzugsorte in Deutschland.

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FLORA & FAUNA

Bayerns Raritäten Für sie engagieren wir uns BEDROHTE ARTEN

6 Mit seiner auffälligen Färbung signalisiert der Feuersalamander, dass er aufgrund von Giftdrüsen keine schmackhafte Beute ist. 7 Die Arnika, eines der bekanntesten Heilkräuter, findet man immer seltener auf mageren Wiesen.

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ie sind wunderschön, majestätisch, manchmal unscheinbar. Diese Tiere und Pflanzen stehen exemplarisch für jene Arten, für deren Erhaltung sich die Gebietsbetreuer in Bayern stark machen.

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9 8 Der prächtige Diptam gedeiht auf Lichtungen und an Waldrändern und ist in ganz Mitteleuropa eine bedrohte Seltenheit. 9 Die Becherglocke tritt in Deutschland nur noch in wenigen Auwäldern an der unteren Isar auf.

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10 Der Alpenbock ist eine stark gefährdete Käferart, die außerhalb der Alpen in Bayern nur noch am Ammersee als sogenanntes Eiszeitrelikt zu finden ist.

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5 1 Spanische Flagge ist der

Name eines Nachtfalters, der sich bevorzugt in steinigem Gelände aufhält. 2 Das Birkhuhn ist in Bayern nur noch in den Alpen und sehr selten in der Rhön und im Bayerischen Wald anzutreffen. 3 Die prachtvolle Sibirische Schwertlilie bildet nur noch

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in wenigen Feuchtwiesen leuchtend blaue Farbtupfer. 4 Der Frauenschuh ist die wohl bekannteste unserer heimischen Orchideen. Sie wächst in lichten kalkhaltigen Wäldern. 5 Das Blaukelchen ist ein unverwechselbarer Bewohner bayerischer Feuchtgebiete.

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UMWELTBILDUNG

Natur erleben – Zusammenhänge verstehen UMWELTBILDUNG

„Begeisterung ist ansteckend.“ ANDREA BRUCKMEIER

Andrea Bruckmeier, wie erleben Sie Ihr Gebiet am Unteren Inn? Wenn ich in meinem Gebiet unterwegs bin, ist das für mich jedes Mal aufs Neue faszinierend – vor allem, wenn ich vorher viel im Büro saß. Wenn ich eine zündende Idee brauche, gehe ich raus. Durch den Auwald, am Altwasser entlang, sehe die Eisvögel übers Wasser flitzen. Am Ausgang vom Auwald geht es bergauf, auf den Inndamm, zum Stausee mit den weiten Wasserflächen, den Inseln zwischendrin. Im Herbst sind da unglaublich viele Zugvögel. Wenn ein Seeadler auftaucht, fliegen sie zu Hunderten auf und flüchten. Das ist unbeschreiblich! Mit welchem Tier aus Ihrem Gebiet würden Sie gern mal einen Tag tauschen?

strengenden Flügen aus. Im Sommer sind es Arten wie die Flussseeschwalbe, die nur dann zu beobachten sind. Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis als Gebietsbetreuerin?

Andrea Bruckmeier Gebietsbetreuerin Unterer Inn Träger: Landschaftspflegeverband Rottal-Inn e.V. (siehe Karte 22 )

Das Schönste ist, bei einer Führung eine besondere Art zu entdecken: Wenn ich mit einer Gruppe von Schulkindern unterwegs bin und der Seeadler fliegt über uns hinweg. Meine Begeisterung überträgt sich auf die Kinder, die von diesem riesigen Greifvogel hin und weg sind, aus dem Staunen nicht mehr herauskommen und auf dem ganzen Rückweg von dieser Begegnung erzählen. Die Natur ist dann nicht mehr nur Kulisse. Aus diesem Erlebnis wächst anhaltende Begeisterung. Die Umweltbildung liegt Ihnen sehr am Herzen?

Eisvögel sind sehr schön, verbringen den ganzen Tag am Wasser und haben bei uns ausreichend Nahrung (lacht). Außerdem sind sie wahnsinnig schnell unterwegs. Welche Rolle spielen die Jahreszeiten für ihre Arbeit? Die Jahreszeiten sind am Unteren Inn das große Thema, da die Stauseen für viele Zugvögel eine Raststation sind. Im Herbst kommen tausende Wasservögel, die bei uns rasten, bevor sie bei Wintereinbruch über die Alpen in Richtung Süden fliegen. Im Winter haben wir Wintergäste wie die Schellente und im Frühling geht das Ganze wieder rückwärts: Die Überwinterer aus dem Süden kommen zurück zu uns und ruhen sich von ihren an-

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Auf jeden Fall. Es kommen ganz viele Schulklassen zu uns, die oft genaue Vorstellungen haben, was sie während der Zeit bei uns erfahren möchten. Mit denen mache ich Exkursionen in den Auwald, wo kleinere Forschungsaufträge warten. Je nach Altersstufe dürfen die Schüler dann Pflanzen aufspüren, anschließend bestimmen wir diese zusammen. Mit den Kleineren wandere ich und mache Spiele in der Natur. Die Kinder sollen nicht nur etwas lernen, sondern Erinnerungen daran mitnehmen, wie es draußen in der Natur war. Das soll Spaß machen und haften bleiben.

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GEBIETSPRÄSENZ 1 Den Gebietsbetreuer und den Fotografen fest im Blick,  ein Rotmilan hoch über dem Beobachtungsturm.

„Kontinuität ist ein Schlüssel für Erfolge.“

2 Ausblick auf das Ampermoos vom neuen Vogelturm bei Kottgeisering. Im Herbst und Winter eine der besten Stellen um Kornweihen zu beobachten.

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CHRISTIAN NIEDERBICHLER

Christian Niederbichler, Sie waren der erste hauptamtliche Gebietsbetreuer überhaupt in Bayern. Ja, genau. Das war das Pilotprojekt, bereits im Oktober des Jahres 1997 ging es los. Welchen Bezug haben Sie zum betreuten Gebiet? Einen langen und intensiven. Aufgewachsen bin ich am Münchner Westrand, gar nicht weit weg vom Ammersee. Zum Vögelbeobachten bin ich dort erstmals mit 15 Jahren hingeradelt. Zu meinen ersten ehrenamtlichen Arbeitseinsätzen im Naturschutz gehörte das Bewachen von Flussseeschwalben-Nestern. Das sind unvergessliche Eindrücke. Was empfinden Sie, wenn Sie an die Entwicklungen am Ammersee denken? Da denke ich manchmal an die Zeit zurück, in der ich als Jugendlicher auf der Insel im sogenannten Binnensee gearbeitet habe. Die Verbundenheit ist groß, deshalb erlebe ich die Umbrüche im Umfeld der boomenden Metropolregion München umso stärker. Angesichts dieser Entwicklungen müssen wir die Bedeutung von Natur und Landschaft hochhalten. Außerdem tanke ich am See und im Moos Energie, schöpfe frischen Mut für die anstehenden Aufgaben. Frischen Mut geben sicher auch Führungen für Interessierte. Definitiv. Eine besondere Freude bereitet einem der Blick in glückliche Kindergesichter, wenn man ihnen auf einer Frühlingsführung einen Brachvogel vorführen kann. Einmal waren wir mit einer Klasse

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einer Mädchen-Realschule unterwegs. Es war November – den ganzen Tag kalt und grau. Wir haben die Schülerinnen mit Themen gefüttert, hatten aber den Eindruck, sie sind völlig desinteressiert. Die Mädchen sollten Informationsobjekte erstellen. Was herausgekommen ist, hat uns dann umgehauen. Die Mädchen haben sich so viel gemerkt, tolle Ideen entwickelt, etliche davon wurden später umgesetzt: ein begehbares Schilfrohr zum Beispiel. Sie sind seit 20 Jahren Gebietsbetreuer, was überwiegt in Ihrer Tätigkeit – Konstanz oder Veränderung? Schon eher die Konstanz. Weil wir die Aufgabenschwerpunkte so legen, dass die eigenen Stärken am besten eingesetzt werden können. Ich kenne mich mit Landschaftspflege und Artenschutz in Streuwiesen gut aus. Im Ampermoos konnten wir die Bestände seltener Arten zum Teil verdoppeln. Konstant ist auch die Zusammenarbeit mit Landwirten, die Streuwiesen pflegen. Da wuchs in 20 Jahren etwas zusammen. Man lernt voneinander und mir versichern immer wieder Landwirte, dass sie von uns profitieren, vor allem weil wir vor Ort sind. Kontinuität ist ein Schlüssel für Erfolge. Denn Grundeigentümer und Landwirte denken in längeren Zeiträumen. Sie prägen eine Region eine ganze Generation und nehmen einen nur ernst, wenn man dauerhaft da ist. Aber Veränderung gibt es auch. Zum Beispiel kommen neue Trendsportarten auf, wie das Steh-Paddeln. Da müssen wir schauen, dass wir den Sportlern Verständnis für Schutzzonen und Ruhezeiten vermitteln. Auch Verhalten und Zahl überwinternder Wasservögel verändern sich, Stichwort Klimawandel.

Christian Niederbichler Gebietsbetreuer Ramsargebiet Ammersee Träger: Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. (siehe Karte 25 )

3 Gebietsbetreuer im Erfahrungsaustausch über Pflegekonzepte. Eine Altgrasfläche in den Streuwiesen wird begutachtet.

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Langfristige Betreuung vor Ort GEBIETSPRÄSENZ

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KOMMUNIKATION

„Ich kann die Menschen an die Hand nehmen.“ PHILIPP HERRMANN

Philipp Herrmann, einige Ihrer Freunde und Kollegen nennen Sie den „Vogelphilipp“ – wie kommt es?

Naturschutz: Auch digital KOMMUNIKATION

2 für die Naturkunde begeistern ist Philipp Herrmann ein Herzensanliegen. 2 „Citizen Science“ – Die Suche nach beringten Möwen. Philipp Herrmann initiierte ein MitmachForschungsprojekt für die Bürger von Landshut. 3 Der direkte Draht zum Gebietsbetreuer – Vogelstimmenbestimmung per WhatsApp.

Aus Leidenschaft! Ich wollte mein Leben lang etwas mit Vogelkunde machen. Mit den ersten Praktika habe ich schon lange vor dem Studium begonnen. Ich war in Nordostungarn, im Sumpf der 1.000 Reiher, später im Nationalpark von Berchtesgaden und habe Dreizehenspechte kartiert, gefangen und beringt. Auf einer Vogelstation in Hamburg war ich Zivi. Als studierter Ingenieur für Naturschutz und Landschaftsplanung mache ich seit dem Jahr 2011 als Gebietsbetreuer beruflich, was ich schon immer machen wollte. Was sind die Schlagwörter, um Ihr Gebiet, das Isartal in Stadt- und Landkreis Landshut, zu charakterisieren? Strukturreich – weil es sehr vielfältige Lebensräume gibt. Menschengeprägt – das gesamte Gebiet ist unter Einfluss des Menschen entstanden. Stadtnah – der Einzugsbereich von Landshut ist sehr groß. Diese Nähe zur Stadt ist nicht unproblematisch.

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Was hat es mit Ihrer Whatsapp-Aktion vom „Vogelphilipp“ auf sich?

Wieso wurden Sie Gebietsbetreuer?

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1 Junge Menschen

Ich war 12 Jahre alt, als ich ein Fernglas und ein Vogelbuch geschenkt bekommen habe. In Sachen Vogelkunde habe ich mir alles selbst beigebracht, hatte keinen Mentor. Ziemlich bald habe ich angefangen, Vogelstimmen-CDs anzuhören – sogar zum Einschlafen. Somit habe ich als Teenager die Vogelstimmen gelernt und kann heutzutage nahezu alles bestimmen, was in Mitteleuropa singt.

Eindeutig. Nachdem in den 90ern das Militär gegangen war, gab es große Bestrebungen, den ehemaligen Standortübungsplatz als Baugebiet auszuweisen. Der Bund Naturschutz und einige Mitstreiter konnten die Stadt Landshut überzeugen, ein Großteil des Geländes als Naturschutzgebiet auszuweisen. Heute ist die Stadt Landshut stolz, eine von wenigen kreisfreien Städte mit einem Naturschutzgebiet auf Stadtgrund zu sein.

Ich leitete schon als 16-Jähriger meine erste Vogelstimmen-Exkursion. Die Interessierten quälen sich früh morgens aus dem Bett, gehen bei der Führung mit, lauschen den Gesängen der Vögel und sind begeistert.

Philipp Herrmann Gebietsbetreuer Isartal in Stadt und Landkreis Landshut Träger: Stadt Landshut und Landkreis Landshut (siehe Karte 21 )

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Mitmachaktion Wer singt denn da? Sie sind oft in der Natur unterwegs und würden gern wissen welches Vöglein da gerade zwitschert? Im Frühjahr 2017 haben Sie die Möglichkeit den Gesang vom Vogelphilipp bestimmen zu lassen!

So geht’s! starten Sie Ihr WhatsApp Fügen Sie die folgende Nummer zu Ihren Kontakten hinzu: 0160/7020981 Richten Sie nun Ihr Handy auf den singenden Vogel und drücken Sie rechts unten auf das Mikrofonsymbol um den Vogel aufzunehmen 00:15

Irgendwann bin ich darauf gekommen, dass das doch auch mit dem Handy geht. Ich habe kleine Schildchen entworfen. Da steht meine Handynummer drauf, sodass mir die Menschen Vogelstimmen per WhatsApp schicken können. Fünf solcher Schilder habe ich in Landshut verteilt und das hat ziemlich gut funktioniert: In drei Monaten haben mir über 200 Leute Aufnahmen geschickt. Ich saß zuhause, im Büro, unterwegs, wo auch immer und konnte antworten: Das ist eine Blaumeise, die macht „zizi dididä ä ä zizi dididä ä ä“. Oder das ist eine Singdrossel und die macht „düdü düdü düdü – dadadi dadadi dadadi“. Das hat total Spaß gemacht, weil es eine 1:1-Kommunikation ist und ich kann sehr Interessierten bei Bedarf noch mehr Informationen schicken und die Menschen an die Hand nehmen.

08:26

… bald kommt die Antwort mit dem Vogelnamen Sie haben kein WhatsApp, würden aber gerne mitmachen? Schicken Sie einfach Ihre Tonaufnahme per Mail an [email protected]

"Vogelphilipp" - Philipp Herrmann - Gebietsbetreuer „Isartal in Stadt und Landkreis Landshut“

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ARTENSCHUTZ

„Die Identifikation mit meiner Arbeit ist sehr, sehr groß.“ RUDOLF LEITL

Rudolf Leitl, haben Sie einen Lieblingsplatz in Ihrem Gebiet? Am Südhang einer Wacholderheide steht eine große, alte Kiefer. Dort sitze ich manchmal abends und habe einen Detektor dabei, mit dem ich die Rufe der Fledermäuse hörbar machen kann. Wir haben dort Rinderweiden eingerichtet, weil die Großen Hufeisennasen insbesondere im Herbst von Dungkäfern leben. Wenn ich die Sonne im Westen untergehen sehe und dann bald die pfeifenden Rufe der Großen Hufeisennase im Detektor höre – das erfreut mich immer wieder. Die Natur honoriert es, wenn wir uns für sie einsetzen. Was macht diese Fledermäuse so besonders? Die Große Hufeisennase stand in Deutschland kurz vor dem Aussterben. In Hohenburg konnte das letzte Fortpflanzungs-Vorkommen der Großen Hufeisennase gerade noch rechtzeitig entdeckt werden. Durch unsere Fördermaßnahmen wächst die Kolonie nun beständig. Das Fledermaushaus in Hohenburg und seine Bewohner sind in dieser Form einmalig. Hier kann man die Fledermäuse erleben, wie das bisher nicht möglich war: Mit einzeln steuerbaren Infrarotkameras und sehr starkem Zoom lassen sich die Tiere förmlich hautnah beobachten, ohne dabei zu stören. Das Sozialverhalten der Großen Hufeisennasen ist so interessant, dass die Besucher oft bis nach Mitternacht bleiben. Auch für die Fledermausforschung gab es schon viele neue Erkenntnisse über die seltenste Fledermausart Deutschlands.

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Wie hat sich bei Ihnen diese besondere Sensibilität für ein ganzheitliches Naturverständnis entwickelt? Ich bin in einer Landwirtschaft aufgewachsen, mit intensivem Kontakt zur Natur. Darum wurde es mir sehr bald wichtig, die Landschaft und die darin lebenden Wesen zu bewahren. Mit 13 Jahren habe ich angefangen, biologisch-dynamischen Landbau zu betreiben. Zuerst habe ich von meinem Vater einen Acker bekommen, dann einen zweiten Acker, einen dritten Acker. Es ist toll zu erleben, wie erfolgreich man mit den Kräften der Natur arbeiten kann. Heute kann ich als Gebietsbetreuer sehr gut vermitteln, wie verantwortungsvolles Handeln funktioniert. Die Kinder der ersten Klassen der Grundschule Hohenburg dürfen nun jährlich im Juni in 4er-Gruppen die ersten zwei Schulstunden ins Fledermaushaus kommen und die Geburten der Hufeisennasenbabys über die Kameras live miterleben. Jede Gruppe darf dann auch der kleinen Fledermaus einen Namen geben. Diese Kinder haben einen ganz anderen Bezug zu ihren flatternden Nachbarn.

Rudolf Leitl Gebietsbetreuer Landkreis Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg Träger: LPV AmbergSulzbach e.V. (siehe Karte 9 )

Naturschutz aus Leidenschaft ARTENSCHUTZ

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3 1 Drei Große Hufeisennasen im Winterschlaf. 2 Das Fledermaushaus Hohenburg erstrahlt in neuer historischer Fassade. 3 Klassenzimmer Fledermaushaus – Naturschutzunterricht der besonderen Art. 4 Blick vom Nordhang des Lauterachtales auf den Markt Hohenburg.

So gut wie alle erwachsenen Besucher gehen mit einem ganz anderen Blick für ihre Umwelt aus dem Fledermaushaus. Nicht nur der Blick auf das Leben der Fledermäuse ist ein anderer, auch der Blick auf den Umgang mit unserer Landschaft und die Auswirkungen auf unsere Mit-Lebewesen. Vielen Menschen sind die Zusammenhänge in unserer Umwelt wenig bewusst. Am Beispiel der Großen Hufeisennase lässt sich das sehr gut und anschaulich vermitteln.

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BESUCHERLENKUNG

Menschen an die Natur heranführen

Isolde Miller, seit dem Jahr 2003 sind Sie Gebietsbetreuerin am Bodensee. Nach so langer Zeit gibt es sicher kaum Ecken, die Sie nicht kennen. Doch, es gibt diese Ecken. Beispielsweise in den Tiefen der Tobelwälder im Westallgäu. Abseits von Weg und Steg gibt es solche Plätze. Dort führe ich bewusst niemanden hin, weil ich um die Bedeutung dieser unberührten Bereiche weiß. In anderen Gebieten bin ich unterwegs, um Entwicklungen zu dokumentieren und Bestände zu prüfen.

BESUCHERLENKUNG

Was ist das Besondere an Ihrem Gebiet? Ich bin für drei völlig unterschiedliche Lebensräume zuständig: Die Moore, die Tobelwälder, der Bodensee – das sind Biotope mit ganz verschiedenen Pflanzenarten und ökologischen Gesellschaften. Der Landkreis Lindau ist der zweitkleinste Landkreis Bayerns, die drei Lebensräume befinden sich also trotz der Unterschiede auf sehr engem Raum. An welches Erlebnis aus 14 Jahren Gebietsbetreuung erinnern Sie sich besonders gern?

Isolde Miller Gebietsbetreuerin Moore, Tobel und Bodenseeufer Träger: Bund Naturschutz in Bayern e.V. (siehe Karte 30 )

1 2 1 Auch wenn es noch so schön wäre... Um die sensiblen Pflanzen nicht zu schädigen, muss man in Hochmooren auf den Wegen bleiben. Kinder können das gut verstehen.

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2 Die Hasenreuther Wasserfälle sind im oberen Bereich erschlossen. Hier wird diese Naturschönheit Besuchern zugänglich gemacht. Zum Unterlauf führen hingegen keine markierten Wege.

Ganz am Anfang habe ich einen Biotop-Lehrpfad reaktiviert, in der Nähe des Bodensees. Dieser Lehrpfad bestand aus vielen Tümpeln, die stark verlandet waren. Wir haben diese wieder ausgebaggert und es war ein Baggerfahrer dabei, der war wirklich super. Er hat genau gemacht, was ich wollte (lacht). Als wir hinterher da standen, steckte seine Baggerschaufel noch in einem Tümpel. Da sagt er: „Jetzt will ich aber schon wissen, warum machen

wir das?“ Ich hab ihm von seltenen Libellenarten erzählt, die offene Wasserflächen brauchen und während ich noch spreche, kommt genau eine solche Art und setzt sich auf die Baggerschaufel. „Sehen sie, da ist sie schon“, habe ich gesagt. Das hat auch den Baggerfahrer beeindruckt. Was sind die besonderen Herausforderungen bei der Arbeit zwischen dem Ballungsgebiet Lindau und dem eher ländlichen Raum des Allgäus? Am Bodensee ist es vor allem der Umgang mit den Besucherströmen. Es gibt hier zwei Naturschutzgebiete, die sehr stark frequentiert werden. Ich muss schauen, wo ich die Menschen überhaupt noch hinführe und was ich zeigen kann, ohne dem Gebiet zu schaden! Bei den Mooren gibt es immer wieder Diskussionen, ob wir weitere Pfade installieren oder Aussichtsplattformen. Da sage ich auch: Bitte nicht überall! Wir müssen auch mal die Natur Natur sein lassen. Wo wir ohnehin schon eine Nutzung haben, da können wir möblieren oder Besucherinformationen anbringen. Auch durch die Tobelwälder im Westallgäu gibt es ein paar Wanderwege, das ist genug. Wir müssen der Natur die Chance geben, Ruhe zu haben. Deshalb wollen wir ein Naturwald-Reservat, um zu zeigen was passiert, wenn wir gar nicht mehr eingreifen.

„Wir müssen auch mal die Natur Natur sein lassen.“ ISOLDE MILLER

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KOOPERATION

„Durch Zusammenarbeit erreichen wir eine Wertschöpfung.“

Naturschutz als Partner der Landwirtschaft KOOPERATION

PETER GUGGENBERGER-WAIBEL

Peter Guggenberger-Waibel, seit dem Jahr 1995 arbeiten Sie im Günztal, seit 2002 als Gebietsbetreuer. Welche von Ihnen angestoßene Veränderung macht Sie besonders stolz? Wir haben seit dem Jahr 2008 die Beweidung mit dem Original Braunvieh ins Günztal zurückgebracht. Diese bedrohte Rinderrasse darf sich seitdem wieder frei in unserer Landschaft bewegen. Das Unterallgäu ist der rinderreichste Landkreis in Bayern – aber wenn sie durch den Landkreis fahren, sehen sie kaum welche. Ich konnte gemeinsam mit mehreren Landwirten die Weide, die älteste Form der Landwirtschaft überhaupt, wieder in den Günz-Auen etablieren. Was sind die speziellen Herausforderungen in Ihrem Gebiet? Wir sind kein Nationalpark oder ein großes Erholungsgebiet, sondern Teil einer intensiv genutzten Landschaft. Unsere Partner im Naturschutz sind vor allem Landwirte. Wir sind im Zentrum der deutschen Milchwirtschaft. Naturschutz und Landwirtschaft haben eine lange und oftmals von gegenseitigen Vorwürfen geprägte Historie. Da muss ich Brücken bauen und im direkten Gespräch den Einzelnen überzeugen. Hat sich Ihre Arbeit wesentlich verändert, seitdem Sie angefangen haben? Wir haben heute im Naturschutz bessere Instrumente um Flächen zu schützen und mehr Know How im Projektnaturschutz. Auch die Landwirtschaft hat sich komplett verändert: Während vor

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20 Jahren die meisten Betriebe in einer mehr oder weniger gleichen Größenordnung waren, ist das jetzt enorm gespalten. Es gibt die großen sogenannten „Zukunftsbetriebe“, die für den Weltmarkt produzieren. Und es gibt in der Landwirtschaft viele kleine und mittlere Betriebe, die sich von dieser Entwicklung abgehängt fühlen.

Peter GuggenbergerWaibel Gebietsbetreuer Günztal Träger: Stiftung KulturLandschaft Günztal (siehe Karte 26 )

Mit einigen dieser kleineren Betriebe arbeiten Sie sehr erfolgreich zusammen. Gebietsbetreuung ist kein Benefizprojekt, bei uns geht es um die Erhaltung einer Kulturlandschaft. Dazu brauche ich die „Kulturschaffenden“, die diese Flächen bewirtschaften. Damit die Landwirte mehr Erfolg haben, haben wir gesagt, dass wir die Wertschöpfung durch Zusammenarbeit gemeinsam steigern wollen. Wir haben das Projekt „Günztal Weiderind“ entwickelt, vertreiben hochwertiges Weide-Beef. Wir zeigen den Verbrauchern die Zusammenhänge: Wo kommen gesunde Lebensmittel her? Wie werden die erzeugt? Was ist der besondere Wert? Der Wert liegt eben nicht nur im Produkt, sondern auch in der Landschaft, wo dieses Produkt erzeugt wird. Ein klassisches Beispiel für Regionalmarketing?

1 2 1 Naturnahe Weidewirtschaft in der Günzaue mit dem Original Braunvieh. 2 Das Günztal wird fast flächendeckend landwirtschaftlich intensiv genutzt.

Genau. Die Produkte sind regional, die Produktion ist transparent. Das ist in unserer Region durchaus etwas Neues, wo sich hier doch fast alles um die Milchwirtschaft dreht, aber die Fleischproduktion so gut wie kaum eine Rolle spielt. Wir haben ein Produkt mit einem starken Profil: Fleisch von einer bedrohten Nutztierrasse, das dabei hilft, die Landschaft vielfältig zu erhalten. www.gebietsbetreuer.bayern

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GEBIETSBETREUER

Naturschutz. Für Dich. Vor Ort. Mit 42 Gebietsbetreuern in 37 Gebieten

1 Lange Rhön Torsten Kirchner

4 Agrarlandschaft Mainfranken Marc Sitkewitz

7 Schutzgebiete im Landkreis Forchheim Andreas Niedling Wolfgang Sack

9 Landkreis Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg Rudolf Leitl

IN GANZ BAYERN

Wildland-Stiftung Bayern Oberwaldbehrunger Str. 4 97656 Oberelsbach 0931 380-1669 [email protected] www.wildland-stiftung.de

1 5

2 Naturpark Spessart Christian Salomon Torsten Ruf 

6

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Bezirksgeschäftsstelle Unterfranken Mainlände 8 97209 Veitshöchheim 0931 45265047 [email protected] www.unterfranken.lbv.de Naturpark Frankenwald Beate Singhartinger

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10 13 Bibermangement

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Naturpark Spessart e.V. Frankfurter Str. 4 97737 Gemünden am Main 09352 6064200 [email protected] www.naturpark-spessart.de 3 Trockengebiete auf Muschelkalk Christiane Brandt

6 Schutzgebiete im Fichtelgebirge Eckardt Kasch

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15

12

Ökologische Bildungsstätte Oberfranken Naturschutzzentrum Wasserschloß Mitwitz Unteres Schloß 96268 Mitwitz 09266 6286 [email protected] www.oekologische-bildungsstaette.de/ gebietsbetreuer/

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Landschaftspflegeverband Forchheim e.V. Oberes Tor 1 91320 Ebermannstadt 09191 864206 [email protected] [email protected] www.lpv-fo.de

Landschaftspflegeverband Amberg-Sulzbach e.V. Schlossgraben 3 92224 Amberg 09621 39-237 [email protected] Fledermaushaus Hohenburg: 09626 9299772 www.fledermaushaus-hohenburg.de 10 Naturpark Oberpfälzer Wald und Oberpfälzer Seenland Markus Kurz

8 SandmagerrasenSchutzgebiete bei Erlangen-Tennenlohe Verena Fröhlich Wiebkea Bromisch

Naturpark Oberpfälzer Wald e.V. Wackersdorfer Str. 80 92421 Schwandorf 09431 471-373 [email protected] www.naturpark-opf-wald.de 11 Wiesmet, Altmühlseeund Brombachseegebiet Verena Auernhammer

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Landschaftspflegeverbände Würzburg e.V. und Main-Spessart e.V. Zeppelinstr. 15 97074 Würzburg 0931 8041368 [email protected] www.lpv-wuerzburg.de

Naturpark Fichtelgebirge e.V. Jean-Paul-Str. 9 95632 Wunsiedel 09232 80-543 [email protected] www.naturpark-fichtelgebirge.org

Landschaftspflegeverband Mittelfranken e.V. Am Weichselgarten 9 91058 Erlangen 09131 6146345 [email protected] www.lpv-mfr.de www.wildpferde-tennenlohe.de

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Schlossstr. 2 91735 Muhr am See 0172 7691031 [email protected] www.lbv.de/altmuehlsee

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GEBIETSBETREUER 12 Naturverträglicher Steinabbau im südlichen Frankenjura Adi Geyer

Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. Donaupark 13, 93309 Kelheim 09441 2077324 [email protected] www.voef.de

18 Mündungsgebiet der Isar Thomas Schoger-Ohnweiler

15 Donau östlich von Regensburg Hartmut Schmid

Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen und Landkreis Eichstätt Direkter Kontakt: Volkfeldstr. 39 96049 Bamberg 0951 18519048 [email protected] www.landkreis-wug.de Bibermanagement in Bayern Gerhard Schwab, Horst Schwemmer 13

Stadt Landshut, Landkreis Landshut Stadt Landshut Luitpoldstr. 29a, 84034 Landshut 0871 881467, 0171 5542956 [email protected] www.landshut.de

25 Ramsargebiet Ammersee Christian Niederbichler Franz Wimmer

Naturpark Oberer Bayerischer Wald mit Schwerpunkt Ökoregion Arrach-Lam-Lohberg und Großer Arber Anette Lafaire

19 Ilztal Stefan Poost

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Bahnhofstr. 16 82515 Wolfratshausen 08171 27303 [email protected] www.lbv-toel.de Landschaftspflegeverband Rottal-Inn e.V. Infozentrum Ering Innwerkstr. 15, 94140 Ering 08573 1360 [email protected] www.europareservat.de Lechtal Stephan Jüstl 23

Naturpark Bayerischer Wald e.V. Schlossweg 5, 94142 Fürsteneck 08505 86 94 94 [email protected] www.naturpark-bayer-wald.de

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Landsbergerstr. 57 82266 Inning a. A. 08143 8807 [email protected] www.lbv.de www.ramsar-ammersee.de Günztal Peter Guggenberger-Waibel

20 Donauleiten zwischen Passau und Jochenstein Sebastian Zoder

Landkreis Cham Rachelstr. 6, 93413 Cham 09971 78-386 [email protected] www.naturpark-obw.de www.bayerischer-wald.org Arberregion Johannes Matt 17

14 Weltenburger Enge, Unteres Altmühl- und Donautal im Landkreis Kelheim Franziska Jäger

21 Isartal in Stadt und Landkreis Landshut Philipp Herrmann

Naturpark Bayerischer Wald e.V. Info-Zentrum 3, 94227 Zwiesel 09922 802480 [email protected] www.naturpark-bayer-wald.de

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Haus am Strom GmbH Am Kraftwerk 4 94107 Untergriesbach-Jochenstein 08591 912890 [email protected] www.hausamstrom.de/de/donautal/

24 Ampertal Sebastian Böhm

Landschaftspflegeverbände Dachau e. V. und Fürstenfeldbruck e.V. Münchner Str. 37 85232 Bergkirchen-Eschenried 0173 5904410 [email protected] www.lpv-ffb.de www.lpv-dachau.de

Stiftung KulturLandschaft Günztal Bahnhofstr. 34, 87724 Ottobeuren 08332 790538 [email protected] www.guenztal.de

32 Mangfallgebirge Marco Müller

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Gsteigstr. 43 82467 Garmisch-Partenkirchen 08821 969048 [email protected] www.isar-karwendel.lbv.de 36 Nördlinger Ries Judith Kronberg

Landkreise Traunstein und Rosenheim Landratsamt Traunstein Papst-Benedikt-XVI.-Platz 83278 Traunstein Landratsamt Rosenheim Wittelsbacherstr. 53 83022 Rosenheim 0861 58298 [email protected] www.chiemseegebiet.de

Landkreis Miesbach Rosenheimer Str. 1-3 83714 Miesbach 08025 7043327 [email protected] www.landkreis-miesbach.de/ Gebietsbetreuung_Mangfallgebirge/ 33 Achental Kathrin Schwarz

30 Moore, Tobel und Bodenseeufer Isolde Miller

27 Starnberger See und Umland Dr. Andrea Gehrold

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Landsberger Str. 57 82266 Inning-Stegen 08143 271168 [email protected] www.lbv.de

Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern e.V. Zeilerweg 2, 83671 Benediktbeuren 08857 88-705 [email protected] www.zuk-bb.de

29 Chiemsee Dirk Alfermann

26

Lebensraum Lechtal e.V. Weihertalstr. 16, 86920 Denklingen 08243 771 3940 01577 3092285 [email protected] www.lebensraumlechtal.de

Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Burgweg 19, 87527 Sonthofen 08321 619036 [email protected] www.allgaeuer-hochalpen.de 35 Obere Isar und Karwendel Michael Schödl

Unterer Inn Andrea Bruckmeier

16

Bund Naturschutz in Bayern e.V. Landesgeschäftsstelle Dr. Johann-Maier-Str. 4, 93049 Regensburg G. Schwab, 0172 6826653 H. Schwemmer, 0171 2432269 [email protected] [email protected] www.bund-naturschutz.de/ tiere-in-bayern/saeugetiere/ biber/bibermanagement.html

31 Isar-Loisach-Moore Elisabeth Pleyl

22

Landkreis Deggendorf Infozentrum Isarmündung Maxmühle 3, 94554 Moos 09938 919135 [email protected] www.infozentrum-isarmuendung.de

Landschaftspflegeverband Regensburg e.V. Altmühlstr. 3, 93059 Regensburg 0941 4009456, [email protected] landratsamt-regensburg.de [email protected] www.lpv-regensburg.de

28 Moore und Isar im Tölzer Land Birgit Weis

Ökomodell Achental e.V. Kirchplatz 1 83259 Schleching 08649 986655 [email protected] www.oekomodell.de Bund Naturschutz in Bayern e.V. Lotzbeckweg 1 88131 Lindau 08382 887564 [email protected] lindau.bund-naturschutz.de/

Landkreis Donau-Ries, Schutzgemeinschaft Wemdinger Ried, Rieser Naturschutzverein Landratsamt Donau-Ries Pflegstr. 2 86609 Donauwörth 0906 74-302 [email protected] www.donau-ries.de 37 Östliches Donauried Michaela Schneller

34 Allgäuer Hochalpen Henning Werth

Bund Naturschutz in Bayern e.V. Heilig-Kreuz-Str. 15 86609 Donauwörth 0906 23638 [email protected] www.donauries.bund-naturschutz.de www.gebietsbetreuer.bayern

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ZAHLEN & FAKTEN

IMPRESSUM GEBIETSBETREUER

Zahlen und Fakten

Impressum

DARUM IST DIE GEBIETSBETREUUNG SO ERFOLGREICH

Größe der Gebiete, in denen eine Betreuung verankert ist:

1.700.000 ha

ca. Das sind etwa 24% der Landesfläche. Größe der Natura 2000-Gebiete, in denen eine Betreuung verankert ist:

208.000 ha

ca. Das sind etwa 26% der bayerischen Natura 2000-Flächen.

Wissen wirkt

Bewertungen der Führungen

„Besonderheiten des Gebietes sprechen mich jetzt mehr an.“

„Ich finde das Gebiet jetzt schützenswerter und wertvoller.“

Idee, Koordination und verantwortlich für den Inhalt Andrea Bruckmeier › Landschaftspflegeverband Rottal-Inn e.V. [email protected] Philipp Herrmann › Stadt Landshut und Landkreis Landshut › [email protected] Franziska Jäger › Landschaftspflegeverband Kelheim VöF e.V. › [email protected] Marco Müller › Landkreis Miesbach › [email protected] Kathrin Schwarz › Ökomodell Achental e.V. › [email protected] Birgit Weis › Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. › [email protected] Henning Werth › Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. › [email protected]

19% Gut

78% Sehr gut

„Mein Interesse am Naturschutz ist jetzt höher.“ „Ich finde es jetzt interessanter, sich mit der Natur zu befassen.“ „Ich kann Verbote und Maßnahmen jetzt besser nachvollziehen.“

„Ich habe jetzt mehr Verständnis, dass für den Naturschutz (Steuer-) Geld ausgegeben wird.“ Quelle: ISG, Besucherbefragung 2013

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Grafische Gestaltung und technische Umsetzung Dagmar Rogge › Dipl. Designerin (FH) › Münsing / Ammerland › [email protected] Interviews und textliche Redaktion Peter Bieg › Journalist › Trier › [email protected]

2013

2088 Fragebögen

2016 wurden von den

733

Gebietsbetreuern insgesamt Führungen mit

14.677

„Ich habe jetzt mehr Verständnis für den Naturschutz im Gebiet.“

„Ich habe jetzt mehr Verständnis für den Naturschutz allgemein.“

Herausgeber Bayerischer Naturschutzfonds Stiftung des öffentlichen Rechts Rosenkavalierplatz 2 › 81925 München Telefon: 089 9214-2235 › Fax: 089 9214-3951 E-Mail: [email protected] › www.naturschutzfonds.bayern.de Projektträger des Gebietsbetreuer-Magazins Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V. Eisvogelweg 1 › 91161 Hilpoltstein

DAS DENKEN TEILNEHMER NACH EINER FÜHRUNG

92%  88%  92%  87%  71%  73%  86%  86% 

GEBIETSBETREUER-MAGAZIN

Teilnehmern, Projekttage und

134 162 Vorträge durchgeführt.

2072

Anzahl der Beratungen 2016 (z. B. für Eigentümer und Bewirtschafter; hinsichtlich Flächenpflege und Schutzgüter im Gebiet)

Fotografie Andreas Riedmiller › Fotografie › Oy-Mittelberg › http://lustaufnatour.de/ Weitere Bildnachweise (andernfalls auf der Seite angegeben) S. 3, 4. Zeile links: Manfred Gürtler › S. 3, 5. Zeile rechts: Nuernberg Luftbild, Hajo Dietz › S. 11, 4: Christoph Moning, LBV-Archiv › S. 11, 5: Henning Werth › S. 15, 4: Z. Tunka, LBVArchiv › S. 18, 2: Nuernberg Luftbild, Hajo Dietz › S. 19, 3: Marcus Bosch, LBV-Archiv › S. 23, 2: Stefan Gaspar › S. 23, 4: Verena Fröhlich › S. 23, 5: Verena Fröhlich › S. 24: Johannes Matt › S. 26, 3: Karl-Heinz Schindlatz › S. 28-29: Wolfgang Lorenz › S. 37, 13: Rudolf Leitl › S. 37, 4: Johann Semmler › S. 38, 1: Till Reichert, BN › S. 38, 2: Isolde Miller › S. 41, 1: Manfred Gürtler › S. 41, 2: Anthony Brown, Fotolia › S. 42: Artalis-Kartographie, Fotolia › S. 43, 2: Torsten Ruf › S. 43, 11: Peter Auernhammer › S. 45, 37: Philipp Dinkelmeier Druck Mayr Miesbach GmbH › Am Windfeld 15 › 83714 Miesbach Auflage 4.480 Für die Unterstützung bei der Erstellung des Magazins danken wir: Dagmar Rogge und Peter Bieg für die exzellente professionelle Begleitung und ihre Geduld, Georg Schlapp und Christine Bader für die inhaltliche Mitwirkung und Förderung, Helmut Beran für die Übernahme der Projektträgerschaft, allen Gebietsbetreuer-Kolleginnen und Kollegen für die fachlichen Beiträge sowie ganz besonders Andreas Riedmiller, dessen einmalige Fotoaufnahmen das Magazin zu etwas Außergewöhnlichem machen. Hinweis Inhalt und Struktur dieser Publikation sind urheberrechtlich geschützt. Die Vervielfältigung und die Verwendung von Texten, Textteilen oder Bildmaterial bedarf der vorherigen Zustimmung des Bayerischen Naturschutzfonds. Magazin als E-Paper www.gebietsbetreuer.bayern

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Ein Blick von außen DIE GEBIETSBETREUUNG IN BAYERN

„Die bayerischen Gebietsbetreuer bauen durch ihre Arbeit Vertrauen vor Ort auf, stecken die Besucher mit ihrer Begeisterung an und erzeugen so eine breite gesellschaftliche Akzeptanz des Naturschutzes.“ Josef Göppel, MdB und Vorsitzender des Deutschen Verbands für Landschaftspflege „Das Erfolgsrezept der Gebietsbetreuer ist, dass sie als hervorragende Fachleute in den Gebieten präsent sind, Netzwerke aufbauen und so die Basis für erfolgreiche Naturschutzarbeit vor Ort bereiten.“ Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz „Durch die Initiativen zur Wissensvermittlung ist den Gebietsbetreuern auch aus touristischer Sicht ein nicht zu unterschätzender Stellenwert einzuräumen.“ Prof. Dr. Hubert Job, Julius-Maximilians-Universität Würzburg „Vor allem durch die kooperative Arbeit vor Ort sind hauptamtliche Gebietsbetreuer ein unverzichtbarer Baustein bei einer erfolgreichen Umsetzung von Lenkungsmaßnahmen im Bereich des Natursports.“ Rudolf Erlacher, Vizepräsident des Deutschen Alpenvereins „Angesichts der immer größer werdenden Inanspruchnahme der Natur durch Erholungssuchende und den sich daraus ergebenden Beeinträchtigungen für die Landbewirtschaftung, steigt der Bedarf nach Konfliktlösungen. Gebietsbetreuer leisten hierbei durch Öffentlichkeitsarbeit und Besucherlenkung einen wichtigen Beitrag.“ Georg Mair, 1. Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern „Unsere bayerischen Gebietsbetreuer besitzen eine wichtige Scharnierfunktion zwischen Naturnutzern und Naturschützern, die zu tragfähigen Lösungen für beide Seiten, besonders zur Umsetzung der Ziele in Natura 2000-Gebieten, beitragen können“ Prof. Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes „Die Gebietsbetreuer leisten in den Schutzgebieten hervorragende Arbeit: Sie zeigen den Menschen die Natur, zeigen Zusammenhänge auf und wecken Verständnis für Projekte, um die Natur auch für nachfolgende Generationen zu schützen.“ Bernhard Joachim, Geschäftsführer Allgäu GmbH

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www.gebietsbetreuer.bayern