Geschäftsbericht 1998 - Memoriav

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Geschäftsbericht 1998 Einführung Jean-Frédéric Jauslin, Präsident Wenn es eine Bestätigung braucht für den allgemeinen Eindruck, die Tätigkeit von Mem...

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1998 CONTRIBUTORS
Nicholas E. Krusch. Chandler Baethge. Tyler Kupper ... Nicholas J. Bokron. Corey James Lomas. Christina ... Chris Cowell

The Law Institute --- "Legal Action" [1998] LawIJV 236; (1998 - AustLII
... Hoyle Da Silva from Suite 9, Level 4, 422 Collins Street, Melbourne. Lennon Settle Nick Mazzeo has joined the firm a

Geschäftsbericht 1998 Einführung Jean-Frédéric Jauslin, Präsident Wenn es eine Bestätigung braucht für den allgemeinen Eindruck, die Tätigkeit von Memoriav habe sich im vergangenen Jahr deutlich intensiviert, genügt ein Blick in die Vorstandsprotokolle, welche die Vielfalt und Komplexität der behandelten Themen widerspiegeln. Zahlreiche neue Projekte wurden in Angriff genommen, andere fanden einen vorläufigen Abschluss. Dies gilt etwa für die im Rahmen des Jubiläums 150 Jahre Bundesstaat durchgeführten Projekte VOCS (Voix de la culture suisse) und „Politische Information". Die Bundesmittel, die aus Anlass dieses Jubiläums „Zur Erhaltung unseres Gedächtnisses" zur Verfügung gestellt wurden, erlaubten es, diese umfangreichen Projekte mit zukunftsorientierter Wirkung durchzuführen. Arbeitsgruppen zu den Problemen der Selektion und der Finanzierung, aber auch zu verschiedenen technischen Bereichen wurden gebildet. Damit will Memoriav die Reflexion über die Grundsätze und Leitlinien seiner Tätigkeiten über den Kreis des Vorstands hinaus fördern. Dem Thema „Finanzierung" kommt besondere Bedeutung zu, weil gerade auf dieser Ebene eine langfristige Lösung unabdingbar ist. Für 1998 möchten wir nochmals den Verwertungsgesellschaften SUISA, Suissimage, Swissperform, Pro Litteris und Société Suisse des Auteurs für ihre grosszügige Unterstützung danken. Daneben haben auch die Bundesämter für Kultur (BAK), für Kommunikation (BAKOM) und das Bundesarchiv sowie der Fonds des Prägegewinns der Sondermünzen entscheidend zur Finanzierung der Aktivitäten beigetragen, und last but not least natürlich auch unsere Mitglieder. Der Vorstand wurde durch ein weiteres Gründungsmitglied ergänzt, das den Bereich der Fotografie vertritt. Mehrere grosse Fotoinstitutionen hatten für diese Rolle die in Neuchâtel ansässige Fondation Suisse pour la restauration et la conservation du patrimoine photographique vorgeschlagen. Die Generalversammlung 1998 stimmte diesem auch vom Vorstand empfohlenen Vorschlag einstimmig zu. Der Direktor der Stiftung, Christophe Brandt, mit dem Memoriav schon im Rahmen verschiedener Projekte zusammengearbeitet hatte, nahm damit Einsitz in den Vorstand. Immer noch vakant ist der Sitz für eine Vertretung der Videoproduktion ausserhalb des Fernsehens.

1. Die Geschäftsstelle - ein Vorwort des Direktors Kurt Deggeller, Direktor Die Frage, wie viel Verwaltung sich eine Organisation wie Memoriav leisten sollte und kann, steht unmittelbar im Raum, wenn von der Erweiterung der Geschäftsstelle die Rede ist. Die organisatorische Durchführung dieser Erweiterung, die noch nicht abgeschlossen ist, zeigt deutlich, wie wenig systematisch man in einem komplexen Gebilde, wie es Memoriav nun einmal ist, verfahren kann. Will man über zwanzig Projekte nicht nur finanzieren, sondern auch aktiv begleiten, entsteht nicht nur ein ansehnliches Arbeitsvolumen, sondern es stellen sich auch permanent Fragen der Abgrenzung und der Arbeitsmethode. Wir haben bei unseren Bemühungen den Projekten Priorität gegeben und versucht, ohne übertriebene Bürokratie Leitlinien zu entwickeln, die es erlauben, qualitative Kriterien zur Beurteilung von Projekten zu definieren. Gleichzeitig müssen Hilfsmittel für die rechtliche Verankerung der Projekte in einer Form von Konventionen geschaffen werden, die auch das Nachleben der entstehenden Produkte - Filme, Videos, Fotos und Tondokumente - regelt. Die Diskussionen um technische Fragen im Zusammenhang mit den einzelnen Projekten führten zur Bildung von Arbeitsgruppen, in denen zur Zeit im Bereich Film und Fotografie Probleme der Arbeitsmethoden und -qualität diskutiert werden. Sie

haben die Aufgabe, Vorschläge zuhanden des Vorstands zu erarbeiten. Damit ist ein sinnvolles Bindeglied zwischen den Projektverantwortlichen, aussenstehenden Experten, der Geschäftsstelle und dem Vorstand entstanden. In der Geschäftsstelle wurden ab Juli 1998 folgende Verantwortungsbereiche geschaffen: Kurt Deggeller, Direktor; Françoise Clément, Assistentin des Direktors und Nadya Rohrbach, Vereinssekretariat Memoriav. Katharina Bürgi ist seit Mitte 1998 für die Publicrelations verantwortlich, Pia Imbach übernahm in beschränkter Teilzeit die Pflege der Website, in Hinblick auf eine Aufstockung dieses Bereiches ab 1999.

2. Der Verein - Beitritt von neuen Mitgliedern Siebzehn Kandidaturen für einen Neubeitritt waren bei der Geschäftsstelle von Memoriav eingegangen, wovon fünf von Institutionen, die den Status von Kollektivmitgliedern beantragten. Vier weitere Institutionen und acht Einzelpersonen wünschten den Beitritt als Gönnermitglied. Drei Gesuche waren ausserdem von Mitgliedsinstitutionen eingegangen, die den Wechsel vom Gönnermitglied zum Kollektivmitglied beantragten. Da die Übereinstimmung all dieser Kandidaturen mit den Zielen des Vereins Memoriav positiv beantwortet werden konnte, wurden sämtliche Beitrittsgesuche einstimmig von der Generalversammlung am 24. März 1998 in Neuenburg angenommen. Wie in der Einleitung erwähnt, wurde die in Neuchâtel ansässige Fondation Suisse pour la restauration et la conservation du patrimoine photographique als Gründermitglied für die Fotografie aufgenommen. Ihr Direktor Christophe Brandt nahm damit Einsitz in den Vorstand. Im audiovisuellen Teil dieser Versammlung wurden den Mitgliedern und den Gästen faszinierende Dokumente aus den Bereichen Fotografie und Film gezeigt.

3. Die Projekte Tondokumente Von der Konzentration wesentlicher Teile der Sendetätigkeit von Radio Suisse Romande in Lausanne wurden auch die Archive betroffen. Die dringenden Massnahmen für den Plattenbestand in Genf kamen damit zum Abschluss. Das Ziel, 25% der erhaltenen Dokumente auf moderne Tonträger zu überspielen, wurde erreicht. Alle Originale wurden in der Schweizerischen Landesbibliothek archiviert. Weitere Plattenbestände wurden in Lausanne und Basel überspielt, während in den anderen Unternehmenseinheiten der SRG bereits an Dokumenten auf Tonband gearbeitet wurde. Zahlreiche Tondokumente, die im Rahmen dieses Projekts wieder zugänglich gemacht wurden, fanden in Publikationen und Ausstellungen zum Jubiläum „150 Jahre Bundesstaat" Verwendung. VOCS - Voix de la culture suisse 1998 konnte das Projekt VOCS (Voix de la culture suisse) abgeschlossen werden. Die Resultate wurden der Öffentlichkeit und den Medien am 26. November 1998 an einer Veranstaltung in Bern vorgestellt. Dieses Pilotprojekt war in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Landesbibliothek, vertreten durch das Schweizerische Literaturarchiv, und mit Radio suisse romande durchgeführt worden und hatte das Ziel, eine Auswahl von Tondokumenten mit Persönlichkeiten der Schweizer Kultur zu erhalten und dem Publikum zugänglich zu machen. Im Februar 1998 war die Auswahl abgeschlossen, sodass daraufhin die Katalogisierung und Dokumentation in der Helveticat-Datenbank der Schweizerischen Landesbibliothek vorgenommen werden konnte. Bibliographische Angaben können in der Fernabfrage recherchiert werden (http://www.snl.ch), Töne und Bilder können im Lesesaal der SLB an audiovisuell ausgerüsteten Arbeitsplätzen konsultiert werden. Diese Dokumente werden in Zusammenarbeit mit dem parallelen Projekt SIRANAU (Système intégré radiophonique d'archivage numérique audio in Partnerschaft mit der EPFL, Radio Suisse Romande, der Schweizerischen Landesphonothek und Hewlett Packard) aufbereitet und werden im Laufe des ersten Trimesters 1999 zur Verfügung stehen. Da das Pilotprojekt, in dem nur französischsprachige Dokumente einbezogen

wurden, ein sehr positives Echo fand, ist nun die Ausdehnung des Projektes auf die drei anderen Sprachregionen vorgesehen. Fonds „Archives internationales de musique populaire AIMP" Diese am Genfer Musée d’Ethnographie beheimatete Sammlung ethnographischer Tondokumente auf Schellackplatten ist von grosser wissenschaftlicher Bedeutung. Der schlechte Zustand der Originale und die sehr beschränkte Zugänglichkeit wegen der nicht mehr allgemein verfügbaren Abspieltechnik legte ein rasches Eingreifen im Rahmen der Dringenden Massnahmen nahe. Das Projekt kommt demnächst zum Abschluss. Neues Memoriav-Studio bei SRI eingeweiht Am 12. Februar 1998 wurde im ehemaligen Regie 4-Komplex von Schweizer Radio International (SRI) das neue Memoriav-Studio eingeweiht. Im neuen Memoriav-Studio werden vorwiegend Tondokumente auf Bändern und Platten restauriert oder auf neue Tonträger kopiert (vorab CD-R und DAT). SRI hat das Studio in Zusammenarbeit mit Memoriav umgebaut, im besonderen mit der Landesphonothek, und vermietet es an den Verein Memoriav, der die Investitionen für die technischen Geräte tätigte. SRI arbeitet im Auftragsverhältnis und stellt dafür eine halbe Personalkapazität zur Verfügung, eine Verdoppelung ab 1999 wird ins Auge gefasst. Restaurierungen und Umkopieren von Schweizer Filmen Das Schweizerische Filmarchiv in Lausanne war 1998 um die Erhaltung folgender Spielfilme auf Nitrat besorgt: „Der Rächer von Davos" von Heinrich Brandt (1924), „An heiligen Wassern" von Erich Waschneck (1932), „S‘Vreneli am Thunersee" von Paul Schmid (1936) und „Das Menschlein Matthias" von Edmund Heuberger (1941). 1998 hat sie ausserdem 26 Kurzfilme - Spiel- und Dokumentarfilme, Auftragsfilme neben Aktualitäten-Berichterstattung - restauriert und auf Sicherheitsträger übertragen. Memoriav ermöglichte ebenfalls die Rettung eines Filmes aus den siebziger Jahren: "Wer einmal lügt oder Viktor und die Erziehung" (1974) von June Kovach. Von diesem Film im Format 16 mm existierten nur noch Kopien in sehr mangelhaftem Zustand. Da Kopien mit der früher verwendeten Magnetton-Randspur nicht mehr vorführbar sind, musste eine neue Kopie mit Lichtton gezogen werden, ausserdem wurde ein Zwischennegativ hergestellt. "Wer einmal lügt oder Viktor und die Erziehung" wurde international mehrfach ausgezeichnet und wird in der Literatur durchwegs als Markstein des Schweizer Dokumentarfilms bezeichnet. Er gilt als wegweisend vor allem in der Behandlung der Tonspur. Bilanz zum ersten Schweizer Ciné-Journal aus den Jahren 1923-1936 Die erste Projektphase bot die Möglichkeit, ein detailliertes Inventar des Materials zu erstellen, das bis heute aufgefunden werden konnte. 124 Rollen mit insgesamt etwa 20'000 Metern Filmmaterial wurden genau untersucht (siehe Bulletin Nr. 4, 1998). Das Schweizerische Filmarchiv wird sich in den folgenden Jahren um die Restaurierung und die Übertragung auf Sicherheitsträger sämtlicher Schweizer Sujets in diesem Bestand kümmern. Es stellen sich komplexe Aufgaben, einerseits wegen dem bedenklichen Zustand des Nitratträgers und andererseits wegen technischer Umstellungen, die der Übergang vom Stummfilm zum Ton- und gesprochenen Film mit sich brachten. Projekt „Politische Information" Im Berichtsjahr konnte das grosse Projekt „Politische Information", welches das Schweizerische Bundesarchiv in Vertretung von Memoriav 1995 zusammen mit dem Schweizer Fernsehen DRS pilotmässig begonnen hatte und dann mit den zusätzlichen Partnern Schweizerisches Filmarchiv und Télévision suisse romande fortsetzte, in weiten Teilen abgeschlossen werden. Die wichtigsten Gefässe der neueren audiovisuellen Aktualitäten-Berichterstattung, die Schweizerische Filmwochenschau (1940-1975), die in Zürich produzierte Tagesschau (1957-1989) und das regionalisierte in Genf produzierte Téléjournal (1981-1989) sind nun gesichert, erschlossen und bereit zur Benutzung im Bundesarchiv. Das Projekt war ein wesentlicher Beitrag von Memoriav zur Rettung des audiovisuellen Gedächtnisses im Rahmen der Jubiläumsaktivitäten „150 Jahre Bundesstaat". Am 27. Oktober 1998 wurden die Ergebnisse an einem Workshop sowie mit einer „Tages-Show" im neu eingerichteten audiovisuellen Lesesaal des Bundesarchivs einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Im selben Rahmen wurden die Resultate des Begleitprojektes zur Geschichte der Entstehung und Regionalisierung der Tagesschau präsentiert. Filmarchiv der Schweizerischen Arbeiterbildungszentrale (SABZ)

Die ersten Ergebnisse des Projektes „Golddiggers of 98" wiesen auf die Situation und Bedeutung des Filmbestandes der gewerkschaftlichen Bildungszentrale SABZ hin. In der Folge startete Memoriav im Herbst des vergangenen Jahres ein Projekt, welches zum Ziel hat, den Filmbestand zu inventarisieren und die nötigen Erhaltungsarbeiten durchzuführen, damit er gesichert teilweise im Schweizerischen Bundesarchiv aufbewahrt und dem Publikum zugänglich gemacht werden kann. Das Filmarchiv der SABZ umfasst circa 530 Titel von 1917 bis in die jüngste Zeit hinein, mit dem Schwerpunkt auf Propaganda- und Dokumentarfilmen aus Politik und Arbeitswelt. Daneben enthält es aber auch eine grössere Zahl von Spielfilmen, die für die Bildungsarbeit und den Verleih der SABZ benutzt worden waren. Videoprojekte Die beiden im Bereich der Videoproduktion ausserhalb des Fernsehens angesiedelten Projekte „Stadt in Bewegung" und „Vidéos de Suisse romande 1970-1985" sind weitgehend abgeschlossen. Die Resultate von „Stadt in Bewegung" werden im Schweizerischen Sozialarchiv in Zürich zugänglich gemacht, die des Projektes in der Suisse romande im Centre de l’image contemporaine in Genf. Die Vielzahl der Formate, auf denen die originalen Werke überliefert sind, stellte die mit der technischen Arbeit betrauten Laboratorien vor einige heikle Probleme. Manche stark geschrumpften und verklebten ½-Zoll-Bänder mussten in einem spezialisierten Labor in New York gereinigt werden. Die Projekte haben damit nicht nur interessante, bereits vergessene Inhalte wieder zugänglich gemacht, sondern auch eine ganze Palette technischer Probleme zutage gefördert. Das Bulletin Memoriav Nr. 5 enthält ein Dossier zu diesen Projekten. „La vie quotidienne au fil du temps" Dieses Pilotprojekt im Bereich der Fotografie mit den drei Zielsetzungen Digitalisierung, Erschliessung und Vermittlung erlebte im Jahr 1998 wie geplant wichtige Realisierungsschritte. Nachdem einmal die Normen für die Digitalisierung festgelegt worden waren, wurden 3000 Fotografien aus Teilbeständen des Schweizerischen Bundesarchivs, der Schweizerischen Stiftung für die Fotografie und des Centre valaisan de d’image et du son digitalisiert. Die Katalogisierung folgte nach der Norm US-MARC und wird im Gesamtkatalog der Bibliotheken der französischsprachigen Schweiz und des Tessins (RERO) integriert. Die Bilder in tiefer Auflösung stehen neben den Texten und erlauben eine direkte Visualisierung. Bereits über 3000 Fotografien sind online zugänglich. Im Laufe des Projektes wurde beispielsweise bei Fotoreportagen zusammenhängende Gruppen von Fotografien gebildet. Dies erleichtert die Behandlung und Erschliessung der grossen Bestände in diesem Projekt. Über Links können ergänzende Informationen über die Autoren und die Fotosammlungen abgefragt werden, oder es kann ein direkter Kontakt mit der Institution hergestellt werden, die sie pflegt. Der Zugang zu den Fotografien ist über die Website von Memoriav oder über http//www.memovs.ch möglich.

4. Information und Sensibilisierung 1998 standen bei der Öffentlichkeitsarbeit die grossen Projekte im Vordergund, die dank der Mittel des Bundes für das Jubiläum 1998 „150 Jahre Bundesstaat" zur Erhaltung des audiovisuellen Gedächtnisses möglich wurden: Die Projekte „Politische Information" und „VOCS". Memoriav war an den Vorbereitungen zur Ausstellung „Spurensuche" des Schweizerischen Bundesarchivs beteiligt, die den audiovisuellen Quellen einen wichtigen Platz einräumte. Das Schweizer Fernsehen DRS, insbesondere die „Tagesschau"- Redaktion und das Team der Film- und Videodokumentation, produzierte in Zusammenarbeit mit Memoriav ein Videotape, welches die Rettung der Tagesschau dokumentiert. Die eigentliche Präsentation des Projektes „Politische Information" fand jedoch im Oktober 1998 statt. Mit einem grossen medienwirksamen Event, der sogenannten „Tages-Show", wurde im Bundesarchiv der audiovisuelle Lesesaal eingeweiht. Hier stehen nun mehrere Visionierungsplätze zur Verfügung, an denen Tagesschau und Schweizerische Filmwochenschau recherchiert werden können. Zum gleichen Thema hat Memoriav parallel einen Workshop organisiert. Einer der Schwerpunkte war bei dieser Auswertung das Begleitprojekt zu Tagesschau/Téléjournal/Telegiornale. Verschiedene hochkarätige Zeitzeugen „illustrierten" mit ihren Berichten anschaulich die Bilder alter Tagesschau-Sendungen. Im November 1998 wurden in der Schulwarte in Bern die Resultate von VOCS dem

Publikum vorgestellt. Die Tonbeispiele, die bereits zur Eröffnung der Veranstaltung überraschend in den Saal strömten, begeisterten die Laien ebenso wie sie zuvor die Expertinnen und Experten im Schweizerischen Literarturarchiv überzeugt hatten. Wie im Kapitel „VOCS" beschrieben, stehen die ausgewählten Tondokumente und verschiedene Begleitmaterialien heute zur Verfügung des Publikums. Mit einer grossen Feier in Lausanne und verschiedenen Sonderprogrammen feierte die Cinémathèque Suisse 1998 ihr fünfzigjähriges Bestehen. Insbesondere auf der „Tour de Suisse" wurden mehrere Filme ins Programm aufgenommen, die dank der Unterstützung von Memoriav hatten restauriert werden können. 1998 sind zwei Ausgaben des Bulletins Memoriav erschienen: Das Bulletin 3 mit dem Dossier „Die Rettung der Töne" (Mai 1998) und das Bulletin 4 mit dem Dossier „Politische Information" (Oktober 1998). Neu wurde ein Flyer hergestellt, der Kurzinformationen über Memoriav enthält und bei Versänden und Präsentationen benützt werden kann. Das Büro für Kommunikation in Basel hat im Auftrag von Memoriav zwei neue Informationsträger realisiert, den Medienturm und ein tragbares Ausstellungselement. Beide sind vielfältig einsetzbar, sei es an Veranstaltungen von Memoriav wie an Ausstellungen und Präsentationen, die in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen organisiert werden. · Sowohl das eigentliche Memoriav-Team wie die Vorstandsmitglieder haben an Workshops, Seminaren, internationalen Tagungen über einzelne Projekte und über Ziele und Aktivitäten von Memoriav berichtet und jene Bilder und Töne gezeigt und erklingen lassen, die am besten zeigen, wie wertvoll die Arbeit zur Erhaltung dieses Gedächtnisses ist. Copyright Memoriav 1999