Geschichte der Neuroradiologie in Deutschland - Deutsche

Geschichte der Neuroradiologie in Deutschland - Deutsche

Geschichte
der
Neuroradiologie
in
Deutschland
 Prof.
Dr.
med.
Friedhelm
E.
Zanella
 
 Die
Erstbeschreibung
der
Röntgenstrahlen
 durch
 Wilhelm
 Konrad...

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Geschichte
der
Neuroradiologie
in
Deutschland
 Prof.
Dr.
med.
Friedhelm
E.
Zanella
 
 Die
Erstbeschreibung
der
Röntgenstrahlen
 durch
 Wilhelm
 Konrad
 Röntgen
 am
 28.
 Dezember
 1895
 in
 Würzburg
 war
 
 auch
 der
 erste
 Schritt
 zur
 radiologischen
 Dia‐ gnostik
 des
 zentralen
 Nervensystems.
 Be‐ reits
 1896
 fertigte
 H.
 Welcker
 in
 Halle
 die
 erste
 seitliche
 Schädelaufnahme
 an,
 aller‐ dings
 mit
 einer
 Aufnahmezeit
 von
 einer
 Stunde.

Der
röntgenologischen
Beschäfti‐ gung
 mit
 dem
 ZNS
 wurde
 schon
 früh
 da‐ durch
Rechnung
getragen,
dass
an
einigen
 Orten
 spezielle
 "neuroradiologische
 Un‐ tersuchungsstätten"
 installiert
 wurden.
 In
 Frankfurt
 wurde
 im
 Sachsenhäuser
 Kran‐ kenhaus
 bereits
 1902
 eine
 Röntgenabtei‐ lung
 gegründet,
 in
 der
 der
 Hals‐Nasen‐ Ohrenarzt
 Gustav
 Spiess
 Röntgenuntersu‐ chungen
 am
 Kopf
 vornahm.
 Er
 veröffent‐ lichte
seine
Ergebnisse
im
ersten
Heft
der
 "Fortschritte
auf
dem
Gebiet
der
Röntgen‐ strahlen"
 1909.
 "Neuroradiologische
 Ab‐ teilungen"
 gab
 es
 1910
 in
 Halle
 (neuro‐ psychiatrische
Universitätsklinik)
und
1924
 in
 Jena
 (Universitätsnervenklinik).
 Alice
 Rosenstein,
 eine
 Neurologin,
 die
 5
 Jahre
 bei
 O.
 Förster
 tätig
 war,
 verfügte
 1930
 ‐
 vorübergehend
 bis
 1933
 ‐
 über
 einen
 "Röntgenraum"
 in
 der
 neuropsychiatri‐ schen
 Universitätsklinik
 Frankfurt.
 Der
 Neurologe
 Bannwart
 stand
 1936
 einer
 Röntgen‐"Abteilung"
 in
 der
 Universitäts‐ Nervenklinik
München
vor.

 In
 Wien
 arbeitete
 Arthur
 Schüller
 in
 der
 radiologischen
 Abteilung
 der
 Universität
 unter
 der
 Leitung
 von
 Guido
 Holzknecht
 und
leistete
dort
die
eigentliche
Pionierar‐ beit
über
die
Röntgendiagnostik
am
Schä‐ del.
 Der
 junge
 Neurologe
 und
 Psychiater
 publizierte
 1905
 eine
 Arbeit
 über
 die
 Schädelbasis
 mit
 dem
 Titel
 "Archiv
 und
 Atlas
 der
 normalen
 und
 pathologischen
 Anatomie
 in
 typischen
 Röntgenbildern.
 Die
 Schädelbasis
 im
 Röntgenbilde"
 und
 gebrauchte
 in
 diesem
 Zusammenhang


erstmals
 den
 Namen
 "Neuroradiologie".
 Obwohl
 der
 Nürnberger
 Neurologe
 Wil‐ helm
Fürnrohr
schon
im
darauf
folgenden
 Jahr
 1906
 das
 erste
 neuroradiologische
 Buch
 mit
 dem
 Titel
 "Die
 Röntgenstrahlen
 im
 Dienste
 der
 Neurologie"
 veröffentlich‐ te,
 gilt
 Schüller
 auch
 durch
 seine
 lebens‐ lange
Aktivität
auf
diesem
Gebiet
als
Vater
 der
Neuroradiologie.
 1921
 publizierte
 der
 Braunschweiger
 In‐ ternist
 Bingel
 drei
 Arbeiten
 über
 die
 "in‐ tralumbale
 Lufteinblasung".
 Er
 wählte
 da‐ für
 die
 Bezeichnung
 "Enzephalographie".
 1922
 wurde
 Hebert
 Peiper,
 ein
 Assistent
 der
von
v.
Schmieden
geleiteten
Frankfur‐ ter
 chirurgischen
 Klinik
 als
 Austauschstu‐ dent
 für
 7
 Monate
 in
 die
 USA
 geschickt,
 wo
 er
 unter
 anderem
 bei
 dem
 Neurochir‐ urgen
 H.
 Cushing
 in
 Boston
 arbeitete.
 Zu‐ rückgekehrt
 spezialisierte
 er
 sich
 auf
 die
 Neurochirurgie
 und
 legte
 bereits
 1924
 eine
Arbeit
über
die
"Röntgenographische
 Darstellung
 des
 Rückenmarks"
 vor.
 Zu‐ sammen
 mit
 Otto
 Jüngling
 veröffentlichte
 er
 1926
 ein
 Buch
 über
 die
 Ventrikulo‐ graphie
 und
 Myelographie
 in
 der
 Diagno‐ stik
 des
 zentralen
 Nervensystems
 und
 führte
 international
 das
 "Myelographie"
 ein.
 Mit
 der
 Luftenzephalographie
 beschäfti‐ gen
 sich
 in
 Deutschland
 der
 Neurologe
 Schaltenbrand
 und
 sein
 Mitarbeiter
 Dyes
 (1934
–
1937).
Bis
in
die
50er
Jahre
publi‐ zierten
insbesondere
Neurochirurgen
zahl‐ reiche
 Arbeiten
 über
 die
 zerebrale
 Angio‐ graphie.
 Olivecrona/Tönnis/Bergstrand
 (1936)
 legten
 eine
 Monographie
 über
 die
 Gefäßmissbildungen
 und
 Gefäßgeschwül‐ ste
 vor.
 Löhr
 (1936)
 berichtete
 über
 Hirn‐ gefäßverletzungen,
 Häussler
 (1938)
 über
 die
 stereognostische
 Karotisangiographie,
 Fischer
 (1938,
 1939)
 über
 die
 vordere
 Hirnarterie.
 Das
 Hauptinteresse
 der
 neu‐

roradiologisch
 ausgerichteten
 Neurochir‐ urgen
 galt
 zum
 damaligen
 Zeitpunkt
 ver‐ ständlicherweise
 der
 zerebralen
 Angio‐ graphie.
 So
 berichtete
 Kautzky
 1948
 über
 gefäßreiche
 parietale
 Gioblastome.
 Aus
 der
 Kölner
 Klinik
 veröffentlichten
 Tönnis
 und
Schiefer
1959
die
Monographie:
"
Die
 Zirkulationstörungen
 des
 Gehirns
 im
 Se‐ rienangiogramm".
 In
 der
 Bonner
 Klinik
 (Röttgen)
publizierte
Grote
1954/55
ähnli‐ che
Untersuchungen.
 Die
 Rolle
 der
 Neuroradiologie
 bestand
 bis
 zu
diesem
Zeitpunkt
mehr
in
der
zuverläs‐ sigen
 Filmentwicklung.
 Dies
 änderte
 sich
 1953
 durch
 die
 revolutionierende
 Technik
 des
 transfemoralen
 Zugangs,
 die
 als
 "Ka‐ theterangiographie"
 auf
 den
 Schweden
 Seldinger
 zurückgeht,
 und
 die
 allmähliche
 Zunahme
 der
 Bedeutung
 der
 interventio‐ nellen
 Angiographie.
 Erste
 endovaskuläre
 Behandlungsversuche
 im
 Gehirn
 wurden
 zunächst
 an
 Gefäßmissbildungen
 vorge‐ nommen.
 So
 setzte
 Lehmann
 erstmals
 1967
 
 Flüssigembolisate
 ("Kleber",
 Zya‐ noacrylate)
 bei
 der
 endovaskulären
 The‐ rapie
von
Gefäßmissbildungen
des
Gehirns
 ein.
 Als
 Pionier
 der
 Lysetherapie
 ist
 Her‐ mann
Zeumer
zu
nennen,
der
erstmals
im
 Jahre
1982
auf
Grund
des
in
der
Regel
fa‐ talen
 Spontanverlaufs
 die
 intraarterielle
 lokale
 Fibrinolyse
 beim
 akuten
 Verschluss
 der
A.
basilaris
beschrieb.
Dotter
publizier‐ te
1964
die
Möglichkeiten
der
PTA
für
die
 peripheren
 Gefäßgebiete.
 Grünzig
 verfei‐ nerte
 die
 Technik
 1974
 entscheidend,
 so
 das
 die
 PTA
 letztendlich
 auch
 im
 Bereich
 der
supraaortalen
hirnversorgenden
Gefä‐ ße
 eingesetzt
 werden
 konnte.
 Matthias
 und
Bockenheimer
publizierten
1983
erste
 Ergebnisse
 der
 Katheterdilation
 hirnver‐ sorgender
Arterien.
 Bis
 zum
 Beginn
 der
 CT‐Aera
 (1975)
 domi‐ nieren
 deshalb
 Neurochirurgen
 als
 Auto‐ ren
 einer
 Vielzahl
 wissenschaftlicher
 Ar‐ beiten
zu
neuroradiologischen
Themen.
So
 erweiterten
 Wende
 und
 Tänzer
 erst
 1976
 das
 1955
 zunächst
 nur
 von
 Kautzky
 und


Zülch
 veröffentlichte
 Buch
 "Neuroradiolo‐ gie
 auf
 neuropathologischer
 Grundlage".
 Der
Neuropathologie
und
Neurologe
Zülch
 hat
 wiederholt
 grundlegende
 neuroradio‐ logische
Fragen
aufgegriffen.
 Bemerkenswerte
 Innovationen
 mit
 der
 computerisierten
 Abbildung
 der
 Weich‐ teilstrukturen
 des
 Körpers
 mittels
 Anwen‐ dung
von
CT,
Ultraschall
und
MRT
revolu‐ tionierten
in
den
70er
und
80er
Jahren
die
 gesamte
Radiologie.
Weil
sich
diese
neuen
 Techniken
 zunächst
 an
 bewegungsarmen
 Strukturen
 wie
 Gehirn
 und
 Rückenmarks
 etablierten,
 förderten
 sie
 die
 Entwicklung
 neuroradiologischen
 Spezialwissens.
 Den‐ noch
wurde
auch
die
Einführung
und
Wei‐ terentwicklung
der
Computertomographie
 in
 Deutschland
 
 primär
 von
 Neurochirur‐ gen
vorangetrieben.

 Es
 entstand
 frühzeitig
 ein
 Verbund
 zwi‐ schen
 den
 neurochirurgischen
 Klinken,
 bzw.
 den
 neurochirurgischen
 Abteilungen
 in
 Berlin‐Charlottenburg,
 München
 und
 Mainz,
aus
dem
eine
Anzahl
von
Arbeiten
 und
 Monographien
 resultierten:
 Katzner
 und
Lanksch:
Cranial
computerized
Tomo‐ graphy
 (1976),
 Lanksch,
 Gumme,
 Katzner:
 Computertomography
 in
 Head‐injuries
 (1979);
 Katzner,
 Wende,
 Grumme,
 Lanksch,
 Stochdorph:
 Computertomogra‐ phie
intrakranieller
Tumoren
aus
klinischer
 Sicht
 (1981).
 Erst
 1982
 erschien
 von
 neu‐ roradiologischer
 Seite
 die
 Monographie:
 "Kranielle
 Computertomographie"
 von
 Nadjmi,
Piepgras
und
Vogelsang.
 Konsequenterweise
fand
mit
der
Zunahme
 der
 Aufgaben
 der
 Neuroradiologie
 zu‐ nehmend
 Anerkennung.
 
 So
 fand
 am
 25.
 April
1963
während
der
Tagung
der
Deut‐ schen
Röntgengesellschaft
n
Baden‐Baden
 die
vorläufige
Gründungsversammlung
für
 eine
 deutsche
 "Neuroradiologische
 Ar‐ beitsgemeinschaft"
 statt,
 der
 neuroradio‐ logisch
 Interessierte
 beitreten
 konnten.
 Zum
vorläufigen
Vorsitzenden
wurde
Prof.
 Klar
 (Heidelberg)
 gewählt,
 zum
 zweiten
 Vorsitzenden
 Prof.
 Diethelm
 (Mainz).
 Lei‐

der
 besteht
 kein
 Protokoll
 über
 diese
 Sit‐ zung.
 Am
 06.09.1963
 fand
 dann
 am
 Tagungsort
 im
 Kurhaus
 der
 Stadt
 Wiesbaden
 die
 Mit‐ glieder‐
und
offizielle
Gründungsversamm‐ lung
 der
 Arbeitsgemeinschaft
 statt.
 Dabei
 erarbeitete
 die
 Versammlung
 eine
 Sat‐ zung,
 wobei
 als
 Beisitzer
 aus
 dem
 Gebiet
 der
 Neurologie
 Prof.
 Zülch,
 als
 Beisitzer
 aus
 dem
 Gebiet
 der
 Psychiatrie
 Prof.
 De‐ cker
 und
 
 als
 Schriftführer
 Prof.
 Hallen
 (Heidelberg)
gewählt.
Es
wurde
festgelegt,
 dass
 die
 erste
 Tagung
 der
 Arbeitsgemein‐ schaft
im
April
1964
in
Wiesbaden
im
An‐ schluss
 an
 die
 Tagung
 der
 Deutschen
 Röntgengesellschaft
 stattfinden
 soll,
 für
 die
 vom
 Vorstand
 der
 Deutschen
 Rönt‐ gengesellschaft
 ein
 halber
 Tag
 zugestan‐ den
 wurde.
 Die
 Arbeitsgemeinschaft
 exi‐ stierte
bis
1970.

 Die
 "Deutsche
 Gesellschaft
 für
 Neurora‐ diologie
 e.V."
 (DGNR)
 wurde
 am
 18.12.1970
 in
 Mainz
 gegründet.
 Als
 Vor‐ läufer
des
heutigen
Berufsverbandes
wur‐ de
zeitgleich
zur
Gründung
des
DGNR
eine
 "Sektion
der
Neuroradiologen"
gegründet,
 die
 sich
 aus
 Ärzten
 zusammensetzte,
 de‐ ren
"Haupttätigkeit
auf
dem
Arbeitsgebiet
 der
 Neuroradiologie
 liegt
 und
 die
 minde‐ stens
 drei
 Jahre
 hauptsächlich
 auf
 diesem
 Gebiet
tätig
waren".

 Der
 erste
 Präsident
 der
 DGNR
 war
 Hans
 Hacker,
 der
 1971
 auch
 die
 erste
 Jahresta‐ gung
der
DGNR
organisierte.
Bis
1981
rich‐ tete
 der
 Vorsitzende
 der
 DGNR
 auch
 die
 Jahrestagung
aus,
so
dass
der
Vorsitz
jedes
 Jahr
 wechselte.
 Nach
 einer
 Satzungsände‐ rung,
 die
 die
 Präsidentschaft
 für
 jeweils
 drei
Jahre
vorsah,
wurde
Sigurd
Wende
als
 erster
regulärer
Präsident
gewählt.
Er
hat‐ te
 die
 Präsidentschaft
 von
 1982
 ‐
 1988
 inne.
 Nachfolgende
 Präsidenten
 der
 Ge‐ sellschaft
waren
Uwe
Piepgras
von
1988
‐
 1991,
 Karsten
 Voigt
 von
 1991
 ‐
 1997,
 Ar‐ min
 Thron
 von
 1997
 ‐
 2000
 und
 Martin
 Schumacher
seit
2000.


1987
wurde
das
Fach
Neuroradiologie
der
 allgemeinen
 Radiologie
 als
 Subspezialität
 zugeordnet.
 Die
Deutsche
Gesellschaft
für
Neuroradio‐ logie
 vergibt
 zwei
 wichtige
 Preise,
 zum
 einen
 die
 Ziedses
 des
 Plantes‐Medaille,
 die
 1974
 von
 der
 Deutschen
 Gesellschaft
 für
Neuroradiologie
e.
V.
und
der
Physika‐ lisch‐Medizinischen
Gesellschaft
Würzburg
 für
 hervorragende
 Leistungen
 in
 der
 Neu‐ roradiologie
gestiftet
wurde.
 Die
bisherigen
Preisträger
sind
 1974:
 G.
N.
Hounsfield
(London)
und

 W.
Oldendorf
(Los
Angeles)
 1976:
 R.
Djindjian
(Paris)
 1980:
 K.
Decker
(München)
 1985:
 B.
G.
Ziedses
des
Plantes

 (Bloemendaal)
 1988:

 T.
Greitz
(Stockholm)
 1995:

 A.
Wackeinheim
(Straßburg)
 Zusätzlich
 verleiht
 die
 Deutsche
 Gesell‐ schaft
 für
 Neuroradiologie
 zum
 Gedächt‐ nis
an
Herrn
Prof.
Dr.
Kurt
Decker
und
zur
 Förderung
 ihres
 Faches
 im
 deutschspra‐ chigen
 Gebiet
 den
 Kurt‐Decker‐Preis,
 der
 von
der
Deutschen
Gesellschaft
für
Neuro‐ radiologie
 am
 10.
 Oktober
 1986
 in
 Bonn
 beschlossen
 und
 erstmals
 1988
 in
 Würz‐ burg
verliehen
wurde.
 Die
Deutsche
Gesellschaft
für
Neuroradio‐ logie
hat
folgende
Ehrenmitglieder:
 ‐
B.
G.
Ziedes
des
Plantes,
Bloemendaal
 ‐
K.
J.
Zülch,
Köln
 ‐
R.
Lorenz,
Hamburg
 ‐
W.
Frommhold,
Tübingen
 ‐
K.
Kohlmeyer,
Wiesbaden
 ‐
F.
Heuck,
Stuttgart
 


Verdiente
deutsche
Neuroradiologen:
 Prof.
 Dr.
 med.
 Andreas
 Tänzer
 (1914
 ‐
 1981)
 Die
 erste
 neuroradiologische
 Abteilung
 in
 Deutschland
 entstand
 1959
 in
 Hamburg
 mit
 Andreas
 Tänzer
 als
 Direktor.
 Er
 stu‐ dierte
 Medizin
 in
 Prag
 und
 erhielt
 seine
 radiologische
 Ausbildung
 in
 Dortmund.
 Danach
 fokussierte
 er
 sein
 Interesse
 auf
 die
 Neuroradiologie
 und
 beschäftigte
 sich
 insbesondere
 mit
 der
 Nativdiagnostik
 der
 Schädelbasis,
 der
 Orbita,
 der
 hinteren
 Schädelgrube
 und
 mit
 der
 Myelographie.
 Unter
 seiner
 Leitung
 entwickelte
 sich
 die
 neuroradiologische
 Abteilung
 in
 Hamburg
 zu
 einem
 herausragenden
 neuroradiologi‐ schen
 Zentrum
 in
 klinischer
 und
 wissen‐ schaftlicher
Hinsicht.
Andreas
Tänzer
starb
 völlig
unerwartet
im
Januar
1981
zu
einem
 Zeitpunkt,
 als
 er
 beruflich
 noch
 voll
 aktiv
 war.
 Prof.
Dr.
med.
Heinzgeorg
Vogelsang
 Heinzgeorg
Vogelsang
wechselte
1961
von
 der
 Neuroradiologie
 der
 Universitäts‐ Nervenklinik
 Frankfurt
 an
 die
 Neuroradio‐ logische
Abteilung
der
neurochirurgischen
 Universitätsklinik
 Gießen.
 Im
 Jahre
 1971
 übernahm
 er
 die
 Abteilung
 Neuroradiolo‐ gie
 der
 Medizinischen
 Hochschule
 Hanno‐ ver,
die
er
bis
zu
seinem
Tod
1984
leitete.
 Er
 gilt
 als
 einer
 der
 Schrittmacher
 der
 deutschen
 Neuroradiologie.
 Sein
 wissen‐ schaftliches
 Hauptinteresse
 galt
 insbeson‐ dere
 der
 Röntgendiagnostik
 spinaler
 Er‐ krankungen,
 so
 der
 selektiven
 spinalen
 Angiographie,
 der
 therapeutischen
 Embo‐ lisation
 von
 spinalen
 Gefäßmissbildungen
 und
den
neuen
Myelographietechniken.
Er
 war
 zudem
 einer
 der
 ersten,
 der
 für
 die
 zervikale
Myelographie
die
laterale
C1/C2‐ Punktion
einführte.
 Prof.
Dr.
med.
Kurt
Decker
(1921
‐
1985)
 Kurt
 Decker
 gilt
 als
 der
 eigentliche
 Be‐ gründer
 der
 Neuroradiologie
 in
 Deutsch‐ land.
 Er
 leitete
 ab
 1947
 die
 (neu‐ ro)radiologische
 Abteilung
 der
 psychiatri‐

schen
Universitätsklinik
in
München.
Nach
 neurochirurgisch
 geprägten
 Aufenthalten
 1949
 in
 Bochum‐Langendreher
 (Tönnis),
 1951
 in
 Stockholm
 (Olivecrona)
 und
 1952
 in
 Baltimore
 (Earl
 Walker)
 eröffnete
 De‐ cker
noch
im
gleichen
Jahr
eine
neurochir‐ urgische
 Operationseinheit,
 die
 bis
 1964
 bestand.
 Er
 beschäftigte
 sich
 mit
 der
 Ra‐ diotherapie,
 dem
 gesamten
 Spektrum
 der
 Neuroradiologie
 und
 der
 Weiterentwick‐ lung
 der
 Film‐
 und
 Gerätetechnik.
 1960
 entstand
 sein
 wegweisendes
 Buch
 "Klini‐ sche
 Neuroradiologie".
 Unter
 seiner
 Lei‐ tung
entwickelte
sich
die
Abteilung
zu
der
 ersten
 neuroradiologischen
 "Schule"
 in
 Deutschland,
durch
die
zahlreiche
spätere
 Neuroradiologen
gingen
(Backmund,
Berg‐ leiter,
von
Einsiedel,
Hacker,
Wende).
Kurt
 Decker
 war
 Gründungsmitglied
 der
 Deut‐ schen
Gesellschaft
für
Neuroradiologie.
Er
 starb
am
24.
Januar
1985
im
Alter
von
nur
 63
Jahren.
 Prof.
 Dr.
 med.
 Sigurd
 Wende
 (1924
 ‐
 1991)
 Sigurd
 Wende
 hat
 zweifelsfrei
 einen
 we‐ sentlichen
 Anteil
 an
 der
 Etablierung
 der
 Neuroradiologie
 in
 Deutschland.
 Neben
 seiner
 wissenschaftlichen
 Aktivität
 steht
 bei
ihm
dementsprechend
seine
berufspo‐ litische
 Aktivität
 im
 Vordergrund.
 Er
 spe‐ zialisierte
 sich
 zunächst
 auf
 die
 Neuro‐ psychiatrie,
 bevor
 die
 Zusammenarbeit
 mit
Kurt
Decker
in
ihm
das
neuroradiologi‐ sche
Interesse
weckte.
1968
wurde
er
zum
 Direktor
der
neu
gegründeten
neuroradio‐ logischen
 Abteilung
 der
 Universität
 in
 Mainz
 berufen.
 Sigurd
 Wende
 war
 Grün‐ dungsmitglied
 der
 Deutschen
 Gesellschaft
 für
 Neuroradiologie.
 Zudem
 war
 er
 einer
 der
 ersten
 Herausgeber
 der
 Zeitschrift
 "Neuroradiology".
 Die
 größte
 Ehre
 im
 be‐ ruflichen
 Leben
 von
 Sigurd
 Wende
 war
 zweifelsfrei
 seine
 Präsidentschaft
 des
 11.
 Symposium
 Neuroradiologicum
 (Neurora‐ diologischer
 Weltkongreß)
 in
 Wiesbaden
 1978.


Prof.
 Dr.
 med.
 Rudolf
 Bergleiter
 (1920
 ‐
 1998)
 Rudolf
 Bergleiter
 entdeckte
 seine
 Zunei‐ gung
 zur
 Neuroradiologie
 in
 Köln,
 und
 zwar
 in
 der
 Klinik
 für
 Neurologie
 (Zülch)
 und
der
Klinik
für
Neurochirurgie
(Tönnis).
 1955
 etablierte
 er
 die
 Neuroradiologie
 an
 der
Universitätsklinik
in
Freiburg.
Sein
wis‐ senschaftlicher
 Schwerpunkt
 lag
 in
 der
 Untersuchung
 von
 Erkrankungen
 des
 in‐ trakraniellen
 Gefäßsystems
 und
 er
 war
 einer
 der
 ersten
 Neuroradiologen,
 der
 Embolisationen
 
 von
 arteriovenösen
 Mal‐ formationen
 vornahm.
 Bergleiter
 leitete
 nach
 seiner
 universitären
 Zeit
 einflussrei‐ che
 neuroradiologische
 Abteilungen
 an
 großen
städtischen
Kliniken
außerhalb
der
 Universität,
insbesondere
in
Stuttgart
und
 Ravensburg.
 Prof.
 Dr.
 med.
 Joseph
 Wappenschmidt
 (1924
‐
1999)
 Joseph
Wappenschmidt
war
ab
Dezember
 1951
 in
 der
 neurochirurgischen
 Abteilung
 der
 Chirurgischen
 Universitätsklinik
 Bonn
 unter
 der
 Leitung
 von
 Professor
 Röttgen
 tätig.
 Er
 folgten
 zwei
 Jahre
 neurologische
 und
sechs
 Jahre
 neurochirurgische
 Ausbil‐ dung
 an
 den
 Bonner
 Universitätskliniken.
 Nach
dieser
Zeit
widmete
er
sich
der
Neu‐ roradiologie
und
wurde
1960
von
Röttgen
 zum
 Leiter
 der
 neuroradilogischen
 Abtei‐ lung
 der
 zwischenzeitlich
 gegründeten
 Neurochirugischen
 Universitätsklinik
 er‐ nannt.
 Nach
 dem
 Umzug
 auf
 den
 Venus‐ berg
 wurden
 die
 radiologischen
 Abteilun‐ gen
 der
 Neurochirurgie,
 Neurologie
 und
 Psychiatrie
 unter
 seiner
 Leitung
 vereint
 und
gehörten
organisatorisch
bis
zu
seiner
 Emeritierung
1989
zur
neurochirurgischen
 Universitätsklinik.
 Er
 beschäftigte
 sich
 


während
 seiner
 wissenschaftlichen
 Lauf‐ bahn
 insbesondere
 mit
 der
 Gefäßdarstel‐ lung
 und
 den
 Gefäßkrankheiten.
 Er
 war
 einer
 der
 ersten
 Neuroradiologen
 in
 Deutschland,
 der
 sich
 mit
 der
 superselek‐ tiven
Angiographie
und
mit
interventionel‐ len
 Techniken
 auseinandersetzte.
 Er
 ge‐ hörte
 zu
 den
 Gründungsmitgliedern
 der
 Deutschen
 Gesellschaft
 für
 Neuroradiolo‐ gie.
 Prof.
 Dr.
 med.
 Mashalla
 Nadjmi
 
 (1929
 ‐
 2000)
 Mashalla
 Nadjmi
 nahm
 1955
 seine
 ärztli‐ che
 Tätigkeit
 unter
 Tönnis
 in
 der
 neuro‐ chirurgischen
 Klinik
 der
 Universität
 Köln
 auf
 und
 promovierte
 dort
 im
 Jahre
 1959
 (Gutachter
Tönnis
und
Zülch).
Seit
dem
1.
 September
 1957
 war
 er
 am
 Universitäts‐ klinikum
 in
 Würzburg
 in
 der
 neurologi‐ schen
Klinik
unter
Schaltenbrand
tätig,
wo
 er
1971
die
Facharztanerkennung
für
Ner‐ venheilkunde
 und
 1983
 für
 Radiologie
 erhielt.
1972
wurde
er
zum
Leiter
der
Neu‐ roradiologie
 ernannt,
 die
 1977
 den
 Status
 einer
 selbständigen
 Abteilung
 der
 Univer‐ sität
 Würzburg
 erhielt.
 Nadjmi
 erkannte
 früh
 das
 Entwicklungspotenzial
 der
 Com‐ putertomographie
 und
 machte
 Würzburg
 neben
 Frankfurt
 und
 Mainz
 zu
 einem
 der
 ersten
 deutschen
 CT‐Standorte.
 Die
 Ein‐ führung
 der
 digitalen
 Subtraktionsangio‐ graphie
 schlug
 sich
 in
 einem
 Lehrbuch
 nieder.
 Mashalla
 Nadjmi
 war
 Gründungs‐ mitglied
und
einer
der
ersten
Präsidenten
 der
 Deutschen
 Gesellschaft
 für
 Neurora‐ diologie
(1973
bis
1974).
Mit
besonderem
 Stolz
erfüllte
ihn
die
Ausrichtung
des
Kon‐ gresses
der
European
Society
of

Neurora‐ diology
1988
in
Würzburg.