Gestaltung der Michaelskapelle und Renovierung des Pfarrsaals

Gestaltung der Michaelskapelle und Renovierung des Pfarrsaals

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Gestaltung der Michaelskapelle und Renovierung des Pfarrsaals Die ersten Überlegungen zur Kirche „Mariahilf“ entstanden in den Jahren von 1921 und 1923, als Architekt Clemens Holzmeister unter einigem Widerstand seine erste Kirche in Batschuns erbaute. Es war bemerkenswert, dass man dafür diesen unbequemen Künstler und harten Verfechter einer liturgischen Erneuerung heranzog. Doch der damalige Provikar Johannes Schöch und der 37 jährige Tiroler Architekt Clemens Holzmeister hatten sich offen-sichtlich wunderbar verstanden und gegenseitig ergänzt. „Erhaltene Unterlagen und Briefe dokumentieren den großen Einfluss Schöchs auf die Entwurfs- und Planungsarbeit Holzmeisters, zeugen aber auch von gegenseitigem Einfühlungsvermögen, unendlicher Geduld und größtem Verständnis für die Wünsche und Ideen des Partners. Da diese Bemühungen auch den entsprechenden Rückhalt im Baukomitee fanden, konnten die unvermeidlichen Angriffe das Projekt nicht gefährden.“ So schreibt Architekt Hans Purin 1981, der Holzmeister anlässlich seiner Umgestaltung des Kirchenraumes noch persönlich kennen gelernt hatte. Und weiter: „Wenn uns diese Kirche heute so selbstverständlich ist, wenn sie uns ein Gefühl von Geborgenheit verspüren lässt, das wir sonst nur von alten Kirchen kennen, wenn wir aber gleichzeitig auch den Geist des neuen und die Impulse der Liturgischen Bewegung wahrnehmen, so hat dies ganz bestimmte Ursachen. Es war vor allem Holzmeisters Künstlerpersönlichkeit und die Liebe, Sorgfalt und Hingabe an seine Arbeit. Gleichermaßen bedeutend war sicher die Tatsache, dass sich Holzmeister bedingungslos der neuen Lage der Kirche sowie den seelsorglichen und liturgischen Erfordernissen öffnete und es auch verstanden hat, entsprechende räumliche und bauliche Dispositionen zu schaffen.“ Clemens Holzmeister starb 1986 und hinterließ in der Pfarrkirche einen ungeschliffenen architektonischen Edelstein. Über dem Eingang hatte er einen wunderbaren Raum für eine Michaelskapelle angelegt, der aus wirtschaftlichen Gründen seit der Fertigstellung der übrigen Kirche im Rohbau verblieben war. Rund 8 x 8 Meter im Quadrat, fünf Meter Höhe im goldenen Schnitt. Je drei hohe Nischen mit Rundbögen an den Seiten gliedern die Wandflächen. Sein helles Licht erhält der Raum von jenen zwei hohen Öffnungen, die so markant vom Vorhof über dem Eingang zu sehen sind. Bereits Hans Purin hatte über viele Jahre Überlegungen zum Ausbau dieser Kapelle mit der Kirche skizziert. Zur Umsetzung kam es zu seinen Lebzeiten nicht mehr. Dieses Erbe zu verwirklichen und den Raum seiner Bestimmung als Kapelle für Andachten, Verabschiedungen, aber auch entsprechenden kulturellen Veranstaltungen zuzuführen, hat sich die Pfarrgemeinde jetzt zum Ziel gesetzt. Es wurde dazu ein baukünstlerischer Wettbewerb sorgfältig vorbereitet und ausgeschrieben, zu dem 14 mit Bedacht ausgewählte Architekten eingeladen wurden, die vorzugsweise in Arbeitsgemeinschaft mit einem bildenden Künstler Vorschläge zur Ausgestaltung der Kapelle erarbeiten. Mitte Juli wird dazu eine Jury zusammentreten. Pfarrer Edwin Matt, Vertreter der Pfarrgemeinde, die Bregenzer Architekten Helmut Kuess und Karl Sillaber – er hat die eindrucksvollen Sanierungen der Herz Jesu Kirche und des Kapuzinerklosters in Feldkirch gestaltet –, sowie der Leiter des Architekturzentrums in Innsbruck werden die eingereichten Pläne und

Innenraummodelle sorgfältig begutachten, um dann nach eingehender Diskussion den besten Vorschlag auszuwählen. Beinhalten werden die Vorschläge auch den Einbau eines Personenliftes, der vom Untergeschoss der Pfarrräume bis in die Kapelle und eventuell auch in neue Lagerräumlichkeiten über der Kapelle führen soll. Es wird die Kunst der Architekten sein, diesen Lift so anzulegen, dass möglichst viele Niveaus der Kirche und der Pfarrräumlichkeiten dadurch barrierefrei erschlossen werden. Ein weiterer wichtiger Punkt wird die behutsame Erneuerung des Pfarrsaals sein, der neu ausgestattet und vor allem mit geeigneten Nebenräumen versehen wird. Der wirtschaftliche Umgang mit der Substanz, die Beachtung des Denkmalschutzes und die architektonische und künstlerische Qualität werden dabei die entscheidenden Kriterien darstellen. Sie sollen im Geiste der Pfarre und in der Weiterführung einer beseelten Baugeschichte das architektonisch so bemerkenswerte Kirchengebäude ergänzen und in die kommenden Jahrzehnte führen. Mag. Arch. Robert Fabach