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„Halbinseln gegen den Strom“ „Anders Leben und wirtschaften im Alltag“ von Friederike Habermann, im Ulrike Helmer Verlag „ Materielle Verhältnisse u...

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„Halbinseln gegen den Strom“ „Anders Leben und wirtschaften im Alltag“

von Friederike Habermann, im Ulrike Helmer Verlag

„ Materielle Verhältnisse und unseren gesellschaftlichen Kontext zu verändern bedeutet auch, den eigenen Alltag nach seinen dissidenten Praktiken ( Carola Möller) auszuloten, das eigene alltägliche Leben als potentiell revolutionär zu begreifen.“ Folgende Bereiche für ein anderes Leben und Wirtschaften sind ausgewählt in denen der Kapitalismus versagt hat: Nahrungsmittel, Verschwendung und Vernichtung Kleidung und andere Gebrauchsgegenstände, Ressourcenverbrauch, kurze Lebensdauer, Abfallberge Dienstleistungen, Arbeitslosigkeit einerseits, Überforderung andererseits Wohnen, Ghettoisierung Finanzen, Profitdenken, Menschen als Humankapital Bildung, als Elitesache Gesundheit, Lebenserwartung abhängig vom soz. Status Mobilität, Individualverkehr Fun, Vergnügungsindustrie Dem gegenüber steht der Begriff des „vivir bien“ die Natur geniessen, sich in seinem sozialen Umfeld integriert fühlen, den Lebensunterhalt gesichert haben, nicht materielle, qualitative Bedürfnisse befriedigen können. Was soll weniger werden und was mehr? (Thema des Buches von Thomas Ebermann: Fülle und Verzicht.) Mit den ausführlich geschilderten Beispielen im Buch sollen „ Koordinaten für eine politische Praxis“ aufgespürt werden. Es geht nicht darum einen Plan, ein Modell oder sogar ein Dogma zu installieren. Praxisbeispiele aus dem Bereich Nahrung, Kleidung und andere Gebrauchsgüter Landwirtschaft: Vertragslandwirtschaft und kooperative Bewirtschaftung des Bodens durch ein Kollektiv von ProduzentInnen, KonsumentInnen und SympatisantInnen. Bedürfnisorientiertes Wirtschaften im ProduzentInnen- KonsumentInnenverbund. Guerillagärten, Gärten auf öffentlichem Grund, die auch im interkulturellen zusammenleben weiterführen: Motto: eine andere Welt ist pflanzbar. http://www.gruenewelle.org http://www.urbanacker.net Obstbaum- Nutzgemeinschaften http.//www.gegenseitig.de Dabei machen die Beteiligten die Erfahrung, wie stark systembedingte Gewohnheiten, Werthaltungen und Denkmuster ihnen beim Gestalten neuer Strukturen in die Quere kommen. Eine Haltung des fragenden Voranschreitens ist nützlich. Volxküchen: öffentliches Kochen, häufig mit Lebensmitteln aus Abfallcontainern von Lebensmittelläden. Essen wird zum Selbstkostenpreis abgegeben http.//www.food4action.de Umsonstläden: Tauschtage, Verschenkflohmärkte, Verschenkwebseiten, die nach bestimmten Regeln organisiert werden. http://www.alles-und-umsonst.de Nutzgemeinschaften und Leihnetzwerke, Commons funktionieren vor allem in Bekanntenkreisen und nach bestimmten Regeln, (Schadenfälle). Solche Netzwerke beruhen auf Gemeingütern, welche frei geteilt werden und deren Produktion und Koordination sich aus einem Prozess der Selbstorganisation von Bedürfnissen und freiwilligen Beiträgen der Beteiligten ergeben. ( mehr darüber bei Christian Siefkes, Beitragen statt tauschen) und http.//commonsnet.de Umsonstökonomie: Unterscheidet zwischen und

Besitz, als Nutzverhältnis zwischen Person und Sache Eigentum, als abstraktem Rechtsverhältnis.

Ein Umsonstladen ist demnach eine Basisstation für Gemeingüter, ähnlich wie Allmenden als gemeinsam genutztes Land funktionierten. Die Gefahr der Übernutzung ist die Schwachstelle. Die Idee dahinter: Geben und Nehmen zu entkoppeln, nach dem marxistischen Ideal, jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen. Im Gegensatz dazu die Geldwirtschaft wo durch Arbeit Wert als Selbstzweck produziert wird, hinter dem der Gebrauchswert in den Hintergrund rückt. Beispiele aus dem Bereich Dienstleistungen:

Tauschringe: „Obwohl viele Ressourcen brachliegen, funktionieren Tauschringe wie Märkte, wer kein Geld/Zeit-Punkte hat bekommt auch nichts. Es kann zu einer Monetarisierung nachbarschaftlicher Beziehungen führen.“ Andererseits kommen durch Tauschringe Menschen in Kontakt, die sich sonst nicht treffen würden und so die Gelegenheit bekommen, sich gegenseitig zu beschenken. Die Beziehungen ermöglichen dann die Lockerung der Grenzen in unseren Köpfen, die wir im Bezug auf Geben und Nehmen haben. Beispiele aus dem Bereich Wohnen: Besetzte Häuser, Landkommunen, Stadtkommunen, Beginenhöfe, generationenübergreifendes Wohnen, Ökodörfer: Grundsätze: der Wohnraum gehört denen die darin wohnen, wer auszieht gibt seinen Teil weiter. Häufig werden gemeinsam Projekte realisiert, Tagungen organisiert, oder sonstige Angebote im soziokulturellen Bereich iniziiert. Es wird viel mehr geteilt im Alltag, als sonst üblich, Ältere Projekte wie die Kommune Niederkaufungen bei Kassel hat eine eigenständige gemeinsame Ökonomie. Neben einem Seminarhaus einen Kindergarten, eine Tagespflege für demente Menschen, einen Bioladen, Landwirtschaft, eine Schreinerei, eine Schlosserei eine Baufirma und einen Catering- Service und selbstverständlich die alltägliche Versorgungsarbeit sodass die BewohnerInnen, mehrheitlich in den eigenen Projekten arbeiten und die gesellschaftliche Ungleichbewertung von Arbeit weitgehend aufgehoben wird. http://www.kommune-niederkaufungen.de Dieses Ausmass an Nähe und Gemeinschaft ist denn auch der häufigste Grund, weshalb jemand aus einer Gemeinschaft wieder austritt und weshalb einer Aufnahme in ein Projekt eine längere Probephase vorausgeht. Beginenhöfe sind Frauenwohngemeinschaften die auf eine Tradition aus dem Mittelalter zurückgeht. Heute sind es allerdings eher Hausgemeinschaften für mehrheitlich alleinlebende häufig ältere Frauen. http://www.beginenhof-thüringen.de Oekodörfer: Zusammenleben mit gemeinsamem Eigentum, einer gemeinsamen Haushaltskasse in der Kombination mit Eigenverantwortung für das eigene Einkommen. Aber das wichtigste sollte der gemeinsame Blick aufs Ganze sein indem ein Dorfmodell entwickelt wird, das „ avangardistisch übertragbar wäre auf staatliche Gemeinwesen,“ zur Verwandlung des Kapitalismus. http://www.lebensgarten.de Offene Plätze: „Offene Räume funktionieren in erster Linie über eine sog. Do-ocracy. Eine Do-ocryacy, so beschreibt jemand auf www.communityWiki.org das Prinzip, sei durch eine Art Zen-Logik geprägt und von daher für manche schwer zu verstehen: „warum ist es Lion, von dem so viele Ideen auf communitywiki stammen? Weil es Lion ist........“ Hier leben Menschen verschiedenster Ausprägung mit kleinstnötigen Verbindlichkeiten in einem dadurch stets sich wandelnden Umfeld, ohne Besitz ( aber häufig auf Kosten verantwortungsbewusster MitbewohnerInnen, was konfliktträchtig ist.) Beispiele aus dem Bereich Finanzen Finanzen: GLS- Banken als Leih-und Schenkgemeinschaften, http://www.gls.de Kollektive Betriebe die um einen andern Umgang mit Geld zu finden mit verinnerlichten Werten des Kapitalistischen Systems in unsrem Denken und Fühlen zu kämpfen haben. http://www.biber-online.de Emmaus, von Abbé Pierre ins Leben gerufen arbeitet nach dem Grundsatz: Hilf, ehe du an dich selbst denkst, dem, der weniger glücklich ist als du. In 36 Ländern hat Emmaus heute 400 Vereinigungen und betreibt Secondhandhandel. http.//www.gls.de Bremer Commune: ihr Ziel: eine sanfte Vergesellschaftung, ihre Strategie: Zweigleisigkeit, Erwerbsleben und solidarische Ökonomie getrennt halten. Mit der Erwerbsarbeit wird Geld für die Selbstorganisation generiert. Gerechnet wird mit 15-30 Std. Erwerbsarbeit. Um eine solidarische Ökonomie aufbauen zu können, muss man sich Gedanken machen, was die produktiven Grundlagen dafür sind, die das Projekt zusammenhalten. Das sind für sie. Humanisierung, erreicht durch einen Rat (basisdemokratische Entscheide), einen innovativen Kreis (Ideen und Produktivität entwickeln) und eine Basisgruppe ( sich kennen lernen). Aktivierung, alle sollen alle Tätigkeiten kennen und rotiernd ausführen.

Grundversorgung, sowohl gemeinsam wie im individuell gewählten Bereich. Das ist die Basis für eine freie gesellschaftliche Tätigkeit wie Aufbau eines Bürgerkraftwerks, einer freien Software, eines Projekts zum Thema globale Solidarität. http://www.bremer-commune.de Finanzkoops: eine Gruppe von Leuten schliesst sich zusammen um ihr Geld, Einnahmen und Erspartes zusammen zu legen, gemeinsam zu verwalten und davon so viel zu nehmen wie man gerade braucht. Auch dies wird als eine Erfahrung beschrieben, die in erster Linie die eigenen Haltung zu Besitz verändert und durch die unterschiedlichen Ansprüche zu Konflikten führt. Beispiele aus dem Bereich Bildung: Bücher: Büchertisch, book crossing, Bücher freilassen, Tauschticket, freie Bibliotheken und öffentliche Bücherschränke, sorgen dafür, dass Bücher vor allem gelesen und weitergegeben werden, statt in Bibliotheken zu verstauben. http.//www.bookcrossing.de Freie Universitäten: hier wird gegenseitiges Lehren und Lernen kostenfrei ermöglicht. Wer eine Gruppe gründen möchte muss ein Experte sein. Es geht aber um Lernen auf Augenhöhe und die Öffnung der Institution für breitere Bevölkerungskreise. Einige Projekte werden auch aus einer Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen heraus gegründet, um etwa ein Fachgebiet ganzheitlicher angehen zu können, oder die politische Dimension einzubeziehen. http://www.ak-loek.de/pmwiki/FreieUni/Home/Page http://www.unitopia.org Beispiele aus dem Bereich Gesundheit: Artabana: war der 4.König der nie ankam, weil er unterwegs immer geholfen hat. Artabana ist ein Schenknetzwerk mit dem Focus auf Gesundheit. Es geht primär um die Erhaltung der Gesundheit und erst in 2. Linie um Einzahlungen für den Krankheitsfall. Die kleine Gemeinschaft organisiert Geld bei ihren Mitgliedern, wenn dies für eine Behandlung nötig ist. Die Schwierigkeit ist, dass gewisse Zahlende für ihnen nicht sinnvoll erscheinende Behandlungen nicht zahlen wollen. http.//artabana.org Heilehaus Berlin: Hier arbeiten 15 Ehrenamtliche auf verschiedenen Gebieten der Naturheilkunde. Um behandelt zu werden braucht es keine Krankenversicherung und kein Geld, wer regelmässig kommt kann spenden. Eine Verbindung zu einem Arzt wäre nützlich, ist aber schwierig. http://www.heilehaus-berlin.de Medizinische Flüchtlingshilfe: Ist ein Netz von ÄrztInnen, die bereit sind, Illegalisierte zu behandeln. http://www.flüchtlingsinitiative-bremen.de/medizinnezu.html Beispiele aus dem Bereich Kommunikation: Internetcafé Basel, Planet 13: ist eine Initiative von Freiwilligen, um von Armut betroffenen den Zugang zum Internet zu ermöglichen. Die Organisation wird unterstützt zahlt sich keine Löhne und verlangt kein Geld für die Nutzung. Das Angebot wurde ausgeweitet auf kulturelle Anlässe und Wissensaustausch. http.//planet13.ch Freie Softwareproduktion. Linux Freie Software ist eine Sache der Freiheit, nicht des Preises.“ Um die Idee zu verstehen, sollten sie an „frei“ wie in denken, nicht wie < Freibier>erläutert die Website www.gnu.org. http://www.fsfeurope.org/index.de.html http://www.debian.org/index.de.html http://www.oekonux.de http.//www.keimform.de http://open-innovation-projects.org Chaos Computer Club: http://www.ccc.de Non-Profit-Hosting, Webspace ohne Werbung für alle: http://www.non-profit-hosting.de Freifunk, „Demokratisierung der Kommunikationsmedien durch freie Netzwerke.“ http://freifunk.net Freie Radios: Hier geht es um einen Senderaum für Menschen, deren Stimme sonst nicht gehört wird. Frauenspezifische Themen, Migrationsthemen. Politische Beiträge. http.//freie-radios.de http://www.lora.ch

Contraste: Hier geht es um Zeitungen deren Redaktionen ehrenamtlich arbeiten. Contraste ist aber auch die Monatszeitung für Selbstorganisation: „...Contraste als Werkzeug und als Mutmacher damit Leute wissen, was es schon alles gibt an Alternativen Projekten. http://www.contraste.de

Indymedia: Ist eine Plattform zur Dokumentierung der Geschehnisse rund um die Globalisierungsbewegung, ausgehend von der Konferenz in Seattle. http://www.indymedia.org Beispiele aus dem Bereich Mobilität: Offene Fahradwerkstätten: Im Rahmen des Umsonstnetzwerks Hamburg werden aus vorhandenen alten Rädern neue gebastelt, was zu fantasievollen Neukreationen führt. Schwarzfahrerversicherung Planka: Hier bezahlen versicherte 100 Kronen monatlich, gegenüber 690 Kronen monatlich für ein Monatsticket. Wird man erwischt, sind 1200 Kronen erhöhtes Beförderungsgeld fällig, das man mit einem Selbstbehalt von 100 Kronen bezahlt bekommt. Ehrenamtliche Verwaltungsarbeit ermöglicht sogar noch mit einem Überschuss andere Projekte zu unterstützen. Planka ist auch zu einer Organisation geworden, die sich für eine Steuerfinanzierung des öffentl. Verkehrs einsetzt. http://www.freepublictransports.com Trampen: Da Trampen heute schwieriger geworden ist gibt es eine Webadresse mit Tipps auch zu den besten hitch-points. http://www.hitchwiki.org Mitfahrgelegenheiten: Unter www.mitfahrgelegenheiten .de lassen sich Reisen gut und günstig organisieren. Hospitality Club&Co: Anstelle von Bezahlung tritt hier die Möglichkeit Kontakte zu knüpfen während man Gast unterwegs ist. http://www.hospitalityclub.org http://www.cochsurfing.org http://www.servas.de http://www.bewelcome.org Fun: Hier fallen diverse Strassen- Quartier-und einfach Freudenfeste, die von Freiwilligen organisiert sind, einen Spendenbeitrag wünschen, für gewisse Angebote Selbstkostenpreise verlangen und diversen Musikern, Zauberkünstlern und andern Leuten mit einem Unterhaltungsangebot eine Bühne bieten, um an die Öffentlichkeit zu gehen. http://www.camptipsy.de http://kbh-mauerplatz.de http.//www.lolligo.net Diese Zusammenfassung des Buches soll der Ermutigung dienen, wie die Lektüre es für mit tat, (aber auch der Desillusionierung) um im eigenen Alltag und Umfeld mit geschärftem Realitätsverständnis nach Alternativen zu frustrierenden vermeintlichen Sachzwängen zu suchen. Lis Meng