HausPost - Hospiz Haus Celle

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Ausgabe 4 / 2011 Hospiz- HausPost Hospiz-Haus Celle Glockenheide 79 29225 Celle 05141-70929-0 Liebe Leserinnen und Leser! Viel hat sich verändert...

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Ausgabe 4 / 2011

Hospiz-

HausPost

Hospiz-Haus Celle Glockenheide 79 29225 Celle 05141-70929-0

Liebe Leserinnen und Leser! Viel hat sich verändert im Hospiz-Haus in letzter Zeit, die Aufgabe jedoch ist dieselbe geblieben: Seit Eröffnung unseres Hauses im Juli 2005 haben 670 schwerkranke Menschen ihre letzten Lebenswochen bei uns verlebt. Viele Erinnerungen an sie sind in unseren Herzen bewahrt, ungezählte Begebenheiten in unseren Erinnerungsbüchern im Raum der Stille festgehalten. Im zurückliegenden Jahr waren es 136 Hospizgäste, die wir begleiten durften. Im statistischen Durchschnitt waren sie 24 Tage bei uns. Viele unserer Gäste jedoch blieben nur für Tage, einige lebten für Wochen mit uns, wenige blieben über Monate. Viele Angehörige sind in dieser Zeit bei uns ein- und ausgegangen. Uns ist bewusst, dass Leben und Sterben in eines Anderen Hand liegen. Wir sind begleitend für unsere Gäste und die Angehörigen da und sind immer wieder dankbar für viele Begebenheiten, die wir mit unseren Gästen erleben dürfen. So freuten wir uns auch mit vier unserer Hospizgäste, die wir wieder in die Häuslichkeit entlassen konnten. Unseren Nachbarn und Besuchern der letzten Monate blieb es nicht verborgen: Wir haben an- und umgebaut! Wir haben jetzt einen wunderbaren, hellen Wintergarten, ein neues Badezimmer und ein großzügiges neues Dienstzimmer. Über den Wintergarten und das neue Wohlfühlbad freuen wir uns ganz besonders. Baden hat - anders als das tägliche Duschen - nur sehr am Rande etwas mit Sauberkeit zu tun. Ein wohliges Bad am Abend vor dem Schlafengehen, vielleicht im Beisein eines geliebten Menschen, der gemütlich in einem Sessel neben der Wanne sitzt, dazu Kerzenlicht, der Duft von Rosenöl und Lavendel und Musik, die immer so sehr geliebt wurde – all dies

könnten Wünsche sein am Ende des Lebens, die nun verwirklicht werden können. Der neue helle Wintergarten wiederum eröffnet die Möglichkeit, auch in der dunklen Jahreszeit Licht zu tanken. Selbst unsere bettlägerigen Gäste können den Wintergarten nutzen, an schönen Sommertagen kann ihr Bett auch auf die vorgelagerte Terrasse gefahren werden. Im Winter wird neben der Heizung auch ein gemütlicher Kaminofen für Wärme und Behaglichkeit im Wintergarten sorgen. Wir freuen uns schon auf die heiße Schokolade, wenn wir bei knisterndem Kaminfeuer einer schönen Vorlesegeschichte lauschen. Schon in diesem Frühjahr wurde der Wintergarten als lichter, freundlicher Ort der Begegnung und des Austausches als große Bereicherung für das Hospizleben erlebt. Über das neue Dienstzimmer, das nun direkt am Wohnbereich der Hospizgäste liegt, freuen sich besonders die Pflegekräfte. Durch den neu gewonnenen Platz können die wichtigen Dienstübergaben nun zentral vorgenommen werden. Schnell kann noch einmal in den Unterlagen nachgelesen werden, können aktuelle Informationen in die Dokumentation aufgenommen werden. Diese Umbauten wurden erst möglich, weil uns viele Menschen mit Spenden unterstützt haben. Hinzu kamen Mittel aus dem Konjunkturförderprogramm von Stadt- und Landkreis Celle. Ganz herzlichen Dank an Sie alle für Ihr Verständnis und die hilfreiche Unterstützung! Daneben war auch das zurückliegende Jahr wieder von zahlreichen Aktionen für unser Hospiz geprägt: Auch hierfür ganz herzlichen Dank! Näheres hierzu lesen Sie auf den Seiten 21 bis 24. Und schließlich konnten wir mit Katja Betz, Andrea Schröder und Dieter Suhrkamp drei neue ehrenamtliche MitarbeiterInnen im Hospiz-Haus begrüßen. Sie werden von der Hospizbewegung mit einem Vorbereitungskursus intensiv auf die begleitende Arbeit vorbereitet. Alle drei sind aber auch schon jetzt sehr hilfreich bei uns tätig und übernehmen vielfältige Aufgaben. Auch allen unseren

Ehrenamtlichen an dieser Stelle ein herzliches Danke! für ihren verlässlichen Einsatz im Celler Hospiz-Haus! Es grüßt Sie sehr herzlich

Ihre - 4-

Impressum

Die Hospiz-HausPost ist ein Veröffentlichungsorgan der gemeinnützigen Hospiz-Haus Celle gGmbH. Sie wendet sich an die Mitglieder des Freundeskreises Hospiz-Haus Celle, an alle weiteren Spender und Förderer sowie an die interessierte Öffentlichkeit.

Ausgabe 4 / Mai 2011

Herausgeber: Hospiz-Haus Celle gGmbH Glockenheide 7929225 Celle Fon: (05141) 7 09 29-0 www.hospiz-haus-celle.de

Redaktion: Elisabeth Dornbusch

(v.i.S.d.P.) Marlies Wegner sowie Gastautoren

Das Titelfoto dieser Ausgabe zeigt unseren neuen Wintergarten.

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...und es ward Licht! „Hier kann man seine Seele baumeln lassen – wie gut das tut nach diesem langen Winter und der Kälte der letzten Tage. Hier kann man sich richtig erholen.“ So wie Hospizgast Marie W., die Ende Februar mit ihrer Tochter erstmals im neuen Wintergarten Platz nahm, dachten wohl alle, die den hellen, gemütlich gestalteten neuen Gemeinschaftsraum des Hospiz-Hauses nach mehrmonatiger Umbauzeit erstmals in Augenschein nahmen. So wurde der Wintergarten schnell zum neuen Mittelpunkt des Hauses, zum Treffpunkt für Kranke wie Angehörige, zur ruhigen Oase für ein Mittagsschläfchen in milder Frühlingssonne und auch zum Esszimmer unter stimmungsvoll eingefärbtem rosa Abendhimmel.

-7Automatisch auszufahrende Jalousien und Fenster sorgen bei stärkerer Sonneneinstrahlung für Schatten und angenehme Temperaturen.

In der kalten Jahreszeit sorgt neben der Heizung auch ein gemütlicher Kaminofen für Behaglichkeit im Wintergarten.

-8Im Schatten des großen Sonnenschirms auf der neu angelegten Terrasse vor dem Wintergarten lassen sich warme Sommertage gut aushalten.

Hightech für positive Körperwahrnehmungen: Herzstück des neuen Badezimmers ist die mobile Wanne mit integrierter Beleuchtung und Musik.

Entspannende Badezusätze und Kerzenlicht sorgen zusätzlich für Wohlbefinden.

-9Das neue Dienstzimmer bietet unter anderem Raum für drei Arbeitsplätze, an denen auch die PflegeDokumentationen erstellt werden.

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Von „A“ wie Aufnahme bis „Z“ wie Zustellbett:

Wissenswertes rund ums Celler Hospiz-Haus Hospize sind stets nur kleine Einrichtungen von familiärem Charakter. Auch das Hospiz-Haus in der Celler Glockenheide verfügt nur über zehn Plätze. Hier werden Menschen jeden Alters ohne Ansehen ihrer Weltanschauung, ihrer Herkunft und ihres sozialen Standes begleitet. Wer darf ins Hospiz? Die Aufnahme ins Hospiz erfolgt jeweils nur auf Wunsch und im Einvernehmen mit dem Kranken oder aber – wenn dieser sich nicht mehr äußern kann - mit seinen Angehörigen. Voraussetzung für die Aufnahme ist das Vorliegen einer schweren, fortschreitenden Erkrankung, die nach menschlichem Ermessen aller Voraussicht nach in absehbarer Zeit zum Tode führen wird, wobei eine angemessene Versorgung im häuslichen Bereich nach Ausschöpfung aller Möglichkeiten nicht mehr gesichert ist. Und schließlich müssen auch die Zielsetzungen des Kranken und seiner Bezugspersonen mit denen des Hospizes übereinstimmen. So soll der Tod im Hospiz-Haus weder beschleunigt noch verzögert werden. Aktive Sterbehilfe wird abgelehnt, stattdessen wird auf eine wirksame Schmerztherapie und Symptomkontrolle hingearbeitet. Den Schwerkranken soll am Ende ihres Lebens ein wirkliches Zuhause geschaffen werden, an dem ein größtmögliches Maß an Wohlbefinden und Lebenszufriedenheit zurückkehren soll. Die Ausstattung Die Hospiz-Gäste sind im Erdgeschoss in wohnlich eingerichteten Einzelzimmern untergebracht, die zusätzlich mit persönlichen Dingen ausgestattet werden können. Die Krankenbetten sind mit besonderen Spezialmatratzen ausgerüstet, jedes Zimmer verfügt außerdem über

ein barrierefreies, behindertengerechtes Bad und einen Zugang zum Garten mit eigenem Sitzplatz. Alle Zimmer sind -9mit Fernseh-, Internet- und Telefonanschlüssen versehen. Das neue große Badezimmer mit moderner Wellness-Wanne ermöglicht wohltuende Wannenbäder. Ein zentral gelegener großer Esstisch in der Wohndiele und ein lichtdurchfluteter Wintergarten laden zur Begegnung und gemeinsamen Mahlzeiten ein, kleinere Sitzecken und ein helles großes Wohnzimmer mit Terrasse bieten kleineren Gruppen Raum für Gespräche und gemeinsame Aktivitäten. Der Raum der Stille schließlich schafft Möglichkeit zur inneren Einkehr. Er wird auch für kleine Andachten im Familienkreis genutzt. Die Angehörigen Im Hospiz-Haus ist die Begleitung durch die Angehörigen nicht nur erlaubt sondern ausdrücklich erwünscht. Starre Besuchsregelungen kennt man hier nicht, so dass die Angehörigen - das Einverständnis des Hospiz-Gastes vorausgesetzt – auch unangemeldet jederzeit vorbei schauen können, gleiches gilt für Freunde und Nachbarn. Auf Wunsch können Angehörige und Freunde auch auf Zustellbetten im Zimmer mit übernachten oder die gut ausgestatteten Gästezimmer im Obergeschoss nutzen. Die ärztliche Betreuung Die ärztliche Betreuung liegt in der Regel beim Hausarzt, der auch die Überweisung ins Hospiz vornimmt. Prinzipiell besteht aber auch die Möglichkeit, den behandelnden Arzt zu wechseln.

Die Kosten Der Aufenthalt im Hospiz ist für die Kranken seit dem 1.August 2009 von der Zuzahlung befreit. Die Kosten werden von den Krankenkassen und über Spenden gedeckt.

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Grundlagen der Pflege im Hospiz-Haus Celle Pflege im Hospiz-Haus ist ein ganzheitlicher Prozess. Als Betreuungsbedarf werden die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse des erkrankten Menschen in ihrer Gesamtheit verstanden und wahrgenommen. Es bedarf daher stets einer Versorgung im multiprofessionellen Team. Dieses Team kann nach Bedarf zum Beispiel aus den Pflegekräften, den behandelnden Ärzten, Physiotherapeuten und ehrenamtlichen Mitarbeitern bestehen. Die von der Pflege wahrgenommenen Aufgaben und Tätigkeiten reichen von der Gestaltung der Alltagswelt im Hospiz über die Unterstützung der Aktivitäten des täglichen Lebens bis hin zur Übernahme komplexer medizinischer Versorgungen. Die Umsetzung der Pflege wird an den Wünschen und Bedürfnissen des Erkrankten festgemacht. Die Pflegekräfte besprechen täglich den Bedarf und Wunsch nach körpernaher Pflege und unterstützen durch beratende und begleitende Gespräche die Krankheitsbewältigung. Dabei finden Ansätze verschiedener therapeutisch wirkender Pflegekonzepte Anwendung

wie etwa das Konzept der basalen Stimulation, die Aromapflege oder die sogenannte Validation. Der Pflegedienst als solcher ist als primäre Pflege organisiert. Dies bedeutet: Jeder Hospizgast hat eine Bezugspflegekraft, die für die Zeit im Hospiz sein Begleiter ist. Die Pflegekraft ist für die Organisation und Umsetzung der Versorgung verantwortlich und ist in besonderer Weise Vertrauensperson für den Gast und die Angehörigen. Gleichzeitig wird darauf geachtet, dass die Angehörigen Unterstützung bei der Bewältigung der Belastung im Krankheitsverlauf erhalten und in der Zeit der Trauer Begleitung erfahren. -11-

Präambel zum Vertrag über vollstationäre Hospizleistungen im Celler Hospiz-Haus Im Mittelpunkt der Arbeit des Hospizes stehen der kranke Mensch und die ihm Nahestehenden. Dabei lassen wir uns von der Überzeugung leiten, dass das Leben kostbar ist bis zum letzten Augenblick. Wir möchten dem Gast helfen, dieses Leben selbstbestimmt und in Würde zu leben und unterstützen ihn bei der Bewältigung der Erkrankung. Sterben ist ein Teil des Lebens, wir lassen den sterbenden Menschen und seine Angehörigen dabei nicht allein. Die vom Hospiz für den Gast erbrachten Leistungen werden den Wünschen und Bedürfnissen des Gastes

entsprechend geplant und durchgeführt. Dabei ist es erklärtes Ziel, die mit der Erkrankung verbundenen Symptome zu lindern und die Lebensqualität, die sich in Zufriedenheit und Wohlbefinden ausdrückt, zu verbessern.

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Nachtwache von Doris Rösch, Ehrenamtliche Es war meine erste Nachtwache im Celler Hospiz-Haus, zu der man mich im vergangenen November rief. Und wenn ich auch keine Angst hatte, so beschäftigten mich doch sehr gemischte Gefühle, als ich um 22 Uhr meine Sitzwache am Bett der Schwerkranken antrat: Würde ich das, was in den kommenden Stunden auf mich zu kam, aushalten? Was würde mich erwarten? Erst um 6 Uhr sollte ich abgelöst werden – eine lange Zeit. „Ich weiß sie bei Ihnen in den besten Händen.“ Mit diesen Worten hatte sich Herr F., der mich aus dem Tagdienst kannte, kurz zuvor am Krankenbett seiner schwerkranken Frau von mir verabschiedet. Seine Erschöpfung und auch die seiner Tochter waren den beiden deutlich anzusehen. Schon seit Tagen hatten sie tagsüber am Bett ihrer Angehörigen gewacht, die bei vollem Bewusstsein war, aber von starker Unruhe getrieben wurde und inzwischen eine deutliche Rasselatmung aufwies. Ihr lautes Atmen verlangte auch mir viel ab. Als nächtliche Lektüre hatte ich mir Info-Briefe der Hospizbewegung mitgebracht, die ich noch einmal in Ruhe durchgehen wollte, doch

schon bald bemerkte ich bei Frau F. erste Atemaussetzer. Dann wieder griff sie mit beiden Händen sehr energisch nach der Aufsetzhilfe, die über ihrem Bett hing - gerade so, als könne sie noch nicht loslassen. Ich fragte mich, was in ihr vorging: Gab es noch Unerledigtes? Wollte sie vielleicht noch etwas sagen? Und konnte ich ihr dabei helfen? Sobald ich beruhigend ihre Hände nehmen wollte, zog sie sie zurück. Ich war sehr froh, Nachtschwester Sigrid in der Nähe zu wissen, die mir nicht nur praktisch und fachlich sondern vor allem auch menschlich eine große Unterstützung war. Schwester Sigrid verabreichte der Schwerkranken ein Schmerzmittel, sodass sich ihr Körper und ihr Gesichtsausdruck zusehends entspannten. Gegen 4 Uhr sprach ich ihr mit leiser Stimme ein Vater Unser. Wenig später kam Schwester Sigrid noch einmal und las einen Psalm vor. Erst in der letzten Stunde suchte Frau F. nach meiner Hand, hielt sie sehr fest und ließ sie nicht mehr los, bis sie um kurz vor halb 6 verstarb.

Günter Grass über den Tod: „Da mir, umringt von mehr und mehr Ungewissheiten, einzig der Tod gewiss ist, will ich ihn, wie Jakob es tat, als ungeladenen, aber unumgänglichen Gast empfangen und allenfalls mit der Bitte belästigen: mach es kurz und schmerzlos. Noch fremdelt er, wird aber vertrauter mit jeder schlafarmen Nacht. Ich weiß, auf ihn ist Verlass.“

Bild: AP

( aus: Günter Grass: „Grimms Wörter. Eine Liebeserklärung“, erschienen 2010 im Steidl Verlag)

Spiritualität im Hospiz-Haus Spiritualität: Was genau ist das? Was bedeutet sie für uns im Hospiz? Welche Formen von Spiritualität erleben wir bereits heute in unserem Haus und welche Möglichkeiten gibt es noch? Diesen Fragen widmete sich der betriebsinterne Workshop „Spiritualität im HospizHaus“, zu dem Hospizleiterin Marlies Wegner gemeinsam mit den Krankenschwestern Rita Bischoff und Renate Kleinfeld die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Fortbildungsraum eingeladen hatten. In Form eines allgemeinen interaktiven Brainstormings wurde von den Teilnehmern zunächst auf einer ersten Plakatwand festgehalten, wie

- 17 sie im einzelnen Spiritualität erleben. An einer zweiten Station wurden sodann die persönlichen Einstellungen zu einzelnen Ritualen im Hospiz-Haus erfragt. Eine dritte Wand schließlich widmete sich -14den sehr persönlichen Alltagserfahrungen mit Spiritualität: „Spiritualität ist für mich ganz persönlich ...“. Als Ergebnis konnte unter anderem festgehalten werden, dass jeder Mensch spirituelle Bedürfnisse hat, die auch wahrnehmbar und kommunizierbar sind. Spiritualität als persönliche sinnstiftende Grundeinstellung zur eigenen Existenz ist Teil der zu achtenden Würde eines jeden Menschen. Für den Hospizalltag bedeutet dies, dass Mitarbeiter, Hospizgäste und Angehörige jeweils ihre eigene subjektive Spiritualität leben. Jeder hat ein Anrecht auf Achtung seiner individuellen Spiritualität. Der Bedarf an gelebter und geäußerter Spiritualität findet seine Grenzen in der Achtung der anderen Persönlichkeit. Andererseits kann Spiritualität, die sich oftmals in Ritualen äußert, in ihrer Bedeutsamkeit eine wichtige Kraftquelle sein. Die spirituelle Dimension ist ständiger Begleiter des Handelns aller Mitarbeiter im Hospiz. Sie wird sensibel wahrgenommen und gehört zur biographischen Arbeit des Hospizgastes. Sie kann zum entscheidenden Faktor bei der Krankheitsbewältigung und damit für die Akzeptanz des Todes werden. In den letzten Lebenstagen und -stunden und in der Zeit nach dem Versterben hat das spirituelle und rituelle Erleben eine besondere Bedeutung und Kraft. Für die Zeit des Sterbens und die Zeit nach dem Tod bis zu dem Moment, wenn der Hospizgast das Haus verlässt, haben sich auch im Celler Hospiz-Haus hausinterne Rituale entwickelt, die neben den persönlichen Wünschen der Angehörigen gelebt werden und nicht zuletzt der Spiritualität der Mitarbeitenden Rechnung tragen – vom Öffnen des Fensters nach Eintritt des

Todes bis zum Beschriften der Namenskarte und Entzünden der großen Kerze im Eingangsbereich. Es hat sich gezeigt, dass diese Rituale sehr wichtig sind für alle Mitarbeiter. Gleichzeitig wurden Vorschläge gemacht, wie spirituelles Handeln weiter unterstützt werden kann, etwa durch Vorhaltung geeigneter Texte, Kerzen oder Bilder.

Auf (an) den Hund gekommen

von Brigitte Hesse, Ehrenamtliche

Vor eineinhalb Jahren wurden mein Lebensgefährte und ich unvermittelt „stolze“ Rassehundbesitzer. Nachdem sein Frauchen im Hospiz-Haus verstorben war, hatten wir uns bereit erklärt,das betagte Tier zu übernehmen. Erst viel später wurde mir bewusst, warum Laura mir direkt ins Herz gesprungen war: Die Airdale-Hündin sah aus wie mein Teddy aus Kindertagen. Bei uns angekommen war Laura durch kein Zureden ins Haus zu bekommen. Also bezog sie ihr vertrautes Körbchen in der Garage und lebte fortan „barrierefrei“ im Garten. An warmen Tagen lag sie gern auf dem kühlen Betonboden direkt neben dem Auto, mit dem wir sie zu uns geholt hatten. Nach der ersten Nacht wurde eine Grundreinigung von Lagerstatt und Hund durchgeführt. Mit Hundeshampoo und wohltemperiertem Wasser wurde Laura gründlich gewaschen und anschließend trocken gerieben. Als Dank bekamen wir ein freundliches, tiefes erstes Bellen zu hören. Dann wollte sie spielen, was ihr auch gewährt wurde. Dafür hatte sie ein Stofflämmchen, das hin- und hergeschüttelt wurde. Einmal am Tag gingen wir eine Runde durch den Wald. Da gab es unendlich viel zu schnüffeln, oftmals auch ein Bad entweder in den Teichen oder in der nahen Aue. Es machte uns sehr viel Freude zu beobachten, wie die alte Hundedame immer fitter wurde. Appetit hatte sie immer. Gerne mochte Laura eine rohe Möhre oder an sehr warmen Tagen auch etwas Eiscreme. Durch ihren ausgeprägten Geruchssinn fand sich Laura trotz Blind- und Taubheit gut zurecht. Kaum hatten wir den Gartengrill in Gang gesetzt, tauchte sie - aus dem Tiefschlaf erwacht - in unserer Nähe auf. Natürlich bekam auch sie ein paar Bröckchen ab, aber die musste sie erst auf dem Rasen suchen. Wie ein Schaf fraß Laura manchmal Gras. Die Löcher sind heute noch zu sehen. Sie

- 19 buddelte auch gerne tiefe Sandkuhlen. Einmal konnten wir sie nicht finden, da war sie zur Hälfte in der Komposttonne und der Rest unter Blattgrün verschwunden. Niemand hatte gedacht, dass Laura noch einmal so aktiv werden würde. Am 20. Mai wurde sie 15 Jahre alt. Da gab es eine leckere Möhre und eine Extra-Portion Geflügelfleischwurst. Wegen einer schweren Erkrankung mussten wir Laura wenige Monate später leider einschläfern lassen. Zwei Fuchsien zieren seither das Grab der lieben Hündin in unserem Garten.

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Der Palliativ- und Hospizbrückendienst 2009 wurde der Palliativund Hospizbrückendienst ins Leben gerufen. Unter der Überschrift „Eine Brücke, die trägt“ beraten Ute Vinke, ausgebildete Krankenschwester und Palliative Care Fachkraft, und Kollegin Petra Stegert, Sozialpädagogin und ebenfalls Palliative Care Fachkraft, im Allgemeinen Krankenhaus Celle von schwerer Krankheit Betroffene und deren Angehörige. „Unsere Aufgabe besteht darin, ein Netz der Unterstützung und Beratung zu schaffen. Gemeinsam mit den Erkrankten und ihren Angehörigen planen wir die Zeit nach dem Krankenhausaufenthalt und bieten unsere Hilfe auch als Ansprechpartner bei eventuell nötig werdenden Wiederaufnahmen an“, erläutert Ute Vinke, die selbst mehrere Jahre als Pflegefachkraft im Celler Hospiz-Haus gearbeitet hat.

„Wenn eine schwere Erkrankung diagnostiziert wird, gerät oft der gesamte Alltag durcheinander“, schildert Petra Stegert ihre Erfahrungen. „Das Alltägliche geht nicht mehr von selbst, die Angehörigen müssen unvermittelt Verantwortung für das erkrankte Familienmitglied übernehmen, Pflege muss geleistet oder über Dritte organisiert werden – kurz: das ganze Leben hat plötzlich eine neue Richtung bekommen und die Betroffenen fragen sich, wie das Leben mit der Krankheit weiter gehen soll“, sagt die Brückendienstmitarbeiterin. Petra Stegert und Ute Vinke sind von Montag bis Freitag in der Zeit von 7.30 bis 16.00 Uhr über die Rufnummer 05141 – 72 31 88 zu erreichen. Die Gespräche sind natürlich vertraulich. Sie werden nicht in Rechnung gestellt, obwohl die Arbeit des Palliativ- und Brückendienstes keine Regelleistung des Sozialsystems ist. Sie wird größtenteils über Spenden finanziert.

Vom Weltfrieden bis zur Waschmaschine: Gemeinsame Präsentation beim Tag der Niedersachsen Beim Celler Tag der Niedersachsen präsentierte sich das Hospiz-Haus unter dem gemeinsamen Dach der Gemeinnützigen Stiftung Celler Netz Hospiz- und Palliativstützpunkt. Vielen hat es gefallen, mit Vertretern der anderen Organisationen einmal näher in Kontakt

- 21 zu kommen. Als bereits geübte „Wünschesammler“ – wir befragten Menschen schon bei den unterschiedlichsten Projekten nach ihren Wünschen für ihre letzten Lebenstage, die auf Jeden von uns irgendwann einmal zukommen werden - baten wir die Besucher an unserem Stand diesmal, uns ihre geheimen Lebenswünsche anzuvertrauen, die Wünsche also, die sich für ihr Leben noch erfüllen sollten. Mit einer so großen Bandbreite an Wünschen hatten selbst wir nicht gerechnet: Sie reichte von der Waschmaschine über einen lang ersehnten Arbeitsplatz bis hin zum Weltfrieden. Auch die Hospizbewegung Peine (rechts im Bild) stattete unserem Stand einen Besuch ab und brachte uns als Gastgeschenk die neueste Ausgabe ihrer Hospiz-Post mit. -18-

Hospiz-Haus gewinnt doppelt bei Entenrennen Es hat schon fast Kultstatus, das Celler Aller-Enten-Rennen, das bereits zum zweiten Mal vom Allgemeinen Krankenhaus zum Tag der offenen Tür ausgerichtet wurde. Mehr als 2000 nummerierte, fantasievoll gestylte Renn-Enten gingen diesmal an den Start, um allerabwärts bis zur Pfennig-

brücke das windund wellentauglichste Tuning untereinander auszukämpfen. Die Startgebühr von 3 Euro pro Ente kam zu einem großen Teil dem Celler Hospiz-Haus zugute, das sich am Ende über 957,39 Euro freuen konnte.

Grund zur Freude hatte aber auch Hospiz-Krankenschwester Rita Bischoff: Ihre Ente hatte die 300 Meter lange Rennstrecke in zweitbester Zeit zurückgelegt. Der Preis, ein Kinderfahrrad der Marke Pepsi, kam gerade recht, erwartete Rita Bischoff doch schon in wenigen Wochen ihr erstes Enkelkind. „Ein gutes Omen“, freute sich die Oppershäuserin.

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Spiel und Spaß beim Sommerfest Ausgerechnet das Sommerfest zum 5.Geburtstag des Celler HospizHauses musste wegen Regenwetters erstmals nach Innen verlegt werden. Immerhin fanden sich aber doch zahlreiche Gäste ein, um das kleine Jubiläum zu feiern und sich in entspannter Atmosphäre über die Einrichtung zu informieren. Mit flotten Weisen von Pop bis Pachelbel verbreiteten die jungen Musiker des Akkordeon-Orchesters der Musikschule Fröhlich aus Beedenbostel mit ihrem Leiter Rainer Dahl Festtagsstimmung in der Eingangshalle. Auch der Kindergarten Waldschmiede stattete dem Sommerfest wieder einen Besuch ab und erfreute die Besucher mit wahrhaft „märchenhaftem“ Gesang. Viel Vergnügen bereitete den Gästen auch die - nicht ganz ernst gemeinte Versteigerung zum aktuellen Zeitgeschehen

der vergangenen fünf Jahre. Dabei brachte „Auktionator“ Andreas Reimchen mit viel Humor und lockeren Sprüchen unter anderem einen „griechischen Rettungsschirm“ samt Schafskäse und Essensgutschein und eine „sichere Bank“ aus Akazienholz als Antwort auf die viel zitierte Bankenkrise an den Mann. Am Ende bescherte die Versteigerung dem HospizSpendenkonto einen Erlös von 310,Euro. - 20 Wir bedanken uns ganz herzlich bei den Sponsoren unserer Versteigerung - der Firma Luhmann in Celle, dem BowlingCenter No. 1 in Wietzenbruch, der Buchhandlung Sternkopf & Hübel, der Karstadt GmbH, den Kammer-Lichtspielen, Ingrid Zeising vom Wasch-Center An der Hasenbahn, der Taverna Mykonos in der Breiten Straße sowie bei Lena Meyer-Landrut – für die großzügige Unterstützung!

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Hospiz-Besuch in Braunschweig Der Austausch mit anderen Hospiz-Einrichtungen der Region gehört mittlerweile schon zur guten Tradition. So empfingen wir im vergangenen Jahr eine Gruppe ehrenamtlicher Mitarbeiter aus dem Braunschweiger Hospiz, um ihnen schon im März einen Gegenbesuch abzustatten. Mit zwölf Betten ist das Braunschweiger Hospiz, das im Jahr 2007 eröffnet wurde, um zwei Plätze größer als das Celler Hospiz-Haus. Anders als in Celle befinden sich die Krankenzimmer hier ausschließlich im Obergeschoss. Mit etwa 30 Ehrenamtlichen, die täglich in drei bis vier doppelt besetzten Schichten von 8 bis 20 Uhr Dienst tun, ist das Braunschweiger Hospiz in ehrenamtlicher Hinsicht sehr gut aufgestellt. Nach einem ausführlichen Austausch zu den teilweise auch unterschiedlichen Aufgaben des Ehrenamts und einer willkommenen Stärkung mit Kaffee und selbst gebackenem Kuchen schloss sich eine informative Führung durch das Haus an. Um manche Anregung reicher war man sich am Ende einig, dass der Kontakt zwischen beiden Einrichtungen auch weiterhin gepflegt werden soll.

„DANKE!“ Wir danken allen Menschen, die uns auch in den letzten Monaten wieder unterstützt haben – mit Sach- und Geldspenden, Benefizaktionen, guter Fürsprache oder auch persönlichem Einsatz im Hospiz. Wir wissen wohl, dass wir unseren Auftrag, schwerstkranken Menschen am Ende ihres Lebens im Celler Hospiz-Haus ein

geborgenes Zuhause zu geben, kaum erfüllen könnten, wenn wir nicht diese Unterstützung erfahren würden. So haben wir bereits eine erste Holzspende für unseren neuen Kaminofen entgegen nehmen dürfen! Celler Künstler überließen uns wunderschöne Bilder, die jetzt unser Haus schmücken, und eine Buchhandlung in Burgdorf spendete uns mehrere großformatige Fotokalender für unsere neuen Wohn- und Arbeitsräume. Nicht zuletzt erhielten wir auch wieder zahlreiche Geldzuwendungen von treuen Spendern, mit denen der Betrieb des Celler Hospiz-Hauses weiter gesichert werden konnte, denn nach wie vor müssen sich Hospize zu einem großen Teil über Spenden finanzieren.

Heidelbeeren zum Nachtisch Heidelbeeren sind durch ihren hohen Vitamin CGehalt, ihre wertvollen Antioxidantien und ihr Pektin urgesund. Und sie schmecken köstlich! Kein Wunder, dass Familie Deecke aus Lachendorf ihr Herz schon vor Jahren an die Heidelbeere verloren hat und sie seither gleich plantagenweise anbaut. „Auf den kargen Heideböden rund um Lachendorf gedeihen Heidelbeeren besonders gut und produzieren große wohlschmeckende Früchte“, erklären Jörn Sandra Röber und Arne Deecke. Davon durften auch wir uns überzeugen: So freuten wir uns über eine ansehnliche Heidelbeer-Spende aus dem Hause Deecke, die wir unseren Hospizgästen als leckeres Frischobst servierten und für sie zu Kuchen und Marmelade verarbeiteten. - 22 -

Spende vom Frühstückskreis Alle 14 Tage treffen sich die Kirchgänger der Kirchengemeinde

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St. Theresia vom Kinde Jesu in Eschede nach dem Gottesdienst im nahen Pfarrheim zum Frühstückskreis, um sich über die Predigt und weitere aktuelle Themen auszutauschen. Und um sich für die gute Sache einzusetzen, denn jeder Teilnehmer beteiligt sich mit 1 Euro an den Frühstückskosten. Mit den Überschüssen werden soziale Projekte gefördert. So konnte Marlies Wegner von Eva und Paul Cewe (links und 2. von rechts) und Maria Much (rechts) 300 Euro entgegennehmen. Herzlichen Dank!

Spenden statt Geschenke Einmal keine Weihnachtsgaben für Kunden und Geschäftspartner und dafür lieber etwas Gutes tun – das dachte sich im letzten Jahr auch Jens Pieper, Inhaber der Firma Pieper Fliesen & Natursteinverlegung in Altencelle. So konnten unserem Spendenkonto 1.000 Euro zusätzlich gutgeschrieben werden, die der Betreuung Schwerstkranker und ihrer Angehörigen im Celler HospizHaus zugute kommen können.

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Spargelzeit! Während sich ihre Kollegen am Langenhagener Flughafen versammelten, um Eurovisionssiegerin Lena Meyer-Landrut gebührend in Empfang zu nehmen, war NDR-Redakteurin Kerstin PatzschkeSchulz vom Landesfunkhaus Hannover (rechts im Bild) an jenem Sonntag in ganz anderer Mission unterwegs: Gemeinsam mit Freundin Waltraud Lorenz (links) schwang sie an ihrem freien Tag im Celler HospizHaus den Kochlöffel, um den Hospizgästen und ihren Angehörigen zu einer besonders leckeren Spargelmahlzeit zu verhelfen. „Mai und Spargel, das gehört für mich einfach zusammen“ meinte die Fernsehfrau, die unter anderem das beliebte Tiermagazin des Norddeutschen Rundfunks moderiert. Ausgegangen war die ungewöhnliche Initiative von ihrer gemeinsamen Freundin Andrea Windmeier, Pflegekraft im Celler HospizHaus, die ihnen vom Wunsch der Patienten nach einer Spargelmahlzeit „wie bei Muttern“ berichtet hatte. „Wir waren sofort bereit zu helfen, weil wir die Idee der Hospizeinrichtungen als solche aber auch das Celler Hospiz-Haus im besonderen toll finden und gerne unterstützen möchten“, erklärte die Fernsehfrau weiter. Die Aktion unterstützen wollte auch der Spargelhof Santelmann in Nordburg, der den frisch gestochenen Spargel spendierte. Neue Heidekartoffeln mit Petersilie, zerlassene Butter, Sauce Hollandaise sowie wahlweise roher und gekochter Schinken machten das saisonale Drei-Gänge-Menü, das mit Spargelsuppe begann und mit frischen

Erdbeeren an Mascarpone-Creme abschloss, zu einem leckeren Festessen. Nach gut drei Stunden verließen die beiden Frauen das Hospiz-Haus wieder – nicht ohne zu versprechen, dass dies nicht die letzte Spargel-Aktion gewesen sein soll. - 24 Spargel spendete uns auch der Spargelhof Soltau in Eicklingen, der uns ebenfalls mehrere Kilo des leckeren weißen Stangengemüses überließ. So konnten sich die Hospizgäste einmal mehr Stangenspargel, Spargelsalat und Spargelsuppe schmecken lassen. Auch hierfür herzlichen Dank!

Bereicherung des Hospiz-Alltags auch durch die Kleinsten Chöre, Flötenkreise und Posaunen haben auch im vergangenen Jahr wieder für besinnliche und schöne Augenblicke im Hospiz-Haus gesorgt. Auch die Kinder der Bären- und Käfergruppe vom Kindergarten Waldschmiede in Wietzenbruch haben sich wieder auf den Weg gemacht, um uns mit passenden Liedern auf den Herbst und - wenige Wochen später - auf die bevorstehende Weihnachtszeit einzustimmen. Der sechsjährige Nils hatte ein ganz besonderes Geschenk für uns dabei: einen Schutzengel, den er selbst gemalt hatte. Er hat seinen festen Platz im Raum der Stille gefunden, wo er Traurigen Trost spendet. - 25 -

Willkommen im Freundeskreis! Wir freuen uns sehr, dass sich auch im zurückliegenden Jahr wieder Menschen unserem Freundeskreis angeschlossen haben. Gerade die auf viele Schultern verteilte verlässliche Unterstützung unserer Freunde und Förderer ist für uns eine große Hilfe, da sie ein Stück Sicherheit im Hospiz-Alltag schafft.

Zu unseren neuen Freunden gehört auch Andrea Hardt aus Oppershausen: „Ich unterstütze das HospizHaus im Freundeskreis, weil ich es wichtig finde, dass schwerkranke Menschen am Ende ihres Lebens nicht alleine sind und weil auch Angehörige dort Unterstützung finden. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sie in einer solchen Situation meist ebenfalls überfordert sind, die Unsicherheit ist groß “, sagt die Oppershäuserin.

„Mein Vater sagte immer, wenn man bei seinem Tod fünf echte Freunde hat, dann kann man mit seinem Leben zufrieden sein.“ Lee Iacocca - 26 -

Eicklingerinnen basteln für Hospizarbeit Wenn es um dekorativen jahreszeitlichen Tischschmuck, um kunstvoll gestaltete Postkarten, pfiffig gefaltete Papierschachteln, hübsche StoffUmhängetaschen oder originelle Körnerkissen geht, macht den Eicklingerinnen Edeltraud Schmidtsdorff, Anneli Schnobel, Karina Buck und Sabine Fricke so schnell niemand etwas vor. Im Herbst 2010 trafen sich die vier Frauen erstmals, um einen Bastelkreis für das Hospiz-Haus ins Leben zu rufen. Und schon Anfang Dezember beim Weihnachtsmarkt Am Lauensteinplatz konnte sich das bunte Angebot aus selbstgefertigtem Christbaumschmuck, Windlichten, weihnachtlichen Leckereien und vielem mehr sehen lassen. Auch das umfangreiche Sortiment unseres Osterstandes in der Eingangshalle des Hospiz-Hauses, der Anfang April für einige Stunden in die Celler Fußgängerzone umzog und dort ebenfalls auf viel Käuferinteresse stieß, ging auf die vier Eicklinger „Heinzelfrauen“ zurück. Der Verkauf von Stoff-Hühnchen, mit Süßigkeiten gefüllten Schachteln und anderen schönen Dingen brachte dem Hospiz-Haus am Ende einen Erlös von 613,97 Euro ein. Schon jetzt darf man gespannt sein auf die Ideen der Eicklinger Basteldamen für den Hospiz-Stand beim Weihnachtsmarkt des Celler Landgestüts am 3. und 4. Dezember. - 27 -

Kurz vor Schluss:

Theaterprojekt „All inclusive“ kommt nach Celle Vor zwei Jahren rief die Regisseurin Nina de la Chevallerie gemeinsam mit Theaterautorin Luise Rist in Göttingen das boat people projekt ins Leben. Im Mittelpunkt der politisch-poetischen Theaterproduktionen steht die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Flucht und Flüchtende. Zum afrikanisch-europäischen Ensemble gehören sowohl Flüchtlinge als auch Kunstschaffende aus den Bereichen Schauspiel, Musik und Tanz. In Zusammenarbeit mit dem Hospiz an der Lutter in Göttingen entstand nun ein Theaterstück, das sich auf etwas andere Art mit dem Thema des unfreiwilligen Reisens mit unbekanntem Ziel auseinandersetzt, nämlich mit dem Grenzbereich von Leben und Tod. Am 14. Oktober gastieren Nina de la Chevallerie und Luise Rist mit ihrem sensiblen Zweipersonenstück „All inclusive“, das am 13. Juni in Göttingen uraufgeführt wird, auf Einladung des Hospiz-Hauses in Celle. Der Veranstaltungsort wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Nina de la Chevallerie

Luise Rist

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