Heimat heimat - muenchen.de

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9. Januar 2014, 20 Uhr Foto: Werner Patzelt Jörg Baesecke Persönliche Erinnerungen und Unbewusstes machen einen großen Teil einer Heimatvorstellung ...

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9. Januar 2014, 20 Uhr

Foto: Werner Patzelt

Jörg Baesecke Persönliche Erinnerungen und Unbewusstes machen einen großen Teil einer Heimatvorstellung aus. Aus Erfahrungen und Erlebnissen, die später zu Erinnerungen werden, bildet sich unsere vertraute Umgebung. Ein solcher Raum, in dem wir uns wie selbstverständlich bewegen, weil wir seine Spielregeln kennen, ist die Basis jeder Verheimatung. Am ersten Termin der Reihe „stattHeimat: Stadtheimat“ ist der Erzähler und Figurentheaterspieler Jörg Baesecke mit seiner Kleinsten Bühne der Welt zu Gast. Er wird mit seinem Stück „Papier.Krieg“ die Wechselbeziehungen zwischen Küchentisch und Weltgeschichte illustrieren. Mit Hilfe von Material, das aus dem Nachlass seiner Eltern stammt, blickt er auf die Geschichte des 20. Jahrhunderts zurück, die uns und unsere Beziehungen zu unseren Heimaten so sehr geprägt hat. Besonders die 30er und 40er Jahre, wie auch die Schatten, die sie auf die Nachkriegszeit warfen, stehen im Mittelpunkt des Stückes. Dies ist die Zeit, in der Jörg Baesecke seine Kindheit verbracht hat, zwischen Zerstörung und Wiederaufbau, zwischen Nostalgie und Neuanfang, eben „zwischen Lurchi- und Landserheften“, wie er selbst sagt.

stattHeimat: Stadtheimat Der Begriff Heimat erlebt seit Jahren eine auffällige Konjunktur – gerade in der Großstadt München. Mit dem Begriff werden Vorstellungen von Zugehörigkeit, aber auch von Ausgrenzung transportiert. Die Vieldeutigkeit, die in den Vorstellungen von Heimat liegt, ermöglicht viele Aneignungs- und Aushandlungsweisen. Dies kann etwa in traditionellen kulturellen Formen beobachtet werden, die auf großes Interesse in der Bevölkerung stoßen, aber auch in künstlerischen Aktivitäten, bei denen Auswirkungen von Kulturtransfer auf lokale Traditionen verhandelt werden. Dieser Heimat-Boom bewegt sich an der Schnittstelle von globalen Prozessen, lokalen Bedingungen und individuellen Vorstellungen Einzelner. In der Veranstaltungsreihe stattHeimat: Stadtheimat wird das moderne Heimat-Phänomen mit Künstlern, Experten und dem Publikum diskutiert. Vor der Diskussion wird durch eine künstlerische Darstellung ein spezieller Blickwinkel auf Heimat vorgestellt.

statt

Heimat

Stadt heimat

Zu Gast sind: Jörg Baesecke am 9. Januar 2014, 20 Uhr Martin Schmidt am 15. April 2014, 20 Uhr Lambertz & Saam am 9. September 2014, 20 Uhr Gert Heidenreich am 18. November 2014, 20 Uhr im Theater Heppel & Ettlich, Feilitzschstr. 12, 80802 München (Eingang durch das Lokal Drugstore) Der Eintritt ist frei. Platzreservierung unter: [email protected] Herausgeberin: Kulturreferat der Landeshauptstadt München Abt. 3 – Kulturelle Bildung, Internationales, Urbane Kulturen – Volkskultur Burgstr. 4, 80331 München Gedruckt auf Papier aus 100% zertifizierten Holz aus kontrollierten Quellen. Ansprechpartner: Eva Becher: [email protected] Andreas Schmidt: [email protected]

eine gemeinsame Veranstaltungsreihe mit:

15. April 2014, 20 Uhr

18. November 2014, 20 Uhr

Martin Schmidt

Gert Heidenreich

Der Gesprächsabend am 15. April nimmt den Umgang der bildenden Kunst mit einer vertrauten Foto: Thomas Dashuber Umgebung in den Fokus. Wie weit kann es Malerei und Bildhauerei gelingen, sich mit einer Vorstellung von „Heimat“ auseinanderzusetzen, ohne in Nostalgie oder Zynismus – je nach persönlichem Standpunkt der Künstler – zu verfallen? Der Münchner Bildhauer und Zeichner Martin Schmidt, der an diesem Abend zu Gast ist, thematisiert in seinen Arbeiten die Eindrücke seiner unmittelbaren alltäglichen Umgebung. Mal setzt er sich mit Schrebergartenkolonien, mal mit Schaufensterdekorationen, mit Zahnarztpraxen oder auch mit Tankstellen auseinander. Er spiegelt so in künstlerischer Verfremdung Selbstverständlichkeiten wider, die anderen Menschen nicht wert wären aus ihrer Alltäglichkeit herausgehoben zu werden. Martin Schmidt setzt sich mit den unauffälligen, aber prägenden Eindrücken des täglichen Lebens auseinander, die für Viele die Nachbarschaft, den Alltag, also im weitesten Sinn das heimatliche Umfeld bedeuten. Für sein Werk hat der Künstler zahlreiche Preise erhalten. So ist er unter anderem Träger des H.W. & J. Hector Kunstpreises der Kunsthalle Mannheim und war Stipendiat der Deutschen Akademie in Rom - Villa Massimo, des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia in Bamberg und des Djerassi-Resident-Artists-Program in San Francisco.

Foto: NN

9. September 2014, 20 Uhr

Christoph Lambertz & David Saam Die beiden Ethnomusikologen Christoph Lambertz und David Saam wissen genau was sie tun. Mit ihnen „sexy Volkslieder“ singen, bedeutet eine historisch fundierte Rundreise durch erotische Lieder, Zoten und andere Unkorrektheiten. Was hat das mit dem Thema Heimat zu tun? Die Heimat eines jeden Menschen ist ein sehr privater Raum. Die Sexualität ist wohl der privateste Raum des Menschen und stellt einen wichtigen Anteil der eigenen Identität dar. Nicht nur Sexualität und Erotik, auch Geschlechter- und Rollenbilder bilden sich in unseren Heimatvorstellungen ab und beeinflussen diese. Sexualität und Erotik werden in der Öffentlichkeit heute primär als kommerzialisierte Zurschaustellung inszeniert, die mit realen Verhältnissen nichts zu tun hat. Die Frage ist: Wie geht eine Gesellschaft, in der wir uns wohlfühlen, mit Sexualität und Erotik um? Welchen Stellenwert haben Geschlechterrollen? Wie viel Unmoral und Ungleichheit verträgt ein Heimatbild?

Der letzte Termin des Jahres am 18. November setzt den Verlust und die Neugewinnung Foto: Isolde Ohlbaum von Heimat auf das Programm: Auswanderung und Migration ist kein Thema, das erst seit 50 Jahren in aller Munde ist. Die Frage stellt sich, ist es denn überhaupt möglich, sich nach dem Verlust einer gefühlten Heimat, ob freiwillig oder unfreiwillig, an einem anderen Ort, sogar in einer anderen Kultur neu zu verheimaten? Der Dramatiker, Roman- und Drehbuchautor Gert Heidenreich wird aus seiner Erzählung „Die andere Heimat“ lesen, die in Folge seines Drehbuches für den gleichnamigen Film von Edgar Reitz über deutsche Auswanderer im 19. Jahrhundert entstanden ist. Als Reitz ihn einlud, mit ihm gemeinsam das Drehbuch für sein Filmepos zu schreiben, war er quasi gezwungen, sich mit einer eigenen Vorstellung von Heimat zu beschäftigen. „ Eine Heimat im Sinne eines verwurzelten Ursprungs habe ich nicht,“ sagt der in Eberswalde geborene Heidenreich, der im Alter von einem Jahr aus seinem Geburtsort „geflohen wurde“, wie er es selbst ausdrückt.

Heimat ist nicht die weißgeschrubbte Utopie, wie sie uns in Filmen und Romanen verkauft werden soll. Heimat hat immer einen Dreckrand!

stattHeimat: Stadtheimat - Eine Vortragsreihe des Kulturreferates München in Kooperation mit dem Inst. für Volkskunde/Europ. Ethnologie der LMU München und dem Bezirk Oberbayern