Holger, Die Waldfee - Die Onleihe

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Einst war der Holger die Fee aller Wälder, Herrscher der endlosen Baumkronenfelder, Patron aller Wesen, Vertreter des Lebens, Ausgleich im Kreislauf ...

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Einst war der Holger die Fee aller Wälder, Herrscher der endlosen Baumkronenfelder, Patron aller Wesen, Vertreter des Lebens, Ausgleich im Kreislauf des Gebens und Nehmens, der Ruhepol des Pendels, das hinter den Dingen im rhythmischen Tanz aus harmonischem Schwingen die Teile des Puzzles, das einstmals entzweit, vereint’ zu Gemälden in Rahmen aus Zeit. Nur Holger, die Welt und ein Beutel voll Samen und Jahre, die gingen, genau wie sie kamen. So wurde aus Boden, der leblos und kalt, ein Kind dieser Erde in Kleidern aus Wald.

Später, als Menschen in Baumwipfeln lebten, an Haaren und Händen die Harztropfen klebten, da wusste man noch seine Arbeit zu schätzen und lebte gar gerne nach seinen Gesetzen. Und heut? Hat er Wohnrecht im eigenen Heim, ist nicht mehr vonnöten und meistens allein – ein lebendes Denkmal aus schöneren Tagen. Im Wald hat seit Jahren das Forstamt das Sagen. Wie jeden Tag schaut bald sein Alltag vorbei, voll Seufzern des Saufens und RTL2. Die Waldfee von einst ist nun kaum mehr ein Schatten, geworfen von Tagen, die Sonnenschein hatten.

Im Forstamt am Tisch bei Kaffee und Tee sitzen in Graustufen aufgereiht Männer mit Schlipsen; zu allem entschlossen, den Rotstift gezückt, den Arsch bis zur Ritze ins Leder gedrückt. Über dem Schlips ist kein Platz für Gefühle, IKEA braucht Rohstoff zum Bau neuer Stühle. »Die brauchen Stühle, und wir brauchen Geld.« Alle gewinnen, so leicht ist die Welt. Einen Wildschweinfurz später schon flattern geschwind im Rausch der Geschwindigkeit Schlipse im Wind. »Hü!«, rufen sie, und sie peitschen die

Trucks, der Forstamtschef johlt und schwingt stolz seine Axt, bis schließlich am Waldrand die Rodhorde hält und einer ins amtseig’ne Megafon bellt: »Hier spricht der Sprecher der Forstamtsinsassen. Wir bitten die Tiere, den Wald zu verlassen! Die Baumfällarbeiten beginnen alsbald! Noch fünfzehn Minuten, dann wird dieser Wald kraft uns’rer Äxte zu Kleinholz gemacht und dann zur Verstuhlung nach Schweden gebracht.« Die Tiere erstarren, nur Lider, die fallen,

denn Stahl ist viel härter als Schnäbel und Krallen. Das Leben sieht manchmal so hoffnungslos aus wie Omas beim Ausflug ins Leichenschauhaus. Doch grad als man Abschied vom Walde genommen, hören sie Schreie vom Waldrand her kommen. Schon rennt ein Mann mit erhobenen Armen in Panik vorbei, und er fleht um Erbarmen. Dahinter kommt Holger, die Waldfee, gerannt, mit Wut in den Augen und Axt in der Hand. Von Weitem sind Rauchwolken gut zu erkennen: