Informationen - Friedens Initiative Hunsrück

Informationen - Friedens Initiative Hunsrück

Friedenspolitische;Kuur Nr. 24, 13.6.85, S~ite 2 MILITA"RSEELSORGEVERTRAG KÜNDIGEN KOMMENTAR VON PASTOR ULRICH FINCKH öeim Deutschen Evangelische...

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nold, Angeligasse 86/2/17, MELLER Maß thias. Quellenstraße 217/1/9, PLACHY Mai rio, Friesenplatz 4/10/19, GRÜNZWEIG S

Friedenspolitische;Kuur

Nr. 24, 13.6.85,

S~ite

2

MILITA"RSEELSORGEVERTRAG KÜNDIGEN

KOMMENTAR VON PASTOR ULRICH FINCKH öeim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Düsseldorf tJat eine erhebliche Rolle ~espielt, daß Frledensgruppen den derzei­ tlgen Militärseelsorgevertrag kritisiert haben. In verschiedenen Diskussionen und während der Demonstration der Friedenskam­ pagne ist erörtert worden, den Militär­ seelsorgevertrag zu kündigen. Anlaß war der Hinweis auf folgende Problempunkte: 1. Der Milltärseelsorgevertrag regelt, daß die Militärpfarrer, ihre Helfer und alle Aktlvitäten der Militärseelsorge vom Staat bezahlt werden. Das führt zu einer bestimmten direkten oder indirekten Ver­ pfli.chtung dem Staat gegenüber, die die Freiheit der kirchlichen Verkündigung be­ eintrachtigt. 2. Es wurde darauf hingewiesen, daß der ehrenamtl iche Mili tärbischof den mi li tär­ amtlichen Apparat des Kirchenamtes für die Bundeswehr nicht ausreichend kirchlich kontrollieren kann. Dazu muß man wissen, daß im Gegensatz zum ehrenamtlichen Mili­ tärbischof alle führenden Beamten in der Kirchenamtshierachie Staatsbeamte sind. Die leitenden Pfarrer scheiden ganz aus dem kirchlichen Dienst aus. Diese Fehl­ konstruktion, die die eigentliche Leitung ganz schwach macht, und den Staat übermä­ ßig stark macht, wurde kräftig kritisiert. 3. Soldaten, vor allem Hauptmann Schulz­ Triglaff vom Darmstädter signal,haben dar­ auf hingewiesen, daß die Militärs'eelsorge Sle teilweise mlt ihren Problemen allein läßt und manchmal militärischer sei als die Soldaten selber. schulz-Triglaff hat das bei der Demonstration der Frledenskam­ pagne öffentlich vorgetragen und mit aller Deutlichkeit an dle Militärseelsorge ap-

pelliert, sich nlcht staatlicher zu geben als der Staat selbst. 4. Es wurde mehrfach daraufhingewiesen, daß die Militärseelsorge dle alten kirch­ lichen verpflichtungen, Krieg nur unter ganz bestimmten Bedingungen als mögllche Verteidigung vorzusehen, völlig verlassen hat. In den Bad Zwischenahner-Thesen und in dem sogenannten Bedingungsrahmen hat die evangelische Militärseelsorge die NATO-Doktrin der Fexlble Response bls h,n

fritdensInformationen Nr.11

Juli

1985

Unkostenbeitrag: 0,50 DM Herausgegeben von den

Friedensini1iafiven Rhein· Hunsrück und Nahe· Mosel

zum Ersteinsatz von Atombomben im elgenen

Land ausdrücklich verteldigt. Schon allein durch die unangemessene Billigung dieser Mlttel hat sich die Militärseelsorge damlt von der alten Lehre einer bedingt gerecht­ fertigten Verteidigung (bellum lustum) völlig ef'tfernt. 5. Es ist zu beobachten, daß Militär­ pfarrer , die kritische Fragen aufnehmen, ihre Dienstverträge nicht verlängert be­ kommen. Dies geschieht, obwohl in der Ml­ litärseelsorge als einzigem kirchlichen Gebiet Pfarrer fehlen. Bekanntgeworden sind die Fälle der Militärpfarrer Dr. Martin an der Bundeswehr-Hochschule Mün­ chen und ,Rodiek an der Bundeswehr-Hoch­ schule Hamburg. Dies sind nicht die ein­ zigen Fälle, bei denen den kritischen Mi­ li tärseelsorgern mangelnde Loyali tät VOr­ geworfen wurde. Loyalität wird hier aller­ dings verstanden als Einverständnis mit der gültigen Militärpolitik.

Achtung

Die Raketen kommen!

Die Forderung der Friedenskampagne, den Militärseelsorgevertrag zu kündigen', hat dringende und gute Gründe. Eine Mllltär­ seelsorge als Verkünder der amtlichen Ml­ litärpolitik wlderspricht unserem chrlSt­ lichen Bekenntnis.

Impressum: V.i.S.d.P.

Heidrun Zimmer-Wagner

Kappel

Renate Fuchs

Unzenberg

Rainer Dreher

Lautzenhausen

Reinhard Sczech

Bell

Alexander Lips

Bibernheim

Bernhard Raum

Birkheim

Klaus-Ulrich Thörner

St. Goar

Thomas Löber

Bad Salzig

Benno Kisters

Manubach

Druck: Eigendruck

16

f>..c.\-\\\j~G '. ~el\age beacnten

In unserer unmittelbaren Umgebung wird in Kürze der Ernstfall geprobt. Auf den oben abgebildeten Sattel­ schleppern werden die Cruise Missiles (atomar bestück­ te Marschflugkörper) durch den Hunsrück transportiert. Sie sind gefechtsbereit. ","h~ ,f. 8

Reinhard Sczech ~lnQ.Qr_d. Hauptstr. 29

5449 Bell (Hunsrück)

(Tel. 06762-5181)

E~_k~~~~_chn~k)

TERMINE TERMINE TERMINE 25.7.- 4.8.

Oberstaatsanwalt Staatsanwaltschaft Koblenz Karmeliterstr. 14 . 5400 Koblenz

2. Internationales Sommerlager auf Burg Waldeck, Dorweiler

17 .8. 85

rheinland-pfälzische Friedensversammlung um 14. Uhr in der ESG in Mainz

Ihr Zeichen: 410 E-6/85

Bell, den 01.7.1985

Programm: Grußwort von Kuzujaki Furuichi, Japan

Betr.: Abbildung der Lagekarte des CRUISE-MISSILES-Standortes bei Hasselbach Hunsrück Bezug: Beschlagnahmungen

in Bell, Hasselbach

Eröffnung mit Horst Sielaff Referat zur Weltraumrüstung von Prof. Dr. M. Kreck AktionskonzeptfUr den Herbst von Marlies Schläger

und Simmern

mit anSChließender Diskussion. Bei dem Aktions­ Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann

konzept für den Herbst solldie bevorstehende Statio­

Am Montag, dem 1. Juli 1985, woltte ich Kopien der Lagekarte des

CRUISE MISSILES Standortes bei Hasselbach ö f f e n t 1 ich

verteilen. Sie ließen diese Karten - Kopien aus dem Nachrichten­

magazin "DER SPIEGEL" - beschlagnahmen.

D a war ich b a f f !!

nierung der CM im Mittelpunkt stehen.

Ich dachte, inzwischen wäre die Karte nicht mehr geheim.

Ralf Herberholz, in der letzten Legislaturperiode MdB, hat mir

nämlich eine Kopie übergeben. Raten Sie bitte mal woher er das

Orginal hatte? - Von der Pressestelle des Bundestages !

Verrat jetzt auch aus Bonn? Oder hatten Sie vergessen die

Pressestelle des Bundestages von der Geheimhaltung zu informieren?

Wen soll ich Anzeigen? Den Bundestag? Oder Ralf Herberholz aus

Treis-Karden ?

7./8.9.85

Tre~~en

der

~tationierungsorte-Initiativen

näheres darüber und der vrt \ auf j eden Fall illl Hunsrück) später

Sehr geehrter Herr Oberstaatsanwalt Wippermann. Nun.bitte ich Sie

die nächste Hiobsbotschaft gefasst zu nehmen:

MdL Joachim Mertes, aus Buch im Hunsrück, hat eine kqmplette

Dokumentation, inklu~ive der inkriminierenden Karte, an die

SPD Fraktion im Mainzer Landtag verteilt. Insgesammt 43 Kopien

Das wäre ja noch nicht die Katastrophe, denn Mainz ist weit weg

von den Raketen. Die Geheimhaltung nimmt bekanntlich direkt

proportional mit der Entfernung von der Hasselbacher Raketenstation

ab.

Was der sozialdemokratische Unhold - in vollem Bewußtsein der

Geheimhaltungsmathematik - getan hat, klingt unglaublich:

Er wußte die Simmerner Poli~eikräfte durch meine Aktion an das

Amtsgericht gebunden. Dies hat er schamlos ausgenutzt und unsere

geheime Karte im S i m m ern e r K r e i s t a g verteilt.

21 Kopien, verteilt an CDU, SPD, FDP und Grüne Kreistagsmitglieder.

Der Herr Landrat Dr. Jäger, oberster Polizeichef des Rhein-Hunsrück­

Kreises, hat tat e n los zug e s e h e n !!!

Ich kann mir gut vorstellen, dieser Verfall von Sitte und Gesetz

ist für einen Leitenden Oberstaatsanwalt deprimierend.

Deshalb habe ich mich auch entschlossen, den Herrn Abgeordneten

Mertes hiermit anzuzeigen. In seinem Bürgerbüro, Durchgang für

Hunderte, ahnungsloser Hunsrücker Bürger, liegen Kopien der Lage­

karte offen aus. Jeder der will, kann sich bedienen. Um die

Ermittlungsarbeit zu erleichtern: Das Bürgerbüro ist in Simmern,

Gerbereistraße 4.

U~h~i~1i~h~

H_i~_t

Eine 50 Minuten Sendung von Radio Bremen auf Kassette kann jetzt im Friedensbüro bestellt werden. Die Sendung beschäftigt sich mit der Cruise Missile Stationierung im Hunsrück und wurde im Herbst 1984 aufgenommen. Redebeiträge kommen von Horst Braun, Jutta Dahl,Lore Kneip, Hilde Brück, Karl-Heinz Faber,Heidrun Zimmer-Wagner, Reinhard Sczech Heinz ~ Irmgard Ney und anderen. Die Sendung enthält interessantes Hinter­ grundmaterial. Auch ideal geeignet zum Weiterschenken ! Eine Kassette: 7,-DM; 2 Kassetten 10,-DM. (wegen der Porto+Verpckg). Bitte in Brief­ marken, Geldschein oder Scheck an das Frie­ densbüro in 6544 Kirchberg, Hauptstr. 40 schicken. Die Kassette wird postwendend zu­ geschickt.

Mit einem aufmunternden Gruß vom schönen Hunsrück und

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fROSSE

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Die Warnung von Andreas Zumach (Aktion bühnezeichen), daß die

Friedensbewegung nicht zum Wahlkampfhelfer der Parteien herunter­

gewirtschaftet wird, war gar nicht so unberechtigt. "Nachdem es

Uns nicht gelungen ist, den einen Kopf der Rüstungshydra,.also

Pershing 11 und Cruise Missiles zu verhindern, sollteh wir nicht

versuchen, nun den nächsten Kopf, also bDI, abzuschlagen und die

Hydra ~eiter leben zu lassen. Die Köpfe wachsen nach. Um dies zu

verhindern, müssen wir bei der Grundsatzkritik (gegen jede Form

pervertierter Hochrüstung, d.Verf:) bleiben.

Der Kölner Ratschlag am 16./17. Juni brach,)te die Einigung aller .Gruppierungen der Friedensbewegung. Bin~timmig wurde ein gemeinsamer Aufruf verabschiedet: "Wir rufen auf: - Beteiligt Euch an den regionalen Abschlußkundcebungen der

Aktionswoche der Gewerkschaftsbewegung gegen Arbeitslosigkeit

und ~ozialabbau am 19. Oktober!

Schlußfolgerungen für uns im H~nsrück:

Erhalten wir unsere Vielfalt in der Einheit, ob Christ, Kommunist,

bozialdemokrat, Grüner, Anarchist, Individualist, jeder kann seinen

Beitrag gegen die Hochrüstung und Kriegsgefahr leisten. Lassen

wir uns nicht auseinanderdividieren. Informieren wir weiter die

Bevölkerung der Region. Zeigen wir weiter die Gefahren auS.

Zeigen wir Auswege aus der Rüstungssackgasse. Sachkunde, Phanta­

sie und Mut sind gefragt (siehe James), und davon haben wir_noch

viel ungenutzt auf L~ger.

- InforQiert in der Informationswoche der Friedensbewegung vom 11. bis 16. November die Bevölkerung über die herrschende Un­
Benno

- l:oI:lmt am 16. November in Eurer ~,tadt, Eurer Gemeinde, Eurem Dorf zu den örtlichen Veranstaltungender Friedensbewegung under 'dem botto: "uignal für Frieden durch AbrUstung"!

••••••••••••••••••••••••••••••••••

Uachenwir am 16. November überall in diesen; Land in Hunderten, ja Tausenden, von Orten die Friedensvel'sammlungen zu einer un­ üoersehbaren Demonstration dafür, daß wir die drohende Katas­ trophe nicht tatenlos hinnehmen werden, sondern eine wirkliche ~riedenspolitik durchsetzen wollen! "

Büro für Friedensarbeit Rhein-Hunsrück-Mosel

Das ist sicherlich ein berüßenswertes Ergebnis. Trotzdem erschien

uns das Gerangele und Taktieren einiger Spektrenfunktionäre um

Formulierungen übertrieben und nicht an der bache orientiert.

Die christlichen und unabhängigen Friedensgruppen waren unter­ repräsentiert, weshalb die Diskussion über gewaltfreie Widerstands­ formen ziemlich an den Rand gedrängt wurde. Die beiden Lage~ - die gewerkschaftlich orientierten Gruppierungen SPD Jusos, DKP, SDAJ, Kofaz auf der einen, Grüne und BUF (Bundeskonferenz unabhängiger Friedensgruppen) auf der anderen Seite - bestimmten weitgehend die inhaltliche Diskussion: Massenwirksame Aktionen der Friedens­ bewegung waren gefragt. Weltraumrüstung stand als Problemfeld im Vordergrund.

Öffnungszeiten: Mo 18 - 20 Uhr, Di 9.30 - 13 Uhr, Do 9.50 - 13 Uhr u. 17 - 19 Uhr, ba ~.30 - 14 Uhr

1,0 Anbei 10,- DM für 10 FRIEDENS-INFOS I ~------------------, I.~h unterstütze das Friedensbüro regel- I I Cl maßig und bekomme dann alle Ausgaben

I der FRIEDENS-INFORMATIONEN. I Ab~ I WJ.s4.mW I~'

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einsenden an: Spendenkoriten:

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Verein f. friedenspol. & dem. Bild'J.ng e.V., Voba Kirchberg, BLZ 56061472 Blz 560 614 72, Kto 1013591

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Hauptstr. 40 Tel. 06763/3709 6544 Kirchberg

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Hildegard" Engelmann Kto-Nr. 221898-603

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DEN S LEU T E S C H L.U GEN I M H UNS R ü C K . AUF

ZE L T E

Hasselbach/Bell. Vor drei Jahren haben sich Angehörige aus den verschiedensten Orden zu einer Initiative "Ordensleute für den Frieden" zusammengefunden. Nachdem sie 1983, vor der wichtigen Ent­ scheidung für oder gegen den Nato-Doppelbeschluß im Bundestag, einen Fußmarsch von Düsseldorf nach Bonn unternommen und im vergangenen Jahr den Katholikentag in München zum Anlaß genommen hatten, eine Wallfahrt von Augsburg nach München durchzuführen, entschlossen sie sich in diesem Jahr, sich zu einem mehrtägigen Aufenthalt an einem Ort zu treffen. Sie wählten Hasselbach/Bell, den zukünftigen Stationierungs­ ort der 96 cruise missiles,und schlugen Anfang Mai für fast eine Woche ihre Zelte auf dem Beller Markt auf. Schwerpunkte ihrer "statio", wie sie diesen Aufenthalt selbst nannten, waren: 1. drei feste Gemeinschaftsgebete, davon das Morgen- und Abendgebet in der evgl. Kirche in Bell, das Mittagsgebet unter dem Friedens­ kreuz am Haupteingang zur B-Battery in Hasselbach 2. eine ständige Mahnwache unter dem Friedenskreuz, zu der sich häufig auch Menschen aus dem hiesigen Raum gesellten und mitwachten und -beteten. Während dieser Mahnwachen gab es auch eine Reihe sehr fruchtbarer, von gegenseitiger Achtung getragene~ Gespräche zwi­ schen den Ordensleuten einerseits und den Arbeitern sowi~ Angehö­ rigen des Wachpersonals andererseits. 3. die intensive Beschäftigung mit Sachthemen, darunter unter anderen: - die Aufrüstung hier vor Ort, mit einem ausführlichen Diavortrag 70n Herrn Gerhard Lorenz, Ingenieur und Beigeordneter der Gemeinde Bell, über die laufenden und geplanten Baumaßnahmen ' die Verflechtung der ,hiesigen Bevölkerung mit den Stationierungs­ maßnahmen, vor allem im Hinblick auf Arbeitsplatzsuche und -erhaltung - die Verbindung von Großbanken und Rüstungsexporten und die

Frage der Verantwortung des einzelnen Bankkunden

- die Militarisierung des Weltraums; hierzu hielt Herr Engel, ein Astrophysiker aus Köln, einen hochinteressanten Diavortrag und zeigte auf, wie gefährlich das S~I-Programm der US-Admini­ stration ist. 11 der intensive Gedankenaustausch mit der hiesigen Bevölkerung; spe2iell diesem Anliegen diente ein ;;achmi ttag der "offenen Tür", von dem auch eine ganze Reihe von Einzelpersonen und Familien Ge­ brauc~ machten. Auch auswärtige Besuchergruppen wurden während des Aufenthaltes der Ordensleute empfangen, so die Mis~ionsärztlichen Scil\'iestern aus Essen so\"ie Angehörige der Christkönigsgemeinde in . :2sctborn. 5. der Versuch, mit Kirchehgemeinden beider Konfessionen im Großraum Kcs~ellaun, Si0IDern, Kirchberg, Sohren-Büchenbeuren und Rhein­ böllen , den Pfarrern und Pfarrgemeinri eräten bz\;,. Pre sbyterien Kont~kt aufzunehmen; es ist bedauerlich, daß nur wenige Gemeinden Ordensleute zu einem Gespräch bzw. zur Teilnahme aQ Gemeindegpttes­ c.i'?nst eingeladen taben. iüer sind offensichtlich noch Berührl1ngs­ ?n~ste f,esenUber Menschen, die sich sehr engagiert der ?riedens­ fr~0e widmen, abzubauen. 6. riie besondere Gestaltung des 8. Mai: Am Vormittag be~l1chte eine Abordnung ner Ordensleute zusammen :-:1 i t Christen 2.US dem hie~igen Raum c.as Grab von Pfar::-er Paul 3<:hneider in Dickenschied, webe i auch die Witwe des "Predigers von Buchenwald " zuge~e!: 'Nar. 6 0

_ Am Nachmittag erfolgte ein Bußgang von der kath. Kirche in Kastellaun

bis zum Haupteingang des Stationierungsortes in Hasselbach mit ver. schiedenen Stationen: Kath. Kirche Kastellaun (Kirche und Politik? ­ ~eugnispflicht des einzelnen, aber auch der Kirche!), Marktplatz Kastellaun ( Schweigekreis und Informationsblatt zum Thema, inwie­ fern jeder einzelne von uns über seine Geldeinlagen bei Banken und Sparkassen in die Rüstungsproblematik verflochten ist), Jüdischer Friedhof (Besinnung auf Juden und Christen Verbindendes und im Ge­ denken an Schuld, die auch Christen und die Kirchen während des . Dritten Reiches auf sich geladen haben), Eingang zur Bundeswehrkaserne (Bibelarbeit in kleinen Gruppen zu Eph. 6,14 bis 20), Kriegerdenkmal in Hasselbach (Gedenken der Toten beider Kriege und Verlesen der Namen; Nachdenken über den Heldenbegriff) _ Am Abend fand am Haupteingang' des Stationierungsortes ein Abschluß­ gottesdienst statt, der von Christen des regelmäßigen Friedens­ gebetes, den Ordensleuten sowie den nun hinzugekommenen Gruppen der KSJ (Katholische Studierende Jugend) eindrucksvoll gestaltet und von einer Gitarren- sowie Bläsergruppe musikaiisch umrah~t wurde. Etwa 300 Menschen nahmen an dem Gottesdienst teil. Während der Besuch am Grabe Paul Schneiders und auch die Stationen des Bußgangs mehr die ernsten Aspekte des 8. Mai aufgezeigt hatten, wurde der Gottesdienst, obwohl das Schreckliche der Hochrüstun~ in einer eindrucksvollen Ansprache eines Franziskanerpaters deutlich angesprochen wurde, in einer gelösten,- freundlichen und trotz des klaren Blicks für die Reali täten von Hoffnung getragenen Stil!'.lTIUng gefeiert. Besonders beeindruckend war es, zu erleben, wie hier die häufig anzutreffenden Mauern zwischen den Generationen und Konfessionen abgetragen waren. Nach dem Schlußsegen, der von zwei örtlichen evangelischen Pfarrer~ und einem Dominikanerpater gemeinsam erteilt wurde, trafen sich viele auf dem BelleI' Markt zu einem geselligen Beisammensein, das bis spät ih die Nacht andauerte. Die Zelte sind weg, die Ordensleute versch\·runden. Man kann sich fragen: War diese Initiative eine Episode unter vielen, oder hat sie nachhaltiGere Spuren hinterlassen? Mit guten Gründen kann, ohne dies hier im einzelnen zu belegen, das letzte angenommen werden. Diese Initiative hat sich gelohnt, für die Ordensleute und für die Menschen hier. Die Ordensleute zeigten sich betroffen von dem Ort und den Me~schen hier, ihrer bescheidenen, freundlichen Art, aber auch ihrer beruf~ichen Ver­ f~ochten~eit mit der Militarisierung. Es war sicher aber auch für die hiesige Bevölkerun~ einmal wichtig, Frauen und }Jänner der Kirche einmal, etwas anders als gewohnt zu- erleben. Und schließlich hat die A!l\'lesenhei t der Ordensleute, ihre Gebete,' Lieder, Gespr~che, ganz einfach ihre Art zu leben, miteinander u~zugehen und auch Konflikte in den eigenen Reihen liebevoll auszutra~e~, Ger örtlichen c;--,ristlichen Friedensbewegung Hut p,:emacht, sich weiter zu en"agieren, sich jedoch stets unter Jesu Wort zu stellen, ~as bei Joh 13,34 bis 35 can7 racikal deutlich wird •

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SChluß mit dem Rüstungswahnsinn Nein zu Pershing 11 und Cruise Missiles , ,Rüstung einfrieren Arbeitsplätze schaffen

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Achtung

Die Raketen kommen! '\:

P"tSH,hi.dt, H~tLctll\d"\\'

Per.s1A i'o\~ kOV\lIoi il1 f,ücl~,,,fse4 ~G\"'ot

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Sage niemand, er habe es nicht wissen können! Entsprechend sind die Konvois abgesichert: wundern Sie sich nicht, wenn Soldaten im Kampfanzug wnd entsi­ cherter MP Sie von der Straße drängen, Sie vom Feld ver­ treiben, Ihr Dorf evakuieren! Stationierungsort ist überall im Umkreis von 300 km um Hasselbach. Marktplätze, Parkplätze, Schulhöfe, Straßen, Fußballplätze und Bauernhöfe eignen sich besonders als Raketen­ abschußbasen! Sind nicht solche Plätze noch vor kur­ zem in Ihrer Gegend neu befestigt worden? Die konventionell bestückten Patriot-Raketen aus Dich­ tel bach und Grenderich werden ebenfalls ständig in Fahrzeugkolonnen durch unser Land gefahren. Erfahrungen aus Heilbronn, Mutlangen und Neu-Ulm zei­ gen, daß die Katastrophe vorprogrammiert ist: Im Zei­ traum von 1981-84 ereigneten sich 11 größere Unfälle mit Raketentransportern. Nur der letzte wurde bundesweit bekannt, weil er den Süden Deutschlands an den Rand einer radioaktiven Verseuchung brachte. Erwartet uns anderes? Wollen Sie gedankenlose und schweigende Zeugen un­ seres Unterganges bleiben?

In unserer unmittelbaren Umgebung wird in Kürze der Ernstfall geprobt Auf den oben abgebildeten Sattel­ schleppern werden die Cruise Missiles (atomar bestück­ te Marschflugkörper) durch den Hunsrück transportiert. Sie sind gefechtsbereit Nur deshalb befinden sie sich ständig außerhalb der Statioierungsbasis Hasselbach. Zu einem Konvoi gehö­ ren 4 Raketentransporter, 2 Kommandofahrzeuge (alle 17 m lang und 2,50 m breit), hinzu kommen weitere 15 Begleitfahrzeuge. Dieser mindestens 200 m lange Rake­ tenzug bewegt sich zu wechselnden Abschußsteilungen über unsere Straßen und durch unsere Dörfer. (In einem Konvoi wird mindestens die Sprengkraft von 160 Hiroshi­ mabomben mitgeführt.) Für die Soldaten ist das der Ernstfall. Sie erfahren erst kurz vor dem möglichen Abschuß, ob es sich um eine Übung oder um den Kriegsfall handelt Die Raketen sind ständig atomar bestückt und im Falle eines entsprechen­ den Befehles abschußbereit Der Unterschied zwischen Frieden und Kriegszustand besteh.t nicht mehr. Der Krieg befindet sich in Lauer­ steIlung.

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In Waldprechtsweier versetzt eine Pershing-Rakete die Bevölkerung in Furcht und Schrecken, Ob der US-Konvoi auch einen atomaren Gefechtskopf transportierte, wird offen bleiben. Sicher ist dagegen: Die deutschen Behörden stehen Un­ fillien mit amerikanischen Militilrtransporten hilflos gegenüber, (Karlsruher Rundschau)

W.as können Sie dagegen tun: fordern Sie Ihren Bürgermeister und Ihre Gemeinderäte auf im Interesse der Bürger derartige Übungen zu verbieten schreiben Sie Protestbriefe an Landräte, Regierungsstellen und an die Presse melden Sie Manöverfolgeschäden erkundigen Sie sich bei lokalen Friedensgruppen nach weiteren Möglichkei­ ten des Protests ' Hiroshima mahnt: Stoppt den Rüstungswahnsinn! V.i.S.d.P. Friedensimliallven Rheln·Hunsruck-Mosel-Nahe: Benno Kisters, Rheingoldslraße 124, 6531 Manubach

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Die Jtaatsanwaltbchaft ermittelt wegen sicherheitstefährdenden

Abbildens und ~ffentlicher Aufforderung zur Straftat gegen

Helnut Jordan (HUNSRUCK-FORUM) und SonnhiId und U-li 'rhiel (DFG-VK).

Wir rufen auf zur SOLIDARITÄT:

Dru.ckt den Lageplan d-er Cruise-füf'siles- Stellung bei Ha~selbach

ufld das Flu.gbla.tt über die Aktion"Koffer packen" ebenfalls in

Eurt~n

l)ubl jkat ionen ab!

Aktion "Koffer packen" Ziviler Ungehorsam gegen das neue KDV-Gesetz Koffer-Packen nach 15 Monaten und 3 1/2 Tagen Der zivile Ersatzdienst ist kein Friedensdienst, wie ihn Kriegsdienstver­ weigerer fordern_ '---Seü dem t. Janu-ar 1984' gilr nun -einbeues' KDV-Gesetz, das Kriegs­ dienstverweigerer noch weiter benachteiligt un
- daß ZDL einen »Kriegsdienst ohne Waffen" leisten dadurch. daß der

zivile Ersatzdienst im Rahmen der sog. »Gesa.mtverteidigung« in mili­ tärische Strategien einbezogen ist! - daß ZDL im sog. »Verteidigungsfall" zum unbefristeten Dienst her­ angewgen werden können und dann Dienst an der »Heimatfront" tUD müssen! - daß ZDL sich im zivilen Ersatzdienst nicht politisch betätigen dürfen! - daß ZDL biUige Arbeitskräfte im Sozialbereich sind und das durch sie eingesparte Geld in die Rüstung fließen kann! - daß ZivildienststeUen im friedenspolitischen Bereich nicht anerkannt oder gestrichen wurden! - daß ZDL gezwungen sind, durch ihren zivilen Ersatzdienst die Wehr­ pflicht abzuleisten! - daßZDL bis zum 32. Lebensjahr der »Zivildienstüberwachung" un­ terliegen und es dem Bundesamt für den Zivildienst z. B. a:elden müs­ sen. wenn sie die Absicht haben, ihrem ständigen Aufenthaltsort län­ ger als 6 Wochen fernzubleiben! Viele wehren sich und wollen ansteUe des »Mehrdienstes" ihren zivilen Ersatzdienst abbrechen und nach 15 Monaten und 3 1/2 Tagen ihre Kof­ fer packen. 15 Monate -

das ist der Zeitraum, den der Grundwehrdienst bei der Bundeswehr dauert. 3 1/2 Tage - das ist der Zeitraum, den Reserveübungen durc'>schnitt­ Iich für jeden Reservisten dauern. 15 Monate und 3 1/2 Tage - genau so lange, wie es das Grundgesetz vor­ schreibt!

Rechtliche Konsequenzen für den »Koffer-Packer« Wer als Zivildienstleistender für sich entschieden hat, seinen Koffer zu .

packen, sollte wissen:

Wer eigenmächtig den Zivildienst verläßt oder ihm fernbleibt und vor­

sätzlich oder fahrlässig länger als drei volle Kalendertage abwesend i,t,

wird mit Freiheitsstrale bis zu drei Jahren bestraft.

Wer eigenmächtig den Zivildienst verläßt oder ihm fernbleibt um sich

der Verpf)i~htung zum Zivildienst dauernd oder für den Verteidigungs­

fall zu entziehen oder die Beendigung des Zivildienstverhältnisses zu er­

reichen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren bestrafr.

Soweit die Paragraphen 52 und 53 des Zivildienstgesetzes.

Abcr Je mehr ZOL sich an der Kampagne beteiligen und ihre Koffer packen und je größer die Unterstützung durch Friedens- und antimilitaristische Gruppen und Verbände ist, desto geringer ist das Risiko für jeden Einzel­ nen. __

Und Wenn wir eine Änderung der KDV- und ZD-Gesetze waUen, so müssen wir zivilen Ungehorsam leisten. Die Geschichte des im Grundgesetz ver­ ankerten Rechts auf Kriegsdienstverweigerung zeigt, daA das Parlament und die Gerichte dieses Recht immer weiter beschnitten haben und wir nicht daraul vertrauen können, daß uns das volle Recht aul Kriegs­ dienstverweigerung freiwillig gewährt wird. Zur. Durchführung der Kampagne ist nötig: - Möglichst viele ZDL, die die Selbstverpflichtung unterschreiben ­ mindestens aber 1000 Personen. - Viele Rechtsanwälte, die sich hinter die Kampagne und die .. Koffer­ Packer" steUen und sie verteidigen. - Viele Friedensgruppen, die sich mit der KDV·Problematik beschäfti­ gen und die »Koffer-Packer« unterstützen. - Mut und Kraft bei jedem einzelnen »Koffer-Packer«, die Auseinander­ setzung mit dem Staat durchzustehen. Seihstverpflichlllili: bitt~ schicken ö'I: Deutsche FriedensgeselJschalr­

Vereinigte Kriegsdienstgegner e.V.

Landesverband Baden-Württemberg

Alberichstraße 9 . 7500 Karlsruhe 21

Die Selbstverpllichtungen werden bei einem Rechtsanwalt hinterlegt.

Sl!Cnden, durch die die .. Koffer-Packer« bei Gerichtskosten und evtl. Geldstrafen unterstützt werden soUen, bille auf folgendes Konto Deutsche Friedensgesellschaft - VK 7500 Karlsruhe 1 Kennwort .. Koffer-Packen" Kontonummer 148454 - 756 Postscheckamt Karlsruhe (BLZ 660 10075)

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WIE FUNKTIONIERT DAS ?

Krieg"wird von uns, mit uns und gegen uns gemacht!

~t~uern gehen in die Rüstung. Durch das widerspruchs­

lose Zahlen der ~teuern unterstützen wir die AUfrüstung. Im

Durchschnitt zahlt jeder ~teuerzahler 100,- DM im Monat für die

Rüstung.

30

% unserer

Es gibt Gründe genug diese Steuern zu verweigern.

Da viele von tirrs 'weder ihre Lohn- und Verbrau%steuer selbst andas Finanzam~ überweisen, noch Einkommenssteuer zahlen und des­ halb ~teueranteile'nicht einbehalten können, wird als erster ~chritt ein "KFZ-Steuerboykott" vorgeschlagen: Die Aktion 5,72 DM. Für jedes der 572 neuen Waffensysteme wird al~ symbolischer BetraB 1 Pfennig der KFZ-Steuer abgezogen und einem friedens­ stiftenden Zweck zugeführt oder auf ein "Steuerverwahrkonto" ein~ gezahlt. Dieser Schritt ist eine Form des zivilen Ungehorsams .. Da das J!'inanzamt von jedem Boykottierer persönlich informiert und darum nicht getäuscht wird, handelt es sich nicht um ~teuerhinter­ ziehung. Rüstungs8teuerBykott ist keine Straftat sondern allen­ fall~ eine Ordnungswidrigkeit.

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Sehr geehrter Herr Bundeskanzler

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Am 8. Mai dieses Jahres haben wir und viele andere Menschen aus unserer Region damit begonnen, uns täglich zu einer zwei­ stündigen Mahnwache an der NATO-Baustell~ Hasselbach, dem geplanten Stationierungsort von 9b Cruise-Missiles-Raketen, einzufinden. Eine rasch anwachsende Zahl von Menschen ist bereit, diese tägliche Mahnwache für lange Zeit zu ermöglichen. Mensc~en, die mit ihrer Anwesenheit, ihren Transparenten, ihrem Schweigen, ihrem Beten an die­ sem Ort ihrem entschiedenen N EIN zu diesem Bauvorhaben Ausdruck verleihen wollen. Wir möchten Sie davon in Kenntnis setzen Wo gerüstet wird, wird es Krieg geben - diese Einsicht macht sich breit im Bewußtsein der Menschen hier. Sie läßt sich nicht mehr verdrängen. "Wer wetzt das Messer, wenn er es nicht gebr~uchen will 7", .0 der Kommentar einer einfachen Hunsrütkerin. Verlautbarungen, wie die einer "möglichen Führbarkeit und Gewinnbarkeit eines begrenzten AtomkrieQe." mit diesen neuen Mittelstreckenwaf~en, lassen die Menschen zutiefst erschrecken. Die Befürchtung wird laut:

"HIER

WIRD

KRIEG

VORBEREITET"

Nach unseren Informationen belaufen sich die Kosten für das Bauvorhaben Hasselbach auf ca. 200 Millionen DM. Jede Rakete wird mit 22 Millionen DM veranschlagt. Wie sind diese Kosten zu rechtfertigen, ange.icht. de. Hungers und des Elends in der Welt 7 Ein Drittel der Weltbevölkerung nimmt sich das Recht, seinen Besitz zu "sichern" auf Kosten von zwei Dritteln unterentwickelt gehaltene~ Menschheit: Rüstungswettlauf statt Brot für die Weltl

Vorteile der Aktion: - ohne großen zeitlichen Aufwand können sich viele beteiligen - e~- bedarf keiner besonderen Gruppenzugehörigkeit - die Geringfügigkeit des Betrages und die damit verbundenen gering­ fügigen ~anktionen bieten ein geeignetes Trainingsfeld zum Ein­ üben zivilen Ungehorsams, zum Abbau von Ängsten und Unsicher­ heitsgefühlen ßeßenüber Behörden hier können auch Frauen den Kriegsdienst verweigern, die ja sonst kaum gefragt werden - eine polizeiliche Konfrontation wird umgangen - es bestehen tteigerungsmöglichkeiten. Wenn viele mitmachen, wird' s zum Politikum, das nicht übersehen werden kann. _ Einige Mitglieder der Hunsrücker Friedensinitiative wollen diese Aktion im Hum-rück verbrei ten. Nähere Informationen übers Delegierten­ treffen!

"DIE DRITTE WELT STIRBT

DIESE BAUSTELLE LEBT"



Unser Protest an dieser Baustelle ist n i c h t anti-amerikanisch. Wir reihen uns ein in die . w e I t w e i t e Bemühung um Ächtung und Abkehr von allen Massenvernichtungswaffen. Eine solche Ächtung"vorzu­ nehmen ist vordringlichste Aufgabe für die heutige Menschheit, gerade auch im Hinblick auf die Pläne zur Weltraumrüstung. Die Zeit drängt ! Unser Protest richtet sich auch nicht gegen die Men~ehen, die hier arbeiten m ü s s e n . Von Arbeitslosigkeit bedroht, haben sie nun hier für kur z e Zeit einen Arbeitsplatz gefunden. H~nde, Mund und Ge­ danken zum Protest sind ihnen gebunden. "Wenn ich gehe, rücken zehn andere nach." Aus Gespr~ch.n wissen wir, da~ viele Menschen nicht im Einklang mit ihrem G.wissen hier arbeiten. Wir mahnen auch stellvertretend für sie. Sehr g~ehrter Herr Bundeskanzler' Wir appellieren an Ihr Wortl "FRIEDEN SCHAFFEN MIT IMMER WENIGER WAFFEN." Hier an dieser Baustelle wird deutlich, daß die Bundesregierung die.e Zusage nicht verwirklicht. Wir fordern daher von Ihnen und der Bundesregierung: - Den s 0 f 0 r t i g e n S top p für die Cruise Missiles im Hunsrück - Den s 0 f 0 r t i g e n A b bau bereits stationierten Systeme!

10

Die Unterzeichner:

11

der Stationierungsvorbereitungen I

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aller in der Bundesepublik

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Manfred Fuchs, Kaufmännischer Angestellter, Unzenberg; Renate

FI Vierthälergebiet

Fuchs, Hausfrau, Unzenberg; Deli König, Hausfrau, Kirchberg;

c/o Friedrich Stüber Rheingoldstr. 124 6531 Manubach

Otto König, Beamter a.D., Kirchberg; H;Udegard Engelmann, Lehrerin, Oberkostenz; Jutta Chriet,

Hausf~au,

Büchenbeureri; Elisabeth

Bacharach, 26.6.1985

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lerin, Külz; Alfons Römer, bchüler, Simmern;

Karl~August

Dahl,

Pfarrer, Bell; Ulrich Hansen, Schüler, Simmern; Harald Gewehr,. Schüler, Neuerkirch; Michaela Bauer, Praktikantin,

~immern;

Günter

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Bernhard,Hausfrau, Dillendorf; Hilde Brück, Tischlerin, Göden­ roth; Jutta Dahl, Hausfrau und Mutter, Bell;'Heike Michel, Schü­

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Herrn Verteidigungsminister Wörner Hardthöhe

5300 BON N

Eckstein, Oberstudienrat, Klosterkumbd; Ruth Albrecht, Hausfrau und Mutter, Gödenroth; Heidrun_ ~immer-Wagner, Dipl.Agr. Ing., KappeI; Heinz-Gürither Ney, Pfarrer, Simmern; Klaus Michel, Lehrer, Ktilz;

Betr.: Ihr gleichlautendes Antwortschreiben an die Unterzeichner unserer Postkartenprotestaktion gegen den Fluglärm im Rheintal

Thomas Löber, Postb·eamter, Boppard/Bad ~alzig; Bernhard Kisters, Oberstudienrat, Manubach; Ulrich Thörme, Nachrichtengerätemechaniker, ~t.

Goar; Mechthild Berlin, Lehrerin, Stromberg; Beate Lieber,

Erzieherin, Oberdiebach; Fritz Stüber, Kriminalbeamter, Manubach; Reiner Dreher, Kaufmann, Lautzenhausen; Alexander Lips, Schlosser, St. Goar/Biebernheim; Horst Petry, Drucker, Pfalzfeld; Reinhard Sczech, Elektroing.; Bell; Klemens Probst, Lehrer, Sohrenl Ralf Kauer, Zivildienstleistender, Kirchbergl Uschi Eckstein, Hausfrau, Klosterkumbd; Alexander Murrenhoff, Dichter, Jülich; Klaue Gilcher, Lehrer, Rhaunen; Gabi Berend,' Studentin, Rhaunen; Kirsten Bühner­ Voll,

Krarikenschwe~ter,

Dichtelbach; Lore

~kbecker,

Kaufmännische

Aqgeet elIte, Boppard-Weilerl Johann Schladt, Rentner, Boppard; Marl1es Bauer-Karl, Sozialpädagogin, Reich; Uwe Dierking" Student, ~ronhofenl Christa Dierking, Hausfrau, Fronbofen; Jutta Rodenbusch,

Sehr geehrter Herr Wörner! Wir sind enttäuscht über Ihre Reaktion auf unsere Forderung nach Einstellung der Flugübungenüber unserem Wohngebiet. Nach wie vor ist unsere Situation die gleiche geblieben. Ihr Bedauern, an dieser Lage nich~ändern zu können, empfinden wir als eine gleichgültige Haltung gegenüber unseren berechiigt angebrachten Beschwerden. Es ist weitgehend bekannt, daß die Flugzeuge den ertragbaren Lärmpeg~l weit überschreiten. - Aufgrund der Tiefflüge ist es kaum mögli~h, 'konzentriert und ohne Unterbrechung dem Schulunterricht zu folgen. - Die ständige/übermäßige Lärmbelästigung macht einen Aufenthalt im Freien ( z.B. Arbeit in den Weinbergen) unerträglich.

Klein, Hausfrau, Gödenroth; Ingrid Freiß, Landwirtin, Gödenroth;

- Mensch und Tier erschrecken und zittern unter jähem hereinbrechenden, o~renbetäubend-donnerndenDüsenjägern. ~ie behaupten, diese Verteidigungsübungen seien notwendig.

Ursula Köhler, Sondererzieherin, Gödenroth; Petra Schneider,

Wir setzen dem entgegen:

Hausfrau und Mutter, Gödenroth; Hiltrud Müssig, Kauffrau, Göden­

Diese "Ihre" Luftwaffe - Kostet unser Geld - verschmutzt unsere Umwelt - schädigt unsere Gesundheit - verbraucht unnötig wertvolles Material und Energie - fliegt auf Kosten der Not in der soge. 3. Welt und bei uns

Erzieherin, Biebern; Inge Jörns, Erzieherin, Gödenroth; Christa

roth; Gertrud Wolferts, Studiendirektorin i.R., Ve}bert; Helmut HetzeI, Kaufmännischer Angestellter und Landwirt, Maitzborn; Helene Michel, Lehrerin, Külzl Irmgard Ney, Lehrerin,

~immern;

Elisabeth Nissing, Zahnarzthelferin, Bell; Rosi Heidecker, Arzt­ helferin, Bell; Hilmar Kinnert, Bauzeichner, st. Goar; Petra Plidrich, H,ausfrau, St. Goar. Frank Kalt·wasser, Drucker, Bacharach .

................................................................

SOLIDARITÄTSKONTO der FI Rhein-Hunsrück-Mosul Aufgrund von mehreren Anfragen nach der Exü:tenz eines solchen Kontos anläßlich des erneuten

Wir bestehen weiterhin auf unserer Foderung nach Einstellung der Flugübungen und der unerträglichen Lärmbelästigung. Ihre Höflichkeit in Ehren, doch hier werden wir uns weiter wehren.

Ermittlung~verfahrens

gegen das HUN::>RÜCK-FORUM wollen wir hiermit noch!.l:311O die Kontonummer bekanntgeben: bolidaritätskonto der

Friedensinit~ative Rhein-Hunsrück-Mosel,

- Ralf Kauer, Volksbank Kirchberg, BLZ 560 614 72

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KONTONUMMER; •••"'.1."'.. t. ?1 BANKLE ITZAHL: . 5:.~Q. 9. 7p. .}?

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Ich bringe ...... Kinder mit, die ••

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Ich mächte zum Prograrml be itragen.

,~IE MELDET MAN SICH AN?

1. Den Abschnitt unten ausfüllen und an uns schicken. 2. Den Betrag von 50.- DM an uns

überweisen.

3. Wir schicken Euch eine Bestäti­ gung.

4. Da wir nur 400 Plätze zur Verfü­ gung haben, meldet Euch am besten gleich an.

Be I Fami lien 1ft i t mehreren I( Indern be zahlen die ersten belden Kinder unter 12 Jahren die ~alfte, jedes weitere Kind d'er f4lllilie unter 12-Jahren ist von der Anmeldungsgebühr befreit~

Anmeldung schicken an:

Sabine Bernatz, Kantstr. 10,

3550 Marburg, Tel: 06421/21625

Wir sorgen für Frühstück, Mittagund Abendessen. Das wird ca. 15.-DM kosten, das heißt, 150 DM für 10

Erni Hildebrandt, ,Biegenstr. 5 1/2 . 3550 Marburg, Tel: 06421/22758

Tage pro Person. Die ersten beiden Kinder einer Familie (unter 12 Jahren) zahlen die Hälfte.

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Diesen Betrag,bezahlt Ihr zu Beginn des Lagers.

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Oberna(ihtet wird in Häusern und Zelten auf dem Gelände der Ar­ beitsgemeinschaft Burg 'Waldeck oder in von Euch mitgebrachten Zelten.

Jeder natürlich, nicht nur Chilenen, Türken und , Deutsche im Alter von Obis 100 Jahren. Jeder Teilnehmer zahlt 50.- DM mit der Apmeldung auf unser Konto (s.u.) ein. Davon be­ zahlen wir die Miete für das Ge­ lände, die Zelte und andere Kosten.

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Oie Preise sind sehr niedrig und wir sind deshalb darauf angewiesen, daß Ihr Euch an allen Arbeiten, wie l.B. ,Kochen und Saubermachen beteiligt.

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WER KANN TEILNEHMEN7

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Ich nehme am 2. Internationalen SO""" merlager Salvador Allende "PabIo Neruda 'und Nazim Hikmet" vom 25.7.­ 4.8.85 teil. Oie Anmeldungssumme von 50.-DM habe ich auf das Sonderkonto CHILE SOMMERLAGER 85 überwiesen.

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Burg Waldeck 544 Dorweiler

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