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Inhaltsverzeichnis 1 A N DIE L ESER 7 2 E INLEITUNG ZU E UROPA 9 3 D IE E UROPÄISCHE U NION 15 4 L ANDKARTEN 23 5 H AUPTSTÄDTE , S PRACHE...

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G. V. Gopalarao. Abstract. This article deals with the design and construction aspects of Nagarjunasagar. Dam situated i

Inhaltsverzeichnis 1

A N DIE L ESER

7

2

E INLEITUNG ZU E UROPA

9

3

D IE E UROPÄISCHE U NION

15

4

L ANDKARTEN

23

5

H AUPTSTÄDTE , S PRACHEN

25

6

E UROPA IN Z AHLEN

35

7

S TAATLICHE S TRUKTUREN

39

8

A LBANIEN

45

9

A NDORRA

51

10 A RMENIEN

57

11 A SERBAIDSCHAN

63

12 B ELGIEN

67

13 B OSNIEN UND H ERZEGOWINA

75

14 B ULGARIEN

83

1

2 15 DÄNEMARK

89

16 D EUTSCHLAND

95

17 DDR

109

18 E STLAND

129

19 F INNLAND

133

20 F RANKREICH

139

21 G EORGIEN

151

22 G RIECHENLAND

155

23 I RLAND

161

24 I SLAND

167

25 I TALIEN

175

26 K ASACHSTAN

185

27 KOSOVO

191

28 K ROATIEN

195

29 L ETTLAND

201

30 L IECHTENSTEIN

207

31 L ITAUEN

211

32 L UXEMBURG

217

33 M ALTA UND G OZO

223

3 34 M AZEDONIEN

227

35 M OLDAWIEN

231

36 M ONACO

237

37 M ONTENEGRO

241

38 N IEDERLANDE

245

39 N ORWEGEN

253

40 Ö STERREICH

259

41 P OLEN

269

42 P ORTUGAL

279

43 RUMÄNIEN

287

44 RUSSISCHE F ÖDERATION

295

45 S OWJETUNION

305

46 S AN M ARINO

321

47 S CHWEDEN

325

48 S CHWEIZ

333

49 S ERBIEN

343

50 J UGOSLAWIEN

351

51 S LOWAKEI

361

52 S LOWENIEN

369

4 53 S PANIEN

375

54 T SCHECHIEN

385

55 T ÜRKEI

393

56 U KRAINE

403

57 U NGARN

411

58 VATIKANSTADT

419

59 V EREINIGTES KÖNIGREICH

425

60 W EISSRUSSLAND

437

61 Z YPERN

441

62 G LOSSAR

447

63 AUTOREN

469

64 AUTOREN

471

65 B ILDNACHWEIS

475

Lizenz This work is licensed under a Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported License, see http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

5

Wikijunior Europa

Abb. 1 Dieses Buch ist eine Druckausgabe des Wikibooks „Wikijunior Europa“ aus dem freien Projekt Wikibooks für Lehr- und Sachbücher. Es steht unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation; diese Lizenz ist dem Text am Schluss des Buches beigefügt. Ebenso steht dort eine Liste der Autoren. Unter Wikibooks kann man das Buch bearbeiten, siehe http://de.wikibooks.org/wiki/Wikijunior_Europa .

6

1 An die Leser Dieses Buch informiert kurz über jedes europäische Land. Du kannst die Kapitel zu den einzelnen Ländern in beliebiger Reihenfolge lesen, ganz nach deinem Interesse. Im Inhaltsverzeichnis findest du die einzelnen Kapitel: Im Überblick kommst du zu L ANDKARTEN 1 , nämlich zur großen Europakarte und einer Deutschlandkarte. Die anderen Seiten enthalten Tabellen mit allgemeinen Informationen. Unter Länder ist jedes einzelne Land aufgeführt. Dort gibt es Informationen zu folgenden Punkten: • Einführung: Name, Nachbarländer und Küsten, Hauptstadt, andere Städte, Währung, EU-Mitgliedschaft • Geschichte: ein kurzer Überblick über die wichtigsten Entwicklungen • Landschaft und Klima: Größe und die wichtigsten Regionen, Berge, Seen, Flüsse, Klima • Bevölkerung: Nationalitäten, Sprachen, Religionen Teilweise schreiben wir auch etwas zu Sehenswürdigkeiten, der politischen Struktur oder anderen interessanten Besonderheiten.

1 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R _E U R O P A %2F_

LA N D K A R T E

7

8 Der Anhang enthält das G LOSSAR 2 , nämlich eine kurze Erklärung für unbekannte oder schwierige Begriffe. Wenn du Probleme hast, im Text etwas zu verstehen, findest du Erklärungen im Glossar und sehr oft in einem W IKIPEDIA 3 -Artikel unter dem gleichen Begriff. Für verschiedene Punkte haben wir die Links dazu bereits vorbereitet, oder sie stehen im Abschnitt „Siehe auch“. Es gibt auch viele Verweise auf andere europäische Länder.

2 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R _E U R O P A %2F_

GL O S S A R 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I K I P E D I A %3AH A U P T S E I T E

2 Einleitung zu Europa

Abb. 2: Lage Europas auf einer Weltkarte

Europa ist ein kleiner Kontinent. Du findest in Europa trotz der geringen Größe mehr als ein Viertel aller Länder unserer Erde. Im Norden Europas herrscht ein bitterkaltes, arktisches Klima, während die Sonne den Süden Europas in ein warmes subtropisches Klima wiegt. Europa hat eine lange Geschichte, die über die Antike mit den alten Griechen und Römern weit in die Urzeit mit den Neandertalern hineinreicht. Jede Weltreligion ist in Europa vertreten und mehr als hundert verschiedene Sprachen werden dort gesprochen.

9

10

2.1 Was ist Europa? Europa reicht von Island im Westen bis nach Russland und Georgien im Osten, von Norwegen im hohen Norden bis nach Italien im Süden. Die Karte unten zeigt Europa geographisch. Es gibt etwa 50 Länder in Europa, wenn auch ein paar davon (Russland, Zypern, Türkei, Kasachstan) größtenteils oder ganz in Asien liegen. Dennoch gelten sie aus sozialpolitischen, kulturellen oder anderen Gründen als europäische Länder. Zusätzlich zu diesen Ländern gibt es noch kleine Gebiete, die ihre eigene Regierung haben, aber nicht als eigenständiger (souveräner) Staat gelten, wie zum Beispiel die Faröer-Inseln oder die Isle of Man.

Abb. 3: Europa mit eingezeichneten Ländergrenzen

11

2.2 Ist Europa dasselbe wie die Europäische Union? Nein, Europa und die Europäische Union (EU) sind nicht deckungsgleich.

Abb. 4: Mitglieder der Europäischen Union

Geographisch gesehen reicht Europa vom Atlantischen Ozean bis zum Uralgebirge, das in Russland liegt. Die Europäische Union (EU) ist eine politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Vereinigung von 27 Ländern in Europa. Die Mitglieder der Europäischen Union sind (geordnet nach Beitritt): Frankreich, Deutschland, Italien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Dänemark, Irland, Großbritannien, Griechenland, Spanien, Portugal, Österreich, Schweden, Finn-

12 land, Polen, Litauen, Lettland, Estland, die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta, Zypern, Rumänien und Bulgarien. Mehrere Länder führen momentan noch Verhandlungen über einen Beitritt zur Europäischen Union. Dies sind die Länder Kroatien, Mazedonien und die Türkei. Viele andere Länder (z.B. Montenegro, Ukraine) haben auch den Wunsch geäußert, der EU in der Zukunft beizutreten. Dazu müssen diese Länder noch einige Bedingungen erfüllen, die die EU aufgestellt hat.

2.3 Welche Sprachen werden in Europa gesprochen? Mehr als 100 Sprachen werden in Europa gesprochen. Die häufigsten sind Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Russisch, Italienisch und Polnisch.

2.4 Welche Währungen gibt es in Europa?

Abb. 5: Eine 1-Euro-Münze

13 16 Länder in der Europäischen Union nutzen den Euro als gemeinsame Währung. Die anderen Länder der Europäischen Union mit Ausnahme von Großbritannien, Dänemark und Schweden planen, den Euro in der Zukunft einzuführen. Die übrigen Länder haben jeweils ihre eigene Währung.

14

3 Die Europäische Union

Abb. 6: Flagge der EU

Die Europäische Union (EU) ist eine Vereinigung von 27 Ländern in Europa. Die EU setzt sich aus mehreren Vereinigungen zusammen, nämlich aus der Europäischen Wirtschafts-Gemeinschaft (EWG), später Europäische Gemeinschaft (EG), der Montanunion (EGKS), der Atomunion (EURATOM) und der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP). Durch die EU nehmen die Länder teil an einem gemeinsamen Markt. Dies bedeutet, dass etwa Waren frei und ohne Zölle über die Ländergrenzen hinweg verkauft und gekauft werden können. Außerdem können alle Menschen in der EG mit ein paar Einschränkungen in jedem anderen Staat der EG arbeiten und leben. Die Mitgliedstaaten der EG haben außerdem viele gemeinsame Gesetze. Auch wählen die Bürger Politiker ihres Landes in das Europäische Parlament. Außerdem haben sechzehn Staaten der EG eine gemeinsame Währung – nämlich den Euro.

15

16

3.1 Wie und wann entstand die Europäische Union? Die Europäische Union hat eine lange Entstehungsgeschichte. Zunächst einmal gab es nach dem Ende des 2. Weltkriegs die Feststellung, dass man gemeinsam besser miteinander arbeiten wolle als Gegeneinander, vor allem in Fragen der Energieversorgung mit Kohle und Stahl. Darum wurde am 9. Juni 1950 durch den französichen Außenminister Robert Schuman die sogenannte Montanunion vorgeschlagen, eine Vereinigung des Freien Handels mit Kohle und Stahl. Diese bestand zunächst mit Belgien, der Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden und ging später in der Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) auf. Am 7. Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht zur Gründung der Europäischen Union (EU) unterschrieben. Darin wurde zum einen die Gründung einer Wirtschafts- und Währungsunion beschlossen, die später zur Einführung des Euro führte; zum anderen beschlossen die Mitgliedstaaten eine engere Absprache in der Außen- und Sicherheitspolitik und im Bereich Inneres und Justiz. Zugleich wurde die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in Europäische Gemeinschaft (EG) umbenannt, da sie nun auch in anderen Politikbereichen als der Wirtschaft zuständig wurde (etwa in der Umweltpolitik). Im Oktober 2004 wurde ein Vertrag über eine Verfassung für Europa in Rom unterzeichnet. Um in Kraft treten zu können, hätte er von allen 25 damaligen Mitgliedstaaten ratifiziert, das bedeutet vom Parlament des jeweiligen Landes anerkannt, werden müssen. Im Mai und Juni 2005 lehnten ihn jedoch DIE F RANZOSEN 1 und DIE N IEDERLÄNDER 2 jeweils in Volksabstimmungen ab. Als Ersatz für 1 Kapitel 2 Kapitel

20 auf Seite 139 38 auf Seite 245

17 die gescheiterte Verfassung erarbeitete daher eine Regierungskonferenz im Jahr 2007 den Vertrag von Lissabon, der die wesentlichen Inhalte des Verfassungsvertrages übernahm. 2008 wurde allerdings auch der Vertrag von Lissabon von DEN I REN 3 durch ein Volksreferendum abgelehnt und erst in einem zweiten Referendum im Oktober 2009 von einer deutlichen Mehrheit gebilligt. Am 13. November 2009 wurde mit der tschechischen Ratifikationsurkunde die letzte der 27 Urkunden bei der italienischen Regierung in Rom hinterlegt, sodass der Vertrag am 1. Dezember 2009 in Kraft treten konnte.

3.2 Welche Staaten sind in der EU?

Abb. 7: Eine Karte, die alle Mitgliedsstaaten der EU zeigt

Insgesamt sind es 27 Länder, welche zusammen ungefähr auf eine Bevölkerungszahl von 500 Millionen Menschen kommen und die stärkste Wirtschaft weltweit haben. Die Mitgliedstaaten sind (in der Reihenfolge, in der sie beigetreten sind):

3 Kapitel

23 auf Seite 161

18 • Frankreich, Italien, Deutschland, Luxemburg, die Niederlande, Belgien (1950/1957) • Dänemark, das Vereinigte Königreich, Irland (1973) • Griechenland (1981), Spanien, Portugal (1986) • Finnland, Schweden, Österreich (1995) • Polen, Litauen, Lettland, Estland, die tschechische Republik, Slowakei, Ungarn, Slowenien, Malta, Zypern (2004) • Rumänien, Bulgarien (2007) Island, Mazedonien, Kroatien und die Türkei sind Staaten, die der EU in der Zukunft gerne beitreten würden.

3.3 In welchen Ländern zahlt man mit dem Euro? In sechzehn Ländern der EU ist der Euro die Währung. Alle anderen Länder (mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs und Dänemark) wollen den Euro in der Zukunft einführen. Die folgenden Staaten zahlen mit dem Euro (in der Reihenfolge, in der sie den Euro eingeführt haben): • Frankreich, Deutschland, Italien, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Irland, Griechenland, Spanien, Portugal, Österreich, Finnland (ursprüngliche Euro-Länder) • Slowenien, Zypern, Malta, Slowakei, Estland (späterer Beitritt zum Euro-Raum) • Monaco, San Marino, Vatikanstadt (durch Währungsunion mit einem der Euro-Länder)

19 • Andorra, Kosovo, Montenegro (durch einseitige Erklärung)

3.4 Was ist der Europäische Wirtschaftsraum? Der Europäische Wirtschaftsraum besteht aus den 27 Ländern der Europäischen Union und aus drei von den vier Ländern der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Nur die Schweiz ist nicht dabei. Der Wirtschaftsraum ist dafür da, dass die Menschen in einem Land besser mit den Menschen in anderen Ländern handeln können.

3.5 Welche Auswirkungen hat die Europäische Union auf die Mitgliedsstaaten? Die Europäische Union erläßt Gesetzesvorlagen in Form von EURichtlinien bzw. EU-Verordnungen. Diese haben den Stellenwert von zukünftigen Gesetzen, die von den beteiligten Ländern innerhalb einer festgesetzten Frist von EU-Recht in nationales Recht umgesetzt werden müssen. Diese Umsetzung und dessen Einhaltung überwacht der Europäische Gerichtshof. Er ist auch für völkerrechtliche Fragen zuständig. Der Vertrag von Lissabon enthält Teile einer europäischen Verfassung, die ihre Kompetenzen festschreibt.

20

Abb. 8: Die Staaten der Schengener Abkommen EU-Mitglieder, volle Mitarbeit Nicht-EU-Mitglieder, volle Mitarbeit Zukünftige Beteiligung EU-Mitglieder, teilweise Mitarbeit

3.6 Die Schengener Abkommen Als „Schengener Abkommen“ wird eine Gruppe von internationalen Vereinbarungen bezeichnet, mit denen die Grenzkontrollen zwischen den beteiligten Staaten geregelt werden. Für die meisten Bürger bedeutet dies: Wenn zwei Nachbarländer dem Abkommen beigetreten sind, gibt es keine Grenzkontrollen mehr. Die beteiligten Länder werden auch als Schengen-Staaten bezeichnet, das gesamte Gebiet aller Länder als Schengen-Raum. Die

21 Abkommen werden nach dem Ort S CHENGEN 4 in L UXEMBURG 5 bezeichnet, in dem 1985 das erste dieser Abkommen unterzeichnet wurde. Abgesehen vom „freien Grenzverkehr“ für Privatpersonen gibt es viele Regeln, unter welchen Bedingungen Personenkontrollen dennoch durchgeführt werden dürfen. Auch sind Zollkontrollen überhaupt nicht entfallen, weil es in den Ländern sehr unterschiedliche Steuern gibt. Außerdem gibt es Festlegungen, wer für bestimmte Reisen ein V ISUM 6 benötigt oder wie sich Bewohner, die nicht Bürger eines Schengen-Staates sind, im Schengen-Raum bewegen dürfen.

4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S C H E N G E N 5 Kapitel

32 auf Seite 217

6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V I S U M

22

4 Landkarten Hier siehst du die Karte von Europa und als zusätzliche Information die deutschen Bundesländer.

Abb. 9: Vor dir siehst du Europa und einen Teil Asiens; ganz im Süden (auf der Karte unten links) findest du drei Länder Afrikas.

23

24

Abb. 10: Die politische Gliederung Deutschlands

5 Hauptstädte, Sprachen Diese Seite ist als Übersicht (auch für jüngere Kinder ab Grundschulalter bis zur einschließlich 4. Jahrgangsstufe) gedacht, die sich Wissen über Europa aneignen wollen – vor allem wenn es darum geht, Staaten, Hauptstädte und Landessprachen zuzuordnen. Flagge

Land

Hauptstadt

Landessprachen (Minderheiten siehe Fußnoten)1 Albanisch

A LBANIEN 2

Tirana

A NDORRA 3

Andorra la Vella

Katalanisch

A RMENIEN 4

Jerewan

Armenisch, Russisch 5

Abb. 11

Abb. 12

Abb. 13

1 Russisch kann in allen Ländern der ehemaligen Sowjetunion als Verkehrssprache

genutzt werden und wird deshalb immer als Landessprache genannt. 8 auf Seite 45 3 Kapitel 9 auf Seite 51 4 Kapitel 10 auf Seite 57 5 Kurmanji 2 Kapitel

25

26

A SERBAIDSCHAN 6

Baku

Aserbaidschanisch (auch Aseri genannt), Russisch 7

B ELGIEN 8

Brüssel

Niederländisch (Flämisch), Französisch (Wallonisch) 9

B OSNIEN UND H ERZEGOWINA 10

Sarajevo

Bosnisch (Serbokroatisch)

B ULGARIEN 11

Sofia

Bulgarisch 12

DÄNEMARK 13

Kopenhagen

Dänisch 14

D EUTSCHLAND 15

Berlin

Deutsch 16

Abb. 14

Abb. 15

Abb. 16

Abb. 17

Abb. 18

Abb. 19

6 Kapitel

11 auf Seite 63

7 Armenisch 8 Kapitel

12 auf Seite 67

9 Deutsch 10 Kapitel

13 auf Seite 75 14 auf Seite 83 12 Türkisch 13 Kapitel 15 auf Seite 89 14 Deutsch, Färöisch 15 Kapitel 16 auf Seite 95 16 Dänisch, Friesisch, Niederdeutsch, Romani, Sorbisch 11 Kapitel

27

E STLAND 17

Tallinn

Estnisch, Russisch

F INNLAND 18

Helsinki

Finnisch 19

F RANKREICH 20

Paris

Französisch 21

G EORGIEN 22

Tiflis

Georgisch, Russisch 23

G RIECHENLAND 24

Athen

Griechisch

I RLAND 25

Dublin

Irisch, Englisch

Abb. 20

Abb. 21

Abb. 22

Abb. 23

Abb. 24

Abb. 25

17 Kapitel

18 auf Seite 129 19 auf Seite 133 19 Schwedisch 20 Kapitel 20 auf Seite 139 21 Deutsch, Bretonisch, Korsisch, Baskisch u.a. 22 Kapitel 21 auf Seite 151 23 Abchasisch 24 Kapitel 22 auf Seite 155 25 Kapitel 23 auf Seite 161 18 Kapitel

28

I SLAND 26

Reykjavík

Isländisch

I TALIEN 27

Rom

Italienisch 28

K ASACHSTAN 29

Astana

Kasachisch, Russisch

KOSOVO 30

Prishtina

Albanisch, Serbisch

K ROATIEN 31

Zagreb

Kroatisch (Serbokroatisch)

L ETTLAND 32

Riga

Lettisch, Russisch

Abb. 26

Abb. 27

Abb. 28

Abb. 29

Abb. 30

Abb. 31

26 Kapitel

24 auf Seite 167 25 auf Seite 175 28 Deutsch, Französisch, Ladinisch, Slowenisch 29 Kapitel 26 auf Seite 185 30 Kapitel 27 auf Seite 191 31 Kapitel 28 auf Seite 195 32 Kapitel 29 auf Seite 201 27 Kapitel

29

L ITAUEN 33

Vilnius

Litauisch, Russisch 34

L IECHTENSTEIN 35

Vaduz

Deutsch

L UXEMBURG 36

Luxemburg

Luxemburgisch 37

M ALTA UND G OZO 38

Valetta

Maltesisch, Englisch

M AZEDONIEN 39

Skopje

Mazedonisch 40

M OLDAWIEN 41

Kischinau

Moldauisch (Rumänisch) 42

Abb. 32

Abb. 33

Abb. 34

Abb. 35

Abb. 36

Abb. 37

33 Kapitel

31 auf Seite 211

34 Polnisch 35 Kapitel

30 auf Seite 207 32 auf Seite 217 37 Deutsch, Französisch 38 Kapitel 33 auf Seite 223 39 Kapitel 34 auf Seite 227 40 Albanisch 41 Kapitel 35 auf Seite 231 42 Russisch, Ukrainisch, Gagausisch 36 Kapitel

30

M ONACO 43

Monaco

Französisch

M ONTENEGRO 44

Podgorica

Montenegrinisch (Serbokroatisch) 45

N IEDERLANDE 46

Amsterdam

Niederländisch 47

N ORWEGEN 48

Oslo

Norwegisch

Ö STERREICH 49

Wien

Deutsch 50

P OLEN 51

Warschau

Polnisch

Abb. 38

Abb. 39

Abb. 40

Abb. 41

Abb. 42

Abb. 43

43 Kapitel

36 auf Seite 237 37 auf Seite 241 45 Bosnisch, Kroatisch, Serbisch, Albanisch 46 Kapitel 38 auf Seite 245 47 Friesisch 48 Kapitel 39 auf Seite 253 49 Kapitel 40 auf Seite 259 50 Kroatisch, Slowenisch, Ungarisch 51 Kapitel 41 auf Seite 269 44 Kapitel

31

P ORTUGAL 52

Lissabon

Portugiesisch

RUMÄNIEN 53

Bukarest

Rumänisch 54

RUSSISCHE F ÖDERATION 55

Moskau

Russisch 56

S AN M ARINO 57

San Marino

Italienisch

S CHWEDEN 58

Stockholm

Schwedisch 59

S CHWEIZ 60

Bern

Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch

Abb. 44

Abb. 45

Abb. 46

Abb. 47

Abb. 48

Abb. 49

52 Kapitel

42 auf Seite 279 43 auf Seite 287 54 Ungarisch 55 Kapitel 44 auf Seite 295 56 viele Nationalsprachen in den Teilrepubliken 57 Kapitel 46 auf Seite 321 58 Kapitel 47 auf Seite 325 59 Finnisch, Samisch 60 Kapitel 48 auf Seite 333 53 Kapitel

32

S ERBIEN 61

Belgrad

Serbisch (Serbokroatisch)

S LOWAKEI 62

Bratislava

Slowakisch 63

S LOWENIEN 64

Ljubljana

Slowenisch

S PANIEN 65

Madrid

Spanisch 66

T ÜRKEI 67

Ankara

Türkisch

T SCHECHIEN 68

Prag

Tschechisch

Abb. 50

Abb. 51

Abb. 52

Abb. 53

Abb. 54

Abb. 55

61 Kapitel

49 auf Seite 343 51 auf Seite 361 63 Ungarisch 64 Kapitel 52 auf Seite 369 65 Kapitel 53 auf Seite 375 66 Baskisch, Galicisch, Katalanisch 67 Kapitel 55 auf Seite 393 68 Kapitel 54 auf Seite 385 62 Kapitel

33

U KRAINE 69

Kiew

Ukrainisch, Russisch 70

U NGARN 71

Budapest

Ungarisch

V EREINIGTES KÖNIGREICH 72

London

Englisch 73

VATIKANSTADT 74

Vatikanstadt

Italienisch, Latein

W EISSRUSSLAND 75

Minsk

Weißrussisch, Russisch

Z YPERN 76

Nikosia

Griechisch, Türkisch

Abb. 56

Abb. 57

Abb. 58

Abb. 59

Abb. 60

Abb. 61

69 Kapitel

56 auf Seite 403

70 Polnisch 71 Kapitel

57 auf Seite 411 59 auf Seite 425 73 verschiedene regionale Sprachen 74 Kapitel 58 auf Seite 419 75 Kapitel 60 auf Seite 437 76 Kapitel 61 auf Seite 441 72 Kapitel

34

6 Europa in Zahlen Hier findet ihr einige Zahlen und Angaben zu den europäischen Ländern und Europa insgesamt. Land A LBANIEN 1 A NDORRA 2 A RMENIEN 3 A SERBAIDSCHAN 4 B ELGIEN 5 B OSNIEN UND H ERZEGOWINA 6 B ULGARIEN 7 DÄNEMARK 8 Grönland Färöer D EUTSCHLAND 9 E STLAND 10 F INNLAND 11

Fläche km2 28.748 468 29.800 86.600

Einwohner Mio. 3,2 84 Tsd. 3,2 8,2

Dichte Einw./km2 110 178 107 96

Währung

30.528 51.129

10,6 4,5

345 89

Albanischer Lek Euro Dram AserbaidschanManat Euro Konvertible Mark

110.994 43.094 2.200.000 1.396 357.022 45.227 338.424

7,6 5,5 57 Tsd. 48 Tsd. 82,2 1,3 5,3

70 129

Lew Dänische Krone

230,0 30 16

Euro Estnische Krone Euro

1 Kapitel

8 auf Seite 45 9 auf Seite 51 3 Kapitel 10 auf Seite 57 4 Kapitel 11 auf Seite 63 5 Kapitel 12 auf Seite 67 6 Kapitel 13 auf Seite 75 7 Kapitel 14 auf Seite 83 8 Kapitel 15 auf Seite 89 9 Kapitel 16 auf Seite 95 10 Kapitel 18 auf Seite 129 11 Kapitel 19 auf Seite 133 2 Kapitel

35

36

F RANKREICH 12 Gebiete in Übersee G EORGIEN 13 G RIECHENLAND 14 I RLAND 15 I SLAND 16 I TALIEN 17 K ASACHSTAN 18 KOSOVO 19

547.026 127.817 69.700 131.957 70.182 103.125 301.338 2.724.900 10.908

62,4 2,6 4,6 11,1 4,2 0,3 60 16,4 1,8

115 20 66 85 60 3 199 6 195

K ROATIEN 20 L ETTLAND 21 L ITAUEN 22 L IECHTENSTEIN 23

56.542 64.589 65.301 160

4,5 2,3 3,4 35 Tsd.

78 35 52 219

L UXEMBURG 24 M ALTA UND G OZO 25 M AZEDONIEN 26

2586 316 25.713

0,5 0,4 2,1

187 1298 81

M OLDAWIEN 27 M ONACO 28 M ONTENEGRO 29

33.843 2 13.812

3,3 33 Tsd. 0,7

98 16.236 49

12 Kapitel

20 auf Seite 139 21 auf Seite 151 14 Kapitel 22 auf Seite 155 15 Kapitel 23 auf Seite 161 16 Kapitel 24 auf Seite 167 17 Kapitel 25 auf Seite 175 18 Kapitel 26 auf Seite 185 19 Kapitel 27 auf Seite 191 20 Kapitel 28 auf Seite 195 21 Kapitel 29 auf Seite 201 22 Kapitel 31 auf Seite 211 23 Kapitel 30 auf Seite 207 24 Kapitel 32 auf Seite 217 25 Kapitel 33 auf Seite 223 26 Kapitel 34 auf Seite 227 27 Kapitel 35 auf Seite 231 28 Kapitel 36 auf Seite 237 29 Kapitel 37 auf Seite 241 13 Kapitel

Euro teilw. CFP-Franc Lari Euro Euro Isländische Krone Euro Tenge Euro, teilw. serb. Dinar Kuna Lats Litas Schweizer Franken Euro Euro Mazedonischer Denar Moldauischer Leu Euro Euro

37

N IEDERLANDE 30 N ORWEGEN 31

41.528 385.199

16,5 4,8

397 13

83.871 312.678 92.345 238.391 3.952.550

8,4 38,2 10,6 21,5 104

99,5 122 119 94 26

61 450.295

32 Tsd. 9,3

521 21

41.284

7,8

188

S ERBIEN 41 S LOWAKEI 42 S LOWENIEN 43 S PANIEN 44 T ÜRKEI 45 T SCHECHIEN 46

77.474 49.035 20.273 504.645 783.562 78.864

7,5 5,5 2,0 46,7 72,6 10,5

97 110 99 91 88 130

U KRAINE 47

603.700

46

78

Ö STERREICH 32 P OLEN 33 P ORTUGAL 34 RUMÄNIEN 35 RUSSISCHE F ÖDERA -

Euro Norwegische Krone Euro Złoty Euro Leu Rubel

TION 36 37

S AN M ARINO 38 S CHWEDEN 39 S CHWEIZ 40

30 Kapitel

Euro Schwedische Krone Schweizer Franken Dinar Euro Euro Euro Türkische Lira Tschechische Krone Hrywnja

38 auf Seite 245 39 auf Seite 253 32 Kapitel 40 auf Seite 259 33 Kapitel 41 auf Seite 269 34 Kapitel 42 auf Seite 279 35 Kapitel 43 auf Seite 287 36 Kapitel 44 auf Seite 295 37 Die Tabelle enthält den Anteil in Europa von insgesamt 17.075.400 km2 Fläche und 141,9 Millionen Einwohnern. 38 Kapitel 46 auf Seite 321 39 Kapitel 47 auf Seite 325 40 Kapitel 48 auf Seite 333 41 Kapitel 49 auf Seite 343 42 Kapitel 51 auf Seite 361 43 Kapitel 52 auf Seite 369 44 Kapitel 53 auf Seite 375 45 Kapitel 55 auf Seite 393 46 Kapitel 54 auf Seite 385 47 Kapitel 56 auf Seite 403 31 Kapitel

38

U NGARN 48 V EREINIGTES KÖNI -

93.036 244.820

10 61,1

108 246

0,44 207.595

932 Einw. 9,5

2.118 46

9.251 5.364 9.262.283

1,0 0,8 437,9

113 145 47

696

51

Forint Pfund Sterling

GREICH 49

VATIKANSTADT 50 W EISSRUSSLAND 51 Z YPERN 52 insgesamt Südzypern (EU) E UROPÄISCHE U NION 53 Europa insgesamt

48 Kapitel

13.580.648

57 auf Seite 411 59 auf Seite 425 50 Kapitel 58 auf Seite 419 51 Kapitel 60 auf Seite 437 52 Kapitel 61 auf Seite 441 53 Kapitel 3 auf Seite 15 49 Kapitel

Euro Weißrussischer Rubel (Türkische Lira) Euro

7 Staatliche Strukturen Hier findet ihr eine Zusammenstellung der staatlichen Strukturen der europäischen Länder.

7.1 Die europäischen Länder Land A LBANIEN 4 A NDORRA 5 A RMENIEN 6 A SERBAIDSCHAN 7 B ELGIEN 8

Staatsoberhaupt Regierungschef 1 Staatspräsident Premierminister Kofürsten Regierungshaupt Präsident Ministerpräsident Präsident Premierminister König Premierminister

Parlament 2

Gründung 3

Parlament

1912

Generalrat

1278

Nationalversammlung

1991

Nationalversammlung

1991

Abgeordnetenkammer Senat

1830

1 Zum

Fettdruck siehe Erläuterungen das Parlament aus zwei „Kammern“ besteht, sind beide aufgeführt. 3 Genannt ist das Jahr, in dem der Staat in der jetzigen Form gegründet worden ist; das Land selbst kann (wie Deutschland) schon viel älter sein. Bei manchen Ländern werden zwei Jahreszahlen angegeben, wenn die politische Entwicklung nicht eindeutig war. 4 Kapitel 8 auf Seite 45 5 Kapitel 9 auf Seite 51 6 Kapitel 10 auf Seite 57 7 Kapitel 11 auf Seite 63 8 Kapitel 12 auf Seite 67 2 Wenn

39

40

B OSNIEN UND H ERZEGOWINA 9 B ULGARIEN 10 DÄNEMARK 11 D EUTSCHLAND 12 E STLAND 13 F INNLAND 14 F RANKREICH 15 G EORGIEN 16 G RIECHENLAND 17 I RLAND 18 I SLAND 19 I TALIEN 20 K ASACHSTAN 21 KOSOVO 22

9 Kapitel

Staatspräsidium Ministerpräsident Präsident Ministerpräsident Königin Ministerpräsident Bundespräsident Bundeskanzler Präsident Premierminister Präsident Ministerpräsident Staatspräsident Premierminister Präsident Premierminister Staatspräsident Premierminister Präsident Ministerpräsident Präsident Premierminister Staatspräsident Ministerpräsident Präsident Premierminister Staatspräsident Premierminister

13 auf Seite 75 14 auf Seite 83 11 Kapitel 15 auf Seite 89 12 Kapitel 16 auf Seite 95 13 Kapitel 18 auf Seite 129 14 Kapitel 19 auf Seite 133 15 Kapitel 20 auf Seite 139 16 Kapitel 21 auf Seite 151 17 Kapitel 22 auf Seite 155 18 Kapitel 23 auf Seite 161 19 Kapitel 24 auf Seite 167 20 Kapitel 25 auf Seite 175 21 Kapitel 26 auf Seite 185 22 Kapitel 27 auf Seite 191 10 Kapitel

Abgeordnetenhaus Kammer der Völker Nationalversammlung

1992

Folketing

980

Bundestag Bundesrat Staatsversammlung

1949

Parlament

1917

Nationalversammlung Senat Parlament

843

Parlament

1821/1830

Repräsentantenhaus Senat Althing

1921

Abgeordnetenkammer Senat Unterhaus Senat Versammlung

1861

1878

1991

1991

1918

1991 2008

41

K ROATIEN 23 L ETTLAND 24 L ITAUEN 25 L IECHTENSTEIN 26 L UXEMBURG 27 M ALTA UND G O ZO 28

M AZEDONIEN 29 M OLDAWIEN 30 M ONACO 31 M ONTENEGRO 32 N IEDERLANDE 33 N ORWEGEN 35 Ö STERREICH 36

23 Kapitel

Präsident Premierminister Präsident Ministerpräsident Präsident Ministerpräsident Fürst Regierungschef Großherzog Ministerpräsident Staatspräsident Premierminister Präsident Ministerpräsident Präsident Premierminister Fürst Staatsminister Staatspräsident Ministerpräsident Königin Ministerpräsident König Premierminister Bundespräsident Bundeskanzler

Parlament

1991

Saeima

1991

Seimas

1990

Landtag

1806

Abgeordnetenkammer

1815

Repräsentantenhaus

1964

Parlament

1991

Parlament

1991

Nationalrat

1441

Parlament

2006

Zweite Kammer Erste Kammer 34 Storting

1581/1648

Nationalrat Bundesrat

1945

1814/1905

28 auf Seite 195 29 auf Seite 201 25 Kapitel 31 auf Seite 211 26 Kapitel 30 auf Seite 207 27 Kapitel 32 auf Seite 217 28 Kapitel 33 auf Seite 223 29 Kapitel 34 auf Seite 227 30 Kapitel 35 auf Seite 231 31 Kapitel 36 auf Seite 237 32 Kapitel 37 auf Seite 241 33 Kapitel 38 auf Seite 245 34 Die Zweite Kammer ist das eigentliche, von den Bürgern gewählte Parlament; die Erste Kammer ist die Vertretung der Provinzräte. 35 Kapitel 39 auf Seite 253 36 Kapitel 40 auf Seite 259 24 Kapitel

42

P OLEN 37 P ORTUGAL 38 RUMÄNIEN 39 RUSSISCHE F ÖDERATION 40 S AN M ARINO 41 S CHWEDEN 42 S CHWEIZ 43 S ERBIEN 44 S LOWAKEI 45 S LOWENIEN 46 S PANIEN 47 T ÜRKEI 48 T SCHECHIEN 49 U KRAINE 50

37 Kapitel

Staatspräsident Ministerpräsident Staatspräsident Ministerpräsident Präsident Premierminister Präsident Ministerpräsident 2 Regenten König Ministerpräsident Bundesrat Präsident Ministerpräsident Präsident Ministerpräsident Staatspräsident Ministerpräsident König Ministerpräsident Staatspräsident Ministerpräsident Präsident Ministerpräsident Präsident Ministerpräsident

41 auf Seite 269 42 auf Seite 279 39 Kapitel 43 auf Seite 287 40 Kapitel 44 auf Seite 295 41 Kapitel 46 auf Seite 321 42 Kapitel 47 auf Seite 325 43 Kapitel 48 auf Seite 333 44 Kapitel 49 auf Seite 343 45 Kapitel 51 auf Seite 361 46 Kapitel 52 auf Seite 369 47 Kapitel 53 auf Seite 375 48 Kapitel 55 auf Seite 393 49 Kapitel 54 auf Seite 385 50 Kapitel 56 auf Seite 403 38 Kapitel

Sejm Senat Versammlung der Republik Abgeordnetenkammer Senat Staatsduma Föderationsrat Großer und Allgemeiner Rat Reichstag

1918

Nationalrat Ständerat Volksversammlung

1848

Nationalrat

1993

Nationalversammlung Nationalrat Abgeordnetenhaus Senat Große Nationalversammlung Abgeordnetenhaus Senat Parlament

1991

1143/1910 1877 1990 301 1523

1835/2006

1504/1978 1923 1993 1991

43

U NGARN 51 V EREINIGTES KÖNIGREICH 52 VATIKANSTADT 55 W EISSRUSSLAND 56 Z YPERN 57

Staatspräsident Ministerpräsident Königin Premierminister Papst Kardinalstaatssekretär Präsident Ministerpräsident Staatspräsident

Parlament

1918

Unterhaus 53 Oberhaus 54 (fehlt)

1066/1800

Repräsentantenkammer Rat der Republik Repräsentantenhaus

1991

1929

1960/1974

7.2 Kurze Erläuterungen Vatikanstadt Der Staat der Vatikanstadt ist eine absolute Monarchie, in der das Staatsoberhaupt – der Papst – gewählt wird und danach über alle Macht verfügt, die er mit Unterstützung durch den Kardinalstaatssekretär ausübt, der so etwas wie ein Regierungschef ist. Alle anderen Länder Die folgenden Erläuterungen gelten für alle anderen Länder, aber nicht für Vatikanstadt. Mit Ausnahme des Vereinigten Königreichs verfügen alle Länder über eine geschriebene und vom Volk oder dem Parlament gebilligte Verfassung. Im Vereinigten Königreich haben sich im Laufe der Jahrhunderte viele Regeln entwickelt, die wie eine Verfassung gelten. 51 Kapitel

57 auf Seite 411 59 auf Seite 425 53 House of Commons 54 House of Lords 55 Kapitel 58 auf Seite 419 56 Kapitel 60 auf Seite 437 57 Kapitel 61 auf Seite 441 52 Kapitel

44 Länder, dessen Staatsoberhaupt ein Präsident ist, heißen Republik; das Staatsoberhaupt wird gewählt. Länder, dessen Staatsoberhaupt ein König, Fürst o.ä. ist, heißen Monarchie; das Staatsoberhaupt erhält sein Amt automatisch als Erbe eines Vorfahren. Alle europäischen Länder verfügen über ein Parlament, dessen Mitglieder gewählt werden (in der Regel in einer allgemeinen Wahl durch das Volk) und das zuständig ist für Beschlüsse über Gesetze. Ob der Regierungschef nur vom Parlament abhängig ist oder vom Staatsoberhaupt, wird in der Verfassung geregelt. • In Ländern, bei denen das Staatsoberhaupt fett gedruckt ist, hat dieses die größere Macht. Das Staatsoberhaupt ernennt oder entlässt den Regierungschef nach eigenem Willen; in der Regel benötigt die Regierung anschließend das „Vertrauen“ (also die Zustimmung) durch die Mehrheit im Parlament. • In Ländern, bei denen das Staatsoberhaupt normal gedruckt ist, bestimmt die Mehrheit des Parlaments den Regierungschef. Das Staatsoberhaupt ernennt und entlässt den Regierungschef so, wie das Parlament entscheidet; das Staatsoberhaupt beeinflusst höchstens durch Beratung die Auswahl des Regierungschefs. In Liechtenstein und Monaco regelt eine Verfassung die Macht des Monarchen; diese Länder heißen Konstitutionelle Monarchien. In den anderen europäischen Monarchien entscheidet das Parlament über Regierung und Politik; diese Länder heißen Parlamentarische Monarchien.

8 Albanien

Abb. 62: Die Karte zeigt die Position von Albanien in Europa

Albanien ist ein kleines Land auf dem Balkan im südöstlichen Europa. Es grenzt an M ONTENEGRO 1 , KOSOVO 2 , M AZEDONIEN 3 und G RIECHENLAND 4 . Die Hauptstadt ist T IRANA 5 . Andere Großstädte sind Durrës und Elbasan. Die Währung ist der Lek.

1 Kapitel

37 auf Seite 241 27 auf Seite 191 3 Kapitel 34 auf Seite 227 4 Kapitel 22 auf Seite 155 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T I R A N A 2 Kapitel

45

46

Abb. 63: Die Flagge von Albanien

8.1 Geschichte Erste Besiedlungen fanden etwa vor 100.000 Jahren statt. Um das Jahr 1000 vor Christus herum siedelten auf dem Gebiet des heutigen Albanien die sogenannten Illyrer, verschiedene Stämme, die um diese Zeit fast den gesamten Balkan bevölkerten. Während des fünfzehnten Jahrhunderts genoss Albanien eine kurze Periode der Unabhängigkeit unter dem legendären Helden Skanderbeg. Ansonsten wurde das Land bis zum zwanzigsten Jahrhundert immer von anderen Ländern beherrscht. Nach fünfhundert Jahren der osmanischen Herrschaft wurde 1912 ein unabhängiges Albanien ausgerufen. Das Land wurde 1920 eine Republik. 1939 fielen die Italiener ins Land ein. Zwischen 1945 und 1992 war Albanien ein kommunistisches Land, aber heutzutage hofft das Land auf Anschluss an die E UROPÄISCHE U NION 6 .

6 Kapitel

3 auf Seite 15

47

8.2 Landschaft und Klima

Abb. 64: Übersichtskarte Albanien hat eine Gesamtfläche von 28.750 Quadratkilometern. Küstenlinien hat es zum Adriatischen Meer und zum Ionischen Meer; diese erstrecken sich über insgesamt 362 km. In Albanien herrscht teilweise subtropisches Mittelmeerklima mit heißen Sommern und ziemlich niedrigen Temperaturen im Winter vor. 70 %

48 des Landes sind gebirgig. Höchster Berg ist der Mount Korab mit 2.753 m.

Abb. 65: Die Inseln von Ksamil

8.3 Bevölkerung Die große Mehrheit der Einwohner (fast 90 %) sind Albaner. Im Süden des Landes gibt es eine größere griechische Minderheit. Eine weitere Minderheit sind vor allem Mazedonier. Eine Vielzahl von Albanern lebt auch in Mazedonien, Griechenland, Italien und dem Kosovo. Die Landessprache ist A LBANISCH 7 . Viele Albaner sprechen auch E NGLISCH 8 , I TALIENISCH 9 oder G RIECHISCH 10 .

7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A L B A N I S C H E %20S P R A C H E 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20E N G L I S C H 9 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20I T A L I E N I S C H 10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20G R I E C H I S C H

49 In der Zeit des Kommunismus war jede Religionsausübung verboten. Nach wie vor bekennt sich die Mehrheit der Albaner nicht zu einer Religion, aber über die Familientradition gibt es Nähe zu einer Religionsgruppe. So zählen sich ungefähr 60 % zum Islam, 20 % zu den orthodoxen Christen und etwa 10 % zu den Katholiken.

50

9 Andorra

Abb. 66: Die Lage Andorras zwischen Spanien und Frankreich.

Andorra ist ein sehr kleines Land im Südwesten Europas. Es liegt in den östlichen Pyrenäen und grenzt an S PANIEN 1 und F RANKRE ICH 2 . Die Hauptstadt heißt A NDORRA LA V ELLA 3 . Die Währung ist der Euro. Andorra ist u.a. Mitglied der Vereinten Nationen, aber nicht der E U ROPÄISCHEN U NION 4 .

1 Kapitel

53 auf Seite 375 20 auf Seite 139 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A N D O R R A %20 L A %20V E L L A 4 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

51

52

Abb. 67: Die Flagge Andorras.

9.1 Geschichte Eine Überlieferung besagt, dass Karl der Große Andorra die Unabhängigkeit schenkte als Dank für die Unterstützung beim Kampf gegen die Mauren. Die Oberherrschaft gab er dem Herren von Urgell. Im 11. Jahrhundert entstand wegen Andorra ein Streit zwischen dem Bischof von Urgell und seinem nördlichen Nachbarn, der Grafschaft Foix in Frankreich. Der Konflikt wurde 1278 durch eine Erklärung behoben, nach der Andorras höchste Staatsgewalt zwischen dem Grafen von Foix und dem Bischof von La Seu d’Urgell in Katalonien (Spanien) aufgeteilt wird. Dies gab dem kleinen Fürstentum sein Staatsgebiet und seine politische Form. Als Nachfolger des Grafen von Foix ist heute der Staatspräsident Frankreichs "Cofürst von Andorra" zusammen mit dem Bischof von La Seu d’Urgell. Besetzungen durch ausländische Mächte haben an dieser Situation immer nur kurzzeitig und vorübergehend etwas geändert. Trotz der französischen Eroberungen unter Napoleon oder der Auseinandersetzungen im spanischen Bürgerkrieg (1936–39) blieb der politische Zustand des Landes erhalten. Während des Zweiten Weltkriegs

53 (1939–45) blieb Andorra neutral und war ein wichtiger Schmuggelweg zwischen dem Department Vichy in Frankreich und Spanien. In Anbetracht seiner geringen Macht und isolierten Lage blieb Andorra außerhalb der Hauptströmung der europäischen Geschichte und hatte keine Beziehungen zu anderen Ländern außer Frankreich und Spanien. In letzter Zeit jedoch hat seine blühende Reiseindustrie zusammen mit Entwicklungen im Transport und den Kommunikationen das Land aus seiner Isolierung entfernt. Sein politisches System wurde 1993 – dem Jahr, in dem es ein Mitglied der Vereinten Nationen wurde – gründlich modernisiert. Andorra ist heute ein wohlhabendes Land hauptsächlich wegen des Tourismus und seines Status als Steueroase. 5

9.2 Landschaft und Klima

Abb. 68: Übersichtskarte.

5 Steueroasen

sind Staaten mit besonders niedrigen Steuern.

54

Abb. 69: Die Hauptstadt Andorra la Vella.

Die Gesamtfläche von Andorra beträgt 468 km2 . Es liegt in den Pyrenäen und besteht vorwiegend aus rauen Bergen mit einer Durchschnittshöhe von 1996 Metern. Die höchste Erhebung ist der Coma Pedrosa mit 2.946 m. Das Klima ist dem gemäßigten Klima seiner Nachbarn ähnlich; aber wegen seiner höheren Lage gibt es durchschnittlich mehr Schnee im Winter, und im Sommer ist es ein bisschen kühler.

9.3 Bevölkerung In Andorra leben ungefähr 70.000 Menschen. Nur ein Drittel sind wirkliche Andorraner. Die übrigen stammen fast ausschließlich aus Spanien und Frankreich. Trotzdem ist die einzige offizielle Sprache K ATALANISCH 6 . Andorras Kultur ist – auch mit Volksmusik und Volkstänzen – mit der vielfältigen Mischung der katalanischen Kultur im Nordosten Spaniens eng verbunden. 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A T A L A N I S C H E %20S P R A C H E

55

9.4 Sehenswürdigkeiten Andorra wird vor allem wegen der Wintersportmöglichkeiten besucht.

56

10 Armenien

Abb. 70: Die Lage Armeniens zwischen Europa und Asien.

Armenien ist ein kleines Land im Osten Europas an der Grenze zu Asien. Seine Nachbarstaaten sind die T ÜRKEI 1 , G EORGIEN 2 , A SERBAIDSCHAN 3 und der I RAN 4 . Die Hauptstadt ist E RIWAN 5 . Andere große Städte in Armenien sind Gyumri and Wanadsor. Die Währung ist der (Armenische) Dram.

1 Kapitel

55 auf Seite 393 21 auf Seite 151 3 Kapitel 11 auf Seite 63 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I R A N 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E R I W A N 2 Kapitel

57

58

Abb. 71: Die Flagge Armeniens.

10.1 Geschichte Armenien ist eine der ältesten Zivilisationen der Welt. Erstmals wird der Name 521 v.Chr. erwähnt. Im Laufe der Jahrhunderte wird Armenien von vielen Völkern erobert: Persern, Griechen, Römern, dem Byzantinischen Reich und schließlich dem Osmanischen Reich. Seit das Osmanische Reich ab 1800 zunehmend verfällt, gelangt Armenien zunehmend unter russischen Einfluss. Der östliche Teil gehört seit 1829 zum Russischen Reich, der westliche Teil verbleibt beim Osmanischen Reich. Im Ersten Weltkrieg wird ein großer Teil der armenischen Bevölkerung im Osmanischen Reich vertrieben und ermordet. Es wird geschätzt, dass es bis zu 1,5 Millionen Tote gegeben hat, sodass vom „Völkermord an den Armeniern“ gesprochen wird. 1921 wird zwischen der Türkei und der S OWJE TUNION 6 endgültig festgelegt, dass der westliche Teil bei der Türkei verbleibt. 1936 wird die Armenische Sozialistische Sowjetrepublik als Teil der Sowjetunion gebildet. Diese erlangt 1991 als Republik Armenien die Unabhängigkeit. Wegen Gebietsstreitigkeiten gibt es Au-

6 Kapitel

45 auf Seite 305

59 seinandersetzungen mit Aserbeidschan. Erst seit 2009 verbessern sich langsam die Beziehungen zur Türkei.

10.2 Landschaft und Klima

Abb. 72: Übersichtskarte Armenien umfasst eine Landfläche von 29.800 km2 . Es ist ein sehr ausgeprägtes Gebirgsland. Es gibt viele Gebirgsseen. Der größte ist der Sewansee im Nordosten des Landes. Der Fluss Aras ist der größte und längste Fluss in Armenien. Das Klima ist größtenteils trocken und wird außerdem durch lange, heiße Sommer und normale Winter charakterisiert. Die Sonne scheint in Armenien sehr oft, was für das trockene Klima verantwortlich ist; trotzdem gibt es auch schwere Regenfälle, die meist im Herbst auftreten.

60

10.3 Bevölkerung Die Bevölkerungszahl liegt bei 3 Mio. Einwohnern. Die übergroße Mehrheit (98 %) sind Armenier; die größten Minderheiten stellen Russen und Kurden. Entsprechend sprechen fast alle die Amtssprache A RMENISCH 7 , die Minderheiten ihre Sprachen RUSSISCH 8 und K URMANJI 9 . Russisch ist als Zweitsprache weiterhin stark verbreitet. Im 4. Jahrhundert wurden die Armenier zum Christentum bekehrt. Auch heute ist das Christentum die größte ausgeübte Religion (russisch-orthodoxe Christen und Protestanten). Daneben gibt es Muslime. Die größte Universität des Landes ist die „Staatliche Universität Eriwan“, die 1919 in Eriwan errichtet wurde.

7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A R M E N I S C H E %20S P R A C H E 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20R U S S I S C H 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K U R M A N D S C H I

61

10.4 Sehenswürdigkeiten

Abb. 73: Der Sewansee in Gegharkunik, Armenien.

Der Tourismus ist in den letzten fünf Jahren für die armenische Wirtschaft sehr bedeutsam geworden. Der Sewansee ist eine der bedeutenden Sehenswürdigkeiten und eine sehr beliebte Touristenattraktion. Außerdem kann man die zahlreichen Klöster und Kirchen oder sehr alte Burgen besuchen.

62

11 Aserbaidschan

Abb. 74: Die Lage Aserbaidschans im Kaukasus zwischen Europa und Asien. Aserbaidschan ist ein mittelgroßes Land im Südkaukasus, also im Grenzgebiet zwischen Europa und Asien. Es liegt im Osten am Kaspischen Meer und grenzt an die RUSSISCHE F ÖDERATION 1 , G EORGIEN 2 , A RMENIEN 3 , den I RAN 4 und die T ÜRKEI 5 . Die Hauptstadt ist BAKU 6 . Die Währung ist der AserbaidschanManat.

1 Kapitel

44 auf Seite 295 21 auf Seite 151 3 Kapitel 10 auf Seite 57 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I R A N 5 Kapitel 55 auf Seite 393 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A K U 2 Kapitel

63

64

Abb. 75: Die Flagge von Aserbaidschan.

11.1 Geschichte Das Gebiet des heutigen Aserbaidschans wurde ungefähr Anfang des 8. Jahrhundert v.Chr. durch die Meder, einen alten arischen Stamm, besetzt. Im Jahr 65 v.Chr. wurde es Vasall des römischen Reiches. Das Christentum begann sich dort im 3. Jahrhundert auszubreiten. Im 15. Jahrhundert gehörte Aserbaidschan zum persischen Reich. 1920 wurde es Teil der S OWJETUNION 7 . 1991 erlangte es seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. Seit 1992 befindet sich Aserbaidschan mit seinem Nachbarland Armenien im Krieg, das einen Teil von Aserbaidschan besetzt hat; seit Mai 1994 gibt es einen Waffenstillstand.

7 Kapitel

45 auf Seite 305

65

11.2 Landschaft und Klima

Abb. 76: Übersichtskarte Aserbaidschan bedeckt ein Gebiet von ungefähr 86.600 km2 . Es hat damit etwa die Größe Portugals oder des Staates Maine in den Vereinigten Staaten von Amerika. Als Land im Kaukasus ist es sehr bergig. Der höchste Berg ist der Bazardüzü im Kaukasus mit 4.466 m Höhe. Der längste Fluss ist die Kura, die im Mingetschaur-Stausee zum größten künstlichen Binnensee des Landes aufgestaut wird. Etwa 50 % stehen der Landwirtschaft zur Verfügung. Aserbaidschaft liegt in der subtropischen Zone. Das Klima weist aber wegen der Gebirge erhebliche Unterschiede auf. In den Niederungen herrscht Halbwüsten- und Steppenklima, in den Küstengebieten dagegen findet sich subtropisches Klima.

66

11.3 Bevölkerung

Abb. 77: Baku bei Nacht. Aserbaidschan hat ungefähr 8 Millionen Einwohner. Die Amtssprache Aserbaidschans ist A SERBAIDSCHANISCH 8 (auch Aseri genannt), und fast 93 Prozent der Bevölkerung sprechen es; daneben wird in den größeren Städten viel Russisch gesprochen. Dagestanis und Russen sind die größten Minderheitsgruppen in Aserbaidschan, danach folgen die Armenier. Die Mehrheit der Bewohner des Landes ist muslimisch, aber es gibt auch eine Minderheit russisch-orthodoxer Christen.

11.4 Sehenswürdigkeiten Sowohl die Landschaft als auch historische Städte bieten viele Sehenswürdigkeiten. Doch ist der Tourismus noch wenig entwickelt.

8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A S E R B A I D S C H A N I S C H E %

20S P R A C H E

12 Belgien

Abb. 78: Lage Belgiens in Europa

Das Königreich Belgien ist ein kleiner Bundesstaat im Westen Mitteleuropas. Belgien liegt an der Nordsee und grenzt an D EUTSCH LAND 1 , L UXEMBURG 2 , F RANKREICH 3 und die N IEDERLANDE 4 . Die Hauptstadt ist B RÜSSEL 5 . Die Währung ist der Euro.

1 Kapitel

16 auf Seite 95 32 auf Seite 217 3 Kapitel 20 auf Seite 139 4 Kapitel 38 auf Seite 245 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B R %FC S S E L 2 Kapitel

67

68

Abb. 79: Die belgische Flagge

12.1 Geschichte Belgien wurde 1830 als parlamentarische Monarchie gegründet, nachdem es sich als von den Niederlanden unabhängig erklärt hat. Mehr dazu (mit Karte) ist unter N IEDERLANDE 6 zu lesen. Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg wollte es neutral sein, wurde aber von den deutschen Truppen angegriffen und besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde 1958 eine Zoll- und Wirtschaftsunion mit den Niederlanden und Luxemburg gebildet („Beneluxländer“). Belgien ist Gründungsmitglied der EG/EU 7 und Sitz der Europäischen Union sowie der NATO. Die Innenpolitik ist seit dem 2. Weltkrieg dadurch geprägt, dass die verschiedenen Bevölkerungsgruppen voneinander wegstreben. Dadurch bekamen die Regionen größere Selbständigkeit, die zentrale Regierung erhielt immer weniger Macht. Es gibt auch immer 6 Kapitel 7 Kapitel

38 auf Seite 245 3 auf Seite 15

69 wieder Probleme, eine Mehrheit im Parlament für eine gemeinsame Regierung zusammenzubringen.

12.2 Landschaft und Klima

Abb. 80: Übersichtskarte. Belgien hat eine Fläche von rund 30.000 km2 . Belgien grenzt im Nordwesten an die Nordsee. Die belgische Küste ist nur 72 km lang. Dort besteht die Landschaft meist aus Sanddünen (siehe Bild bei den Sehenswürdigkeiten) und Gebieten, die dem Meer durch Deiche abgerungen wurden (auch Polder genannt). Die höchste Erhebung ist die Botrange mit 694 m im Osten Belgiens in der belgischen Eifel nahe Deutschlands. Die Eifel im Osten und die Ardennen im Südosten sind zwei Mittelgebirge, die dem linksrheinischen Schiefergebirge zugeordnet werden. Belgien wird von den Flüssen Schelde und Maas durchflossen. Beide Flüsse entspringen in Frankreich. Die Schelde mündet in die Nordsee und die Maas in den Niederlanden in den Rhein.

70 Belgien liegt in der gemäßigten Klimazone mit maritimem Einfluss. Durch die Nähe des Meeres (Ärmelkanal, Nordsee) sind die Sommer nicht sehr heiß und die Winter eher mild. Die Niederschläge verteilen sich ziemlich gleichmäßig über das Jahr.

12.3 Bevölkerung Die Bevölkerung besteht zu etwa 60 % aus Flamen im Norden, etwa 40 % Wallonen im Süden und einer Mehrheit in Brüssel sowie einem kleinen Anteil Deutschsprachiger im Osten. Die 10,5 Millionen Belgier sprechen je nach Gebiet N IEDER LÄNDISCH 8 , F RANZÖSISCH 9 oder D EUTSCH 10 . Belgisch als Sprache gibt es nicht. Es gibt etwa 5,5 Mio. niederländischsprachige, 4,5 Mio. französischsprachige und etwa 70.000 deutschsprachige Belgier.

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71

12.4 Staatliche Struktur

Abb. 81: Die Regionen Belgiens Flandern Wallonien Die deutschsprachige Gemeinschaft gelb-rot schraffiert: Brüssel

Belgien ist ein Bundesstaat, dessen Gliederung die Konkurrenz zwischen den Bevölkerungsgruppen berücksichtigen soll. Es gibt drei Regionen: • die Flämische Region (Flandern), in der mehrheitlich Niederländisch gesprochen wird • die Wallonische Region (Wallonien), in der mehrheitlich Französisch gesprochen wird und zu der auch die Gebiete der deutschsprachigen Gemeinschaft gehören • die Region Brüssel-Hauptstadt, die innerhalb der Flämischen Region liegt und in der sowohl Niederländisch als

72 auch Französisch gesprochen wird (inzwischen mehrheitlich Französisch) Im Laufe der Jahre kam es durch Umzüge immer wieder zu Verschiebungen der Bevölkerungsstruktur und damit zu neuen Streitigkeiten zwischen den Bevölkerungsgruppen.

12.5 Sehenswürdigkeiten

Abb. 82: Manneken Pis in Brüssel

Abb. 83: Atomium in Brüssel (hier ein Modell). Abb. 84: Der Große Platz in Brüssel.

73

Abb. 85: Comicmuseum in Brüssel.

Abb. 86: Belgiens Pralinen sind weltberühmt.

Abb. 88: Stranddünen in Oostduinkerke, Koksijde.

Abb. 89: Strand an der Belgischen Küste.

Abb. 87: Städte wie Antwerpen, Brügge, Gent und Dinant sind sehr schön. Dies ist ein Bild von Brügge.

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13 Bosnien und Herzegowina

Abb. 90: Die Lage Bosnien-Herzegowinas in Europa.

Bosnien und Herzegowina (auch als Bosnien-Herzegowina bezeichnet) ist ein Land in Südosteuropa. Es grenzt an K ROATIEN 1 , S ER BIEN 2 und M ONTENEGRO 3 sowie mit einem schmalen Streifen ans Mittelmeer (Adria). Die Hauptstadt ist S ARAJEVO 4 . Andere große Städte sind Banja Luca, Mostar, Tuzla und Doboj. Die Währung ist die Konvertible Mark; sie entspricht der früheren D-Mark und ist fest an den Euro gebunden. Oft kann auch mit dem Euro bezahlt werden.

1 Kapitel

28 auf Seite 195 49 auf Seite 343 3 Kapitel 37 auf Seite 241 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S A R A J E V O 2 Kapitel

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76 Bosnien-Herzegowina ist einerseits für den brutalen Bürgerkrieg in den 1990er Jahren und andererseits für seine atemberaubende Landschaft, die Städte und die Mischung verschiedener Kulturen bekannt.

Abb. 91: Die Flagge von Bosnien und Herzegowina.

13.1 Geschichte Der Name des Landes ist entstanden aus den zwei historischen Gebieten Bosnien und der Herzegowina, zwischen denen es eine sehr vage definierte Grenze gibt. Zu Bosnien gehören die nördlichen Gebiete mit ungefähr vier Fünfteln des Landes, während zur Herzegowina der Rest im Südteil des Landes gehört. Der Berliner Kongress stellte 1878 die osmanischen Provinzen Bosnien, Herzegowina sowie das Gebiet von Novi Pazar unter österreichisch-ungarische Verwaltung. Das Attentat auf den österreichisch-ungarischen Thronfolger Franz Ferdinand 1914 in Sarajevo wird als wesentlicher Auslöser des Ersten Weltkrieges angesehen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land Bestandteil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen und damit von J UGOSLAWIEN 5 . Bosnien und Herzegowina erklärte 1992 seinen Austritt aus Jugoslawien und ist seither eine unabhängige Republik. Es folgten 5 Kapitel

50 auf Seite 351

77 drei Jahre Bürgerkrieg zwischen Einheiten der serbischen, kroatischen und bosnisch-muslimischen Bevölkerung. Am Ende des Krieges stand der Dayton-Vertrag von 1995, der die föderale Republik Bosnien und Herzegowina schuf, die allerdings weiterhin unter den Folgen des Krieges und den Auseinandersetzungen zwischen den Volks- und Religionsgruppen leidet (siehe die Abschnitte B EVÖLKERUNG 6 und S TAATLICHE S TRUKTUR 7 ). Der Bosnische Krieg zwischen 1992 und 1995 tötete ungefähr 110.000 Menschen und verwüstete historische Städte wie Sarajevo und Mostar. Die in dieser Zeit verlegten Landminen stellen eine Gefahr für die Bürger dar, vor allem für spielende Kinder. Diese Minen sind Blindgänger (liegen also mit noch intaktem Sprengkopf im Boden) und können bei Belastung jederzeit explodieren.

13.2 Landschaft und Klima Das zentrale und südöstliche Bosnien ist besonders gebirgig mit Bergen bis zu 2.386 m Höhe (Magli´c). Hier in der Umgebung von Sarajevo wurden 1984 die Olympischen Winterspiele abgehalten. Im Norden im Tal der Save, die die Grenze vor allem zu Kroatien bildet, hat Bosnien und Herzegowina Anteil an der Pannonischen Tiefebene. Bosnien und Herzegowina liegt im Übergangsgebiet zwischen mediterranem Klima im südlichen Teil, der Herzegowina, und gemäßigtem kontinentalen Klima in Bosnien, das durch heiße Sommer und kalte, schneeige Winter gekennzeichnet ist.

6 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23B E V %F6 L K E R U N G 7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23S T A A T L I C H E %20S T R U K T U R

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13.3 Bevölkerung

Abb. 92: Bevölkerungsmehrheiten in Bosnien und Herzegowina im Jahre 2005 In Bosnien und Herzegowina gibt es seit Jahrhunderten ein Nebenund Miteinander verschiedener Völker und Glaubensrichtungen. Die etwa 4,5 Mio. Einwohner des Landes setzen sich zusammen aus: • etwa 48 % Bosniaken, die zum größten Teil Muslime sind • etwa 37 % Serben, die zum großen Teil serbisch-orthodoxe Christen sind • etwa 14 % Kroaten, die überwiegend römisch-katholische Christen sind • kleine Minderheiten wie Roma und Juden

79 Die Staatsbürger werden Bosnier genannt. Ihre Sprachen B OSNISCH 8 , S ERBISCH 9 und K ROATISCH 10 sind so eng miteinander verwandt, dass sie zusammenfassend als S ERBOKROATISCH 11 bezeichnet werden. Während und nach dem Bürgerkrieg in den 1990er Jahren entstanden teilweise starke nationalistische Strömungen, sodass sich viele Menschen nicht als Teil eines gemeinsamen Landes fühlen, sondern – je nach Volkszugehörigkeit – als Bosniak, Serbe oder Kroate.

13.4 Staatliche Struktur

Abb. 93: Politische Gliederung: Föderation Republika Srpska Brˇcko-Distrikt 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B O S N I S C H E %20S P R A C H E 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B I S C H E %20S P R A C H E 10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K R O A T I S C H E %20S P R A C H E 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B O K R O A T I S C H E %

20S P R A C H E

80 Als Folge des Bürgerkriegs besteht Bosnien-Herzegowina politisch aus zwei weitgehend selbständigen Teilstaaten, der Föderation Bosnien und Herzegowina (Hauptstadt: Sarajevo) und der Republika Srpska (Hauptstadt: Banja Luka), sowie dem Sonderverwaltungsgebiet Brˇcko-Distrikt. Der Gesamtstaat mit Staatspräsidium, Regierung und Parlament ist für wenige zentrale Aufgaben zuständig (Außenpolitik, Geldpolitik, Außenwirtschaft, Kriegsverbrechen). Die Teilstaaten haben jeweils eigene Regierung und Parlament mit Zuständigkeit für die meisten Fragen, die eine Region für sich entscheiden kann. Damit nach dem Bürgerkrieg das Misstrauen zwischen den Völkern nicht zu neuen Auseinandersetzungen führt, hat der Hohe Präsident als Vertreter der Vereinten Nationen und der EU eine Art Oberaufsicht und Kontrollbefugnis über die Regierung und Verwaltung.

13.5 Sehenswürdigkeiten Der Tourismus konnte sich auch kriegsbedingt nur langsam entwickeln, erst seit einigen Jahren kommen immer mehr Touristen nach Bosnien und Herzegowina – insbesondere nach Mostar und Sarajevo. Wichtige Ziele sind die Städte Sarajevo und Mostar, die Wintersportgebiete rund um Sarajevo und die Raftingangebote auf den Flüssen Neretva, Una und Drina. Auf Wikipedia gibt es mehr über diese Reiseziele zu erfahren: • S ARAJEVO 12 Hauptstadt, Olympiastadt, Kunststätten • BANJA L UKA 13

12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S A R A J E V O 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A N J A %20L U K A

81 • B IHAC´ 14 und der F LUSS U NA 15 • JAJCE 16 und sein Wasserfall • M OUNT B JELAŠNICA 17 und JAHORINA 18 , Stätten der XIV. Olympischen Winterspiele • N EUM 19 an der Küste • V IŠEGRAD 20 und seine alte Brücke • V ISOKO 21 mit der angeblichen bosnischen Pyramiede • T EŠANJ 22 , eine der ältesten Städte Bosniens

14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B I H A %01%07 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U N A %20%28F L U S S %29 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J A J C E 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M O U N T %20B J E L A %01%61 N I C A 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J A H O R I N A 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N E U M 20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V I %01%61 E G R A D 21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V I S O K O 22 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T E %01%61 A N J

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14 Bulgarien

Abb. 94: Die Lage Bulgariens in Europa.

Bulgarien ist ein Land im südlichen Osteuropa. Es grenzt an die T ÜRKEI 1 , G RIECHENLAND 2 , M AZEDONIEN 3 , S ERBIEN 4 und RUMÄNIEN 5 . Die Hauptstadt ist S OFIA 6 . Andere große Städte sind Plovdiv und Varna. Die Währung ist der Lev. Bulgarien schloss sich der E UROPÄISCHEN U NION 7 am 1. Januar 2007 an.

1 Kapitel

55 auf Seite 393 22 auf Seite 155 3 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20E U R O P A %2F% 20%20M A Z E D O N I E N 4 Kapitel 49 auf Seite 343 5 Kapitel 43 auf Seite 287 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S O F I A 7 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

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Abb. 95: Die Flagge Bulgariens.

14.1 Geschichte Die Anfänge der bulgarischen Staatlichkeit werden im Jahre 632 gesehen, als das Großbulgarische Reich gegründet wurde. Aus der Verschmelzung slawischer Einwanderer mit der örtlichen Bevölkerung aus Thraken und römischen Siedlern entstand das Volk der Bulgaren. Seit 864 wurde es von Konstantinopel aus christianisiert und war lange eines der Zentren des orthodoxen Christentums. Ab 1393 befand sich Bulgarien unter osmanischer Herrschaft, bewahrte aber auch in dieser Zeit weitgehend den christlichen Glauben. Ab 1800 regte sich nationaler Widerstand mit der Forderung nach Unabhängigkeit, die nach dem russisch-türkischen Krieg 1877/1878 auf dem Berliner Kongress 1878 beschlossen wurde. Danach war Bulgarien ein Fürstentum (von 1908 bis 1945 Königreich). In den Balkankriegen 1912/1913 sowie nach dem Ersten Weltkrieg, an dem Bulgarien auf der Seite des Deutschen Reichs und ÖsterreichUngarns teilnahm, veränderten sich die Landesgrenzen mehrfach. Auch im Zweiten Weltkrieg kämpfte Bulgarien auf der Seite der Achsenmächte Deutschland und Italien. Das Königshaus und die Bevölkerung widersetzten sich erfolgreich der Verfolgung und der

85 Deportation der Juden (Holocaust), die in den Grenzen von 1941 lebten. Im September 1944 traf die sowjetische Armee in Bulgarien ein. Sie ermöglichte es den bulgarischen Kommunisten (der bulgarischen Arbeiter-Partei), die Macht zu ergreifen und einen kommunistischen Staat zu gründen. Diese Volksrepublik Bulgarien gehörte zum Warschauer Pakt und zum Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe unter Führung der S OWJETUNION 8 . Anders als in anderen Ländern dieses Lagers gab es in Bulgarien keinen organisierten Widerstand der Bevölkerung gegen die kommunistische Herrschaft. Das Ende der kommunistischen Ära wurde 1990 durch freie Wahlen eingeleitet. Seitdem wurden politische und wirtschaftliche Reformen vorangetrieben.

14.2 Landschaft und Klima

Abb. 96: Übersichtskarte Das Gebiet Bulgariens umfasst eine Fläche von 110.994 km2 . Es besteht zu zwei Dritteln aus den Tiefebenen, die durch die Flüsse Donau und Mariza mit ihren zahlreichen Nebenflüssen gekennzeichnet sind. Dazu wird es durch zwei große Gebirgsketten markiert: das 8 Kapitel

45 auf Seite 305

86 Balkangebirge (bis zu 2376 m) und die Rhodopen (bis zu 2191 m). Die nördlich gelegene Donautiefebene wird durch die Donau begrenzt, die hier die Staatsgrenze zu Rumänien bildet. Südlich des Balkangebirges erstreckt sich die Oberthrakische Tiefebene, auch Maritza-Ebene genannt mit den Städten Plowdiw und Stara Sagora sowie Burgas am Schwarzen Meer. Im Südwesten des Landes befinden sich mit dem Rila- und dem Pirin-Gebirge zwei weitere Hochgebirge mit Gipfeln zwischen 2000 und 3000 Metern Höhe. Das Küstenklima wird durch das Schwarze Meer gemäßigt, aber starke Winde und gewaltige lokale Stürme sind während des Winters üblich. Die Winter entlang der Donau sind bitterkalt. Der größte Teil Bulgariens hat ein gemäßigtes Klima, mit kühlen und feuchten Wintern, sehr heißen und trockenen Sommern. Bulgarien ist durch Erdbeben und Erdrutsch gefährdet und sieht sich zurzeit einigen Umweltproblemen einschließlich der Wasserverschmutzung, Luftverschmutzung und Waldsterben durch sauren Regen gegenüber.

14.3 Bevölkerung Bulgarien hat etwa 7,6 Millionen Einwohner, die Bevölkerungsdichte liegt bei 70 Einwohnern pro km2 . Der Großteil der Bevölkerung lebt in den Städten südlich des Balkangebirges. Die Amtssprache ist B ULGARISCH 9 . Mehr als 90 % der Bevölkerung sprechen es. T ÜRKISCH 10 ist die größte Minderheitensprache.

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87 Die meisten Menschen Bulgariens gehören zur bulgarischen Orthodoxen Kirche. Andere ausgeübte Religionen sind der Islam und das Judentum.

14.4 Sehenswürdigkeiten

Abb. 97: Winter am Shipka Pass.

Bulgarien, ein Land mit einem historischen und kulturellen Erbe und attraktiven natürlichen Landschaften, ist ein viel besuchtes Reiseland in Europa. Das Land hat historische Altstädte und Städte, Sommerstrände und Bergskiorte. Im Winter sind Samokov, Borovets, Bansko und Pamporovo gut besuchte Skiorte. Sommerresidenzen gibt es am Schwarzen Meer an Sozopol, Nessebur, Goldenen Sands, Sunny Beach, Sveti Vlas, Albena, Heiligen Constantine und Helena und vielen anderen. Bulgarien hat begonnen, ein attraktives Reiseziel wegen der Qualität der Ferienorte und Preise unter dem Preisniveau von Westeuropa zu werden. Badeorte ziehen Touristen aus Deutschland, Russland, Skandinavien, den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich an. Die Skiorte sind ein Lieblingsziel für britische und irische Touristen geworden.

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15 Dänemark

Abb. 98: Die Lage Dänemarks in Europa.

Dänemark ist ein kleines Land im Norden Europas. Es grenzt an D EUTSCHLAND 1 im Süden und ist im Osten des Landes über einen Tunnel und eine Brücke für Eisenbahn und Autos mit S CHWEDEN 2 verbunden. Eine direkte Verbindung mit N ORWEGEN 3 besteht nicht; die Grenze bildet ein Teil der Nordsee, das Skagerrak. Die Hauptstadt ist KOPENHAGEN 4 . Andere große Städte sind Århus und Odense. Die Währung ist die Dänische Krone. Dänemark gehört seit 1973 zur E UROPÄISCHEN U NION 5 . 1 Kapitel

16 auf Seite 95 47 auf Seite 325 3 Kapitel 39 auf Seite 253 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O P E N H A G E N 5 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

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90 Neben dem eigentlichen Staatsgebiet gehören die innenpolitisch autonomen Gebiete Grönland und die Färöer zum Königreich Dänemark und zur NATO, jedoch nicht zur EU. Sie führen eigene Flaggen und haben eigene Amtssprachen.

Abb. 99: Die dänische Flagge, der Dannebrog

15.1 Geschichte Schon in der Eiszeit lebten Menschen in Dänemark. Am Ende des Mittelalters und zu Beginn der Neuzeit führte Dänemark mit Schweden viele Kriege mit dem Ziel, die Vorherrschaft im Ostseeraum zu erlangen. Dabei verlor Dänemark einige Gebiete an Schweden und konnte nur knapp die Eroberung Kopenhagens abwehren. Im Ersten Weltkrieg blieb Dänemark neutral. Im Zweiten Weltkrieg wurde es, trotz seiner erneuten Neutralität, von Deutschland bis zum Ende des Krieges besetzt. Der Widerstand vieler Dänen gegen den Holocaust war vorbildlich. Im Oktober 1943 kam es zu einer beispiellosen Tat, der Rettung der dänischen Juden. Nach dem Krieg wurde es wieder ein selbstständiges Land.

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15.2 Landschaft und Klima

Abb. 100: Dänemark zwischen Nord- und Ostsee. Dänemarks Kernland umfasst 43.094 km2 . Es besitzt etwa 1.500 Inseln, davon haben 443 einen Namen, und von denen sind wiederum nur 82 bewohnt. Insgesamt ist es ein sehr ebenes Land und hat kaum Berge. Der höchste Berg, der Møllehøj, ist 171 Meter hoch. Wegen seiner zerklüfteten Buchten und der vielen Inseln kommt das eigentlich eher kleine Land auf eine Küstenlinie von über 7300 km. Das Klima in Dänemark ist gemäßigt: Wegen des Golfstroms sind die Winter nur mäßig kalt, wegen der flachen Lage zwischen zwei Meeren sind die Sommer eher kühl. Grönland ist die größte Insel der Welt und ist Teil des Staates Dänemark, gehört aber nicht zu Europa, sondern zu Nordamerika.

92

15.3 Bevölkerung Die meisten Menschen in Dänemark sind auch dänischer Abstammung. Es gibt kleine Minderheiten aus Südasien und dem Nahen Osten sowie die Inuit aus Grönland und die Färinger von den Färöer-Inseln. Die Sprache, die in Dänemark gesprochen wird, ist DÄNISCH 6 . An der Grenze zu Deutschland gibt es eine deutschsprachige Minderheit (regional bis zu 10 %), wie es auch im Norden Schleswig-Holsteins eine dänische Minderheit gibt. Über 80 % der Einwohner sind evangelische Christen.

15.4 Sehenswürdigkeiten

Abb. 101: Tivoli-Vergnügungspark in Kopenhagen

6 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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Abb. 102: Schloss Rosenborg

Dänemark ist ein beliebtes Reiseziel für Touristen und ist berühmt für Kurzurlaube von Besuchern aus Schweden, Deutschland oder dem Vereinigten Königreich. Dänemarks Sandstrände ziehen viele Touristen aus Deutschland an. Die Hauptstadt Kopenhagen lockt Touristen aus dem Vereinigten Königreich und Schweden wegen der niedrigen Preise für Alkoholika im Vergleich zu Schweden. Eine berühmte Sehenswürdigkeit in Kopenhagen ist das Schloss Rosenborg, in dem unter anderem die dänischen Kronjuwelen ausgestellt sind. In Dänemarks nördlichstem Festlandzipfel Jütland, an der Vereinigung von Kattegatt und Skagerrak, liegt Skagen; dort befindet sich eine sehr sehenswerte große Wanderdüne. Auch zahlreiche malerische Fischerdörfchen an der Ostsee sind erwähnenswert.

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16 Deutschland

Abb. 103: Deutschlands Lage in Europa

Abb. 104: Die deutsche Flagge

Deutschland ist ein großes Land in Mitteleuropa. Es hat Küsten zu Nordsee und Ostsee und grenzt an DÄNEMARK 1 , P OLEN 2 , 1 Kapitel 2 Kapitel

15 auf Seite 89 41 auf Seite 269

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96 T SCHECHIEN 3 , Ö STERREICH 4 , die S CHWEIZ 5 , F RANKREICH 6 , L UXEMBURG 7 , B ELGIEN 8 und die N IEDERLANDE 9 , . Die Hauptstadt ist B ERLIN 10 . Andere große Städte sind Hamburg, München, Köln oder Frankfurt am Main. Die Währung ist der Euro. Deutschland ist u.a. Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 11 und der NATO.

16.1 Geschichte Zur Zeit von Christi Geburt bewohnen keltische und germanische Stämme das Gebiet des heutigen Deutschlands. Das Römische Reich kann seinen Machtbereich nicht weiter ausdehnen, sondern hinterlässt die Einflüsse seiner Kultur im Bereich des Rheins (Köln, Trier, Xanten) und Süddeutschlands (Limes). Während der Völkerwanderung dringen germanische Stämme immer weiter nach Süden und Westen vor und verdrängen Kelten und Römer; von Osten her ziehen slawische Stämme bis etwa zur Elbe nach.

3 Kapitel

54 auf Seite 385 40 auf Seite 259 5 Kapitel 48 auf Seite 333 6 Kapitel 20 auf Seite 139 7 Kapitel 32 auf Seite 217 8 Kapitel 12 auf Seite 67 9 Kapitel 38 auf Seite 245 10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R L I N 11 Kapitel 3 auf Seite 15 4 Kapitel

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Abb. 105: Das Heilige Römische Reich um 1400

Mittelalter und Neuzeit Im Bereich des heutigen Frankreichs bilden die Franken, ein germanischer Stamm, ab dem 6. Jahrhundert ein Reich und bauen es aus, bis Karl der Große sich unter dem Schutz des Papstes im Jahr 800 zum Römischen Kaiser krönt. Nach seinem Tod zerfällt das Reich und wird unter seinen Nachkommen aufgeteilt; dabei entstehen die Reiche Karls des Kahlen (Frankreich), König Lothars (Lothringen) und Ludwig des Deutschen.

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Abb. 106: Das Heilige Römische Reich 1648

Das Amt des Römischen Kaisers geht im Jahr 962 auf König Otto I. über. Dies wird als Beginn eines deutschen Staates angesehen, auch wenn die Bezeichnung Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation erst im Laufe der Jahrhunderte und der Name Deutschland noch später entstehen. Der König wird in dieser Zeit von den Kurfürsten gewählt und vom Papst zum Kaiser gekrönt; aber nicht alle deutschen Könige sind auch Kaiser. Die einzelnen Länder des Reiches erkämpfen sich gegenüber dem König und Kaiser immer größere Selbständigkeit, vor allem seit der Reformation und dem 30jährigen Krieg (1618–1648). Dadurch wird das Reich insgesamt zunehmend schwächer. Nach der Niederlage gegen Napoleon verzichtet 1806 der letzte Kaiser (Franz II. von Habsburg-Lothringen) auf die deutsche Kaiserkrone. Deutschland im Übergang

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Abb. 107: Deutsches Kaiserreich 1871–1918 Anschließend ist Deutschland überwiegend ein geografischer Begriff; der „Deutsche Bund“ ist eine lose Vereinigung aus vielen kleinen und mittleren Staaten, in der nur Preußen und Österreich größere Bedeutung haben. Während des 19. Jahrhunderts gibt es zunehmend Versuche, die deutschen Länder zusammenzubringen. Unter der Führung Preußens (auch mit Kriegen gegen Österreich, Dänemark und vor allem Frankreich) wird das Deutsche Reich 1871 als Kaiserreich neu gegründet (Kaiser Wilhelm I. bis 1888, Reichskanzler Otto von Bismarck). Deutschland und der Erste Weltkrieg Kaiser Wilhelm II. (ab 1888, 1918 abgedankt, 1941 gestorben) will Deutschland nicht nur zu einer europäischen Großmacht, sondern zu einer Weltmacht ausbauen. Durch diesen Kurs isoliert sich das Reich selber, beschränkt sich auf ein neues Bündnissystem mit Österreich-Ungarn und Italien und arbeitet gegen Frankreich, England und Russland. Das Attentat auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand löst 1914 den Ersten Weltkrieg aus, weil Wilhelm II. seinem Bündnispartner Österreich-Ungarn eine bedin-

100 gungslose Unterstützung zum Krieg gegen Serbien zusagt. Kurz nacheinander treten alle europäischen Großmächte in den Krieg ein. Mehr als zwei Millionen deutsche Soldaten sterben im Ersten Weltkrieg, rund 800.000 Zivilisten sterben an Hunger. Als Verlierer des Kriegs werden Deutschland und ÖsterreichUngarn als Hauptverursacher bezeichnet. Österreich-Ungarn wird als Gesamtstaat aufgelöst und in mehrere Einzelstaaten gegliedert (siehe Österreich); Deutschland verliert – teilweise nach Volksabstimmungen – große Teile an das neu entstehende Polen sowie Frankreich und kleinere Gebiete an Dänemark und Belgien. Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg

Abb. 108: Deutsches Reich 1919–1937 Am 9. November 1918 wird in Berlin die Republik ausgerufen. Als Folge des verlorenen Krieges muss an die anderen Staaten umfangreich Schadenersatz („Reparationen“) geleistet werden. Dies belastet die deutsche Wirtschaft erheblich, die sich nur in den „Goldenen Zwanziger Jahren“ (1924–1929) erholt. In der Weltwirtschaftskrise ab 1929 bricht die deutsche Wirtschaft zusammen, es gibt bei einer

101 Gesamtbevölkerung von etwa 65 Millionen mehr als 6 Millionen Arbeitslose (zum Vergleich 2005: knapp 5 Mio. bei einer Bevölkerung von 82 Mio.). Da die Arbeitslosenunterstützung viel geringer ist als heute, kommt es zu einer großen Verelendung breiter Bevölkerungsgruppen. Dies alles führt – zusammen mit geringer Unterstützung der Demokratie durch die meisten Politiker und Parteien – zum Erstarken des Nationalsozialismus unter Führung von Adolf Hitler (1889–1945, Reichskanzler ab 1933). Die Demokratie mit Meinungs- und Pressefreiheit und der Achtung der Menschenrechte wird abgeschafft, die Macht übernehmen NSDAP, SA, SS und Gestapo. Ziele sind die Unterdrückung aller Andersdenkenden, die ohne Gerichtsverfahren in Konzentrationslager gesperrt werden, die Verfolgung und später Ermordung aller Juden in Deutschland und Europa sowie ein Angriffskrieg gegen Osteuropa (vor allem Polen und S OWJETUNION 12 ). Mit Deutschlands Überfall auf Polen am 1. September 1939 beginnt der Zweite Weltkrieg; mit der Niederlage Deutschlands und der bedingungslosen Kapitulation am 8. Mai 1945 endet er. (Bilanz: über 55 Millionen Tote, davon etwa 17 Mio. Zivilisten und 8,6 Mio. Soldaten der Sowjetunion, Millionen Heimatvertriebene, viele zerstörte Städte, darunter Hiroshima und Nagasaki nach Abwurf von Atombomben) Deutschland unter alliierter Besatzung

12 Kapitel

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Abb. 109: Deutschland unter alliierter Besatzung Sowjetische Besatzungszone US-Zone Britische Besatzungszone Französische Zone Ostgebiete Saarland

Mit der deutschen Niederlage geht die Staatsgewalt auf die Besatzungsmächte über (siehe Karte): Sowjetunion, USA, Vereinigtes Königreich, Frankreich; Berlin steht unter gemeinsamer Verwaltung der vier Mächte. Die Ostgebiete werden an Polen bzw. die Sowjetunion übergeben, das Saarland gilt (bis 1955) als selbständig mit Anbindung an Frankreich. Deutsche Teilung und Wiedervereinigung Nach 1945 entstehen Auseinandersetzungen zwischen der Sowjetunion auf der einen Seite und den (westlichen) Alliierten auf der anderen Seite, was zur getrennten politischen Entwicklung in Deutschland führt: Die Sowjetische Besatzungszone (SBZ) wird am 7. Oktober 1949 zur D EUTSCHEN D EMOKRATISCHEN R EPUB -

103 LIK 13

(DDR, Hauptstadt wird der Ostsektor Berlins), die Westzonen am 23. Mai 1949 zur Bundesrepublik Deutschland (BRD, Hauptstadt wird Bonn). Die Bundesrepublik entwickelt sich zu einem freiheitlich-demokratischen Staat; die soziale Marktwirtschaft führt zu Eigeninitiative und überwiegend zu wirtschaftlichem Erfolg. Die DDR dagegen wird unter Führung der SED und dem Schutz der Sowjetunion zu einer zentralistisch geführten Diktatur, in der mit der Idee einer Planwirtschaft auch die Wirtschaft stark gegängelt wird und sich deshalb nur sehr schlecht entwickeln kann. Der Gegensatz zwischen Ost (Sowjetunion, DDR) und West (Westalliierte, BRD) führt zum Kalten Krieg, zur zunehmenden Trennung zwischen den beiden deutschen Staaten und schließlich am 13. August 1961 zum Bau der B ERLINER M AUER 14 und einer Grenze mit Betonmauer, Stacheldraht und Selbstschussanlagen. Erst nach 1969 gibt es durch den Bundeskanzler Willy Brandt Versuche, die Beziehungen zwischen Ost und West in Deutschland und Europa aufzulockern. Während des Jahres 1989 wird der wirtschaftliche Niedergang der DDR immer deutlicher, die Bevölkerung lässt sich von der Geheimpolizei nicht mehr einschüchtern und sorgt für die innen- und außenpolitische Öffnung. Am 9. November 1989 wird die Berliner Mauer geöffnet, am 18. März 1990 gibt es die ersten und einzigen freien Wahlen in der DDR, am 24. August 1990 stimmt die Volkskammer der DDR (das Parlament) dem Einigungsvertrag zu und tritt damit am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland bei. Seitdem gibt es wieder einen gemeinsamen deutschen Staat; Berlin wird am 20. Juni 1991 zur Hauptstadt und zum Regierungssitz erklärt.

13 Kapitel

17 auf Seite 109

14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R L I N E R %20M A U E R

104

16.2 Landschaft und Klima

Abb. 110: Übersichtskarte Deutschland gliedert sich von Nord nach Süd in das Norddeutsche Tiefland, die Mittelgebirge (mit mehreren Bergen zwischen 1000 m und 1493 m Höhe) sowie das Alpenvorland mit den Alpen. Die Zugspitze in den Alpen, die auch zu Österreich gehört, ist mit einer Höhe von fast 3000 m der höchste Berg Deutschlands. Die wichtigsten Flüsse sind: Rhein, Ems, Weser, Elbe (die in die Nordsee münden), Oder (Ostsee) und Donau (Schwarzes Meer). Die größten Seen sind der Bodensee, der auch zu Österreich und der Schweiz gehört, und die Müritz in Mecklenburg-Vorpommern. Aktive Vulkane gibt es nicht, aber in der Eifel ehemalige Vulkane. Im Süden und Südwesten (Oberrheingraben) treten schwache Erdbeben auf.

105 Deutschland gehört zum gemäßigten Klima Mitteleuropas mit vorherrschendem Westwind und befindet sich im Übergangsbereich zwischen dem Meeresklima in Westeuropa und dem kontinentalen Klima in Osteuropa. Das Klima in Deutschland wird unter anderem vom Golfstrom beeinflusst, sodass das Wetter für die Breitenlage ungewöhnlich mild ist.

16.3 Bevölkerung In Deutschland leben etwa 82 Millionen Menschen. Darunter sind etwa 7 Mio. mit fremder Staatsbürgerschaft (davon 1,7 Mio. Türken als größte Gruppe und 2,1 Mio. aus anderen Ländern der EU) sowie 75 Mio. deutsche Staatsbürger; von diesen hatten wiederum etwa 7,5 Mio. früher eine andere Staatsbürgerschaft. Die Amtssprache und Alltagssprache ist D EUTSCH 15 . Daneben gibt es offizielle Sprachen kleiner Minderheiten (DÄNISCH 16 , F RIESISCH 17 , S ORBISCH 18 , ROMANI 19 ) sowie im Alltag auch die Herkunftssprachen der nicht-deutschen Staatsbürger. Etwas über 60 % der Deutschen sind Christen − etwa je zur Hälfte katholisch und evangelisch. Fast ein Drittel gehören gar keiner Religion an. Durch die Migranten gibt es zunehmend mehr Muslims.

15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20D E U T S C H 16 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20D%E4 N I S C H 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R I E S I S C H E %20S P R A C H E 18 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20S O R B I S C H 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R O M A N I

106

16.4 Staatliche Struktur Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident mit einer Amtszeit von fünf Jahren. Er vertritt die Bundesrepublik Deutschland nach innen und außen, hat aber nur wenig Kompetenz zu politischen Entscheidungen. Er wird gewählt von der Bundesversammlung; diese besteht aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Anzahl von Vertretern der Länderparlamente. Die Bundesregierung besteht aus dem Bundeskanzler, der die Richtlinien der Politik bestimmt, und den Bundesministern. Die Bundesregierung führt mit der Verwaltung der Bundesministerien und den Bundesbehörden die Gesetze aus und beeinflusst mit ihrer Arbeit die Politik am meisten. Der Bundeskanzler wird vom Bundestag gewählt; die Bundesminister werden auf seinen Vorschlag vom Bundespräsidenten ernannt oder entlassen. Der Bundestag ist das Parlament des Bundes mit etwa 600 Abgeordneten. Er wählt den Bundeskanzler und entscheidet über die Gesetze des Bundes; dazu sind aber Mitspracherechte des Bundesrates (nämlich Vertretern der Landesregierungen) zu beachten. Er wird für die Dauer von vier Jahren vom Volk gewählt. Deutschland besteht aus 16 Bundesländern. Dies sind in alphabetischer Reihenfolge die Länder Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, MecklenburgVorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, RheinlandPfalz, das Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen (siehe die Karte unter der E UROPA -K ARTE 20 ). Die Bundesländer haben eigene Regierungen und Parlamente (mit unterschiedlichen Namen) und bestimmen für ihren Bereich die Politik selbständig. Das gilt vor allem für die Bildungspolitik (Schulen, 20 Kapitel

4 auf Seite 23

107 Hochschulen) und die Kulturpolitik. Bei der Gesetzgebung des Bundes entscheiden sie über den Bundesrat mit.

16.5 Sehenswürdigkeiten Deutschland bietet viele interessante Reiseziele sowohl für Deutsche als auch für ausländische Touristen. Berlin ist ein sehr beliebtes Reiseziel, vor allem wegen seines Kulturangebots und seiner Geschichte, da es vor 1991 in zwei Städte geteilt war. Der östliche Teil gehörte zur DDR und der westliche zur Bundesrepublik Deutschland. Das Brandenburger Tor markierte die Grenze zwischen den beiden Teilen Berlins und ist heute ein Symbol der Wiedervereinigung. Viele andere Städte und Regionen bieten ebenfalls kulturelle oder sportliche Ziele, sehenswerte Bauten oder Landschaften; die folgende Aufstellung ist überhaupt nicht vollständig, die Reihenfolge ist ziemlich zufällig:

Abb. 111: Der Hamburger Hafen (Blick vom Michel auf die Elbe)

Abb. 113: Das Bauhaus-Gebäude in Dessau Abb. 112: Der Kölner Dom (von Südosten aus)

108

Abb. 114: Römische Baudenkmäler: Die Porta Nigra in Trier

Abb. 115: Das Tor von Dalkingen als Teil des Limes

Abb. 116: Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg

Abb. 117: Das Heidelberger Schloss, eine der berühmtesten Ruinen Deutschlands

Abb. 118: Rothenburg ob der Tauber mit einer weitgehend erhaltenen mittelalterlichen Altstadt

Abb. 119: Helgoland, Deutschlands einzige Hochseeinsel

Abb. 120: Die Kulturlandschaft Oberes Mittelrheintal

Abb. 121: Sächsische Schweiz / Elbsandsteingebirge

Abb. 122: Die Zugspitze

17 DDR

Abb. 123: Die Lage der DDR in Europa.

Abb. 124: Die Flagge der DDR.

Die Deutsche Demokratische Republik – meistens nur als DDR abgekürzt – war seit 1949 ein deutscher Staat in Mitteleuropa. Er ist 1990 der Bundesrepublik Deutschland (BRD) beigetreten; seine

109

110 Länder gehören jetzt gleichberechtigt zum Gesamtstaat D EUTSCH LAND 1 . Die Hauptstadt war B ERLIN 2 (genauer: der Ostsektor Berlins). Die Währung war die Mark. 3 Die DDR gehörte zum WARSCHAUER PAKT 4 unter Führung der S OWJETUNION 5 .

17.1 Ein paar Fakten

Abb. 125: Die Bezirke der DDR. 1 Kapitel

16 auf Seite 95

2 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R L I N 3 Der

genaue Name wurde mehrfach geändert: ab 1948 Deutsche Mark, ab 1964 Mark der Deutschen Notenbank, ab 1967 Mark der DDR. 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W A R S C H A U E R %20P A K T 5 Kapitel 45 auf Seite 305

111 Die meisten Angaben über Landschaft und Klima sowie über die Bevölkerung findet ihr im Kapitel über D EUTSCHLAND 6 . Hier stehen Informationen, die für die DDR wichtig waren. Die DDR umfasste die Gebiete der deutschen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen sowie den Ostteil Berlins.

17.1.1 Land und Leute Seit 1952 war die DDR eingeteilt in Bezirke. Berlin (Ost) wurde den Bezirken gleichgestellt. Es gab zwei Varianten bei den Kfz-Kennzeichen: die frühere mit zwei Buchstaben, beispielsweise EF 59 – 96 und die spätere mit drei Buchstaben, beispielsweise IBC 3 - 84. Der erste Buchstabe weist auf den Bezirk hin. Bezirk

Nr.

Rostock

01

KfzKz. A

Fläche [km2 ] 7.075

Schwerin

02

B

8.672

Neubrandenburg

03

C

10.948

Potsdam

04

D, P

12.568

Frankfurt (Oder)

05

E

7.186

Cottbus

06

Z

8.262

Magdeburg

07

H, M

Einwohner (Bezirk) 7 831.900 916.500 618.900 595.200 651.651 620.467 1.146.700 1.123.800 655.500 713.800 807.840 884.700

11.526 1.249.500

6 Kapitel

Einwohner (Bezirksstadt) 161.754 252.956 92.902 129.227 33.369 90.471 114.521 141.430 56.995 87.126 67.733 128.943 262.437 288.355

16 auf Seite 95 erste Zeile nennt jeweils die Einwohnerzahl etwa von 1961, die zweite diejenige von 1989.

7 Die

112

Halle

08

K, V

8.771 1.776.500

Erfurt

09

L, F

7.349

Gera

10

N

4.004

Suhl

11

O

3.856

Dresden

12

R, Y

6.738

Leipzig

13

S, U

4.966

Karl-MarxStadt 9 Berlin

14

T, X

6.009

15

I

1.240.400 742.000

DDR gesamt

549.400 1.875.600 1.757.400 1.360.900 2.098.600 1.859.500

403 108.179

276.191 324.000 186.369 217.035 101.373 132.257 25.497 56.345 491.699 501.407 585.258 530.010 286.100 301.918 1.055.283 1.279.212 8

17,188 Mio. 16,675 Mio.

In der DDR wurde fast ausschließlich D EUTSCH 10 gesprochen (mit unterschiedlichen Dialekten). Lediglich in der Lausitz – also in Teilen der Bezirke Cottbus und Dresden – waren die slawischen SORBISCHEN S PRACHEN 11 als Minderheitensprachen anerkannt. Einwanderer gab es fast nur als politische Flüchtlinge (z.B. aus Chile), aber nicht als „Gastarbeiter“. V ERTRAGSARBEITER 12 dage-

8 Ab

1967 war Halle-Neustadt eine selbständige Stadt, die ab Mitte 1990 wieder zu Halle gehört. Halle-Neustadt hatte 1989 etwa 93.000 Einwohner, Halle selbst etwa 231.000 Einwohner. 9 Die Stadt Chemnitz wurde am 10. Mai 1953 auf Beschluss der DDR-Regierung in „Karl-Marx-Stadt“ umbenannt. Am 1. Juni 1990 erhielt die Stadt nach einer Volksabstimmung wieder ihren eigentlichen Namen Chemnitz. 10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20D E U T S C H 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S O R B I S C H E %20S P R A C H E N 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V E R T R A G S A R B E I T E R

113 gen mussten nach maximal sechs Jahren in ihre Herkunftsländer zurückreisen. 13

17.1.2 Wichtige Personen W ILHELM P IECK 14 (1876–1960) Pieck war ein deutscher Politiker: zuerst bei der SPD, 1918 Gründungsmitglied der KPD und führender Funktionär, im Exil ab 1933 (zuerst in Paris, dann in der UdSSR) deren Vorsitzender. 1946 zusammen mit Grotewohl Vorsitzender der SED, ab 1949 bis zu seinem Tode Präsident der DDR. Der eigentliche Machthaber war aber immer Ulbricht. WALTER U LBRICHT 15 (1893–1973) Ulbricht (seit 1919 in der KPD, Exil in Paris und Prag, ab 1938 in der UdSSR) war der führende Funktionär, der in enger Zusammenarbeit mit der Sowjetunion das kommunistische System in Deutschland einführen wollte. Er setzte in der SBZ die Zwangsvereinigung von KPD und SPD zur SED durch, war als Generalsekretär des ZK der SED der führende Mann der SED. Nach Piecks Tod wurde er als Vorsitzender des Staatsrats dessen Nachfolger. Als es zunehmend Differenzen innerhalb des Politbüros und mit der Führung von UdSSR und KPdSU gab, wurde er am 3. Mai 1971 durch Erich Honecker abgelöst. OTTO G ROTEWOHL 16 (1894–1964)

13 Familienangehörige

durften nicht mitkommen. Sie wohnten überwiegend in getrennten Wohnheimen o.ä. Es gab fast keine Kontakte mit der deutschen Bevölkerung. Im Falle einer Schwangerschaft drohte umgehende Ausweisung. 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I L H E L M %20P I E C K 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W A L T E R %20U L B R I C H T 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O T T O %20G R O T E W O H L

114 Grotewohl war seit 1912 Mitglied der SPD. Nach dem Dritten Reich, das er in Hamburg und Berlin verhältnismäßig unbeschadet überstand, war er Gründungsmitglied der wiederentstehenden SPD. 1946 setzte er sich (vermutlich auf Druck der sowjetischen Besatzungsmacht) für die Vereinigung mit der KPD ein und wurde (zusammen mit Pieck) deren Vorsitzender. Von 1949 bis 1964 war er Ministerpräsident der DDR. Obwohl formal mit Pieck gleichberechtigt, waren Ulbricht und Pieck mit Unterstützung der sowjetischen Besatzungsmacht wichtiger. E RICH M IELKE 17 (1907–2000) Mielke war ab 1957 Minister für Staatssicherheit der DDR und somit Hauptverantwortlicher für den Ausbau des flächendeckenden Überwachungssystems. Er wurde 1993 wegen Mordes im Jahre 1931 rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. E RICH H ONECKER 18 (1912–1994) Honecker gehörte im Dritten Reich zu Widerstandsgruppen der KPD und wurde fast 10 Jahre lang inhaftiert. Von 1946 bis 1955 leitete er den Aufbau der F REIEN D EUTSCHEN J UGEND (FDJ) 19 . Als Sicherheitssekretär des ZK der SED war er der maßgebliche Organisator beim Bau der Berliner Mauer. 1971 löste er Ulbricht als Generalsekretär ab. Diese Funktion behielt er bis zur „Wendezeit“ 1989. Seine Politik in dieser Zeit wird im Abschnitt zur Geschichte behandelt. M ARGOT H ONECKER 20 (* 1927)

17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E R I C H %20M I E L K E 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E R I C H %20H O N E C K E R 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R E I E %20D E U T S C H E %

20J U G E N D 20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M A R G O T %20H O N E C K E R

115 Seit 1945 war sie Mitglied der KPD und danach Funktionärin u.a. bei der FDJ. Die Honeckers heirateten 1953. Von 1963 bis 1989 war sie Ministerin für Volksbildung. In dieser Funktion setzte sie sich maßgeblich für das „einheitliche sozialistische Bildungssystem“ mit Politisierung nach den Vorstellungen der SED ein. 1978 führte sie den Wehrunterricht mit Waffenausbildung für Schüler der 9. und 10. Klassen ein. Seit 1992 lebt sie bei ihrer Tochter in Chile. L OTHAR DE M AIZIÈRE 21 (* 1940) Lothar de Maizière ist seit 1975 Rechtsanwalt in (Ost-) Berlin und seit 1956 Mitglied der CDU, einer der vier Blockparteien in der DDR. Obwohl er vorher noch keine Parteifunktion ausgeübt hatte, wurde er in der Wendezeit zum Vorsitzenden der DDR-CDU. In dieser Zeit löste er die Abhängigkeit der CDU von der SED auf. Nach der (ersten und einzigen freien) Wahl zur Volkskammer 1990 wurde er Ministerpräsident und führte in dieser Funktion die DDR in die Bundesrepublik Deutschland.

17.1.3 Einige Daten 24.06.1948

07.10.1949 17.06.1953

Beginn der B ERLIN -B LOCKADE 22 : Die Sowjetunion wollte damit einen Rückzug der Westalliierten aus Groß-Berlin erzwingen und ihren Anspruch auf das gesamte Berlin demonstrieren. Die Blockade scheiterte und wurde am 12. Mai 1949 aufgehoben. Gründung der DDR Volksaufstand in der DDR

21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L O T H A R %20 D E %20M A I Z I %E8 R E 22 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R L I N -B L O C K A D E

116

13.08.1961

21.06.1973 09.11.1989 18.03.1990

Bau der Berliner Mauer, vollständige Abriegelung der DDR gegenüber dem Westteil Berlins und der BRD Grundlagenvertrag zwischen DDR und BRD Öffnung der Grenzen, „Fall der Berliner Mauer“ Erste (und einzige) freie Wahl zur Volkskammer

17.2 Geschichte

Abb. 126: Deutschland unter alliierter Besatzung Sowjetische Besatzungszone US-Zone Britische Besatzungszone Französische Zone Ostgebiete Saarland

Die Existenz der beiden deutschen Staaten ist eng verbunden mit dem „Kalten Krieg“ nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Westalliierten

117 wollten Deutschland zu einem demokratischen Land machen; die Sowjetunion war an der Sicherung und Ausweitung ihres Machtbereichs interessiert.

17.2.1 Die Entstehung Kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs ließen die Besatzungsmächte in Deutschland die Bildung von Parteien zu − zuerst in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ). Die KPD 23 24 und die SPD 25 26 bildeten sich als Fortsetzung der früheren, 1933 verbotenen Parteien. Die CDU 27 28 und Liberale (unter verschiedenen Namen, vor allem LDP 29 30 in der SBZ und FDP 31 32 in anderen Ländern) bildeten sich neu, um die Zersplitterung aus der Weimarer Republik zu vermeiden. In der SBZ und (Ost-) Berlin wurden SPD und KPD zwangsweise zur SED 33 34 vereinigt. In den Westsektoren Berlins entschieden sich die SPD-Mitglieder in einer

23 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O M M U N I S T I S C H E %20P A R T E I %

20D E U T S C H L A N D S 24 Kommunistische Partei

Deutschlands.

25 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S O Z I A L D E M O K R A T I S C H E %

20P A R T E I %20D E U T S C H L A N D S 26 Sozialdemokratische Partei Deutschlands. 27 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /C H R I S T L I C H -D E M O K R A T I S C H E %

20U N I O N 28 Christlich-Demokratische

Union Deutschlands.

29 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I B E R A L -D E M O K R A T I S C H E %

20P A R T E I %20D E U T S C H L A N D S 30 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands. 31 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R E I E %20D E M O K R A T I S C H E %

20P A R T E I Demokratische Partei. 33 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S O Z I A L I S T I S C H E % 20E I N H E I T S P A R T E I %20D E U T S C H L A N D S 34 Sozialistische Einheitspartei Deutschlands. 32 Freie

118 Urabstimmung gegen die Vereinigung; daraufhin blieb die SPD nach einer Entscheidung der Alliierten in ganz Berlin bestehen. Der Wiederaufbau des zerstörten Deutschlands führte nach und nach unter Aufsicht der Besatzungsmächte zur Gründung der Länder mit Parlamenten und Regierung. Die westlichen Zonen arbeiteten verstärkt zusammen. Eigentlich sollten auch die Regierungen der Länder in der SBZ an den Beratungen zur Gründung eines gemeinsamen demokratischen Staates teilnehmen; aber dies wurde von SED und der Sowjetischen Militär-Administration (SMAD) verboten. CDUPolitiker wie JAKOB K AISER 35 und E RNST L EMMER 36 aus der SBZ, die sich für eine gesamtdeutsche Verfassung einsetzten, wurden von der SMAD abgesetzt. Deshalb konnte das Grundgesetz der BRD nur von den Länder der Westzonen erarbeitet werden; es wurde am 23. Mai 1949 verkündet. In der SBZ wurde stattdessen unter Führung der SED die Verfassung für einen eigenen Staat gebildet. Sie wurde am 7. Oktober 1949 in Kraft gesetzt.

35 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J A K O B %20K A I S E R 36 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E R N S T %20L E M M E R

119

17.2.2 Von 1945 bis 1961

Abb. 127: Verlauf der West-Berliner (gelb) und Ost-Berliner (grau) Stadtgrenzen und Grenzübergangsstellen (Stand: 1989)

Schon kurz nach dem Krieg begannen die Sowjetunion (unter Führung Stalins) und die SBZ mit KPD und SED (unter Führung Ulbrichts) damit, die Macht über Wirtschaft und Gesellschaft zu übernehmen. Mit der Bodenreform 1946 wurden Großgrundbesitzer, aber auch Bauern mit mittelgroßem Besitz und andere Eigentümer entschädigungslos enteignet, ebenso viele Unternehmer. Entgegen der offiziellen Begründung betraf dies nicht nur Kriegsverbrecher und aktive NSDAP 37 -Mitglieder,38 sondern viele andere, die den Machtinteressen der Kommunisten im Wege standen. Viele Unternehmen verlagerten in dieser Zeit ihren Sitz von der SBZ in die Westzonen.39 37 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /NSDAP 38 Die

Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) war die Partei des Dritten Reichs. 39 Beispiele für Unternehmen: Carl Zeiss in Jena und Oberkochen; der BrockhausVerlag in Leipzig und Wiesbaden; der Landkartenverlag Justus Perthes in Gotha und Darmstadt. Auch einzelne Unternehmensteile wurden enteignet und als eigene Un-

120 Durch die Enteignung und die Gründung als Volkseigener Betrieb wurden die Unternehmen unter staatliche Kontrolle gestellt. Ebenso wurden die einzelnen Bauernbetriebe in Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPG) zusammengeschlossen (Kampagne mit Druck auf die einzelnen Bauern ab 1952, abgeschlossen 1960). Handwerksbetriebe mussten zu Einkaufsund Liefergenossenschaften gehören. Beim Einzelhandel wurde die staatlichen Handelsorganisation (HO) bevorzugt. Dies alles entspricht dem Ziel kommunistischer Politik, die Macht über die gesamte Wirtschaft auszuüben. Dazu wurden Fünfjahrespläne aufgestellt, die die Entwicklung der Wirtschaft genau vorschrieben und planten. Diese Pläne enthielten Zuweisungen von Geld und Material sowie Vorgaben für Produktion und Dienstleistungen. Die Festlegung, was und wieviel zu produzieren war, erfolgte nicht nach der Nachfrage, sondern aufgrund zentraler Mengenvorgaben. Diese Planwirtschaft ging fast immer an den Bedürfnissen der Menschen vorbei; Waren des täglichen Bedarfs und Konsumgeräte waren oft nicht erhältlich.40 41 Diese Wirtschaftspolitik wurde durch politische Unterdrückung begleitet: Kritische Meinungen wurden durch Verlust eines Arbeitsplatzes, oder Gefängnis bestraft. Den Zeitungen, dem Rundfunk

ternehmen fortgeführt: die Eisenacher Fabrik von BMW; das Werk Ludwigsfelde von Daimler-Benz; das Persil-Werk von Henkel in Genthin. 40 Beispiele: Südfrüchte gab es in Berlin und in Leipzig zur Messe, aber in vielen anderen Regionen nur äußerst selten. Kühlschränke wurden mit einer Bestellfrist von zwei Jahren verkauft. Auf ein Auto musste man bis zu fünfzehn Jahren warten. 41 Die Mängel führten auch zu einer besonderen Form von Kriminalität, dem „Diebstahl sozialistischen Eigentums“. Beispiel: Baumaterialien waren Mangelware. Wer Heizkörper o.a. zum Ausbau eines eigenen Hauses benötigte, wurde selten beliefert, weil der staatliche Wohnungsbau bevorzugt wurde. Man „besorgte“ sie sich deshalb von Baustellen; das Unrechtsbewusstsein war gering, weil sowieso alles als „Volkseigentum“ angesehen wurde.

121 und dem Fernsehen 42 wurde von der SED genau vorgeschrieben, was und wie sie berichten mussten. Die freie Arbeit der Kirchen wurde behindert, sie sollten sich auf reine Glaubensfragen beschränken; statt der Konfirmation wurde die Jugendweihe als staatliche Feier verstärkt. Alle diese Maßnahmen führten zu mangelnder Unterstützung in der Bevölkerung. Bis 1956 hatten 1,7 Millionen Menschen die DDR verlassen; danach wurde ein Passgesetz eingeführt und die „Republikflucht“ zu einer Straftat.43 Dennoch verließen bis 1961 weitere 1,2 Millionen Menschen die DDR.44

17.2.3 Von 1961 bis 1989

Abb. 128: Die Mauer 1980 in Berlin (Bernauer Straße). 42 Die

wichtigste Informationssendung für die DDR-Bürger war die „Tagesschau“ der ARD (also des „West-Fernsehens“); die „Aktuelle Kamera“ des DDRFernsehens wurde erheblich seltener eingeschaltet. 43 Ursprünglich bis zu 2 Jahre Freiheitsstrafe, ab 1979 bis zu 8 Jahre Haft. 44 Über die Sektorengrenzen in Berlin gab es erheblich weniger Kontrollen. Es war deshalb relativ einfach, mit der Eisenbahn nach Berlin (Ost) und mit der S-Bahn nach Berlin (West) zu fahren. Dort wurde man mit einem „Behelfsmäßigen Personalausweis“ zum Bürger von Berlin (West) und gehörte damit faktisch zur BRD. So ist (als Kind) auch der Autor dieser Zeilen von Leipzig nach Stuttgart umgezogen.

122 Um weitere Fluchten zu verhindern, wurden die Grenzen zur BRD und Berlin (West) immer stärker bewacht und gesichert. Ab dem 13. August 1961 wurden die Grenzen mit Mauer und Stacheldraht endgültig geschlossen; auf Flüchtlinge sollte der „S CHIESSBE FEHL “ 45 angewendet werden. Bis 1989 starben zwischen 136 und 245 Menschen bei Fluchtversuchen in Berlin; an der innerdeutschen Grenze insgesamt gab es zwischen 421 und 1245 Todesopfer. Diese Abkapselung hat zu einer Konsolidierung innerhalb der DDR, aber auch zur Entspannung zwischen den Blöcken geführt. Die DDR konnte langfristig planen, weil die Menschen nicht mehr weglaufen konnten. Die Menschen mussten sich ihr Leben innerhalb der DDRGrenzen einrichten. Die Politik der BRD konnte nicht mehr darauf hoffen, dass die DDR bald zusammenbrechen würde. Die E NTSPAN NUNGSPOLITIK 46 unter den Bundeskanzlern W ILLY B RANDT 47 und H ELMUT S CHMIDT 48 hat zwar zunächst die DDR als Staat anerkannt und damit gestärkt. Aber die Beziehungen wurden enger, mit der KSZE 49 1973 musste der Ostblock – also auch UdSSR und DDR – die Freiheit der Gedanken anerkennen. Seit der Machtübernahme durch Honecker 1971 hat die SED ihren eigenen Machtbereich gesichert. In der Verfassung von 1971 wird die SED als wichtigste Führungskraft festgeschrieben. Gleichzeitig bemühte sie sich, die Bevölkerung für sich zu gewinnen. Die Wirtschaftspolitik sollte sich mehr um die Bedürfnisse der Menschen kümmern. Vor allem musste die starke Wohnungsnot beseitigt werden. Bis 1990 wurden fast 2 Millionen Wohnungen gebaut – überwiegend in Plattenbauten auf der „grünen Wiese“. Aber das ging einher mit einer Vernachlässigung der vorhandenen Bausub45 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S C H I E %DF B E F E H L 46 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E N T S P A N N U N G S P O L I T I K 47 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I L L Y %20B R A N D T 48 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /H E L M U T %20S C H M I D T 49 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O N F E R E N Z %20%FC B E R %

20S I C H E R H E I T %20 U N D %20Z U S A M M E N A R B E I T %20 I N %20E U R O P A

123 stanz: Altbauten in den Innenstädten konnten nicht erhalten werden und verfielen zunehmend. Auch wurde der Ausbau der Wirtschaft immer mehr mit Krediten und Importen aus dem Westen (dem „kapitalistischen Ausland“) bezahlt. Die DDR-Wirtschaft wurde immer unrentabler und stand 1989 kurz vor dem Bankrott.

17.2.4 Die Auflösung Reformvorschläge vom Chef der Plankommission wurden von den alten Politikern um Erich Honecker abgelehnt, wegen der wirtschaftlichen Krise war der Zusammenbruch des Regimes nicht mehr aufzuhalten. Hinzu kam die Entwicklung in der Sowjetunion: Generalsekretär Michail Gorbatschow versuchte eine Politik von Offenheit (Glasnost) und Umbau (Perestrojka), die die DDR-Führung ablehnte. Aber die Bevölkerung der DDR bekam dadurch mehr Mut, sich gegen die Unterdrückung im eigenen Land zu wehren. Am 2. Mai 1989 begann Ungarn, die Grenzanlagen zu Österreich abzubauen. Dort und über BRD-Botschaften in verschiedenen Ländern des Ostblock erreichten viele DDR-Bürger ihre Ausreise. Von Januar bis November dieses Jahres sind insgesamt etwa 225.000 DDR-Bürger in die Bundesrepublik ausgereist. Innerhalb der DDR entwickelte sich seit Mitte der 1980erJahre eine Bürgerrechtsbewegung, die sich beispielsweise gegen die politische Unterdrückung oder gegen die Militarisierung der Gesellschaft (siehe Wehrkundeunterricht) wehrte und auf die riesigen Umweltschäden durch die Ausplünderung der wirtschaftlichen Möglichkeiten hinwies. Ab Mitte 1989 gab es im ganzen Land Friedensgebete und Demonstrationen; die größten waren die Leipziger Montagsdemonstration am 23. Oktober 1989 (etwa

124 300.000 Teilnehmer) und die Demonstration von Kulturschaffenden in Berlin am 4. November 1989 (etwa 1 Million Teilnehmer). Die SED versuchte, ihre Macht zu retten, und löste Erich Honecker durch Egon Krenz ab. Aber die Entwicklung zur Demokratisierung war nicht mehr aufzuhalten. Die „Blockparteien“ lehnen den Führungsanspruch der SED ab, am 9. November 1989 wird die Berliner Mauer geöffnet, am 18. März 1990 gibt es die ersten und einzigen freien Wahlen in der DDR, am 24. August 1990 stimmt die Volkskammer der DDR (das Parlament) dem Einigungsvertrag zu und tritt damit am 3. Oktober 1990 der Bundesrepublik Deutschland bei.

17.3 Das politische System Die SED hat (mit Unterstützung der Sowjetunion) das gesamte Land danach ausgerichtet, dass sie ihre Vorstellungen umsetzen und ihre Macht sichern konnte. In der Anfangszeit sah es noch demokratisch aus;50 aber immer stärker wurde die führende Stellung der SED betont (ab 1968 auch ausdrücklich in der Verfassung). Die nachfolgenden Informationen beziehen sich hauptsächlich auf die Zeit nach dem Mauerbau, also von 1961 bis 1989.

50 Walter

Ulbricht sagte 1945: „Es muss demokratisch aussehen, aber wir müssen alles in der Hand haben.“ Zitiert in: Wolfgang Leonhard: Die Revolution entlässt ihre Kinder. Leipzig 1990. S. 406. Z ITATE WALTER U LBRICHT ˆ{ H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / Q %3AW A L T E R %20U L B R I C H T }

125

17.3.1 SED – „die“ Partei Die SED war von ihrem Selbstverständnis und ihrem inneren Aufbau her eine „Kaderpartei“ nach dem Vorbild der KP D SU 51 52 . Für ihr Ziel – die Errichtung und Erhaltung der Diktatur des Proletariats – wollte sie alle gesellschaftlichen Bereiche ständig kontrollieren und beeinflussen. Damit war die Partei wichtiger als die staatlichen Einrichtungen. Die SED hatte zuletzt etwa 2,3 Mio. Mitglieder. Davon waren über 300.000 hohe leitende Partei- und Wirtschaftsfunktionäre. Viele Berufe (Lehrer, Professor) und Führungspositionen konnte man in den meisten Fällen nur ausüben, wenn man Mitglied der SED war. An der Spitze stand der Generalsekretär des Zentralkomitees (ZK). Er war gleichzeitig Vorsitzender des Politbüros. Der Generalsekretär hatte die führende Position inne. Die laufende Arbeit übte er zusammen mit dem Politbüro und den Sekretären des ZK aus. Das ZK trat nur ein paar Mal im Jahr zusammen; eigentlich sollte es die Arbeit der SED bestimmen, segnete aber unter Honecker nur noch die Beschlüsse des Politbüros ab. Der Parteitag, der eigentlich das höchste Organ der Partei war, trat nur alle vier bis fünf Jahre zusammen.

17.3.2 Die staatliche Struktur Sämtliche staatlichen Einrichtungen standen unter der Herrschaft der SED. Beispielsweise waren die ZK-Sekretäre gegenüber den Ministern weisungsberechtigt.

51 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O M M U N I S T I S C H E %20P A R T E I %

20 D E R %20S O W J E T U N I O N 52 Kommunistische Partei der Sowjetunion.

126 Der Vorsitzende des Staatsrats, der zugleich der ZKGeneralsekretär war (Ulbricht bzw. Honecker), übte die Funktion des Präsidenten aus. Der Ministerrat war zuständig für die Verwaltung; dabei gab es für viele Wirtschaftszweige eigene Ministerien. Die Volkskammer als Parlament hat den Gesetzen immer einstimmig ohne ernsthafte Diskussion zugestimmt.53 Durch das M INISTERIUM FÜR S TAATSSICHERHEIT 54 gab es einen umfassenden Überwachungs- und Unterdrückungsapparat. Presse, Buchverlage, Hörfunk und Fernsehen wurden zensiert, politisch Andersdenkende litten unter Repressalien. Die Behörden in der DDR wurden als Organe bezeichnet. Gegen ihre Entscheidungen bestand kein Rechtsschutz, nur ein (unverbindliches) Petitionsrecht. Die Gerichte waren nicht unabhängig, sondern unterlagen ebenso wie die gesamte Verwaltung den Vorgaben der SED.

17.3.3 „Blockparteien“ und Massenorganisationen Die Parteien und Massenorganisationen wurden in der Nationalen Front zusammengeschlossen. Bei Wahlen gab es nur eine Einheitsliste der Nationalen Front. Ein Wähler konnte nur einzelne Kandidaten (oder jeden einzeln) durchstreichen; alles andere galt als Zustimmung. So kamen Wahlergebnisse von 99,7 % Zustimmung zustande. Die anderen Parteien (neben der SED) dienten dazu, den Anschein eines Mehrparteiensystems zu erwecken und die kommu53 Die

einzige Abstimmung der Volkskammer, in der Konflikte öffentlich bekannt wurden, war 1972 die Einführung der Fristenlösung bei Schwangerschaftsabbrüchen, bei der 14 Abgeordnete der CDU nach Absprache mit ihrer Parteiführung gegen das Gesetz stimmten. 54 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M I N I S T E R I U M %20 F %FC R % 20S T A A T S S I C H E R H E I T

127 nistische Regierungspolitik Nichtkommunisten nahezubringen. Sie erkannten die führende Rolle der SED an. Wegen der Mitarbeit in der Nationalen Front wurden sie als Blockparteien bezeichnet. Es handelte sich um: Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU), Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDPD), Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD), Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NDPD). Die Massenorganisationen sollten unter der Vorherrschaft der SED möglichst große Teile der Bevölkerung beeinflussen und kontrollieren und sie in das gesellschaftliche System der DDR eingliedern. Zur Nationalen Front gehörten: Freier Deutscher Gewerkschaftsbund (FDGB), Freie Deutsche Jugend (FDJ), Demokratischer Frauenbund Deutschlands (DFD), Kulturbund (KB). Die Mehrzahl der Abgeordneten aus den Massenorganisationen gehörten zur SED. Auch wenn die SED über die Nationale Front nur einen Teil der Abgeordneten stellte, bekam sie über die Massenorganisationen die Mehrheit in der Volkskammer.55

17.3.4 Der DDR-Sozialismus Das politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche System der DDR geht aus vom Ziel einer kommunistischen Gesellschaftsordnung; der Weg dahin führte über eine sozialistische Gesellschaft. Vorbild war der Marximusmus-Leninismus der KPdSU (siehe den betreffenden Abschnitt über die Sowjetunion); der aktuelle Stand der Entwicklung wurde in der DDR als „real existierender Sozialismus“ bezeichnet. Die wichtigsten Bestandteile waren: 55 Die

Anzahl der Abgeordneten ist nachzulesen unter VOLKSKAMMER : Z USAM ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V O L K S K A M M E R % 23A R B E I T S W E I S E %20 U N D %20Z U S A M M E N S E T Z U N G } . MENSETZUNG

128 • Volkseigentum an den Produktionsmitteln, Ablehnung jedes Privateigentums in der Wirtschaft • Vorrang der „gesellschaftlichen Bedürfnisse“ vor den Bedürfnissen und Interessen der einzelnen Menschen • Vorrang der politischen Ziele – nämlich der Entwicklung zum Kommunismus – vor allen anderen Überlegungen, Zielen und privaten Wünschen Dies sicherte die SED als „Speerspitze des Fortschritts“. Der staatliche Apparat (unter Einschluss der Sicherheitsdienste) diente in erster Linie dazu, diese Ziele umzusetzen und abzusichern.

18 Estland

Abb. 129: Die Lage Estlands in Europa

Abb. 130: Die Flagge Estlands.

129

130 Estland ist das nördlichste und kleinste der baltischen Länder im nördlichen Osteuropa. Es grenzt im Westen und Norden an die Ostsee sowie an RUSSLAND 1 und L ETTLAND 2 . Die Hauptstadt ist TALLINN 3 . Die einzige andere Großstadt ist Tartu. Die Währung ist ab 2011 der Euro (bis dahin die Estnische Krone). Estland ist u.a. Mitglied der NATO und (seit 2004) der E UROPÄIS CHEN U NION 4 .

18.1 Geschichte Das heutige Estland war Teil des Deutschen Ordensstaates. Seit dem 14. Jahrhundert lebten in Estland viele Deutsche, außerdem gab es auch eine schwedische Minderheit. Später kam es unter schwedische und polnische Herrschaft. Von 1710 an gehört es als Ostseeprovinz Estland zum russischen Reich, das mit der gezielten Ansiedlung russischer Bauern und der Unterdrückung der deutschen Oberschicht das Land russifizieren 5 wollte. Von 1918 bis 1940 war Estland unabhängig, wobei auch der nördliche Teil Livlands mit der Insel Saaremaa (Ösel) zu Estland kam. Im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes übernahm die S OWJETUNION 6 das Land und setzte die Russifizierung fort, sodass durch gezielte Ansiedlung von Russen die Zusammensetzung der 1 Kapitel

44 auf Seite 295 29 auf Seite 201 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T A L L I N N 4 Kapitel 3 auf Seite 15 5 Darunter versteht man eine Politik, die den Einfluss der russischen Sprache und der russischen Kultur verstärken und andere Kulturen zurückdrängen will. Mehr dazu siehe unter RUSSIFIZIERUNG ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I F I Z I E R U N G } . 6 Kapitel 45 auf Seite 305 2 Kapitel

131 Bevölkerung wesentlich zu Ungunsten der einheimischen estnischen Bevölkerung verändert wurde. 1991 gewann Estland seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. 2004 wurde es Mitglied in der Europäischen Union.

18.2 Landschaft und Klima

Abb. 131: Übersichtskarte Estland ist mit einem Gebiet von 45.227 km2 eines der kleinsten Länder Europas. Es hat mehr als 1.150 Seen und Wasserreservoire, die ungefähr fünf Prozent des Landes bedecken. Fast die Hälfte des Landes ist bewaldet.

Abb. 132: Wasserfall in Jägala.

132 Estland hat kontinentales Klima mit allgemein kühlen Sommern und sehr kalte Wintern.

18.3 Bevölkerung Estlands hat etwa 1,3 Millionen Einwohner. Ungefähr 69 % der Bevölkerung sind Esten. Russen sind die größte Minderheitsgruppe mit ungefähr 25 %. In der Hauptstadt Tallinn sind fast die Hälfte der Einwohner keine Esten. Die offizielle Sprache ist E STNISCH 7 , das mit F INNISCH 8 verwandt ist. Daneben sind RUSSISCH 9 -Kenntnisse weit verbreitet, nicht nur bei der russischen Minderheit. Ein Großteil der Esten ist heute konfessionslos; Religion spielt nur noch für eine Minderheit der Bevölkerung eine Rolle. Traditionell herrschte der christliche Glaube vor: etwa 14 % sind evangelischlutherische Christen, etwa 13 % orthodoxe Christen. Daneben gibt es kleinere Gruppen anderer christlicher Glaubensrichtungen sowie jüdische und muslimische Gemeinden.

7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20E S T N I S C H 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20F I N N I S C H 9 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20R U S S I S C H

19 Finnland

Abb. 133: Die Lage Finnlands in Europa.

Finnland ist ein großes Land im nördlichen Osteuropa und bildet den Hinterlauf des „Springenden Löwen von Skandinavien“. Es grenzt an N ORWEGEN 1 , S CHWEDEN 2 und RUSSLAND 3 sowie die Ostsee (Finnischer Meerbusen, Bottnischer Meerbusen). Die Hauptstadt ist H ELSINKI 4 . Andere große Städte sind Tampere, Turku und Oulu. Finnland ist Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 5 seit 1995.

1 Kapitel

39 auf Seite 253 47 auf Seite 325 3 Kapitel 44 auf Seite 295 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /H E L S I N K I 5 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

133

134

Abb. 134: Die Flagge Finnlands.

19.1 Geschichte Das Gebiet Finnlands, das seit Jahrtausenden dünn besiedelt war, trat mit der Eingliederung in das Schwedische Reich ab dem 12. Jahrhundert in die historische Zeit ein. Es wurde für viele Jahrhunderte gleichberechtigter Teil Schwedens. Während des 18. Jahrhunderts schwand die Machtstellung Schwedens, sodass Finnland erstmals 1714 bis 1721 russisch besetzt wurde. Nach und nach eroberte sich Russland immer weitere Teile Finnlands von Schweden, bis es 1809 an Russland abgetreten wurde. Im 19. Jahrhundert entwickelte sich in Finnland immer stärker das Bewusstsein einer eigenen Nation. 1917 erlangte das Land die staatliche Unabhängigkeit. Im Hitler-Stalin-Pakt wurde Finnland dem Einfluss der S OWJETU NION 6 zugewiesen, wehrte sich aber teilweise erfolgreich gegen die sowjetische Besetzung. Nach dem Zweiten Weltkrieg war es in den Spannungen zwischen Ost und West neutral. Es beachtete zwar in der Außenpolitik die militärische Überlegenheit der Sow6 Kapitel

45 auf Seite 305

135 jetunion, bewahrte sich aber in der Innen- oder Wirtschaftspolitik seine Eigenständigkeit und vertrat die marktwirtschaftlich orientierte Demokratie des Westens. Besonders wichtig wurde 1975 die KSZE-Konferenz, die der Verständigung zwischen den Blöcken diente. Gleichzeitig hat sie aber auch die Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, einschließlich der Gedanken-, Gewissens-, Religions- oder Überzeugungsfreiheit bestätigt, was die Bürgerbewegungen in den 1980erJahren in den Ostblockländern stärkte und schließlich zum Untergang des Ostblocks führte.

136

19.2 Landschaft und Klima

Abb. 135: Übersichtskarte Die Gesamtfläche von Finnland beträgt mit 338.145 km2 fast genauso viel wie Deutschland. Es hat mehr als 187.000 Seen und 179.000 Inseln. Der See Saimaa ist der fünftgrößte See in Europa.

137 Der größte Teil Finnlands ist eben mit gelegentlichen Hügeln. Dicke Wälder bedecken ungefähr 74 % Finnlands. Zur Tierwelt gehören Bären, Wölfe, Luchse und Polarfüchse. Im Bereich der Seen gehören Unmengen von Mücken zum Alltag. Ein Teil des Landes liegt nördlich des Polarkreises. Nördlich davon geht die Sonne im Sommer überhaupt nicht unter; im Winter erhebt sich die Sonne an mehr als 51 Tagen nicht über den Horizont. Auch weiter im Süden dauert der Tag im Sommer sehr lang und ist im Winter sehr kurz.

19.3 Bevölkerung Finnland hat etwa 5,2 Millionen Einwohner. Der größte Teil der Bevölkerung (etwa 93 %) sind Finnen. Die andere ethnische Hauptgruppe sind Schweden. F INNISCH 7 und S CHWEDISCH 8 sind Amtssprachen. Die Evangelisch-lutherische Kirche Finnlands ist die nationale Kirche; zu ihr gehören noch etwa 80 % der Bevölkerung. Eine weitere große Gruppe gehört zur Orthodoxen Kirche Finnlands, kleinere Gruppen zu Pfingstkirchen, den Zeugen Jehovas, der katholischen Kirche sowie zum Islam.

19.4 Sehenswürdigkeiten Der Fremdenverkehr hat vor allem in den letzten zwanzig Jahren sehr an Bedeutung gewonnen. Neben der Region um Helsinki gibt 7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20F I N N I S C H 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20S C H W E D I S C H

138 es sowohl im Sommer an den vielen Seen als auch im Winter in Lappland viele Touristen.

Abb. 136: Die Kathedrale von Helsinki.

Abb. 137: Typische Idylle: ein Ferienhaus in Finnland.

20 Frankreich

Abb. 138: Die Lage Frankreichs innerhalb Europas

Frankreich ist nach RUSSLAND 1 und der U KRAINE 2 das drittgrößte Land Europas. Es liegt im Westen Europas und grenzt an A NDORRA 3 , S PANIEN 4 , M ONACO 5 , I TALIEN 6 , die S CHWEIZ 7 , D EUTSCHLAND 8 , L UXEMBURG 9 und B ELGIEN 10 und hat eine lange Küste zum Atlantischen Ozean sowie zum Mittelmeer. Außer1 Kapitel

44 auf Seite 295 56 auf Seite 403 3 Kapitel 9 auf Seite 51 4 Kapitel 53 auf Seite 375 5 Kapitel 36 auf Seite 237 6 Kapitel 25 auf Seite 175 7 Kapitel 48 auf Seite 333 8 Kapitel 16 auf Seite 95 9 Kapitel 32 auf Seite 217 10 Kapitel 12 auf Seite 67 2 Kapitel

139

140 dem ist es durch den Eurotunnel mit dem V EREINIGTEN KÖNIGRE ICH 11 verbunden. Die Hauptstadt ist PARIS 12 . Andere große Städte sind Marseille, Lyon, Toulouse oder Nizza. Frankreichs Währung ist der Euro. Es ist u.a. Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 13 und der NATO. Neben dem Territorium in Europa gehören zu Frankreich Überseegebiete in der Karibik, Südamerika, vor der Küste Nordamerikas, im Indischen Ozean und in Ozeanien. Diese Gebiete sind ebenfalls im französischen Parlament vertreten. Ein Teil der Überseegebiete ist Mitglied der EU und zahlt mit Euro. Ein anderer Teil ist nicht EUMitglied; in den pazifischen Überseegebieten wird mit dem CFPFranc bezahlt.

Abb. 139: Die französische Flagge

20.1 Geschichte Zur Zeit von Christi Geburt bewohnten keltische Stämme das Gebiet des heutigen Frankreichs. Es gehörte seit den Eroberungen durch 11 Kapitel

59 auf Seite 425

12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P A R I S 13 Kapitel

3 auf Seite 15

141 Julius Caeser (58–51 v.Chr.) als „Gallien“ zum Römischen Reich. Viele Städte und Bauwerke stammen aus dieser Zeit; auch die Sprache der Römer, das Latein, hinterließ große Spuren in der französischen Sprache. Während der Völkerwanderung drangen germanische Stämme aus dem Gebiet östlich des Rheins immer weiter nach Süden und Westen vor und verdrängten Kelten und Römer. Ab dem 6. Jahrhundert bildeten die Franken, ein germanischer Stamm, ein neues Reich und bauten es aus, bis Karl der Große sich unter dem Schutz des Papstes im Jahr 800 zum Römischen Kaiser krönte. Nach seinem Tod zerfiel das Reich und wurde unter seinen Nachkommen aufgeteilt; dabei entstanden die Reiche Karls des Kahlen (Frankreich), König Lothars (Lothringen) und Ludwig des Deutschen.

Abb. 140: Frankreich von 1552 bis 1798 Mittelalter und Neuzeit Im Mittelalter führten die französischen Könige viele Kriege; zeitweise gehörte die Hälfte des Landes den englischen Königen. Erst nach dem 100-jährigen Krieg mit England (1337–1453) kann Frankreich als dauerhaftes, festes Königreich angesehen werden. Seit König Ludwig XIV. (1643–1715, dem „Sonnenkönig“) hat Frankreich ungefähr die gleiche Ausdehnung wie heute. In

142 dieser Zeit, dem Zeitalter des Absolutismus, wurde Französisch die vorherrschende Sprache in Europa beim Adel und der Wissenschaft; so soll der preußische König Friedrich II. „Der Große“ (1740–1786) besser Französisch gesprochen und geschrieben haben als Deutsch. Die Zeit der Revolution Im Zuge der F RANZÖSISCHEN R EVOLUTION 14 1789 wurde die Monarchie gestürzt; der Ruf des Volkes lautete: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ (Liberté, Égalité, Fraternité). Es folgten Jahre des Umbruchs mit einer neuen Staatsordnung, Terror durch Revolutionsgarden und einer republikanischen Regierung. Etwa seit 1796 war Napoleon Bonaparte militärischer Führer der Regierung, ab 1799 auch politischer Führer als „Erster Konsul“ und ab 1804 als „Kaiser der Franzosen“. Napoleon brachte mit vielen Kriegen große Teile Europas unter seine Macht, bis er 1812/13 im Feldzug gegen Russland scheiterte und von einer Streitmacht u.a. aus Russland, Preußen, England und Österreich besiegt wurde. 1815 musste er endgültig abdanken und wurde nach St. Helena verbannt (einer Insel vor Afrika), wo er 1821 starb. 1815 beschloss der Wiener Kongress als Versammlung der europäischen Monarchen eine neue Gliederung Europas. Die Errungenschaften der Revolution mit Beteiligung des Volkes wurden wieder beseitigt; die Erben der früheren Könige erhielten die Macht zurück. Daraufhin kam es wiederholt zu „kleineren Revolutionen“, zur Republik und zur Wahl eines Königs durch das Volk. Seit 1870 ist Frankreich endgültig eine Republik. Frankreich und der Erste Weltkrieg Im Ersten Weltkrieg stand Frankreich zusammen mit England und Russland gegen Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien. Zu Beginn des Krieges überfiel Deutschland Belgien, um schnell nach 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R A N Z %F6 S I S C H E %

20R E V O L U T I O N

143 Frankreich einmarschieren zu können. Dadurch fand ein großer Teil des Krieges in Frankreich statt; trotz langer Materialschlachten mit vielen Verlusten (jeweils etwa 1,5 Millionen Tote auf beiden Seiten) gab es keine militärische Entscheidung. Aber die Kosten des Krieges überforderten die Länder (vor allem Deutschland, das in der Mitte Europas fast nur von Feinden umgeben war), was schließlich zum Ende des Krieges 1918 führte. Frankreich forderte große Entschädigungen von Deutschland und besetzte zeitweise das Saarland, das Ruhrgebiet und große Teile des Deutschen Reichs westlich des Rheins. Zweiter Weltkrieg und Europäische Einigung Im Zweiten Weltkrieg wurde Frankreich nach einem „Blitzkrieg“ 1940 fast völlig von Deutschland besetzt. Während die französische Regierung im nicht-besetzten Teil mit den Deutschen zusammenarbeitete, versuchten Teile der Bevölkerung, sich gegen die Besatzer zu wehren (die Widerstandsbewegung „Résistance“). Aber erst nach dem Kriegseintritt der USA und der Invasion an der Normandie (6. Juni 1944) kam es zur Befreiung Frankreichs von den deutschen Truppen.

144

Abb. 141: Konrad Adenauer und Charles de Gaulle (1963)

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Frankreich an der Aufteilung Deutschlands in Besatzungszonen beteiligt. Wie auch bei anderen Kolonialmächten errangen Frankreichs Kolonien die Selbständigkeit – teilweise nach Unabhängigkeitskriegen (Algerien, Indochina). Manche Kolonien wurden nach Volksabstimmungen „normale“ Teile Frankreichs (siehe oben in der Einleitung). Innerhalb Europas versuchten (anders als in den vergangenen Jahrhunderten) immer mehr Politiker, zwischen Frankreich und Deutschland eine Verständigung zu erreichen und innerhalb Europas zusammenzuarbeiten. So entstanden die Europäische Union sowie die Deutsch-Französische Freundschaft, die 1963 von Staatspräsident de Gaulle und Bundeskanzler Adenauer per Vertrag besiegelt wurde.

145

20.2 Landschaft und Klima

Abb. 142: Übersichtskarte Frankreich ist 547.030 km2 groß. Es liegt im Westen und Norden am Atlantischen Ozean und Ärmelkanal sowie im Süden am Mittelmeer. Insgesamt hat es eine Küstenlänge von 3.427 km. Frankreich ist größtenteils sehr eben entlang der großen Flüsse, die in den Atlantik fließen; von Nord nach Süd sind dies: Seine mit dem wichtigen Nebenfluss Marne, Loire, Garonne. Weitere große Flüsse sind der Rhein an der Grenze zu Deutschland sowie die Rhône (mit dem wichtigen Nebenfluss Saône), die aus der Schweiz kommt und mit einem großen Delta ins Mittelmeer fließt. Im Süden und Osten gibt es Bergland: Mittelgebirge nahe Belgien, Luxemburg und Deutschland, die Alpen an den Grenzen zur Schweiz und zu Italien, das Zentralmassiv in einem großen Teil Mittel- und Südfrankreichs (mit Bergen bis zu 1.886 m Höhe) und die Pyrennäen im westlichen Süden mit der Grenze zu Spanien und Andorra. Der Montblanc in den Alpen (4.810 m) ist der höchste Berg Frankreichs

146 und nach dem Elbrus der zweithöchste Europas. Die Pyrenäen (mit vielen Bergen über 3.000 m Höhe) trennen Andorra und Spanien von Frankreich. Frankreich gehört zur gemäßigten Klimazone und hat überwiegend mildes Klima. Es lassen sich mehrere Zonen unterscheiden: Der Nordwesten ist ozeanisch geprägt mit jährlichen Niederschlagsmengen bis zu 1000 mm und mehr. Es herrschen Westwinde vor, die Winter sind mild und oft schneefrei; die Sommer sind relativ kühl und feucht. Der Nordosten weist wesentlich kontinentalere Züge auf mit teilweise sehr kalten Wintern. Die Flusstäler von Rhein und Mosel eignen sich dagegen bereits zum Weinbau. Zentralfrankreich mit dem Pariser Becken und dem Loiretal ist insgesamt relativ niederschlagsarm. Deutlich kühler und feuchter ist das Klima im Zentralmassiv. Im Südwesten herrscht Atlantikklima vor, das insgesamt feucht, aber bereits relativ warm und sonnig ist. Im Mittelmeerraum im Südosten treten im Sommer immer wieder Dürren und Waldbrände auf.

20.3 Bevölkerung In Frankreich leben etwa 62,8 Millionen Menschen. Der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung 2006 betrug 5,8 %, also etwa 3,6 Millionen, sowie 4,3 % (etwa 2,7 Mio.) Franzosen, die im Ausland geboren sind und die französische Staatsbürgerschaft bekommen haben. Heute sind die größten Gruppen von Ausländern nordafrikanischen Ursprungs (Algerier, Marokkaner, Tunesier). Die Mehrzahl davon wohnt im Südosten Frankreichs sowie im Großraum Paris.

147 Die meisten Einwohner sprechen F RANZÖSISCH 15 als Muttersprache; es ist die einzige Amtssprache. Daneben gibt es Regionalsprachen, u.a. D EUTSCH 16 , K ATALANISCH 17 , B RETONISCH 18 , KORSISCH 19 , BASKISCH 20 , O KZITANISCH 21 und F LÄMISCH 22 . Viele der Ausländer in Frankreich benutzen ihre Herkunftssprachen weiterhin. Historisch war Frankreich lange Zeit ein katholisch dominierter Staat. Im Zuge der Revolution und der Entwicklung zur Republik gab es zunehmende Ablehnung der Kirche; seit 1905 gibt es eine feste Trennung zwischen Kirche und Staat. In einer Umfrage einer Zeitung vor ein paar Jahren bezeichneten sich 51 % der Franzosen als katholisch und etwa 9 % als Muslime; 31 % erklärten, keiner Religion anzugehören.

20.4 Staatliche Struktur Staatsoberhaupt ist der Präsident mit einer Amtszeit von sieben Jahren. Er ist das höchste Staatsorgan: er sichert die Einhaltung der Verfassung, das Funktionieren der öffentlichen Verwaltung und den Staat überhaupt. Vor allem für die Außen- und Sicherheitspolitik hat er entscheidende Macht. Er wird vom Volk gewählt.

15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20F R A N Z %F6 S I S C H 16 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20D E U T S C H 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A T A L A N I S C H E %20S P R A C H E 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B R E T O N I S C H E %20S P R A C H E 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O R S I S C H E %20S P R A C H E 20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A S K I S C H E %20S P R A C H E 21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O K Z I T A N I S C H E %20S P R A C H E 22 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E L G I S C H E S %20N I E D E R L %

E4 N D I S C H

148 Der Präsident leitet seine staatliche Autorität an den Premierminister und die Regierung weiter, wobei die Regierung die Richtlinien des Präsidenten umzusetzen hat. Der Präsident ernennt einen Premierminister und auf dessen Vorschlag die Regierungsmitglieder. Anschließend hängt die Regierung vom Vertrauen des Parlaments ab.

Abb. 143: Regionen und Départements in Frankreich

Das Parlament besteht aus zwei Kammern. Die Nationalversammlung hat 577 Abgeordnete, die direkt auf fünf Jahre gewählt werden. Der Senat hat 346 Mitglieder; diese werden durch Vertreter der Regionen und Départements auf sechs Jahre gewählt. Das Parlament beschließt Gesetze und kontrolliert die Regierung; die Nationalversammlung kann sie auch stürzen. Frankreich galt früher als Muster eines zentralisierten Staates: Präsident und Regierung bestimmten alles Wichtige; die regionalen Volksvertreter durften nur ausführen, was zentral vorgegeben wird. Erst seit der Verfassungsreform von 1982/83 haben die 26 Regionen eigene Zuständigkeit für die Wirtschaft und die Schulen und finanzieren sich auch über eigene Steuern; jede Region wählt einen

149 Regionalrat, der wiederum einen Präsidenten wählt. Die Regionen sind in insgesamt 100 Départements unterteilt, die sich u.a. um Sozialwesen und Gesundheit, Kultur und Sport kümmern; sie wählen einen Generalrat, aber Erster Mann im Département ist der vom Staatspräsidenten ernannte Präfekt.

20.5 Sehenswürdigkeiten Frankreich wird als das beliebteste Reiseziel für Touristen weltweit angesehen. Wohl eines der berühmtesten Bauwerke in Paris ist der Eiffelturm (über 300 Meter hoch). Andere Sehenswürdigkeiten in und um Paris sind Unmengen von Museen (u.a. Louvre und Centre Pompidou), Schloss Versailles, Disneyland Resort Paris und die Kirche Notre-Dame. Viele andere Städte und Regionen bieten ebenfalls kulturelle oder sportliche Ziele, sehenswerte Bauten oder landschaftliche Ziele. Unter anderem kann man auf vielen Kanälen „Ferien auf dem Boot“ machen. Die folgende Aufstellung ist überhaupt nicht vollständig, die Reihenfolge ist ziemlich zufällig:

Abb. 144: Der Eiffelturm in Paris

Abb. 145: Der Élysée-Palast, der Sitz des Staatspräsidenten

Abb. 146: Schloss und Garten Versailles

150

Abb. 147: Eingangstor zum Disneyland Paris

Abb. 148: Pont du Gard: Brücke mit römischer Wasserleitung

Abb. 149: Porte du Mars, ein römischer Triumphbogen in Reims

Abb. 150: Der Palast der Päpste (1309 bis 1417) in Avignon

Abb. 151: Das Straßburger Münster

Abb. 152: Schmalspurbahn im franz. Baskenland (im Hintergrund der Atlantik)

Abb. 153: Das Zentralmassiv: Puy de dome

Abb. 154: Dijon: Der Kanal von Bourgogne

Abb. 155: Belle-Île-en-Mer, die größte der bretonischen Inseln

21 Georgien

Abb. 156: Die Lage Georgiens am Rande von Europa.

Georgien ist ein kleines Land weit im Osten am Rande von Europa. Geografisch gehört es eigentlich schon zu Asien, nämlich zu Vorderasien, wird aber wegen seiner Geschichte und Politik auch als Teil Europas angesehen. Seine Nachbarn sind die RUSSISCHE F ÖDERATION 1 im Norden sowie die T ÜRKEI 2 , A RMENIEN 3 und A SERBAIDSCHAN 4 im Süden. Die Hauptstadt ist T IFLIS 5 , die Währung ist der Lari. Georgien ist unter anderem Mitglied im Europarat.

1 Kapitel

44 auf Seite 295 55 auf Seite 393 3 Kapitel 10 auf Seite 57 4 Kapitel 11 auf Seite 63 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T I F L I S 2 Kapitel

151

152

Abb. 157: Die Flagge Georgiens.

21.1 Geschichte Georgien stand früher unter Herrschaft der Römer, Perser, Byzantiner und Araber. Seit dem 10. Jahrhundert wurde es zunehmend ein selbständiges Reich und war bis zum 13. Jahrhundert die stärkste Macht im Süden des Kaukasus. Im 18. und 19. Jahrhundert kam Georgen unter die Herrschaft Russlands. In Folge dieser Zugehörigkeit war Georgien seit 1922 bis zu deren Zerfall 1991 Teil der S OWJETUNION 6 . Seitdem ist es unabhängig. In den Grenzregionen Abchasien und Südossetien gibt es aber starke Bestrebungen zur Trennung von Georgien; deswegen und wegen der Anwesenheit des russischen Militärs in diesen Regionen hat die georgische Regierung dort keine Kontrolle.

6 Kapitel

45 auf Seite 305

153

21.2 Landschaft und Klima

Abb. 158: Übersichtskarte Georgien bedeckt eine Fläche von 69.700 km2 . Schroffes Bergland macht etwa 85 % des Staatsgebietes aus. Das Küstengebiet hat heiße Sommer und kalte Winter, während das Bergland kühle Sommer und regnerische Winter hat.

21.3 Bevölkerung Die Bevölkerung Georgiens beträgt etwa 4,6 Millionen und besteht aus fast hundert verschiedenen ethnischen Gruppen. Georgier bilden mit 70 % die größte Gruppe, gefolgt von Armeniern, Russen und Aserbaidschanern. G EORGISCH 7 ist seit 1918 die offizielle Sprache des Landes. Daneben ist RUSSISCH 8 weit verbreitet. Das Land ist schon seit dem frühen Mittelalter christlich geprägt. 84 % gehören der eigenständigen Georgischen Orthodoxen Apostelkirche an. 10 % sind Muslime. Daneben gibt es verschiedene

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154 christliche Minderheiten, deren Religionsfreiheit noch bis 2004 nicht gewährleistet war.

22 Griechenland

Abb. 159: Die Lage Griechenlands in Europa

Griechenland ist ein Land im südlichen Europa, zu dem sehr viele Inseln gehören. Es grenzt an A LBANIEN 1 , M AZEDONIEN 2 , B UL GARIEN 3 und die T ÜRKEI 4 . Es hat sehr lange Küsten zum Mittelmeer sowie dessen Randmeeren Adria und Ägäis. Die Hauptstadt ist ATHEN 5 . Andere große Städte sind Thessaloniki, Piräus und Patras. Die Währung ist der Euro.

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156 Griechenland ist unter anderem Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 6 (seit 1981) und der NATO.

Abb. 160: Die griechische Flagge

22.1 Geschichte Griechenland gilt als „Wiege der europäischen Zivilisation“: Hier entstanden vor etwa 2500 Jahren u.a. die Ideen der Demokratie und der Philosophie sowie viele mathematische und naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Kunst, Architektur, Literatur oder die Olympischen Spiele beeinflussten die gesamte abendländische Geschichte bis in unsere Zeit.

6 Kapitel

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Abb. 161: Die Ausweitung des griechischen Staatsgebiets von 1832 bis 1947 In der Antike bestand Griechenland überwiegend aus vielen unabhängigen Städten und Regionen; es gab nur selten größere Bündnisse. Nacheinander kam Griechenland unter die Oberhoheit des Römischen Reichs (ab 146 v.Chr.), des Byzantinischen Reichs (ab 395) und des Osmanischen Reichs (ab 1359). Erst nach 1800 besannen sich die Griechen – auch mit Unterstützung durch viele europäische Schriftsteller – auf das historische Erbe und erstrebten einen neuen eigenen Staat. Ab 1830 war Griechenland ein unabhängiger Staat, zunächst begrenzt auf das zentrale und südliche Griechenland. Im Zusammenhang mit der Auflösung des Osmanischen Reichs vergrößerte es sich nach und nach auf sein heutiges Gebiet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zum Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Monarchisten. Im Gegensatz zu allen anderen Balkanstaaten gelang den Kommunisten aber nicht die Machtübernahme, weil die S OWJETUNION 7 nur halbherzig Hilfe gab und Großbritannien und die USA die Monarchisten unterstützten.

7 Kapitel

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158

22.2 Landschaft und Klima

Abb. 162: Übersichtskarte. Griechenland hat eine Gesamtfläche von 131.957 km2 . Davon entfallen 106.915 km2 auf das Festland; 25.042 km2 (knapp 19 %) verteilen sich auf 3.054 Inseln, von denen 87 bewohnt sind. Sehr viele Inseln liegen vor der türkischen Küste. Vier Fünftel Griechenlands bestehen aus Bergen oder Hügeln, die das Land zu einem der gebirgigsten in Europa machen. Das westliche Griechenland enthält mehrere Seen und Feuchtgebiete. Das Klima kann in drei Typen kategorisiert werden: Mittelmeer, das alpine Klime und das gemäßigte Klima. Das Mittelmeerklima ist milde, die Winter sind nass, die Sommer sind heiß und trocken. Dieses Klima herrscht vor allem auf den griechischen Inseln vor. Das alpine Klima in den Bergen des Festlandes zeigt harte Winter mit großen Schneefällen, während die Sommer mit vielen Gewittern kühl sind. Das gemäßigte Klima im Landesinnern hat kalte, feuchte Winter und heiße, trockene Sommer.

159

22.3 Bevölkerung Griechenland hat etwas über 11 Millionen Einwohner. Die meisten sind Griechen; daneben gibt es kleinere Gruppen von Minderheiten und Zuwanderern. (Griechenland führt dazu keine Statistik, deshalb sind genaue Zahlen über ihren Anteil nicht bekannt.) 97,4 % der griechischen Bevölkerung sprechen G RIECHISCH 8 . Die Minderheiten haben zusätzlich ihre eigene Sprache. 94,7 % sind Christen, fast alle gehören zur griechisch-orthodoxen Kirche.

22.4 Sehenswürdigkeiten Griechenland zieht mehr als 16 Millionen Touristen jedes Jahr in seinen Bann wegen seiner abwechslungsreichen und langen Geschichte sowie für seine atemberaubende Vielfalt an Stränden und Küsten, aber auch den griechischen Gebirgsregionen.

Abb. 163: Der Olymp, das höchste Gebirge Griechenlands (2917 m)

Abb. 164: Der Pamvotis See

Abb. 165: Die Akropolis von Athen

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Abb. 166: Das Kloster Simonos Petras auf dem Berg Athos

23 Irland

Abb. 167: Die Lage der Republik Irland im Nordwesten Europas.

Die Republik Irland umfasst den größten Teil der Insel Irland im Nordwesten Europas. Sie ist umgeben von der Irischen See im Osten und dem Atlantik im Westen und Süden. Im Norden grenzt sie an das V EREINIGTE KÖNIGREICH 1 . Die Hauptstadt ist D UBLIN 2 . Die einzige weitere Großstadt ist Cork. Die Währung ist der Euro. Die Republik Irland ist Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION . 3

1 Kapitel

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Abb. 168: Die Flagge der Republik Irland.

23.1 Geschichte Seit etwa 300 v.Chr. besiedeln Kelten die irische Insel; die Iren sind teilweise deren Nachfahren. Im Laufe der Geschichte gibt es eine Reihe von Königreichen und Fürstentümern in Irland. Im Jahr 1169 wird die Insel von England aus erobert. Die Eroberer enteignen die irischen Landbesitzer und vertreiben sie in den unfruchtbaren Westen der Insel. Das Königreich Irland (ab 1541) ist tatsächlich kein Königreich von Iren, sondern Besitz der englischen Könige.

163

Abb. 169: Die Provinzen Irlands. Ulster Connacht Leinster Munster

Die Politik der englischen Großgrundbesitzer in Irland führt zusammen mit der Kartoffelfäule zur Hungersnot von 1845–1849. Bis zu 1,5 Millionen Iren verhungern, und viele wandern nach Amerika aus. Britische Behörden verschleppen bewusst Maßnahmen zur Eindämmung der Hungersnot. Erst nach mehreren Aufständen der irischen Bevölkerung – vor allem dem Osteraufstand 1916 – erhält Irland eine größere Eigenständigkeit. 1922 bilden die Provinzen Leinster, Munster und Connacht sowie Teile von Ulster den Irischen Freistaat (ab 1937 Éire). Ab 1949 nennt er sich Republik Irland; mit dem Ausscheiden aus dem britischen Commonwealth hört die britische Vorherrschaft über

164 Irland endgültig auf. Seit 1973 ist Irland Teil der Europäischen Union, und es gehört zu den ersten Ländern, die den Euro einführen. Die restlichen Grafschaften der Provinz Ulster verbleiben beim Vereinigten Königreich. Die Spannungen innerhalb der dortigen Bevölkerung („N ORDIRLANDKONFLIKT “ 4 ) sind teilweise religiöse Auseinandersetzungen zwischen Katholiken und Protestanten, aber vor allem Folge der Unterdrückung der Iren durch die Engländer. Zwar gibt es noch Gedanken zur Vereinigung der Provinzen in einem gemeinsamen Staat; aber seit 1998 zeichnet sich eine Entspannung in Nordirland ab.

23.2 Landschaft und Klima

Abb. 170: Übersichtskarte.

4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N O R D I R L A N D K O N F L I K T

165 Die Insel Irland liegt nordwestlich des europäischen Festlands und ist die zweitgrößte der Britischen Inseln. Die Republik Irland umfasst 70.182 km2 . Im Landesinneren finden sich überwiegend Ebenen, die außen von hügeligem Gebiet eingeschlossen sind. Der höchste Berg ist der Carrantuohill mit 1.041 m.

Abb. 171: Der Carrantuohill ist der höchste Berg Irlands.

Der Fluss Shannon, der von Norden nach Süden verläuft, ist mit etwa 370 km der längste der Insel. In den Ebenen liegen zahlreiche Seen, welche die Landschaft maßgeblich prägen. Das ozeanische Klima (milde Winter, kühle Sommer) ist sehr niederschlagsreich und begünstigt den verbreiteten Graswuchs; nur ein geringer Teil des Landes ist mit Wald bedeckt. Der westlich von Irland verlaufende Golfstrom begünstigt eine mediterrane Vegetation (im Südwesten gibt es z.B. Palmen).

166

23.3 Bevölkerung Die Republik Irland hat etwa 4,4 Mio. Einwohner. Die Bevölkerungsdichte von 60 Einwohnern pro km2 entspricht etwa dem europäischen Durchschnitt. Amtssprachen sind I RISCH 5 und E NGLISCH 6 . Offiziell wird Irisch bevorzugt, wie bei Gesetzestexten, Regierung, Parlament, Post, Bus und Bahn. Im Alltag wird dagegen meistens Englisch benutzt. Alle Schüler müssen Irisch lernen, aber in den meisten Schulen wird der sonstige Unterricht auf Englisch durchgeführt. Die Bevölkerung bekennt sich zu weit über 80 % zum römischkatholischen Glauben. Der Einfluss der Kirche auf Alltag und Politik wird erst in den letzten Jahren etwas zurückgedrängt. Beispielsweise ist Ehescheidung erst seit 1995 möglich.

23.4 Sehenswürdigkeiten Irland ist kein Ziel von Massentourismus, bietet aber eine Reihe interessanter Ziele. Die Landschaft mit einer Reihe von Nationalparks lädt zur ruhigen Erholung ein. Burgen, Ruinen, Kirchen und Klöster geben Einblick in die irische Kultur.

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24 Island

Abb. 172: Die Lage Islands im Nordatalantik.

Island ist ein Inselstaat im Nordwesten Europas im nördlichen Atlantik und hat deshalb keine Grenzen zu anderen Ländern. Die Hauptstadt ist R EYKJAVÍK 1 , wo über zwei Drittel der Bevölkerung leben. Währung ist die Isländische Krone. Island ist Mitglied der NATO und hat den Beitritt zur E UROPÄIS CHEN U NION 2 beantragt.

1 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R E Y K J A V %ED K 2 Kapitel

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Abb. 173: Die Flagge Islands.

24.1 Geschichte Vermutlich seit dem 7. Jahrhundert wurde Island zunächst von Norwegen aus besiedelt, später auch von anderen skandinavischen Ländern und Irland aus. Während sich im übrigen Europa Fürstentümer und Königreiche entwickelten, wurde auf Island das Althing als Parlament eines freien Staates gegründet. Es gilt damit als zweitältestes Parlament in Europa. Das Christentum wurde 1000 auf Beschluss des Althing eingeführt. 1262 brachte der „Alte Vertrag“ Island unter die norwegische Krone; seit 1397 wurde es von Dänemark regiert, als die Königreiche Norwegens und Dänemarks vereinigt wurden. Im Zweiten Weltkrieg wurde es im Mai 1940 von britischen Truppen besetzt, nachdem Dänemark von Deutschland besetzt worden war. Nach einer Volksabstimmung 1944 wurde es unabhängig.

169

24.2 Landschaft und Klima

Abb. 174: Übersichtskarte Islands Fläche beträgt ungefähr 103.000 km2 . Ungefähr 23.805 km2 sind Vegetation, 2.757 km2 sind Seen, und 11.922 km2 sind Gletscher. Es wird häufig die Insel des Eises und Feuers genannt und wird durch Gletscher und Vulkane ständig umgeformt. Island liegt geologisch auf einem sogenannten „Hot-Spot“. Das bedeutet, dass ein Lavastrom aus dem Inneren der Erde unter Island liegt und einen Ausgang an die Erdoberfläche sucht. Zudem liegt die Insel über dem sogenannten Mittelatlantikgraben, wo es durch die Plattentektonik immer wieder zu Verwerfungen kommt. Dadurch ist die Insel geologisch äußerst aktiv. Es gibt viele aktive Vulkane und viele heiße Quellen und Geysire.

170

Abb. 175: Strokkur, der berühmteste Geysir Islands, bricht alle paar Minuten aus.

Abb. 176: Fließende Lava am Krafla, 1984.

Abb. 178: Skaftafell Gletscher. Island wird ständig durch diese riesigen Eiswürfel geformt.

Abb. 179: Gullfoss. In Island gibt es Hunderte Wasserfälle.

Abb. 177: Vulkanausbruch von Surtsey. Eine neue Insel entsteht vor der Isländischen Küste.

Das Klima ist ozeanisch kühl, geprägt von einem Teil des warmen Golfstroms an der Südküste und vom kalten Grönlandstrom an der Nordost- und Südwestküste. Die Niederschläge betragen bis zu 2000 mm im Jahr. Die Winter sind dadurch vergleichsweise mild und die Sommer eher kühl. Die Tagestemperaturen schwanken zwischen 0 und 3 °C im Winter und zwischen 12 und 15 °C im Sommer, wobei es im Landesinneren teils deutlich kühler sein kann.

171

24.3 Bevölkerung

Abb. 180: Die Hauptstadt von Island: Reykjavík, wo mehr als zwei Drittel der isländischen Bevölkerung leben.

Island hat etwas mehr als 300.000 Einwohner, was ungefähr der Größe der Stadt Bonn entspricht. Es gibt nur etwa 3,5 % Ausländer, davon etwa ein Fünftel Polen. Die Landessprache ist die ISLÄNDISCHE S PRACHE 3 , die sich wie Färöisch, Norwegisch oder Schwedisch aus dem nördlichen Zweig des Germanischen entwickelt hat. Aber Isländisch hat die alte Grammatik weithin erhalten und (anders als alle anderen europäischen Sprachen) nicht vereinfacht; es benutzt auch besondere Schriftzeichen, darunter das aus dem Runen-Alphabet übernommene Þ. Anstelle von Fremdwörtern wird auch für moderne Begriffe ein isländisches Wort gebildet. 82 % der Bevölkerung gehören der evangelisch-lutherische Isländischen Staatskirche an. Daneben gibt es verschiedene Minderheiten und Konfessionslose. Durch den schlechten Boden, die Vulkanausbrüche und das schwierige Klima war Island eines der ärmsten Länder in Europa, 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I S L %E4 N D I S C H E %20S P R A C H E

172 solange es fast völlig von der Landwirtschaft abhing. Inzwischen ist der Fischfang die Haupteinnahmequelle Islands, was auch auf die Industrialisierung des Fischereiwesens zurückzuführen ist. Den meisten Einwohnern stehen wegen der heißen Quellen und der zahlreichen Flüsse und Wasserfälle heißes Wasser und preiswerte Heizung zur Verfügung.

24.4 Sagen

Abb. 181: Eine Seite vom Möðruvallabók, welcher Auszüge von Isländischen Sagen enthält.

Island ist berühmt für die Vielfalt seiner Sagen, die von Wikingern erzählen. Weil das Isländische die alte Grammatik und viele Wörter erhalten hat, können Isländer noch das Alt-Skandinavisch verstehen, in dem ihre berühmten Sagen geschrieben sind. Die Sagen wurden um die Zeit der Ansiedlung der Insel geschrieben.

173 Bis zur Christianisierung Islands blieb viel traditioneller WikingerGlaube erhalten, dessen Reste heute noch vorhanden sind. Zum Beispiel glauben einige Isländer noch an Elfen.

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25 Italien

Abb. 182: Italiens Lage in Europa

Abb. 183: Die Flagge Italiens

175

176 Italien ist ein Land im Süden Europas. Es grenzt an F RANKRE ICH 1 , die S CHWEIZ 2 , Ö STERREICH 3 und S LOWENIEN 4 . Innerhalb Italiens liegen sogar zwei kleine Länder: S AN M ARINO 5 und VATIKANSTADT 6 . Außerdem hat es lange Küsten zum Mittelmeer und mehreren Randmeeren. Die Hauptstadt ist ROM 7 . Andere große Städte sind Mailand, Neapel und Turin. Italien ist u.a. Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 8 und der NATO und hat den Euro als Währung.

25.1 Geschichte Eroberungen des Römischen Reiches bis 133 v.Chr. bis 44 v.Chr. bis 14 n.Chr. bis 117 n.Chr. Abb. 184

1 Kapitel

20 auf Seite 139 48 auf Seite 333 3 Kapitel 40 auf Seite 259 4 Kapitel 52 auf Seite 369 5 Kapitel 46 auf Seite 321 6 Kapitel 58 auf Seite 419 7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R O M 8 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

177

Die Teilung des Reichs 395 Weströmisches Reich Oströmisches Reich

Abb. 185 Rom im Niedergang 476 Weströmisches Reich Oströmisches Reich Abb. 186

Den Anfang der Geschichte Italiens kann man mit dem Aufstieg der Stadt Rom zum Weltreich zusammenbringen. Rom, das der Sage nach im Jahr 753 v.Chr. gegründet worden ist, begann etwa im Jahr 500 v.Chr. mit der Ausbreitung über die umliegenden italischen und etruskischen Volksstämme. Bis ins zweite Jahrhundert nach Christus eroberte das Römische Reich große Teile Europas, Nordafrikas und des Nahen Ostens. Das Römische Reich übernahm dabei auch die griechische Kultur und entwickelte sie weiter; es trug wesentlich zur Entstehung der „abendländischen Kultur“ bei: lateinische Sprache als Grundlage vieler europäischer Sprachen, Kunst, Architektur, schließlich die Ausbreitung des Christentums. Nach dem Zerfall des Römischen Reiches bestand Italien lange Zeit aus vielen kleinen Ländern, die teilweise zum Kirchenstaat (siehe VATIKAN 9 ), zum Deutschen Reich (Heiliges Römisches Reich

9 Kapitel

58 auf Seite 419

178 Deutscher Nation, siehe D EUTSCHLAND 10 ), zu F RANKREICH 11 , S PANIEN 12 oder Ö STERREICH 13 gehörten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden sie zu einem Staat vereinigt, der seit 1919 das Gebiet des heutigen Italiens weitgehend unverändert umfasst. Der Diktator Benito Mussolini (1922–1944) wollte an das antike Römische Reich anknüpfen und Italien zu einem neuen Weltreich (z.B. mit Albanien, Libyen und Äthiopien) ausbauen. Während des Zweiten Weltkriegs war Italien ein Verbündeter Deutschlands. Dank der britischen und amerikanischen Truppen und mit Hilfe von Widerstandskämpfern konnte Italien schließlich die faschistische Regierung absetzen. Seit 1946 ist Italien eine Republik.

10 Kapitel

16 auf Seite 95 20 auf Seite 139 12 Kapitel 53 auf Seite 375 13 Kapitel 40 auf Seite 259 11 Kapitel

179

25.2 Landschaft und Klima

Abb. 187: Übersichtskarte Italien ist ein Land der Gegensätze. Es besteht überwiegend aus einer großen Halbinsel, die auf der Karte wie ein Stiefel aussieht, und dazu der norditalienischen Po-Ebene. Diese wird von den Alpen umgeben mit dem Mont Blanc (4.810 m), dem höchsten Berg Italiens; die Halbinsel wird durchzogen vom Gebirgszug des Appenin, dessen höchster Berg der Gran Sasso (2.912 m) ist. Durch die Lage als Halbinsel hat Italien eine lange Küstenlinie. Die größten Inseln sind Sizilien und Sardinien; dazu kommen einige Inselgruppen. In Italien kommt es immer wieder zu Erdbeben, und es gibt einige aktive Vulkane. Bekannt sind der Vesuv bei Neapel, der Ätna auf Sizilien (der größte Vulkan Europas) sowie der Stromboli auf einer Insel nördlich Siziliens.

180 Die längsten Flüsse sind Po, Etsch, Arno und Tiber. Zu den größten Seen zählen der Gardasee, der Lago Maggiore und der Comer See in Norditalien (auch Oberitalien genannt) sowie der Lago di Bolsena und der Lago Trasimeno in Mittelitalien. Im größten Teil Italiens herrscht ein mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Dies ist sehr günstig für den Weinanbau. In den Gebirgsregionen schwankt das Klima allerdings ziemlich, weswegen die Temperatur in Italien manchmal auf 0 °C sinkt und im Sommer häufig bis zu 30 °C erreicht.

25.3 Bevölkerung Italien hat etwa 60 Mio. Einwohner. Davon sind ungefähr 4 Mio. Einwanderer; die größten Gruppen bilden Rumänen (etwa 800.000), Albaner (etwa 440.000) und Marokkaner (etwa 400.000). Zwei Drittel der Bewohner leben in Städten. Die meisten Menschen sprechen I TALIENISCH 14 . In verschiedenen Regionen werden die Sprachen größerer Minderheiten als Amtssprache benutzt: D EUTSCH 15 und L ADINISCH 16 in TrentinoSüdtirol, F RANZÖSISCH 17 im Aostatal sowie S LOWENISCH 18 in den Provinzen Triest und Gorizia. Hinzu kommen eine Reihe von Sprachen kleinerer Minderheiten.

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181 Italien ist nach wie vor ein katholisch geprägtes Land. 51 Mio. Einwohner bekennen sich zum katholischen Glauben. Weitere christliche Glaubensgemeinschaften sind die Orthodoxen (über 1 Mio.), die Protestanten (über 500.000) und verschiedene andere (etwa 500.000). Unter den Nichtchristen bilden die Moslems mit mehr als 1 Mio. die größte Gemeinschaft; außerdem gibt es Buddhisten, Hindus und Juden. 4 Mio. bekennen sich zu keiner Konfession.

25.4 Staatliche Struktur

Abb. 188: Die Regionen Italiens

Italien ist eine Republik. Staatsoberhaupt ist der Staatspräsident. Das Parlament besteht aus zwei gleichberechtigten Kammern (Abgeordnetenkammer und Senat). Regierungschef ist der Ministerpräsident.

182 Das Land ist in 20 Regionen mit jeweils eigener Regierung gegliedert. Diese Regionen sind in Provinzen und diese in 8.101 Gemeinden unterteilt. Fünf Regionen haben ein Sonderstatut mit größerer Autonomie.

25.5 Sehenswürdigkeiten Millionen Touristen besuchen Italien jedes Jahr. Es ist weltweit das fünftbeliebteste Reiseziel. Berühmte Sehenswürdigkeiten sind der Canale Grande in Venedig, der schiefe Turm von Pisa und das Kolosseum in Rom. Die beliebtesten Städte sind Venedig, Rom und Florenz. Überreste des Römischen Reichs gibt es vor allem in Pompeii, Neapel, Ischia, Capri oder Baiae. Sie sind ein Touristenmagnet. Auch die Vulkane Vesuv und Ätna sind Reiseziele. Italien hat die meisten UNESCO-Welterbestätten weltweit (41 sind es). Dies sind besonders bedeutende landschaftliche oder kulturelle Stätten innerhalb eines Landes. Italien ist außerdem berühmt für seine Küche, Mode und Sportautos. Viele andere Städte und Regionen bieten ebenfalls kulturelle oder sportliche Ziele, sehenswerte Bauten oder landschaftliche Ziele; die folgende Aufstellung ist überhaupt nicht vollständig, die Reihenfolge ist ziemlich zufällig:

183

Abb. 189: Das Colosseum in Rom

Abb. 190: Der Canale Grande in Venedig

Abb. 191: San Francesco di Paola, Neapel

Abb. 193: Sardinien

Abb. 194: Dolomiten, ein Teil der Alpen

Abb. 192: Der schiefe Turm von Pisa

Abb. 195: Nationalpark Abruzzen

Abb. 196: Der Ätna auf Sizilien

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26 Kasachstan

Abb. 197: Kasachstan zwischen Europa und Asien.

Kasachstan ist ein sehr großes Land an der östlichen Grenze Europas, das überwiegend zu Asien gehört. Es grenzt an RUSS LAND 1 , C HINA 2 , K IRGISISTAN 3 , T URKMENISTAN 4 und U SBEK ISTAN 5 sowie zu einem großen Teil an das Kaspische Meer. Die Hauptstadt ist A STANA 6 . Andere große Städte sind Almaty, das früher Alma-Ata hieß, Schymkent und Qaraghandy (Karaganda). 200 Kilometer östlich des Aralsees befindet sich Baikonur, der „Weltraumbahnhof“ Russlands. Die Währung heißt Tenge. 1 Kapitel

44 auf Seite 295

2 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V O L K S R E P U B L I K %20C H I N A 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K I R G I S I S T A N 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T U R K M E N I S T A N 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U S B E K I S T A N 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A S T A N A

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Abb. 198: Die Flagge Kasachstans.

26.1 Geschichte Im 13. Jahrhundert und nochmals im 17. Jahrhundert gehörte Kasachstan zu mongolischen Reichen. Im 18. Jahrhundert drangen die Russen in die kasachische Steppe vor. In der Mitte des 19. Jahrhunderts war das ganze Kasachstan ein Teil des russischen Reiches. Nach der russischen Revolution 1917 und dem Bürgerkrieg wurde das Territorium Kasachstans mehrere Male neu gegliedert, bis 1936 die Kasachische Sozialistische Sowjetrepublik entstand. Viele Angehörige von Minderheiten (darunter auch Russlanddeutsche) wurden von Stalin nach Kasachstan zwangsumgesiedelt, nicht wenige seiner Gegner kamen in Arbeitslager. Nach dem Ende der S OWJETUNION 7 erklärte sich Kasachstan am 16. Dezember 1991 als letzte sowjetische Republik unabhängig.

7 Kapitel

45 auf Seite 305

187

26.2 Landschaft und Klima

Abb. 199: Der Kaindy-See im Südosten Kasachstans. Die langen Stöcke sind tote Fichten. Kasachstan umfasst ein Gebiet von 2,7 Millionen Quadratkilometern und ist damit das neuntgrößte Land der Welt. Ein Land, das keine Verbindung zu den Weltmeeren hat, nennt man Binnenland: Kasachstan ist das größte Binnenland der Welt. Fast die Hälfte des Landes besteht aus Wüsten. Das Klima ist kontinental: heiße Sommer und kalte Winter. Mit durchschnittlich 5 Einwohnern pro Quadratkilometer ist das Land nur dünn besiedelt, vergleichsweise hat Deutschland 231 Einwohner pro Quadratkilometer.

188

Abb. 200: Der Aralsee 1989 und 2008. Der A RALSEE 8 gehört zur Hälfte zu Kasachstan. Er war der viertgrößte Binnensee der Erde (mehr als 100-mal so groß wie der Bodensee). Weil die Zuflüsse für die Bewässerung der Landwirtschaft angezapft wurden, ohne dass die Auswirkungen auf die Umwelt beachtet wurden, trocknete der Aralsee in den letzten Jahrzehnten zunehmend aus und hat nur noch ein Viertel seiner früheren Größe.

26.3 Bevölkerung Kasachstan hat etwa 16 Mio. Einwohner. Ungefähr 54 % sind Kasachen und 30 % Russen; hinzu kommen eine Reihe von Minderheiten (u.a. Ukrainer, Deutsche, Koreaner, Usbeken, Uiguren). Amtssprache ist K ASACHISCH 9 , das von 56 % der Bevölkerung gesprochen wird. Außerdem wird RUSSISCH 10 fast überall im Alltagsleben verwendet. 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A R A L S E E 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A S A C H I S C H E %20S P R A C H E 10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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189 Der Islam ist die größte Religion in Kasachstan, dicht gefolgt vom russischen Orthodoxen Christentum.

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27 Kosovo

Abb. 201: Die Lage des Kosovo auf dem Balkan

Das Kosovo ist ein Land im westlichen Teil des Balkans. (Es ist auch üblich, „der Kosovo“ zu sagen.) Es grenzt an S ERBIEN 1 , M AZE DONIEN 2 , A LBANIEN 3 und M ONTENEGRO 4 . Als Staat wird die Republik Kosovo von den meisten Ländern der Vereinten Nationen nicht anerkannt. Dies liegt daran, dass Kosovo eine Provinz Serbiens war und sich 2008 für unabhängig erklärt hat, was von Serbien und vielen anderen Ländern nicht anerkannt wird. 1 Kapitel

49 auf Seite 343 34 auf Seite 227 3 Kapitel 8 auf Seite 45 4 Kapitel 37 auf Seite 241 2 Kapitel

191

192 Die Hauptstadt ist P RIŠTINA 5 . Die offizielle Währung ist der Euro, in serbischen Enklaven kann auch mit dem serbischen Dinar bezahlt werden.

Abb. 202: Die Flagge der Republik Kosovo

27.1 Geschichte Das Gebiet des Kosovo gehörte im Laufe der Geschichte zu verschiedenen Reichen: u.a. Römisches Reich, Bulgarien, Byzantinisches Reich, Serbien, Osmanisches Reich. Die Schlacht auf dem Amselfeld 1389 bei Priština zwischen Serben und Osmanen hat die Herrschaft des Osmanischen Reiches über Serbien eingeleitet und dient noch heute in Serbien zur Erinnerung an eigene nationale Größe. („Kosovo“ ist sowohl auf Serbisch als auch auf Albanisch eine Kurzform für „Amselfeld“.) Unter osmanischer Herrschaft wurde das Kosovo zum großen Teil von Albanern besiedelt. Nach dem Zerfall des osmanischen Reiches kam es zu Serbien und später zu J UGOSLAWIEN 6 , wo es seit 1963 Autonomie erhielt. Mit dem Zerfall Jugoslawiens seit 1990 gehörte 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P R I %01%61 T I N A 6 Kapitel 50 auf Seite 351

193 das Kosovo wieder zu Serbien, das seit 1989 die Autonomie aufhob und die Menschen- und Bürgerrechte der albanischen Bevölkerung missachtete (unter anderem durfte in den Schulen kein Albanisch mehr benutzt werden). Sowohl die Unterdrückung durch die Serben als auch der Widerstand dagegen wurden zunehmend gewaltsam, bis im Jahr 1999 die NATO den Kosovokrieg gegen Serbien führte, um vor allem die Zivilbevölkerung im Kosovo zu schützen. Als dessen Ergebnis steht das Land seit dem 10. Juni 1999 unter Verwaltung der NATO im Auftrag der Vereinten Nationen. Völkerrechtlich gehörte das Kosovo jedoch weiterhin zu Serbien. Seit 2008 prüft der Internationale Gerichtshof in einem Rechtsgutachten, ob die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo völkerrechtlich gültig ist.

27.2 Landschaft und Klima

Abb. 203: Übersichtskarte.

194 Das Gebiet des Kosovo umfasst 10.908 km2 . Es besteht aus der Tiefebene Metochien im Westen und dem höher gelegenen Amselfeld. Beide Ebenen sind durch ein Mittelgebirge getrennt; im Westen und Süden befinden sich Hochgebirge (bis zu 2.656 m hohe Berge). Durch Metochien fließt der Weiße Drin, der längste Fluss des Kosovo. Außerdem gibt es einige Seen und Stauseen. Das Land wird nach wie vor sehr stark zur Landwirtschaft genutzt. Das Klima ist gemäßigt kontinental mit starken Temperaturschwankungen: im Sommer bis zu 40 °C und im Winter unter −20 °C mit starken Schneefällen.

27.3 Bevölkerung Die Bevölkerung des Kosovo beträgt etwa 2 Mio. Einwohner; wegen der Unruhen der letzten Jahrzehnte gibt es keine gültige Statistik. Die Weltbank schätzt, dass es 88 % Albaner, 7 % Serben und 5 % andere Gruppen (darunter vor allem Türken und Bosniaken) sind. Die Serben wohnen vor allem im Norden im Grenzgebiet zu Serbien; sehr viele wurden während des Krieges vertrieben (wie zuvor Albaner von Serben). Über die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 25 Jahre, nur 6 % über 65 Jahre. Der Anteil der Landbevölkerung liegt zwischen 60 und 65 %. Schätzungsweise ein Viertel der Kosovaren lebt und arbeitet im Ausland, vor allem in Deutschland, den USA, Österreich und der Schweiz.

28 Kroatien

Abb. 204: Die Lage Kroatiens in Europa

Kroatien liegt in Südeuropa an der Ostküste der Adria. Es grenzt an S LOWENIEN 1 , U NGARN 2 , S ERBIEN 3 , B OSNIEN UND H ERZE GOWINA 4 und M ONTENEGRO 5 . Es liegt im Grenzbereich zwischen Mitteleuropa und Südosteuropa (dem Balkan).

1 Kapitel

52 auf Seite 369 57 auf Seite 411 3 Kapitel 49 auf Seite 343 4 Kapitel 13 auf Seite 75 5 Kapitel 37 auf Seite 241 2 Kapitel

195

196 Die Hauptstadt ist Z AGREB 6 . Weitere große Städte sind Split, Rijeka oder Osijek. Die Währung von Kroatien ist die Kuna. Kroatien ist Mitglied der NATO und Beitrittskandidat zur E U ROPÄISCHEN U NION 7 .

Abb. 205: Die kroatische Flagge.

28.1 Geschichte Der Name Kroatien geht auf das 6. und 7. Jahrhundert zurück, als die Kroaten als ein slawischer Stamm von den Karpaten in das heutige Kroatien kamen. Von 1102 bis 1918 bildete Kroatien ein Königreich in Personalunion mit Ungarn (mit Unterbrechungen und mit unterschiedlichem Staatsgebiet) und gehörte damit zur Verteidigung Mitteleuropas gegen das Osmanische Reich. 1918 entstand J UGOSLAWIEN 8 aus den Königreichen Serbien und Montenegro und Teilen Österreich-Ungarns; Kroatien war ein Teil Jugoslawiens. 1991 verkündete Kroatien durch Abhaltung der ersten demokratischen Wahlen im Land einseitig seine Unabhängigkeit, die von Jugoslawien nicht akzeptiert wurde. Ein Bürgerkrieg brach aus zwischen Kroatien und Serbien, das Jugoslawien unter serbischer 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /Z A G R E B 7 Kapitel 8 Kapitel

3 auf Seite 15 50 auf Seite 351

197 Führung fortsetzen wollte; 1995 wurde die Unabhängigkeit allgemein anerkannt.

28.2 Landschaft und Klima

Abb. 206: Übersichtskarte. Kroatien ist ein kleines Land mit etwa 56.500 km2 Landfläche. Dazu gehört ein Teil der PANNONISCHEN T IEFEBENE 9 , die durch das Dinarische Gebirge (einem Ausläufer der Alpen) von der Adria getrennt ist. Kroatien ist wegen seiner Landschaft berühmt. Obwohl es ein kleines Land ist, hat es Tausende von Kilometern Küstenlinie und mehr als tausend Inseln. Große Teile des Landes sind für Nationalparks und Wälder reserviert. Im Landesinneren herrscht kontinentales Klima vor: Die mittleren Temperaturen im Sommer betragen um 26 °C, im Winter um 2 °C. Der Jahresniederschlag beträgt etwa 750 Millimeter. Das Klima an der adriatischen Küste hingegen ist wesentlich feuchter mit sonnigen 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P A N N O N I S C H E %20T I E F E B E N E

198 und trockenen Sommern (um 30 °C), während die Winter regenreich und warm sind (um 10 °C). Der Jahresniederschlag ist mit etwa 3000 Millimetern im Süden und 1800 im Norden der Adriaküste erheblich höher als im Landesinneren. Ein besonderes Wetterphänomen sind die gelegentlich an der Küste auftretenden kalten und stürmischen Fallwinde Bora.

28.3 Bevölkerung Kroatien hat etwa 4,4 Mio. Einwohner. Die große Mehrheit sind Kroaten. Der Anteil der Serben ist nach dem Bürgerkrieg auf etwa 5 % gesunken, hat sich aber in den letzten Jahren wieder etwas erhöht. Daneben gibt es kleine Minderheiten u.a. von Bosniern, Italienern und Ungarn. Die Standardsprache ist Kroatisch, was eine Variante von S ER BOKROATISCH 10 ist. Daneben gibt es Minderheiten mit Serbisch (einer anderen Varianten des Serbokroatischen), I TALIENISCH 11 u.a. als Muttersprache. Die überwiegende Mehrheit der Kroaten (fast 90 %) sind Katholiken, außerdem gibt es u.a. Orthodoxe Christen und Moslems. In kultureller Hinsicht befand sich Kroatien stets an der Grenzlinie zwischen westeuropäischen und orientalischen Einflüssen.

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20S P R A C H E 11 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20I T A L I E N I S C H

199

28.4 Sehenswürdigkeiten Kroatien ist ein begehrtes Reiseland. Es bietet viel Interessantes mit seinen über 1000 Inseln, der langen Küstenlinie sowie vielen Nationalparks, Welterbestätten und historischen Städten. Die Stadt Dubrovnik im südlichen Kroatien ist eine der schönsten Städte in der Welt. Andere bei Touristen beliebte Orte sind die Halbinsel Istrien (und ihre Städte Pula und Rovinj), die Hauptstadt Zagreb und die Städte Split und Zadar.

Abb. 207: Das Stadtzentrum von Zagreb

Abb. 208: Die Altstadt von Dubrovnik

Abb. 209: Viele Strände haben eine ausgezeichnete Wasserqualität.

200

Abb. 210: Nationalpark Plitvicer Seen (UNESCOWeltnaturerbe)

29 Lettland

Abb. 211: Die Lage Lettlands in Europa.

Lettland ist das mittlere der baltischen Länder im nördlichen Osteuropa. Es grenzt im Westen an die Ostsee sowie an E STLAND 1 , die RUSSISCHE F ÖDERATION 2 , W EISSRUSSLAND (B ELARUS ) 3 und L ITAUEN 4 . Die Hauptstadt ist R IGA 5 . Die einzige weitere Großstadt ist Daugavpils. Die Währung heißt Lats. 1 Kapitel

18 auf Seite 129 44 auf Seite 295 3 Kapitel 60 auf Seite 437 4 Kapitel 31 auf Seite 211 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R I G A 2 Kapitel

201

202 Lettland ist u.a. Mitglied der NATO und (seit 2004) der E UROPÄIS CHEN U NION 6 .

Abb. 212: Die lettische Flagge.

29.1 Geschichte Seit dem 13. Jahrhundert wurde Lettland nacheinander durch den Deutschen Ordensstaat, Schweden, Polen und Russland beherrscht. Bis in das 19. Jahrhundert hinein lebten die Letten auf dem Land zumeist als Bauernvolk unter der Herrschaft der deutsch-baltischen Rittergutsbesitzer; in den Städten dominierten die Deutschen. Danach wollte das russische Reich mit der gezielten Ansiedlung russischer Bauern und der Unterdrückung der deutschen Oberschicht das Land russifizieren. 7 Von 1918 bis 1940 war Lettland unabhängig, bis die S OWJETU NION 8 das Land im Rahmen des Hitler-Stalin-Paktes übernahm und die Russifizierung fortsetzte, sodass sich durch gezielte Ansiedlung 6 Kapitel

3 auf Seite 15 versteht man eine Politik, die den Einfluss der russischen Sprache und der russischen Kultur verstärken und andere Kulturen zurückdrängen will. Mehr dazu siehe unter RUSSIFIZIERUNG ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I F I Z I E R U N G } . 8 Kapitel 45 auf Seite 305 7 Darunter

203 nichtlettischer Einwohner, vor allem von Russen, die Zusammensetzung der Bevölkerung wesentlich zu Ungunsten der einheimischen lettischen Bevölkerung veränderte. 1991 gewann Lettland seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. 2004 wurde es Mitglied in der Europäischen Union.

29.2 Landschaft und Klima

Abb. 213: Übersichtskarte Lettland umfasst ein Gebiet von ungefähr 63.700 km2 . Wälder bedecken 47 Prozent des Landes. Die Wälder sind im Norden am dichtesten. Die Wälder, Wiesen und Sümpfe begünstigen eine große Artenvielfalt von Tieren, z.B. Rehe, Wildschweine, Wölfe, Luchse, Biber und Otter. Die Sommer sind warm und das Wetter im Frühling und Herbst ziemlich mild, die Winter jedoch können wegen der nördlichen Lage extrem kalt sein. Niederschlag ist im gesamten Jahr üblich, mit schweren Regenfällen im Monat August. Während Perioden strengen Winterwetters herrscht ein kalter Wind vom russischen Binnenland her, und starke Schneefälle sind üblich.

204

29.3 Bevölkerung

Abb. 214: Die Brücke von Riga.

Abb. 215: Das Schwarzhäupterhaus mit dem Roland in Riga

Lettland hat ungefähr 2,3 Millionen Einwohner. Letten bilden etwa 58 % der Bevölkerung. Russen sind mit 30 % die größte Minderheit. Weitere Minderheiten sind Weißrussen, Ukrainer, Polen und Litauer. Amtssprache ist L ETTISCH 9 . Die Minderheiten sprechen häufig auch ihre eigenen Muttersprachen; vor allem RUSSISCH 10 ist auch im Alltag weit verbreitet. 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L E T T I S C H E %20S P R A C H E 10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20R U S S I S C H

205 Etwa die Hälfte der Letten ist heute konfessionslos; Religion spielt nur noch für einen Teil der Bevölkerung eine Rolle. Im westlichen und im zentralen Teil Lettlands ist die evangelisch-lutherische Kirche die wichtigste Konfession, im östlichen Teil die römischkatholische.

206

30 Liechtenstein

Abb. 216: Die Lage Liechtensteins in Europa.

Das Fürstentum Liechtenstein ist das viertkleinste Land Europas, nach VATIKANSTADT 1 , M ONACO 2 und S AN M ARINO 3 . Es liegt in Mitteleuropa und hat Grenzen mit Ö STERREICH 4 und der S CHWEIZ 5 . Die Hauptstadt ist VADUZ 6 ; es wird nicht als „Stadt“, sondern als „Hauptort“ bezeichnet. Die meisten Einwohner hat der Ort Schaan. Die Währung ist der Schweizer Franken. Liechtenstein ist Mitglied der Vereinten Nationen. Es ist neutral und hat keine Armee.

1 Kapitel

58 auf Seite 419 36 auf Seite 237 3 Kapitel 46 auf Seite 321 4 Kapitel 40 auf Seite 259 5 Kapitel 48 auf Seite 333 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V A D U Z 2 Kapitel

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208

Abb. 217: Die Flagge Liechtensteins.

30.1 Geschichte Das Fürstentum ist hervorgegangen aus Besitzungen der österreichischen Fürstenfamilie Liechtenstein, die umfangreiche Gebiete in Böhmen, Mähren und Schlesien besaß. Nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806 wurde es ein unabhängiger Staat. Bis zum Ersten Weltkrieg war Liechtenstein über ein Zweckbündnis stark mit Österreich-Ungarn verbunden. Nach dessen Auflösung und Aufteilung orientierte sich Liechtenstein stärker an der Schweiz. Es übernahm den Schweizer Franken als Währung und ging 1923 mit der Schweiz eine Zollunion ein. Wirtschaftliche Bedeutung hat Liechtenstein für Banken erworben. Durch äußerst niedrige Steuern und großzügige Regeln zur Geheimhaltung von Banken ist es sehr attraktiv für „Steuerflüchtlinge“ und gilt als Steueroase. 7

7 Steueroasen

sind Staaten mit besonders niedrigen Steuern.

209

30.2 Landschaft und Klima

Abb. 218: Übersichtskarte. Das Land bedeckt eine Fläche von 160 km2 und liegt im Rheintal in den europäischen Alpen. Die komplette Westgrenze Liechtensteins wird durch den Fluss gebildet. Der höchste Punkt ist der Grauspitz (2.599 m hoch). Im Winter sind die Berghänge für den Wintersport gut geeignet. Das Klima ist trotz der Lage im Gebirge relativ mild. Im Winter sinkt das Thermometer selten unter –15 °C, im Sommer schwanken die mittleren Temperaturen zwischen 20 und 28 °C. Starken Einfluss hat der Föhn (ein warmer, trockener Fallwind), wodurch die Vegetationszeit im Frühling und im Herbst verlängert wird.

210

30.3 Bevölkerung Liechtenstein hat etwa 35.000 Einwohner. Etwa zwei Drittel der Einwohner sind gebürtige Liechtensteiner, ein Fünftel kommt aus dem übrigen deutschen Sprachraum. Die Amtssprache und Standardsprache ist D EUTSCH 8 . Gesprochen werden viele alemannische Dialekte, die sich teilweise von Gemeinde zu Gemeinde unterscheiden. Liechtenstein ist ein christlich geprägtes Land: Etwa drei Viertel der Bewohner sind römisch-katholisch und 7 % evangelisch. Dazu kommen etwa 4 % Moslems.

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31 Litauen

Abb. 219: Die Karte zeigt die Lage Litauens in Europa.

Litauen ist das südlichste der baltischen Länder im nördlichen Osteuropa. Es grenzt im Westen an die Ostsee sowie an L ETTLAND 1 , W EISSRUSSLAND 2 , P OLEN 3 und an das RUSSISCHE G EBIET UM K ALININGRAD 4 . Die Hauptstadt ist V ILNIUS 5 . Andere große Städte sind Kaunas und Klaip˙eda. Die Währung heißt Litas. 1 Kapitel

29 auf Seite 201 60 auf Seite 437 3 Kapitel 41 auf Seite 269 4 Kapitel 44 auf Seite 295 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V I L N I U S 2 Kapitel

211

212 Litauen ist u.a. Mitglied der NATO und (seit 2004) der E UROPÄIS CHEN U NION 6 .

Abb. 220: Die Flagge von Litauen

31.1 Geschichte Litauen wird erstmals 1009 in den Quedlinburger Annalen erwähnt als ein Volk, das zum Christentum bekehrt werden soll.

Abb. 221: Polen-Litauen im 17. und 18. Jahrhundert

6 Kapitel

3 auf Seite 15

213 Die Geschichte Litauens ist eng verbunden mit der Geschichte Russlands, Deutschlands und vor allem Polens. Die baltischen Litauer widersetzten sich im 13. Jahrhundert erfolgreich dem Deutschen Ritterorden und gingen ab 1385 als Großmacht, die große Teile Osteuropas von Ostsee bis ans Schwarze Meer beherrschte, eine Personalunion mit Polen ein. Die Union mit Polen hatte Bestand bis 1793; der litauische Anteil wird dabei oft vernachlässigt. 1795 mit der dritten polnischen Teilung kam Litauen zum russischen Reich, das mit der gezielten Ansiedlung russischer Bauern und der Unterdrückung der litauischen Kultur das Land russifizieren wollte.7 Von 1918 bis 1940 war Litauen unabhängig, wobei der Teil um die heutige Hauptstadt Vilnius 1920 von Polen besetzt worden war. Im Zweiten Weltkrieg besetzte zunächst Deutschland und später die S OWJETUNION 8 das Land und setzte die Russifizierung fort, sodass durch gezielte Ansiedlung nichtlitauischer Einwohner, vor allem von Russen, die Zusammensetzung der Bevölkerung wesentlich zu Ungunsten der einheimischen Bevölkerung verändert wurde. 1990 gewann Litauen als erste Sowjetrepublik seine Unabhängigkeit von der Sowjetunion. 2004 wurde es Mitglied in der Europäischen Union.

7 Darunter

versteht man eine Politik, die den Einfluss der russischen Sprache und der russischen Kultur verstärken und andere Kulturen zurückdrängen will. Mehr dazu siehe unter RUSSIFIZIERUNG ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I F I Z I E R U N G } . 8 Kapitel 45 auf Seite 305

214

31.2 Landschaft und Klima

Abb. 222: Übersichtskarte Litauen ist in Nordeuropa gelegen. Es hat eine sandige Küstenlinie mit großen Dünen, von denen einige der offenen Ostsee gegenüberstehen. Es gibt keine Berge in Litauen, nur Hügel, die nicht höher das 300 Meter sind. Jedoch gibt es viele Seen und Feuchtgebiete. Der Hauptfluss ist der Neman (Nemunas). Grüne Wälder bedecken ungefähr 30% des Landes.

Abb. 223: Der Fluss Neman in der Nähe von Alytus, Litauen

215 Das Klima ist nass und gemäßigt, obwohl es manchmal Wetterschwankungen von –25 °C im Winter bis 38 °C im Sommer gibt. Gemäß einer geografischen Berechnungsmethode liegt Litauens Hauptstadt Vilnius nur einige Kilometer südlich vom geografischen Zentrum Europas.

31.3 Bevölkerung Es gibt etwa 3,4 Millionen Litauer, wovon 84,6 % Litauer sind, die die Amtssprache L ITAUISCH 9 sprechen. Es gibt auch einige Minderheiten in Litauen, vor allem Polen (6,3 %), Russen (5,1 %) und Weißrussen (1,1 %). Etwa 80 % der Litauer gehören zur römisch-katholischen Kirche, Minderheiten zur russisch-orthodoxen und zur evangelischlutherischen Kirche. 10 % der Bevölkerung sehen sich als nicht gläubig.

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32 Luxemburg

Abb. 224: Die Lage Luxemburgs in Europa (im roten Kreis)

Das Großherzogtum Luxemburg ist ein kleines Land im westlichen Mitteleuropa. Es hat Grenzen zu B ELGIEN 1 , D EUTSCHLAND 2 und F RANKREICH 3 . Die Hauptstadt heißt ebenfalls L UXEMBURG 4 . Seine Währung ist der Euro. Das Land ist u.a. Gründungsmitglied der E UROPÄISCHEN G EMEIN SCHAFT 5 . 1 Kapitel

12 auf Seite 67 16 auf Seite 95 3 Kapitel 20 auf Seite 139 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L U X E M B U R G %20%28S T A D T %29 5 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

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Abb. 225: Die Flagge Luxemburgs

32.1 Geschichte Seit 963 gibt es die Grafschaft Luxemburg als Teil des ostfränkischen Reiches (später des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation). Im Laufe der Zeit wurde es ein Herzogtum und gehörte abwechselnd den Burgundern und den Habsburgern (Österreich, Spanien) oder wurde von Frankreich erobert. Nach der Niederlage Napoleons hat Luxemburg durch die Beschlüsse des Wiener Kongresses 1815 eine komplizierte Struktur: Es gehört zum Deutschen Bund und ist gleichzeitig Privateigentum des niederländischen Königs. Im 19. Jahrhundert ändern sich wiederholt die Grenzen, bis 1890 das jetzige Großherzogtum Luxemburg mit eigenem Adelsgeschlecht entsteht. Siehe dazu eine Karte mit Erläuterungen im Kapitel über die N IEDERLANDE 6 . Sowohl im Ersten Weltkrieg als auch im Zweiten Weltkrieg verletzen die deutschen Truppen die Neutralität und besetzen Luxemburg, um Frankreich anzugreifen.

6 Kapitel

38 auf Seite 245

219 Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört Luxemburg zu den stärksten Verfechtern der Zusammenarbeit in Europa. Nacheinander kommt es zur Zoll- und Wirtschaftsunion mit Belgien und den Niederlanden („Beneluxländer“) und zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften.

32.2 Landschaft und Klima

Abb. 226: Übersichtskarte Das Land ist mit nur 2.586 km2 eines der kleinsten Länder in der Welt. Der Norden ist ein Teil der Ardennen, eines (niedrigen) Mittelgebirges; der höchste Berg ist der Kneiff mit 560 Metern. Der Süden wird geprägt durch das fruchtbare Gutland mit mehreren Flüssen, unter anderem der Mosel als Grenzfluss zu Deutschland. Das Klima ist gemäßigt westeuropäisch mit milden Wintern und angenehmen Sommern. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt

220 knapp 800 mm. Die Temperaturen liegen im Januar bei durchschnittlich −2 °C und im Sommer bei 15–25 °C. Im Norden des Landes ist es meist etwas kühler, und es kommt häufiger zu Niederschlägen.

32.3 Bevölkerung Luxemburg hat etwa 500.000 Einwohner (im Vergleich: Deutschland 82 Mio. Einwohner). Fast die Hälfte sind ausländische Staatsbürger, darunter vor allem Portugiesen (37 % der Ausländer). Zusätzlich arbeiten in Luxemburg etwa 140.000 Bewohner der umliegenden Regionen. Die Luxemburger haben als eigene Sprache das L UXEMBUR GISCHE 7 („Lëtzebuergesch“), eine deutsche Mundart mit mehr französischen Lehnwörtern als Standarddeutsch. Außerdem sind D EUTSCH 8 und F RANZÖSISCH 9 Amtssprachen; alle drei Sprachen werden in den Schulen, im Alltag, bei Behörden und im Wirtschaftsleben benutzt. Die Religionszugehörigkeit ist laut Gesetz eine reine Privatsache, sodass es keine Zahlen gibt. Es wird angenommen, dass die Mehrheit Katholiken sind und die anderen Nichtreligiöse, Protestanten, Juden und Muslime.

7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L U X E M B U R G I S C H E %20S P R A C H E 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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221

32.4 Sehenswürdigkeiten

Abb. 227: Der Bockfelsen in der Stadt Luxemburg.

Vor allem die Stadt Luxemburg bietet für Ausflüge, aber auch für Geschäftstreffen viele Ziele. Aber auch die ländlichen Gebiete haben landschaftliche Schönheiten. Viele Hinweise stehen in Wikipedia beim P ORTAL :L UXEMBURG 10 unter „Sehenswürdigkeiten“.

10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P O R T A L %3AL U X E M B U R G

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33 Malta und Gozo

Abb. 228: Die Lage Maltas zwischen Europa und Afrika.

Malta ist ein kleiner Inselstaat im südlichen Europa. Es besteht aus den größeren Inseln Malta und Gozo sowie ein paar weiteren Inseln. Als Inselstaat hat es keine direkten Nachbarn; es liegt knapp 100 km südlich von I TALIEN 1 (Sizilien). Die Hauptstadt ist VALLETTA 2 . Malta ist seit 2004 Mitglied der E U ROPÄISCHEN U NION 3 ; seine Währung ist der Euro.

1 Kapitel

25 auf Seite 175

2 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V A L L E T T A 3 Kapitel

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224

Abb. 229: Die Flagge Maltas.

33.1 Geschichte Wegen seiner Lage zwischen den Kontinenten war Malta immer wieder Ziel von Eroberern und stand unter dem Einfluss vieler Kulturen. Seit 1530 gehörten die Inseln dem Malteserorden, der sie gegen das Osmanische Reich verteidigte. Aber 1798 musste er sie Napoleons Truppen überlassen. 1800 besetzten die Briten die Inseln, führten sie als Kolonialgebiet und beeinflussten damit die maltesische Kultur wesentlich. 1964 gewann Malta die Unabhängigkeit.

Abb. 230: Übersichtskarte

225

33.2 Landschaft und Klima Malta ist eine Inselgruppe im Mittelmeer; die Landfläche beträgt 316 km2 . Die drei größten Inseln sind Malta (246 km2 ), Gozo (67 km2 ) und Comino (3 km2 ). Während Malta eher kahl ist mit wenig Vegetation, ist Gozo die grüne Insel. Das Klima mit milden, regnerischen Wintern und heißen, trockenen Sommern ist typisch für das Mittelmeer. Es gibt nur zwei Jahreszeiten, die die Inseln besonders während der trockeneren Monate für Touristen attraktiv machen: Frühling und Herbst. Jedoch können starke Winde auf Malta die gefühlte Kälte während des Frühjahres verstärken.

Abb. 231: Valletta (mit der Kuppel der Karmeliterkirche)

Abb. 232: Ramla Strand

226

33.3 Bevölkerung Malta hat etwa 410.000 Einwohner. Angesichts der geringen Größe hat Malta damit die vierthöchste Bevölkerungsdichte in der Welt. 92 % leben in Städten. Rund 4 % sind nicht maltesischer Nationalität, davon etwa die Hälfte Briten. Sehr viele Malteser arbeiten im Ausland und kehren als Rentner auf die Inseln zurück. Hauptsprache ist M ALTESISCH 4 , das sich aus einem arabischen Dialekt entwickelt hat, aber viele Begriffe aus dem Italienischen, Spanischen, Französischen und Englischen übernommen hat und mit dem lateinischen Alphabet geschrieben wird. Zweite Amtssprache ist E NGLISCH 5 , das nach der langen Kolonialzeit allgemein verstanden und gesprochen wird. Auch I TALIENISCH 6 ist noch weit verbreitet. Die große Mehrheit der Bevölkerung ist römisch-katholisch; der Katholizismus ist Staatsreligion. Daneben gibt es nur wenige Protestanten, Orthodoxe, Juden und Muslime.

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34 Mazedonien

Abb. 233: Die Lage Mazedoniens in Europa.

Mazedonien (auch Makedonien genannt) ist ein kleines Land im südlichen Osteuropa auf der Balkanhalbinsel. Seine Nachbarländer sind A LBANIEN 1 , KOSOVO 2 , S ERBIEN 3 , B ULGARIEN 4 und G RIECHENLAND 5 . Die Hauptstadt ist S KOPJE 6 . Andere große Städte sind Bitola und Kumanovo. Die Währung ist der mazedonische Denar. International wird das Land bezeichnet als ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, weil Griechenland selbst eine Provinz Makedonien hat und Gebietsansprüche befürchtet. Es ist ein EU 7 Beitrittskandidat. 1 Kapitel

8 auf Seite 45 27 auf Seite 191 3 Kapitel 49 auf Seite 343 4 Kapitel 14 auf Seite 83 5 Kapitel 22 auf Seite 155 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S K O P J E 7 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

227

228

Abb. 234: Die Flagge Mazedoniens.

34.1 Geschichte In der Antike lag Mazedonien im Grenzbereich von Griechen und Illyrern. Beispielsweise war es umstritten, ob König Philipp II., der Vater Alexanders des Großen, als Grieche oder als „Barbar“ anzusehen sei. Wie alle Balkanländer gehörte das Land im Laufe der Jahrhunderte zum Römischen Reich, zum Byzantinischen Reich und später zum Osmanischen Reich. 1912 wurde die Region Mazedonien zwischen Griechenland, Serbien und Bulgarien aufgeteilt. Der serbische Teil wurde später auch Teil J UGOSLAWIEN 8 s. 1991 wurde Mazedonien von Jugoslawien unabhängig.

8 Kapitel

50 auf Seite 351

229

Abb. 235: Übersichtskarte

34.2 Landschaft und Klima Mazedonien hat eine Fläche von 25.713 km2 . Es ist ein gebirgiges Land mit vielen Seen und Tälern. Der höchste Berg ist Golem Korab mit 2.764 Metern. Der See Ohrid (siehe das Bild unten) ist der größte See des Landes und der tiefste See auf der Balkanhalbinsel. Der wichtigste Fluss ist der Vardar, der das Land der Länge nach durchfließt und über Griechenland in die Ägäis mündet. Das Klima ist im gebirgigen Landesinneren relativ rau. Das Land liegt im Übergangsgebiet zwischen dem mediterranen und dem kontinentalen Klima.

230

Abb. 236: Kirche St. John am Kaneo (See Ohrid).

34.3 Bevölkerung Mazedonien hat etwa 2 Mio. Einwohner. Die Mehrheit im Land sind Mazedonier, aber es gibt eine große Minderheit von Albanern sowie kleinere Minderheiten von Türken, Roma und Serben. Die Sprache ist M AZEDONISCH 9 , das sehr nah mit Bulgarisch verwandt ist. Die Minderheiten – vor allem die Albaner – sprechen teilweise ihre eigenen Sprachen Albanisch, Türkisch, Romani und Serbisch. Nach der Volkszählung 2004 ist fast die Hälfte der Einwohner (45 %) nichtreligiös. Von den übrigen sind der größte Teil (32,4 %) orthodoxe Christen, außerdem gibt es sehr viele (16,9 %) Moslems.

9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M A Z E D O N I S C H E %20S P R A C H E

35 Moldawien

Abb. 237: Die Lage Moldawiens zwischen Rumänien und Ukraine.

Moldawien oder Moldau ist ein kleineres Land im Süden Osteuropas. Es liegt zwischen RUMÄNIEN 1 und der U KRAINE 2 . ˘ 3 (deutsch auch Kischinau genannt). Die Hauptstadt ist C HIS, INAU Andere wichtige Städte sind Tiraspol oder B˘al¸ti. Die Währung ist der Moldauische Leu.

Moldawien ist mit der E UROPÄISCHEN U NION 4 durch die „Östliche Partnerschaft“ verbunden.

1 Kapitel

43 auf Seite 287 56 auf Seite 403 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /C H I %02%19 I N %01%03 U 4 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

231

232

Abb. 238: Die Flagge Moldawiens.

35.1 Geschichte Das Gebiet Moldawiens wird wie Rumänien während der Völkerwanderung von germanischen und slawischen Stämmen sowie Magyaren (Ungarn) und Hunnen besiedelt. Wie sich aus den verschiedenen Völkern das rumänische Volk entwickelt hat, ist unter Historikern umstritten; die rumänische Sprache hat sich ebenso wie andere romanische Sprachen (Italienisch, Spanisch, Französisch) aus dem Lateinischen entwickelt. Seit dem Mittelalter gibt es ein rumänisches Fürstentum Moldau. Dies steht unter Einfluss des Osmanischen Reiches; später nimmt auch das Russische Reich Einfluss. Die östliche Hälfte des Fürstentums Moldau gehört ab 1878 als Bessarabien zum Russischen Reich. Nach der russischen Revolution 1917 und der Gründung der S OWJETUNION 5 sowie im Zweiten Weltkrieg ändern sich die Grenzen zwischen Rumänien, Bessarabien und der Ukraine mehrfach. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Fluss Pruth zur Grenze zwischen Rumänien und der Sowjetunion. Aus Bessarabien wird endgültig die „Moldauische Sozialistische Sowjetrepublik“ als Teil der Sowjetunion. 5 Kapitel

45 auf Seite 305

233 1991 wird Moldawien eine unabhängige Republik und Rumänisch zur Amtssprache erklärt (1994 umbenannt in Moldauisch). Seitdem gibt es immer wieder Verhandlungen über eine Wiedervereinigung mit Rumänien, die aber wegen einer starken russischen Minderheit nicht zustandekommt. Vor allem im Gebiet östlich des Flusses Dnestr („Transnistrien“) gibt es Bestrebungen für einen eigenen Staat, in dem zurzeit russische Armeeeinheiten stationiert sind.

Abb. 239: Übersichtskarte.

35.2 Landschaft und Klima Moldawien ist mit 33.843 km2 eher klein. Es befindet sich weitgehend zwischen den Flüssen Pruth, einem Nebenfluss der Donau, und Dnestr, der in das Schwarze Meer fließt. Die Landschaft ist flachwellig (30 bis 429 m) und überwiegend fruchtbar. Der zentrale Teil hat viele Eichen- und Buchenwälder. Im Norden ziehen sich

234 hügelige Ebenen mit lichten Eichenwäldern und Baumsteppen. Die höchste Erhebung ist der Dealul B˘al˘anes, ti. Das warme, trockene Klima ermöglicht Wein- und Obstbau in großem Maßstab.

35.3 Bevölkerung Moldawien hat etwa 3,3 Mio. Einwohner und damit eine durchschnittliche Bevölkerungsdichte von 98 Einwohner pro km2 . Die größte Gruppe sind rumänische Moldauer (etwa 65 %). Fast gleichgroß sind die Anteile der Ukrainer (14 %) und der Russen (13 %). In Transnistrien sind Moldauer, Ukrainer und Russen etwa gleichstark vertreten. Hinzu kommen Minderheiten u.a. von Gagausen, Bulgaren und Juden. Die Amtssprache wird als M OLDAUISCH 6 bezeichnet, unterscheidet sich aber nur wenig von RUMÄNISCH 7 . Verbreitet wird auch RUSSISCH 8 verstanden; regional sind Russisch, U KRAINISCH 9 und G AGAUSISCH 10 als Amtssprachen anerkannt. Die am stärksten vertretenen Religionsgemeinschaften sind verschiedene orthodoxe Kirchen. Zu den Minderheiten gehören die Römisch-Katholische Kirche, Juden, die Zeugen Jehovas und Muslime. Während der Zugehörigkeit zur Sowjetunion haben sich Glauben und religiöse Riten vor allem auf dem Lande erhalten.

6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M O L D A U I S C H E %20S P R A C H E 7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U M %E4 N I S C H E %20S P R A C H E 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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235

35.4 Sehenswürdigkeiten Vor allem Kirchen und Klöster, die teilweise wie Burgen gebaut sind, sind sehenswerte Reiseziele.

236

36 Monaco

Abb. 240: Die Lage Monacos im Süden Europas.

Das Fürstentum Monaco ist ein Stadtstaat in Südeuropa am Mittelmeer und von F RANKREICH 1 umgeben. Da Monaco ein Stadtstaat ist, hat es keine Hauptstadt. Monte Carlo ist nur ein Stadtteil von Monaco. Monaco gehört durch Zoll- und Währungsabkommen mit Frankreich auch zur E UROPÄISCHEN U NION 2 und hat als Währung den Euro.

1 Kapitel 2 Kapitel

20 auf Seite 139 3 auf Seite 15

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238

Abb. 241: Die Flagge Monacos.

36.1 Geschichte Monaco gehört (mit Unterbrechungen) seit 1297 der Familie Grimaldi. Die Selbständigkeit des Staates wurde 1861 von Frankreich anerkannt. Durch mehrere Verträge (1918, 2005) ist Frankreich für die Verteidigung von Monacos Unabhängigkeit zuständig. Heute ist Monaco vor allem bei den Reichen der Welt als Wohnsitz begehrt, da der Stadtstaat keine Einkommensteuer verlangt und im Ausland begangene Finanzvergehen nicht verfolgt.

239

Abb. 242: Fontvieille, Monaco

36.2 Landschaft und Klima Monaco hat ein Gesamtgebiet von 1,95 Quadratkilometern und ist damit das kleinste FRANZÖSISCH 3 sprachige Land der Welt. Es ist für seine schöne, hügelige, raue und felsige natürliche Landschaft und sein mittelmeerisches Sonnenklima mit milden, nassen Wintern und heißen, trockenen Sommern bekannt.

36.3 Bevölkerung Monaco hat etwa 33.000 Einwohner und ist damit der Staat mit der größten Bevölkerungsdichte. Die einheimischen Bewohner, die Monegassen genannt werden, machen aber nur einen kleinen Anteil aus. Der größte Anteil sind Franzosen (47 %), gefolgt von Monegassen und Italienern (jeweils etwa 16 %).

3 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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240 F RANZÖSISCH 4 ist die einzige Amtssprache. Monegassisch, das mit einem italienischen Dialekt (dem Ligurischen) verwandt ist, ist Pflichtfach in der Schule und wird ebenso gesprochen wie I TAL IENISCH 5 und E NGLISCH 6 . Die römisch-katholische Kirche, zu der etwa 90 % der Bevölkerung gehören, ist Staatskirche. Daneben gibt es Minderheiten von Protestanten, Orthodoxen und Juden.

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37 Montenegro

Abb. 243: Die Lage Montenegros in Europa.

Montenegro ist ein kleines Land im südöstlichen Europa. Es liegt an der Adria und hat Grenzen zu K ROATIEN 1 , B OSNIEN UND H ERZE GOWINA 2 , S ERBIEN 3 , KOSOVO 4 und A LBANIEN 5 . Die Hauptstadt ist P ODGORICA 6 . Als Währung wird der Euro benutzt. 1 Kapitel

28 auf Seite 195 13 auf Seite 75 3 Kapitel 49 auf Seite 343 4 Kapitel 27 auf Seite 191 5 Kapitel 8 auf Seite 45 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P O D G O R I C A 2 Kapitel

241

242 Montenegro bemüht sich um Mitgliedschaft in der NATO und der E UROPÄISCHEN U NION 7 .

Abb. 244: Die Flagge Montenegros.

37.1 Geschichte Das Gebiet Montenegros gehörte (wie die anderen kleineren Länder auf dem Balkan) nacheinander zum Römischen Reich, zum Byzantinischen Reich, zu Bulgarien, zum Osmanischen Reich oder zu Österreich-Ungarn. Es war nur selten selbständig. Die Unabhängigkeit Montenegros vom Osmanischen Reich wurde 1878 formell anerkannt. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Land Bestandteil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen und damit von J UGOSLAWIEN 8 . Als ab 1990 Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina von Jugoslawien unabhängig wurden, blieb Montenegro als einzige Teilrepublik neben Serbien bei Jugoslawien, seit 2002 als Staatenbund „Serbien und Montenegro“. Nach einer Volksabstimmung 2006 trat Montenegro aus diesem Staatenbund aus und ist seitdem ein unabhängiger Staat. 7 Kapitel 8 Kapitel

3 auf Seite 15 50 auf Seite 351

243

Abb. 245: Zwei Inseln vor der „Perast“.

37.2 Landschaft und Klima Montenegro ist mit einer Fläche von 13.812 km2 eines der kleineren Länder Europas. Es besteht (von Südwest nach Nordost) vor allem aus drei Bereichen: der Steilküste am Mittelmeer (Adria) mit Buchten, dann dem kargen und wasserlosen Hochplateau mit dem höchsten Küstengebirge und wenig landwirtschaftlich nutzbaren Boden, schließlich dem Hochgebirgsland mit den höchsten Erhebungen Montenegros (Zla Kolata mit 2.534 m sowie das Durmitor-Massiv mit bis zu 2.522 m). Das Klima schwankt (wie im Großteil des Balkans) zwischen mediterranem Klima an der Küste und gemäßigtem kontinentalen Klima, das durch heiße Sommer und kalte, schneereiche Winter gekennzeichnet ist.

244

Abb. 246: Montenegrinische Kathedrale.

37.3 Bevölkerung Montenegro hat weniger als 700.000 Einwohner. Der größte Teil (43 %) bezeichnet sich als Montenegriner, 32 % als Serben, 8 % als Bosniaken, 5 % als Albaner und 4 % als slawische Muslime. Ob die Montenegriner ein eigenes Volk oder ein Teil des serbischen Volkes sind, ist in der Bevölkerung selbst umstritten. Die Amtssprachen sind Montenegrinisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch (was alles Varianten von S ERBOKROATISCH 9 sind) und A LBANISCH 10 . Geschrieben wird sowohl mit dem lateinischen als auch dem kyrillischen Alphabet. Die meisten Montenegriner (75 %) sind orthodoxe Christen. Daneben gibt es Minderheiten von Muslimen (12 %) und Katholiken.

9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B O K R O A T I S C H E %

20S P R A C H E 10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A L B A N I S C H E %20S P R A C H E

38 Niederlande

Abb. 247: Die Lage der Niederlande in Europa.

Die Niederlande (Plural) sind ein Land im Nordwesten Mitteleuropas. Es grenzt zum einen an die Nordsee, zum anderen im Osten an D EUTSCHLAND 1 und im Süden an B ELGIEN 2 . Holland ist eigentlich nur eine Bezeichnung für zwei Provinzen der Niederlande, wird aber auch von den Niederländern selbst (beispielsweise im Fußball) als Begriff für das ganze Land verwendet.

1 Kapitel 2 Kapitel

16 auf Seite 95 12 auf Seite 67

245

246 Die Hauptstadt ist A MSTERDAM 3 , aber Regierungssitz ist D EN H AAG 4 . Andere große Städte sind Rotterdam, Utrecht und Eindhoven. Die Währung ist der Euro. Die Niederlande sind u.a. Gründungsmitglied der E UROPÄISCHEN U NION 5 . Zum Königreich der Niederlande gehören zusätzlich die Niederländischen Antillen und die Insel Aruba in der Karibik, die sich mit eigenem Parlament und Regierung selbst verwalten (autonom sind).

Abb. 248: Die Flagge der Niederlande.

38.1 Geschichte Als „Niederlande“ bezeichnete man ursprünglich die Länder, die die Habsburger am Unterlauf des Rheins besaßen. Der südliche Teil der Niederlande gehörte den deutschen (österreichischen) Habsburgern, der nördliche den spanischen Habsburgern. Die nördlichen Provinzen (ungefähr das Gebiet der heutigen Niederlande) erklärten sich 1581 für unabhängig; mit dem Westfälischen Frieden 1648 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A M S T E R D A M 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /D E N %20H A A G 5 Kapitel

3 auf Seite 15

247 wurde die Unabhängigkeit der Republik der Vereinigten Niederlande bestätigt. In der Folgezeit wurden die Niederlande eine der großen Seemächte mit vielen Kolonien, darunter dem heutigen Indonesien, Suriname oder der Gründung von Neu Amsterdam, das später in New York umbenannt wurde. Als Reste des Kolonialreichs sind die Niederländischen Antillen und Aruba in der Karibik autonome Bestandteile des Königreichs. Nach der französischen Revolution wurden die Niederlande von Napoleon Bonaparte besetzt und später Frankreich einverleibt. Niederlande, Belgien, Luxemburg Nach dem Sieg über Napoleon wurden die Republik der Niederlande, die südlichen Niederlande und das Großherzogtum Luxemburg als Vereinigtes Königreich der Niederlande zusammengeschlossen. 1830 erklärte sich Belgien für unabhängig (1839 anerkannt); ab 1891 wurde auch Luxemburg selbständig. Die Aufteilung der Vereinigten Niederlande

Abb. 249

1. Das Königreich der Niederlande (ab 1830) 2. Limburg (1830 überwiegend zu Belgien, ab 1839 Teil der Niederlande; bis 1866 auch Mitglied im Deutschen Bund) 3. Das Königreich Belgien (ab 1830) 4. Waals-Luxemburg (der wallonische Teil Luxemburgs, ab 1839 Teil Belgiens) 5. Das Großherzogtum Luxemburg

248 Das 20. Jahrhundert Im Ersten Weltkrieg waren die Niederlande neutral; nach dessen Ende gewährten sie dem bisherigen Deutschen Kaiser Wilhelm II. Exil. Im Zweiten Weltkrieg fiel Deutschland in die Niederlande ein und hielt es bis April 1945 besetzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg gehören die Niederlande zu den stärksten Verfechtern der Zusammenarbeit in Europa. Nacheinander kommt es zur Zoll- und Wirtschaftsunion mit Belgien und Luxemburg („Beneluxländer“) und zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften.

Abb. 250: Übersichtskarte.

249

38.2 Landschaft und Klima Die Niederlande umfassen 41.528 km2 Gesamtfläche. Ungefähr die Hälfte des Landes liegt weniger als einen Meter über, rund ein Viertel des Landes unterhalb des Meeresspiegels. Große Teile dieser Gebiete wurden dem Meer durch Eindeichungen abgerungen und trockengelegt. Die Niederlande sind insgesamt ein flaches Land ohne nennenswerte Erhebungen. Die höchste davon beträgt 322 Meter. Das Land ist von vielen schiffbaren Kanälen durchzogen und hat viele Seen. Die Flüsse Rhein, Maas und Schelde münden in den Niederlanden in die Nordsee und bilden dabei ein großes gemeinsames Delta. Die Hauptwindrichtung ist Südwest; daraus folgt ein gemäßigtes Klima mit kühlen Sommern und milden Wintern. Nach Osten hin nimmt der Einfluss des Atlantiks leicht ab, sodass es in der Nähe der deutschen Grenze etwas kältere Winter und leicht wärmere Sommer gibt.

Abb. 251: Eine Gracht in Amsterdam

250

Abb. 252: Mühlen bei Kinderdijk

Abb. 253: Fahrrad-Parkplatz in Utrecht

38.3 Bevölkerung In den Niederlanden wohnen etwa 16,5 Millionen Menschen, ungefähr die Hälfte im dicht besiedelten Westen. Mit fast 400 Einwohnern pro Quadratkilometern gehört das Land zu den am dichtesten besiedelten Staaten. Etwa 80 % sind Einheimische; bei den Einwohnern ausländischer Herkunft 6 gibt es jeweils mehr als 300.000 6 Die

niederländischen Statistiker zählen dazu jede Person, die selbst oder von der mindestens ein Elternteil nicht in den Niederlanden geboren ist.

251 Zuwanderer aus Deutschland, den früheren Kolonien Indonesien und Suriname, außerdem aus Marokko und der Türkei. Die Sprache ist N IEDERLÄNDISCH 7 , was aus westgermanischen Dialekten entstanden ist. In der Provinz Friesland wird außerdem das eng verwandte Friesisch als Amtssprache benutzt. Die Niederländer waren traditionell vorwiegend Protestanten. Inzwischen sind aber 42 % der Bevölkerung nichtreligiös; danach folgen 29 % Katholiken, 21 % Protestanten und 6 % Moslems sowie kleinere Minderheiten.

38.4 Sehenswürdigkeiten Die Niederlande sind als Urlaubsziel sehr begehrt. Die Küsten laden zum Baden ein. Das flache Land ist ideal zum Radfahren, und Radfahrer sind gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer. Die Kanäle werden nicht nur für Boote genutzt, sondern im Winter auch zum Eislaufen – Eisschnelllauf ist Volkssport.

7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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39 Norwegen

Abb. 254: Die Lage Norwegens in Europa.

Norwegen ist ein langgestrecktes Land im Norden Europas und umfasst den westlichen Teil Skandinaviens. Es hat eine sehr lange Küste vor allem zum nördlichen Atlantik sowie Grenzen zu S CHWEDEN 1 , F INNLAND 2 und der RUSSISCHEN F ÖDERATION 3 . Seine Hauptstadt ist O SLO 4 am gleichnamigen Fjord (zum Begriff Fjord siehe unter „Landschaft und Klima“). Andere große Städte in Norwegen sind Bergen, Trondheim, Stavanger, Bærum und Kristiansand. Seine Währung ist die Norwegische Krone. Norwegen ist nicht Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 5 , gehört aber zum Europäischen Wirtschaftsraum (EWR). Außerdem ist es u.a. Mitglied der NATO. 1 Kapitel

47 auf Seite 325 19 auf Seite 133 3 Kapitel 44 auf Seite 295 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S L O 5 Kapitel 3 auf Seite 15 2 Kapitel

253

254 Zum Königreich Norwegen gehören außerdem die Inselgruppe Svalbard (u.a. mit Spitzbergen) und die Insel Jan Mayen im Nordatlantik.

Abb. 255: Die Flagge Norwegens.

39.1 Geschichte Norwegen besteht als Land etwa seit der Zeit der Wikinger (800–1050). Die Wikinger verließen ihre Heimat oft zu Raubzügen und um Handel zu treiben. Dabei entdeckten und besetzten sie Länder wie Grönland, I SLAND 6 und Neufundland (kamen also bis Nordamerika), aber auch die Normandie in Nordfrankreich. Seit 1380 war Norwegen mit DÄNEMARK 7 verbunden. Während der Zeit der Kalmarer Union (1397–1523) gehörte auch S CHWEDEN 8 dazu. Nach der Niederlage Napoleons musste Dänemark, das F RANKRE ICH 9 unterstützt hatte, Norwegen an Schweden abtreten. 1814 beschloss Norwegen seine eigene Verfassung, die es trotz der Vereinigung mit Schweden behalten durfte. 1905 wurde Norwegen nach 6 Kapitel

24 auf Seite 167 15 auf Seite 89 8 Kapitel 47 auf Seite 325 9 Kapitel 20 auf Seite 139 7 Kapitel

255 einer Volksabstimmung selbständig, und nach der Wahl entschied man sich, den dänischen Königssohn zum König zu nehmen. Er nahm den norwegischen Namen Haakon an, und sein Sohn nannte sich Olav. Im Ersten Weltkrieg war Norwegen neutral. Im Zweiten Weltkrieg wurde es von Deutschland besetzt, das dadurch verhindern wollte, dass England Eisenerz aus dem schwedischen Kiruna über den norwegischen Hafen Narvik erhielt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war Norwegen Gründungsmitglied der NATO und der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Der Beitritt zur EU wurde jedoch 1974 und 1992 in Volksabstimmungen abgelehnt. Aber durch den Europäischen Wirtschaftsraum arbeitet Norwegen trotzdem eng mit der EU zusammen.

Abb. 256: Übersichtskarte von Skandinavien.

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39.2 Landschaft und Klima Norwegen hat eine Gesamtfläche von 385.199 km2 , darunter Svalbard mit 61.022 km2 und Jan Mayen mit 377 km2 . Das Hauptland erstreckt sich über 2.650 km von der Barentssee im Norden (71. Breitengrad) entlang des Atlantik bis zu Nordsee und Skagerrak im Süden (58. Breitengrad). Die Küste wird gebildet von etwa 150.000 Inseln und vielen Fjorden; das sind lange Buchten, die teilweise sehr tief sind und von steil aufragenden Bergen begrenzt werden. Dadurch hat Norwegen insgesamt eine Küstenlinie von 83.000 km. Wegen der Form auf der Landkarte wird Norwegen auch bezeichnet als Buckel und Schädel des „Springenden Löwen von Skandinavien“. Skandinavien wird durchzogen von vielen Gebirgsketten, die teilweise die Grenze zu Schweden bilden. Norwegens höchster Berg ist der Galdhøpiggen mit 2.469 Metern. Hinzu kommen Hochebenen, die vor allem im Norden karge Vegetation haben, aber auch große Wasserfälle, Seen und Flüsse sowie im Süden ausgedehnte Wälder. Norwegens Westküste hat ein für diese nördliche Breite ausgesprochen mildes und feuchtes Klima, weil der Golfstrom warmes Wasser bis weit nach Norden bringt. Die Küste bleibt deshalb auch den gesamten Winter über weitgehend eisfrei. Je weiter man ins Landesinnere kommt, umso stärker ist das Klima kontinental geprägt. Die Niederschläge nehmen ab, die Temperaturen sind im Sommer höher, im Winter dagegen deutlich niedriger. Bemerkenswert ist die Lage nördlich des Polarkreises, wo im Sommer die Sonne zeitweise nicht untergeht, was als Mitternachtssonne bezeichnet wird, und im Winter überhaupt nicht zu sehen ist, also die Polarnacht. Je weiter man nach Norden kommt, desto länger sind diese Phasen.

257

39.3 Bevölkerung Norwegen hat etwa 4,8 Millionen Einwohner. Etwa 90 % werden als Norweger angesehen, dazu zählen auch 40.000 Samen und 10.000 Finnen im Norden des Landes. 10 Bei den etwa 500.000 Einwanderern 11 stammen die größten Gruppen aus Polen, Pakistan, Schweden, Irak, Somalia und Deutschland. Etwa 75 % der Bevölkerung wohnt in Städten, der Rest in ländlichen Gebieten. Der Süden und Westen sind erheblich dichter besiedelt als der Norden; insgesamt ist Norwegen mit 12,5 Einwohnern pro km2 sehr dünn besiedelt. Die Hauptsprache ist N ORWEGISCH 12 , das es in zwei schriftlichen Formen gibt; im Alltag werden auch heute noch viele Dialekte gesprochen. Die Samen und Finnen sprechen daneben ihre eigenen Sprachen, die dort auch amtlich benutzt werden. 82 % der Norweger sind Mitglieder der evangelisch-lutherischen Staatskirche. Daneben gibt es kleine Minderheiten anderer Protestanten, von Katholiken, Moslems und Juden.

39.4 Sehenswürdigkeiten Die interessante Landschaft zieht viele Touristen an, auch wenn Norwegen als sehr teures Land gilt. Besonders die berühmten Fjorde, die unverdorbene Natur und die historischen Städte sind Attraktionen. Auch die traditionelle Postschifflinie entlang der Westküste hat sich zu einem Touristenmagneten entwickelt. 10 Als Norweger werden Bewohner angesehen, von denen mindestens ein Elternteil

in Norwegen geboren ist. Einwanderer werden Bewohner angesehen, bei denen beide Elternteile nicht in Norwegen geboren sind. 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N O R W E G I S C H E %20S P R A C H E 11 Als

258 Die am meisten besuchten Orte in Norwegen sind die Skisprungschanze in Holmenkollen und das Hanse-Viertel Bryggen, einem Weltkulturerbe in der Stadt Bergen.

Abb. 257: Oslo

Abb. 260: Die Skischanze am Holmenkollen

Abb. 258: Geirangerfjord mit Wasserfall

Abb. 259: Stabkirche in Lom

40 Österreich

Abb. 261: Die Lage Österreichs in Europa.

Österreich ist ein Binnenland in Mitteleuropa. Es grenzt an D EUTSCHLAND 1 , T SCHECHIEN 2 , die S LOWAKEI 3 , U NGARN 4 , S LOWENIEN 5 , I TALIEN 6 , L IECHTENSTEIN 7 und die S CHWEIZ 8 .

1 Kapitel

16 auf Seite 95 54 auf Seite 385 3 Kapitel 51 auf Seite 361 4 Kapitel 57 auf Seite 411 5 Kapitel 52 auf Seite 369 6 Kapitel 25 auf Seite 175 7 Kapitel 30 auf Seite 207 8 Kapitel 48 auf Seite 333 2 Kapitel

259

260 Die Hauptstadt ist W IEN 9 . Andere große Städte sind Graz, Linz, Salzburg und Innsbruck. Seine Währung ist der Euro. Österreich ist u.a. Mitglied der NATO und seit 1995 der E UROPÄIS CHEN U NION 10 .

Abb. 262: Die Flagge Österreichs.

40.1 Geschichte Das Gebiet des heutigen Österreichs ist im Altertum weitgehend Teil des Römischen Reiches. Während der Völkerwanderung wird es vorwiegend von Germanen (Bajuwaren, Alamannen) und teilweise von Slawen und Awaren besiedelt. Die Ostmark des Frankenreichs, die 956 erstmals als Ostarrîchi bezeichnet wird, wird zur Keimzelle Österreichs. Zunächst ist die Ostmark Teil des Herzogtums Bayern, bis sie 1156 ein eigenständiges Herzogtum Österreich wird. Österreich im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation Ab 1278 gehört es den Habsburgern, die es unter Einschluss von Steiermark, Tirol, Kärnten und Krain sowie Böhmen (1438) und 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I E N 10 Kapitel 3 auf Seite 15

261 Ungarn (1527) ausdehnen. Dabei führen sie weniger Kriege als andere Herrscher, sondern erweitern ihren Machtbereich durch Verheiratung von Thronerben, was durch den berühmten Spruch deutlich wird: Kriege mögen andere führen – du, glückliches Österreich, heirate! Seit 1438 stellen sie fast durchgehend den deutschen König und damit den Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Auch andere Gebiete gehören den Habsburgern, z.B. Burgund, Flandern oder S PANIEN 11 . Nach der Reformation und vor allem im 30-jährigen Krieg (1618–1648) stehen die Habsburger auf der Seite des Papstes. In der Verteidigung gegen das Osmanische Reich (Belagerung Wiens 1529 und 1683) wird Österreich eine bedeutende mitteleuropäische Macht.

11 Kapitel

53 auf Seite 375

262

Abb. 263: Österreich-Ungarn 1910: 1. Böhmen, 2. Bukowina, 3. Kärnten, 4. Krain, 5. Dalmatien, 6. Galizien, 7. Küstenland, 8. Österreich unter der Enns, 9. Mähren, 10. Salzburg, 11. Schlesien, 12. Steiermark, 13. Tirol, 14. Österreich ob der Enns, 15. Vorarlberg, 16. Ungarn, 17. Kroatien und Slawonien; 18. Bosnien und Herzegowina

Österreich und Österreich-Ungarn (1804–1918) Als sich nach der französischen Revolution und den Kriegen Napoleons das deutsche Reich auflöst, wird 1804 das Kaisertum Österreich gegründet, bis Kaiser Franz 1806 die deutsche Kaiserkrone niederlegt und damit das deutsche Kaiserreich auflöst. Österreich, zu dem schon lange auch weitere Gebiete in Mittel- und Osteuropa gehören, richtet sich als Großmacht endgültig nach Osten und Südosten aus und bildet ab 1867 die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn. Diese ist ein Vielvölkerstaat, in dem

263 außer Deutsch und Ungarisch auch Italienisch, Tschechisch, Polnisch, Ukrainisch, Rumänisch, Kroatisch, Serbisch, Slowakisch und Slowenisch gesprochen werden.

Abb. 264: Das Ende Österreich-Ungarns 1919

Das 20. Jahrhundert Nach dem Ersten Weltkrieg, den Österreich-Ungarn zusammen mit seinem Verbündeten Deutschland verliert, wird dieses Reich aufgelöst und in viele Staaten aufgeteilt, vor allem Österreich, Ungarn, Tschechoslowakei (siehe Tschechien und Slowakei) sowie J U GOSLAWIEN 12 . Jeder dieser Staaten sollte zu einer Nation gehören; aber wegen der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte leben diese Nationen weiterhin gemischt neben- und miteinander. Die Republik Österreich selbst wird zunächst eine Demokratie, in der es aber große wirtschaftliche Probleme gibt. Ab 1933 wird das Parlament ausgeschaltet; das Land wird wie eine Diktatur regiert, aber mit erheblich größeren Freiheiten als in Deutschland. Am 12. März 1938 wird Österreich von Deutschland besetzt und verliert durch diesen „Anschluss“ an das Dritte Reich seine Selbständigkeit; gleichzeitig beginnt der Nazi-Terror gegen Juden und Andersdenkende. Österreich sieht sich (teilweise bis heute) als erstes Opfer der

12 Kapitel

50 auf Seite 351

264 Nazis; es wird aber oft verschwiegen, dass sich zahlreiche Österreicher intensiv an Hitlers Politik und seinen Verbrechen beteiligten.

Abb. 265: Die Besatzungszonen in Österreich (1945–1955).

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Österreich wieder ein unabhängiger Staat, aber (ebenso wie Deutschland) in vier Besatzungszonen aufgeteilt. 1955 erhält Österreich seine Souveränität, die Besatzungstruppen werden abgezogen. Dafür bekennt sich das Land zur Neutralität und verpflichtet sich, keinen Anschluss an Deutschland mehr anzustreben. Viele Historiker sehen erst darin die Geburtsstunde einer eigenen österreichischen Nation, die nicht mehr Teil der deutschen Nation ist. Seit 1979 ist Wien dritter Amtssitz der Vereinten Nationen neben New York und Genf. Nach dem Zerfall des Ostblocks 1989/90 liegt Österreich nicht mehr im Grenzbereich zwischen NATO und Warschauer Pakt; es gibt keinen Grund mehr für die Neutralität. Österreich wird nacheinander Mitglied der NATO und der Europäischen Union und führt auch den Euro ein.

265

Abb. 266: Übersichtskarte (Österreich innerhalb der gelben Grenze).

40.2 Landschaft und Klima Die Landfläche Österreichs beträgt etwa 84.000 km2 . Über die Hälfte ist gebirgig, nämlich Teil der Ostalpen (der höchste Berg ist der Großglockner mit 3.798 m). Nördlich und östlich davon schließen sich Ebenen an, vor allem entlang der Donau; an der Grenze zu Tschechien finden sich wiederum Berge. Der wichtigste Fluss ist die Donau mit ihren Nebenflüssen. Österreich hat auch viele Seen; der größte mit 315 km2 ist der Neusiedler See an der Grenze zu Ungarn (77 % gehören zu Österreich). Fast die Hälfte des Landes (43 %) ist mit Wäldern bedeckt. Aufgrund der großen Vielfalt des Landes bietet Österreich viele ver-

266 schiedene Pflanzen- und Tierarten. Aber sehr viele stehen kurz vor dem Aussterben und sind geschützt (siehe DORT 13 ). Wegen des Wechsels von Gebirge, Fluss- und Tiefebene ist das Klima sehr unterschiedlich. Im östlichen Landesteil herrscht ein kontinentales Klima vor mit kalten Wintern und warmen Sommern. Im westlichen Landesteil wird das Klima vom Atlantischen Ozean beeinflusst und ist dadurch insgesamt milder; aber im Hochgebirge gibt es wiederum strengere Winter.

40.3 Bevölkerung Österreich hat etwa 8,4 Millionen Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt durchschnittlich bei 100 Einwohnern pro km2 , aber das variiert sehr stark zwischen dem Großraum Wien und dem Alpenland. Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Zuwanderungen: früher aus den Ländern, die zu Österreich-Ungarn gehörten, seit 1960 aus der Türkei, nach 1990 aus Jugoslawien (wegen der Flucht vor dem Bürgerkrieg) und in den letzten Jahren aus Deutschland. Inzwischen bilden etwa 125.000 Deutsche die größte Ausländergruppe in Österreich. Die Staatssprache Österreichs ist D EUTSCH 14 . Das österreichische Deutsch unterscheidet sich in Wortschatz, Aussprache und Grammatik ein wenig vom Hochdeutschen in Deutschland; im Alltag werden häufig Dialekte benutzt. In Gebieten mit Minderheiten sind auch S LOWENISCH 15 , K ROATISCH 16 und

13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /%D6 S T E R R E I C H %23N A T U R 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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267 U NGARISCH 17 gleichberechtigte Amtssprachen; zusätzlich sind ROMANI 18 (die Sprache der Volksgruppe der Roma) sowie T SCHECHISCH 19 , S LOWAKISCH 20 und die ÖSTERREICHISCHE G EBÄRDENSPRACHE 21 als Minderheitensprachen staatlich anerkannt. Der größte Teil der Bevölkerung (etwa 60 %) gehört zur römischkatholischen Kirche. Daneben gibt es Minderheiten von Protestanten (4 %) und Muslimen (über 4 %); mehr als 12 % sind nichtreligiös (Tendenz steigend).

40.4 Sehenswürdigkeiten Österreich ist ein sehr beliebtes Reiseland mit besten Voraussetzungen für Tourismus: naturnahe Gebirgslandschaften (Alpen, Hochland nördlich der Donau) und Seenlandschaften, zahlreiche Kulturdenkmale und attraktive Städte sowie gut ausgebaute Verkehrsverbindungen und Unterkünfte. Vorteilhaft sind die zentrale Lage in Europa und die gute Erreichbarkeit. Der Tourismus verteilt sich gleichmäßig auf die Sommer- und die Wintersaison. Es gibt viele Wintersportgebiete, im Sommer bieten sich Möglichkeiten zum Bergwandern und Klettern. Auch die Seen laden zum Urlaub ein, insbesondere die Kärntner Seen und jene des Salzkammerguts.

17 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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E4 R D E N S P R A C H E

268

Abb. 267: Die Berge Österreichs im GroßglocknerMassiv.

Abb. 270: Wien zieht im Jahr mehrere Millionen Touristen an.

Abb. 268: Velden am Wörthersee.

Abb. 269: Die Wachau (Dürnstein) als Weltkulturerbe.

Abb. 271: Festung Hohensalzburg in Salzburg.

Abb. 272: Der kleinste Straßenbahnbetrieb der Welt in Gmunden.

41 Polen

Abb. 273: Die Lage Polens in Europa.

Polen ist ein großes Land in Mitteleuropa. Es hat eine längere Küste zur Ostsee und grenzt an D EUTSCHLAND 1 , das RUSSISCHE G EBIET UM K ALININGRAD 2 , L ITAUEN 3 , W EISSRUSSLAND (B ELARUS ) 4 , U KRAINE 5 , die S LOWAKEI 6 und T SCHECHIEN 7 . 1 Kapitel

16 auf Seite 95 44 auf Seite 295 3 Kapitel 31 auf Seite 211 4 Kapitel 60 auf Seite 437 5 Kapitel 56 auf Seite 403 6 Kapitel 51 auf Seite 361 7 Kapitel 54 auf Seite 385 2 Kapitel

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270 Die Hauptstadt ist WARSCHAU (WARSZAWA ) 8 . Die nächstgrößeren Städte sind Krakau (Kraków), Lodz (Łód´z), Breslau (Wrocław) und Posen (Pozna´n). 9 Die Währung ist der Złoty. Polen ist u.a. Mitglied der NATO und seit 1994 der E UROPÄISCHEN U NION 10 .

Abb. 274: Die Flagge Polens.

8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W A R S Z A W A 9 Vor

allem Ortsnamen werden in Deutschland mal deutsch, mal polnisch geschrieben. Weil große Teile Polens bis 1918 bzw. 1945 deutsch waren und viele slawische Laute und Buchstaben für Deutsche ungewohnt sind, sind auch bei kleineren polnischen Städten die deutschen Bezeichnungen üblich; bei anderen Ländern gibt es deutsche Ortsnamen höchstens bei den größten Städten. Beispiele für Großstädte: Breslau – Wrocław, Danzig – Gda´nsk, Posen – Pozna´n, Stettin – Szczecin. Beispiele für kleinere Städte: Küstrin – Kostrzyn nad Odra,˛ Reichenau – Bogatynia, Reichenbach – Dzierz˙ oniów, Reppen – Rzepin. Innerhalb Deutschlands können die früheren deutschen Namen der Einfachheit halber weiterhin benutzt werden. Aus Respekt vor dem Partner sollte man aber im Gespräch mit Polen die heutige Bezeichnung, also den polnischen Namen vorziehen. Siehe auch in Wikipedia die L ISTE DEUTSCHER B EZEICHNUNGEN POL NISCHER O RTE ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S T E % 20 D E U T S C H E R %20B E Z E I C H N U N G E N %20 P O L N I S C H E R %20O R T E } 10 Kapitel 3 auf Seite 15

271

Abb. 275: Polen-Litauen 1772 und die polnischen Teilungen 1772, 1793, 1795.

Abb. 276: Polens Grenzen 1918 1921–1939 ab 1945

272

41.1 Geschichte In dem Gebiet, das heute und in den letzten Jahrhunderten Polen bildet, siedeln in der Antike vor allem germanische Stämme, die während der Völkerwanderung nach Westen ziehen und durch Slawen und Balten ersetzt werden. Im 10. Jahrhundert bildet sich daraus ein Herzogtum Polen, das seit 1025 ein Königreich ist. In den nächsten Jahrhunderten zerfällt Polen in mehrere Herzogtümer, bis es im 14. Jahrhundert wieder vereinigt wird und ab 1385 mit der neuen Großmacht Litauen, die große Teile Osteuropas von der Ostsee bis ans Schwarze Meer beherrscht, eine Personalunion eingeht. Die Union mit Litauen hat Bestand bis 1793; der litauische Anteil wird dabei oft vernachlässigt. Im 17. und 18. Jahrhundert entsteht eine dauerhafte Krise, die durch zahlreiche Kriege, fehlende politische Reformen und innere Unruhen gekennzeichnet ist. Diese Krise nutzen Preußen, Österreich und Russland aus und teilen Polen-Litauen in den polnischen Teilungen unter sich auf. Dabei ist ein Teil Polens mit der Hauptstadt Warschau formal weiterhin ein Königreich, untersteht aber dem russischen Zarenreich. Im 19. Jahrhundert versuchen das Zarenreich und Preußen, mit Russifizierung 11 und Germanisierung 12 die Polen zu unterdrücken. Dadurch wird aber das polnische Nationalbewusstsein erst recht gestärkt; die heutige Nationalhymne geht zurück auf ein Lied aus dieser Zeit „Noch ist Polen nicht gestorben“. 11 Darunter

versteht man eine Politik, die den Einfluss der russischen Sprache und der russischen Kultur verstärken und andere Kulturen zurückdrängen will. Mehr dazu siehe unter RUSSIFIZIERUNG ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I F I Z I E R U N G } . 12 Darunter versteht man eine Politik, die den Einfluss der deutschen Sprache und der deutschen Kultur verstärken und andere Kulturen zurückdrängen will. Mehr dazu siehe unter G ERMANISIERUNG ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /G E R M A N I S I E R U N G } .

273 Von 1918 bis 1939 ist Polen unabhängig und besetzt nach einem Krieg gegen Litauen und Russland auch Teile von Litauen, Weißrussland und der Ukraine. 1939 wird Polen von Deutschland und kurz darauf der S OWJETUNION 13 überfallen, besetzt und aufgeteilt. Beide Besatzungsmächte versuchen, die polnische Kultur zu zerstören und die Bevölkerung zu versklaven oder massenweise zu ermorden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird Polen als selbständiger Staat wiederhergestellt, muss aber die östlichen Gebiete, die es 1921 erobert hatte, an die Sowjetunion abtreten und erhält dafür die deutschen Gebiete östlich von Oder und der Lausitzer Neiße. Die neuen Grenzen sind verbunden mit Vertreibungen der polnischen Bevölkerung aus den (bisher polnischen) Ostgebieten und der deutschen Bevölkerung aus den (bisher deutschen) Westgebieten. Zwischen 1945 und 1989 hat Polen eine kommunistische Regierung. 1956 und 1970 gibt es Unruhen. Aber erst die Bildung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarno´sc´ 1980 führt 1989 zu den ersten freien Wahlen im Ostblock und damit zur Demokratie. Seit 2004 ist Polen Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 14 .

13 Kapitel 14 Kapitel

45 auf Seite 305 3 auf Seite 15

274

Abb. 277: Übersichtskarte.

41.2 Landschaft und Klima Polen umfasst 312.678 km2 und gliedert sich in folgende Gebiete: Die Ostseeküste im Norden ist geprägt von zahlreichen Nehrungen und Dünen. Südlich und östlich liegen hügelige, waldreiche Gebiete mit vielen Seen, nämlich die Kaschubische Schweiz sowie ErmlandMasuren (das weitgehend dem polnischen Teil des ehemaligen Ostpreußens entspricht). Südlich davon liegt die mitteleuropäische Tiefebene mit den Urstromtälern der großen Flüsse Oder, Warthe und Weichsel. Südlich Warschaus befinden sich die polnischen Mittelgebirge. An den südlichen Grenzen befinden sich zwei große Bergketten: im Südwesten – an der Grenze zu Tschechien – die Sudeten (bis zu 1.600 m hoch), im Süden und Südosten – an den Grenzen zu Slowakei und Ukraine – die Hohe Tatra und die Karpaten. Der höchste Berg ist Rysy mit 2.499 m in der Hohen Tatra.

275 Das Klima ist gemäßigt und wird nach Osten und Südosten immer kontinentaler. Die Sommer sind allgemein mäßig warm bis warm mit Mitteltemperaturen zwischen 16 und 19 °C und die Winter kalt, mit Mitteltemperaturen um 0 °C im Nordwesten und bis zu −5 °C im Südosten. Die Niederschlagsmenge pro Jahr liegt um 600 mm, reicht aber in der Hohen Tatra auch bis 1200 mm.

41.3 Bevölkerung Polen hat ungefähr 38 Millionen Einwohner. Während die Bevölkerung in der Vergangenheit sehr gemischt war (mit größeren Minderheiten vor allem von Deutschen, Litauern und Ukrainern), sind es heute zu 98 % Polen. Nach einer Volkszählung von 2002 gibt es noch etwa 150.000 Deutsche, 49.000 Weißrussen, 30.000 Ukrainer sowie mehrere kleinere Gruppen. Außerdem gibt es weltweit etwa 20 Mio. Polen, die sich teilweise dem Heimatland verbunden fühlen und dann auch wählen dürfen. Die Landessprache ist P OLNISCH 15 . Außerdem wird das vom Aussterben bedrohte, mit dem Polnischen verwandte K ASCHU BISCH 16 gesprochen, und die Minderheiten benutzen ihre eigenen Sprachen. Etwa 90 % der Polen gehören zur römisch-katholischen Kirche, der größte Teil lebt auch nach der Religion. Daneben gibt es Minderheiten verschiedener anderer christlichen Kirchen sowie Muslime. Erst in den letzten Jahren lehnen Teile der Bevölkerung den Einfluss der katholischen Kirche auf die Politik und den Alltag ab. Ein besonders hohes Ansehen in Polen besitzt der verstorbene Papst J OHANNES PAUL II. 17 (1920–2005), der vor seiner Papstwahl als 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P O L N I S C H E %20S P R A C H E 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A S C H U B I S C H 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J O H A N N E S %20P A U L %20II.

276 Karol Wojtyła Erzbischof von Krakau war und eine bedeutende politische Rolle beim Zusammenbruch des Ostblocks spielte.

41.4 Sehenswürdigkeiten Mehrere Gebiete sind Anziehungspunkte für Touristen. Die Ostseeküste und die waldreichen, relativ dünn besiedelten Seenlandschaften sind zur Erholung sehr geeignet. Die Gebirgsregionen werden für Wintersport genutzt; besonders bekannt ist Zakopane für das Skispringen. Sehr beliebt sind die Städte Warschau, Krakau und Breslau, die nach den Kriegszerstörungen nach historischem Vorbild wieder aufgebaut wurden. Auch die Gedenkstätten für den Nazi-Terror müssen erwähnt werden: in erster Linie die V ERNICHTUNGSLAGER AUSCHWITZ B IRKENAU 18 , wo bis zu 2,5 Millionen Juden ermordet wurden.

Abb. 278: Der Schlossplatz in Warschau

Abb. 279: Neue Gebäude in der Altstadt von Stettin

Abb. 280: Tschenstochau, ein weltberühmter Wallfahrtsort – das Kloster von Jasna Góra

18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /KZ%20A U S C H W I T Z -B I R K E N A U

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Abb. 281: Wisente im Nationalpark von Białowiez˙ a

Abb. 282: Dünen an der Ostseeküste Abb. 283: Die Skisprungschanze von Zakopane

278

42 Portugal

Abb. 284: Portugals Lage am Rande Europas.

Portugal ist das westlichste Land Europas. Es liegt als Teil der iberischen Halbinsel am Atlantik und grenzt an S PANIEN 1 . Außerdem gehören die Inselgruppen der Azoren und Madeira im Atlantik zu Portugal. Die Hauptstadt ist L ISSABON 2 . Weitere große Städte sind Porto oder Amadora. Die Währung ist der Euro. Portugal ist u.a. seit 1986 Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 3 und war 1949 Gründungsmitglied der NATO.

1 Kapitel

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2 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S S A B O N 3 Kapitel

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280

Abb. 285: Die Flagge Portugals.

42.1 Geschichte In der Antike wird die iberische Halbinsel zunächst von Karthago erobert, das sie ab 206 v.Chr. an Rom abtreten muss. Die römische Provinz Lusitania umfasst dabei neben dem Gebiet Portugals auch Teile Spaniens. Die römische Herrschaft endet in der Zeit der Völkerwanderung mit neuen Reichen germanischer Stämme (Sueben ab 409 und vor allem Westgoten ab 416). Am Anfang des 8. Jahrhunderts erobern die islamischen Mauren die iberische Halbinsel und prägen die Kultur Spaniens und Portugals. Etwa seit dem Jahr 900 beginnt die Rückeroberung („Reconquista“) der iberischen Halbinsel durch christliche Königreiche, die im 12. Jahrhundert auch Lusitania erreicht; im Jahr 1492 endet die Herrschaft der Mauren endgültig.

281

Abb. 286: Die christliche Rückeroberung der iberischen Halbinsel: 790 − 900 − 1150 − 1300

Portugal selbst geht hervor aus der Grafschaft Portucale in der Gegend um Porto, die ab 1143 von den spanischen Königen unabhängig wird. Portugal steigt zur führenden Handels- und Seemacht auf mit Kolonien in Brasilien, Afrika, Arabien, Indien und China. Das Land ist für mehr als ein Jahrhundert Weltmacht und reichste Nation Europas. Gegen wiederholte Angriffe durch Spanien und Frankreich kann Portugal seine Unabhängigkeit verteidigen. Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ist durch allgemeine Schwäche des Landes, wirtschaftliche Probleme und zunehmende republikanische Aufstände geprägt. 1910 wird schließlich die Republik ausgerufen. Aber das Land bleibt politisch instabil, bis 1926 das Militär putscht und der Ministerpräsident António de Oliveira Salazar ab 1933 einen autoritären Staat mit faschistischen Tenden-

282 zen gründet – mit Einheitspartei, Staatsjugend und Geheimpolizei. Im Zweiten Weltkrieg bleibt das Land neutral, erlaubt aber den Alliierten die Einrichtung von Militärbasen auf den Azoren und tritt nach Ende des Krieges der NATO bei. Ab 1960 beginnt der Kolonialkrieg, in dem die Kolonien ihre Unabhängigkeit erreichen wollen und der besonders in Afrika (Angola, Mosambik, Guinea-Bissau) mit großer Härte geführt wird. Dadurch ist Portugal außenpolitisch zunehmend isoliert und wirtschaftlich geschwächt. Weil die Regierung keine politische Lösung des Problems findet, putschen Offiziere in der „Nelkenrevolution“ 1974 und bekommen Unterstützung durch die Bevölkerung. Die neuen Machthaber entlassen die portugiesischen Kolonien in die Unabhängigkeit (1974/1975). Innenpolitisch entwickelt sich das Land nach und nach zu einer parlamentarischen Demokratie. 1986 tritt Portugal der EU bei.

283

Abb. 287: Übersichtskarte.

42.2 Landschaft und Klima Portugal hat eine Fläche von 92.345 km2 und setzt sich aus unterschiedlichen Landschaften zusammen. Alle Gegenden werden für Weinanbau genutzt. Der Nordwesten an der Küste ist etwas kühler und feuchter und hat eine vergleichsweise üppige Vegetation. Der Nordosten ist gebirgig mit sehr kalten Wintern und sehr heißen Sommern, die Vegetation

284 wird zu Spanien hin spärlicher. Die Mitte Portugals hat neben der Tiefebene und dem Mündungsgebiet des Tejo Hügel und Gebirge. Dieses Gebiet ist sehr fruchtbar und wird auch für Getreide und Reis genutzt. Der Süden ist eben bis hügelig und hat ein trockenes und heißes Klima, ist aber ebenfalls für Landwirtschaft geeignet. Die Südküste Algarve ist zu einem beliebten Urlaubsgebiet geworden. Die wichtigsten Flüsse sind der Tejo, der in Spanien Tajo heißt, der Douro (spanisch Duero) und der Mondego. Der höchste Berg Portugals ist der Ponta do Pico (2.351 m) auf den Azoren. Der höchste Berg auf dem Festland ist der Torre in der Serra da Estrela, einem Gebirge mit Skigebiet in Mittelportugal.

Abb. 288: Die Algarve.

285

Abb. 289: Straßenbahn in den engen Gassen Lissabons.

42.3 Bevölkerung Portugal hat etwa 10,6 Millionen Einwohner; durchschnittlich leben 119 Einwohner pro km2 . Die Mehrheit der Bewohner sind ethnische Portugiesen. Nur etwas mehr als 400.000 sind Zuwanderer aus ehemaligen portugiesischen Kolonien in Asien und Afrika oder aus Brasilien und Osteuropa. Die Sprache ist P ORTUGIESISCH 4 . Nur im äußersten Nordosten gibt es das M IRANDÉS 5 als eigenständige Minderheitensprache. 4 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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286 Die große Mehrheit der Portugiesen (etwa 90 %) bekennt sich zum römisch-katholischen Glauben. Es herrscht Glaubensfreiheit und offiziell auch Gleichheit zwischen den Religionen. Die Gleichheit ist aber noch nicht verwirklicht; die katholische Kirche hat z.B. mit einer eigenen Universität weiterhin eine starke Stellung.

42.4 Sehenswürdigkeiten Der Tourismus spielt eine wichtige Rolle für Portugal, auch wegen seines heißen Sommerklimas. Die meisten Touristen kommen aus Spanien und Großbritannien. Für die Portugiesen sind die Berge für den Wintersport wichtig. Die ausländischen Touristen interessieren sich vor allem für die Algarve und die Hauptstadt Lissabon. Auch die Inseln (Azoren, Madeira) sind sehr beliebt.

43 Rumänien

Abb. 290: Die Lage Rumäniens in Europa.

Rumänien ist ein großes Land im südöstlichen Europa. Es liegt am Schwarzen Meer und grenzt an B ULGARIEN 1 , S ERBIEN 2 , U N GARN 3 , U KRAINE 4 und M OLDAWIEN 5 . Die Hauptstadt ist B UKAREST 6 (in der Walachei gelegen). Andere große Städte sind Temeswar (Timi¸soara im Banat), Jassy (Ia¸si in

1 Kapitel

14 auf Seite 83 49 auf Seite 343 3 Kapitel 57 auf Seite 411 4 Kapitel 56 auf Seite 403 5 Kapitel 35 auf Seite 231 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B U K A R E S T 2 Kapitel

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288 Moldau), Klausenburg (Cluj-Napoca in Siebenbürgen) oder Konstanza (Constan¸ta am Schwarzen Meer). 7 Die Währung ist der Leu. Rumänien gehört seit 2007 der E UROPÄISCHEN U NION 8 an.

Abb. 291: Die Flagge Rumäniens.

7 Viele

Ortsnamen werden in Deutschland deutsch geschrieben und gesprochen statt rumänisch. Weil es in Rumänien immer noch eine deutschsprachige Minderheit gibt und viele rumänische Buchstaben für Deutsche ungewohnt sind, sind oft auch bei kleineren Städten die deutschen Bezeichnungen üblich; bei anderen Ländern gibt es deutsche Ortsnamen höchstens bei den größten Städten. Weitere Beispiele für Großstädte: Großwardein – Oradea, Kragau – Craiova, Kronstadt – Bra¸sov Beispiele für kleinere Städte: Heltau – Cisn˘adie, Niklasmarkt – Gheorgheni, Szekler Neumarkt – Târgu Secuiesc Innerhalb Deutschlands können die deutschen Namen der Einfachheit halber weiterhin benutzt werden. Aus Respekt vor dem Partner sollte man aber im Gespräch mit Rumänen den rumänischen Namen vorziehen. Siehe auch die L ISTE DEUTSCHER B EZEICHNUNGEN RUMÄNISCHER O RTE ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S T E %20 D E U T S C H E R % 20 U N D %20 U N G A R I S C H E R %20B E Z E I C H N U N G E N %20 R U M %E4 N I S C H E R % 20O R T E } 8 Kapitel 3 auf Seite 15

289

Abb. 292: Die rumänischen Fürstentümer. Siebenbürgen (Transylvanien) Walachei Moldau (Moldawien)

43.1 Geschichte Das Gebiet Rumäniens gehört als Provinz Dakien zum Römischen Reich. Es wird während der Völkerwanderung von germanischen und slawischen Stämmen sowie Madyaren (Ungarn) und Hunnen besiedelt. Wie sich aus den verschiedenen Völkern das rumänische Volk entwickelt hat, ist unter Historikern umstritten; die rumänische Sprache hat sich ebenso wie andere romanische Sprachen (Italienisch, Spanisch, Französisch) aus dem Lateinischen entwickelt. Seit dem Mittelalter gibt es die rumänischen Fürstentümer Siebenbürgen, Walachei und Moldau. Dabei wird Siebenbürgen zunehmend abhängig von Ungarn und ist ab 1711 Teil von Österreich-Ungarn. Die Walachei und Moldau stehen unter Einfluss des Osmanischen Reiches; später nimmt auch das Russische Reich Einfluss. Ab 1848 gibt es Bestrebungen, die rumänischen

290 Fürstentümer zu vereinigen. 1881 schließlich wird das Königreich Rumänien aus Walachei und Moldau anerkannt. Im Ersten Weltkrieg gehört Rumänien ab 1916 zu den Alliierten, erobert Teile Ungarns und erhält neben Siebenbürgen weitere Teile Ungarns und Russlands. Durch diese Verdoppelung von Staatsgebiet und Einwohnerzahl wird aus dem ziemlich einheitlichen Nationalstaat ein Vielvölkerstaat mit großen Minderheiten von Ungarn, Deutschen, Juden, Ukrainern oder Bulgaren. Vor dem Zweiten Weltkrieg versucht Rumänien, das nationalsozialistische Deutschland als Schutzmacht zu gewinnen. Aber im HitlerStalin-Pakt verliert es große Teile der Gewinne des Ersten Weltkriegs wieder, die es danach durch Teilnahme an Hitlers Feldzug gegen die Sowjetunion zurückgewinnt. Nach dem Einmarsch der Sowjetunion werden die heutigen Grenzen Rumäniens festgelegt: mit Siebenbürgen, ohne Moldawien. Nach dem Zweiten Weltkrieg gerät Rumänien unter sowjetischen Einfluss und wird eine kommunistische Diktatur. Unter Nicolae Ceau¸sescu, der 1965 Generalsekretär der Kommunistischen Partei wird, bleibt Rumänien zwar Mitglied im Warschauer Pakt, gewinnt aber außenpolitisch eine gewisse Unabhängigkeit. Innenpolitisch gibt es keinen Fortschritt: Pompöse Riesenbauten sind dem Diktator wichtiger als die Grundversorgung der Bevölkerung; Kritik wird durch eine brutale Geheimpolizei unterdrückt. So wird Rumänien das einzige Land im Ostblock, bei dem der Umsturz 1989 blutig verläuft: Nach etwa 1000 Toten durch die Geheimpolizei verbündet sich das Militär mit dem Volk; der Diktator wird am 25. Dezember 1989 vor ein Militärgericht gestellt und standrechtlich erschossen. Anschließend dauert es lange, die Folgen der kommunistischen Misswirtschaft zu überwinden. Erst langsam entwickeln sich Demokratie und Marktwirtschaft. 2004 wird Rumänien Mitglied der NATO und 2007 der EU.

291

Abb. 293: Übersichtskarte.

43.2 Landschaft und Klima Rumänien hat eine Fläche von 238.391 km2 und ist damit eines der größeren europäischen Länder. Es wird vor allem durch die Karpaten („Karpatenbogen“) gegliedert und teilt sich fast gleichmäßig in Berge, Hügel und Ebenen auf. Der höchste Berg der Karpaten ist der Moldoveanu mit 2.544 m. Innerhalb des Karpatenbogens liegt das Siebenbürgische Hochland (etwa 300 bis 700 m hoch), das im Westen vom Apuseni-Gebirge (Berge bis zu 1.849 m Höhe) begrenzt wird. Im Nordosten der Karpaten liegt das Moldauische Hochland (300–500 m hoch). Südlich der Karpaten befindet sich die Walachische Tiefebene als rumänischer Teil der Donautiefebene; der größte Teil der Grenze zu Bulgarien wird durch die Donau gebildet. Die Walachei wird nach Westen hin vom Banater Gebirge begrenzt; dieses bildet zusammen mit dem Apuseni-Gebirge den Rand der pannonischen Tiefebene, die den größten Teil Ungarns umfasst, aber auch nach Rumänien ragt. Das Klima wird in Siebenbürgen noch vom maritimen Klima der atlantischen Winde beeinflusst. Doch verhindern die Karpaten, dass

292 sich dieser Einfluss auch im Norden und Osten bemerkbar macht. Dadurch ist das Klima in den einzelnen Landesteilen sehr unterschiedlich. Der Frühling präsentiert sich mit kühlen Morgen und Nächten und warmen Tagen. Die Sommer sind allgemein sehr warm bis unerträglich heiß. Der Herbst ist trocken und kühl. Die Winter neigen dazu, sehr kalt und nebelig zu sein.

43.3 Bevölkerung Rumänien hat etwa 21,5 Millionen Einwohner. Im Durchschnitt sind dies 90 Einwohner pro km2 doch verteilen sich die Bewohner sehr unterschiedlich auf die einzelnen Landesteile (zwischen 150 Einwohner/km2 in der Hauptstadtregion und 60 Einwohner/km2 im Banat). 90 % der Bevölkerung sind rumänischer Abstammung. Die größte Minderheit mit 7 % sind die Ungarn, die in manchen Regionen die Mehrheit stellen. Die drittgrößte Bevölkerungsgruppe sind die Roma mit 2,5 % ohne regionalen Schwerpunkt, die wirtschaftlich und sozial schlechter gestellt sind. Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts gab es noch etwa 600.000 Deutsche (Siebenbürger Sachsen und Donauschwaben); durch Vertreibung, Verschleppung und Auswanderung ist deren Zahl inzwischen auf etwa 50.000 Menschen gesunken. Daneben gibt es zahlreiche weitere Minderheiten. Die Amtssprache ist RUMÄNISCH 9 . Die gesprochenen Sprachen entsprechen weitgehend den Volksgruppen. Die dominierende religiöse Institution ist die Rumänisch-Orthodoxe Kirche, zu der sich 87 % der Bevölkerung bekennen. Daneben gibt es – wiederum ähnlich wie bei der ethnischen und sprachlichen

9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U M %E4 N I S C H E %20S P R A C H E

293 Verteilung – verschiedene Gruppen von Protestanten, Katholiken und Muslimen.

Abb. 294: Bran Castle, erbaut 1212, ist landesweit bekannt als Schloss Dracula. Es war einst die Heimat von Vlad III Dracula.

43.4 Sehenswürdigkeiten Der Tourismus konzentriert sich auf die natürlichen Landschaften des Landes und seine reiche Geschichte. Erwähnt werden kann Transsylvanien (Siebenbürgen) als das Reich von Graf Dracula. Der rumänische Teil der Schwarzmeerküste ist ein begehrtes Ziel; der Badeort Mamaia ist ganz auf den Tourismus ausgerichtet. Die rumänischen Karpaten sind – anders als die polnischen Karpaten oder die Alpen – noch keine Ziele für Wintersport, doch gibt es Bestrebungen für den Ausbau.

294

44 Russische Föderation

Abb. 295: Die Lage Russlands in Europa und Asien.

Russland heißt offiziell Russische Föderation und ist als Rechtsnachfolger der S OWJETUNION 1 das größte Land der Welt. Der größte Teil des Landes liegt in Asien, aber der Hauptteil der Bevölkerung lebt in Europa. Die Grenze zwischen Europa und Asien in Russland ist der Ural, womit sowohl das Gebirge als auch der gleichnamige Fluss gemeint sind. In Europa grenzt Russland an

1 Kapitel

45 auf Seite 305

295

296 N ORWEGEN 2 , F INNLAND 3 , E STLAND 4 , L ETTLAND 5 , L ITAUEN 6 , W EISSRUSSLAND 7 , U KRAINE 8 , G EORGIEN 9 , A SERBAIDSCHAN 10 und K ASACHSTAN 11 . In Asien grenzt es an die C HINA 12 , die M ON GOLEI 13 und N ORDKOREA 14 . Neben dem Kernland gehört zu Russland noch die O BLAST K ALIN INGRAD 15 . Diese Exklave grenzt an Litauen und P OLEN 16 und gehörte bis 1945 als nördlicher Teil von Ostpreußen zu D EUTSCH LAND 17 . Die Hauptstadt ist M OSKAU 18 (über 10 Mio. Einwohner). Andere große Städte im europäischen Teil Russlands sind St.Petersburg (über 4 Mio.) oder Nischni Nowgorod an der Wolga (über 1 Mio.). Insgesamt gibt es im europäischen Teil acht Städte und im asiatischen Teil drei Städte mit mehr als 1 Mio. Einwohner. Die Währung Russlands ist der Rubel. Russland ist Ständiges Mitglied des Weltsicherheitsrates der V ERE INTEN NATIONEN 19 . Als eigenständige Großmacht ist es eher als 2 Kapitel

39 auf Seite 253 19 auf Seite 133 4 Kapitel 18 auf Seite 129 5 Kapitel 29 auf Seite 201 6 Kapitel 31 auf Seite 211 7 Kapitel 60 auf Seite 437 8 Kapitel 56 auf Seite 403 9 Kapitel 21 auf Seite 151 10 Kapitel 11 auf Seite 63 11 Kapitel 26 auf Seite 185 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V O L K S R E P U B L I K %20C H I N A 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M O N G O L E I 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N O R D K O R E A 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O B L A S T %20K A L I N I N G R A D 16 Kapitel 41 auf Seite 269 17 Kapitel 16 auf Seite 95 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M O S K A U 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V E R E I N T E %20N A T I O N E N 3 Kapitel

297 Konkurrent zur NATO oder zur E UROPÄISCHEN U NION 20 anzusehen.

Abb. 296: Die Flagge der Russischen Föderation.

44.1 Geschichte Russlands Geschichte ist sehr bewegt, der folgende Text ist deshalb nur eine Kurzfassung der wichtigsten Entwicklungen. Russland wird durch schwedische Seefahrer, die Wikinger, genauer deren Kriegerkaufleute ab dem achten Jahrhundert nach Christus gegründet, als diese die Flüsse hinauffahren, sich mit der slawischen Bevölkerung mischen und mit ihr zusammen das Land besiedeln. Im Zuge von Kriegen um den Thronnachfolger (Erbfolgekriege) beginnt das alte russische Reich am Anfang des 12. Jahrhunderts zu zerfallen, sodass die anstürmenden Mongolen unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern den größten Teil des damaligen russischen Reiches beherrschen.

20 Kapitel

3 auf Seite 15

298

Abb. 297: Russland zur Zeit der größten Ausdehnung 1867.

Das Großfürstentum Moskau kann sich schließlich von der Mongolenherrschaft befreien; 1547 wird ein neues russisches Zarenreich gegründet. (Zar ist die slawische Version des Titels Kaiser, der ebenfalls vom römischen Caesar abgeleitet ist.) Dieses Reich weitet seinen Herrschaftsraum ständig in alle Himmelsrichtungen aus, zum Beispiel: ab 1558 Eroberung Sibiriens, 1721 Vorherrschaft im Ostseeraum, 1772–1795 Aufteilung Litauen-Polens, 1768–1792 Eroberung der Schwarzmeerküste und des Kaukasus vom Osmanischen Reich. Innenpolitisch bleibt Russland ein undemokratischer, zentralistischer Staat, in dem der Zar und der Adel die Macht in den Händen halten. Anders als in anderen europäischen Ländern bringt die Industrialisierung nicht die Ausweitung von bürgerlichem Handeln und Forderungen nach Demokratisierung. Dies führt schließlich – zusammen mit militärischen Problemen im Ersten Weltkrieg – im Februar 1917 zur Revolution und zur Abdankung des Zaren. Dieser republikanischen Herrschaft macht kurz darauf die kommunistische Oktoberrevolution unter Lenin ein Ende. Im folgenden Bürgerkrieg werden Estland, Lettland und Litauen unabhängig; Polen erobert Teile von Weißrussland und der Ukraine.

299 Innenpolitisch gewinnen aber die Kommunisten; als Ergebnis wird 1921 Russland als Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik gegründet, die Ende 1922 zusammen mit anderen Teilen des Zarenreiches die Sowjetunion bildet. Im Zweiten Weltkrieg erobert die Sowjetunion die baltischen Länder und auch Polen. Ab 1990 erklären sich die einzelnen Republiken der Sowjetunion nach und nach für unabhängig. Die Sowjetunion wird aufgelöst. Russland selbst geht in der Russischen Föderation auf, es ist ein Vielvölkerstaat und besteht innerhalb des gesamten russischen Staatsgebiets aus etwa 50 von Russland abhängigen Teilstaaten und Regionen. Nach 1992 werden in Russland Teile der Wirtschaft privatisiert und demokratische Reformen durchgeführt. Aber Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und wirtschaftliche Handlungsfreiheit entsprechen nicht dem, was wir in Mitteleuropa für angemessen halten. Es wirkt sich immer noch aus, dass Russland im Zarenreich und in der Sowjetunion diktatorisch geführt wurde und sich kein bürgerliches Freiheitsdenken entwickelt hat.

Abb. 298: Übersichtskarte.

300

44.2 Landschaft und Klima Die Fläche Russlands umfasst insgesamt 17.075.400 km2 , davon in Europa 3.952.550 km2 und in Asien 13.122.850 km2 . Das Land hat Küsten zum Arktischen Ozean, zur Ostsee, dem Schwarzen Meer, zum Kaspischen Meer, zum Japanischen Meer, dem Ochotskischen Meer, zum Pazifischen Ozean und schließlich zur Beringsee. Es gliedert sich hauptsächlich in die folgenden Großlandschaften (etwa in West-Ost-Richtung, vergleiche die Übersichtskarte): die O S TEUROPÄISCHE E BENE 21 westlich des Uralgebirges, das W ESTSIBIRISCHE T IEFLAND 22 östlich des Ural, das N ORDSIBIRISCHE T IEFLAND 23 südlich des Arktischen Ozeans, das M ITTELSI BIRISCHE B ERGLAND 24 zwischen den Flüssen Jenissei und Lena, die S ÜDSIBIRISCHEN G EBIRGE 25 im Süden Sibiriens, die M ITTELJAKUTISCHE N IEDERUNG 26 in der Fluss-Niederung der Lena, das O STSIBIRISCHE B ERGLAND 27 östlich der Lena und das O STSIBIRISCHE T IEFLAND 28 südlich der Ostsibirischen See.

21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S T E U R O P %E4 I S C H E %20E B E N E 22 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W E S T S I B I R I S C H E S %

20T I E F L A N D 23 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N O R D S I B I R I S C H E S % 20T I E F L A N D 24 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M I T T E L S I B I R I S C H E S % 20B E R G L A N D 25 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S%FC D S I B I R I S C H E % 20G E B I R G E 26 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M I T T E L J A K U T I S C H E % 20N I E D E R U N G 27 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S T S I B I R I S C H E S % 20B E R G L A N D 28 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S T S I B I R I S C H E S % 20T I E F L A N D

301 Im westlichen Russland gibt es die größten Waldreservate in der Welt, die häufig als die Lungen Europas bezeichnet werden. Der Elbrus im Kaukasus ist der höchste Berg Europas mit einer Höhe von 5.642 Metern. Russland hat Tausende Flüsse und Binnengewässer. Der größte, tiefste, reinste und älteste Süßwassersee der Welt ist der BAIKALSEE 29 . Er allein enthält über ein Fünftel des Süßwassers der Erde. Andere große Seen sind der Ladogasee und der Onegasee, die beiden größten Seen in Europa. Von Russlands 100.000 Flüssen sind in Europa die Wolga, der längste Fluss Europas, Don, Dnjepr und Ural am wichtigsten, in Asien Ob, Jenissei, Lena und Amur. Das Klima weist schon wegen der Größe sehr unterschiedliche Zonen auf. Es ist weitgehend kontinental geprägt, also von großen Unterschieden zwischen Sommer und Winter. In vielen Teilen des Landes kann man nur zwei Jahreszeiten unterscheiden, den Winter und den Sommer. Der Frühling und der Herbst sind nur kurze Zeiträume, in denen die Temperatur von sehr kalter Wintertemperatur zu warmer Sommertemperatur wechselt. Im Nordosten Sibiriens liegt der Kältepol der nördlichen Halbkugel (1964 wurden -72,0 °C gemessen). Weil der Boden im Norden dauerhaft gefroren ist („Permafrost“) oder den größten Teil des Jahres, gibt es dort Steppe.

44.3 Bevölkerung Russland hat etwa 142 Millionen Einwohner, davon 104 Mio. im europäischen und 38 Mio. im asiatischen Teil. Ethnische Russen stellen ungefähr 80 % der Bevölkerung, es gibt aber noch fast 100 andere Völker. Die bedeutendsten Minderheiten sind Tataren (4,0 %), Ukrainer (2,2 %), Armenier (1,9 %), Tschuwaschen (1,5 %), Baschkiren (1,4 %) und Deutsche (0,8 %). Viele Minderheiten haben 29 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A I K A L S E E

302 eigene Teilrepubliken und autonome Regionen, in denen sie manche speziellen Angelegenheiten unabhängig von der russischen Zentralregierung regeln können. Mehr als 80 % der Russen leben in den westlichen und südlichen Gebieten des Landes. Die einzige Amtssprache Russlands ist RUSSISCH 30 . Daneben ist die Volkssprache der Minderheiten meistens auch zweite Amtssprache in der jeweiligen Region. Alle Sprachen müssen mit dem KYRILLISCHEN A LPHABET 31 geschrieben werden. Wegen Russlands enormer Größe gibt es viele im Land ausgeübte Religionen. Während in der Zeit der Sowjetunion alle Kirchen unterdrückt worden waren, sind inzwischen wieder zwei Drittel der Bevölkerung religiös. Die Mehrheit der Gläubigen sind russischorthodoxe Christen; daneben gibt es große Minderheiten vor allem von Moslems sowie von Buddhisten, anderen christlichen Konfessionen und Juden. Mindestens ein Drittel der Bevölkerung bezeichnet sich jedoch als Atheisten oder Konfessionslose.

44.4 Sehenswürdigkeiten Russland ist wegen der Größe und Vielfalt ein faszinierendes Reiseland vor allem für Reisegruppen. Touristen, die ihre Reise selbst organisieren wollen, werden häufig durch Visa-Beschaffung, sprachliche Hürden und ähnliche Probleme abgeschreckt. Die meisten Touristen besuchen die Städte Moskau und St. Petersburg mit einigen der berühmtesten Sehenswürdigkeiten wie dem Roten Platz in Moskau – Basilius-Kathedrale, Lenin-Mausoleum, Kreml – oder der Eremitage und der Auferstehungskirche in St. Petersburg. Sehr populär sind Kreuzfahrten auf den Flüssen oder dem 30 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20R U S S I S C H 31 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K Y R I L L I S C H E S %20A L P H A B E T

303 Schwarzen Meer und die Stadt Sotschi am Schwarzen Meer, die für ihre Strände bekannt ist und 2014 Austragungsort der olympischen Winterspiele ist. Auch eine Fahrt mit der T RANSSIBIRISCHEN E ISENBAHN 32 – möglichst mit Unterbrechung an Zwischenstationen – ist ein unvergessliches Erlebnis.

Abb. 299: Auferstehungskirche in St. Petersburg

Abb. 302: Die Stationen der Moskauer Metro sind oft wie Paläste ausgestattet.

Abb. 300: Eine Eingangshalle im Stroganov-Palast in St. Petersburg

Abb. 303: Zwei Elektrolokomotiven an der Transsibirischen Eisenbahn

Abb. 301: LomonossowUniversität, Moskau

Abb. 304: Kreuzfahrtschiffe auf der Wolga

32 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T R A N S S I B I R I S C H E %

20E I S E N B A H N

304

Abb. 305: Tundra bei Dudinka am Jenissej in Sibirien

Abb. 306: Der Schamanen-Stein bei Olchon am Baikalsee

45 Sowjetunion

Abb. 307: Das Staatsgebiet der Sowjetunion.

Die Sowjetunion (ausführlich: Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, abgekürzt: SU oder UdSSR) war von 1922 bis 1991 das größte Land der Erde und reichte von der Ostsee und dem Schwarzen Meer über den Ural und Sibirien bis zum Pazifik. International übernahm die RUSSISCHE F ÖDERATION 1 Rechte und Pflichten der UdSSR. 2 1 Kapitel

44 auf Seite 295 die Russische Sowjetrepublik die größte Teilrepublik war, wurde in den westlichen Ländern die Sowjetunion sehr oft als „Russland“ oder „Sowjetrussland“ und die Sowjetbürger als „Russen“ bezeichnet. Beide Formulierungen waren aber falsch.

2 Weil

305

306 Die Hauptstadt war M OSKAU 3 . Die Währung war der Rubel. -

Abb. 308: Übersichtskarte.

Abb. 309: Die Flagge der Sowjetunion.

45.1 Ein paar Fakten Die meisten Angaben über Landschaft und Klima sowie über die Bevölkerung findet ihr in den Kapiteln über die heutigen Staaten. Hier stehen Informationen, die für die Sowjetunion wichtig waren.

45.1.1 Land und Leute Die Sowjetunion bestand nach dem Zweiten Weltkrieg aus den folgenden Teilstaaten, die 1991 selbständige Staaten wurden (Litauen 1990). Flagge

Unionsrepublik der UdSSR Heutiger Staat Russische SFSR RUSSISCHE F ÖDERA -

Fläche [km2 ]

Einwohner (1989)

17.075.200

TION 4

Abb. 310 Teilstaaten in Europa

3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M O S K A U 4 Kapitel

44 auf Seite 295

147 Mio.

Hauptstadt

Moskau

307

Weißrussische 207.600 SSR W EISSRUSSLAND 5

10,1 Mio.

Minsk

Abb. 311 Estnische SSR E STLAND 6

45.226

1,5 Mio.

Tallinn

Lettische SSR L ETTLAND 7

64.589

2,6 Mio.

Riga

Litauische SSR L ITAUEN 8

65.301

3,7 Mio.

Vilnius

Moldauische SSR M OLDAWIEN 9

33.843

4,3 Mio.

Chis, in˘au

Ukrainische SSR U KRAINE 10

603.700

51,7 Mio.

Abb. 312

Abb. 313

Abb. 314

Abb. 315

Abb. 316 Teilstaaten im Kaukasus im Grenzbereich zwischen Europa und Asien

5 Kapitel

60 auf Seite 437 18 auf Seite 129 7 Kapitel 29 auf Seite 201 8 Kapitel 31 auf Seite 211 9 Kapitel 35 auf Seite 231 10 Kapitel 56 auf Seite 403 6 Kapitel

Kiew

308

Armenische SSR A RMENIEN 11

29.800

3,3 Mio.

Eriwan

Aserbaidschanische 86.600 SSR A SERBAIDSCHAN 12

7,0 Mio.

Baku

Georgische SSR G EORGIEN 13

4,3 Mio.

Tiflis

Abb. 317

Abb. 318 69.700

Abb. 319 Teilstaaten in Asien Kasachische 2.717.300 SSR K ASACHSTAN 14

16,7 Mio.

Alma-Ata

Abb. 320 Kirgisische 198.500 SSR K IRGISISTAN 15

4,3 Mio.

Frunse (heute: Bischkek)

Tadschikische 143.000 SSR TADSCHIKISTAN 16

5,1 Mio.

Duschanbe

Abb. 321

Abb. 322

11 Kapitel

10 auf Seite 57 11 auf Seite 63 13 Kapitel 21 auf Seite 151 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A S A C H S T A N 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K I R G I S I S T A N 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T A D S C H I K I S T A N 12 Kapitel

309

Turkmenische 488.100 SSR T URKMENISTAN 17

3,5 Mio.

Aschgabad

19,9 Mio.

Taschkent

Abb. 323 Usbekische SSR U SBEKISTAN 18

447.400

UdSSR insgesamt

22.402.223

Abb. 324 286,7 Mio.

Moskau

Erläuterungen

• Unionsrepublik: Name der Unionsrepublik • Heutiger Staat: Staat, der nach Auflösung (1991) der Sowjetunion entstanden ist oder die Unabhängigkeit von der UdSSR erklärt hat • SFSR: Sozialistische Föderative Sowjetrepublik • SSR: Sozialistische Sowjetrepublik In der gesamten Sowjetunion hatten die Russen die dominierende Stellung. In allen Teilrepubliken gab es einen großen Anteil an Russen; sie machten oft die Hälfte der Bevölkerung aus. Ebenso war RUSSISCH 19 die vorherrschende Sprache auch dort, wo es nicht die Amtssprache war. Die Hauptsprache der Teilrepubliken wurde ebenfalls wie eine Amtssprache benutzt. Außerdem gab es zahlreiche Minderheiten mit eigenen Sprachen.

17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T U R K M E N I S T A N 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U S B E K I S T A N 19 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20R U S S I S C H

310 Die Sowjetunion war atheistisch eingestellt. Die Ausübung der Religion war immer wieder verboten oder unterlag umfangreichen staatlichen Einschränkungen. Zahlreiche Priester wurden ermordet oder in Arbeitslager deportiert. Erst in den späten 1980er-Jahren wurde die staatliche Haltung wieder etwas lockerer, bis schließlich mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion die Religionsfreiheit kam.

45.1.2 Wichtige Personen Lenin – Wladimir I. Uljanow (1870–1924) Lenin war ein kommunistischer Politiker in Russland (KPdSU). Er war die treibende Kraft: um eine straff organisierte Partei aus Berufsrevolutionären („Kaderpartei“) aufzubauen, um in der Oktoberrevolution die Macht zu übernehmen und um sie im Bürgerkrieg (auch mit massivem Terror) zu sichern. Stalin – Josef W. Dschugaschwili (1878–1953) Stalin war seit 1922 Generalsekretär der KPdSU, setzte sich nach Lenins Tod innerhalb der KPdSU gegen Trotzki durch und übernahm nach und nach auch die wichtigsten staatlichen Funktionen. Während seiner Regierungszeit errichtete Stalin eine totalitäre Diktatur mit umfangreichem Terror bis zu seinem Tod. Leo Trotzki (1879–1940) Trotzki (eigentlich: Lew D. Bronstein) war ein kommunistischer Theoretiker und Revolutionär, der viele Jahre mit Lenin zusammenarbeitete. Nach der Oktoberrevolution übernahm er verschiedene Funktionen. Nach Lenins Tod unterlag er im Machtkampf innerhalb der KPdSU gegen Stalin, wurde 1927 verbannt, ging 1929 ins Exil und wurde 1940 im Auftrag Stalins in Mexiko ermordet. Lawrenti Beria (1899–1953)

311 Beria war ab 1938 Chef der Geheimdienste der Sowjetunion. Auch wenn bei seiner Amtsübernahme die längste Zeit der „Stalinschen Säuberungen“ bereits vorbei war, war er verantwortlich für zahlreiche Verbrechen und Massenmorde wie dem Massaker von Katyn und für die Deportationen mehrerer Volksgruppen in den 1940-er Jahren, in deren Folge mindestens eine halbe Million Menschen starben. Kurz nach Stalins Tod wurde er verhaftet und erschossen. Nikita S. Chruschtschow (1894–1971) Chruschtschow war von 1953 bis 1964 Parteichef der KPdSU. Zunächst Anhänger Stalins, auch bei dessen „Säuberungen“, kritisierte er 1956 in einer „Geheimrede“ den Personenkult um Stalin und seine Verbrechen. Sein Verhalten in der Kuba-Krise 1962 brachte die Welt an den Rand des Dritten Weltkriegs. Fehlende wirtschaftliche Erfolge und schlechte Personalpolitik führten zum Verlust des Rückhalts im Zentralkomitee. Er wurde 1964 als Parteichef und Ministerpräsident abgesetzt; er war der erste und einzige Parteichef, der „in Rente“ ging und nicht während seiner Amtszeit starb. Leonid I. Breschnew (1907–1984) Breschnew gilt als „Generalsekretär der Stagnation“. Die Meinungsfreiheit wurde wieder massiv eingeschränkt, die Strafen bei politischen Gesetzesverstößen deutlich verschärft und Stalin in besserem Licht dargestellt. Im August 1968 sorgte Breschnew durch die Invasion von Truppen für das Ende der Reformbewegung in der Tschechoslowakei. Mit der „Breschnew-Doktrin“ wurden die Vormacht der Sowjetunion und die begrenzte Souveränität der anderen Ostblockstaaten festgeschrieben. Michail S. Gorbatschow (* 1931) Gorbatschow wollte nach der Erstarrung unter Breschnew die Sowjetunion modernisieren. Dazu benutzte er Glasnost (Offenheit) und Perestroika (Umstrukturierung) in der politischen Arbeit. Er erkan-

312 nte die politischen Fehler seit Stalins Zeiten und die Verbrechen während des Zweiten Weltkrieges an. Auch distanzierte er sich von der „Breschnew-Doktrin“; dadurch konnten die Länder des Warschauer Pakts ihre Staatsform künftig selbst bestimmen. Diese neue Freiheit führte 1989 zu den friedlichen Revolutionen in Osteuropa, beendete den Kalten Krieg und ermöglichte die deutsche Wiedervereinigung. Er erhielt 1990 den F RIEDENSNOBELPREIS 20 . Boris N. Jelzin (1931–2007) Jelzin wurde im Juni 1991 zum Präsidenten der russischen Teilrepublik (RSFSR) gewählt (er amtierte bis 1999). Im August 1991 während des Putsches gegen Gorbatschow nahm er öffentlich Stellung gegen die Putschisten und sorgte mit Unterstützung der Bevölkerung für das Scheitern des Putsches. Im November 1991 verbot Jelzin die KPdSU auf dem Gebiet der RSFSR. Nach der Unabhängigkeitserklärung der Ukraine im Dezember erklärten Jelzin und seine Amtskollegen aus der Ukraine und Weißrussland die Auflösung der Sowjetunion.

45.1.3 Einige Daten In Russland galt bis Anfang 1918 noch der Julianische Kalender, der zu diesem Zeitpunkt um 13 Tage hinter dem Gregorianischen Kalender „herhinkte“. Bei Kalenderdaten aus der Zeit davor muss deshalb immer gesagt werden, welcher Kalender gemeint ist. Die folgende Aufstellung bezieht sich auf den Gregorianischen Kalender.

20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R I E D E N S N O B E L P R E I S

313

12.03.1917

Die „Februarrevolution“ beendet die Zarenherrschaft in Russland. An die Stelle der Zarenherrschaft tritt zunächst ein Nebeneinander von Parlament (Duma) und Räten (russ. Sowjet). Die Duma setzt eine Provisorische Regierung ein. 27.02.1917 nach dem Julianischen Kalender.

07.11.1917

Mit der „Oktoberrevolution“ übernehmen die Kommunisten (Bolschewiken) unter Führung Lenins die Macht. 25.10.1917 nach dem Julianischen Kalender.

30.12.1922 05.03.1953 25.02.1956

04.10.1957 12.04.1961 11.03.1985 19.08.1991

21.12.1991

Gründung der Sowjetunion Tod Stalins, Ende des stalinistischen Terrors Geheimrede Chruschtschows auf dem 20. Parteitag der KPdSU, in der er die Verbrechen Stalins aufdeckte und verurteilte. Der erste Satellit „Sputnik 1“ wurde in eine Umlaufbahn um die Erde gebracht. Der erste bemannte Weltraumflug: Juri Gagarin umkreiste einmal die Erde. Gorbatschow wird Generalsekretär. Putschversuch in Moskau; gescheitert am Widerstand der Bevölkerung unter Führung von Boris Jelzin Erklärung von Alma-Ata über die Auflösung der Sowjetunion

314

45.2 Geschichte 45.2.1 Die Entstehung Der für das Russische Reich (Zarenreich) ungünstige Verlauf des Ersten Weltkriegs hat die sozialen Spannungen verschärft. Das führte zur Februarrevolution 1917, in der der Zar und sein Adel entmachtet wurden. Die liberale Übergangsregierung wurde in der kommunistischen Oktoberrevolution unter der Führung Lenins vertrieben; die Kommunistische Partei setzte rigoros ihren Machtanspruch durch. Dies führte zu einem Bürgerkrieg (von 1917 bis 1920, teilweise bis 1922) zwischen der „Roten Armee“ unter Trotzkis Führung und der „Weißen Armee“, einer gemischten Gruppe von Adligen, Konservativen, Demokraten, gemäßigten Sozialisten und Nationalisten. Der Krieg wurde von beiden Seiten erbittert und brutal besonders auch gegen die Zivilbevölkerung geführt; insgesamt acht Millionen Menschen verloren ihr Leben. Die Beteiligung anderer Länder trug sehr zu seiner Länge und Heftigkeit bei. Den Sieg erzielten die „Roten“, die einen großen Teil der Länder des bisherigen Russischen Reiches wieder zu einem Staat vereinten. Dieser Staat wurde ab Dezember 1922 zur Sowjetunion.

45.2.2 Die Entwicklung Von Lenin zu Stalin Lenins Tod 1924 führte zu einem erbitterten Nachfolgekampf, in dem sich Stalin, seit 1922 Generalsekretär der Kommunistischen Partei, gegen Trotzki durchsetzte. Stalin festigte seine Macht durch gezielten Terror gegen seine Widersacher (von 1926 bis 1927 Trotzki u.a. und von 1929 bis 1930 gegen Bucharin u.a.) sowie gegen jeden, der im Verdacht stand, mit ihnen zu sympathisieren.

315 Gleichzeitig wurde die Industrialisierung vorangetrieben, nachdem Russland unter den Zaren ein rückständiges, FEUDALISTISCHES 21 Agrarland geblieben war. 22 Ab 1928 wurde die Wirtschaft Fünfjahrplänen unterworfen und die Landwirtschaft kollektiviert. Der Widerstand der Bauern, als „Kulaken“ diffamiert, wurde rücksichtslos gebrochen. Die Folgen einer riesigen Hungersnot an der Wolga, in der Ukraine und im ganzen Land kostete mehrere Millionen Menschen das Leben. Terror unter Stalin Während seiner Regierungszeit verstärkte Stalin die totalitäre Diktatur. Er ließ im Rahmen politischer „Säuberungen“ (Stalinsche Säuberungen) vermeintliche und tatsächliche Gegner verhaften, in Schau- und Geheimprozessen zu Zwangsarbeit verurteilen oder hinrichten. Millionen weiterer Sowjetbürger und ganze Volksgruppen besetzter Gebiete wurden umgesiedelt oder in Strafarbeitslager („Gulag“) deportiert. Viele wurden dort ermordet oder kamen durch die unmenschlichen Bedingungen ums Leben. Zu Stalins Erfolgen wird die sowjetische Industrialisierung gezählt. Unter seiner Regierung wurde die Sowjetunion von einem rückschrittlichen Agrarstaat zur Weltmacht. Als wichtiger Partner zuerst des nationalsozialistischen Deutschlands im Hitler-StalinPakt und später der Alliierten hatte er einen entscheidenden Einfluss auf Beginn und Verlauf des Zweiten Weltkrieges sowie auf die Nachkriegsgestaltung Europas. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen alle Länder, die die Sowjetunion vom nationalsozialistischen Deutschland befreit hatten, unter die Vorherrschaft der Sowjetunion oder wurden annektiert: Est21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F E U D A L I S M U S 22 Unter Feudalismus versteht man eine Gesellschaft, in der die meisten Einwohner

Bauern waren. Sie waren aber nicht Eigentümer des Bodens, sondern abhängig von den „Feudalherren“, oft als Leibeigene. In Russland wurde die Leibeigenschaft erst 1861 abgeschafft.

316 land, Lettland, Litauen, Ukraine und Weißrussland wurden Teil der UdSSR; Polen, DDR, Tschechoslowakei, Ungarn und Rumänien wurden Teil des Ostblocks. Nur J UGOSLAWIEN 23 , das sich unter Tito selbst befreit hatte, konnte die Vorherrschaft der Sowjetunion verhindern. Chruschtschow und Breschnew Nach Stalins Tod 1953 gab es zwar innen- und außenpolitisch etwas Lockerung. Aber der „Kalte Krieg“ mit dem Wettstreit der Systeme (Kommunismus im Ostblock gegen Liberalismus der westlichen Staaten) und Aufrüstung auf beiden Seiten wurde fortgesetzt. Auch hat die Sowjetunion die Freiheitsbewegungen in den Ostblockländern (DDR 1953, Ungarn 1956, Polen 1956/1970/1980, Tschechoslowakei 1968) mit militärischer Gewalt unterdrückt. Wirtschaft und Technik wurden weiterentwickelt (Erdölförderung, Chemieindustrie, Elektrifizierung, Weltraumforschung), und auch die Landwirtschaft sollte produktiver werden. Aber die Sowjetunion litt an den Schwächen der Planwirtschaft und der damit verbundenen Bürokratie. Auch das Wettrüsten zwischen Ost und West verstärkte diese Probleme. Das Bemühen der UdSSR, trotz einer erheblich geringeren Wirtschaftskraft bei der militärischen Aufrüstung mit den NATO-Staaten zu konkurrieren, belastete die Volkswirtschaft erheblich und führte zu Konflikten in der Partei- und Staatsführung, welche Schwerpunkte zu bevorzugen seien: Schwerindustrie, Leichtindustrie, Landwirtschaftproduktion oder Konsumgüterindustrie.

45.2.3 Die Auflösung Unter Gorbatschow wurden die Probleme der Sowjetunion deutlich. Er versuchte mit seiner Politik von Glasnost (Transparenz) und Pere23 Kapitel

50 auf Seite 351

317 stroika (Umgestaltung), die Wirtschaft und die Gesellschaft zu modernisieren. Auch in der Bevölkerung wurde nun immer offener Kritik geäußert. Die Parteiführung wollte die Kontrolle über die weitere Gestaltung behalten, wurde jedoch von der Entwicklung überrollt. Außenpolitisch verzichtete Gorbatschow auf die BreschnewDoktrin, dass die Ostblockstaaten nur begrenzt souverän seien. Dies führte 1989 zu den fast immer friedlichen Revolutionen in Osteuropa. 24 Gorbatschow plante weder den Zerfall des Warschauer Paktes noch den der Sowjetunion, aber er akzeptierte das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Im März 1990 erklärte Litauen seine Unabhängigkeit, im Laufe des Jahres 1991 alle anderen Teilrepubliken der UdSSR. Schließlich übergab Gorbatschow im Dezember 1991 das Amt des Staatspräsidenten der SU, das er seit Anfang 1990 ausübte, an Jelzin, den Präsidenten der russischen Teilrepublik. Am 26. Dezember 1991 wurde die Auflösung der Sowjetunion beschlossen; am 31. Dezember beendete sie ihre Existenz.

45.3 Das politische System Die grundlegenden politischen Entscheidungen wurden von der wichtigsten politischen Institution des Landes, der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), getroffen. − Die Strukturen und die Namen der Gremien haben sich immer wieder einmal geändert; aber die Grundlagen blieben so bestehen, wie es hier beschrieben ist. 24 Es gab nur vereinzelt Übergriffe von Polizei und Armee, wie in der DDR um den

7. Oktober herum oder in der Tschechoslowakei etwa am 17. November. Die große Ausnahme war Rumänien, in dem der Terror der Staatssicherheitspolizei Securitate von Teilen der Armee gebrochen werden musste und der Diktator Nicolae Ceaus, escu nach einem kurzen Schauprozess hingerichtet wurde.

318

45.3.1 KPdSU – „die“ Partei Die KPdSU war die einzige Partei in der Sowjetunion und deshalb die relevante politische Macht; sie hatte bis zu 19 Millionen Mitglieder (1987). Das höchste Organ war der Parteitag, der aber (seit 1961) nur einmal innerhalb von fünf Jahren einberufen werden musste. Er legte die Linie der Partei in der Innen- und Außenpolitik fest und wählte das Zentralkomitee als höchstes Parteigremium für die Zeit zwischen den Parteitagen. Das Zentralkomitee (ZK) musste mindestens einmal in sechs Monaten zu einer Plenarsitzung zusammentreten. Es befasste sich u.a. mit der Personalpolitik der Partei und wählte den Generalsekretär, das Politbüro und die Mitglieder des Sekretariats des ZK. Das Sekretariat des ZK führte die laufende Arbeit des ZK aus und lenkte die Arbeit der zentralen staatlichen Organisationen; beispielsweise war ein ZK-Sekretär dem jeweiligen Ministerium gegenüber weisungsberechtigt. Das Politbüro und der Generalsekretär führten die Partei und bestimmten ihre politische Arbeit.

45.3.2 Die staatliche Struktur Formal war die Sowjetunion eine Union ziemlich selbständiger Teilstaaten. Tatsächlich wurde das Land überwiegend zentralistisch regiert. Auf allen Ebenen (Gemeinden, Regionen, Teilrepublik, SU) gab es „Räte“ (russisch: Sowjets) als gewählte Volksvertretungen. In der Regel gab es nur einen Kandidaten, der von der KPdSU oder (unter ihrer Kontrolle) von ihrer Jugendorganisation oder von der Gewerkschaft aufgestellt war. Das Parlament der Sowjetunion hieß Oberster Sowjet. Es bestand (seit 1977) aus 750 direkt „gewählten“ Mitgliedern und 750

319 Vertretern der Teilrepubliken und autonomer Regionen. Er wählte den Ministerrat und das Präsidium des Obersten Sowjets. Während der Oberste Sowjet nur zweimal jährlich tagte, war das Präsidium ständig das gesetzgebende Organ. Sein Vorsitzender war das Staatsoberhaupt. Der Ministerrat dagegen hatte die ausführende Gewalt. Der Oberste Sowjet und sein Präsidium waren sowohl für die Verwaltung und Gerichtsbarkeit des Landes als auch für die Wirtschaft zuständig. 25 Entscheidend war aber immer der Einfluss der KPdSU und ihrer Vertreter.

45.3.3 Kommunismus, Marxismus-Leninismus Der Kommunismus ist eine politische Zielvorstellung, die auf der Kritik von Karl Marx und Friedrich Engels am kapitalistischen System im 18. und 19. Jahrhundert beruht. Damals wurden die Arbeiter in den Ländern der Industrialisierung (vor allem England und Frankreich, später ebenso Deutschland) von den Kapitalisten − den Besitzern der Unternehmen − ausgebeutet: Kinder von sieben Jahren mussten in Bergwerken arbeiten, ein Arbeitstag dauerte mehr als 12 Stunden, niedrigste Löhne, kein Urlaub, keine Krankenversicherung, keine Altersversorgung. Dagegen setzten Marx und Engels die Vorstellung, dass die Arbeiterklasse sich organisieren müsse, um in einer Revolution die politische Macht zu erobern und die Kapitalistenklasse zu enteignen. Diese Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln (Boden, Fabriken, Maschinen etc.) sei die wichtigste Voraussetzung für eine Entwicklung zum Kommunismus. 25 Dabei

gab es sehr viele Einzelministerien, die oft für sehr differenzierte Aufgaben (z.B. Elektrotechnische Industrie oder Hoch- und Tiefbaumaschinen) verantwortlich waren. Siehe unter Z USAMMENSETZUNG DES M INISTERRATS ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M I N I S T E R R A T _ D E R _U D SSR% 23Z U S A M M E N S E T Z U N G } .

320 Nach und nach würden die Klassengegensätze und die Klassen selbst verschwinden. Die kommunistische Gesellschaft wäre eine klassenlose Gesellschaft, in der die freie Entwicklung eines jeden Menschen die Bedingung für die freie Entwicklung aller ist. Auf dem Weg dahin müssten die Arbeiter über die Ausbeuter herrschen („Diktatur des Proletariats“). Marx und Engels erwarteten, dass diese Entwicklung zuerst in den industrialisierten Ländern einsetzen würde, die ausgebeuteten Arbeiter über eine Revolution die Macht ergreifen würden und den Weg zum Kommunismus beschreiten würden. – Alle diese Überlegungen können als Marxismus zusammengefasst werden. Tatsächlich waren die sozialistischen Parteien mehr an der konkreten Verbesserung der Lage der Arbeiter interessiert als an einer ungewissen Zukunft. 26 Die marxistische Revolution blieb aus; stattdessen entwickelte sich ein Ausgleich der Interessen zwischen Arbeitern und Kapitalisten. Aus dieser Entwicklung zogen Lenin, Trotzki und Stalin den Schluss, dass die kommunistische Revolution von einer revolutionären Partei eingeleitet werden müsste, notfalls auch in einem wenig industrialisierten Land wie Russland. Die Partei müsse aktiv werden und der Arbeiterklasse zur Macht verhelfen. Wenn sich die Arbeiter nicht selbst organisieren (oder es wie in Russland zu wenig Arbeiter gibt), dann müsse die kommunistische Partei anstelle der Arbeiter auftreten und die Diktatur des Proletariats einführen. – Alle diese Überlegungen wurden von Stalin als Marxismus-Leninismus zusammengefasst und in der DDR als offizielle Weltanschauung vertreten. 26 In

Deutschland gab es innerhalb der SPD von 1890 bis 1918 Auseinandersetzungen, ob die SPD eine revolutionäre Partei sein solle oder sich vor allem für Reformen in der Gesellschaft einsetzen solle. Diese Auseinandersetzungen endeten mit der Gründung der revolutionären KPD zum 1. Januar 1919; von da an ist die SPD endgültig eine reformistische Partei innerhalb der bestehenden Gesellschaft.

46 San Marino

Abb. 325: Die Lage von San Marino in Italien.

Die Enklave San Marino ist ein sehr kleines Land in Südeuropa, vollständig von I TALIEN 1 umgeben. Die Hauptstadt heißt offiziell C ITTÀ DI S AN M ARINO 2 und wird kurz als San Marino oder La Città (Italienisch für „Die Stadt“) bezeichnet. Die Währung ist der Euro, weil San Marino mit der Wirtschaft Italiens durch viele Verträge stark verbunden ist. San Marino ist nicht Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 3 , hat aber das Recht, eigene Euro-Münzen herauszugeben. San Marino ist eines der kleinsten Länder in der Welt. 1 Kapitel

25 auf Seite 175

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3 auf Seite 15

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322

Abb. 326: Die Flagge von San Marino.

46.1 Geschichte Die Republik San Marino soll von Marinus im Jahr 301 gegründet worden sein und ist die älteste Republik der Welt. Marinus war ein christlicher Steinhauer, der zu den Hügeln floh, die San Marino zusammensetzen, um der Verfolgung unter dem römischen Reich zu entgehen. Trotz aller Auseinandersetzungen mit den umliegenden italienischen Regionen hat es immer wieder seine Selbständigkeit als Republik behauptet. An der Einigung Italiens im 19. Jahrhundert wollten die Bürger nicht teilnehmen. Seit 1923 hatte die faschistische Partei die absolute Mehrheit. Dennoch war San Marino im Zweiten Weltkrieg neutral. Nach dem Krieg wurde die Selbständigkeit in vielen Verträgen mit Italien und der EU bestätigt, gleichzeitig entwickelte sich die Zusammenarbeit weiter.

323

46.2 Landschaft und Klima San Marino ist das drittkleinste Land in Europa, nur die Vatikanstadt und Monaco sind noch kleiner. San Marino belegt 61 Quadratkilometer. Das hügelige Land liegt am Ostrand der Apenninen; besonders markant ist der Monte Titano, mit 756 m Höhe der höchste Berg des Landes, an dessen südwestlichen Hang sich die Hauptstadt befindet. Vorherrschendes Klima ist das Mittelmeerklima mit warmen Sommern und milden Wintern. Wegen der Höhenlage ist es etwas milder als an der Küste.

Abb. 327: Das Schloss von San Marino

324

46.3 Bevölkerung Das Land hat etwa 31.000 Einwohner mit einer Bevölkerungsdichte von etwa 520 pro km2 . Die Mehrzahl (etwa 83 %) sind SanMarinesen und etwa 12 % Italiener. Landessprache und Amtssprache ist I TALIENISCH 4 . Wegen des Tourismus sprechen fast alle Einwohner mindestens eine Fremdsprache fließend. Das römisch-katholische Christentum ist Staatsreligion in San Marino, zu der über 90 % der Bevölkerung gehören.

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47 Schweden

Abb. 328: Die Lage Schwedens in Europa.

Schweden ist ein Königreich in Nordeuropa und umfasst den östlichen Teil Skandinaviens. Es hat eine sehr lange Küste zur Ostsee, zum Kattegatt und Skagerrak (den Verbindungsmeeren zwischen Nordsee und Ostsee) und grenzt an N ORWEGEN 1 und F INN LAND 2 . Mit DÄNEMARK 3 ist es durch eine Straßenbrücke verbunden.

1 Kapitel

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325

326 Die Hauptstadt ist S TOCKHOLM 4 . Andere große Städte sind Göteborg und Malmö. Die Währung ist die Schwedische Krone; die Bevölkerung hat 2003 die Einführung des Euro in einer Volksabstimmung abgelehnt. Schweden ist u.a. Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 5 .

Abb. 329: Die Flagge Schwedens.

47.1 Geschichte Schweden besteht als Land etwa seit der Zeit der Wikinger (800–1050). Die Wikinger verließen ihre Heimat oft zu Raubzügen und um Handel zu treiben. Dabei beherrschten sie auch den Ostseeraum und waren an der Gründung RUSSLANDS 6 beteiligt. Aus den verschiedenen Stämmen bildete sich schließlich ein Königreich Schweden, das während der Zeit der Kalmarer Union (1397–1523) mit Dänemark und Norwegen zusammengeschlossen war. Mit der danach folgenden Selbständigkeit gab es wiederholt Bestrebungen, Schweden durch Kriege zur Großmacht zu machen. So 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S T O C K H O L M 5 Kapitel 6 Kapitel

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327 gehörten vorübergehend Estland (1629–1710), Finnland (ab 1154 bis 1809) oder große Küstengebiete in Deutschland (1630–1815) zu Schweden. Erst seit dem Wiener Kongress nach der Niederlage Napoleons beschränkte sich Schweden militärisch auf das eigene Staatsgebiet, zu dem von 1815 bis 1905 durch Personalunion auch Norwegen gehörte. Schweden blieb sowohl während des Ersten als auch während des Zweiten Weltkriegs neutral, ebenso während der politischen Konfrontation zwischen NATO und Warschauer Pakt (1945–1990), die als „Kalter Krieg“ bezeichnet wird. In dieser Zeit sah Schweden einen EU-Beitritt als unvereinbar mit seiner Neutralitätspolitik an; seit 1995 ist es Mitglied der EU.

Abb. 330: Übersichtskarte.

328

47.2 Landschaft und Klima Die Fläche beträgt 449.964 km2 . Damit ist Schweden das viertgrößte Land Europas. Süd- und Mittelschweden ist von Süden nach Norden in drei Großlandschaften geteilt: die Tiefebene der Provinz Schonen, das Südschwedische Hochland und die Mittelschwedische Senke mit Ebenen, Tafelbergen, Seen und Fjorden. Nordschweden wird durch das Skandinavische Gebirge geprägt, das im Westen die Grenze zu Norwegen bildet (mit dem 2111 m hohen Kebnekaise als Schwedens höchstem Berg); entlang dem Gebirge erstrecken sich große Hochlandebenen auf einer Höhe von 600 bis 700 Metern, die in ein welliges Hügelland übergehen, das nach Osten abfällt; entlang der Ostseeküste erstreckt sich die ebene Küstenlandschaft. Die große Flüsse (Luleälv, Indalsälv, Umeälv und Ångermanälv) befinden sich im Norden des Landes, kommen aus dem Gebirge und fließen nahezu parallel zur Ostsee; mit Wasserkraftwerken wird etwa die Hälfte der elektrischen Energie Schwedens erzeugt. Die größten Seen sind Vänern, Vättern, Mälaren und Hjälmaren. Schweden hat ein gemäßigtes Klima trotz seiner nördlichen Breite, weil Atlantik und Golfstrom das Klima trotz des Gebirges stark beeinflussen. Große Teile Schwedens haben daher ein feuchtes Klima mit reichlich Niederschlag und relativ geringen Temperaturunterschieden zwischen Sommer und Winter. Kontinentales Klima mit geringeren Niederschlägen und höheren Temperaturunterschieden findet man im Inneren des Südschwedischen Hochlandes und in einigen Teilen des Vorlandes des Skandinavischen Gebirges. Polares Klima kommt nur im nördlichen Hochgebirge vor. Bemerkenswert ist auch die Lage nördlich des Polarkreises, wo im Sommer die Sonne zeitweise nicht untergeht, was als Mitternachtssonne bezeichnet wird, und im Winter überhaupt nicht zu se-

329 hen ist, also die Polarnacht. Je weiter man nach Norden kommt, desto länger sind diese Phasen.

Abb. 331: Schloss Kalmar (gegenüber der Insel Öland

Abb. 332: Ein Eishotel in Schweden

47.3 Bevölkerung Schweden hat etwa 9,3 Millionen Einwohner. Davon sind etwa 90 % von schwedischer und 2,5 % von finnischer Abstammung, und es gibt etwa 20.000 Samen.

330 6,7 % der Bevölkerung sind ausländische Staatsbürger, wobei wiederum die Finnen mit etwa 100.000 die stärkste Gruppe bilden. Dann gibt es bis zu 120.000 christliche Assyrer, die aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens (Irak, Syrien, Türkei, Libanon) stammen, sowie Flüchtlinge aus Jugoslawien, Irak, Iran und anderen Teilen der Erde. Daneben gibt es Minderheiten von Norwegern, Dänen, Deutschen und Polen. Die Amtssprache ist S CHWEDISCH 7 . Als Minderheitensprachen sind anerkannt F INNISCH 8 , Tornedalfinnisch (M EÄNKIELI 9 ), J ID DISCH 10 , ROMANI 11 , S AMISCH 12 und die SCHWEDISCHE G EBÄR DENSPRACHE 13 . Etwa 70 % der schwedischen Bevölkerung gehören der evangelischlutherischen Schwedischen Kirche an. Außerdem gibt es Muslime (etwa 2,7 %), Katholiken (1,6 %) und Orthodoxe (1,1 %) sowie kleinere Gruppen.

47.4 Sehenswürdigkeiten Schweden ist kein „klassisches Reiseland“, bietet aber mit seiner weiten Landschaft und den vielen Seen (Bootswandern, Kreuzfahrt auf dem Göta-Kanal) und Wäldern (Wandern) gute Möglichkeiten der Erholung. Daneben bieten Städte und historische Regionen kulturelle Erlebnisse. 7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20S C H W E D I S C H 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20F I N N I S C H 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M E %E4 N K I E L I 10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J I D D I S C H 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R O M A N I 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S A M I S C H E %20S P R A C H E N 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S V E N S K T %20 T E C K E N S P R %E5 K

331 Vier Fünftel der Touristen sind Inländer. Die ausländischen Touristen kommen vorwiegend aus Norwegen, Deutschland, Dänemark, Finnland, Großbritannien und Holland.

332

48 Schweiz

Abb. 333: Die Lage der Schweiz in Europa.

Die Schweiz ist ein kleiner Binnenstaat in Mitteleuropa. Sie grenzt an D EUTSCHLAND 1 , L IECHTENSTEIN 2 , Ö STERREICH 3 , I TALIEN 4 und F RANKREICH 5 . Eine Hauptstadt gibt es laut Verfassung nicht; die Regierung sitzt in B ERN 6 . Die größten Städte sind (neben Bern) Zürich, Genf, Basel und Lausanne. Die Währung ist der Schweizer Franken, dieser wird auch im Fürstentum Liechtenstein benutzt. 1 Kapitel

16 auf Seite 95 30 auf Seite 207 3 Kapitel 40 auf Seite 259 4 Kapitel 25 auf Seite 175 5 Kapitel 20 auf Seite 139 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R N 2 Kapitel

333

334 Zur Mitgliedschaft der Schweiz in internationalen Organisationen siehe den Abschnitt I NTERNATIONALE Z USAMMENARBEIT 7 .

Abb. 334: Die Flagge der Schweiz.

48.1 Geschichte In der Antike ist das Gebiet der Schweiz von keltischen Stämmen besiedelt, die nach der Eroberung durch das Römische Reich romanisiert werden. Später drängen germanische Stämme nach – vor allem Alemannen, die der Ursprung der heutigen Deutschschweizer sind – und Burgunder. Bis 746 wird die Schweiz Teil des Frankenreiches und ist damit Teil des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation; aus der Schweiz stammt das Adelsgeschlecht der Habsburger, die jahrhundertelang die deutsche und später die österreichische Geschichte bestimmen.

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20Z U S A M M E N A R B E I T

335

Abb. 335: Die territoriale Entwicklung der Alten Eidgenossenschaft bis 1797 Ab 1291 – ausgehend von den „Urkantonen“ Schwyz, Uri und Unterwalden – bemühen sich die Schweizer um größere Unabhängigkeit von den deutschen Königen. Dieser „Eidgenossenschaft“ (einem durch Beschwörung immer wieder bekräftigten Bündnis von Städten und Regionen) schließen sich nach und nach andere Gebiete der Schweiz an oder werden unterworfen. Ab 1474 zählt die Schweiz als eigenständiger Staat, der nach dem Dreißigjährigen Krieg 1648 nicht mehr zum Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation gehört. Es ist aber kein einheitlicher Staat, sondern die Einzelgebiete haben (in unterschiedlichem Maße) ihre eigenen Regeln. Nach der Französischen Revolution wird die Schweiz 1798 von Frankreich besetzt und bekommt erstmals eine moderne Staatsorganisation. Nach den napoleonischen Kriegen verordnete 1815 der Wiener Kongress der Schweiz „immer währende bewaffnete Neutralität“. Aus dieser Zeit stammt die heutige Einteilung in inzwischen 26 Kantone. Nach einem Bürgerkrieg entsteht 1848 die Verfassung, die der Schweiz eine Bundesregierung bringt und die Autonomie der Kantone in vielen Fragen regelt.

336 Sowohl im Ersten als auch im Zweiten Weltkrieg ist die Schweiz militärisch neutral. Die Haltung gegenüber dem nationalsozialistischen Deutschland ist zwiespältig: Einerseits werden Flüchtlinge aufgenommen; andererseits werden Juden an den Grenzen zurückgewiesen, und die Schweizer Wirtschaft profitiert von den Raubzügen der Nazis (siehe B ERGIER -B ERICHT 8 ). Während des Zweiten Weltkriegs werden ausführliche Invasionspläne von den Deutschen aufgestellt, aber die Schweiz wird nie angegriffen. Seit 1848 wird die Verfassung mehrfach überarbeitet, wobei die Volksrechte ausgebaut werden. Bis heute sind Volksabstimmungen ein wichtiger Teil der Schweizer Politik. Das Frauenstimmrecht wird jedoch erst 1971 bundesweit eingeführt; im Kanton Appenzell Innerrhoden gilt es erst seit 1990.

Abb. 336: Übersichtskarte.

48.2 Landschaft und Klima Mit einem Gebiet von 41.285 km2 ist die Schweiz ein relativ kleines Land. Es lässt sich einteilen in das J URA 9 , ein Mittelgebirge im 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R G I E R -B E R I C H T 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J U R A

337 Westen an der Grenze zu Frankreich, die A LPEN 10 , die zusammen mit den Voralpen und der Alpensüdseite etwa 60 % der Fläche bedecken, und das dazwischen liegende, leicht hügelige Schweizer Mittelland. Das Mittelland ist am dichtesten besiedelt und damit der wichtigste Großraum des Landes. Der höchste Berg ist die mit 4.634 m hohe Dufourspitze in den Walliser Alpen. Der bekannteste Berg ist jedoch das Matterhorn (4.478 m). In der Schweiz entspringen mit dem Rhein und der Rhone zwei der wichtigsten Flüsse Europas. Als Ergebnis der letzten Eiszeit hat die Schweiz über 1.500 Seen. Die wichtigsten sind der Genfersee (580 km2 – auch zu Frankreich gehörig), der Bodensee (536 km2 – auch Deutschland, Österreich) und der Lago Maggiore (212 km2 – Italien). Die größten Seen innerhalb der Schweiz sind der Neuenburgersee, der Vierwaldstättersee und der Zürichsee. Das Klima ist wegen der Berge regional sehr unterschiedlich. Nördlich der Alpen ist es eher gemäßigt, südlich der Alpen mediterran. Die Niederschlagsmengen schwanken zwischen 500 mm pro Jahr im Kanton Wallis (Rhonetal), etwa 1000–1500 mm/Jahr im Mittelland und 2000 mm/Jahr in den Alpen. Die Temperaturen schwanken ähnlich, sind aber in erster Linie von der Höhenlage abhängig. In höheren Lagen fällt im Winter viel Niederschlag als Schnee, vor allem in den Alpen und Voralpen, wo es oft monatelang eine geschlossene Schneedecke gibt.

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338

Abb. 337: Verbreitung der Landessprachen.

48.3 Bevölkerung Die Schweiz hat ungefähr 7,8 Millionen Einwohner, davon sind etwa 1,7 Mio. (22 %) ausländische Staatsbürger. Damit ist dieser Anteil einer der höchsten in einem europäischen Land; dies hängt auch damit zusammen, dass die Schweiz ihr Bürgerrecht nur sehr zurückhaltend vergibt. Zu diesen Minderheiten gehören in erster Linie Staatsbürger aus dem ehemaligen J UGOSLAWIEN 11 (340.000), Italiener (295.000), Deutsche (224.000) und Portugiesen (193.000). Die Landessprachen sind D EUTSCH 12 , F RANZÖSISCH 13 , I TAL IENISCH 14 und R ÄTOROMANISCH 15 . Außerdem sind J ENISCH 16 und J IDDISCH 17 als Minderheitensprachen anerkannt. Wegen der 11 Kapitel

50 auf Seite 351

12 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20D E U T S C H 13 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20F R A N Z %F6 S I S C H 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20I T A L I E N I S C H 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R%E4 T O R O M A N I S C H 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J E N I S C H E %20S P R A C H E 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J I D D I S C H

339 Zuwanderung sprechen mittlerweile 9 % der Einwohner andere Sprachen als die Landessprachen, darunter vor allem S ERBOKROATISCH 18 (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch). Die Kantone legen ihre Amtssprache selbst fest; dadurch gibt es auch Kantone mit zwei oder drei Amtssprachen. Im Alltag wird anstelle des Deutschen überwiegend S CHWEIZERDEUTSCH 19 („Schwyzerdütsch“) gesprochen, also einer der Schweizer Dialekte des Alemannischen. Als Fremdsprachen lernen die Schweizer eine zweite Landessprache und Englisch. Von den Schweizer Bürgern sind 41 % römisch-katholisch, 40 % evangelisch-reformiert, 8 % gehören zu anderen Religionsgemeinschaften, und 11 % sind ohne Religionszugehörigkeit. Von den Ausländern sind 44 % römisch-katholisch, 5 % evangelisch-reformiert, 17 % orthodox, 18 % islamisch und 2 % ohne Bekenntnis.

48.4 Internationale Zusammenarbeit Ausgehend von der militärischen Neutralität seit 1815 und dem eigenen Selbstbewusstsein zögerte die Schweiz lange, in internationalen Organisationen mitzuarbeiten. Erst seit 2002 ist sie Mitglied der Vereinten Nationen (UN), obwohl sie schon vorher Sitz von UNOrganisationen wurde, z.B. dem Kinderhilfswerk UNICEF oder dem Flüchtlingskommissariat der UN. Die Schweiz ist u.a. Sitz des Roten Kreuzes, des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) oder des Weltfußballverbands FIFA. Die Schweiz ist außerdem Mitglied in vielen internationalen Organisationen, zum Beispiel Europarat, der Organisation für Sicher18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B O K R O A T I S C H E %

20S P R A C H E 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S C H W E I Z E R D E U T S C H

340 heit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Europäischen Freihandelszone (EFTA). Die Schweiz ist kein Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION (EU) 20 ; eine Mitgliedschaft ist auch nicht zu erwarten, aber die Schweiz ist durch viele Verträge mit der EU verbunden. So ist sie 2008 dem Schengener Abkommen beigetreten, sodass die Grenzkontrollen zwischen den EU-Ländern und der Schweiz entfallen sind.

48.5 Sehenswürdigkeiten Touristen werden vom Klima der Schweiz und den Landschaften angezogen. Sehr beliebt sind alle Skilaufen sowie Bergsteigen und Bergwandern. Aber auch Züge wie Glacier-Express oder BerninaExpress sowie Städtereisen erfreuen sich großer Beliebtheit.

Abb. 338: Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich.

20 Kapitel

3 auf Seite 15

Abb. 339: Die Kapellbrücke in Luzern.

Abb. 340: Der Bernina-Express in der Viadukt-Schleife in Brusio.

341

Abb. 341: Der Rheinfall bei Schaffhausen.

Abb. 342: Kanton Schwyz in der Innerschweiz.

Abb. 343: Sonnenuntergang am Matterhorn.

342

49 Serbien

Abb. 344: Die Lage Serbiens in Europa.

Serbien ist ein Binnenland im südlichen Osteuropa auf der Balkanhalbinsel. Seine Nachbarn sind M ONTENEGRO 1 , B OSNIEN UND H ERZEGOVINA 2 und K ROATIEN 3 im Westen, U NGARN 4 im Norden, RUMÄNIEN 5 und B ULGARIEN 6 im Osten sowie M AZE DONIEN 7 und KOSOVO 8 im Süden.

1 Kapitel

37 auf Seite 241 13 auf Seite 75 3 Kapitel 28 auf Seite 195 4 Kapitel 57 auf Seite 411 5 Kapitel 43 auf Seite 287 6 Kapitel 14 auf Seite 83 7 Kapitel 34 auf Seite 227 8 Kapitel 27 auf Seite 191 2 Kapitel

343

344 Serbien war der größte Teilstaat von J UGOSLAWIEN 9 und zählt als dessen Nachfolger. Die Hauptstadt Serbiens ist B ELGRAD 10 . Andere große Städte sind Novi Sad, Niš und Kragujevac. Die Währung ist der Dinar. Serbien ist bisher weder Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 11 noch der NATO. Es strebt die EU-Mitgliedschaft an.

Abb. 345: Die Flagge Serbiens.

49.1 Geschichte Seit dem 6. Jahrhundert siedeln sich slawische Stämme, die sich später Serben nennen, auf dem Gebiet des heutigen Serbien an. Die ersten serbischen Reiche existieren etwa von 950 bis 1350 unter byzantinischer Herrschaft und umfassen zeitweise fast den ganzen Südwest-Balkan. 1459 wird Serbien von den Osmanen erobert und bleibt bis 1804 Teil des osmanischen Reiches. Nach serbischen Aufständen Anfang des 19. Jahrhunderts entsteht 1830 das Fürstentum 9 Kapitel

50 auf Seite 351

10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E L G R A D 11 Kapitel

3 auf Seite 15

345 Serbien, das aber noch dem Osmanischen Reich untersteht. Erst mit dem Berliner Kongress 1878 entsteht ein unabhängiger serbischer Staat. 1882 wird dieser zum Königreich Serbien, das zunächst im Wesentlichen nur das heutige Zentralserbien umfasst. Mit den Balkankriegen 1912/13 kommen das Kosovo, das heutige Mazedonien sowie der größere Teil des Sandschaks von Novi Pazar (einer Region im Grenzgebiet von Montenegro, Serbien und Kosovo) dazu. Am Ende des Ersten Weltkrieges 1918 geht dieses Königreich im Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen auf, aus dem 1929 das Königreich Jugoslawien wird. Im Zweiten Weltkrieg ist Serbien ein Satellitenstaat unter der Kontrolle des Deutschen Reiches; danach wird Jugoslawien neu gegründet, und Serbien ist in seinen heutigen Grenzen eine Teilrepublik Jugoslawiens. Als ab 1990 Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina von Jugoslawien unabhängig werden wollen, sind serbische Nationalisten (vor allem innerhalb der Armee) die treibenden Kräfte, um Jugoslawien unter serbischer Vormacht zusammenzuhalten. Das führt zu Unabhängigkeitskriegen mit Slowenien („10-Tage-Krieg“ 1991), Kroatien (1991–1995) und dem Bürgerkrieg in BosnienHerzegowina (1991–1995) sowie dem Kosovo-Krieg (1998–1999). Nur Montenegro bleibt als einzige Teilrepublik neben Serbien bei Jugoslawien, seit 2002 als Staatenbund „Serbien und Montenegro“. Nach einer Volksabstimmung 2006 tritt Montenegro aus diesem Staatenbund aus; seitdem ist Serbien wieder ein eigenständiger Staat. Etwa zur gleichen Zeit setzen sich Politiker durch, die sich vom Nationalismus lösen und demokratische Strukturen durchsetzen wollen.

346

Abb. 346: Die Übersichtskarte des Balkan – Serbien ziemlich in der Mitte (noch mit Montenegro und Kosovo).

49.2 Landschaft und Klima Serbien hat eine Fläche von 77.474 km2 . Im Norden Serbiens liegt der südliche Teil der PANNONISCHEN E BENE 12 mit Donau und Save. Der Süden wird von den Gebirgen der Dinariden, der K ARPATEN 13 und des Balkangebirges gebildet; es ist aber durch Flüsse und Hochebenen ziemlich abwechslungsreich. Der höchste Berg ist der Midžor (2.169 m) im Balkangebirge. Der wichtigste Fluss sind die Donau, die auf 588 km Länge durch Serbien fließt, sowie ihre Nebenflüsse Save, Morava, Theiß und Timok. Es gibt nur kleinere natürliche Seen, aber einige Stauseen. Das serbische Klima wird bestimmt durch die Nähe zu den relativ warmen Meeren (Adria, Ägäis, Schwarzes Meer) und die Gliederung 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P A N N O N I S C H E %20E B E N E 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A R P A T E N

347 durch die Gebirge. Dadurch ändert es sich zwischen einem Kontinentalklima im Norden, mit kalten Wintern, und heißen, feuchten Sommern, und einem Adriatischeren Klima im Süden mit heißen, trockenen Sommern und Herbsten und relativ kalten Wintern mit dem schweren Binnenschneefall.

49.3 Bevölkerung Serbien hat etwa 7,5 Millionen Einwohner. Insgesamt sind etwa 83 % serbischer Abstammung; daneben gibt es Minderheiten u.a. von Ungarn, Bosniaken und Roma. Seit Jahrhunderten gibt es vielerorts eine gemischte Bevölkerung, wo neben den Serben auch viele Ungarn, Slowaken, Kroaten, Rumänen und Roma (sowie bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs auch Deutsche) wohnen. Die große Mehrheit sind serbisch-orthodoxe Christen, aber es gibt auch viele Katholiken, Protestanten, Muslime und Atheisten. Die Hauptsprache ist Serbisch, was eine Variante von S ER BOKROATISCH 14 ist. Regional sind auch U NGARISCH 15 , K ROATISCH 16 , RUSSINISCH 17 , S LOWAKISCH 18 und RUMÄNISCH 19 als Amtssprachen anerkannt; in Teilen Südserbiens wird auch A LBAN ISCH 20 gesprochen. Offiziell wird nur die KYRILLISCHE S CHRIFT 21

14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B O K R O A T I S C H E %

20S P R A C H E 15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20U N G A R I S C H 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K R O A T I S C H E %20S P R A C H E 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I N I S C H E %20S P R A C H E 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S L O W A K I S C H E %20S P R A C H E 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U M %E4 N I S C H E %20S P R A C H E 20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A L B A N I S C H E %20S P R A C H E 21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K Y R I L L I S C H %23S E R B I S C H

348 verwendet, im Alltag und in den Medien aber auch oft die lateinische Form.

49.4 Sehenswürdigkeiten Nach dem Zerfall Jugoslawiens und den Unabhängigkeitskriegen ist der Tourismus in Serbien stark zurückgegangen. Erst seit der Demokratisierung wird der Fremdenverkehr wieder gefördert und steigt erneut an. Die touristischen Hauptziele in Serbien sind die Großstädte Belgrad und Novi Sad, zahlreiche Kurorte, die Gebirge Kopaonik, Zlatibor und die Donau. Außerdem bietet Serbien zahlreiche Festungen und Klosteranlagen sowie eine Vielzahl von Seen und Schluchten, von denen das Eiserne Tor die größte ist. Viele dieser landschaftlichen Besonderheiten sind als Nationalpark bzw. Naturschutzgebiet unter Schutz gestellt, beispielsweise der Tara-Nationalpark.

Abb. 347: Die Kathedrale des Heiligen Sava in Belgrad, eine der größten orthodoxen Kirchen.

Abb. 348: Ein modernes Gebäude in Belgrad (Španskih boraca 22).

Abb. 349: Der Fluss Gradac in der Nähe von Valjevo.

349

Abb. 350: Die Donau am Eisernen Tor

350

50 Jugoslawien

Abb. 351: Die Lage Jugoslawiens in Europa (1989).

Abb. 352: Die Flagge des sozialistischen Jugoslawiens (1963–1992)

Jugoslawien (übersetzt: Südslawien) war von 1918 bis 1991/2003 ein Staat in Südosteuropa. Er umfasste die heutigen Länder S ERBI -

351

352 EN 1 ,

S LOWENIEN 2 , K ROATIEN 3 , B OSNIEN UND H ERZEGOWINA 4 , M ONTENEGRO 5 , M AZEDONIEN 6 und KOSOVO 7 . International übernahm Serbien Rechte und Pflichten Jugoslawiens. Die Hauptstadt war B ELGRAD 8 . Die Währung war der Dinar.

50.1 Ein paar Fakten Die meisten Angaben über Landschaft und Klima sowie über die Bevölkerung findet ihr in den Kapiteln über die heutigen Länder. Hier stehen Informationen, die für Jugoslawien insgesamt wichtig waren.

Abb. 353: Übersichtskarte des Balkan mit den Nachfolgestaaten Jugoslawiens. 1 Kapitel

49 auf Seite 343 52 auf Seite 369 3 Kapitel 28 auf Seite 195 4 Kapitel 13 auf Seite 75 5 Kapitel 37 auf Seite 241 6 Kapitel 34 auf Seite 227 7 Kapitel 27 auf Seite 191 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E L G R A D 2 Kapitel

353

50.1.1 Land und Leute Von 1954 bis 1991 hatte Jugoslawien eine Fläche von 255.804 km2 . Es grenzte an Italien, Österreich, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Griechenland und Albanien und hatte eine lange Küste zur Adria mit zahlreichen Inseln. Der Nordosten des Landes war relativ flach, der Rest des Landes eher gebirgig. Höchster Berg war der Triglav (2864 m, in den Julischen Alpen nahe Jesenice). Die wichtigsten Flüsse waren die Donau sowie ihre Nebenflüsse Drau (Drava), Save (Sava) und Morava. Jugoslawien hatte 1991 rund 23,5 Millionen Einwohner, es gab 19 Städte mit jeweils mehr als 100.000 Einwohnern. Die größten Städte waren Belgrad, Zagreb, Skopje und Sarajevo. Die verschiedenen Nationalitäten lebten sehr vermischt miteinander. Auch wenn es große kulturelle, wirtschaftliche und politische Unterschiede und Meinungsverschiedenheiten gab, war das Zusammenleben überwiegend friedlich.

50.1.2 Wichtige Personen König A LEXANDER I. 9 (1888–1934) Alexander I. Karador ¯ devi´ ¯ c, auch genannt „Der Vereiniger“, war von 1921 bis 1934 König des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen. 1929 löste er die Verfassung auf, proklamierte die Königsdiktatur und benannte das Land in Königreich Jugoslawien um. Im Jahr 1934 kam Alexander durch ein Attentat ums Leben. J OSIP B ROZ T ITO 10 (1892–1980)

9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A L E X A N D E R %20I.%20%

28J U G O S L A W I E N %29 10 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J O S I P %20B R O Z %20T I T O

354 Tito stammte aus Kroatien. Sein Leben wechselte zwischen krimineller Aktivität, Teilnahme am Spanischen Bürgerkrieg auf Seite der Republikaner und politischer Tätigkeit als Kommunist sowohl im Exil in der Sowjetunion als auch im Untergrund in Jugoslawien zur Zeit der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg. Dort organisierte er den bewaffneten Widerstand in Form eines Partisanenkrieges und übte Ende 1944 schließlich die Macht in ganz Jugoslawien aus. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er zunächst Ministerpräsident und später bis zu seinem Tod Staatspräsident und war die führende Persönlichkeit in Jugoslawien. S LOBODAN M ILOŠEVI C´ 11 (1941–2006) Seine Eltern waren Montenegriner, aber er verstand sich als Serbe. Seit 1989 war er Präsident der Teilrepublik Serbien. Eine seiner ersten Amtshandlungen war die Aufhebung der Autonomie für Kosovo und Vojvodina. Auch unterstützte er serbische radikale Kräfte, die ein Großserbien forderten, und setzte die jugoslawische Armee gegen die Unabhängigkeitsbestrebungen der Teilrepubliken ein. Von 1997 bis 1999 war er Staatspräsident von (Rest-) Jugoslawien. 1999 wurde er vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag der Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt, 2002 ausgeliefert und inhaftiert; während des Prozesses starb er.

50.2 Geschichte 50.2.1 Das Königreich Das Land wurde nach dem Ersten Weltkrieg 1918 zusammengesetzt aus den bisher selbständigen Königreichen S ERBIEN 12 und 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S L O B O D A N %20M I L O %01%

61 E V I %01%07 12 Kapitel 49 auf Seite

343

355 M ONTENEGRO 13 sowie Teilen des aufgelösten Habsburgerreiches Ö STERREICH 14 -U NGARN 15 , nämlich Kroatien-Slawonien, Vojvodina, Dalmatien, Krain und Südsteiermark sowie BosnienHerzegowina. Es hieß zunächst Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und ab 1929 Königreich Jugoslawien. Staatsoberhaupt wurde 1918 der serbische König Peter I.; Nachfolger wurde 1921 sein Sohn Alexander I. Von Anfang an gab es Konflikte zwischen serbischen Nationalisten, die ein „Großserbien“ anstrebten, und den anderen Teilstaaten, die nach Autonomie strebten. Der Staat war eher zentralistisch aufgebaut; die Interessen der Nichtserben und anderer Religionen wurden vernachlässigt oder unterdrückt. Hinzu kamen wirtschaftliche Unterschiede zwischen dem entwickelten Norden, nämlich den Teilen, die zu Österreich-Ungarn gehört hatten, und den anderen Landesteilen. Diese Spannungen blieben bestehen und verschärften sich zum Teil noch. Weil ein Ausgleich der Spannungen nicht erreicht wurde, setzte König Alexander I. schließlich 1929 die Verfassung außer Kraft und errichtete eine Königsdiktatur. Gleichzeitig wurde der Staat in Königreich Jugoslawien umbenannt.

50.2.2 Im Zweiten Weltkrieg Als das Deutsche Reich Jugoslawien im April 1941 den Krieg erklärte, zerfiel der Staat aufgrund seiner inneren Widersprüche innerhalb weniger Tage, ohne dass den Angreifern Deutschland und Italien großer Widerstand entgegensetzt wurde. Jugoslawien wurde aufgelöst: Serbien blieb besetzt und wurde ein deutscher Satellitenstaat; Slowenien wurde zwischen Deutschland, Italien und Ungarn 13 Kapitel

37 auf Seite 241 40 auf Seite 259 15 Kapitel 57 auf Seite 411 14 Kapitel

356 geteilt; Kroatien wurde (einschließlich Bosnien und Herzegowina) zu einem faschistischen Vasallenstaat, in dem kroatische Nationalisten die Macht hatten; einige südliche Gebiete wurden Albanien zugeschlagen; Albanien und Montenegro wurden italienische Vasallenstaaten. Bald bildeten sich Verbände von Partisanen, die den Besatzern Widerstand leisteten. Der Zweite Weltkrieg war in Jugoslawien gleichzeitig ein Bürgerkrieg, teilweise auch unabhängig von den ethnischen Grenzen. Serbische und kroatische Nationalisten, Partisanen und Kollaborateure, königstreue und kommunistische Partisanen bekriegten einander. Die meisten Kriegsverbrechen wurden in Jugoslawien nicht von den Besatzern, sondern von den auf verschiedenen Seiten stehenden Jugoslawen selbst begangen. Am Ende setzten sich die Kommunisten durch, und ihr Führer Tito übernahm mit seiner Partei die Macht im wiedererstandenen Jugoslawien.

357

Abb. 354: Der Zerfall Jugoslawiens. Serbien Slowenien Bosnien und Herzegowina Mazedonien Kosovo Vojvodina (Teil Serbiens) Kroatien Republika Srpska Montenegro

50.2.3 Die Sozialistische Republik Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Jugoslawien als sozialistischer Bundesstaat aus den sechs Teilrepubliken neu gegründet, wobei das Kosovo Teil Serbiens war. Nachdem Titos kommunistische Volks-

358 front die Wahlen gewonnen hatte, erhielt Jugoslawien 1946 als Föderative Volksrepublik Jugoslawien eine Verfassung nach dem Vorbild der S OWJETUNION 16 . Ab 1948 distanzierte sich Tito immer mehr von der Sowjetunion und dem Ostblock. Er lehnte vor allem Stalins Streben nach Vorherrschaft ab, und es kam zum Bruch. Tito verfolgte einen eigenen jugoslawischen Kommunismus (Titoismus). Jugoslawien näherte sich außenpolitisch immer mehr den blockfreien Staaten und dem Westen an. Seit 1963 heißt der Staat Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien. 1974 wurden die Provinzen Vojvodina und Kosovo zu autonomen Provinzen innerhalb Serbiens. Nach dem Tod Titos 1980 kam es immer mehr zu Unstimmigkeiten zwischen den Vertretern der Teilrepubliken und der autonomen Provinzen; die Unterschiede und Spannungen zwischen den Regionen brachen wieder auf. Außerdem fehlte die Persönlichkeit Titos, der das Land zusammenhalten konnte. Dies alles führte zu Versuchen der serbischen Nationalisten, die Vorherrschaft in Jugoslawien über die anderen Republiken zu erringen, und zu Bemühungen der Teilrepubliken um größere Eigenständigkeit. 1991/1992 erklärten nach Volksabstimmungen Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina und Mazedonien ihre Unabhängigkeit und setzten sie gegen Angriffe der serbisch-jugoslawischen Armee durch. 1999/2008 folgt das KOSOVO 17 . Ab 1992 heißt der verbleibende Staat Bundesrepublik Jugoslawien, ab 2003 SerbienMontenegro. 2006 erklärt auch Montenegro seine Unabhängigkeit; damit endet der Staat Jugoslawien endgültig.

16 Kapitel 17 Kapitel

45 auf Seite 305 27 auf Seite 191

359

50.3 Innenpolitik nach dem Zweiten Weltkrieg Die kommunistische Diktatur war in Jugoslawien „milder“ als in der Sowjetunion oder den anderen Ostblockländern. Aber es war eine Diktatur mit Unterdrückung Andersdenkender – vor allem in den ersten Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg. Auch in Jugoslawien hatte die kommunistische Partei die überragende politische Rolle.

50.3.1 Der Bund der Kommunisten Die Kommunistische Partei Jugoslawiens (KPJ) wurde 1919 gegründet. Im Zweiten Weltkrieg wurde die KPJ etwa 1942 zur beherrschenden Kraft innerhalb der Partisanenbewegung gegen die deutschen und italienischen Besatzer. Nach dem Krieg übernahmen die Kommunisten die Macht und wandelten Jugoslawien in einen Einparteienstaat um. Ab 1952 nannte sich die Partei Bund der Kommunisten Jugoslawiens (BdKJ), was dem föderativen Aufbau des Staates entsprechen sollte. Die führende Stellung hatte Tito als Generalsekretär (bis 1963) bzw. als Präsident des Präsidiums des BdKJ. Nach seinem Tode wechselte der Vorsitz jährlich zwischen den Präsidenten der regionalen Parteiorganisationen.

50.3.2 Die staatliche Struktur Staatsoberhaupt war Tito als Staatspräsident und nach Titos Tod das Präsidium der Republik, das sich aus je einem Vertreter der Republiken und Autonomen Provinzen sowie dem Vorsitzenden des BdKJ zusammensetzte; der Vorsitzende wurde jährlich neu bestimmt. Der Bundesexekutivrat arbeitete als Bundesregierung. Er setzte sich zusammen aus dem Ministerpräsidenten, den Bundessekretären

360 (Ministern), Vertretern der Republiken und Autonomen Provinzen und Leitern der Bundesverwaltungsorgane. Das Bundesparlament war die Bundesversammlung, die aus dem Rat der Republiken und Provinzen (zusammen 88 Delegierte) und dem Bundesrat (Delegierte der Selbstverwaltungsorganisationen und gesellschaftspolitischen Organisationen) bestand. Die Teilrepubliken und (ab 1974) Autonomen Provinzen hatten eigene Parlamente und Regierungen. Im Laufe der Zeit erhielten sie immer mehr Kompetenzen.

50.3.3 Der jugoslawische Weg zum Kommunismus Ursprünglich hatten auch die jugoslawischen Kommunisten eine kommunistische Planwirtschaft nach sowjetischem Vorbild angestrebt. Aber anstelle der zentralistischen Planwirtschaft gingen die Jugoslawen ab 1948 zur Arbeiterselbstverwaltung in den Betrieben über. Damit konnten die Mitarbeiter eines jeden Betriebes Einfluss auf die Unternehmensführung nehmen, zum Beispiel durch Wahl des Direktors oder durch Mitbestimmung über Löhne und Gehälter. Der Titoismus verfolgte eine Art sozialistischer Marktwirtschaft, was auch private Klein- und Familienbetriebe ermöglichte.

51 Slowakei

Abb. 355: Die Lage der Slowakei in Europa.

Die Slowakei ist ein Land im östlichen Mitteleuropa. Es grenzt an P OLEN 1 , die U KRAINE 2 , U NGARN 3 , Ö STERREICH 4 und T SCHECHIEN 5 .

1 Kapitel

41 auf Seite 269 56 auf Seite 403 3 Kapitel 57 auf Seite 411 4 Kapitel 40 auf Seite 259 5 Kapitel 54 auf Seite 385 2 Kapitel

361

362 Die Hauptstadt ist B RATISLAVA 6 (Pressburg oder Preßburg). 7 Die einzige weitere Großstadt ist Košice. Die Währung der Slowakei ist seit 2009 der Euro. Die Slowakei ist seit 2004 Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 8 .

Abb. 356: Die Flagge der Slowakei.

51.1 Geschichte In der Zeit der Völkerwanderung kommen slawische Stämme in das Gebiet der heutigen Slowakei. Nach einer kurzen Zeit eines mährischen Fürstentums erobern die Magyaren dieses Gebiet; es wird ab 1030 Teil des Königreich Ungarns. Etwa von dieser Zeit 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B R A T I S L A V A 7 Wegen

der langen gemeinsamen Geschichte zwischen Deutschen und Slowaken – mit der Slowakei als Teil Österreich-Ungarns – gab es für sehr viele slowakische Ortsnamen auch deutsche Bezeichnungen. Anders als für Polen, Tschechien oder auch Rumänien sind für die Slowakei die deutschen Bezeichnungen nicht mehr üblich. Selbst für die Hauptstadt wird im deutschen Sprachraum meistens Bratislava und nicht Pressburg gesagt. Siehe auch die L ISTE DEUTSCHER B EZEICHNUNGEN SLOWAKISCHER O RTE ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S T E %20 D E U T S C H E R % 20B E Z E I C H N U N G E N %20 S L O W A K I S C H E R %20O R T E } . 8 Kapitel 3 auf Seite 15

363 an entwickelt sich das S LOWAKISCHE 9 als eigenständige Sprache, die aber mit T SCHECHISCH 10 sehr verwandt ist. Als im 16. und 17. Jahrhundert ein Großteil Ungarns vom Osmanischen Reich besetzt ist, zählt Pressburg als Hauptstadt Ungarns. Nach dem Ersten Weltkrieg bilden Tschechen und Slowaken einen gemeinsamen Staat Tschechoslowakei, in dem ein Großteil der Bevölkerung Deutsche und Ungarn sind; 11 in Pressburg leben bis dahin fast nur Deutsche und Ungarn. Die Tschechoslowakei bleibt relativ stabil, bis die nationalsozialistische Propaganda die deutsche Bevölkerung gegen Tschechen und Slowaken aufhetzt. Nach dem Münchner Abkommen (Sept. 1938) werden die Sudeten an das Deutsche Reich angegliedert, der Süden der Slowakei an Ungarn und der Osten der Slowakei an die Sowjetunion. Im März 1939 wird die Tschechoslowakei aufgelöst: Deutschland besetzt Tschechien; die Slowakei wird ein eigener Staat unter deutscher Kontrolle. Zum Ende des Zweiten Weltkrieg besetzt die Sowjetunion Slowakei und Tschechien; die gemeinsame Republik wird wiederhergestellt. Die deutsche Minderheit wird weitgehend vertrieben, und es kommt zu einem Bevölkerungsaustausch zwischen der Slowakei und Ungarn. Nach dem Ende des Kommunismus 1989/1990 kommt es zu immer größeren Meinungsverschiedenheiten zwischen Tschechen und Slowaken. Das gemeinsame Parlament beschließt das Ende der Republik; zum 1. Januar 1993 werden die Länder Slowakei und Tschechien selbständig. Danach droht der Slowakei innenpolitisch die Instabilität und außenpolitisch die Isolation. Ab 2000 nähert sich die Slowakei der Eu9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S L O W A K I S C H E %20S P R A C H E 10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20T S C H E C H I S C H 11 Volkszählung 1921: etwa

6,8 Mio. Tschechen (50,1 %), 3,1 Mio. Deutsche (22,9 %), 1,9 Mio. Slowaken (14,3 %), 0,7 Mio. Ungarn (5,5 %), 0,5 Mio. Russen und Ukrainer (3,4 %).

364 ropäischen Union an, deren Mitglied sie 2004 wird. Im Dezember 2007 fallen die Grenzkontrollen nach dem Beitritt zum Schengener Abkommen weg; 2009 wird der Euro eingeführt.

Abb. 357: Übersichtskarte.

Abb. 358: Der Fluss Radvan.

51.2 Landschaft und Klima Die Slowakei ist ein Binnenland in Mitteleuropa mit einer Fläche von 49.035 km2 . Sie ist überwiegend ein Gebirgsland mit einem

365 großen Anteil an den K ARPATEN 12 , reicht im Süden aber bis in die U NGARISCHE T IEFEBENE 13 . Die größten Flüsse sind die Donau (gleichzeitig Grenzfluss zu Österreich und Ungarn), Waag (Váh), March (Morava, Grenzfluss zu Tschechien und Österreich) und Gran (Hron). Die höchste Erhebung ist der Gerlachovský štít (Gerlsdorfer Spitze) in der Hohen Tatra mit 2.655 m (zugleich der höchste Berg der gesamten Karpaten); die Zahl der Zweitausender beträgt etwa 100. Ungefähr 40 % der Slowakei sind waldbedeckt mit vielen verschiedenen Tierarten, z.B. Braunbären, Wölfe, Füchse, Wildschweine, Bisamratten, Gämse und Luchse. Die Slowakei hat für einen hohen Anteil der Tierwelt geschützte Gebiete ausgewiesen. Es gibt kaum Bergregionen, die nicht irgendwie geschützt sind. Das slowakische Klima liegt zwischen den gemäßigten Zonen und Kontinentalklima-Zonen mit relativ warmen Sommern und kalten, bewölkten und feuchten Wintern.

51.3 Bevölkerung Die Slowakei hat eine Bevölkerung von etwa 5,4 Mio. Einwohner. Davon sind ungefähr 85 % von slowakischer Abstammung. Die Ungarn bilden die größte Minderheit (fast 10 %). An weiteren Minderheiten gibt es vor allem Roma (offiziell 1,7 %, nach Schätzungen bis 5 %), Tschechen, Russinen (Ruthenen) und Ukrainer. Die Amtssprache ist Slowakisch. U NGARISCH 14 wird im Süden des Landes oft gesprochen und hat in einigen Regionen den Status einer 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A R P A T E N 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U N G A R I S C H E %20T I E F E B E N E 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20U N G A R I S C H

366 zweiten Amtssprache. Viele Menschen sprechen und verstehen auch T SCHECHISCH 15 . Die Mehrheit der Bürger (fast 70 %) gehört zur römischkatholischen Kirche. Etwa 16 % der Bevölkerung sind konfessionslos oder werden keiner der anerkannten Glaubensgemeinschaften zugerechnet. Daneben gibt es verschiedene andere christliche Konfessionen sowie einige Tausend Juden und Muslime.

Abb. 359: Das Schloss Betliar in der Ostslowakei.

51.4 Sehenswürdigkeiten Die alpine Landschaft der Tatra ist die touristische Hauptattraktion der Slowakei. Vor allem in der Hohen Tatra finden sich gut erschlossene Wintersport- und Wandergebiete mit Möglichkeiten zum Bergsteigen. Die oft noch „wilden“ Flüsse in den Bergen der Slowakei wie zum Beispiel die obere Waag (Váh) bieten Möglichkeiten für Wildwasserrafting. Auch die Nationalparks und die großen Teile der na15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20T S C H E C H I S C H

367 hezu unberührten Natur laden zur Erholung ein. Überdies gibt es viele Höhlen; 13 Höhlen sind für Besucher zugänglich, die größte davon – die Demänováer Freiheitshöhle – ist fast 9 km lang. Außerdem hat das Land zahlreiche mittelalterliche Burgen und Schlösser zu bieten, darunter die Zipser Burg (Spišský hrad), die zum Weltkulturerbe der UNESCO zählt.

368

52 Slowenien

Abb. 360: Die Lage Sloweniens in Europa.

Slowenien ist ein kleines Land zwischen Mittel- und Südeuropa. Es hat Grenzen mit I TALIEN 1 , Ö STERREICH 2 , U NGARN 3 und K ROATIEN 4 und hat ein kurzes Stück Küste zur Adria.

1 Kapitel

25 auf Seite 175 40 auf Seite 259 3 Kapitel 57 auf Seite 411 4 Kapitel 28 auf Seite 195 2 Kapitel

369

370 Die Hauptstadt ist L JUBLJANA 5 (Laibach). 6 Die einzige andere Großstadt ist Maribor im Osten. Die Währung ist seit 2007 der Euro. Slowenien ist u.a. seit 2004 Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 7 .

Abb. 361: Die Flagge Sloweniens.

52.1 Geschichte Land und Volk von Slowenien gehen zurück auf die Einwanderung slawischer Stämme im 6. und 7. Jahrhundert. Damals entsteht das slawische Fürstentum Karantanien. Das slowenische Gebiet kommt später als Herzogtum Kärnten und Markgrafschaft Krain unter bairische, dann unter fränkische und schließlich unter habsburgische Herrschaft. Es gehört damit bis zum Ende des Ersten Weltkriegs 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L J U B L J A N A 6 Wegen

der langen gemeinsamen Geschichte zwischen Deutschen und Slowenen – als Teil Österreich-Ungarns – gab es für sehr viele slowenische Ortsnamen auch deutsche Bezeichnungen. Anders als für Polen, Tschechien oder auch Rumänien sind für Slowenien die deutschen Bezeichnungen allenfalls noch im zweisprachigen Grenzgebiet zu Österreich üblich. Selbst für die Hauptstadt wird im deutschen Sprachraum meistens Ljubljana und nicht Laibach gesagt. Siehe auch die L ISTE DEUTSCHER B EZEICHNUNGEN SLOWENISCHER O RTE ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S T E %20 D E U T S C H E R % 20B E Z E I C H N U N G E N %20 S L O W E N I S C H E R %20O R T E } . 7 Kapitel 3 auf Seite 15

371 fast ununterbrochen zu Österreich-Ungarn (siehe die Geschichte von Österreich). Nach dem Ersten Weltkrieg entsteht 1918 u.a. aus dem Königreich S ERBIEN 8 und M ONTENEGRO 9 sowie Teilen ÖsterreichUngarns das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, aus dem 1929 das Königreich J UGOSLAWIEN 10 wird. Die Grenzen zwischen Slowenien und seinen Nachbarn bleiben trotz mehrerer Volksabstimmungen umstritten, weil wegen der gemischten Bevölkerung keine eindeutige Zuordnung zu einer Nation und damit zu einem Staat möglich sind. Im Zweiten Weltkrieg wird Slowenien zwischen Deutschland, Italien und Ungarn aufgeteilt; danach flieht die deutsche Minderheit oder wird vertrieben. Jugoslawien wird neu gegründet, und Slowenien ist in seinen heutigen Grenzen eine Teilrepublik Jugoslawiens. Lediglich die Grenzen zwischen Italien (um Triest herum), Slowenien und Kroatien werden erst nach und nach (1947, 1954, 1975) per Vertrag geregelt und sind teilweise immer noch nicht genau festgelegt. Auf diese Weise verfügt Slowenien über eine 50 km lange Küste zur Adria mit der Hafenstadt Koper und einem Teil der Halbinsel Istrien als Urlaubsgebiet. Nach 1980 wird die Bevölkerung Sloweniens zunehmend unzufrieden mit der jugoslawischen Zentralregierung; 1991 erklärt es sich für unabhängig. In einem 10-tägigen Krieg mit der jugoslawischen Armee, die von serbischen Nationalisten geführt wird, wird die Unabhängigkeit durchgesetzt. Anschließend entwickelt sich Slowenien (im Vergleich zu allen anderen Nachfolgestaaten Jugoslawiens) am schnellsten zu einem wirtschaftlich stabilen und demokratischen Land. 2004 wird es Mitglied der Europäischen Union und tritt dem Schengener Abkommen bei, sodass seit 2007 die Grenzkontrollen zu 8 Kapitel

49 auf Seite 343 37 auf Seite 241 10 Kapitel 50 auf Seite 351 9 Kapitel

372 Italien und Österreich wegfallen. Ebenfalls 2007 wird der Euro als Währung eingeführt.

Abb. 362: Übersichtskarte.

52.2 Landschaft und Klima Slowenien verfügt nur über eine Fläche von 20.273 km2 , ist aber ein Land der Kontraste. Der Nordwesten wird durch Hochgebirge geprägt, nämlich einem Teil der Alpen. Der höchste Berg ist dort der Triglav (Dreizack, 2.864 m). Der Nordosten wird durch Mittelgebirge und Hügelland bestimmt, wobei die Flusstäler in die PAN NONISCHE T IEFEBENE 11 übergehen. Das Zentrum und der Süden gehören zu den Karst-Flächen mit Wechsel zwischen kahlen Bergen und Vegetation. Fast die Hälfte des Landes ist mit Wäldern bedeckt. Die wichtigsten Flüsse sind die Save, die Drau und deren Nebenfluss Mur, die zur Donau fließen, sowie die Soˇca (ital. Isonzo), die durch Italien in die Adria fließt. Die Küstengebiete haben ein Mittelmeer-Klima, und die Binnengebiete haben eher Kontinental- und Alpenklima. 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P A N N O N I S C H E %20T I E F E B E N E

373

Abb. 363: Die Universität von Ljubljana, Slowenien

Abb. 364: Der Triglav, der höchste Berg Sloweniens.

52.3 Bevölkerung Slowenien hat etwas über 2 Mio. Einwohner und damit eine Bevölkerungsdichte von 99 Einwohner pro km2 . Die Bewohner sind zu mehr als 80 % slowenischer Abstammung; hinzu kommen zahlreiche kleine Minderheiten: jeweils weniger als 2 % Serben, Kroaten und Bosniaken sowie sehr kleine Gruppen von Italienern, Ungarn und Deutschen.

374 Die Amtssprache ist S LOWENISCH 12 . In Grenznähe zu Italien und Ungarn genießen I TALIENISCH 13 und U NGARISCH 14 besonderen Schutz; dieser ist laut Verfassung auch für ROMANI 15 vorgesehen. Neben Englisch werden auch Italienisch, Deutsch und Ungarisch gern gelernt, sodass zahlreiche Slowenen die Sprache eines Nachbarlandes fließend beherrschen; und viele ältere Slowenen haben Kenntnisse des S ERBOKROATISCHEN 16 und häufig auch des RUSSIS CHEN 17 . Nach der Volkszählung von 2002 gehören fast 60 % der Slowenen zur Römisch-Katholischen Kirche; daneben gibt es Minderheiten von Muslimen, orthodoxen und protestantischen Christen. Als „Gläubige, ohne Zugehörigkeit zu einer Konfession“ bezeichnen sich 3,5 % der Slowenen, als „Atheisten“ sehen sich 10,1 %.

52.4 Sehenswürdigkeiten Interessante Reiseziele sind zum einen die kulturellen und wirtschaftlichen Zentren in der Hauptstadt Ljubljana und Maribor, zum anderen die Julischen Alpen, die Höhlen von Postojna und die Küste der Adria.

12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S L O W E N I S C H E %20S P R A C H E 13 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20I T A L I E N I S C H 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20U N G A R I S C H 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R O M A N I 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B O K R O A T I S C H E %

20S P R A C H E 17 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20R U S S I S C H

53 Spanien

Abb. 365: Die Lage Spaniens in Europa.

Spanien ist ein großes Land im südlichen Westeuropa. Es grenzt an P ORTUGAL 1 , F RANKREICH 2 , A NDORRA 3 sowie G IBRALTAR 4 , das zum V EREINIGTEN KÖNIGREICH 5 gehört. Zum Staatsgebiet gehören außerdem die folgenden Gebiete: die Inselgruppe der BALEAREN 6 im Mittelmeer, die K ANARISCHEN I N 1 Kapitel

42 auf Seite 279 20 auf Seite 139 3 Kapitel 9 auf Seite 51 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /G I B R A L T A R 5 Kapitel 59 auf Seite 425 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A L E A R I S C H E %20I N S E L N 2 Kapitel

375

376 SELN 7

im Atlantik, zwei Städte und einige Inseln an der marokkanischen Küste und die Exklave L LÍVIA 8 in Frankreich. Die Hauptstadt ist M ADRID 9 . Andere große Städte sind Barcelona, Valencia, Sevilla, Saragossa und Málaga. In Spanien bezahlt man mit dem Euro. Spanien ist u.a. seit 1987 Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 10 .

Abb. 366: Die Flagge Spaniens.

Abb. 367: Römische Provinzen etwa ab 300 n.Chr. unter D IOKLETIAN 11 . 7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A N A R I S C H E %20I N S E L N 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L L %ED V I A 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M A D R I D 10 Kapitel 3 auf Seite 15 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /D I O K L E T I A N

377

53.1 Geschichte In der Antike wird die IBERISCHE H ALBINSEL 12 zunächst von Karthago erobert, das sie ab 206 v.Chr. an das Römische Reich abtreten muss. Die Halbinsel wird unterteilt in mehrere Provinzen; die Karte zeigt den Stand im 4. Jahrhundert. Die römische Herrschaft endet in der Zeit der Völkerwanderung mit neuen Reichen germanischer Stämme (Sueben ab 409 und vor allem Westgoten ab 416). Am Anfang des 8. Jahrhunderts erobern die islamischen Mauren die iberische Halbinsel und prägen die Kultur Spaniens und Portugals. Etwa seit dem Jahr 900 beginnt die Rückeroberung („Reconquista“) der iberischen Halbinsel durch christliche Königreiche; im Jahr 1492 endet die Herrschaft der Mauren endgültig. Diese Reconquista geht aus von den christlichen Reichen Galizien, Léon, Asturien, Kastilien, Navarra, Aragon und Katalonien. Diese haben aber nicht nur die islamischen Reiche bekämpft, sondern auch gegenseitig Kriege geführt, sodass die Grenzen und die Einflussbereiche der Reiche sich immer wieder änderten.

12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I B E R I S C H E %20H A L B I N S E L

378

Abb. 368: Die christliche Rückeroberung der iberischen Halbinsel: 790 − 900 − 1150 − 1300

Durch die Heirat Isabellas I. von Kastilien mit Ferdinand II. von Aragón entsteht 1469 ein gemeinsamer Staat Spanien. Zusammen mit der „Entdeckung Amerikas“ durch Christoph Kolumbus, die von Spanien unterstützt wird, wird Spanien (in Konkurrenz zu Portugal und später dem B RITISCHEN W ELTREICH 13 ) eine Weltmacht. Gleichzeitig werden Juden und Moslems verfolgt, vertrieben oder ermordet. Die Stellung als Weltmacht verliert Spanien durch Niederlagen gegen das Britische Reich und Frankreich, den Ausgang des Dreißigjährigen Krieges und Misswirtschaft im eigenen Land sowie Ausbeutung der Kolonien. Zwischen 1809 und 1828 werden fast alle 13 Kapitel

59 auf Seite 425

379 süd- und mittelamerikanischen Kolonien unabhängig. Spanien selbst wird zwar von Napoleon erobert und besetzt, erhält aber nach dessen Niederlage seine Unabhängigkeit zurück. Im 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts gibt es ständig wirtschaftliche Probleme. Es wechseln Zeiten als Königreich, Republik und Diktatur. Zwischen 1936 und 1939 tobt in Spanien ein blutiger Bürgerkrieg. General F RANCO 14 gewinnt und herrscht als Diktator bis zu seinem Tod 1975. Er steht politisch den Faschisten in Deutschland und Italien nahe, bleibt aber im Zweiten Weltkrieg weitgehend neutral. Nach seinem Tod entwickelt sich Spanien langsam zur Demokratie; der König J UAN C ARLOS 15 (seit 1969 als Nachfolger Francos vorgesehen, seit 1975 König) unterstützt die Demokratisierung und beendet durch sein Auftreten auch 1981 einen Militärputsch. Seit 1982 ist Spanien Mitglied der NATO und seit 1986 der Europäischen Union. Von Anfang an gehört es zum Geltungsbereich des Euro.

Abb. 369: Übersichtskarte. 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R A N C I S C O %20F R A N C O 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J U A N %20C A R L O S %20I.%20%

28S P A N I E N %29

380

53.2 Landschaft und Klima Spanien hat eine Fläche von 504 645 km2 und gehört damit zu den größten Ländern Europas. Das Land wird vor allem durch viele Gebirgszüge geprägt: Neben den Pyrenäen an der Grenze zu Frankreich (Berge bis zu 3 400 m Höhe in Spanien) sind dies (von Nord nach Süd) das K ANTABRISCHE G EBIRGE 16 (bis zu 2 600 m hoch), das K ASTILIS CHE S CHEIDEGEBIRGE 17 (ebenfalls bis zu 2 600 m hoch), das I BERISCHES G EBIRGE 18 (bis zu 2 300 m hoch), das sich östlich anschließt, weiter südlich die S IERRA M ORENA 19 (bis zu 1 300 m hoch), die das Zentrale Hochland (500 bis 900 m Höhe) vom Tal des Guadalquivir trennt, sowie entlang der Mittelmeerküste die B ETIS CHE KORDILLERE 20 (der Mulhacén ist mit 3 482 m der höchste Berg auf dem spanischen Festland). Zwischen den Bergen liegen die Flusstäler des Ebro im Nordosten, der ins Mittelmeer fließt, sowie von Duero, Tajo, Guadiana und Guadalquivir, die alle von Osten nach Westen in den Atlantik fließen.

Abb. 370: Die Lage der Kanarischen Inseln. 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A N T A B R I S C H E S %20G E B I R G E 17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A S T I L I S C H E S %

20S C H E I D E G E B I R G E 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I B E R I S C H E S %20G E B I R G E 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S I E R R A %20M O R E N A 20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E T I S C H E %20K O R D I L L E R E

381 Das Klima variiert wegen der Landschaft sehr stark: Neben mildem Klima an der nördlichen Atlantikküste gibt es im Binnenland heiße Sommer und kalte Winter sowie an der Mittelmeerküste milde Winter und heiße Sommer, wobei es im Süden sehr wenig Niederschlag gibt. Die Kanarischen Inseln gehören geografisch nicht zu Europa. Sie umfassen 7 492 km2 und sind durch vulkanische Aktivität entstanden; es ist anzunehmen, dass einige Vulkane noch aktiv sind. Die Inseln sind sehr gebirgig; auf Teneriffa liegt mit dem Teide (3 718 m) der höchste Berg Spaniens. Das Klima ist zwar subtropisch, aber wegen der Passatwinde, der Meeresströmungen und der gebirgigen Lage das ganze Jahr über angenehm.

53.3 Bevölkerung In Spanien leben etwa 47 Mio. Einwohner. Mit 93 Einwohnern pro km2 liegt es bei der Bevölkerungsdichte im europäischen Mittelfeld. Es gibt eine Minderheit von etwa 600 000 bis 800 000 spanischer Roma, die Gitanos genannt werden.

382

Abb. 371: Die wichtigsten Sprachen in Spanien nur Kastilisch Katalanisch Baskisch Galicisch

Erst in den letzten Jahren kamen Einwanderer nach Spanien, vor allem wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem EUBeitritt. Die größten Gruppen der etwa 6 Millionen stammen aus Rumänien (fast 800.000), Marokko (etwa 750.000), Ecuador (fast 500.000), Großbritannien (fast 400.000), Kolumbien (über 350.000), Argentinien (fast 300.000), Deutschland (etwa 250.000), Frankreich (über 200.000) und Bolivien (über 200.000). Die Sprache, die im Ausland als S PANISCH 21 bezeichnet wird, ist K ASTILISCH 22 ; es ist in ganz Spanien Amtssprache und wird von den meisten Bewohnern verstanden und gesprochen. Außerdem gibt es K ATALANISCH (K ATALAN ) 23 , G ALICISCH 24 und BASKISCH 25 , die in den jeweiligen Regionen ebenfalls Amtssprachen sind, sowie 21 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20S P A N I S C H 22 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S P A N I S C H E %20S P R A C H E 23 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A T A L A N I S C H E %20S P R A C H E 24 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /G A L I C I S C H E %20S P R A C H E 25 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A S K I S C H E %20S P R A C H E

383 einige lokale Sprachen – beispielsweise M ALLORQUIN 26 auf Mallorca als Variante von Katalan. Die römisch-katholische Kirche hat seit der Reconquista eine besondere Bedeutung und ist immer noch so etwas wie eine Staatskirche. Ihr gehören zwischen 76 % und 92 % der Bevölkerung an, doch sinkt die Anzahl der stark religiösen Mitglieder. Daneben gibt es Minderheiten von Moslems, anderen christlichen Konfessionen, Juden und Konfessionslose.

53.4 Sehenswürdigkeiten Spanien ist das zweitpopulärste Urlaubsland in der Welt. Über 60 Millionen Menschen besuchen Spanien jedes Jahr. Besonders beliebte Reiseziele sind Regionen für Badeurlaub, vor allem die Küsten und die Inseln, außerdem Städtereisen (Madrid, Barcelona) und auch Wintersportgebiete in den Pyrenäen oder der S IERRA N EVADA 27 . In Galicien liegt der wichtige Wallfahrtsort S ANTIAGO DE C OM POSTELA 28 , das Ziel zahlreicher Pilger auch aus Deutschland auf dem JAKOBSWEG 29 .

26 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M A L L O R Q U I N I S C H 27 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S I E R R A _N E V A D A _

%28S P A N I E N %29 28 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S A N T I A G O %20 D E % 20C O M P O S T E L A 29 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /J A K O B S W E G

384

Abb. 372: Die Stadtmauer von Ávila in Kastilien-León.

Abb. 375: Das GuggenheimMuseum in Bilbao.

Abb. 373: Der Löwenpalast in der Alhambra von Granada, einem Beispiel für maurische Kunst.

Abb. 374: Die Basilika „Sagrada Família“ in Barcelona.

Abb. 376: Die Eisenbahn zwischen Palma de Mallorca und Sóller.

Abb. 377: Pradollano in der Sierra Nevada.

54 Tschechien

Abb. 378: Die Lage Tschechiens in Europa.

Tschechien ist ein kleines Land in Mitteleuropa. Die amtliche Bezeichnung lautet Tschechische Republik; die Kurzform wird aber allgemein verwendet. 1 Es hat Grenzen mit D EUTSCHLAND 2 , P OLEN 3 , der S LOWAKEI 4 und Ö STERREICH 5 .

1 Im

Wikipedia-Artikel über T SCHECHIEN ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / gibt es Erläuterungen zu den verschiedenen Bezeichnungen. 2 Kapitel 16 auf Seite 95 3 Kapitel 41 auf Seite 269 4 Kapitel 51 auf Seite 361 5 Kapitel 40 auf Seite 259 W I K I /T S C H E C H I E N %23K U R Z F O R M %20 D E S %20L A N D E S N A M E N S }

385

386 Die Hauptstadt ist P RAG (P RAHA ) 6 . Andere große Städte sind Brünn (Brno), Ostrau (Ostrava) und Pilsen (Plzeˇn). 7 Die Währung ist die Tschechische Krone. Tschechien ist u.a. seit 1999 Mitglied der NATO und seit 2004 der E UROPÄISCHEN U NION 8 .

Abb. 379: Die Flagge Tschechiens.

6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P R A G 7 Vor

allem Ortsnamen werden in Deutschland mal deutsch, mal tschechisch geschrieben. Weil in Tschechien bis 1945 ein großer Teil der Bevölkerung Deutscher war und viele slawische Laute und Buchstaben für Deutsche ungewohnt sind, sind auch bei kleineren Städten die deutschen Bezeichnungen üblich; bei anderen Ländern gibt es deutsche Ortsnamen höchstens bei den größten Städten. Beispiele für Großstädte: Olmütz – Olomouc, Pilsen – Plzeˇn, Reichenberg – Liberec. ˇ Beispiele für kleinere Städte: Falkenau – Sokolov, Krumau – Ceský Krumlov, Leitmeritz – Litomˇeˇrice. Innerhalb Deutschlands können in der Regel die früheren deutschen Namen der Einfachheit halber weiterhin benutzt werden. Aus Respekt vor dem Partner sollte man aber im Gespräch mit Tschechen die heutige Bezeichnung, also den tschechischen Namen vorziehen. Siehe auch die L ISTE DEUTSCHER B EZEICHNUNGEN TSCHECHISCHER O RTE ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S T E %20 D E U T S C H E R % 20B E Z E I C H N U N G E N %20 T S C H E C H I S C H E R %20O R T E } . 8 Kapitel 3 auf Seite 15

387

Abb. 380: Das Königreich Böhmen im 14. Jahrhundert

54.1 Geschichte In der Zeit der Völkerwanderung kommen slawische Stämme in das Gebiet des heutigen Tschechiens, darunter die Böhmen (was die deutsche Bezeichnung von Tschechen ist) und Mähren. Aus dem Fürstentum Mähren (ab dem 8. Jahrhundert) und dem Herzogtum Böhmen (etwa ab 880) sowie Schlesien entsteht nach und nach das Königreich Böhmen, das zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation gehört. Beispielsweise wird König Karl IV. (1316–1378) auch Kaiser und wählt Prag zu seiner Residenzstadt. Nachdem die böhmischen Adligen 1526 den Habsburger Ferdinand I. zum König von Böhmen gewählt hatten, gehört das Königreich bis 1918 zu Habsburg, also zu Österreich bzw. Österreich-Ungarn. Dabei herrschen die Habsburger Könige zentral von Wien aus und unterdrücken die einheimische Kultur; beispielsweise durften keine Zeitungen in tschechischer Sprache erscheinen. Im Widerstand gegen diese Unterdrückung entsteht im Laufe des 19. Jahrhunderts ein neues tschechisches Nationalbewusstsein.

388 Nach dem Ersten Weltkrieg bilden Tschechen und Slowaken einen gemeinsamen Staat T SCHECHOSLOWAKEI 9 , in dem große Teile der Bevölkerung Deutsche und Ungarn sind. 10 Die Tschechoslowakei bleibt relativ stabil, bis die nationalsozialistische Propaganda die deutsche Bevölkerung gegen Tschechen und Slowaken aufhetzt. Nach dem Münchner Abkommen (Sept. 1938) werden die Sudeten an das Deutsche Reich angegliedert und der Süden und Osten der Slowakei an Ungarn und die Sowjetunion. Im März 1939 wird die Tschechoslowakei aufgelöst: Deutschland besetzt Tschechien als Protektorat Böhmen und Mähren; die Slowakei wird ein eigener Staat unter deutscher Kontrolle. Zum Ende des Zweiten Weltkrieg besetzt die Sowjetunion Tschechien und Slowakei; die gemeinsame Republik wird wiederhergestellt. Die deutsche Minderheit wird weitgehend vertrieben, und es kommt zu einem Bevölkerungsaustausch zwischen der Slowakei und Ungarn. Nach dem Ende des Kommunismus 1989/1990 kommt es zu immer größeren Meinungsverschiedenheiten zwischen Tschechen und Slowaken. Das gemeinsame Parlament beschließt das Ende der Republik; zum 1. Januar 1993 werden die Länder Tschechien und Slowakei selbständig. Wie in anderen ehemals kommunistischen Ländern geht der Wechsel zu Demokratie und wirtschaftlichem Aufschwung nicht ohne Probleme. Aber Tschechien entwickelt sich insgesamt gut. Es tritt 1999 der NATO und 2004 der Europäischen Union bei. Im Dezember 2007 entfallen die Grenzkontrollen nach dem Beitritt zum Schengener Abkommen.

9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /T S C H E C H O S L O W A K E I 10 Volkszählung 1921: etwa 6,8 Mio. Tschechen (50,1 %), 3,1 Mio.

Deutsche (22,9 %), 1,9 Mio. Slowaken (14,3 %), 0,7 Mio. Ungarn (5,5 %), 0,5 Mio. Russen und Ukrainer (3,4 %).

389

Abb. 381: Übersichtskarte

54.2 Landschaft und Klima Das Gesamtgebiet Tschechiens ist 78.864 km2 groß. Es wird von Randgebirgen begrenzt und besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die ebenfalls durch Gebirge voneinander getrennt sind. Die Randgebirge sind (beginnend im Süden und im Uhrzeigersinn fortlaufend): der Böhmerwald mit Höhen von 1.000 bis 1.400 m, der Oberpfälzer Wald (bis zu 1.042 m), das Erzgebirge im Nordwesten (bis zu 1.244 m), das Riesengebirge im Nordosten (die Schneekoppe ist mit 1.602 m der höchste Berg Tschechiens) sowie Teile der Karpaten im Osten an den Grenzen zu Polen und zur Slowakei. Zwischen Böhmen und Mähren liegt die Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m). Böhmen umfasst innerhalb dieser Gebirge das Tal der Elbe (Labe) und das Böhmische Mittelgebirge. Mähren hat einen Anteil am Wiener Becken mit dem wichtigsten Fluss March als Nebenfluss zur Donau („Namensgeber“ für Mähren, gleichzeitig Grenze zur Slowakei) und deren Nebenflüssen.

390 Tschechien hat ein gemäßigtes Kontinentalklima mit relativ heißen Sommern und kalten, bewölkten Wintern, oft auch mit Schnee. Am häufigsten regnet es während des Sommers. Der Temperaturunterschied zwischen Sommer und Winter ist relativ hoch wegen seiner landumschlossenen geografischen Lage. Sogar innerhalb Tschechiens ändern sich Temperaturen außerordentlich abhängig von der Höhenlage: Je höher die Berge, desto kälter und feuchter ist es. Schnee gibt es vor allem in den Bergen und manchmal in den Hauptstädten und im Tiefland. Im Frühling ist der Wasserpegel in den Flüssen wegen der Schneeschmelze hoch, es kommt oft zu Überschwemmungen.

54.3 Bevölkerung Tschechien hat eine Bevölkerung von etwa 10,5 Millionen. Mit einer Bevölkerungsdichte von 130 Einwohnern pro km2 liegt es im oberen Mittelfeld Europas. Ungefähr 90 % bezeichnen sich als Tschechen. Als einheimische Minderheiten zählen Mährer, Roma, Slowaken, Schlesier, Polen und Deutsche. Inzwischen gibt es etwa 4 % Ausländer, davon vor allem Ukrainer, Slowaken und Vietnamesen. T SCHECHISCH 11 ist die offizielle Sprache Tschechiens. In manchen Bereichen ist S LOWAKISCH 12 dem Tschechischen gleichgestellt; außerdem können die Minderheiten ihre eigenen Sprachen benutzen. Der größte Teil der Bevölkerung (etwa 60 %) gibt kein religiöses Bekenntnis an. Die anderen Einwohner gehören überwiegend (27 %) zur römisch-katholischen Kirche, daneben gibt es kleine Gruppen 11 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20T S C H E C H I S C H 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S L O W A K I S C H E %20S P R A C H E

391 von anderen christlichen Konfessionen, Buddhisten, Juden und Muslimen.

54.4 Sehenswürdigkeiten Es gibt mehrere Zentren der Reisetätigkeit: Die historische Stadt Prag ist die primäre Touristenattraktion, und die Stadt ist auch der wichtigste Ausgangspunkt für Touristen, die andere Teile des Landes besuchen. Prag ist für seine berühmte Altstadt und seine schöne Architektur bekannt. Viele andere Städte ziehen ebenfalls Touristen an, vor allem solche mit historischen Stadtzentren oder die Kurortstädte wie Karlovy Vary (Karlsbad), Mariánské Láznˇe (Marienbad, u.a. mit Goethe als berühmtem Kurgast) und Františkovy Láznˇe (Franzensbad). Andere populäre Reiseziele sind die vielen Schlösser und Burgen ˇ wie diejenigen in Karlštejn, Konopištˇe und Ceský Krumlov. Die abseits der Städte liegenden Gebiete wie die Gebirgsregionen ziehen Besucher an, die Freiheit und Natur suchen. Viele dieser Gegenden sind auch für Wintersport bekannt.

Abb. 382: Brücken in Prag über die Moldau

Abb. 383: Die Prager Burg auf dem Hradschin

Abb. 384: Burg Karlstein

392

Abb. 385: Der Marktplatz in Cheb (dt. Eger)

Abb. 386: MährischSchlesische Beskiden

Abb. 387: Die Schneekoppe im Riesengebirge

55 Türkei

Abb. 388: Die Lage der Türkei in Europa und Asien.

Die Türkei ist ein großes Land im Übergang von Südosteurupa und Asien. Sie grenzt an G RIECHENLAND 1 , B ULGARIEN 2 , G EORGIEN 3 , A RMENIEN 4 , A SERBAIDSCHAN 5 , den I RAN 6 , den I RAK 7 und S YRIEN 8 und hat lange Küsten zum Mittelmeer, zur Ägäis und zum Schwarzen Meer. Der europäische Teil wird Thrakien genannt, der asiatische Teil Anatolien und wurde früher als Kleinasien bezeichnet. Die Meeresverbindungen zwischen Ägäis und Schwarzem Meer heißen Dardanellen, Marmarameer und Bosporus. 1 Kapitel

22 auf Seite 155 14 auf Seite 83 3 Kapitel 21 auf Seite 151 4 Kapitel 10 auf Seite 57 5 Kapitel 11 auf Seite 63 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I R A N 7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I R A K 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S Y R I E N 2 Kapitel

393

394 Die Hauptstadt ist A NKARA 9 . Die größte Stadt ist Istanbul (die einzige Metropole, die auf zwei Kontinenten liegt), andere Millionenstädte sind Izmir, Bursa, Adana und Gaziantep. Die Währung ist die Türkische Lira. Die Türkei ist u.a. Mitglied der NATO, aber nicht Mitglied der E U ROPÄISCHEN U NION 10 . Seit einigen Jahren laufen Beitrittsverhandlungen; es ist aber nicht sicher, ob sie zu einer Mitgliedschaft führen, auch weil viele deutsche Politiker dagegen sind.

Abb. 389: Die Flagge der Türkei.

55.1 Geschichte Der Übergang zwischen Europa und Asien ist seit Urzeiten besiedelt und geschichtlich interessant. Unter anderem gab es Machtgebiete der Hethiter, Griechen, Phryger, Lyder, Assyrer und Perser. Viele Städte werden durch Griechen gegründet, unter anderem Byzanz. Durch Alexander den Großen kommt ganz Kleinasien unter griechischen Einfluss. Später gehört es zum Römischen Reich. Das Byzantinische Reich (330 bis 1453) 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A N K A R A 10 Kapitel 3 auf Seite 15

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Abb. 390: Im Jahr 717

Abb. 393: Im Jahr 1180

Abb. 391: Im Jahr 1025

Abb. 392: Im Jahr 1095

Abb. 394: Im Jahr 1265

Im Jahre 330 wird Byzanz zur Hauptresidenz von Kaiser Konstantin, der sie ausbaut und in Konstantinopel umbenennt. Es wird die Hauptstadt des Oströmischen Reichs nach der Reichsteilung 397, das sehr oft Byzantinisches Reich genannt wird. Dieses Reich ist das Zentrum des orthodoxen Christentums (Rom ist das Zentrum des katholischen Christentums). Es verliert im Laufe der Jahrhunderte immer mehr Macht in Kämpfen mit den Nachbarn, behauptet sich aber gegen die muslimischen Araber. Der Aufstieg des Osmanischen Reiches

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Abb. 398

Abb. 399

Abb. 400

Ab dem 8. Jahrhundert breiten sich türkische Stämme von ihrem ursprünglichen Siedlungsgebiet im heutigen Kasachstan über Mittelund Vorderasien aus. Dabei übernehmen sie den Islam als Religion. Ab dem 11. Jahrhundert erobern sie Teile von Kleinasien und errichten zunächst ein eigenes Reich, das Sultanat der Rum-Seldschuken. Dieses zerfällt in einzelne Fürstentümer; eines davon wird ab 1299 unter Osman I. (1259–1326) zur vorherrschenden Macht, erobert 1453 Konstantinopel und wird als Osmanisches Reich eine führende Macht in Europa und Vorderasien. Der Führer des Osmanischen Reiches trägt den Titel Sultan und ist seit der Eroberung Ägyptens auch Kalif, also ein Oberhaupt des Islam. Für die Stadt Konstantinopel werden verschiedene Bezeichnungen verwendet; ab 1930 ist Istanbul der amtliche Name. Der Niedergang des Osmanischen Reiches Ab Mitte des 16. Jahrhunderts verliert das Osmanische Reich im Kampf u.a. gegen Spanien, Österreich-Ungarn und Russland immer mehr Einfluss. Der Seeweg um Afrika oder die Entdeckung Amerikas und die Bildung von Kolonien stärken die christlichen Staaten und schwächen die Stellung des Osmanischen Reichs. Auch führen innere Probleme – Käuflichkeit von Ämtern, Versteigerung von Steuern, Korruption oder fehlende technische Entwicklung – zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rückständigkeit. Gleichzeitig streben die verschiedenen Völker nach Unabhängigkeit. Dies und wirtschaftliche Probleme führen 1909 zu einem Staatsstreich, nach

397 dem der Sultan seine Macht weitgehend verliert und ein parlamentarisches System entsteht. Das Ende des Osmanischen Reiches Nach den Niederlagen in den Balkankriegen 1912/13 und den Verlusten im Vorderen Orient im Ersten Weltkrieg wird 1920 der größte Teil des Osmanischen Reiches von Briten, Franzosen, Griechen und der Sowjetunion besetzt; die Regierung des Sultans verzichtet auf die staatliche Selbständigkeit. Aber eine republikanische Regierung im nicht besetzten Ankara vertreibt unter der Führung des Generals M USTAFA K EMAL PASCHA 11 die Griechen aus Anatolien; Mustafa Pascha wird deshalb später Atatürk („Vater der Türken“) genannt. Vor den Verhandlungen mit den Besatzungsmächten 1923 wird der Sultan abgesetzt und das Kalifat abgeschafft. Das Osmanische Reich wird zur Türkischen Republik; im Vertrag von Lausanne werden die heutigen Grenzen der Türkei festgelegt. Die Entwicklung der modernen Türkei Atatürk, seine Berater und seine Nachfolger wollen die Türkei zu einem modernen, nichtreligiösen Staat mit Orientierung nach Europa machen. Anstelle des islamischen Rechts werden das Schweizer Zivilrecht, das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht übernommen. 1926 wird die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender ersetzt. Statt der arabischen Schrift wird das lateinische Alphabet benutzt, für viele arabische Fremdwörter werden türkische Begriffe verwendet. Verbindlich werden Nachnamen eingeführt. Das gesamte System wird als Kemalismus bezeichnet; das Militär fühlt sich als „Hüter“ des Systems. Mehrfach (1960, 1970, 1980) setzen die führenden Militärs zivile Regierungen ab, wenn die Militärs glauben, dass die Regierung nicht genügend den Grundlagen des Kemalismus folgt oder das Wohl 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M U S T A F A %20K E M A L %20A T A T %

FC R K

398 des Volkes missachtet. Bis heute ist die Machtverteilung zwischen Regierung und Militärs nicht geregelt. Ebenso gibt es Auseinandersetzungen über den Einfluss der Religion auf die Politik und das tägliche Leben. Beispiel: In Schulen und Universitäten sind Kopftücher verboten. Auch führt der türkische Nationalismus nach wie vor zu Einschränkungen der kurdischen Minderheit oder der Christen.

Abb. 401: Übersichtskarte.

55.2 Landschaft und Klima Die Türkei ist insgesamt 814.578 km2 groß. Der asiatische Teil Anatolien umfasst ungefähr 97 %, der europäische Teil Thrakien etwa 3 %. Die Küstengebiete sind hügelig und werden landwirtschaftlich genutzt; außerdem gibt es viele Sträucher und Wälder. Das Klima ist eher feucht und warm. Das Innere des Landes ist gebirgig und sehr trocken; Landwirtschaft gibt es nur in der Nähe der Flüsse. Zur Ausweitung der landwirtschaftlichen Nutzung sollen an Euphrat und Tigris eine Reihe von Staudämmen gebaut werden.

399 In den gebirgigen Teilen schwanken die Temperaturen zwischen Sommer und Winter sehr stark. Der höchste Berg ist der Ararat (5.137 m) im Osten des Landes; er wird bereits in der Bibel als Landeplatz der Arche Noah erwähnt. Es gibt mehrere weitere Berge mit mehr als 3000 m Höhe. Neben Euphrat und Tigris ist der Kızılırmak der längste Fluss in der Türkei (oft falsch geschrieben als Kizilirmak, in der Antike hieß er Halys), der in das Schwarze Meer mündet. Außerdem gibt es viele Seen; der größte ist der Vansee (Van Gölü) im Osten mit etwa 3.755 km2 Größe auf einer Höhe von 1.719 m über dem Meeresspiegel. Die Türkei gehört zu den Gebieten der Erde, die am stärksten erdbebengefährdet sind, weil sie an mehrere Platten der Erdkruste grenzt. Aus dem gleichen Grund sind viele Berge durch vulkanische Tätigkeit entstanden.

55.3 Bevölkerung In der Türkei leben über 72 Millionen Menschen; die Zahl steigt weiterhin (zeitweise um eine Million pro Jahr). Die Zugehörigkeit zu Volksgruppen ist nicht genau zu bestimmen, weil die Türkei sich als einheitlicher Nationalstaat der Türken versteht, das Türkische bevorzugt und Minderheiten teilweise auch als Türken ansieht. Es gibt etwa 80 % Türken, etwa 15 % Kurden, etwa 4 % Zaza sowie vor allem Tscherkessen, Bosniaken, Araber und Albaner. Von den großen Minderheiten von Armeniern und Griechen sind nach dem Völkermord an den Armeniern (1915–1917) und Vertreibungen um 1923 nur noch kleine Reste geblieben. Erst in den letzten Jahren werden die Rechte der Minderheiten besser beachtet (z.B. mit Fernsehsendungen in kurdischer Sprache).

400 Die Amtssprache ist T ÜRKISCH 12 , das von 80 % der Bevölkerung als Muttersprache und von weiteren 10 bis 15 % als Zweitsprache gesprochen wird. Die wichtigsten Minderheitensprachen sind N ORDKURDISCH 13 , Z AZIKI 14 , A RABISCH 15 , A SERBAIDSCH ANISCH 16 und K ABARDINISCH 17 (Ost-Tscherkessisch). Die wichtigste Religion ist der Islam, zu dem etwa 99 % der Bevölkerung gehören sollen. Diese Zahl stimmt aber nicht wirklich, weil es keinen Austritt aus dem Islam gibt, sondern höchstens eine Erklärung, dass sich jemand zu einer anderen Religion bekennt. Offiziell ist die Türkei kein religiöses Land (man nennt das „laizistisch“, siehe das Kopftuchverbot). Aber die meisten islamischen Einrichtungen (Moscheen, Koran-Kurse, Ausbildung von Imamen usw.) werden von einer staatlichen Behörde, dem Präsidium für Religionsangelegenheiten, verwaltet. Die Menschen leben inzwischen überwiegend in Städten; vor allem der Nordosten und der Südosten sind sehr dünn besiedelt. In der Provinz Istanbul leben allein etwa 13 Mio. Menschen, in den Provinzen Ankara 4 Mio. und Izmir 3,5 Mio. Der europäische Teil hat (ohne Istanbul) etwa 1,5 Mio. Einwohner, der asiatische Teil etwa 57,5 Mio.

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2F%20T%FC R K I S C H 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K U R M A N D S C H I 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /Z A Z I K I 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A R A B I S C H E %20S P R A C H E 16 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A S E R B A I D S C H A N I S C H E %

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401

55.4 Sehenswürdigkeiten Die Türkei ist ein faszinierendes Reiseland. Am interessantesten ist natürlich Istanbul mit Zeugnissen aus fast drei Jahrtausenden von den Griechen und Römern (Hippodrom) über die Byzantiner (mehrere Kilometer Stadtmauer, Hagia Sophia und andere Kirchen) bis zu den Osmanen (viele Paläste, vor allem den Sultanspalast Topkapı Sarayı, und Moscheen). Außerdem ist es eine orientalische Stadt mit vielen Basaren und eine moderne Stadt (z.B. mit den Brücken über den Bosporus). Vor allem im westlichen Teil Kleinasiens gibt es viele historische Stätten aus der griechischen Zeit: z.B. Troja, Izmir (griech. Smyrna), Ephesus, Pamukkale (dazu Hierapolis). Vor Istanbul war Bursa die Hauptstadt des Osmanischen Reiches. Auch die Landschaft bietet viel Sehenswertes: Kappadokien (mit Höhlenwohnungen) oder den Osten mit dem Vansee und dem Ararat. Außerdem gibt es die „üblichen“ Ziele zur Erholung, vor allem am Mittelmeer und an der Ägäis.

Abb. 402: Istanbul: Yedikule als Teil der Stadtmauer (4. Jahrhundert).

Abb. 403: Istanbul: Die Galata-Brücke am Goldenen Horn.

Abb. 404: Istanbul: Der „Versunkene Palast“ Y EREBATAN S ARNICI 18 , eine spätantike Zisterne.

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Abb. 405: Istanbul: Die zweite Brücke (1988) über den Bosporus.

Abb. 408: Der Wasserfall von Manavgat (75 km von Antalya entfernt).

Abb. 406: Blick auf Bursa vom Uluda˘g aus.

Abb. 409: Die unterirdische Stadt von Derinkuyu in Kappadokien.

Abb. 407: Der Berg Ararat.

56 Ukraine

Abb. 410: Die Lage der Ukraine in Europa.

Die Ukraine ist das größte Land, das vollständig in Europa liegt. Es liegt in Osteuropa und grenzt an die RUSSISCHE F ÖDERATION 1 , M OLDAWIEN 2 , RUMÄNIEN 3 , U NGARN 4 , die S LOWAKEI 5 , P OLEN 6 und W EISSRUSSLAND 7 . Außerdem hat es Küsten zum Schwarzen Meer und zum Asowschen Meer. Die Hauptstadt ist K IEW 8 . Weitere Millionenstädte sind Charkiw, Dnipropetrowsk und Odessa. Die Währung heißt Hrywnja.

1 Kapitel

44 auf Seite 295 35 auf Seite 231 3 Kapitel 43 auf Seite 287 4 Kapitel 57 auf Seite 411 5 Kapitel 51 auf Seite 361 6 Kapitel 41 auf Seite 269 7 Kapitel 60 auf Seite 437 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K I E W 2 Kapitel

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404 Die Ukraine ist u.a. Gründungsmitglied der Vereinten Nationen. Sie gehört nicht zur E UROPÄISCHEN U NION 9 , arbeitet aber in vielen Bereich mit der EU und ihren Mitgliedsstaaten zusammen.

Abb. 411: Die Flagge der Ukraine.

56.1 Geschichte Durch schwedische Seefahrer, die Wikinger, genauer deren Kriegerkaufleute wird ab dem achten Jahrhundert nach Christus ein russisches Land gegründet, als diese die Flüsse hinauffahren, sich mit der slawischen Bevölkerung mischen und mit ihr zusammen das Land besiedeln; dieses Land wird Kiewer Rus genannt. Im Zuge von Kriegen um den Thronnachfolger (Erbfolgekriege) beginnt das alte russische Reich am Anfang des 12. Jahrhunderts zu zerfallen, sodass die anstürmenden Mongolen unter Dschingis Khan und seinen Nachfolgern den größten Teil des damaligen russischen Reiches beherrschen. Die Gebiete der heutigen Ukraine werden schon bald von L ITAUEN 10 erobert, das später eine Personalunion mit Polen einge9 Kapitel 10 Kapitel

3 auf Seite 15 31 auf Seite 211

405 ht. Die Ukraine gelangt damit ab dem 16. Jahrhundert in den polnischen Herrschaftsbereich. Ab 1654 bis zu den polnischen Teilungen 1772–1795 wird der größte Teil der Ukraine von Russland erobert; das Land wird (in Erinnerung an die Kiewer Rus) oft als Kleinrussland und auch als Ruthenien bezeichnet; der Name Ukraine bürgert sich erst im 19. Jahrhundert ein. Nach dem Ersten Weltkrieg wird die Ukraine nach zwei blutigen Bürgerkriegen Teil der S OWJETUNION 11 . Im Zweiten Weltkrieg wird die Ukraine von Deutschland besetzt und ausgeplündert. Bis zu einer Million jüdischer Ukrainer werden ermordet; weitere 5,5 Mio. ukrainische Zivilisten sterben. Am Ende des Zweiten Weltkriegs sind nach den Zerstörungen durch die Deutschen etwa 10 Mio. Ukrainer obdachlos. Nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Ostteil Polens der Ukraine zugeschlagen. Die polnische Bevölkerung wird teils ausgesiedelt, teils vertrieben; umgekehrt wird die ukrainische Minderheit aus Polen in die Ukraine umgesiedelt. Im Zuge der Auflösung der Sowjetunion wird die Ukraine 1991 unabhängig. Vor allem in der östlichen Hälfte gibt es weiterhin eine große russische Minderheit. Wegen der Konkurrenz zwischen den Bevölkerungsgruppen und wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten suchen die Politiker der Ukraine seither erfolglos einen Weg zwischen der Russischen Föderation und der Europäischen Union.

11 Kapitel

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Abb. 412: Übersichtskarte.

56.2 Landschaft und Klima Die Fläche umfasst 603.700 km2 . Das Land wird größtenteils zur O STEUROPÄISCHEN E BENE 12 gezählt. Dazu gehören vor allem die Tiefebene um den Fluss Dnepr und die Schwarzmeerküste sowie die etwas höher gelegenen „Platten“ (zwischen 200 m und etwa 500 m Höhe). Die Platten sind reich an Rohstoffen (Eisenerz, Kohle) und werden von zahlreichen Flüssen durchschnitten. Die Halbinsel Krim zählt zu Südosteuropa und hat ein eigenes Gebirge mit Bergen bis zu 1.545 m Höhe. Der Westrand mit einem Teil der K ARPATEN 13 und dem Rand der U NGARISCHEN T IEFEBENE 14 zählt zu Mitteleuropa. In den Ostkarpaten liegt mit dem Howerla (2.061 m Höhe) der höchste Berg der Ukraine. Das Klima unterscheidet sich in den verschiedenen Regionen sehr stark. Der Nordwesten hat noch relativ viel Niederschlag, aber 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S T E U R O P %E4 I S C H E %20E B E N E 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A R P A T E N 14 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P A N N O N I S C H E %20T I E F E B E N E

407 schlechte Böden, und er ist von der Tschernobyl-Katastrophe stark betroffen. Das Zentrum ist sehr fruchtbar und hat mittlere Niederschlagsmengen; es zählte zu Zeiten der Sowjetunion als „Kornkammer“. Auch die Küstengebiete sind sehr fruchtbar; mit milden Wintern werden sie für Obst- und Weinanbau genutzt. Im Südosten gibt es relativ wenig Niederschlag und heiße Sommer; trotz fruchtbarer Böden wird es erst in den letzten Jahrzehnten mit künstlicher Bewässerung stärker genutzt.

Abb. 413: Der Massandra-Palast auf der Krim.

56.3 Bevölkerung Die Ukraine hat ungefähr 46 Millionen Einwohner; die Bevölkerungsdichte beträgt etwa 78 Einwohner pro km2 . Ukrainer stellen etwa 77 %, Russen etwa 17 %. Die größten weiteren Minderheiten sind Rumänen, Tataren, Weißrussen, Bulgaren, Ungarn, Polen und Armenier. Etwa drei Viertel der Bevölkerung sprechen U KRAINISCH 15 als Muttersprache oder als Zweitsprache; etwa ebenso viele sprechen 15 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U K R A I N I S C H E %20S P R A C H E

408 RUSSISCH 16 . Die Amtssprache ist Ukrainisch, aber Russisch wird selbst in der Hauptstadt im Alltag oft verwendet. Es gibt deshalb starke Bestrebungen, Russisch zur gleichberechtigten zweiten Amtssprache zu machen. Die Ukraine ist traditionell ein konfessionell gemischtes Land. Fast die Hälfte der Bevölkerung gehört verschiedenen orthodoxen Kirchen an. Etwas mehr als 10 % gehören zur griechischkatholischen Kirche. Daneben gibt es vor allem Muslime (4 %), evangelische Christen (2,7 %) und römisch-katholische Christen (2,3 %). Etwa 6 % sind Atheisten oder gehören anderen Religionen an.

Abb. 414: Das Kernkraftwerk von Tschernobyl am Rande der Ukraine.

56.4 Die Katastrophe von Tschernobyl Bei Informationen über die Ukraine muss das schlimmste Unglück bei der zivilen Nutzung der Kernkraft erwähnt werden. Das 16 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

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409 Kernkraftwerk Tschernobyl befindet sich im Norden der Ukraine nahe der ukrainisch–weißrussischen Grenze – etwa vier Kilometer von der Stadt Prypjat und 18 Kilometer von Tschernobyl entfernt – und ging zwischen 1978 und 1983 in Betrieb (also zur Zeit der Sowjetunion). Am 26. April 1986 gab es eine Kernschmelze und eine Explosion im Block 4 des Reaktors. Ursache waren gravierende Konstruktionsmängel sowie Planungs- und Bedienungsfehler bei einem Versuch. Große Mengen an radioaktivem Material wurden in die Luft geschleudert und verteilten sich hauptsächlich über die Region nordöstlich von Tschernobyl, aber auch über viele andere Regionen Europas. Der Unfall führte bei einer nicht genau bekannten Zahl von Menschen zum Tod. (Verschiedene Berechnungen nennen zwischen 25.000 und über 100.000 Toten innerhalb von 20 Jahren.) Bei vielen Erkrankungen wird die Strahlung als mögliche Ursache angesehen. Dazu kommen psychische, soziale, ökologische und ökonomische Schäden. Der Boden in vielen betroffenen Gegenden ist weiterhin radioaktiv verseucht. Selbst bei den Waldbränden in Russland 2010 wurde befürchtet, dass radioaktive Stoffe erneut aufgewirbelt und verbreitet werden.

56.5 Sehenswürdigkeiten In der Ukraine gab es schon im 19. Jahrhundert viel Tourismus. Vor allem die Schwarzmeerküste und die Krim waren zur Zeit der Sowjetunion die beliebtesten Reiseziele. Sehenswert sind z.B. die Städte Kiew (Hauptstadt), Lemberg (Lwów, gehörte bis 1945 zu Polen bzw. Österreich-Ungarn), Odessa oder Jalta (auf der Krim). Interessante Landschaften sind z.B.

410 die Krim, die Küsten des Schwarzen Meeres und des Asowschen Meeres, das Donau-Delta oder die Karpaten.

57 Ungarn

Abb. 415: Die Lage Ungarns in Europa.

Ungarn ist ein kleines Land in Mitteleuropa. Es grenzt an Ö STER REICH 1 , die S LOWAKEI 2 , die U KRAINE 3 , RUMÄNIEN 4 , S ERBIEN 5 , K ROATIEN 6 und S LOWENIEN 7 . Die Hauptstadt ist B UDAPEST 8 , das sich aus den beiden inzwischen verschmolzenen Städten Buda und Pest zusammensetzt. Andere große Städte sind Debrecen (Debreczin), Miskolc (Mischkolz), 1 Kapitel

40 auf Seite 259 51 auf Seite 361 3 Kapitel 56 auf Seite 403 4 Kapitel 43 auf Seite 287 5 Kapitel 49 auf Seite 343 6 Kapitel 28 auf Seite 195 7 Kapitel 52 auf Seite 369 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B U D A P E S T 2 Kapitel

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412 Szeged (Szegedin) oder Pécs (Fünfkirchen). Forint.

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Die Währung ist der

Ungarn ist u.a. seit 2004 Mitglied der E UROPÄISCHEN U NION 10 .

Abb. 416: Die Flagge Ungarns.

57.1 Geschichte Die Vorfahren der Ungarn, die sich selbst Magyaren nennen, stammen wie die mit ihnen verwandten Finnen und Esten aus dem Inneren Asiens. Sie sind im Laufe der Zeit immer weiter nach Westen gezogen und siedeln etwa ab dem 10. Jahrhundert in der Pannonischen Tiefebene. Die Ausbreitung nach Westen wird erst 955 durch den deutschen König Otto I. (später Kaiser) in der Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg) gestoppt. 9 Wegen

der langen gemeinsamen Geschichte zwischen Deutschen und Ungarn und des deutschen Teils der Bevölkerung gibt es für sehr viele ungarische Ortsnamen auch deutsche Bezeichnungen. Anders als für Polen, Tschechien oder auch Rumänien werden für Ungarn die deutschen Bezeichnungen nur noch selten benutzt – vor allem dann, wenn die Aussprache des ungarischen Namens unbekannt ist. Siehe auch die L ISTE DEUTSCHER B EZEICHNUNGEN UNGARISCHER O RTE ˆ{ H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L I S T E %20 D E U T S C H E R % 20B E Z E I C H N U N G E N %20 U N G A R I S C H E R %20O R T E } . 10 Kapitel 3 auf Seite 15

413 Im Jahr 1000 wird Ungarn durch István I. (Stephan) als Königreich gegründet. Nach und nach kommen Kroatien und die Slowakei zu Ungarn; zeitweise ist es auch mit Böhmen und Polen in Personalunion verbunden. Im 13. Jahrhundert gibt es Überfälle und Besetzung durch die Mongolen, seit 1396 Angriffe des Osmanischen Reichs. Seit 1526 wird der Habsburger König (siehe Österreich) auch zum König von Ungarn gekrönt. 1526 erobern die Türken große Teile des Landes, und es bricht in drei Teile auseinander: das Königreich Ungarn (vor allem Nordwestungarn und Slowakei) als Teil Österreichs, Siebenbürgen als eigener, aber vom Osmanischen Reich abhängiger Staat und Zentralungarn als Teil des Osmanischen Reichs. Nach der Niederlage der Türken vor Wien 1683 verlieren sie kurz danach große Teile ihrer Macht in Mittel- und Osteuropa; Ungarn wird 1699 als Teil von Österreich wieder vereinigt. Nach mehreren Aufständen gegen die Habsburger Könige (vor allem 1703–1711 und 1848–1849) akzeptiert Österreich die Eigenständigkeit von Ungarn; das Reich heißt ab 1867 Österreich-Ungarn.

Abb. 417: Das Ende Österreich-Ungarns 1919

Nach dem Ersten Weltkrieg wird Ungarn ein eigener Staat. Als ein Nachfolger von Österreich-Ungarn gehört es zu den Verlierern im Ersten Weltkrieg: Zwei Drittel seines Territoriums gehen an Nachbarländer und neue Staaten. Fast 3,5 Millionen Ungarn

414 werden nun zu Minderheiten in Rumänien, der Slowakei und Jugoslawien. Im Zweiten Weltkrieg schließt sich Ungarn den faschistischen Achsenmächten an. 1945 kommt Ungarn unter sowjetische Kontrolle. 1956 gibt es eine Revolte gegen die kommunistische Regierung, die allerdings niedergeschlagen wird. 1989 wird Ungarn eine demokratische Republik und spielt eine wichtige Rolle bei der Auflösung des Ostblocks. Wie auch in den anderen ehemaligen Ostblockstaaten gibt es seither ein Hin und Her in der Innenpolitik und Schwierigkeiten bei der wirtschaftlichen Entwicklung. Aber weitgehend unbestritten ist im Lande die Zuwendung zur Europäischen Union, deren Mitglied Ungarn 2004 wird.

Abb. 418: Übersichtskarte.

57.2 Landschaft und Klima Mit 93.036 km2 gehört Ungarn zu den mittelgroßen Ländern Europas. Es umfasst den größten Teil der PANNONISCHEN T IEFEBENE 11 , die auch Pannonisches Becken oder Karpatenbecken genannt wird. Dazu gehören die Kleine Ungarische Tiefebene im 11 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P A N N O N I S C H E %20T I E F E B E N E

415 Nordwesten (im Grenzgebiet zu Österreich und der Slowakei mit sehr fruchtbaren Böden) und die Große Ungarische Tiefebene im größten Teil des Landes („Puszta“) mit dem Mittelteil der Donau und deren Nebenflüssen Theiß (östlich der Donau) und Drau, die auch Grenzfluss zu Kroatien ist. Etwa die Hälfte des Landes liegt tiefer als 120 m und ist überwiegend flach. Die ungarischen Mittelgebirge erstrecken sich vom Nordosten entlang der Grenze zur Slowakei bis zum Bakonywald nördlich des P LATTENSEES (BALATON ) 12 und dem Hügelland an der Grenze zu Slowenien. Außerdem gibt es das Mecsekgebirge im Süden westlich der Donau. Der höchste Berg ist der Kékes mit 1.015 m Höhe. Aufgrund der geringen Höhe der Gebirge sind sie überwiegend mit Wald bedeckt. Der größte See ist der Balaton mit 594 km2 , der zweitgrößte See der Neusiedler See mit 320 km2 . Dieser gehört zu drei Vierteln zu Österreich; besonders bemerkenswert sind seine geringe Tiefe (max. 1,8 m) und sein Schilfgürtel, der über die Hälfte der Fläche umfasst. Wegen der Binnenlage und der abschirmenden Wirkung der Gebirge (Alpen im Westen, Mittelgebirge und Karpaten im Norden und Osten, Balkan im Süden) hat Ungarn ein relativ trockenes Kontinentalklima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Westen durchschnittlich 800 Millimeter, während es in den östlichen Landesteilen auch weniger als 500 Millimeter sein können.

57.3 Bevölkerung Ungarn hat eine Bevölkerung von ungefähr 10 Millionen. Etwa 92 % sind Ungarn; nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es noch Minderheiten 12 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A L A T O N

416 von Roma (1,9 %) und Deutschen (0,6 %) sowie kleinere Gruppen von Völkern der Nachbarstaaten. Dementsprechend wird vor allem die Amtssprache U NGARISCH 13 gesprochen. Wegen der gemeinsamen Geschichte ist D EUTSCH 14 noch verbreitet; andere übliche Sprachen sind unter der jüngeren Generation E NGLISCH 15 sowie unter der älteren Generation RUSSISCH 16 . Der größte Teil der ungarischen Bevölkerung sind katholische Christen (etwa 54 %). Daneben gibt es Protestanten (19 %) und andere christliche Konfessionen (1 %) sowie viele kleine Gruppen. Etwa ein Viertel der Bevölkerung ist nicht religiös oder macht keine Angaben zum Glauben.

57.4 Sehenswürdigkeiten Es gibt viele Dinge in Ungarn zu sehen. In Budapest ist die Donau die eigentliche Hauptattraktion; sie wird im Stadtgebiet von neun markanten Brücken überspannt. Der Országház ist eines der sensationellsten Parlamentsgebäude in Europa. Gegenüber ist der Reichspalast, der Wohnsitz der früheren Herrscher. In der Nähe auf dem H˝osök Tére (Heldenplatz) ist die steinerne Säule des Erzengel Gabriel mit der Krone des heiligen Stefan und einer Flamme als Mahnmal für die Gefallenen. Um die Säule herum gibt es viele Statuen zum Gedenken an berühmte Persönlichkeiten. Außerdem gibt es die Basilika des Heiligen Stephan, 13 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20U N G A R I S C H 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20D E U T S C H 15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20E N G L I S C H 16 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20R U S S I S C H

417 dem Schutzpatron Ungarns aus den Jahren 1867 bis 1906. Nicht nur für Kinder interessant ist der Rundgang durch ein Labyrinth unter der Stadt. 17 Die Stadt Gy˝or ist in Ungarn wegen ihrer Süßigkeiten berühmt. Die Stadt selbst rühmt sich eindrucksvoller Rathaus- sowie Uferspaziergänge entlang der Donau. Im Landesinneren liegt der berühmte Plattensee (Balaton), ein Liebling sowohl der einheimischen Bevölkerung als auch der Touristen. Als See in einem Binnenland mit oft sehr seichtem Strand ist er ein beliebtes Urlaubsziel. Der Balaton ist 79 km lang und bis zu 12,7 km breit. Die am Seeufer liegende Städte Siofok und Balatonfüryed sind populäre Reiseergänzungen. Eine kulturelle Hauptanziehungskraft am See ist die Halbinsel von Tihany mit einer mittelalterlichen Abtei, einem religiösen Zentrum. Heute ist dort das Mausoleum von Károly IV., dem letzten König Ungarns.

Abb. 419: Országház, das Parlament in Budapest.

Abb. 420: Heldenplatz in Budapest. Abb. 421: Tihany Abtei am Balaton, Mausoleum von Károly IV.

17

L ABYRINTH B URGVIERTEL ˆ{ H T T P :// W W W . B U D A P E S T - S E R V I C E . D E / S E H E N S W E R T E S- B U D A P E S T- L A B Y R I N T H- B U R G V I E R T E L.S H T M L}

418

Abb. 422: Ziehbrunnen und Weide in der Puszta.

58 Vatikanstadt

Abb. 423: Die Lage der Vatikanstadt innerhalb Italiens.

Die Vatikanstadt (kurz auch Vatikan genannt) ist ein unabhängiger Staat, der als Enklave in I TALIEN 1 innerhalb der Stadt Rom liegt. Die Währung ist der Euro. Die Vatikanstadt ist zu unterscheiden von der Zentrale der Römischkatholischen Kirche, die der Heilige Stuhl genannt wird. Dazu zählen der Papst als Oberhaupt und die römische Kurie als Leitung und Verwaltung. Die Vatikanstadt gehört keiner internationalen Organisation an; diplomatische Beziehungen zu anderen Ländern werden vom Heiligen Stuhl wahrgenommen.

1 Kapitel

25 auf Seite 175

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420

Abb. 424: Die Flagge der Vatikanstadt.

Abb. 425: Der Kirchenstaat (engl. Papal States) im 19. Jahrhundert; die roten Gebiete gehören ab 1860 zum Königreich Italien.

421

58.1 Geschichte Vatikan ist zunächst der Name eines der Hügel Roms. Mit dem Zerfall des römischen Reiches beanspruchten die Päpste die weltliche Herrschaft über das Territorium um Rom; daraus entstand bis 751 der Kirchenstaat. Der Vatikanische Hügel wurde am Ende des 14. Jahrhunderts zum päpstlichen Regierungssitz, Standort der römischen Kurie und damit zum Zentrum des Kirchenstaats sowie der katholischen Kirche insgesamt. Seit dem Mittelalter gehört zum Kirchenstaat ein Großteil Mittelitaliens. Durch Druck Frankreichs in der französischen Revolution und unter Napoleon sowie anderer europäischer Mächte und durch die Wiedervereinigung Italiens verliert das Papsttum bis 1870 die gesamte weltliche Macht. Die Stellung des Papstes und sein Verhältnis zu Italien werden erst 1929 unter Mussolini in den Lateranverträgen geklärt. Darin beschränkt sich das weltliche Territorium der römischen Kirche auf die Vatikanstadt. Dem Vatikan als Nachfolger des Kirchenstaates werden volle Souveränität und der internationale Status einer eigenständigen Nation zugesichert.

58.2 Die Verfassung Die Vatikanstadt hat eine eigene Verfassung, die sich von „üblichen“ Verfassungen stark unterscheidet. Sie ist zusammen mit den Lateranverträgen entstanden und regelt auch die Geltung italienischer Gesetze. Der Papst ist als Bischof von Rom Staatsoberhaupt und besitzt alle gesetzgebende, ausführende und richterliche Gewalt. Für die innere Sicherheit sind die Schweizergarde und das vatikanische Gen-

422 darmeriekorps zuständig; die äußere Sicherheit gewährleistet der italienische Staat. Der Kardinalstaatssekretär ist ständiger Vertreter des Papstes in der weltlichen Leitung der Vatikanstadt und damit so etwas wie Regierungschef. Gesetze werden grundsätzlich vom Papst erlassen. Für Gesetzesvorschläge über die Haushalts- und Finanzpolitik gibt es eine Päpstliche Kommission für den Staat der Vatikanstadt. Italienische Gesetze und Verordnungen müssen ausdrücklich gebilligt werden, wenn sie auch in der Vatikanstadt gelten sollen. Für die Rechtsprechung gibt es drei Gerichte. Urteile werden im Namen des Papstes gefällt. Dieser darf in jeder Straf- oder Zivilsache jederzeit eingreifen und die Entscheidungsbefugnis selbst übernehmen oder einer speziellen Instanz übertragen.

Abb. 426: Die Vatikanstadt innerhalb Roms.

58.3 Landschaft und Klima Die Vatikanstadt ist mit einem Gebiet von 44 Hektar das kleinste Land in der Welt. Es umfasst den Bereich des Vatikanischen Hügels und ist von einer Mauer umgeben.

423 Die Vatikanstadt hat ein gemäßigtes Mittelmeerklima mit milden, regnerischen Wintern vom September bis Mitte Mai und heißen, trockenen Sommern vom Mai bis August.

58.4 Bevölkerung Die Bevölkerung der Vatikanstadt beträgt knapp 1000. Davon haben gut die Hälfte die vatikanische Staatsbürgerschaft. Diese wird immer nur zeitweise verliehen und ist an eine Funktion in der Kirchenleitung gebunden; sie ersetzt nie die „natürliche“ Staatsbürgerschaft. Amtssprache ist eigentlich L ATEIN 2 , aber die Vatikanstadt verwendet I TALIENISCH 3 in der Gesetzgebung und offiziellen Kommunikationen. Italienisch ist auch die Alltagssprache.

Abb. 427: Der Petersdom.

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58.5 Sehenswürdigkeiten Die Vatikanstadt ist insgesamt von großer kultureller Bedeutung. Das gesamte Gebiet ist als Teil des UNESCO-Welterbes geschützt. In Gebäuden wie dem Petersdom und der Sixtinischen Kapelle befinden sich berühmte Kunstwerke z.B. von Botticelli, Raphael oder Michelangelo.

59 Vereinigtes Königreich

Abb. 428: Die Lage des Vereinigten Königreichs in Europa.

Das Vereinigte Königreich (Langform: Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland) ist ein Land im Nordwesten Europas. 1 Das Vereinigte Königreich hat als Inselstaat Küsten zum Nordatlantik, zur Nordsee, zur Irischen See und zum Ärmelkanal; es grenzt auf der irischen Insel an die R EPUBLIK I RLAND 2 und ist durch einen Eisenbahntunnel mit F RANKREICH 3 verbunden. Die Hauptstadt ist L ONDON 4 . Andere große Städte sind Birmingham, Glasgow, Liverpool, Leeds, Sheffield, Edinburgh, Bristol oder 1 Die

Formulierung Großbritannien wird manchmal auch für das gesamte Königreich und nicht nur für die größere Insel verwendet; aber das ist falsch. 2 Kapitel 23 auf Seite 161 3 Kapitel 20 auf Seite 139 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L O N D O N

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426 Manchester. Die Währung heißt Pfund Sterling (oft als Britisches Pfund oder nur Pfund bezeichnet); vor allem in den großen Städten kann häufig mit dem Euro bezahlt werden. Das Vereinigte Königreich ist seit 1973 Mitglied der E UROPÄIS CHEN U NION 5 . Es besteht aus England, Wales, Schottland und Nordirland. Eine Besonderheit sind die Kanalinseln im Ärmelkanal vor der französischen Küste und die Isle of Man in der Irischen See. Sie unterstehen der britischen Krone, gehören aber nicht zum Vereinigten Königreich.

Abb. 429: Die Flagge des Vereinigten Königreichs heißt Union Jack.

59.1 Geschichte In der Antike wird etwa die südliche Hälfte der Insel Großbritannien für rund 350 Jahre von den Römern besetzt. Nach dem Abzug der Römer bilden sich mehrere kleine Königreiche, die von den eingewanderten Angeln und Sachsen (Angelsachsen) und später auch von den - aus N ORWEGEN 6 stammenden - Wikingern beherrscht werden. Die keltische Urbevölkerung wird in die westlichen und nördlichen Randgebiete verdrängt. Im 10. Jahrhundert entstehen die 5 Kapitel 6 Kapitel

3 auf Seite 15 39 auf Seite 253

427 Königreiche Schottland und England. 1066 erobern die Normannen – Wikinger aus der französischen Normandie – die Insel und prägen sie für die folgenden Jahrhunderte. Wales gehört seit 1536 und Schottland seit 1707 zum Königreich Großbritannien; beide Länder hatten schon vorher durch Personalunion denselben Monarchen. Auch das Königreich Irland gehört seit 1541 dazu; 1800 verschmelzen die beiden Länder zum Vereinigten Königreich von Großbritannien und Irland. Seit dem 19. Jahrhundert fühlen sich die Iren von den Engländern verstärkt unterdrückt und bemühen sich um Unabhängigkeit. 1922 wird der größte Teil Irlands unabhängig; das Vereinigte Königreich bezieht sich deshalb jetzt auf Großbritannien und Nordirland.

428

Abb. 431: Gebiete, die einmal zum British Empire gehörten; teilweise sind sie heute im Commonwealth of Nations verbunden.

Abb. 430: England Wales Schottland Nordirland

Im 15. und 16. Jahrhundert bilden Spanien und Portugal riesige Kolonialreiche. Angespornt durch die Reichtümer, welche diese Reiche einbringen, beginnen auch England, Frankreich und die Niederlande, Kolonien und Handelsnetzwerke in Amerika und Asien aufzubauen. Nach mehreren Kriegen wird das Königreich Großbritannien die führende Kolonialmacht in Amerika und Indien. Die Unabhängigkeit der USA 1776 bedeutet zwar den Verlust der bevölkerungsreichsten Kolonien, doch wendet sich Großbritannien bald Afrika, Asien und Ozeanien zu und übt nach 1815 ein Jahrhun-

429 dert lang eine fast unwidersprochene Vorherrschaft aus, die es erst nach den beiden Weltkriegen verliert. Seit dem 19. Jahrhundert bekommen verschiedene Kolonien mehr Selbständigkeit. Sie werden zu eigenen Staaten, deren Staatsoberhaupt der britische Monarch bleibt, z.B. Kanada 1867, Australien 1901 oder Ägypten 1922. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden die meisten Kolonien zu unabhängigen Staaten, so Indien und Pakistan 1947 oder die meisten afrikanischen Kolonien bis 1968. Heute gibt es noch 14 Gebiete, die Britische Überseegebiete genannt werden. Sie sind nicht Teil des Vereinigten Königreiches, stehen aber unter seiner Souveränität. Staatsoberhaupt ist der britische Monarch; aber sie haben eigene Regierungsformen und Gesetze. Nur Gibralter gehört davon zur Europäischen Union. Das Commonwealth of Nations ist nur eine lose Verbindung des Vereinigten Königreichs und einer Reihe selbständiger Staaten, die meistens früher britische Kolonien waren.

430

Abb. 432: Übersichtskarte.

59.2 Landschaft und Klima Das Vereinigte Königreich umfasst 244.820 km2 und liegt auf zwei Inseln – Großbritannien und Irland – und mehreren Inselgruppen im Nordwesten Europas. Die wichtigsten Inselgruppen sind die Shetlandinseln, Orkney und die Hebriden vor Schottland, Anglesey nördlich von Wales und die Scilly-Inseln südwestlich von England sowie die Isle of Wight vor der englischen Südküste. 7 7 Die

oft verwendete Bezeichnung britische Inseln ist sehr ungenau: Wenn es als geografischer Begriff verwendet wird, gehören die Kanalinseln nicht dazu, weil sie unmittelbar vor der Küste Frankreichs liegen. Wenn es als politischer Begriff

431 Größter Teilstaat ist England mit einer Fläche von 130.395 km2 . Es besteht überwiegend aus Tiefebenen mit Hügelketten. Im Norden gibt es Mittelgebirge; der höchste Punkt ist der Scafell Pike (978 m) im Lake District. Schottland ist 78.772 km2 groß und besteht überwiegend aus den gebirgigen H IGHLANDS 8 mit wenig Vegetation; in den Grampian Mountains befindet sich mit dem Ben Nevis (1.343 m) auch der höchste Berg des Vereinigten Königreichs. Wales ist 20.779 km2 groß und besteht überwiegend aus Mittelgebirgen (bis zu 1085 m Höhe mit dem Snowdon). Nordirland umfasst 13.843 km2 und ist überwiegend hügelig; der höchste Berg ist der Slieve Donard mit 849 m. Nordirland hat den größten See des Vereinigten Königreichs, den Lough Neagh. Im Norden Englands und in Schottland gibt es ebenfalls viele Seen. Die wichtigsten Flüsse sind Severn und Themse. Das Klima ist insgesamt gemäßigt, aber wegen der umgebenden Meere und aufgrund des Einflusses des Golfstroms feucht und wärmer als in anderen Gebieten auf den gleichen Breitengraden. Allgemein ist das Klima im Süden und Osten wärmer und trockener als im Norden und Westen. Die Regenmenge beträgt im Norden durchschnittlich 1000 mm pro Jahr (örtlich sogar bis zu 3000 mm), im Süden 700 mm. Da die Durchschnittstemperatur auch im Winter meist über dem Gefrierpunkt liegt, fällt nur wenig Schnee. Ausnahme sind die schottischen Highlands, wo zeitweise auch Wintersport ausgeübt werden kann.

verwendet wird, ist strittig, ob die irische Insel dazugezählt werden darf. Also ist es besser, immer genau zu sagen, was man meint. 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /H I G H L A N D S

432

Abb. 433: Regionen und Städte.

59.3 Bevölkerung Das Vereinigte Königreich hat rund 61 Mio. Einwohner, die sich etwa so auf die Länder verteilen: England 84 %, Schottland 8 %, Wales

433 5 %, Nordirland 3 %. Die Bewohner verstehen sich überwiegend als Briten; es gibt aber (regional unterschiedlich starke) Bestrebungen zu größerer Eigenständigkeit von der Zentralregierung in London. Die Bevölkerung besteht zu 92 % aus Weißen und zu 8 % aus Einwanderern und deren Nachkommen. Diese stammen überwiegend aus ehemaligen Kolonien in der Karibik sowie aus Indien, Pakistan und Bangladesh. Weitere größere Gruppen sind Chinesen, Singhalesen (aus Sri Lanka) und Polen. E NGLISCH 9 ist die Hauptsprache und wird von 95 % als einzige Landessprache verwendet (in vielen Dialekten). Einige Minderheitensprachen sind in den jeweiligen Regionen offiziell anerkannt: In Wales wird WALISISCH 10 von etwa 20 % der Bevölkerung gesprochen. In Schottland wird S CHOTTISCH -G ÄLISCH 11 (mit dem Irischen verwandt) von etwa 1,5 % (auf den Hebriden bis zu 75 %) der Bevölkerung und das (L OWLAND ) S COTS 12 (mit dem Englischen verwandt) von 30 % verwendet. In Nordirland sprechen 7 % der Bevölkerung I RISCH 13 . Die Mehrzahl der Einwohner (ca. 74 %) versteht sich als Christen. Etwa 45 % fühlen sich der anglikanischen Kirche zugehörig, 19 % anderen protestantischen Kirchen und 10 % der katholischen Kirche. In Nordirland ist ungefähr die Hälfte der Bevölkerung katholisch, die andere ist protestanisch. Etwa 14 % gehören keiner Religion an, 8 % machen keine Angabe. Zu den verbleibenden Minderheiten zählen vor allem Islam, Hinduismus, Sikhismus und Judentum.

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434 Die A NGLIKANISCHE K IRCHE 14 ist eine weltweite christliche Gemeinschaft, die in ihrer Lehre eher zu den protestantischen Kirchen gehört und in der Liturgie viele Gemeinsamkeiten mit der römisch-katholischen Kirche hat. Die „Church of England“ ist die einzige Landeskirche, an deren Spitze der Monarch steht.

59.4 Sehenswürdigkeiten Das Vereinigte Königreich ist ein sehr beliebtes Reiseziel mit über 30 Millionen ausländischen Touristen pro Jahr. Mit Abstand am beliebtesten ist London (u.a. Buckingham Palast, Westminster Abbey, Tower Bridge, das Riesenrad). Andere bei Touristen populäre Städte sind Cambridge, Oxford, Edinburgh, Cardiff, Manchester und Liverpool. Weitere berühmte Sehenswürdigkeiten sind Stonehenge, die Ruine der Kathedrale von Coventry, die Royal Mile in Edinburgh oder die Nationalbibliothek von Wales in Cardiff.

Abb. 434: Der Palace of Westminster mit dem „Big Ben“ (rechts).

Abb. 435: Der Tower von London von der Themse aus gesehen.

Abb. 436: Edinburgh: Blick über die Altstadt auf den Arthur’s Seat.

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20G E M E I N S C H A F T

435

Abb. 437: DoppelstockStraßenbahn in Blackpool.

Abb. 438: Stonehenge im Juli 2008.

Abb. 439: Die Ironbridge über den Severn war weltweit die erste Eisenbrücke.

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60 Weißrussland

Abb. 440: Die Lage von Weißrussland (Belarus) in Europa.

Weißrussland – amtlich auch Belarus genannt (gesprochen: Bjelarus), früher auch Weißruthenien – ist ein großes Binnenland in Osteuropa. Es grenzt an P OLEN 1 , L ITAUEN 2 , L ETTLAND 3 , RUS SLAND 4 und die U KRAINE 5 . Die Hauptstadt ist M INSK 6 . Andere große Städte sind Homel, Mahiljou, Wizebsk oder Hrodna. Die Währung ist der Weißrussische Rubel. 1 Kapitel

41 auf Seite 269 31 auf Seite 211 3 Kapitel 29 auf Seite 201 4 Kapitel 44 auf Seite 295 5 Kapitel 56 auf Seite 403 6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M I N S K 2 Kapitel

437

438 Weißrussland ist Gründungsmitglied der Vereinten Nationen. Mit der E UROPÄISCHEN U NION 7 ist es durch die „Östliche Partnerschaft“ verbunden.

Abb. 441: Die Flagge Weißrusslands.

60.1 Geschichte Das Gebiet des heutigen Weißrussland wird seit dem 6. Jahrhundert von slawischen Stämmen bewohnt. Es gehört im frühen Mittelalter zur Kiewer Rus. Nach und nach wird es vom Großfürstentum Litauen erobert und wird damit Teil von Polen-Litauen, bei dem es bis zum Ende des 18. Jahrhunderts verbleibt. Mit der ersten und zweiten Teilung Polens gelangt das Gebiet bis 1793 vollständig unter russische Herrschaft. Nach dem Ersten Weltkrieg ist Weißrussland zwischen dem wiederentstandenen Polen und der S OWJETUNION 8 umkämpft und wird zwischen beiden Ländern aufgeteilt. 1939 besetzt die Sowjetunion die östliche Hälfte Polens und gliedert den polnischen Teil Weißrusslands in die Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik ein. Seit 1991 ist Weißrussland unabhängig. Seit 1994 wird es von Aljaksandr Lukaschenka diktatorisch und marktfeindlich regiert. Das 7 Kapitel 8 Kapitel

3 auf Seite 15 45 auf Seite 305

439 Land ist in Europa wirtschaftlich und politisch stark isoliert. Auch die besonderen Beziehungen zu Russland sind immer wieder angespannt.

Abb. 442: Übersichtskarte.

60.2 Landschaft und Klima Weißrussland umfasst eine Fläche von 207.595 km2 . Es liegt in der Osteuropäischen Ebene und wird von Hügelketten und breiten, naturbelassenen Flüssen durchzogen. Im Süden liegen die Pripjatsümpfe. 30 % des Landes sind bewaldet. Die höchste Erhebung ist die Dsjarschynskaja Hara (345 m). Die größten Flüsse sind Dnepr, Beresina, Prypjat und Memel. Nicht groß, aber als Grenze zu Polen und damit zur EU wichtig ist der Bug. Das Klima ist ein gemäßigtes Kontinentalklima.

440 Weißrussland ist am stärksten von der Katastrophe von Tschernobyl (1986) betroffen, die ca. 25 % der Landesfläche nachhaltig vergiftet hat.

60.3 Bevölkerung Weißrussland hat etwa 9,5 Mio. Einwohner und ist mit 46 Einwohnern pro km2 eher dünn besiedelt. Trotz der Zuwanderung vieler Russen und der Deportation von Weißrussen in der Zeit der Sowjetunion liegt der Anteil der Weißrussen bei 81 %. Die größten Minderheiten sind die Russen (11 %), Polen (3,5 %) und Ukrainer (2,5 %). Amtssprachen sind RUSSISCH 9 und W EISSRUSSISCH 10 . In der Praxis – auch im Schulwesen – sieht es so aus, als wenn das Russische zunehmend das Weißrussische verdrängt. Etwa 80 % der Bevölkerung gehören zur Russisch-Orthodoxen Kirche. Die größte Minderheit sind Katholiken, daneben gibt es vor allem noch Protestanten. Weißrussland war eines der Gebiete, die am stärksten von der Ermordung der Juden im Holocaust betroffen waren. Vorher lebte hier eine große jüdische Bevölkerungsgruppe. Seit 1989 wanderte ein großer Teil der heute lebenden Juden aus.

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61 Zypern

Abb. 443: Die Lage Zyperns im Mittelmeer.

Zypern ist ein Inselstaat im östlichen Mittelmeer. Geografisch gehört Zypern zu Asien, aber aus kultureller und politischer Sicht hat es eine große Nähe zu Europa. Als Inselstaat hat es keine Grenzen zu anderen Staaten. Zypern ist ein geteiltes Land (siehe den ersten Abschnitt). Formal umfasst die Republik Zypern die gesamte Insel, tatsächlich nur den griechisch verwalteten Südteil. Der türkisch verwaltete Nordteil bezeichnet sich als Türkische Republik Nordzypern, wird aber nur durch die Türkei als Staat anerkannt. Die Hauptstadt beider Teile ist N IKOSIA 1 .

1 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N I K O S I A

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Abb. 444: Die Distrikte der geteilten Insel.

61.1 Ein geteiltes Land Zypern hat seit Jahrhunderten eine gemischte griechische und türkische Bevölkerung. 1974 stürzten griechische Nationalisten den gemeinsamen Präsidenten Makarios und versuchten den Anschluss an Griechenland, das damals eine Militärdiktatur war. Zur Unterstützung der türkischen Bevölkerung besetzte türkisches Militär den nördlichen Teil der Insel. Die griechische Bevölkerung im Norden flieht fast vollständig in die Südhälfte, die türkische Bevölkerung im Süden flieht in den Nordteil. Seit 1983 nennt sich der Nordteil die Türkische Republik Nordzypern. Diese Gründung wird vom Sicherheitsrat der Vereinten Nationen für rechtswidrig erklärt. Aber nur die Türkei erkennt den Nordteil als eigenen Staat an. Seit 1990 bemüht sich der Südteil um die Mitgliedschaft in der E UROPÄISCHEN U NION 2 . Damit sind Bemühungen verbunden, die beiden Hälften in einem gemeinsamen Staat wieder zu vereinigen. In einer Volksabstimmung 2004 stimmt die türkische Bevölkerung einem solchen Plan zu, die griechische Bevölkerung lehnt ihn ab. 2 Kapitel

3 auf Seite 15

443 Das verhindert den Einigungsplan, sodass die Republik Zypern – tatsächlich also nur der griechische Südteil – Mitglied der EU wird. Ebenso gilt der Euro als Währung nur im Südteil; der Nordteil benutzt die Türkische Lira. Die Hauptstadt Nikosia ist geteilt und ist für beide Landesteile die Hauptstadt. Seit 2008 ist die Grenze etwas durchlässiger geworden, und es gibt neue Einigungsversuche. Die Grenze zwischen den beiden Teilen wird von einer „Pufferzone“ durch die Vereinten Nationen geschützt. Außerdem gibt es zwei Militärbasen des V EREINIGTEN KÖNIGREICHS 3 , die nicht zum zyprischen Staatsgebiet gehören. Bei den folgenden Erläuterungen wird Zypern möglichst als ein einziges Land angesehen.

Abb. 445: Die Flagge der Republik Zyperns

61.2 Geschichte Als Insel hat Zypern in der Vergangenheit eine wichtige Bedeutung bei der Sicherung der Seefahrt im Mittelmeer. Ab 332 v.Chr.

3 Kapitel

59 auf Seite 425

444 gehört es zum griechischen Einflussgebiet, ab 58 v.Chr. unter römische Herrschaft. Bis 1184 bleibt es Teil des Byzantinischen Reiches (Ostrom), nach den Kreuzrittern gehört es bis 1571 zur Republik Venedig und danach zum Osmanischen Reich. 1878 verpachtet das Osmanische Reich die Insel an Großbritannien. Nach dem Eintritt des Osmanischen Reiches in den Ersten Weltkrieg (1914) wird die Insel von den Briten annektiert, was die Türkei 1923 anerkennt. 1925 wird Zypern Kronkolonie. 1960 wird das Land durch ein Abkommen zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei unabhängig, muss aber zwei britische Militärbasen akzeptieren. Nach Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen ist seit 1964 eine Friedenstruppe der Vereinten Nationen stationiert. Diese kann aber die Teilung der Insel nicht verhindern.

Abb. 446: Übersichtskarte.

61.3 Landschaft und Klima Mit einer Fläche von 9.251 km2 ist Zypern nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer.

445 Zwei Gebirgszüge durchziehen die Insel: die zur Küste hin abfallende, sonst schroffe Kette des Pentadaktylos (Be¸sparmak) im Nordosten mit dem Kyparissovouno (1.024 m) als höchster Erhebung und das vulkanische, waldreiche Troodos im Landesinneren mit dem Olympos (1.952 m) als höchstem Berg Zyperns. Zwischen beiden Gebirgen erstreckt sich eine fruchtbare Ebene mit dem Zentrum Nikosia. Die Küste besteht aus ausgedehnten Sand- und Kiesstränden sowie aus steil abfallenden Felsküsten mit kleinen Buchten. Zypern hat Mittelmeerklima mit kontinentaler Ausprägung. Vor allem durch heiße Wüstenwinde aus Vorderasien sind die Sommer heiß und trocken. Die Winter sind mild; Regen fällt vor allem von Dezember bis April.

61.4 Bevölkerung Seit der Teilung der Insel 1974 hat sich die Bevölkerung, die früher sehr gemischt gewohnt hatte, weitgehend getrennt. Es gibt etwa 778.000 griechische Zyprer, die G RIECHISCH 4 sprechen und überwiegend griechisch-orthodoxe Christen sind. Im Nordteil leben etwa 220.000 türkische Zyprer, die T ÜRKISCH 5 sprechen und Muslime sind. Von diesen wurden etwa 80.000 erst nach der türkischen Invasion auf Zypern angesiedelt; etwa 40.000 sind Soldaten der türkischen Besatzung. Viele ältere türkische Zyprer sprechen auch Griechisch. Daneben ist als Verkehrssprache auch E NGLISCH 6 verbreitet. 4 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20G R I E C H I S C H 5 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20T%FC R K I S C H 6 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N % 2F%20E N G L I S C H

446

Abb. 447: Schloss Kyrenia, Zypern

61.5 Sehenswürdigkeiten Touristen sind größtenteils an Zyperns sauberen Stränden interessiert, aber auch an Zeugnissen der Geschichte. In letzter Zeit möchte die zyprische Regierung Touristen verstärkt für Reisen das ganze Jahr hindurch begeistern und hat Mittel zur Verfügung gestellt für Natur, Golf und Aktivurlaub.

62 Glossar Diese Liste gibt kurze Erklärungen wichtiger Begriffe. Mehr Informationen gibt es bei den Ländern oder auf Wikipedia.

62.0.1 A A BSOLUTISMUS 1 Dies war eine Herrschaftsform in Europa etwa zwischen 1648 (W ESTFÄLISCHER F RIEDEN 2 ) und 1789 (F RANZÖSISCHE R EVO LUTION 3 ). Die Macht lag dabei ziemlich uneingeschränkt beim Herrscher. A LTERTUM 4 und A NTIKE 5 Als Altertum wird die Geschichte in Europa und Vorderasien seit etwa dem 4. Jahrtausend v.Chr. bis zum Beginn des Mittelalters (6./7. Jahrhundert) bezeichnet. Antike ist der Teil, der (etwa ab 800 v.Chr.) von den Griechen und Römern bestimmt wurde.

1 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A B S O L U T I S M U S 2 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W E S T F %E4 L I S C H E R %

20F R I E D E N 3 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R A N Z %F6 S I S C H E % 20R E V O L U T I O N 4 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A L T E R T U M 5 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A N T I K E

447

448 A LLTAGSSPRACHE 6 , A MTSSPRACHE 7 Die Alltagssprache (auch Umgangssprache genannt) ist die Sprache, die die Menschen im Alltag überwiegend sprechen. Sie entspricht eher selten der Schriftsprache, sondern ist durch Dialekte geprägt. Die Amtssprache ist die offizielle Sprache in Politik, Behörden und Gerichten – sowohl untereinander als auch mit den Bürgern – und wird in der Regel auch bei Zeitungen und Fernsehen verwendet.

62.0.2 B BALTISCHE S TAATEN 8 , BALTIKUM 9 Baltische Staaten ist ein Sammelbegriff für die an der Ostsee gelegenen Staaten E STLAND 10 , L ETTLAND 11 und L ITAUEN 12 . (Die Ostsee heißt auf Englisch Baltic Sea.) Baltikum ist ein geografischer Begriff, der neben diesen Ländern auch Teile Polens und Russlands umfasst. B ENELUXLÄNDER 13 Dies ist eine Kurzbezeichnung für B ELGIEN 14 , N IEDERLANDE 15 (Nederlands) und L UXEMBURG 16 wegen der engen wirtschaftlichen Zusammenarbeit dieser Länder.

6 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U M G A N G S S P R A C H E 7 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A M T S S P R A C H E 8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A L T I S C H E %20S T A A T E N 9 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B A L T I K U M 10 Kapitel 18 auf Seite 129 11 Kapitel

29 auf Seite 201 31 auf Seite 211 13 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E N E L U X 14 Kapitel 12 auf Seite 67 15 Kapitel 38 auf Seite 245 16 Kapitel 32 auf Seite 217 12 Kapitel

449 B ERLINER KONGRESS 17 1878 Nach verschiedenen Kriegen und Aufständen war das Osmanische Reich geschwächt; vor allem das Russische Reich war gestärkt. Damit das Gleichgewicht zwischen den europäischen Großmächten erhalten wurde, trafen sich ihre Vertreter in Berlin und vereinbarten die Neugliederung der Länder in Südosteuropa. B YZANZ 18 , B YZANTINISCHES R EICH 19 Byzanz ist die (ursprünglich griechische) Stadt am Bosporus, die seit 330 KONSTANTINOPEL 20 und seit 1930 I STANBUL 21 heißt. Es war eine der Hauptstädte des Römischen Reiches, seit 395 die Hauptstadt seiner Osthälfte, die Oströmisches Reich oder Byzantinisches Reich genannt wird, und seit der Eroberung durch die Osmanen 1453 Hauptstadt des O SMANISCHEN R EICHS 22 . Siehe auch T ÜRKEI 23

62.0.3 C Comecon Siehe R AT FÜR GEGENSEITIGE W IRTSCHAFTSHILFE 24 .

62.0.4 D DDR 25

17 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B E R L I N E R %20K O N G R E S S 18 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B Y Z A N T I O N 19 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /B Y Z A N T I N I S C H E S %20R E I C H 20 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O N S T A N T I N O P E L 21 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /I S T A N B U L 22 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S M A N I S C H E S %20R E I C H 23 Kapitel

55 auf Seite 393

24 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23R 25 Kapitel

17 auf Seite 109

450 Die Deutsche Demokratische Republik war seit 1949 ein deutscher Staat in Mitteleuropa. Er ist 1990 der Bundesrepublik Deutschland beigetreten; seine Länder gehören gleichberechtigt zum Gesamtstaat D EUTSCHLAND 26 . Dominanz, dominierend In der Politik versteht man darunter die überragende Stellung einer Gruppe oder eines Landes, ohne dass sie alle Entscheidungen trifft. Sie kann Macht ausüben, weil sie die Möglichkeit dazu hat. So hatte die CSU in Bayern die dominierende Stellung, aber in Großstädten werden häufig die SPD-Vertreter zu Oberbürgermeistern gewählt. – Vergleichbar ist die dominierende Stellung von Bayern München in der Fußball-Bundesliga der Männer seit über 40 Jahren: Dieser Verein bestimmt die Entwicklung entscheidend, wird aber nicht in jedem Jahr Deutscher Meister. D REISSIGJÄHRIGER K RIEG 27 (1618–1648) Dieser Krieg fand hauptsächlich in Mitteleuropa statt. Ursprünglich war es ein Krieg zwischen der K ATHOLISCHEN L IGA 28 (Kaiser, Habsburg, Bayern und die Kurfürstentümer Köln, Mainz, Trier) und der P ROTESTANTISCHEN U NION 29 (Pfalz, Württemberg, Baden, Brandenburg und viele Reichsstädte). Es wurde ein Krieg um die Vorherrschaft in Europa, an dem u.a. Schweden, Frankreich, Spanien und die Niederlande teilnahmen. Er endete mit dem W ESTFÄLIS CHEN F RIEDEN 30 . D RITTES R EICH 31 (1933–1945) 26 Kapitel

16 auf Seite 95

27 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /D R E I %DF I G J %E4 H R I G E R %

20K R I E G 28 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A T H O L I S C H E %20L I G A 29 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P R O T E S T A N T I S C H E %20U N I O N 30 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W E S T F %E4 L I S C H E R %

20F R I E D E N 31 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /D R I T T E S %20R E I C H

451 Dies ist die Bezeichnung für Deutschland während der nationalsozialistischen Diktatur unter Adolf Hitler. Oft wird damit die Politik und die Ideologie der Nazis gemeint, aber nicht das Land selbst. DYNASTIE 32 Darunter versteht man eine Familie von Herrschern (in der Regel aus dem Adel), in der die Macht vererbt wird. Beispiel: Das H AUS W INDSOR 33 ist die Dynastie des V EREINIGTEN KÖNIGREICHS 34 .

62.0.5 E E NKLAVE 35 Eine Enklave ist ein Staatsgebiet, das vollständig vom Gebiet eines anderen Staates umschlossen ist. Beispiel: Die VATIKANSTADT 36 ist eine Enklave in I TALIEN 37 .

Abb. 448: Die Gegner im Ersten Weltkrieg. Entente und Alliierte Mittelmächte Neutrale

32 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /D Y N A S T I E 33 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I N D S O R 34 Kapitel

59 auf Seite 425

35 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E N K L A V E 36 Kapitel 37 Kapitel

58 auf Seite 419 25 auf Seite 175

452 E RSTER W ELTKRIEG 38 Er dauerte von 1914 bis 1918, und fast alle Staaten der Welt waren beteiligt. Die Hauptgegner waren die Mittelmächte (Deutschland, Österreich-Ungarn, Italien, später u.a. Bulgarien, Osmanisches Reich) und die Entente (Frankreich, Großbritannien, Russland, später u.a. Italien, USA, Japan). E THNIE , ETHNISCH 39 Mit dem Wort Ethnie (deutsche Übersetzung: Volk) wird eine Gruppe von Menschen bezeichnet, die sich nach ihren Sagen, der Geschichte, der Kultur und dem Staatsgebiet als zusammengehörig fühlen. Das dazu passende Adjektiv ist ethnisch. Beispiel: Die Bevölkerung Deutschlands unterteilt sich in Deutsche, nämlich deutsche Staatsangehörige, und Ausländer, nämlich Einwohner mit anderer Staatsangehörigkeit. Zu den Deutschen gehören u.a. ethnische Deutsche und ethnische Türken. E XKLAVE 40 Eine Exklave ist ein Teil des Staatsgebiets, das vom größten Teil des Staates durch einen anderen Staat getrennt ist. Beispiel: Das Gebiet um K ALININGRAD 41 gehört zur RUSSISCHEN F ÖDERATION 42 ; aber um von Kaliningrad nach Moskau zu kommen, muss man durch zwei andere Länder (L ITAUEN 43 und W EISSRUSSLAND 44 ) fahren.

38 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E R S T E R %20W E L T K R I E G 39 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E T H N I E 40 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /E X K L A V E 41 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A L I N I N G R A D 42 Kapitel

44 auf Seite 295 31 auf Seite 211 44 Kapitel 60 auf Seite 437 43 Kapitel

453

62.0.6 F F RANZÖSISCHE R EVOLUTION 45 In dieser Revolution (1789 bis 1799) wurde das absolutistische System Frankreichs gestürzt und die Ideen der AUFKLÄRUNG 46 – erstmals in einem großen europäischen Land – eingeführt. Mit dem Schlagwort „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ wurde die Achtung der Menschenrechte in die Politik eingeführt. Als Folge davon wurde die Forderung nach Demokratie in allen europäischen Staaten verbreitet.

62.0.7 H H EILIGES RÖMISCHES R EICH D EUTSCHER N ATION 47 Dies war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom Mittelalter bis zum Jahre 1806. Der Name des Reiches leitet sich von ihrem Anspruch ab, Nachfolger des antiken Römischen Reiches zu sein und ihre Herrschaft als Gottes heiligen Willen auszuüben. Die Ausdehnung und Grenzen dieses Reiches änderten sich sehr stark; es war aber niemals nur ein deutsches Reich, sondern immer ein europäisches. Siehe auch die Geschichte von D EUTSCHLAND 48 . H ITLER -S TALIN -PAKT 49

45 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /F R A N Z %F6 S I S C H E %

20R E V O L U T I O N 46 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /A U F K L %E4 R U N G 47 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /H E I L I G E S %20R%F6 M I S C H E S %

20R E I C H 48 Kapitel 16 auf

Seite 95

49 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /D E U T S C H - S O W J E T I S C H E R %

20N I C H T A N G R I F F S P A K T

454 Am 23./24. August 1939 haben das Deutsche Reich und die S OWJETUNION 50 einen Nichtangriffspakt geschlossen: Die Sowjetunion wollte neutral bleiben bei einem deutschen Krieg gegen Polen; Deutschland hatte keine Einwände dagegen, dass die Sowjetunion die polnischen Ostgebiete besetzte. In einem geheimen Zusatzprotokoll sprachen die Diktatoren auch ihre „Einflussgebiete“ ab und klärten damit, wer welche Staaten angreifen und besetzen wollte. Mit dem Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 brach das Deutsche Reich den Vertrag.

Abb. 449: Die Gedenkstätte Yad Vashem (Israel).

H OLOCAUST 51 Als Holocaust oder Schoah wird die Ermordung von etwa 6 Millionen Juden durch das nationalsozialistische Regime bezeichnet. Dieser historisch einmalige Völkermord plante die vollständige Vernichtung der europäischen Juden, wurde mit dem Antisemitismus begründet und im Zweiten Weltkrieg seit 1941 systematisch und mit industriellen Methoden durchgeführt.

50 Kapitel

45 auf Seite 305

51 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /H O L O C A U S T

455

62.0.8 J J UGOSLAWIEN 52 Jugoslawien (sinnvolle Übersetzung: Südslawien) war ein Staat in Südosteuropa. Es wurde 1918 gegründet als Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen und hieß seit 1929 Königreich Jugoslawien. Seit 1945 war es eine Bundesrepublik; die Teilrepubliken erklärten sich ab 1991 nacheinander für unabhängig: S LOWENIEN 53 , K ROA TIEN 54 , M AZEDONIEN 55 , B OSNIEN UND H ERZEGOWINA 56 . Die verbliebenen Teilrepubliken nannten sich ab 2003 S ERBIEN UND M ONTENEGRO 57 ; 2006 hat sich auch M ONTENEGRO 58 von S ER BIEN 59 getrennt.

52 Kapitel

50 auf Seite 351 52 auf Seite 369 54 Kapitel 28 auf Seite 195 55 Kapitel 34 auf Seite 227 56 Kapitel 13 auf Seite 75 57 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S E R B I E N %20 U N D % 20M O N T E N E G R O 58 Kapitel 37 auf Seite 241 59 Kapitel 49 auf Seite 343 53 Kapitel

456

62.0.9 K

Abb. 450: NATO Warschauer Pakt im Kalten Krieg

K ALTER K RIEG 60 Der Kalte Krieg war ein Konflikt (etwa von 1945 bis 1991) zwischen den Westmächten in der NATO unter Führung der USA und dem Ostblock unter Führung der Sowjetunion. Dabei wurden jahrzehntelang auf beiden Seiten politische, wirtschaftliche und militärische Anstrengungen unternommen, um den Einfluss des anderen Lagers weltweit einzudämmen oder zurückzudrängen. Die Konkurrenz beider Systeme zeigte sich in vielen Bereichen: Propaganda, Wettrüsten, in der Wirtschaft, Kultur, Sport (Beispiel: wer hat bei Olympischen Spielen mehr Erfolg), Wissenschaft und Technologie (Beispiel: wer hat den ersten Raumfahrer, wer landet zuerst auf dem Mond). K ARL DER G ROSSE 61

60 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A L T E R %20K R I E G 61 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K A R L %20 D E R %20G R O %DF E

457 Karl der Große (747–814) war König des Frankenreiches (ab 768) und Römischer Kaiser (ab 800). Das Frankenreich erhielt unter ihm seine größte Ausdehnung. Sowohl Deutsche als auch Franzosen führen ihre nationale Geschichte auf Karl den Großen zurück. KOLONIALISMUS 62 Als Kolonialismus bezeichnet man die Herrschaft eines Landes über ein anderes Land. Dabei geht es der herrschenden Gruppe immer um ihre eigenen Interessen und Vorteile; außerdem will sie dem beherrschten Land ihre eigene Kultur aufzwingen. – Beispiele: Die Römer kolonisierten Gallien und „hinterließen“ ihre Sprache und Kultur. Spanier und Portugiesen eroberten Südamerika und wollten neben dem Streben nach Gold auch den christlichen Glauben verbreiten. Das Dritte Reich eroberte Polen, weil es die Slawen als „Untermenschen“ ansah. Die Sowjetunion brachte Osteuropa unter ihren Einfluss, weil es die kommunistische Ideologie ausbreiten wollte. KOMMUNISMUS 63 Kommunismus bezeichnet das politische Ziel einer klassenlosen Gesellschaft, in der es kein Privateigentum an Produktionsmitteln (Firmen, Handel, Handwerk) gibt und die Güter jedem gleichermaßen zur Verfügung stehen. Die Sowjetunion und die anderen Länder des Ostblocks wollten dies verwirklichen, sind aber gescheitert. Heute bezeichnen sich vor allem noch China, Kuba, Vietnam und Nordkorea als kommunistische Länder. KONFERENZ ÜBER S ICHERHEIT UND Z USAMMENARBEIT IN E UROPA (KSZE) 64 Dabei wollten die europäischen Länder sowie USA und Kanada sich um ein friedliches Zusammenleben bemühen. Ursprünglich wollte 62 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O L O N I A L I S M U S 63 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O M M U N I S M U S 64 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K O N F E R E N Z %20%FC B E R %

20S I C H E R H E I T %20 U N D %20Z U S A M M E N A R B E I T %20 I N %20E U R O P A

458 vor allem die Sowjetunion die Nichteinmischung in die „inneren Angelegenheiten“ der Ostblockländer (also ein Kritikverbot) erreichen. Dagegen wollten die westlichen Länder auch das Recht der einzelnen Menschen auf Freizügigkeit und freien Zugang zu Informationen. – Ergebnis der ersten Konferenz 1973/75 in Helsinki waren viele Kompromissformeln. Aber viele osteuropäische Bürgerrechtler konnten sich auf den Teil mit den Menschenrechten (Korb 3) berufen, sodass die KSZE maßgeblich zum Zusammenbruch des Ostblocks beitrug. K YRILLISCHES A LPHABET 65 Das kyrillische Alphabet ist eine Buchstabenschrift, die für zahlreiche Sprachen in Europa und Asien verwendet wird – vor allem für slawische Sprachen. Wie beim lateinischen Alphabet gibt es verschiedene Sonderzeichen in einzelnen Sprachen. Die Hauptzeichen sind:

62.0.10 L L ATEIN , L ATEINISCH 66 Dies war die Hauptsprache im Römischen Reich der Antike. Zur Unterscheidung vom lateinischen Alphabet wird die Sprache häufiger „Latein“ genannt. Sehr viele europäische Sprachen sind aus Latein entstanden (Italienisch, Französisch, Kastilisch/Spanisch, Rumänisch) oder haben viele Begriffe übernommen (Englisch, Deutsch). Während des Mittelalters und der frühen Neuzeit war Latein die vorherrschende Sprache der Kirche und der Universitäten in Mittel- und Westeuropa. Viele lateinische Wörter und Redewen65 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /K Y R I L L I S C H E S %20A L P H A B E T 66 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /W I K I J U N I O R %20S P R A C H E N %

2F%20L A T E I N I S C H

459 dungen werden noch immer in der Wissenschaft, im Recht und in der Medizin benutzt. L ATEINISCHES A LPHABET 67 Dies war die Schrift, in der die lateinische Sprache geschrieben wurde. Sie wurde auf viele romanische, germanische, slawische, finno-ugrische und weitere Sprachen übertragen und ist das am weitesten verbreitete Alphabet der Welt. Auch dieser Text ist damit geschrieben. Neben den 26 Standardzeichen gibt es verschiedene Sonderzeichen in einzelnen Sprachen (z.B. die deutschen Umlaute Ä ä Ö ö Ü ü ß).

62.0.11 M M AUREN 68 Dies ist eine Sammelbezeichnung für dunkelhäutige Nomaden in Nordafrika (heute: Mauretanien, Marokko und Algerien), die im 7. Jahrhundert von den Arabern islamisiert wurden. Sie unterstützten die Araber bei der Eroberung der iberischen Halbinsel und beherrschten sie mehrere Jahrhunderte lang. M ITTELALTER 69 Dies bezeichnet in der europäischen Geschichte etwa die Zeit vom 6. bis 15. Jahrhundert, also die Epoche zwischen Antike und Neuzeit. In dieser Zeit verlor der Mittelmeerraum seine Bedeutung. Stattdessen gab es verschiedene Staaten romanischer, germanischer, slawischer und keltischer Völker. Grundlage war das Christentum; es beeinflusste Literatur, Kunst, Wissenschaft und die Politik. Die

67 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /L A T E I N I S C H E S %20A L P H A B E T 68 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M A U R E N 69 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M I T T E L A L T E R

460 Politik wurde vom Adel und den herrschenden Fürsten sowie der hohen Geistlichkeit geprägt. M ÜNCHNER A BKOMMEN 70 (30. September 1938) In diesem Abkommen vereinbarten die Regierungschefs Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und des Deutschen Reiches, dass einzelne Gebiete aus der Tschechoslowakei abgetreten werden sollten. (Vertreter der Tschechoslowakei nahmen an den Verhandlungen nicht teil.) Ziel sollte die Wahrung des Friedens sein; Großbritannien und Frankreich bildeten sich ein, dass Deutschland unter Hitler danach keine weiteren Gebietsforderungen mehr stellen würde. Aber Hitler wollte den Krieg.

62.0.12 N N ATIONALSOZIALISMUS (NS) 71 Der Nationalsozialismus war eine Weltanschauung und politische Bewegung, die radikal antisemitisch, antidemokratisch und antikommunistisch war; seine Anhänger werden oft einfach „Nazis“ genannt. Er entstand nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) unter der Führung von Adolf Hitler. Die Nazis gelangten 1933 zur Herrschaft und verwandelten das Deutsche Reich 1933 bis 1945 in einen totalitären „Führerstaat“. 1939 begannen sie mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg, in dessen Verlauf sie zahlreiche Kriegsverbrechen und Massenmorde verübten, darunter als größten den Holocaust (1941–1945). Die NS-Zeit endete mit der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht am 8. Mai 1945. NATO 72 70 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /M%FC N C H N E R %20A B K O M M E N 71 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N A T I O N A L S O Z I A L I S M U S 72 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /NATO

461 Dieses Bündnis zur militärischen Verteidigung wurde 1949 gegründet, ursprünglich vor allem gegenüber der Sowjetunion und dem WARSCHAUER PAKT 73 . Ihm gehörten neben den USA und Kanada nach und nach die meisten west-, mittel- und südeuropäischen Länder an; nach dem Zusammenbruch des Ostblocks schlossen sich auch die meisten osteuropäischen Länder an. Siehe auch K ALTER K RIEG 74 . N EUZEIT 75 Dies bezeichnet die jüngste Epoche der europäischen Geschichte. Sie beginnt etwa mit der Erfindung des Buchdrucks um 1458, der Entdeckung Amerikas 1492 und der Reformation 1517. Vom Mittelalter unterscheidet sich die Neuzeit dadurch, dass Literatur, Kunst, Wissenschaft und Politik sich unabhängig vom christlichen Glauben entwickeln.

62.0.13 O O SMANISCHES R EICH 76 Das Osmanische Reich war von 1299 bis 1923 eine führende Macht in Vorderasien, Nordafrika und dem Balkan. Nachfolger ist die T ÜRKEI 77 . O STBLOCK 78

73 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23W 74 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23K 75 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /N E U Z E I T 76 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S M A N I S C H E S %20R E I C H 77 Kapitel

55 auf Seite 393

78 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /O S T B L O C K

462 Eine Kurzbezeichnung für alle Länder, die unter der Führung der S OWJETUNION 79 standen. Siehe auch WARSCHAUER PAKT 80 , K ALTER K RIEG 81 und R AT FÜR GEGENSEITIGE W IRTSCHAFTSHILFE 82 . Ö STERREICH -U NGARN 83 Österreich-Ungarn, auch k. u. k. Doppelmonarchie (k.u.k.: kaiserlich und königlich) genannt, bezeichnet das Habsburgerreich in Mittelund Südosteuropa von 1867 bis Ende 1918. Siehe vor allem Ö STER REICH 84 und U NGARN 85 .

Abb. 451: Das Königreich Preußen von 1866 bis 1918.

79 Kapitel

45 auf Seite 305

80 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23W 81 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23K 82 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23R 83 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /%D6 S T E R R E I C H -U N G A R N 84 Kapitel 40 auf Seite 259 85 Kapitel

57 auf Seite 411

463

62.0.14 P P REUSSEN 86 Preußen war ein Land, das vom Mittelalter bis 1947 bestand und dessen Ausdehnung sich häufig änderte. Seit 1577 gehörten das frühere Herzogtum Preußen und die Mark Brandenburg zusammen; unter ihren Fürsten und Königen (ab 1701) wurde das Königreich Preußen zur führenden Macht in Deutschland. Nachdem das Heilige Römische Reich Deutscher Nation 1806 endete, wurde unter Preußens Führung 1871 das (zweite) Deutsche Reich gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Schuld daran auf Preußens Militarismus geschoben; das Land wurde endgültig aufgelöst.

62.0.15 R R AT FÜR GEGENSEITIGE W IRTSCHAFTSHILFE 87 (RGW, Comecon) Der 1949 gegründete RGW war der wirtschaftliche Zusammenschluss der sozialistischen Staaten unter Führung der Sowjetunion. Es sollte wirtschaftlich eine bessere Spezialisierung und Arbeitsteilung zwischen den sozialistischen Staaten erreicht werden; außerdem sollten sich die unterschiedlichen wirtschaftlichen Bedingungen angleichen. Dadurch entstand eine gegenseitige Abhängigkeit zwischen den Staaten. Beispiele: Die größeren Omnibusse wurden bei Ikarus in Ungarn gebaut, Straßenbahnen bei Tatra in der Tschechoslowakei, mittelschwere Diesellokomotiven in Rumänien.

86 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /P R E U %DF E N 87 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R A T %20 F %FC R %

20 G E G E N S E I T I G E %20W I R T S C H A F T S H I L F E

464 RÖMISCHES R EICH 88 Dies bezeichnet das von den Römern, der Stadt Rom bzw. dem römischen Staat beherrschte Gebiet zwischen dem 8. Jahrhundert v.Chr. und dem 7. Jahrhundert n.Chr. (lat.: Imperium Romanum). Die Herrschaftsform wandelte sich von der Königsherrschaft zur Republik und schließlich zum Kaisertum. Es beherrschte zeitweise alle Länder rund um das Mittelmeer. Handel, Künste und Kultur erreichten eine Hochblüte; die Lebensqualität und der entsprechende Bevölkerungsstand sollten in Europa und Nordafrika erst Jahrhunderte später wieder erreicht werden. Siehe auch I TALIEN 89 . RUSSISCHES R EICH 90 Dies war ab 1721 der offizielle Name des Zarentums Russland, also für das Reich, das von den russischen Zaren beherrscht wurde. Es erstreckte sich über den größten Teil Osteuropas und die nördliche Hälfte Asiens – von der Ostsee und dem Schwarzen Meer über den Ural bis zum Pazifik. 1917/1922 wurde es von S OWJETUNION 91 abgelöst. Siehe auch RUSSISCHE F ÖDERATION 92 .

62.0.16 S S ATELLITENSTAAT 93 Ein Satellitenstaat ist eine Bezeichnung für einen kleineren Staat, der von einem größeren Staat abhängig ist – vor allem in den wichtigen politischen Entscheidungen. Häufig sind Satellitenstaaten nur formal unabhängig und werden politisch vom stärkeren Staat beherrscht. 88 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R%F6 M I S C H E S %20R E I C H 89 Kapitel

25 auf Seite 175

90 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I S C H E S %20R E I C H 91 Kapitel

45 auf Seite 305 44 auf Seite 295 93 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S A T E L L I T E N S T A A T 92 Kapitel

465 S CHENGENER A BKOMMEN 94 Als „Schengener Abkommen“ wird eine Gruppe von internationalen Vereinbarungen bezeichnet, mit denen die Grenzkontrollen zwischen den beteiligten Staaten – vor allem der Europäischen Union – geregelt werden. Für die meisten Bürger bedeutet dies: Wenn zwei Nachbarländer dem Abkommen beigetreten sind, gibt es keine Grenzkontrollen mehr. S OUVERÄNITÄT 95 Dieser Begriff hat mehrere Bedeutungen. In Politik und Geschichte bedeutet er, dass eine Gruppe das Recht hat, über sich selbst frei zu entscheiden und nicht „fremdbestimmt“ zu sein. Im Absolutismus (siehe OBEN 96 ) war der Herrscher – Fürst, König, Kaiser – der Souverän und hatte alle Staatsgewalt inne; er entschied über alle Einwohner. In der Demokratie ist das Volk der Souverän und entscheidet selbst, z.B. über seine Verfassung und (mit dem Parlament) über Gesetze und die Regierung. S OWJETUNION 97 Die Sowjetunion (ausführlich: Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, abgekürzt: SU oder UdSSR) war von 1922 bis 1991 das größte Land der Erde und reichte von der Ostsee und dem Schwarzen Meer über den Ural und Sibirien bis zum Pazifik. 1991 erklärten sich alle Teilrepubliken für selbständig; die Sowjetunion wurde aufgelöst. Nachfolger war die RUSSISCHE F ÖDERATION 98 .

94 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S C H E N G E N E R %20A B K O M M E N 95 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S O U V E R %E4 N I T %E4 T 96 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23A 97 Kapitel 98 Kapitel

45 auf Seite 305 44 auf Seite 295

466

62.0.17 V Vasallenstaat Siehe S ATELLITENSTAAT 99 . V EREINTE N ATIONEN (UN) 100 In den Vereinten Nationen (engl. United Nations, abgekürzt UN oder UNO) sind fast alle Staaten der Erde zusammengeschlossen. Die wichtigsten Aufgaben sind die Sicherung des Weltfriedens, die Einhaltung des Völkerrechts, der Schutz der Menschenrechte und die Förderung der internationalen Zusammenarbeit. Die wichtigsten Institutionen sind die Generalversammlung, der Sicherheitsrat und der Generalsekretär. Für besondere Aufgaben gibt es weitere O RGAN ISATIONEN 101 , beispielsweise das Kinderhilfswerk UNICEF 102 oder die UNESCO 103 für Erziehung, Wissenschaft und Kultur. VÖLKERWANDERUNG 104 In der Geschichte wird darunter vor allem die Zeit von 375 bis 568 verstanden. Bereits seit dem 2. Jahrhundert v.Chr. wanderten germanische Stämme aus ihren Siedlungsgebieten in Mittel-, Ost- und Nordeuropa immer wieder nach Westen und Süden. Im 4. Jahrhundert fielen die H UNNEN 105 nach Ost- und Mitteleuropa ein. Dies verstärkte die Wanderungen der Germanen. Verschiedene germanische Völker zogen nun in größerer Zahl in alle Gebiete des Römischen Reiches und gründeten eigene Staaten. Die Völkerwanderung ist damit die Verbindung zwischen Antike und Mittelalter. 99 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23S 100 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V E R E I N T E %20N A T I O N E N 101 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /S O N D E R O R G A N I S A T I O N E N %

20 D E R %20V E R E I N T E N %20N A T I O N E N 102 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /UNICEF 103 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /UNESCO 104 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /V%F6 L K E R W A N D E R U N G 105 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /H U N N E N

467

62.0.18 W WARSCHAUER PAKT 106 Der Warschauer Pakt bestand von 1955 bis 1991 und war ein Vertrag zur gegenseitigen militärischen Hilfe der Ostblock-Staaten unter Führung der Sowjetunion. Es war im K ALTEN K RIEG 107 das Gegenstück zum westlichen Militärbündnis, der NATO unter Führung der USA. Die Mitglieder des Warschauer Pakts verzichteten gegenüber der Sowjetunion auf eine eigenständige Außenpolitik. W IENER KONGRESS 108 (1815) Der Wiener Kongress legte in Europa die Grenzen neu fest und definierte neue Staaten. Anlass war die Niederlage von Napoleon Bonaparte, der zuvor die politische Landkarte des Kontinentes erheblich verändert hatte. Beteiligt waren alle bedeutenden Monarchien Europas mit Ausnahme des Osmanischen Reichs. Die führende Rolle spielten die Großmächte Russland, Vereinigtes Königreich, Österreich, Preußen, Frankreich (wieder als Monarchie) und der Kirchenstaat.

62.0.19 Z Z ARENREICH 109 , Zar Zar ist die slawische Bezeichnung des Herrschertitels Kaiser. Mit dem Zarenreich ist in Deutschland immer das RUSSISCHE R EICH 110 von 1721 bis 1917 gemeint.

106 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W A R S C H A U E R %20P A K T 107 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23K 108 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I E N E R %20K O N G R E S S 109 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /R U S S I S C H E S %20R E I C H 110 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%23R

468 Z WEITER W ELTKRIEG 111 Er dauerte von 1939 bis 1945, und fast alle Staaten der Welt waren beteiligt. Die Hauptgegner waren die Achsenmächte (Deutschland, Italien, Japan) und die Alliierten (Frankreich, Großbritannien, später Sowjetunion, USA). Neben den militärischen Zerstörungen wurden durch Luftangriffe und Plünderungen auch viele Städte vor allem in England, Polen, der Sowjetunion und Deutschland zerstört. Insgesamt starben schätzungsweise 55 Millionen Menschen (davon rund 39 Millionen in Europa und ungefähr 16 Millionen in Asien), darunter nicht nur viele Soldaten, sondern auch viele Zivilisten. Am stärksten betroffen war die Sowjetunion mit etwa 17 Millionen getöteten Zivilpersonen und 8,6 Millionen Soldaten.

111 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /Z W E I T E R %20W E L T K R I E G

63 Autoren Dieses Buch ist ursprünglich entstanden aus dem englischen Wikibook unter W IKIJUNIOR :E UROPE 1 . Die Autoren dort waren zunächst: • U SER :X ANIA 2 • U SER :N1 PERSON 3 • U SER :BART 133 4 Das englische Projekt wurde zur Grundlage des deutschen Buches. Die Kapitel wurden (in den Jahren 2007 und 2008 überwiegend mit einem Übersetzungsprogramm) übernommen und zusammengestellt von den deutschen Wikibooks-Autoren: • B ENUTZER :J UDITHHH 5 • B ENUTZER :JARU 6 Sämtliche Kapitel wurden von Februar bis August 2010 vollständig überarbeitet von: • B ENUTZER :J UETHO 7 (Jürgen) 1 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3A E N %3AW I K I J U N I O R %

3AE U R O P E 2 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3A E N %3AU S E R %3AX A N I A 3 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3A E N %3AU S E R %3AN1 P E R S O N 4 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3A E N %3AU S E R %3AB A R T 133 5 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /B E N U T Z E R %3AJ U D I T H H H 6 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /B E N U T Z E R %3AJARU 7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /B E N U T Z E R %3AJ U E T H O

469

470 Darüber hinaus haben sich natürlich gemäß dem W IKI 8 -Prinzip etliche Autoren (teilweise mit Anmeldung, teilweise anonym) an den Texten beteiligt. Die PDF-V ERSION 9 wurde von B ENUTZER :D IRK H UENNIGER 10 erstellt.

8 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /W I K I 9 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3AD A T E I %3AE U R O P A . P D F 10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /B E N U T Z E R %3AD I R K %

20H U E N N I G E R

64 Autoren Edits 8 1 1 1 1 7 4 1 76

User 3 ECK 1 B IDGEE 2 B ILBO 129 3 B ODHI -BAUM 4 C ADFAELL 5 C HIRAK 6 C OMMONS D ELINKER 7 D ERBETH 8 D IRK H UENNIGER 9

1 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R :

3E C K 2 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : BI D G E E 3 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : B I L B O 129 4 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : B O D H I -B A U M 5 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : CA D F A E L L 6 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : CH I R A K 7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : CO M M O N SDE L I N K E R 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : DE R B E T H 9 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : D I R K _H U E N N I G E R

471

472 1 1 16 14 49 2 1 1 238 1 36 627

D OKTORCHEN 10 E NOMIL 11 H3 LL 0 12 H ERBYTHYME 13 H EULER 06 14 H LONS 15 J BUDISSIN 16 J- EYE 17 JARU 18 JT1975HN 19 J UDITHHH 20 J UETHO 21

10 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R :

DO K T O R C H E N 11 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : EN O M I L 12 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : H3 L L 0 13 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : HE R B Y T H Y M E 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : H E U L E R 06 15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : HL O N S 16 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : J_ B U D I S S I N 17 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : J- E Y E 18 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : JARU 19 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R :

JT1975HN 20 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R :

JU D I T H H H 21 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : JU E T H O

473 1 10 106 12 44 2 85 1 3 3 3 1

K ARIN 87 22 K EEP T HE B LUES A LIVE 23 K LAUS E IFERT 24 K NOPPEN 25 M ICHAEL F REY 26 M IKE . LIFEGUARD 27 N EUER N UTZER 2009 28 R AVE D OG 29 RONI 87 30 RVIDUMAN 31 S HOGUN 32 S KRAALAN 33

22 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R :

K A R I N 87 23 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : KE E PTH EBL U E SAL I V E 24 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : K L A U S _E I F E R T 25 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : KN O P P E N 26 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : MI C H A E LFR E Y 27 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : MI K E.L I F E G U A R D 28 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : N E U E R N U T Z E R 2009 29 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : RA V EDO G 30 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : R O N I 87 31 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : RV I D U M A N 32 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : SH O G U N 33 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : SK R A A L A N

474 24 1 2 1 77 1

T HE PACKER 34 T HOMSKI 92 35 VAN DER H OORN 36 W IMMEL 37 X XAGILE 38 39

34 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R :

TH EPA C K E R 35 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : T H O M S K I 92 36 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : V A N _ D E R _H O O R N 37 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : WI M M E L 38 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : XX A G I L E 39 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W / I N D E X . P H P ? T I T L E =B E N U T Z E R : %D0%9C%D0%BE%D0%BB%D0%BE%D1%85

65 Bildnachweis In der nachfolgenden Tabelle sind alle Bilder mit ihren Autoren und Lizenen aufgelistet. Für die Namen der Lizenzen wurden folgende Abkürzungen verwendet: • GFDL: Gnu Free Documentation License. Der Text dieser Lizenz ist in einem Kapitel diese Buches vollständig angegeben. • cc-by-sa-3.0: Creative Commons Attribution ShareAlike 3.0 License. Der Text dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/ nachgelesen werden. • cc-by-sa-2.5: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.5 License. Der Text dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/ nachgelesen werden. • cc-by-sa-2.0: Creative Commons Attribution ShareAlike 2.0 License. Der Text der englischen Version dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/bysa/2.0/ nachgelesen werden. Mit dieser Abkürzung sind jedoch auch die Versionen dieser Lizenz für andere Sprachen bezeichnet. Den an diesen Details interessierten Leser verweisen wir auf die Onlineversion dieses Buches.

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476 • cc-by-sa-1.0: Creative Commons Attribution ShareAlike 1.0 License. Der Text dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/by-sa/1.0/ nachgelesen werden. • cc-by-2.0: Creative Commons Attribution 2.0 License. Der Text der englischen Version dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/ nachgelesen werden. Mit dieser Abkürzung sind jedoch auch die Versionen dieser Lizenz für andere Sprachen bezeichnet. Den an diesen Details interessierten Leser verweisen wir auf die Onlineversion dieses Buches. • cc-by-2.5: Creative Commons Attribution 2.5 License. Der Text dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/deed.en nachgelesen werden. • cc-by-3.0: Creative Commons Attribution 3.0 License. Der Text dieser Lizenz kann auf der Webseite http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/deed.en nachgelesen werden. • GPL: GNU General Public License Version 2. Der Text dieser Lizenz kann auf der Webseite http://www.gnu.org/licenses/gpl-2.0.txt nachgelesen werden. • PD: This image is in the public domain. Dieses Bild ist gemeinfrei. • ATTR: The copyright holder of this file allows anyone to use it for any purpose, provided that the copyright holder is properly attributed. Redistribution, derivative work, commercial use, and all other use is permitted.

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Bild 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

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Autor S AN J OSE 1 (Karte) USER :C UMHUR 2 DAVID L IUZZO 3 C RAZY P HUNK 4

Lizenz GFDL PD GFDL GFDL

| PD C RAZY P HUNK 5 GFDL C RAZY P HUNK 6 PD S AN J OSE 7 (Karte) GFDL Korny78 HTTP :// DE . WIKIPEDIA . ORG / WIKI /B ENUTZER cc-by-sa-:KORNY 78 8 2.5 or http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Korny78 PD Current version as of 8 February 2008: PD H ANSEN BCN 9 U SER :SKOPP 10

U SER :M ADDEN 11

PD PD PD PD GFDL PD PD

1 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S A N %20J O S E 2 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / U S E R %3 A C U M H U R 3 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D A V I D %20L I U Z Z O 4 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C R A Z Y P H U N K 5 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C R A Z Y P H U N K 6 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C R A Z Y P H U N K 7 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S A N %20J O S E 8 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / H T T P %3 A // D E . W I K I P E D I A .

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User PALFFY 12 on EN . WIKIPEDIA 13

PD GFDL

• :F ILE :F LAG _ OF _F INLAND . SVG 14 by U SER :SKOPP 15 • derived by U SER :J UETHO 16 22

GFDL • F LAG _ OF _F RANCE . SVG 17 : {{de|Diese Grafik wurde SKOPP 18 erstellt.

von

23 • F LAG _ OF _G EORGIA . SVG 19 : ER :SKOPP 20

:U S -

• derivative work: J UETHO 21 (TALK 22 )

12 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A P A L F F Y 13 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G 14 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

FI N L A N D.S V G 15 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 16 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 17 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

FR A N C E.S V G 18 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 19 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

GE O R G I A.S V G 20 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A U S E R %3 A SK O P P 21 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 22 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O

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24

PD •

F LAG _ OF _G REECE . SVG 23 : (of code) : CS :U SER :- XFI - 24 (TALK 25 )

• derivative work: D IRK H ÜNNIGER 26 (TALK 27 ) 25

PD •

F LAG _ OF _I RELAND . SVG 28 : SKOPP 29 and others (see history below)

• derivative work: J UETHO 30 26 27 28 29

see below see below : CS :U SER :- XFI - 31 C RADEL 32 (current version), earlier version by N INGYOU 33

PD PD PD GFDL

23 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

GR E E C E.S V G 24 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A - X F I 25 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R _ T A L K %

3A- X F I26 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3% BCNNIGER 27 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 28 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

IR E L A N D.S V G 29 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 30 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 31 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A - X F I 32 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C R A D E L 33 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N I N G Y O U

480

30

GFDL •

F LAG _ OF _C ROATIA . SVG 34 : U SER :Z SCOUT 370 35 USER :R AINMAN 36 U SER :R-41 37 and others (edit-war?)

• derivative work: J UETHO 38 (TALK 39 ) 31 32 33 34

L ATVIA 40 Source: Drawn by U SER :SKOPP 41

PD PD PD PD

• F LAG _ OF _L UXEMBOURG . SVG 42 : Drawn by U SER :SKOPP 43 • derivative work: U SER :J UETHO 44

34 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

CR O A T I A.S V G 35 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 36 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A R A I N M A N 37 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A R-41 38 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 39 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 40 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /L A T V I A 41 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 42 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

LU X E M B O U R G.S V G 43 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 44 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O

481

35

PD •

F LAG _ OF _M ALTA . SVG 45 : DAH 46

YAD and others (see history below)

• derivative work: J UETHO 47 36 37 38

Source: Drawn by U SER :SKOPP 48 , rewritten by U SER :G ABBE 49 see below

PD PD PD

• F LAG _ OF _M ONACO . SVG 50 : Drawn by SKOPP 51 • derivative work: J UETHO 52 39

Felipe Micaroni Lalli

cc-by-sa3.0

45 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _M A L T A .

SVG 46 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Y A D D A H 47 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 48 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 49 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A G A B B E 50 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

MO N A C O.S V G 51 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 52 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O

482

40

PD • F LAG _ OF _ THE _N ETHERLANDS . SVG 53 : COUT 370 54

ZS-

• derivative work: D IRK H ÜNNIGER 55 (TALK 56 ) 41 42

D BENBENN 57 • F LAG _ OF _AUSTRIA . SVG 58 : ER :SKOPP 59

PD US-

• derivative work: J UETHO 60 (TALK 61 )

53 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _ T H E _

NE T H E R L A N D S.S V G 54 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 55 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3%

BCNNIGER 56 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 57 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D B E N B E N N 58 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

AU S T R I A.S V G 59 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 60 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 61 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O

483

43

PD •

F LAG _ OF _P OLAND . SVG 62 : M AREKLUG 63 , WANTED 64

• derivative work: D IRK H ÜNNIGER 65 (TALK 66 ) 44 45 46

AdiJapan

PD PD PD

• F LAG _ OF _RUSSIA . SVG 67 • derivative work: D IRK H ÜNNIGER 68 (TALK 69 ) 47 48

PD PD

62 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

PO L A N D.S V G 63 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A R E K L U G 64 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A W A N T E D 65 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3%

BCNNIGER 66 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 67 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

RU S S I A.S V G 68 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3% BCNNIGER 69 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R

484

49

U SER :M ARC M ONGENET 70

PD

Credits: • U SER :- XFI - 71 • U SER :Z SCOUT 370 72 50 • C IVIL _F LAG _ OF _S ERBIA . SVG 73 : National Assembly of the Republic of Serbia (Serbian Parliament) • derivative work: J UETHO 74 51

PD •

F LAG _ OF _S LOVAKIA . SVG 75 : SKOPP 76

• derivative work: J UETHO 77

70 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A R C %20M O N G E N E T 71 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A - X F I 72 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 73 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A C I V I L _F L A G _ O F _

SE R B I A.S V G 74 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 75 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

SL O V A K I A.S V G 76 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 77 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O

485

52

PD •

F LAG _ OF _S LOVENIA . SVG 78 : drawn by SKOPP 79 , modified by Z SCOUT 370 80 and by V ZB 83 81

• derivative work: J UETHO 82 53

Pedro A. Gracia Fajardo, escudo de M AN UAL DE I MAGEN I NSTITUCIONAL DE LA A DMINISTRACIÓN G ENERAL DEL E STA -

PD

DO 83

54

DAVID B ENBENNICK 84 (original author)

PD

78 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

SL O V E N I A.S V G 79 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 80 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 81 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A V Z B 83 82 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 83 H T T P :// W W W .060. E S / G U I A _ D E L _ E S T A D O / P R O G R A M A S _ D E _ L A _

A D M I N I S T R A C I O N / I M A G E N _ I N S T I T U C I O N A L / C O M M O N /1_11. P D F 84 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D B E N B E N N

486

55

PD • F LAG _ OF _ THE _C ZECH _R EPUBLIC . SVG 85 : * special commission (of code): SVG version by CS :- XFI - 86 . • Colors according to Appendix No. 3 of czech legal Act 3/1993. CS :Z IRLAND 87 . • derivative work: D IRK H ÜNNIGER 88 (TALK 89 )

56 57 58

Created by: J ON H ARALD S ØBY 90 , colors by Z SCOUT 370 91 U SER :SKOPP 92

PD PD

85 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _ T H E _

C Z E C H _R E P U B L I C . S V G 86 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A - X F I 87 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A Z I R L A N D 88 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3%

BCNNIGER 89 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 90 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J O N %20H A R A L D %20S% C 3% B 8 B Y 91 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 92 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P

487

59

PD • F LAG _ OF _ THE _VATICAN _C ITY. SVG 93 : O PEN C LIPA RT WEBSITE 94

• modified by F L A N K E R 95 . • derivative work: J UETHO 96 60 61

PD PD • F LAG _ OF _C YPRUS . SVG 97 : D BEN BENN 98 and others • derivative (TALK 100 )

62 63 64 65 66

work:

J UETHO 99

PZ MAPS 101 : EN :U SER :I LLYRICUM S ACRUM 102 David Liuzzo

PD PD GFDL GFDL ATTR

93 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _ T H E _

V A T I C A N _C I T Y . S V G 94 H T T P :// O P E N C L I P A R T . O R G / C L I P A R T // S I G N S _ A N D _ S Y M B O L S / F L A G S/E U R O P E/V A T I C A N.S V G 95 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / U S E R %3 A F%20 L %20 A %20 N %

20 K %20 E %20 R 96 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / U S E R %3 A J U E T H O 97 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

CY P R U S.S V G 98 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D B E N B E N N 99 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 100 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 101 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A PZ M A P S 102 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %

3AIL L Y R I C U MSA C R U M

488

67

Current version as of 8 February 2008: H ANSEN BCN 103

PD

68

Eric Gaba (S TING 104 - FR :S TING 105 ), translated by T ITUS G ROAN 106 lorentey |

GFDL

69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80

U SER :SKOPP 107 Cschopp

B OURRICHON 108 - FR :B OURRICHON 109 ) Galandar David Liuzzo

cc-by-2.0 PD PD GFDL GFDL PD PD GFDL GFDL ATTR PD GFDL

• derivative work: K NOPPEN 110 111 (TALK ) 16:23, 19 October 2008 (UTC)– 81 82

Markus Koljonen (D ILAUDID 112 )

PD GFDL

103 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H A N S E N BCN 104 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S T I N G 105 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F R %3 A U T I L I S A T E U R %

3AST I N G 106 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A T I T U S %20G R O A N 107 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 108 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A B O U R R I C H O N 109 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F R %3 A U T I L I S A T E U R %

3ABO U R R I C H O N 110 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A K N O P P E N 111 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A K N O P P E N 112 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I L A U D I D

489

83 84 85 86 87 88 89

C HEMIKER 113 Original uploader was M USSKLPROZZ 114 at DE . WIKIPEDIA 115 K RISTIAN KÖHNTOPP 116 from Karlsruhe, Germany J EAN -C HRISTOPHE BENOIST 117 U SER :L IMOW RECK 118 Marc Ryckaert (MJJR 119 )

90 91 92 93 94 95 96

David Liuzzo

97 98

P SY GUY 121 David Liuzzo

Julian Nitzsche (J . BUDISSIN 120 )

Felipe Micaroni Lalli

PD GFDL GFDL cc-by-sa2.0 GFDL GFDL cc-by-sa2.5 ATTR PD GFDL GFDL PD GFDL cc-by-sa3.0 GFDL ATTR

113 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C H E M I K E R 114 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %

3AMU S S K L P R O Z Z 115 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G 116 H T T P :// W W W . F L I C K R . C O M / P E O P L E /[email protected] 117 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F R %3 A U S E R %

3 A J E A N -C H R I S T O P H E %20BENOIST 118 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A L I M O W R E C K 119 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / U S E R %3 A MJJR 120 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J%20 B U D I S S I N 121 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P S Y %20 G U Y

490

99

GFDL •

F LAG _ OF _D ENMARK . SVG 122 :

US-

ER :M ADDEN 123

• derivative (TALK 125 ) 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109

work:

J UETHO 124

Demis map server M ALTE H ÜBNER 126 David Liuzzo Z IEGELBRENNER 127 ZIEGELBRENNER 128 KGBERGER 129 KGBERGER 130

U SER :52 P ICKUP 131

110

PD PD ATTR PD GFDL GFDL GFDL GFDL cc-by-sa2.5 GFDL

122 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

DE N M A R K.S V G 123 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A D D E N 124 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 125 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 126 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A X E O S P E E D 127 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z I E G E L B R E N N E R 128 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3A Z I E G E L B R E N N E R 129 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R % 3A K G B E R G E R 130 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R % 3A K G B E R G E R 131 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A 52%20P I C K U P

491

111 112 113 114 115 116 117

118 119 120 121 122 123

Users O LAF 1541 132 , DE . WIKIPEDIA 134

S LADER 133

on

B ERTHOLD W ERNER 135 H ASELBURG - MÜLLER 136 T OKSAVE 137 Reinhard Wolf, Talstraße 13, 63128 Dietzenbach. (selbst fotografiert) Original uploader was P UMUCKEL 42 138 at DE . WIKIPEDIA 139 B ERTHOLD W ERNER 140 P EGASUS 2 141 13. Feb. 2005, reworked by S IOUX 142 5. Jan. 2007 Lvova Original uploader was C APTAIN B LOOD 143 at DE . WIKIPEDIA 144

GFDL GFDL PD PD GFDL GFDL GFDL

PD GFDL GFDL PD GFDL GFDL

132 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A O L A F 1541 133 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A S L A D E R 134 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G 135 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A B E R T H O L D %20W E R N E R 136 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H A S E L B U R G - M % C 3%

BCLLER 137 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A T O K S A V E 138 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %

3 A P U M U C K E L 42 139 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G 140 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A B E R T H O L D %20W E R N E R 141 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3APE G A S U S2 142 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %3 A S I O U X 143 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A C A P T A I N %

20B L O O D 144 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G

492

124 125 126

diese Datei: J WNABD 145 : DE :B ENUTZER :A LGOS 146 U SER :52 P ICKUP 147

127

I NCNIS M RSI 148 , based on S ANSCU LOTTE 149 ’s work Original uploader was YAGOSAGA 150 at DE . WIKIPEDIA 151

128

PD GFDL cc-by-sa2.5 GFDL cc-by-sa2.0

(Original text : E CKHARD E TZOLD 152 ) 129 130 131 132

User

PALFFY 153

on

EN . WIKIPEDIA 154

FIRERAMSEY 155

133

GFDL PD GFDL cc-by-sa2.0 PD

145 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3AJW N A B D 146 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %3 A A L G O S 147 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A 52%20P I C K U P 148 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A I N C N I S %20M R S I 149 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I / U S E R %3 A S A N S C U L O T T E 150 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A Y A G O S A G A 151 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G 152 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3AYA G O S A G A 153 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A P A L F F Y 154 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G 155 H T T P :// F L I C K R . C O M / P H O T O S /[email protected]

493

134

GFDL •

:F ILE :F LAG _ OF _F INLAND . SVG 156 by U SER :SKOPP 157

• derived by U SER :J UETHO 158 135 136

B ISHKEK ROCKS 159

137 138 139

VALTOV 160 at FI . WIKIPEDIA 161 David Liuzzo • F LAG _ OF _F RANCE . SVG 162 : {{de|Diese Grafik wurde SKOPP 163 erstellt.

140 141 142 143 144 145

GFDL cc-by-sa2.0 PD ATTR GFDL von

GFDL Wegmann, Ludwig J. S CHWERDTFEGER 164 5. August 2007 (UTC) ROSSS 165

PD PD GFDL GFDL

156 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

FI N L A N D.S V G 157 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 158 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 159 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A B I S H K E K R O C K S 160 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I %3 A U S E R %3 A V A L T O V 161 H T T P :// F I . W I K I P E D I A . O R G 162 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

FR A N C E.S V G 163 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 164 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J.

%20S C H W E R D T F E G E R 165 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A R O S S S

494

146 147

GFDL cc-by-sa2.0

Dan Kamminga |

148 149 150

Marc Ryckaert (MJJR 166 ) M AGNUS M ANSKE 167

151 152 153

J ONATHAN M ARTZ 168 S MILEY. TOERIST 169

154

C HRISTOPHE .F INOT 170

GFDL cc-by-sa2.0 GFDL GFDL cc-by-sa2.0 cc-by-sa2.5 GFDL PD

155 156 157 • F LAG _ OF _G EORGIA . SVG 171 : :U S ER :SKOPP 172 • derivative (TALK 174 ) 158 159

work:

J UETHO 173

D ON - KUN 175 David Liuzzo

GFDL ATTR

166 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A MJJR 167 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A G N U S %20M A N S K E 168 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /J O N A T H A N %20M A R T Z 169 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S M I L E Y . T O E R I S T 170 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F R %3 A U T I L I S A T E U R %

3 A C H R I S T O P H E .F I N O T 171 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _ GE O R G I A.S V G 172 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A U S E R %3 A SK O P P 173 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 174 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 175 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D O N - K U N

495

160

PD •

F LAG _ OF _G REECE . SVG 176 :

(of code) : CS :U SER :- XFI - 177 (TALK 178 )

• derivative work: D IRK H ÜNNIGER 179 (TALK 180 ) 161 162 163

P ITICHINACCIO 181

164

Original uploader was T SIRONIS 183 at EN . WIKIPEDIA 184 User L ENNIE Z 185 on NL . WIKIPEDIA 186 : EL :ρ´ηστης:D IDEROT 187 David Liuzzo

165 166 167

F INGALO 182

GFDL GFDL cc-by-sa2.0 GFDL GFDL GFDL ATTR

176 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

GR E E C E.S V G 177 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A - X F I 178 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R _ T A L K %

3A- X F I179 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3% BCNNIGER 180 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 181 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P I T I C H I N A C C I O 182 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A F I N G A L O 183 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A T S I R O N I S 184 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G 185 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A N L %3 A U S E R %3 A L E N N I E Z 186 H T T P :// N L . W I K I P E D I A . O R G 187 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E L %3 A % C E % A 7% C F %81% C E %

A E % C F %83% C F %84% C E % B 7% C F %82%3 A D I D E R O T

496

168

PD •

F LAG _ OF _I RELAND . SVG 188 : SKOPP 189 and others (see history below)

• derivative work: J UETHO 190 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186

A NDREIN 191 DANNY 192 from Whitechapel, London, UK

David Liuzzo see below M AX NAYLOR 193

GFDL cc-by-sa2.0 GFDL ATTR PD PD

NOAA

PD PD

David Liuzzo see below M ANDRAK 194 C THULJEW 195

PD ATTR PD GFDL PD PD

188 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

IR E L A N D.S V G 189 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 190 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 191 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A A N D R E I N 192 H T T P :// W W W . F L I C K R . C O M / P E O P L E /[email protected] 193 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A X %20N A Y L O R 194 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A N D R A K 195 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C T H U L J E W

497

187 188 189

Eric Gaba (S TING 196 - FR :S TING 197 ) OTOURLY 198 D ILIFF 199

190 191 192 193 194 195

L UDMIŁA P ILECKA 200

delaere V INCENZO G IANFERRARI P INI 201 Original uploader was L UCIUS 202 IT. WIKIPEDIA 203

GFDL GFDL cc-by-sa2.5 GFDL PD GFDL cc-by-2.0 at

196 197 198 199 200 201 202

: CS :U SER :- XFI - 204 NASA, derivative work by Intagli at wikipedia Jonas Satkauskas David Liuzzo C RADEL 205 (current version), earlier version by N INGYOU 206

GFDL cc-by-sa2.5 PD PD PD ATTR ATTR GFDL

196 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S T I N G 197 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F R %3 A U T I L I S A T E U R %

3AST I N G 198 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A O T O U R L Y 199 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I L I F F 200 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A L U D M I % C 5%82 A %

20P I L E C K A 201 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A V I N C E N Z O % 20G I A N F E R R A R I %20P I N I 202 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A I T %3 A U S E R %3 A L U C I U S 203 H T T P :// I T . W I K I P E D I A . O R G 204 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A - X F I 205 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A C R A D E L 206 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N I N G Y O U

498

203 204 205

S ÉMHUR 207

GFDL GFDL GFDL

• F LAG _ OF _C ROATIA . SVG 208 : U SER :Z SCOUT 370 209 USER :R AINMAN 210 U SER :R-41 211 and others (edit-war?) • derivative (TALK 213 ) 206 207 208 209 210 211

work:

J UETHO 212

M ODZZAK 214 M ODZZAK 215 I took the photo myself

GFDL GFDL GFDL GFDL PD GFDL

207 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S% C 3% A 9 M H U R 208 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

CR O A T I A.S V G 209 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 210 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A R A I N M A N 211 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A R-41 212 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 213 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 214 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M O D Z Z A K 215 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M O D Z Z A K

499

212 • F LAG _ OF _L ATVIA . SVG 216 : L ATVIA 217 drawn by SKOPP 218 • derivative work: J UETHO 219 213 214 215 216 217 218

R ICARDO L IBERATO 220

B OURRICHON 221 , translated by N ORD N ORDW EST 222

219 220 221 222

Source: Drawn by User:Halibutt E QUESTENEBRARUM 224

223 224

DAVID L IUZZO 225

U SER :SKOPP 223

GFDL cc-by-sa2.0 PD PD PD GFDL GFDL PD GFDL cc-by-sa3.0 GFDL

216 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

LA T V I A.S V G 217 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /L A T V I A 218 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 219 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 220 H T T P :// W W W . L I B E R A T O . O R G 221 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A B O U R R I C H O N 222 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N O R D N O R D W E S T 223 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 224 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A E Q U E S T E N E B R A R U M 225 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D A V I D %20L I U Z Z O

500

225

PD •

F LAG _ OF _L UXEMBOURG . SVG 226 : Drawn by U SER :SKOPP 227

• derivative work: U SER :J UETHO 228 226 227 228 229

Caranorn N UCLEARVACUUM 229

GFDL GFDL GFDL PD

• F LAG _ OF _M ALTA . SVG 230 : YAD DAH 231 and others (see history below) • derivative work: J UETHO 232 230

Original work by H AMELIN DE G UETTELET 233 . Retouched by P IROSKA 234 .

226 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

LU X E M B O U R G.S V G 227 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 228 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 229 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N U C L E A R V A C U U M 230 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _M A L T A .

SVG 231 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Y A D D A H 232 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 233 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H A M E L I N %20 D E %

20G U E T T E L E T 234 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P I R O S K A

501

231

232 233 234 235 236 237 238 239 240 241

Original uploader was M ASTURBIUS 235 at DE . WIKIPEDIA 236 . Later version(s) were uploaded by H AJOTTHU 237 , O UATTARA 238 , Q UERYZO 239 at DE . WIKIPEDIA 240 . W ILLIAM S HEWRING 241 Source: Drawn by U SER :SKOPP 242 , rewritten by U SER :G ABBE 243 F UTURE P ERFECT AT S UNRISE 244 VANJAGENIJE 245 David Liuzzo see below David Liuzzo

PD

PD PD PD PD ATTR PD GFDL ATTR PD

• F LAG _ OF _M ONACO . SVG 246 : Drawn by SKOPP 247 • derivative work: J UETHO 248

235 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %

3AMA S T U R B I U S 236 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G 237 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A H A J O T T H U 238 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A O U A T T A R A 239 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A Q U E R Y Z O 240 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G 241 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A W Y K E B J S 242 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 243 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A G A B B E 244 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A F U T U R E %20P E R F E C T %

20 A T %20S U N R I S E 245 H T T P :// C O M M O N S . W I K I M E D I A . O R G / W I K I /U S E R :V A N J A G E N I J E 246 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

MO N A C O.S V G 247 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 248 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O

502

242 243 244

PD GFDL cc-by-sa3.0 GFDL GFDL GFDL PD

Felipe Micaroni Lalli

245 246 247 248 • F LAG _ OF _ THE _N ETHERLANDS . SVG 249 : COUT 370 250

ZS-

• derivative work: D IRK H ÜNNIGER 251 (TALK 252 ) 249 250 251 252 253 254 255

GFDL Demis map server

Victor van Werkhooven D BENBENN 253

GFDL GFDL GFDL PD PD

249 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _ T H E _

NE T H E R L A N D S.S V G 250 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 251 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3%

BCNNIGER 252 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 253 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D B E N B E N N

503

256

cc-by-sa3.0

• E UROPE _ TOPOGRAPHY _ MAP _DE . PNG 254 : S AN J OSE 255 • derivative (TALK 257 ) 257 258 259 260 261 262

work:

J UETHO 256

GFDL GFDL GFDL GFDL GFDL

H ESSE 1309 258 F RANK H ÄRTELT 259 N UCLEARVACUUM 260 • F LAG _ OF _AUSTRIA . SVG 261 : ER :SKOPP 262 • derivative (TALK 264 )

263 264 265

work:

US-

J UETHO 263

IMeowbot U SER :A LPHAC ENTAURI 265

PD GFDL PD

254 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A E U R O P E _

T O P O G R A P H Y_M A P_D E.P N G 255 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S A N _J O S E 256 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 257 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 258 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H E S S E 1309 259 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3 A F R A N K %20H% C 3% A 4 R T E L T 260 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N U C L E A R V A C U U M 261 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

AU S T R I A.S V G 262 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 263 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 264 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 265 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A A L P H A C E N T A U R I

504

267

User T HEMANWITHOUTAPAST 266 EN . WIKIPEDIA 267 M ICHAEL S CHMID 268

268 269 270

Johann Jaritz A IRIN 269 G RYFFINDOR 270

271 272

Photo: Andreas Praefcke H UFI 271

266

on

273 274

GFDL cc-by-sa2.0 GFDL cc-by-sa2.5 cc-by-sa3.0 GFDL PD

• F LAG _ OF _P OLAND . SVG 272 : M AREKLUG 273 , WANTED 274 • derivative work: D IRK H ÜNNIGER 275 (TALK 276 ) 275 276 277

User:Halibutt

GFDL PD GFDL

266 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %

3ATH E M A N W I T H O U T A P A S T 267 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G 268 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S C H M I D 269 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A A I R I N 270 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A G R Y F F I N D O R 271 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H U F I 272 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

PO L A N D.S V G 273 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A R E K L U G 274 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A W A N T E D 275 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3%

BCNNIGER 276 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R

505

278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295

Original uploader was S HALOM A LECHEM 277 at EN . WIKIPEDIA 278 : EN : USER :P ROHIBIT O NIONS 279 KB 280

L ITE 281 Alina Zienowicz A LA Z 282 Zbigniew Figiel. David Liuzzo Tokle B OURRICHON 283 - FR :B OURRICHON 284 Original uploader was H AD 01 285 at CS . WIKIPEDIA 286 Felipe Micaroni Lalli DAVID L IUZZO 287 AdiJapan

PD PD GFDL GFDL GFDL GFDL ATTR PD PD PD cc-by-sa3.0 PD GFDL GFDL GFDL GFDL

277 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A S H A L O M %

20A L E C H E M 278 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G 279 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %

3APR O H I B I TON I O N S 280 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A K B 281 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A L I T E 282 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A P L %3 A U S E R %3 A A L A %20 Z 283 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A B O U R R I C H O N 284 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F R %3 A U T I L I S A T E U R %

3ABO U R R I C H O N 285 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A U S E R %3 A H A D 01 286 H T T P :// C S . W I K I P E D I A . O R G 287 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D A V I D %20L I U Z Z O

506

296

PD •

F LAG _ OF _RUSSIA . SVG 288

• derivative work: D IRK H ÜNNIGER 289 (TALK 290 ) 297 298 299

M EXICANO 291

GFDL GFDL GFDL

H EIDAS 292 • W IKIPEDIA ACCOUNT 293 • A LL PICTURES 294 • P LEASE

USE

THIS

DISCUSSION

PAGE 295

300

???

???

288 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

RU S S I A.S V G 289 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D I R K %20H% C 3% BCNNIGER 290 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A D I R K %20H% C 3% B C N N I G E R 291 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M E X I C A N O 292 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H E I D A S 293 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3AHE I D A S 294 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R % 3 A H E I D A S /B I L D E R 295 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R _ D I S K U S S I O N %3 A H E I D A S

507

301

302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317

Photographer: Georg Dembowski (U SER :S CHOSCHI 296 ). Retouched by U SER :M IRACETI 297 using THE GIMP 298 (license is not changed) 300 A.Savin / –S299 [1 ]

Dr. Andreas Hugentobler {{chepry S SOLBERGJ 301

see below P IANIST 302 Z SCOUT 370 303 , reworked by P IANIST 304

svg by P IANIST 305

GFDL

GFDL GFDL PD GFDL GFDL cc-by-sa2.5 PD PD PD PD GFDL GFDL PD PD PD

296 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

3ASC H O S C H I 297 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A C S %3 A W I K I P E D I S T A % 3AMI R A C E T I 298 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A GIMP 299 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S1 300 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A S1 300 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A S1 300 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A S1 300 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A S1 301 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S S O L B E R G J 302 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P I A N I S T 303 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 304 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P I A N I S T 305 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P I A N I S T

508

318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330

{{own

svg by P IANIST 306

David Liuzzo M ARCOK 307 di IT: WIKIPEDIA 308

• E UROPE _ TOPOGRAPHY _ MAP _DE . PNG 309 : S AN J OSE 310 • derivative (TALK 312 )

work:

J UETHO 311

331 332 333

GFDL PD PD PD PD PD PD ATTR PD GFDL GFDL PD cc-by-sa3.0

David Liuzzo

GFDL cc-by-sa2.0 ATTR

306 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P I A N I S T 307 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A R C O K 308 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A I T %3 A U T E N T E %3 A M A R C O K 309 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A E U R O P E _

T O P O G R A P H Y_M A P_D E.P N G 310 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S A N _J O S E 311 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 312 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O

509

334

U SER :M ARC M ONGENET 313

PD

Credits: • U SER :- XFI - 314 • U SER :Z SCOUT 370 315 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344

Marco Zanoli (S IDONIUS 316 ) : DE : USER :C APTAIN B LOOD 317 Marco Zanoli (SIDONIUS 318 19:40, 22 May 2006 (UTC)) Z ACH T 319 I KIWANER 320 P LATTENS 321 E ARTH EXPLORER 322

Tobias Alt David Liuzzo

GFDL

GFDL GFDL GFDL PD cc-by-sa2.5 GFDL PD

313 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A R C %20M O N G E N E T 314 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A - X F I 315 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 316 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S I D O N I U S 317 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A U S E R %3 A C A P T A I N %

20B L O O D 318 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A S I D O N I U S 319 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z A C H T 320 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A I K I W A N E R 321 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A P L A T T E N S 322 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A E A R T H %20 E X P L O R E R

510

345 • C IVIL _F LAG _ OF _S ERBIA . SVG 323 : National Assembly of the Republic of Serbia (Serbian Parliament) • derivative work: J UETHO 324 346 347 348 349

350 351 352 353 354 355

N IKOLA S MOLENSKI 325 Original uploader : EN :U SER :B OKIVA 326 EN . WIKIPEDIA 327 Own work LYS 3 RG 0 328

was at

GFDL PD GFDL PD

PD GFDL

Z SCOUT 370 329 at EN . WIKIPEDIA 330 GFDL GFDL GFDL

323 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A C I V I L _F L A G _ O F _

SE R B I A.S V G 324 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 325 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N I K O L A %

20S M O L E N S K I 326 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A B O K I V A 327 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G 328 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A L Y S 3 R G 0 329 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A Z S C O U T 370 330 H T T P :// E N . W I K I P E D I A . O R G

511

356

PD •

F LAG _ OF _S LOVAKIA . SVG 331 : SKOPP 332

• derivative work: J UETHO 333 357 358 359 360 361

Szeder László N UCLEARVACUUM 334

GFDL GFDL PD GFDL PD

• F LAG _ OF _S LOVENIA . SVG 335 : drawn by SKOPP 336 , modified by Z SCOUT 370 337 and by V ZB 83 338 • derivative work: J UETHO 339 362 363 364 365

[email protected]

GFDL cc-by-2.0 PD

331 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

SL O V A K I A.S V G 332 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 333 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 334 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A N U C L E A R V A C U U M 335 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

SL O V E N I A.S V G 336 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A SK O P P 337 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 338 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A V Z B 83 339 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O

512

366

Pedro A. Gracia Fajardo, escudo de M AN UAL DE I MAGEN I NSTITUCIONAL DE LA A DMINISTRACIÓN G ENERAL DEL E STA -

PD

DO 340

367 368 369 370 371

Tokle H ANSEN BCN 341 | Permission= {{self|GFDL|Cc-by-sa-3.0migrated|Cc-by-sa-2.5,2.0,1.0

372 373

http://www.flickr.com/photos/comakut/ |

374

Antonio De Lorenzo

375

Gu. Schmidt AUSTRONAUT 342

376 377 378

O LAF TAUSCH 343

GPL PD GFDL GFDL GFDL GFDL cc-by-sa2.0 cc-by-sa2.5 cc-by-sa2.5 GFDL GFDL

DAVID L IUZZO 344

340 H T T P :// W W W .060. E S / G U I A _ D E L _ E S T A D O / P R O G R A M A S _ D E _ L A _

A D M I N I S T R A C I O N / I M A G E N _ I N S T I T U C I O N A L / C O M M O N /1_11. P D F 341 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A H A N S E N BCN 342 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A A U S T R O N A U T 343 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A O L T A U 344 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D A V I D %20L I U Z Z O

513

379

PD • F LAG _ OF _ THE _C ZECH _R EPUBLIC . SVG 345 : * commission

special

(of code): SVG version by CS :- XFI - 346 . • Colors according to Appendix No. 3 of czech legal Act 3/1993. CS :Z IRLAND 347 . • derivative work: D IRK H ÜNNIGER 348 (TALK 349 ) 380 •

cc-by-sa3.0

E LECTIONWORLD 350

• derivative (TALK 352 )

work:

J UETHO 351

345 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _ T H E _

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Original uploader was C APTAIN B LOOD 353 at DE . WIKIPEDIA 354 . Later version(s) were uploaded by S ASIK 355 , M BIMMLER 356 at DE . WIKIPEDIA 357 . E STEC C O .LTD , C HEAP H OTEL IN P RAGUE 358 L UMIDEK 359 (TALK 360 ) O LAF 1541 361 Hans Weingartz; User L EONCE 49 362 on DE . WIKIPEDIA 363 ; http://www.hansweingartz.de Martin Kováˇr S SSIEGMUND 364 DAVID B ENBENNICK 365 (original author)

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E SEMONO 372 E SEMONO 373 E SEMONO 374 E SEMONO 375 E SEMONO 376 E SEMONO 377

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Felipe Micaroni Lalli

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M OISE N ICU 379

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Georges Jansoone (J O JAN 380 ) B URSA U LUDAG˘ 381

409 410 411

Haluk Özözlü

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Created by: J ON H ARALD S ØBY 382 , colors by Z SCOUT 370 383

cc-by-sa3.0 GFDL GFDL GFDL cc-by-sa2.0 cc-by-2.5 PD PD GFDL GPL

H OLEK 384 DAVID L IUZZO 385 • F LAG _ OF _H UNGARY. SVG 386 : Z S COUT 370 387 and others (see history) • derivative work: J UETHO 388

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U SER :A LPHAC ENTAURI 389

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HU N G A R Y.S V G 387 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A Z S C O U T 370 388 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 389 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A A L P H A C E N T A U R I

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Felipe Micaroni Lalli

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David Liuzzo • F LAG _ OF _ THE _VATICAN _C ITY. SVG 390 : O PEN C LIPA RT WEBSITE 391

• modified by F L A N K E R 392 . • derivative work: J UETHO 393 425 426 427 428 429

Felipe Micaroni Lalli

N UCLEARVACUUM 394 Original flag by JAMES I OF E NGLAND /JAMES VI OF S COTLAND 395 ; SVG recreation by U SER :Z SCOUT 370 396

PD cc-by-sa3.0 GFDL PD

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Original by M ATT L EWIS 397 , derived by K EVIN L. 398 T HE R ED H AT OF PAT F ERRICK 399 CIA Factbook, H EAD 400 DAVID H UNT 401 from Warwickshire, UK Original uploader was D EMONA 402 at DE . WIKIPEDIA 403 (Original text : D EMONA 404 ) T ILMANDRALLE 405 | S TEFAN K ÜHN 406 : EN :U SER :T HE S INGING BADGER 407 David Liuzzo

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U SER :G OLBEZ 408

397 H T T P :// D E . W I K I P E D I A . O R G / W I K I /U S E R %3 A M A T T %20L E W I S 398 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

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BCHN 407 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A E N %3 A U S E R %3 A T H E %

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PD •

F LAG _ OF _C YPRUS . SVG 409 : BENN 410

• derivative (TALK 412 ) 446 447 448 449 450 451

D BEN -

and others work:

J UETHO 411

Z AMONIN 413 Original uploader was T HOMASHWANG 414 at EN . WIKIPEDIA 415 DAVID S HANKBONE 416 DAVID L IUZZO 417 , recoloured by U LAMM 418 21:12, 5 March 2008 (UTC)

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409 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A F I L E %3 A F L A G _ O F _

CY P R U S.S V G 410 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A D B E N B E N N 411 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %3 A J U E T H O 412 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /U S E R %20 T A L K %3 A J U E T H O 413 H T T P :// D E . W I K I B O O K S . O R G / W I K I /%3 A D E %3 A B E N U T Z E R %

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