Jahresbericht 2009 - Berliner Feuerwehr

Jahresbericht 2009 - Berliner Feuerwehr

2009 NEU! Moussol-FF fluorfrei, alkoholbeständig, umweltverträglich, vollständig biologisch abbaubar SCHAUM GEGEN FEUER Synthetische Schaumlösc...

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2009

NEU!

Moussol-FF fluorfrei, alkoholbeständig, umweltverträglich, vollständig biologisch abbaubar

SCHAUM

GEGEN

FEUER

Synthetische Schaumlöschmittel • Moussol-APS • Moussol-FF • Sthamex-AFFF • Sthamex • Sthamex-class-A Protein Schaumlöschmittel • Fluor-Schaumgeist • Schaumgeist-FFFP • Schaumgeist-OMEGA • Schaumgeist Sonderlöschmittel, gebrauchsfertig • Fettex • Mousseal-C • Mousseal-CF • Mousseal-ATC Übungsschaum NOTFALLSERVICE RUND UM DIE UHR +49 (0)40 736 16 80

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EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser, vor Ihnen liegt das Jahrbuch 2009 der Berliner Feuerwehr. Es war ein gutes Jahr für die Berliner Feuerwehr. Froh und dankbar können wir feststellen, dass wir auch in diesem Jahr keine schweren, gar tödlichen Dienstunfälle erleben mussten. Wir hatten zwar wieder viele spektakuläre Großeinsätze, vor dramatischen Großschadensereignissen blieben wir aber auch in diesem Jahr glücklicherweise verschont. Wir wurden dennoch vielfach herausgefordert: Neue Grippe, Leichtathletik-WM, Terrorgefahr sind da nur einige Stichworte. Für die Berliner Feuerwehr war es aber vor allem deshalb ein gutes Jahr, weil viele Projekte zur Modernisierung angeschoben werden konnten. So konnte die Beschaffung von über einhundert Neufahrzeugen im Wege des „Konjunkturprogramms II“ eingeleitet und teilweise auch schon umgesetzt werden. Mit dem Kauf von zehn neuen Drehleitern konnte z.B. rund ein Viertel unseres DrehleiterBestandes erneuert werden. Außerdem konnten wir mit Konjunkturmitteln endlich ein dringendes Bauvorhaben in die Wege leiten, nämlich den Neubau der Feuerwache Pankow. Auch für die Freiwillige Feuerwehr Gatow konnte der dringend benötigte Neubau angeschoben werden. Das Sanierungsprogramm unserer Feuerwachen schreitet stetig voran. Unsere Feuerwehrschule hat in diesem Jahr nicht nur eine mobile Atemschutzstrecke erhalten, sondern endlich auch die seit Jahren geforderte Brandübungsanlage. Viel konnte für die Steigerung der Gesundheit und Fitness unserer 4.500 Feuerwehrleute erreicht werden. Mit der Einführung unseres neuen, einheitlichen Erscheinungsbildes haben wir einen wichtigen Schritt getan, uns nach außen hin professionell darzustellen und die Identifizierung jedes Mitarbeiters mit der Berliner Feuerwehr zu stärken. Von all diesen Ereignissen berichtet dieses Jahrbuch. Es ist dabei gleichzeitig Beleg für das Engagement, das fachliche Können und das Leistungsvermögen der Angehörigen der Berliner Feuerwehr. Bei der Lektüre wünschen wir Ihnen viel Vergnügen! Herzlichst Ihre

Wilfried Gräfling Landesbranddirektor Mai 2010

Karsten Göwecke Vertreter des Landesbranddirektors

3 ANNUAL 2009

20 JAHRE MAUERFALL

BESONDERE EINSÄTZE

43

13 NEUE FAHRZEUGE

Inhalt

32

EDITORIAL

PRÄVENTION

HISTORIE

Vorwort der Behördenleitung

Sicher in der Suppenschüssel

Die geteilte Feuerwehr

Vorbeugender Brandschutz in

20 Jahre Mauerfall

Seite 3 CHRONIK

der O2-World

Seite 43

Das Jahr 2009 im Rückblick

Seite 26 Seite 6

IMMOBILIEN

Zahlen, Daten, Fakten

IM EINSATZ

Schillerndes Jubiläum

Hart am Limit

Sanierungsprogramm für die

Dachstuhlbrand in Lankwitz

STATISTIK Seite 51

Feuerwache Schillerpark Seite 8

Seite 28

Voll gefordert

TECHNIK

Impressum

Besondere Einsätze in 2009

Wirtschaftskrise

ANNUAL 2009 - Jahrbuch der Berliner Feuerwehr Herausgeber: Berliner Feuerwehr Stab 3 Presse– und Öffentlichkeitsarbeit 10150 Berlin

Seite 13

Neue Fahrzeuge in 2009

NOTFALLRETTUNG

Seite 32

Das „Y“ in Berlin

JUGENDFEUERWEHR

Kooperationen mit der

Investitionen in eine sichere Zukunft

Bundeswehr

Verantwortlich: Jens-Peter Wilke

Jugendarbeit in 2009 Seite 19

Seite 38

Der Virus kann kommen!

GESUNDHEIT UND FITNESS

Pandemie-Abwehrplanung

Nur die Fitten können retten Seite 20

KOMMUNIKATION

Wir danken den Fotografen, die uns kostenlos ihr tolles Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben. Insbesondere: Stefan Rasch, Andi Meyer, Detlef Machmüller und Hans-Jörg Schierz.

Sport und Gesundheitsmanagement Seite 40

Starke Marke Das neue Corporate Design

Postproduktion/Satz: Fotographie + Layout, Thomas Hirte Druck: Druckteam Berlin

Seite 25

JUGENDFEUERWEHR SPORT UND FITNESS

[email protected] www.berliner-feuerwehr.de

38

40 STATISTIK

4 ANNUAL 2009

51

PARTNERPORTRAIT 

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CHRONIK

Katastrophenschutzübung in der Direktion West

2009: Das Jahr im Rückblick

Oldtimer-Show unterm Funkturm

Gemeinsame Übung von Feuerwehr und Bundeswehr anlässlich der Leichtathletik-WM

Taucherbiwak

JANUAR

20. MAI

3.-6. JULI

Feuerwehrassistentin Anjeanette Besold

LBD Gräfling unterschreibt die Ge-

„Taucherbiwak“ Internationales Feuer-

(FF Kladow), Brandmeister Daniel Lange

schäftsanweisung „Neues Corporate

wehr-Lehrtaucherseminar in Gatow.

(FW Buckow) und Oberbrandmeister Dirk

Design“

4. JULI

Macher (FW Neukölln) werden von LBD

Innensenator Dr. Körting besucht das

Kontaktfeuer auf der FW Wannsee.

Gräfling öffentlich belobigt, weil sie in

Feuerwehrmuseum.

6. JULI

ihrer Freizeit Menschenleben gerettet

23. MAI

Pensionärstreffen auf der FW Wannsee.

und dabei ihr eigenes Leben riskiert

Tag der offenen Tür der FW Spandau-

11. JULI

haben.

Süd.

„30 Jahre JF Wittenau“ (Tag der offenen

Festakt 100 Jahre FF Gatow und 20 Jahre

1. JUNI

Tür).

JF Gatow in der Spandauer Zitadelle.

Wettkampf „Treppenlauf“ im Park-Inn-

Tag der offenen Tür der FF Frohnau.

19.-22. FEBRUAR

Hotel am Alexanderplatz.

15. - 23. AUGUST

Auf der Oldtimer-Ausstellung in den

6. JUNI

Bei der Internationalen Leichtathletik-

Messehallen am Funkturm wird erst-

Tag der offenen Tür der FF Buchholz.

WM im Olympiastadion ist die Berliner

mals der gesamte Museumsfuhrpark der

14. JUNI

Feuerwehr mit rund 250 Einsatzkräften

Berliner Feuerwehr gezeigt.

Zentraler Tag der offenen Tür der Berli-

präsent. „Hinter den Kulissen“ wer-

2. MÄRZ

ner Feuerwehr auf der FW Charlotten-

den während der Wettkämpfe ständig

Einstellung von 24 Brandmeister-

burg-Nord.

eine Technische Einsatzleitung, eine

Anwärtern

20. JUNI

temporäre Feuerwache sowie ein Be-

10./11. MÄRZ

Großübung „Teamwork“ mit Polizei und

handlungsplatz für 50 Schwerverletzte

Dienstversammlung im Henry-Ford-Bau

HiOs auf dem Messegelände.

vorgehalten.

(Dahlem).

25. JUNI

29. AUGUST

13. MÄRZ

Unterzeichnung der Vereinbarung zur

Tag der offenen Tür der FF Prenzlauer

Bundesweiter Rauchwarnmeldertag

Zusammenarbeit mit der türkischen

Berg

Gemeinde in Berlin.

6 ANNUAL 2009

CHRONIK

Die Riesen kommen!

1. SEPTEMBER

16. OKTOBER

27.-29. NOVEMBER

Einstellung von 65 Brandmeister-

Forum Brandschutzerziehung des DFV

Berliner Rettungsdienstsymposium/Ta-

Anwärtern.

und der AGBB in der Max-Taut-Ober-

gung der Notärzte Deutschlands in der

6. SEPTEMBER

schule in Lichtenberg.

Charité, Campus Wedding.

Tag der offenen Tür bei der

17. OKTOBER

3. DEZEMBER

FW/FF Zehlendorf.

Beim bundesweiten Höhenretter-Ver-

Verleihung des Katastrophenschutzeh-

12. SEPTEMBER

gleichswettkampf in den Messehallen

renzeichens für zehnjährige Mitglied-

Die 3. Firefighter-Challenge findet auf

siegt die BF Düsseldorf.

schaft in der Freiwilligen Feuerwehr.

dem Breitscheidt-Platz statt.

1. NOVEMBER

12. DEZEMBER

19. SEPTEMBER

Dr. Mario Eggers ist neuer ärztlicher

Preisverleihung für den Videowettbe-

Tag der offenen Tür der BF/FF Urban.

Leiter der Berliner Feuerwehr.

werb der Berliner Feuerwehr „Verknallt

1. OKTOBER

20 Berliner Feuerwehr-Leute nehmen am

an Silvester“ im Kino Alhambra.

Eröffnung des Feuerwehrmuseums am

New-York-City-Marathon teil.

29. DEZEMBER

provisorischen Standort in den „Hallen

2. NOVEMBER

Pressekonferenz „Sicherer Umgang mit

am Borsigturm für die Dauer der Sanie-

Bundeswehr-RTW 1704 wird am Bundes-

Feuerwerk“ im Kino Alhambra.

rung des Dienstgebäudes Tegel.

wehrkrankenhaus in Dienst gestellt.

Einstellung von vier Brandoberinspek-

22. NOVEMBER

tor-Anwärtern.

Gedenken an die verstorbenen Kollegen

2. - 4. OKTOBER

und Kameraden am Feuerwehr-Ehren-

Die Berliner Feuerwehr unterstützt die

mal am Mariannenplatz.

Kunstaktion „Die Riesen kommen“ mit

25. NOVEMBER

zwei Tanklöschfahrzeugen und einer

Verleihung des Katastrophenschutzeh-

Drehleiter.

renzeichens für 25- bzw. 40jährige Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr und Sonderstufe.

7 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

Hart am Limit Am 15. Juli 2009 wurde der Feuerwehrleitstelle ein Dachstuhlbrand in einem Wohnhaus in der Lankwitzer Waldmannstraße gemeldet. Dieser Brand forderte die Einsatzkräfte der Feuerwehr über viele Stunden voll. Bei hohen Außentemperaturen musste ein Brand gelöscht werden, der sich durch komplizierte bauliche Gegebenheiten rasend schnell ausbreiten konnte. Ein Staffelführer erlitt während des Einsatzes einen Herzinfarkt. Es kam die Vermutung auf, dass die Schutzkleidung ursächlich für die Erkrankung sein könnte. Eine Kommission hat die Umstände des Einsatzes untersucht.

SOMEWHERE OVER THE RAINBOW Die Brandbekämpfung gestaltete sich für die Einsatzkräfte äußerst schwierig.

8 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

9 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

NACHLÖSCHARBEITEN Der Dachstuhlbrand war erst nach fünf Stunden unter Kontrolle. Nachlösch– Abpump- und Aufräumarbeiten zogen sich bis in die Nachmittagsstunden

B

ei dem Einsatz handelte es sich um einen ausgedehnten BRANDOBJEKT UND EINSATZABLAUF Dachstuhlbrand in einem fünfgeschossigen Wohnhaus, Bei dem Brandobjekt handelt es sich um ein teilweise fünfder mit insgesamt zehn Staffeln bekämpft wurde. Die

komplizierte Lage des Brandes in dem zweigeschossigen Dach-

geschossiges Wohngebäude aus dem Jahre 1911 bei dem die beiden obersten Geschosse als Dachgeschoss ausgeführt sind.

stuhl wurde durch die hohe Lufttemperatur von 30°C weiter er- Die Dachausbauten erfolgten 1965 bzw. 1985. Das ausgebauschwert. Im Rahmen dieses Einsatzes brach der Führer der zu-

te Dachgeschoss ist aus Feuerwehrsicht anspruchsvoll, da es

erst eintreffenden Staffel der FW Lichterfelde, nach körperlich

sowohl zahlreiche, schwer zugängliche Hohlräume gibt, als

anstrengenden Erkundungsmaßnahmen während einer kurzen auch ein Galeriegeschoss von mindestens sechs Metern Höhe. Erholungspause zusammen und wurde reanimationspflichtig.

Der Einsatzablauf wurde wie folgt rekonstruiert: Brandamt-

Der Direktionsleiter Nord, Mitarbeiter von GS BT und AGS sowie mann F. erkundete als erster Staffelführer in der Anfangsein Mitglied des PR erhielten den Auftrag zu untersuchen, ob

phase zusammen mit dem Angriffstrupp die Brandetage vom

die Belastung durch die Einsatztätigkeit infolge der hohen

Treppenhaus aus. Dabei trug er vollständige Schutzkleidung,

Lufttemperatur ursächlich für den Zusammenbruch war. Dabei

aber keinen Atemschutz. Nachdem Rauch in den Treppenraum

war besonders die Belastung infolge der bei der Berliner Feuer-

drang, verließ Brandamtmann F. den Treppenraum.

wehr genutzten Schutzkleidung zu betrachten.

Kurze Zeit später wurde er durch einen Kollegen auf seine ge-

10 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

Drehleitern, drei Rettungswagen, zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, sieben Sonder- und sechs Führungsfahrzeuge. Zur Absicherung des Brandschutzes wurden sechs Freiwillige Feuerwehren zur Besetzung entblößter Berufsfeuerwachen alarmiert. Die Brandbekämpfung in dem ausgebauten Dachgeschoss, das sich über zwei Geschosse erstreckte, war schwierig und anspruchsvoll. Dies führte bei den eingesetzten Kräften, insbesondere in der ersten Einsatzphase, zu erheblichem Stress. Dies galt auch für die Führungskräfte. Das Vorgehen des Staffelführers ohne Atemschutz über den Treppenraum zur ersten Erkundung bis zur Rauchgrenze ist nicht unüblich. Es ist allerdings bezüglich der Belastung bei sich schnell ändernden Rauchverhältnissen nicht ungefährlich. BA F. ist ein erfahrener Feuerwehrmann, der vor seiner Tätigkeit auf der FW Lichterfelde siebzehn Jahre auf stark belasteten Feuerwachen tätig war und sich einen hohen Erfahrungsschatz an Einsätzen im Bereich der Brandbekämpfung erwarb. Sowohl die Ergebnisse seiner arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen als auch die regelmäßigen Atemschutzübungen waren unauffällig. BELASTUNG DURCH DIE SCHUTZKLEIDUNG Die Belastung von Atemschutzträgern bei Einsatz und Übung wurde bereits durch die „Statt-Studie“ dokumentiert. Im Rahmen dieser Studie wurde bei Belastung unter vergleichbarer Einsatzbekleidung ein Ansteigen der Herzschlagfrequenz und der Körpertemperatur beobachtet. Mitarbeiter der Berliner Feuerwehr, die im Einsatz die Schutzkleidung tragen, klagen im Sommer über massive Durchnässung von innen durch eigenen Schweiß. Ursache hierfür ist das hohe Isolationsvermögen und die eingearbeitete Nässesperre. Bei der Berliner Feuerwehr gibt es noch Schutzanzüge, die älter als zehn Jahre sind. Zur Absicherung der Schutzwirkung unterzieht die Berliner Feuerwehr jährlich mindestens drei „alte“ Feuerwehrschutzanzüge einer Sichtprüfung und entsprechend den Vorgaben der EN 469 einem Test an der Prüfeinrichtung „Thermo-man“. Bisher ist kein Nachlassen der Schutzwirkung zu beobachten. sundheitlich bedenkliche Gesichtsfarbe aufmerksam gemacht.

Infolge der hohen Temperatur und der Anstrengung durch das

Darauf begab sich F. selbst in die Obhut einer RTW-Besatzung,

Treppenlaufen mit dem Gewicht der Einsatzausrüstung kam

die ihm Erste Hilfe leistete. Kurze Zeit später verlor der Beamte

es beim Einsatz in der Waldmannstraße zu einer erheblichen

das Bewusstsein und musste wiederbelebt werden.

Kreislaufbelastung der Einsatzkräfte. Die Einsatzkleidung, die

Die Brandbekämpfung wurde im Außenangriff mit drei B-Roh-

von außen vor Beanspruchung durch Flammen schützt, lässt

ren über Drehleitern und vier C-Rohren unter Verwendung von

von innen nur eine geringe Schweißdiffusion zu. Dadurch kam

zehn Atemschutzgeräten fortgesetzt. Der durch die Löschar-

es zum Wärmestau im Körper, der den Kreislauf zusätzlich

beiten entstandene Wasserschaden wirkte sich auch auf die

beansprucht. Sportmedizinisch ist nachgewiesen, dass für die

Nachbargebäude aus. Alle Bewohner hatten vor Ankunft der

Thermoregulation der Haut bei steigender Temperatur immer

Feuerwehr das Gebäude verlassen und wurden durch die Po-

mehr Blut aus dem Kreislauf beansprucht wird, das bei der

lizei betreut und ggf. anderweitig untergebracht. Die Einsatz-

Durchblutung des Herzmuskels fehlt bzw. was zur Erhöhung

stelle war nach knapp fünf Stunden unter Kontrolle. Pump-,

der Herzfrequenz führen kann. Einsatzkleidungen auf dem

Nachlösch- und Aufräumarbeiten sowie anschließende Brand-

aktuellen Stand der Technik sind deutlich leichter und haben

wache mit einem LHF dauerten noch bis in die Mittagsstunden

bessere Werte bezüglich der Dampfdiffusion und der thermi-

des Folgetages an. Eingesetzt waren 14 Löschfahrzeuge, sechs

schen Isolation was letztendlich auch zu einer geringeren Be-

11 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

BIS AN DIE EIGENE GRENZE Der Brand in der Waldmannstraße forderte den Einsatzkräften alles ab. Ein Staffelführer erlitt einen Herzinfarkt.

FEUER FREI Die baulichen Gegebenheiten begünstigten den Brandverlauf.

lastung des Herzens führt.

sönliche Risikofaktoren dazu beigetragen. Es ist jedoch kein unmittelbarer kausaler Zusammenhang zwischen der Schutz-

FAZIT

kleidung und dem Herzinfarkt des Beamten erkennbar. Im

Bei dem Einsatz kamen für

Rahmen der Ausschreibung der neuen Schutzkleidung wurden

Brandamtmann F. mehrere

hinsichtlich der Negativeigenschaften der alten Schutzkleidung

DER AUTOR

belastende Faktoren wie die

deutlich bessere Werte gefordert, die dem heutigen Stand der

Frieder Kircher

schwierige Einsatzlage, das

Technik entsprechen. Die Ausschreibung für die ersten 300

Ltd. Branddirektor, Leiter der Un-

Vorgehen ohne Atemschutz

Garnituren zu Erprobung eines neuen Schutzkleidungstyps

tersuchungskommission „Wald-

über vier Geschosse bis zum

konnten noch in 2009 realisiert werden.

mannstraße“

Dachgeschoss bei hoher Lufttemperatur und ein hieraus

Fotos:

resultierender Wärmestau im

Stefan Rasch, Stephan Fleischer

Körper durch die Schutzkleidung zusammen. Zusätzlich haben möglicherweise per-

Ehrenamt bei den Johannitern Die Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. betätigt sich in den unterschiedlichsten sozialen und karitativen Bereichen. Auch Sie können sich auf vielfältige Weise ehrenamtlich engagieren: Im Rettungsdienst, im Sanitätsdienst oder beim Bevölkerungsschutz. In der Hospizarbeit, der Seniorenhilfe oder als Ausbilder in der Breitenausbildung. Interessiert? Dann rufen Sie an! Servicenummer

0800 5642664 (gebührenfrei)

Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Regionalverband Berlin Berner Str. 2-3, 12205 Berlin www.juh-bb.de

12 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

Voll gefordert Besondere Einsätze in 2009 ALLE JAHRE WIEDER Großbrand im Reifenlager Schmöckwitz am 14. Juli

6. JANUAR, 16.06 UHR, WALDSTR. 14, JOHANNISTHAL: WASSERROHRBRUCH Im Baustellenbereich der Waldstraße vor dem Gebäude Nr. 14 kam es zu einem Rohrbruch einer Hauptwasserleitung. Nach Aussage der Berliner Wasserbetriebe waren ca. 12.000 m³ Wasser ausgetreten. Der Wasserausfluss wurde zunächst grob geschlossen und konnte gegen 20.20 Uhr gänzlich unterbunden werden. Das umliegede Wohngebiet war über eine Fläche von ca. 50.000 m² überschwemmt. Die Feuerwehr führte in neun Gebäuden Pumparbeiten durch. In Folge des Wasseraustritts kam es wegen der tiefen Temperaturen zu großflächigen Vereisungen. Eine Person erlitt im Zusammenhang mit der Wassereinwirkung einen Stromschlag und wurde notärztlich versorgt. Wegen der Gefahr weiterer Verletzungen durch Strom wurden zeitweise die Wohnbereiche der Wald-

LAND UNTER IN JOHANNISTHAL Wasserrohrbruch am 6. Januar

straße und des Königsheideweges stromfrei geschaltet. Durch die Feuerwehr wurde eine „Gemeinsame Einsatzleitung“ gebildet. Diese koordinierte die Maßnahmen zwischen Feuerwehr, Polizei, Berliner Wasserbetrieben, Energieversorgern, Bezirksamt und BSR. Eingesetzt waren fünfzehn Löschfahrzeuge, zwei Rettungswagen, acht Sonder- und fünf Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher. Vor Ort waren auch die Bezirksbürgermeisterin, Fachberater von DRK und THW und Energieversorger, 22. JANUAR, 10.40 UHR, GRÜNAUER STR. 1, KÖPENICK: DROHT SCHIFF ZU SINKEN Ein 38 Meter langes, ehemaliges Fahrgastschiff war im Bereich eines Ventils im Maschinenraum leckgeschlagen. Mittels vier Tauchpumpen konnte das eingedrungene Wasser aus dem Schiff so weit abgepumpt werden, dass es sich hob und das Eindringen von

SEENOT IN KÖPENICK Schiffsleckage am 22. Januar

Wasser über die Fenster unterbunden werden konnte. Das Ventil wurde abgedichtet und das Schiff durch ein Arbeitsboot des Wasser- und Schifffahrtsamtes Berlin in eine sichere Position geschleppt. Um mögliche Umweltgefährdungen einzudämmen, wurde vorsorglich eine Ölsperre ausgelegt. Nach Abschluss der Sicherungsmaßnahmen wurde der Havarist dem Eigentümer übergeben. Eingesetzt waren vier Löschfahrzeuge, zwei Drehleitern, ein Rettungswagen, fünf Sonder- und ein Führungsfahrzeug sowie ein Pressesprecher.

13 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

HEISSE DISCO IN FRIEDRICHSHAIN Großbrand am 30. Januar

BRANDSTIFTUNG IN MOABIT Wohnhausbrand am 17. März

LAND UNTER IN GANZ BERLIN Ausnahmezustand am 30. Juni

30. JANUAR, 19.38 UHR, LASKERSTR. 5, FRIEDRICHSHAIN:

16. APRIL 2009, 22.19 UHR, S-BAHNHOF KAROW:

FEUER 13 STAFFELN

ZUGUNFALL - GLÜCK IM UNGLÜCK

Es brannten ca. 1.000 m² einer leerstehenden Lagerhalle mit

Nahe des S-Bahnhofes Karow ereignete sich ein schwerer Zug-

einer vorgelagerten, als Diskothek genutzten Veranstaltungs-

unfall bei dem zwölf Personen verletzt wurden. Ein Personen-

halle, in ganzer Ausdehnung, wobei im Verlauf des Brandge-

zug fuhr auf einen aus 24 Kesselwagen bestehenden Güterzug

schehens das Dach der Halle weitgehend einstürzte. Aufgrund

auf. Die mit Flüssiggas befüllten Waggons hielten glücklicher-

der Einsturzgefahr des Gebäudes war ein Innenangriff nicht

weise dem Aufprall stand, sodass durch ihre Beladung keine

möglich. Der umfassende Außenangriff wurde mit einem B- und

unmittelbare Gefahr ausging.

acht C-Rohren unter Einsatz von 89 Atemschutzgeräten vor-

Elf Fahrgäste des Personenzuges wurden leicht verletzt und

getragen. Die Ausbreitung des Brandes auf eine benachbarte

in umliegende Krankenhäuser transportiert. Der Lokführer

Kfz-Werstatt konnte verhindert werden. Die Einsatzstelle war

wurde eingeklemmt und schwer verletzt. Er wurde notärztlich

um 23.05 Uhr übersichtlich und um 2.53 Uhr unter Kontrolle.

betreut und von der Feuerwehr befreit. Eingesetzt waren 13

Während der Löscharbeiten zog sich ein Feuerwehrbeamter Ver-

Löschfahrzeuge, zwei Tanklöschfahrzeuge, drei Drehleitern,

brühungen am Nacken zu. Er wurde in ein Krankenhaus trans-

17 Rettungswagen, drei Notärzte und ein Leitender Notarzt,

portiert. Eingesetzt waren 13 Löschfahrzeuge, fünf Drehleitern,

acht Sonder- und fünf Führungsfahrzeuge sowie ein Presse-

zwei Rettungswagen, neun Sonder- und fünf Führungsfahrzeu-

sprecher. Vor Ort waren außerdem Notfallmanager der DB/S-

ge sowie ein Pressesprecher. Zur Sicherstellung des Brandschut-

Bahn, Bundespolizei, Landespolizei, Vertreter des Eisenbahn-

zes bzw. zur Ablösung der Einsatzkräfte vor Ort wurden vier

bundesamtes und Verkehrmeister der BVG.

Freiwillige Feuerwehren Typ B in den Dienst gerufen. 12. MAI, 12.29 UHR, NONNENDAMMALLEE 104, SIEMENSSTADT: 17. MÄRZ, 1.14 UHR, HUTTENSTR. 69, MOABIT:

GALVANIKBÄDER IN BRAND

BRANDSTIFTUNGSSERIE IN WOHNHAUS

Es brannten zwei Bäder in einer Galvanikanlage die sich in einer

Bei Eintreffen der ersten Kräfte brannten mehrere Wohnungs-

zweigeschossigen, in Massivbauweise errichteten, ca. 3.000 m²

türen im Quergebäude eines fünfgeschossigen Wohngebäudes.

großen Industriehalle befanden. Dabei wurde die Dachkon-

Der Brand breitete sich schnell auf den Treppenraum aus, so

struktion auf einer Fläche von 500 m² in Mitleidenschaft

dass die Bewohner in den Wohnungen eingeschlossen waren.

gezogen. Durch die thermische Einwirkung wurden diverse

Die Feuerwehr rettete drei Menschen über tragbare Leitern

Galvanikbäder zerstört und es kam partiell zur Freisetzung von

und eine Person mittels Fluchthaube durch den Treppenraum.

Cyanwasserstoff. Während des gesamten Einsatzes wurden

Bei der Kontrolle der Wohnungen wurde eine Frau leblos vorge-

im Gebäude und in der Umgebung Messungen vorgenom-

funden, konnte jedoch nach erfolgreicher Wiederbelebung in ein

men, wobei in der betroffenen Halle ca. 50 PPM Blausäure

Krankenhaus transportiert werden. Ein Hund konnte nur noch

gemessen wurden. Im Ergebnis wurde ein Absperrbereich unter

tot geborgen werden. Der Brand wurde mit zwei C-Rohren unter

Berücksichtigung der Windrichtung festgelegt und in diesem

Einsatz von 14 Atemschutzgeräten gelöscht. Eine Wohnung im

Zusammenhang vier Gebäude mit ca. 500 Personen geräumt.

ersten Obergeschoss war extrem vermüllt, so dass ein LHF meh-

Die ausgelaufenen Galvanikbäder und das Löschwasser haben

rere Stunden als Brandwache an der Einsatzstelle verbleiben

sich in Rückhaltesystemen angesammelt. Bei der Entsorgung

musste. Die Einsatzstelle wurde um 6.30 Uhr vom einem Ein-

durch eine Spezialfirma war die Feuerwehr unterstützend tätig.

satzleiter nochmals nachgesehen und anschließend der Polizei

Zur Brandbekämpfung wurden zwei Werfer über Drehleitern,

übergeben. Eingesetzt waren fünf Löschfahrzeuge, zwei Dreh-

sowie drei Schaumrohre, fünf C-Rohre und 32 Atemschutzgerä-

leitern, vier Rettungswagen, ein Notarzt, zwei Sonder- und zwei

ten eingesetzt. Die Einsatzstelle war um 14.52 Uhr übersichtlich

Führungsfahrzeuge. Bereits am 26. Januar und am 16. März

und um 23.22 Uhr unter Kontrolle. Es wurden auf der Einsatz-

2009 war die Feuerwehr zu Kellerbränden in diesem Gebäude

stelle drei Feuerwehrmänner verletzt, ein Feuerwehrmann ver-

alarmiert worden.

blieb auf der Einsatzstelle, zwei Feuerwehrmänner wurden ins

14 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

GLÜCK IM UNGLÜCK IN KAOW Zugunfall am 16. April

Krankenhaus gebracht und sind anschließend in ihre Wohnun-

Bereich Berlin vor Gewitter mit Starkregen. Aufgrund der an-

gen entlassen worden. Eingesetzt waren zehn Löschfahrzeuge,

steigenden Anzahl der Notrufe wurde dann um 21.07 Uhr der

drei Drehleitern, zwei Rettungswagen, acht Sonder- und fünf

Ausnahmezustand „AZ 1 Wetterbedingt“ ausgerufen. Dieser

Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher. Vor Ort waren

konnte um 23.25 Uhr wieder beendet werden. Im Zeitraum

außerdem die Polizei, Gasversorger, Bezirksamt Spandau, Abt.

20.30 Uhr bis 23.30 Uhr wurden insgesamt 157 Einsätze

Umwelt, Bauaufsicht Spandau, Landesamt für Gesundheit und

wegen Wasserschäden und 13 Einsätze bei umgestürzten

technische Sicherheit und Vertreter der Betreiberfirma.

Bäumen geleistet. Schwerpunkte waren die Ortsteile Altglienicke, Bohnsdorf, Britz, Tempelhof, Schöneberg, Wilmersdorf

5. JUNI, 9.15 UHR, ELDENAER STR. 33-36, PRENZLAUER BERG:

und Charlottenburg. Zur Unterstützung wurden 15 Freiwillige

BRAND IN LAGERHALLE MIT STARKER VERRAUCHUNG

Feuerwehren Typ B in den Dienst gerufen.

Es brannten ca. 500 m² der hölzernen Dachkonstruktion einer eingeschossigen, denkmalgeschützten Verarbeitungs- und

14. JULI, 19.36 UHR, ADLERGESTELL 708 - 730, SCHMÖCKWITZ:

Lagerhalle auf dem Gelände eines ehemaligen Schlachthofes.

„ALLE JAHRE WIEDER“: BRAND IN REIFENLAGER

Durch die eingeleiteten Löschmaßnahmen unter Verwendung

Es brannte der Dachstuhl eines leerstehendes Lager- und

eines Druckluftschaumsystems (CAFS), konnte die Ausbrei-

Bürogebäudes des ehemaligen Reifenwerkes auf einer Fläche

tung des Brandes auf die gesamte Dachkonstruktion und der

von 2.000 m². Zur Brandbekämpfung wurden vier Einsatzab-

Einsturz einer Giebelwand verhindert werden. Wegen starker

schnitte gebildet, bestehend aus Brandbekämpfung von zwei

Rauchentwicklung mussten die Anwohner über Rundfunk

Seiten, einer Wasserversorgung über lange Wegstrecke und

aufgefordert werden, die Fenster und Türen zu schließen. Ein

dem Bereitstellungsraum. Zur Brandbekämpfung wurden zwei

Feuerwehrmann zog sich bei Aufräumarbeiten eine leichte Au-

Werfer, sechs C-Rohre und 20 Atemschutzgeräte eingesetzt.

genverletzung zu. Zur Brandbekämpfung wurden ein Schaum-

Die Lage war um 20.51 Uhr übersichtlich und um 02.02 Uhr

rohr, fünf C-Rohre und acht Atemschutzgeräte eingesetzt.

unter Kontrolle. Eine Gefährdung von Menschen war während

Die Lage war um 10.14 Uhr übersichtlich und um 10.59 Uhr

des Einsatzes nicht gegeben. Die Überprüfung der Schadstoff-

unter Kontrolle. Eingesetzt wurden sieben Löschfahrzeuge, drei

belastung der Luft durch den Gerätewagen Mess ergab keine

Drehleitern, ein Rettungswagen, drei Sonder- und drei Füh-

erhöhten Werte. Der Betrieb einer Straßenbahnlinie wurde

rungsfahrzeug sowie ein Pressesprecher. Zur Sicherstellung des

vorübergehend eingestellt. Eingesetzt waren 16 Löschfahrzeu-

Brandschutzes wurden zwei Freiwillige Feuerwehren alarmiert.

ge, vier Tanklöschfahrzeuge (zwei TLF 24/50, zwei TLF 16), zwei Rettungswagen, ein Schlauchwagen, acht Sonder- und vier

30. JUNI, 21.07 UHR:

Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher.

AUSNAHMEZUSTAND NACH STARKREGEN 

Zur Sicherstellung des Brandschutzes im Stadtgebiet wur-

Am Nachmittag warnte der Deutsche Wetterdienst für den

den acht Freiwillige Feuerwehren Typ B zur Wachbesetzung

15 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

KEINE CHANCE IN WESTEND Einsturz am 4. August

FLUGGAST IN PRENZLAUER BERG Verkehrsunfall am 16. August

alarmiert. Auf dem Gelände des ehemaligen Reifenrunder-

in ein Café. Dabei wurden der Fahrer schwer und drei weitere

neuerungswerkes in Schmöckwitz war es in den vergangenen

Gäste leicht verletzt. Die Feuerwehr zog das Fahrzeug mit der

Jahren immer wieder zu Großbränden gekommen.

Seilwinde eines Rüstwagens aus dem Gebäude heraus. Die schwer verletzte Person wurde in ein Krankenhaus transpor-

4. AUGUST, 19.12 UHR, HEERSTR. 63, WESTEND:

tiert, die leicht verletzten Personen lehnten den Transport ab.

EINSTURZ EINER KIRCHE Bei in Eigenleistung durchgeführten Bauarbeiten kam es

22. AUGUST, 8.49 UHR, PRENZLAUER PROMENADE 101, PAN-

zum Einsturz eines 12 m² großen Giebelwandteiles im ersten

KOW: GROSSBRAND IN LAGERHALLE

Obergeschoss eines zweigeschossigen Kirchengebäudes einer

Es brannte Bauschutt in einer Lagerhalle einer Bauschuttsor-

romanisch-orthodoxen Gemeinde. Die Dachkonstruktion des 300

tierungs- und Verwertungsanlage mit einer Grundfläche von

m² großen Daches war bereits entfernt. Dabei wurden ein Pfarrer

ca. 2.500 m² und einer Höhe von ca. 14 Metern. Die Abfälle

und ein weiteres Gemeindemitglied verschüttet. Sie konnten von

waren teilweise locker bis zu einer Höhe von sieben Metern

der Feuerwehr nur noch tot geborgen werden. Fünf unter Schock

aufgeschüttet. Erschwerend wirkte sich die starke Rauchaus-

stehende Menschen wurden notärztlich behandelt und in um-

breitung in angrenzenden Straßen aus. Die Klimaanlage eines

liegende Krankenhäuser transportiert. Die Einsatzstelle war um

benachbarten Gebäudes, in dem sich ein Betriebszentrum der

20.05 Uhr unter Kontrolle. Eingesetzt waren drei Löschfahrzeuge,

Deutschen Bahn (DB) befindet, saugte Brandrauch an. Sieben

eine Drehleiter, drei Rettungswagen, zwei Notärzte, acht Sonder-

Mitarbeiter der DB mussten daraufhin mit Verdacht auf Rauch-

und fünf Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher.

gasvergiftung von einem Notarzt versorgt werden. Sie konnten nach der Behandlung ihren Dienst wieder aufnehmen. Zur

11. AUGUST, 14.29 UHR, JOHANNISTHALER CHAUSSEE 381,

Brandbekämpfung wurden zwei B-, sechs C- und zwei Schaum-

BUCKOW: BUSUNFALL, 21 VERLETZTE

rohre unter Verwendung von 20 Atemschutzgeräten eingesetzt.

An der Kreuzung Johannisthaler Chaussee Ecke Kölner Damm

Ein Feuerwehrmann zog sich eine Augenverletzung zu und

fuhr ein Doppeldeckerbus der Linie X 11 auf einen Gelenkbus

wurde dem Klinikum Buch zugeführt. Die Einsatzstelle war um

der Linie M 11 auf, als der an einer roten Ampel wartete. Der

9.19 Uhr übersichtlich und um 14.48 Uhr unter Kontrolle. Die

Gelenkbus wurde dabei auf zwei vor ihm stehende PKW gescho-

Ablöscharbeiten zogen sich bis in die späten Abendstunden hin.

ben. Beim Aufprall wurde der Fahrer des Gelenkbusses schwer,

Eingesetzt waren acht Löschfahrzeuge, vier Drehleitern, zwei

sein Kollege leicht verletzt. Beide kamen in ein Krankenhaus. 17

Rettungswagen, sieben Sonder- und vier Führungsfahrzeuge

Fahrgäste im Alter von 16 bis 72 Jahren sowie zwei PKW-Insassen

sowie ein Pressesprecher. Das Technische Hilfswerk unterstützte

erlitten ebenfalls leichte Verletzungen und wurden von Rettungs-

die Ablöscharbeiten mit drei Radladern und Personal beim Ab-

wagen der Berliner Feuerwehr in umliegende Krankenhäuser

tragen der Bauschutthalde. Zur Sicherstellung des Brandschut-

gebracht.

zes wurden fünf Freiwillige Feuerwehren in den Dienst gerufen.

Die Kreuzung war für rund zwei Stunden wegen des Einsatzes weiträumig gesperrt. Eingesetzt waren vier Löschfahrzeuge, drei-

30. AUGUST, 10.26 UHR, REVALER STR. 14, FRIEDRICHSHAIN:

zehn Rettungswagen, drei Notärzte und zwei Führungsfahrzeuge

DACHHAUT MUSS FÜR LÖSCHARBEITEN GEÖFFNET WERDEN

sowie ein Pressesprecher.

Es brannten Einrichtungsgegenstände und ca. 300 m² Dachkonstruktion einer eingeschossigen Lagerhalle. Ein Übergreifen des

16. AUGUST, 16.51 UHR, GRELLSTR./ GREISWALDER STR.,

Brandes auf benachbarte Gebäude konnte verhindert werden.

PRENZLAUER BERG: PKW RAST IN CAFÉ

Die Brandbekämpfung gestaltete sich schwierig, da zur Durch-

Bei dem Zusammenprall zweier PKW verlor einer der Fahrer

führung der Löscharbeiten der überwiegende Teil der Dachhaut

die Kontrolle über sein Fahrzeug und fuhr über den Gehweg

mittels Motorsägen (Multicut) aufgenommen werden musste.

16 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

KOMPLIZIERTE RETTUNG IN WILMERSDORF Verkehrsunfall am 14. Oktober

Zur Brandbekämpfung wurden vier C-Rohre unter Verwendung

Einsatz. Die Einsatzstelle war um 21.25 Uhr übersichtlich und

von 14 Atemschutzgeräten eingesetzt. Die Einsatzstelle war um

um 22.25 Uhr unter Kontrolle. Eingesetzt waren vier Lösch-

12.21 Uhr übersichtlich und um 14.33 Uhr unter Kontrolle. Ein-

fahrzeuge, zwei Drehleitern, sechs Rettungswagen, zwei Son-

gesetzt waren fünf Löschfahrzeuge, zwei Drehleitern, ein Ret-

der- und zwei Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher.

tungswagen, zwei Sonder- und vier Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher. Drei Freiwillige Feuerwehren Typ B wurden

14. OKTOBER, 22.07 UHR, KONSTANZER/BERLINER STR., WIL-

zur Besetzung entblößter Feuerwachen gerufen.

MERSDORF: AUFWÄNDIGE RETTUNG NACH VEREKHRSUNFALL Ein PKW prallte von der BAB kommend fahrerseitig gegen

10. SEPTEMBER 2009, 10.03 UHR, FREIHEIT 24-25, SPANDAU:

einen Ampelmast. Der Ampelmast drang bis auf die Beifahrer-

TRAGISCHER ARBEITSUNFALL

seite in die Fahrgastzelle ein und klemmte die Fahrerin an den

Bei Schweißarbeiten an der Krananlage eines unterirdischen

Beinen ein. Der Einsatz war durch die körperlich anstrengende

Schlackebunkers der Berliner Stadtreinigung stürzte ein mit drei

und technisch aufwändige Arbeit personal- und materialin-

Arbeitern besetzter Arbeitskorb aus ca. 12 m in die Tiefe. Die

tensiv. Der PKW musste in seiner Lage zunächst stabilisiert

drei Männer erlitten tödliche Verletzungen. Die Feuerwehr barg

werden. Dazu wurde Material der Einsatzfahrzeuge und von

die Personen unter der Arbeitsbühne mit einem Luftheber und

einer nahe gelegenen Baustelle genutzt. Eine herkömmliche

übergab sie der Gerichtsmedizin. Eingesetzt waren drei Lösch-

technische Rettung nach Standardvorgehen war nicht mög-

fahrzeuge, eine Drehleiter, drei Rettungswagen, acht Sonder-

lich. Nach Schaffung von Versorgungsöffnungen zur medi-

und vier Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher.

zinischen Erstversorgung auf beiden Seiten konnte die Frau unter Einsatz mehrerer hydraulischer Rettungsgeräte aus dem

8. OKTOBER, 20.46 UHR, WASSERTORSTR. 63, KREUZBERG:

PKW befreit werden. Zur technischen Rettung wurden zwei

ELF VERLETZTE BEI WOHNUNGSBRAND

hydraulische Rettungssätze, ein Rettungszylinder und weiteres

Es brannten Einrichtungsgegenstände in einer Wohnung im

Material eines Rüstwagens sowie die Seilwinde des Feuerwehr-

2. Obergeschoss eines siebengeschossigen Wohnhauses. Auf

kranes eingesetzt. Die medizinische Versorgung wurde durch

Grund der starken Verrauchung des gesamten Gebäudes mus-

die Besatzung eines NEF und eines RTW durchgeführt. Für den

sten zwei Personen über eine Drehleiter und sieben Personen

schonenden und schnellen Transport in ein Level-1-Trauma

mit Fluchthauben gerettet werden. Alle übrigen Hausbewoh-

Center wurde der Intensivtransporthubschrauber

ner hatten sich zuvor selbst in Sicherheit gebracht. Insgesamt

„Christoph Berlin“ alarmiert. Ein Mitarbeiter verletzte sich bei

elf Personen wurden vor Ort behandelt und in umliegende

den Rettungsarbeiten leicht. Eingesetzt waren vier Löschfahr-

Krankenhäuser gebracht. Zur Brandbekämpfung kamen ein

zeuge, ein Rettungswagen, ein Rüstwagen, ein Feuerwehrkran,

C-Rohr, zwölf Atemschutzgeräte sowie ein Drucklüfter zum

ein Einsatzleiter sowie ein Pressesprecher.

17 ANNUAL 2009

IM EINSATZ

DRAMA IN SPANDAU Tödlicher Arbeitsunfall am 10. September

GROSSBRAND IN NEUKÖLLN Dachstuhlbrand am 29. Oktober

BEZIEHUNGSTAT IN RUDOW Amokfahrt am 13. November

tana,

unkontrolliertes Übergreifen des Brandes auf die benachbarte 29. OKTOBER, 17.29 UHR, BODDINSTR. 46, NEUKÖLLN:

Bootshalle mit ca. 30 Segel- und Motorbooten wurde verhin-

DACHSTUHLBRAND

dert. Schadstoffmessungen an der Einsatzstelle ergaben keine

Es brannten der Dachstuhl eines fünfgeschossigen Wohnge-

Werte, die eine Gefährdung der Nachbarschaft erwarten ließen.

bäudes auf einer Fläche von ca. 150 m² sowie Teile einer unter

Um 14.27 Uhr war die Einsatzstelle unter Kontrolle. Eingesetzt

dem Dachgeschoss befindlichen Wohnung. Drei Personen

waren sechs Löschfahrzeuge, eine Drehleiter, ein Rettungswa-

wurden von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Sechzehn

gen, ein Tanklöschfahrzeug, ein Löschboot, fünf Sonder- und

Wohnungen wurden geöffnet und kontrolliert, neun davon

vier Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher.

wurden durch die Bauaufsicht für die weitere Nutzung gesperrt. Zur Brandbekämpfung wurden vier C-Rohre, davon

13. NOVEMBER, 12.14 UHR, RUDOWER STR./MÖWENWEG,

zwei über Drehleiter, sowie 14 Atemschutzgeräte eingesetzt.

RUDOW: AMOKFAHRT

Die Einsatzstelle war um 18.53 Uhr übersichtlich und um

In offensichtlich tödlicher Absicht fuhr ein Mann mit einem

20.36 Uhr unter Kontrolle. Eingesetzt waren sechs Löschfahr-

gemieteten Kleintransporter ungebremst in einen Blumen-

zeuge, eine Drehleiter, drei Rettungswagen, acht Sonder- und

Verkaufsstand auf dem o.g. Eckgrundstück. Der Fahrer und die

vier Führungsfahrzeuge sowie ein Pressesprecher.

anwesende Blumenverkäuferin wurden dabei schwer verletzt. Beide Personen wurden notärztlich versorgt und in Krankenhäu-

1. NOVEMBER, 6.17 UHR, NORDHAFENBRÜCKE, TIERGARTEN:

ser gebracht. Die Verkäuferin musste zuvor mit hydraulischem

ZWEI PERSONEN NACH VERKEHRSUNFALL EINGEKLEMMT

Rettungsgerät aus dem gänzlich zerstörten Verkaufscontainer

Auf der Nordhafenbrücke prallte ein PKW seitlich gegen einen

befreit werden. Das Fahrzeug wurde mit der Seilwinde des

Laternenmast. Dabei wurden fünf Personen verletzt, zwei

Rüstwagens aus dem Container gezogen. Eingesetzt waren ein

davon wurden eingeklemmt. Erste Rettungsmaßnahmen wur-

Löschfahrzeug, zwei Rettungswagen, ein Notarzt, ein Rüst– und

den durch Einsatzkräfte der in unmittelbarer Nähe liegenden

ein Kranwagen, ein Einsatzleiter sowie ein Pressesprecher. Kurz

Werkfeuerwache der BayerSchering Pharma AG eingeleitet. Die

zuvor hatte der Fahrer in einer nahe gelegenen Kleingartenko-

eingeklemmten Insassen wurden mit hydraulischem Rettungs-

lonie einer anderen Frau schwere Kopfverletzungen zugeführt.

gerät befreit. Alle fünf Personen erhielten eine notärztliche

Hier waren zeitgleich ein Rettungswagen und ein Notarzt tätig.

Erstversorgung und wurden anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Eingesetzt waren zwei Löschfahrzeuge, zwei Ret-

6. DEZEMBER, 10.49 UHR, LEIBNIZ/BISMARCKSTR., CHARLOT-

tungswagen, ein Notarzt, ein Rüstwagen und ein Einsatzleiter.

TENBURG: LINIENBUS FÄHRT IN BANK Ein BVG-Bus war von der Fahrbahn abgekommen und in ein

11. NOVEMBER, 12.51 UHR, MERTENSSTR. 63 - 115,

Bankgebäude gefahren. Dabei wurde der Fahrer schwer ver-

HAKENFELDE: FEUER IN KFZ-WERKSTATT

letzt. Er musste mit hydraulischem Rettungsgerät befreit und

Eine ca. 600 m² große, eingeschossige Kfz-Werkstatt als Anbau

in ein Krankenhaus gebracht werden. Durch den Unfall wur-

an eine ca. 1.000 m² große Bootshalle brannte in voller Aus-

den zwei weitere parkende PKW und die Fassade der betroffe-

dehnung. Alle in der Werkstatt befindlichen dicht aneinander

nen Bankfiliale stark beschädigt. Die Statik des Gebäudes war

gestellten Pkw brannten aus. Die angrenzende eingeschossige

laut Prüfung des Statikers vom Bauaufsichtsamt nicht gefähr-

Bootshalle war komplett verraucht. Alle Personen, die sich in der

det. Nach der Bergung des Fahrzeuges und Sicherungsmaß-

Werkstatt oder der Bootshalle befanden, brachten sich selbst-

nahmen durch das Technische Hilfswerk wurde das Gebäude

ständig vor Eintreffen der Feuerwehr in Sicherheit. Zur Brand-

dem Betreiber übergeben. Eingesetzt waren ein Löschfahrzeug,

bekämpfung wurden sechs C-Rohre, ein Schaumrohr, ein Werfer

ein Rettungswagen, ein Notarzt, ein Rüstwagen, ein Einsatz-

über Drehleiter und 12 Atemschutzgeräte sowie eine Wärmebild-

leiter sowie ein Pressesprecher.

kamera eingesetzt. Die Wasserversorgung wurde u.a. auch mit einem Löschboot auf der benachbarten Havel sicher gestellt. Ein

18 ANNUAL 2009

FOTOS Sven Gerling, Thomas Kristandt, Stephan Fleischer, Detlef Machmüller

553-193-10_GeniusH_90x270_2c 04.03.10 13:21 Seite 1

Das „Y“ in Berlin

S

eit 1996 beteiligt sich die Bundeswehr am Notfallrettungsdienst in Berlin. Was zunächst mit einem Notarztwagen begann, wurde nun auf eine neue Stufe

gehoben. Am 1. Februar 2008 wurde um sieben Uhr der erste mit Rettungsassistenten der Bundeswehr besetzte RTW auf der

Beruhigt einschlafen

Feuerwache Wedding in Dienst gestellt. Schon am 2. November 2009 nahm am Standort des Bundeswehrkrankenhauses ein zweiter RTW seinen Dienst auf. Im Jahr 2010 wird am 1. Februar der dritte Bundeswehr-RTW auf der Feuerwache Prenzlauer Berg stationiert. Für Feuerwehr und Bundeswehr ist dieses Modell der zivil-

Genius H® Der intuitive Rauchwarnmelder

militärischen Zusammenarbeit das, was man neudeutsch eine

Intelligent und zuverlässig

„win-win-Situation“ nennt: Für die Feuerwehr trägt das Enga-

Die einzigartige Melder-Intelli-

gement der Bundeswehr dazu bei, die Hilfsfristen insbesondere

genz macht ihn zum sichersten

in der Mitte Berlins zu erreichen. Der Bundeswehr bietet es die

Rauchwarnmelder den es je gab.

Möglichkeit, ihre Rettungsassistenten auf mögliche Einsätze

Darauf gibt es die einmalige

in Krisengebieten vorzubereiten. Durch die Implementierung

Echt-Alarm-Garantie*.

der Rettungswagen, konnte ein neuer Weg der immer wichtiger

Wirtschaftlich

werdenden Weiterbildung der Rettungsassistenten eingeschla-

Lange und sichere Betriebs-

gen werden. Durch die eigenständige Besetzung der Rettungs-

standzeiten durch 10 Jahre-

wagen durch die Bundeswehr, ist diese in der Pflicht, die volle

Langzeitbatterie und 10 Jahre

Verantwortung für den Patienten zu übernehmen. Die hohen

Gerätegarantie*.

Einsatzzahlen sind dabei von großem Vorteil und garantieren

Rücksichtsvoll

einen optimale Vorbereitung auf zukünftige Einsätze.

Keine nächtlichen Störungen, dank integrierter Echtzeituhr. *Gemäß den Genius-Garantiebedingungen (diese finden Sie unter www.hekatron.de)

DER AUTOR Reimund Roß Leitender Branddirektor Direktion West Foto: Bundeswehr www.hekatron.de

NOTFALLRETTUNG

Pandemieplanung“ ist ein unglückliches Wort, denn wir planen ja nicht die Pandemie, sondern Reaktions- bzw. Abwehrstrategien gegen sie. Leider hat sich dieser Begriff etabliert – so wie die „Neue Influenza A/H1N1“ umgangssprachlich als „Schweinegrippe“ unauslöschlich in die moderne Geschichte der Infektionen Einzug gehalten haben wird, obwohl von „namhaften“ Stellen anderes propagiert worden war.

ÜBERDIMENSIONIERT Der „schwere“ Desinfektionsschutz-Anzug ist für Fälle der „Neuen Influenza A/H1N1“ überdimensioniert, bietet aber bei aggressiveren Viren hohen Schutz.

Der Virus kann kommen

F

ür die Berliner Feuerwehr, genauer gesagt für den

Das passierte schneller als gedacht. Im April 2009 erreichten

Bereich Grundsatz und Steuerung Rettungsdienst,

uns die ersten Meldungen aus Mexiko über einen Virus, der

begann die Arbeit zu diesem Thema bereits im Sommer

vornehmlich Schweinen gefährlich wird, nun aber auch auf

des Jahres 2007. Aufgrund der zu diesem Zeitpunkt grassie-

Menschen „überspringe“. Der Berliner Seuchenalarmplan

renden „Vogelgrippe“ setzte sich eine kleine Arbeitsgruppe

wurde nun „über Nacht“ reformiert sowie aktualisiert. Bei der

unter der Federführung des damaligen Leiters des Grund-

Berliner Feuerwehr, insbesondere in den Bereichen des Stabes,

satzbereiches Rettungsdienst (GS RD), Dr. Krause-Dietering

der Arbeitssicherheit und des Grundsatzes Rettungsdienst

zusammen, um den Stand der Pandemieabwehr zu überprüfen

nahm fortan das Thema Pandemie breiten Raum ein – an-

und erforderlichenfalls zu aktualisieren. Dabei stellte sich es

dere Arbeitsaufträge mussten dafür zurückstehen. Eine Fülle

sich wieder einmal als schwierig heraus, dass es kein bundes-

verschiedener, teils widersprüchlicher Informationen musste

einheitliches Vorgehen in dieser Sache gab, denn die föderalen

zunächst ausgewertet werden. Ein zentrales Thema waren

Strukturen der Bundesrepublik ließen und lassen das nicht zu.

die Medikamente – antivirale Mittel, die sogenannten Neura-

Gesundheitspolitik ist Ländersache – genauso wie Katastro-

minidasehemmer, denn Impfstoffe gegen die neue Influenza

phenschutz. Wir konnten uns zunächst darauf beschränken,

standen zu diesem Zeitpunkt noch nicht zur Verfügung. Was

Informationen zu sammeln und erste Strategien zu entwerfen

also konnten diese Medikamente? Wo lagen ihre Risiken? Wie

– es war ja noch Zeit, die Gefahrenlage war bislang imaginär,

viel brauchte man davon, um das Personal im Fall der Fälle

die Bedrohung wenig konkret. Doch Experten wiesen darauf

angemessen versorgen zu können? Verbindliche Antworten

hin, dass es nur eine Frage der Zeit sei, bis ein Virus mutieren

gab es nicht – die hohe Kunst lag im Sortieren der ungeheuren

und auch zur unmittelbaren Gefahr für Menschen werden

Informationsmengen. Als hilfreich erwies sich alsbald der ver-

könnte.

netzte Austausch von Informationen unter den bundesdeut-

20 ANNUAL 2009

NOTFALLRETTUNG

SPRITZENMÄSSIG Rund 1.700 Angehörige der Berliner Feuerwehr ließen sich impfen. Das entspricht einer Impfquote von dreißig Prozent.

schen (Berufs-)Feuerwehren mit Rettungsdienst. Nach einigen,

verwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

konstruktiven Gesprächsrunden kam es zur Beschaffung von

bildete einen zentralen Pandemie-Einsatzstab, die Senatsver-

antiviralen Medikamenten für die Angehörigen der Berliner

waltung für Inneres und Sport richtete eine entsprechende

Feuerwehr, um sowohl prophylaktisch als auch therapeutisch

Führungsgruppe ein. Die Zusammenarbeit zwischen den

gewappnet zu sein. Der Anfang war gemacht.

beteiligten Institutionen verdichtete und verbesserte sich

Ein weiteres Thema war das Maß des persönlichen Schutzes:

zunehmend. Nun gab es auch nicht mehr viel zu diskutieren

Welche Qualität war angemessen? Welche Mengen lagern wir

– es musste jetzt „Butter bei die Fische“ getan werden. Kurzer

ein? Wie lange könnten sie reichen? Gäbe es bei Bedarf den

Hand einigten wir uns auf eine leichte, zusätzliche Infekti-

erforderlichen Nachschub und wenn ja zu welchen Preisen?

onsschutzausrüstung als Einwegmaterial, die beschafft und

Sehr hilfreich, war auch das Informationsmaterial, das wir

an die Direktionen verteilt wurde. Parallel dazu erstellten wir

kostenfrei von den Pharmafirmen überlassen bekamen. Damit

Verhaltensmaßnahmen für den richtigen Umgang mit dieser

gelang es, die Beschäftigten der Berliner Feuerwehr zu infor-

zusätzlichen Ausrüstung. Immer wieder erstatteten wir Bericht

mieren und zur Selbsthilfe und –verantwortung zu animieren.

über den Stand unserer Maßnahmen bei den Senatsverwal-

Inzwischen hatte sich die „Neue Influenza“ über die ganze

tungen für Inneres bzw. Gesundheit – im Vergleich mit ande-

Welt ausgebreitet und die WHO ihre höchste Pandemiewarn-

ren öffentlichen Einrichtungen lagen wir gut im Rennen.

stufe ausgerufen. Auch in Deutschland stieg die Zahl der

Im Spätsommer zeichnete sich die Verfügbarkeit von Impfstof-

Infektionen rasant an, zumal die Urlaubswellen der großen

fen gegen die „Neue Influenza“ im Herbst des Jahres ab. Dar-

Ferien die Ausbreitung begünstigte. Mit einer kleinen zeitli-

aus ergaben sich wiederum neue Fragen: Welcher Impfstoff

chen Verzögerung erwischte es dann die ersten Berliner und

wird von Berlin beschafft? Wer bezahlt ihn? Wer verimpft ihn?

Berlinerinnen und die Lage wurde sehr konkret. Die Senats-

Dank des Umstandes, dass sich nun die Kompetenzträger gut

21 ANNUAL 2009

NOTFALLRETTUNG

SAUBERE SACHE Für den Einsatz mit Patienten, die sich mit dem H1N1-Virus infiziert hatten, wurde zusätzliche Infektionsschutzausrüstung beschafft.

„zusammengerauft“ hatten, konnten sehr viel rascher ein-

BILANZ

vernehmliche Regelungen getroffen werden. Schnell zeichnete

Rückblickend kann festgestellt werden, dass wir, die Beschäf-

sich die Lastverteilung für der zu erwartenden Impfaktion ab:

tigten der Berliner Feuerwehr, dass Berlin und Deutschland

Der arbeitsmedizinische Dienst musste dies zusätzlich schul-

noch einmal mit einem „blauen Auge“ davon gekommen sind.

tern, denn Notärzte und Notärztinnen der Berliner Feuerwehr

Die Anzahl der Infizierten war deutlich unter der anderer Län-

konnten für diese Tätigkeit nicht verpflichtet werden – das

der, die Infektionen verliefen zumeist „harmlos“, Todesfälle

Haftungs-, bzw. das Versicherungsrecht stand dagegen. Wir

waren zum Glück selten. Die Akutphase der ersten Welle der

führten eine Umfrage über die Impfbereitschaft des Personals

Neuen Influenza ist schon fast ad acta gelegt. Das sogenann-

durch. Es kam, wie es erwartet worden war: Die Bereitschaft

te normale Leben hat uns wieder eingeholt – andere Themen

der Mitarbeiter zur Impfung war eher gering und lag etwa im

füllen die Schlagzeilen der Nachrichten. Viele Maßnahmen

Rahmen der üblichen, saisonalen Grippeschutzimpfungen.

und Reaktionen erscheinen in der Nachbetrachtung vielleicht

Dies war sicherlich beeinflusst durch die inzwischen kontrovers

überzogen. Doch wer wollte das vorhersehen können? Was

entbrannte, öffentliche Diskussion um Sinn oder Unsinn der

wäre passiert, wenn sich die Verantwortlichen leichtfertig über

Impfung gegen die Neue Influenza sowie die vermuteten Ne-

die Warnungen der Experten hinweg gesetzt hätten und sich

benwirkungen des Impfstoffverstärkers beim Berliner Impfstoff.

A/H1N1 als „Killervirus“ entpuppt hätte?

Eine sachliche Meinungsbildung erschien zeitweilig schwierig.

Nach der Pandemie ist vor der Pandemie. Der nächste Angriff

So machten sich die Akteure der bevorstehenden Impfaktion

bereitet sich vor – dies ist gewiss. Nutzen wir also die Zeit X

auf ca. 1.000 Impfwillige gefasst und bereiteten sich stra-

und unsere bisherigen Erfahrungen, um am Ball zu bleiben.

tegisch vor. Pünktlich um acht Uhr des 5. Novembers 2009

Bereiten wir weiter Abwehrstrategien vor, indem wir mit Au-

begann die Impfaktion. Der Esel ging voran – soll heißen, der

genmaß Absichtserklärungen in Taten verwandeln und aus

Pandemiebeauftragte ließ sich als erster Delinquent pieksen

Fehlern der Vergangenheit die notwendigen Lehren ziehen.

und verpflastern. Viele folgten. Insgesamt impfte das Team

Aus Fehlern lernen, heißt sein Verhalten zu ändern – ein

um die Betriebsärztin Dr. Tjaden rund 1.700 Angehörige der

schwer zu verwirklichender Anspruch an uns Menschen. Auf

Berliner Feuerwehr an acht Terminen, also rund ein Drittel

geht´s!

mehr, als ursprünglich hochgerechnet – eine logistische Bravourleistung. Mit den genannten Zahlen an geimpften Mitarbeitern erreichten wir eine Quote von ca. 30 Prozent ein Spitzenwert, wenn man ihn mit den inzwischen bekannt gewordenen, üblichen Quoten von zehn bis zwanzig Prozent

DER AUTOR

vergleicht. Auch unter einem anderen Aspekt fielen die Ge-

Andreas Ohlwein

impften der Berliner Feuerwehr statistisch auf – es gab keinen

Brandamtsrat

einzigen, ernst zu nehmenden Impfzwischenfall. Ja, natürlich,

Pandemie-Beauftragter

hier und da schmerzte der Oberarm ein wenig, manche fühlten sich ein paar Tage schlapp, aber dies sind übliche Begleit-

Fotos:

symptome von (Grippeschutz-)Impfungen.

Jens-P. Wilke, Sven Gerling

22 ANNUAL 2009

KOMMUNIKATION

Starke Marke I

FACELIFTING Seit 2009 präsentieren sich die Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr in neuem Outfit

m Jahre 2009 führte die Berliner Feuerwehr ein neues,

beit in Kooperation mit einer Kommunikationswissenschaftle-

detailliert geregeltes, einheitliches Erscheinungsbild

rin entwickelt. Dabei stellte sich die Vorgabe, das traditionelle

(Corporate Design, kurz CD) ein. Nun wurde erstmals

Hoheitszeichen der Berliner Feuerwehr in das neue CD zu

stringent das visualisiert, was die Berliner Feuerwehr ist: Eine

integrieren, als besondere Herausforderung dar, denn dieses

Marke, die traditionell für Innovation und Qualität steht.

„Wappen“ ist für die Verwendung als Logo zu filigran, zu de-

Noch nie zuvor in ihrer Geschichte wurde das Erscheinungsbild

tailliert und besteht aus zu vielen Farben, darunter Silber und

der Berliner Feuerwehr so konsequent geregelt. Die Leitung der

Gold. Kein Wunder, dass bislang in der alltäglichen Kommu-

Berliner Feuerwehr maß einem einheitlichen Erscheinungsbild

nikation der Berliner Feuerwehr eine nicht zu beziffernde Zahl

hohe Priorität bei, weil es eine positive Wahrnehmung in der

an farblichen, gestalterischen und typografischen Varianten

Öffentlichkeit generiert und die

des Schriftzugs und des „Logos“

Identifikation der Mitarbeiter

der Berliner Feuerwehr im Um-

mit ihrer Feuerwehr steigert.

lauf waren.

Für die Entwicklung des neuen

Bei der Entwicklung des neuen

Designs definierte die Behör-

Logos wurde das seit 1977 ge-

denleitung folgende Vorgaben: Das Design sollte alle Medien,

bräuchliche Hoheitszeichen stilisiert, d.h. es wurde auf wenige

Publikationen und auch die Fahrzeuggestaltung mit einbezie-

klare Linien reduziert und ist nur noch einfarbig. Des Weiteren

hen. Das traditionelle Hoheitszeichen der Berliner Feuerwehr

wurde ein einheitlicher Schriftzug „Berliner Feuerwehr“ kreiert.

war in das neue Design zu integrieren. Das neue Design sollte

Dazu wurde auf die Schrift „BMF Change Letter“ zurückgegrif-

nur noch auf den Grundfarben rot und weiß basieren. Es

fen. Diese Schrifttype ist seit 2008 die „Hausschrift“ des Lan-

wurde ferner die Erwartung formuliert, dass das neue Mar-

des Berlin; Berlin hat an dieser Schrift sowie an der Schrift BMF

kenzeichen gleichermaßen modern und zeitlos zu sein habe

Change Sans Condensed die Exklusiv-Rechte erworben. Die

und einen dynamischen aber auch seriösen Eindruck erzeugen

Typografie ist modern, hat jedoch das Potenzial auch noch in

möge.

zehn oder zwanzig Jahren ansprechend zu wirken. Der Schrift-

Das neue CD der Berliner Feuerwehr wurde hausintern „ko-

zug „BERLINER FEUERWEHR“ steht neben dem neu entwickel-

stenneutral“ vom Stabsbereich Presse- und Öffentlichkeitsar-

ten Logo. „FEUERWEHR“ ist „fett“ geschrieben, womit deutlich

23 ANNUAL 2009

KOMMUNIKATION

ROLLENDE VISITENKARTEN Vor allem durch ihre Fahrzeuge ist die Feuerwehr präsent im Stadtbild. Da ist es nur folgerichtig, langfristig alle Fahrzeuge dem neuen Design anzupassen.

wird, wo hier der Schwerpunkt liegt. Das Logo und der Schrift-

FEUERWEHRAUTOS WERDEN WIEDER „ROTER“

zug bilden zusammen die sog. Wort-Bild-Marke der Berliner

Der Fuhrpark der Berliner Feuerwehr war bislang von einem

Feuerwehr. Die neue Wort-Bild-Marke wird üblicherweise rot

einheitlichen Erscheinungsbild weit entfernt. Mit dem neuen

auf weiß , bzw. weiß auf rotem Untergrund abgebildet. Sie ist

Corporate Design wurde nun auch eine einheitliche Gestaltung

klar, präzise und gewährleistet hohe Wiedererkennung. Auf

für unsere Fahrzeuge entwickelt. Berliner Feuerwehrfahrzeuge

den Betrachter wirkt sie seriös, erweckt Vertrauen und Sym-

werden künftig wieder „roter“ sein. So wurde oft kritisiert,

pathien. Die neue Wort-Bild-Marke ist drucktechnisch leicht

dass die bislang sparsame Beklebung unserer Rettungswagen

reproduzierbar, wie der umfangreiche Praxistest an verschie-

mit roter Folie oft zu Verwechslung mit privaten Kranken-

densten Medien gezeigt hat.

transportunternehmen führe. Nun sehen die neuen Rettungs-

Das traditionelle „Wappen“ der Berliner Feuerwehr bleibt als

wagen der Berliner Feuerwehr wieder wie „Feuerwehrautos“

Hoheitszeichen bestehen und findet überall dort Anwendung,

aus und zeigen dabei ein auffallendes, unverwechselbares

wo die Einsatzkraft als Hoheitsträger gekennzeichnet werden

Erscheinungsbild. Alle Fahrzeuge ziert großflächig ein sich

muss, also z.B. am Helm oder an der Dienstmütze, am Ärmel-

verjüngender Bogen, die Wort-Bild-Marke und der neu kreierte

abzeichen oder im Dienstausweis. Die Wort-Bild-Marke wurde

Schriftzug „Notruf 112“. Dieser Schriftzug erfüllt nicht nur ei-

beim Deutschen Patentamt als geschützte Marke eingetragen.

nen didaktischen Nutzen (besonders wichtig, gerade in Zeiten

Langfristiges Kommunikationsziel ist es, die Berliner Feuer-

der Einführung der Behördennummer 115), sondern wird auch

wehr zu einem „Markenzeichen“ aufzubauen. Dies soll ihre At-

als grafisches Element genutzt. Da alle weißen Applikationen

traktivität als Arbeitgeber bundesweit steigern und die Arbeit

(außer an den Fahrzeugfronten) retrorefkletierend ausgeführt

der haupt- und ehrenamtlichen Angehörigen mehr als bisher

sind, erhöht dies die Wahrnehmbarkeit, vor allem bei Dunkel-

würdigen. Ein weiterer Baustein in der Berliner Feuerwehr hin

heit und damit die Sicherheit der Einsatzkräfte. Wichtig war

zur Marke ist die Förderung einer „Berliner Feuerwehr-Fan-

den Entwicklern vor Allem, dass das neue Design sowohl mit

Kultur“. Dafür konnten mit Produzenten von Merchandising-

den tagesleuchtroten Folien „funktioniert“, als auch auf der

Produkten und Modellautoherstellern Lizenzverträge abge-

„normalroten“ Lackierung und somit ein einheitliches Erschei-

schlossen werden. Mittelfristig ist auch die Einrichtung eines

nungsbild erzeugt. Der Schriftzug „FEUERWEHR“ wird künftig

„Berliner-Feuerwehr-Online-Fan-Shops“ geplant, in dem diese

auf den Fronten wieder „richtig“, also nicht mehr spiegelver-

Fanartikel angeboten werden.

kehrt aufgebracht, denn die wenigsten Menschen nehmen ein Feuerwehr-Fahrzeug durch den Spiegel wahr. Autofahrern

24 ANNUAL 2009

KOMMUNIKATION

AUSHÄNGESCHILD Auch an der Schutzkleidung wird nun deutlich von welcher Feuerwehr die freundliche Einsatzkraft kommt.

KONSEQUENT BIS INS DETAIL Das neue Design der Berliner Feuerwehr umfasst auch alle Publikationen.

wird zugetraut, dass sie in der Lage sind, die Schrift im Rück-

wie z.B. die einheitliche Gestaltung von Visitenkarten, E-Mail-

spiegel auch spiegelverkehrt zu entziffern. Die Beschriftung

Signaturen oder die Gestaltung von Powerpoint-Vorträgen. Auch

der Fahrzeuge erfolgt künftig einheitlich in der Berliner „Haus-

an der Erstellung dieses Handbuches wirkte die Kommunika-

schrift“ BMF Change Letter. Bei vielen Neufahrzeugen konnte

tionswissenschaftlerin mit, die hier ihre Erfahrungen bei der

das neue Design bereits umgesetzt werden. Aus Gründen der

Umsetzung des Corporate Designs der Berliner Immobilienma-

Wirtschaftlichkeit werden aber bereits vorhandene Fahrzeuge

nagement GmbH gewinnbringend einbringen konnte.

grundsätzlich nicht neu gestaltet, sodass es noch ein weiter Weg ist, bis die rund 700 Fahrzeuge der Berliner Feuerwehr

ERSTE ERFAHRUNGEN

einheitlich gestaltet sind. Immerhin: Im Rahmen des Konjunk-

Die Akzeptanz von Neuem ist bei der Berliner Feuerwehr manch-

turprogramms II erhält die Berliner Feuerwehr in 2009/2010

mal schwierig. Hierin unterscheiden sich die traditionell gepräg-

zusätzlich zu den regulären Ersatzbeschaffungen über 100

ten Berliner Feuerwehrleute in nichts von anderen Feuerwehr-

neue Fahrzeuge. Sie alle werden im neuen Design gestaltet.

leuten in Deutschland. Die Umsetzung des neuen Designs verlief in Berlin jedoch überraschend problemlos. Es zeigte sich bald,

KLARE REGELN FÜR ALLE

dass sich schon sehr schnell erste Entwürfe der Wort-Bild-Marke

Mit einer Geschäftsanweisung „Einheitliches Erscheinungsbild“

„pandemisch“ verbreiteten und von den Mitarbeiterinnen und

wurde die Anwendung des Corporate Designs für die haupt- und

Mitarbeitern eifrig genutzt wurden, lange bevor eine verbind-

ehrenamtlichen Angehörigen der Berliner Feuerwehr verbindlich

liche Geschäftsanweisung in Kraft trat. Aus Mitarbeiterkreisen

festgelegt. Die Geschäftsanweisung enthält Begriffsdefinitio-

kamen viele Vorschläge für die Gestaltung weiterer Ausrüstungs-

nen, zeigt Logo und Wort-Bild-Marke, und regelt, dass bei der

gegenstände im neuen Design. Entgegen den ursprünglichen

Anwendung stets der Stabsbereich Presse- und Öffentlichkeitsar-

Befürchtungen musste weniger Überzeugungsarbeit geleistet,

beit einzubeziehen ist. So ist dieser Stabsbereich auch zuständig

als vielmehr einem übereifri-

für die Gestaltung der Neufahrzeuge. Die Geschäftsanweisung

gen Wildwuchs entgegen ge-

DER AUTOR

wird durch eine umfassende Anlage ergänzt, die druck- und

wirkt werden. Diese Erfahrung

Jens-Peter Wilke

gestaltungstechnische Richtlinien enthält. Diese Anlage fungiert

zeigt, wie groß das Bedürfnis

Amtsrat

auch als Corporate-Design-Handbuch, das externen Agenturen

der Angehörigen der Berliner

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

und Grafikdesignern bei der Erstellung von Druckpublikationen

Feuerwehr nach einheitlicher

unterstützen soll. In dieser Anlage sind viele Details geregelt,

Gestaltung ist.

Fotos: Stefan Rasch, Jens-P. Wilke

25 ANNUAL 2009

PRävENTION

Sicher in der „Suppenschüssel“

MIT SICHERHEIT GROSSES VERGNÜGEN Die O2-World in Friedrichshain

D

ie O2-World ist bereits im ersten Jahr ihres Betriebes

Band visuell für höchste sportliche und kulturelle Genüsse.

zu der wohl wichtigsten Event-Arena der Stadt gewor-

Kulinarischen Gaumenfreuden kann man in den zwei Restau-

den und kann wohl jedem Geschmack etwas bieten.

rants und weiteren 140 Verkaufspunkten nachgehen. Um

Denn nicht nur Eishockey oder Basketball können die Fans

auch wirklich alles sehen zu können, unterstützen 96 Kameras

dort genießen, sondern auch Boxen mit Klitschko, Wrestling

im und um das Gebäude die für die Sicherheit verantwortli-

mit Batista und The Undertaker, Motorrad Jumper, die Spa-

chen Mitarbeiter in der ständig besetzten „Arena Control“. Es

nische Hofreitschule oder die Apassionata-Pferdeshow. Und

kann in beinahe jeden Winkel gesehen werden und egal, auf

musikalisch gesehen geben sich internationale Stars wie Neil

welcher Etage jemand dringend Hilfe benötigt – auch dafür ist

Young, Kings of Leon, Depeche Mode, The Eagels, Leonhard

gesorgt, denn in jedem Geschoss sind Erste Hilfe-Räume ein-

Cohen, Fleetwood Mac, a-ha, Simply Red und – nur um einige

gerichtet, in denen auch die erste Behandlung durchgeführt

zu nennen – und nationale Größen wie Herbert Grönemeyer,

werden kann.

Die toten Hosen, Udo Jürgens u. a. die Klinke in die Hand. Und

Bezüglich der Maßnahmen des vorbeugenden Brandschutzes

wenn Mario Barth schon das Olympiastadion füllte, dann

fanden bereits Ende 2001 die ersten Gespräche statt. Bei einer

fehlt er auch nicht in der O2-World.

baulichen Anlage solchen Ausmaßes ist es unerlässlich, dass

Betreiberin ist die Anschutz Entertainment Group Operations-

das Gebäude einen Feuerwehrplan und eine Brandmeldean-

GmbH. Die im Volksmund spöttisch als „Suppenschüssel“

lage mit Übertragungseinrichtung zur Feuerwehr hat. Jedes

bezeichnete O2-World ist ein achtgeschossiges Gebäude mit

Auslösen eines Brandmelders kann über das zuvor beschrie-

160 m Länge, 130 m Breite und 35 m Höhe. Während die Ver-

bene Kamerasystem verifiziert werden. Die Mitarbeiter der

anstaltungshallen „Velodrom“ und „Max-Schmeling-Halle“

„Arena Control“ informieren, soweit dies möglich ist, die

jeweils ca. 10.000 Zuschauer fassen, bietet die O2-World im-

Leitstelle der Berliner Feuerwehr über die Lage. Der Zugang

merhin 17.000 Zuschauern Sitz- und Stehplätze. In 59 Enter-

zur Brandmelde- und Sprinklerzentrale (BMZ) erfolgt über

tainmentsuiten, weiteren Konferenz- u. Partysuiten können

ein Feuerwehrschlüsseldepot (FSD 3), das sich auf der Nord-

die Gäste die Veranstaltungen erleben.

seite des Gebäudes befindet. Generell begibt sich das erste Führungsfahrzeug hierhin. Die weiteren Fahrzeuge beziehen

SEHEN UND GESEHEN WERDEN

auf der Mühlenstraße Stellung und warten die Weisung des

Nicht zu übersehen ist die im Frontbereich der Halle instal-

Einsatzleiters ab, zu welchem Zugang sie sich zu begeben

lierte LED-Fassade, die 12 m hoch, 120 m lang und mit fast

haben. Auf Grund der Weitläufigkeit des Gebäudes befinden

30.000 Lichtpunkten eine der größten der Welt ist. Drei wei-

sich zwei weitere Zugänge an der Ost- und an der Westseite.

tere LED-Großbildwände sind im Außenbereich installiert. Im

Sie verfügen ebenfalls über FSD 3, die zunächst in der Brand-

Innenraum sorgen ein achtseitiger Videowürfel, der immerhin

meldezentrale manuell freigeschaltet werden müssen. Um im

die Größe eines Einfamilienhauses hat, und ein 360° LED-

Einsatzfall Zeit zu sparen, befindet sich an jedem FSD– 3-Zu-

26 ANNUAL 2009

PRävENTION

gang ein entsprechender standortbezogener Laufkartensatz und Zugangsschlüssel, von dem aus der jeweilige Melder in dem weitreichenden Gebäude erlaufen werden kann. Von allen öffentlichen Straßen her erschlossen, verfügt die Veranstaltungshalle über 14 Treppen, acht Fahrtreppen, acht Personen- und zwei Feuerwehraufzüge. Den Zuschauern stehen zuzüglich zu den üblichen Zugangstreppen vier sogenannte Schachteltreppenräume und weitere vier offene Schachteltreppen zum Verlassen des Gebäudes zur Verfügung. Den Betrieb der zahlreichen Sport- und Kulturveranstaltungen stellen

ALLES IM BLICK Loge des Wachhabenden

sieben Trafostationen mit einer Leistung von je 1.600 kVA, eine frei stehende Gasregelstation (zur Regulierung auf den Verbrauchsdruck), ein Freilager für Flüssiggasflaschen, vier

Feuerwehr-Aufzüge wurden mit je einer trockenen Steigleitung

Müllpressen, Lüfterzentralen, weitere CO2-Anlagen in diversen

ausgestattet. Wandhydranten sind bis zum vierten Oberge-

Küchen und Verkaufseinrichtungen sowie eine Kälteanlage mit

schoss installiert, wobei im Lager- und Bühnenbereich die

ca. 980 kg Ammoniak und ca. 4.700 kg Kohlendioxid sicher.

Anzahl höher ist als in den übrigen Bereichen. Für Konzerte

Maschinelle Rauchabzugsanlagen gewährleisten im Falle

oder andere medienträchtige Ereignisse verfügt die O2-World

eines Falles die Rauchfreiheit. Deren Schaltzustand wird in

über eine variable Veranstaltungsfläche mit bis zu 60 m x 40

der BMZ angezeigt. Besonderheit hierbei ist, dass sämtliche

m, einhergehend mit zwei Kopfbühnen auf der Nordseite und

Schalthandlungen, wegen der Komplexizität dieser Anlagen,

/ oder einer Mittelbühne. Die maximale Bühnengröße beträgt

vom technischen Personal der O2-World durchgeführt wer-

dabei 288 m². Über den Bühnenflächen ist eine Sprühflutan-

den. Das Gebäude ist in fünf Rauchabschnitte aufgeteilt. Zur

lage eingebaut, die sowohl von der Sprinklerzentrale als auch

besseren Orientierung sind diese Bereiche auf allen Plänen

vom Platz des Wachhabenden ausgelöst werden kann. Der

einheitlich farblich dargestellt. Frühzeitige Warnungen der

Wachhabende, der im Falle eines Falles auch der Verbindungs-

Besucher können über eine ELA-Anlage (Elektrische Lautspre-

mann für den Einsatzleiter ist, wird derzeit von der Berliner

cheranlage) in Einzel-, Gruppen und / oder Gesamtdurchsagen

Feuerwehr und der Posten vom Betreiber gestellt. Um die

sowohl von der „Arena Control“, von der BMZ als auch vom

gigantischen Bühnenshows überhaupt aufbauen zu können,

Platz des Wachhabenden gemacht werden, oder es wird ein

fahren die Trucks über das nördlich gelegene, sogenannte

Evakuierungstext zugeschaltet.

Elefantentor bis in den Innenraum hinein. Der architektonisch beeindruckende Bau bietet somit seinen Gästen nicht nur gute

ALLES GUTE KOMMT VON OBEN: SPRINKLERUNG, SCHAUM–

Unterhaltung sondern dabei auch Sicherheit auf höchstem

UND SPRÜHFLUTANLAGE

Niveau.

Das gesamte Gebäude ist bis auf den Parkettbereich komplett gesprinklert. Jeder Sprinklerstrang besitzt zur schnelleren

ENTWICKLUNGSPROJEKT „MEDIASPREE“

Lokalisierung eine eigene Blitzleuchte. Sportfans wissen, dass

Gelegen in Friedrichshain, an der östlichen Seite der Spree, in

die O2-World nicht nur Heimspielstätte der Eishockey-Profis

unmittelbarer Nähe der East-Side-Gallery ist die O2-World Teil

„Berliner Eisbären“ ist, sondern auch den Basketballern von

eines Entwicklungsraumes, der sich in einem enormen Wand-

Alba Berlin ein Dach über den Kopf gibt. Das ist insofern inter-

lungsprozess befindet. Politisch zwar nicht unumstrittenen,

essant, da in dieser Arena die „Eisbären“ Eishockey und schon

jedoch kaum aufzuhalten, entstehen hier auf dem Gelände

ein Tag später die „Albatrosse“ Basketball spielen können und

des ehemaligen „Todesstreifens“ in den kommenden Jahren

das natürlich nicht auf dem Eis! Möglich ist dies, weil die Eis-

zahlreiche Wohn und Geschäftsgebäude. Die Berliner Feuer-

fläche mit speziellen Sandwich-Isolierplatten abgedeckt und

wehr wird im Rahmen des Vorbeugenden Brandschutzes ihren

anschließend eine Art Schwingparkett darüber gelegt wird.

Anteil an der Entwicklung dieses Areals inmitten der Stadt

Dieser Umbau dauert zwischen vier und fünf Stunden. Für die

leisten.

Sandwich-Isolierplatten gibt es ein Extralager, das mit einer

DIE AUTORIN

Schaumlöschanlage ausgestattet ist, deren Steuerung und

Katrin Richter

Vorratsbehälter für Schaumbildner (ca. 5.000 l) ebenfalls in

Brandoberrätin

der Sprinklerzentrale untergebracht sind. Im ersten Oberge-

Direktion Süd, Vorbeugender

schoss befindet sich der Serverraum für die gesamte Compu-

Brandschutz

tertechnik, der im Brandfall mit einer NOVEC 1230-Löschan-

Fotos:

lage geschützt ist. Die Treppenräume sowie die Vorräume der

Jens-P. Wilke, Norbert Remus

27 ANNUAL 2009

IMMOBILIEN

Schillerndes Jubiläum

FIT IM ALTER Die hundertjährige Feuerwache Schillerpark präsentiert sich in neuem Glanze

D

ie Kollegen der Feuerwache Schillerpark und alle anderen

spielt die Feuerwache „Schillerpark“ in der Edinburger Straße

Kollegen der Berliner Feuerwehr, die die Wache nach der

7 für die Berliner Feuerwehr eine besondere Rolle. Das direkt

Instandsetzung das erste Mal wieder sahen, waren begei-

am gleichnamigen Park in Wedding gelegene Gebäude war die

stert“, erzählt Harald Lück, langjähriger Wach- und Einsatz-

erste Feuerwache Berlins für motorisierte Feuerwehrfahrzeu-

leiter der Feuerwache Schillerpark. Und nicht nur sie – Harald

ge. Sie wurde vom Architekten und damaligen Stadtbaurat

Lück schildert auch, dass ein netter Kontakt zu den Anwoh-

Ludwig Hoffmann entworfen und in den Jahren 1909/1910

nern entstand: „Häufig sprachen uns die Nachbarn an als

als verputzter Ziegelbau errichtet. Die unzähligen Feuerwehr-

wir gemeinsam auf der Straße standen und die Bauarbeiten

einsätze haben über ein ganzes Jahrhundert an dem altehr-

begutachteten. Auch sie freuten sich, als die Renovierungen

würdigen Haus einige Spuren hinterlassen und machten eine

abgeschlossen waren und sie wieder ein sehr schönes Wachge-

Rundumerneuerung dringend notwendig. Deshalb begann

bäude in ihrer Nähe hatten.“

die landeseigene BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

Das war sicher auch schon vor 100 Jahren so, denn seitdem

(BIM) im Mai 2008 mit der Sanierung. Alle Maßnahmen fan-

28 ANNUAL 2009

IMMOBILIEN

STOLZER HAUSHERR Wachleiter Harald Lück freut sich über die gelungene Sanierung.

die einzelnen Schichten ab, um die ursprüngliche Farbe des Natursteins herauszufinden und wiederherzustellen. Auch Architekturdetails aus Sandstein, die an der Fassade den Alterungsprozessen unterlagen, wurden nach Probeentnahmen und unter restauratorischer Anleitung gereinigt und originalgetreu wieder aufgearbeitet. Dazu gehören auch die alten Medaillons zwischen den Einfahrtsbögen der Fahrzeughalle. Zum Einen die quadratischen Reliefmedaillons, die symbolisch für das Löschen von Feuer stehen und zum Anderen die figürlichen Medaillons, die in Form von

den während des laufenden Betriebs, also der vollständigen

Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH

und durchgehenden Nutzung der Feuerwache statt. – Ein Meisterakt der Organisation für Baumanagerin Christa Pawlowski

Die BIM wurde 2003 als 100-prozentige Tochtergesellschaft

und deren Team.

des Landes Berlin gegründet. Im Auftrag des Landes verwal-

Heute steht der gesamte Gebäudekomplex unter Denkmal-

tet die Gesellschaft neben den Dienstgebäuden der Berliner

schutz und so war es für alle Beteiligten eine besondere

Hauptverwaltung eine Vielzahl von Landesimmobilien, dar-

Herausforderung, der denkmalpflegerischen Zielstellung

unter Gerichtsgebäude und berufsbildende Schulen ebenso

gerecht zu werden. Im Vordergrund stand die Ertüchtigung

wie Kulturgebäude und die Immobilien der Berliner Polizei

der Gebäudehülle angelehnt an den ursprünglichen Zustand

und Feuerwehr. Der Bestand der Gesellschaft umfasst rund

– ein Facelifting sozusagen. Bei der Sanierung der Fassaden-

1.000 Gebäude auf 4 Millionen Quadratmeter Bruttogrund-

fläche wurden die Putzfassaden zunächst geprüft und Risse

fläche. Ein Großteil davon gehört dem Land Berlin, ein klei-

und Hohlstellen beseitigt. Anschließend trug man behutsam

nerer Teil ist am freien Markt angemietet.

29 ANNUAL 2009

IMMOBILIEN

SANIERUNGSFALL Die Feuerwache 2100 vor den Baumaßnahmen

ARTENSCHUTZ Bei der Sanierung wurde auch auf die hier hausenden Falken Rücksicht genommen.

TRADITION & MODERNE Das Wandbild im Aufenthaltsraum malten die Feuerwehrleute selbst.

christlichen Schutzpatronen den geistigen Anspruch hinter

Groß und Klein können das neue „alte“ Feuerwehrgebäude

dem Dienst an der Gesellschaft betonen und somit das Hand-

betrachten und bestaunen und einen Tag lang die „Feuerwehr

werk der Feuerwehr ehren. Die Reliefs spiegeln damit bis heu-

zum Anfassen“ erleben.

te den selbstlosen Einsatz zur Rettung von Menschen und das

In der Feuerwache Schillerpark sind 63 Kollegen in zwölf Funk-

Löschen von Bränden wider.

tionen Tag und Nacht einsatzbereit. Mit insgesamt sieben

Im Rahmen der Fassadensanierung ließ Baumanagerin

Einsatzfahrzeugen bewältigen die Berufsfeuerwehrmänner

Christa Pawlowski die Dachflächen des Hauptgebäudes

tausende von Einsätzen pro Jahr – allein im Jahr 2009 waren

überprüfen und Klempnerarbeiten durchführen sowie die

es über 11.500. Damit zählt die Wache zu den am stärksten

Glasdächer reparieren. Der Pavillon auf dem Innenhof wurde

frequentierten Feuerwachen in Berlin.

instandgesetzt und der Bodenbelag der Durchfahrt erneuert

Diese präsentiert sich nun wieder in neuem Glanz. Für Harald

und abgedichtet. Auch wurden etwa 120 Fenster überarbeitet,

Lück, der Ende des Jahres 2010 in den Ruhestand geht und der

gestrichen und abgedichtet, die Einfachfenster wurden zu Ka-

viele Jahre in der Feuerwache wirkte, ist die abgeschlossene

stendoppelfenstern umgebaut. Sieben vorher handbetriebene

Sanierung pünktlich zum 100-jährigen Jubiläum ein gelunge-

Hallentore bekamen einen Elektroantrieb. Die Holzschalung

ner Abschluss. Er schwärmt: „Insgesamt hat mir die Zusam-

des Steigeturms wurde ausgebessert und mit einem neuen

menarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BIM

Anstrich versehen.

sehr viel Spaß gemacht und es sind fast alle Wünsche für die

Im November 2008 waren alle äußeren Sanierungsmaßnah-

Feuerwache Schillerpark erfüllt worden.“

men abgeschlossen und der Denkmalschutz zeigte sich mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. „Der Vorher-Nachher Effekt

Na dann – herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die

war natürlich ein toller“, kommentiert Christa Pawlowski die

nächsten 100 Jahre!

Sanierungsarbeiten im Rückblick. Sie und ihr Team hatten bei der Sanierung aber nicht nur das Ganze im Blick, sondern

DIE AUTORIN

gingen auch auf ganz besondere Bewohner der Feuerwache

Katja Potzies

ein: Seit vielen Jahren brütet in dem kleinen Turm der Feuer-

Leiterin

wehr ein Wanderfalke – also auch im Jahre der Sanierung. Da

Personal und Kommunikation

das Gebäude zwar unter Denkmal- die Wanderfalkenfamilie

BIM Berliner Immobilienmanage-

aber unter Artenschutz steht, wurde auf dieses junge Famili-

ment GmbH

englück Rücksicht genommen und der Steigeturm erst saniert,

Fotos: Detlef Machmüller

als die sechs Jungen und ihre Eltern den Weg nach Süden angetreten hatten. „Wichtig beim Denkmalschutz ist ja, dass alles reversibel ist“, betont Christa Pawlowski und betrachtet nachdenklich aber auch ein wenig stolz die Bilder der in neuem Gewand erstrahlten Feuerwache. Reversibel, also umkehrbar ist es geblieben, doch insgesamt wurde den Gemäuern durch die Sanierung neues Leben eingehaucht. 2009 führte die BIM schließlich Malerarbeiten im Innenbereich durch, so dass das Gebäude pünktlich zu seinem 100-jährigen Jubiläum am 12. Juni 2010

PROJEKT FEUERWACHE SCHILLERPARK Adresse: Edinburger Straße 7, 13347 Berlin Beginn der Sanierungsmaßnahmen: Mai 2008 Maßnahmen: • Fassaden- und Dachinstandsetzung nach denkmalpflegerischen Vorgaben • Instandsetzung von Steigeturm und Pavillon • Fenster- und Torertüchtigung • Maler- und Bodenbelagsarbeiten

wieder sehenswert ist. Mit einem Tag der offenen Tür, zu dem alle Bürgerinnen und

Fertigstellung: Dezember 2009

Bürger herzlich eingeladen sind, wird dies gebührlich gefeiert.

Investitionssumme: 750.000 Euro

30 ANNUAL 2009

W

ir sorgen dafür, sich in den Gebäuden wohl

E

in Haus ist mehr als die Summe aus vier Wänden und einem Dach. Wie ein großer Organismus wird ein Gebäude effizient bewirtschaftet, gepflegt und instand gehalten, um seinen Zweck zu erfüllen. Das Aufgabenspektrum rund um eine Immobilie ist breit gefächert – ob nun die Versorgung mit Wasser und Energie, die Wartung von Klima- und Heizungsanlagen, die Gebäudereinigung oder einfach die Vorsorge, dass es beim nächsten Regen nicht durch das Dach tropft. All diese kleinen und großen Prozesse werden koordiniert und organisiert, damit die Mieter sich auf ihre eigentlichen Aufgaben konzentrieren können.

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TECHNIK

Wirtschaftskrise

REKORDVERDÄCHTIG Zehn neue Drehleitern, die aus Mitteln des Konjunkturpakets II erworben werden konnten posieren vor dem Olympiastadion.

32 ANNUAL 2009

TECHNIK

D

as Jahr 2009 wird weltweit als das Jahr der großen

ren, davon erhielt allein das Land Berlin vom Bund rund 474

Wirtschaftskrise in die Geschichte eingehen. Mit Mil-

Mio. Euro. Der Senat von Berlin entschied, noch einmal 158

liardenprogrammen versuchten die Regierungen der

Mio. Euro an Landesmitteln beizusteuern, sodass insgesamt

führenden Industrienationen der dahin siechenden Konjunktur

rund 632 Mio Euro zur Belebung der Wirtschaft und zur Siche-

neue Impulse zu geben. Allein in Deutschland hat die Bundesre-

rung von Arbeitsplätzen bereitgestellt wurden. Der Berliner

gierung beschlossen, mit dem sog. Konjunkturpaket II in einem

Feuerwehr wurden aus diesen Mitteln rund 22,6 Mio Euro zur

Gesamtvolumen von 14 Mrd. Euro die Wirtschaft zu stabilisie-

umweltgerechten Erneuerung ihres Fuhrparks bereit gestellt.

33 ANNUAL 2009

TECHNIK

Zeit, Drehleitern nach individuellen Wünschen bauen zu lassen, sondern es musste schlicht und ergreifend das gekauft werden, was am Markt gerade verfügbar war, nämlich bereits fertig gestellte Vorführ-Drehleitern. Entsprechend bunt fiel diese Großbeschaffung aus: Fünf Drehleitern auf Iveco-Basis mit Magirus-Leiter-Aufbau, sowie fünf Leitern der Fa. Metz auf Basis Mercedes Atego. Auch optisch geben die Fahrzeuge ein buntes Bild ab: Die Iveco-Leitern sowie drei der fünf MetzLeitern sind in „Feuerwehrrot“ (RAL 3000), zwei Metz-Leitern sind „tagesleuchtrot“ (RAL 3024) lackiert. Immerhin: Alle Neufahrzeuge konnten nach den Vorgaben unseres neuen Designs beklebt werden und bieten damit immerhin ein etwas einheitliches Erscheinungsbild. Technisch sind die DLA(K) auf dem neuesten Stand. Sie haben umweltfreundliche Euro-5Motoren, beide Typen verfügen über eine Einsatzhöhe von 32 m, sind vollautomatisch und verfügen über eine CAN-Bus Steuerung. Die Iveco-Leitern verfügen zusätzlich über ein computergesteuertes Schwingungsdämpfungssystem, bei dem alle Bewegungen des Leitersatzes in Sekundenbruchteilen im Ansatz erkannt und durch hydraulisches Gegensteuern gedämpft werden. Beide Modelle verfügen über einen Rettungskorb mit jeweils 270 kg Korblast. Die Iveco-Leiter verfügt über drei, die Metz-Leiter sogar über vier Korbeinstiege (drei vorn, einer hinten). Die Übergabe an die Feuerwachen incl. der notwendigen KONJUNKTURLEITERN Zwei von insgesamt zehn neuen Drehleitern von Metz auf Mercedes Atego bzw. von Iveco Magirus.

Einweisung und Schulung des Bedienpersonals erfolgte durch

Daraus konnte, neben der planmäßigen Beschaffung von neu-

MOBILE ATEMSCHUTZSTRECKE

en Einsatzfahrzeugen, die Beschaffung 124 weiterer Fahrzeuge

Neben den außerplanmäßigen Beschaffungen im Rahmen des

eingeleitet werden:

Konjunkturpakets II gab es in 2009 aber auch eine große zahl

die Serviceeinheit Aus– und Fortbildung.

an regulären Neubeschaffungen im Fahrzeugsektor. Auffäl19 Löschfahrzeuge (8,3 Mio €)

ligste Neuheit war wohl ein 16,5m langer Sattelzug mit einer

10 Drehleitern (7,5 Mio €)

MAN TGS 18.320 4x2 BLS-Zugmaschine, der eine komplette

1 Feuerwehrkran (850.000 €)

Mobile Atemschutz-Strecke (MOBAS) in sich birgt. Bisher mus-

3 Notarzteinsatzfahrzeuge (212.00 €)

sten unsere über 3.400 Atemschutzgeräteträger einmal im

16 Rettungswagen (2,4 Mio €)

Jahr die Atemschutzübungsstrecke der Serviceeinheit Aus- und

66 „kleine“ Spezialfahrzeuge (Einsatzleitwagen, Mannschafts-

Fortbildung in Schulzendorf absolvieren und dort ihre Atem-

fransportfahrzeuge etc., 2,3 Mio €)

schutztauglichkeit unter Beweis stellen. Dies bedeutete hohe

6 „große“ Spezialfahrzeuge (z.B. LKW, 670.000 €)

Ausfallzeiten im Einsatzdienst. Mit der MOBAS sollen diese

3 Führungs-/Messfahrzeuge für den Katastrophenschutz

Ausfallzeiten nun minimiert werden. In diesem neuen Fahr-

(360.000 €)

zeug kann die nach Feuerwehrdienstvorschrift 7 (Atemschutz) geforderte Belastungsübung für Atemschutzgeräteträger in

ZEHN NEUE DREHLEITERN

den örtlichen Direktionen durchgeführt werden. Im Aufbau

Bereits im Berichtsjahr konnte die Beschaffung der ersten

des Sattelanhängers befinden sich: 50 m Kriechstrecke (in zwei

Fahrzeuge aus den „K II-Mitteln“ realisiert werden. Spek-

Durchgängen), zwei Fahrradergometer, zwei Laufbänder, zwei

takulärste Beschaffung war dabei der Ankauf von zehn

Endlosleitern und zwei Hammerziehgeräte. Für jeden einzel-

Drehleitern. Das dürfte die wohl bis dato größte Drehleiterbe-

nen Probanden wird eine ständige Herzfrequenzüberwachung

schaffung in unserer knapp 160jährigen Geschichte gewesen

incl. Auswertung durchgeführt. Alle Geräte und Vorrichtungen

sein. Da die Bereitstellung der zusätzlichen Mittel des Kon-

orientieren sich an der DIN/EN 14093 (Atemschutzübungs-

junkturprogramms daran gekoppelt war, dass diese Mittel

anlagen) und können gleichzeitig und kontinuierlich genutzt

möglichst noch im Jahre 2009 ausgegeben werden, blieb keine

werden. Die Stromversorgung erfolgt mittels Dieselaggregat

34 ANNUAL 2009

TECHNIK

MOBILE KRIECHSTRECKE In der mobilen Atemschutzübungsstrecke (MOBAS) können die gleichen Belastungsprüfungen vorgenommen werden, wie in der stationären Atemschutzübungsstrecke bei der SE AF:

oder Fremdeinspeisung. Der Kauf dieses Fahrzeuges wurde mit Mitteln der Elisabeth-Schubert-Zink Stiftung gefördert. SPEZIELLE LÖSCH-HILFELEISTUNGSFAHRZEUGE FÜR DEN ATEMSCHUTZNOTFALLEINSATZ

erzeugung (Compressed Air Foam System) ausgerüstet. Bei

Sechs neue Löschfahrzeuge wurden ebenfalls in 2009 in den

diesem System entfällt jegliches Spülen der Systembestand-

Dienst gestellt. Die LHF 20/12 wurden von der Firma Rosen-

teile. Bei der Berliner Feuerwehr werden bereits seit 2007 nur

bauer auf MAN TGL 12.240-Fahrgestellen mit geräuschgekap-

Lösch- und Tanklöschfahrzeuge mit einer CAFS-Anlage (CAFS

seltem, schadstoffarmem Euro 4-Motor aufgebaut. Sie verfü-

1000) beschafft. Drei der sechs neuen LHF verfügen über eine

gen über ein automatisiertes Schaltgetriebe, das automatisch

Sonderaussattung für den Einsatz als „AtemschutzNotfall-

je nach Bedarf bis zu 12 Vorwärtsgänge schaltet. Zusätzlich

Trainierte Staffeln (ANTS)“. Sie verfügen über Zwei-Flaschen-

kann bei Bedarf manuell auf die Schaltvorgänge eingewirkt

Pressluftatmer und haben neben der üblichen feuerwehrtech-

werden. Beim Einlegen des Rückwärtsgangs schaltet sich au-

nischen Beladung zusätzlich ein Atemschutznotfallset, eine

tomatisch ein Rückfahrmonitor ein. Die Fahrgestelle haben

Wärmebildkamera, und ein „Spineboard“. Die zusätzlichen

eine Tragfähigkeit von jeweils 12 t. Die Feuerlöschkreiselpum-

Utensilien sind in einer Kiste auf dem Geräteraumdach unter-

pen nach DIN EN FPN 10-2000 besitzen eine Förderleistung

gebracht.

von 2.000 Liter/min bei einem Förderdruck von 10 bar. Die

Ein Teil der neuen LHF wurde

Pumpen sind mit einer elektronisch geregelten Schaum-

bereits im neuen Design be-

zumischanlage für die Luftschaum- und CAFS-Schaum-

klebt. Der charakteristische

GERMANY´S NEXT TOPMODEL Erstes LHF im neuen Design

35 ANNUAL 2009

TECHNIK

SEIN ODER DESIGN Zwei LHF 20/12 im neuen und alten Design. SONDERLING Sonderbeladung für atemschutz-notfalltrainierte Staffeln

weiße Bogen setzt sich auch über die Fenster der Mann-

Abrollbehälter wie der AB Generator transportiert werden

schaftskabine fort. In diesem Bereich ist der reflektierende

sollen.

Bogen semitransparent. Ebenfalls im neuen Design wurden auch dreizehn neue Ret-

NEUES TANKLÖSCHFAHRZEUG UND FIRST RESPONDER

tungswagen gestaltet. Drei der neuen Rettungswagen wurden

Zum Jahresende wurde auch noch ein neues Tanklöschfahr-

zudem mit neuartigen LED-Blaulichtern anstelle der bishe-

zeug TLF 24/50 CAFS an die Berliner Feuerwehr ausgeliefert.

rigen Halogen-Doppelblitz-Leuchten ausgestattet. Die neue

Das Tanklöschfahrzeug wurde von der Fa. Rosenbauer auf ein

LED-Technik ist nicht nur energiesparender und wartungsar-

Mercedes MB 1829 AK Axor-Fahrgestell aufgebaut. Der Euro-

mer sondern, nach Herstellerangaben, ungefähr hundert Mal

4-Motor leistet 210 kw/286 PS. Das allradgetriebene Fahrzeug

heller als herkömmliche Blaulichter, was man gerne glauben

hat ein zulässiges Gesamtgewicht von 18t. Das Fahrerhaus

mag, wenn man die LED-Blaulichter in Aktion sieht. Schon

bietet Platz für bis zu drei Einsatzkräfte. Der 5.000 l fassende

aus weiter Ferne sind die neuen Blaulichter gut wahrnehmbar,

Löschwasserbehälter ist aus glasfaserverstärktem Kunststoff

während sie in unmittelbarer Nähe kaum blenden.

gefertigt. Die Feuerlöschkreiselpumpe im Fahrzeugheck lei-

Für den Technischen Dienst wurde ein dreiachsiges Allrad-

stet bis zu 2400 l/min. Das TLF ist auch mit einer Compressed

Wechselladefahrzeug beschafft, mit dem vor allem schwere

Air Foam System (CAFS)-Schaumanlage ausgerüstet. Der

NEULINGE Rettungswagen (RTW) mit neuartigen LED-Blaulichtern (gr. Bild o.), LKW 2 auf MAN TGL (kl. Bild oben), Erkunder-ELW auf VW Passat (mitte) und First Responder auf Opel Corsa (unten).

36 ANNUAL 2009

TECHNIK

TANKER Tanklöschfahrzeug TLF 24/50 CAFS

Dachmonitor RM24 für Wasser und Schaummittelbetrieb

Auch eine völlig neue Fahrzeuggattung konnte bei der Berli-

hat eine Wurfweite von bis zu 70 m und lässt sich auch vom

ner Feuerwehr dank des Konjunkturprogramms in den Dienst

Fahrerhaus aus bedienen. Die feuerwehrtechnische Beladung

gestellt werden: Sogenannte First Responder (engl.= erster

entspricht in etwa der DIN 14 530 Teil 21 für TLF 20/10 (SL).

Reagierer). Sie werden vor allem bei Freiwilligen Feuerwehren

Zusätzlich ist das Neufahrzeug auch mit einem tragbaren

zum Transport von Ersthelfern eingesetzt, die Erst-Hilfe-

Wasserwerfer, drei Pressluftatmern anstatt zwei sowie mit

Maßnahmen einleiten, bis ein Rettungswagen eintrifft. Hierfür

weiteren Werkzeugkisten u.a. zum Tür öffnen ausgestattet.

wurden Fahrzeuge des Typs Opel Corsa 1.2 Twinport beschafft.

Das Neufahrzeug wird an der Berufsfeuerwache in BerlinZehlendorf stationiert, hier ersetzt es ein TLF 24/50 aus dem Jahre 1984. Die 15 Tanklöschfahrzeuge der Berliner Feuerwehr gelten als Sonderfahrzeuge und kommen meist nur bei Großbränden oder Brandstellen mit schwieriger Wasserversorgung zum Einsatz. Sie sind nicht fest besetzt, sondern werden im Bedarfsfalle von den Besatzungen anderer Einsatzfahrzeuge „besprungen“. Einige TLF sind auch bei Freiwilligen Feuerweh-

FOTOS

ren stationiert. Hier werden sie auch zu kleineren technischen

Detlef Machmüller, Stefan Rasch, Hans-Jörg Schierz,

Hilfeleistungen eingesetzt.

Hans-Jürgen Stiehl, Jens-Peter Wilke

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30.04.2010 16:25:08

ANNUAL 2009

JUGENDFEUERWEHR

Investitionen in eine sichere Zukunft

V

iele Bürgerinnen und Bürger in Berlin sind erstaunt,

Gesellschaft. In der Berliner Jugendfeuerwehr waren 2009 ins-

wenn sie über die Arbeit von Freiwilligen Feuerwehren

gesamt 45 Gruppen mit 841 Mitgliedern im Alter von 8 bis 18

in ihrer Stadt hören. „Ich dachte, so etwas gibt es nur

Jahren organisiert. Davon 129 Mädchen und 712 Jungen. Das

auf dem Dorf“, sagen nicht wenige. Doch die Ehrenamtlichen

zurückliegende Jahr war durch viele öffentlichkeitswirksame

sind in Berlin stärker vertreten, als die meisten denken: 58

Veranstaltungen gekennzeichnet, die das positive Image der

Freiwillige Feuerwehren sorgen sich neben der Berufsfeuer-

Berliner Jugendfeuerwehr weiter ausgebaut haben. Besonders

wehr um den Schutz der Bevölkerung. 45 von ihnen haben

viel Aufmerksamkeit zogen dabei die große Übung auf dem

eine Jugendfeuerwehr gegründet, die sich nicht vorrangig als

Gelände der Feuerwehrschule in Schulzendorf, die Unterstüt-

Nachwuchsschmiede versteht, obwohl dies bei vielen Freiwilli-

zung des Berliner Marathons sowie die U-18 Wahl 2009 auf

gen Feuerwehren das größte Problem ist.

sich.

Die Jugendfeuerwehr leistet allgemeine Jugendarbeit auf vielen Ebenen und vermittelt elementare gesellschaftliche Werte

ÜBEN WIE DIE GROSSEN

wie Demokratie, Toleranz, Respekt, Verantwortungsbewusst-

Am 20. Juni 2009 trafen sich rund 50 Jugendliche aus 14 ver-

sein und Teamgeist. Diese Jugendarbeit kann schon lange

schiedenen Jugendfeuerwehren, um gemeinsam einen span-

nicht mehr unter dem Aspekt „wir spielen Feuerwehr“ abgetan

nenden Tag an der Feuerwehrschule der Berliner Feuerwehr zu

werden. Das unverwechselbare Profil der Jugendfeuerwehr

verbringen. Die große Übung 2009 wurde vom Jugendforum

bietet den Kindern und Jugendlichen zum einen ein spannen-

als Pilotprojekt für eine jährlich stattfindende Großübung der

des und abwechslungsreiches Hobby, zum anderen investieren

Berliner Jugendfeuerwehr vorgeschlagen. Das Programm des

wir aktiv in die Zukunft der Jugendlichen und in die unserer

Übungstages war vielfältig. Vormittags fanden theoretische

38 ANNUAL 2009

JUGENDFEUERWEHR

und praktische Unterrichte statt. Ebenfalls angeboten wurde ein fiktiver Einstellungstest mit einem Theorie-Teil und einem Sporttest, der dem echten Auswahlverfahren der Feuerwehr nachempfunden war. Für Jugendliche, die den Berufswunsch Feuerwehr haben, eine gute Gelegenheit, ihr Wissen und Können unter Beweis zu stellen. Am Nachmittag stand die Praxis im Vordergrund. Bei einem Brand in einem künstlichen verrauchten Keller war Orientierungsfähigkeit gefragt. Die Jugendlichen wurden zwar von erwachsenen Übungsleitern begleitet, konnten den Einsatz aber größtenteils selbst bewältigen. Die größte Herausforderung war die gemeinsame Abschlussübung, bei der ein Brand in einer U-Bahn simuliert wurde. Neben der Brandbekämpfung stand hier die Versorgung der realistisch geschminkten Verletztendarsteller im Vordergrund. Bei allen Übungen wurde besonderer Wert auf die Unfallverhütung gelegt und nur mit speziell für die Jugendfeuerwehr angefertigten

ÜBEN MIT FEUEREIFER Realistische Übungsszenarien spornen die jungen Feuerwehrleute an.

Pressluftatmer-Dummies gearbeitet. [email protected] JUGENDFEUERWEHR Jugendliche wollen es wissen! Kann man mit Politikern ganz normal reden? Haben sie die richtigen Ideen für ihre Sorgen, Probleme und Zukunftsängste? Die Jugendlichen der Berliner Jugendfeuerwehr fühlten den Politikern im Superwahljahr 2009 auf den Zahn. Im Rahmen einer „Fishbowl-Diskussion“ am 14. Juni 2009 wollten sie herausfinden, welche politischen Lösungen die verschiedenen Parteien anzubieten haben - und was Politiker überhaupt für Leute sind! Auf dem zentralen Tag der offenen Tür der Berliner Feuerwehr, der jährlich weit über 20.000 Besucher anzieht, wurde zu diesem Zweck eine offene Diskussionsrunde angeboten. Dazu konnten wir folgende Politiker begrüßen: Björn Jotzo (FDP), Hans-Ulrich Riedel (Die Linke), Sascha Steuer (CDU), sowie

HILFREICHE HÄNDE Feuerwehr-Jugendliche reichen den Marathon-Läufern Erfrischungen.

Stefan Ziller (Die Grünen). Trotz mehrmaliger Anfrage konnte die SPD leider keinen Politiker ihrer Partei entsenden. Aber auch in dieser Zusammensetzung entwickelte sich eine lebhafte Diskussion um die Themen Schulpolitik, Wahlrechte für Kinder und Jugendliche sowie Förderung der Jugendarbeit. Das Feedback zu dieser Aktion des Jugendforums war durchweg positiv. Alle Politiker unterstrichen, wie wichtig die frühzeitige Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an politischen Prozessen ist. Am 18.09.2009 war es soweit: Wir haben gewählt! Neun Tage vor der echten Bundestagswahl konnten in ganz Deutschland Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ihre Stimme abgeben. In über 1.000 Wahllokalen, die an Schulen, Freizeiteinrichtungen und öffentlichen Plätzen eingerichtet waren, haben sie ihrer politischen Meinung Ausdruck verliehen. Nach der Auszählung in den 1.123 Wahllokalen lag die SPD mit 20,40 Prozent Stimmen vorne, dicht gefolgt von den Grünen mit 20,05 Prozent. Von den

MEHR DEMOKRATIE WAGEN Bei der U18-Wahl durften schon die Jüngsten wählen.

kleineren Parteien schafften es insbesondere die Piraten Partei (8,72 Prozent) sowie die Tierschutzpartei (5,2 Prozent), jugendliche Wähler zu gewinnen. Für das Jugendforum der Berliner Jugendfeuerwehr, in dem die Interessen der rund 800 Mädchen und Jungen der Organisation vertreten werden, war die U-18 Wahl der Höhepunkt des Superwahljahres 2009. Die Wahlhel-

DER AUTOR

ferinnen und Wahlhelfer haben insgesamt 361 Stimmen gesammelt

Tim Krüger

und ausgewertet. Sie waren mit zwei mobilen Wahlteams unterwegs

Sprecher der

und haben zusätzlich ein Briefwahlbüro für die Jugendlichen der

Berliner Jugendfeuerwehr

Berliner Jugendfeuerwehr eingerichtet – und damit einen Beitrag zur

Fotos: Autor

größten politischen Bildungskampagne in Deutschland geleistet.

39 ANNUAL 2009

FITNESS & GESUNDHEIT

Nur die Fitten können retten!

G

esundheit und körperliche Fitness sind im Feuerwehreinsatzdienst unerlässlich. Nur wer gesund lebt und sich fit hält,

kann andere auch in extremen Situationen retten und hat bessere Chancen, seinen planmäßigen Ruhestand bei guter Gesundheit genießen zu können. Landesbranddirektor Wilfried Gräfling hat schon bei seinem Amtsantritt im Jahre 2006 die Steigerung der Gesundheit und Fitness „seiner“ Feuerwehrleute zum obersten Ziel erklärt und auch gleich seinen Worten Taten folgen lassen: Seit 2007 wird mit der Einführung der „Dienstvorschrift Gesundheit“ das betriebliche Gesundheitsmanagement vom Arbeits- und Gesundheitsschutz (AGS) bei der Berliner Feuerwehr betreut. Eine heute vierköpfige Gruppe bei AGS beschäftigt sich damit, den Mitarbeitern ein umfangreiches Angebot zur Förderung und Erhaltung ihrer Fitness anzu-

bieten. Dabei liegt der Schwerpunkt in der Verbesserung der Ausdauerleistungen. Es werden allerdings keine Angebote des Leistungssports sondern vornehmlich Angebote des BreitenKEINE HERAUSFORDERUNG ZU HOCH! Teilnehmer des Höhenretter-Wettbewerbs in den Berliner Messehallen.

sports im Fokus gehalten. Als den ersten bedeutenden Schritt muss man aus heutiger Sicht das in 2007 ins Leben gerufene IndoorCycling bei der Berliner Feuerwehr betrachten. Hier handelt es sich um ein Ausdauertraining auf Standrädern, das in

40 ANNUAL 2009

FITNESS & GESUNDHEIT

SPORT IST CHEFSACHE Auch Feuerwehrführungskräfte des gehobenen und höheren Dienstes stellten sich den hohen körperlichen Herausforderungen des „Skyruns“.

HAU DEN LUKAS! Beim Firefighter Challenge müssen Feuerwehrleute alles geben.

einer Gruppe von einem Trainer geleitet wird. Was in 2007 mit

Manhattan durchs Ziel liefen. Für sechs von ihnen war es der

vier Stützpunkten und 13 Trainern begonnen hat, ist heute

erste Marathon ihres Lebens.

auf ein Netzwerk von 18 Trainingsstützpunkten und 100

Eine weitere Neuerung bei der Berliner Feuerwehr ist der so

ausgebildeten Trainern gewachsen. Um die Qualität und den

genannte Fitnesstest. Bereits im Jahr 2008 wurde über die Ein-

Ausbildungsstand der Trainer auf einem hohen Niveau halten

führung eines solchen Tests bei der Berliner Feuerwehr nach-

zu können, finden jedes Jahr Workshops und Weiterbildungen

gedacht. Für eine Leistungsüberprüfung der konditionellen

statt. Das IndoorCycling-Training wird sowohl während des

Fähigkeiten der Einsatzkräfte gibt es schon seit langem breite

Dienstes als auch in der Freizeit angeboten. Die stadtweite

Zustimmung innerhalb der Berliner Feuerwehr, denn nur ein

Verteilung der Stützpunkte und Trainer ist an die besonderen

regelmäßiger Fitnesstest gewährleistet, dass der Dienstherr

Bedürfnisse des Einsatzdienstes angepasst und hat sich heute

seiner Fürsorgepflicht gegenüber seinen Beschäftigten nach-

mit über 400 Kursen und ca. 2500 Teilnehmern pro Monat

kommen kann. Für die Atemschutzgeräteträger bedeutet ein

bei der Feuerwehr etablieren können. Neben den monatli-

regelmäßiger Fitnesstest mehr Sicherheit. Im Frühjahr 2009

chen Kursen werden auch Großveranstaltungen, so genannte

wurde der Fitness Test Fitmate Pro© organisiert. Mit Hilfe die-

IndoorCycling-Marathons ausgerichtet. Diese finden unter

ses Tests kann über ein Messverfahren der so genannte VOmax-Wert eines Testprobanden ermittelt werden. Dabei wird

anderem zum Zentralen Tag der offenen Tür der Berliner Feu-

2

erwehr statt und erfreuen sich größter Beliebtheit.

die maximale Sauerstoffaufnahme im Blut des Probanden er-

Um den Mitarbeitern der Behörde auch ein Sportangebot für

mittelt. Dieser Wert lässt eine objektive Beurteilung der kondi-

die Freizeit anbieten zu können, wurde der so genannte „Sport

tionellen Verfassung zu. Im Juni 2009 wurde dieser Fitnesstest

aus der Freizeit“ eingeführt. Auch hier liegt der Schwerpunkt

offiziell bei der Berliner Feuerwehr eingeführt. Es wurden sechs

eindeutig auf dem Aspekt der Konditionsförderung. Angebote

Teststationen installiert. AGS Sport betreut diesen Fitnesstest,

wie Laufen, Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren ha-

der zunächst auf der Grundlage einer Geschäftsanweisung auf

ben sich hier fest etabliert. Insgesamt gibt es ein monatliches

freiwilliger Basis und völlig anonym durchgeführt wird. Ca.

Angebot von ca. 200 Kursen und Veranstaltungen, die von ca.

300 Probanden haben sich bisher testen lassen.

200 Übungsleitern veranstaltet werden.

Ein sportlicher Bereich, der bei der Berliner Feuerwehr ebenfalls

AGS Sport ist ebenfalls mit der Organisation, Betreuung und

großen Anklang findet, ist die Betriebssportgemeinschaft (BSG).

Durchführung von Sport-Großereignissen beschäftigt. In 2009

Im Jahr 2009 feierte die BSG ihren 49. Geburtstag mit insge-

wurden Laufveranstaltungen unterstützt, wie der “Waldlauf der

samt 468 aktiven Mitgliedern in 16 verschiedenen Abteilungen.

Wachen” der Feuerwache Wannsee oder der Waldlauf unserer

Hier sind Sportarten wie Bowling, Eishockey, Fußball, Hand-

Serviceeinheit Aus- und Fortbildung. Weiterhin hat AGS Sport

ball, Tischtennis und Volleyball vertreten, die 2009 in Betriebs-

die Teilnahme von Mitarbeitern an den Laufveranstaltungen

sportliegen oder Klassen um Titel, Deutsche Meisterschaften

„Berlin läuft“, „BIG 25” und „ASICS Grand 10” organisiert.

der Berufsfeuerwehren und Pokale kämpfen mussten. Die

Ein besonderes Highlight im Jahre 2009 war die Teilnahme von

überwiegend aus Kindern und Jugendlichen bestehende Judo /

20 Feuerwehrmännern am New York Marathon. Sie wurden

Jujutsu-Abteilung hat ihre sportlichen Leistungen bereits bei

ausgewählt und über das gesamte Jahr durch AGS Sport auf

den Berliner Meisterschaften, den deutschen Meisterschaften

die Teilnahme am Marathon vorbereitet. Diese Vorbereitung

und den Weltmeisterschaften unter Beweis stellen können.

beinhaltete die Betreuung im Training sowie die Erstellung

Die Radsportler gehören, wie auch die Abteilung Judo, dem

von Trainingsplänen. Eine regelmäßig durchgeführte Lei-

Fachverband an. Hier wird wettkampfmäßig Rad gefahren.

stungsdiagnostik begleitete die Vorbereitungen der ausge-

Ein Höhepunkt dieser Abteilung ist das Straßen-Radrennen in

wählten Teilnehmer. Die Reise– und Teilnahmekosten konnten

Berlin, der so genannte „Löschzug“, der 2009 am 11. Oktober,

überwiegend durch Sponsoren finanziert werden. Diese Bemü-

trotz der widrigen Wetterumstände, mit 137 Radlern an den

hungen waren von Erfolg gekrönt, da alle 20 Teilnehmer in

Start gehen konnte.

41 ANNUAL 2009

FITNESS & GESUNDHEIT

DIENSTHERREN Staatssekretär Ulrich Freise und Landesbranddirektor Wilfried Gräfling lassen sich den Fitnesstest demonstrieren.

GROSSEINSATZ? Nein, nur die Startaufstellung für den Skyrun

KNACKIG Teilnehmer des Berliner Firefighter Challenges

In den Abteilungen Badminton, Faustball, Running, Rudern,

sen in den jeweiligen Altersklassen für die World Challenge in

Sauna, Schwimmen, Tauchsport und Wassersport wurde die

Las Vegas qualifiziert.

Gesundheitsförderung als Freizeitsport ohne Wettkampfdruck

Ein letzter Leistungsvergleich im Jahr 2009 fand unter den

betrieben. Ganz anders verlief das Jahr für die TFA (Toughest

Höhenrettern der Berufsfeuerwehren vom 9. bis 11. Oktober

Firefighter Alive), einer Abteilung mit Wettkampfsport und

auf dem Berliner Messegelände während der „YOU“ statt.

Elementen aus dem Einsatzdienst.

Zwölf Mannschaften aus Deutschland mussten in speziellen

Traditionell am Pfingstmontag fand bei perfektem Wetter auf

Rettungsübungen aus Höhen und Tiefen ihr Können beweisen.

dem Alexanderplatz, mitten in der Berliner City, der 4. Sky Run

Als Gewinner von 2008 wurde der Wettkampf 2009 in Berlin

statt. 80 Teams aus ganz Deutschland und Polen hatten sich

ausgetragen, wobei die Berliner als Ausrichter nur außerhalb

angemeldet, um in 2er-Teams mit kompletter Schutzausrü-

des Wettbewerbs starten durften.

stung und angeschlossenen Atemschutzgeräten die 39 Etagen

Die erste Übung war eine Aufstiegs- und Abseilübung. Jede,

(150 Höhenmeter) bis zur Dachterrasse des Park Inn Hotels zu

aus fünf Höhenrettern, bestehende Mannschaft hatte einen

erklimmen.

Gruppenaufstieg am vertikalen Seil zu bestreiten.

Für alle Starter hieß es ab 12 Uhr Zähne zusammen beißen,

Bei der zweiten Rettungsübung wurde der Ausfall eines Turm-

Luft einteilen und den Partner nicht aus den Augen verlieren.

drehkrans simuliert, der gerade einen Personentransportkorb

Das TFA-Berlin-Team schickte insgesamt sechs Teams an den

beförderte. Die im Korb befindliche Person erlitt erhebliche

Start. Wie schon im Vorjahr konnten sich drei Gruppen er-

Verletzungen. Ziel der Einsatzkräfte sollte es letztlich sein, die

folgreich unter den Top 20 platzieren. Auf Grund der großen

Person mit einer Schleifkorbtrage schnellstmöglich sanft und

Nachfrage soll der 5. Sky Run nicht nur eine Halbtagesver-

sicher patientengerecht zu ebener Erde zu transportieren.

anstaltung werden. 2010 sollen die Starter der Feuerwehren

Einzuhalten waren bei dieser Übung sämtliche Sicherheits-

einen ganzen Wettkampftag bekommen, damit sich noch

und Unfallverhütungsvorschriften. Die beim Leistungsver-

mehr Mutige zeigen können.

gleich zu erfüllenden Aufgaben lösten alle Mannschaften mit

Am 12. September 2009 fand auf dem Breitscheidplatz an

unterschiedlichen Techniken sehr erfolgreich. Sieger des Berli-

der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche die 3. Berliner Firefigh-

ner Wettbewerbs wurde die Berufsfeuerwehr Düsseldorf. So-

ter Challenge mit sieben verschiedenen Nationen statt. Die

wohl die Teilnehmer als auch die Zuschauer bewerteten diesen

Berliner Firefighter Challenge ist als Qualifikationslauf für

Wettkampf als sehr gelungene Veranstaltung.

die World Challenge in Las Vegas zugelassen. Somit ist dieser

Es ist zu wünschen, dass auch im Jahr 2010 wieder viele

Wettkampf derzeit die einzige Möglichkeit in Europa, sich für

sportliche Erfolge bei der Berliner

Las Vegas zu qualifizieren. Bei der Berliner Firefighter Chal-

Feuerwehr gefeiert werden können.

DIE AUTOREN

lenge müssen fünf Disziplinen zusammenhängend in einem

Vor allem ist es aber erstrebenswert,

Peter Morgenstern, Bernd

Stück bewältigt werden, die auf ihre eigene, extreme Weise

unter allen Feuerwehrangehörigen

Schaumburg (AGS Sport),

die Herausforderungen der Feuerwehrrealität simulieren. Der

ein stärkeres Bewusstsein dafür zu

Axel Paas und An-dreas Ohlwein

Wettkampf wurde um 9 Uhr von der Bezirksbürgermeisterin

entwickeln, dass die körperliche

(BSG)

von Berlin Charlotteburg Monika Thiemen, dem Landesbrand-

Fitness sowohl im Einsatzdienst als

Maik Weikamm (TFA),

direktor Wilfried Gräfling und dem Präsidenten der Firefighter

auch am Schreibtisch eine Grundvor-

Irene Kölbl und Stefan Wagner

Combat Challenge Dr. Paul O. Davis eröffnet.

aussetzung für sicheres und gesun-

(freie Journalisten)

Von insgesamt 175 Startern und drei Starterinnen siegte der

des Arbeiten ist.

Redaktion: Svenja Schaumburg

Tscheche Lukas Novak in der Gesamtwertung, vor den Berli-

(Stab 3)

nern Jens Klink und Martin Kleinwächter. Alle drei absolvierten den gesamten Parcours in unter zwei Minuten. Jens Klink,

Fotos:

Martin Kleinwächter, Jörg Kappei und Peer Schneider vom

Gabriele Heider, Stefan Rasch,

TFA-Team Berlin haben sich mit den hervorragenden Ergebnis-

Stefan Wagner, Jens-P. Wilke

42 ANNUAL 2009

HISTORIE

Die geteilte Feuerwehr ZAUNGAST West-Berliner Feuerwehrleute löschen unter Aufsicht eines Ost-Berliner Kollegen einen Brand im Grenzbereich. Ein britischer Militär-Polizist passt auf.

I

m Jahr 2009 jährte sich der Fall der Berliner Mauer zum

per Telefon an die zuständige Ost-Feuerwache weitergegeben,

20. Male. Dieses Ereignis wurde in Berlin groß gefeiert.

bis die DDR das Telefonnetz im Februar 1952 trennte. Das

Die Berliner Feuerwehr widmete der Wiedervereinigung

feuerwehreigene Fernsprech- und Fernschreibnetz wurde eben-

eine Sonderausstellung im Feuerwehrmuseum und stellte

falls 1949 im Ostteil getrennt, was zur Verlegung einer völlig

den zentralen Tag der offenen Tür unter das Motto „20 Jahre

neuen Kabelstrecke von der Hauptfeuerwache in der Linden-

Mauerfall“, denn tatsächlich war auch für die Feuerwehr die-

straße durch den Tiergarten zur Feuerwache Wedding zwang.

ses historische Ereignis bedeutsam. Als sich am 9. November

Kompliziert war die Änderung des Feuermeldenetzes. Hier lie-

1989 für West und Ost völlig überraschend die Mauer öffnete,

fen westliche Schleifen über östliches Gebiet und umgekehrt,

war dies auch der Anfang vom Ende der geteilten Feuerwehr

und selbstverständlich standen auch Feuermelder im jeweils

in Ost - und West-Berlin. Über 40 Jahre hinweg hatten sich

anderen Sektor. Im Laufe zweier Jahre wurde das Netz durch

die Berufsfeuerwehren in beiden Stadthälften auseinander

Abschalten einzelner Melder, durch Verkürzen von Schleifen,

entwickelt.

durch Neuverlegen von Leitungen und durch Umschalten von

Geteilt waren die Stadt und ihre Feuerwehr bereits seit 1948.

Schleifen an der Grenze gelegener Wachen zu Wachen des

Nach den Währungsreformen in Ost und West, der Teilung

Ostsektors schließlich ebenfalls geteilt. Auch für das Personal

der Polizei und des Abgeordnetenhauses, teilte das absolute

hatte die Spaltung Folgen. Auf der Westseite mussten nun

Verbot des Überfahrens der Sektorgrenze zwischen Ost- und

erst alle Beschäftigten erfasst werden, denn Personal- und

West-Berlin für Feuerwehrfahrzeuge am 20. November 1948

Gehaltsstelle lagen im Ostteil. 77 Feuerwehrangehörige mel-

de facto auch die bis dahin einheitliche Berliner Feuerwehr.

deten sich von der Ostseite zur Dienstaufnahme, umgekehrt

Im Dezember 1948 wurden die Leitungen des Notrufs aus dem

49 Beschäftigte im Ostteil. Der Dienstort hatte aber nichts mit

russischen Sektor von der Ostseite aus auf die Feuerwache

der Wohnungslage zu tun, die konnte weiterhin im anderen

Weißensee umgeschaltet. Damit war der Notruf getrennt.

Teil liegen. Etwa im Frühjahr 1949 war das Personal getrennt.

Weiterhin über das normale Telefonnetz eingehende, aber

Am 26. Juli 1951 wurde der Ost-Berliner Teil der Berufsfeuer-

ständig seltener werdende Anforderungen wurden ebenfalls

wehr als sog. Abteilung F in die Volkspolizei eingegliedert und

43 ANNUAL 2009

HISTORIE

ENDSTATION Mit Vollgas gegen die Mauer - eine in den 1980ern „beliebte“ Form des Suizides im Westteil Berlins. Für die Feuerwehr heikel: Das Wrack steht bereits auf dem Gebiet der DDR.

unterstand damit direkt dem Ministerium des Innern (MdI).

Alarmierungstechnik. In diesem Zuge wurde auch die neue

Die Freiwilligen Feuerwehren wurden den jeweiligen Stadtbe-

Leitstelle im Direktionsgebäude in Charlottenburg-Nord 1967

zirken unterstellt und von diesen ausgestattet und verwaltet.

in Betrieb genommen.

Im Westteil wurde das „Hauptamt der Feuerwehr“ 1953 in

Die West-Alliierten, die nach dem Vier-Mächte-Abkommen

„Berliner Feuerwehr“ unbenannt.

das höchste Entscheidungsgremium in Berlin waren, dräng-

Am 13. August 1961 errichtete die Regierung der Deutschen

ten auf eine schlagkräftige West-Berliner Feuerwehr. Eine

Demokratischen Republik (DDR) zwischen dem sowjetischen

Lösungsmöglichkeit zur kostengünstigen Verstärkung der

Sektor und den drei West-Sektoren eine Mauer. Die von den

Feuerwehrkräfte zeichnete sich mit der Einrichtung Freiwilliger

sozialistischen Machthabern als „antifaschistischer Schutz-

Feuerwehren auf Berufsfeuerwachen ab. Auf der Feuerwache

wall“ bezeichnete Grenzbefestigung richtete sich vor allem

Wittenau wurde 1972 die erste Freiwillige Feuerwehr dieser

gegen die Bürger der DDR, die damit an der Ausreise bzw.

Art gegründet. Dreizehn weitere folgten bis 1988. Fast alle

Umsiedelung in die Westsektoren Berlins bzw. in die Bun-

verfügten über mindestens zwei Löschfahrzeuge sowie über

desrepublik Deutschland gehindert werden sollten. Mit der

umfangreich ausgebildete Kräfte.

Berliner Mauer wurde die Teilung Deutschlands und der ehe-

Einsätze an der Demarkationslinie blieben heikel. Besonders

maligen Reichshauptstadt nach dem verlorenen 2. Weltkrieg

dramatisch verliefen Einsätze für ertrinkende Kinder, wenn

„zementiert“.

diese in Gewässern fielen, die bis zum westlichen Ufer zum Ost-Sektor gehörten. West-Berliner Feuerwehrleute durften

FEUERWEHR IN DER INSELSTADT

hier nicht helfen, Ost-Berliner Hilfskräfte kamen bei Unfäl-

Der Mauerbau verstärkte auf der Westseite die Erkenntnis-

len in den Grenzgewässern meist spät. Mehrfach mussten

se, dass man auch im größten Schadensfall auf sich alleine

Einsatzkräfte (West) tatenlos zusehen wie Kinder vor ihren

gestellt handeln musste und dass dieser Zustand von einiger

Augen in östlichen Grenzgewässern ertrinken. Erst nach zähen

Dauer sein würde. Bislang hatte man hoffen dürfen, dass aus-

zweijährigen Verhandlungen gelingt es 1975, ein Abkommen

wärtige Hilfe wenigstens durchgelassen werden würde. Wegen

abzuschließen, wonach die Berliner Feuerwehr eine personell,

sich verlagernder Einsatzschwerpunkte zog sich die Feuerwehr

materiell und zeitlich begrenzte Hilfe in Grenzgewässern lei-

allmählich aus den im wirtschaftlichen Schatten liegenden

sten darf. Voraussetzung hierfür war, dass einer der 20 neuen

Sektorengrenzgebieten zurück und wandte sich um so stärker

„Wasserunfallmelder (WUM)“, die an den 4,5 km langen Gren-

den innen liegenden Stadtgebieten zu. Stärkster Ausdruck

zufern aufgestellt wurden, betätigt wird. Mittels eines lauten

hierfür war der Neubau der Zentrale in der Mitte des damali-

Heultones wurden die DDR-Grenzorgane über das Eingreifen

gen West-Berlins, in Charlottenburg-Nord. Mit dieser Zielrich-

der West-Berliner Feuerwehr informiert.

tung wurde das Wachbauprogramm fortgesetzt (Neubauten

Keine Vereinbarungen gab es für Einsätze in Bereichen auf

Spandau-Süd 1963, Wittenau 1965, Charlottenburg-Nord

westlicher Mauerseite, die jedoch noch zu Ost-Berliner Ge-

1965, Wannsee 1975, Kreuzberg 1976, Umbauten Ranke 1972,

biet gehörten, denn die Mauer verlief auf der Westseite stets

Suarez 1974, Urban 1975) und die Ausrüstung mit moderner

einige Meter hinter der tatsächlichen Sektorengrenze. Diese

44 ANNUAL 2009

HISTORIE

ZU UNTERLASSENDE HILFELEISTUNG Ein Kind ist vom West-Berliner Ufer in die Spree gefallen, die hier auf voller Breite zu Ost-Berlin gehört. West-Berliner Einsatzkräfte dürfen nicht helfen, Ost-Berliner Kräfte kommen zu spät. Das Kind bezahlt diese Absurdität mit seinem Leben.

INSULANER Landesbranddirektor Karl-Heinz Seidel gründete auf Geheiß der West-Alliierten auch Freiwillige Feuerwehren ohne eigenen Ausrückebereich und schuf sich somit eine Einsatzreserve. Denn im Ernstfall hätte nicht auf Hilfe von außen gehofft werden können

Gebiete durften von West-Berliner Ordnungskräften nicht

staatlichen Brandschutzkontrolle, der Organisation und teil-

betreten werden. Häufig kam es in diesem Bereich jedoch zu

weisen Führung des operativen (abwehrenden) Brandschutzes,

Unfällen. So kam es vor, dass Menschen mit ihrem Auto in

der Brandursachenermittlung bis zur Anleitung und Kontrolle

selbstmörderischer Absicht mit hoher Geschwindigkeit gegen

der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren verantwortlich. Dabei

die Mauer fuhren. Bevor hier die Berliner Feuerwehr helfen

zeigte sich bald, dass sie organisatorisch und fachlich der

durfte, mussten zunächst langwierige Verhandlungen zwi-

sich in allen anderen Bereichen entwickelnden Spezialisierung

schen dem Einsatzleiter der Feuerwehr, alliierter Militärpolizei

kaum noch gewachsen war. Dies führte zu sog. Neuererkon-

und DDR-Grenzorganen geführt werden.

ferenzen, die nach neuen Wegen in der Feuerwehrtechnik und

Schon seit 1948, erst recht aber seit 1961 entwickelten sich

-taktik suchten und zu Ausbildungsänderungen. Es wurden

die beiden Feuerwehren in Ost– und West-Berlin höchst unter-

neue, dreijährige Ausbildungslehrgänge an der Fachschule in

schiedlich. Technologisch konnte die West-Berliner Feuerwehr

Heyrothsberge (vergleichbar dem gehobenen Dienst) geschaf-

das Niveau der Feuerwehren in der Bundesrepublik Deutsch-

fen und das fünfjährige Studium an der Feuerwehrhochschule

land halten, isolierte sich aber zunehmend von diesen Feu-

in Moskau sowie später an der Technischen Hochschule Mag-

erwehren, was sich in einer Vielzahl von eigenen technischen

deburg (vergleichbar dem höheren Dienst) ermöglicht. Damit

und taktischen Entwicklungen zeigte, während die Feuerwehr

wurde der Weg zur Ausbildung von Spezialisten gegangen.

im Ostteil Berlins als „Organ F“ der Volkspolizei zunehmend

Auch an der Feuerwehrschule Nardt wurden die für den ver-

„DDR-einheitlich“ gestaltet wurde. Offizielle Kontakte zwi-

gleichsweise mittleren Dienst fünfmonatige Grundausbildung

schen den beiden Seiten gab es seit 1961 nicht mehr. Man

ausgebaut. Die Spezialisierung sollte künftig die gesamte

wusste über die jeweils andere Seite kaum etwas. Allerdings

Ausbildung und das Beförderungswesen beherrschen.

zeigte sich immer wieder, dass die West-Berliner Feuerwehr

In Ost-Berlin kam es ebenfalls zu Gründung von Freiwilligen

durch das DDR-Ministerium für Staatssicherheit konsequent

Feuerwehren auch in solchen Ortsteilen, die durch Berufsfeu-

ausspioniert wurde. So war es kein Einzelfall, wenn hochran-

erwachen („Kommandos“) gedeckt waren. So erhöhte sich die

gige Feuerwehrkräfte (West) beim privaten Passieren der Tran-

Zahl der örtlichen Freiwilligen Feuerwehren auf 42. In Gang

sitstrecke von den Grenzorganen (Ost) mit ihrem Dienstgrad

kam um diese Zeit auch die Aufnahme von Frauen in die Feu-

angesprochen wurden oder ihnen mit süffisantem Lächeln zur

erwehr-Kommandos. Diese wurden vor allem als Fernmelde-

jüngsten Beförderung gratuliert wurde.

und Alarmierungszentralen-Personal eingestellt, oder versahen ihren Dienst in den Abteilungen für Brandschutzkontrolle.

MAUERZEIT IM OSTEN

Ab 1967/68 löste, DDR-einheitlich der IFA-W 50, ein 5 t-Fahr-

Der Bau der Mauer führte 1961 in der DDR zu einer Zäsur des

gestell-LKW, alle älteren Fahrzeuge ab. Seine eingeschränkte

Bewusstseins; auch hier hatte man sich auf Dauer auf die

Beladungsmenge ließ jedoch fast nur feuerwehrtechnische Be-

eigenen Möglichkeiten zurückzuziehen. Mittlerweile als „Or-

ladung für die Brandbekämpfung zu. Technische Hilfeleistun-

gan F“ Teil der Volkspolizei war die Feuerwehr in Ost-Berlin in

gen blieben in den Feuerwehren allerdings ein sehr kleines

ihrem Gebiet für alles, vom Vorbeugenden Brandschutz, der

Arbeitsfeld. Spezialfahrzeuge mit höheren Gewichtsanforde-

45 ANNUAL 2009

HISTORIE

rungen (vor allem Großtanklöschfahrzeuge) konnten nur auf

Zu einem Ärgernis wuchsen sich die fehlenden Reparatur-

ausländischen Fahrgestellen beschafft werden. Fahrzeugre-

Möglichkeiten für die Fahrzeuge der örtlichen Freiwilligen

paraturen für die Kommandos wurden von einer staatlichen

aus. Sie gehörten keinem bevorrechtigten Kreis - wie etwa

Werkstatt des Ministeriums des Innern (MdI) auf der Feuerwa-

der Landesverteilung an - blieben auf die schlechten zivilen

che Weißensee vorgenommen. Kleinere Reparaturen wurden

Möglichkeiten beschränkt. Außerdienststellungen blieben

auf den Feuerwachen selbst ausgeführt.

trotz großen persönlichen Einsatzes der Freiwilligen an der Tagesordnung. Es konnte passieren, dass wochenlang eine ganze Wehr nicht ausrücken konnte. Schwierigkeiten machte auch die Wasserversorgung. Aus Materialmangel konnten Hydranten häufig nur notdürftig repariert werden. Für die Wartung und Pflege der Hydranten waren im östlichen Berlin ausschließlich die Wasserwerke zuständig. Die noch aus der Vorkriegszeit stammenden Löschboote wurden 1981 ersetzt. Die neuen Boote waren jedoch nur bedingt für die Berliner Gewässer geeignet, denn sie hatten einen großen Tiefgang. Zudem erforderten sie hohen Energieaufwand, denn sie mussten ständig von Land aus auf Betriebstemperatur gehalten werden. Die Brandbekämpfung blieb Hauptaufgabe der Feuerwehr im Ostteil der Stadt. An der Verbesserung der Taktik und

HELDEN DER ARBEIT Ost-Berliner Angriffstrupp geht zur Brandbekämpfung vor.

der Löschtechnik wurde ständig gearbeitet. So wurde in den 1980ger Jahren verstärkt auf den Einsatz von „Sprühdosen“ gedrungen, die unter Anwendung von Netzmitteln bei Bränden mit glutbildenden Stoffen eine deutlich bessere Löschwirkung erzielten, was sich in der DDR überall durchsetzte. Ebenso setzte sich die sogenannte taktische Einheit durch, bei der ein TLF 16 in Zusammenarbeit mit einem LF 16, deren Wasserförderung gekoppelt wurde, mit elf Mann mindestens fünf Rohre vornehmen konnte. Mitte der achtziger Jahre wurde auf Vorschlag mehrerer Feuerwehren ein Vorauslöschfahrzeug mit dem Zugführer und dem Angriffstrupp auf Barkas B 1000-Fahrgestell entwickelt, das in allen Kommandos zur Verkürzung der Eintreffzeiten durch leichteres Umgehen von Verkehrsstaus eingesetzt wurde. In OstBerlin wurde aufgrund der steigenden Zahl von Hochhäusern wegen des Fehlens eines zweiten Treppengangs der „Spezielle Rettungsdienst (SRD)“ nach Bergsteigermethodik entwickelt, der später in weiteren Großstädten der DDR eingerichtet wurde. Eine Zeit lang versuchte sich die Feuerwehr in Ost-Berlin aus der vollständigen Eingliederung in die Volkspolizei zu lösen und erreichte mit dem „Modell Berlin“ dieses Ziel zunächst auch. Nach kaum zwei Jahren wurde dieser Versuch allerdings durch die Volkspolizei rückgängig gemacht und der damalige Leiter ausgewechselt. Trotz der angestrebten Einheitlichkeit gab es z.B. zwischen den als „Kommandos“ bezeichneten Feuerwachen keinen täglichen Personalaustausch, was an der dominierenden Stellung der Volkspolizei-Inspektionen lag,

UNSERE BESTEN Spezieller Rettungsdienst (SRD) des „Organ F“

46 ANNUAL 2009

denen die Wachen unterstanden und die stets von einem Polizisten geleitet wurden.

HISTORIE

WEISSE SÄULE Rettungsamt Ost.

SAMARITER Für die West-Berliner Feuerwehr entwickelte sich der Rettungsdienst immer mehr zur Hauptaufgabe.

RETTUNGSDIENST IN DER GETEILTEN STADT

In Ost-Berlin verblieb der Rettungsdienst beim dortigen Ret-

Das 1913 gegründete Rettungsamt war zunächst auch nach

tungsamt und umfasste die „Schnelle medizinische Hilfelei-

dem 2. Weltkriege wieder für das gesamte Rettungswesen in der

stung“ mit ärztlicher Besetzung, den Rettungsdienst für Not-

Stadt zuständig. Auf Veranlassung der amerikanischen und der

fälle und den Krankentransport. Während die Schnelle Medizi-

britischen Besatzungsmacht beschaffte die Feuerwehr jedoch

nische Hilfe verteilt an Notfallkrankenhäusern stationiert war,

bereits 1946 eigene, als „Schnellhifewagen (Shw)“ bezeichnete

befanden sich nahezu alle Krankentransportwagen auf einem

Sanitätskraftwagen und stationierte diese an Feuerwachen

zentralen Stützpunkt in der Marienburger Straße (Prenzlauer

in den entsprechenden Besatzungszonen. Nachdem im Jahre

Berg). Auch in der DDR verbesserte sich die Qualität der Not-

1948 auch das Rettungsamt in Ost und West gespaltet wurde,

fallrettung wenngleich sie niemals das Niveau des Westens

musste die West-Berliner Feuerwehr immer häufiger im Ret-

erreichte. Die anfänglich als „Schnellhilfewagen (SHW“),

tungsdienst aushelfen, wenn das Rettungsamt (West) an seine

später als „SMH“ (schnelle medizinische Hilfe) bezeichneten

Kapazitätsgrenzen stieß. 1957 überschritt die Zahl der Notfall-

Einsatzfahrzeuge waren mit einem Arzt und zwei besonders

rettungseinsätze erstmals die Zahl der übrigen Einsätze bei der

ausgebildeten Krankentransporteuren (Fachpfleger) besetzt

West-Berliner Feuerwehr. Durch Senatsbeschluss wurde 1969 das

und verfügten über eine für DDR-Verhältnisse umfangreiche

(westliche) Rettungsamt in die Berliner Feuerwehr eingegliedert.

Ausstattung. Eine Besonderheit des Ost-Berliner Rettungsam-

Danach sprangen die Einsatzzahlen um rund 60 Prozent nach

tes war der neonatolgische Dienst. 1982 wurde hier ein Ge-

oben auf 132.000 im Jahr 1970. Seit dieser Zeit wurde konse-

burtshilfewagen, besetzt mit zwei Fahrern und einer Hebam-

quent an einer Qualitätsverbesserung der Notfallrettung gear-

me in den Dienst gestellt, um bei überraschend eintretenden

beitet. Anstatt „rin und weg“ sollten Notfallpatienten nun vor

(Risiko-) Geburten vor Ort qualifizierte Hilfe leisten zu können.

Ort eine immer besser Versorgung erhalten, bevor sie ins Kran-

Ziel war die Senkung der Säuglingssterblichkeit.

kenhaus transportiert werden. Diese Entwicklung erzwang eine Ausbildungsreform in der Notfallhilfe, die seit etwa 1970 weg

MAUERFALL UND ZUSAMMENFÜHRUNG

von der alten „Gymnastik“ hin zur Mund-zu-Mund-Beatmung

Als sich am 9. November 1989 für West und Ost völlig über-

mit Herzdruckmassage wechselte. Mit diesen Änderungen ging

raschend die Mauer öffnete, bedeutete dies für die West-

die Stationierung von Notarztwagen einher, von denen 1974 bis

Berliner Feuerwehr in den ersten Tagen ein stark erhöhtes

1989 sieben im Westteil Berlins an Notfallkrankenhäusern ein-

Einsatzaufkommen. Aufgrund einer deutlich erhöhten Anzahl

gerichtet wurden. Der alliierte Status ermöglichte in West-Berlin

an Rettungsdiensteinsätzen sowie diverse „Amtshilfen“ bei der

Mitte der 1980er Jahre einen Modellversuch, wie er zu diesem

schnellen Realisierung zusätzlicher, provisorischer Grenzüber-

Zeitpunkt in der übrigen Bundesrepublik Deutschland rechtlich

gänge wurden die Freiwilligen Feuerwehren Typ B für mehrere

gar nicht denkbar gewesen wäre: Die Frühdefibrillation durch

Tage zur Verstärkung in den Dienst gerufen.

Rettungssanitäter anstatt durch Ärzte. Schwieriger war die Sta-

Ein gegenseitiges Kennenlernen der beiden Feuerwehren ent-

tionierung eines ADAC-Rettungshubschraubers, denn aufgrund

wickelte sich zunächst nur langsam. Im Februar/März 1990

seines Viermächte-Status durften in West-Berlin nur Flugzeuge

folgte aber bereits die Erkenntnis, dass beide Feuerwehren

der Alliierten fliegen. So flog „Christoph 31“ seit 1987 offiziell

eng zusammenarbeiten sollten. Schon im Januar löste sich

unter amerikanischer Flagge. Der ADAC kooperierte hierzu mit

der politische Apparat mit seinen Politoffizieren und Staats-

der amerikanischen Gesellschaft „Omniflight Airways“.

sicherheitsmitarbeitern auf. Bereits nach den Märzwahlen

47 ANNUAL 2009

HISTORIE

WIEDERVEREINIGUNG Erster gemeinsam Ost-West-Einsatz in Wedding

1990 zeichnete sich die zunächst etwas vage Möglichkeit einer Vereinigung beider Feuerwehren ab, die mit dem Voranschreiten der politischen Verhandlungen etwa im Sommer 1990 zur Gewissheit wurde. Nach Chefkontakten im Dezember 1989 entwickelten sich eine rasche Zusammenarbeit auf Expertenebene, die etwa im Mai 1990 zu gemeinsam tagenden Arbeitsgruppen führte. Ging es zunächst um das gegenseitige Kennenlernen der Verhältnisse, zeigte sich rasch, dass, bedingt durch den sich entwickelnden Beitritt zur Bundesrepublik, es nur noch um die möglichst rasche Herstellung der Passfähigkeit auf östlicher Seite ging. Der erste Schritt war die Ausgliederung aus der Volkspolizei, der eine einheitliche Leitung der Berufsfeuerwehrkräfte in OstBerlin brachte. Die Aufgaben der Feuerwehr blieben zunächst unverändert. Durch Personalübernahmen aus dem Polizeipräsidium machte man sich etwas unabhängig und stellte eine eigene Personal- und Materialverwaltung her, die sich um die

FREUNDLICHE ÜBERGABE Landesbranddirektor Wolfgang Scholz übergibt West-Technik an den Leiter der neuen Brandschutzdirektion Ost, Manfred Schäfer

Übernahme der Liegenschaften der Berufsfeuerwehr kümmerte und einen Stellenplan aufstellte. Die Organisation wurde

Damit war, 20 Jahre nach dem Fall der Mauer, de facto keine

im Mai 1990 der (West-) Berliner Feuerwehr entsprechend mit

Unterscheidung mehr zwischen Ost und West erforderlich. Die

Abschnitten und (zentralen) Abteilungen eingerichtet und die

Vereinigung der Feuerwehren im Ost– und im Westteil Berlins

Zusammenarbeit mit den Bezirksämtern und ihren Freiwilli-

ist vollzogen.

gen Feuerwehren aufgenommen. Am 3. Oktober 1990 wurden mit dem Beitritt der Deutschen Demokratischen Republik zur Bundesrepublik Deutschland auch die beiden Feuerwehren in Ost- und West-Berlin wieder mit einander vereint. Was jetzt formal zusammen gehörte,

DER AUTOR

musste nun in einem langen und schwierigen Prozess zusam-

Günter Strumpf

menwachsen. Am Ende dieses Prozesses sollte es keinerlei

Vorsitzender des Fördervereins

Unterschiede mehr zwischen Ost und West bei der Feuerwehr

Feuerwehrmuseum Berlin

geben. Diese Prozess währte fast zwanzig Jahre: Seit 1. Januar 2009 erhalten auch die letzten Ost-Beamten volles Gehalt,

Fotos:

nun gibt es also keinen Unterschied mehr in der Bezahlung.

Ulrich Lindert, Detlef Machmüller

48 ANNUAL 2009

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ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

Zahlen, Daten, Fakten Die Feuerwehrstatistik entspricht inhaltlich weitgehend dem von der Arbeitsgemeinschaft Leiter der Berufsfeuerwehren (AGFB) vereinbarten Standard und enthält darüber hinausgehende Informationen.

Berichtsjahr

2009

Name der Stadt Adresse, PLZ, Ort Postanschrift

Berlin Voltairestr. 2, 10179 Berlin 10150 Berlin

Telefon (Vermittlung und Auskunft) Fax

(+49 30) 387 – 111 (+49 30) 387 10 939

Internetadresse E-Mail

www.berliner-feuerwehr.de [email protected]

Leiter der Feuerwehr Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors Dienstsitz der Behördenleitung Telefon

Dipl.-Ing. Wilfried Gräfling Dipl.-Phys. Karsten Göwecke Voltairestr. 2, 10179 Berlin (+49 30) 387 10 900 /-901

Fax

(+49 30) 387 10 939

Aufgabenwahrnehmung der Feuerwehr

 

Brandschutz

ja

Katastrophenschutz

ja

Rettungsdienst

ja

Struktur der Feuerwehr

 

Anzahl der Feuerwachen

35

Rettungswachen BF + FF

22

Anzahl der Feuerwehrhäuser FF

39

Personal (Stellen) Zahl der Einsätze gesamt Zahl der Einsätze „Brandbekämpfung“

3.846 327.138 7.610

Zahl der Einsätze „Hilfeleistungen“

17.166

Zahl der Einsätze „Rettungsdienst“

248.957

Gesamthaushalt der Feuerwehr Gesamthaushalt der Stadt

50 ANNUAL 2009

164.680.300 €

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

STRUKTURBESCHREIBUNG DES STADTGEBIETES

Einwohnerzahl

3.42 Mio

Gebietsgröße

892 km²

Länge der Stadtgrenze

234 km

Flächenbezogene Einwohnerzahl

3.831 EW/km²

max. Ausdehnung N - S

38 km

max. Ausdehnung W - O

45 km

max. Höhenunterschied

115 m

Wasserflächen

60 km²

Verkehrsinfrastruktur BAB-Länge im Stadtgebiet

73,3 km

BAB-Zuständigkeit außerhalb Berlins Fernverkehrswege im Stadtgebiet (Personen- u. Güterverkehr, S-Bahn incl.)

39 km 731 km

Bundeswasserstraßen

186 km

U-Bahn (Linienlänge)

145 km

S-Bahn

388 km

Straßenbahn

294 km

Flughäfen

1

Häfen

10

Militärische Anlagen (Kasernen)

7

Sonstige Gefahrenschwerpunkte Forschungsreaktor

1

Chemieanlagen

6

Flächennutzung, gegliedert nach Gebäude- und Freiflächen

41,3 %

Gartenflächen, Wiesen, Erholungsflächen

11,3 %

Landwirtschaftliche Flächen

4,6 %

Verkehrsflächen

15,3 %

Wald-, Moor- und Heideflächen

18,2 %

Wasserflächen

6,7 %

Sonstige Flächen

1,8 %

51 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

ORGANIGRAMM

ART UND ANZAHL DER STANDORTE

HILFSFRISTEN

 

BF

FF

Lösch– u. RettungswagenStandorte

35

-

Rettungswagen-Standorte

5

17*

Feuerwehrhäuser FF

-

39

-

-

FF im Standort BF

-

19

-

-

Löschbootstationen

1

-

-

-

RTH-Stationen

-

-

-

1

Flughafenwachen

-

-

2

-

Messewachen

-

-

-

1

-

-

1

-

-

0

NAW-Stützpunkte NEF-Stützpunkte

17

*) RTW 1 auf FF-Stützpunkten, besetzt mit BF-Kräften

52 ANNUAL 2009

WF

sonst. -

Brandbekämpfung Gemäß der Zielvereinbarung mit der Senatsverwaltung für Inneres müssen beim Einsatzstichwort „Feuer 2 Staffeln“ 14 Kräfte innerhalb von 15 Minuten in 90 Prozent aller Fälle (Schutzzielklasse A) bzw. in 50 Prozent (Schutzzielklasse B ) nach Notrufeingang an der Einsatzstelle eintreffen. Tatsächlicher Erreichungsgrad in Schutzzielkasse A: 92,1 Prozent Tatsächlicher Erreichungsgrad in Schutzzielkasse B: 79,0 Prozent Notfallrettung In der Notfallrettung muss gemäß der o.g. Zielvereinbarung ein geeignetes Einsatzmittel innerhalb von acht Minuten in 75 Prozent der Einsatzfälle (Schutzzielklasse A) bzw. in 50 Prozent (Schutzzielklasse B ) nach Notrufeingang an der Einsatzstelle eintreffen. Tatsächlicher Erreichungsgrad in Schutzzielkasse A: 67,1 Prozent Tatsächlicher Erreichungsgrad in Schutzzielkasse B: 46,8 Prozent

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

ZUORDNUNG DER FEUERWACHEN, RETTUNGSWACHEN UND FREIWILLIGEN FEUERWEHREN Zuordnung der Feuerwachen, Stützpunkte und Freiwilligen Feuerwehren zu den 3 Direktionen Stand: 31. Dezember 2008

Nord

West

Süd

FW Charlottenburg Nord (3600)

FW Marzahn (6100)

FW Treptow (5300)

FF Marzahn

A / JF

FF Treptow

FF Biesdorf

A / JF

FFSchöneweide

A

FF Falkenberg

A / JF

FF Adlershof

A / JF

SP Haselhorst (3690)

FW Ranke (3500)

FW Hellersdorf (6200) FF Hellersdorf

A / JF

FF Kaulsdorf

A / JF

FF Mahlsdorf

A / JF

FW Suarez (3300) FF Suarez

FW Lichtenberg (6400) FF Lichtenberg

B / JF

FF Hohenschönhausen

A / JF

B / JF

FF Bohnsdorf

A / JF

FF Altglienicke

A / JF

FF Oberschöneweide

A / JF

FW Köpenick (5400) B

FW Wilmersdorf (3400)

FF Köpenick

B / JF

FF Friedrichshagen

A / JF

FF Rahnsdorf

A

FF Wilhelmshagen

A / JF

FF Müggelheim FF Schmöckwitz

SP Grunewald (3700)

A / JF A

FF Rauchfangswerder

A / JF

FF Grünau

A / JF

SP Karlshorst (6500) FF Karlshorst

A / JF

FW Mitte (1100) FF Mitte

B / JF

FW Neukölln (5100) FF Neukölln

FW Pankow (2600) FF Pankow

A / JF

FW Wedding (2500)

FF Niederschönhausen

A / JF

FF Wedding

FF Buchholz

A / JF

FF Blankenburg

A / JF

B

B / JF

FW Buckow (5200) FF Rudow

A / JF

FW Schillerpark (2100) FW Prenzlauer Berg (1300) FF Prenzlauer Berg

B / JF

FW Weißensee (6300) FF Weißensee

B

FF Heinersdorf

A / JF

FF WartenbergMalchow

A + B / JF

FW Schöneberg (4400)

FW Moabit (1400) FF Moabit

B

FW Tiergarten (1700)

FW Tempelhof (4300)

FW Steglitz (4200)

SP Mariendorf (4390)

FW Lichterfelde (4600)

FW Wittenau (2200) FF Wittenau

B / JF

FF Blankenfelde

A / JF

FF Wilhelmsruh

A / JF

FF Schöneberg

FF Lichterfelde

B

FW Marienfelde (4700) B / JF

FF Marienfelde

B

FF Lichtenrade

A / JF

FW Zehlendorf (4100) FF Zehlendorf

B / JF

FW Kreuzberg (1600)

SP Hermsdorf (2300) FF Hermsdorf

B

FF Lübars

A / JF

FF Frohnau

A / JF

FW Wannsee (4500)

FW Urban (1500) FF Urban

B

FW Spandau Nord (3100) FW Tegel (2400) FF Tegel

B / JF

FF Heiligensee

A / JF

FF Tegelort

A / JF

FF Spandau Nord

B

FF Staaken

A / JF

FW Friedrichshain (1200) FF Friedrichshain

B

FW Spandau Süd (3200) FF Gatow

A / JF

FF Kladow

A / JF FW = Feuerwachen SP = Stützpunkte FF = Freiwillige Feuerwehren Typ A = Einsatzbereitschaft innerhalb 4 Minuten Typ B = Einsatzbereitschaft innerhalb 30 Minuten JF = Jugendfeuerwehren

ANNUAL 2009

53

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

STRUKTUR DES RETTUNGSDIENSTES Träger der Notfallrettungsdienstes:

Berliner Feuerwehr

Träger der Rettungsleitstelle:

Berliner Feuerwehr

Integrierte Leitstelle für Brand-, Katastrophenschutz u. Rettungsdienst:

ja

MITWIRKENDE ORGANISATIONEN BF

FF

HiO

Private

X

X

Krankentransport Notfallrettung

X

Notarztbetrieb RTH-Betrieb¹

X

Bw

Sonst. Hubschrauber der ADAC-Luftrettung GmbH, disponiert durch die FwLtS, notfallmedizinisch besetzt durch einen Notarzt des Charité Campus Benjamin-Franklin und einen Rettungsassistenten des DRK.

1)

X

X

X

X

X

X

X

X

ZUORDNUNG DER STELLEN BERUFSFEUERWEHR  

hD

gD

mD

Ang.

Arb.

Rückwärtiger Dienst (fwt. Personal in SE, DirL, WL und TD)

29

165

192

34

0

davon Leitstelle

1

23

90

27,5

0

Einsatzdienst (fwt. Personal in den FW, ohne WL und TD)

0

217

2.359

260

0

Technischer Dienst

0

10

148

0

0

teildienstfähige Mitarbeiter

0

0

93

19

0

11

24,1

11,25

150,5

123

0

20

211

0

2

Gesamt (ohne Ausbildungsstellen)

40

416,1

2.803,25

463,5

125

davon am 31.12.2009 nicht besetzt

0

18,25

6,28

18,36

5

Verwaltung (kein Einsatzpersonal) Ausbildungsstellen (Anwärter/z.A./Referendare)

SOLL DER ZU BESETZENDEN EINSATZFUNKTIONEN Führungsdienste

Tag

Nacht

Sonn- u. Feiertage

Arbeits-zeit/ Woche

Personalfaktor

Behördenleitung

1

1

1

-

-

A-Dienst

1

1

1

40 h (44,38)*

B-Dienst

2

2

2

40 h (44,38)*

C-Dienst

6

6

6

40 h (44,38)*

Fernmeldedienst auf Feuerwachen

3

3

3

42 h / 37 h (Anw.-TV)

Lagedienst

1

1

1

42 h

ELW 3 und FmeW

6

6

6

40 h (44,38)*/ 48 h

5,2365

22+10

22+10

22+10

48 h

5,2365

522

492

522/ 492

48 h

5,2365

19

19

19

42 h

TD 1 + TD 2

*) Mitarbeiter in der 40-Stunden-Woche, die zusätzlich Einsatzdienst leisten.

Wachabteilungen 12-h-Dienst Leitstelle

54 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

ANZAHL UND STÄRKE DER FREIWILLIGEN FEUERWEHREN Anzahl der Einheiten

58

Gesamtstärke FF

1.420

Anzahl der Jugendfeuerwehren

45

Gesamtstärke JF

811

ANZAHL UND STÄRKE DER WERKFEUERWEHREN Anzahl der Einheiten

Gesamtstärke

hauptberufl.

nebenberufl.

haupt-berufl.

nebenberufl.

Werkfeuerwehr

3

-

218

85

Betriebsfeuerwehr

3

-

11

58

STRUKTUR DES KATASTROPHENSCHUTZES Seit 11. Februar 1999 ist die Gefahrenabwehr und Hilfeleistung bei außergewöhnlichen Schadensereignissen durch das Gesetz über die Gefahrenabwehr bei Katastrophen(Katastrophenschutzgesetz – KatSG) geregelt. Die Berliner Feuerwehr verfügt über fünf Brandschutzbereitschaften mit insgesamt ca. 360 Einsatzkräften, neun Erkundungstrupps sowie acht Dekontaminationseinheiten.

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Das Mothes GmbH in Brandenburg an der Havel

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55 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

ÜBERSICHT DER EINSÄTZE  Art der Ereignisse Brände (ohne Fehleinsätze und Bereitstellungen) Hilfeleistungen (ohne Fehleinsätze und Bereitstellungen) Rettungsdienst (ohne Fehleinsätze und Bereitstellungen) Gesamteinsätze (ohne Fehleinsätze und Bereitstellungen)   Brand- und Explosionseinsätze Gesamt (inkl. Fehleinsätze) Kleinbrand a

Nur BF

BF + FF

nur FF

HiO

Gesamt

6.317

1.057

236

7.610

14.993

1.094

1.079

17.166

193.417

10.251

17.385

27.904

248.957

214.727

12.402

18.700

27.904

273.733

10.369

1.747

275

12.391

3.346

489

80

3.915

2.749

457

141

3.347

Mittelbrand

212

92

15

319

Großbrand

10

19

Fehleinsatz

4.052

690

39

4.781

2.201

276

36

2.513

358

64

3

425

1.493

350

Kleinbrand b

29

 Gliederung Fehleinsätze „Brand“ In gutem Glauben Böswillige Alarmierung Technischer Defekt

Auswärtige Löschhilfen Brände von BMA gemeldet   Menschenrettung bei Bränden Personen gerettet / in Sicherheit gebracht

1.843

3 201

517

Brandverletzte / Rauchvergiftete

90

Brandtote/ Rauchtote

27

Feuerwehrangehörige brandverletzt

8

Feuerwehrangehörige brandtot

0

56 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

Hilfeleistungen Art der Ereignisse

nur BF

Gesamt (inkl. Fehleinsätze)

BF + FF

nur FF

Hio

Gesamt

18.353

1.344

1.175

20.872

2.238

149

76

2.463

11.505

911

766

13.182

Tiere / Insekten

1.250

34

137

1.421

Fehleinsätze

3.360

250

196

3.806

3.265

243

193

3.701

93

7

2

102

2

1

Umwelt-/ Gefahrstoffeinsätze, inkl. Ölspuren Technische Hilfeleistungen

Gliederung der Fehleinsätze „Hilfeleistung“ In gutem Glauben Böswillige Alarmierung Technischer Defekt

3

Menschenrettung bei Hilfeleistungen  Personen gerettet

306

Verletzte

41

Tot

6

Feuerwehrangehörige verletzt

2

Feuerwehrangehörige tot

0

Rettungsdienst   Gesamt (inkl. Fehleinsätze)

229.977

11.803

20.416

31.579

293.775

0

0

0

0

0

193.417

10.251

17.385

27.904

248.957

Krankentransporte Notfalleinsätze (ohne Fehleinsätze) darunter mit

NEF

55.117

RTH

2.329

NAW

2.952

LNA

3

Gliederung der Fehleinsätze „Rettungsdienst“ In gutem Glauben/Bereitstellungen

35.948

1.524

2.967

3.582

44.021

612

28

64

93

797

Böswillige Alarmierung

GESAMTEINSÄTZE 2007

2008

2009

26.784

23.279

17.166

6.754

7.019

7.610

245.963

260.415

248.957

36.035

37.132

53.405

315.536

327.845

327.138

Hilfeleistungen Brände Rettungsdienst Fehleinsätze Gesamteinsätze

Anteil der Einsatzarten 2009

57 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

FAHRZEUG-ALARMIERUNGEN davon WACHNAME

LHF ges. LHF 1 LHF 2&3

DIREKTION NORD

17.961

14.335

3.626

FW PRENZLAUER BERG

2.183

1.093

1.090

FW WITTENAU

1.484

1.484

725

725

FW TEGEL

1.265

1.265

FW PANKOW

1.288

1.288

FW MARZAHN

2.006

1.035

FW HELLERSDORF

1.400

1.400

FW HERMSDORF

TLF 552

1.263 77.508 45.894

23.854

11.231

3.900

3.866

6.903

4.496

2.407

1

9.469

3.992

2.761

1.231

1

4.718

15

6.971

35

11.916

617

5.691

3.773

1.915

286

5.573

3.922

1.651

345

9.080

3.521

3.526

289

5.705

3.816

1.889

2.799

2.799

SP KAULSDORF FW WEISSENSEE

1.698

841

FW LICHTENBERG

1.165

1.165

FW KARLSHORST

911

911

FF PRENZLAUER BERG

125

117

857

68

68

16

16

FF FROHNAU FF TEGEL FF HEILIGENSEE

1

129

123

36

646

RTW 3 RTW FF RTW HIO 7.760 11.453

421

436

130.389 14.090

7.394 2.799

7.140

3.497

3.554

89

9.800

3.815

3.815

2.170

3.171

3.171

1

3

7

9.759

3

11.212 4.082

13

138

28

121

8

24

18

18

14

33

627

627

20

776

16

52

FF NIEDERSCHÖNHS.

246

235

11

115

FF BUCHHOLZ

199

165

34

132

FF BLANKENFELDE

97

83

14

19

FF WILHELMSRUH

147

71

76

FF PANKOW

160

139

21

FF BUCH

380

359

21

10

FF KAROW

352

337

15

19

FF MARZAHN

171

167

4

FF BIESDORF

60

59

1

FF KAULSDORF

138

138

 

FF MAHLSDORF

92

92

 

12

281

263

 

26

48

 

7.147

32

FF WEISSENSEE

LKW

418

105

672

18

2

2.033

36

22

LB

3

25

6

ELW

1

32

FF HELLERSDORF

18.133

3.465

105

FF TEGELORT

 

NEF

8

FF HERMSDORF

1

264 244

FF WITTENAU

FF LÜBARS

RTW 2

Alarme SONST insgesamt

2.660 675

32

davon

KLEF

464

971

RTW BF insg. RTW 1

DLK

10

10

2

779

104

168

4

2.645

7 2.310

368

2.310 1.356

1.472 147 2

93

483 2.032

2.403 4

49

128

162

 

48

 

3.424

175 3.533 138

67

171 435

23

71

FF HOHENSCHÖNHS.

155

130

25

 

FF FALKENBERG

201

160

41

 

FF WARTENBERG

188

175

13

 

FF BLANKENBURG

140

135

5

FF HEINERSDORF

46

42

4

 

1

47

FF LICHTENBERG

74

74

 

44

118

FF KARLSHORST

149

149

 

23

172

26

3.899

4.054 3.659 1

 

189 166

  NA WITTENAU

 

3.555

3.555

NA PANKOW

 

3.894

3.894

NA MARZAHN

 

3.480

3.480

NA WEISSENSEE

 

3.416

3.416

NA LICHTENBERG

 

3.788

3.788

58 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

davon WACHNAME DIREKTION SÜD

LHF ges. LHF 1 LHF 2&3 18.377 14.487

3.890

TLF

DLK

680

1.358

3.170

davon

RTW BF insg. RTW 1

RTW 2

RTW 3 RTW FF RTW HIO

1.591 81.256 54.021

25.177

2.058

6.447

3.458

2.956

33

KLEF

FW- RIEDRICHSHAIN

1.358

469

FW URBAN

1.893

972

7.547

3.893

3.618

36

FW KREUZBERG

1.516

1.516

697

7.244

4.377

2.847

20

FW TEMPELHOF

1.073

1.073

195

3.828

3.828

3.814

3.814

427

8.042

4.414

3.586

921

1.099

SP MARIENDORF FW SCHÖNEBERG

1.366

1.366

FW MARIENFELDE

1.449

1.449

FW NEUKÖLLN

2.785

2.037

FW BUCKOW

1.521

1.521

FW TREPTOW

1.453

736

FW KÖPENICK

5.411

3.551

1.859

1

8.272

4.978

3.216

78

5.555

3.886

1.669

717

326

6.065

3.869

2.147

1.703

1.703

1.623

964

8.323

3.245

659

41

247

 

SONST

402

3.787

Alarme insges.

648

145.837

17

12.078 10.539

4.400

13.857

3 12 4.612

1

3 49

5.105

9.838 7.128 16.243

1

4

7.084

401

15

8.749 1.703

3.279

1.799

31

 

SONDERWACHE 7001

LKW

3.814

573

SP HEDWIGSHÖHE

1

LB

42

236

489

1.547 12.802 25.363

ELW

9

748

20

NEF

1

10.265

1

2

  FF FRIEDRICHSHAIN

68

68

FF URBAN

39

39

FF SCHÖNEBERG

65

65

FF MARIENFELDE

49

FF LICHTENRADE

321

FF NEUKÖLLN

110

FF RUDOW

329

FF TREPTOW

3

 

53

21

 

5

13

60

 

18

17

100

14

21

88

5

3.889

49

4

 

269

52

463

3.100

184

145

3.021

41

 

3.100

 

41

142

49

159

1

3.628

14

55

 

3

134

 

51

3.021

277

FF ADLERSHOF

131

128

3

FF BOHNSDORF

107

102

5

FF ALT-GLIENICKE

253

220

33

2.884

FF OBERSCHÖNEWEIDE

157

114

43

 

4

161

70

 

24

94

FF KÖPENICK FF FRIEDRICHSHAGEN

70 256

254

2

FF RAHNSDORF

29

FF WILHELMSHAGEN

99

60

39

FF MÜGGELHEIM

60

57

3

FF SCHMÖCKWITZ

57

53

4

FF RAUCHFANGSWERD.

45

FF GRÜNAU

54

47

1

 

1

45

205 3.137

 

77

29

54

2.884

1.180

334 1.209

 

19

118

 

203

264

 

95

152

 

13

58

 

27

81

  NA FRIEDRICHSHAIN

 

4.285

4.285

NA URBAN

 

4.368

4.368 3.503

NA MARIENDORF

 

3.503

NA SCHÖNEBERG

 

4.064

NA NEUKÖLLN

 

3.362

NA TREPTOW

 

3.051

3.051

NA KÖPENICK

 

2.730

2.730

4.064 3

3.365

ABKÜRZUNGEN A-Dienst B-Dienst C-Dienst BW ELW DLK KLEF LB LBD

Einsatzleiter „A“ (höherer Dienst) Einsatzleiter „B“ (höherer Dienst) Einsatzleiter „C“ (gehobener Dienst) Bundeswehr Einsatzleitwagen Drehleiter Kleineinsatzfahrzeug Löschboot Landesbranddirektor

LBD-V LHF LKW FF FW NA NEF RTW RTW HIO

Ständiger Vertreter des Landesbranddirektors Lösch-Hilfe-Fahrzeug Lastkraftwagen Freiwillige Feuerwehr Feuerwache Notarzt Notarzteinsatzfahrzeug Rettungswagen Rettungswagen einer Hilfsorganisation

SE AF SE EL SE FG SONST SP TLF

Serviceeinheit Aus– und Fortbildung Serviceeinheit Einsatzlenkung Serviceeinheit Fahrzeuge– und Gerätetechnik Sonderfahrzeuge Stützpunkt Tanklöschfahrzeug

59 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

davon WACHNAME

LHF ges. LHF 1 LHF 2&3

DIREKTION WEST

22.699 17.221

5.478

TLF 104

DLK

KLEF

3.718

2.489 92.258

63.559 28.564

RTW3

RTW FF RTW HIO

135

433

4.408

4.408

380

4.270

4.208

424

9.072

4.541

3.184

3.147

36

1

7.584

3.816

3.767

1

6.281

3.168

3.109

4

1.369

FW MOABIT

1.170

1.170

FW TIERGARTEN

1.087

1.087

FW SCHILLERPARK

1.368

1.368

FW WEDDING

2.071

1.032

1.039

1

FW SPANDAU NORD

1.946

1.023

923

236

FW SPANDAU SÜD

3

1.632

816

816

276

1.190

3

576 17.373

3.336

NEF

ELW

17.090

LB

43

LKW 63

674

FW SUAREZ

2.540

1.284

FW WILMERSDORF

1.526

1.526

FW RANKE

1.353

1.353

528

875

875

191

FW ZEHLENDORF

1.402

705

FW STEGLITZ

1.603

1.603

416

416

FW CHARLOTTENBG.- N.

1.256

497

1.271

159.109

1

12.990

36

6.088

43

124

11.031

4.600

889

10.745

19

9.788

33

8.297

41 62

5.764

4.531

10

63

12

1.127

4.021

2.880

5.596

3.933

1.663

3.255

3.218

4.185

3.351

3

3

28

4.204

270

14.440

2

35

4.732

2

11.141

831

3

607

93

5.992

14

4

6.453

7.122

41

2.676

2.675

4.842

3.067

1.775

364

7.998

4.096

3.902

1

9.966

2.310

1.723

587

9

2.735

2.974

2.974

5.792

3.647

SP SCHMARGENDORF 1.127

6.929

Alarme insges.

181

SP HASELHORST 697

SONST 2.021

3.794

 

SP OLYMPIASTADION

FW LICHTERFELDE

RTW2

3.297

1.369

FW WANNSEE

davon

6.633

FW MITTE

27

RTW BF insg. RTW1

204

1

2.676

2.974 4

7.127

SONDERWACHE 7100

 

2.145 415

500

915

SONDERWACHE 7200

 

389

390

779

SONDERWACHE7300

 

55

439

494

SONDERWACHE 7400

 

162

553

715

  FF MITTE

83

 

4

24

136

FF MOABIT

76

76

 

4

39

119

FF WEDDING

93

93

 

24

30

147

FF SPANDAU NORD

77

77

 

19

46

142

275

4.050

FF STAAKEN FF GATOW FF KLADOW

411

72

240

46

46

164

109

11

25

171

16

3.348

55

51

921

 

95

95

 

FF ZEHLENDORF

102

102

 

FF LICHTERFELDE

68

68

 

FF SUAREZ

3.348 368 921 131 2 26

3

417

4

1.140

45

271

33

137

30

124

  NA BW

 

2.737

NA WEDDING

 

4.066

NA SPANDAU NORD

 

3.218

3.218

NA SUAREZ

 

3.878

3.878

NA HASELHORST

 

2.312

2.312

NA STEGLITZ

 

3.616

RTH STEGLITZ

 

2.597

SONDERWACHE 7105

 

10

10

2.737 4

4.070

3.616 1

2.598

SONDERWACHE 7107

 

28

28

SONDERWACHE 7205

 

18

18

SONDERWACHE 7207

 

42

42

SONDERWACHE 7305

 

22

22

SONDERWACHE 7405

 

6

6

60 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

davon WACHNAME ANDERE

LHF ges. LHF 1 LHF 2&3  

 

 

TLF

DLK  

RTW BF insg. RTW1

KLEF  

 

 

7

davon RTW2

RTW3

 

RTW FF RTW HIO  

 

 

NEF 552

ELW

LB

6.231

LKW  

SONST  

6.639

Alarme insges. 13.434

B-DIENST MITTE

 

378

378

LBD-V

 

4

4

LBD

 

4

RTW-BW

 

C-DIENST PRENZL. BG.

 

1.066

1.066

C-DIENST URBAN

 

1.522

1.522

RTW BW

 

C-SP TIERGARTEN

 

6

C-SP TEGEL

 

1

SE AF

1

SE AF

 

1

SE EL

 

76

C-DIENST CHBG.-NORD

 

1.215

1.215

B-DIENST CHBG.-NORD

 

175

175

A-DIENST

 

9

9

SE FG

 

1

TECHN. DIENST 1

 

FERNMELDEEINSATZD.

 

C-DIENST ZEHLENDORF

 

C-SP NEUKÖLLN

 

4

4

C-DIENST TREPTOW

 

653

653

C-DIENST MARZAHN

 

576

576

TECHN. DIENST 2

 

NA BW

 

4

6

3.358

397

1

3.364

397 6 1

2

71

74

4

80

1

1 1.916

1.916

53

76

129

485

1

486

816 552

816 552

  Insgesamt

 58.998 46.048 12.950

1.336

9.548

5.343 251.029 163.481 77.595

9.953

davon Berufsfeuerwehr

51.652 40.958 10.694

130

9.455

5.315 231.332 143.784 77.595

9.953

1.206

93

Freiw. Feuerwehren Hilfsorganisationen Bundeswehr

7.346

5.090

2.256

28

  19.697

13.576 31.197

66.598

6.278

63

1.497 11.627

457.130

61.138

6.275

63

1.497

8.287

375.139

1.457

43.450

1.882

35.802

13.576

2 31.197

2.723 2.737

2.737

61 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

VORBEUGENDER BRANDSCHUTZ Brandschauen und Nachschauen Stellungnahmen in bauaufsichtlichen Verfahren Stellungnahmen nach anderen gesetzlichen Grundlagen Beratungen (keine telefonischen) Brandsicherheitswachen

34 2.387 363 1.341 58

Bauzustandsbesichtigungen

746

Brandsicherheitsschauen

471

Herausgabe von Feuerwehrplänen Anschaltung/Abschaltung von Übertragungseinrichtungen für Gefahrenmeldungen

302

Inbetriebnahme Feuerwehrschlüsseldepot

323

Unterweisung im Objektbrandschutz

67

Einrichtungen von Brandsicherheitswachen

441

Beratungen außerhalb des Baugenehmigungsverfahrens (gebührenpflichtig)

239

62 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

FAHRZEUGE Fahrzeugtypen

 Anz.

 

Fahrzeugtypen

Anz.

Löschfahrzeuge

194

Aktenwagen

8

LHF

167

Fernmeldefahrzeuge

5

LHF-K

5

FMeW

3

TLF 16

10

FuMW

1

TLF 24/50

11

FMeMW

1

TroLF

1

Einsatzleitwagen

TroTLF

0

ELW 1 (LBD)

70 3

Drehleitern

40

ELW 1 (A, B, C)

19

DLK 23/12

39

ELW 1 (Erk)

43

DL 23/12

0

PKW

4

DLK 37

1

ELW 3

1

Rüst- und Gerätewagen

Mannschaftstransportfahrzeuge

24

GW-Gefahrgut

0

MTF 1

23

GW-Generator

1

MTF 2

0

GW-Geräteprüfung

1

MTF 3

1

GW-Messgeräte

1

Lastkraftwagen

54

GW-Wasser

2

LKW 1 (<2,8 t)

28

GW-RettMat

1

LKW 2 (>2,8 t)

16

KLEF

7

LKW 3 (>7,5 t)

10

RW 3

3

Kranfahrzeuge

3

1

Fw-Kran

3

Abschleppwagen

0

Teleskopmast TM 50 Rettungsfahrzeuge

18

172

Bettentransportwagen

1

Wechselladerfahrzeuge

21

Inkubatorwagen

0

WLF

21

Katastrophenschutzfahrzeuge LF 16-TS LF 16 Z

80 15 36 12

NAW NEF RTW

7 21 141

Baby-NAW (RTW-Umbau)

2

SW 2000

GW– Höhenrettung

1

ABC-ErkKW

9

Tankfahrzeuge

2

DMF

8

Sattelzugmaschine

1

Fükw-TEL

0

Saugwagen

1

Wirtschaftsfahrzeuge Wäschewagen

10 2

Fahrzeuge Tabelle 1 gesamt

691

Die Aufzählung enthält nicht die Fahrzeuge, die in 2009 zwar schon ausgeliefert, jedoch noch nicht in den Dienst gestellt wurden!

63 ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

Fahrzeugtypen

Anz.

VERKEHRSUNFÄLLE VON FEUERWEHRFAHRZEUGEN

Abrollbehälter (AB)

43

Atemschutz

3

Gliederung der Verkehrsunfälle nach Art der Fahrten

Auffangbehälter

1

Einsatzfahrten mit Sonderrechten

194

Bahn

1

Einsatzfahrten ohne Sonderrechte

61

Be-/Entlüften

1

Dekontamination

3

Fahrten auf Einsatzstellen

87

Gefahrgutbeseitigung

2

Rückfahrten von Einsatzstellen

64

Generator

3

Dienst- bzw. Wirtschaftsfahrten

112

Löschgeräte

1

Mulde

3

Ölsperre/Bindemittel

4

Pritsche

2

Rettungsmaterial

2

Rüstmaterial/Einsturz

2

Rüstmaterial/Wasser

1

Auffahren auf vorausfahrende oder stehende Fahrzeuge

Sand

1

Verkehrstechnisch falsches Verhalten

Schaummittelwerfer

2

Witterungseinflüsse

Schlauchmaterial

2

Schnellkupplungsrohre

1

Unfälle, die der Unfallgegner verursacht hat

Strahlenschutz

2

Tankstelle

1

Ventilator (Leihgeräte BVG)

2

Werkstatt

1

Sonderlöschmittel

1

Arbeitsmaschinen

 

Ursachen der Unfälle Unfälle, die Feuerwehrbedienstete herbeiführten

373

Falsches Einschätzen des Seitenabstandes zu anderen Fahrzeugen

205

Wenden und Rückwärtsfahren

124

Anhängige offene Gerichtsverfahren

4 30 2 145 10

Art der Unfallgegner Private Kfz

336

Feuerwehr eigene Kfz.

1

4

Fußgänger

1

Radlader

1

Radfahrer

0

Gabelstapler

3

Tiere

1

Kehrmaschine

0

Anhänger (1-achsig)

71

Tragkraftspritze

31

Sachschäden an Feuerwehrfahrzeugen

Lichtmast

2

Kein Schaden

Rettungsboot

30

Fernmeldematerial

4

Ölskimmer

1

Baum

Ortsfeste Hindernisse

159

103

Schäden bis 500 €

10

Schäden bis 1.000 €

25

1

Schäden bis 2.500 €

224

Lenz

2

Schäden über 2.500 €

156

Streugut

0

Feldkochherd

0

Personenschäden

Anhänger (2-achsig)

7

Feuerwehrbedienstete

Ventilator

1

Privatpersonen

Tieflader

2

Luftkompressor

0

Personenschäden (tödliche Verletzungen)

Fahrschule

1

Ölseparator

2

Boote

93

Löschboote

2

Rettungsboote

30

Schlauchboote

61

Fahrzeuge insgesamt

914

64 ANNUAL 2009

7 13 0

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

FINANZEN

(Quelle: Vorläufiger Jahresabschluss der Senatsverwaltung für Finanzen, Stan 28. Februar 2009)

Einnahmen (Erträge aus Gebühren, Entgelten und Kostenersatz) in Euro Gesamt

81.495.041

Ausgaben (ohne Personal- und Investitionskosten) Behördenleitung

521.975

Direktion Nord

412.054

Direktion Süd

268.651

Direktion West

197.434

Serviceeinheit Finanzen/Innere Dienste (incl. Mieten)

60.441.198

Serviceeinheit Fahrzeuge und Geräte

8.381.947

Serviceeinheit Aus– und Fortildung

397.193

Serviceeinheiten Informationstechnik u. Einsatzlenkung

3.461.773 74.082.225

Summe Ausgaben (ohne Personal- und Investitionskosten) Der Haushaltsplan der Berliner Feuerwehr ist Bestandteil des Haushaltsplanes des Landes Berlin. Eine Unterscheidung nach Berufsfeuerwehr, Freiwillige Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz haben wir nicht vorgenommen.

In die Budgetierung einbezogene Bereiche Personalkosten

152.029.579

Investitionen

10.672.604

Saldo der Berliner Feuerwehr 2008 (Ausgaben - Einnahmen)

- 155.289.367

Haushaltsplanansatz 2008 (Ausgaben - Einnahmen)

- 164.680.300

Wirtschaftliche Ergebnis der Berliner Feuerwehr 2008

+ 9.390.933

Informationen über die Berliner Feuerwehr Nr. 15

Nr. 16

Informationen über die Berliner Feuerwehr

Nr. 17

Informationen über die Berliner Feuerwehr

Ausgabe 1/2009

Ausgabe 2/2009

Juli 2009

Nr. 18/19

Informationen über die Berliner Feuerwehr

Ausgabe 3-4/2009

Nr. 20

Informationen über die Berliner Feuerwehr

Ausgabe 1/2010

Neue DLK 23/12

Neue LHF mit Sonderausstattung

Notizen

Juli 2009 2009

ModellNews

Seite 7

Modellbau: Endlich ist er da - Neuer Nasschiebebogen Ist er wieder zurück? Seite 8

2009

Wir müssen Abschied nehmen von Heinz Gläser jun. Die Feuerwache in der Oderberger Straße

Seite 9

Seite 10

Novem

ber 2009 Notizen

Dezem

Leitstelle / 12 Std. 1 1 Di 2 3 4 2 Mi T T 3 Do N N 4 Fr N T 5 Sa T N 6 So N T 7 Mo T T 8 Di N Nikolaus, 2. Advent N 9 Mi N T 10 Do T T 11 Fr N N 12 Sa N T 13 So T N 14 Mo N T 3. 15 Di Advent T T 16 Mi N N 17 Do N T 18 Fr T T 19 Sa N N 20 So N T 21 Mo T N 4. Advent 22 Di 48.Kw N T 23 Mi T T 24 Do N N 25 Fr N T Heiligabend 26 Sa T T 27 So N 1. Weihnachtsfeie N 2. Weihnachtsfeie rtag (G) 28 Mo N T rtag (G) 29 Di T 49.Kw N 30 Mi N T 31 Do T T N N Silvester 45.Kw

Seite 14

Die letzte Seite

Seite 16

Notizen

46.Kw

50.Kw

47.Kw

81 Opfer bei Brandkatastrophe 1947 Seite 11 Während des Dienstes fanden den Tod

ber 2009

Neues TLF 24/50 - auch im Modell -

2009

Oktober

51.Kw

52.Kw

53.Kw

Jah res

Seite 5 Seite 6

Leitstelle / 12 Std. 1 1 Do 2 3 4 2 Fr T N Notizen 3 Sa N T Leitstelle 4 So T / 12 Std. T 1 5 Mo 1 So N Tag der Deutschen 2 3 4 Einheit N Erntedankfest 6 Di 2 Mo (G) N N T T Allerheiligen 7 Mi 3 Di T T T N 8 Do 4 Mi N N 41.Kw N T 9 Fr 5 Do N T T T 10 Sa 6 Fr T N N N 11 So 7 Sa N N T T 12 Mo 8 So T T T T 13 Di 9 Mo N N N N 14 Mi 10 Di N N T T 15 Do 11 Mi T T 42.Kw T N 16 Fr 12 Do N N N T 17 Sa 13 Fr N T T T 18 So 14 Sa T N N N 19 Mo 15 So N N T T 20 Di 16 Mo T T 39.Kw T T 21 Mi 17 Di N N Volkstrauertag N N 22 Do 18 Mi N N T 43.Kw T 23 Fr 19 Do T T T N Buß- und 24 Sa 20 Fr N Bettag N N T 25 So 21 Sa N T T T 26 Mo 22 So T N N N 27 Di 23 Mo N 40.Kw N T T Totensonntag 28 Mi 24 Di T T T T 29 Do 25 Mi N N 44.Kw N N 30 Fr 26 Do N N T T 31 Sa 27 Fr T T T N 28 Sa N N N T Reformationsta 29 So T g/Halloween T 30 Mo N N 1. Advent N T 37.Kw

38.Kw

Förder

Kreis F euerwe

07.11.2008

EHRMU SEUM

Neue Fahrzeuge: Kurz notiert Neue Stiege für Köpenick

Notizen

FEUERW

Kolumne: Ich wünsch Euch trotzdem Frohe Weihnachten Wir Kellerkinder vom Fehrbelliner Pl. Seite 2 Die „Olsenbande“ war unterwegs Seite 3

ber 2009

Eig.DP

Septem

25 JAHRE

Leitstelle / 12 Std. 1 1 Di 2 3 4 2 Mi T T 3 Do N N 4 Fr N T 5 Sa T T 6 So N N 7 Mo N T 8 Di T N 9 Mi N T 10 Do T T 11 Fr N N 12 Sa N T 13 So T T 14 Mo N N 15 Di N T 16 Mi T 34.Kw N 17 Do N T 18 Fr T T 19 Sa N N 20 So N T 21 Mo T T 22 Di N N 23 Mi N 35.Kw T 24 Do T N 25 Fr N T 26 Sa T T 27 So N N 28 Mo N T 29 Di T T 30 Mi N 36.Kw N N T 32.Kw

33.Kw

Eig.DP

Notizen

für Feuer die nst wachen pla und Leitst n elle

Inhalt:

August

Eig.DP

Leitstelle / 12 Std. 1 1 Sa 2 3 4 T 2 So N 3 Mo N T 4 Di T T 5 Mi N N 6 Do N T 7 Fr T N 8 Sa N T 9 So T T 10 Mo N N 11 Di N T 12 Mi T T 13 Do N N 14 Fr N T 15 Sa T N 16 So N T Mariä 17 Mo Himmelfahrt T T 18 Di N N 19 Mi N 30.Kw T 20 Do T T 21 Fr N N 22 Sa N T 23 So T N 24 Mo N T 25 Di T T 26 Mi N 31.Kw N 27 Do N T 28 Fr T T 29 Sa N N 30 So N T 31 Mo T N N T 28.Kw

29.Kw

Foto: Noack

Notizen

Eig.DP

Leitstelle / 12 Std. 1 1 Mi 2 3 4 2 Do N T 3 Fr T T 4 Sa N N 5 So N T 6 Mo T N 7 Di N T 8 Mi T T 9 Do N N 10 Fr N T 11 Sa T T 12 So N N 13 Mo N T 14 Di T N 15 Mi N T 16 Do T T 17 Fr N Unterrichtsfreier Tag N 18 Sa N T 19 So T T 20 Mo N N 21 Di N T 22 Mi T N 23 Do N T 24 Fr T T 25 Sa N N 26 So N T 27 Mo T T 28 Di N N 29 Mi N T 30 Do T N 31 Fr N T T N Dienstplan2 009.indd 8-14

Eig.DP

Leitstelle 1/A 2/B / 12 Std. 1 Mo 3/C 4/D II T 2 Di III N 3 Mi N I T 4 Do T III T 5 Fr N N I 6 Sa N T II 7 So T I N 8 Mo II N T 9 Di T III T 10 Mi N II N 11 Do N III T 12 Fr T I T 13 Sa N III N 14 So N T I 15 Mo T II N 16 Di N I T 17 Mi T II T 18 Do N III N 19 Fr N II T 20 Sa T III T 21 So N N I 22 Mo N T III 23 Di T I N 24 Mi II N T 25 Do T I T 26 Fr N II N 27 Sa N III T 28 So T II T 29 Mo N III N 30 Di N T I 31 Mi T III N 32 Do N I T 33 Fr T II T 34 Sa N I N 35 So N II T 36 Mo T III T 37 Di N II N 38 Mi N T III 39 Do T I N 40 Fr III N T Sa T I T N So II N Mo I N T T Di II T N Mi III N Do II N T T N N T T N

Ausgabe 4/2008

Neues Design bei der Berliner Feuerwehr Eig.DP

Eig.DP

Informationen über die Berliner Feuerwehr

hr e.V.

Der andere Weg einer Dienstplangestaltung 11:53:50

Sanierung der Feuerwachen

Digitalfunk

Ein Reisebericht aus dem Oman

Hoheitsabzeichen an den Fahrzeugen

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65

FKF-BPNews_Annual2009_105x148_4c.indd 1

04.05.2010 23:17:26

ANNUAL 2009

ZAHLEN, DATEN, FAKTEN

WASSERRETTUNG  

ASB

DLRG

DRK

Summe

Rettungen vor dem Tod durch Ertrinken

0

11

6

17

Badeunfälle (Summe)

46

81

47

174

ermattete Schwimmer

38

50

26

114

davon in Lebensgefahr

1

0

18

19

ermattete Surfer

7

5

3

15

davon in Lebensgefahr

0

0

0

0

Erste Hilfe Leistungen

363

541

99

1003

davon mit Arzt / Notarzt

33

26

4

63

mit Transport in ein Krankenhaus

48

66

5

119

davon in Lebensgefahr

12

5

0

17

Bootsbergungen

373

632

99

1104

Anzahl der Insassen

682

1.178

146

2006

davon in Lebensgefahr

2

5

6

13

Suchaktionen (Summe)

39

61

6

106

nach Personen im Wasser

36

31

5

72

nach Personen an Land

3

30

1

34

Boote frei- bzw. abgeschleppt

85

268

105

458

Anzahl der Insassen

211

708

220

1139

Technische Hilfe (Summe)

75

195

168

438

an Booten

55

59

17

131

unter Wasser(Taucheinsätze)

3

123

53

179

an Land

10

0

14

24

Führerlose Boote

0

0

0

0

Unfälle Berufsschiffart

1

4

0

5

Bootskollisionen

0

2

0

2

Tiere in Notlagen

5

7

4

16

Feuer auf Booten und an Land

1

0

0

1

sonstige Einsätze

57

0

80

137

Unterstützungseinsätze

15

0

53

68

66 ANNUAL 2009

gemeinsame Aufklärungsarbeit. Vielen Dank!

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