Jahresbericht NLWKN 2010 - Land Niedersachsen

Jahresbericht NLWKN 2010 - Land Niedersachsen

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Jahresbericht 2010 Ein Wort vorweg 1. Der Landesbetrieb: Verwaltungs...

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Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Jahresbericht 2010

Ein Wort vorweg 1.

Der Landesbetrieb: Verwaltungsreform: Bestätigung für unsere professionelle Arbeit Wie viele Menschen arbeiten im NLWKN? Gute Ausbildung für junge Menschen

2.

3 4 5 5

Bewilligung und Kontrolle: NLWKN als Bewilligungsbehörde: Kompetente Beratung und professionelle Abwicklung

6

Strahlenschutz: Strahlenschutz – Ungewöhnliche Aufträge für den NLWKN Umgebung der Kernkraftwerke wird streng überwacht Lass die Sonne scheinen, wir kümmern uns um den Augenschutz

4.

Planfeststellung: Klagen gegen Entscheidungen des NLWKN? Fehlanzeige!

5.

20 22 23 24

Wasserwirtschaft: Gütesiegel für Labor: Alle Standorte wurden akkreditiert Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie: Checkliste für das Küstenmeer Probleme am See? Seenkompetenzzentrum hilft bei der Lösungssuche Das EU-Projekt TIDE: Eine Chance zum Blick über den Tellerrand Messnetzkonzept für Grundwasser modernisiert – jetzt noch flexibler Mehr als 400 Messstellen für Oberflächengewässer Gütemessstationen: Kontinuierliche Messung ausgewählter Güteparameter Bisher nicht beachtete Schadstoffe entdeckt Industriegebiet Stade verschafft dem NLWKN viel Arbeit und Anerkennung Wasserrahmenrichtlinie: Der Zukunft das Wasser reichen Zusammenarbeit mit Landwirten: Große Ziele gemeinsam erreichen

9.

15 15 16 17 18 19

Hochwasserschutz: Kommunen für Hochwasserschutz sensibilisieren Hochwasserbilanz: Viele Flüsse – viele Überschwemmungen Elbe-Aufbauhilfefonds: Die letzten 13 Mio. Euro werden jetzt investiert Berechnung der Überschwemmungsgebiete: 2550 Fluss-Kilometer geschafft

8.

12 14 14

Küstenschutz: Schutz der Inseln: 300 Millionen Euro für Deiche und Dünen So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren Geld aus Brüssel lässt Deiche schneller wachsen Der wichtigste Baustoff für Deiche “wächst” nur im Deichvorland Küstenschutz in Brake: Gläserne Flutmauern mit Weserblick Dünenschutz, Seevogelschutz und Nationalparkwacht – auch das ist Küstenschutz

7.

10

Landeseigene Anlagen: Verlässlicher Dienstleister: Bei Hochwasser ebenso wie im normalen Alltag Kuriosität rechts der Elbe: NLWKN betreut zwei halbe Wehranlagen Sturmschaden: Norinas Spuren sind noch sichtbar

6.

8 8 9

25 26 27 27 28 28 29 29 30 32 32

Naturschutz: Wiederansiedlung und Bestandsstützung bedrohter Tier- und Pflanzenarten Seit 30 Jahren: Naturschutzinformationen aus erster Hand Integrierter Bewirtschaftungsplan für das Emsästuar – Naturschutz bilateral Umsetzung Natura 2000 und Wasserrahmenrichtlinie: Projektförderung im Gleichklang Cuxhavener Küstenheiden: Wo die wilden Tiere leben Vogelschutz am Fehntjer Tief – Erfolgreiche Sicherung von Feuchtgrünland Moorschutz braucht einen langen Atem Ankauf und Sicherung des Waldgebietes Bromer Busch: Ein Projekt am Grünen Band 43 seltene Landschildkröten bei bundesweiter Razzia in Niedersachsen sichergestellt

33 34 35 36 37 38 39 40 41

10. Service: Wichtige Zahlen aus Wasserwirtschaft, Naturschutz und Strahlenschutz Organisationspläne: Direktion und Betriebsstellen NLWKN * Jahresbericht 2010

42 45

Dieser Aspekt ist mir besonders wichtig – die Verwaltung muss sich auf ihre Kernaufgaben beschränken. Dieser Ansatz gilt natürlich auch für den NLWKN, der seinen Beitrag zu den notwendigen Stelleneinsparungen in der Umweltverwaltung geleistet hat und noch leisten muss. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des NLWKN gilt mein Dank für ihre engagierte und zielgerichtete Arbeit, gerade auch mit Blick auf den Januar 2011. Hans-Heinrich Sander Niedersächsischer Minister für Umwelt und Klimaschutz

Ein Wort vorweg:

Der NLWKN – ein kompetenter und verlässlicher Ansprechpartner mit spannenden Aufgaben Der sechste Jahresbericht des NLWKN liegt vor und wie immer ist es gelungen, den Blick auf Bereiche zu lenken, die nicht unbedingt im Fokus der Menschen stehen. Dazu gehören das eigene Labor mit Gütesiegel ebenso wie die Überwachung des Handels mit Reptilien oder die Aktivitäten des NLWKN im Industriegebiet Stade. Mit diesem Bericht wird erneut deutlich, dass die Landesregierung Mitte 2004 die richtige Entscheidung getroffen hat: Wir haben damals entschieden, dass der Landesbetrieb landesweit für Wasserwirtschaft, Naturschutz und Strahlenschutz tätig sein soll. Eine umfassende Überprüfung von Struktur und Effizienz im Zuge der Verwaltungsmodernisierung hat diese Entscheidung im Jahr 2010 bestätigt. Es hat sich in Niedersachsen herum gesprochen, dass der NLWKN ein kompetenter Ansprechpartner ist. Die Mitarbeiter in den elf Betriebsstellen und in der Direktion gelten im Land als faire und verlässliche Partner, die ihre Aufgaben zügig erledigen. Verpflichtet ist der NLWKN als Landesbetrieb einer wirtschaftlichen Aufgabenerledigung nach kaufmännischen Grundsätzen. Im Mittelpunkt steht daher das wirtschaftliche und effektive Umsetzen der Ziele des Landes im Naturschutz und in der Wasserwirtschaft.

NLWKN * Jahresbericht 2010

3

Verwaltungsreform: Bestätigung für unsere professionelle Arbeit Von Siegfried Popp und Franzis Kathe Für eine Behörde ist Lob für die geleistete gute Arbeit nicht selbstverständlich, umso mehr freuen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des NLWKN über anerkennende Worte, erst recht, wenn sie aus ganz unterschiedlichen Richtungen kommen. Zum Beispiel vom Unterhaltungsverband Untere Oste, der den NLWKN im März 2011 öffentlich als „unser bester Berater in allen Fragen der Wasserwirtschaft“ begrüßte. Oder von einer unabhängigen Unternehmensberatung, die dem NLWKN bescheinigte, dass das ZuwendungsGeschäft für die Mittel der Europäischen Union aus dem ELER-Programm beim Landesbetrieb optimal läuft. Oder von der Deutschen Akkreditierungsstelle, die dem Labor des NLWKN ein besonderes Gütesiegel für qualitätsbewusstes Arbeiten ausstellte: Alle Standorte wurden akkreditiert.

Die Hochwasserschutzwand und das Schöpfwerk in Hitzacker haben sich bewährt; ebenso wie unsere professionelle Arbeit.

Dienstleister für Niedersachsen – diesem Anspruch ist der NLWKN mit vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern während des Hochwassers in Südniedersachsen, an der Weser und der Elbe im Januar 2011 gerade erst wieder gerecht geworden. Der NLWKN hat seine Leistungsfähigkeit unter Beweis und im Hintergrund die Weichen dafür gestellt, dass die Menschen in den betroffenen Regionen von größeren Schäden verschont blieben: Normale Dienste, Nachtdienste, Wochenend-Dienste in der Hochwasservorhersagezentrale in Hildesheim, bei den Hochwasserwarndiensten, auf den Talsperren und Sperrwerken, bei der Talsperrenaufsicht oder direkt an der Elbe auf den Deichen.

Vor dem Lob kommt stets die gute Arbeit – im Hochwasser- und Küstenschutz ebenso wie in der Wasserwirtschaft, im Naturschutz und im Strahlenschutz – und die gab sicherlich den Ausschlag dafür, dass der NLWKN die jüngste Verwaltungsmodernisierung weitgehend unverändert bestehen konnte. Im Gegenteil: Wir fühlen uns in unserer Arbeit als Dienstleister für Niedersachsen bestätigt!

4

Verteilung der Planstellen für Beamte und Beschäftigte auf die Betriebsstellen und die Direktion: 50

0

48

Direktion Aurich

Beamte 70 35

9

66

Süd

23

Lüneburg

24 5

Norden-Norderney

6

Verden Hannover-Hildesheim

38 60

Meppen

Stade

200

Beschäftigte

69

16

Cloppenburg

150

70

7

Brake-Oldenburg

Sulingen

100

121 76

10 3 7

27 32

36

168

NLWKN * Jahresbericht 2010

Unsere professionelle Arbeit ist sicherlich ein Grund dafür, weshalb der NLWKN gestärkt aus der jüngsten Verwaltungsmodernisierung hervorgegangen ist. „Kabinett prüft Auflösung des Landesbetriebs“ lautete im Januar 2010 eine Überschrift in der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Es ist dem NLWKN aber durch die Zahlen aus der Kostenrechnung, durch sorgfältig erstellte Grundsatzpapiere und zahlreiche Gespräche mit den Vertretern des Verwaltungsmodernisierers, des Landesrechungshofes, des Finanzministeriums und des Umweltministeriums gelungen, das Modell NLWKN und seine professionelle Arbeitsweise überzeugend zu erläutern. Für uns ist der positive Ausgang der Verwaltungsmodernisierung auch Verpflichtung: Wir stellen unsere Fachkompetenz dort zur Verfügung, wo sie gebraucht wird – bei den Behörden, den Unternehmen, den Bürgerinnen und Bürger sowie der Politik. Kontakt: Siegfried Popp, Direktor des NLWKN (04931/947-164), Franzis Kathe, Verwaltungschefin (04931/947-165) Direktion Norden

Wie viele Menschen arbeiten im NLWKN?

Planstellen im NLWKN insgesamt Die insgesamt 1026 Planstellen verteilen sich wie folgt auf die Betriebsstellen und die Direktion.

Beim NLWKN sind insgesamt rund 1580 Menschen als Arbeitnehmer registriert – einschließlich der 1026 Planstellen, der erlösfinanzierten Stellen und aller Ersatzkräfte für Teilzeitarbeitende, Zivildienstleistende, Lohnempfänger, Schleusenwärter, Saisonkräfte, Aushilfen und jener Kollegen, die sich in Altersteilzeit befinden. Im Zuge der vergangenen Verwaltungsreform hat der NLWKN bereits 363 Planstellen einsparen müssen; jetzt müssen aufgrund der jüngsten Verwaltungsmodernisierung weitere 46 Planstellen abgebaut werden. Das bedeutet: In den kommenden fünf Jahren müssen noch insgesamt rund 100 Planstellen reduziert werden.

Planstellen im NLWKN insgesamt 118 204 Direktion 76

Aurich Brake-Oldenburg Cloppenburg Süd

39

86

Lüneburg Meppen

30

Norden-Norderney 44 86

Stade Sulingen Verden

89 127

Hannover-Hildesheim

62 65

Gute Ausbildung für junge Menschen Wir bilden aus: Derzeit werden beim NLWKN 57 junge Frauen und Männer ausgebildet – und das aus gutem Grund: Das Durchschnittsalter im NLWKN liegt bei 50+. Der Landesbetrieb braucht qualifizierte Nachwuchskräfte. Ganz

neu bei uns ist die Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten, die im August 2011 zum Beispiel in Norden, Lüneburg und Cloppenburg beginnt. Außerdem werden ausgebildet weibliche und männliche Wasserbauer, Chemielaboranten, Bauzeichner, Fachinformatiker, Bürokaufleute, Schiffsmechaniker, Tischler, Elektroniker und Kaufleute für Bürokommunikation.

5

Der NLWKN bietet eine qualifizierte Ausbildung: Tina Schödel, Dirk Müller und Jennifer Hübner vom NLWKN in Hildesheim haben im letzten Jahr ihrer Chemielaboranten-Ausbildung am Wettbewerb „Jugend forscht“ teilgenommen und einen Sonderpreis erhalten: Sie haben sich mit polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz PAK, befasst. Ihr Thema: „Ermittlung der Ursachen der Schadstoffbelastung von PAK`s in Wasser und Sediment in der Jade“. NLWKN * Jahresbericht 2010

NLWKN als Bewilligungsbehörde: Kompetente Beratung und professionelle Abwicklung Der NLWKN ist nicht nur Küstenschutz- oder Naturschutzbehörde, sondern auch Bewilligungsbehörde: Der NLWKN bewilligt jährlich mehr als 100 Millionen Euro – dies sind Zuschüsse des Landes Niedersachsen, des Bundes und der Europäischen Union für Projekte in der Wasserwirtschaft und im Naturschutz und prüft die ordnungsgemäße Verwendung u.a. durch so genannte Vor-Ort-Kontrollen.

Im Förderbereich Trinkwasserschutz wurden in der Zusatzberatung, bei Modell- und Pilotvorhaben und für Flächenkäufe sechs Millionen Euro bewilligt; auch hier kommen die Bewilligungsbescheide für Wasserversorgungsunternehmen vom NLWKN. Im Naturschutz wurden öffentliche Mittel für Projekte zur Natur und Landschaftsentwicklung u.a. für den Ankauf von Flächen für Naturschutzzwecke, für das Gelege- und Kükenschutzprogramm oder Renaturierungs- und Wiedervernässungsmaßnahmen in Höhe von 6,7 Millionen Euro ausgezahlt.

Vorgaben der Europäischen Union bestimmen das Handeln Von Karl Mühlsteff, Walter Schadt und Gisela Wicke Als Bewilligungsbehörde verfolgt der NLWKN die ordnungsgemäße, angemessene und wirtschaftliche Verwendung von Zuwendungen im Sinne des Landes. Grundlage für die Bewilligung von Zuwendungen sind Förderrichtlinien, Fördergrundsätze und Verwaltungsvorschriften in den Bereichen Küstenschutz, Hochwasserschutz im Binnenland, Fließgewässerentwicklung, Naturschutz und Trinkwasserschutz. Die Bewilligungsaufgaben werden ausschließlich durch die Direktion mit den Standorten Braunschweig, Hannover, Lüneburg, Norden, Dank der Zuschüsse aus Brüssel konnte das Schöpfwerk Wagnersfehn Oldenburg (Sitz der EU-Bewilligungsstelle) und schneller gebaut werden. Verden wahrgenommen.

6

Der Schwerpunkt der Mittelvergabe liegt im Küstenschutz (rund 73,7 Millionen Euro in 2010) und im Hochwasserschutz (rund 28 Millionen Euro in 2010). Finanziert wird u.a. der Bau von Deichen, Sperrwerken oder Talsperren. Empfänger der Zuschüsse sind Deichverbände und Kommunen. Zudem werden auch landeseigene Maßnahmen finanziert. Öffentliche Mittel gibt es ebenfalls für die naturnahe Umgestaltung von Flüssen und Bächen. Im Jahr 2010 sind 8,5 Millionen Euro für Maßnahmen der Wasser- und Bodenverbände und der Kommunen sowie des Landes bewilligt worden. Für die Förderbereiche Küstenschutz, Hochwasserschutz und Fließgewässerentwicklung stellt der NLWKN so genannte Bau- und Finanzierungsprogramme als Vorschlag für die Landesregierung auf. Diese Programme werden jährlich auf Basis der Prioritätensetzung des Ministeriums für Umwelt und Klimaschutz fortgeschrieben und umgesetzt. Das jeweilige Bau- und Finanzierungsprogramm bildet den Rahmen für eine umfassende fachliche und zuwendungsrechtliche Prüfung der eingehenden Förderanträge. Zum Teil sind schwierige Abwägungen in Bezug auf die Förderfähigkeit vorzunehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bewilligungsbehörde stehen immer für eine Beratung der potentiellen Zuwendungsempfänger zur Verfügung.

Ob Hochwasserschutz, Fließgewässerentwicklung oder Naturschutz - die Aufgaben des NLWKN werden zunehmend von Vorgaben der Europäischen Union bestimmt. Aus dem Förderprogramm des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) hat der NLWKN 2010 mehr als 27 Millionen Euro ausbezahlt. Dabei sind zunehmend sehr formale und umfangreiche Rechts- und Verfahrensvorschriften zu beachten. So ist von der Annahme des Zuwendungsantrages über die Verwaltungskontrollen, die Prüfung der Verwendungsnachweise bis hin zur abschließenden Auszahlung jeder Förderfall nach dem Vier-Augen-Prinzip zu prüfen. Die vielfältigen und komplexen Aufgaben der Bewilligungsbehörde werden durch fachlich und verwaltungstechnisch qualifizierte und engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weitgehend eigenverantwortlich wahrgenommen. Dabei ist die dezentrale Organisation des Zuwendungsgeschäfts im NLWKN Voraussetzung für die Ausbildung einer regionalen Kompetenz, die mit ihrer Kenntnis um Land und Leute den örtlichen Gegebenheiten und Anforderungen Rechnung trägt. Kontakt: Walter Schadt, Direktion Norden (04931/947176), Karl Mühlsteff, Direktion Oldenburg (0441/7992027) und Gisela Wicke, Direktion Hannover (0511/3034-3315)

NLWKN * Jahresbericht 2010

Prüfung vor Ort: 20.000 Kilometer im Land unterwegs Von Anja Lettowsky Der Technische Prüfdienst des NLWKN führt sogenannte Vor-Ort-Kontrollen (VOK) bei Zuwendungsempfängern in den EU-Förderbereichen Küstenschutz, Hochwasserschutz, Fließgewässerentwicklung, Trinkwasserschutz, Kommunale Abwasserreinigung und Naturschutz durch. Im Förderbereich ELER ist der Prüfdienst für die Kontrollen allein zuständig, im Förderbereich EFRE unterstützt er die NBank. Jährlich werden etwa 60 VOK durchgeführt. Die zu kontrollierenden Vorhaben gibt das Ministerium für Umwelt und Klimaschutz (ELER) bzw. die NBank (EFRE) vor. Hinzu kommen jährlich ca. 15 wiederholende Prüfungen durch externe Prüfungsinstanzen, bei denen die Arbeit des Prüfdienstes selbst Gegenstand der Kontrolle ist.

Anteilsfinanzierung für den Kauf eines Schleppers zur Pflege von Naturschutzflächen im Harz.

In der Vielfalt der Förderbereiche und Vorhaben spiegelt sich die Vielfalt Niedersachsens wieder, die auf kaum einem anderen Arbeitsplatz des NLWKN so erlebbar ist wie im Technischen Prüfdienst. Die VOK führen die Prüfer vom Harz bis auf die Ostfriesischen Inseln und von der Lüneburger Heide bis in die Rheiderländer Marsch. Pro Jahr kommen rund 20.000 Kilometer auf Niedersachsens und Bremens Straßen zusammen. Immer im Kofferraum mit dabei sind die Bewilligungsakten, die je nach Größe der Maßnahme auch schon einmal bis zu 15 Aktenordner umfassen können. Dabei muss es sich nicht immer um eine große Baumaßnahme wie dem Küstenschutzdeckwerk auf Baltrum oder der kompletten Neuordnung der Binnenentwässerung eines Verbandes handeln, auch die Beratung von Landwirten in Trinkwassergewinnungsgebieten kann bei einer maximal siebenjährigen Projektförderung mehrere solcher Aktenordner hervorbringen.

Für die Anlage und Pflege von Artenschutzstreifen in der Rheiderländer Marsch gibt es Zuschüsse.

Aber auch kleinere Maßnahmen wie beispielsweise der Schlepperkauf zur Pflege von Naturschutzflächen im Harz (siehe Bild links), das Anlegen und die Pflege von Artenschutzstreifen im Rheiderland (siehe Bild oben), der Lahnungsbau an der Jadeküste oder der Bau von Fischaufstiegshilfen in Vechte und Dinkel bedürfen der sorgfältigen Vorplanung der Dienstreise. Denn auch bei diesen Vorhaben muss die Digitalkamera und diverses Messgerät eingepackt sein (u. a. GPS-Gerät, Messrad, Bandmaß). Die Kontrollen werden zu jeder Jahreszeit durchgeführt; so kommt zu der Geräteausstattung eine kleine Apotheke (Zeckenund Sonnenschutz) und persönliche Schutzausrüstung hinzu (u. a. Gummistiefel, Regen/Schneeschutz, Warnweste). Geprüft wird neben der Aktenführung des Zuwendungsempfängers, ob die abgerechneten Größen- und Mengenangaben mit den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort übereinstimmen. Insgesamt wird somit beurteilt, ob der Zuwendungszweck erreicht wurde und die Ausgaben notwendig waren. Darüber hinaus wird kontrolliert, ob der Zuwendungsempfänger die gesetzlichen oder per Bewilligungsbescheid auferlegten Vorschriften (z. B. zum öffentlichen Auftragwesen, zu Fristen oder Mitteilungspflichten) eingehalten hat. Ist ein ELER-Vorhaben für eine VOK ausgewählt, so leitet die Bewilligungsstelle dem Technischen Prüfdienst vor der letzten Teilauszahlung im Jahr bzw. vor Schlusszahlung die Bewilligungsakten weiter. Bei rund der Hälfte der Maßnahmen ist eine Prüfung im 4-Augenprinzip vorgesehen. Nach der internen Prüfung der Bewilligungsakten folgt die oben beschriebene Kontrolle beim Zuwendungsempfänger. Über die Prüfaspekte und das Ergebnis der VOK fertigt der Technische Prüfdienst ein umfassendes Protokoll an, das er an die Bewilligungsstelle weiterleitet. Die Bewilligungsstelle bezieht die Feststellungen des Technischen Prüfdienstes in das Ergebnis ihrer Verwaltungskontrolle ein und veranlasst ggf. weitere Schritte (Ermahnung, finanzielle Kürzung oder Sanktionierung des Zuwendungsempfängers). Kontakt: Anja Lettowsky, Direktion Norden (04931/947249)

NLWKN * Jahresbericht 2010

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Strahlenschutz: Ungewöhnliche Aufträge für den NLWKN Die Fachleute aus dem Aufgabenbereich Strahlenschutz im NLWKN können jede Art von Radioaktivität messen; das führt immer wieder zu neuen und ungewöhnlichen Aufträgen. Das Reaktorunglück in Japan im März 2011 stellte sie ebenso vor neue Herausforderungen wie der Besuch des atomar getriebenen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ der französischen Marine in Cuxhaven im April 2010. Der NLWKN in Hildesheim ist das Kompetenzzentrum der niedersächsischen Umwelt- und Arbeitsschutzverwaltung für den Strahlenschutz: Der Sachverstand und die Messtechnik sind hier zentralisiert.

Nachdem im Vorfeld die Radioaktivität in der Elbe und am Hafen ermittelt worden war, wurde die Messtechnik für sofortige Messungen vor dem Einlaufen des Schiffes installiert. Das betraf insbesondere den mit zwei Detektoren ausgestatteten Messbus, der in der Ölwehrgerätehalle des NLWKN in Betrieb genommen werden konnte.

Flugpassagiere aus Japan nicht radioaktiv kontaminiert Keine radioaktiven Stoffe im Hafen Cuxhaven.

Von Dr. Hauke Brüggemeyer

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Durch das Erdbeben und den Tsunami fiel im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi die Energieversorgung aus. Infolge dessen kam es zu einer Serie von Unfällen mit Kernschmelze und Wasserstoffexplosionen. Die Besorgnis erregende Lage im Kernkraftwerk führte dazu, dass der NLWKN auf Wunsch des Bundesumweltministeriums und des niedersächsischen Umweltministeriums 45 Passagiere eines Sonderfluges aus Japan am 16. März 2011 am Flughafen Langehagen messtechnisch überprüft hat, um die Frage zu klären, ob sie radioaktiv kontaminiert sind. Nach einer Vorbereitungszeit von weniger als einer Stunde waren sechs Personen in drei Messteams im Einsatz. Das Ergebnis beruhigte die Menschen, darunter viele Familien mit kleinen Kindern: Es wurde keine Kontamination festgestellt.

Überwachung eines atomar getriebenen Flugzeugträgers Von Ullrich Bohn und Dr. Thomas Ernst Schon im April 2010 gab es ein ungewöhnliches Ereignis mit neuen Herausforderungen: Der Besuch des atomar getriebenen Flugzeugträgers „Charles de Gaulle“ der französischen Marine in Cuxhaven. Der Auftrag des NLWKN: Den Aufenthalt des Schiffes in Cuxhaven durch Mitarbeiter des Radiologischen Labors des NLWKN sowie deren Störfallfahrzeuge messtechnisch zu überwachen. Über ein enges Netzwerk zwischen Umweltministerium, Gewerbeaufsicht, Polizei, Hafenmeisterei und dem NLWKN wurden bereits in den Wochen vor dem Besuch des Schiffes verschiedene Handlungsoptionen zum Schutz der Bevölkerung sichergestellt. Der NLWKN entwickelte hierzu Messprogramme für den „bestimmungsgemäßen Betrieb“ und für einen „Störfall“. Mögliche Gefährdungen hätten daher sofort erfasst werden können.

Dieser Standort hätte auch Messungen im „Störfall/Unfall“ ermöglicht. Während der dreitägigen Anwesenheit des Flugzeugträgers wurden 26 Wasserproben, 12 Luft-Langzeitmessungen und diverse Messungen mit Handmessgeräten durchgeführt. Das Fazit: Radioaktive Stoffe mit Auswirkungen auf die Umwelt und die Bevölkerung wurden nicht frei gesetzt. Kontakt: Ullrich Bohn (05121/509-640); Dr. Thomas Ernst (05121/509-118) und Hauke Brüggemeyer (05121/509-311), Betriebsstelle Hannover-Hildesheim

Umgebung der Kernkraftwerke wird streng überwacht Ergänzend zur kontinuierlichen OnlineÜberwachung der Emissionen im Abwasser und in der Abluft kerntechnischer Anlagen betreibt der NLWKN als unabhängige Messstelle ein örtlich und zeitlich dicht gestaffeltes Untersuchungsprogramm in der Umgebung der niedersächsischen Anlagen. Untersucht werden Messpunkte innerhalb eines 25-km-Radius um die Anlagen. Von Herbert Schulz Die Umgebungsüberwachung erfolgt entsprechend den Vorgaben der bundeseinheitlich verbindlichen „Richtlinie zur Emissions- und Immissionsüberwachung kerntechnischer Anlagen (REI)”. Die REI enthält jeweils in Abhängigkeit von der Anlagenart u.a. folgende Regelungen für die Überwachung: Überwachter Umweltbereich (z.B. Luft / Äußere Strahlung), Art der Messung (z.B. Gamma-Ortsdosis), erforderliche Nachweisgrenze, Probenahme- bzw. Messorte (Anzahl und Anordnung), Art und Häufigkeit der Probeentnahme und Messungen (z.B. jährliche Auswertung) sowie Bemerkungen (nähere Erläuterung der Maßnahmen).

NLWKN * Jahresbericht 2010

Einer der überwachten Umweltparameter ist die Direktstrahlung (z.B. Gammastrahlung), da sie zu einer möglichen Strahlenexposition der Bevölkerung über den Luftpfad einen relevanten Dosisanteil durch äußere Bestrahlung beitragen kann. Deshalb wird u.a. die Direktstrahlung am Zaun der Anlagen und in der weiteren Umgebung unter Beachtung ortsspezifischer Gegebenheiten überwacht. Insbesondere werden die Gammadosis und -dosisleistung sowie die Neutronendosis gemessen. Mit der Novellierung der Strahlenschutzverordnung im Jahre 2001 wurde u.a. die UmgebungsÄquivalentdosis H*(10) für die Ortsdosimetrie neu eingeführt. Rechtzeitig vor Ablauf der Übergangsfrist am 31. Juli 2011 hat der NLWKN sein Dosimetriesystem auf die neue verbindliche Dosisgröße umgestellt. Die neue Dosisgröße berücksichtigt den unteren Energiebereich stärker als bisher. Sie wird bei gleichen Dosimetern mit Hilfe einer zusätzlichen umhüllenden Kunststoffkapsel erzielt. Für die Bestimmung der Dosiswerte werden Festkörperdosimeter eingesetzt, die an festen Messpunkten exponiert und im Routinebetrieb halbjährlich ausgewertet werden. Die Neutronendosimeter befinden sich am Zaun der Anlagen im Zentrum einer 300-mm-Polyethylenkugel. Mit den aus den Halbjahreswerten erzeugten und auf 365 Tage normierten Jahreswerten werden Jahresrei-

Lass die Sonne scheinen, wir kümmern uns um den Augenschutz Von Dr. Daniela Weiskopf Immer wieder finden sich in den Medien Berichte über fehlerhafte Produkte, die eine Gefahr für Gesundheit und Leben der Konsumenten mit sich bringen. Um diese Gefährdung durch fehlerhafte Produkte möglichst gering zu halten und auch um fairen Wettbewerb in der EU zu stärken, müssen alle Geräte und Produkte, Das mobile Prüflabor für die auf den nationalen bzw. den Sonnenbrillen. europäischen Markt gebracht werden, definierten Sicherheitsanforderungen genügen. In Deutschland wird diese hohe Sicherheitsanforderung an Produkte durch das „Geräte- und Produktsicherheitsgesetz“ (GPSG) rechtlich umgesetzt. Das GPSG mit seinen zugehörigen Verordnungen ist die rechtliche Grundlage für die staatliche Marktüberwachung. Diese wird in Niedersachsen durch die staatliche Gewerbeaufsicht mit den entsprechenden Prüfstellen durchgeführt, zu denen auch der NLWKN gehört.

Gibt es hier eine Direktstrahlung? Das Messgerät gibt Auskunft!

hen erstellt, mit denen sich der Dosisverlauf auch über mehrere Jahre darstellen und verfolgen lässt. Über diesen langfristigen Vergleich kann ein möglicher Beitrag der kerntechnischen Anlage zum Aktivitätsinventar der Umwelt im Routinebetrieb sowie auch in Stör- und Unfallsituationen ermittelt werden. Kontakt: Herbert Schulz, Betriebsstelle HannoverHildesheim (05121/509-117)

Im Zuge dieser Marktüberwachung rückten im Jahr 2010 in Niedersachsen neben Warnwesten, Schulranzen und Laser auch Sonnenbrillen in den Fokus. Als persönlicher Augenschutz muss die Sonnenbrille neben dem Anteil als modisches Accessoire einiges leisten können. Sie sollte den Träger vor den schädlichen Einflüssen der Ultravioletten-Strahlung (UV) schützen, vor Blendung bewahren und die richtige Farbe des Filters für diesen Zweck haben. Die Gewerbeaufsichtsämter aus Braunschweig, Hannover, Lüneburg und Oldenburg zogen insgesamt 105 Sonnenbrillen ein. Der NLWKN führte im mobilen Prüflabor die entsprechenden Messungen durch: Etwa 30 der geprüften Sonnenbrillen wiesen erhebliche technische Mängel, wie z. B. die Angabe der falschen Filterkategorie auf. Positiv ist zu vermelden, dass bei allen geprüften Sonnenbrillen der erforderliche UV-Schutz gewährleistet war. Kontakt: Dr. Daniela Weiskopf, Betriebsstelle Hannover-Hildesheim (05121/509-114)

NLWKN * Jahresbericht 2010

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Klagen gegen Entscheidungen des NLWKN? Fehlanzeige!

Nebenflüssen ist in den vergangenen Jahren viel passiert, um den Hochwasserschutz sicherzustellen.

Von Cornelia Scupin Die Entscheidungen des NLWKN als Genehmigungsbehörde werden selten beklagt – das spricht für eine hohe Akzeptanz und eine gute Vorbereitung. 2010 wurden 167 Zulassungen erteilt. 167 abgeschlossene Verfahren – das sind neben zahlreichen Entscheidungen über deichrechtliche Ausnahmen oder die Änderung von Erlaubnissen zur Einleitung von Abwasser viele Genehmigungsverfahren unter den Vorzeichen „Hafenausbau“ und „Hochwasserschutz“. Hinzu kamen Verfahren zur Zulassung von Kraftwerken (Kohle- bzw. Gasund Dampfkraft, aber auch Wasserkraft).

An der Elbe wurde 2010 ein weiterer Meilenstein erreicht: Nach der Zulassung des Hochwasserschutzes in Hitzacker 2005 und zwei Planabschnitten an der Jeetzel im Januar 2010 konnte über den dritten und letzten Abschnitt entschieden werden. Damit ist der Hochwasserschutz für Hitzacker und alle Orte der Jeetzelniederung bis oberhalb von Lüchow sichergestellt. Diese Maßnahmen wurden nach den Hochwasserereignissen 2002 und 2006 angegangen, um die Deiche auf den neusten technischen Stand zu bringen und die Deichverteidigung im Ernstfall sicherzustellen. Die Finanzierung erfolgte bis 2010 über den so genannten Elbeaufbaufonds des Bundes.

Hafenausbau Cuxhaven

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Der Offshore-Basishafen war bereits im Jahr 2009 abschließend genehmigt und in Betrieb gegangen, als – ebenfalls noch 2009 – die östliche Erweiterung des Hafens beantragt wurde. In diesem Planfeststellungsverfahren wurden alle Anregungen und Bedenken der Träger öffentlicher Belange, der Naturschutzvereinigungen und der beiden privaten Einwendungen berücksichtigt, sodass nach nur sieben Monaten im Februar 2010 entschieden werden konnte. Östlich des alten Grodener Hafens werden nun drei weitere Liegeplätze mit einer Terminalfläche von ca. acht Hektar gebaut. Neben den beiden parallel zur Elbe liegenden Kaianlagen ist ein Spezialhafen für einen Katamaran mit einem entsprechenden Vorholplatz vorgesehen. Dieser Spezialliegeplatz dient nicht nur dem üblichen Stück- und Schüttgutumschlag, vielmehr sollen von hier aus komplett fertig aufgebaute Windenergieanlagen auf das Transportschiff verladen und stehend transportiert werden. Damit rückt das Ziel der Landesregierung, das Ausbaupotenzial für die Windenergienutzung auf dem Meer zu nutzen und Cuxhaven zu einem bedeutenden Offshore-Hafen zu entwickeln, deutlich näher. Die ersten Umschläge im Bereich der östlichen Erweiterung werden für 2012 erwartet. Damit läuft für Cuxhaven zurzeit nur noch ein Hafenverfahren, nämlich das zum Ausbau des Liegeplatzes vier im Anschluss an den Europakai. Der Liegeplatz 4 soll neben dem OffshoreUmschlag auch dem Güterumschlag dienen. Die Entscheidung über das Vorhaben wird noch 2011 fallen. Hochwasserschutz mit Mediation Hochwasserschutz ist immer noch und nach den Winterhochwassern 2010 und 2011 erst recht wieder ein aktuelles Thema, das sich auch in der Antragslage widerspiegelt. An der Elbe bzw. den

Seit 2002 hat sich die Hochwassersituation an der Elbe und der Jeetzel verbessert!

Offen sind im Bereich der Elbe und ihrer Nebenflüsse nur noch zwei Verfahren, u.a. das für den Hochwasserschutz an der Sude und der Krainke. Hier sind Fragen zur Rückdeichungen und damit zur Verbesserung des Naturschutzes im Rahmen einer Mediation diskutiert worden, um eine optimale Lösung mit hoher Akzeptanz zu finden. Dabei sind erstmals alle örtlichen, aber überregional tätigen Interessenvertreter an einem Tisch versammelt. Es können nämlich nicht alle Fragestellungen im förmlichen Genehmigungsverfahren geklärt werden, weil dort zwar die Rechtmäßigkeit eines Vorhabens geprüft wird, dem Vorhabenträger in diesem Rahmen aber Planungsfreiheit bleibt. Mit Hilfe der Mediation können Alternativen diskutiert werden, die einem Zulassungsverfahren standhalten. Ein Beispiel für offensive Öffentlichkeitsarbeit in einem ebenfalls nicht unumstrittenen Vorhaben zeigt die Stadt Hannover, die den Hochwasserschutz mitten in der Stadt verbessern will. Der NLWKN begrüßt ein solches Vorgehen, weil frühzeitige Informationen in der Regel die Verfahren verkürzen und die Anzahl der zu erwartenden Klagen reduzieren oder sogar Klagen vermeiden und dann zu schnellstmöglicher Rechtssicherheit führen können.

NLWKN * Jahresbericht 2010

Planfeststellung Kraftwerke binden Arbeitszeit Einen beachtlichen Arbeitsaufwand machte im vergangenen Jahr die Zulassung des 800 MWSteinkohlekraftwerks der GDF SUEZ Kraftwerk Wilhelmshaven GmbH & Co. KG, das auf dem Rüstersieler Groden errichtet wird. Hier wurde vom Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg im September 2010 die dritte immissionsschutzrechtliche Teilgenehmigung erteilt, die auch die an sich in der Zuständigkeit des NLWKN liegende wasserrechtliche Genehmigungen einschließt. In diesem Zusammenhang hat der NLWKN an der fachlichen und rechtlichen Bewertung des seeseitigen Kühlwassersystems und der Fischrückführleitung sowie der Abwasserbehandlungsanlage mitgewirkt. Parallel dazu wurde vom NLWKN das Verfahren zur Erlaubnis zum Einleiten von Kühlwasser und sonstigen Abwässern in das Küstengewässer Jade bearbeitet und im März dieses Jahres abgeschlossen. Das Kraftwerk soll noch 2011 in Betrieb gehen. Fast nahtlos bahnte sich das nächste Verfahren an: in Emden soll ein GuD-Kraftwerk der Statkraft Markets GmbH noch 2011 zugelassen werden. Ein ehrgeiziges Ziel! Der Neubau eines Kraftwerkes ist ebenso wie ein Hafenausbau ein Infrastrukturvorhaben, dass nicht häufig geplant und umgesetzt wird. Es bindet viel Arbeitskraft, weil fachlich komplexe und grundsätzliche Fragen zu klären sind, z.B. ob das Gewässer

die erwartete Belastung verkraftet und wie sie möglichst gering gehalten werden kann. Zudem besteht ein hoher Koordinierungsaufwand, weil alle betroffenen Behörden an einem Strang ziehen müssen. Da an der Umsetzung derartiger Projekte ein hohes unternehmerisches Interesse besteht, das in der Regel mit dem Einsatz hoher Investitionssummen verbunden ist, kommt einer rechtmäßigen und baldmöglichst bestandskräftigen Entscheidung eine ganz besondere Bedeutung zu. Die dafür erforderlichen fachlichen und rechtlichen Prüfungen binden nicht ganz unerhebliche Arbeitskapazitäten im Geschäftsbereich „Wasserwirtschaftliche Zulassungsverfahren“. Neben der Prüfung von konventionellen Kraftwerksvorhaben haben die Pläne zur Wasserkraftnutzung an der Aller wie auch an der Ems derzeit eine hohe Bedeutung. In Bannetze am Allerwehr konnte bereits eine Wasserkraftanlage (WKA) mit innovativer Wasserradtechnik als Pilotprojekt zugelassen werden. Aufgabe und Ziel des NLWKN für das Jahr 2011 ist es, die Interessen der Fischerei und die Fragen des Fischschutzes auf der einen Seite und die Nutzung erneuerbarer Energien auf der anderen Seite abzuwägen und einen vertretbaren und zugleich rechtlich einwandfreien Weg zu finden. Kontakt: Cornelia Scupin, Direktion Lüneburg (04131/8545-450)

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Das Emswehr Hanekenfähr: Soll hier eine Wasserkraftanlage gebaut werden?

NLWKN * Jahresbericht 2010

Landeseigene Anlagen Verlässlicher Dienstleister: Bei Hochwasser ebenso wie im normalen Alltag

Hochwasser an der Elbe

Von Marlon Bredemeier, Michel Radon und Martin Gaebel Als Betreiber zahlreicher wasserwirtschaftlicher Anlagen und Unterhalter von mehreren hundert Kilometern Gewässer ist der NLWKN insbesondere zu Zeiten von Hochwasserereignissen wie im August 2010 oder im Januar 2011 ein verlässlicher Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen. Der Landesbetrieb betreibt unter anderem sieben Talsperren und Hochwasserrückhaltebecken, siebzehn Schöpf- und Pumpwerke und über einhundert Wehranlagen. Um im Ernstfall den reibungslosen Betrieb der Anlagen zu gewährleisten, muss zweierlei sichergestellt sein: Ein guter technischer Zustand der Anlagen und vor allem gut organisiertes, leistungsfähiges Personal.

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Zehn engagierte und hoch motivierte Kollegen des NLWKN haben während des ElbeHochwassers auch in Lüneburg für den Schutz der Bevölkerung gesorgt. In Hitzacker kamen erstmalig die Hochwasserschutzanlagen zum Einsatz: Die 938 Meter lange Schutzwand, das Schöpf- und das Sielbauwerk. Um zu verhindern, dass die Wassermassen der Elbe in die Jeetzel eindringen und dadurch den Altstadtbereich überfluten, wurden am 14. Januar 2011 die neun mal neun Meter großen Sieltore geschlossen. Im Schöpfwerk wurde im Drei-Schicht-System für einen reibungslosen Betrieb der drei Pumpen gesorgt. Für das Schöpfwerk in Dannenberg gab es eine Rufbereitschaft rund um die Uhr. Im tidebeeinflussten Bereich der Elbe haben sich durch die hohen Wasserstände die Schließzeiten an den Sperrwerken der Ilmenau und Seeve mehr als verdoppelt. Der zuständige Sperrwerkswärter musste einerseits verhindern, dass das Elbwasser in die kleine-

Jedes Jahr investiert der NLWKN mehrere Millionen Euro in den Betrieb und die Unterhaltung der Gewässer und Anlagen, inklusive der notwendigen Sanierungen. Die Anlagen werden regelmäßig einer Inspektionen und einer intensiven so genannten Bauwerkshauptprüfung unterzogen. Die technischen Spezialbereiche werden darüber hinaus von besonders qualifizierten Fachleuten geprüft. Dabei kommen Mitarbeiter aufgrund ihrer besonderen Qualifikationen auch in anderen Betriebsstellen zum Einsatz. „Betriebsstellenübergreifend“ ist auch ein wichtiges Stichwort, wenn es um den Einsatz der Mitarbeiter im Ernstfall geht, also zum Beispiel bei einem extremen Hochwasser, wie das im Januar 2011 in Südniedersachsen und an der Elbe der Fall Die Hochwasserschutzwand in Hitzacker schützt die Stadt vor den Fluten. war. Dann ist Schichtbetrieb und Dienst rund um die Uhr angesagt. Deshalb sind „betriebsstellenren Gewässer hineindrückt; andererseits soll bei übergreifende Allianzen“ organisiert worden. Die Niedrigwasser genügend Wasser in die Elbe laufen Mitarbeiter in den Allianzen sind regelmäßig an können. Durch die gezeitenabhängige Steuerung den anderen Standorten und trainieren den schafft er den Spagat, war dafür aber auch Tag Umgang mit den dortigen Anlagen. und Nacht auf den Anlagen zu finden. Doch das Engagement unserer Kollegen geht Hochwasser in der Vechte noch weiter: Sie sind auch spontan bereit, landesweit in den Einsatz zu gehen. Bei einem lang Ende August 2010 war es die Betriebsstelle Mepanhaltenden Einstau des Hochwasserrückhaltebepen, die angesichts steigender Pegel in der Vechte ckens in Salzderhelden erklärten sich beispielsweinach dem Starkregen in Nordrhein-Westfalen se zehn Mitarbeiter der Betriebsstelle Nordengefordert war. Die niedersächsische Vechte wird Norderney kurzfristig bereit, über das Wochenende mit ihren acht Wehranlagen auf rund 70 km vom auf der 400 Kilometer entfernten Anlage auszuhelNLWKN unterhalten und gesteuert. fen; ebenso zwei Mitarbeiter aus Lüneburg.

NLWKN * Jahresbericht 2010

Landeseigene Anlagen Grundsätzlich ist für die Steuerung eines Hochwassers in der Vechte ein untereinander abgestimmter Automatikbetrieb der hydraulischen Wehranlagen vorgesehen. Dieser Automatikbetrieb ist unter anderem darauf ausgerichtet, die Belastung aus einem Hochwasser für die jeweiligen Unterlieger möglichst unschädlich und gleichmäßig zu verteilen. Bei gewissen Höchstwasserständen ist eine Steuerung allerdings unerheblich, d.h. bei Ablauf über das gesamte Überschwemmungsgebiet, welches auch noch abflussstörend mit Mais bestanden ist, vermindert sich der potentielle Einfluss aus der Wehrsteuerung. Bei einigen Wehren musste aus verschiedenen Gründen (unter anderem eine Brückenbaustelle, Stromausfall) dennoch auf Handbetrieb geschaltet werden und die Mitarbeiter waren letztlich das ganze Wochenende gefordert. Durch den ungehinderten Zufluss aus dem nordrhein-westfälischen Raum konnten Ausuferungen der Vechte oberhalb des 1. Wehres „Samern“ über das festgesetzte Überschwemmungsgebiet hinaus bis hin zur Überschwemmung einer Siedlung in der Ortschaft Samern auch durch Wehrsteuerung nicht verhindert werden: Nicht immer ist die Natur zu bändigen. Dass eine fachmännische Steuerung eines Hochwassers nicht immer auf Gegenliebe und Ver-

ständnis stößt, zeigt das Beispiel Nordhorn: Die Hochwasserwelle der Vechte erreichte hier ihren Höhepunkt am 28. August 2010; der NLWKN war darauf vorbereitet. Die miteinander kombinierte Steuerung beider Wehranlagen im Stadtgebiet wurde von Hand in enger Abstimmung mit der Stadt und den Katastrophenschutzhelfern laufend an die jeweiligen tatsächlichen Abflussverhältnisse angepasst. Bei steigenden Wasserständen und auf Grund des deutlich geringeren Wasserstandes im linksemsischen Kanalnetz wurden von vielen Seiten gefordert, die Verbindungsschleuse zum Kanalnetz zu öffnen. Das ging sogar so weit, dass vor Ort tätige Katastrophenschutzhelfer – angespornt durch eine gewisse Panikstimmung – die Schleuse ohne Rücksprache mit dem NLWKN mit Seilzügen öffnen wollten. Glücklicherweise scheiterte das Vorhaben. Eine Öffnung dieser Schleuse ist kontraproduktiv: Das Hochwasser in der Vechte wäre nur unwesentlich gesunken, aber tiefer liegende Stadtteile und die Anlieger der Kanäle wären unnötig einer Gefahr ausgesetzt worden. Kontakt: Marlon Bredemeier, Direktion Norden (04931/947-106), Michel Radon, Betriebsstelle Lüneburg (04131/8545-231) und Martin Gaebel, Betriebsstelle Meppen (05931/406-149)

Wehranlage Blütlingen gründlich saniert

Hochwasserschutz Hitzacker: NLWKN übernimmt Anlagen

Von Michel Radon und Volker Schöning

Von Michel Radon

Die Jeetzel wurde Anfang der 60er Jahre zum Schutz der Jeetzelniederung vor Hochwasser zwischen Dannenberg und Lüchow ausgebaut. Von der sachsen-anhaltinischen Grenze bei Wustrow bis Dannenberg wurden damals auch bewegliche Wehranlagen mit Fischbauchklappen gebaut. Diese Anlagen sind also in die Jahre gekommen und musste dringend saniert werden. In den vergangenen sieben Jahren investierte der NLWKN in die Wehranlagen Lüchow, Weitsche und Lüggau. Im Sommer 2010 richtete sich die volle Aufmerksamkeit des NLWKN auf das 46 Jahre alte Wehr Blütlingen bei Wustrow: Neben der Sanierung der Stahlbeton- und Stahlwasserbauteile wurde auch der Fischpass den heutigen Anforderungen für Fischwanderhilfen angepasst. Durch die gleichzeitige Sanierung der abtransportierten Wehrklappe und der feststehenden Massivbauteile dauerte die Sanierung nur knapp fünf Monate. Insgesamt wurden 400.000 Euro investiert.

Die Stadt Hitzacker liegt im Überschwemmungsgebiet der Elbe und im Einflussbereich der Jeetzel. Vor der Einmündung in die Elbe umfließt die Jeetzel den historischen Altstadtbereich. Aufgrund dieser Lage wurde der Stadtkern häufig überflutet. Vor allem die Hochwasserereignisse der Jahre 2002 und 2003 haben dazu geführt, dass in Hitzacker ein Sielbauwerk in der Jeetzelmündung, ein Schöpfwerk mit drei Pumpen und eine 938 Meter lange Hochwasserschutzwand gebaut wurden. Der NLWKN ist seit Anfang des Jahres 2011 für das Siel und das Schöpfwerk zuständig, während sich der Jeetzeldeichverband um die Hochwasserschutzwand kümmert. Als Schöpfwerksbetreiber übernimmt der NLWKN zukünftig die Leitung des Einsatzstabes, der bei bestimmten prognostizierten Hochwasserereignissen einberufen wird. Beim Hochwasser im Januar 2011 konnten die Anlagen unter Realbedingungen erprobt werden.

Kontakt: Michel Radon (04131/8545231), Volker Schöning (05861/8069-302), Betriebsstelle Lüneburg

Wehranlage Blütlingen: Die sanierte Fischbauchklappe wird eingesetzt!

NLWKN * Jahresbericht 2010

Kontakt: Michel Radon, Betriebsstelle Lüneburg (04131/8545-231)

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Landeseigene Anlagen Kuriosität rechts der Elbe: NLWKN betreut zwei halbe Wehranlagen

und Gehölzpflegearbeiten sowie die Sicherung und Verteidigung der wasserwirtschaftlichen Anlagen bei Hochwasser übernehmen.

Von Michel Radon „Betrieb und Unterhaltung landeseigener Anlagen und Gewässer“ – das ist eine Aufgabe des NLWKN und so nennt sich folgerichtig auch ein Geschäftsbereich. Doch was steckt genau dahinter? Im Einzelfall ein hoher Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf, wie das Beispiel Lüneburg zeigt. Das Besondere hier: Das Augenmerk der Betriebsstelle gilt auch dem Amt Neuhaus sowie den Orten Neu Bleckede und Neu Wendischthun, die – anders als der restliche Landkreis Lüneburg – rechts der Elbe liegen. Der grenzüberschreitenden Einfluss der Flüsse Sude, Löcknitz und Rögnitz und die uneinheitliche Verteilung der Zuständigkeit bei den wasserwirtschaftlichen Anlagen – das bedeutet insbesondere bei Hochwasser intensive Kontakte zum Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern und zu den Verbänden.

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Die Gemeinde Amt Neuhaus sowie die rechtselbischen Stadtteile Neu Bleckede und Neu Wendischthun der Gemeinde Bleckede gehörten bis zum Ende des 2. Weltkrieges zur Provinz Hannover, dann zur DDR und seit 1993 zum Landkreis Lüneburg. Nach der Wiedervereinigung regelte ein Staatsvertrag zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachen zusätzlich die Aufgabenverteilung in der Wasserwirtschaftsverwaltung: Die Gewässerunterhaltung übernahm damals das Staatliche Amt für Wasser und Abfall. Heute werden diese Aufgaben zentral von der Betriebsstelle Lüneburg über den Betriebshof LüchowDannenberg mit Sitz in Lüchow geregelt, wobei zwei Mitarbeiter überwiegend für die Wartung, Reparatur und Instandsetzung an den Bauten und Antriebseinheiten der Wehre und Schöpfwerke zuständig sind und saison- und hochwasserbedingte Arbeiten am Gewässer, wie z.B. Erd-, Mahd-

Übersichtskarte: Auch rechts der Elbe ist der NLWKN aktiv!

Die Mitarbeiter leben mit kuriosen Regelungen wie zum Beispiel an der Rögnitz: Der kleine Fluss ist auf 15 Kilometern die Grenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen und verläuft genau durch die Mitte der Wehranlagen Havekenburg und Laave, die überwiegend in den Sommermonaten das Gewässer aufstauen und der Landwirtschaft dienen. Die Anlagen sind Eigentum der beiden Bundesländer – der hohe Abstimmungsbedarf ist vorprogrammiert. Kontakt: Michel Radon, Betriebsstelle Lüneburg (04131/8545-231)

Gehölzstrecken abwechselten. Bäume, Baumkronen oder große Äste wurden auf halber Höhe förmlich abgedreht. Viele Bäume wurden aber auch komplett mitsamt Wurzelteller umgeworfen.

Sturmschaden: Norinas Spuren sind noch sichtbar Von Martin Gaebel Der Sommersturm Norina hat am 12. Juli 2010 in Niedersachsen nur kurz, aber heftig gewütet und wird insbesondere den Mitarbeitern des NLWKN in Meppen noch lange im Gedächtnis bleiben: Dem Sturm sind mehrere hundert Bäume an den linksemsischen Kanälen sowie an der Hase und der Vechte im Emsland und in der Grafschaft Bentheim zum Opfer gefallen. Das Aufräumen war teuer: Allein die Kosten für Personal und Geräte liegen bei rund 200.000 Euro. Auffällig war, dass sich stellenweise völlig unberührte Strecken mit vollständig zerstörten

Die Aufnahme und Beseitigung der Schäden begann sofort; insgesamt dauerte das Aufräumen und die Pflege der geschädigten Bäume bis zum Frühjahr 2011. Durch die Sofortmaßnahmen nach dem Sturm mussten andere, sonst regelmäßige Aufgaben in der Anlagenund Gewässerunterhaltung wie etwa Mahd, Gehölzpflege oder die Konservierungsarbeiten an Brücken zurückgestellt werden. Die Folgen des Sommersturms werden noch Jahre später spürbar sein. Kontakt: Martin Gaebel, Betriebsstelle Meppen (05931/406-149)

NLWKN * Jahresbericht 2010

Küstenschutz Schutz der Inseln: 300 Millionen Euro für Deiche und Dünen Von Frank Thorenz und Rainer Carstens Der NLWKN hat im Mai 2010 den Generalplan Inselschutz vorgelegt, der einen aktuellen Überblick über den derzeitigen Stand des Küstenschutzes auf den sieben ostfriesischen Inseln Borkum, Juist, Norderney, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge gibt. Das Fazit: 17 Kilometer Hauptdeiche und neun Kilometer Schutzdünen sowie die dazu gehörigen Deckwerke müssen verstärkt werden.

lich von der Situation am Festland: Die teilweise mehr als 20 m hohen sandigen Küsten an den Nordseiten der Inseln werden durch Strände und Dünen mit gebildet. Teile dieser Dünen sind nach dem Niedersächsischen Deichgesetz gewidmete Schutzdünen, die als Küstenschutzelement den Sturmflutschutz darstellen. Zur Wattseite gewährleisten ca. 35 km Hauptdeiche den Sturmflutschutz. Der Küstenschutz auf den Ostfriesischen Inseln ist eine Aufgabe des Landes Niedersachsen und wird durch den NLWKN wahrgenommen.

Insgesamt rund 300 Millionen Euro sind für den Schutz der Inseln notwendig. Der Bedarf auf Norderney ist mit mehr als 100 Millionen Euro besonders hoch, jeweils rund 40 Millionen Euro wurden für Juist, Spiekeroog, Baltrum und Wangerooge abgeschätzt. Für Langeoog werden rund 20 Millionen Euro benötigt und für Borkum 4,5 Millionen Euro. Der Generalplan erläutert gleichzeitig historische und rechtliche Zusammenhänge und stellt die Schutzstrategie, Ziele und Methoden des Küstenschutzes sowie die auf Basis einer aktuellen Zustandsbewertung notwendigen Maßnahmen als wichtige Bausteine eines Hochwasserrisikomanagements dar. Der Schutz der Inseln vor Sturmfluten ist zwingend erforderlich, weil sie einerseits bedeutende Tourismusstandorte sind und andererseits ein wichtiger Bestandteil des Küstenschutzsystems für das Festland sind, weil sie quasi als vorgelagerte Wellenbrecher wirken. Durch den säkularen Anstieg des Meeresspiegels und potentielle Auswirkungen des Klimawandels wird die Belastung der ostfriesischen Inseln mit ihren sandigen Küsten langfristig zunehmen. Die Anforderungen an den Küstenschutz auf den Ostfriesischen Inseln unterscheiden sich wesent-

So wenig Sturmfluten wie nie in 100 Jahren Von Hans-Gerd Coldewey Eine Sturmflut im Frühjahr und zwei im Herbst: Für das Team vom überregionalen Sturmflutwarndienst des NLWKN war 2010 erneut ein ruhiges Sturmflutjahr. Um wenige Zentimeter überschritten wurde die Sturmflutgrenze am 28. Februar und am 24. Oktober 2010; am 12. November 2010 lief das Hochwasser etwa anderthalb Meter höher auf als normal. Und der Trend setzte sich 2011 fort: Die bisher einzige leichte Sturmflut in diesem Jahr war am 5. Februar 2011. Schon 2009 lag mit nur drei Sturmfluten deutlich unter dem Durchschnitt von zehn Sturmflu-

Dünenschutz: Ohne Sandfangmaßnahmen geht es nicht.

Insbesondere die Strände und Dünen unterliegen durch die ständigen Einwirkungen der dynamischen Kräfte von Strömung, Wellen und Wind dauernden Veränderungen. In Sturmfluten sind die exponiert liegenden Nord- und Westseiten der Inseln den Kräften der Wellen besonders stark ausgesetzt. So haben z. B. die schweren Sturmfluten vom Februar 1962, Januar 1976 und November 2006 zu starken Schäden an den Küstenschutzanlagen geführt. Es besteht dauernder Handlungsbedarf, um den Küstenschutz auf den Inseln langfristig sicher zu stellen: Die Pflege der massiven Schutzanlagen an den Westköpfen vieler Inseln ist dabei ebenso wichtig wie Strandaufspülungen, Dünenverstärkungen und Dünenmanagementmaßnahmen. Kontakt: Rainer Carstens, Direktion Norden (04931/947-210) und Frank Thorenz, Betriebsstelle Norden-Norderney (04931/947-152)

ten pro Jahr. So wenige Sturmfluten hat es in zwei aufeinander folgenden Jahren seit der etwa 100 Jahre währenden Aufzeichnung am Pegel Norderney noch nie gegeben. 2008 hingegen gehört mit 18 Sturmfluten zu den zehn sturmflutaktivsten Jahren der vergangenen 100 Jahre. Der Sturmflutwarndienst hat 2010 genau 273 Wasserstandsvorhersagen erstellt und dabei 21mal auf die mögliche Überflutung von Stränden und Vorländern hingewiesen. In den Sturmflutwarnungen werden die Abweichungen zum normalen Hochwasser an den Leitpegeln Norderney, Bensersiel, Emden, und Cuxhaven genannt. Seit Januar 2011 wird auch Bremerhaven berücksichtigt. Kontakt: Hans-Gerd Coldewey, Betriebsstelle Norden-Norderney (Tel.: 04931/947-155)

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Küstenschutz Geld aus Brüssel lässt Deiche schneller wachsen Von Rainer Carstens und Karin Hilgefort Küstenschutz 2010: Knapp 74 Millionen investiert und 105 Projekte realisiert; damit konnte das Vorjahresniveau gehalten werden. Die wichtigsten Maßnahmen zum Schutz der niedersächsischen Küste wurden fortgesetzt oder auf den Weg gebracht. Weil die Begehrlichkeiten immer höher sind als die Fördermittel, sind nachvollziehbare und transparente Prioritätenlisten besonders wichtig. Zurzeit befinden sich rund 200 Küstenschutzprojekte in Vorbereitung oder Ausführung. Für die Umsetzung von Küstenschutzprojekten sind 2010 genau 73,7 Millionen Euro von der Direktion des NLWKN bewilligt worden, nämlich rund 69 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ und 4,6 Millionen Euro aus EUFörderprogrammen. Dank der Fördergelder der Europäischen Union können viele Projekte deutlich schneller realisiert werden. Der NLWKN nutzt diese Chance gerade auch für den Küstenschutz und setzt gemeinsam mit den Deichverbänden viele Pläne in die Tat um. Doch die EUFinanzierung birgt auch Risiken: So konnte die Küstenschutzmaßnahme eines Verbandes nicht realisiert werden, weil die formalen Anforderungen nicht erfüllt waren.

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für die Hauptdeichlinie zuständig. 18,3 Millionen Euro wurden für landeseigene Maßnahmen auf den Ostfriesischen Inseln (zehn Millionen Euro) und am Festland (8,2 Millionen Euro) ausgegeben. Das Land Niedersachsen, vertreten durch den NLWKN, ist zuständig für Sperrwerke am Festland, für den Inselschutz und konzeptionelle Arbeiten im Küstenschutz. Die Liste der Wünsche für Küstenschutzprojekte ist lang und die Fordermittel von Bund, Land Niedersachsen und EU sind begrenzt. Vorrang haben deshalb immer bereits begonnene Projekte wie der Deichbau am südlichen und südöstlichen Jadebusen oder die Erhöhung des Elisabethgrodendeiches im Landkreis Friesland oder die Verstärkung der Weserdeiche. Im Fokus sind darüber hinaus Defizite in der vorhandenen Hauptdeichlinie und der Schutzdeichlinie (inklusive Siele und Schöpfwerke). Die Faustregel: Je mehr Unterbestick, desto schneller fließen die Gelder.

Küstenschutz 2011 2011 werden für den Küstenschutz 65,7 Millionen Euro bereit gestellt, davon 61,5 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ und 4,2 Millionen Euro aus Förderprogrammen der Europäischen Union. Der Großteil der Fördergelder (47,8 Millionen Euro) wird an die 22 Hauptdeichverbände gehen. Für landeseigene Maßnahmen werden 17,9 Millionen Euro bereit gestellt, davon für den Schutz der Inseln rund zehn Millionen Euro. Insgesamt werden 82 Projekte für den Küstenschutz verwirklicht. Mehr als die Hälfe der Mittel aus 2011 (rd. 41 Millionen Euro) sind für die Fortführung laufender Maßnahmen eingeplant, wie z.B. Erhöhung und Verstärkung der Deichlinie Emden - Knock in der Deichacht Krummhörn (3,5 Mio. Euro) und im Bereich Dangast – Schweiburg – Hobenbrake – Sehstedt im II. Oldenburgischen Deichband (10,4 Mio. Euro). Neue Maßnahmen sind die Erhöhung und Verstärkung des Deckwerkes auf Baltrum (2,4 Mio. Euro) und die Deicherhöhung SandstedtOffenwarden im Deichverbandsgebiet Osterstader Marsch (1,97 Mio. Euro).

Strandaufspülung auf Norderney – Sicherheit für die Insel.

Der Großteil der Mittel – genau 55,4 Millionen Euro – ging an die Deichverbände. In Niedersachsen sind im Wesentlichen die 22 Deichverbände

Kontakt: Karin Hilgefort, Direktion Oldenburg (0441/799-2038), Rainer Carstens, Direktion Norden (04931/947-210)

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Küstenschutz Der wichtigste Baustoff für Deiche „wächst“ nur im Deichvorland

gruppen. Der Anbau von Mais für die stetig steigende Anzahl an Biogasanlagen ist ein lukratives Geschäft. Hinzu kommt, dass ausgepütteten Flächen der landwirtschaftlichen Nutzung dauerhaft entzogen werden.

Von Kai Wienken Sowohl für den historischen als auch für den modernen Deichbau ist der Klei das wichtigste Baumaterial. Schon die ersten Deiche – das waren kleine Erdwälle mit steilen Böschungen – wurden aus reinem Klei hergestellt. Seither stieg der Kleibedarf ständig: Je größer der Deichquerschnitt, desto mehr Klei wird gebraucht. Ohne Klei aus dem Deichvorland sind die Deichbauprojekte der Zukunft nicht zu realisieren. Aktuell werden in Niedersachsen insgesamt mehr als 14 Millionen Kubikmeter Klei benötigt. Alternativen gibt es kaum. Der in den Niederlanden weit verbreitete „schwarze Deich“ mit einer Deckschicht aus Asphalt ist sowohl wegen der technischen als auch der touristischen und naturschutzfachlichen Nachteile keine echte Alternative. Für scharliegende Deiche, also Deiche ohne schützendes Deichvorland, können Deckwerke aus Naturstein, Bitumen oder Beton auf der Deichaußenböschung eine Lösung sein. In seltenen Fällen wird heute bereits Schlick aus der Hafen- und Gewässerunterhaltung für den Küstenschutz eingesetzt. Klar ist jedoch: Auf den Baustoff Klei können die Küstenschützer nicht verzichten.

Der Verbrauch an Flächen für Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen für unterschiedlichste Eingriffe in den Naturhaushalt spielt ebenfalls eine Rolle. Hierzu zählen neben den Küstenschutzmaßnahmen selbst auch die Eingriffe durch die Erweiterung der Siedlungsflächen und der Infrastruktur (z.B. geplanter Bau der Autobahn A20) sowie anderweitige Baumaßnahmen wie die Errichtung von Windparkanlagen. Grund und Boden ist unterdessen sogar zum lukrativen Handelsgut geworden. Großinvestoren investieren in großem Stile in den Erwerb der nachgefragten Flächen und tragen damit erheblich zum steigenden Flächen- und Preisdruck bei.

Für die Deichbauer war es über Jahrhunderte selbstverständlich, das Baumaterial im Deichvorland zu gewinnen. Nach den damaligen Deichordnungen war es sogar vorgeschrieben, die Kleientnahmestellen, die sogenannten Pütten, ausschließlich im Deichvorland anzulegen. Die Pütten konnten durch den regelmäßigen Schlickeintrag sukzessive wieder verlanden. Im Deichvorland ist der Klei also eine nachwachsende Ressource. Ohne Klei aus dem Deichvorland wird der Küstenschutz immer schwieriger. Mit der Gründung des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer in 1985 kam es dann zu einem Nutzungskonflikt zwischen Küstenschutz und Naturschutz: Es war jahrelang unmöglich, im geschützten Deichvorland Klei abzubauen. Die Kleientnahmen verlagerten sich deshalb nahezu vollständig auf das Binnenland. Insgesamt weist eine durch den NLWKN beauftragte Bestandsaufnahme binnendeichs eine Fläche von brutto rund 3.400 Quadratkilometern aus, auf denen Klei vorkommt. Daraus ergibt sich ein theoretisch verfügbares Kleivolumen von rund fünf Milliarden Kubikmeter. Ein Prozent des vorhandenen Kleivolumens könnten theoretisch schon den Kleibedarf für die nächsten Jahre decken.

Fakt ist: Es fehlen Flächen für die Kleigewinnung im Binnenland. Deshalb muss ergänzend auch über die Kleigewinnung im Vorland nachgedacht werden. Der Landkreis Friesland hat in 2010 den Planfeststellungsbeschluss für die Kleientnahme im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer im Elisabethaußengroden erlassen. Damit ist der Weg frei für die erste großflächige Kleientnahme im Deichvorland seit mehr als zehn Jahren. Dieses ist der Verdienst einer intensiven Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten auf Seiten des Küstenund Naturschutzes. Kontakt: Kai Wienken, Betriebstelle Brake-Oldenburg (04401/926-336)

Praktisch sieht es jedoch anders aus: Für die Kleigewinnung werden Flächen in der Nähe der Deichbaustellen benötigt. Doch hier konkurriert der Küstenschutz mittlerweile mit anderen Interessen-

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Küstenschutz Küstenschutz in Brake: Gläserne Flutmauern mit Weserblick Der Stadtdeich in Brake hatte bei Fachleuten keinen guten Ruf: Um bis 40 Zentimeter zu niedrig, der Deichkörper gefüllt mit abgestorbenen Wurzeln oder den Fundamenten abgerissener Häuser, dazu Versorgungsleitungen, die den Deich queren. Das Fazit der Experten: „Inhomogenes Gebilde mit diffusem Aufbau“ – kein gutes Zeugnis für einen Deich. Seit 2003 wird der Braker Stadtdeich nun in insgesamt zehn Bauabschnitten saniert; 2013 wird das Projekt abgeschlossen. Der etwa 2500 Meter lange Braker Stadtdeich stammt noch aus dem Jahr 1965. Die Schwachstellen waren sowohl dem II. Oldenburgischen Deichband als auch dem NLWKN bekannt. Jede einzelne Schwachstelle war den Verantwortlichen ein Dorn im Auge, in der Summe waren sie die Ursache für eine rückschreitende Erosion und gefährdeten die Standsicherheit. Schließlich haben die enge Bebauung binnendeichs, die vorhandenen Häuser auf dem Deich sowie die nicht ausreichenden Deichabmessungen den II. Oldenburgischen Deichband als Träger der Deicherhaltung im Jahre 2000 veranlasst, die Standsicherheit der vorhandenen Deichkonstruktion im Stadtgebiet Brake zwischen der Binnenhafenschleuse und der ehemaligen Petramwerft auf einer Länge von 2,5 km überprüfen zu lassen.

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träger hat die Betriebsstelle Brake-Oldenburg des NLWKN mit der Projektkoordinierung, der Objektplanung und der örtlichen Bauüberwachung beauftragt. Die enge Bebauung stellt den Deichband, den NLWKN und die Baufirmen vor immer neue Herausforderungen: So konnten die Spundwände nur durch ein Pressverfahren eingebaut werden, ein Rammen kam gar nicht in Frage. Insgesamt wurden rd. 30.000 Quadratmeter oder rund 3.500 Tonnen Stahlspundbohlen eingepresst. Bei der Bauausführung innerhalb des Stadtgebietes von Brake waren auch städtebauliche Aspekte zu berücksichtigen, denn die dort lebenden Menschen sollten nicht nur gegen Sturmfluten geschützt werden, sondern sie sollten sich auch mit diesem Schutzbauwerk identifizieren können. Dafür wurde die Flutmauer saniert und neu beschichtet und im Innenstadtbereich wie bisher mit Klinkern verblendet. Inzwischen ist die Flutmauer bemalt – Mädchen und Jungen der Grundschule Harrien haben wie andere Kinder und Erwachsene Hand angelegt. Für uns ein gutes Zeichen: Die Braker haben ihre Flutmauer akzeptiert.

Die Gutachter machten eine klare Ansage: „Ausgehend von einer veränderten Tidedynamik und Sturmflutcharakteristik haben die auf den Deich wirkenden Belastungen zugenommen. Im vorliegenden Fall besteht die Gefahr von hydraulischen Grundbrüchen infolge rückschreitender Erosion. Ursache dafür ist die Inhomogenität des vorhandenen Kleideiches.“ Die Lösung: „Den künftig zu erwartenden Belastungen wird durch den Bau einer Dichtwand Rechnung getragen. Durch den Bau einer Dichtwand mit Anschluss an die vorhandene Kappenwand (Flutmauer) wird eine Durchströmung des Deichquerschnittes zuverlässig und Ein Pilotprojekt: Glaswände als Flutmauer in Brake. dauerhaft verhindert und die Standsicherheit der Kappenwand sichergestellt.“ Im Bereich „Wilkens Hotel“ kamen erstmalig Glaswände zum Einsatz – ein Pilotprojekt. Seitdem Zusätzlich ermittelte die Forschungsstelle Küste genießen Anwohner wie Gäste einen uneingeim NLWKN die aktuellen Bestickhöhen für den schränkten Blick auf die Weser. Die Glaswände Braker Stadtdeich: Demnach ergab sich ein Untersind nicht nur schöner, sondern auch noch kostenbestick von bis zu 40 Zentimetern. günstiger als die herkömmliche Flutmauer. Daraus ergab sich ein Zehn-Jahres-Projekt: Die 2012 wird der zehnte und letzte Bauabschnitt in Erhöhung und Verstärkung des Braker StadtdeiAngriff genommen: Auf einer Länge von 350 ches. Konkret bedeutet das: Die vorhandene FlutMetern wird der Deich erhöht und verstärkt. 2013 mauer wird um bis zu einen halben Meter erhöht; soll das Projekt abgeschlossen sein. Insgesamt der Deich wird mit Hilfe einer Stahlspundwand wurden dann 16,5 Millionen Euro investiert. verstärkt. Seit 2003 gibt es nun in Brake eine Deichbaustelle; der II. Oldenburgische Deichband als Projekt-

Kontakt: Betriebsstelle Brake-Oldenburg (04401/926338)

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Küstenschutz Dünenschutz, Seevogelschutz und Nationalparkwacht – auch das ist Küstenschutz Von Martin Schulze Dieckhoff, Frank Thorenz und Thorsten Schmitt Sechs hauptamtliche Dünen- und Nationalparkwarte und 15 Zivildienstleistende arbeiten beim NLWKN für den Küstenschutz und den Naturschutz gleichermaßen: Sie schützen die Dünen auf den Inseln durch eine gezielte Lenkung und Information der Urlauber und engagieren sich dabei gleichzeitig im Seevogelschutz. Derzeit wirbt der NLWKN um junge Menschen, die im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes die Arbeit der Zivildienstleitenden fortsetzen. Auch für Interessierte an einem freiwilligen Ökologischen Jahr lohnt sich ein Gespräch mit dem NLWKN.

me von Wangerooge stationiert sind, leisten gemeinsam mit den Zivildienstleistenden, die sich selbst „Vogelzivis“ nennen, noch mehr: Sie setzen die mehr als 100 Jahre währende Tradition des Seevogelschutzes fort. Das Wattenmeer mit den Inseln ist ein einzigartiger Lebensraum und bedarf eines besonderen Schutzes. Für die Vögel ist es Brut-, Nahrungs-, Mauser- und Rastgebiet von internationaler Bedeutung. Bereits seit Anfang des vergangenen Jahrhunderts gelang es der für den Insel- und Dünenschutz zuständigen Wasserbauverwaltung gemeinsam mit Insulanern und Naturfreunden die ersten Vogelschutzgebiete auszuweisen und deren Betreuung sicherzustellen. Neben dem Naturschutzgedanken waren damals die günstige Wirkung des Vogelkotes auf die Festlegung und Begrünung der Dünen sowie die Förderung der Samenausbreitung wesentliche Beweggründe.

Große Teile der Inseln besitzen als Dünen, Strände oder Salzwiesen eine sehr hohe ökologische Wertigkeit und sind deshalb als Vogelschutzgebiet, Nationalpark, Biosphärenreservat und Weltnaturerbe mit besonderen Schutzbestimmungen ausgewiesen. Gleichzeitig bilden die als Schutzdünen ausgewiesenen Dünen mit einer Gesamtlänge von 97 Kilometern ein wichtiges Element im Küstenschutz. Nationalparkwarte engagieren sich auch für den Seevogelschutz.

Heute bilden die gezielte saisonale Erfassung der Brutvögel und zwei-wöchentliche Gastvogelzählung durch die Betriebsstelle Norden-Norderney wichtige Grundlagen für die Staatliche Vogelschutzwarte im NLWKN, um die Entwicklung der Bestände und die räumliche Verteilung von Küstenvogelarten beurteilen und so Artenschutzmaßnahmen besser planen zu können.

Schutzdünen – wichtig für den Küstenschutz.

Die Schutzdünen müssen eine möglichst geschlossene Vegetationsdecke aufweisen, wenn sie die Inseln vor Sturmfluten schützen sollen. Schäden an der empfindlichen Dünenvegetation können auf unterschiedliche Art entstehen. Wind und Wellen aber auch wandernde Menschen und Tiere können die Dünenvegetation ebenso zerstören wie wühlende Kaninchen. Pflanzen von Strandhafer und Setzen von Buschzäunen heilt die schlimmsten Schäden. Dem präventiven Dünenschutz kommt eine große Bedeutung zu. Die speziell ausgebildeten Dünenwarte sind Mitarbeiter auf den Betriebshöfen des NLWKN und informieren die Urlauber, legen Spazierwege an oder stellen Hinweisschilder auf. Doch die Dünenwarte, die in Personalunion auch Nationalparkwarte und auf allen Inseln mit Ausnah-

Parallel hierzu erfolgt für die Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer die Überwachung der Schutzziele des Nationalparks. Hierzu zählt zum Beispiel die Gebietsbetreuung sowie die Informations- und Überwachungsarbeit, aber auch die Umsetzung von Artenschutzmaßnahmen. So werden rund 480 Schilder, fast 70 Info-Tafeln, sieben Info-Stationen und vier Lehrpfade betreut und auf den Inseln Führungen angeboten. Die Daten und Erkenntnisse aus der Brut- und Gastvogelerfassung sind auch für den Küstenschutz unerlässlich. Auf dieser Grundlage können die Belange des Natur- und Artenschutzes in diesem sensiblen Planungsraum frühzeitig bei der Planung und Umsetzung von Unterhaltungs- und Baumaßnahmen des Küstenschutzes berücksichtigt werden – dank der Arbeit der Dünen- und Nationalparkwarte und der „Vogelzivis“. Kontakt: Martin Schulze Dieckhoff (04931/947-147); Frank Thorenz (04931/947-152); Thorsten Schmitt (04931/947-128); alle Betriebsstelle Norden-Norderney

NLWKN * Jahresbericht 2010

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Hochwasserschutz Kommunen für Hochwasserschutz sensibilisieren

Schwerpunkte im Hochwasserschutz waren die Erhöhung und Verstärkung der Deiche an der unteren Hase, der Unteraller, der Mittelweser und im Amt Neuhaus an der unteren Mittelelbe. Die Arbeiten am Hochwasserrückhaltebecken in Delmenhorst gingen ebenso voran wie an der Fintau.

Von Rainer Carstens, Werner Kochta und Olaf Schmidt Hochwasser in Niedersachsen: Ob an der Hase 2010, an der Innerste in 2007 und 2011 oder an der Elbe 2002, 2003, 2006 und 2011 – Hochwasser und Überschwemmungen sind verstärkt in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Zu Recht! Die seit Jahren durch den NLWKN umgesetzte Ausweisung von Überschwemmungsgebieten hat vielen Kommunen deutlich gemacht, dass es erhebliche Defizite vor der eigenen Haustür gibt. Mit Aktionsplänen Hochwasserschutz, Hochwasserschutzplänen sowie zukünftig mit Planungen im Sinne des Hochwasserrisikomanagements liefert das Land Niedersachsen die Vorleistung für regionale Hochwasserschutz-Konzepte. Soweit nicht Verbände die Aufgaben im Hochwasserschutz übernommen haben, muss die Gemeinde oder Stadt selbst die erforderlichen Maßnahmen ergreifen und beispielsweise in den technischen Hochwasserschutz investieren; dafür stellt das Land Niedersachsen Zuschüsse bereit und finanziert in der Regel 70 Prozent der Kosten.

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2010 wurden Hochwasserschutz-Projekte im Wesentlichen aus dem von Bund und Land gespeisten Topf der Gemeinschaftsaufgabe finanziert, der die Verbesserung des Hochwasserschutzes und der Binnenentwässerung in den Mittelpunkt stellt. Die Mittel in Höhe von 11,4 Millionen Euro wurden aufgestockt mit EU-Geldern (3,6 Millionen Euro), Zuschüssen aus dem ElbeAufbauhilfefonds (10,4 Millionen Euro) und dem Konjunkturprogramm II (2,4 Millionen Euro). Der NLWKN hat insgesamt rund 28 Millionen Euro bewilligt und damit 76 Hochwasserschutz-Projekte auf den Weg gebracht.

Vier Beispiele verdeutlichen die verschiedenen Aktivitäten für den Hochwasserschutz:

Hochwasserschutz an der Ems Auch unter Berücksichtigung des Emssperrwerkes in Gandersum ist eine Überplanung der Hochwasserdeiche an der Ems im Deichverband „Heede Aschendorf - Papenburg“ erforderlich geworden. Erhöht und verstärkt werden die Deiche am linken Ufer auf einer Länge von rund elf Kilometern und am rechten Ufer von 2,6 Kilometer; außerdem werden Deichverteidigungswege gebaut.

Hochwasserrückhaltebecken Delmenhorst Das Hochwasserrückhaltebecken Delmenhorst wird zukünftig das Stadtgebiet von Delmenhorst vor Hochwasser schützen und soll 2012 fertig werden. Rund 19 Millionen Euro werden investiert. 2010 wurden u.a. die Arbeiten am Hauptdamm, am westlichen Seitendamm und am Auslaufbauwerk zur Delme beendet. Der NLWKN begleitet im Auftrag des Ochtumverbandes die Umsetzung des Projekts.

Hochwasserschutz Hodenhagen (Aller) Hodenhagen wird derzeit von rund zwei Kilometer langen Deichen an der Aller sowie 9,5 Kilometern Rückstaudeichen an den Nebengewässern des rechten Allerzuflusses Meiße vor Hochwasser geschützt. Doch die Hochwässer der vergangenen Jahre sowie die Aufzeichnungen innerhalb eines 2003 aufgestellten Rahmenentwurfes haben gezeigt, dass die vorhandenen Deiche unzureichend sind. Deshalb wurde 2009 begonnen, in drei Bauabschnitten bis 2011 zunächst die Allerdeiche zu erhöhen und zu verstärken. Später werden auch die Rückstaudeiche der Meiße erhöht und die Deichlinie ausgebaut.

Hochwasserschutzdamm an der Fintau

Hochwasser in der Fintau – jetzt gibt es einen wirksamen Schutz.

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In den Jahren 1979 und 2002 ist ein Teil von Lauenbrück durch ein hundertjährliches Hochwasser der Fintau, einem linksseitigen Zufluss zur Wümme, überschwemmt worden. Der 2007 vom NLWKN vorgelegte Hochwasserschutzplan Wümme hat deutlich gemacht, dass durch eine gezielte Rückhaltung des Hochwassers der Fintau oberhalb von Lauenbrück ein Schutz für Lauenbrück gewährleistet werden kann. In der Regie

Hochwasserschutz des NLWKN (Planung und Bauüberwachung) entstand deshalb von September 2009 bis Juli 2010 ein 500 Meter langer Hochwasserschutzdamm, der bis zu zwei Meter hoch ist. Eine Stauanlage komplettiert den wirksamen Hochwasserschutz, der sich im Januar und Februar 2011 bereits zweimal bewährt hat. Projektträger war die Gemeinde Lauenbrück, die einen 90prozentigen Zuschuss aus Konjunkturmitteln erhalten hat. Insgesamt kostet das Projekt rund 900.000 Euro.

Hochwasserschutz 2011 Für den Hochwasserschutz im Binnenland investiert das Land Niedersachsen 2011 rund 20 Millionen Euro. So stehen in diesem Jahr neun Millionen Euro aus der durch Bund und Land finanzierten Gemeinschaftsaufgabe sowie insgesamt elf Millionen Euro aus Mitteln des Landes und der EU für den Hochwasserschutz zur Verfügung. Insgesamt können damit voraussichtlich 50 Vorhaben von Kommunen, Verbänden und des Landes fortgeführt oder neu begonnen werden. Neben den großen Maßnahmen der letzten Jahre wie dem Hochwasserrückhaltebecken bei Delmenhorst werden beispielsweise die Deichbaumaßnahmen an der Ems zwischen Aschendorf und Lehe sowie im Bereich Stedorf an der Aller fortgesetzt. Darüber hinaus werden die Vorhaben zum Schutz

der Städte Hoya (Weser) und Göttingen (Leine) vor Hochwasser weiterhin gefördert, ebenso wie die Vorhaben im Bereich der Gemeinde Gilten an der Leine. Neu begonnen wird hingegen unter anderem mit der Herstellung des Hochwasserschutzes in der Stadt Bleckede im Ortsteil Alt Garge. Beendet werden können 2011 zum Beispiel die Hochwasserschutzmaßnahmen an der Unteren Hase. Darüber hinaus werden in diesem Jahr die letzten Maßnahmen zur Wiederherstellung der Deiche an der Elbe infolge des Hochwassers 2002 endgültig abgeschlossen. Hierfür sind aus dem damit auslaufenden Elbe-Aufbaufonds noch rund 13 Millionen Euro gebunden. Ebenfalls weitergeführt werden die vom Land Niedersachsen gemeinsam mit den Verbänden und Kommunen vor Ort zu erarbeitenden Hochwasserschutzpläne für die Gewässer Leine, Innerste, Aller, Hunte, Hase, Mittelweser und Oker als ein Baustein zur Umsetzung der Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie. Kontakt: Rainer Carstens, Direktion Norden (04931/947-210), Werner Kochta, Betriebsstelle Verden (04231/882-129) und Olaf Schmidt, Direktion Verden (04231/882-133)

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Hochwasserschutzdamm der Gemeinde Lauenbrück im Bau: Niedersachsen investiert 2011 mehr als 20 Millionen Euro in den Hochwasserschutz. NLWKN * Jahresbericht 2010

Hochwasserschutz Zwei Hochwasserwellen innerhalb einer Woche

Hochwasserbilanz: Viele Flüsse – viele Überschwemmungen

Von Stephan Bellin

Hochwasser in Südniedersachsen, an der Weser und der Elbe: Für den NLWKN begann das Jahr 2011 mit einem Paukenschlag; dabei konnte der Landesbetrieb erneut seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen.

Die dritte „Jahrhundertflut“ an der Elbe in neun Jahren Von Sabina Breske Statistisch sollte ein Elbehochwasser wie jenes im Januar 2011 nur einmal in hundert Jahren auftreten. In Wirklichkeit wurden jedoch bei diesem Hochwasser nach August 2002 und April 2006 schon zum dritten Mal in neun Jahren Wasserstände gemessen, die das Niveau eines JahrhundertHochwassers erreichten. Auslöser war die massive Schneeschmelze im Erzgebirge durch einen plötzlichen Temperaturanstieg, die bereits mit Wasser gesättigten Böden und die extrem hohen Zuflüsse aus den Elbenebenflüssen Saale und Mulde. Hinzu kam die ungewöhnliche Tatsache, dass die Vorländer entlang der niedersächsischen Unteren Mittelelbe stellenweise seit August überflutet waren, so dass das Wasser dort schon vor dem Eintreffen der eigentlichen Flutwelle bis zum Deichfuß reichte.

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Der überregionale Hochwasserwarndienst hatte von August 2010 bis Januar 2011 gut zu tun: Wann immer an Weser, Aller und Leine sowie deren Nebenflüssen die Meldestufe 3 erreicht wird und damit die Gefahr größerer Überschwemmungen droht, bildet der NLWKN gemeinsam mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte den Überregionalen Hochwasserwarndienst und gibt entsprechende Hochwassermeldungen heraus. Der nasseste August überhaupt seit Beginn der Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 – eine zweifelhafte Auszeichnung für den August 2010. Verantwortlich war insbesondere ein extremer Starkregen vom 26. auf den 27. August, der in einzelnen Fällen viermal so hoch wie der Monatsniederschlag war. Das Zentrum der Regenfront erstreckte sich dabei vom Münsterland über das Schaumburger Land und den Großraum Hannover bis ins nordwestliche Harzvorland. Örtlich kam es zu schweren Überflutungen; in Osnabrück wurde daraufhin Katastrophenalarm ausgelöst. Die Pegelstände der Hase stiegen bis über Hochwasser-Meldestufe 3, an der Vechte wurde Meldestufe 2 erreicht. Auch der September und November waren deutlich zu nass; in der Folge kam es jeweils zu kleineren Hochwasserspitzen. Im Aller-Leine-Gebiet wurde im November kurzzeitig Meldestufe 3 erreicht.

Die negativen Auswirkungen des Ende Dezember 2010 Hochwassers im Januar 2011 hielten gab es flächendeckend sich allerdings glücklicherweise in eine geschlossene Grenzen. Ausschlaggebend hierfür Schneedecke, in der ein war unter anderem die Tatsache, dass beachtliches Wasseräquinach den vorangegangenen extremen valent gespeichert war. Hochwasserereignissen nicht nur in Es folgten ab Anfang den technischen Hochwasserschutz Januar 2011 massives investiert worden war, sondern auch Pegel Bleckede im Hochwasser. Tauwetter und heftige der Informationsfluss deutlich verbessert wurde. Regenfälle. Das klassische Winterhochwasser in Die Elbeanrainerländer und der Bund errichteten den Einzugsgebieten der Aller, Leine, Oker und der Weser war unvermeidlich. Im gesamten Einzugseine gemeinsame Hochwassermeldezentrale in gebiet der Weser stiegen die Pegel über die MelMagdeburg. Als Teil dieses länderübergreifenden destufe 3. Vom 6. bis 18. Januar 2011 rauschten Netzwerks erhält der Hochwassermeldedienst des gleich zwei Hochwasserwellen (7. und 14. Januar) NLWKN in Lüneburg täglich Wasserstands- und im Einzugsgebiet der Weser durch. An der Weser Vorhersagewerte für die Elbe von der Quelle in gab es im Januar ebenfalls zwei klassische WinTschechien bis zum Wehr Geesthacht. So konnten terhochwasser: In Hann. Münden wurde die kritidie Experten der Gewässerkunde in Lüneburg die sche Marke von sechs Metern erreicht, Straßen erste Hochwasserwarnung für Niedersachsen und Keller wurden überflutet und standen tagelang bereits zwei Wochen vor dem eigentlichen Hochunter Wasser. wasserscheitel herausgeben. Als der Scheitel der Kontakt: Sabrina Breske, Betriebsstelle Lüneburg langgezogenen Hochwasserwelle Niedersachsen (04131/8545-223), Stephan Bellin, Betriebsstelle Hannoam 22. Januar 2011 erreichte, waren Bevölkerung, ver-Hildesheim (05121/509-132) Behörden und Hilfsdienste gut vorbereitet und der Hochwassermeldedienst in Lüneburg blieb für alle Beteiligten ein kompetente Ansprechpartner.

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Hochwasserschutz Elbe-Aufbauhilfefonds: Die letzten 13 Mio. Euro werden jetzt investiert Von Rainer Carstens Das Elbe-Hochwasser im Januar 2011 hat eindrucksvoll deutlich gemacht, dass der ElbeAufbauhilfefonds schneller als gedacht seine positive Wirkung entfalten konnte. In nur acht Jahren haben die Deichverbände an der Elbe, das Umweltministerium und der NLWKN in einer gemeinsamen Kraftanstrengung nahezu alle zum Zeitpunkt 2002 bekannten Schäden und Defizite im Hochwasserschutz an der Elbe und ihren Nebengewässern beseitigt. Die Finanzierung aus dem Aufbauhilfefonds läuft jetzt aus. Das Hochwasser 2011 brachte ähnlich hohe Wasserstände wie im August 2002, dank des verbesserten Hochwasserschutzes waren aber keine größeren Schäden zu verzeichnen. Lediglich ein Altdeich hat der Flut nicht stand gehalten und ist gebrochen, doch ein neuer starker Deich hatte längst die Schutzfunktion übernommen. Das Elbe-Hochwasser 2002 hatte nach offizieller Bilanz der Bundesregierung Schäden von mehr als neun Milliarden Euro verursacht. Bund und Länder hatten daraufhin einen Elbe-Aufbauhilfefonds aufgelegt und mehr als sieben Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. Seit 2003 wurden in Niedersachsen jährlich zwischen zehn und 25 Millionen Euro für den Hochwasserschutz an der Elbe investiert. Die Mittel aus dem Elbe-Aufbaufonds in Höhe von 114,3 Millionen Euro wurden noch aufgestockt mit Zuschüssen der Europäischen Union (mehr als 30 Millionen Euro). Insgesamt wurden bis Ende 2010 so 146,7 Millionen Euro für den Hochwasserschutz verwendet. Die Maßnahmen umfassen eine fast vollständige Anpassung aller Hochwasserschutzanlagen wie Deiche, Siele und Schöpfwerke an die festgelegten Höhen. Beispielsweise wurden 126 Kilometern Deiche verstärkt oder neu gebaut.

Zuständig für fast alle Hochwasserschutzprojekte waren sieben Hochwasserschutzverbände an der Elbe, die von der Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN im Verbund mit leistungsstarken norddeutschen Ingenieurbüros unterstützt wurden. Das Verbandsgebiet von über 70.000 Hektar mit mehr als 40.000 Einwohnern ist durch den massiven Hochwasserschutz besser denn je vor Hochwasser geschützt. Der NLWKN hat nicht nur die Projekte mit geplant und betreut; auch die Zuwendungsbescheide und die Baugenehmigungen kamen vom Landesbetrieb – natürlich jeweils aus verschiedenen Abteilungen, die völlig unabhängig voneinander arbeiten. Einziger Wermutstropfen: Auf den letzten Metern hat das Wetter den Verbänden, dem NLWKN und den Baufirmen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das für 2010 mit Mitteln aus dem Ausbaufonds geplante Bauprogramm konnte wegen der nassen Witterung 2010 nicht realisiert werden. Nun werden die unweigerlich letzten 13 Millionen Euro aus dem Elbe-Aufbauhilfefonds 2011 eingesetzt, etwa für die Deichverteidigungswege an den Jeetzeldeichen oder für die Deiche an Sude und Krainke. Fakt ist auch, dass die aus dem ElbeAufbauhilfefonds zur Verfügung gestellten Gelder nicht ganz gereicht haben, um die an der Elbe und ihren Nebenflüssen festgestellten Schäden zu beseitigen. Projekte mit einem Volumen von rund 18 Millionen Euro werden mit Hilfe des regulären Hochwasserschutzprogramms Niedersachsen nach und nach abgearbeitet. Auch an der Elbe gilt: Hochwasserschutz ist eine Daueraufgabe und erfordert zuweilen flexibles Handeln: Deshalb beginnt der Hochwasserschutz für Alt Garge bereits 2011.

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Kontakt: Rainer Carstens, Direktion Norden (04931/947-210)

Elbehochwasser 2011 bei Hitzacker: Hochwasserschutzmaßnahmen zeigen ihre Wirkung, das Hochwasser richtet kaum Schäden an.

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Hochwasserschutz Berechnung der Überschwemmungsgebiete: 2550 Fluss-Kilometer geschafft Von Keith Hummel Überschwemmungsgebiete sind ein wichtiger und unentbehrlicher Baustein im vorbeugenden Hochwasserschutz – der NLWKN arbeitet deshalb mit Hochdruck daran, diese Gebiete möglichst rasch vorläufig zu sichern. In Niedersachsen müssen Überschwemmungsgebiete an Flüssen auf einer Länge von 7136 Kilometern berechnet werden; seit 2005 sind 2550 Kilometer abgearbeitet; das heißt, sie sind vorläufig gesichert oder schon festgesetzt. Umfangreiche Messungen und Berechnungen sind Grundlage der Ermittlung von Überschwemmungsgebieten in Niedersachsen, die der NLWKN landesweit vorläufig sichert. Sie gelten damit bis zur endgültigen Verordnung als festgesetzt. Wöchentlich werden die Ergebnisse der vorläufigen Sicherung- und der Festsetzung der Überschwemmungsgebiete auf dem neu gestalteten Kartenserver aktualisiert.

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Der NLWKN ermittelt die flächenhafte Abgrenzung der Überschwemmungsgebiete. Die Fachleute sprechen von der HQ100-Linie, weil die Grenzen der Überschwemmungsgebiete sich aus einem Hochwasser ergeben, das statistisch alle hundert Jahre zu erwarten ist. Der NLWKN versteht sich dabei als Dienstleister, der den Unteren Wasserbehörden – den Landkreisen, kreisfreien Städten und großen selbstständigen Städten – als fachliche Vorarbeit die Daten liefert und diese Gebiete vorläufig sichert. Die Unteren Wasserbehörden führen anschließend auf dieser Grundlage

Auf dem Weg zu einem effektiven Risikomanagement Von Michael Lülf Mit Hilfe der 2007 in Kraft getretenen EURichtlinie über die Bewertung und das Management von Hochwasserrisiken sollen die hochwasserbedingten Risiken für die Bevölkerung, die Umwelt, das Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten so weit wie möglich reduziert werden. Betraut mit der Umsetzung in Niedersachsen ist die Fachgruppe Hochwasserrisikomanagement, die maßgeblich von Vertretern des NLWKN getragen wird. Fachlich unterstützt wird sie durch die gleichnamige beim NLWKN in Hildesheim angesiedelte Leitstelle. 2010 führte der NLWKN eine landesweite Bewertung des Hochwasserrisikos durch, um die Gewässer- und Küstenstrecken zu identifizieren, an denen ein potenzielles signifikantes Hochwasserrisiko besteht oder für wahrschein-

Die blau markierten Flächen zeigen das Überschwemmungsgebiet Mühlenriede in Wolfsburg, das vorläufig gesichert wurde.

ein förmliches Verfahren mit Öffentlichkeitsbeteiligung zur endgültigen Festsetzung der Überschwemmungsgebiete bis Ende 2013 durch, so schreibt es das Wasserhaushaltsgesetz vor. An 776 Flüssen oder Gewässerabschnitten werden Überschwemmungsgebiete ausgewiesen, deren Berechnung fast vollständig an Ingenieurbüros vergeben wurde. Die Abarbeitung erfolgt nach einer mit den Unteren Wasserbehörden abgestimmten Prioritätenliste. Dabei werden sogar neue Höhendaten aus Laserscan-Befliegungen verwendet, da die vorhandenen Daten zur Höhenmodellierung im Bereich von Entwässerungsflächen oder Moorgebieten nicht mehr aktuell waren und sich damit als ungeeignet erwiesen. Kontakt: Keith Hummel, Betriebsstelle Süd (0551/5070452)

lich gehalten werden kann. Für die ermittelten Risikostrecken sind bis Ende 2013 Gefahrenund Risikokarten zu erarbeiten und bis 2015 Risikomanagementpläne aufzustellen – diese beinhalten auch die Maßnahmenvorschläge für einen angemessenen Hochwasserschutz. Bei einem hundertjährlichen Hochwasser überschwemmte Flächen in den Risikogebieten sind zudem bis zum 22. Dezember 2013 als gesetzliche Überschwemmungsgebiete festzusetzen, um einer künftigen Etablierung hochwasserempfindlicher Nutzungen in den gefährdeten Bereichen vorzubeugen. Die Ergebnisse der vorläufigen Risikobewertung werden Ende 2011 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und im März 2012 an die EU gemeldet. Kontakt: Michael Lülf, Betriebsstelle HannoverHildesheim (05121/509-342)

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Wasserwirtschaft EN ISO/IEC 17025 – das ist die internationale Norm für die Allgemeinen Anforderungen an die Kompetenz von Prüflaboratorien. Sie ist das Pendant zur bekannteren ISO 9000, nach der sich mittlerweile viele Betriebe von der Arztpraxis bis zum Zoologischen Garten zertifizieren lassen.

Gütesiegel für Labor: Alle Standorte wurden akkreditiert Von Ulrich Wiegel Es war ein langer Weg – und ist am Ende auch der Beginn eines neuen: Das Labor des NLWKN hat im Frühjahr 2011 ein besonderes Gütesiegel erhalten – alle Standorte wurden akkreditiert. Übrigens: Staatliche Labore zur Wasseruntersuchung haben in Niedersachsen eine fast einhundert-jährige Tradition. Was heißt das – Akkreditierung? Der Begriff leitet sich vom lateinischen accredere ab, was so viel heißt wie „Glauben schenken“. Er wird allgemein dafür benutzt, wenn eine allgemein anerkannte Instanz einer anderen das Erfüllen einer besonderen (nützlichen) Eigenschaft bescheinigt. Das jedenfalls meint Wikipedia. In Deutschland handelt es sich bei der „allgemein anerkannten Instanz“ um die Deutsche Akkreditierungsstelle mit der Abkürzung DAkkS. Die klingende Analogie zum Wildtier des Jahres 2010 geht über die phonetische Entsprechung hinaus. Ganz ähnlich wie der Allesfresser Dachs verbreitet sich auch das Akkreditierungsgewerbe über nahezu ganz Europa aus. Der politische Antrieb ist der Wunsch, sämtliche Dienstleistungen und Produkte gleichen internationalen Qualitätsstandards zu unterwerfen. Das betrifft nicht nur Lebensmittel, sondern auch die Qualität von Analysenergebnissen, die in analytischen Labors gewonnen werden.

Qualitätsmanagement im NLWKN-Labor – unser Logo.

Für einen der Laborstandorte des NLWKN ist die Akkreditierung indes nichts Neues. Bereits im Jahre 2003 wurde sie in Hildesheim erreicht, damals noch unter der Bezeichnung NLÖ (Niedersächsisches Landesamt für Ökologie). Drei Jahre nach Integration des NLÖ in den NLWKN wurde die Akkreditierung auf die Probenahmestützpunkte in Braunschweig und Göttingen erfolgreich ausgedehnt. Die Erweiterung um die Labor- bzw. Probenahmestützpunkte in Aurich, Brake, Lüneburg, Meppen, Stade, Verden, Cloppenburg und Sulingen war ein gewaltiges Unterfangen, welches viele Jahre an Vorbereitung bedurfte. Qualitätsbewusstes Arbeiten war im Labor des NLWKN schon immer eine Selbstverständlichkeit. Die Anforderungen an ein akkreditiertes Labor aber gehen über das Erzeugen richtiger und präziser Analysendaten hinaus. Ein großer Komplex dabei widmet sich der Dokumentation und Rückverfolgbarkeit aller Tätigkeiten. Dazu zählen u. a. Einkauf von Verbrauchsmitteln und Geräten, Bewertung von Auftragnehmern und Auftraggebern, interne und externe Kommunikation. Bei der Begutachtung des Labors an allen seinen Standorten und Probenahmestützpunkten stand aber das Fachliche im Vordergrund. Der Qualifikation der Mitarbeiter als auch der technischen Ausstattung wurde seitens der Begutachter ein durchweg hohes Niveau bescheinigt.

Die Qualität unserer Laborarbeit wird schon bei der Vorarbeit deutlich: Das Entnahmerohr für Wasserproben muß exakt sitzen.

Die formellen Grundlagen liefern europäische Richtlinien: Danach haben die Mitgliedstaaten dafür Sorge zu tragen, dass die Laboratorien „Qualitätsmanagementverfahren anwenden, die mit der Norm EN ISO/IEC-17025 oder anderen gleichwertigen, auf internationaler Ebene anerkannten Normen im Einklang stehen“.

Außerdem fiel der Begutachterin bei den standortübergreifend vorgeführten Probenahmen immer wieder das kollegiale Miteinander aller Kolleginnen und Kollegen auf. Und überhaupt: Seit Einführung des Qualitätsmanagementsystems im Labor des NLWKN wurde der Gedanke „Wir sind ein Labor!“ mehr und mehr gelebt. Aus den ehemals autarken Laboren von Aurich bis Göttingen wurde nunmehr ein über die eigene Labortür hinausgehendes Team. Kontakt: Ulrich Wiegel, Betriebsstelle Stade (04141/601-222)

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Wasserwirtschaft Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie: Checkliste für das Küstenmeer Von Jan Witt, Kirsten Dau und Alexander Schroeder Mit der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie hat die EU eine neue Richtlinie herausgebracht, um die Meeresumwelt zu schützen und eine nachhaltige Nutzung sicher zu stellen (Ökosystemansatz). Sie bündelt und ergänzt die Vielzahl bestehender Einzelregelungen und Abkommen und schafft einen gesetzlich verbindlichen Rahmen für eine Meerespolitik über Ländergrenzen hinweg. Der NLWKN ist für das niedersächsische Küstenmeer maßgeblich an diesem Prozess beteiligt. Das Ziel der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) ist es, spätestens bis zum Jahr 2020 einen guten Zustand der Meeresumwelt zu erreichen oder zu erhalten. Neben einer ökologischen Bewertung werden hierbei auch die verschiedenen Belastungen der Meeresumwelt beurteilt. Dafür gibt es eine Checkliste: Der Zustand wird mit Hilfe von elf so genannten Deskriptoren beschrieben (siehe Tabelle).

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Alle sechs Jahre müssen die Mitgliedstaaten über den aktuellen Umweltzustand (Bewertung) berichten und den anzustrebenden Zustand ihrer Meeresgewässer definieren. Um einen guten Umweltzustand zu erreichen oder zu erhalten, sind Umweltziele zur Reduzierung oder Beseitigung von Belastungen durch menschliche Aktivitäten festzulegen. Diese Berichte bilden die Basis für die Entwicklung eines entsprechenden MonitoringProgramms und die Konzipierung von Maßnahmen, die zum Erreichen des guten Umweltzustandes führen sollen. Zunächst ist bis 2012 eine erste Bewertung der Meeresregionen zu erstellen; noch 2011 werden die ersten Berichte zur MSRL der Öffentlichkeit vorgestellt und dann im Juli 2012 an die EU gemeldet. Wie auch bei der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) besteht auf internationaler Ebene die große Herausforderung bei der Umsetzung der

Wie gesund ist das Küstenmeer? Eine Checkliste gibt Auskunft!

MSRL in der Abstimmungsarbeit zu einer ökosystembasierten Bewertung. Bestehende Meeresschutzabkommen wie OSPAR spielen hierbei eine maßgebliche Rolle. In Deutschland hat das Bundes-Umweltministerium die Verantwortung für die Gesamtumsetzung (u. a. Berichtspflicht) und die Bewertung der so genannten ausschließlichen Wirtschaftszone jenseits der 12 Seemeilen-Zone, während die Küstenländer und damit auch Niedersachsen die Umsetzung in den Küstenmeeren übernehmen. Der dargestellte Zeitplan der MSRL ist anspruchsvoll. Obwohl die Organisation zwischen Bund und Ländern noch nicht fertig abgestimmt ist, gehen die Arbeiten zur Umsetzung der MSRL voran. Zurzeit werden die Berichte zur Anfangsbewertung, zum guten Umweltzustand und zu den Umweltzielen vom Bund und Küstenländern erstellt. Diese Arbeiten werden fachlich durch Arbeitsgruppen des Bund/Ländermessprogramms Nordund Ostsee (BLMP) unterstützt bzw. durchgeführt. Der NLWKN in Brake- Oldenburg ist in beiden Gremien aktiv und hat die niedersächsischen Erfahrungen, Kenntnisse und Daten zum Küstenmeer in die Berichte eingebracht. Kontakt: Jan Witt (0441/799-2045), Kirsten Dau (0441/799-2262) und Alexander Schroeder (0441/7992057), Betriebsstelle Brake-Oldenburg

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Wasserwirtschaft Probleme am See? Seenkompetenzzentrum hilft bei Lösungssuche

Das EU-Projekt TIDE: Eine Chance zum Blick über den Tellerrand

Von Christian Makala und Hans-H. Schuster

Von Sonja Saathoff

In Sulingen hat der NLWKN die landesweite fachliche Kompetenz für die großen Seen in Niedersachsen konzentriert. Das bedeutet: Wenn es um Planung und Umsetzung konkreter Projekte einschließlich Monitoring an den so genannten Stillgewässern geht, sucht die Betriebsstelle Sulingen gemeinsam mit den regionalen Betriebsstellen, den Landkreisen und den lokalen Akteuren nach Lösungen. Im Fokus ist dabei der gute ökologische Zustand der Seen. Das Seenkompetenzzentrum versteht sich auch als Berater anderer Behörden in seenbezogenen limnologischen Fragestellungen und begleitet die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie an den Seen mit naturwissenschaftlichem und planerischem Fachverstand. Aktuelle Projekte sind die Erarbeitung eines Gewässerentwicklungsplans für den Bederkesaer See sowie ein intensiviertes Monitoring für den Dümmer. Die in Auftrag gegebene Tiefenvermessung verschiedener Baggerseen im Rahmen der Wasserrahmenrichtlinie sorgt hier erstmals für grundsätzliche Daten. Die aktuelle Belastung der Stillgewässer ist die Überversorgung mit anorganischen Pflanzennährstoffen; hierbei speziell mit dem Nährstoff Phosphor. Angeheizt durch ein überreichliches Phosphorangebot entwickeln sich im stehenden „Seewasser“ Lebensgemeinschaften von Millionen mikroskopisch kleiner ein- und mehrzelliger Algen (das Phytoplankton), die wiederum von den mikrospkopisch kleinen Tieren des Zooplanktons gefressen werden. Die phytoplanktischen Lebensgemeinschaften bestimmen wiederum durch ihre Stoffwechselprozesse die gewässerchemischen Eigenschaften des Sees sowie die ökologischen Rahmenbedingungen der Seenutzung. Typische Auswirkungen der PhosphatÜberdüngungen sind Nutzungsprobleme an den Seen durch Massenentwicklungen toxischer Blaualgen, die auch zu Eintrübungen des Wassers und damit zu Keimungs- und Aufwuchsproblemen höherer Wasserpflanzen (Makrophyten) führen. Im Extremfall kann dies bis zum “Umkippen des Sees“ von einer Sauerstoffübersättigung im Wasser hin zu einem Sauerstoffmangel mit Fischsterben führen. Ein vom Seenkompetenzzentrum entwickelter Leitfaden zur Maßnahmenplanung für die großen Seen des Landes beschreibt, wie hier gegen gesteuert werden kann. Kontakt: Christian Makala (04271/9329-47) und HansHeinrich Schuster (04271/9329-61), Betriebsstelle Sulingen

Der NLWKN engagiert sich seit Januar 2010 im EU-Projekt TIDE (Tidal River Development). Die Projektpartner aus den Niederlanden, Großbritannien, Belgien und Deutschland beschäftigen sich gemeinsam noch bis Ende 2012 mit den Aspekten einer zukunftsfähigen Bewirtschaftung von großen und intensiv genutzten Ästuaren im Nordseeraum. Vor dem Hintergrund verbindlicher Umweltrichtlinien der Europäischen Union bietet TIDE die Chance, durch einen Blick über den nationalen Tellerrand von den Erfahrungen der europäischen Nachbarn bei Forschung, Umweltüberwachung und Management zu profitieren und die so gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen der zukünftigen Arbeit an den Ästuaren von Weser, Elbe und Ems zu nutzen. Der NLWKN ist über die Betriebsstelle Brake-Oldenburg als Projektpartner in TIDE eingebunden. Ein Ziel der Projektarbeit ist die Ableitung konkreter Handlungsempfehlungen für eine optimierte Auswahl, Planung und Umsetzung zukünftiger Renaturierungsmaßnahmen. Der NLWKN ist zudem verantwortlich für zwei auf das Weserästuar bezogene Pilotprojekte: Das erste Projekt fokussiert auf den Schutz und die Entwicklung geogener und biogener Hartbodenlebensräume wie zum Bespiel die Muschelbänke in den Stromrinnen der Außenweser. Das zweite Pilotprojekt befasst sich mit Optionen zur Renaturierung von aquatischen, amphibischen und terrestrischen Habitaten im Bereich der Nebenarme der Weser. Erste Ergebnisse werden Ende 2011 vorliegen. Wirtschaftliche Nutzung sowie Deich- und Sielbau zum Schutz der Wirtschafts- und Siedlungsräume vor Sturmfluten und Hochwasser haben die natürliche Dynamik der tidebeeinflussten Flussmündungen (Ästuare) des Nordseeraumes über die Jahrhunderte hinweg zunehmend eingeschränkt. Im Laufe der vergangenen 100 Jahre führte insbesondere die intensive Inanspruchnahme durch Hafenwirtschaft und Schifffahrt zu einer Zurückdrängung des ursprünglich vorhandenen Tier-, Pflanzen- und Lebensraumbestandes. Vor dem Hintergrund verbindlicher europarechtlicher Vorgaben wie der Wasserrahmenrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie stehen die EUMitgliedstaaten bereits seit mehreren Jahren vor der Herausforderung, die strikten Zielsetzungen zur Verbesserung der Lebensumwelt und der Wasserqualität zu erfüllen. Kontakt: Sonja Saathoff, Betriebsstelle BrakeOldenburg (0441/799-2559)

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Wasserwirtschaft Messnetzkonzept für Grundwasser modernisiert – jetzt noch flexibler Von Dieter de Vries Der NLWKN hat das Messnetzkonzept für Grundwasser modernisiert und kann noch stärker als bisher flexibel auf aktuelle umweltpolitische Fragestellungen oder neue rechtliche Regelungen reagieren. 3.500 landeseigene Messstellen und etwa weitere 7000 Messstellen, die zum Beispiel von Wasserversorgungsunternehmen betrieben werden, bilden in Niedersachsen einen dichten Messstellenpool: So kann der NLWKN die Veränderungen im Grundwasserbereich überwachen und dokumentieren; dabei geht es sowohl um die Güte als auch um die Menge des Grundwassers, das in weiten Teilen Niedersachsens letztlich auch Trinkwasser ist. Die aus diesem Messstellenpool gewonnenen Daten werden möglichst oft in mehreren Programmen verwendet, um zusätzliche Untersuchungen und damit zusätzliche Kosten zu vermeiden.

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Das neue Messnetzkonzept enthält unterschiedliche Messprogramme: Die Auswahl der Messstellen, der Turnus der Messungen und der Umfang der Parameter können individuell zusammengestellt werden – beispielsweise ausgerichtet auf regionale und landesweite Fragestellungen oder um unserer Berichtspflicht für nationale und internationale Projekte und Programme nachzukommen. Das Messkonzept berücksichtigt landesweit auftretende Belastungen wie Nitrat und Pflanzenschutzmittel ebenso wie spezielle Gefährdungen der genutzten Grundwasserleiter z.B. durch Salzwasser (Küste, Salzstöcke).

Mehr als 400 Messstellen für Oberflächengewässer Von Katharina Pinz Das Gütemessnetz für Fließgewässer und stehende Gewässer im Rahmen des Gewässerüberwachungssystems Niedersachsen (GÜN) wird immer dichter und die vom NLWKN vorgelegten Untersuchungsergebnisse damit immer aussagekräftiger. Das neue Konzept beinhaltet eine Neuordnung der Messstellen und des Messumfanges der Überwachungsprogramme des Gewässerkundlichen Landesdienstes. Das seit 1979 bestehende Messnetz umfasst nunmehr insgesamt 404 Messstellen unterschiedlicher Kategorien, davon 369 Messstellen an Fließgewässern und 35 Messstellen an stehenden Gewässern. Zum Umfang der zu untersuchenden Kenngrößen gehören sowohl

Gütemessstation Fuhse.

Die seit vielen Jahren im Rahmen des Gewässerüberwachungssystems Niedersachsen (GÜN) erhobenen Güte- und Wasserstandsdaten für das Grundwasser sind eine wichtige Grundlage für alle wasserwirtschaftlichen Planungen. Der NLWKN ist hier ein viel gefragter Partner von Behörden und Organisationen sowie Planungsbüros und Bürgern, etwa wenn es um die Beratung bei anstehenden Projekten oder Stellungnahmen des Gewässerkundlichen Landesdienstes im Rahmen von Genehmigungsverfahren geht. Seit einigen Jahren ist in Niedersachsen eine Intensivierung der Landwirtschaft mit einem tiefgreifenden agrarstrukturellen Wandel im Gange, ausgelöst durch die Nutzung nachwachsender Rohstoffe im Zusammenhang mit der Produktion der erneuerbaren Energie. Sicher ist, dass dieser Wandel nicht ohne Einfluss auf unsere Gewässer sein wird. Es ist die Aufgabe des Gewässerkundlichen Landesdienstes, diese Auswirkungen durch Grundwassermessungen zu dokumentieren und die Untersuchungsergebnisse mit den in der Wasserrahmenrichtlinie und den Wassergesetzten formulierten Umweltzielen abzugleichen. Kontakt: Dieter de Vries, Betriebsstelle Aurich (04941/176-157)

biologische Komponenten (Fische, im Wasser lebende Kleintiere, höhere und niedere Wasserpflanzen) als auch allgemeine chemischphysikalische Parameter wie z. B. Temperatur, Sauerstoff, Stickstoff und Phosphor, aber auch zahlreiche spezifische chemische Schadstoffe, die teilweise als gefährlich eingestuft wurden. Langjährige, kontinuierlich und qualitativ hochwertig betriebene Messprogramme garantieren eine seriöse Darstellung der Wasser- und Gewässerqualität im Rahmen der Daseinsvorsorge, dienen einer zielorientierten Kontrolle und Verfolg von Belastungen und sind schlussendlich Basis daraus fachkompetent abzuleitender Handlungs- und Maßnahmenfelder. Kontakt: Dr. Katharina Pinz, Betriebsstelle Lüneburg (04131/8545-271)

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Wasserwirtschaft Gütemessstationen: Kontinuierliche Messung ausgewählter Güteparameter Von Andreas Austen und Dietmar Bublitz Im niedersächsischen Gewässerüberwachungssystem (GÜN) werden an den größeren Fließgewässern in den Einzugsgebieten der Elbe, Weser, Ems und Vechte (Rhein) aktuell 23 Gütemessstationen betrieben. Die Gütemessstationen erfassen im Gegensatz zu den Gütemessstellen kontinuierlich Daten zu den Parametern Temperatur von Luft und Wasser, Wasserstoffionen-Konzentration (pH-Wert), Sauerstoffgehalt und elektrische Leitfähigkeit. Das Netz der Gütemessstationen erfüllt neben den Standardparametern in Einzelfällen auch weitere Anforderungen aus nationalen und internationalen Verpflichtungen. Der Zweck der Untersuchung durch die Gütemessstationen ist primär auf die automatische und langfristige, aber auch akute Feststellung von Veränderungen im Gewässer (Immissionsmessungen) gerichtet: Es ist also ein Beitrag zum Schutz der oberirdischen Gewässer und der nachhaltigen Nutzung des Wassers. Eine Datennutzung erfolgt unter anderem für die Beurteilung von Lebensräumen für Pflanzen und Tiere (Schutz aquatischer Lebensgemeinschaften), insbesondere für die Fischerei, für Entscheidungen in Zusammenhang mit Freizeit und Erholung oder der Gewinnung von Trinkwasser bzw. im Rahmen einer gewerblichen und industriellen Nutzung (z.B. Kühlwasser, Abwasserentsorgung). Das Monitoring der Gütemessstationen kann auch zu Fragestellungen in Verbindung mit der Klimaveränderung unterstützend herangezogen werden.

Bisher nicht beachtete Schadstoffe entdeckt Von Dr. Dieter Steffen und Anna Girbig Eine wichtige Aufgabe der Gewässerüberwachung besteht darin, bisher nicht beachtete Schadstoffe zu finden und deren Gefährlichkeit für die Umwelt festzustellen. Der NLWKN hat deshalb zusammen mit der Leuphana Universität Lüneburg niedersächsische Fließgewässer auf die sogenannten NSO-Heterocyclen untersucht. Diese Stoffgruppe ist bisher in Oberflächengewässern wenig beachtet worden, dementsprechend existieren auch noch keine Grenzwerte. NSO-Heterocyclen kommen bevorzugt in Bereichen von ehemaligen Gaswerken, Kokereien oder Imprägnierwerken vor, weil diese Standorte mit Teeröl kontaminiert sein können. Was sind NSO-Heterocyclen? Die Basis bilden die polycyclischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK), die bereits seit Jahren

In Niedersachsen gibt es 23 Güte- Messstationen (blaue Punkte). Die roten Sterne sind die NLWKN-Standorte.

Die Messtechnik der Gütemessstationen besteht bei einem Teil der Anlagen aus Messelektroden bzw. -sonden, die direkt im Gewässer platziert sind. Andere Anlagen messen in einem Bypasssystem. Vorteil der Direktmessung im Gewässer ist, dass auf die Stromkosten verursachende und wartungsintensive Pumpentechnik verzichtet werden kann. Die regelmäßig notwendige und wichtige Reinigung und Wartung der Mess-Elektroden ist bei beiden Messmethoden mühelos möglich. Die Datensammlung und -übertragung findet in den Stationen über Controller bzw. Modems statt. Die Daten laufen zurzeit noch in den jeweiligen Betriebstellen auf und werden dort ausgewertet. Noch 2011 wird über das zentrale Betriebsdateninformationssystem „BIS“ ein einfacheres Datenmanagement und eine schnelle Visualisierung der Ergebnisse auch im Internet möglich sein. Kontakt: Andreas Austen, Betriebsstelle Verden (04231/882-171) und Dietmar Bublitz, Betriebsstelle Süd in Braunschweig (0531/8665-4321)

Bestandteil der Gewässerüberwachung sind und für die es bereits europaweit festgelegte Grenzwerte gibt. Einige der NSO-Heterocyclen sind jedoch noch giftiger als die bekannten PAK. An ausgewählten niedersächsischen Gewässermessstellen sind sowohl Wasser- als auch Sediment- oder Schwebstoffproben entnommen und von der Leuphana Universität Lüneburg auf insgesamt 86 Einzelverbindungen untersucht worden. Das Ergebnis: NSO-Heterocyclen wurden in allen Gewässern nachgewiesen, insbesondere das Acridin. Die Konzentrationen entsprachen in etwa dem Niveau der PAK. Der vollständige Bericht kann im Internet des NLWKN unter Service/VeröffentlichungenWebshop/Schriften zum Downloaden/Gewässergüte herunter geladen werden. Kontakt: Dr. Dieter Steffen (05121/509-207) und Anna Girbig (05121/509-343), Betriebsstelle Hannover-Hildesheim

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Wasserwirtschaft Industriegebiet Stade verschafft dem NLWKN viel Arbeit und Anerkennung

Chemische Produkte aus die Region

Von Volker Rebehn Das Industriegebiet in Stade auf dem Bützflether Sand war das größte Industrieansiedlungsvorhaben in Niedersachsen nach dem zweiten Weltkrieg. Die Elbe diente dabei nicht nur dem Anund Abtransport der Grundstoffe und Produkte, sondern auch der Einleitung von Abwässern und der Bereitstellung von Kühlwasser in großen Mengen. Im Stader Industriegebiet arbeiteten mehrere große Firmen, die einerseits wegen der Wasserentnahmen und andererseits wegen der Einleitungen vom NLWKN betreut werden.

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Fünf Firmen unterschiedlicher Größe und Bedeutung sind seit 1972 im Industriegebiet aktiv. Die Bearbeitung, Änderung und Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnisse für die vier großen Industriebetriebe und damit zusammenhängend die Überwachung der Einhaltung der Einleitanforderungen sowie die Festsetzung von Abwasserabgabe und Wasserentnahmegebühr zählt zu den Hauptaufgaben der Betriebsstelle Stade des NLWKN.

DOW Deutschland Anlagengesellschaft mbH: Seit Baubeginn 1969 hat sich das Werk der Firma Dow an der Unterelbe auf einer Fläche von 550 ha zu einem der bedeutendsten und größten Industriebetriebe in Niedersachsen entwickelt. Die in Stade hergestellten chemischen Produkte finden sich am Ende der Verarbeitungskette in hunderten von Erzeugnissen des täglichen Lebens wie z.B. Kosmetika, Klebstoff oder Fensterrahmen wieder. Auf dem Gebiet der Abwasserentsorgung hat Dow mit Hilfe von hoch entwickelten Technologien bemerkenswerte Erfolge in der Reduzierung der Einleitungsmengen erzielt. Die betriebseigene biologische Kläranlage zur Aufbereitung des Prozessabwassers ist die größte Norddeutschlands. Sie besitzt eine hydraulische Kapazität Dow an der Unterelbe: Einer der größten Industriebetriebe in Niedersachsen. von 132.000m³/Tag bei einer biologischen Belastung von 54t BSB5/Tag. Die Investitionen im Industriegebiet Stade liegen Die Mindestanforderungen der Abwasserverordpro Jahr im dreistelligen Millionen-Bereich und nung werden nicht nur eingehalten, sondern zum werden maßgeblich durch die Wassergesetze Teil erheblich unterschritten, was sich auf die Höhe beeinflusst. Für diese Investitionsentscheidungen der zu zahlenden Abwasserabgabe auswirkt. Dow erwarten die Betriebe eine kompetente, zuverlässiDeutschland hat die Erlaubnis, 300.000.000 m³ ge, schnelle Entscheidung durch die zuständige Wasser/Jahr in die Elbe einzuleiten. Behörde, den NLWKN. Gute Kontakte, fachlich kompetente und rechtssichere Beratung sowie Aluminium Oxid Stade (AOS): Der Betrieb der eine gute Kenntnis der jeweiligen Anlagen und AOS verarbeitet im Jahr ca. 2.500.000 Tonnen Betriebe erleichtern hier die gemeinsame AbstimBauxit und stellt daraus ca. 1.000.000 Tonnen Alumung und sind die Voraussetzung für die Akzepminiumhydroxid und Aluminiumoxid her. Die Firma tanz von zum Teil massiven Auflagen. AOS besitzt eine eigene Deponie zur Endlagerung Die Betriebsstelle Stade erhebt pro Jahr von Firmen im Stader Industriegebiet 2,5 Millionen Euro Abwasserabgabe und eine Million Euro Wasserentnahmegebühren. Mit den projektierten Kohlekraftwerken in Stade kommt je Kraftwerk eine Jahresgebühr von ca. zehn Millionen Euro hinzu.

des im Prozess entstehenden Rotschlammes. Das Überschusswasser der Deponie wird über eine eigene Kläranlage gereinigt. INGAL: Die Firma INGAL generiert aus der Aluminatlauge im Anschluss an den Prozess der Aluminiumoxidherstellung Gallium. Dies ist ein seltenes Metall, welches für die Herstellung von Schaltkreisen benötigt wird.

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Wasserwirtschaft Kernkraftwerk Stade (KKS): Das KKS befindet sich in der Rückbauphase. Insgesamt werden bis zur grünen Wiese” 330.000 Tonnen Abrissmaterial “ entstanden sein. Im Volllastbetrieb hatte das KKS eine Erlaubnis für die Nutzung von 1,2 Milliarden Kubikmeter Kühlwasser pro Jahr. Nach der Abschaltung des KKS im Jahr 2003 sank diese Menge stetig; inzwischen wird gar kein Kühlwasser mehr benötigt

(SH) sind für den Industriepark Stade noch zwei Kohlekraftwerke geplant, nachdem ein Antragsteller wegen nicht lösbarer Vorgaben des Bebauungsplans seinen Antrag zurückgezogen hat. Die Firmen Dow und E.ON projektieren zwei Kraftwerke mit zusammen 1800 MW elektrischer Leistung. Dies führt zu einem Kühlwasserbedarf von insgesamt ca. 80 m³/s. Die elektrische Leistung des ehemaligen Kernkraftwerkes Stade, das für 600 MW elektrischer Leistung ausgelegt war, wird somit verdreifacht. Bei einem höheren Wirkungsgrad erfolgt aber keine Verdreifachung der Kühlwassermengen. Insbesondere das Konzept der Firma Dow mit einer gekoppelten Kohle- und Gasverstromung und zusätzlicher Kraftwärmekopplung stellt hier einen innovativen Ansatz dar. Selbst wenn nicht alle Pläne realisiert werden, dürfte die Unterelbe Norddeutschlands Energiezentrale werden. Insgesamt sind an der Unterelbe in den drei Bundesländern Hamburg, SchleswigHolstein und Niedersachsen drei Kraftwerke vorhanden und fünf Kohlekraftwerke der 800 MW Klasse sowie vier betriebseigene Kraftwerke der 100 MW Klasse in der Planung.

Das Kernkraftwerk Stade wird zurück gebaut.

N.prior energy GmbH Stade: Die N.prior energy GmbH hat nach Übernahme der Firma Hydro (Aluminiumhütte) das ehemalige Gelände der Aluminiumhütte zu einem Standort für erneuerbare Energien umstrukturiert. Eine Produktionsanlage zur Herstellung von Bioethanol und eine Eisengießerei befinden sich in der Inbetriebnahmephase und ein Kraftwerk für Ersatzbrennstoffe wird zurzeit errichtet. Nach der Kernkraft kommt die Kohle Im Industriegebiet Stade ist nichts so beständig wie der Wandel. Die bestehenden Firmen Dow, AOS, KKS und N.prior energy GmbH müssen auf die Marktanforderungen reagieren, was zu Änderungen führt, die wiederum in den Arbeitsbereich des NLWKN in Stade fallen. Zum Beispiel müssen die wasserrechtlichen Erlaubnisse jeweils an die neue Entwicklung angepasst werden. Aber auch Neuansiedlungen, für die der NLWKN die entsprechenden Verfahren durchführt, finden hier statt. Besonders hervorzuheben sind hier die geplanten Großkraftwerke. Insbesondere auf dem Gebiet der Energieerzeugung ist der Unterelberaum 2010 in den Fokus der Konzerne gekommen. Dies umso mehr, weil sich Deutschlands größter Einzelverbraucher, die Firma Dow, direkt vor Ort befindet. Der Stromverbrauch der Dow entspricht mit 500 MW etwa einem Prozent des Gesamtverbrauches in der Bundesrepublik. Auch hier spielt der Standortfaktor des seeschifftiefen Fahrwassers für den Antransport der Kohle und die Möglichkeit der Kühlwasserentnahme die entscheidende Rolle. Genau wie in Brunsbüttel

Die Grundlage für die Bearbeitung durch den NLWKN ist hier der neue Wärmelastplan für die Elbe, der in einer Länder übergreifenden Arbeitsgruppe erarbeitet wurde. Neben Vertretern aus Schleswig-Holstein und Hamburg waren hierin auch Mitarbeiter des NLWKN vertreten. Der Wärmelastplan wurde durch die drei Kabinette der beteiligten Bundesländer zustimmend zur Kenntnis genommen und dient als Grundlage für weitere Entscheidungen über Ansiedlungen von Kraftwerks- und Industriebetrieben im Unterelberaum. Zusätzlich zu berücksichtigen sind hier die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie mit ihrem Verschlechterungsverbot und das neue Wasserhaushaltsgesetz, das in § 33 erstmals Aussagen zur Mindestwasserführung macht. Dies zusammen bildet die Grundlage der Entscheidungen durch den NLWKN.

Der Hafen Bützfleth ist der drittgrößte Hafen Niedersachsens und spielt für das Industriegebiet Stade eine wichtige Rolle. Kontakt: Volker Rebehn, Betriebsstelle Stade (04141/601-243)

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Wasserwirtschaft Wasserrahmenrichtlinie: Der Zukunft das Wasser reichen Von Petra Heidebroek und Julia Gaertner Mit der Veröffentlichung im Europäischen Amtsblatt ist die Wasserrahmenrichtlinie am 22. Dezember 2000 in Kraft getreten. Mit dieser Richtlinie haben sich die EU-Staaten verpflichtet, Flüsse, Seen und das Grundwasser gemeinsam auf einem hohen Niveau zu schützen. „Viel zu viel Papier und alles zu fachlich“- das war eine der Aussagen rund um die niedersächsischen Beiträge zu den Bewirtschaftungsplänen und Maßnahmenprogrammen der vier Flussgebiete Elbe, Weser, Ems und Rhein, die federführend vom NLWKN Lüneburg 2008 und 2009 erarbeitet wurden. So reifte der Gedanke, eine Broschüre vorzulegen, die die sehr kom-

Zusammenarbeit mit Landwirten: Große Ziele gemeinsam erreichen Von Friedrich Rathing Die EU hat sich mit der EG-Wasserrahmenrichtlinie ambitionierte Ziele für das Grundwasser gesetzt. Bis 2015 soll es auch in Niedersachsen in einem guten mengenmäßigen und chemischen Zustand sein. Handlungsbedarf besteht in Niedersachsen vor allem im Hinblick auf Nitrat.

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Um die Qualität des Grundwassers zu verbessern, setzt das Land Niedersachsen auf eine freiwillige Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft. Zusätzlich zur Umsetzung der grundlegenden Regeln (z. B. Düngeverordnung) bieten vier Ingenieurbüros und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) den Landwirten in bestimmten Gebieten im Auftrag des NLWKN eine Wasserschutz-Zusatzberatung an. Ziel ist es, die Nitrateinträge durch ein verbessertes Nährstoffmanagement zu reduzieren. Die Zielkulisse umfasst insgesamt knapp 13.000 km², davon ca. 7.000 km² landwirtschaftliche Fläche. Landwirte in der Zielkulisse können diverse Beratungsangebote wahrnehmen – vom Rundschreiben bis zur Erstellung einer individuellen Düngeplanung. Außerdem demonstrieren die Berater neue Techniken einer grundwasserfreundlichen Landbewirtschaftung praxisnah. Dabei liegt der Fokus auf den so genannten „Modellbetrieben“, von denen es in der Zielkulisse ca. 150 geben wird. Diese Betriebe arbeiten in speziellen Arbeitskreisen, den so genannten GrundWasserKreisen, eng mit Beratung und NLWKN zusammen. Die Modellbetriebe wollen so anderen Landwirten in der Region zeigen, was im Grundwasserschutz möglich ist. Feldtage und Schulungen für interessierte Betriebsleiter runden das Beratungsangebot ab.

plexen Themen einfacher darstellt. Das Heft „Der Zukunft das Wasser reichen“ enthält viele Fotos und gebündelte Informationen und informiert Institutionen, Verbände, Kommunen oder Schulen über die Wasserrahmenrichtlinie. Die Broschüre kann über den Webshop des NLWKN bestellt werden (www.nlwkn.niedersachsen.de / Service). Der NLWKN und das niedersächsische Umweltministerium haben außerdem 2010 gemeinsam zwei Internetkartendienste zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie in Niedersachsen veröffentlicht (www.umweltkarten.niedersachsen.de / Stichwort Wasser). So hat jeder Bürger die Möglichkeit, sich die Zustandsbewertungen der Gewässer „vor der Haustür“ zu betrachten. Kontakt: Petra Heidebroek, Betriebsstelle Lüneburg (04131/8545-209) und Julia Gaertner, Betriebsstelle Hannover-Hildesheim (0511/3034-3064)

Zusätzlich fördert das Land mit dem Niedersächsischen Agrar-Umweltprogramm den Anbau von Zwischenfrüchten und den Verzicht auf Bodenbearbeitung. So können die Landwirte Stickstoff in den Pflanzenresten und im Oberboden konservieren und den Nitrateintrag in das Grundwasser reduzieren. Allgemeine Agrarumweltmaßnahmen wie z.B. Mulchsaat, ökologische Anbauverfahren oder extensive Grünlandnutzung sowie die Freiwilligen Vereinbarungen in Trinkwassergewinnungsgebieten flankieren diese Angebote.

Bei einer Feldbegehung mit den Landwirten können die Maßnahmen vor Ort vorgestellt werden.

Untersuchungen der Böden, Pflanzen und Gewässer sowie Erfolgskontrollen ergänzen das Maßnahmenpaket. Die Modellbetriebe stellen außerdem Daten zu ihren Nährstoffflüssen zur Verfügung, anhand derer der NLWKN Modellbetrachtungen anstellt und den Erfolg bewertet. Um den Grundwasserschutz nachhaltig zu etablieren, bringt der NLWKN das Thema in die landwirtschaftliche Ausbildung ein und bildet gemeinsam mit der LWK interessierte Berufsschullehrer weiter. Kontakt: Friedrich Rathing, Betriebsstelle Sulingen (04271/9329-27)

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Naturschutz Wiederansiedlung und Bestandsstützung bedrohter Tier- und Pflanzenarten Von Dr. Annika Frech Wichtigstes Ziel im Naturschutz ist der Erhalt der wildlebenden Tier- und Pflanzenarten in ihren natürlichen Lebensräumen. Doch was bleibt zu tun, wenn die letzten Vorkommen einer Art trotz aller Bemühungen zu erlöschen drohen? Und was ist mit Arten, die schon vor Jahrzehnten bei uns verschwunden sind? Hier können Erhaltungszuchten und die Wiederansiedlung der Art helfen. Diesem Zeil dient das Projekt Arche Niedersachsen. Das Projekt ‚Arche Niedersachsen' ist Bestandteil der Niedersächsischen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt. Es umfasst Maßnahmen zur Wiederansiedlung und Bestandsstützung stark bedrohter oder bereits ausgestorbener heimischer Tier- und Pflanzenarten. Bei einer Bestandsstützung wird die noch vorhandene Restpopulation durch von Menschenhand nachgezüchtete Individuen vergrößert. In Kombination mit Maßnahmen zur Verbesserung des Lebensraumes kann damit das Überleben einer Population langfristig gesichert werden.

Die ‚Arche Niedersachsen' startete Mitte 2010 und wurde mit einer Auftaktveranstaltung am 7. Dezember 2010 den Fachkreisen und der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt. Bereits laufende Maßnahmen, wie die Wiederansiedlung des Luchses im Harz oder des Nerzes am Steinhuder Meer wurden in das Projekt integriert. Derzeit werden Vorhaben für einen breit gefächerten Artenkorb entwickelt, der neben Säugetieren und Vögeln auch Amphibien, Wirbellose und Blütenpflanzen enthält. Angeschlossen sind auch Maßnahmen zur Haltung von großen Weidetieren – insbesondere Wisente – in umzäunten Großgehegen. Neben konkreten Maßnahmen zur Wiederansiedlung von Tier- und Pflanzenarten umfasst die Arche Niedersachsen auch ein übergreifendes Konzept zur Qualitätssicherung. Es gewährleistet, dass sich alle Einzelprojekte an fachliche Standards halten, die vom NLWKN aufgestellt wurden und sich an bundesweiten und internationalen Leitlinien orientieren.

Wiederansiedlungsprojekte und Bestandsstützungen verbinden Maßnahmen im Freiland mit Aktivitäten außerhalb Darüber hinaus soll des natürlichen Lebenseine gemeinsame, raums. Das erfordert ein abgestimmtes Vorgehen Der Artenkorb der Arche Niedersachsen ist breit gefächert: Nicht nur zentral koordinierte für Säugetiere und Vögel, auch für Amphibien, Insekten und Pflanzen Öffentlichkeitsarbeit und eine enge Zusamwerden Projekte zur Wiederansiedlung entwickelt. das Projekt Arche menarbeit aller BeteiligNiedersachsen in ten. Wichtige Partner seiner Gesamtheit sind hier die botanischen und zoologischen Gärten darstellen und lokal wie überregional über die in Niedersachsen, aber auch Artenschutzstationen, Rückkehr heimischer Arten informieren. Naturschutzverbände und private Initiativen. Die Koordination der Aktivitäten, aber auch die fachliKontakt: Dr. Annika Frech, Direktion Hannover che Vorbereitung und Begleitung leistet der (0511/3034-3302) Geschäftsbereich Naturschutz des NLWKN.

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Naturschutz Seit 30 Jahren: Naturschutzinformation aus erster Hand

Das Themenspektrum der Hefte der letzten 30 Jahre lässt sich in 12 Hauptthemenbereiche gliedern (siehe Tabelle u.). Deutlich ist der hohe Anteil des Tierartenschutzes zu erkennen, der einerseits in der Vielzahl der für den Naturschutz relevanten Tierartengruppen begründet ist. Andererseits werden zu diesem Themenbereich auch die veröffentlichten Arbeitsergebnisse der Staatlichen Vogelschutzwarte gezählt.

Von Manfred Rasper und Bernd Pilgrim Der Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen erscheint seit 30 Jahren – ohne Unterbrechung, ohne konzeptionelle Änderung und ohne nachlassendes Interesse der Leserinnen und Leser. Ein Rückblick auf 158 interessante Hefte.

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Im ersten Niedersächsischen Naturschutzgesetz von 1981 wurde in § 57 als eine Aufgabe der Fachbehörde für Naturschutz festgelegt, „die Öffentlichkeit über Naturschutz und Landschaftspflege zu unterrichten.“ Dieser gesetzliche Auftrag führte dazu, dass die Fachbehörde für Naturschutz seit 1981 den Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen herausgibt. Vorausgegangen war eine intensive Diskussion über Art und Umfang der Hefte. Aus Gründen der Arbeitskapazität und um auch Themen mit nur geringem Umfang veröffentlichen zu können, wurde für den Informationsdienst der monographische Charakter der bereits seit 1961 bestehenden „Schriftenreihe Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen“ übernommen: „Die Erscheinungsweise ist unregelmäßig je nach Bedarf.“ Diese 1981 formulierte Konzeption enthält in einfachen Worten die Grundsätze für den Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen: Flexibilität, Entwicklungsmöglichkeiten, Bedarfsgerechtigkeit. Eine wesentliche Basis des Informationsdienstes sind die Arbeitsergebnisse der Fachbehörde für Naturschutz. Existenzberechtigung ist das anhaltende Interesse der Leserinnen und Leser. In den ersten Jahren enthielten die Hefte meist Einzelbeiträge und waren entsprechend dünn. Dafür erschienen damals mehr Einzelhefte pro Jahrgang. Der Umfang der Einzelhefte hat sich im Laufe der Jahre stetig erhöht. Statt Einzelbeiträgen werden vermehrt Themenhefte mit mehreren Artikeln (z.B. Beiträge zur Eingriffsregelung, Beiträge zum Fließgewässerschutz, Natura 2000 und wirtschaftliche Entwicklung) herausgegeben, die dann entsprechend umfangreich sind.

Die Infodienste sowie alle anderen Veröffentlichungen des Geschäftsbereichs Naturschutz sind thematisch sortiert auch im Internet unter www.nlwkn.de > Naturschutz > Veröffentlichungen zu finden. Alle aktuell noch lieferbaren Hefte können u.a. im NLWKN-WebShop bestellt werden: www.nlwkn.niedersachsen.de Kontakt: Manfred Rasper (0511/3034-3309) und Bernd Pilgrim (0511/3034-3317), Betriebsstelle Hannover-Hildesheim

Eckdaten zum Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen: Erscheinungsweise: min. 4 Hefte/Jahr, Gesamtzahl 1981 bis 2010: 158 Hefte. Umfang/Inhalt: DIN A 4, Drahtheftung, durchschnittlicher Umfang der letzten zehn Jahre: 250 Seiten/Jahr. Zielgruppen: Naturschutzbehörden und deren Beauftragte, andere naturschutzrelevante Stellen und Organisationen, Büros, Privatpersonen mit „fachlicher Vorbelastung“. Auflage: themenabhängig, in den letzten zehn Jahren zwischen 2.000 und 6.000/Heft; Nachdruck bei anhaltender Nachfrage und inhaltlicher Aktualität. Bezugsbedingungen: Abo. 15,- € inkl. Versandkosten, Einzelhefte z. Zt. 4,- € zzgl. Versandkostenpauschale.

158 Hefte sind im Informationsdienst Naturschutz Niedersachsen bisher erschienen; mit 44 Heften ist der Tierartenschutz Spitzenreiter.

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Verteilung/Absatz: Verteiler inkl. Tauschverteiler und Pflichtexemplare je nach Thema 700 bis 2.500 Ex., Abonnements rd. 900, Einzelbezug gegen Rechnung. Insgesamt wurden 2010 knapp 14.000 Hefte abgesetzt.

Naturschutz Integrierter Bewirtschaftungsplan für das Emsästuar – Naturschutz bilateral Von Dr. Heike Bockmann An Elbe und Weser werden seit drei Jahren erfolgreich integrierte Bewirtschaftungspläne erarbeitet. Dieses Instrument wird nun auch auf die Ems übertragen mit der Zielrichtung, alle Akteure von einem gemeinsamen Handeln zu überzeugen und Doppelarbeit zu vermeiden. Aber: Integrierte Bewirtschaftungsplanung – was verbirgt sich dahinter im Einzelnen?

diesem Projekt eine koordinierende Rolle ein. Dazu gehört unter anderem die Leitung und Geschäftsführung einer interdisziplinären Projektgruppe, die ihre Arbeit im Frühjahr 2011 aufgenommen hat. Die besondere Herausforderung besteht darin, die Vielzahl der Beteiligten einzubinden und gleichzeitig – trotz der Komplexität des Vorhabens – die Arbeitsfähigkeit des Gremiums sicherzustellen.

Im Auftrag des Niedersächsischen Umweltministeriums hat der NLWKN 2010 mit der Koordinierung, Zusammenführung und Integration von verschiedenen Akteuren und Fachplanungen begonnen. Zentraler Anspruch ist es, die verschiedenen Interessengruppen aus dem ca. 30.000 ha großen Gebiet zukünftig an einen Tisch zu bringen.

Blässgänse auf der Ems – sie brauchen diesen Lebensraum.

Zunächst erfolgt 2011 eine Bestandsaufnahme: Mehrere Fachbeitragsgruppen werden zu den jeweiligen Schutz- und Nutzungsinteressen ihre Stellungnahmen beisteuern. Im weiteren Verlauf werden diese Fachbeiträge ausgewertet, um die jeweiligen Nutzungsansprüche mit den Erhaltungszielen für die Natura 2000 - Gebiete und den Anforderungen der Wasserrahmenrichtlinie so weit wie möglich zu harmonisieren.

Planungssicherheit an der Ems ist gefragt.

Dabei geht es im Wesentlichen darum, die Planungssicherheit für die wirtschaftliche Entwicklung der Region vor dem Hintergrund der Vogelschutzrichtlinie, der FFH-Richtlinie und der Wasserrahmenrichtlinie zu erhöhen. Naturschutz, Schifffahrt und Industrie, Fischerei- und Landwirtschaft, Hochwasser- und Küstenschutz sowie der Tourismus: Mit einer Auftaktveranstaltung am 9. Dezember 2010 hat der NLWKN alle interessierten Akteure über das Instrument „Integrierter Bewirtschaftungsplan“ (IBP) vor Ort in Leer informiert. Alle betroffenen Gruppen – insbesondere die regionalen Standbeine vor Ort, also die Kommunen – stellen wichtige Partner dar. Sie sollen gehört und beteiligt und ihre verschiedenen Belange frühzeitig und umfassend miteinander abgestimmt werden. Win-Win-Situationen für alle Beteiligten in einem transparenten Prozess auszuloten – das ist das Ziel der integrierten Bewirtschaftungsplanung. Als landesweite Behörde mit Kompetenz in Naturschutz, Wasserwirtschaft sowie im Hochwasser- und Küstenschutz nimmt der NLWKN in

Ziel: Im Jahr 2013 zusammen mit der Wasserund Schifffahrtsverwaltung und den Niederlanden diesen Plan vorzulegen, der dann den Rahmen für das künftige Handeln der Akteure an der Ems bildet. Die niederländischen Nachbarn begrüßen die länderübergreifende Erstellung eines IBP. Als gemeinsames Ergebnis wird angestrebt 8 die Bewirtschaftung des Gebietes nicht einseitig zum Nachteil der Gebietsnutzer einzuschränken, sondern die Ansprüche der Arten und Lebensräume mit den Erfordernissen einer nachhaltigen umfassenden Entwicklung im Natura 2000-Gebiet abzustimmen und zu vereinen sowie 8 Pläne und/oder Projekte so zu gestalten und auszuführen, dass sie das Gebiet in seiner Gesamtheit weder verschlechtern noch einer positiven Entwicklung entgegen wirken. Für die Beteiligten bedeutet das viel zeitintensive Arbeit, aber für ein gemeinsames zukünftiges Zusammenwirken an der Ems wird es sich lohnen. Kontakt: Dr. Heike Bockmann, Direktion Hannover (0511/3034-3312) und Helmut Dieckschäfer, Betriebsstelle Brake-Oldenburg (0441/799-2669)

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Naturschutz Umsetzung Natura 2000 und Wasserrahmenrichtlinie: Projektförderung im Gleichklang Von Gisela Wicke und Olaf Hansen Die enge Abstimmung zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz im NLWKN gewährleistet einen effizienten Einsatz der Mittel für Maßnahmen zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH). Synergieeffekte sind vor allem in FFH-Gebieten mit unmittelbar vom Wasser abhängigen Lebensraumtypen und -arten an Fließ- und Stillgewässern sowie angrenzenden Feuchtgebieten möglich, da diese Gebiete gleichzeitig zur Förderkulisse der WRRL gehören. Bei dem Abstimmungsprozess werden die vorgesehenen Maßnahmen des Naturschutzes mit Wasserbezug in Einplanungsrunden mit dem GB III geprüft. Die Betriebsstelle Brake-Oldenburg beschreibt nachfolgend ein Projekt aus der Haarenniederung.

Haarenniederung: Beispielhafte Kooperation zwischen Wasserwirtschaft und Naturschutz Von Ulrike Pasedag und Petra Neumann

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Die Bündelung von Wasserwirtschaft und Naturschutz im NLWKN schuf die Voraussetzung für eine enge, von vornherein abgestimmte Planung von Projekten, die beide Themengebiete berühren. Die Bedeutung der Zusammenarbeit wächst mit den komplexen europäischen Vorgaben. Die Haaren und ihre Nebenflüsse entwässern ein Einzugsgebiet von 115 Quadratkilometern im Landkreis Ammerland und der Stadt Oldenburg. Am Beispiel dieser Flussniederung entsteht derzeit ein interdisziplinäres Ziel- und Handlungskonzept auf Grundlage der EU-Vorgaben „Wasserrahmenrichtlinie“ (WRRL) und „Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie“ (FFH-RL). Die Beteiligten – die Haaren Wasseracht sowie die Geschäftsbereiche Wasserwirtschaft und Naturschutz der NLWKN-Betriebsstelle Brake-Oldenburg – erproben hier über drei Jahre erstmals die integrative Umsetzung dieser beiden Richtlinien. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Geschäftsbereich Planung und Bau des NLWKN beraten. Ziel ist es, neben Synergieeffekten auch konkurrierende Vorgaben der Richtlinien herauszuarbeiten und Lösungen vorzuschlagen, die in einen Integrierten Gewässerentwicklungsplan mit Handlungs- und Maßnahmenkonzept münden. Die Ausgangssituation: Die Fließgewässer der Haarenniederung sind stark überformt und strukturell erheblich beeinträchtigt: Im Landkreis Ammer-

Sein Lebensraum soll erhalten werden: Der Steinbeißer in der Haarenniederung.

land bestimmt eine intensiv betriebene Landwirtschaft das Bild. Hinzu kommen Grünland und Baumschulflächen sowie gliedernde Gehölze, die einen typischen Ausschnitt der „Ammerländer Parklandschaft“ formen und im stadtnahen Bereich eine große Bedeutung für die Naherholung haben. Ein weiteres prägendes Element ist der Wold, ein größeres Waldgebiet vor den Toren Oldenburgs. Im Stadtgebiet ist die Haaren überwiegend kanalisiert, teilweise überbaut und mündet über ein Siel bzw. ein Mündungsschöpfwerk in die Hunte. Gemäß WRRL ist das gute ökologische Potential der Haaren und ihrer Nebengewässern herzustellen. Dies bedeutet eine Optimierung der Fließgewässer und ihrer Niederungen im Hinblick auf ihre Bedeutung als Lebensraum der im Wasser lebenden Tiere und Pflanzen. Die FFH-Richtlinie fordert die Erhaltung und Wiederherstellung eines „günstigen Erhaltungszustandes“ der wertbestimmenden Fischart Steinbeißer sowie der Lebensraumtypen Auwälder mit Erlen und Eschen sowie Wälder mit Sternmieren, Eichen und Hainbuchen. Gleichzeitig muss die Haaren weiterhin ihre wasserwirtschaftlichen Funktionen erfüllen, zu denen insbesondere der Hochwasserschutz zählt. Darüber hinaus sind alle Ziele, die sich aus den Richtlinien ergeben, untereinander und mit allen übrigen gesellschaftlichen Belangen, die an ein stadtnahes Gebiet gerichtet sind, in Einklang zu bringen. Um diese Ziele zu erreichen, bedarf es einer engen Kooperation aller Interessenvertretungen im Projektgebiet: neben kommunalen und staatlichen Stellen sind dies auch Institutionen wie die Landwirtschaftskammer oder die Umweltverbände. Kontakt: Ulrike Pasedag (0441/799-2301) und Petra Neumann (04401/926-328), Betriebsstelle BrakeOldenburg, Gisela Wicke, Direktion Hannover (0511/3034-3315) und Olaf Hansen, Direktion Norden (04931/947-224)

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Naturschutz Flankierend zur Beweidung wurden zur Erstinstandsetzung des Gebietes auch Entkusselungen durchgeführt. Neben der Neuanlage und Wiederherstellung von Kleingewässern wurden darüber hinaus 50 Hektar Wald zur Entwicklung naturnaher Laubwaldbestände umgebaut.

Cuxhavener Küstenheiden: Wo die wilden Tiere leben Von Stephan Scherer Unter dem Titel „Große Pflanzenfresser zur Pflege und Entwicklung von Küstenheiden“ hat die Betriebsstelle Lüneburg des NLWKN im Jahr 2010 ein von der EU gefördertes Life-NaturProjekt erfolgreich abgeschlossen. Auf 350 Hektar halten Wisente, Heckrinder und Konikpferde die Cuxhavener Küstenheiden offen und dienen als zusätzliche Attraktion im touristischen Angebot der Region. Nachdem die Bundeswehr 2003 den Truppenübungsplatz Altenwalde aufgegeben hatte, drohten dort die großflächigen Heideflächen und Magerrasen zuzuwachsen. Sie bilden mit gleichartigen sich zur Küste hin anschließenden Flächen die Cuxhavener Küstenheiden und gelten als die größten zusammenhängenden Festlands-Heiden- und Magerrasenflächen an der deutschen Nordseeküste. Sie haben daher nicht nur deutschland- sondern EU-weite Bedeutung so dass sie dementsprechend als FFH- und als Naturschutzgebiet gesichert sind. In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesforstbetrieb Niedersachsen der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und der Stadt Cuxhaven, sowie ab 2009 auch der DBU Naturerbe GmbH, wurden auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Altenwalde auf 580 Hektar entscheidende Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen erfolgreich durchgeführt. Heckrinder und Koniks sowie Wisente wurden auf 350 Hektar zur Pflege der Magerrasen und Heiden eingesetzt. Sie drängten die massiv aufkommende Traubenkirsche sowie Drahtschmiele und Rainfarn zurück, so dass sich die Flächen inzwischen wieder in ihrer offenen Weite präsentieren. Auf Grund des Erfolgs sollen die Tiere das Areal auch

künftig beweiden. Die Haltung der Wisente ist dabei gleichzeitig ein Beitrag zur Arterhaltung dieser besonders geschützten Art im Rahmen des Programms „Arche Niedersachsen“.

Neben der naturschutzfachlichen Arbeit galt der Förderung des Naturerlebens in diesem Tourismusgebiet nahe Cuxhaven ein großes Augenmerk: Zur Besucherlenkung entstanden ein großer Beobachtungsturm, ein Natur- und Erlebnispfad mit neun Stationen, an denen interaktive Elemente zum Mitmachen einladen. Ferner informieren 23 Informationstafeln an 19 Standorten die Besucher über das Gebiet, seine Besonderheiten und Bewohner. Nach Abschluss des Life-Projektes wurden 2010 mit Mitteln aus dem Förderprogramm Naturerleben weitere ergänzende Informationsangebote erstellt: So stellen unter anderem drei Flyer die zur Landschaftspflege eingesetzten Arten vor und ein Film zum Naturerlebnisangebot in den Küstenheiden wurde in Auftrag gegeben. Darüber hinaus fanden weitere Entkusselungen entlang der Wanderwege statt, um den Blick auf die offenen Flächen zu gewährleisten. Während der Abschlussveranstaltung des Projektes am 24. November 2010 eröffnete Umweltminister Hans-Heinrich Sander eine Wanderausstellung mit 13 großformatigen Postern und dem Info-Film, die in Institutionen rund um das Projektgebiet für einen Besuch im Projektgebiet werben soll. Im Internet stehen unter der Adresse www.lifekuestenheiden.niedersachsen.de alle vorhandenen Informationsmaterialien sowie der Abschlussbericht des Projekts zur Verfügung. Kontakt: Stephan Scherer, Betriebsstelle Lüneburg (04131/8545-512)

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Naturschutz Vogelschutz am Fehntjer Tief – Erfolgreiche Sicherung von Feuchtgrünland Von Heinrich Pegel und Uwe Mosig

ten konnte diese naturschutzorientierte Entwicklung und Bewirtschaftung gewährleistet werden. Zusätzlich erfolgten hier großräumige Wiedervernässungsmaßnahmen zur Optimierung des Vogelschutzes.

Landesweit unterlag der Lebensraum Feuchtgrünland in den letzten Jahrzehnten durch Entwässerungsmaßnahmen und Nutzungsintensivierung in der Landwirtschaft einem starken Rückgang. Daher sieht Niedersachsen im Erhalt und der Entwicklung von zusammenhängenden Feuchtgrünlandgebieten als Lebensraum angepasster Tierund Pflanzenarten eine zentrale Aufgabe des Naturschutzes. Traditionell extensiv genutzte Grünlandgebiete waren für Niedersachsen vielfach ein prägendes Landschaftselement.

Nach über 15 Jahren kontinuierlich durchgeführter Bestandserfassungen steht fest, dass sich der finanzielle Aufwand und die Arbeit gelohnt haben: Die wertgebenden Arten Kiebitz und Brachvogel haben einen deutlichen Aufwärtstrend erfahren und besonders anspruchsvolle Arten wie Uferschnepfe und Bekassine können zumindest in den Naturschutzgebieten ihren Bestand – entgegen dem Landestrend – halten. 2010 sind im Vogelschutzgebiet insgesamt 278 Kiebitzbrutpaare, 100 Brutpaare der Uferschnepfe sowie 60 Brutpaare des Großen Brachvogels festgestellt worden. Anderen Arten wie Braun-, Blau- und Schwarzkehlchen kommt die Nutzungsextensivierung und die Zunahme von Hochstaudenfluren zu Gute und Schilfrohrsänger sowie Rohrweihe haben von der Ausdehnung der Röhrichtflächen profitiert. Löffel- und Schnatterente reagieren positiv auf die Entwicklung von Wasserflächen und die Etablierung naturnaher Uferrandstreifen.

Feuchtgrünland aus der Luft – ein seltenes Bild.

Uferschnepfen fühlen sich am Fehntjer Tief sehr wohl.

Nur in einzelnen Fällen – wie in der Fehntjer TiefNiederung – konnten sie in hoher Wertigkeit erhalten werden. Das Gebiet gilt daher als ein bedeutendes Beispiel für die Bemühungen zum Erhalt dieses Lebensraumtyps, die mittlerweile über 20 Jahre zurückreichen. Die Grünlandkulturlandschaft am Fehntjer Tief ist von hohen Grundwasserständen und Niedermoorböden geprägt. Rund 2.800 Hektar wurden als Natura 2000 Gebiet ausgewiesen, die sowohl der FFH- als auch Vogelschutzrichtlinie unterliegen. Das Hauptaugenmerk der Naturschutzmaßnahmen richtet sich darin auf den Erhalt und die Entwicklung einer weiträumigen, offenen, extensiv genutzten und störungsarmen Niederungslandschaft als Lebensraum typischer Wiesenvogelarten wie Kiebitz oder Uferschnepfe mit einer artenreichen Feuchtgrünlandvegetation. Nur durch Ankauf und Arrondierung öffentlicher Flächen in den ausgewiesenen Naturschutzgebie-

Zusätzlich hat sich die kontinuierliche Pflegebewirtschaftung in Kombination mit umfangreichen Wiedervernässungsmaßnahmen auf die Entwicklung artenreicher Vegetationsbestände im Grünland förderlich ausgewirkt.

Artenreiches Feuchtgrünland war früher prägend für die niedersächsische Landschaft. Entwässerung und Nutzungsintensivierung ließen diesen Lebensraumtyp bis auf wenige Reste schwinden. In der Fehntjer-Tief-Niederung in Ostfriesland konnte diese Entwicklung in Kooperation mit der Landwirtschaft aufgehalten und in eine positive Richtung gebracht werden.

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Das Erfolgskonzept beruht in der Fehntjer Tief Niederung auf der Kombination des hoheitlichen Naturschutzes mit überwiegendem Anteil öffentlicher Flächen in den Naturschutzgebieten und dem Angebot des freiwilligen Vertragsnaturschutzes für private Flächen in den Randbereichen außerhalb der Naturschutzgebiete. Über die Betreuung des Gebietes durch die Naturschutzstation konnte das Zusammenwirken von Naturschutz und Landwirtschaft erfolgreich ausgebaut werden, was die Akzeptanz und Identität vor Ort nachhaltig stärkte. Kontakt: Heinrich Pegel und Uwe Mosig, Betriebsstelle Brake-Oldenburg (04945/1491)

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Naturschutz Moorschutz braucht einen langen Atem Von Hermann Wreesmann Das Moorschutzprogramm von 1981 schuf nach Jahrzehnten der Moorzerstörung die Grundlage für den Schutz der verbliebenen Hochmoore in Niedersachsen. Die darauf aufbauenden hoheitlichen Sicherungsmaßnahmen, ergänzt durch gezielte Ankäufe und Wiedervernässung sind Grundlage für ein Netz von Hochmoorlebensräumen, das sich nahtlos in das europäischen Naturschutznetz NATURA 2000 einfügt.

Ein schönes Beispiel für einen langen Atem im Moorschutz ist das Hahnenmoor bei Herzlake auf der Grenze zwischen den Landkreisen Emsland und Osnabrück. Bereits Mitte der 70er Jahre wurde dort eine kleine landeseigene Fläche von 50 ha als Naturschutzgebiet (NSG) ausgewiesen. Mit Inkrafttreten des Moorschutzprogramms wurden nach 1981 insgesamt 250 ha Torfstichflächen, durch das Land und den Landkreis Emsland angekauft. Das NSG wuchs auf 620 ha. Gutachten ermittelten welche Grünlandflächen Dritter durch Wiedervernässungen beeinträchtigt wurden. Betroffene Flächen wurden mittels Flurbereinigung so getauscht, dass die betroffenen Landwirte außerhalb des Schutzgebiets weiter wirtschaften können. Erst danach rückte die Staatliche Moorverwaltung mit Spezialmaschinen an, um Höhen zu nivellieren, Verwallungen zu bauen oder Wasserüberläufe zu installieren.

Nach der Vernässung breitet sich das Torfmoos wieder aus.

Kaum eine Region Mitteleuropas wurde nach der Eiszeit so nachhaltig von Hochmooren geprägt wie der Raum zwischen Weser und Ems. Feuchtigkeit und Nährstoffarmut verhinderten, dass dieser Lebensraum dauerhaft vom Menschen besiedelt wurde. Erst die Technisierung änderte dieses Bild: Insbesondere nach dem II. Weltkrieg hatten viele öffentliche Planungen zum Ziel, die Moore für die Landwirtschaft zu kultivieren oder abzutorfen. Um die letzten Hochmoore mit ihren charakteristischen Tier- und Pflanzenarten zu bewahren, erließ die niedersächsische Landesregierung 1981 das Moorschutzprogramm. Mit diesem politischen Mandat machten sich die Naturschutzverwaltung des Landes, die unteren Naturschutzbehörden und die Staatliche Moorverwaltung daran, die noch bestehenden Hochmoorlebensräume zu retten.

Wo Vernässung nicht optimal möglich ist, verhindert seit über 20 Jahren eine Schafherde, dass Gehölze aufkommen und die Hochmoorvegetation verdrängen. Mit ihrem Einsatz sind Fragen wie die Festlegungen von Beweidungszeitpunkt und -dichte ebenso zu klären wie die Auswahl der richtigen Pferchplätze oder der korrekte Einsatz der Fördermittel. Dort, wo selbst die Schafe an ihre Grenzen stoßen, werden in Absprache mit den Naturschutzbehörden und dem NLWKN als Grundeigentümer überalterte Heideflächen gemulcht oder Birkenanflug beseitigt, um Lebensraum für Glockenheide, Wollgras oder Ziegenmelker zu schaffen. Der Erfolg zeigt sich in der Meldung des Hahnenmoores als Teil des europäischen Netzes Natura 2000. Aktuelle Diskussionen um die Bedeutung der Moore als CO2 Speicher zeigen, dass der Moorschutz auch nach 30 Jahren Moorschutzprogramm nichts an Aktualität verloren hat.

Schnell reifte die Erkenntnis, dass eine Unterschutzstellung nur der erste Schritt zu einer nachhaltigen Sicherung der Hochmoore war. Wollte man sie mit ihrem Wasserhaushalt nachhaltig sichern und verbessern, so war das in der Regel nur auf öffentlichen Flächen möglich. Das Grundgerüst für das Moorschutzprogramm bildeten für den Bereich zwischen Weser und Ems die großen landeseigenen Moorflächen im Bourtanger Moor, in der Esterweger Dose, im Hahnenmoor oder in den ostfriesischen Zentralmooren wie dem Stapeler Moor. Allein in diesen Gebieten verfügte das Land Niedersachsen bereits vor dem Moorschutzprogramm über ca. 12.000 ha, der durch gezielte Ankäufe aus Naturschutzmitteln um weitere 1.500 ha erweitert wurde.

Schafe verhindern das Aufkommen von Gehölzen. Kontakt: Hermann Wreesmann, Betriebsstelle BrakeOldenburg (0441/799-2292)

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Naturschutz Ankauf und Sicherung des Waldgebietes Bromer Busch: Ein Projekt am Grünen Band

Grundwasserstand in diesen Bereichen durch einen teilweisen Rückbau des alten Grabensystems anzuheben.

Von Norbert Horny Mit dem Ankauf des „Bromer Busches“ im Landkreis Gifhorn durch das Land Niedersachsen hat der NLWKN die Aufgabe bekommen, die historisch gewachsenen Waldflächen im Sinne des Naturschutzes zu sichern und zu entwickeln. Die grenznahe Lage des Gebietes erfordert eine enge Abstimmung mit Sachsen-Anhalt. Die ca. 56 Hektar große besonders wertvolle Waldfläche südöstlich von Brome gehört zum Natura 2000- Gebiet „Ohreaue“ und liegt unmittelbar am „Grünen Band“, dem länderübergreifenden längsten Biotopverbund Deutschlands.

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Nach Abschluss dieser Erstinstandsetzungsmaßnahmen, die der NLWKN auf landeseigenen Naturschutzflächen selbst durchführen lässt, soll der Wald weitgehend ohne forstliche Eingriffe der natürlichen Entwicklung überlassen werden. Aufgrund der steigenden Nachfrage nach Holz werden facettentreiche Wälder mit Alt- und Totholzvorkommen immer seltener. Mit ihnen schwinden folgerichtig auch Lebensräume für daran angepasste Tier- und Pflanzenarten wie spezielle Pilzarten, Spechte, Fledermäuse oder Käfer. Die Sicherung des Waldes durch den Erwerb mit Naturschutzmitteln bietet die Chance, diesen Arten Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen und langfristig zu erhalten.

Alteichenbestand im Bromer Busch.

Knapp die Hälfte des Waldbestandes ist nach den Kriterien der FFH- Richtlinie schutzwürdig und weist aus europäischer Sicht wertvolle Lebensraumtypen auf. Es handelt sich dabei insbesondere um verschiedene Ausprägungen von Eichenund Buchenwäldern sowie Auwald mit Schwarzerlen und Eschen. Eine zusätzliche Wertsteigerung ergibt sich daraus, dass es sich um einen historisch gewachsenen, alten Waldstandort handelt. Der Erwerb des Waldes mit Landes- und EUMitteln ermöglichte es, die teilweise sehr alten Baumbestände kurzfristig aus der Nutzung zu nehmen und sie der natürlichen Entwicklung zu überlassen. Dies betrifft insbesondere mächtige alte Eichen und Buchen sowie in den feuchteren Bereichen den Auwald. Auf anderen Teilen des Gebietes sind hingegen Pflegemaßnahmen zur Entwicklung des Geländes notwendig. So sind forstliche Eingriffe zur Umwandlung der vorhandenen Nadelwaldbestände in Laubwald oder zur Förderung der Eichenbestände erforderlich. In den feuchteren Auwaldflächen sind partiell die in der Vergangenheit im Rahmen der forstwirtschaftlichen Nutzung gepflanzten Hybridpappeln zu entfernen, um der Schwarzerle und der Esche Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Weiterhin ist beabsichtigt, den

Ehemalige innerdeutsche Grenze im Bromer Busch.

Aufgrund der Lage des Gebietes an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ist eine enge Kooperation mit den Behörden und den vor Ort tätigen Naturschützern in Sachsen- Anhalt selbstverständlich. Dies gilt umso mehr, da Eingriffe in den Wasserhaushalt – z. B. durch Anstau des Grenzgrabens – sowohl Flächen in Niedersachsen als auch in Sachsen-Anhalt betreffen. Wegen des engen Zusammenhanges zwischen dem Waldgebiet „Bromer Busch“ und den angrenzenden ökologisch wertvollen Flächen der Ohreniederung, in denen bereits Tierarten wie Biber und Fischotter heimisch sind, soll die Konzeption für die Entwicklung der Flächen beiderseits der Landesgrenze eng abgestimmt werden. Die Betriebsstelle Süd führt dazu intensive Gespräche sowohl mit den unteren Naturschutzbehörden des Landkreises Gifhorn und des Altmarkkreises in Salzwedel als auch mit den vor Ort tätigen Naturschützern in Sachsen-Anhalt. Kontakt: Norbert Horny, Betriebsstelle Süd in Braunschweig (0531/8665-4422)

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Naturschutz 43 seltene Landschildkröten bei bundesweiter Razzia in Niedersachsen sichergestellt

Insgesamt wurden bundesweit acht Strafverfahren eingeleitet. Die von den Zollfahndern beschlagnahmten Unterlagen deuten auf einen Handel mit mehreren Hundert illegalen Exemplaren hin.

Von Wolfgang Borgmeyer

Diese bundesweite Durchsuchungsaktion beruht auf einer Empfehlung der Europäischen Kommission vom 13. Juni 2007 (sog. „Enforcement Action Plan“). Der Aufgabenbereich „Kontrollaufgaben im Artenschutz“ war maßgeblich an der Vorbereitung dieses groß angelegten Kontrollschwerpunktes beteiligt. Gemeinsam mit dem Landesumweltamt Schleswig-Holstein und dem Bundesamt für Naturschutz wurden zunächst Artensteckbriefe der im Fokus stehenden Schildkrötenarten für alle 230 Artenschutz-Vollzugsbehörden in Deutschland erarbeitet. Hierfür wurden als seltene Arten, die bei Haltern sehr begehrt sind und hohe Preise erzielen, die Strahlenschildkröte, Spinnenschildkröte, Seychellen-Riesenschildkröte, Spaltenschildkröte, Ägyptischen Landschildkröte und Sternschildkröte identifiziert.

Der Handel mit Reptilien boomt weltweit. Allein 70.000 geschützte Reptilien wurden im Jahr 2009 legal nach Deutschland importiert. Dieser ständig wachsende Markt wird auch aus illegalen Quellen bedient. So stieg z.B. die Zahl der Aufgriffe im Bereich des Artenschutzes beim Zoll von 1.033 im Jahr 2007 auf 1.428 im Jahr 2009.

Bei einem Halter in Niedersachsen wurden 43 seltene Landschildkröten wegen fehlender Herkunftsnachweise beschlagnahmt und in die Wildtier- und Artenschutzstation nach Sachsenhagen verbracht. An dieser Durchsuchung nahmen Mitarbeiter des NLWKN, der Staatsanwaltschaft Hannover, der Region Hannover, der Polizei und ein Fachtierarzt für Reptilien teil. Die vorgefundenen Haltungsbedingungen waren zudem teilweise In deren Artensteckbriefen wurde über Aussehen, tierschutzwidrig. Außerdem zeigte sich nach Lebensweise und Zucht sowie über illegale tierärztlichen Eingangsuntersuchungen der Aktivitäten beim Handel beschlagnahmmit diesen Tieren inforten Tiere, dass Art: Sternschildkröte (Geochelone elegans) miert. Alle Vollzugsbehörfast alle von Größe: bis 35 cm (kein Nackenschild vorhanden) den wurden aufgefordert, Vorkommen: Indien, Pakistan, Sri Lanka Parasiten Importzahlen: 1997 – 2008 in die EU: 4476, davon die Exemplare der befallen waren. 1000 BG ausgewählten Arten 1116 CZ Bei der zentral an das Landesum828 FR 667 ES gleichzeitigen weltamt in SchleswigHandelsrelevanz: sehr hohe Nachfrage bundesweiten Holstein zu melden. Bei Zucht: schwierig, große Ausfälle bei Jungtieren Razzia wurden Eizahl: 3 – 7 Eier der Auswertung dieser Eiablage: 1 – 2 Mal im Jahr von den ZollDaten wurden mehrere Preis: Jungtier ca. 300 €, adult ab ca. 500 € fahndungsämPersonen identifiziert, die Schmuggel: mehrfach illegaler Handel aufgedeckt z.B.: 2005 in BRD 364 Exemplare tern 98 streng einen hohen Umsatz bei 2005 in Ungarn 50 Exemplare geschützte und bestimmten Arten hatten sehr seltene oder ein großes Spektrum Landschildkröten seltener Arten mit ungebeschlagnahmt. klärter Herkunft hielten. Es wurden u.a. Die Auswertung aller fünf Schnabelbeschlagnahmten brustschildkröten Beweismittel in Form von aus Madagaskar Papieren, Dokumenten entdeckt. Auf und Speichermedien dem Schwarzdauert an und wird markt können bis weitere Ermittlungsverfahzu 30.000 Dollar ren zur Folge haben. pro Tier erzielt werden. Diese Insgesamt wird diese Schildkrötenart konzertierte Aktion als ist die seltenste großer Erfolg gewertet noch vorhandeund ist ein hervorragenne Landschilddes Beispiel für die gute krötenart der Zusammenarbeit der für Welt. Nach den Artenschutzvollzug in aktuellem Stand Deutschland zuständigen gibt es nur noch Behörden. ca. 100 lebende Exemplare in der Kontakt: Wolfgang Borg© Environment Canada, 1999 Natur. meyer, Betriebsstelle Artensteckbriefe sorgen bei den Behörden für Aufklärung.

NLWKN * Jahresbericht 2010

Hannover-Hildesheim (0511/3034-3102)

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Service Wichtige Zahlen aus Wasserwirtschaft, Naturschutz und Strahlenschutz Stand: Mai 2011 Allgemeine Daten für Niedersachsen Fläche Einwohner landwirtschaftlich genutzte Fläche Wald Wasserflächen Landkreise kreisfreie Städte große selbstständige Städte Untere Wasserbehörden Untere Naturschutzbehörden Untere Deichbehörden

47.624 km² / 4,7 Mio. ha rund 8 Mio. 2.8 Mio. ha = 60 % ca.1 Mio. ha ca.110.000 ha 37 + Region Hannover 8 7 54 52 47 Wasserwirtschaftliche Genehmigungs- und Zulassungsverfahren Planfeststellungs- und andere Verfahren (Abschluss in 2010) 167 bearbeitete Verfahren ca. 300

Naturschutz Natura 2000

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Gebiete insgesamt Fläche der Landesfläche (incl. mariner Bereiche) davon als Nationalpark, Naturschutzgebiet, Biosphärenreservat oder Landschaftsschutzgebiet geschützt der Landesfläche (incl. mariner Bereiche) FFH-Gebiete Fläche EU-Vogelschutzgebiete Fläche Naturschutzgebiete Fläche Betreuungsstationen für wildlebende Tiere Ehrenamtliche im Vogelarten-Erfassungsprogramm Meldebögen Erfassung Brut- und Gastvögel Ehrenamtliche im Pflanzen- und Tierarten-Erfassungsprogramm Naturschutzstationen (Fehntjer Tief, Dümmer, Unterelbe) Landeseigene Naturschutzflächen (incl. Biosphärenreservat Elbtalaue und Wattenmeer) Förderrichtlinie "Natur- und Landschaftsentwicklung und Qualifizierung für den Naturschutz" incl. LEADER 2010 bewilligte Projekte 2010 bewilligte EU- und Landesmittel Umsetzung Vertragsnaturschutz (Kooperationsprogramm Naturschutz) Fläche Verträge Zuschüsse (EU-Mittel+Landesmittel) Erschwernisausgleich Teilnehmerinnen+Teilnehmer Fläche Förderung Mitwirkung an Naturschutzgroßprojekten Bundes- und Landesmittel Programm Natur Erleben: EU- und Landesmittel 2010 bewilligte Projekte 2010 abgeschlossene Projekte NLWKN * Jahresbericht 2010

456 861.991 ha 16,1% 692.775 ha 12,6% 385 610.052 ha 71 686.792 ha 772 196.849 ha 22 460 2.700 1.500 3 19.202 ha

57 6,02 Mio. 39.825 ha 1.722 10,17 Mio.. € 2.013 20.411 ha 2,60 Mio. € 3 0,35 Mio. € 3,41 Mio. € 39 25

Service Gewässerschutz Fließgewässerentwicklung Begleitende Maßnahmen zum Schutz der Gewässer Förderung von Abwasserprojekten (EU-Mittel) Überwachung von Abwassereinleitern; Anlagen Überwachung der Wasserentnahme; Anlagen

8,5 Mio. € 3,5 Mio. € 3,8 Mio. € 83 31

Trinkwasserschutz Trinkwassergewinnungsgebiete landwirtschaftliche Nutzflächen landwirtschaftliche Kooperationen Abschluss von freiwilligen Vereinbarungen für Verträge mit Landwirten Budget für den landwirtschaftlichen Trinkwasserschutz

370 304.000 ha 82 231.622 ha 21.000 18,5 Mio. €

Gewässerkundliche Messstellen Niederschlagsbeschaffenheit Grundwasser Wasserstand Beschaffenheit Oberirdische Fließgewässer Wasserstand und Durchfluss Beschaffenheit (Wasser) Beschaffenheit (Sediment) Radioaktivität Gütemessstationen Stehende Gewässer, Beschaffenheit (Wasser) Beschaffenheit (Sediment) Küstengewässer Wasserstand Beschaffenheit, Überwachungsbereiche

61 1.536 567 290 369 115 23 23 35 1 9 11

Analytik Laborstandorte Proben jährlich Bestimmungen (Analysen) radiologische Bestimmungen Gamma-Spektrometrie, jährlich Alpha-/Beta-Nuklidbestimmungen, jährlich Summenparameter in Proben aus Pflanzen/ Bewuchs einschl.landw. Produkte, jährlich Grund-, Oberfl.- und Niederschlagswasser, jährlich Roh- und Trinkwasser Kommunal-/Betriebsabwasser Boden Küstenschutz in Niedersachsen Küstenschutzmittel 2010 durch Hauptdeiche & Sperrwerke geschützte Fläche durch Hauptdeiche & Sperrwerke geschützte Einwohner gewidmete Deiche in Niedersachsen gewidmete Hauptdeiche auf den Inseln Hauptdeiche Schutzdünen auf den Inseln (incl. Schutzdünen der WSV) Deichhöhen über Gelände Deichverbände

NLWKN * Jahresbericht 2010

7 18.000 270.000 1.400 980 210 200 390 20 140 110

73,7 Mio. € 6.600 km² / 14 % 1,2 Mio. 1.143 km 610 km 35,1 km 97,3 km bis 9 m 22

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Service Wasserwirtschaftliche Anlagen in der Regie des NLWKN Talsperren & Hochwasserrückhaltebecken Sperrwerke Brücken Schleusen Schöpf-/Pumpwerke Wehranlagen Siele Wasserkraftwerke Haupt- und Schutzdeiche am Festland Hauptdeiche auf den Inseln Schutzdünen auf den Inseln (ohne Schutzdünen der WSV) Deichscharts Buhnen Lahnungen und Steindämme Deckwerke Deichmauer Polder Fischaufstiegsanlagen Düker Seen Sandfänge Schiffbare (gewidmete) Kanäle und Gewässer Gewässer in der Regie des NLWKN Gewässer I. Ordnung Gewässer II. Ordnung Gewässer III. Ordnung Altarme Außentiefs Kanäle und Gewässer, auf denen die Schifffahrt zugelassen ist Schiffe des NLWKN Schiffe mit fester Besatzung Ölbekämpfungsschiffe

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Hochwasserschutz Hochwasserschutzmittel (inkl. Aufbaufonds Elbe) 2010 Talsperren (werden vom NLWKN beaufsichtigt)

7 12 154 35 7 101 23 2 68 km 35 km ca. 90 km 35 209 183 km 76 km 5 km 1 35 30 3 9 11 Stück 478 km 516 km 255 km 25 ha 30 km 22 Stück 6 3 28,6 Mio. € 80

Strahlenschutz Kernreaktor-Fernüberwachung (vier Kernkraftwerke und Pilotkonditionierungsanlage Gorleben, Überwachung der Abluft und Abwasser) Zahl der Mess- und Überwachungsparameter Messwerte pro Tag Umgebungsüberwachung kerntechnischer Anlagen Laborproben In-Situ-Gamma-Messungen Ortsdosismessungen (TLD) IMIS-Messprogramm- Umweltradioaktivität In- Situ-Gamma- Messungen Laborproben Radiologisches Lagezentrum Bereitstellung Datensätze für Bundesamt für Strahlenschutz Sachverständige Stelle Strahlenschutz Einsätze für nuklearspezifische Gefahrenabwehr pro Jahr Messungen für die Gewerbeaufsicht Überwachung der landeseigenen radioaktiven Abfäll e Sachverständige Stelle Nichtionisierende Strahlung Messpunkte elektromagnetische Felder (26.BImSchV) Im Rahmen der Marktüberwachung gemessene Produkte NLWKN * Jahresbericht 2010

700 100.000 750 75 300 25 250 52.000 10 300 1.485 Fässer 17 130

Service NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Organisationsplan Projektgruppe Einvernehmen Weser/Elbe Leiter: Andreas Montz (04131-8545-465)

Direktion

Projektgruppe Einvernehmen Jade/Ems Leiter: Reiner Jürgenschellert (0441-799-2031)

Geschäftsbereich I

Direktor: Siegfried Popp (04931-947-164/138) Vertreterin: Dr. Heike Bockmann (0511-3034-3313)

Geschäftsbereich II

Geschäftsbereich III

Geschäftsbereich IV

Stabsstelle AB I: Presse- u. Öffentlichkeitsarbeit Leiterin: Herma Heyken (04931-947-173) AB II: Fachcontrolling/Innenrevision/ Technischer Prüfdienst bei EU-Zuwendungen Leiterin: Anja Lettowsky (04931-947-249)

Geschäftsbereich V

Standort: Hannover Betrieb und Unterhaltung landeseigener Anlagen und Gewässer, Schadstoffunfallbekämpfung Leiterín: Birgit Heddinga (04931-947-172) Aufgabenbereich I (AB) Gewässer, Kanäle, Anlagen, Insel- u. Küstenschutz Leiter: Marlon Bredemeier (04931-947-106)

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung, Flussgebietsmanagement

Leiter: Rainer Carstens (04931-947-210)

Leiter: Stephan-Robert Heinrich (04931-947-120)

AB I Planung und Bau, Maßnahmenprogramme Leiter: Andreas Koch (04931-947-214)

AB I Grundwasser Leiter: Bernhard Ohlrogge (04931-947-218)

AB II Entwurfsprüfung, Zuwendungen Leiter: Walter Schadt (04931-947-176)

Aufgabenbereich II (AB) Sperrwerke, Schiffsbetrieb, Schadstoffunfallbekämpfung Leiterin: Birgit Heddinga (04931-947-172)

AB II Oberirdische Gewässer Leiter: Olaf Hansen (04931-947-224) AB III Basisdienste Leiterin: Britta Schmitt (04931-947-240)

Standort: Lüneburg

Naturschutz

Allgemeine Verwaltung/ Betriebswirtschaft

Leiterin: Dr. Heike Bockmann (0511-3034-3313)

Leiterin: Franzis Kathe (04931-947-165)

AB I Natura 2000, Fachbeiträge Leiter: Berthold Paterak (0511-3034-3311)

AB I und AB II Allgemeine Verwaltung Personalverwaltung Leiter: Bernhard Poppinga (04931-947-141)

AB II Naturschutzprojekte und Fördermaßnahmen, Artenschutz Leiterin: Gisela Wicke (0511-3034-3315)

Geschäftsbereich VI Wasserwirtschaftliche Zulassungsverfahren Leiterin: Cornelia Scupin (04131-8545-450)

AB III Betriebswirtschaft Leiterin: Petra Pieper (04931-947-156) AB IV IuK Leiter: Ingo Rickmeyer (04931-947-246) AB V Bewilligungsstelle für EU-Zuwendungen / Zahlstelle des NLWKN Leiter: Karl Mühlsteff (0441-799-2027)

Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover Tel.: 0511-3034-3312, Fax: 0511-3034-3500 E-Mail: [email protected] nlwkn-h.niedersachsen.de

Ratsherr-Schulze-Str. 10, 26122 Oldenburg Tel.: 0441-799-0, Fax: 0441-799-2032 E-Mail: [email protected] nlwkn-bra.niedersachsen.de

Adolph-Kolping-Straße 6, 21337 Lüneburg Tel.: 04131-8545-400, Fax: 04131-8545-444 E-Mail: [email protected] nlwkn-lg.niedersachsen.de

Standort Direktion: Am Sportplatz 23, 26506 Norden, Tel.: 04931-947-0, Fax: 04931-947-222 E-Mail: [email protected]

Stand: Juni 2011

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Anschrift: Oldersumer Straße 48, 26603 Aurich Tel.: 04941-176-0, Fax: 04941-176-135 E-Mail: [email protected]

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Organisationsplan Betriebsstelle Aurich Betriebsstellenleiter: Dirk Post (04941-176-150) Vertreter: Klaus Wenn (04941-176-113)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich V:

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Verwaltung und Betriebswirtschaft

Leiter: Dirk Post (04941-176-150)

Leiter: Arnold Saathoff (04941-176-168)

AB Grundwasser

AB Personalverwaltung

Leiter: Andreas Müller (04941-176-152)

Leiter: Klaus Wenn (04941-176-113)

AB Gewässer, Kanäle, Anlagen Leiter: Axel Daubenspeck (04941-176-192)

AB Küstenschutz, Hochwasserschutz, südlicher Bereich

Leiter: Dieter de Vries (04941-176-157)

Leiter: Theodor Riekert (04941-176-172)

Leiter: Arnold Hensmann (0491-8008-84)

AB Oberirdische Gewässer

AB IuK-Technik

AB Sperrwerke

AB Küstenschutz, Hochwasserschutz, nördlicher Bereich

Leiter: Dietrich Rupert (04941-176-144)

Leiter: Frank Joachims (04941-176-148)

Leiter: Reinhard Backer (04941-176-186)

Leiter: Bernhard Janssen (04941-176-181)

AB Basisdienste

(1) Betriebshof Aurich (2) Betriebshof Remels

(1) Emssperrwerk (2) Sperrwerk Leysiel

AB Bau landeseigener Anlagen Maschinenbau

Leiter: Wilhelm Huisinga (04941-176-161)

Leiter: Börchert Schoon (04941-176-140)

Stand: Mai 2011

NLWKN * Jahresbericht 2010

Service NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Anschriften: Heinestraße 1, 26919 Brake Tel.: 04401-926-0, Fax: 04401-926-100 E-Mail: [email protected] Ratsherr-Schulze-Straße 10, 26122 Oldenburg Tel.: 0441-799-0, Fax: 0441-799-2655 E-Mail: [email protected]

Organisationsplan Betriebsstelle Brake-Oldenburg Betriebsstellenleiterin: Ute Schlautmann (04401-926-206 oder 0441-799-2429) Vertreterin: Irmgard Remmers (0441- 799-2323)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich IV:

Geschäftsbereich V:

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Naturschutz

Allgemeine Verwaltung/ Betriebswirtschaft

Leiter: Hans-Dieter Buschan (04401-926-258)

Leiter: Kai Wienken (04401-926-336)

Leiterin: Ute Schlautmann (04401- 926-206) (0441-799-2429)

AB I Gewässer, Kanäle, Anlagen Küstenschutz Leiter: Hergen Oetken (04401-926-238)

AB I Küstenschutz, Bereich Brake Leiterin: Petra Henken (04401-926-338)

AB I Grundwasser Leiter: Hermann Sievers (0441-799-2703)

AB II Küstenschutz, Bereich Wilhelmshaven Leiter: Thorsten Wehrmann (04421-9471-14)

AB II Oberirdische Gewässer Leiterin: Petra Neumann (04401-926-328)

AB II Sperrwerke, Schiffsbetrieb, Schadstoffunfallbekämpfung Leiter: Klaus Fegter (04401-926-240)

AB III Basisdienste Leiter: Michael Hanslik (04401- 926-116)

AB III Hochwasserschutz, Gewässerrenaturierung Leiter: Jörg Vollmerding (04401-926-334)

Leiterin: Irmgard Remmers (0441-799-2323) AB I Natura 2000 Leiter: Ingolf Faida (0441-799-2293) AB II Naturschutzprojekte und Fördermaßnahmen Leiterin: Talke Hinrichs-Fehrendt (0441-799-2259) AB III Fachbeiträge Leiter: Helmut Dieckschäfer (0441-799-2669)

Leiterin: Nadine Mertin (04401-926-228) AB I u. AB II Allg. Verwaltung und Personalverwaltung Leiterin: Nadine Mertin (04401-926-228) AB III Betriebswirtschaft Leiter: Hartmut Schultz (04401-926-208) AB IV IuK-Technik Leiter: N. N.

AB IV Flussgebietsmanagement Leiter: Jürgen Knaack (0441-799-2051)

Stand: Mai 2011

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

46 Anschrift: Drüdingstraße 25, 49661 Cloppenburg Tel.: 04471-886-0, Fax: 04471-886-100 E-Mail: [email protected]

Organisationsplan Betriebsstelle Cloppenburg Betriebsstellenleiter: Christoph Barkhoff (04471-886-111) Vertreter: Ralf Jaspers (04471-886-137)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich V:

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen; Schadstoffunfallbekämpfung

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung / Flussgebietsmanagement

Allgemeine Verwaltung / Betriebswirtschaft

Leiter: N. N. Leiter: Ralf Jaspers (04471-886-137)

Leiter: Jan Geils (04471-886-124)

Leiter: Christoph Barkhoff (04471-886-111)

AB Grundwasser Leiterin: Christel Karfusehr (04471-886-128)

AB Informations-und Kommunikationstechnik Leiter: Ludger Prüllage (04471-886-175)

AB Oberirdische Gewässer Leiter: Michael Klaus (04471-886-133) AB Basisdienste Leiter: Hartmut Kolbe (04471-886-161)

Stand: Mai 2011

NLWKN * Jahresbericht 2010

Service NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Organisationsplan

GB IV

Anschriften: Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover Tel.: 0511-3034-02, Fax: 0511-3034-3060 E-Mail: [email protected]

GB III GB V

An der Scharlake 39, 31135 Hildesheim Tel.: 05121-509-0, Fax: 05121-509-196 E-Mail: [email protected]

Betriebsstelle Hannover-Hildesheim Betriebsstellenleiter: Prof. Dr. Joseph Hölscher Vertreter: Theo Stracke (0511-3034-3213)

(05121-509-130)

Geschäftsbereich III

Geschäftsbereich IV

Geschäftsbereich IV

Geschäftsbereich V

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Regionaler Naturschutz

Landesweiter Naturschutz

Leiter: Heinrich Wilke (0511-3034-3114)

Leiter: Theo Stracke (0511-3034-3213)

Allgemeine Verwaltung / Betriebswirtschaft

AB 1 Natura 2000 Leiter: Lothar Hilke (0511-3034-3105)

AB 1 Staatliche Vogelschutzwarte Leiter: Bernd Oltmanns (0511-3034-3214)

AB 2 Naturschutzprojekte und Fördermaßnahmen Leiter: Heinrich Wilke (0511-3034-3114)

AB 2 Arten- und Biotopschutz Leiterin: Dr. Annemarie Schacherer (0511-3034-3219)

Leiter: Prof. Dr. Joseph Hölscher (05121-509-130) AB Grundwasser Leiter: Hubertus Schültken (0511-3034-3016) AB Oberirdische Gewässer Leiter: Stephan Bellin (05121-509-132)

Leiter: Karl-Heinz Mazarin (05121-509-103) AB Allgemeine Verwaltung Leiter: Wolfgang Pach (05121-509-104) AB Personalverwaltung Leiter: Jürgen Hübner (05121-509-109)

AB 3 Kontrollaufgaben im Artenschutz Leiter: Jens Leferink (0511-3034-3122)

AB Basisdienste Leiter: Guido Strumm (05121-509-143)

AB Betriebswirtschaft Leiter: Bernhard Möhlenbrock (05121-509-123)

AB 4 Naturschutzinformation, Fachbeiträge Leiterin: Dagmar Fielbrand (0511-3034-3017)

AB Flussgebietsmanagement Leiterin: Stephanie Gudat (0511-3034-3011)

AB IuK-Technik Leiter: Bernd Kahlert (05121-509-210)

AB Überwachung kerntechnischer Anlagen, Umweltradioaktivität, Strahlenschutz und nichtionisierende Strahlung*) Leiter: Dr. Hauke Brüggemeyer (05121-509-311) AB Hochwasservorhersagezentrale Leiter: Markus Anhalt (05121-509-131) dienstrechtlich zugeordnet: Geschäftsstelle der Flussgebietsgemeinschaft Weser

*) landesweite vor-Ort-Aufgabe der Betriebsstelle HannoverHildesheim Stand: Mai 2011

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

47

Organisationsplan

Anschrift: Adolph-Kolping-Straße 6, 21337 Lüneburg Tel.: 04131-8545-400, Fax: 04131-8545-444 E-Mail: [email protected]

Betriebsstelle Lüneburg Betriebsstellenleiter: Andreas Montz (04131-8545-465) Vertreterin: Elvyra Kehbein (04131-8545-500)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich IV:

Geschäftsbereich V:

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Naturschutz

Allgemeine Verwaltung/ Betriebswirtschaft

Leiter: Michel Radon (04131-8545-231)

Leiter: Andreas Montz (04131-8545-465) AB I Küsten- und Hochwasserschutz Lkrs. Harburg u. Lüneburg, Gewässerrenaturierung Leiter: Heiko Warnecke (04131-8545-453) AB II Hochwasserschutz Neuhauser Deich- und Unterhaltungsverband, Lkrs. Lüneburg Leiter: Alfons Lehmann (04131-8545-455) AB III Hochwasserschutz Lkrs. Lüchow-Dannenberg Leiter: Eckehard Abel (05861-8069 -303)

Leiterin: Dr. Katharina Pinz (04131-8545-271) AB I Grundwasser Leiter: Gerald Nickel (04131-8545-201)

Leiterin: Elvyra Kehbein (04131-8545-500) AB I Natura 2000 Leiter: Hans Christoph Knop (04131-8545-517)

AB II Oberirdische Gewässer Leiterin: Sabina Breske (04131-8545-223)

AB II Naturschutzprojekte und Fördermaßnahmen Leiter: Danny Wolff (04131-8545-509)

ABIII Basisdienste Leiter: Manfred Schulze (04131-15-1110)

AB III Fachbeitrge Leiter: Ralf Gros (04131-8545-511)

Leiter: Hans-Martin Soetbeer (04131-8545-415) AB III Betriebswirtschaft Leiter: Rolf Gevers (04131-8545-411) AB IV IuK-Technik Leiter: Günter Gast (04131-8545-451)

AB IV Flussgebietsmanagement Leiterin: Petra Heidebroek (04131-8545-209)

Stand: Mai 2011

NLWKN * Jahresbericht 2010

Service NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Anschrift: Haselünner Straße 78, 49716 Meppen Tel.: 05931-406-0, Fax: 05931-406-100 E-Mail: [email protected]

Organisationsplan Betriebsstelle Meppen Betriebsstellenleiterin: Dorothea Altenhofen Vertreter: Martin Gaebel (05931-406-149)

(05931-406-141)

Geschäftsbereich I

Geschäftsbereich II

Geschäftsbereich III

Geschäftsbereich V

Betrieb und Unterhaltung Landeseigener Anlagen und Gewässer

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung / Flussgebietsmanagement

Allgemeine Verwaltung / Betriebswirtschaft

Leiter: Martin Gaebel (05931-406-149)

Leiter: Leopold Hegemann (05931-406-148)

Leiterin: Dorothea Altenhofen (05931-406-141)

Leiter: Heinz Velt (05931-406-113)

AB Grundwasser

AB Informations- und Kommunikationstechnik

Leiter: Ralf te Gempt (05931-406-160)

Leiter: Björn Johannsen (05931-406-157)

AB Oberirdische Gewässer Leiter: Bernd Zummach (05931-406-140) AB Basisdienste Leiterin: Eva Abée (05931-406-162) AB Flussgebietsmanagement Leiter: Herrmann Hebbelmann (05931-406-142)

Stand: Mai 2011

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

48 Anschriften: Jahnstraße 1, 26506 Norden Tel.: 04931-947-0, Fax: 04931-947-125 E-Mail: [email protected] GB III/Forschungsstelle Küste An der Mühle 5, 26548 Norderney Tel.: 04932-916-0, Fax: 04932-1394 E-Mail: [email protected]

Organisationsplan Betriebsstelle Norden-Norderney Betriebsstellenleiter: Frank Thorenz (04931-947-152) Vertreter: Thorsten Schmitt (04931-947-128)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich V

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Forschungsstelle Küste (Standort: Norderney)

Allgemeine Verwaltung/ Betriebswirtschaft

Leiter: Thorsten Schmitt (04931-947-128)

Leiter: Frank Thorenz (04931-947-152)

Leiter: Hanz-Dieter Niemeyer (04932-916-141)

Leiterin: Franzis Kathe (04931-947-165)

AB I Gewässer, Kanäle, Anlagen, Küstenschutz Leiter: Ulrich Holzkämper (04931-947-149)

AB I Grundsatzplanung, Geoinformationssystem Leiter: Holger Blum (04931-947-158)

AB I Morphologie des Küstengebietes Leiter: Dr. Andreas Wurpts (04932-916-121)

AB I und AB II Allgemeine Verwaltung Personalverwaltung Leiter: Bernhard Poppinga (04931-947-141)

AB II Sperrwerke, Schiffsbetrieb, Schadstoffunfallbekämpfung Leiter: Dirk Oberliesen (04931-947-129)

AB II Planung und Bau von Küstenschutzanlagen Leiter: Theo van Hoorn (04931-947-139)

AB III Inselschutz Leiter: Jan Lorenz (04931-947- 134)

AB III Landschaftspflege, Seevogelschutz, Nationalparkwacht, Ingenieurbiologie Leiter: Martin Schulze Dieckhoff (04931-947-147)

AB II Küsteningenieurwesen Leiter: N. N.

AB III Vermessung Leiter: Holger Dirks (04931-947-212)

AB III Betriebswirtschaft Leiterin: Petra Pieper (04931-947-156) AB IV IuK Leiter: Ingo Rickmeyer (04931-947-246)

AB IV Sturmflutwarndienst Leiter: Hans-Gerd Coldewey (04931-947-155)

Stand: Mai 2011

NLWKN * Jahresbericht 2010

Service NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Organisationsplan Anschrift: Harsefelder Straße 2, 21680 Stade Tel.: 04141-601-1, Fax: 04141-601-232 E-Mail: [email protected]

Betriebsstelle Stade Betriebsstellenleiter: Heinrich Pudimat (04141-601-249) Vertreter: Bernhard Schürmann (04141-601-252)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich V:

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Allg. Verwaltung, Finanzund Rechnungswesen, Personal, IuKTechnik

Leiter: Heinrich Pudimat (04141-601-249)

Leiter: Bernhard Schürmann (04141-601-252)

AB Region STD-Ost, Ingenieurbiologie, Treibselbehandlung Leiter: Hans-Diedrich Mühler (04141-601-255)

AB Grundwasser Leiter: Wolfgang Müller (04141-601-245)

Leiter: Martin Kogge (04141-601-241) AB Gewässer, Kanäle, Anlagen, Küstenschutz Leiter: Berthold von Poten (04141-601-239)

AB IuK-Technik Leiter: Lutz Frenzel (04141-601-236)

AB Oberirdische Gewässer Leiter: Volker Rebehn (04141-601-243)

AB Region STD-West Leiter: Marten thor Straten (04141-601-247)

AB Sperrwerke, Schiffsbetrieb, Schadstoffunfallbekämpfung Leiterin: Birgit Baumann (04141-601-466)

Leiterin: Nancy Haack (04141-601-235)

AB Sonderbauwerke im Küstenschutz Leiter: Andreas Kosch (04141-601-250)

AB Basisdienste Leiter: Ulrich Wiegel (04141-601-222)

Stand: Mai 2011

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Alva-Myrdal-Weg 2, 37085 Göttingen Tel.: 0551-5070-02, Fax: 0551-5070-440 E-Mail: [email protected]

49

Organisationsplan

Anschriften: Rudolf-Steiner-Straße 5, 38120 Braunschweig Tel.: 0531-8665-4000, Fax: 0531-8665-4050 E-Mail: [email protected]

Betriebsstelle Süd Betriebsstellenleiter: Dr. Eckhard Garve (0531-8665-4400) Vertretung: Hans-Wilhelm Thieding (0531-8665-4021)

Geschäftsbereich I

Geschäftsbereich II

Geschäftsbereich III

Geschäftsbereich IV

Geschäftsbereich V

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Anlagen und Gewässer

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Naturschutz

Allgemeine Verwaltung/ Betriebswirtschaft

Leiter: Detlef Kirstein (GÖ) (0551-5070-353)

Leiter: Amadeus Meinhardt (BS) (0531-8665-4030)

Leiter: Hans-Wilhelm Thieding (BS) (0531-8665-4021) AB I Grundwasser Leiter: Thorsten Hartung (BS) (0531-8665-4310) AB II Oberirdische Gewässer Leiter: Dietmar Bublitz (BS) (0531-8665-4321)

Leiter: Dr. Eckhard Garve (BS) (0531-8665-4400) AB I Natura 2000 Leiterin: Anne-Margarete Runge (BS) (0531-8665-4410) AB II Naturschutzprojekte und Fördermaßnahmen Leiterin: Agnes Steinmann (BS) (0531-8665-4420)

AB III Basisdienste Leiter: Egbert Kleinhans (GÖ) (0551-5070-356)

Leiter: Wilfried Wöhler (BS) (0531-8665-4500) AB I Allgemeine Verwaltung Leiterin: Manuela Stolz (BS) (0531-8665-4510) AB II Personal Leiter: Wilfried Wöhler (BS) (0531-8665-4500) AB III Betriebswirtschaft Leiter: Wilfried Wöhler (BS) (0531-8665-4500) AB IV IuK-Technik Leiter: Dietmar Görner (GÖ) (0551-5070-351)

Standorte der Betriebsstelle Süd: Braunschweig (BS) Göttingen (GÖ) Betriebshof Salzderhelden (SDH)

Stand: Mai 2011

NLWKN * Jahresbericht 2010

Service NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

Anschrift: Am Bahnhof 1, 27232 Sulingen Tel.: 04271-9329-0, Fax: 04271-9329-50 E-Mail: [email protected]

Organisationsplan Betriebsstelle Sulingen Betriebsstellenleiter: Bernd Lehmann (04271-9329-42) Vertreter: Hartmut Korte (04271-9329-20)

Geschäftsbereich I:

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich V:

Betrieb und Unterhaltung landeseigener Gewässer und Anlagen

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Verwaltung und Betriebswirtschaft

Leiter: Reinhard Nietfeld (04271-9329-21)

Leiter: Jörg Prante (04271-9329-41)

Leiter: Bernd Lehmann (04271-9329-42)

Leiter: Hartmut Korte (04271-9329-20)

AB I Grundwasser

AB IV IuK Technik

Leiterin: Dr. Dorothea Berger (04271-9329-26)

Leiter: Hartmut Berndt (04271-9329-30)

AB II Oberflächengewässer Leiterin: Claudia Schmidt-Schweden (04271-9329-53) AB III Basisdienste Leiter: N. N.

Stand: Mai 2011

NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR WASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ

50

Anschrift: Bgm-Münchmeyer-Straße 6, 27283 Verden Tel.: 04231-882-0, Fax: 04231-882-111 E-Mail: [email protected]

Organisationsplan Betriebsstelle Verden Betriebsstellenleiter: Werner Kochta Vertreter: Heiner Harting (04231-882-189)

(04231-882-129)

Geschäftsbereich II:

Geschäftsbereich III:

Geschäftsbereich V:

Planung und Bau wasserwirtschaftlicher Anlagen und Gewässer

Gewässerbewirtschaftung/ Flussgebietsmanagement

Allgemeine Verwaltung/ Betriebswirtschaft

Leiter: Werner Kochta (04231-882-129)

Leiter: Heiner Harting (04231-882-189)

Leiterin: Elke Baumberg (04231-882-197)

AB I Grundwasser

AB IV IuK-Technik

Leiter: Henning Ohlebusch (04231-882-173)

Leiter: Hartmut Berndt (04231-882-132)

AB II Oberirdische Gewässer Leiter: Wolfgang Peters (04231-882-152) AB III Basisdienste Leiter: Michael Jagemann (04231-882-178)

Stand: Mai 2011

NLWKN * Jahresbericht 2010

Jahresbericht 2010 Impressum Herausgeber: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz - Direktion Am Sportplatz 23 26506 Norden Redaktion: Herma Heyken und Achim Stolz Vertrieb: Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz -DirektionAm Sportplatz 23 26506 Norden Telefon: 04931/947-173 und -138 [email protected] Internet: www.nlwkn.de / Aktuelles oder Webshop Norden, im Mai 2011

Abbildungsnachweis: Seite 32: (Bildquelle: Büro IGLU, Göttingen) Auszüge aus den Geobasisdaten der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung

NLWKN * Jahresbericht 2010