Kindergarten St. Marien

Kindergarten St. Marien

Pädagogische Konzeption der katholischen Kindertagesstätte Kindergarten St. Marien Freiherr von Pölnitz Str. 4 96132 Schlüsselfeld-Aschbach Träger:...

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Pädagogische Konzeption der katholischen Kindertagesstätte

Kindergarten St. Marien

Freiherr von Pölnitz Str. 4 96132 Schlüsselfeld-Aschbach

Träger: v.i.S.d.P.

Kath. Kirchenstiftung St. Marien, Kaulberg 6, 96132 Schlüsselfeld Tel. 09555/566 Diakon Burkhard Farrenkopf Kathrin Müller, Leitung der Einrichtung

VORWORT I.

Rahmenbedingungen

1. 2. 3. 4. 5. 6. 7.

Gesetzliche Grundlagen Geschichte des Kindergartens Unser Einzugsgebiet Unser Standort Unsere Räume und deren Besonderheiten Anzahl genehmigter Plätze/ Altersstruktur Personalstruktur

II.

Grundsätze und Leitgedanken

1. 2. 3. 4. 5. 6.

Unser Auftrag und Profil als kath. Tageseinrichtung Unser Bild vom Kind Unser konzeptioneller Ansatz Entwicklungsreise während der Kindergartenzeit Beobachtung und Dokumentation Unser Lernverständnis

III. Zielsetzungen 1.0 Pädagogische Arbeit 1.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden 1.1.1 Religiöse Erziehung 1.1.2 Bewegungs- und Gesundheitserziehung 1.1.3 Soziales Miteinander 1.1.4 Sprache 1.1.5 Umweltbildung und Erziehung 1.1.6 Musikalische Bildung und Erziehung, Resilienz – Widerstandsfähigkeit 1.1.7 Mathematische Bildung und Erziehung 1.1.8 Naturwissenschaft und Technik

1.2 Formen pädagogischer Arbeit 1.3 Tagesablauf 1.4 Übergang Familie – Kindergarten, Kindergarten – Schule 1.5 Feste und Feiern

-2-

2.0 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern 2.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden 2.2 Formen der Elternarbeit 2.3 Der Elternbeirat stellt sich vor

3.0 Kooperation mit der Schule 3.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden 3.2 Formen der Kooperation

4.0 Teamarbeit 4.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden 4.2 Formen

5.0 Vernetzung mit der Pfarrgemeinde 5.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden 5.2 Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen

6.0 Qualitätssicherung 6.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden 6.2 Formen der Qualitätssicherung 6.3 Öffentlichkeitsarbeit

"Ein Tag hat seine Pflicht auch in dem kleinsten Leben; hilf, so versäum ich nicht, was du mir aufgegeben. Bleib bei mir diesen Tag, dass ich an seinem Ende mein Herz und meine Hände dir fröhlich zeigen mag" Rudolf Alexander Schröder

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VORWORT Liebe Eltern der Kinder unserer Tageseinrichtung, liebe Leserinnen und Leser, die Anforderungen an Eltern und Kinder sind in der gegenwärtigen Situation unserer Gesellschaft vielfältig und anspruchsvoll. Sowohl unsere Kindertagesstätte "St. Marien" als auch die Kirchenstiftung St. Mariens Aufnahme in den Himmel stellt sich zusammen mit dem hier beschäftigten Personal der Aufgabe, Sie in Ihrer Erziehungsaufgabe zu unterstützen, Ihrem Kind Förderungs- und Entwicklungsmöglichkeiten zu erschließen, um in der Welt von heute und morgen seinen individuellen Platz zu finden. Ohne haupt- und ehrenamtliche Zusammenarbeit wäre das nicht möglich. – So ist über Jahre hinweg aus der Kinderbewahranstalt unter der verdienstvollen Leitung der Schwestern und der Ortscaritas zusammen mit den Priestern und Seelsorgern eine moderne Einrichtung geworden, die sich auch modernen Herausforderungen stellt. Darauf schauen wir von Seiten der Kirchenstiftung nicht ohne einen gewissen Stolz. Die vorliegende Konzeption – erarbeitet von den Mitarbeiterinnnen - zeigt dabei eine Leitlinie unserer Arbeit, die sich an den aktuellen gesetzlichen Grundlagen orientiert. Sie finden darin Bildungsziele aber auch die an ihnen festgemachten Schwerpunkte. Sicher wird sich mancher Punkt vielleicht auf Anhieb nicht so leicht erschließen lassen. Dennoch wollen die vorliegende Seiten neugierig machen und Spannung wecken für die Prozesse, die in der Einrichtung stattfinden und die Sie auch als Eltern beobachten können, ja in die sie selbstverständlich mit hineingenommen werden. – Unser pädagogisches Personal ist dabei für Ihre Rückfragen und auch für Ergänzungswünsche und Anregungen dankbar, denn ein Konzept ist nicht nur etwas Endgültiges, sondern wird prozesshaft weiterentwickelt. Wir sehen es als eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, zum Wohl der Kleinen und Kleinsten unserer Gemeinde und Gesellschaft tätig zu sein, die im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen. Ebenfalls bieten wir neuerdings und regelmäßig nach Verfügbarkeit auch für Schulkinder im Grundschulalter eine Betreuung nach der Schulzeit an. Wir ordnen dies alles, gemeinsam mit dem Wertbewusstsein sogar für das "Kleinste Leben", in einen christlichen Glaubenshorizont ein, den wir für unseren demokratischen Staat unverzichtbar halten. Welt, Mensch und Natur liegen als Teile der Schöpfung Gottes in der Verantwortung von uns allen. Unser Verhalten wird die eigene Zukunft mitentscheiden. Wir sind sehr froh darüber, dass dies in unserer Einrichtung mit ökumenischer Gesinnung über konfessionelle Grenzen hinaus geschehen kann. So bedanken wir uns bei den Eltern und der ganzen Pfarrgemeinde für die gute Zusammenarbeit, aber auch beim Kindergarten Team für den oft über die beruflichen Pflichten hinausgehenden Einsatz. Wir hoffen, mit der vorliegenden Konzeptionsschrift einen Schritt hin zu mehr Transparenz und Verständnis unserer Arbeit zu gehen und wünschen Gottes Segen bei der nicht immer leichten aber stets spannenden und verantwortungsvollen pädagogischen Arbeit, damit es gemeinsam gelingt in eine hoffnungsfrohe und weithin gesicherte Zukunft zu sehen. Aschbach, im Juli 2007 gez. Diakon Burkhard Farrenkopf - Seelsorger, stellv. Kirchenverwaltungsvorstand -

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Marc Günster Kirchenpfleger

I. Rahmenbedingungen 1. Gesetzliche Grundlagen Anerkannte Kindergärten stehen in Bayern unter staatlicher Aufsicht und sind verpflichtet, sich an die Durchführungsverordnungen im Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) zu halten. Beispielhaft wird hier der Art. 10 erwähnt. Art. 10 Auftrag zur Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen. (1) Kindertageseinrichtungen bieten jedem einzelnen Kind vielfältige und entwicklungsangemessene Bildungs- und Erfahrungsmöglichkeiten, um beste Bildungs- und Entwicklungschancen zu gewährleisten, Entwicklungsrisiken frühzeitig entgegenzuwirken. Sowie zur Integration zu befähigen. Eine angemessene Bildung, Erziehung und Betreuung ist durch den Einsatz ausreichenden und qualifizierten Personal sicherzustellen. (2) Die Kinder sollen entwicklungsangemessen an Entscheidungen zum Einrichtungsalltag und zur Gestaltung der Entscheidung beteiligt werden.

Mit diesem Gesetz werden die Ziele eines neuen „Bildungs- und Erziehungsplanes für die Kinder in Tageseinrichtungen“ verbindlich und stellen die Basis für die vorliegende Konzeption dar.

2. Geschichte des Kindergartens Im Mai 1990 wurde unter der Trägerschaft von Pfarrer Schubert mit dem Bau des Kindergartens St. Marien begonnen. Nach einjähriger Bauzeit zogen die Kinder mit ihren Betreuerinnen am 02. September 1991 in feierlichem Umzug in ihren neuen Kindergarten am Schlüsselfelder Weg 24 ein. Bis heute hat sich einiges im Außenbereich verändert. Es wurde z.B. ein hoher Zaun, ein Kletterturm, ein Klettergerüst, ein Rädchenweg angelegt und noch einige Bäume gepflanzt.

3. Unser Einzugsgebiet Die Kinder unserer Einrichtung kommen aus Aschbach und den Ortsteilen Heuchelheim, Ziegelsambach, Wüstenbuch und Hohn am Berg.

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4. Unser Standort Trotz unseres ländlichen Umfeldes ist auch unser Dorf mit seiner Durchgangsstraße geprägt von einem hohen Verkehrsaufkommen. Gehwege, verkehrsberuhigte Zonen, Fußgängerampeln und Überwege sind eher die Ausnahme. Für unsere Kinder ist es deshalb gefährlich, sich im Ortskern frei zu bewegen. Das große Außengelände der Einrichtung und die Lage am Ortsrand stellen hier einen positiven Gegenpol dar, der es den Kindern ermöglicht, verschiedenste Bewegungsfreiräume zu nutzen. All diese Gesichtspunkte beeinflussen unsere Arbeit, die zum Ziel hat, unseren Kinder und ihren vielfältigen Bedürfnissen gerecht zu werden.

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5. Unsere Räume und deren Besonderheiten Ähnlich wie in einem Wohnhaus werden auch im Kindergarten die verschiedenen Räumlichkeiten unterschiedlich genutzt. Mittel- und Ausgangspunkt für jedes Kind ist der eigene Gruppenraum. Besonders zu Beginn der Kindergartenzeit gibt er ihnen Orientierung und Sicherheit. Mit wachsender Selbständigkeit können die Kinder dann jedoch immer mehr Freiräume in Anspruch nehmen. So dürfen sich die Kinder unter der Beachtung von festen Regelungen während der Freispielzeit in den Turnraum begeben oder die ausgelagerten Spielbereiche, z.B. Intensivzimmer, mit benutzen.

INNENRÄUME 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 9) 10) 11) 12) 13) 14) 15) 16)

Gruppenraum Gruppenraum Intensivzimmer Kindertoilette mit Waschbecken Kindertoilette mit Waschbecken Eingangsbereich mit Infotafeln Wechselnde Spielecke Turnraum Geräteraum Büro Projektraum Küche Waschraum Personaltoilette Geräteraum/Außenbereich Wechselnde Spielecke

GARTEN A) Geräteschuppen (Rädchen, Bänke,...) B) Geräteschuppen (Sandspielsachen,...) C) Matschecke D) Sandkasten E) Holzverkaufsstand F) Häuschen G) Kletterstangen H) Häuschen I) Kletter- und Malturm J) Fühlstraße K) Schaukeln L) Häuschen M) Spielberg (klettern, balancieren,...) N) Rutsche O) Gruppenbeete

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6. Anzahl genehmigter Plätze/ Altersstruktur Unser Kindergarten besteht aus zwei altersgemischten Gruppen. In der Regel besuchen je 25 Kinder im Alter zwischen 3 – 6 Jahren unsere Einrichtung. Wenn es uns möglich ist, nehmen wir gerne Kinder ab 2, 5 Jahren und bieten Ihnen eine Schulkindbetreuung an.

7. Personalsituation BÄRENGRUPPE

Erzieherin Kinderpflegerin Kathrin Müller Irene Schöniger Bamberg Aschbach Vollzeit Teilzeit Zusatzqualifikation Psychomotorik und Musikgarten

Kinderpflegerin Stefanie Ansorge Aschbach Teilzeit

SCHMETTERLINGSGRUPPE

Erzieherin Claudia Schmitt Schrappach Vollzeit

Kinderpflegerin Gerda Seeger Rambach Teilzeit

Weitere Mitarbeiter: Hausmeister Rainer Weber, Ziegelsambach Maria Weiß Heuchelheim

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Kinderpflegerin Sieglinde Schmaußer Mönchherrnsdorf Teilzeit

Ausbildung Erzieherin:

Schulabschluss mind. Mittlere Reife 2 Jahre sozialpädagogisches Studium in verschiedenen Sozialpädagogischen Einrichtungen mit der Abschlussprüfung zur Kinderpflegerin 2 Jahre Studium an der Fachakademie für Sozialpädagogik mit der Möglichkeit das Fachabitur nachzuholen 1 Jahr Berufspraktikum in einer sozialpäd. Einrichtung – während dieser Zeit muss eine Facharbeit geschrieben werden, dies endet mit einer mündlichen Prüfung

Ausbildung Kinderpflegerin:

Schulabschluss mind. Qualifizierender Hauptschulabschluss 2 Jahre Ausbildung an einer Kinderpflegeschule mit Praxistagen und Praktika in verschieden sozialpädagogischen Einrichtungen

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II. Grundsätze und Leitgedanken 1. Unser Auftrag und Profil als kath. Tageseinrichtung In einer Zeit, in der Werte und Orientierung immer mehr in Frage gestellt werden, wollen wir die christlichen Werte im Zusammenleben mit den Kindern erlebbar machen und selbst ein glaubwürdiges Vorbild sein. Das heißt für uns: € Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Menschen € Von und mit den Kindern lernen – partnerschaftlich begegnen € Umgang mit Konflikten zulassen, mit den Kindern gemeinsam Lösungsmöglichkeiten besprechen und ausprobieren (Kinderkonferenzen), immer wider Chancen zum „Wiedergutmachen“ und Neuanfang geben € Integrativ arbeiten – andere annehmen wie sie sind (Außenseiter, Behinderte, Migranten) € Achtung vor der Schöpfung vermitteln und Verantwortung übernehmen – Schwerpunkte in den Kindergartenalltag mit einbringen € Gemeinschaft erfahren – gemeinsames Frühstück € Platz für alle Konfessionen Glaubensgemeinschaft erleben – bedeutet für uns: Wir beten gemeinsam mit den Kindern und entzünden täglich unsere selbst gestaltete Gebetskerze. Wir erleben gemeinsam mit den Kindern religiöse Einheiten und Anschauungen, die sich aus dem Jahreskreis oder der aktuellen Situation der Kinder ergeben (z.B. im Herbst – Anschauung „Der Apfel“, in der Adventszeit – religiöse Einheiten – Adventssingen und Adventsstündchen, in der Osterzeit – Einheiten nach Kett „Von Palmsonntag bis Ostern“. Wir pflegen das Brauchtum und gestalten gemeinsam Feste und Feiern im Kirchenjahr. Wir versuchen, die religiösen Inhalte hervorzuheben und wegzukommen von der materialistischen Vermarktung und Konsumorientierung. So feiern wir an Weihnachten das Fest der Geburt Jesu und nicht nur ein „Geschenkefest“. An Ostern steht die Auferstehung Jesu im Vordergrund und nicht der Besuch vom Osterhasen. Mehrmals im Jahr besuchen wir mit den Kindern das Altenheim und erfreuen die Bewohner mit Liedern, Spielen und selbst gebastelten Geschenken. Mit den Pfarrern beider Konfessionen gestalten wir Gottesdienste in beiden Aschbacher Kirchen und im Kindergarten. Als katholische Einrichtung legen wir Wert auf die Zugehörigkeit zur Kirchengemeinde und achten auf eine Verbundenheit durch gemeinsame Feste und Gottesdienste, auch ökumenische.

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2. Unser Bild vom Kind Erlebt ein Kind Nachsicht, lernt es Geduld. Erlebt ein Kind Ermutigung, lernt es Zuversicht. Erlebt ein Kind Lob, lernt es Empfänglichkeit. Erlebt ein Kind Bejahung, lernt es lieben. Erlebt ein Kind Anerkennung, lernt es, dass es gut ist, ein Ziel zu haben. Erlebt ein Kind Ehrlichkeit, lernt es, was Wahrheit ist. Erlebt ein Kind Fairness, erlernt es Gerechtigkeit. Erlebt ein Kind Sicherheit, lernt es Vertrauen in sich selbst und in jene, die mit ihm sind. Erlebt ein Kind Freundlichkeit, lernt es die Welt als ein Platz kennen, in dem gut wohnen ist.

3. Unser konzeptioneller Ansatz Wir arbeiten nach einem kind- und situationsorientiert Ansatz. Bei uns fließen Elemente aus der Montessoripädagogik, Psychomotorik und eine ganzheitliche, sinnorientiert Pädagogik nach Kett (siehe Religiöse Erziehung) mit ein. Es wird jedes Jahr ein kindgerechtes Thema ausgewählt. Nach diesem unterteilen sich mehrere kleine Rahmenthemen, die wir mit den Kindern Schritt für Schritt bearbeiten. Die Eltern werden darüber in Elternbriefen regelmäßig informiert.

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4. Entwicklungsreise während der Kindergartenzeit Mit dem Eintritt in den Kindergarten beginnt ein neuer Lebensabschnitt und die Art und Weise, wie dies geschieht, ist für jedes Kind individuell. Herauszufinden, wo ihr Kind „steht“ und von wo an wir uns mit ihm gemeinsam auf seine Entwicklungsreise begeben können, ist unsere Aufgabe. Im Laufe der Kindergartenzeit wollen wir ihm in verschiedenen Bereichen ein „gutes Rüstzeug“ für sein gegenwärtiges und späteres Leben mitgeben.

Basiskompetenzen „Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen zu interagieren und sich mit den Gegebenheiten in seiner Dinglichen Umwelt auseinander zu setzen.“ ( BEP S. 55)

Personale Kompetenz € Selbstwahrnehmung € Selbstwertgefühl € Selbstvertrauen € Wertschätzung und Beständigkeit € Sich als ganzes Wesen angenommen und geliebt fühlen € Sich für wertvoll halten und mit sich zufrieden sein € Eigene Leistungen und Fähigkeiten erkennen und stolz darauf sein

Motivationale Kompetenz € Autonomieerleben, selbstgesteuertes Handeln € Kompetenzerleben, erleben das sie etwas können, Erfolgserlebnisse € Selbstwirksamkeit, das Gefühl Probleme allein bewältigen zu können € Selbstregulation, das eigene Verhalten richtig einschätzen ob richtig oder falsch € Neugier und individuelle Interessen, aufgeschlossen sein für neues, eigene Vorlieben und Neigungen kennen

Kognitive Kompetenzen € Differenzierte Wahrnehmung, durch Sehen, Hören, Tasten, Schmecken und Riechen € Aktivieren von Erkennens-, Gedächtnis- und Denkprozessen € Denkfähigkeit, Merkfähigkeit ( visuelle, auditive, Sequenzgedächtnis) € Gedächtnis, z.B. Geschichten nacherzählen, über den Tagesablauf berichten u.s.w. € Aufmerksamkeit, Ausdauer und zuhören können € Handlungsplan € Problemlösungsfähigkeit, Probleme unterschiedlicher Art z.B. Soziale Konflikte erkennen und analysieren, Lösungsalternativen zu entwickeln € Phantasie und Kreativität, im motorischen, sprachlichen, musikalischen und gestalterischen Bereich

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Soziale Kompetenz € Gute Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern € Empathie und Perspektivenübernahmen € Kommunikationsfähigkeit € Gesprächsregeln lernen und einsetzen € Kooperationsbereitschaft, lernen als Gruppe zusammenzuarbeiten und zu agieren € Sich in der Gruppe einfügen € Sich in der Gruppe angesprochen fühlen € Regeln einhalten € Einfache Aufgaben übernehmen € Verbote akzeptieren

Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz € Werthaltung, soziale Zugehörigkeit zu einer Gruppe € Moralische Urteilsbildung € Unvoreingenommenheit, Personen mit anderen Werten, Einstellungen und Sitten Vorurteilsfrei begegnen und es als Chance sehen etwas neues zu lernen € Sensibilität für und Achtung vor Andersartigkeit und Anderssein, jeder ist einzigartig € Solidarität, als Gruppe zusammenhalten und sich füreinander einsetzen

Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme € Verantwortung für das eigene Handeln € Verantwortung anderen Menschen gegenüber € Verantwortung für Umwelt und Natur

Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe € Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsregeln € Einbringen und Überdenken des eigenen Standpunktes

Emotionalität € Wünsche und Bedürfnisse aufschieben können € Frustrationstoleranz € Neugier und Bereitschaft zur Anstrengung

Persönlichkeitsentwicklung € Phantasie € Kreativität € Inneres Gleichgewicht € Frustrationstoleranz € Konfliktfähigkeit € Selbstständigkeit € Selbstsicherheit € Selbsteinschätzung

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Sprache € Sprachverständnis € Lautbildung € Begriffsbildung, Oberbegriffe € Einzahl und Mehrzahlbildung

Körperbewusstsein € Wachstum von mir und anderen € Gesundheit € Hygiene

Motorik € Angepasster Muskeltonus, Gleichgewicht € Koordinierte und differenzierte große und kleine Bewegungen € Bewegungssteuerung und Kraftdosierung € Halte- und Funktionshand, Dominanz € Augenbewegungen

Auditive Wahrnehmung € Phonologische ( lautliche ) Bewusstheit € Umsetzung sprachlicher Anweisungen

Visuelle Wahrnehmung € Figur- Grund Unterscheidung € Formenerfassung und Formkonstanz € Erkennen der Lage im Raum € Erfassen räumlicher Beziehungen

Grundlagen des Glaubens Der Kindergarten bietet dem Kind die Möglichkeit mit anderen Kindern zusammen die Welt zu entdecken.

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5. Beobachtung und Dokumentation Sinn und Zweck von Beobachtung und Dokumentation Beobachtung und Dokumentation der Entwicklung , des Lernens und des Verhaltens von Kindern bildet eine wesentliche Grundlage für die Arbeit von pädagogischen Fachkräften in unsrer Kindetageseinrichtung. Sie geben Einblick in Entwicklung, Interessen und Bildungsprozesse und sind hilfreich, um die Qualität von pädagogischen Angeboten festzustellen und weiterzuentwickeln. Unsere Beobachtungen und Dokumentationen sind breit angelegt. Sie geben Einblick in die wesentlichen Lern und Entwicklungsprozesse eines Kindes bezogen auf die verschiedenen im Bildungs- und Erziehungsplan angeführten Kompetenzen und Lernbereiche siehe Punkt III. Besonderes Gewicht hat: € die Erfassung der Lernbereitschaft von Kindern d.h. ihre Bereitschaft, sich in verschiedenen Lernfeldern und Aktivitäten zu engagieren z.B. Stuhlkreis, Freispiel € die Erfassung von Lern und Entwicklungsfortschritten z.B. in der Sprachlichen und naturwissenschaftlichen Bildung € die Erfassung des Wohlbefindens der Kinder € die Erfassung der sozialen Beziehungen eines Kindes zu anderen Kindern und zu pädagogischen Bezugspersonen Diese daraus gewonnenen Daten erleichtern es uns die Perspektiven des Kindes, sein Verhalten und Erleben seine Stärken und Schwächen besser zu verstehen und individuell darauf einzugehen. Wir können das Kind dadurch dort abholen wo es steht und uns gemeinsam daran machen seine Schwächen zu fördern und seine Stärken weiterzuentwickeln. Die gezielte Beobachtung bietet eine fundierte Grundlage für Elterngespräche, diese finden regelmäßig statt auf freiwilliger Basis aber auch auf Wunsch der Eltern. Durch die regelmäßige Beobachtung werden Schwierigkeiten und Defizite frühzeitig erkannt und auf Wunsch der Eltern können Kontakte zu Fachdiensten angebahnt werden. Durch die Beobachtung reflektieren wir aber auch unsere pädagogischen Angebote und können diese besser an die Bedürfnisse der Kinder anpassen.

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6. Unser Lernverständnis Wodurch können wir lernen? € € € € €

Nachricht am Telefon aufnehmen, behalten und ausrichten können Vorbilder-Nachahmung Erfahrungen mit Experimenten Merken und Wiedergeben von Fingerspielen, Reimen etc. Soziales Miteinander

Warum ist das Spielen so wichtig? „Die spielen ja nur“ – Diesen Satz hört man öfter im Kindergarten. Doch was bedeutet das Spiel für die Kinder wirklich? Das Spiel ist ein Grundbedürfnis des Kindes und stellt eine Form der Auseinandersetzung mit der Welt dar. Kinder erleben das Spiel als lustvolles, selbstbestimmtes Tun. Während sie im Rollenspiel allein oder mit anderen zusammen Fähigkeiten oder Personen nachahmen, verarbeiten die Kinder Reize und Eindrücke, die auf sie einwirken. Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren sind nicht „belehrbar“, sondern lernen überwiegend aus der Erfahrung, die sie beim Spiel machen. Sie lernen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen und erweitern sie durch ständiges Ausprobieren und Wiederholen. Hierfür benötigen sie genügend Raum, Zeit und ein breit gefächertes Angebot an Materialien zur Erprobung verschiedenster Techniken. Auf diese Weise bilden sich Stärken und Schwächen sowie bestimmte Vorlieben und Abneigungen schell heraus. „Die Reflexionsphase ist die für den Erwerb lernmethodischer Kompetenz entscheidende Phase. Mit den Kindern betrachtet und reflektiert werden Inhalt, Struktur und der gesamte Lernprozess, damit den Kindern bewusst werden kann, was sie tun, was und auf welchem Wege sie dabei etwas gelernt haben.“ „Lernmethodische Kompetenz ist die Grundlage für einen bewussten Wissens- und Kompetenzerwerb und der Grundstein für schulisches und lebenslanges, selbst gesteuertes Lernen. Gepaart mit Vorwissen ermöglicht sie, Wissen und Kompetenz kontinuierlich zu erweitern und zu aktualisieren sowie Unwichtiges und Überflüssiges auszufiltern. Wissen kompetent nutzen zu können hängt nicht nur von den erworbenen Wissensinhalten ab, sondern vor allem von der Art und Weise, wie man Wissen erworben hat. Lernmethodische Kompetenz baut auf vielen der bisher genannten Basiskompetenzen wie z.B. Denkfähigkeit, Gedächtnis, Kreativität, Werthaltung, moralische Urteilbildung, Verantwortungsübernahme, Kommunikationsfähigkeit auf und bündelt und verknüpft sie zu Kompetenzbereichen.“ Lernverständnis Unsere Sinne sind das wichtigste um überhaupt lernen zu können. Nicht nur für die Schule, sondern für das Leben lernen wir! Wir lernen immer und überall. So ist das „freie Spiel“ genauso wertvoll wie die Projektarbeit und das gelenkte Spiel.

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III. Zielsetzungen 1.0 Unsere Pädagogische Arbeit 1.1Zielsetzung, Inhalte und Methoden Wir möchten ihrem Kind den Übergang in die Schule erleichtern und es mit unserer Arbeit unterstützen zu einem selbständigen, selbstbewussten und verantwortungsvollen Menschen zu werden.

1.1.1 Ethische und religiöse Erziehung „Kinder brauchen Erfahrungen und dazugehörige Orte, die ihnen ein Grundvertrauen ins Leben vermitteln, sodass sie sich selbst und verantwortungsbewusst in ihrem Lebensumfeld entwickeln können. Kinder sind mit Ritualen vertraut, die das Leben strukturieren und zu ordnen versuchen.“ Die Würde des Menschen ist unantastbar. Wir als katholische Einrichtung haben uns folgende Schwerpunkte als Ziele gesetzt: € die Achtung vor Gott, er ist immer für mich da € das tägliche Gebet vor dem Essen € das Gebet für Kranke und Freunde unserer Kinder und der Pfarrgemeinde € die Wertschätzung von Natur und Tier € der Umgang miteinander € die einzelnen Gottesdienste während des Kindergartenjahres: o Erntedank (danken für die Schöpfung) o Martin (teilen) o Nikolaus (helfen) o Advent (wir warten auf Weihnachten) o Weihnachten (Jesus wird geboren) o Lichtmess mit Blasiussegen (Stärkung) o Auflegung des Aschenkreuzes am Aschermittwoch (Beginn der Fastenzeit) o Gestaltung der Karrwoche (heilige Woche) o Palmsonntag o Gründonnerstag o Karrfreitag o Ostern o Segnung der selbstgestalteten Osterkerzen o Abschlussgottesdienst (Verabschiedung der Vorschulkinder mit Segnung) „Kinder nehmen ihr Leben und das sie umgebende Leben nicht nur als pure Selbstverständlichkeit hin, sondern erfahren es aus den Grundlagen des Staunens, Dankens und Bittens grundsätzlich als Geschenk.“

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1.1.2 Bewegungs- und Gesundheitserziehung „Gesundheitserziehung ist mehr als nur das Freisein von Krankheit. Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der darauf abzielt, Kindern „ein hohes Maß an Selbstbestimmung“ über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen“ (Ottawa- Charla, Quelle: BEP, Punkt 7.11) Gesund zu leben heißt, zwischen Phasen der Anspannung und Zeiten der Ruhe ein Gleichgewicht herzustellen. Wir sehen Toben, Rennen, Kräfte messen und Bewegung, aber auch Kuscheln, Ruhen, Konzentration und Meditation in gleicher Weise als Wichtig an. Im Kindergartenalltag haben beide Bereiche ihren festen Platz. Zum einen besteht für die Kinder im Freispiel die Möglichkeit den Turnraum und seine Gerätschaften voll zu nutzen oder im Außengelände mit Brettern, Reifen und Balken phantasievolle Bewegungslandschaften entstehen zu lassen. „Bewegung zählt zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. Kinder haben einen natürlichen Drang und eine Freude daran, sich zu bewegen. Für sie ist Bewegung ein wichtiges Mittel, Wissen über ihre Umwelt einzuwirken, Kenntnisse über sich selbst und ihren Körper zu erwerben, ihre Fähigkeiten kennen zu lernen und mit anderen Personen zu kommunizieren.“ (Quelle: BEP, S. 354)

Wie setzen wir die Bewegungserziehung um? € Durch angeleitete Bewegungserziehung einmal wöchentlich € Durch Bewegungsbaustellen € Psychomotorik € Spaziergänge € Tägliches Spielen und Bewegen im Garten € In der Freispielzeit steht der Turnraum zur Verfügung oder es besteht die Möglichkeit, dass die Vorschulkinder in Kleingruppen den Garten nutzen € Bewegungsspiele im Stuhlkreis € Waldwochen € Kinderdisco an Fasching € Tänze

Die Kinder sollen zu einem gesunden Essverhalten angeregt werden und wir im Kindergarten unterstützen sie dabei. Wir achten bei der Brotzeit, aber auch beim angebotenen Mittagessen darauf, dass die Kinder ausgewogene und gesunde Nahrungsmittel zu sich nehmen. Gerade in diesem Bereich sind wir auf Sie – die Eltern - angewiesen. Wir wollen das individuelle Hunger- bzw. Sättigungsgefühl der Kinder respektieren und auch Süßes nicht verbieten. Tätigkeiten, wie das Händewaschen vor und nach dem Essen bzw. bei dem Toilettengang gehören zu den wichtigsten Maßnahmen der Körperpflege. Einmal im Monat, jeweils der erste Freitag im Monat, findet bei uns ein „Raupe Nimmersatt“ Frühstück statt. Jedes Kind darf sich in die aushängende Liste eintragen was es an diesem Tag zum „gesunden Buffett“ beisteuert. Die Auswahl reicht von Rohkost- und Obstplatten über Brote mit Käse belegt, Marmelade oder Butter bis hin zur Quarkcreme und Cornflakes oder Müsli.

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1.1.3 Emotionale und soziale Erziehung und Bildung Kindertageseinrichtungen leisten einen grundlegenden Beitrag sowohl zu der emotionalen als auch zu der sozialen Erziehung und Bildung. Emotionale und soziale Kompetenzen wiederum sind Voraussetzungen, dass ein Kind lernt, sich in die soziale Gemeinschaft zu integrieren. Wir möchten den Kindern helfen, zu eigenständigen Persönlichkeiten heran zu wachsen. Das bedeutet, sie zu selbständigen, kritikfähigen Kindern zu erziehen, die offen auf andere zugehen und sich neuen Situationen stellen. € Gesamtziele • Gefühlszustände mit eigenen Worten benennen und beschreiben, darüber sprechen und anderen erzählen können, wie man sich fühlt. Unangenehme Gefühle zulassen, belastende Situationen aktiv und wirksam bewältigen. Lernen wie Ausdruck und Kommunikation von Gefühlen auf andere wirken und Beziehungen beeinflussen. • Ausdruck und Verhalten zutreffend entschlüsseln. Ursachen für Gefühle kennen lernen. Erfahren, dass andere Menschen auch eigene Gedanken, Wünsche, Gefühle und Bedürfnisse haben. € Einzelziele • Emotionales Verständnis von sich selbst -

Zulassen von Verlust und Trauer Gefühle, Stimmungen und Bedürfnisse anderer Menschen wahrnehmen

• Verständnis für und Rücksichtnahme auf andere -

eigene Wünsche steuern und zurückstellen Grenzen und Regeln berücksichtigen sich in die Situation anderer einfühlen und hilfsbereit sein Meinungen anderer respektieren

• Kontakt-, Beziehungs- und Konfliktfähigkeit -

auf andere Kinder und Bezugspersonen zugehen und Kontakt aufnehmen Konflikte konstruktiv aushandeln, Kompromisse schließen, kooperativ sein Freundschaften mit anderen Kindern eingehen

• eigene Interessen, Bedürfnisse und Standpunkte wahrnehmen

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sich damit abfinden, wenn man einmal nicht im Recht ist eigene Wünsche, Bedürfnisse, Meinungen zum Ausdruck bringen und selbstbewusst vertreten.

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1.1.4 Sprache „Von Anfang an versucht das Kind mit seiner Umwelt zu kommunizieren – mit Gestik, Mimik und Lauten – und es ist für seine Entwicklung von Kommunikation abhängig.“ (BEP, S. 207) Unter Sprachförderung kann man viel verstehen. Eltern erwarten beispielsweise oft eine ganz spezifische Schulung. Dabei fängt Sprachförderung schon beim ganz normalen Miteinander sprechen und erzählen an.

Spracherziehung heißt für uns konkret: € In ganzen Sätzen mit den Kindern sprechen € Bilderbücher, Geschichten, Märchen erzählen und nacherzählen lassen € Erzählkreise € Rollenspiele, Kreisspiele € Kassetten anhören € Sprachspiele € Lieder, Gedichte, Auszählreime, Zaubersprüche, Fingerspiele lernen € Phonologisches Sprachprogramm für die Vorschulkinder € Bücherreibesuche € Eigenen Namen schreiben

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1.1.5 Umweltbildung und Erziehung Das Kind soll lernen die Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren und sie als unersetzlich und verletzbar wahrzunehmen. Es soll ein Verantwortungsgefühl entwickeln und sich bemühen in Zusammenarbeit mit anderen die Umwelt zu schützen und zu erhalten.

Naturbegegnungen € € € € € € € €

die Umwelt mit allen Sinnen wahrnehmen Umwelt und Naturvorgänge bewusst beobachten (Säen von Samen, beobachten von Tieren ) Lebensbedingungen unterschiedlicher Tiere möglichst in ihrem natürlichen Lebensraum kennen lernen (Waldwochen, Garten, Wiese) verschiedene Naturmaterialien im Detail kennen lernen, erkunden und erklären( z. B. Blätter, Blütenformen, Früchte, Holz, Bedeutung der Baumrinde) Werterhaltung, sich selbst, anderen und der Natur gegenüber entwickeln ( Fürsorge, Achtsamkeit, Mitempfindung, Verantwortung)

praktischer Umweltschutz und Umweltbewusstsein € unterschiedliche Abfallstoffe zu unterscheiden und ein Grundverständnis über Müllvermeidung und Mülltrennung wecken € Bereitschaft zu umweltbewusstem und umweltgerechten Handeln entwickeln

Ein verantwortungsvoller Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen, gewinnt vor dem Hindergrund globaler und ökologischer Veränderungen zunehmend an Bedeutung.

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1.1.6 Musikalische Bildung und Erziehung Musik ist ein ideales Medium für Kinder, um sich mitzuteilen, Gefühle und Gedanken zu äußern, aber auch emotionale Belastungen abzureagieren. Musik regt Kreativität und Fantasie an. Oft können sich Kinder durch Musik und Bewegung leichter mitteilen als durch Sprache.

Wie findet Musikalische Erziehung bei uns statt: € gemeinsames Singen und Musizieren z.B. Morgenkreis, Aufräumlied, Abschlusslied, Sing und Kreisspiele € lernen von Liedern z.B. Gottesdienste, Feste und Feiern € Musikalische Interaktion z.B. Klanggeschichten mit Instrumenten

Was wollen wir damit erreichen: € einander zuhören € Stimm und Sprachbildung durch das Lernen des Textes € Klangliche Umsetzung von Bewegung z.B. Tanz € Auditives Gedächtnis ( Lernen des Textes) € Konzentration und Ausdauer € Soziale Kompetenzen ( Rücksicht, Warten, Instrumententausch) € Kennen lernen von verschiedenen Instrumenten € Förderung des abstrakten Denkens( räumliche und zeitliche Vorstellungskraft) € Rhythmus und Taktgefühl € Erkennen und nachsingen einer Melodie Da auf musikalischen Gebiet spielen mit lernen eng verbunden ist, eröffnet sich grade hier die Chance, spielend zu lernen und lernend zu spielen.

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1.1.7 Mathematische Bildung und Erziehung „Die Welt in der Kinder aufwachsen, ist voller Mathematik. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich überall entdecken, z.B. im Straßenverkehr. (BEP, S.251) „Wir versuchen Kinder grundlegende mathematische Erfahrungsbereiche regelmäßig anzubieten, z.B. Messvorgänge, Formen, Spielmaterial. Entscheidend ist dabei nicht das Ausmaß solcher Angebote, sondern der bewusste Umgang mit mathematischen Inhalten und Zusammenhängen. Dabei ist zu beachten, dass vieles, was Kinder im Alltag erleben und verrichten, und vieles, mit dem Kinder spielen und arbeiten, bereits mathematische Grunderfahrungen beinhaltet, die bisher möglicherweise, nicht als solche bewusst wahrgenommen worden sind.“ (BEP, S. 255)

Wie setzen wir die mathematische Bildung und Erziehung im Kindergarten um? € Morgenkreis – Kinder zählen € Kalender stellen € Uhrzeit € Backen, kochen € Montessorimaterial, z.B. Numerische Stangen € Projekt: Zahlenland € Tischspiele, z.B. Würfelspiele, Uno, Domino, Halli-Galli... € Kaufladen € Wie viele Kinder dürfen in eine Ecke? € Zahlenspiele € Abzählreime € Hüpfkästchen € Verkehrserziehung € Formen

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1.1.8. Naturwissenschaft und Technik Wir wollen den natürlichen Forscherdrang und die Neugier nutzen, um den Kindern den Zugang zu naturwissenschaftlichen Themen zu erleichtern. € € € € € € € €

Welt der Optik und Akustik erfahren ( Sinneserfahrungen) sich in Zeit und Raum orientieren (Uhr, Kalender) einfache Größen-, Längen-, Gewichts-, Temperaturmessungen durchführen durch Experimente naturwissenschaftliche Vorgänge bewusst wahrnehmen mit unterschiedlichen Materialien bauen und konstruieren Fragen der Kinder aufgreifen Interesse bei Kindern wecken bzw. wach halten Verschiedene Naturmaterialien sammeln, sortieren, ordnen und beschreiben (z.B. Blätter, Blütenformen, Rinden, Früchte)

Wir stehen in der Verantwortung der Kinder, Lust am Fragen mit Ernsthaftigkeit zu begegnen und diesem Themenbereich im Kindergartenalltag angemessenen Raum zu geben.

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1.2 Formen pädagogischer Arbeit In unserem Kindergarten lernen die Kinder nach dem offenen Ansatz! Die Kinder dürfen sich in der Freispielzeit selber organisieren und entscheiden wo und mit wem sie spielen. Ebenfalls dürfen sie außerhalb des Gruppenraumes die Spielecken, wie z.B. die Turnhalle, Garten usw. nutzen. Immer wenn Probleme auftreten oder Entscheidungen getroffen werden müssen, die von der ganzen Gruppe eingehalten werden sollen, berufen wir eine Kinderkonferenz ein. In dieser werden alle Kinder am Lösungsprozess beteiligt. Auch in Kleingruppen werden Entscheidungen getroffen.

1.2.1 Projektarbeit Die Projekte haben einen großen Stellenwert in unserer Einrichtung. An den Nachmittagen wechseln die Projekte auf Grund der Vorschläge des Teams. Die Wünsche der Kinder und Eltern werden berücksichtigt und erfüllt.

Je nach Interesse und Voraussetzungen bieten wir beispielsweise folgende Projekte an: € Psychomotorik € Zahlenland € Phonologisches Sprachprogramm € Forschen mit Fred € musikalische Früherziehung € Wichtelwerkstatt € Mit allen Sinnen die Welt entdecken

1.2.2 Unsere Waldwochen Unsere Waldwochen sind ein großer Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Viermal im Jahr dürfen die Kinder eine ganze Woche die verschiedenen Jahreszeiten in der Natur erleben.

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1.2.3 lernmethodische Kompetenzen Der Erwerb lernmethodischer Kompetenz erfolgt durch die Auseinandersetzung mit Inhalten. Themenzentrierte Ansätze und Methoden haben im Elementarbereich Tradition (z.B. Projektansatz, Jahresthema). Der meta - kognitive Ansatz, der diesem Plan zugrunde liegt, ist ein Ansatz, bei dem die Kinder für sie interessante Inhalte effektiver und nachhaltiger und mit mehr Bewusstsein und Verständnis für ihre Lernprozesse lernen, und der zugleich die Stärkung aller Basiskompetenzen ermöglicht. Anregende Lernumgebungen, die Kindern kombinationsreiches Spiel und strukturiertes Erforschen ermöglichen, sind insbesondere Miniaturversionen alltäglicher und außeralltäglicher Handlungsfelder, z.B. Puppenküchen, Ritterburgen, Puzzles, Bauklötze, Funktionsräume. Die Gegenwart eines Erwachsenen, der sich nicht in das Spiel einmischt, aber die Spielsequenz stabilisiert, z.B. die Kinder zum Weitermachen animiert, Impulse und Zuspruch gibt, wirkt sich positiv auf die Spielqualität aus. Der Schwerpunkt des Lernens richtet sich auf jene Lebensweltaspekte, die die Kinder als selbstverständlich betrachten. Kinder lernen nur dann etwas über ihre Umwelt, wenn sie sich der einzelnen Phänomene bewusst werden und deren Sinn begreifen. Sie nehmen manche Alltagsphänomene erst dann wahr, wenn Erwachsene ihre Aufmerksamkeit darauf lenken.

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1.2 Tagesablauf 7.30 – 8.45 Uhr BRINGZEIT In der Bringzeit kommen die Kinder an und haben die Möglichkeit den Tag nach ihren individuellen Bedürfnissen zu beginnen. Morgens besteht noch die Gelegenheit, Spielbereiche und Beschäftigungen in Ruhe frei zu wählen bzw. den Erzieherinnen bei der Erledigung verschiedener Aufgaben zu helfen. Es bleibt Zeit, um das zu erzählen, was momentan gerade auf der „Seele brennt“. Die Bringzeit und deren Einhaltung ist uns aus verschiedenen Gründen wichtig: € Das Kind findet durch die ruhige Atmosphäre besser ins Spiel bzw. hat mehr Gelegenheit zu einer vertieften, ungestörten Beschäftigung. € Je später das Kind kommt, um so eingeschränkter sind die freien Wahlmöglichkeiten. € In der Bringphase haben wir Zeit, einen intensiven Kontakt zum einzelnen Kind aufzubauen bzw. ihm den Einstieg in den Tag zu erleichtern. € Außerdem dient sie auch zum kurzen Austausch zwischen Erzieherinnen und Eltern, in der wichtige Informationen oder Bekanntgaben vermittelt werden. 8.30 – 9.00 Uhr WUPPI Phonologisches Sprachprogramm für die Vorschulkinder 9.00 – 9.15 Uhr MORGENKREIS Im Morgenkreis dürfen sich die Kinder zu Anfang ein Lied oder eine Geschichte wünschen. Anschließend singen wir gemeinsam das Morgenkreislied, indem jedes Kind beim Namen genannt wird. So sehen die Kinder wer anwesend ist. Die Kinder zählen selbständig wie viele heute da sind und sie dürfen dann aufzählen wer fehlt. Zum Abschluss darf ein Kind am Holzkalender das richtige Datum mit Tag und Jahreszeit einstellen. Gemeinsam beschließen wir dem Kreis mit der Information wie der Tag im Anschluss gestaltet wird. 9.15 – 10.00 Uhr GEMEINSAMES ESSEN Jedes Kind sucht sich einen Platz am Tisch. Mit einem kleinen Spiel werden die Kinder dann nacheinander zur Toilette und zum Händewaschen geschickt. Die Brotzeittasche wird mitgenommen und mit dem Tischdekorieren begonnen. Dazu verwenden wir z.B. Blumen, Legematerial und Kerzen. Ein schön gedeckter Tisch trägt zu einer gemütlichen Atmosphäre bei, die wiederum für eine harmonische Essensituation von großer Bedeutung ist. Nach dieser Vorbereitung wird gebetet. Dazu dürfen sich die Kinder aussuchen, ob ein Lied gesungen oder ein Gebet gesprochen werden soll. Wir wünschen uns einen guten Appetit und beginnen mit der Mahlzeit.

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Wir achten darauf, dass es nicht zu laut wird und dennoch genügend Raum für die individuellen Tischgespräche der Kinder bleibt. Nach dem Essen räumt jeder seinen Platz auf und der Tischdienst wischt die Tische. 10.00 – 11.00 Uhr FREISPIELZEIT Freispielzeit ist die Zeit, die das Kind zur Verfügung hat, um sich seinen momentanen Interessen und Neigungen entsprechend, mit unterschiedlichen Materialien bzw. verschiedenen Spielpartnern zu beschäftigen. Die Spieldauer und der Spielverlauf wird dabei vom Kind selbst bestimmt. Im Freispiel macht das Kind wertvolle Erfahrungen die für die Entwicklung seiner Gesamtpersönlichkeit von großer Bedeutung sind. Durch die Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien erwirbt das Kind Kenntnisse und Fertigkeiten. Im Spiel muss das Kind mit anderen umgehen können, Konflikte lösen, Absprachen treffen und vor allem kommunizieren. Auf diese Weise erweitert es seine sozialen Fähigkeiten.

Durch seine Tätigkeiten macht das Kind die Erfahrung, seine Umwelt verändern zu können. Es kann sich als „schaffendes Wesen“ erleben und erfährt dabei die eigenen Möglichkeiten und Grenzen. Diese Eindrücke sind grundlegend für die Entwicklung eines gesunden Selbstbewusstseins und Selbstvertrauens. Das Bedürfnis zum Spiel ist in jedem Kind verankert. Die Fähigkeiten, die notwendig sind, damit ein vertieftes Spiel auch zustande kommt, sind jedoch nicht selbstverständlich gegeben. Häufig beobachten wir, dass es Kindern schwer fällt, sich mit ihrer Zeit und den gegebenen Möglichkeiten sinnvoll zu beschäftigen. Impulse, Anregungen und „Starthilfen“ sind dann von unserer Seite aus notwendig, damit ein vertieftes Spiel zustande kommt und sich die vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten beim Kind entfalten können. Das Freispiel ist der „Beruf des Kindes“ und somit auch die wichtigste Zeit im Kindergartenalltag! - 29 -

11.00 – 11.30 Uhr BEWEGEN IM GARTEN Wir achten darauf, dass die Kinder täglich – bei Wind und Wetter - genügend Bewegung bekommen und sich austoben können. Im Garten haben die Kinder verschiedene Möglichkeiten ihrer Energie freien Lauf zu lassen: € Rädchen fahren € Im Sand spielen € Klettern - an Klettergerüsten oder Kletterbaum € Rutschen € Schaukeln € Sich verstecken € Rollenspiele, z.B. in den Holzhäuschen € Ballspiele, z.B. Fußball € Bewegungsbaustellen, aus Kartons, Getränkekisten, Reifen, Latten, Baumstümpfen, usw. € Helfen bei Gartenarbeiten 11.30 – 12.00 Uhr GEZIELTES ANGEBOT Die geplanten Angebote orientieren sich an unseren unterschiedlichen Zielsetzungen. So kann einmal ein religiöses Angebot Inhalt im Stuhlkreis sein, ein anderes mal die Betrachtung eines Bilderbuches oder eine gemeinsame Gesprächsrunde. Das Reportoire, aus dem bei gezielten Angeboten ausgewählt werden kann, ist sehr vielfältig. In jeder Gruppe wird der Inhalt des Stuhlkreises individuell, je nach Gruppensituation und Themenschwerpunkt bestimmt. Der Stuhlkreis, also die gezielte Beschäftigung, mit den Kindern in der Großgruppe, stellt in unserer Einrichtung die häufigste Form dar, in der Angebote stattfinden. Bei verschiedenen Aktivitäten, wie z.B. bei der Bewegungserziehung oder Einheiten zur Naturerfahrung bietet es sich an, eine kleinere Gruppe zu bilden, damit sich die Kinder intensiver mit dem Thema auseinandersetzen können. 12.00 – 12.15 Uhr ABHOLZEIT (immer eine ¼ Stunde) Einige Kinder beschließen hier ihren Kindergartentag. Anderen gehen zum Mittagessen nach Hause oder können am Mittagessen im Kindergarten teilnehmen. Wenn die Kinder persönlich verabschiedet werden, endet die Aufsichtspflicht des Erzieherpersonals und die Eltern sind ab diesem Zeitpunkt wieder für die Sicherheit ihres Kindes verantwortlich. 12.15 – 12.45 Uhr GEMEINSAMES MITTAGESSEN Während dieser Zeit können die Kinder ein warmes Mittagessen einnehmen, welches das Kindergartenpersonal vom Hephata Altenheim in Aschbach bestellt und abholt. Wie bei der Brotzeit sind uns die Hygienemaßnahmen vor dem Essen, aber auch eine gemütliche, familiäre Essenssituation sehr wichtig. 12.45 – 13.15 Uhr MITTAGSRUHE Nach dem Mittagessen ruhen sich die Kinder bei einer Geschichte im Regenbogenzimmer oder in der Turnhalle aus. ab 13.15 Uhr BRINGZEIT am Nachmittag ‚ verschiedene Projekte und Angebote Abholzeit je nach Buchung Die Projekte werden von Jahr zu Jahr neu entschieden, richten sich aber immer nach unseren pädagogischen Zielsetzungen. - 30 -

Sie sind für verschiedene Altersklassen, wobei sich die „Kleinen“ erst mal in den Kindergartenalltag einleben sollen. Projekte sind z.B. Forschen mit Fred, Mit allen Sinnen die Welt begreifen, Es singt und klingt im Kindergarten, usw. Feste Bestandteile am Nachmittag sind die Psychomotorik und das Zahlenland für die Vorschulkinder. Die Kinder, die nicht an den Projekten teilnehmen, haben die Möglichkeit sich im freien Spiel zu entwickeln und entfalten. (siehe intensive Freispielzeit am Vormittag) Am Nachmittag besteht immer die Möglichkeit die Kinder intensiv zu beobachten, da die Gruppenzahl im Gegensatz zu Vormittag geringer ist. So können wir auch Kinder einzeln besser fördern und uns gezielt mit den Kindern beschäftigen. Die Brotzeit am Nachmittag findet meist zwischen 15.00 – 15.30 Uhr statt. Im Sommer essen die Kinder auch gerne im Freien. 16.15 – 16.30 Uhr späteste ABHOLZEIT Montag - Donnerstag Die Kinder werden von den Eltern abgeholt, das Erzieherpersonal reinigt die Gruppenräume und trifft Vorbereitungen für den nächsten Tag. 15.45 – 16.00 Uhr

späteste ABHOLZEIT AM FREITAG

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1.4 Übergänge 1.4.1 Übergang Familie – Kindergarten Mit dem Eintritt in den Kindergarten hat ihr Kind einen Schritt in ein neues Umfeld gemacht, es muss sein vertrautes zu Hause, seine Bezugspersonen, für einige Zeit verlassen und sich auf viele Eindrücke, neue Freunde und neue Bezugspersonen einlassen. Ihr Kind wohnt zu Hause, verbringt aber dennoch einige Zeit bei uns im Kindergarten. Es soll sich in der Einrichtung angenommen und geborgen fühlen. Es könnte vielleicht sogar sein zweites zu Hause werden. Der Trennungsschmerz zwischen Eltern, meist der Mutter, und dem Kind ist normal. Oftmals kann sich ihr Kind leichter lösen, als dass Sie, liebe Eltern, es loslassen können. Zögern Sie bitte die Verabschiedung beim Bringen nicht zu lange hinaus. Sagen sie Ihrem Kind, dass Sie es wieder abholen werden und verabschieden Sie sich. Ihre Unsicherheit überträgt sich sofort auf Ihr Kind. Kinder haben für die Gefühle ihrer Eltern ein feines Gespür.

Die Familie ist die Keimzelle unserer Gesellschaft. € In ihr durfte Ihr Kind bis zu seinem Eintritt in den Kindergarten erfahren: - Liebe - Zuwendung - Geborgenheit - Sicherheit - Fröhlichkeit - Traurigkeit - Zeit, die Sie Ihrem Kind schenkten

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1.4.2 Übergang Kindergarten – Grundschule Der Weg vom Kindergarten in die Schule sollte ein gemeinsamer sein. € Diese Werte wollen wir in unserer Einrichtung Ihrem Kind mit auf den Weg geben: - das Vertauensverhältnis zwischen Kind und Erwachsenem stärken - ein christliches Menschenbild vermitteln - die Erhaltung und Stärkung der körperlichen und geistigen Gesundheit - die Erziehung zur Selbstständigkeit - die Kommunikationsfähigkeit - die Spielfähigkeit - die Fähigkeit Konflikte zu lösen (das friedliche Miteinander) - das Umwelt- und Naturverständnis - ein gutes Sozialverhalten Diese Ziele können wir nur erreichen, in dem Ihr Kind erlebt, dass Elternhaus und Kindergarten nicht als Gegensatz arbeiten sondern miteinander. In dem Werte und Grenzen in beiden Einrichtungen einheitlich sind.

Trennung heißt loslassen. Kinder sind nicht unser Eigentum, sie sind uns ein anvertrautes Gut Gottes! Solange die Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln. Wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel.

Es sagte einmal die kleine Hand zur großen Hand: Du große Hand, ich brauche dich, weil ich bei dir geborgen bin. Ich spüre deine Hand, wenn ich wach werde und du bei mir bist, wenn ich Hunger habe und du mich fütterst, wenn du mir hilfst, etwas zu greifen und aufzubauen, wenn ich mit dir meine ersten Schritte versuche, wenn ich zu dir kommen kann, weil ich Angst habe. Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich.

Es sagte einmal die große Hand zur kleinen Hand: Du kleine Hand, ich brauche dich, weil ich von dir ergriffen bin. Das spüre ich, weil ich viele Handgriffe für dich tun darf, weil ich mit dir spielen, lachen und herumtollen kann, weil ich mit dir kleine, wunderbare, Dinge entdecke, weil ich deine Wärme spüre und ich dich lieb habe, weil ich mit dir zusammen wieder bitten und danken kann. Ich bitte dich: bleibe in meiner Nähe und halte mich. Gerhard Kiefer

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1.3 Feste und Feiern Im Kindergarten sollen Feste zu inneren Schätzen werden, von denen man zehren kann. Die Feste und Feiern sind fest verankert in unserem Jahreskreis. Die Kinder werden gezielt auf die Feste vorbereitet, indem sie z.B. Lieder lernen, Gedichte und den Sinn des Festes vermittelt bekommen. „Januar, Februar, März, April, die Jahresuhr steht niemals still....“ Rolf Zuckowski)

Aktivitäten im Jahreskreis: € Elternbeiratswahl € Besuch eines Theaters € Verkehrserziehung durch Polizei € Zahnarztbesuch im Kindergarten € Gezielte Ausflüge z.B. Zoobesuch Nürnberg, Wildpark Sommerhausen € Kindergeburtstage € Altenheimbesuche € Feuerwehrbesuch € Schwimmbadbesuch € Besuch von Bauernhöfen € Wanderungen in verschiedene Ortschaften, wo Kindergartenkinder wohnen € Büchereibesuche € Ortsansässige Betriebe besuchen

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2.0 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern 2.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden „Kindertageseinrichtung und Eltern begegnen sich als gleichberechtigte Partner in gemeinsamer Verantwortung für das Kind. Eltern sind in ihrer Elternkompetenz wertzuschätzen, ernst zu nehmen und zu unterstützen. Sie kennen ihr Kind länger und aus unterschiedlicheren Situationen als Erzieherinnen, und Kinder können sich in ihrer Familie ganz anders verhalten als in der Einrichtung. Teilhabe und Mitwirkung der Eltern an den Bildungs- und Erziehungsprozessen ihres Kindes in der Tageseinrichtung sind daher wesentlich.“ (BEP S. 483)

2.2 Formen der Elternarbeit € € € € € € € € € € € € €

Gemeinsames Gestalten der Eingewöhnungszeit des Kindes Tür- und Angelgespräche Elterngespräche Elterncafé Hospitation Familienausflug Elternabende Muttertag und Vatertag Basteltage Gartenaktion Kinder zu Hause besuchen Elternbriefe Aushänge

Wir würden uns zugunsten unserer partnerschaftlichen Beziehung freuen, wenn sie sich häufig an den Kindergartenaktionen beteiligen.

2.3 Der Elternbeirat stellt sich vor Der Elternbeirat besteht in unserem Kindergarten aus drei Elternvertretern und drei Stellvertretern. Der Elternbeirat hat eine beratende Funktion und trägt zu Entscheidungen im Kindergartenalltag bei. Er kann nicht allein entscheiden und ist Bindeglied zwischen Eltern und dem Kindergartenteam. Der Kindergartenbeirat wird vom Träger und der Kindergartenleitung informiert und gehört, bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden. Der Kindergartenbeirat berät insbesondere über: 1. die Aufstellung des Haushaltsplans einschließlich der Festlegung der Höhe der Elternbeiträge 2. die Änderung, Ausweitung oder Einschränkung der Zweckbestimmung, 3. die räumliche und sachliche Ausstattung, 4. die personelle Besetzung, 5. die Gesundheitserziehung der Kinder, 6. die Planung und Gestaltung von regelmäßigen Informations- und Bildungsveranstaltungen für die Erziehungsberechtigten, 7. die Öffnungszeiten des Kindergartens. (Quelle: Carl Link Verlag)

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Weitere Aufgaben des Elternbeirates: € Organisation des Second Hand Basars im Herbst und im Frühjahr € Getränke für die Kindergartenkinder besorgen € Mitorganisieren von Festen, wie z.B. Sommerfest und Abschlussgottesdienst € Mitorganisieren von Gottesdiensten, z.B. St. Martin, Adventsgottesdienst € Regelmäßige Elternbeiratssitzungen

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3.0 Kooperation mit der Schule 3.1 Zielsetzung, Inhalte, Methoden Unter dem Begriff „Vorschulalter“ verstehen wir die Zeit von der Geburt bis zur Einschulung. Damit ist also nicht nur das letzte Jahr vor dem Schuleintritt gemeint. Dennoch ist das letzte Kindergartenjahr für die „Großen“ etwas Besonderes. Sie übernehmen mehr Verantwortung für sich, für andere und erhalten mehr gezielte Angebote. Vor der Einschulung führen wir „WUPPI´s Abenteuerreise“ zu Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache durch. Außerdem bieten wir abgestimmte Projekte zu den verschiedenen Schwerpunkten an! Zusätzlich bahnen wir den ersten Kontakt zur Schule und zu den Lehrkräften an, welches uns sehr wichtig ist.

3.2 Formen der Kooperation 3.2.1 Mit der Schule € € € € €

Elternabend „Schulfähigkeit“ vom Kindergartenteam im Kindergarten Schulbesuch – Schule anschauen am Nachmittag Lehrerin besucht die Vorschulkinder im Kindergarten am Vormittag Schulbesuch zum Unterricht am Vormittag Elternabend „Schulfähigkeit“ von den Lehrern in der Schule

3.2.2. Im Kindergarten € Vorschule einmal wöchentlich gezielt – Vorschule findet jeden Tag statt – € Vorschule ist von Anfang an (ab 3 Jahren) € Vorschule bedeutet nicht nur Arbeitsblätter, auch praktische Übungen, wie z.B. Rollenspiele, Raterunden, Zahlen- und Buchstabenspiele, usw. € Phonologisches Sprachprogramm „WUPPI“ € Psychomotorik € Gezielte Spiele für Vorschulkinder € Schlittschuhlaufen in Höchstadt mit Eltern € Vorschulübernachtung, -ausflug € Rausschmiss der Vorschulkinder € Abschlussgottesdienst für die Vorschulkinder € Projekt Zahlenland

Ich hätte viele Dinge begriffen, hätte man sie mit nicht erklärt. Stanislaw Jerzy Lec

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4.0 Teamarbeit 4.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden Die Teamarbeit wird bei uns groß geschrieben. Wir erarbeiten alle Rahmenthemen gemeinsam und tauschen uns über Probleme regelmäßig aus. Auch die Kinder sollen ein positives Miteinander und einen guten Zusammenhalt erleben und verinnerlichen können. Ein GUTES TEAM zeichnet GUTE ARBEIT aus!

4.2 Formen € Teamsitzungen im Großteam Planen und Gestalten von Festen und Gottesdiensten Rahmenpläne Besprechungen von Fallbeispielen Reflexionen unserer pädagogischen Arbeit € Teamsitzungen im Kleinteam (Gruppenteam) Besprechen von Fallbeispielen im Einzelnen Planen der kommenden Wochen € Planungstag € Fortbildungen

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5.0 Vernetzung mit der Pfarrgemeinde 5.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden Es ist uns als katholischen Kindergarten wichtig, einen guten Stellenwert in der Gemeinde zu haben. Wir bringen uns immer wieder durch verschiedene Aktionen in der Pfarrgemeinde ein, z.B. Losverkauf und Kinderanimation beim Pfarrfest, Besuch des Bischofs, Lieder singen bei Festen im Altenheim, Mitgestalten von Gottesdiensten, Verschenken von Weihnachtskerzen und Besuche bei ortsansässigen Geschäfte, …usw.

5.2 Kooperation mit verschiedenen Einrichtungen

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6.0 Qualitätssicherung 6.1 Zielsetzung, Inhalte und Methoden „Qualitätsmanagement ist ein umfassendes Planungs-, Informations- und Prüfungssystem, das auf Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung bzw. –verbesserung zielt. Grundlage des Qualitätsmanagements bilden vereinbarte Qualitätsziele, die in ihrer Umsetzung überprüft und weiterentwickelt werden können.“ (BEP S. 468) Um die Qualität unserer Einrichtung zu sichern, nutzen wir verschiedene Gremien und Organisationsformen.

6.2 Formen der Qualitätssicherung Gremienarbeit € Fachberatung € regionale und überregionale Fortbildungen € Leiterinnenkonferenz € kollegiale Fallberatung € regelmäßige Teamsitzungen € pädagogische Konferenzen des Caritasverbandes € Elternbeirat Organisationsformen € Beobachtungen und Dokumentationen € Überarbeiten unserer Konzeption € Reflektion organisatorischer Veranstaltungen € Elternbefragungen

6.3 Öffentlichkeitsarbeit

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