kindgerecht! - Caritas Hagen

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CaritaZ CaritaZ Heft 2.2014 Die Hagener Caritaszeitung · Heft 2 · 2014 · 24. Jahrgang „kindgerecht!“ Ein Projekt an Hagener Grundschulen ab Seite 46...

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CaritaZ CaritaZ Heft 2.2014

Die Hagener Caritaszeitung · Heft 2 · 2014 · 24. Jahrgang

„kindgerecht!“ Ein Projekt an Hagener Grundschulen ab Seite 46

CaritaZ Heft 2.2014

CaritaZ Heft 2.2014

CaritaZ

„Ich möchte einmal fliegen“ 22 Unterstützen

Die Hagener Hagener Caritaszeitung Caritaszeitung ·· Heft Die Heft 22 ·· 2014 2014 ·· 24. 24. Jahrgang Jahrgang

Dank Flying Hope kann Joel ein Traum erfüllt werden

„kindgerecht!“ Ein Projekt an Hagener Grundschulen ab Seite 46

Loslassen – so schwer es auch fällt

Liebe Leser,

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Behinderung

Ambulant Betreutes Wohnen: Eine Mutter erzählt, warum es wichtig ist, ein behindertes Kind in die Eigenständigkeit zu entlassen

Titelbild: Christof Becker Das Foto zeigt vier Kinder der OGS Wesselbach, die an dem Projekt „KindgeRECHT!“ teilgenommen haben.

wer hätte gedacht, dass das Jahresthema der Caritas 2014 eine solche Dynamik bekommen würde? Bei den Planungen für die zweite CaritaZ-Ausgabe dieses Jahres wurde dies indes schnell klar. „Weit weg ist näher als du denkst“ spielt erneut eine zentrale Rolle

CaritaZ – die Hagener Caritaszeitung 24. Jahrgang, Ausgabe 2 | 2014

Zum 30. Geburtstag 30 Kilometer gelaufen

in der Berichterstattung. Weil es eine zentrale Rolle in Hagen und bei der Caritas spielt. Dabei begegnet uns das Thema in den unterschiedlichsten Bereichen. Die Integrationsagentur initiiert eine Willkommenskultur, die es dringend braucht, um Menschen wertschätzend zu empfangen. Die Agentur berichtet zudem über Flüchtlingsschicksale, mit denen die Mitarbeiter täglich zu tun haben, die aber alles andere als alltäglich sind. Eine Integrationslotsin, ehrenamtlich tätig, schildert eindrücklich die Wirrnisse und Hemm­ nisse, denen Zuwanderer gegenüber stehen. Kinder erfahren in den Sommerferien, dass weit weg näher ist als sie denken. Hier wie in vielen anderen Bereichen zeigt sich, dass das Netz der Hilfen des Caritasverbandes ein fest verwebtes ist. Beispiele aus den Frühen Hilfen beweisen dies. Der Familien unterstützende Dienst wendet sich an Familien, die mit einem behinderten Kind ihr Leben meistern. Eine Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin unterstützt Familien und Kinder in schwierigen Situationen. Beide arbeiten eng zusammen mit den Familienhebammen und anderen Diensten. Wie zum Beispiel den Familienpaten, ein neues ehrenamtliches Angebot, das im Spätsommer an den Start ging. Die Planungen für ein CaritaZ-Heft kommen immer einer Wundertüte gleich. Deshalb, weil die Angebote und Aktionen, die Themen und Typen bei uns in der Caritas so vielfältig, bunt und oft ausgefallen sind. Das ist nur möglich, weil bei uns so viele unterschiedlich talentierte Menschen ihr ganz persönliches Wissen, ihre ganz persönliche Art in die tägliche Arbeit einbringen. Dafür Ihnen allen ein großes Dankeschön. Für uns alle gilt: Weit weg ist näher als du denkst.

Autoren Christof Becker, Hendrik Bergmann, Simone Brandt, Christine Cercelet, Georg Dorsch, Christine Fulde, Tatjana Flatt, Martina Gante, Maria Greulich, Angela Hahn, Susanne Kaiser, Martin Kemper, Jens Knaps, Nadine Kochskämper-Holzhausen, Elmar Kotthoff, Philipp Kowalski, Barbara Kremkau, Christine Lanwehr, Anne Lepis, Susanne Liessem, Denise Lorenz, Daniela Maass, Angelina Merz, Deli Müntefering, Gabriele Rosenkranz-Frauenrath, Julia Schroeder, Rebecca Söhnchen, Joseph Taylor, Meinhard Wirth. Fotografien Christof Becker und viele andere.

Wolfgang Röspel, Vorstand des Caritasverbandes Hagen

Senioren

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Beruf

Eine ungewöhnliche Aktion in Haus St. Martin: Spendenlauf für die Anschaffung eines Strandkorbes

Redaktion Tatjana Flatt, Claudia Heide, Martin Kemper, Elmar Kotthoff, Christine Lanwehr, Anja Majus, Wolfgang Röspel, Julia Schröder, Markus von Frantzki, Meinhard Wirth [email protected]

Gestaltung Christof Becker

Viel Spaß bei der Lektüre,

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Herausgeber Caritasverband Hagen e. V. Bergstraße 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84 - 0 Telefax (0 23 31) 18 30 07 [email protected] Vorstand: Wolfgang Röspel

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Mein Schlüssel zum Job!

LWL-Projekt zur Förderung von Kompetenzen von Hagener Jugendlichen gestartet

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Kindgerecht!

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Alles wegen der Kinder Warum Familie Calin die rumänische Heimat verließ – und ins Ungewisse aufbrach

Familie Calin in ihrem Wohnzimmer in Hagen-Wehringhausen.

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Hagen. (cl) Das Datum ist wie eingebrannt, gleich einem Symbol für den Beginn eines neuen Lebens, abseits von Armut, Arbeitslosigkeit, Ausgrenzung. „22. März 2014“, sagt Mihaela Calin mit leiser, aber fester Stimme. Ohne große Emotion, aber doch so bestimmt, dass alsbald klar wird: Mit dieser Ziffern-Wort-Folge verbindet die 36-jährige Rumänin Hoffnung auf ein besseres Leben als das, was sie mit ihrer Familie bisher in Bukarest führen musste. Es ist das Datum ihrer Einreise nach Deutschland. Deutschland als gelobtes Land. „Wegen der Kinder sind wir aus Rumänien weggegangen. Sie sollen es besser haben“, sagt sie. Denn eine gute Zukunft hätte es für sie in der alten Heimat nicht gegeben. Mihaela und ihr Mann Pardalian, 46 Jahre alt, haben gespart. Mit 6000 Euro, ihren vier Kindern, ohne Deutschkenntnisse, dafür umso mehr Hoffnung reisen sie ein. Mihaela weiß genau, dass, wenn dieses Geld weg ist, und keiner aus der Familie Arbeit gefunden hat, das Leben fast noch ungewisser wird als in der alten Heimat. Dass dann der Traum vom besseren Leben zerplatzen wird. Dass die Ausreise wahrscheinlich ist. Die Einreise aus Rumänien nach Deutschland ist kein Problem, es erfolgt die Meldung bei der Ausländerbehörde, die dann nach drei Monaten wissen möchte: Von welchem Geld lebt die Familie? Wo ist Arbeitsbestätigung oder Gewerbeschein? Nur wenn solche Dokumente vorliegen, haben die Menschen Anspruch auf weitere Hilfen – und ein Bleiberecht. Derzeit erhalten die Calins Kindergeld für ihre vier Kinder, 18, 14, 7 und 5 Jahre alt. Sie haben keine Krankenversicherung, erhalten keine Grundsicherung. Mihaela bleibt dabei: Das ist die richtige Entscheidung. In großer Armut und Unsicherheit in Deutschland ist es immer noch besser als in Rumänien. „Ich konnte nicht mehr dort leben. Es war so schwer.“ Deutschland sei geordnet, „alle kennen die Regeln.“ Ausgrenzung, Vorurteile habe sie bisher kaum erfahren. „Wir fühlen uns wohl hier“, sagt sie sogar in einem Moment, da das Ersparte nahezu aufgebraucht, Arbeit nicht in Sicht ist. „Die Kinder wollen nie wieder zurück. Dann war es doch genau richtig.“ Demut und Gottvertrauen sind es, die die in sich gekehrte Frau tragen. „Gott wird uns helfen“, sagt sie mit sicherer Stimme. Wie bleibt sie so ruhig angesichts totaler Unsicherheit? „Das ist meine Geschichte. Ich bin es gewohnt, mit Stress umzugehen.“ Und zieht den Brief der Ausländerbehörde aus der Tasche, der die Familie auffordert, Ein-

kommensnachweise beizubringen. Geschrieben in reinem Amtsdeutsch. Verstehen kann sie den Brief nicht. Ebenso wenig wie das, was der Beamte ihr erzählen wird. So ist sie dankbar für die Hilfe des Caritasverbandes Hagen. Über das Projekt „Willkommen in Hagen“, Informationsveranstaltungen für Zugewanderte aus Bulgarien und Rumänien, das die Integrationsagentur initiiert hat, ist sie in Kontakt mit Auora Bauernfeind gekommen. Die Lehrerin stammt aus Rumänien, ist vor einigen Jahren mit ihrem deutschen Mann aus Bukarest nach Hagen gekommen und engagiert sich in der Begleitung der Zugewanderten. Jetzt übersetzt sie den Brief, verspricht, Frau Calin zum Amt zu begleiten. Wie geht es weiter? Wieder bleibt Mihaela Calin ganz ruhig. „Ich habe keine Ahnung.“ Und doch trägt sie Hoffnung in sich. „Es ist für die Kinder. Es soll ihnen besser gehen als uns.“

Oktober 2014: Die Situation hat sich für die Familie gut entwickelt. Frau Calin macht beim Caritasverband eine Krankheitsvertretung im Offenen Ganztag. Aufgrund dieser Tätigkeit ist es der Familie gelungen, aufstockende Leistungen nach dem SGB II, also Arbeitslosengeld II zu bekommen. Nun sind auch alle krankenversichert. Dadurch, dass die Familie Leistungen vom Jobcenter bezieht, hat sie auch einen Anspruch auf einen Integrationssprachkurs. Frau und Herr Calin und der älteste Sohn besuchen einen Integrationssprachkurs. Herr Calin arbeitet noch nicht, muss sich aber dafür um die Kinder, die zur Schule gehen, kümmern.

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„Wir brauchen eine Willkommenskultur“ Willkommen in Hagen – Drei Fragen an Susanne Kaiser über, die aus Bulgarien und Rumänien zu uns kommen dürfen, da ihnen oft der Generalverdacht des Betruges unterstellt wird. Denn unsere Gesellschaft braucht aufgrund der veränderten Altersstruktur Familien mit Kindern. Kommen sie zu uns, müssen sie das Gefühl haben, erwünscht zu sein. Um was geht es im Projekt? Susanne Kaiser: Wir heißen die Zuwanderer im wahrsten Sinne des Wortes willkommen. Erklären ihnen die formalen Abläufe. Wo sie sich melden müssen, welche Voraussetzungen es gibt, um staatliche Leistungen in Anspruch nehmen zu können. Die liegen sehr hoch, man muss mindestens einen Minijob vorweisen können. Kindergeld dagegen gibt es für die Kinder in jedem Fall. Das Projekt wird über dieses Jahr hinaus verlängert, da der Caritasverband in Hagen als einziger Verband ein derartiges Angebot hat. Schlüssel zur Integration ist die Sprache.

Susanne Kaiser, Mitarbeiterin der Integrationsagentur.

Frau Kaiser, welche Idee steckt hinter dem Projekt „Willkommen in Hagen – Informationsveranstaltungen für Zugewanderte aus Bulgarien und Rumänien“? Susanne Kaiser: Wir brauchen in Deutschland eine Willkommenskultur. Vor allem den Menschen gegen6

Susanne Kaiser: Das ist auch in diesen Fällen zumeist so. Die Zuwanderer müssen Deutsch lernen, um arbeiten zu können, um sich zu integrieren. Deshalb wollen wir für die Gruppe der Menschen aus Bulgarien und Rumänien einen Sprachkursus anbieten. Die Integrationssprachkurse des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge müssten sie selber bezahlen. Das können sie aber nicht, die meisten leben von Ersparnissen, kommen ohne Krankenversicherung. Da ist die Gefahr, dass sie an Leute geraten, die ihre Bedürftigkeit ausnutzen, sehr groß. Auch davor warnen wir in unseren Veranstaltungen.

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Auf einem langen und entbehrungsreichen Weg Vom Paar aus Bulgarien, das auszog, das Glück in Hagen zu finden

Die Zuwanderung von Arbeits-, vielleicht auch Armuts­ migranten aus Bulgarien und Rumänien hat Hagen erreicht. Wie stellt sich unsere Stadt solchen Zuwanderern dar, wie fühlt es sich an, als Arbeit suchender Südosteuropäer in Hagen zu leben? Eva Clostermann-Oberpichler, eine pensionierte Lehrerin, hat als ehrenamtliche Integrationslotsin einige Zeit lang ein Paar aus Bulgarien begleitet. Verständigung war mithilfe russischer Sprache möglich. Dabei erfuhr sie unerwartete, zum Teil abenteuerliche Einzelheiten, auf der anderen Seite aber entdeckte sie auch so viel Typisches, dass es ihr am Herzen liegt, diese Eindrücke zu teilen. Von Eva Clostermann-Oberpichler Der Anfang „Autos gut in Deutschland!“ Miroslav D. (41) strahlt und reckt einen Daumen in die Höhe, als wir an der Berliner Straße gegenüber vom Autohaus Jürgens mehreren Mercedes-Wagen die Vorfahrt lassen müssen. Miroslav liebt leidenschaftlich Motorvehikel aller Art und Größe. In Bulgarien, wo er 1973 geboren wurde und bis Januar 2014 gelebt hat, hat er in einer landwirtschaftlichen Kooperative Traktoren, Mähdrescher und anderes Großgerät regiert; seine Fahrerlaubnis erstreckt sich aber auch auf Pkw und Krafträder. Der alte Opel, in dem wir auf dem Weg zu seinem ersten Arbeitgeber in Deutschland sind, ist sein Eigentum, Arbeitsmittel und zugleich Unterpfand eines selbstbestimmten Lebens. In diesem alten Opel hat er den langen Weg von seinem Heimatort in der Nähe von Varna bis Hagen zurückgelegt, ohne Navigationsgerät, wie er stolz erzählt. Als am 17. Januar der Opel in der Hagener Bahnhofsgegend mit leerem Tank stehen bleibt, nimmt Miroslav das als Wink des Schicksals: Seine neue Heimat soll Hagen werden. Er spricht außer seiner Muttersprache Bulgarisch fließend

Türkisch, was mit dem Bevölkerungsmix in seiner Heimatregion zusammenhängt. Deshalb kann er Kontakte zu den Türken knüpfen. Mit deren Hilfe findet er nach kurzem Aufenthalt in einem Hotel eine Wohnung in Hohenlimburg. Ordnungsgemäß meldet er sich in Hagen als Arbeit suchender EU-Bürger an. In Bulgarien ist die Arbeitslosigkeit hoch. Miroslav hat nach einem schweren Herzinfarkt im Oktober 2011 seine Stelle verloren und sich seitdem mit Gelegenheitsjobs durchgeschlagen. An Initiative und Leistungsbereitschaft fehlt es ihm nicht, aber eine Stabilisierung seiner Situation ist nicht in Sicht. Da wagt er es, die Verheißung eines freien Arbeitsmarkts in Europa auf die Probe zu stellen. Ergattert hat er nach sechs Monaten einen Minijob bei einem Subunternehmen eines Paketdienstes. In der CaritasBeratung hat er erfahren, dass er nun beim Arbeitsamt eine Aufstockung seines Lohns nach dem Sozialgesetzbuch II beantragen kann. Dazu muss er einen Arbeitsvertrag vorlegen. Wir sind auf dem Weg, diesen Arbeitsvertrag einzufordern. Das Unternehmen hat auf einer riesigen Fläche Lagerräume, ein Büro und Standplätze für eine stattliche Reihe großer weißer Lastwagen mit dem Firmenlogo.Miroslav müsste statt des Traktoristenführerscheins, den er in Bulgarien erworben hat, einen Lkw-Führerschein haben und er müsste Deutsch können: dann könnte er in der Paketauslieferung beschäftigt werden und einen dieser großen Wagen fahren, die seine Augen glänzen lassen. Vorläufig darf er nur beim Entladen helfen. Dennoch identifiziert er sich schon jetzt mit „seiner“ Firma, die allerdings, wie wir erfahren, gar nicht direkt für seinen Arbeitsvertrag zuständig ist. Nach einigem Hin und Her bekommen wir es schriftlich: Der Subunternehmer bescheinigt ihm, dass er wöchentlich nicht mehr als 15 Stunden beschäftigt wird und damit bei einem Netto-Stundenlohn von 6,50 Euro nicht mehr 7

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mehrfach Kontakt mit dieser Stelle gehabt. In seinem Ordner findet sich unter anderem ein Fragebogen in deutscher Sprache zu seiner Person, seinem beruflichen Werdegang, seiner Ausbildung, seinen Erwartungen an einen Arbeitsplatz in Deutschland – sicherlich sinnvoll und wichtig für die Arbeitsvermittlung, aber für Miroslav weitgehend unverständlich. Wir gehen sie gemeinsam durch und erstellen einen Lebenslauf. In dem Ordner gibt es aber auch Einladungen zu Beratungsterminen, die Miroslav entweder hätte wahrnehmen oder auf beigehefteten Vordrucken mit Begründung hätte absagen müssen. Weil er sie nicht verstanden hat, hat er sie unbeachtet gelassen. Ein Anruf ergibt, dass wir deshalb das Aufnahme- und Beratungsverfahren gewissermaßen noch einmal von vorn beginnen müssen: mit einer gültigen Meldebescheinigung, die Miroslav zum Glück noch hat, müssen wir zum Ausländeramt, das die Aufenthaltsberechtigung überprüft; dann erst dürfen wir ins Jobcenter zur Vorlage von Personalausweis, Lebenslauf und Arbeitsvertrag, und nach einigen Tagen Wartezeit können wir eben dort die Unterlagen für den Aufstockungsantrag in Empfang nehmen.

Eva Clostermann-Oberpichler.

als 450 Euro im Monat verdient. Es steht aber ebenfalls in dem Vertrag, dass sein Arbeitseinsatz von den betrieblichen Erfordernissen abhängt; der Monatsverdienst kann also durchaus auch unter 450 Euro liegen. Das ist eine prekäre Sache: die Aufstockung nach SGB II gibt es entsprechend einer Absprache unter den Kommunen nur dann, wenn im Monat wenigstens 280 Euro verdient werden. Noch hat Miroslav keinen Lohnzettel bekommen; noch hat er die Klippe nicht bemerkt. Das Aufnahme- und Beratungsverfahren Die Unterlagen für die Aufstockung des Arbeitslohns bekommt man im Jobcenter am Berliner Platz, aber nur gegen Vorlage bestimmter Dokumente. Miroslav hat schon 8

Vom Vatersnamen ... Bei dieser Gelegenheit kommt ein rätselhafter Umstand zur Sprache: Per Post an Miroslav geschickte amtliche Schreiben sind mit dem Vermerk zurückgekommen, der Empfänger sei unter der angegebenen Adresse nicht aufzufinden. Aber warum konnte der Briefträger Miroslav nicht finden? Empört weist dieser die Vermutung zurück, er habe vielleicht seinen Briefkasten nicht beschriftet. Ein „Ortstermin“ ergibt: der Briefkasten i s t beschriftet, aber falsch. Bulgaren haben – wie Russen – außer dem Vornamen und dem Familiennamen noch einen Vatersnamen. Anders als bei Russen ist dieser bei Bulgaren formal nicht vom Familiennamen zu unterscheiden. Er steht im Personalausweis in der Reihe unter dem Familiennamen und wird im täglichen Umgang häufiger in der Anrede benutzt als dieser. Deshalb hatte Miroslav wohl nichts dabei gefunden, den Briefkasten mit seinem Vatersnamen zu versehen. Aber das Ausländeramt und das Jobcenter hatten sich natürlich an den Familiennamen gehalten ... So viele Buchstaben Der „Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhalts nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB

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II)“ besteht aus einem doppelseitigen Formular für den Hauptantrag, gekennzeichnet durch die dicken schwarzen Buchstaben HA, und einer langen Reihe von Anlagen mit Kennbuchstaben wie WEP, EK, KDU oder VÄM. Nach einer ersten Schrecksekunde erschließt sich die Bedeutung ziemlich leicht, jedenfalls für Muttersprachler: bei KDU geht es z. B. um Kosten der Unterkunft, VÄM heißt ganz einfach „Veränderungsmitteilung“. Es gibt sogar eine gedruckte AH = Ausfüll-Hilfe dazu, in deutscher Sprache gleich vom Jobcenter, in weiteren Sprachen zum Herunterladen im Internet. Bulgarisch ist nicht dabei. Aber mit vereinten Kräften, d. h. einem gewissen Sprachmix, ehrenamtlicher Erfahrung mit amtlichen Fragebögen und einem bisschen gesundem Menschenverstand meistern wir die Ausfüllung der Formulare. Schwieriger ist es, an die richtigen Nachweis-Papiere zu kommen. Gefordert wird z. B. eine Mietbescheinigung. Auf Nachfrage im Rathaus erhalten wir ein orangefarbenes Formular. Der Vermieter, der ziemlich weit entfernt wohnt, kommt zum Ausfüllen extra angereist. Bei der Abgabe der Unterlagen stellt sich heraus, dass solch ein Formular für die Beantragung von Wohngeld gedacht ist; für die Beantragung von Lohnaufstockung braucht man ein weißes Formular. Also: nochmals Bitte an den Vermieter, nochmals zur Abgabe des Formulars zum Jobcenter … Eine Liebesgeschichte Miroslavs Geschichte ist auch eine Liebesgeschichte. Er ist mit einer sechs Jahre jüngeren Partnerin, Elka, nach Deutschland gekommen. Sie hatten davon geträumt, hier ein neues, gemeinsames Leben aufzubauen, ohne die Hürden, denen sie sich zu Hause gegenübersahen. Die beiden gehören unterschiedlichen Religionsgemeinschaften an: Miroslav ist Moslem, Elka ist Christin. Miroslav hat Hauptschulbildung und war auch in Bulgarien eher ein armer Schlucker. Elka hat Finanzwesen studiert und war als Inhaberin eines kleinen Lebensmittelgeschäfts vergleichsweise wohlhabend. Bis auf Miroslavs Auto haben sie all ihren Besitz zu Geld gemacht und wollten sich in Deutschland eine neue Existenz aufbauen. Von den Schwierigkeiten und Kosten, die dabei auf sie zukommen würden, haben sie sich offenbar keine Vorstellung gemacht, vielleicht auch gar nichts wissen wollen. Vor allem haben sie nicht bedacht, dass sie ohne Deutschkenntnisse nicht nur keine Arbeitsstelle be-

kommen würden, sondern auch im alltäglichen Leben so gut wie hilflos sein würden.Wie die Bremer Stadtmusikanten scheinen sie sich gesagt zu haben: „Etwas Besseres als den Tod findest du überall!“ Anfangs sah es ja auch recht vielversprechend für sie aus: türkisch sprechende Hagener Bürger haben sich ihrer angenommen, haben ihnen bei der Wohnungssuche geholfen und ihnen Minijobs verschafft. Trotzdem sind nach sechs Monaten die Ersparnisse aufgebraucht, es haben sich sogar Schulden angesammelt, und wertvolle Zeit, die für den systematischen Spracherwerb und die Suche nach vollwertigen Arbeitsstellen hätte genutzt werden können, ist vergangen. Willkommen in Hagen Immerhin kann man feststellen: Hagen hat eine Willkommenskultur! Bei der Caritas, dem Ausländeramt, dem Jobcenter arbeiten überwiegend Frauen. Sie bleiben freundlich und geduldig, erfassen mit geübtem Blick Lücken und Schwachstellen in den ausgefüllten Formularen, erfragen die fehlenden Informationen, schreiben Ergänzungen und begleiten frustrierende Auskünfte mit tröstenden Untertönen. Die Regeln, nach denen sie arbeiten, haben sie nicht selbst gemacht, und sie können sie nicht ändern, aber sie können eine Atmosphäre des Wohlwollens verbreiten. Das tun sie, und es hilft. Freundlich und entgegenkommend ist man auch bei der AOK, freundlich und nachsichtig ist der Vermieter, verständnisvoll und hilfsbereit zeigt sich eigentlich jeder, mit dem wir es zu tun bekommen. Aber Miroslavs Aufstockungsantrag wird negativ beschieden: auf dem Lohnzettel für August sind nicht nur keine 450 Euro ausgewiesen, sondern nicht einmal 280 Euro. Seine Partnerin kann immerhin 400 Euro nachweisen und bekommt eine kleine Unterstützung. Inzwischen besuchen die beiden auch einen kostenlosen Sprachkurs der Caritas. Allem Anschein nach kommt ihr Leben in Deutschland nun in geordnete Bahnen. Aber es liegt noch ein entbehrungsreicher Weg vor ihnen, ohne Garantie, dass sie die Integration in den hiesigen Arbeitsmarkt und in das Leben der Stadt Hagen tatsächlich schaffen. Phantasie und praktische Mitwirkung sind gefragt, wenn aus Geschichten wie dieser Erfolgsgeschichten werden sollen. 9

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Von der schwierigen Suche nach Perspektive Ein weiter Weg für Flüchtlinge: Gelebte Jahreskampagne im Projekt Aufbruch PortIn Plus

Von Barbara Kremkau Aufbruch PortIn Plus. Ein komplizierter Name für ein Projekt – aber eigentlich ist es ganz einfach: Wir unterstützen Bleibeberechtigte und Flüchtlinge bei der Arbeitsmarktintegration, damit sie möglichst schnell eine Perspektive in Deutschland entwickeln können. Dabei schauen wir, was der Einzelne mitbringt und welche Ziele er/sie hat. Da jeder Weg einzigartig ist, wird die Beratung und Begleitung sehr vielfältig. Für die Teilnehmer Shamim, Shabnam, Anandh und Bathushanraj war der erste wichtige Schritt bereits letztes Jahr getan, als die vier im Ev. Bildungswerk in Dortmund ihren Hauptschulabschluss gemacht haben. Dies war jedoch erst der Anfang: Sie blieben und schlossen direkt den nächsten Kurs an. Mit Erfolg: Am 3. Juli bekamen sie ihre Realschulabschluss-Zeugnisse überreicht. Alle vier Teilnehmer aus Afghanistan, Bangladesch und Sri Lanka haben super Noten und konnten sogar den so genannten Qualifikationsvermerk erreichen. Anandh verriet in seiner Rede allen anwesenden Schülern, Lehrern, Mentoren, Freunden, Familienangehörigen und Gästen das Geheimnis ihres Erfolgs: Die Lust zu lernen. Dabei betonte er, dass auch die Lehrer mit viel Leidenschaft, Herz und Geduld den Unterricht gestaltet haben. Dies macht so individuelle Bildungsangebote besonders wertvoll. Die Mitarbeiterinnen des Projekts von Caritas, Diakonie und AWO hoffen daher, dass ähnliche Angebote bald auch in Hagen zu finden sind. Auch Familie Husani (Name geändert) nimmt am Projekt teil und möchte lieber unerkannt bleiben. Denn obwohl sie schon seit mehr als einem Jahr in Deutschland ist, ist der Aufenthaltsstatus noch nicht sicher, die Vier warten immer noch auf ihre Anhörung und eine Entscheidung über ihr Asylverfahren durch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge. Bis dahin leben sie in einer der Flüchtlingsunterkünfte in Hagen, müssen mit weniger als 10

dem Regelsatz von Hartz IV auskommen und haben nur einen eingeschränkten Arbeitsmarktzugang. Für die koptischen Christen eigentlich kein Grund einfach nur abzuwarten. Sie möchten ihre Zeit und ihre Chancen nutzen, Teil der Gesellschaft sein und ihre Stärken entsprechend den Möglichkeiten einbringen. Mutter, Vater und Tochter haben im Heimatland bereits ein abgeschlossenes Studium, der Sohn musste sein Studium mit der Flucht nach Deutschland abbrechen. Die Anerkennungs- und Integrationshürden in Deutschland sind hoch und es ist schwer, sich hiervon nicht entmutigen zu lassen. Mutter und Vater haben erste Schritte durch einen berufsbezogenen Sprachvorbereitungskurs bei der DAA gemacht und würden gerne arbeiten, um ihre Deutschkenntnisse auch anwenden zu können. Die Frau hatte dann auch ein Stellenangebot und hätte als Urlaubsvertretung für ein paar Wochen als Reinigungskraft arbeiten können. Das Gesetz sieht aber vor, dass durch die Agentur für Arbeit geprüft werden muss, ob bevorrechtigte Arbeitnehmer (Deutsche, EU-Bürger, Ausländer mit Aufenthalts-/Niederlassungserlaubnis) zur Verfügung stehen. Natürlich war dies der Fall, sodass die Ausländerbehörde der Arbeitsaufnahme nicht zustimmen konnte. Auch die Kinder stoßen immer wieder auf Hürden. Die Tochter würde gerne in ihrem Beruf Bankkauffrau arbeiten, wartet mittlerweile aber seit 5 Monaten auf die Bewertung/Anerkennung ihres Hochschulabschlusses durch die Bezirksregierung. Immer wieder fehlten irgendwelche Unterlagen, die übersetzt, beglaubigt und nachgereicht werden mussten. Und auch mit Anerkennung steht ihr zunächst die Arbeitsmarktprüfung bevor. „98 % der Anträge werden abgelehnt“, so der Mitarbeiter der Ausländerbehörde. Also besucht sie weiter die Abendrealschule des Rahel-Varnhagen-Kollegs, um ihre Deutschkenntnisse weiter zu verbessern.

Barbara Kremkau bei der Beratung mit einem Aufbruch-Teilnehmer.

Der Sohn kann die notwendigen Deutschkenntnisse für ein Studium bereits vorweisen und hat sich für den Studiengang Mechanical Engineering für das Wintersemester 2014/2015 beworben. Dann kam die ernüchternde Antwort: Die Unterlagen wurden geprüft, die Noten seien aber zu schlecht, sodass er nicht zugelassen wird. Wie ist das denn möglich bei einem zulassungsfreien Studiengang? Diese Frage versuchen wir derzeit noch zu klären. Auch für Bürgerkriegsflüchtling Mohamed Kayali ist die Flucht nach Deutschland mit einem großen sozialen Abstieg verbunden, der ihm besonders schwer fällt. Denn in Syrien war er Inhaber der größten Chips- und SnackFabrik des Landes. Entsprechend trug er Verantwortung für Angestellte, Produktionsabläufe, Qualitätsstandards, (internationalen) Handel, etc. Alles hat er von einem Tag auf den anderen aufgeben müssen, da die Rebellen über Nacht die Firma beschlagnahmt haben. Hier hat Herr Kayali sofort eine Aufenthaltserlaubnis bekommen und dadurch im Vergleich zu anderen Flüchtlingen, wie z.B.

Familie Husani, einige Privilegien. Dennoch nicht einfach z.B. der Gang zum Jobcenter. Laut Fallmanager könnte Herr Kayali evtl. einen Job im Supermarkt bekommen. Und das mit internationalem Studium in den USA und als Unternehmer im Heimatland! Im Projekt versuchen wir daher eine individuelle Bewerbungsstrategie zu erarbeiten, damit Herr Kayali eine ihm angemessene Tätigkeit finden kann. Auch diese Geschichten zeigen wieder: Weit weg ist näher als du denkst. In Zeiten von Krieg und Verfolgung sind wir von Grund auf der Humanität verpflichtet und müssen Flüchtlingen Schutz bieten. Und gerade als Einwanderungsland im demographischen Wandel mit Fachkräftemangel müssen wir darüber hinaus die Ressourcen und Potenziale der Flüchtlinge erkennen und unserer Gesellschaft und Wirtschaft zugänglich machen. Ein Projekt wie Aufbruch PortIn Plus kann dabei helfen. Daher hoffen wir, dass wir auch in der nächsten ESF-Förderperiode ab 2015 weiterhin dabei sein werden! 11

CaritaZ Heft 2.2014

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Fortkommen im doppelten Sinne

Kinderarbeit, Umweltverschmutzung, Ausbeutung – was geht mich das an?

Fahrradkurs für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte

Sommerferienaktion 2014: Weit weg ist näher als du denkst Von Susanne Kaiser Intergrationsagentur. Ideen dazu, was wir selbst für eine gerechtere Welt tun können, lieferte die diesjährige Sommerferienaktion der Integrationsagentur und des BDKJ allen teilnehmenden Kindern in der zweiten Sommerferienwoche direkt nach der gewonnenen Fußball-WM. Thema der Sommerferienwoche war damit die diesjährige Jahreskampagne des deutschen Caritasverbandes. Dabei war die Zusammensetzung der teilnehmenden Kinder schon eine bunte Mischung und machte deutlich, dass wir alle – egal wer wir sind, woher wir kommen und welche Sprache wir sprechen – voneinander lernen können.

Fairer Handel – Wieviel Kinderarbeit steckt in einer Tafel Schokolade? Dass andere Kinder dafür arbeiten müssen, damit wir hier Schokolade essen können und dass Fairer Handel dazu beiträgt, dass Kinder in den Herkunftsländern des Kakaos in die Schule gehen können, statt auf Kakaoplantagen zu arbeiten – dies lernten die Kinder im Kölner Schokoladenmuseum.

Geschafft! Zehn Frauen fahren jetzt Fahrrad.

„Das Leben ist wie ein Fahrrad, man muss sich vorwärts bewegen, um das Gleichgewicht nicht zu verlieren.” Albert Einstein Von Susanne Kaiser Intergrationsagentur. Balance halten und vorwärts fahren mit einem Fahrrad – dies schafften am Ende alle Teilnehmerinnen des zweiwöchigen Fahrradkurses für Frauen mit Zuwanderungsgeschichte, welchen die Integrationsagentur des Caritasverbandes Hagen in den Osterferien zusammen mit dem Hagener Radsportclub und dem Stadtsportbund durchführte. Vorwärts ging es für die Frauen innerhalb des Kurses jedoch nicht nur auf dem Rad, sondern auch in punkto 12

Selbstvertrauen und Durchhaltevermögen, denn erstaunlich schnell schafften es die zehn Teilnehmerinnen, nicht nur die Füße auf die Pedale zu setzen, sondern wurden auch bestätigt darin, selbst am Ball zu bleiben und so selbst mobiler und sportlicher zu werden und sich umweltbewusst fortzubewegen. So wurde die Caritas Jahreskampagne „Weit weg ist näher als du denkst“ für alle Teilnehmerinnen wortwörtlich wahr. Mit den von der Hagener Öffentlichkeit für das Projekt gespendeten Fahrrädern, welche von Zweirad Trimborn repariert bzw. auf Verkehrssicherheit geprüft wurden, konnten am Ende die Frauen nach Hause fahren. So sind nun auch vermeintlich große Entfernungen für diese Frauen in die Nähe gerückt. Dank an alle Fahrradspender dafür!

Fairplay – Tom sagt, ich bin eine blöde Kuh! Wenn solch eine bunte Truppe aufeinander trifft – so stellten alle fest – dann ist Fairplay besonders wichtig – z.B. beim gemeinsamen Fußballspielen, Toben und Spaß haben. Upcycling – Alles Müll oder was? Dass ein T-Shirt mit Loch auch ein schicker Hut oder Rock werden kann – in der Upcycling Aktion mit dem Hagener Modedesigner Prakash lernten die Kinder aus alten T-Shirts neue modische Kleidungsstücke zu entwerfen und so Müll zu verhindern und nachhaltiger zu leben. Dann ging es ran an Schere, Bügeleisen und Nähmaschine. Die Modenschau am Ende der Woche zeigte, mit wie viel Kreativität die Kinder neue Kleidungsstücke geschaffen hatten. Die Ferienwoche wurde ermöglicht durch die Förderung des Programmes Kulturrucksack des Landes NRW. 13

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Protest gegen ein fast zehn Jahre altes Vergütungssystem Betreuungsvereine machen auf unzureichende Bezahlung aufmerksam Von Volker Salzmann Betreuungsverein. „Leihen Sie uns Ihr Ohr“, so heißt die aktuelle aufklärende Aktion der katholischen Betreuungsvereine im Erzbistum Paderborn. Ziel ist, die Politik auf die Unterfinanzierung der Betreuungsvereine hinzuweisen und für sich für ein verändertes Vergütungssystem einzusetzen. Auch der Betreuungsverein im Caritasverband Hagen hat sich, gemeinsam mit dem Sozialdienst katholischer Frauen Hagen, an der Aktion beteiligt und die Bundestagsabgeordneten Cemile Giousouf und Rene Röspel auf das Problem hingewiesen. Beide haben ihre Unterstützung zugesagt und so bleibt die Hoffnung, dass sich künftig die finanziellen Rahmenbedingungen für die Betreuungsvereine verbessern. Die Betreuungsvereine nehmen neben dem Führen von gesetzlichen Betreuungen noch weitere sogenannte Querschnittsaufgaben wahr. Diese sind insbesondere die Beratung und Fortbildung von ehrenamtlichen Betreuerinnen und Betreuern. Zudem werden neue ehrenamtliche Betreuer gewonnen und in ihre Aufgaben eingeführt. Die Information zur Vorsorgevollmacht gehört ebenfalls in das Aufgabengebiet der Betreuungsvereine. Der Protest der Betreuungsvereine richtet sich gegen das 2005 eingeführte pauschalierte Vergütungssystem für Berufsbetreuungen. Dieses System basiert auf einem mehrstufigen Finanzierungsmodell mit einem fixen Stundensatz von 44 Euro für Personal-, Sach- und Verwaltungskosten. Dabei wurde bei Einführung von drei Grundannahmen ausgegangen: 1. Eine außerhalb eines Heimes lebende Person verursacht mehr Arbeitsaufwand als eine, die in einem Heim lebt. 2. Für einen vermögenden Betreuten ist der Aufwand höher als für einen mittellosen. 3. Der Aufwand ist zu Beginn einer Betreuung am höchsten; er sinkt im Laufe des ersten Jahres und bleibt in den Folgejahre auf einem niedrigen Niveau. Lebt beispielsweise ein vermögender Betreuter außerhalb eines Heimes, so können dem Gericht in der ersten drei 14

Monaten 8,5 Stunden pro Monat in Rechnung gestellt werden, bei einem mittellosen Heimbewohner sind es 4,5 Stunden pro Monat. Ab dem zweiten Jahr reduziert sich die Zahl aller abrechnungsfähigen Stunden auf etwa die Hälfte. Das im Jahr 2005 eingeführte Vergütungssystem deckt die tatsächlichen Kosten nicht mehr. Es sind nunmehr fast zehn Jahre vergangen, ohne dass der Stundensatz erhöht wurde, die Kosten hingegen sind in dieser Zeit jedoch erheblich gestiegen. Zudem sind die angesetzten Zeitpauschalen zu gering, um eine qualitative und persönliche Betreuungsarbeit zu leisten. Für immer mehr junge Menschen wird eine gesetzliche Betreuung eingerichtet, diese führen in der Regel zu einem hohen Arbeitsaufkommen der Betreuer. Mit den angesetzten Stunden ist es kaum möglich, den Betroffenen angemessen zu begleiten. Eine kontinuierliche Aufstockung der Fallzahlen ist keine dauerhafte „Stellschraube“ an der gedreht werden kann. Wir alle wollen weiterhin eine respektvolle und menschenwürdige rechtliche Betreuung.

4200 Personen werden in Hagen durch rechtliche Betreuer begleitet – 400 davon durch den Caritasverband und den Sozialdienst katholischer Frauen. Betreuer begleiten Menschen, die ihre Angelegenheiten nicht mehr alleine regeln können, zum Beispiel bei der Entscheidung über eine medizinische Behandlung, bei der Beantragung von Zuschüssen oder bei der Besorgung von Hilfen im Haushalt. Schnelles fachliches Handeln ist oftmals angesagt. Betreuungsverein des Cartiasverbandes Hagen Ansprechpartner: Volker Salzmann Bergstraße 81 · 58095 Hagen Tel: 0 23 31 / 91 84 21 · [email protected]

CaritaZ Heft 2.2014

Sternentreppe erhält dm-Preis für Engagement „HelferHerzen“ Der Kinderhospizdienst der Caritas in Hagen gehört zu den Preisträgern 2014

Sternentreppe. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Kinderhospizdienstes Sternentreppe der Caritas in Hagen sind mit dem „dm-Preis für Engagement“ ausgezeichnet worden. Der Einsatz für Familien, in denen Kinder und Jugendliche mit einer lebensverkürzenden Erkrankung leben und die Kindertrauergruppe „Die Muschel“ erfährt durch diesen Preis eine besondere Anerkennung. „In oftmals sehr bewegenden Momenten, beim traurigen Innehalten, aber auch durch das Lachen der Kinder wird uns verdeutlicht, dass wir eine sinnerfüllte Arbeit verrichten dürfen. Wir erfahren durch viele persönliche Rückmeldungen, wie wertvoll die Arbeit im Kinderhospizdienst Sternentreppe und der Kindertrauergruppe „Die Muschel“ für die Betroffenen ist. Das Engagement unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter bei der individuellen Begleitung „unserer Familien“ sowie der einfühlsamen Kindertrauerarbeit ist hierbei besonders herauszustellen. Es freut uns sehr, dass dies durch diesen Preis entsprechend gewürdigt wird“, so Angela Hahn, Koordinatorin der Einrichtung. Der Kinderhospizdienst Sternentreppe bedankt sich bei allen Unterstützern und freiwilligen Helfern. Der Preis ist mit 1000 Euro dotiert. Vorbildlich in die Gesellschaft wirken Mit der Initiative „HelferHerzen – Der dm-Preis für Engagement“ möchten die Partner ihre Wertschätzung zeigen und das Bewusstsein bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die gesellschaftlich wertvolle Leistung der Ehrenamtlichen steigern.

Die Ehrenamtlichen der Sternentreppe freuen sich über die Anerkennung.

Das Ziel der ehrenamtlichen Mitarbeiter im Kinderhospizdienst ist es, die schwerkranken Kinder, Jugendlichen und ihren Eltern dabei zu unterstützen, auch in schwierigen Situationen gemeinsam als Familie zu Hause leben zu können. Neben der ausgewiesenen Qualifikation in der Betreuung der erkrankten Kinder und Jugendlichen schaffen sie Freiräume für die Eltern und entlasten sie von alltäglichen Dingen. Ein weiteres Augenmerk wird auf die Unterstützung und Begleitung der Geschwisterkinder gelegt. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter stehen hier mit ausreichend Zeit beispielsweise für Hausaufgaben, zum Spielen und für gemeinsame Ausflüge bereit. Die Begleitung durch den Kinderhospizdienst Sternentreppe ist kostenlos und steht Menschen aller Konfessionen offen. 15

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Ein seltener Geburtstag: 800 Jahre Schultenhof

Wala tut Gutes auch im Warenkorb Warenkorb. (tf) Der Heilmittelhersteller WALA, vielen bekannt über seine Kosmetikmarke Dr. Hauschka, möchte Menschen etwas Gutes tun, die es in ihrem Leben nicht leicht haben. Er unterstützt seit vielen Jahren mit unterschiedlichen Aktionen benachteiligte Menschen und zeigt ein ganzjähriges Engagement für Umweltschutz und Fair Trade. Überall auf der Welt wird es so kleinen Kooperativen ermöglicht, ökologischen Anbau zu betreiben und mit verbesserten Arbeits- und Lohnbedingungen die Lebensqualität, Bildung und Zukunftsaussichten ganzer Familien positiv zu verändern. So durften sich die Kunden des Warenkorbs über die zahlreichen Pflegeprodukte erfreuen, die WALA an den Warenkorb spendete. Gesichtscremes, Badeöle, Lippenpflegen und viele andere Produkte brachten viele Gesichter zum Strahlen.

Zum Jubiläum wurden 1000 Euro für den Warenkorb gesammelt

Schultenhof in Halden

Warenkorb-Mitarbeiterin Michaela Engelhardt freut sich über die Spende.

Klaus Rehpenning übergibt das Geld an Tatjana Flatt.

„Es ist wirklich schön hier“ Warenkorb. (tf) Der Schultenhof in Hagen-Halden wurde in diesem Jahr 800 Jahre alt. Zu diesem Anlass hatten die Eigentümer Karl und Elisabeth Rehpenning ihre Verwandten, Freunde und Nachbarn eingeladen. Rund 150 Personen kamen zusammen. Der jüngste Gast war erst drei Wochen alt, der älteste 92 Jahre. Ein pralles und abwechslungsreiches Programm bot beste Unterhaltung. Die älteste Nachricht vom Schultenhof in Halden stammt aus dem Jahr 1214. Der Hof war ein Oberhof des adligen Damenstifts und Orts Herdecke und ein Erbpachtgut des Stifts, das auf jeweils 24 Jahre verpachtet wurde. Der Pächter hatte Anspruch darauf, dass der Hof an seinen Erben weiterverpachtet wurde. In einer originalen Pachturkunde von 1702, die im Stadtarchiv liegt, verpachtet die damalige Äbtissin des Stifts Herdecke, Wilhelmina Maria von El16

verfeldt, den Hof an den „erbaren und frommen“ Henrich Schulte zu Halden. 1825 löste der damalige Hofinhaber Friedrich Blakenagel genannt Schulte die auf dem Hof ruhenden grundherrlichen Lasten ab. Das Anwesen ging in sein Privateigentum über. Bis 1906 wurde der Hof von der Eigentümerfamilie bewirtschaftet. Von 1906 bis 1957 war er dann verpachtet. Danach übernahm der heutige Hausherr Klaus Rehpenning als Erbe den Hof. Und bei diesem 800-jährigen Jubiläum wurde nicht nur ausgiebig gefeiert, es wurden auch Spenden für den Warenkorb gesammelt. Dabei kamen stolze 1.000 Euro zusammen. Wir danken der Familie Rehpenning und allen Spendern und wünschen dem Schultenhof alles Gute für die nächsten 800 Jahre!

Anneliese Köhler (85) ist froh, dass sie ins Werner-Ruberg-Haus gezogen ist Werner-Ruberg-Haus. (cl) Das Datum weiß Anneliese Köhler wie aus dem Eff-Eff. „23. Juli 2013“, sagt die freundliche Dame mit dem flotten Kurzhaarschnitt. An diesem Tag zog die Hagenerin in ihre Wohnung im Werner-Ruberg-Haus an der Bergstraße. Ein Tag, den sie nicht vergisst. Weil er den Anfang einer guten Zeit für Anneliese Köhler markiert. „Ich habe mich wohlgefühlt vom ersten Tag an“, sagt Frau Köhler. Wohlgefühlt im neu erbauten Senioren-Service-Wohnen. Wohlgefühlt in einer der 36 Wohneinheiten, in denen selbstständiges Leben im Alter möglich, jede denkbare Hilfe aber sofort verfügbar ist.

Dabei war es eigentlich nicht so geplant. Aber wie das Leben spielt – und das Leben spielt in 85 Lebensjahren sicher manches Mal anders als gedacht – kam es doch anders. Vom ersten Zeitungsbericht an interessierten sich Anneliese Köhler und ihr Mann Gerhard für das Projekt, das da entstehen sollte. „Doch dann dauerte es ganz schön lange“, findet die agile Mittachtziger, „bis es soweit war.“ Leider zu lange für ihren Mann. Er verstarb 2012. Nach diesem Verlust war ihr erst recht klar: „Ich ziehe auch alleine dort ein.“ Unterstützung erhielt sie von ihren drei Kindern, mit ihrer Tochter besuchte sie eine Informations17

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Zwei Jahre Wohnen am Köhlerweg – Grund für einen gemütlichen Grillabend Köhlerweg. Das „Senioren-Service-Wohnen“ am Köhlerweg besteht nun schon seit zwei Jahren, dieses kleine Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, einen Grillabend zu veranstalten. Die gute Nachbarschaft und das gemütliche Zusammensein werden hier groß geschrieben. Gut dreiviertel der Mieter folgten der Einladung. Bei Bier und Wein schmeckten die Würstchen und Salate besonders gut. Schon jetzt ist klar, dass ein Grillabend auch im kommenden Jahr stattfinden wird.

Rügenreise im Köhlerweg Anneliese Köhler in ihrer Wohnung im Werner-Ruberg-Haus.

veranstaltung. Diese bestärkte sie in ihrem Wunsch, die Eigentumswohnung in Halden zu verlassen und in die Obhut des Werner-Ruberg-Hauses zu ziehen. „Ich bin mitten in der Stadt, habe alles, was ich brauche in der Nähe.“ Und Anneliese Köhler nutzt dieses Angebot aus. „Ich bin jeden Tag unterwegs. Alleine oder mit Bekannten aus dem Haus.“ Denn das, so betont sie, sei wirklich wunderbar, dass man immer jemanden habe, mit dem man etwas machen könne. So treffen sich Bewohner in der Cafeteria des Hauses, essen hier zusammen zu Mittag und sitzen auch mal bis in den Nachmittag hinein zusammen. „Mittagsschlaf kann man immer noch machen.“ Und dann geht es in die Stadt, vielleicht noch einen Kaffeetrinken? Oder einfach mal raus. Auch am Wochenende sei man gemeinsam unterwegs. Hinzu kommen die Angebote, die der Soziale Dienst des Hauses anbietet. „Frau Köhler nimmt viele Treffen wahr“, sagt Marion Metzger, die 18

gemeinsam mit Susanne Liessem das Programm erstellt und begleitet. Da gibt es den Stammtisch, Bastelrunden, Vorträge, Modenschauen, Kaffee-Klönrunden, kurzum ein buntes Angebot zur freiwilligen Teilnahme. „Ich habe noch keinen Tag bereut, dass ich hier eingezogen bin“, sagt Anneliese Köhler. Ihre 85, bald 86 Jahre, sieht man ihr wahrlich nicht an, sie versorgt sich alleine und selbstbestimmt. Weiß aber, dass Hilfe jederzeit verfügbar ist. Einzige Pflichtleistung, die sie buchen musste, ist der Hausnotrufdienst. Aber das empfindet sie als zusätzliche Sicherheit, nicht als notwendiges Übel. Der Umzug sei nicht besonders aufregend gewesen, sagt sie abgeklärt. „Ich bin schon so oft umgezogen....“ Und doch musste sie sich – Frau Köhler bewohnt 62 Quadratmeter – von liebgewordenen Dingen trennen. Konnte aber auch viele Möbel mitnehmen. „Es ist wirklich schön hier. Ich freue mich jeden Tag, dass es mir so gut geht.“ Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Diavortrag über die Insel im Sonnenlicht kommt gut an

Köhlerweg. Im September besuchte uns Gerd Otto, in der Cafeteria des SeniorenService-Wohnens am Köhlerweg und hielt einen Diavortrag über Rügen. Der Vortrag hat allen so gut gefallen, auch den Mietern aus der Bergstraße, die natürlich auch eingeladen waren, so dass wir Herrn Otto nochmal einladen möchten. Wir haben viel Neues und Interessantes über die Ostseeinsel erfahren. Die Diareise begann im Mönchsgut und ging über die Ostseebäder Sellin und Binz, dem Hauptort Bergen, Putbus und das Jagdschloss Granitz, dem berühmten Königsstuhl und endete am Kap Arkona. Der Vortrag war so schön, dass man selber nochmal hin fahren möchte. 19

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Besuch, der wiederkommen darf Schüler des Fichte-Gymnasiums zu Gast im Werner-Ruberg-Haus

Werner-Ruberg-Haus. (cl) Es war Besuch, der gerne wiederkommen darf. Schülerinnen und Schüler aus 7. und 8. Klassen des Fichte-Gymnasiums machten ihre Aufwartung im Werner-Ruberg-Haus an der Bergstraße. Sie waren mit zwei Lehrerinnen gekommen, um die neuen Nachbarn willkommenzuheißen. Schließlich liegen das SeniorenService-Wohnen des Caritasverbandes sowie die Schule quasi Tür an Tür. So nahm ein Chor Aufstellung in der Cafeteria und erfreute die Hausgemeinschaft mit fröhlichem Gesang, die jugendlichen Gäste hatten Marienkäfer

gebastelt, die sie den Bewohner überreichten und außerdem gebacken, so dass das Treffen in einem gemütlichen Kaffeetrinken mündete. „Da haben sich Alt und Jung gemischt“, beobachtete Marion Metzger, die gemeinsam mit Susanne Liessem die sozialen Aktivitäten im Haus koordiniert. „Es war eine sehr schöne Stimmung.“ So schön, dass die Hausgemeinschaft die Schüler bereits wieder eingeladen hat. „Das wollen wir auf alle Fälle wiederholen, vielleicht noch in der Weihnachtszeit“, verspricht Frau Metzger.

Unterwegs als Quartiersmanager Bundesweites Programm Soziale Stadt auch in Hagen- Wehringhausen. Initiativen von Bürgern sollen angestoßen werden Von Gürkan Callar Wehringhausen. Seit dem 2. Mai 2014 ist der Caritasverband Hagen mit Petra Krahforst und Corinna Schnitzke (Verwaltung) gemeinsam mit der Diakonie Mark-Ruhr und ihrem Mitarbeiter Gürkan Callar in das Bundesweite Programm der „Sozialen Stadt“ in Wehringhausen gestartet. Als sogenannte Quartiersmanager sind sie für den sozialen Bereich im Stadtteil unterwegs. Das Projekt der „Sozialen Stadt“ wird mit Bundes- und Landesmitteln finanziert und wird bis Ende 2016 gefördert. Diese Mittel stehen für kleinere Projekte zur Verfügung, welche von Initiativen und Bürgern in Wehringhausen angestoßen werden. Bisher wurden unter anderem Besen angeschafft, die der Stadtteilsauberkeit dienen. Aber es können auch Honorarkosten übernommen werden, wenn z.B. ein Verein oder Initiative „professionelle“ 20

Unterstützung bei ihrem Projekt benötigt. Der Hauptgedanke hinter dem Programm ist, dass engagierten Menschen die Möglichkeit gegeben werden soll, gute Ideen, die für den Stadtteil von Nutzen sind, umzusetzen, ohne dabei selber in die eigene Tasche greifen zu müssen. Die Aufgabe von Petra Krahforst und Gürkan Callar ist es, die Menschen im Stadtteil zu aktivieren und ihre Ideen in einen förderfähigen Antrag zu formulieren. Des weiteren kümmern sie sich um Themen wie Bildung, Senioren und Integration, denn Wehringhausen hat im Vergleich zu anderen Stadtteilen viele Einwohner im Rentenalter und zum anderen einen hohen Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund. Diesen beiden Gruppen gilt es Angebote und Möglichkeiten zu schaffen, sich in Wehringhausen einzubringen. Gerade für Senioren mit Mobilitätseinschränkun-

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gen ist Wehringhausen eine Herausforderung. Das starke Gefälle und schlechte Busverbindungen machen ein Einkaufen im Stadtteil in der Langestraße unmöglich, weshalb es viele vorziehen, mit dem Bus nach Haspe zu fahren, trotz der größeren Entfernung. Das Quartiersmanagement besteht zu dem noch aus einem städtebaulichen Los, welches von der S.T.E.R.N. GmbH in Person von Maik Schumacher und Martin Vöcks vertreten wird. Diese haben vor allen Dingen die zum Teil aus der Gründerzeit stammenden Fassaden und Höfe im Blick. Denn das Programm „Soziale Stadt“ fördert auch Wohneigentümer finanziell, wenn diese ihre Höfe und/ oder Fassaden renovieren möchten.

Quartiersmanagement Wehringhausen Petra Krahforst Gürkan Callar Langestr. 22, 58089 Hagen Tel. 0 23 31 / 3 73 52 66 [email protected] [email protected]

361 Kilowattstunden gespart Freude bei Gerhard Michael Michalsky über die Mitfanzierung für einen energieeffizienten Kühlschrank

Stromsparhelfer. (cl) Da steht das gute Stück. Weiß, glänzend, chic. Soweit das ein Kühlschrank sein kann. Und vor allem: Stromsparend! Denn das Kühlgerät ist neu, weist den Bestwert A mit drei Sternchen auf: A *** ist das beste, was der Mark derzeit hergibt. Gerhard Michael Michalsky ist der stolze Besitzer des kühlenden Hausgeräts. Und freut sich richtig darüber: „Ich hätte mir nie im Leben einen neuen Kühlschrank alleine leisten können.“ Dank der Unterstützung der Stromsparhelfer des Caritasverbandes aber war es möglich. Denn Gerhard Michael Michalsky hat 150 Euro Zuschuss für das Gerät bekommen. Deshalb, weil er diese Voraussetzungen erfüllt: Das alte Gerät war älter als zehn Jahre, die Ersparnis gegenüber dem alten Kühlschrank beträgt mehr als 200 Kilowattstunden im Jahr (in seinem Fall 361 Kilowattstunden), er konnte den Original-Kaufbeleg vorweisen sowie die ordnungsgemäße Entsorgung des alten Schrankes belegen. Petra Erfurt von den Stromsparhelfern des Cartiasverbandes freut sich, wenn ein Kunde zu solch immensen Einsparungen kommt. „Wir waren bei Herrn Michalsky zum

Da ist das gute Stück: Petra Erfurt und Gerhard Michael Michalsky am neuen Kühlschrank.

Stromsparcheck. Da haben wir zunächst Glühbirnen ausgetauscht und Perlatoren in die Wasserhähne eingebaut. Als wir den Kühlschrank geprüft haben, war schnell klar, dass da ein Austausch Sinn macht.“ 21

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In der Tat. Im Jahr wird Gerhard Michael Michalsky 101 Euro Strom sparen – im Jahr nur weil der Kühlschrank energieeffizient läuft. Das freut den Rentner (55) sehr. „Ich hatte so eine hohe Stromrechnung, ich konnte es kaum glauben“, sagt er und ist froh und dankbar, von Seiten der Stromsparhelfer Hilfe bekommen zu haben.

Stromsparhelfer Das sind die Voraussetzungen für einen kostenlosen Besuch: Teilnahmeberechtigt sind alle Menschen, die über ein nur geringes Einkommen verfügen, also vor allem Bezieherinnen und Bezieher von Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Wohngeld. Aber auch Menschen mit einem Zuschlag zum Kindergeld oder Rentnerinnen und Rentner mit geringem Einkommen dürfen teilnehmen, ebenso wie alle Personen, deren Einkommen unter dem Pfändungsfreibetrag liegt. Geschulte Stromsparhelfer kommen ins Haus und überprüfen den Stromverbrauch. Sie geben die ersten Tipps, wie im Haushalt Strom und damit bares Geld gespart werden kann. Bei einem zweiten Besuch der Stromsparhelfer gibt es kostenlose Soforthilfen wie Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten, TV-Standby-Abschalter, Zeitschaltuhren und Strahlregler für Wasserhähne, die nach Bedarf sofort

montiert und in Betrieb genommen werden. Neu ist der erneute Besuch nach einem Jahr: Dann wird überprüft, ob die Maßnahmen gegriffen haben – und inwieweit sie sich auf die Höhe der Stromrechnung ausgewirkt haben. Das Projekt „Stromsparcheck“ ist ein bundesweites Projekt des Deutschen Caritasverbandes und der Energieagenturen (eaD) gefördert durch das Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit – BMUB. In Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis arbeiten wir zusammen mit dem Jobcenter Hagen, dem Jobcenter EN sowie mit der AVU.

Stromsparhelfer Informationen für Hagen Tel.: 0 23 31 / 1 27 98 71 Informationen für Witten Tel.: 01 72 / 8 58 26 43 Ansprechpartnerin: Conny Kistner Tel: 0 23 31 / 98 85 23

„Ich möchte einmal fliegen“ Dank Flying Hope kann Joel ein Traum erfüllt werden Von Angela Hahn Sternentreppe. Mit dem Wort „Kinderhospizdienst“ verbinden immer noch viele Menschen ausschließlich Leid, Sterben und Tod. Natürlich sterben auch bei uns schwerkranke Kinder und Jugendliche, doch die individuelle Sterbebegleitung macht nur einen Teil unserer Arbeit aus. Der Kinderhospizdienst Sternentreppe ist vielmehr auch ein Ort des Lebens, an dem Lebensfreude, Herzenswärme und auch eine gehörige Portion Spaß bei den Betroffenen, deren Angehörigen und den ehrenamtlichen Mitarbeitern zu spüren sind. 22

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Wir stellen bei unserer Arbeit stets den individuellen Einzelfall in den Mittelpunkt. Manchmal gelingt es uns hierbei auch, einem schwerkranken Kind seinen sehnlichsten Herzenswunsch zu erfüllen. So zum Beispiel auch bei Joel. Bereits im Kleinkindalter wurde bei ihm eine schnell fortschreitende, lebensverkürzende Erkrankung diagnostiziert. Die Ärzte schätzten die Lebenserwartung damals auf lediglich 9 Jahre. Heute ist Joel bereits 12 Jahre alt, er geht regelmäßig in die Schule und liebt alles rund um Star Wars. Trotz seines

Stolz und glücklich: Joel als Co-Pilot.

Mit dieser Maschine hob Joel vom Flughafen Dortmund ab.

schweren Krankheitsverlaufs und des Wissens um seinen Tod, stehen für ihn und seine Familie das Leben und die Freude daran im Mittelpunkt ihres Alltags. Dies nehmen wir bei jedem Besuch deutlich wahr. Im Sommer diesen Jahres haben wir durch Joels Mutter erfahren, dass er sich sehnlichst wünscht, einmal noch in seinem Leben mit einem Flugzeug zu fliegen. Ein Wunsch, von dem nicht betroffene Familien wohl erst einmal ausgehen, dass er nicht schwierig zu erfüllen sein sollte. Bei Joel sieht das hingegen leider anders aus. Aufgrund seines Rollstuhls und insbesondere dem durchgängig erforderlichen Beatmungsgerät, kann er keinen normalen Linienflug nutzen. Mit dem Gedanken, Joel diesen Herzenswunsch dennoch zu erfüllen, begaben wir uns daher auf die Suche nach einer Möglichkeit, ihm seinen Flug zu ermöglichen. Nach eingehender Recherche nahmen wir Kontakt zu Flying Hope (www.flyinghope.de) auf, das sich selbst als „Pilotennetzwerk für kranke Kinder“ bezeichnet. Der gemeinnützige Verein vermittelt für Kinder, die aufgrund ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Zustandes auf die Hilfe anderer angewiesen sind bzw. die nicht über die erforderlichen finanziellen Mittel verfügen, kostenlose Flüge mit ehrenamtlichen Piloten. Dieser Verein war für uns ein unglaublicher Glücksfall, denn schnell und unbürokratisch kam die Zusage! Ohne Probleme wurde ein geeigneter Termin im August gefunden und Joel durfte mit seiner Mutter einen unvergesslichen Flug in einer Cirrus SR 22 über die Region erleben. Seine Begeisterung war einfach riesengroß! Einmal den Kölner Dom und

das RheinEnergieSTADION von oben zu sehen, das beeindruckte Joel wohl sehr. Auch wenn er ja eigentlich treuer BVB-Fan ist … Von ganzen Herzen möchten wir uns daher für die tolle Unterstützung aller Beteiligten von „Flying Hope“ bedanken, besonders natürlich für den ehrenamtlichen Einsatz des Piloten Dr. Axel Endriss. Wir sind überglücklich, dass wir mit der Hilfe von „Flying Hope“ Joel diesen Herzenswunsch erfüllen konnten.

Kinderhospizdienst Sternentreppe Ansprechpartnerin: Angela Hahn Köhlerweg 7 58093 Hagen Tel.: 0 23 31 / 80 39-180 [email protected] www.hospizdienste.cartias-hagen.de

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Partnerin für das Ehrenamt Franziska Sommer ist neue Caritas-Koordinatorin zwischen verbandlicher und gemeindlicher Caritas – ist doch das so wichtige Engagement Ehrenamtlicher eine der drei Säulen der Arbeit. 18 Kirchengemeinden gibt es in Hagen, für die Leiter der Caritaskonferenzen in den Kirchengemeinden ist sie auch Ansprechpartnerin. „Jeder, der sich freiwillig bei der Caritas engagieren möchte, ist herzlich eingeladen, sich bei mir zu melden.“, erläutert sie. Es folgen Gespräche und Überlegungen, wo die engagierte Leistung des Ehrenamtlichen am besten eingesetzt werden kann, ganz nach seinen Fähigkeiten. Voraussetzung für diese Arbeit ist es, alle Caritas-Angebote kennenzulernen, „Ich wollte ein Gespür dafür bekommen, was wo gebraucht wird.“ Nach einem Pädagogik- und Theologiestudium hat die Boelerheiderin zwei Jahre in der Beruflichen Eingliederung am Finkenkamp mit Jugendlichen gearbeitet. Dann erfolgte der Ruf in die Geschäftsstelle. Über die Arbeit als Caritas-Koordinatorin hinaus, ist Franziska Sommer für die Betreuung der Familienpaten und Seniorenbegleiter zuständig.

Franziska Sommer ist neue Caritas-Koordinatorin.

Hagen. Beim Caritasverband Hagen ist Franziska Sommer seit zwei Jahren. Wie groß und detailreich der Verband in ihrer Heimatstadt allerdings ist und arbeitet, erfuhr sie in den vergangenen Wochen hautnah. Da bereiste sie viele Einrichtungen, um sich als neue Caritas-Koordinatorin vorzustellen. Es waren aufschlussreiche Begegnungen für die 27-Jährige, die seit kurzem Ansprechpartnerin für Ehrenamtliche im Caritasverband Hagen ist. Zudem ist der Posten das Bindeglied 24

Caritas-Koordinatorin Franziska Sommer Bergstraße 81 58095 Hagen Tel.: 0 23 31 / 91 84 83 [email protected]

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Willkommen in der Republik Babylonien! Projekt der Integrationsagentur für Hagener Firmbewerber

Ein unbehagliches Gefühl: Die Wartezone.

Von Verena Ehrhardt Hagen. 20 Firmbewerber des Pastoralverbundes HagenWest hatten sich zu dem Projekt „Weit weg ist näher, als du denkst“ angemeldet, welches die Caritas-Koordination zusammen mit der Integrationsagentur im Rahmen der Firmvorbereitung organisiert hatte. Gemeinsam mit Gemeindereferent Wolfgang Herz wurden die Firmbewerber eingeladen, ihre „Globalen Nachbarn“ und besonders die Situation von Flüchtlingen kennen zu lernen. So wurden die Firmbewerber zunächst aufgefordert, eine Reise in die Republik Babylonien anzutreten. Lange Wartezeiten entstanden vor den Büros des Gesundheits-, Sozial- und Ausländeramtes, die für den Projekttag simuliert wurden. Dort mussten sie bei ihrer Einreise vorsprechen. Nur, wie ist das, wenn man die dort gesprochene Behörden- und Amtssprache nicht versteht? Wenn in den Büros russisch, türkisch und tamilisch gesprochen wird? Wenn Formulare auszufüllen sind, die man nicht lesen kann? Wenn die Versuche, das Gespräch in Englisch fortzuführen, abgeblockt werden?

Und jetzt? Vorsprache bei der Ausländerbehörde, in der nur tamilisch gesprochen wird.

Eine Erfahrung, die viele Menschen auf der Flucht in ein anderes Land nur zu gut kennen. Aber der Perspektivwechsel war sinnvoll. Die Firmbewerber meldeten anschließend zurück, dass sie die Situation der Einreise und die Hilflosigkeit und Überforderung der Flüchtlinge nun sehr gut nachempfinden können. So waren sie auch sehr bewegt, als ein Teilnehmer des Projektes Aufbruch seine Einreise nach Deutschland schilderte und die Firmbewerber an seinem „Werdegang“ hier in Hagen teilhaben ließ. Susanne Kaiser von der Integrationsagentur stellte schließlich noch die Arbeit des Fachdienstes Integration und Migration vor und damit verbunden die vielen Bemühungen der Mitarbeiter, Flüchtlinge bei ihrem Weg zur Integration zu helfen und zu beraten. Sie ermunterte die Firmbewerber dazu, sich in ihrem Umfeld, in der Schule und in Vereinen einzusetzen, Diskriminierung Anderer keine Chance zu geben und eine eigene Meinung zu vertreten. 25

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Berühren lassen und anpacken

Ein interessanter Einblick

Hagener Firmbewerber beeindruckt von Caritas-Einrichtungen

Christine Cercelet über ihr Kurzpraktikum im Düsseldorfer Landtag

Von Nadine Kochskämper-Holzhausen Hagen. Im Rahmen der Firmvorbereitung des Pastoralverbunds Hagen – Mitte machte sich die Firmgruppe des Modells „Helfen“ auf den Weg zu einer Erkundungstour durch verschiedene Einrichtungen der Caritas. Zunächst besuchten wir den Warenkorb in Boele. Vielen war das Prinzip schon vom Hörensagen bekannt, doch war es für alle ein sehr eindrückliches Erlebnis die Arbeit im Hintergrund, das Sortieren der Lebensmittel sowie den anschließenden Verkauf miterleben zu können. Unsere zweite Station war der Kinderhospizdienst Sternentreppe und das Ambulante Hospiz im Köhlerweg auf Emst. Hier sahen wir uns schlagartig mit einer ganz anderen Art von Unterstützung konfrontiert. Dennoch wurde schnell deutlich, dass der (Kinder-)Hospizdienst nicht nur eine traurige Angelegenheit ist, sondern besonders von Lebensfreude, Mut und hoffnungsvollem Zuspruch zeugt. Nach einem Mittagessen im SeniorenService-Wohnen am Köhlerweg ging es gestärkt weiter zu einem Besuch im Liborius-Haus auf Emst. Mit Fotopräsentation und persönlicher Führung durch die Einrichtung konnten wir insbesondere die selbstgestalteten und selbstgeschnitzten Holz- und Geschenkartikel 26

Auch im Haus St. Clara waren die Firmbewerber zu Gast.

Christine Cercelet (links) und Claudia Middendorf.

bewundern, welche später auf einem Weihnachtsmarkt verkauft werden. Unsere letzte Station war das Pflegeheim St. Clara. Mit leichter Verspätung durch den vollen Tagesplan, freuten wir uns umso mehr auch von dem Heimbeirat begrüßt und empfangen zu werden. Bei Kaffee und Kuchen wurden wir schnell davon überzeugt, dass es in St. Clara „wie im Urlaub“ sei und es durch viele verschiedene Angebote nie langweilig wird. Abschließend haben wir uns im Gemeindehaus von St. Elisabeth zu einer Auswertung der Tagestour getroffen. Die vielen unterschiedlichen Eindrücke der vier Bereiche haben uns sehr beeindruckt und sensibel gemacht für die verschiedenen Bedürfnisse unserer Hagener Mitmenschen. In dem Firmmodell „Helfen“ haben wir die Aufgabe, ein oder zwei der besuchten Einrichtungen mit einem eigens entwickelten Projekt zu unterstützen. Einige Ideen sind während des Tages schon aufgekommen und wir werden die nächste Zeit nutzen, diese zu konkretisieren. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal für die herzlichen Empfänge und die offenen und ehrlichen Einblicke in die Arbeit der Einrichtungen bedanken!

Von Christine Cercelet Hagen. Los geht es früh morgens mit Frau Middendorf und ihrem Praktikanten Herrn Kuhn, Richtung Düsseldorf zum Landtag. Auf dem Weg zum Landtag stehen wir zunächst im Stau. Dies gehört zum Alltag von Frau Middendorf. Das ist natürlich weniger gut. Im Landtag angekommen, geht es erst mal in die riesige Tiefgarage. Die ist richtig gruselig, weil sie so groß ist. Der Landtag an sich ist weitläufig, hell und voller Menschen. Nachdem wir durch viele Gänge gelaufen sind, erreichen wir Frau Middendorfs Büro. Dort hängen Fotos von Mitarbeitern der CWH, auch eines vom Team der Küche. Außerdem bewahrt sie in einem ihrer Schränke eine Schürze auf, die das Team der Küche unterschrieben und ihr geschenkt hat. Darüber habe ich mich sehr gefreut! Dann habe ich Frau Middendorfs Wissenschaftsmitarbeiter Herrn Pascal Wirth kennengelernt. Seine Aufgaben sind unter anderem, ihre E-Mails nachzusehen, Notizen und Treffen für sie vorzubereiten und so weiter... Anschließend machten wir einen Rundgang durch den Landtag. Jede Partei hat einen eigenen Saal, also die CDU, die SPD,

die Grünen, die Piraten und die FDP. Danach ging es in den großen Plenarsaal, in dem sich alle Parteien treffen und wichtige Themen diskutieren. Die Themen, die mir am wichtigsten waren und bei denen ich am liebsten mit diskutiert hätte, waren die Mautgebühren, Solidaritätsgelder für Ostdeutschland und die IFA, eine Messe für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, die in Berlin stattgefunden hat. Zur Stärkung gab es danach leckeres Mittagessen in der großen Kantine des Landtags. Dort gab es drei Gerichte zur Auswahl. Es wird frisch gekocht und schmeckte sehr lecker. Sehr gerne hätte ich einen Blick in die Küche geworfen. Dies war aber leider nicht möglich. Als nächstes ging es in eine weitere kurze Plenarsitzung und danach zu einem Termin des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Abschließend kann ich sagen, dass mein Einblick in die Arbeit von Frau Middendorf für mich sehr lehrreich war. Mein persönliches Fazit aus diesem Kurzpraktikum ist, dass Politik bei jedem persönlich anfängt, indem Veränderungen nur dann statt finden können, wenn Anliegen und Wünsche zur Veränderung in der Gruppe vernünftig besprochen werden, um dann zusammen aktiv an der Durchsetzung gemeinsamer Interessen zu arbeiten. Die Allgemeinheit sollte den Mut dazu besitzen, für ihre Rechte zu kämpfen. Ich hätte nie gedacht, dass ich noch einmal anfange, mich für Politik zu interessieren. Aber egal wie alt man ist, man lernt nie aus!

Christine Cercelt ist Klientin im Ambulant Betreuten Wohnen. Sie lebt eigenständig in einer Wohnung in Hagen und wird von den Mitarbeiterinnen des ABW begleitet. Frau Cercelet arbeitet in der Küche der Zweigwerkstatt CWH. Ihr Wunsch war es, die Landtagsabgeordnete Claudia Middendorf einen Tag zu begleiten. Frau Middendorf ist für die CDU Abgeordnete des Landtags Nordrhein-Westfalen.Weiterhin ist sie seit 1995 als Diplom-Sozialpädagogin beim Caritasverband Hagen tätig. 27

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Loslassen – so schwer es auch fällt Ambulant Betreues Wohnen: Eine Mutter erzählt, warum es wichtig ist, ein behindertes Kind in die Eigenständigkeit zu entlassen

Annemarie und Melanie Kirk.

Ambulant Betreutes Wohnen. (cl) Als Melanie 26 Jahre alt war, fand sie es an der Zeit Zuhause auszuziehen. „Da haben wir erst einmal gezweifelt“, gesteht ihre Mutter, Annemarie Kirk. Gezweifelt, weil ihr und ihrem Mann überhaupt nicht klar war, wie das gehen sollte. Wie sollte das Kind zurecht kommen? Ohne Mama, ohne Papa, ohne das vertraute Umfeld? Konnten sie Melanie, das älteste von drei Kindern, so einfach loslassen? Konnten sie sie ziehen lassen – ihre Melanie, von der sie wussten, dass sie ihr Leben lang auf Hilfe angewiesen sein wird? Weil „diese Laune der Natur“, so Frau Kirk, bei Melanie das Chromosom 21 mit einem Defekt versah – Trisomie 21 lautet die Diagnose. Melanie, die in Kindheit und Jugend ein weitgehend normales Leben mit ihrer Familie führte, ohne Unterstützung aber hilflos wäre. Den Eltern war aber auch klar: „Wir müssen früh genug eine Alternative zum Wohnen Zuhause finden.“ 28

Zwölf Jahre ist das alles her. Zwölf Jahre, in denen Melanie es wohl keinen Tag bereut hat, das heimische Nest mit der ihr jetzt zur Verfügung stehenden Unabhängigkeit getauscht zu haben. Zunächst zog die junge Frau ins damals neu erbaute Wohnhaus St. Johannes nahe des Boeler Marktplatzes ein. „Das war der erste Schritt“, erinnert sich ihre Mutter. Jedes Wochenende kam Melanie da noch nach Hause, obwohl sie sich dort sofort wohlgefühlt habe. Die größeren Umstellungsprobleme hatten ihre Eltern, getragen von der Sorge: Klappt das alles? Kann Melanie dort zurechtkommen? Sie konnte, und wie! Fünf Jahre nach dem Auszug dann die nächste Veränderung: Melanie kann einen Platz in einer Wohngemeinschaft mit anderen geistig behinderten Menschen bekommen. Visavis des Wohnhauses, im Roncallihaus. Und wieder überlegten die Kirks, gestehen heute, dass sie Zweifel gehabt hätten, ob Melanie diesen Schritt

erneut schafft. „Nachts ganz alleine zu sein, das konnte ich mir einfach nicht vorstellen“, berichtet Annemarie Kirk. „Und was, wenn das alles nichts wird? Wenn es nicht klappt? Dann ist der Wohnhausplatz weg – und dann?“ Melanie, heute 38 Jahre alt, lacht darüber nur. Dass es ihr gut geht mit ihren drei Freundinnen alleine zu wohnen, das sieht man der jungen Frau an. Alle vier arbeiten in der Caritas-Werkstatt St. Laurentius für behinderte Menschen. An den Wochenenden nach Hause? Dazu hat sie keine Zeit. Zu viele Aktivitäten, Verabredungen, Pläne hat sie. Neben Melanie wohnen da noch Astrid, Nadine und Monika in der geräumigen Fünf-Zimmer-Wohnung mit eigener Küche und Bad und Balkon. Begleitet werden die Frauen vom Ambulant Betreuten Wohnen des Caritasverbandes. Zu festen Zeiten kommen die pädagogischen Mitarbeiterinnen in die Wohnung und klären alle Fragen, kochen einmal in der Woche gemeinsam, begleiten behutsam die Haushaltsführung. „Das Leben in der WG vermittelt Lebenspraxis“, sagt Olga Kling, Heilerziehungspflegerin, die regelmäßig abwechselnd mit ihrer Kollegin Michaela Preuß, Erzieherin, am Roncalliplatz nach dem Rechten sieht. „Ich bin nicht alleine die Chaos-Queen“, begehrt aber Melanie auf, als angedeutet wird, dass sie öfter aufräumen könne. Aber da endet der Einfluss der Mama. „Das geht mich ja nichts mehr an.“ So schwer es ihr und ihrem Mann am Anfang gefallen sei, Melanie ziehen zu lassen, so erleichtert sind sie heute, sie so gut versorgt und glücklich zu wissen. „Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen und wissen vor allem, dass später nicht ihre Brüder für sie sorgen müssen.“

Das Ambulant Betreute Wohnen des Caritasverbandes kümmert sich derzeit um 148 Menschen mit geistiger oder psychischer Behinderungen. Die Klienten erhalten Beratung, Begleitung und Assistenz in den Bereichen, in denen sie Hilfe wünschen und benötigen. Schwerpunkte können sein: Alltagsbewältigung, Erarbeitung und Umsetzung eines tragenden Krankheits- und Krisenmanagements, stützende Gespräche, Hilfe im Umgang mit Anträgen und Behörden und vieles ähnliches mehr.

In der Wohngruppe hat Melanie Freunde gefunden. Mit Monika wird gepuzzelt.

Und so kann sie nur allen Familien in gleicher Situation Mut machen, diesen großen Schritt ebenfalls zu gehen. Die möglichen Hilfen anzunehmen – und loszulassen. So schwer das auch fällt. „Ich war sehr skeptisch!“, gesteht sie heute, um dann aber ehrlich zuzugeben: „Ich habe Melanies Fähigkeiten wirklich unterschätzt. Sie führt ein ganz normales Leben.“

Zu erreichen sind wir: Knüwenstr. 5b · 58099 Hagen Telefon 0 23 31 / 39 60 89-0 Telefax 0 23 31 / 39 60 89-9 [email protected] Ansprechpartnerin: Petra Wietrek-Hoferichter

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Fit bleiben und Spaß haben Das Don Bosco-Haus von seiner sportlichen Seite

Viel Spaß im neuen Fitnessstudio haben die Bewohner des Don Bosco-Hauses.

Von Angelina Merz Don Bosco-Haus. Ein Haus-internes Fitnessstudio dürfen die Bewohner des Don Bosco-Hauses nun stolz ihr eigen nennen. Sport und Bewegung sind wichtig, um die Gesundheit zu fördern und die Mobilität zu erhalten – das weiß jeder. Doch oft ist die Motivation eher gering, sich sportlich zu betätigen. Das funktioniert dann schon besser in einer klei-

nen Gruppe. Wenn dabei auch noch Musik läuft, fallen das Radeln auf dem Trimm-Rad oder die Dehnübungen gleich viel leichter. Oder einfach zur Lieblingsmusik tanzen! Das Motto lautet hoch von der Couch und Hauptsache bewegen. Wenn es dann noch Spaß bringt, ist es perfekt. Die Rentner-Gruppe des Hauses trifft sich zweimal in der Woche vormittags, um gemeinsam zur Musik leichte Bewegungsübungen durchzuführen. Außerdem wird aktuell einmal in der Woche nachmittags für die Bewohner, die arbeiten gehen, eine Sportaktivität angeboten. Aufgrund des hohen Interesses der Bewohner soll dieses Angebot noch ausgedehnt werden. Auch zum Relaxen und Abschalten vom lauten und stressigen Alltag wird der neue Sportraum genutzt. Traumreisen vorzulesen sind hierfür eine ideale Entspannungstechnik. Die Angebote werden von Mitarbeitern des Don Bosco Hauses durchgeführt. Zukünftig sollen auch Kurse durch weiteres Fachpersonal angeboten werden. Diese werden in das Don Bosco-Haus kommen und speziell auf die Bedürfnisse der Bewohner eingehen und angepasste Angebote durchführen. Der Kontakt mit der Leitung für Präventionssport der Märkischen Reha-Kliniken GmbH ist hierzu hergestellt und die Zusammenarbeit läuft bereits.

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Bosco Hauses monatlich ihren Liebling des Monats. Dessen Bild hängt dann ebenfalls an der Wand in der Pinte. Die Politikrunde trifft sich schließlich auch alle zwei Wochen in diesem Raum. Weiterhin gibt es Musik- und Tanzabende, Bingo- und Spielabende. Doch nicht nur das Innere der Pinte wurde auf Vordermann gebracht, sondern auch die hiesige Außenanlage hinter dem Gebäude, welche durch seine liebevolle Gestaltung jetzt zum Grillen und Verweilen an warmen Sommerabenden einlädt. Trotz all der Veränderungen in der Pinte, erinnern alte, bereits bekannte Elemente an die vergangenen Abende voller Tanz, Musik und Spaß. So wurde neben dem Wandmosaik, welches einen feiernden Mann zeigt auch die hochbetagte, aber dennoch voll funktionsfähige Theke erhalten. Ein-

Die Fußballwand in der Pinte lädt zu spannenden Fernsehabenden ein.

zig ein neuer Anstrich wurde ihr verpasst, sodass sie nun wieder einlädt, ein gepflegtes Feierabendbier zu sich zu nehmen.

Eine Weltmeisteschaft im Kleinen Das erste Caritas-Hagen-Kickerturnier der Behindertenhilfe: Don Bosco siegt

Ein guter Grund zum Feiern Die Pinte im Don Bosco-Haus ist renoviert Von Jens Knaps und Hendrik Bergmann Don Bosco-Haus. Die Bewohner des Don Bosco Hauses haben einen Grund zum Feiern, weil der Ort zum Feiern wieder eröffnet ist. Seit mehreren Jahrzehnten existiert die Pinte. Stets war sie ein Raum der Begegnung, der Musik, des Feierns, des Tanzens und des gepflegten Bieres. In den letzten Jahren war dieser alte Kellerraum in die Jahre gekommen, sodass auch die Nutzung abnahm. Heute ist die Pinte wieder modern. Das Leben zieht wieder 30

ein. Die Wände sind neu gestaltet, die alten Kellerfenster sind gegen großzügige Verglasungen ausgetauscht worden, die Beleuchtung ist ebenso erneuert wie der Bodenbelag. Es gibt neue helle Stühle, Tische und Barhocker. Der neue Fernseher ist eingebettet in eine Wand lauter verschiedener Fußballtrikots. Jetzt ist es ein perfekter Ort für gemeinsame Fußballabende. Die zahlreichen Fotos aus gemeinsamen Bundesligaspielbesuchen zeugen ebenfalls hiervon. Des Weiteren wählt die Politikgruppe des Don

St. Barbara. (mk) Die Fußball-Weltmeisterschaft »Mission Brasil« lief. Wir wollten sie gemeinsam feiern. Das Wohnhaus St. Barbara hatte die anderen Wohnhäuser

St. Johannes und Don Bosco-Haus zum 1. Hagener Kickerturnier der Behindertenhilfe eingeladen. 44 Spielerinnen und Spieler kamen bei Kaiserwetter zusammen. 31

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Verständigung getragen von Sympathie Besuch aus der Türkei in der St. Laurentius-Werkstätte

Packende Duelle gab es an insgesamt drei Kickertischen.

Die drei Spieltische waren im Schatten aufgestellt und die Mannschaften zu je zwei Spielern eingeteilt. Die Vorrunde begann. Die Sieger traten in der Hauptrunde gegen die ausgelosten Gruppengegner an. Die Uhr immer im Blick, denn pünktlich um 18 Uhr war Anpfiff des Spieles Deutschland gegen Frankreich. In fünf Wettkampfblöcken wurde intensiv und mit großer Freude um Tore und Siege gekämpft. Bewohner und Mitarbeiter spielten in einem Team zusammen, Wohnhaus gegen Wohnhaus. Eine tolle Stimmung. Direkt im An32

Jeder Teilnehmer erhielt einen Siegerpokal.

schluss an den Wettkampf wurden die Gewinner geehrt. Jede Spielerin, jeder Spieler bekam einen Siegerpokal. Die Freude war groß und alle konnten rechtzeitig zum Spielbeginn die Plätze vor der Leinwand einnehmen. Das 1:0 wurde lautstark bejubelt und in der Halbzeit durfte sich jeder mit Grillwürstchen und Nudelsalat stärken. Nach dem Sieg der Nationalmannschaft war dies ein unvergesslich-spannender Fußballabend für alle. Ach ja, wer gewonnen hat? Don Bosco vor St. Barbara und St. Johannes. Das riecht förmlich nach Revanche.

Türkische Gäste wurden in St. Laurentius willkommen geheißen.

St. Laurentius. (mw) Im September 2014 hatten wir Besuch von türkischen Jugendlichen mit Behinderung. In Begleitung von türkischen Betreuern und Dolmetschern verbrachten sie einen Tag in der St. Laurentius -Werkstätte. Unsere Gäste zeigten sich sehr beeindruckt von den vielfältigen Angeboten der Werkstatt und des Caritasverbandes Hagen. In der Türkei sind beispielsweise Werkstätten, wie es sie in Deutschland gibt, nicht bekannt. Das Besondere an dem Besuch der türkischen Gäste war, dass die behinderten Menschen sich Arbeitsgruppen aussuchen konnten, in denen sie an diesem Tag mitarbeiten wollten. Sie taten das mit großer Begeisterung. Interessant war, dass zwischen den behinderten Beschäftigten der Werkstatt und denen aus der Türkei, offensichtlich keine

störenden Sprachbarrieren erkennbar waren. Getragen von großer gegenseitiger Sympathie haben sie sich untereinander „irgendwie verständigt“. Eine Episode am Rande des Besuches: die türkische Gruppe war Gast des Friedenshauses Altenhagen. Im Verlaufe unseres Gesprächs erfuhr ich dann, dass sie aus Mugla war, einer mir gut bekannten Stadt im Südwesten der Türkei. Zur Freude unserer Besucher konnte ich ihnen sagen, dass ich, lange geplant, selbst Ende Oktober in die Türkei fliege und dabei auch nach Mugla komme. Sofort wurde ich eingeladen, ihre Arbeit mit behinderten Menschen dort bei dem Besuch näher kennen zu lernen. Mit Freuden habe ich diese Einladung angenommen, denn „weit weg ist näher, als du denkst.“ 33

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Sommer, Sonne, Betriebsausflug – ein ganz besonderer Tag im Jahr

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Jan ist auch dabei.

Frau Fenske und Herr Empting im Reisefieber.

Wenn St. Laurentius und Crela-Werkstätte auf Reisen gehen, bedarf das der guten Planung

Armin und Stefanie im Safari Park

Ahoi auf der Bigge!

St. Laurentius/Crela. Die Tage werden gezählt, die Aufregung steigt. Für die Beschäftigten der St. Laurentius Werkstätte und Crela Werkstätte ist der Betriebsausflug ein ganz besonderer Tag im Jahr. Insgesamt haben ca. 600 Beschäftigte am Ausflug teilgenommen – viele von ihnen sind in ihrer Freizeit nicht viel unterwegs, daher ist es für sie besonders schön, einen solchen Tag miteinander zu verbringen; die Freude steht ihnen ins Gesicht geschrieben. Für die Beschäftigten der St. Laurentius Werkstätte ging es in diesem Jahr zu den Karl May- Festspielen, zum Safari Park, zum Movie Park, zum Biggesee für eine Schiffstour, zum Haus der Geschichte und zur Zoom Erlebniswelt. Zudem wurde auch in diesem Jahr eine Wandertour organisiert. Jedes Ziel wird von den Mitarbeitern der Werkstätte begleitet und betreut. Die Beschäftigten sollen an diesem aktionsreichen Tag 34

positive Erfahrungen sammeln und mit ihren Kollegen Spaß haben. Auf den Fahrten zu den Zielen wird gesungen, gelacht und für gute Laune gesorgt. Ein leckeres Mittagsessen darf natürlich auch nicht fehlen und für ein köstliches Eis zum Nachtisch ist ebenfalls gesorgt. Die Crela Werkstätte organisierte für ihre Beschäftigten einen Besuch in Oberhausen. Dort konnte das Sea Life oder das Gasometer besucht werden. Wer aber lieber die Oberhausener Shoppingmeile stürmen wollte, konnte dies ebenso tun. Auch dort wurde nach Herzenslust geschlemmt. Hinter den Kulissen des Ausfluges verbergen sich jede Menge Arbeit und viele Details, die beachtet werden müssen. Bevor die Planung in der St. Laurentius Werkstätte startet, ist der Werkstattrat gefragt. Dieser überlegt gemeinsam mit dem Sozialen Dienst, welche Ziele interessant und durchführbar sind. Es ist besonders wichtig darauf zu achten, dass laufschwache Beschäftigte wie auch Rollstuhlfahrer am Ausflug teilnehmen können. Daher stehen jedes Jahr mehrere Ziele zur Verfügung, so dass für jeden etwas dabei ist. Die Planung und Organisation beginnt schon ca. fünf Monate vor dem großen Tag. Jeder Beschäftigte hat zwei Wünsche frei, zu welchem Ziel es gehen soll. Sobald das riesige „Puzzle an Wünschen“ zusammengesetzt wurde, werden die Listen mit allen Teilnehmern ausgehängt. Die Mitarbeiter werden ein bis zwei Tage vorher noch einmal über den Ablauf informiert. Auch in der Crela Werkstätte setzt sich der Soziale Dienst vorab mit dem Werkstattrat zusammen. Der Werkstattrat holt Ideen der Beschäftigten ein und gibt diese an den Sozialen Dienst weiter. Gemeinsam wird dann überlegt, welches Ziel in Frage kommt. Dadurch, dass es im Oberhausener Centro verschiedene Aktionen gibt und es somit facettenreich ist, fiel die Wahl auf die Ruhrgebietsstadt. Am Tag des Ausfluges tummeln sich alle Beschäftigten in und vor dem Werkstattgebäude. Die Reisebusse stehen bereit und die Betreuer kümmern sich um die Verteilung auf die entsprechenden Busse. Proviant und Notfallrucksäcke werden verstaut. Sitzt auch jeder im richtigen Bus? Dann kann es ja losgehen!

Sea Life in Oberhausen

Achterbahnfahrt

Karl May-Festspiele in Elspe

Norbert zieht den Bollerwagen mit Proviant

„Ich bin ein Eskimo“ in der Zoom Erlebniswelt

Tiere in der Zoom Erlebniswelt in Gelsenkirchen beobachten Frank im Haus der Geschichte in Bonn

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Ein Neustart für Joachim Reuß LWL Freilichtmuseum Hagen und Caritasverband Hagen schaffen einen Außenarbeitsplatz für einen Landschaftsgärtner der Crela Werkstatt Hagen

gungen erproben können. Dabei wird die erbrachte Arbeitsleistung vergütet. Außerdem sollen Außenarbeitsplätze zusätzlich geschaffen werden und keine Arbeitsplätze ersetzen. Im Gespräch mit Herrn Knöppel vom Museum wurde schnell deutlich, dass vordringlich eine Unterstützung in der Landschaftspflege benötigt würde. Mit Joachim Reuß, einem Landschaftsgärtner der Crela Werkstatt, war alsbald ein Kandidat gefunden. Der Soziale Dienst der CWH und der Gruppenleiter der Garten- und Landschaftsbaugruppe der Crela Werkstatt waren von Anfang an der Meinung, dass Herr Reuß gut in das mit Herrn Knöppel abgesprochene Anforderungsprofil passen würde. Damit sich alle Beteiligten aneinander gewöhnen konnten, wurde ein vierwöchiges Praktikum vereinbart. Joachim Reuß startete am 12. Mai sein Praktikum, während der gesamten Zeit stand der Intergrationsbeauftragte sowohl Herrn Reuß als auch dem Betrieb zur Verfügung - als Vermittler bei Fragen oder Unklarheiten. Joachim Reuß ist schon seit einigen Jahren in der CWH tätig und hatte sich im Garten- und Landschaftsbau Kenntnisse erworben, die er nun auch im Museum umsetzen konnte. Sein Vorarbeiter ist besonders von seinem effektiven Arbeitsstil angetan. Herr Reuß freut sich über die selbstständigere Arbeitsweise und die Aussicht, trotz der großen Flächen unterschiedliche Aufgaben zu bekommen, so dass sich die zuerst befürchtete Langeweile nicht einstellte. Da die Zusammenarbeit sich so positiv gestaltete, wurde schon nach 14 Tagen ein Vertrag für einen Außenarbeitsplatz

mit einer Laufzeit von einem Jahr geschlossen. Seit dem 26. Mai arbeitet Herr Reuß nun auf einem Außenarbeitsplatz im Freilichtmuseum und ist dabei, sich in das Team des Museums zu integrieren. Im Großen und Ganzen fühlt er sich recht wohl, auch wenn zunächst alles neu ist und nach anderen Regeln läuft. „Ich gewöhne mich schon daran“, meint Joachim Reuß zuversichtlich, startet den Motor des Laubgebläses und pustet das erste Laub dieses Jahres zusammen.

Ansprechpartner für interessierte Arbeitgeber: St. Laurentius Werkstatt/Crela Werkstatt Hagen Georg Dorsch Walzenstraße 2 · 58093 Hagen Tel.: 0 23 31 / 3 76 25 18 mobil: 01 72 / 2 76 01 74 [email protected]

Adventsfenster in St. Johannes

Joachim Reuß bei der Arbeit auf dem Gelände des Freilichtmuseums.

Von Georg Dorsch Crela-Werkstatt. Ende März diesen Jahres kam die Anregung von Meinhard Wirth (Werkstattleitung SLW&CWH) mit dem Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) Kontakt aufzunehmen. In einem Te36

lefonat mit Herrn Neuenfels vom Museum war beschlossen worden, die Einrichtung von Außenarbeitsplätzen im Museum zu prüfen. Außenarbeitslätze werden der Werkstatt zur Verfügung gestellt, damit Mitarbeiter mit Behinderung der SLW oder der CWH ihre Fähigkeiten unter realistischen Bedin-

St. Johannes. Im vergangenen Jahr fand zum ersten Mal in Kooperation mit Kolpingfamilie und Familienzentrum in Boele eine Adventsfensteraktion mit Meditationen, Gebeten und Gesängen statt. Die Resonanz war so groß, dass der Adventskalender mit den liebevoll gestalteten Fenstern in der Gemeinde in diesem Jahr erneut geplant wurde. Das erste Fenster wird am 1. Dezember um 17.30 Uhr im Familienzentrum in der Kirchstraße geöffnet. Das Wohnhaus St. Johannes lädt am 3. Dezember und die Kolpingfamilie am 22. Dezember jeweils um 17.30 Uhr ein. Die Orte für die übrigen Fenster können bei der Boeler Kolpingfamilie erfragt werden. 37

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Viel mehr als nur Schachmatt

Zutritt nur für Männer

Leander füllt die Schachpartnerschaft Haus St. Franziskus mit Leben

Frühschoppen für Herren aus Haus St. Martin und Haus St. Franziskus

Von Daniela Maass Haus St. Franziskus. Der kleine Junge mit dem Schachbrett unter dem Arm ist mittlerweile ein vertrautes Bild im Haus St. Franziskus. Zweimal in der Woche kommt der neunjährige Leander mit seiner Mutter zu Besuch, um mit einem Bewohner des Hauses Schach zu spielen. 76 Lebensjahre trennen die beiden Spieler, doch angesichts des fast 2000 Jahre alten „Königsspiels“ hat dieser Altersunterschied kaum Bedeutung. Die besten Züge bedenken, Taktiken und Strategien überlegen und den Gegner schließlich matt setzen – darin messen sich Alt und Jung mit gleicher Begeisterung. „Mein Sohn kann von dem großen Wissen und Erfahrungsschatz des Bewohners sehr profitieren. Auch lernt er hier Geduld, Konzentrationsfähigkeit, Höflichkeit und Respekt – Eigenschaften, die vielen Kindern heute fehlen“, sagt Daniela Maass, die seit zehn Jahren Fecht- und Schach-AGs an Grundschulen im Offenen Ganztag durchführt. Für den 85-jährigen Bewohner ist die Schachpartnerschaft mit dem jungen Talent ebenfalls ein Glücksgriff. Der gebürtige Schlesier leitete viele Jahre einen Schach-Club in seiner Heimat-

Haus St. Martin/Haus St. Franziskus. Das Haus St. Martin und das Haus St. Franziskus haben ein gemeinsames Freizeitangebot geschaffen. Da viele Angebote in den Senioreneinrichtungen eher „frauenlastig“ sind, wollte man ein Angebot für Herren machen, welches ausschließlich für Herren ist und möglichst von ihnen auch gerne angenommen wird. So wurde kurzer Hand überlegt, regelmäßig einen Herren-Frühschoppen durchzuführen. Zwei Treffen hat es bereits im Haus St. Martin gegeben. Sechs Herren aus Haus St. Franziskus haben sich auf dem Weg gemacht, um die Herren im Haus St. Martin zu besuchen. Beim ersten Termin ist eine gesellige Runde auf der Kegelbahn zusammen gekommen. Dort wurde bei einem kühlen Bierchen gemeinsam gesungen und gekegelt. Beim zweiten Treffen haben sich die Herren sportlich betätigt und sind die „Tour d‘Allemagne“ gefahren. Ein kleiner Wettbewerb spornte die Herren so richtig an, doch am Ende waren alle die Gewinner. Auf den Trimmgeräten wurden sagenhafte 23 Kilometer geradelt. Die Herren hatten miteinander viel Spaß und es gab reichlich zu erzählen, bis zu welchem Ort man da hätte fahren können. Es ist eine rundum gelungene Veranstaltung und vielleicht werden sogar neue Freundschaften geknüpft. Nach dem Frühschoppen sind sich immer alle Herren einig, dass man sich nun bereits auf das nächste Treffen freue.

Konzentriert bei der Sache: Leander und sein Schachpartner.

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stadt Beuthen und errang dort mehrfach Meistertitel. Er spielt noch heute auf hohem Niveau und findet dadurch nur selten adäquate Gegner. So war es eine glückliche Fügung, dass über Leanders Klassenlehrerin der Kontakt zum Haus St. Franziskus hergestellt werden konnte. Die Partien gegen den jungen Vereinsspieler vom SV Turm Hohenlimburg holen das umfassende Schachwissen des rüstigen älteren Herrn wieder an die Oberfläche. „Nach nur wenigen Spielen begann ich mich wieder an vieles zu erinnern, was ich vergessen geglaubt hatte“, berichtet der Bewohner des Hauses St. Franziskus freudig. Und Leander fügt hinzu: „Schach macht eben nicht nur Spaß, sondern ist auch Hirngymnastik!“ Doch nicht nur das gemeinsame Schachspiel, an dem sich Leanders Mutter ebenfalls gern beteiligt, ist es, was die Nachmittage so angenehm gestaltet. Eine echte Freundschaft ist darüber entstanden, und die Stunden vergehen im fröhlichen Gespräch wie im Flug. Aber es sind ja nur wenige Tage, bis der kleine Junge mit dem Schachbrett unter dem Arm wieder den Weg zum Haus St. Franziskus herunter gelaufen kommt …

Es gibt viel zu erzählen in dieser reinen Männerrunde.

Ein sportliches Zusammenkommen beim Frühschoppen für Herren.

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Endlich wieder Spiegeleier

Zum 30. Geburtstag 30 Kilometer gelaufen

Haus St. Martin freut sich über ein Polluxiergerät, dank dessen weiche Eier serviert werden dürfen

Eine ungewöhnliche Aktion in Haus St. Martin: Spendenlauf für die Anschaffung eines Strandkorbes

Stolz auf die neueste Technik in der Küche: Sabine Schelberger mit dem Polluxiergerät.

Haus St. Martin. In St. Martin hat es jüngst eine drastische Änderung des Speiseplanes gegeben. Dank der Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit der Küchenchefin Sabine Schelberger ist es nun möglich, den Senioren weiche Frühstückseier und weiche Spiegeleier anzubieten. Dieses sowie das Verarbeiten von Roh-Eiern ist nämlich grundsätzlich nicht erlaubt, da die Gefahr einer Salmonelleninfektion besteht. „Auch Senioren soll es möglich sein, weiche Frühstückeier zu essen!“, äußert Sabine Schelberger und hat ein Leuchten in ihren Augen. Sie hat sich stark dafür eingesetzt, dass im Haus St. Martin ein so genanntes Polluxiergerät angeschafft wurde. Die einzige Alternative um einer Salmonelleninfektion bei der Verwendung von rohen Eiern vorzubeugen, ist das Polluxierverfahren. Es verwendet nur natürlichen Wasserdampf, es entstehen also keine Beeinträchtigungen durch den Einsatz von Chemie oder Strahlen. Das Polluxieren stellt sicher, dass die Eier innen und außen salmonellenfrei sind. Dabei bleiben der Nährwert und die Eigenschaften eines rohen natürlichen Eies erhalten. 40

Dieses alles hat Frau Schelberger im Rahmen einer Fortbildung erfahren. Seitdem ließ sie der Gedanke an ein solches Gerät nicht mehr los. In vielen Gesprächen mit den Entscheidungsträgern hat sie sich endlich durchsetzen können. St. Martin ist nun stolzer Besitzer eines Polluxiergerätes. Bei den Senioren und den Angehörigen hat der veränderte Speiseplan sofort eine große Zustimmung gefunden. Die Bewohner sprechen sehr positiv davon, dass es endlich wieder weiche Frühstückseier gibt. Die Spiegeleier zum Leberkäs, die es kürzlich gegeben hat, sollen einfach himmlisch geschmeckt haben. „Es gibt nicht viele Einrichtungen, die sich den Luxus eines solchen Gerätes leisten“, berichtet Sabine Schelberger. Nach ihren Informationen gibt es in ganz Hagen und Dortmund so gut wie keine Einrichtung, die ein Polluxiergerät besitzt. Sie sieht sich somit als Vorreiterin für eine verbesserte Lebensqualität der Senioren im Bereich der Nahrungsaufnahme. Auch die Pflegekräfte berichten davon, dass Senioren mit Schluckbeschwerden endlich wieder Spiegeleier essen können …

Haus St. Martin. Angefangen hat alles am Tag der Dienstgemeinschaft. Im Laufe des Abends wurden Ideen geschmiedet und schnell hieß es: Wir müssten mal was Sportliches machen in St. Martin. Das Kind hat schnell einen Namen bekommen. Da das Haus St. Martin in diesem Jahr 30 Jahre alt geworden ist, wurde überlegt, dass wir einen „30 km-Jubiläumslauf“ durchführen könnten. Auch ein Rahmen dafür war schnell gefunden, das diesjährige Sommerfest. Was also anfangs nur als lose Idee da stand, entwickelte sich zu einer handfesten Veranstaltung. 30 Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Angehörige und Bewohner sollten jeweils einen Kilometer laufen. Durchgeführt wurde der Lauf als Spendenlauf, denn zu einem Geburtstag gehört natürlich ein Geburtstagsgeschenk, und das will ja auch finanziert sein. 30 Läufer waren gefunden und eine eigens eingerichtete Rennleitung stellte den Ablauf sicher. Jeder Läufer bekam eine Startnummer und in drei Gruppen ging es an den Start. Die Sommerfestbesucher zählten den Countdown runter und schon ging es los. Unter viel Beifall sind alle Läufer heil ins Ziel gekommen. Die Läufergruppe hatte sich im Laufe der Zeit vergrößert auf mehr als 49 Personen. Von dem Erlös der Spenden wurde ein wunderschönes Geburtstagsgeschenk gekauft, ein Strandkorb für die Senioren. Dieser ziert nun den Eingangsbereich, soll aber im Sommer ein lauschiges Plätzchen draußen vor dem Haus bekommen. Die Senioren setzen sich sehr gerne in den Strandkorb und fühlen sich an frühere Urlaube an der Nord- oder Ostsee zurückversetzt. Der Jubiläumslauf ist auch bei unseren Bewohnern sehr gut angekommen. Eine Dame äußerte: „Schade, dass ich nicht noch 20 Jahre alt bin, da wäre ich doch direkt mitgelaufen.“

Ein tolles Geburtstagsgeschenk: Dieser Strandkorb wurde aus dem Erlös des Spendenlaufes angeschafft.

Laufen für die gute Sache – zum 30. Geburtstag von Haus St. Martin.

Das Sommerfest war der Rahmen für den Spendenlauf.

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Fußball-verrücktes Haus St. Martin

Wenn Willy Brandt auf Max und Moritz trifft

Public-Viewing mit Senioren – so fiebern alle bei der WM mit

Das neue Wimmelbild in Haus St. Martin regt zu Gesprächen an

Das konnte keiner übersehen: „Wir“ sind Weltmeister!

Während der Weltmeisterschaft stand das Haus St. Martin ganz im Zeichen des Fußballs.

Haus St. Martin. In diesem Sommer stand im Haus St. Martin alles unter dem Zeichen der Fußball-Weltmeisterschaft. Bereits vom Parkplatz aus konnte man eine riesige Deutschlandflagge bewundern. Man munkelt, dass dies wahrscheinlich die größte Flagge in ganz Boelerheide gewesen sein soll. Auch der Eingangsbereich des Hauses war weltmeisterlich dekoriert, ein Fußballtor und etliche Girlanden und Fahnen zeugten davon, dass hier bald etwas Großartiges stattfinden sollte. Ein extra großer Spielplan zeigte den Bewohnern regelmäßig die Ergebnisse der Spiele. Ein Tippspiel mit tollen Preisen lud dazu ein, Fußballwissen unter Beweis zu stellen oder aber einfach nur das Glück herauszufordern. Zu den Deutschlandspielen wurde für die Bewohner ein Public-Viewing durchgeführt. Public-Viewing ist den Senioren eigentlich nicht bekannt, denn dies ist eine Erscheinung die es ja erst seit der Fußball-WM 2006 gibt. Doch wenn man es genauer betrachtet, hat es bereits auch schon in den 50er Jahren ähnliche Veranstaltungen gegeben. Nicht jeder besaß damals ein Fernsehgerät und so traf man sich kurzer Hand in der Kneipe um die Ecke, um gemeinsam Länderspiele zu schauen. Die Senioren im Haus St. Martin freuten sich sehr über eine Großleinwand, die in der Cafeteria aufgehängt wurde, um überdimensional die Länderspiele zu schauen und mit dem

deutschen Team mitzufiebern. Die Fußballabende waren voller Begeisterung. Die Senioren zogen sich Fankleidung an und feuerten die Nationalmannschaft lautstark an. Es gab ein zünftiges Bierchen dazu und natürlich durften die obligatorischen Mettschnittchen nicht fehlen. Jedes Tor der deutschen Mannschaft wurde kräftig bejubelt und die Freudentänze der Mitarbeiter schwappten auf die Senioren über. Nach dem Erreichen des Finalspiels wurde sogar die „LaOla-Welle“ durchgeführt. Nachdem die deutsche Mannschaft gegen Brasilien so sagenhaft gewonnen hat, wurde im Haus St. Martin ein „Brasilianisches Essen“ zu Samba­ klängen und mit bunt gemixten Cocktails angeboten. So wie unsere Nationalmannschaft die Brasilianer auf dem Fußballplatz, verputzten alle dann leckeres brasilianisches Essen. Die Küchenleitung hat sich mal wieder selbst übertroffen und exotisches brasilianisches Hühnchen gekocht. Dennoch hatte der eine oder andere Senior Mitleid mit den Brasilianern, denn als Gastgeberland hätte man auch ihnen den Einzug ins Finale gewünscht. Nachdem die deutsche Nationalmannschaft in einem spannenden Spiel Weltmeister geworden ist, wurde spontan in der Cafeteria eine Weltmeisterschaftsparty durchgeführt und auf den Sieg angestoßen. Das Haus St. Martin ist wirklich fußball-verrückt.

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Haus St. Martin. Im Rahmen der Umgestaltung des Eingangsbereiches im Haus St. Martin zieht nun ein großes Wandbild alle Aufmerksamkeit auf sich. Es ist ein so genanntes „Wimmelbild“, welches als Erinnerungswandbild gedacht ist und Bilder aus den vergangenen 50 Jahren zeigt. Die Kollage wurde von Studenten der Universität Witten/Herdecke erstellt und trägt den Titel „Uns“. Dieses Bild soll zur Anregung der Kommunikation dienen. Man entdeckt z.B. eine alte Persil-Packung mit der berühmten weißen Frau darauf oder gar den Kniefall von Willy Brand. Lehrer Lemke mit Max und Moritz, eine Mondrakete und auch ein 10-Pfennig-Stück, der sogenannte Groschen, sind neben vielen weiteren allseits bekannten Dingen zu finden. Das Bild lässt keine Langeweile aufkommen. Es ist so angelegt, dass man nicht

alles direkt erfassen kann, man muss es genau betrachten und entdeckt täglich immer wieder etwas Neues. Das Erinnerungswandbild ist eine kontinuierliche Einladung zum Rückblick. Inspiriert durch die Motive können, die Bewohner mit oder ohne Unterstützung in ihrer Vergangenheit versinken oder ihre Erinnerungen mit anderen teilen. Die Bewohner empfinden eine Wertschätzung durch das für sie entworfene Kunstwerk: „Die letzten 50 Jahre sind es Wert, hier gezeigt zu werden und du bist ein Teil davon.“ So können gezielt erarbeitete oder zufällig gewonnene Einsichten in die Biografien der Bewohner bei der täglichen Arbeit genutzt werden. Das Erinnerungswandbild motiviert zur Lebendigkeit, zum Hinschauen, zum Geschichten erzählen, zum Singen oder selber Malen, zum Rückblicken und sich Mitteilen. Selbst Besucher des 43

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Hauses finden schnell eine Identifikationsebene und damit ein gemeinsames Gesprächsthema. Ein Kindergartenkind beispielsweise zeigt aufgeregt auf das Schneewittchen und taucht dann gemeinsam mit einer älteren Dame in die Märchenwelt ein, so entsteht die Möglichkeit einer Verbindung zwischen alter Kunst und Generationen. Das Erinnerungswandbild kann zudem dabei unterstützen, Barrieren der Sprachlosigkeit zu überwinden. Ein vielleicht ansonsten eher stummer Mensch mit Demenz bekommt plötzlich die Möglichkeit, in Kommunikation zu treten, indem er Bekanntes aus früheren Jahren entdeckt und nun eventuell auf Fragen mit einem Zunicken antwortet. Mit dem Erinnerungswandbild kann noch vieles weiteres mehr erreicht werden: Die Verbesserung der Betreuungsqualität durch eine Gesprächsunterstützung und ein kontinuierliches Angebot zum biografischen Arbeiten, die Stärkung der Zukunftsfähigkeiten des Hauses durch

strategische Positionierung eines generationsübergreifenden Objektes und somit Kinder, Jugendliche, Erwachsene über die Betrachtung des Bildes zu dem Thema „Alter“ einzuladen, aber auch um regelmäßige Treffen zu veranstalten oder weitere interaktive Projekte auszulösen. Nicht zuletzt könnte gar eine höhere Mitarbeiterzufriedenheit bzw. Verbesserung des Personaleinsatzes durch Nutzung von Kunst als Aus- und Eindruck zur kommunikativen Förderung zwischen Pflege und Pflegende angestoßen werden. In St. Martin ist mit diesem Bild eine Oase der Kommunikation entstanden, in der sich alle gerne aufhalten. Ein Mitglied des Beirates formulierte in der letzten Sitzung treffend: „Man wird nicht satt, sich das Bild immer wieder anzuschauen und man entdeckt immer wieder Neues! Man kommt mit so vielen Menschen, sogar fremden Besuchern ins Gespräch! Es ist eine große Bereicherung.“

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Wenn Ronny kommt, ist die Freude groß Der zutrauliche Mischlingshund besucht einmal in der Woche die Bewohner im Clara-Heim

Die Clara-Zeitung – eine beliebte Lektüre Haus St. Clara. Endlich ist sie wieder da! Das ist der Kommentar von Bewohnern des Clara-Heimes, wenn eine neue Ausgabe der Clara-Zeitung, pünktlich zum Anfang eines neuen Quartals erscheint. Diese Zeitung wird seit sieben Jahren von der Betreuungsassistentin Angelika Kochmann kreativ gestaltet. Die erste Ausgabe erschien im Sommer 2007. So entstehen über das Jahr, die Winter-, Frühlings-, Sommer-, und Herbstausgaben. Übers Jahr verteilt passiert im Haus viel. Es wird berichtet über die Feste und Aktivitäten, zu jeder Jahreszeit gibt es Gedichte, Geschichten oder Lieder, mal lustig und auch mal nachdenklich, natürlich werden auch Quizfragen gestellt! Etwas ganz besonderes ist die Weihnachtsausgabe, diese Zeitung hat die größte Auflage. Es werden die vier Adventswochen und Weihnachten mit Gedichten, Liedern und Geschichten beleuchtet. Die Bewohner des St. Clara-Heimes haben viel Freude an dieser „Clara-Zeitung“ und können es meistens kaum ab44

warten, bis die letzte Kopie gemacht ist, und die Zeitung verteilt wird. Aber auch die bettlägerigen und demenzkranken Bewohner freuen sich, wenn die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes und auch Angehörige ihnen vorlesen.

Mit diesem schönen Text von Dietrich Bonhoeffer endet dann der Kreislauf eines Jahres: Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit Euch leben und mit Euch gehen in ein neues Jahr. Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost was kommen mag. Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. Ihre, Eure Angelika Kochmann

Groß ist die Freude, wenn Ronny zu Gast im Haus St. Clara ist.

Haus St. Clara. Seit etwa einem Jahr hat das St. ClaraHeim einen neuen vierbeinigen Hausfreund: Mischlingshund Ronny. Jeden Donnerstag ist er, ebenso wie sein Frauchen, ehrenamtlich im Hause zu Gast, und alle Bewohner sind schon Tage vorher in freudiger Erwartung auf diesen Besuch. Sobald Ronny vor dem Haus aus dem Auto springt, hört man schon sein freudiges Gebell, und die Bewohner wissen, dass jetzt unser lieber „Schatz“ kommt. Doch bevor er mit seinem Frauchen auf die Wohnbereiche geht, läuft er erst mal in alle Büros, um sich dort Leckerchen abzuholen. Am liebsten hält er sich bei Schwester Fatima auf, weil diese die größten Leckereien für ihn bereithält.

Doch dann geht er zu den Bewohnern, die schon ungeduldig auf ihn warten. Jeder darf ihm etwas geben, wofür er dann allen seine Kunststückchen, wie auf den Hinterpfoten stehen und sich dann drehen oder sich auf der Erde liegend rollen, zeigt. Dafür bekommt er dann Applaus, und er genießt es, wenn die Bewohner ihn streicheln. Meistens kann er davon gar nicht genug bekommen, und er stubst die Bewohner immer wieder an, damit diese weitermachen. Den Bewohnern ist unser vierbeiniger Hausfreund Ronny – neben allen anderen Angeboten der Sozialen Betreuung – immer besonders willkommen und es herrscht eine ganz besonders schöne und völlig entspannte Atmosphäre. 45

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Wir haben Rechte! Kinderrechte-Projekt „kindgeRECHT!“ an Hagener Grundschulen

Wir haben d as Recht auf Hobbys! Kinder- und Jugendhilfe. Kinder sind Träger eigener Rechte. Diese zentrale Botschaft wurde in der UN-Kinderrechtskonvention verbindlich formuliert. Kinderrechte müssen nicht „erworben“ werden, sondern sind unmittelbarer Ausdruck der Menschenwürde. Damit Kinder in Hagen ihre Rechte kennenlernen, erfahren und anwenden können, hat der Caritasverband an drei Hagener Grundschulen (Boloh, Geweke und Wesselbach) das Projekt „KindgeRECHT!“ durchgeführt. 46 Kinder, die im Rahmen des Offenen Ganztags die Ferienbetreuung besuchen, nahmen an dem Projekt teil. Damit die jungen Menschen ihre Rechte auch verstehen, wurden die Artikel aus der UN-Kinderrechtskonvention kindgerecht aufbereitet und spielerisch erfahrbar gemacht. Wer hat sich diese Rechte überhaupt ausgedacht? Wie sieht es eigentlich mit der Einhaltung der Kinderrechte hier in Deutschland und in anderen Ländern aus? Wo kann man sich für seine Rechte stark machen? Und ist es möglich, diese einzuklagen? Solchen und anderen Fragen wurde in dem Projekt nachgespürt. Zudem wurden mit Hilfe von fotografisch-kreativen Metho46

den wichtige Kinderrechte von den Kindern im Fotostudio inszeniert und somit erfahrbar gemacht. In kreativen Projektgruppen beschäftigten sich die Kinder mit ihren Rechten. Sie entwickeln Inszenierungsideen für Kinderrechte und fotografierten anschließend in einem mobilen Fotostudio. Zudem wurden die Rechte mit Malerei-Techniken und im Graffiti-Stil umgesetzt. In einem weiteren Projektmodul erarbeiteten die Kinder in Zusammenarbeit mit dem HipHop- und BreakdanceChoreografen Daniel Fromme eine Tanzperformance zum Thema „Kinderrechte“. Die Choreografie wurde zum Projektabschluss gemeinsam mit den Arbeiten aus den Kreativ-Modulen präsentiert. Inhaltlich aufbereitet wurde der Themenkomplex zudem von einer Kinderrechte-Reise um die ganze Welt und der Zubereitung von Pop-Cakes aus fair gehandelten Zutaten. Die Projektergebnisse waren Grundlage für die Kinderrechte-Fibel, die gemeinsam mit den Kindern gestaltet wurde und nun allen Hagener Kindern (und Erwachsenen) zur Verfügung steht!

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cht ein Re t s a h Du unde! auf Fre

cht e R n i e n e b a h Wir n! e s s E s e d n u s e auf g

Wir haben e in Recht auf Bi ldung!

cht s Re ! a d ilie ast Du h ine Fam e auf

Kinderrechte-Broschüre erhältlich über: Caritasverband Hagen e.V.

kindgeRECHT! Kinderrechte in Hagener Grundschulen

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Julia Schröder Bergstr. 81 · 58095 Hagen [email protected]

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Mit großem Herzen für die wichtige Sache Die Caritas bildet Familienpaten aus

die junge Frau, mit Stolz auf eigenen Füßen stehend. Und die engagierte Tierschützerin, die neue Aufgaben sucht. Frauen, die sich vielleicht nie begegnet wären. Wenn sie nicht alle den Aufruf der Caritas vernommen hätten: Gesucht wurden Familienpaten – gefunden wurden Menschen mit großem Herzen, die sich in den Dienst einer wichtigen Sache stellen möchten. Ehrenamtlich und freiwillig – dabei gut vorbereitet. Das neue Angebot des Caritasverbandes Hagen richtet sich an junge Familien, die Unterstützung bei alltäglichen Dingen benötigen. Sei es die Begleitung zum Arzt, der Gang zum Spielplatz mit den Kindern, die Mithilfe beim Kindergeburtstag. Franziska Sommer fallen viele Dinge ein, die die Paten übernehmen können. Vor allem denkt die Caritas-Pädagogin an viele Familien in Hagen, die diese Unterstützung brauchen. Die nicht auf die Hilfe von Verwandten und Freunden zählen können. Familienpatin Steffi Schürmann weiß genau, woran es da mangeln kann. „Als meine Kinder klein waren, lebten meine Eltern weit weg von hier. Da hat mir ihre Hilfe oft gefehlt“, sagt die 48-Jährige, deren Kinder 29, 27 und 18 Jahre alt sind. Als sie den Aufruf las, reizte sie die Aufgabe sofort. Nun blickt sie mit Spannung auf das, was da kommen mag. Los ging es nach den Sommerferien. Seit dem lernen sich Familien und Paten kennen. „Es gibt Einzelgespräche mit den Die ersten Familienpaten des Caritasverbandes freuen sich auf ihre neuen Aufgaben.

Hagen. (cl) Die Frauen stehen mitten im Leben. Jede auf andere Art und Weise. Jede mit anderer Geschichte. Da ist die dreifache Mutter, die Kinder sind, wie man sagt, „aus dem Haus“. Da gibt es die Frauen aus dem Iran und Aserbaidschan, die sich noch orientieren in der neuen Heimat. Oder 50

Informationen zum Projekt gibt es hier: Franziska Sommer: 0 23 31 / 91 84 83 [email protected]

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Familien, mit den Paten. Die Chemie muss stimmen“, betont Frau Sommer, dass Sympathie eine wichtige Rolle spielt. Jede Patin hat eine Familie, um die sie sich kümmert – bei völlig freier Zeiteinteilung. Wichtig ist die Rückmeldung zu den Sozialarbeitern der Caritas. Denn das soll und kann die Familienpatenschaft nicht ersetzen: Die professionelle Begleitung. Da aber sind die Patinnen geschult, merken schnell, wenn mehr Hilfe nötig ist als Zuhören und begleitende Dienste. Die Qualifizierung an sechs Abenden hat sie das gelehrt. Wie lernt man eine Familie kennen, wie definiert sich überhaupt Familie, was bedeutet Familie für mich selber, wie kann man Familien in bestimmten Situationen helfen? Auch für Renate Andree, Diplom-Sozialpädagogin, war dies ein spannender Kursus, wie die Referentin sagt. Erstmals fand er zweisprachig statt. Zahra Aghnejhad aus dem Iran,

seit 17 Monaten in Deutschland und Tunzala Isgandarova aus Aserbaidschan, seit zwei Jahren im Lande, verstehen zwar Deutsch, noch besser aber Englisch. Die Frauen freuen sich auf ihre Aufgabe, die sie mit Familien zusammenbringen wird, die vielleicht in ähnlicher Situation sind, wie sie es selber waren. „Ich möchte der deutschen Gesellschaft etwas zurückgeben“, sagt Zahra. „Alle Menschen haben mir so viel geholfen.“ Sie hat als Lehrerin in ihrer Heimat gearbeitet. Und auch Tunzala möchte sich bedanken. „Ich möchte Leuten helfen, die Hilfe brauchen.“ Wenn sie in bestimmten Situationen nicht weiter wissen, können die Patinnen ihre Sorgen bei den regelmäßig stattfindenden Treffen mit dem Team der Caritas vortragen. Zu denen dann auch neue Ehrenamtliche stoßen werden: Die nächste Qualifizierung hat im Oktober begonnen.

Betreuung und Begleitung in schwierigen Momenten Annika Ewe unterstützt die Frühen Hilfen als Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin Frühe Hilfen. (cl) Annika Ewes Begeisterung steckt an. Begeisterung für eine Arbeit, die wahrscheinlich ein wenig Berufung bedarf. Annika Ewe, 17 Jahre Kinderkrankenschwester mit zehnjähriger Erfahrung auf der Kinderintensivstation des Allgemeinen Krankenhauses, hat den Schwesternkittel ausgezogen und die Klinik verlassen. Jetzt arbeitet sie als „Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“, wobei sie selber ein wenig über den Begriff stolpert. Was da sperrig klingt ist die persönliche Betreuung von Familien mit erkrankten oder behinderten Kindern in den ersten drei Lebensjahren, die zusätzlich noch mit belastenden Lebensbedingungen umgehen müssen. Nicht im hektischen Klinikalltag, sondern im geschützten Raum des Zuhauses der Familie, versucht Annika Ewe, trotz materieller und gesundheitlicher Sorgen die Bindung der Familien zu stärken. „Es ist viel psychosoziale Begleitung“, hat sie festgestellt, ist aber gleichzeitig überrascht, wie viele medizinische Fragen ihr auch gestellt werden. Vielleicht deshalb, weil die Schwelle für Eltern geringer ist, die Atmosphäre daheim entspannter als im Kran-

Annika Ewe im Büro in der Schwerter Straße.

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kenhaus. Seit 1. Juli füllt sie die Stelle mit Leben, 25 Stunden in der Woche. Kein Schichtdienst, keine Wochenendarbeit. „Ein Traum“, sagt sie lachend, „am Anfang aber völlig ungewohnt.“ Die Familie dankt es ihr, Sohn Ben, 4 Jahre alt, sieht die Mama jetzt regelmäßiger. „Ich bin wirklich glücklich hier“, schwärmt sie. Ab November macht die 35-Jährige berufsbegleitend die Fortbildung zur „Familiengesundheits- und Kinderkrankenpflegerin“. Eng ist die Anbindung an die beiden Familienhebammen. Doch begleiten diese Mutter und Kind nur bis zum 1. Geburtstag, darf Annika Ewe bis zum 3. Geburtstag unterstützend eingreifen. Das Angebot und die Unterstützung sind für die Eltern kostenlos. Schon nach kurzer Zeit sind ihre Dienste sehr gefragt. Viele Anfragen kommen, zum Teil aus der Klinik, von Kinderärzten oder eben den Kolleginnen Hebammen. Manche Familien

Frühe Hilfen Heike Depprich Pia Korthaus (Familienhebamme) Martina Johna (Familienhebamme) Annika Ewe (Kinderkrankenschwester) Schwerter Straße 130 · 58099 Hagen Tel. 0 23 31 / 48 33 19-0 [email protected] besucht sie wöchentlich, andere einmal im Monat. Das Angebot, das merkt sie, wird ein Selbstläufer. Ein Selbstläufer, dem Annika Ewe gerne folgt.

Zwischen glücklichen Momenten und höchster Aufmerksamkeit

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sammeln.“ Die erfahrene Sozialpädagogin freut sich, wie gut das Angebot bereits angenommen wird. „Ich sehe deutlich, wie groß der Bedarf in diesem Bereich ist.“ Viele Familien nehmen bereits eine Beratung von Stefanie Iwan in Anspruch. Über Ärzte, die Frühförder- und Beratungsstellen sowie weitere soziale und medizinische Einrichtungen macht sie auf den FUD aufmerksam. Daraus entwickelt sich eine geplante Eigendynamik. Bestes Beispiel: Der Elterntreff. Kamen bei der ersten Zusammenkunft zwei Mütter, waren es einen Monat später bereits sechs – Hilfe, die sich herumspricht. Es ist für Eltern und Angehörige bei aller Hinwendung zu ihrem Kind wichtig, auch an sich zu denken. Der Kontakt zu anderen betroffenen Eltern hilft, sich in dieser speziellen Situation verstanden und gut aufgehoben zu fühlen.

Und wenn der familienunterstützende Dienst einmal nicht die geeignete Hilfe anbieten kann, weiß Stefanie Iwan, wo weitere Hilfe verfügbar ist. Denn da greift das weite Netz der Caritas.

Familienunterstützender Dienst Stefanie Iwan Schwerter Straße 130 58099 Hagen Tel. 0 23 31 / 48 33 19-16 [email protected]

Ein stetiger Weg für das gesamte Team Inklusion in St. Christophorus: Zwei Erzieherinnen machen sich auf den Weg

Stefanie Iwan und der Familienunterstützende Dienst: Hilfe für Familien mit behinderten Angehörigen

Stefanie Iwan am Arbeitsplatz.

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Familienunterstützender Dienst. Der Familienalltag mit einem behinderten Angehörigen erfordert neben allen glücklichen Momenten höchste Aufmerksamkeit. Ein Weg, der die Familien bisweilen an ihre Belastungsgrenze führen kann. Es ist gut, sich von Anfang an Hilfe zu holen. Etwa vom Familienunterstützenden Dienst (FUD) des Caritasverbandes. Den gibt es seit Anfang des Jahres und Stefanie Iwan organisiert ihn mit viel Engagement und reichlich Ideen. „Der Familienunterstützende Dienst hilft dort, wo Familien es brauchen. Neben der Beratung und Information rund um Fragen für Menschen mit einer Behinderung und deren Angehörigen, entlasten die Mitarbeiter des FUD die Betreuungsperson, indem sie die Beaufsichtigung, Betreuung bzw. Versorgung des behinderten Angehörigen übernehmen. Andererseits bietet der FUD dem Menschen mit Behinderung vielseitige Möglichkeiten, soziale Kontakte zu knüpfen und zu pflegen, Freizeitaktivitäten nachzukommen, Fähigkeiten auszuprobieren und neue Erlebnisse zu

Von Christine Fulde, Rebecca Söhnchen und Gabriele Rosenkranz-Frauenrath St. Christophorus. Im Februar 2013 begann am Käthe Kollwitz-Berufskolleg der Aufbaubildungsgang „Inklusive Bildungs- und Erziehungsarbeit“. Zwei Mitarbeiterinnen der Caritas sind dabei: Gabriele Rosenkranz-Frauenrath und Rebecca Söhnchen, die beide als Erzieherinnen im Familienzentrum St. Christophorus arbeiten, waren von der Idee begeistert über eineinhalb Jahre zu lernen, zu erfahren und zu begreifen, wie Inklusion im Allgemeinen, aber auch im Speziellen – also bei uns in der Einrichtung – gelingen kann. Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass der Gedanke der Inklusion uns als katholischer Kindertagesstätte sehr nahe steht. Ziel ist es allen Menschen wertschätzend zu begegnen. Dabei ist entscheidend, dass es nicht ausschließlich um Menschen mit Behinderungen geht, sondern auch um Migranten, arme Menschen, alte Menschen, religiöse Zugehörigkeiten, Menschen, die nicht den gesellschaftlichen Normen entsprechen und vielem mehr. Die Debatte zum Thema Inklusion ist jedoch durch die UNKonvention über Rechte für Menschen mit Behinderung

Der gemütliche Leseraum entstand nach Ideen von Gabriele Rosenkranz-Frauenrath.

entfacht, die am 26.03.2009 in Kraft trat. Sie besagt, dass Kinder und Jugendliche mit einem sogenannten sonderpädagogischen Förderbedarf einen Rechtsanspruch auf Unterricht mit Kindern ohne Förderbedarf haben. Was für das Team des Familienzentrum St. Christophorus entscheidend war und immer noch ist, ist die Tatsache, dass Frau Rosenkranz-Frauenrath und Frau Söhnchen als Multiplikatoren fungierten. Alle Mitarbeiter wurden mit auf den Weg genommen, sich mit dem Thema Inklusion auseinanderzusetzen und eine Haltung zu dem Thema zu entwickeln. 53

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Ein wichtiger Teil der Fortbildung war die Entwicklung und Durchführung eines Projektes zum Thema Inklusion. So entstanden bei Frau Rosenkranz-Frauenrath und Frau Söhnchen zwei völlig unterschiedliche Projektideen, die im Familienzentrum umgesetzt werden konnten. Raum der Begegnung (Projekt von Gabriele Rosenkranz-Frauenrath): Absicht soll es es sein, einen Raum zu schaffen, in dem eine gemütliche Atmosphäre herrscht; einen Raum zu kreieren, in dem Kinder und Eltern die Gelegenheit haben gemeinsam zu lesen. Es findet ein regelmäßiger Lesekreis für die Kinder der Einrichtung statt. Das Besondere ist, dass nicht nur Bücher in deutscher Sprache gelesen werden, sondern auch Eltern mit Migrationshintergrund Bücher in anderen Sprachen vorlesen. Die Kinder haben ein Recht darauf, von Beginn an auf ein Zusammenleben in einer multikulturellen Welt vorbereitet zu werden. Außerdem möchten wir den Kindern und den Eltern signalisieren, dass ihre Herkunft, ihre Sprache in unserem Haus willkommen sind. Dies kann Kindern den Einstieg in eine neue Einrichtung, in das Leben mit einer anderer Sprache und vielleicht anderen Regeln vereinfachen.

Wegweiser (Projekt von Rebecca Söhnchen): Wie schon erwähnt, sind viele Familien, die unser Haus besuchen, der deutschen Sprache nicht oder nicht umfassend mächtig. So stellte sich die Frage, wie man Eltern den ersten Besuch in unserem Familienzentrum vereinfachen kann. Es entstand die Idee, Wegweiser zu installieren, die mit Hilfe von Fotos Orientierung im Haus ermöglichen. Ziel dieses Projektes ist es, Menschen eine Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Familien sollen sich – trotz sprachlicher Barrieren – wertgeschätzt, ernst genommen und willkommen fühlen. Inklusion zu leben ist ein stetiger Prozess, den es im Team lebendig zu halten gilt. Wir haben uns auf den Weg gemacht, mit dem gemeinsamen Ziel als Wegweiser. Unser Motto, das uns antreibt, ist dabei: „Alle Kinder sind gleich, jedes Kind ist besonders!“ Grundgedanken der Inklusion: · Partizipation/Teilhabe aller Menschen · Eine damit einhergehende Wertschätzung aller Menschen · Berücksichtigung von Unterschieden ohne Stigmatisierung und Ausgrenzung · Leben von Vielfalt als Bereicherung

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1 Daumen + 1 Daumen = 2 Daumen Über einen unvergesslichen Besuch der Vorschulkinder aus St. Engelbert bei der Feuerwehr

Von Denise Lorenz St. Engelbert. Der „Maxi-Club“ vom Familienzentrum St. Engelbert besuchte die Feuerwehr. 22 Vorschulkinder machten sich nach fünf Wochen intensiver Vorbereitung in Kleingruppenarbeit auf den Weg in die Wache und konnten hier ihr Wissen auf die Probe stellen. Zur Einleitung sahen wir einen kleinen Film, in dem kindgerecht veranschaulicht wurde, was beim Spielen mit einer brennenden Kerze passieren kann. Unsere Kinder waren in heller Aufregung und wussten beim Schauen schon sehr gut, was als nächstes passierte. Den Satz „Feuer ist schön, aber gefährlich“ haben unsere Vorschulkinder den Kindern im Film schon zu Beginn zugerufen. Nach dem spannenden Film hat Herr Herbst von der Feuerwehr Hagen mit einem gelben Tuch wunderbar veranschaulicht, wie Feuer

durch den Raum kriecht. Der Rauch dagegen, in Form einer dunklen und gefährlichen Decke hat den Kindern einen kleinen Schrecken eingejagt. Es wurde geschrien, gestaunt und gelacht. Und auf spielerische Art haben die Kinder ihr Wissen intensiviert. Durch die theaterreife Vorführung des Feuerwehrmannes Herrn Herbst, werden unser Kinder diesen Besuch lange in Erinnerung behalten und im Ernstfall wollen wir hoffen, dass sie die richtige Nummer wählen. 1 Daumen + 1 Daumen = 2 Daumen = 112! Zum Abschluss unseres Besuches wurden die Kinder mit dem Leiterwagen aus dem Fenster „gerettet“. Erst brauchte es ganz schön viel Mut in den Korb zu steigen, aber nach der Fahrt und unten auf dem Boden angekommen, stiegen alle furchtbar stolz aus dem Rettungskorb!

Das ganz andere Picknick in St. Christophorus Interkulturelles Treffen im Familienzentrum – und nicht auf der grünen Wiese St. Christophorus. Wer sagt denn, dass ein Picknick immer auf der grünen Wiese im Freien stattfinden muss? Im Familienzentrum St. Christophorus wurde in diesem Sommer das Gegenteil bewiesen: Als nämlich das lange geplante interkulturelle Familienpicknick anstand, war an eine Veranstaltung draußen nicht zu denken. Es hatten sich Familien unterschiedlichster Herkunft und Religion angekündigt und die Freude bei allen Beteiligten war schon groß. Geplant war ein gemeinsamer Spaziergang in den nahe gelegen Stadtgarten. Dort sollte gemeinsam gespielt, gegessen und gefeiert werden. Doch wie so oft in diesem Sommer machte das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung. Der Regen hatte den Boden so aufgeweicht, so dass ein Picknick im Freien unmöglich wurde. So kam die Idee auf, das Picknick 54

in der Einrichtung zu machen. Nach anfänglicher Skepsis entstand im oberen Flur bald ein buntes Lager aus Decken, mitgebrachten Köstlichkeiten und vielen lachenden Gesichtern. Die Leckereien waren dabei genauso vielfältig wie die Familien, die unser Haus besuchen. Es entwickelten sich spannende Gespräche zwischen Eltern und Erzieherinnen. Die Kinder fanden es sehr aufregend, ihren Kindergarten mal anders zu erleben als im Alltag und wirkten sehr entspannt und ausgelassen. Abschließend kann man sagen, dass das interkulturelle Familienpicknick eine rundum gelungene Veranstaltung war. Gerade die Tatsache, dass nicht alles perfekt gelaufen ist, hat das Treffen zu einem ganz besonderen Erlebnis gemacht, das uns noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde Kinder der OGS Emst führen ein Klima-Musical auf Von Deli Müntefering Offener Ganztag. Winter sind keine richtigen Winter mehr und die Sommer auch nicht. Es wird immer wärmer und darum schmilzt auch die Eisscholle beim Eisbären Lothar am Nordpol. Er trifft sich darum mit seinem Freund Dr. Ping, dem Pinguin vom Südpol, in der Wohnung von Paul und Paula, um den Menschen klar zu machen, dass es so nicht mehr weitergeht. Dort treiben die Stromfresser „Ampere, Volt und Watt“ bisher unbemerkt ihr Unwesen. Sie streuen den Menschen Sand in die Augen, damit

sie einschlafen und dann unbemerkt alle Stromquellen einschalten können. Wie es dem Eisbären Lothar und Dr. Ping gemeinsam mit den Kindern gelingt, die Stromfresser zu überwältigen und mit Hilfe einer „Lizenz zum Ausschalten“ neue Wege und Möglichkeiten zur Stromreduzierung zu schaffen, das erlebten ca. 750 Schüler in fünf Aufführungen im Juni 2014. Die Theater AG der OGS Emst unter Leitung von Deli Müntefering trat in der GS Emst, der Regenbogenschule 55

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Mehr als Probe für den Ernstfall Im Förderzentrum geht es um einen geregelten Alltag. Freitags wird für die Mitarbeiter im Finkenkamp gekocht

Kochen und Abwasch in der Küche am Finkenkamp.

oben: Die 3 Stromfresser „Watt, Ampere und Volt“ unten: Abschlusslied „Wir sind Freunde der Erde“.

sowie im Gemeindesaal der St. Elisabeth Gemeinde für die Schüler der Henry van de Velde-Schule auf. Die schmissigen Lieder des Musicals übte Frau Decker mit 12 Kindern des Offenen Ganztages ein. Texte und Lieder stammen aus der Feder von Reinhard Horn und Hans-Jürgen Netz aus dem gleichnamigen Buch „Eisbär, Dr. Ping und die Freunde der Erde“. Die Idee zur Aufführung des Musicals kam aus dem „Ökumenischen Arbeitskreis Kirche und Schule“, der eine intensivere Zusammenarbeit von Kirche und Schule als Ziel hat. Das Dekanat Hagen – Mitte sowie die Caritas als Träger des Offenen Ganztags der GS Emst unterstützten dabei ebenfalls das Musical im Rahmen der Projektangebote. Passend zum diesjährigen Jahresthema „Weit weg 56

ist näher als du denkst“ wurde den Kindern auf witzige und dennoch lehrreiche Weise erklärt, welche Ursachen und Folgen der Klimawandel für die Menschen und Tiere weltweit hat. Mit Hilfe der „Erneuerbaren Energien“ sowie der Vermeidung unnötiger Stromfresser wie z.B. Stand-Bys erkannten die Kinder, dass auch sie einen Beitrag zur Verbesserung des Klimas leisten können. Damit die Idee der Reduzierung unnötiger Stromfresser auch über die Aufführung hinaus weiter lebt, verteilten die Darsteller zum Schluss „Lizenzen zum Ausschalten“ an die Zuschauer. Auch die gierigen Stromfresser konnten letztlich ihren Beitrag zum Klimawandel leisten: Sie mussten Windenergie erzeugen, indem sie kräftig in ihre bunten Windräder pusteten.

Von Philipp Kowalski Förderzentrum. Seit Anfang April haben die Seniorinnen und Senioren im Heilig-Geist-Haus in Haspe neue Nachbarn bekommen. Recht ungewöhnlich, da der Altersdurchschnitt weit unter 67 liegt. Die Förderzentrum-Maßnahme hat sich im Erdgeschoss eine Wohnung eingerichtet, in der sich dreimal in der Woche 15 Teilnehmer treffen. Ganz unterschiedliche Menschen, die einige Zeit keiner Arbeit nachgegangen sind, lernen hier, für ein halbes Jahr, nicht nur wieder einen geregelten Arbeitsablauf, sondern im Bereich Hauswirtschaft/Küche viele praktische Tätigkeiten kennen. Zuerst galt die höchste Aufmerksamkeit der Einrichtung der zwei fast leerstehenden Zimmer. Eine Couch, Garderobe, Wandplakate und Pflanzen wurden besorgt, um eine einladende Atmosphäre zu schaffen. Tische und Stühle wurden passend umgestellt und der Balkon wurde bepflanzt. Hier wurde natürlich auch ein kleiner Kräutergarten berücksichtigt, um heimische Kräuter frisch verwenden zu können. Danach konnte zur Tagesordnung übergegangen werden. Jeden Montag, Mittwoch und Donnerstag finden sich die Teilnehmer ein und erledigen unterschiedliche Aufgaben. Während der Montag der eigentliche Reinigungstag ist,

wird am Mittwoch das digitale Kochbuch gepflegt. Dieses beinhaltet alle selbst ausprobierten Rezepte; jeder Teilnehmer erhält es nach Abschluss der Maßnahme als Erinnerung. Am Donnerstag wird dann der „Ernstfall“ geprobt. Unterschiedlichste Gerichte werden ausgesucht und dafür eingekauft, die dann zu Probe gekocht und gegessen werden. Wenn es einstimmig für gut befunden wird, kommen am Freitag die Jugendlichen und Mitarbeiter im Sozialzentrum der Caritas in der Finkenkampstraße in den Genuss! Die Gerichte können sich sehen (und schmecken) lassen: Zwiebelkuchen, Lauchcremésuppe, Cevapcici mit Djuwetschreis, um nur einige Gerichte zu nennen, wurden bisher freitags frisch in der Küche der Finkenkampstraße zubereitet. Ein kulinarischer Höhepunkt für die Teilnehmer zum Ende der Arbeitswoche. Die positive Resonanz der Vorkoster im Finkenkamp freut die ambitionierten Köche natürlich am meisten, aber auch die Möglichkeit, so viel Verantwortung zu übernehmen, erfüllt sie mit Stolz. Ein zweites Projekt hat im Juni begonnen. Darin erfolgt unter anderem eine Unterstützung der Cafeteria im Haus St. Martin. Die Gruppe wird ihre Arbeit in der nächsten Ausgabe vorstellen. 57

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Produzierend etwas lernen

Mein Schlüssel zum Job!

„Produktionsschule“ in Eckesey gestartet

LWL-Projekt zur Förderung von Kompetenzen von Hagener Jugendlichen gestartet

Die Produktionsschule ist an den Start gegangen.

Berufliche Eingliederung. Der Caritasverband Hagen und das Diakonische Werk haben seit September ein neues Projekt für Jugendliche gestartet: „Die Produktionsschule“. Produzierend soll gelernt werden! Eine Firma wird als Bildungs-, Arbeits- und Lebensort gegründet. Sie soll berufliche und soziale Integration der Jugendlichen fördern. Die Jugendlichen identifizieren sich mit der Arbeit durch eine reale Produktorientierung bzw. ein reales Dienstleistungsangebot. Soweit die Theorie! In der Praxis sieht das so aus, dass sich 19 Jugendlichen gemeinsam mit Ausbildern und Pädagogen aus unteschiedlichen Berufen ein Geschäftsfeld erarbeiten. Seit Anfang Oktober sind die ersten Jugendlichen mit der Renovierung der angemieteten ehemaligen Gaststätte „Alt Eckesey“ beschäftigt. Zunächst stehen die unterschiedlichsten Renovierungen (Küche, Terrasse, Seminarräume) an. Anschließend sollen über diesen Standort hinaus in Eckesey kleine Dienstleistungen angeboten werden: das könnten Arbeiten und 58

Dienstleistungen in den drei Berufsfeldern (Hauswirtschaft, Garten-Landschaftsbau und Malerbereich) sein. Wenn es gut läuft und es Einnahmen gibt, wird auch ein Lohn ausgezahlt. Wir werden weiter darüber berichten.

Mein Traumberuf: Fotoinszenierungen von Schülerinnen und Schülern der Friedrich-von-Bodelschwingh-Schule am Traum-Arbeitsplatz.

Das Projekt ist vom Jobcenter Hagen und dem Land NRW finanziert! Weitere Informationen erhalten Sie im Caritasverband von Frau Dellenbach Telefon 0 23 31 / 98 85 51, 01 62 / 1 33 50 77, [email protected] .

Berufliche Eingliederung. (ek) Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe fördert im Rahmen des Kinder- und Jugendförderplans zahlreiche Projekte des Caritasverbandes Hagen. Neben drei weiteren Kompetenz-Projekten hat dieses Jahr „Mein Schlüssel zum Job“ begonnen – ein Projekt für Schülerinnen und Schülern aus Hagener Haupt- und Förderschulen.

Ziel des Vorhabens ist die Verbesserung der Ausbildungsund Berufsfähigkeit der jungen Menschen, die Stärkung ihrer Sozialkompetenzen sowie eine bessere Berufsorientierung, um so eine begründete Berufswahlentscheidung zu ermöglichen. Ebenso soll das Projekt einen Beitrag dazu leisten, den Anteil derjenigen Schülerinnen und Schüler zu senken, die die Schule ohne Abschluss verlassen. 59

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Hierzu ist der Erwerb von Schlüsselqualifikationen (analytisches und vernetztes Denken, Kommunikationskompetenzen, soziale Kompetenzen) unerlässlich. Sie sind neben erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten in der Schule für die jungen Menschen für eine erfolgreiche Ausbildungssuche und während der Ausbildung unverzichtbar: Eine Verbesserung der Schlüsselkompetenzen führt zu besseren Chancen der Schülerinnen und Schüler auf einen Ausbildungsplatz.

Die Jugendlichen durchlaufen in dem als Projektwoche angelegten Vorhaben unterschiedlichste Module. Sie entwickeln ein persönliches Stärken- und Kompetenzprofil, schlüpfen in Rollenspielen in die Rolle von Firmenchefs oder inszenieren im Fotostudio ihre Traumberufe. Das Projekt wird von erfahrenen Teamern der Beruflichen Eingliederung des Caritasverbandes Hagen an Hagener Haupt- und Förderschulen in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Lehrerinnen und Lehrern durchgeführt.

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Beeindruckende Solidarität Altenpflegekräfte protestieren in Düsseldorf

Im kreativen Projektmodul inszenieren die Schülerinnen und Schüler soziale Kompetenzen, die wichtig für den Berufsalltag sind.

Lautstark in Düsseldorf: Die Abordnung des Fachseminars bei der Demonstration.

Teamfähigkeit 60

Von Simone Brandt Fachseminar. Was ist dem Land NRW die Altenpflegeausbildung wert? Das war die Fragestellung, die zu einer großen Kundgebung am 12. Mai 2014 am „Tag der Pflege“ viele Menschen bewegt und zum Düsseldorfer Landtag geführt hat. Nie war der Bedarf an Altenpflegern größer als heute. Der demografische Wandel wird diesen Bedarf noch verschärfen und viele Menschen werden auf kompetente, gut ausgebildete Betreuung im Alter angewiesen sein. Jedoch muss diese Ausbildung auch finanziert werden. Und da liegt das Problem. Seit Jahren sind die Fördergelder in NRW reduziert worden, von ehemals 360 Euro pro Auszubildenden im Monat sind inzwischen nur noch 280 Euro übrig geblieben. Somit bleiben viele Schulen auf den Kosten sitzen. Das wollen die Menschen aus der Altenpflege nicht länger hinnehmen. Sie fordern eine auskömmliche Finanzierung und dies wurde mit über 16.000 gesammelten Unterschriften in einer Petition dokumentiert. Diese wurde im Rahmen der Kundgebung

an den Vizepräsidenten des Landtags übergeben. An der Kundgebung haben rund 3.000 Menschen teilgenommen, die überwiegende Zahl von ca. 50 Fachseminaren. Auch wir waren dabei. Kurs 37 hat sich stellvertretend für das Fachseminar für Altenpflege des Kath. Bildungszentrums mit insgesamt 165 Auszubildenden in der Altenpflege an dieser Stelle engagiert. Simone Brandt als Schulleiterin und Angi Filip als Kursleiterin sind mit den Auszubildenden, Transparenten und viel Engagement zur Kundgebung gefahren und haben mit lauter Stimme und Trillerpfeifen das Anliegen der Altenpflege unterstützt. Die Solidarität von rund 3.000 Menschen war sehr beeindruckend – für uns, aber auch für das Ministerium. Dies war bisher die größte Kundgebung zur Altenpflegeausbildung in NRW, die es jemals gab. Wir hoffen, dass der Landesvorstand BLGS (Bundesverband Lehrende Gesundheits- und Sozialberufe) und der Landespflegerat sich weiterhin für die Altenpflege und eine qualifizierte Ausbildung einsetzen wird. 61

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Abschied von den „Superhelden“ Ausbildungskurs 34 verlässt das Fachseminar

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Erfolgreicher Abschluss am Fachseminar

Wieder hieß es Abschiednehmen: Kurs 34 verließ nach bestandenem Examen das Fachseminar.

Von Joseph Taylor Fachseminar. Der Ausbildungskurs 34 hat am 31.08.2014 die Ausbildung offiziell beendet. Mit Zeugnisübergabe und Examensparty des Kurses, haben drei gemeinsame Jahre ihren erfolgreichen Abschluss gefunden. Als Kursleitung hat man dann die Pflicht den Kurs abzuschließen und sich auf den neuen Kurs vorzubereiten. Ordner müssen ins Archiv und die letzten Zeugnisse abgeheftet werden. Es ist wie im neuen Jahr, wenn der Tannenbaum entsorgt wird. Noch Wochen später findet man Nadeln und Lametta. Aus den Augen heißt aber nicht immer aus dem Sinn. Drei Jahre lang hat eine Gruppe von Auszubildenden das KBZ ein bisschen mitgeprägt. Lachen und Weinen, große und kleine Momente sind aus drei Jahren nicht wegzudenken. Das wird mir fehlen. Ich bin persönlich sehr stolz, dass es alle 17 geschafft haben. Und das sind unsere neuen Fachkräfte: Fatma Akbaba, Rosaria Distefano, Jörn Gerdsmann, Anne-Kathrin Goertz, Inga Hohberg, Daniela Kramer, Jacqueline Lange, Frank Lieven, Mario Linck, Helene Marniok, Jacqueline Metz, Liridona Muja, Eleonora Mulzer, Martin Rakowski, 62

Justine Remiorz, Rosa-Jennifer Rizzo, Beate Wendering. Am Rande sei bemerkt, dass wir mit unserem langjährigen Kooperationspartner Marienheim in Hagen Vorhalle leider die Zusammenarbeit beenden mussten. Das Marienheim hat seine Pforten geschlossen. Eine Auszubildende hat es gerade noch ins Ziel geschafft. Das KBZ wünscht allen Mitarbeitern und vor allem den Bewohnern des Marienheims einen guten Start in die Zukunft. Das Motto der Examensfeier war dann auch entsprechend „Superhelden“. Fast alle kamen in Kostüm und Maske. Spider Man, Superman und etliche andere Helden machten die Examensfeier richtig bunt. Sicher bin ich mir auch, dass wir den ein oder anderen in Funktionen wie Praxisanleiter oder Wohnbereichsleiter wiedersehen werden. Von dieser Stelle aus noch einmal einen Gruß an alle 17 und ein ernstgemeintes „Machen Sie es gut, Sie Superhelden“ Am 1. Oktober 2014 hat Kurs 40 mit 28 neuen Auszubildenden begonnen, ich war sehr gespannt auf die neuen Gesichter. Ich berichte, wie es sich entwickelt hat.

Bestanden! Die frisch gebackenen Altenpflegehelfer stellen sich gern zum Foto.

Von Simone Brandt Fachseminar. Ende April war es endlich soweit. Am Fachseminar für Altenpflege erhielten 14 Auszubildende ihre Examenszeugnisse sowie Urkunden zur staatlichen Anerkennung. Sie sind nun staatlich anerkannte Altenpflegehelferinnen und Altenpflegehelfer. In der Ausbildung werden Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten vermittelt, die für eine qualifizierte Betreuung und Pflege alter Menschen in stabilen Pflegesituationen erforderlich sind. In 1.650 theoretischen und praktischen Stunden wurde den Examinierten das Rüstzeug an die Hand gegeben, um in ihrem Beruf zu arbeiten. Das Examen haben bestanden: Claudia Fuchs, Marc Gernhardt, Silvia Grdur, Andrea Heint-

ze, Kornelia Hellmig, Gordana Ilic, Ann-Kathrin Keggenhoff, Bianca Kostenbader, Kyra Alena Krause, Peter Lange, Andrea Moritz, Vanessa Nowak, Tarek Ourehou-Potthof, Christiane Reh. Zwei weitere Auszubildende haben am 25. September 2014 die praktische Prüfung nach Ausbildungsverlängerung nachgeholt und erfolgreich bestanden. Somit können insgesamt 16 Fachleute in der Altenpflegehilfe durchstarten. Der Ausbildungskurs in der Altenpflegehilfe war der bereits achte Kurs in Folge. Leider hat sich die Nachfrage nach der einjährigen Ausbildung reduziert, so dass im Jahr 2014 kein neuer Kurs begonnen hat. 63

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Nicht mehr wegzudenken 32 Freiwillige beim Caritasverband Hagen

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„In Führung gehen“ bei der Caritas Caritas im Erzbistum Paderborn fördert angehende Führungskräfte

Ihre Dienste sind nicht mehr wegzudenken: 32 Freiwillige leisten ihre Dienste beim Caritasverband Hagen.

Hagen. (ek) Im Bundesfreiwilligendienst und im Freiwilligen Sozialen Jahr haben auch in diesem Jahr wieder 32 Jugendliche ihren Einsatz in den unterschiedlichen Einrichtungen des Caritasverbandes Hagen angetreten. Sie helfen an allen Ecken und Enden und sind nicht mehr wegzudenken. In der sozialen Arbeit ist ihre Unterstützung sehr gern gesehen. Sie helfen Behinderten in den Wohn- und Arbeitsbereichen, unterstützen Schüler bei den Hausaufgaben, gehen spazieren mit alten Menschen, übernehmen Fahrdienste und viele Hilfstätigkeiten……... sind da, wo immer es nötig ist! Die Jugendlichen erhalten so Eindrücke von der sozialen Arbeit in den unterschiedlichen Einrichtungen. Unsere Einrichtungen können auf diese Weise neue Mitarbeiter kennenlernen, anlernen und anwerben! Die Jugendlichen erhalten ein Taschengeld von 350 Euro und sind sozialversichert. Neben den Diensten nehmen sie an Seminaren teil, die ihre persönliche Entwicklung fördern sollen und einen Austausch über die Arbeit leisten. Weitere genauere Information für Bewerber ab Sommer 2015 findet man auf unserer Internetseite www.caritas-hagen.de. 64

Am Ende des Projektes ein Gruppenfoto: Elmar Kotthoff, Bettina Dellenbach, Christine Fulde, Bernadette Rupa, Meinhard Wirth, Lena Piskurek, Frank Gerullis, Dirk Eickelmann (von links).

Austausch und Informationen gibt es bei Treffen der Freiwilligen.

Hagen. Der Caritasverband Hagen hat an dem Projekt „In Führung gehen 2.0“ teilgenommen. Die Idee, die ursprünglich vom Caritasverband Dortmund entwickelt wurde ist, angehende Führungskräfte oder solche, die noch jung in Leitungsfunktionen sind, weiter zu qualifizieren. Beteiligt waren, neben dem Diözesan Caritasverband Paderborn und den Caritasverbänden Dortmund und Hagen, noch Brilon, Hamm und Paderborn. Das Projekt ist so konzipiert, dass die Teilnehmer an Unterrichtstagen beispielsweise zu Themen Führungsinstrumente, Projektmanagement, Wirtschaftlichkeit und christliche Unternehmenskultur geschult werden. Begleitet werden sie von erfahrenen Leitungskräften, jeweils aus anderen Verbänden, die als Mentoren fungieren. Hinzu kommen regelmäßige Treffen der Teilnehmer untereinander und eine

Projektarbeit. Aus Hagen nahmen an dem Projekt als sogenannte Mentees Bettina Dellenbach (berufliche Eingliederung), Christine Fulde (Familienzentrum St. Christophorus), Lena Piskurek (berufliche Eingliederung) und Frank Gerullis (Sozialstation) teil. Sandra Merino-Kesting, Dirk Eickelmann, Elmar Kotthoff und Meinhard Wirth waren als Mentoren tätig. Das Projekt wurde über 18 Monaten durchgeführt und war nach Einschätzung aller Beteiligten sehr erfolgreich, sodass es im nächsten Jahr als „In Führung gehen 3.0“ fortgesetzt wird. Am 19. September 2014 fand in Paderborn die feierliche Abschlussveranstaltung statt. Neben der Zertifikatsübergabe stellten dort die Teilnehmer ihre im Rahmen der Fortbildung entwickelten Projekte vor. 65

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e n r e t S n o i l l i 1M ! t s k n e d u d ls a r e h Weit weg ist nä CaritaZ Heft 2.2014

Eine Million Sterne – ein Zeichen für eine gerechtere Welt Lichteraktion am 15. November an der Geschäftsstelle des Cartiasverbandes in der Bergstraße

15.11.2014 · ab 16.30 h Spielende Kinder im Waisenheim Don Bosco

Unzählige Kerzen werden auch in diesem Jahr auf dem Platz hinter dem Caritasverband Hagen in der Bergstraße leuchten. Zu dieser Solidaritätsaktion laden wir am 15. November ab 16.30 Uhr herzlich ein! Mit der Aktion „Eine Million Sterne“ setzen wir bundesweit ein Zeichen der Hoffnung für Menschen in Not in Hagen und weltweit. In diesem Jahr wollen wir mit den Spendeneinnahmen aus der Aktion „Eine Million Sterne“ das Waisenheim Don Bosco der Eheleute Boecker in Kwa Zulu Natal, Südafrika unterstützen. In dem Waisenheim leben derzeit 35 Kinder, deren Eltern an Aids gestorben sind. Nähere Informationen finden Sie unter www.entwicklungshilfe-donbosco.de. 66

Spendenkonto: Konto 10 690 500 BLZ 472 603 07 Bank für Kirche und Caritas Stichwort „Eine Million Sterne“

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Für Unterhaltung und leibliche Wohl ist gesorgdas t! Weit weg ist näher als denkst ! Spenden werdendu ten für das Waisenheim erbeBosco der Eheleute BoeckDon Kwa Zulu Natal, Südafr er in ika. Spendenkonto: Konto: 10 690 500 BLZ: 472 603 07 Bank für Kirche und Ca Stichwort „Eine Million Stritas erne“

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CaritaZ Heft 2.2014

Auf einen Blick: Hagener Caritaseinrichtungen

Geschäftsstelle Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Vorstand: Wolfgang Röspel

Betriebliche Sozialberatung Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Bernadette Rupa

Kath. Bildungszentrum für Gesundheits- und Pflegeberufe gGmbH Turmstraße 2, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 3 49 46-0 Telefax (0 23 31) 3 49 46-12 [email protected] Ansprechpartnerin: Simone Brandt (Fachseminar für Altenpflege) Ricarda Richter-Kessler (Gesundheits- und Krankenpflegeschule, Fort- und Weiterbildung)

Maßnahmen zur Berufsorientierung, Berufsvorbereitung und Ausbildung Finkenkampstraße 5, 58089 Hagen Telefon (0 23 31) 98 85-0 Telefax (0 23 31) 98 85-85 [email protected] Ansprechpartner: Elmar Kotthoff

Caritas-Integrationsunternehmen Ageritas Dienstleistungen gGmbH Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31) 91 84-84 Geschäftsführung: Thomas Koslowski / Bernadette Rupa Frühe Hilfen / Kinderschutz Schwerter Str. 130, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 48 33 19-30 Telefax (0 23 31) 48 33 19-20 [email protected] Ansprechpartnerin: Heike Depprich Fachdienst für Kindertagespflege Schwerter Str. 130, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 48 33 19-30 Telefax (0 23 31) 48 33 19-20 [email protected] Ansprechpartnerin: Heike Depprich Familienunterstützender Dienst Schwerter Str. 130, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 48 33 19-16 Telefax (0 23 31) 48 33 19-20 [email protected] Ansprechpartnerin: Stefanie Iwan Familienzentrum St. Christophorus Hochstraße 61, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 1 27 22-40 Telefax (0 23 31) 1 27 22-55 [email protected] Ansprechpartnerin: Christine Fulde Familienzentrum St. Engelbert Rembergstraße 31, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 2 66 60 / 18 26 69 Telefax (0 23 31) 3 48 52 47 [email protected] Ansprechpartnerin: Claudia Schlempp Ganztagsbetreuung an Schulen Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-34 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Julia Schröder Sozialraumprojekt Altenhagen Friedenstr. 107, 58097 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-34 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Julia Schröder

Integrationsfachdienst zur beruflichen Eingliederung für Menschen mit Behinderung Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Bernadette Rupa WfbM St. Laurentius Walzenstraße 2, 58093 Hagen Telefon (0 23 31) 35 88-0 Telefax (0 23 31) 35 88-88 [email protected] Ansprechpartner: Cornelia von Frantzki/ Meinhard Wirth CWH Konrad-Adenauer-Ring 31 58135 Hagen Telefon (0 23 31) 3 76 25-0 Telefax (0 23 31) 3 76 25-14 [email protected] Ansprechpartner: Markus Höhmann Ambulant Betreutes Wohnen Knüwenstraße 5 b, 58099 Hagen, Telefon (0 23 31) 39 60 89-0 Telefax (0 23 31) 39 60 89-9 [email protected] Ansprechpartnerin: Petra Wietrek-Hoferichter Wohnhäuser für Menschen mit Behinderungen Wohnhaus Don Bosco Vogelsanger Straße 27, 58135 Hagen Telefon (0 23 31) 9 40 65-60 Telefax (0 23 31) 9 40 65-65 [email protected] Ansprechpartner: Markus von Frantzki Wohnhaus St. Barbara Boeler Straße 94 a, 58097 Hagen Telefon (0 23 31) 80 81-96 Telefax (0 23 31) 80 81-988 [email protected] Ansprechpartner: Martin Kemper Wohnhaus St. Johannes Kirchstraße 24, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 39 68 18-4 Telefax (0 23 31) 39 68 18-6 [email protected] Ansprechpartnerin: Stephanie Giesbert Liborius-Haus Offene Tagesstrukturierung für Menschen mit psych. Behinderungen Unterer Altlohweg 10, 58093 Hagen Telefon (0 23 31) 9 58 76-60 Telefax (0 23 31) 9 58 76-80 [email protected] Ansprechpartner: Dirk Eickelmann

Senioren-Service-Wohnen Wohnen am Köhlerweg Köhlerweg 5–7, 58093 Hagen Werner-Ruberg-Haus Bergstr. 83, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-74 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Tatjana Flatt Heilig-Geist-Haus Haspe Heilig-Geist-Str. 10, 58135 Hagen Telefon (0 23 31) 36 74-200 Telefax (0 23 31) 36 74-210 Ansprechpartnerin: Gabriele Rüß Roncalli-Haus Boeler Kirchplatz 15, 58099 Hagen Senioren-Mittagstisch Telefon (0 23 31) 48 32-415 [email protected] Ansprechpartnerin: Marianne Schulte Begegnungsstätte für Senioren Boeler Kirchplatz 17, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 48 32-400 Telefax (0 23 31) 48 32-412 [email protected] Ansprechpartnerin: Marianne Schulte Stadtteilbüro Wehringhausen Langestr. 22, 58089 Hagen Telefon (0 23 31) 3 73 52 66 [email protected] Ansprechpartnerin: Petra Krahforst Caritas-Sozialstation Finkenkampstr. 5, 58089 Hagen Telefon (0 23 31) 17 16-80 Telefax (0 23 31) 17 16-833 [email protected] Ansprechpartnerin: Andrea Bock Caritas-Sozialstation Boele Boeler Kirchplatz 15, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 48 32-419 Telefax (0 23 31) 48 32-421 [email protected] Ansprechpartnerin: Katja Mehl Pflegeheim St. Martin Fontaneweg 30, 58099 Hagen Telefon (0 23 31) 69 17-0 Telefax (0 23 31) 69 17-430 [email protected] Ansprechpartnerinnen: Claudia Heide, Sandra Merino-Kesting Pflegeheim Haus Bettina Heilig-Geist-Str. 12, 58135 Hagen Telefon (0 23 31) 36 74-200 Telefax (0 23 31) 36 74-210 [email protected] Ansprechpartnerin: Elisabeth Weiß Pflegeheim St. Clara Lützowstraße 82-84, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 98 66-23 Telefax (0 23 31) 98 66-259 [email protected] Ansprechpartnerin: Schwester Fatima Pflegeheim St. Franziskus Lützowstraße 97, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 97 10 98-0 Telefax (0 23 31) 97 10 98-79 [email protected] Ansprechpartnerin: Martina Gante

Ambulantes Hospiz / Kinderhospizdienst Köhlerweg 7, 58093 Hagen Telefon (0 23 31) 80 39-180 Telefax (0 23 31) 80 39-189 [email protected] Ansprechpartnerin: Antje Sendzik Caritas-Koordinatorin Franziska Sommer Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-83 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Soziale Beratung Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartner: Bernard Wagner  Warenkorb Boeler Kirchplatz 15, 58099 Hagen Lange Str. 70 a, 58089 Hagen Telefon: (0 23 31) 91 84-74 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Tatjana Flatt Kleiderladen Knüwenstraße 6, 58099 Hagen Mittwochs 14 bis 17 Uhr, Freitags 9 bis 12 Uhr [email protected] Ansprechpartnerin: Franziska Sommer Betreuungsverein Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31 ) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartner: Volker Salzmann Kuren und Seniorenerholung Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-28 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Monika Blechmann-Hesse Migrationsdienst | Integrationskurse Bergstr. 81, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 91 84-0 Telefax (0 23 31) 91 84-84 [email protected] Ansprechpartnerin: Tatjana Flatt Kreuzbund Hagen Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige Bergstraße 63, 58095 Hagen Telefon (0 23 31) 2 27 43 Telefax (0 23 31) 9 33 49 58 [email protected] Ansprechpartner: Gerhard Wrede, Rainer Voigt