kONZEPT kITA - Evangelische Kita der Hauptkirche St. Petri

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Konzeption der Kindertagesstätte der Hauptkirche St. Petri Stand Januar 2015 Inhaltsverzeichnis 1. Unser Leitbild 2. Die Rahmenbedingungen 2.1 2.2 2...

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Konzeption der Kindertagesstätte der Hauptkirche St. Petri Stand Januar 2015

Inhaltsverzeichnis 1. Unser Leitbild 2. Die Rahmenbedingungen 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6

Trägerschaft Geschichte der Kita Lage und Einzugsbereich Räumliche Ausstattung Leistungsarten, Angebote, Öffnungszeiten Personelle Ausstattung, Qualifikation

3. Religionspädagogische Arbeit in unserer Kita 3.1 Bildungsarbeit aus evangelischer Perspektive 3.2 Alltagsintegrierte Religionspädagogik 3.3 Interreligiöse Arbeit 4. Bildung, Betreuung und Erziehung 4.1 4.2 4.3 4.4 4.5 4.6 4.7 4.8 4.9 4.10 4.11 4.12 4.13 4.14

Ziele der pädagogischen Arbeit Rahmen und Planung der pädagogischen Arbeit Bildungsverständnis und professionelle Grundhaltung Alltag gestalten Spiele anregen und Projekte gestalten Zeitliche Gestaltung Räumliche Gestaltung Beobachtung und Dokumentation Kommunikation und Sprachbildung Partizipation Geschlechterbewusste Pädagogik Inklusion, Pädagogik der Vielfalt Das Brückenjahr Sexualpädagogik in der Kita

5. Die Besonderheiten in der Krippen-Pädagogik 5.1 5.2 5.3 5.4 5.5

Frühkindliche Entwicklung Raumgestaltung Eingewöhnung Beziehungsqualität Übergänge

6. Kinderschutz 6.1 6.2 6.3 6.4

Kinderschutz als gesetzliche Aufgabe der Kita Handlungskonzept Prävention, Resilienz Sensibilisierung und Professionalisierung der Mitarbeitenden

7. Zusammenarbeit mit Familien 7.1 7.2 7.3 7.4 7.5 7.6

Erziehung als gemeinsame Aufgabe Information und Dialog mit den Eltern Beratung, Begleitung und Unterstützung der Eltern Partizipation von Eltern Angebote für Eltern und Familien Umgang mit Beschwerden

8. Das Team der Kita 8.1 8.2 8.3 8.4 8.5

Zusammenarbeit Interne Kommunikation und Besprechungskultur Fort- und Weiterbildung Auszubildende Praktikantinnen und Praktikanten

9. Die Kita als Teil der Kirchengemeinde 9.1 Gemeinsame Aktivitäten, Projekte und Angebote für Familien 10. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung 11. Öffentlichkeitsarbeit 12. Kooperation und Vernetzung im Stadtteil 13. Ausblick und Zukunftsvisionen

Konzeption der Kindertagesstätte, Hauptkirche St. Petri

Stand 2015

1. Unser Leitbild Jedes Kind ist bei uns willkommen – so wie es ist. Unser Menschenbild und die Haltung, mit der wir unsere tägliche Arbeit betreiben, basiert auf dem Leitbild der Evangelischen Kindertageseinrichtungen im Kirchenkreis Hamburg-Ost. Wir geben den Kindern Raum und Zeit zur Entwicklung und unser Handeln orientiert sich am christlichen Menschenbild. Dabei verfolgen wir gemeinsam das Ziel, die Schöpfung zu bewahren. In der Betreuung und Erziehung der Kinder arbeiten wir vertrauensvoll mit den Eltern zusammen und vertreten die Anliegen der Kinder und ihrer Familien in der Kirchengemeinde und in der Öffentlichkeit. Durch unsere Eingebundenheit in die Kirche und die Kirchengemeinde sehen wir uns als Teil einer starken Gemeinschaft.

2. Die Rahmenbedingungen 2.1 Trägerschaft Träger der Kindertageseinrichtung ist der Kirchengemeindeverband der Kindertageseinrichtungen im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-Ost. Die Kirchengemeinde ist Mitglied im Kirchengemeindeverband (KGV). Sie entsendet aus dem Kirchengemeinderat Vertreter/innen gemäß der Satzung des KGV in die Verbandsvertretung. Die Verbandsvertretung wählt den Verbandsausschuss, der für die strategische Ausrichtung und die operative Führung zuständig ist (siehe Organigramm). Die Geschäftsführung ist der Geschäftsstelle Kita im Kirchenkreis Hamburg-Ost übertragen. 2.2 Geschichte der Kita Unsere Kita blickt auf eine lange Geschichte zurück: Eröffnet wurde sie bereits 1947 in den Kellerräumen des Gemeindehauses der Hauptkirche St. Petri. Dort begann Schwester Emmy Stoike mit der kirchlichen pädagogischen Arbeit mit Kindern. Zum damaligen Zeitpunkt war das der einzige Kindergarten in der Altstadt. Im Jahre 1953 erfolgte der Umzug in die Neue Burg 24 (frühere Gemeinderäume der St. Nikolai) und unter der Leitung von Schwester Emmy Stoike wurde hier ein kirchliches Kindertagesheim für 60 Kinder im Alter von 3-14 Jahren eingerichtet. Es war für alle 4 Hauptkirchen zuständig. Im Jahr 1967 zog die Kita in das fertiggestellte Geschäftshaus der Hauptkirche St. Petri am Speersort 10 in die 6. Etage mit Dachgarten im 7. Stock, Spielplatz auf dem Dach. Sie wurde damit Norddeutschlands höchste Kindertagesstätte, eine Idee die auch von Bürgermeister Schulz bei seinem Besuch im Jahr 1973 gelobt wurde. Die Zahl und Altersstufe der betreuten Kinder wurde im Laufe der Jahre erweitert, ab

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2003 wurden Kinder ab 0,5 Jahren betreut. Im Jahr 2009 erfolgten der Neubau und Umzug in das jetzige Gebäude. Dies liegt auf nachweislich ältestem Siedlungsgrund der Stadt Hamburg. Zurzeit werden in unserer Einrichtung Elementar- und Krippenkinder betreut, die Hortbetreuung wurde an die neu konzipierte verlässliche Ganztagesschule Hafencity abgegeben. 2.3

Lage und Einzugsbereich

Die Kindertagesstätte der Hauptkirche St. Petri ist integriert in den Neubau des Gemeindehauses und befindet sich dort räumlich im Erdgeschoss und 1. OG mit einer pädagogischen Gesamtfläche von 226 qm. Der gesamte Komplex befindet sich unmittelbar neben der Mönckebergstraße in Sichtweite zum Rathaus im Stadtteil Altstadt. Das Gebäude ist umgeben von einem großzügig angelegten gepflasterten öffentlichen Platz und von Fußgängerwegen und Straßen mit zeitlich eingeschränkten Anliefer-Möglichkeiten ohne Kurzparkzone. Die Kita ist mit vielen öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Die Familien, die sich für die Kita Hauptkirche St. Petri entscheiden, kommen aus dem Großraum der Stadt Hamburg sowie aus den umliegenden Bundesländern. Oftmals lautet der Fokus ihrer Entscheidung: räumliche Nähe vom Arbeitsplatz zur Betreuungseinrichtung des Kindes. Dass die Familie sich bis zur Einschulung des Kindes wohnortsmäßig verändern will, ist auch ein Beweggrund für die arbeitsplatznahe Kita-Wahl. Ein geringer Teil der Elternschaft wohnt in den umliegenden Stadtteilen Altstadt, Neustadt und Hafencity. 2.4 Räumliche Ausstattung Sowohl im Erdgeschoss als auch im 1. Obergeschoss befinden sich je 2 große Gruppenräume und zwei Nebenräume. Alle unsere Gruppenräume sind lichtdurchflutet. Jeweils zwischen den Gruppenräumen befindet sich ein Sanitärbereich mit Fußbodenheizung. Neben der Eingangstür ist das Leitungsbüro und auch der Ausgang auf den Spielplatz. Im 1. OG befinden sich noch ein kleiner MitarbeiterBesprechungs-Raum, ein Personal-WC und die Großküche. Die Großküche, in der täglich frisch das Essen zu bereitet wird, verfügt über einen Lastenaufzug. Im Keller befinden sich: beheizter Kinderkarren-Abstellraum, Lagerhaltungs-Raum, Wäscheverarbeitungs-Raum und Küchenpersonal-WC. Darüber hinaus verfügt unsere Einrichtung über eine kleine Halle, die für Versammlungen und Bewegungsspiele dient. 2.5 Leistungsarten, Angebote, Öffnungszeiten In unserer Einrichtung können bis zu 72 Kinder betreut werden. Momentan bieten wir zwei Gruppen für Kinder unter drei Jahren und zwei Elementargruppen für Kinder von 2,5 bis 6 Jahren an. Der tägliche Leistungsumfang beträgt fünf bis zehn Stunden täglich. Unsere täglichen Öffnungszeiten sind folgendermaßen aufgeteilt: 07.00 Uhr - 08.30 Uhr Frühdienst

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08:30 Uhr – 16:00 Uhr Gruppendienst 16:00 Uhr – 18:00 Uhr Spätdienst von Montag bis Donnerstag 16:00 Uhr – 17:00 Uhr Spätdienst am Freitag Zwischen Weihnachten und Neujahr sowie an 2-3 Studientagen pro Jahr bleibt unsere Einrichtung geschlossen. In den Hamburger Sommerferien haben wir drei Wochen lang "Notdienstbetreuung" mit einer verkürzten Öffnungszeit von 08:00 Uhr - 16:00 Uhr. 2.6 Personelle Ausstattung, Qualifikation In unserer Kita arbeitet qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal mit einer abgeschlossenen Ausbildung zur/zum Erzieher/in oder Sozialpädagogischen/r Assistent/in. Zusätzlich zur Leitung arbeiten den Kita-Gutscheinen entsprechend ca. 6 Mitarbeiter/innen in der Krippe und 4 Mitarbeiter/innen im Elementarbereich. Alle Mitarbeiter/innen besuchen regelmäßig Fortbildungen. Mehrere Kolleginnen verfügen über Zusatzqualifikationen wie Theologisch-Religionspädagogische Grundausbildung, Systemische Familienberatung, Fachkraft für Naturwissenschaften, Fachkraft für Reggio-inspiriertes Lernen und Entspannungs-Pädagogik. Im Hauswirtschaftsbereich arbeiten eine Hauswirtschafterin sowie Küchen- und Reinigungskräfte. Auch sie bilden sich regelmäßig fort. Die Reinigung der Räume in den Abendstunden ist an eine Fremdfirma vergeben.

3. Religionspädagogische Arbeit in unserer Kita 3.1 Bildungsarbeit aus evangelischer Perspektive "Gottes Hand hält uns fest, wie ein Vogel im Nest, so sind wir wohl geborgen." (Bernd Schlaudt)

Bildung ist nach christlichem Verständnis ein umfassendes Geschehen der Persönlichkeitsentwicklung. In diesem Sinne orientieren wir uns in unserer pädagogischen Arbeit an den "Bildungsperspektiven für die religionspädagogische Arbeit" (Arbeitshilfe für evangelische Kitas in HH). Sie bilden für die pädagogischen Fachkräfte unserer Kita eine verbindliche Arbeitsgrundlage und werden in der täglichen Arbeit lebendig gehalten. Unsere Fachkräfte sind jederzeit offen für die religiösen Fragen und Themen der Kinder. 3.2 Alltagsintegrierte Religionspädagogik Unsere Religionspädagogik zieht sich wie ein roter Faden durch alle Bereiche und ist gleichzeitig Ausgangspunkt und Grundlage unserer Arbeit. Es ist uns wichtig, den lebendigen Glauben miteinander in der Kita zu leben und den Kindern hierin Vorbild zu sein. In Gott erfahren wir Nähe und Sicherheit. So vermitteln wir den Kindern, dass wir alle aufgehoben sind bei Gott und dass Jesus ihr Freund ist und für sie da sein

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wird. Auf diese Weise möchten wir ihr Gefühl des Behütetseins stärken und ihnen Gottvertrauen mitgeben. Wir begegnen den Kindern und ihren Familien wertschätzend und leben ihnen vor, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist. Auf diese Weise erfahren Kinder, mit Unterschieden umzugehen, diese zu respektieren. Sie üben sich darin konstruktiv zu streiten und zu verzeihen. Wir stellen uns den Sinnfragen der Kinder und helfen ihnen dabei, den Tod als Teil des Lebens zu verstehen. Die Bewahrung der Schöpfung ist für uns ein zentrales Anliegen. Wir erleben gemeinsam, wie wichtig es ist, Lebewesen in ihrer Vielfalt kennenzulernen und zu schützen. Wir vermitteln den Kindern einen bewussten Umgang mit Gütern wie Lebensmitteln, Naturmaterialien, den Umgang mit Plastik, Metall, Papier und dessen Recycling im Sinne von "Dingen einen neuen Sinn geben". Wir sind aktives Mitglied bei Remida. Remida steht für die Idee, dass aus Abfallmaterialien der Industrie oder des Handwerks wunderbare Ressourcen zum Spielen, Konstruieren und Gestalten werden können. Regelmäßig wiederkehrende Rituale gehören zu unserem religionspädagogischen Alltag. Christliche Lieder werden bei uns täglich im Morgenkreis oder vor den Mahlzeiten gesungen. Im wöchentlichen Rhythmus gestalten wir Andachten für die Kinder im Elementarbereich und Krabbelgottesdienste für die Krippenkinder. Diese finden meist in der Kita statt. Gelegentlich werden wir dabei von einem Pastor unterstützt. Bei der Gottesdienstgestaltung setzen wir alle Sinne ein und bieten den Kindern Geschichten, die sie mitmachen, anfassen und auf diese Weise be-greifen können oder in Rollenspielen erleben können. In den Gruppenräumen stehen den Kindern verschiedene Kinderbibeln zur Verfügung, die sie täglich nutzen können. Im Jahreslauf feiern wir in der Kita die christlichen Feste (Ostern, Pfingsten, Erntedank, St. Martin, Weihnachten) und begleiten besondere Anlässe in den Familien wie Taufen, Trauungen, Beerdigungen. An zwei Sonntagen im Jahr gestaltet die Kita gemeinsam mit den Kinderchor-Gruppen einen Familien-Gottesdienst in der Hauptkirche St. Petri. Viele Kita-Familien nehmen diese Einladung zum Gottesdienst gerne an. Auch den Heilig-AbendFamiliengottesdienst bereichert die Kita durch das Mitwirken von Kita-Mitarbeiterinnen und Kita-Familien. Alle Kinder haben im Laufe der Kita-Zeit die Möglichkeit, Details im Kirchraum der Hauptkirche St. Petri kennenzulernen und mit allen Sinnen zu be-greifen: Orgel, Taufbecken, Altar, Fensterbilder, Kreuz, Kirchturm. "Ihre Kirche" ist ihnen präsent, außen wie innen.

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3.3 Interreligiöse Arbeit "wohnt Allah auch in einer Kirche?"

In unserer Einrichtung ist das einzelne Kind mit seinem kulturellen und religiösem Hintergrund willkommen und wertgeschätzt. Wir stellen uns im Gespräch den Fragen der Kinder nach anderen Kulturen und Religionen. Wir nehmen Rücksicht auf Grundsätze anderer Religionen, z.B. beim Essen. Wir sprechen Glückwünsche aus zu deren Festlichkeiten.

4. Bildung, Betreuung und Erziehung 4.1 Ziele der pädagogischen Arbeit Unser tägliches pädagogisches Handeln in der Kita wird von Zielen bestimmt. Wir gestalten mit unserer pädagogischen Arbeit ein Angebot, welches sich als Ergänzung zum erzieherischen Wirken innerhalb der Familien versteht. Unsere Ziele sind: − jedes Kind in seiner individuellen Entwicklung begleiten und seine Selbstbildungsprozesse unterstützen, − partnerschaftlich mit den Eltern zusammen arbeiten und sie in ihren Kompetenzen wahrnehmen, − durch einen wertschätzenden Erziehungsstil und stabil-emotionale Beziehungen die Kinder im Erlernen resilienter Fähigkeiten wie Selbstwertgefühl und Selbstwirksamkeit unterstützen, − Gottes Liebe weitergeben und den Kindern durch unser Vorbild christliche Werte wie Achtung, Vertrauen und Toleranz vermitteln, − Die vier Kompetenzbereiche (Ich-Kompetenz, Sachkompetenz, Lernmethodische Kompetenz und Soziale Kompetenz) zu stärken.

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4.2 Rahmen und Planung der pädagogischen Arbeit Von Zielen geleitete pädagogische Arbeit braucht eine gute Planung. Folgende Elemente sind uns für die Planung unserer pädagogischen Arbeit wichtig: eine genaue Beobachtung jedes Kindes, seiner Kompetenzen und seiner Lebenssituation und eine regelmäßige Beobachtung der Gesamtgruppe und der für die Gruppe relevanten Themen. Dies geschieht durch die Bildungs- und Lerngeschichten (vergl. auch Punkt 4.8). Wichtig ist es, dass die pädagogische Praxis transparent, nachvollziehbar und damit auch grundsätzlich diskutier- und veränderbar ist. Unsere Mitarbeiter/innen nutzen ihr breit gefächertes Fachwissen und die zur Verfügung stehenden Vorbereitungszeiten, um Aktionen und Projekte zu planen und vorzubereiten. Die Projekte sind von den Themen der Kinder inspiriert und machen auf diese Weise jedes Kitajahr einzigartig und unverwechselbar. Wiederkehrende Feste, Ausflüge und Themen wie "Ankommen und Eingewöhnung in der Kita", "Bereichs-Wechsel", und "Abschied nehmen" schaffen Rituale und Struktur im pädagogischen Alltag. In der Planung der pädagogischen Arbeit legen wir viel Wert darauf, den Kindern eine gut vorbereitete Umgebung zu schaffen mit Materialien, die sie in ihren Bildungsprozessen anregen und Raum für die Weiterentwicklung ihrer Kompetenzen schaffen. Eine klare und nachvollziehbare Struktur des Tagesablaufes gibt allen Beteiligten eine verlässliche Orientierung. 4.3

Bildungsverständnis und professionelle Grundhaltung

"Kinder haben die Fähigkeit und das Recht, auf eigene Art wahrzunehmen, sich auszudrücken und ihr Können und Wissen zu erfahren und zu entwickeln. Sie wollen lernen und haben ein Recht auf ihre Themen, sowie auf ein genussreiches Lernen. Sie haben ein großes Vergnügen zu verstehen, zu wissen und sich an Problemen zu messen, die größer sind als sie selbst." (Loris Malaguzzi)

Gemäß unserem christlichen Menschenbild nehmen wir jedes Kind in seinem So-sein an. Von Anfang an unterstützen wir die Kinder in ihren Selbstfindungsprozessen und verstehen uns als Begleiter/innen der Kinder. Jedes Kind ist kompetent und intelligent. Wir wollen die Stärken und Ressourcen der Kinder erkennen und sie darin weiter unterstützen. Dabei helfen wir so viel wie nötig und so wenig wie möglich und bleiben hilfreich im Hintergrund. Wir helfen den Kindern mit Impulsen in ihrer eigenen Entwicklung. Unsere Mitarbeiter/innen verstehen sich als Vorbild für die Kinder. Unser Handeln und unsere Sprache werden von diesem Verständnis gelenkt. Wir sind Lernbegleiter für die Kinder, lassen sie selbstwirksam handeln und stehen ihnen zur Verfügung, wenn sie uns brauchen. Durch kleine Impulse geben wir den Kindern neue Anregungen. Jede pädagogische Fachkraft bringt ihr erlerntes Wissen aus den Ausbildungen mit in den Alltag und durch die individuellen Weiterbildungen arbeiten sie als Spezialisten für ihre Fachgebiete.

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Kinder wollen Wissen erwerben und den Dingen auf den Grund gehen. Wir fördern die Explorationen des einzelnen Kindes und unterstützen seine Neugierde, seine Freude am Nachdenken, Fragen, Ausprobieren und Forschen. Auch bei vermeintlichen Misserfolgen ermutigen wir die Kinder, nicht aufzugeben. In unserer täglichen pädagogischen Arbeit unterstützen wir die Kinder darin, Zusammenhänge herzustellen, Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven zu beobachten und die Zusammenhänge von Ursache und Wirkung kennenzulernen. Unsere pädagogischen Fachkräfte sind interessiert an den Fragen der Kinder, gehen ihren Fragen nach und greifen diese in Kleingruppen auf. Durch verschiedene Impulse regen sie neue Fragen der Kinder an und greifen die verschiedenen Bildungsbereiche auf. Kreativität kommt von dem lat. Wort creare was so viel bedeutet wie "Schöpfen einer neuen Idee". Wir wollen den Kindern Möglichkeiten bieten ihre neuen Ideen bei uns zu erschaffen, ihren eigenen Stil zu entwickeln und Ästhetik zu erfahren. Ästhetik bedeutet "mit allen Sinnen wahrnehmen". Sinneswahrnehmungen zu fördern und die Eigenständigkeit sowie das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken, gehören zu unseren Kernaufgaben. 4.4 Alltag gestalten Das Leben in der Kita bietet den Kindern vielfältige und wichtige Lernerfahrungen. Wir sind uns dessen bewusst und bieten den Kindern in unserer Einrichtung einen verlässlichen Rahmen und gleichzeitig eine Fülle von Lernanregungen. Mit dem Start in die Kita bieten sich unsere Mitarbeiter/innen als verlässliche Bindungs- und Bezugspersonen an. Neue Kinder werden willkommen geheißen und die Eingewöhnungsphase gibt allen Kindern und Familien Zeit sich kennenzulernen und als Gruppe zusammenzuwachsen. Feste Rituale begleiten den Tagesablauf und geben den Kindern Halt. Wir geben eine Basis, um Freundschaften entstehen zu lassen. Es gibt gemeinsame Morgenkreise, in denen den Kindern aufmerksam zugehört wird und in denen die Kinder ihre Wünsche und Interessen einbringen können. Wir schauen gemeinsam wer da ist und welche Freunde fehlen. Wir singen gemeinsam und besprechen den Tag. Das gemeinsame Singen hat bei uns einen hohen Stellenwert. Der Montag ist zum Ankommen da und bietet den Kindern die Möglichkeit sich auszutauschen und neue Themen anzustoßen. Auch die Geburtstage der Kinder werden gebührend gefeiert. In unseren Werkstätten haben die Kinder freien Zugang zu verschiedensten Handwerkzeugen und Materialien und können dort eigenständig ihren Interessen nachgehen. Die Mahlzeiten werden gemeinsam in den Gruppen eingenommen. Sie werden von christlichen und anderen Ritualen begleitet und finden in entspannter Atmosphäre statt. Hin und wieder kochen wir gemeinsam mit den Kindern. Auf unseren wöchentlichen Außentagen erobern wir mit den Kindern den öffentlichen Raum. Gemeinsam erleben die Kinder den Straßenverkehr, Regeln des sozialen Miteinanders und Hamburgs Vielfalt von Alster und Elbe über Parkanlagen, Wälder und wichtige Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen der Stadt.

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Wir bieten den Kindern Orte, um Schätze zu finden und aufzubewahren, denn eine Wertschätzung kleinster Gegenstände überträgt sich auf die Wertschätzung des Gegenübers und ergibt ein harmonisches Miteinander. 4.5 Spiele anregen und Projekte gestalten "Das Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Situationen, Beobachtungen und Erlebnisse im wahrsten Sinn des Wortes zu begreifen." (A. Krenz)

In unserer Kita sind die Räume so gestaltet, dass alle Kinder zum Spielen angeregt werden. Die zur Verfügung stehenden Materialien sind frei zugänglich und fördern die kindliche Spieltätigkeit. Wir ermutigen die Kinder, ihre Interessen einzubringen, indem wir wertschätzend mit mitgebrachten Gegenständen von Zuhause umgehen und die Vorschläge der Kinder, wenn möglich, zeitnah umsetzen. Zudem achten wir auf die Möglichkeit zu gruppenraumübergreifenden Spielzeiten. Durch gezielte Beobachtungen erfassen wir die Interessen und Themen der Kinder und greifen diese in Projekten auf. Unsere pädagogischen Fachkräfte achten darauf, dass in der Planung und Durchführung möglichst alle Bildungsbereiche berücksichtigt werden. Projekte werden gruppenübergreifend durchgeführt. Hin und wieder gestalten wir Themenwochen, in denen alle Kinder der Kita einbezogen sind, wie z.B. das Thema "rund um den Apfel" oder "Sonne und Solar" und beteiligen uns an den von der Nordkirche angebotenen Projekten zum Thema "Klimaschutz für kleine Leute". Alle Projekte werden dokumentiert und präsentiert, damit alle daran teilhaben können und die Kinder auch im Nachhinein noch einmal darüber ins Gespräch kommen können. 4.6 Zeitliche Gestaltung "wir müssen uns Zeit nehmen, wenn wir Gutes erreichen wollen. Die Zeit, die wir auf eine Sache verwenden, ist der Maßstab unserer Liebe zu ihr. Zeit ist gewissermaßen gleich Liebe und ohne Liebe kann keine Arbeit gedeihen." (Hugo Kükelhaus)

Der Tagesablauf in unserer Kita ist klar gegliedert, um sowohl den Kindern, als auch den Eltern Orientierung und Sicherheit zu geben. Gezielte Angebote und ungestörtes Spiel, Ruhe und Bewegung wechseln einander ab, damit die Kinder ihre Bedürfnisse ausleben können. Es ist uns ein besonderes Anliegen, den Kindern Raum und Zeit zu bieten, um auf diese Weise ihre Eindrücke zum Ausdruck bringen zu können. Wir beginnen in unserem Haus mit einem gemeinsamen Frühdienst. Ab 8:15 Uhr trennen sich die Bereiche der Krippenkinder und Elementarkinder. Nach dem Frühstück sollten alle Kinder eingetroffen sein, damit wir den weiteren Tag gemeinsam erleben können. Vormittags gibt es Zeit für die Kinder zur freien Verfügung (ausgenommen feste Veranstaltungen/Ausflüge). Die Kinder entscheiden, woran sie arbeiten wollen bzw. mit was sie sich beschäftigen wollen. Vor dem Mittagessen gehen wir auf unseren Spielplatz bzw. nach draußen. Nach dem Mittagessen gehen die jüngeren Kinder schlafen. Der früheste Zeitpunkt zum Abholen ist 14:30 Uhr, dadurch bieten wir den Kindern eine störungsfreie

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Spielzeit zwischen 13:00 und 14:30 Uhr an. Am Nachmittag gibt es eine Zwischenmahlzeit (Schmausepause). Der Nachmittag ist weitestgehend angebotsfrei, um den Kindern Raum für ihre Ideen und Interessen zu geben. Der Spätdienst beginnt um 16:00 Uhr und findet in beiden Bereichen statt. Wir bieten den Kindern verlässliche Kleingruppenarbeit an. Mindestens zweimal die Woche treffen sich die Brückenjahrkinder. Es gibt eine feste Außentagsgruppe die gemeinsam das Haus verlässt. Feste Chorgruppen treffen sich an zwei verschiedenen Tagen und es gibt eine kleine Gruppe, die im Haus bleibt, während andere Kinder im Chor singen. In all diesen Kleingruppen finden altershomogene Angebote statt. 4.7 Räumliche Gestaltung Bildungs(t)räume

Wir schaffen den Kindern Räume, die ihre Entwicklungs- und Bildungsprozesse optimal anregen. Unsere Gruppenräume sind in Funktionsräume und Werkstätten aufgeteilt und bieten Platz für diverse Themen sowie Rückzugsmöglichkeiten. Die Möglichkeit, zur Ruhe zu kommen, ist in unserem Haus genauso gegeben wie die Möglichkeit sich aktiv zu bewegen. Hierzu bieten unsere Halle und der große Gemeindesaal Platz. Zu den Aufgaben der pädagogischen Fachkraft gehört die Vorbereitung der Räume. Wir sehen es als Selbstverständlichkeit, den Kindern eine schöne Atmosphäre zu schaffen, auch mal für sie aufzuräumen. Mathematik: Die Welt der Mathematik findet sich in jedem Raum wieder. Schon in den Räumen der 0-3-Jährigen geht es um Mengen und Zahlen. Wir bieten bewusst von einigen Gegenständen eine beinahe unendliche Menge an, um den Kindern Masse zu symbolisieren. Jeder Raum verfügt über ein FotoOrdnungssystem, sodass die Kinder eine Zuordnung erkennen und nachahmen können. Ordnen, Sortieren und Sammeln sind Fundamente der Mathematik und werden von uns gefördert. Eine MatheWerkstatt im oberen Bereich bietet den Kindern die Möglichkeit zum Wiegen und Messen, Sortieren und Schütten, Zählen und Rechnen, Nummern und Symbole Kennenlernen, geometrische Formen Begreifen und mit Taschenrechnern zu hantieren. Natur und Technik: Technische Geräte stehen den Kindern zur Verfügung. Auf diese Weise lernen sie, wie die Geräte zu

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bedienen sind und dass diese Energie brauchen. Die Kinder können die Geräte montieren, untersuchen und auch mal eines auseinandernehmen und lernen, dass Geräte, die nicht funktionieren, repariert werden können. Auf unseren Außentagen erleben die Kinder Hamburgs Natur und die Welt der Flora und Fauna. Mitgebrachtes von den Ausflügen findet Platz auf unseren Ausstellungsflächen. Künstlerisches Gestalten: In unserem Bauraum können die Kinder ihre architektonischen Fähigkeiten zum Ausdruck bringen. Durch verschiedene Baumaterialien (Kapla, Lego, Glasbausteine, große Kartons etc.) können Städte und Paläste entstehen sowie Muster, Mosaike und Mandalas gelegt werden. Bilder von berühmten Bauwerken stehen den Kindern zur Verfügung. Geometrische Körper geben den Kindern einen dreidimensionalen Eindruck und gekoppelt mit passenden Bildern bekommen sie eine Vorstellung von graphischen Darstellungen. Für die Entwicklung der künstlerischen Fähigkeiten stellen wir den Kindern ein großes Atelier mit diversen Werkzeugen sowie weitere Mini-Ateliers zur Verfügung. Bekannte Bilder zieren die Gruppenräume und geben allen Kindern einen frühen Zugang zur Kunst. Zusätzliche Besuche der Kunsthalle geben uns die Möglichkeit, mit den Kindern gemeinsam verschiedene Künstler und ihre Werke kennen zu lernen. Bücher über Künstler und Kunstwerke im Atelier, können anregen und lassen eventuelle Parallelen der eigenen Kunst zu derer berühmter Menschen erkennen. Für die Werke (auch plastische) der Kinder befinden sich Ausstellungsflächen in unserer Kita. Musik: Auch die Musik ist ein zentrales Ausdrucksmittel des Menschen. Unsere Mitarbeiter/innen wissen, dass Musik die Intelligenz fördert und eng mit den Bereichen Mathematik, Spracherwerb, Körpergefühl und Gesundheit zusammenhängt. Mehrere unserer pädagogischen Fachkräfte spielen Instrumente und begleiten die Kinder beim Musizieren. Wir verfügen über ein großes Repertoire an Musikinstrumenten, die im Krippen- und im Elementarbereich eingesetzt werden. Sie bieten die Möglichkeit zu tanzen entweder auf der kleinen Bühne im Elementarbereich mit großen Noten als Schriftbild an der Wand oder mit Musikbegleitung vom Klavier im Gemeindesaal. Soziale und kulturelle Interessen: Verschiedene Rollenspielbereiche, Kinderbücher in denen Emotionen thematisiert werden, Fotos von Erlebnissen der Kinder, Dokumentationen über Veranstaltungen und Außentage und regionale Gegenstände wie plattdeutsche Kinderbücher, all das fördert ein positives Miteinander und bietet den Kindern die Möglichkeit sich mit sich selbst und ihrer Umwelt auseinanderzusetzen. Um die Eigenständigkeit der Kinder zu fördern, veranstalten wir einen großen Tagesausflug mit dem Reisebus und eine mehrtägige Kita-Reise. Bewegung, Ernährung und Gesundheit: In unserer Halle finden die Kinder Platz für Bewegungsspiele, zum Höhlenbauen und Rutscheautosfahren. Ebenfalls viel Platz bietet der Gemeindesaal in der 3. Etage. Hier können auch Kreistänze eingeübt und Laufspiele gespielt werden. Unser Außengelände ist so konzipiert, dass Möglichkeiten zum Balancieren und Klettern gegeben sind.

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Unsere Großraumküche bereitet täglich das Essen vor. Wir achten auf eine gesunde Zusammenstellung und gehen auf die Wünsche der Kinder ein. Immer mal wieder helfen Kinder in der Küche bei der Zubereitung und lernen so den gesunden Umgang mit Nahrungsmitteln. Ein wöchentlicher Essensplan hängt in beiden Etagen aus und gibt so den Familien einen Überblick. Eine Kinderküche im Elementarbereich können die Kinder noch zusätzlich nutzen, um sich ihre Speisen auf Augenhöhe zuzubereiten. Sprache und Kommunikation: Durch unsere Wortwerkstatt finden die Kinder einen schnellen Zugang zur Welt der Buchstaben. Ein großer Ohrensessel lädt ein zum Verweilen in der Literatur. Detaillierter gehen wir auf dieses Thema unter 4.9 ein Spielplatz: Unser Außengelände ist zwar kompakt, dennoch ist es eine Schatzkiste voll mit allem, was in ein gutes Raumkonzept gehört: vielfältige Materialien wie Sand, Wasser, Feldsteine, Holzaufbauten und Pflanzen. Die verschiedenen Spielmöglichkeiten laden ein zum Klettern, Balancieren, Verstecken, Springen, Ausruhen und Klönen. 4.8 Beobachtung und Dokumentation In unserer pädagogischen Arbeit achten wir auf die Ressourcen der Kinder und schenken ihren Entwicklungsschritten Beachtung. Jedes Kind wird von uns in seiner Einzigartigkeit wahrgenommen und unterstützt. Wir nähern uns den Bildungs- und Lernprozessen der Kinder durch Beobachtung und Dokumentation und wollen so das Lernen in angemessener Weise unterstützen. Ich-Bücher mit Fotos der Familien und Dokumentationen über die Entwicklung eines jeden Kindes stehen den Kindern jederzeit zur Verfügung und vermitteln jedem einzelnen Kind, dass es willkommen ist und wertgeschätzt wird. Hierdurch fördern wir das Selbstvertrauen der Kinder und vermitteln ihnen ein Gefühl für ihre Stärken und Fähigkeiten. Die mit den Kindern durchgeführten Projekte und Angebote werden in der Kita ausgestellt. Textpassagen begleiten die Fotos und Bilder der Kinder. Diese Dokumentationen ermöglichen allen Kindern und ihren Familien eine Teilhabe an dem Geschehen in der Kita. Wir nutzen das Verfahren der Bildungs- und Lerngeschichten, um die kindlichen Bildungsprozesse zu beobachten und zu dokumentieren. Wir beobachten die alltäglichen Aktivitäten des Kindes und dokumentieren diese detailliert. Durch die Lerngeschichten werden die Lernaktivitäten des Kindes anerkannt und wertgeschätzt. Die Interessen der Kinder werden von uns aufgegriffen und weiterbewegt. Aus ihnen ergeben sich weitere Planungen der Pädagogen sowie ggf. Angebote und Projekte. Jedes Kind hat ein eigenes Portfolio, das mit ihm zusammen wächst und sich entwickelt. In diesem Portfolio wird festgehalten, in welcher Weise die Kinder ihre Kenntnisse und Kompetenzen erweitern. In ihnen wird alles gesammelt, was die Entwicklung widerspiegelt, bspw. Beobachtungen der Fachkräfte, Fotos aus dem Kitaalltag, sowie Zeichnungen und Werke der Kinder. Ferner werden Kommentare der Kinder, ihrer Eltern und der pädagogischen Fachkraft aufgenommen. In den regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen tauschen sich Eltern und pädagogische Fachkräfte über die gemachten Beobachtungen und die Entwicklungsschritte der Kinder aus.

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4.9 Kommunikation und Sprachbildung Sprachliche Kompetenz gehört zu den wichtigsten Grundlagen für den Schulerfolg und die Bildungslaufbahn von Kindern. In der Fachwelt herrscht Konsens darüber, dass das günstigste "Zeitfenster" für das Erlernen sprachlicher Fähigkeiten im Vorfeld der Schule liegt. Kinder erlernen ihre Sprache im handelnden Umgang mit ihrem Umfeld. Die Handlungen in Alltagssituationen und im kindlichen Spiel strukturieren die Spracheindrücke und unterstützen den Sprachaufbau. Wir gestalten unsere Räume bewusst so, dass sie die Kommunikation der Kinder untereinander anregen, z.B. durch den Theater- und Rollenspielbereich, Höhlen, Literaturecken und wir fördern die Freude an sprachhandelndem Spiel. Spielt ein Kind im Rollenspiel "Einkaufen", so spricht es in dieser Alltagshandlung mit seinem Gegenüber, nimmt sprachliche Anregungen auf und setzt diese selbst ein. Durch unsere Morgenkreise und demokratischen Abstimmungen schaffen wir vielfältige Sprachanlässe und fördern eine Kultur des Miteinanderredens. In der alltäglichen Kommunikation verstehen sich unsere pädagogischen Fachkräfte als Vorbild. In verschiedenen Fortbildungen haben sie ihr Fachwissen zu diesem Thema erweitert und unsere Einrichtung verfügt über eine entwickelte Sprachförderkonzeption. Um den Sprachstandserwerb der Kinder zu ermitteln, arbeiten wir mit den Instrumenten SISMIK und SELDAK. Um den Zweitsprachenerwerb zu fördern, begegnen wir den Muttersprachen der Kinder mit Wertschätzung und regen die "fremdsprachigen" Eltern an, den Kindern bei uns in ihrer jeweiligen Muttersprache vorzulesen. 4.10 Partizipation "Wenn ich nur darf, wenn ich soll, aber nie kann, wenn ich will, dann kann ich auch nicht, wenn ich muss. Wenn ich aber darf, wenn ich will, dann mag ich auch, wenn ich soll, und dann kann ich auch, wenn ich muss. Denn merke: Die können sollen, müssen auch wollen dürfen." (Johannes Conrad)

Für Kinder ist es wichtig, Selbstwirksamkeit zu erleben. Die Kinder werden in unserer Kita an Entscheidungen über Aktivitäten und Regelungen des Gruppenalltags beteiligt. Sie planen und gestalten den Tagesablauf entsprechend ihren Wünschen und Möglichkeiten mit. Die Themen der Kinder haben in der Planung unserer pädagogischen Arbeit Vorrang. Vieles von dem, was die Kinder am Montag aus dem familiären Umfeld einbringen, wird von unseren pädagogischen Fachkräften wahrgenommen und in der pädagogischen Arbeit aufgegriffen. Oft entstehen hieraus Wochenthemen oder Projekte. Bei den Jüngsten erzählen uns die Eltern von Erlebtem oder neuen Ereignissen. Innerhalb der Kita verstehen sich unsere Kinder als Mitglied einer Gemeinschaft. Jedes Kind ist ein wichtiges Mitglied dieser Gemeinschaft und

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erfährt die gleiche Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Anerkennung. Das ermöglicht den Kindern, sich eine eigene Meinung zu bilden und diese auch zu äußern. Wir nehmen jedes Kind mit seiner Meinung und seiner Kritik ernst. Im Dialog erfahren Kinder, dass eigene Erkenntnisse hin und wieder auch durch die Erkenntnisse anderer revidiert werden müssen. Durch verschiedene Formen der Partizipation erleben die Kinder täglich konkret demokratisches Verhalten. Es wird über neue Regeln diskutiert, Pläne für Raumnutzungen mit den Kindern zusammen aufgestellt und besprochen, wo ein neuer Gegenstand in der Gruppe seinen Platz findet. Auf diese Weise lernen die Kinder mit anderen zu kooperieren und sie entwickeln durch die gemeinsamen Diskussionen eine altersgerechte Empathie. Wir geben den Kindern die Möglichkeit, eigenständig Entscheidungen zu treffen. Die Räume und Angebote sind in unserer Kita entsprechend gestaltet. Die Kinder können entscheiden, wo und mit wem sie spielen wollen. Durch die freie Wahl ihrer Tätigkeit können die Kinder sich bilden. Wissenschaftlich ist es bewiesen, dass neue Informationen am besten im Gehirn abgespeichert werden, wenn sie uns interessieren. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, die Kinder selbst bestimmen zu lassen, mit was sie sich gerade beschäftigen wollen, um dadurch besser lernen zu können. Unsere Angebote werden so gestaltet, dass den Kindern die Möglichkeit gegeben ist, jeder Zeit das Angebot zu verlassen. Dies schließt jedoch nicht aus, dass einige Angebote so strukturiert sind, dass die Kinder bis zum Ende dabei bleiben und auf diese Weise lernen etwas zum Ergebnis zu bringen. Demokratie und Teilhabe sind ein lebendiger Prozess, der sich ständig weiterentwickelt. Wir sind uns dessen bewusst und werden kontinuierlich weiter daran arbeiten, unsere Strukturen der Partizipation weiterzuentwickeln und entsprechende Formen dafür zu schaffen. 4.11 Geschlechterbewusste Pädagogik "Was Mädchen und Jungen sich zutrauen, ist nicht zuletzt abhängig davon, was die Frauen und Männer, mit denen sie aufwachsen, ihnen zutrauen." (HH- Bildungsempfehlungen)

Unsere pädagogischen Fachkräfte verfolgen das Ziel, den Wissensdurst und Lerneifer von Kindern zu unterstützen. Einengende Geschlechterstereotype führen jedoch dazu, dass Kinder bestimmte Entdeckungsreisen, Handlungen und Experimente frühzeitig abbrechen oder erst gar nicht ausprobieren. Wir möchten mit einer geschlechterbewussten Pädagogik die Kinder darin begleiten und ermuntern, Unbekanntes zu entdecken, neugierig zu bleiben und vielfältige Spiele und Tätigkeiten auszuprobieren. Die Kinder lernen, Menschen in Frauen und Männer zu unterteilen und sich selber einem Geschlecht zuzuordnen. Jungen und Mädchen sind unterschiedlich und haben unterschiedliche Interessen, so wie jedes Kind unterschiedlich ist und seine eigenen Interessen hat. Jungen und Mädchen können und dürfen in unserer Kita ihren unterschiedlichen Interessen und ihren unterschiedlichen Herangehensweise nachgehen.

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Wir ermöglichen ihnen das Bedürfnis nach geschlechtlicher Orientierung und lassen rollentypische und genderspezifische Spieltätigkeiten zu. Genauso schaffen wir für die Jungen und Mädchen immer wieder Situationen, geschlechtsstereotype Rollen zu verlassen und in andere und neue Rollen zu schlüpfen. Wir bieten verschiedenste Kostüme von Pirat und Polizist über das Büro-Outfit zur Prinzessin. Es wurde erforscht, dass Mädchen eher mit Bausteinen bauen, wenn Figuren mit im Spiel sind. Dies ist uns bewusst und wir bieten dementsprechend Material an. Wenn wir im pädagogischen Alltag bei den Kindern geschlechtsspezifische klischeehafte Äußerungen oder Verhaltensweisen erleben, greifen wir diese auf und gehen in einen Dialog mit den Kindern. Männliche Vorbilder in der Kita sind eine Bereicherung für alle Kinder. Durch die Zusammenarbeit mit männlichen Auszubildenden oder Kollegen schaffen wir Möglichkeiten, auch Männer im pädagogischen Alltag zu erleben. 4.12 Inklusion, Pädagogik der Vielfalt "Inklusion bedeutet, dass allen Menschen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, an qualitativ hochwertiger Bildung teilzuhaben und ihre Potentiale entwickeln zu können, unabhängig von besonderen Lernbedürfnissen, Geschlecht, sozialen und ökonomischen Voraussetzungen." (Deutsche UNESCO-Kommission)

Die Ausstattung und Interaktionsmöglichkeiten in unserer Kita bieten allen Kindern bestmögliche Bildungsvoraussetzungen. Es ist uns bewusst, dass Kindertagesstätten so ausgestattet sein sollen, dass sie kein Kind aussondern müssen. Jedes Kind sollte mit seinen Stärken und Schwächen, Besonderheiten, Fähigkeiten und Bedürfnissen seinen Platz haben und gefördert werden. In unserem Team arbeiten wir daran, gemeinsam eine fachliche Basis zum Thema "inklusive Bildung" zu schaffen und kontinuierlich kleine Handlungsschritte zu entwickeln, mit denen wir unsere inklusive Bildung weiterentwickeln. 4.13 Das Brückenjahr …garantiert gut vorbereitet in die 1. Klasse. Unsere Kita hat für alle Kinder im Jahr vor der Einschulung ein besonderes Angebot entwickelt und konzeptionell festgehalten. Dieses Angebot versteht sich als Weiterführung des bisherigen Bildungsprozesses und möchte die Kinder durch zusätzliche Angebote auf die Lebensrealität Schule vorbereiten und den Abschied von der Kindertagesstätte einfühlsam begleiten. Die Angebote finden mindestens zweimal wöchentlich statt und werden den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Kinder individuell angepasst. Dabei legen wir ein besonderes Augenmerk auf die Stärkung der Ich-Kompetenz und der Sozialkompetenz. Inhaltlich orientieren sich die Angebote an den Bereichen

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Naturwissenschaft, Mathematik/Forschen, Wahrnehmung/Konzentration, Sprache/Kommunikation, Religionspädagogik und Förderung der Körpermotorik. Die Kinder haben die Möglichkeit, das Geschehen und die Angebote mitzugestalten. 4.14 Sexualpädagogik in der Kita Sexualität ist eine Lebensenergie und ein menschliches Grundbedürfnis. Sie ist Teil der Persönlichkeitsentwicklung und durchzieht das ganze Leben, wenn auch je nach Entwicklungsphase und Alter auf sehr unterschiedliche Weise. Die pädagogischen Fachkräfte in unserer Einrichtung sind sich der Bedeutung der psychosexuellen Entwicklung von Kindern und deren Ausdrucksformen bewusst und begleiten sie bei der Bewältigung der verschiedenartigen Aufgaben, die sich durch die Entwicklung der geschlechtlichen Identität ergeben. Die kindliche Sexualität lässt sich nicht vergleichen mit der erwachsenen Sexualität und muss für eine gesunde Entwicklung ausgelebt werden. Klare Regeln für den Umgang miteinander geben Schutz. Unsere Fachkräfte sind offen für die Fragen der Kinder und ermöglichen ihnen eine ganzheitliche Förderung der Sinne und die Entwicklung eines positiven Körpergefühls. Auf diese Weise lernen die Kinder in unserer Kita ihren Körper, die Namen aller Körperteile und ihre Bedürfnisse von klein auf gut kennen. Ihre Gefühle und Bedürfnisse werden von uns geschützt. Auf diese Weise vermitteln wir ihnen auch das Gefühl, dass sie eigene Rechte haben, dass sie Nein sagen können und sich auf unseren Schutz verlassen können. Wir haben diverse Literatur zur Prävention, die Kinder lernen, dass ihr Körper ihnen gehört, sie lernen auf ihr Bauchgefühl zu hören und werden stark gemacht, auf sich selbst zu achten und sich Hilfe zu holen.

5. Die Besonderheiten in der Krippen-Pädagogik 5.1

Frühkindliche Entwicklung

"2 Dinge nimmt ein Säugling mit aus seiner Zeit im Mutterleib. Erstens: Ich wachse. Zweitens: Ich bin verbunden mit einer Person." (G. Hüther)

Unsere pädagogische Arbeit mit den Kindern unter drei Jahren orientiert sich an den Leitsätzen und Indikatoren des Kernbereiches "Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern unter drei Jahren" (IQUE). Besonders die Kinder unter drei Jahren benötigen Geborgenheit und Bindungssicherheit. Wir achten diese und alle anderen

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Grundbedürfnisse und gestalten gemeinsam mit den Familien einen vertrauensvollen Anfang in das Kitaleben. Bildung geschieht von Anfang an und basiert auf guten Beziehungen. Wir sind uns dessen bewusst und fördern die Selbstlernprozesse der Kinder von Anfang an. Krippenkinder lernen und begreifen mit allen Sinnen. Wir unterstützen dies, indem wir ihnen eine große Vielfalt an Materialien zur Verfügung stellen, ohne sie durch zu viele Reize zu überfordern. 5.2 Raumgestaltung In unserer Einrichtung befinden sich zwei Krippenräume mit Nebenraum sowie ein Bad, das die beiden Gruppen miteinander verbindet. Die unmittelbare Nähe zum Bad integriert die täglichen Pflegebedürfnisse der Krippenkinder perfekt in den Alltag und bietet den Kindern einen selbstverständlichen Umgang mit dem Thema Hygiene. Das Bad verfügt über einen großen Wickeltisch, auf den die Kinder über eine Treppe gelangen. Hier können die Kinder nach ihren Bedürfnissen im Liegen und im Stehen gewickelt werden. Eine geschwungene Mosaik-Duschwanne verheißt Freude beim Planschen und lässt bunt bemalte Kinder wieder sauber werden. Eine Waschrinne bietet Platz für mehrere Kinder und dient nicht nur dem Händewaschen. Hier wird Wasser erfahren und so manche Zeit vergessen. Zwei Toiletten in unterschiedlichen Höhen stehen den Kindern zur Verfügung. Eine Fußbodenheizung lässt auch Wasserspiele im Winter zu und sorgt für eine angenehme Wickeltemperatur. Die Verbindung der beiden Gruppenräume durch das Bad bietet den Kindern die Möglichkeit, sich gegenseitig zu besuchen. Die Verbindungstüren der Räume stehen jederzeit offen (mit Ausnahme von Schlafens- und Essenssituationen), sodass die Kinder je nach Bedürfnis entscheiden, in welchem Raum sie sich aufhalten möchten. Die Tische sind klappbar, um Raum für Aktivitäten zu schaffen. Alle Kinder finden ausreichend Rückzugsmöglichkeiten und es wird auf individuelle Schlafbedürfnisse eingegangen. Die Räume bieten verschiedene Schwerpunkte für Beschäftigungen. In einem Raum finden sich ein Atelier, sowie Angebote für Literatur und Bauen. Das abgegrenzte Atelier bietet den Kindern Möglichkeiten der Materialerfahrung. Tätigkeiten wie Schneiden, Kleben und Malen im Nass- und Trockenbereich sowie Kneten und sich als Künstler erfahren, sind hier möglich. Die Materialien sind offen sichtbar und können von den Kindern selbsttätig genutzt werden. Ein Sofa neben dem Bücherregal lädt zum Verweilen ein. Hier wird vorgelesen, werden Bilder betrachtet, Buchstaben kennen gelernt und Zeit miteinander verbracht. Umgeben von Regalen liegt geschützt der Baubereich. Hier können verschiedenste Materialien gestapelt und aneinander gereiht werden. Höhen, Längen und Volumen werden so spielerisch erlernt. Hocker in zwei verschiedenen Größen bieten jedem Kind die Möglichkeit selbst am Tisch zu sitzen und selbstständig zu essen. Das gemeinsame Essen wird nicht rein als

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Nahrungsaufnahme angesehen, sondern Lebensmittel werden erfahren und Tischnachbarn wertgeschätzt. Eine kommunikative Atmosphäre regt hier den Appetit an. Der Nebenraum bietet allen Kindern die Möglichkeit einen Mittagsschlaf zu machen. Jedes Kind hat seinen festen Schlafplatz. Außerhalb der Schlafenszeiten befinden sich in dem Raum diverse Musikinstrumente, die von Kindern und Fachkräften zum Klingen gebracht werden. Zusätzlich findet in dem Raum die wöchentlichen Krabbelgottesdienste statt. Im anderen Raum liegen die Schwerpunkte auf den Themen Bewegung, Forschung, Rollenspiel und Theater. Eine große Podest-Landschaft stillt den Bewegungsdrang und bietet den Kindern Perspektivwechsel und Höhlen an. Treppenstufen und schiefe Ebenen bieten für jeden Entwicklungsstand neue Herausforderungen. Ein großer Spiegel mit Kleidern, Taschen und Hüten bietet den Kindern die Gelegenheit in andere Welten einzutauchen und in neue Rollen zu schlüpfen. Eine kleine Küche lässt zusätzliche Rollenspiele entstehen. In einem großen Regal liegt unterschiedlichstes Material zum Forschen und Entdecken bereit. Unsere Fachkraft für Naturwissenschaften begleitet die Kinder in ihrem Entdeckerdrang und gibt dem "Forschergeist in Windeln" immer wieder neue Impulse. 5.3 Eingewöhnung Vor jeder Eingewöhnung gibt es ein Eingewöhnungsgespräch mit der jeweiligen Bezugsfachkraft und der neuen Familie. Hier können alle Besonderheiten, Ängste und Vorfreuden besprochen werden und das Kind nimmt ersten Kontakt zu seiner Bezugsfachkraft auf. Wir gönnen allen Familien (neu wie schon anwesend) die Möglichkeit des Kennenlernens. Wir geben den Kindern ausreichend Zeit, die Eingewöhnung geschieht in Anlehnung an das "Berliner Eingewöhn-Modell" und in jedem Fall individuell. 5.4 Beziehungsqualität Unsere Fachkräfte verstehen sich als Bezugspersonen der Kinder und stehen in kontinuierlichem Austausch mit den Eltern über Entwicklungsstände und Eigenheiten des Kindes. Die Entwicklungsschritte der Kinder werden zweimal jährlich in einem gemeinsamen Entwicklungsgespräch mit den Eltern ausgetauscht. Durch vertrauten Körperkontakt und persönliche Ansprache der Kinder in Kinderhöhe schaffen wir eine Atmosphäre von Verlässlichkeit und Vertrauen. Auf individuelle Bedürfnisse der Kinder wird besonders geachtet. Jedes Kind wird von uns mit seinem gewohnten Einschlafritual in den Mittagsschlaf begleitet. Jüngste Kinder finden Platz im Tragetuch. Kinder unter einem Jahr werden nach Möglichkeit in einer 1:1 Situation gefüttert, um ihnen Sicherheit und Ruhe zu geben.

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5.5 Übergänge Kinder müssen sich heute sehr früh auf ein Leben einstellen, das immer wieder Veränderungen und Übergänge mit sich bringt. Wir begleiten die Kinder professionell beim Übergang von der Krippe in den Elementarbereich und vermitteln ihnen so die nötige Sicherheit. Rund um den 3. Geburtstag (auch hier ist jedes Kind individuell) verlässt ein Kind den Krippenbereich und wechselt in den Elementarbereich. Ähnlich wie in der Eingewöhnung wird das Kind nun von seiner Bezugsfachkraft in die obere Etage begleitet. Immer wieder gibt es die Möglichkeit, den neuen Bereich zu besuchen und die Kinder sowie Fachkräfte kennen zu lernen. Ein regelmäßiger Austausch im Kollegium findet in dieser Zeit besonders intensiv statt. Je nach individueller Situation des Kindes gestaltet sich der Übergang in unterschiedlichem Tempo. Wir nehmen darauf entsprechend Rücksicht. Der tatsächliche Abschied aus der Krippengruppe wird wie ein Geburtstagsfest gestaltet. Die Kinder ziehen stolz in die obere Etage und beziehen ihren neuen Schrank. Natürlich hat das Kind jederzeit die Möglichkeit, seinen alten Bereich wieder zu besuchen. Um auch die Eltern in diesem Übergang zu unterstützen, gibt es eine Elternveranstaltung, auf der wir den Prozess genau erläutern und auf der die Mitarbeiter/innen aus dem neuen Bereich sich und ihre Arbeit vorstellen können.

6. Kinderschutz 6.1 Kinderschutz als gesetzliche Aufgabe der Kita Der Schutz von Kindern gehört zu den besonders wichtigen Aufgaben pädagogischer Fachkräfte und ist mehrfach gesetzlich geregelt. Im Artikel 19 der UN Kinderrechtskonvention [Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung, Verwahrlosung] sind Schutzmaßnahmen festgeschrieben: Die geforderte Qualitätsentwicklung im Kinderschutz orientiert sich an folgenden Zielsetzungen: − Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen in der Einrichtung durch geeignete Verfahren der Beteiligung sowie der Möglichkeit der Beschwerde in persönlichen Angelegenheiten − Sicherung des Kindeswohls beziehungsweise Schutz von Kindern und Jugendlichen vor jeglicher Form der Gewalt − Verankerung einer prozessorientierten Auseinandersetzung und Festlegung von Standards für Prävention und Intervention zum Kinderschutz/Schutz vor Gewalt in den Einrichtungen. Die Träger der Kindertageseinrichtungen und die pädagogischen Fachkräfte vor Ort haben die Pflicht, den Schutzauftrag für das Kindeswohl wahrzunehmen. Sie tragen die Verantwortung für einen geregelten Verfahrensablauf und dessen nachweisliche Umsetzung zur Sicherung des Kindeswohls bei vermuteter, drohender oder akuter Kindeswohlgefährdung. Diese Aufgabe ist im § 8a SGB VIII verbindlich definiert.

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Handlungskonzept

Um das Kindeswohl zu schützen, hat unser Träger ein Handlungskonzept entwickelt, welches uns Schritt für Schritt vom Erkennen bis zur Klärung der Fälle leitet. Der Kirchenkreis beschäftigt eine Kinderschutzbeauftragte. Diese unterstützt unsere Mitarbeiter/innen bei Fragen und in schwierigen Fällen. Darüber hinaus nehmen wir an den jährlichen Sitzungen des ASD teil und werden dadurch geschult und über Gesetzesänderungen informiert. Das Kollegium kennt unser Handlungskonzept und die Kinderschutzbeauftragte des Kirchenkreises. Alle Mitarbeiter/innen haben dem Träger ein erweitertes Führungszeugnis vorgelegt. 6.3

Prävention, Resilienz

Die Fachkräfte in den Einrichtungen sind oftmals die ersten, die die Signale von Gefährdung aufnehmen können. Durch ihren regelmäßigen, längerfristigen Kontakt zu Kindern und Eltern sind sie in der Lage, die Lebenswirklichkeit der Familien umfassend in den Blick zu nehmen, tragfähige Kooperationen aufzubauen und frühzeitige Angebote und Hilfen zu organisieren. Wir arbeiten eng mit unseren Familien zusammen. Durch unsere häufigen Entwicklungsgespräche können auftretende Probleme frühzeitig erkannt werden und gemeinsam passende Lösungsansätze entwickelt werden. Wir unterstützen unsere Eltern in der Ressourcenfindung und geben Rat, um Alltagssituationen gelungen meistern zu können. Jedes Kind wird bei uns wahr- und ernst genommen. Seine Gefühle sind uns willkommen und dürfen ausgelebt werden. Durch die Unterstützung der eigenen, individuellen Entwicklung werden Kinder stark. Jedes Kind hat das Recht seine Grenzen klar zu äußern und wir machen den Kindern Mut, dieses Recht zu nutzen. Durch gezielte Literatur lernen Kinder "Nein" zu sagen und sich Hilfe zu holen. Wir achten auf die Gesundheit jedes Kindes in allen Bereichen. Genügend frische Luft, ausgewogene Ernährung, angemessene Hygiene und ein emotionales, empathisches Umfeld unterstützen die Resilienz der bei uns betreuten Kinder und geben ihnen dadurch die Möglichkeit, auch schwierige Situationen meistern zu können. 6.4. Sensibilisierung und Professionalisierung der Mitarbeitenden Kinder geben vielfältige Signale, wenn etwas nicht stimmt. Sie teilen mit, was sie brauchen, wollen und können, wenn auch oft indirekt und verschlüsselt. Durch den regelmäßigen Austausch im Kollegium können Entwicklungsprozesse und eventuelle Gefährdungen schneller wahrgenommen und aufgegriffen werden. Fortbildungen zum Thema Resilienzförderung sowie Informationen von diversen Anlaufstellen werden regelmäßig von unseren pädagogischen Fachkräften angenommen. Auch auf unseren Seminartagen sind die Themen Salutogenese und Resilienz immer wieder integriert.

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7. Zusammenarbeit mit Familien 7.1 Erziehung als gemeinsame Aufgabe Jedes Kind ist Teil seiner Familie - darum betrachten wir es nie isoliert, sondern wir erleben uns gemeinsam mit seinen Eltern als Partner in der Erziehung der Kinder und bündeln die gemeinsamen Ressourcen mit dem Ziel einer gesunden kindlichen Entwicklung. Im Rahmen unseres Qualitätsentwicklungsprozesses IQUE haben wir es uns zum Ziel gesetzt, die Qualität unserer pädagogischen Arbeit in der Schlüsselsituation "Zusammenarbeit Kita - Familie" zu erkennen und kontinuierlich weiterzuentwickeln. In diesem Zusammenhang haben wir uns auf folgende Leitsätze in der Zusammenarbeit mit Familien festgelegt: Wir begegnen Familien wertschätzend und verlässlich und schaffen eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sich Familien willkommen fühlen. Wir machen die verbindliche Umsetzung unserer Konzeption und unsere pädagogische Arbeit transparent und informieren die Familien regelmäßig über geplante pädagogische und strukturelle Veränderungen. Wir führen unvoreingenommen und kompetent Gespräche mit den Eltern und schaffen dafür angemessene Rahmenbedingungen. Wir begrüßen das Engagement der Familien und fördern die partnerschaftliche Zusammenarbeit unter Einbeziehung ihrer Kompetenzen und individuellen Möglichkeiten. Wir nehmen die Bedürfnisse der Familien durch Beobachtung, Befragung und Austausch wahr und gehen konstruktiv mit Beschwerden um. Familien erhalten von uns kompetente und partnerschaftliche Unterstützung, die sich an den vielfältigen Lebenssituationen orientiert. 7.2 Information und Dialog mit den Eltern In der Zusammenarbeit mit den Eltern gewährleisten wir einen regelmäßigen Austausch über die Kinder. Von Beginn der Kitazeit an bemühen wir uns um einen intensiven Kontakt zu den Eltern. In ausführlichen Besichtigungen unserer Kita ermöglichen wir den Eltern einen ersten Einblick in unsere pädagogische Arbeit. Regelmäßige Gespräche dienen dann dem weiteren Aufbau einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Das gemeinsame Vertragsgespräch dient dazu, weitere individuelle Fragen zu klären. Im intensiven Eingewöhnungsgespräch nach der Aufnahme nehmen Eltern und die zuständige Bezugsfachkraft Kontakt miteinander auf und tauschen wichtige Informationen über das Kind miteinander aus. Dabei nutzen wir das Wissen der Eltern über ihr Kind und schauen gemeinsam auf seine Ressourcen. Zum Ende der Eingewöhnungszeit treffen sich die Erzieher/in und Eltern erneut, um gemeinsam die Eingewöhnungsphase auszuwerten und den Eltern den Übergang in den Beruf zu erleichtern. Zweimal jährlich treffen wir uns mit den Eltern zu einem Entwicklungsgespräch, in welchem wir gemeinsam die Entwicklung des Kindes reflektieren und individuelle Anliegen der Eltern besprechen können.

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Etwa 18 Monate vor der vorgesehenen Einschulung findet das Vorstellungsgespräch in der Schule statt. Wir bieten den Eltern im Vorwege ein ausführliches Entwicklungsgespräch an. Mit Einverständnis der Eltern wird der Bericht an die Schule weitergeleitet, die Kooperation zur jeweiligen Schule kann sich entwickeln. Kinder unserer Kita gehen mit Einschulung meist zurück in ihren Stadtteil. Dadurch kommt es kaum zu Kontinuität in der Kooperation mit Grundschulen. So sind es jährlich andere und sehr viele verschiedene Grundschulen, in die Kinder unserer Kita eingeschult werden. Für Tür- und Angelgespräche beim Bringen und Abholen stehen wir gern zu einem kurzen Austausch bereit, insbesondere bei den "jüngsten" Kindern unserer Einrichtung. Es ist uns selbstverständlich, wichtige Termine zeitnah bekannt zu geben und durch Dokumentationen und Präsentationen die Eltern über den pädagogischen Alltag in der Kita zu informieren. 7.3 Beratung, Begleitung und Unterstützung der Eltern Eltern können unsere Beratung in Anspruch nehmen, wenn sie es wünschen. Wir verabreden bei Bedarf dazu Gespräche mit der Bezugsfachkraft. In speziellen Fragen verweisen wir gerne weiter an das benachbarte Beratungs- und Seelsorgezentrum der Hauptkirche St. Petri und an weitere Beratungsstellen oder Therapiezentren oder an das Jugendamt (ASD). 7.4 Partizipation von Eltern Laut §§ 22 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes arbeiten unsere Fachkräfte mit den Erziehungsberechtigten zum Wohl der Kinder zusammen. Gemäß den gesetzlichen Rahmenbedingungen sind die Mitwirkungsrechte von Eltern in unseren Kitas folgendermaßen geregelt: Jede Gruppe wählt im Rahmen eines Elternabends eine Elternvertretung und eine Stellvertretung. Die Elternvertretungen und der daraus gebildete Elternausschuss vertreten die Interessen der Sorgeberechtigten und ihrer Kinder. Sie werden in unserer Einrichtung bei wichtigen Entscheidungen informiert und angehört. Die Gruppenelternabende finden zweimal jährlich statt, mit dem Elternausschuss findet sechsmal jährlich ein regelmäßiger Austausch statt. In unserer Einrichtung sind die Eltern an wesentlichen Entscheidungsprozessen beteiligt, indem sie informiert, angehört und ihre Ideen nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Das Engagement und die Ressourcen der Eltern sind uns willkommen, ein Austausch über mögliche Formen der elterlichen Mitarbeit findet mit den Bezugsfachkräften statt. So hatten wir in der Vergangenheit immer wieder die Gelegenheit, vom handwerklichen und künstlerischen Geschick der Eltern zu profitieren oder daran teilzuhaben.

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7.5 Angebote für Eltern und Familien Regelmäßige Angebote für Eltern und Familien bereichern bei uns den pädagogischen Alltag. Neben dem Feiern gemeinsamer Feste wie Sommerfest, Laternenfest und Adventsnachmittag und dem gemeinsamen Begehen von Familiengottesdiensten gestalten wir für die Eltern zusätzliche Angebote wie Elternabende mit externen Referent/innen zu ausgewählten Entwicklungs- und Erziehungsthemen oder Elternnachmittage, um ihnen die in der Kita gesungenen Lieder und praktizierten Bewegungsspiele nahezubringen. 7.6 Umgang mit Beschwerden Durch einen wertschätzenden Umgang miteinander und die offene Haltung aller pädagogischen Fachkräfte ermutigen wir die Eltern, mögliche Kritikpunkte bei uns offen anzusprechen. Darüber hinaus haben die Elternvertreter/innen der Bereiche ein offenes Ohr für alle Eltern und geben vorhandene Kritik an die Fachkräfte weiter. Auch der Elternausschuss befasst sich mit Beschwerden der Eltern. Wir nehmen die Beschwerden der Eltern auf, diskutieren sie im Team und suchen mit den Eltern gemeinsam nach Lösungen.

8. Das Team der Kita 8.1 Zusammenarbeit Zu einer guten Teamarbeit gehören harmonische Arbeitsbeziehungen, gemeinsam vereinbarte Ziele und die Bereitschaft, sich für die Erreichung der Ziele mit all seinen Fähigkeiten einzusetzen. Das Team unserer Kita besteht aus verschiedenen Berufsgruppen. Alle Fachkräfte unserer Kita, sei es in den Gruppen oder in der Küche, arbeiten eng zusammen und verfolgen das gleiche Ziel: die gesunde und wertvolle Entwicklung unserer Kinder und die Begleitung ihrer Familien. Unser Team besteht aus engagierten und motivierten Mitarbeiter/innen, die sich konstruktiv in ihre Arbeit einbringen. Sie verstehen ihre Arbeit als etwas Wertvolles und Bereicherndes. Sie greifen auf die Ressourcen Anderer zurück. Durch die gruppenübergreifende Raumgestaltung in beiden Stockwerken ist ein Austausch zwischen den Bereichen und Gruppenräumen immer gegeben und gewollt. Durch gemeinsame Beobachtungs-Auswertungen über einzelne Kinder als Vorbereitung für Entwicklungsgespräche oder Lerngeschichten ist die Zusammenarbeit von Mitarbeiter/innen selbstverständlich geworden. Um uns als Team zu stärken, nutzen wir einmal im Jahr die Möglichkeit eines Betriebsausfluges sowie eines gemeinsamen Essens rund um den Jahreswechsel.

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8.2 Interne Kommunikation und Besprechungskultur Wir wissen, wie bedeutsam ein guter Informationsfluss für eine gute Teamarbeit ist und haben darum die Kommunikation und Besprechungskultur in unserer Einrichtung klar strukturiert. Wir achten darauf, dass alle wichtigen Informationen weitergegeben werden. Regelmäßig einmal im Monat treffen wir uns im gesamten Team zu einer gemeinsamen Dienstbesprechung und diskutieren anstehende Aufgaben, die dafür notwendige Planung und erforderlichen Entscheidungen. Teamarbeit braucht Zeit und Raum. Darum trifft sich zusätzlich jeder Bereich einmal wöchentlich zu einer Bereichsbesprechung. Wir geben uns die notwendige Zeit für die Reflexion über Entwicklungsstand und Bedürfnisse von Kindern. Die Ergebnisse finden Berücksichtigung in der Planung unserer Angebote und in der Raumgestaltung. In den Bereichsbesprechungen und Gesamt-Dienstbesprechungen gehen wir respektvoll miteinander um, nehmen die Anliegen einzelner Mitarbeiter/innen ernst und hören aktiv zu. Jede/r bringt Stärken und Fähigkeiten in die Teamarbeit ein. Unsere Diskussionen nutzen wir für inhaltliche Auseinandersetzungen und entwickeln uns auf diese Weise fachlich weiter. Um uns in unserer konzeptionellen Arbeit weiterzuentwickeln, schließen wir unsere Kita an zwei bis drei Tagen für interne Seminartage. Diese nutzen wir für die intensive Arbeit an ausgewählten fachlichen Themen. 8.3 Fort- und Weiterbildung Es ist uns wichtig, sich in der fachlichen Arbeit stets weiterzuentwickeln. Darum werden Fort- und Weiterbildungen gern von den Mitarbeiter/innen genutzt und von der Leitung gefördert. Die Auseinandersetzung mit religionspädagogischen Themen hat in der Fortbildung einen besonderen Stellenwert. Die Mitarbeiter/innen bringen ihr dort erworbenes Wissen in unser Team ein und sorgen auf diese Weise immer wieder für eine Bereicherung des Kita-Alltages. Über die aktuellen Fort- und Weiterbildungszeiten unserer Kolleg/innen informieren wir die Familien. 8.4 Auszubildende Unsere Kita ist auch Ausbildungsbetrieb, sowohl für die sozialpädagogischen Berufsfelder als auch für das Berufsfeld der Hauswirtschaft. Wir bieten den Auszubildenden Unterstützung in ihrer inhaltlichen Aufgabenstellung an, wir beantworten ihre Fragen, ermutigen sie in ihren Erprobungs-Phasen. Entsprechend dem Kooperationsvertrag kommt es zu regelmäßigem Fachaustausch aller Beteiligten. Wir sind uns stets der Verantwortung bewusst, zukünftige Berufstätige im Berufsfeld Sozialpädagogik und Hauswirtschaft in ihrer Ausbildungszeit fachlich fundiert zu begleiten, zu beraten, anzuleiten. 8.5 Praktikantinnen und Praktikanten Um einem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen, bieten wir Schüler/innen sowie

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Student/innen die Möglichkeit, die Facetten unseres Arbeitsfeldes kennenzulernen. Ab und an unterstützen uns auch Jugendliche im Bundesfreiwilligendienst. Bei der Vergabe der Praktikumsplätze berücksichtigen wir nicht nur die Belange der Bewerber/innen sondern auch die aktuelle Situation der Kinder und des KitaGeschehens. Der Prozess von Kennenlernen, Vertrauengewinnen und doch recht schnell wieder Abschiednehmen "Neuer Erwachsener" strengt auch unsere Kinder in der Kita an und muss behutsam eingesetzt werden. Die Eltern sind darüber informiert, in welchem jeweiligen Umfang wir Ausbildungs- und Praktikumsort sind.

9. Die Kita als Teil der Kirchengemeinde 9.1 Gemeinsame Aktivitäten, Projekte und Angebote für Familien Besonders deutlich sind wir mit der Kirchengemeinde Hauptkirche St. Petri durch die Mitwirkung in Familien-Gottesdiensten verbunden. Dies geschieht jeweils einmal im Frühjahr, im Herbst, sowie im Familien-Gottesdienst an Heiligabend. Die Gottesdienste fördern die Anbindung der bei uns betreuten Kinder und ihrer Familien an die Kirchengemeinde Hauptkirche St. Petri. Wir unterstützen damit die Zielsetzung der Hauptkirche, häufig im Jahr Anlässe zu schaffen, um ein familienfreundliches Gotteshaus zu sein. Das große Gotteshaus wird von vielen Menschen in der Stadt aufgesucht, bedingt durch die City-Lage mit geringer Wohnbevölkerung besteht die Kirchengemeinde selbst aus einer sehr kleinen ortsansässigen Kerngemeinde und vielen Christen, die sich eingemeinden ließen. Zusätzlich zu den Familiengottesdiensten an Sonn- und Feiertagen gestalten wir im Rahmen des jährlichen Verabschiedungs-Festes für unsere "Schulkinder" gemeinsam mit Pastor und Kantorin einen Gottesdienst im großen Altarraum, der dann speziell von unseren Kita-Familien und deren Angehörigen besucht wird. Darin verabschieden wir uns von den Kindern, die uns während des Sommers verlassen und wünschen ihnen Gottes Zuspruch auf dem weiteren Lebensweg. Wenn von Eltern gewünscht und vom Kita-Ablauf möglich, begleiten wir familiäre Amtshandlungen in der Hauptkirche, z.B. Taufe/Hochzeit. Auf das gemeinsame Kinderchor-Projekt von Kita und Kirchenmusik mit der Kantorin der Gemeinde wird unter Punkt 12 (Vernetzung im Stadtteil) näher eingegangen. Die Kooperation mit dem Seelsorge- und Beratungszentrum wird beiderseits gewünscht und in Projekten versucht. Sie wird aber momentan sehr gering von Eltern in Anspruch genommen. Die Kita-Leitung nimmt regelmäßig an den Gemeinde-Dienstbesprechungen teil und bringt dort die Belange der Kita mit ein. Kleine hausmeisterliche Tätigkeiten werden durch die Küster der Gemeinde ausgeführt. In jedem zweiten Jahr finden die Betriebsausflüge von Kita und Gemeinde gemeinsam statt, die Kita-Leitung beteiligt sich an jedem Gemeinde-Betriebsausflug. Im Kirchengemeinderat ist ein Mitglied bestimmt, dass die Belange der Kita begleitet und präsentiert. Es besteht reger Austausch des Gemeinderats-Mitgliedes und der Kita-Leitung. Unter Punkt 11 wird näher eingegangen auf die Präsentationsformen von Kita in die Gemeinde hinein.

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Räumlich kooperieren wir mit der Kirchengemeinde, indem wir Nachbarn zum Kirchgebäude und dem großzügigen Kirchplatz sind sowie Mieter in ihrem Gebäude St. Petri-Haus. Dort nutzen wir ab und an Räume im Beratungs- und Seelsorgezentrum, häufig den Gemeindesaal und ständig den Fahrstuhl, denn alle Familien, die mit einem Kinderwagen kommen, bringen diesen mittels Fahrstuhl ins Untergeschoss in den Karrenkeller und holen ihn am Ende der Betreuungszeit dort wieder ab.

10. Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung Der Träger hat ein Qualitätsmanagement-Handbuch erstellt. Es gibt uns Orientierung, stärkt uns und lenkt uns in unserer fachlichen und konzeptionellen Arbeit. Im Rahmen der Management-Umsetzung sind wir verpflichtet zur kontinuierlichen Reflexion und Weiterentwicklung unserer Arbeitsinhalte. Die Regionalleitung des Verbandes begleitet uns in den Prozessen. Auch durch das Instrument der Integrierten Qualitäts- und Personalentwicklung (IQUE) befinden wir uns in einem stetigen Prozess der Überprüfung unserer Arbeit. In den drei Kernprozessen "Bildung, Betreuung und Erziehung bei Kindern U 3", "Bildungsprozesse in der Kita" und "Zusammenarbeit Kita-Familie" halten wir die fachliche Auseinandersetzung in unserem Team lebendig. Die darin festgeschriebenen Leitsätze werden in regelmäßigen Abständen überprüft, unsere Haltung dazu überdacht und unsere Arbeit damit aktualisiert, verbessert und den aktuellen Situationen angepasst. Durch das Verfahren der Bestandsaufnahme überprüfen wir den Stand unserer Arbeit und entwickeln sie durch schriftlich festgehaltene Qualitätsvereinbarungen weiter. Verbindliche Jahreszielgespräche für alle Mitarbeitenden dienen der Reflexion der eigenen Arbeit und der Entwicklung von neuen Zielsetzungen.

11. Öffentlichkeitsarbeit Die exponierte Lage unserer Kindertageseinrichtung mitten in der Innenstadt weckt das Interesse und die Neugierde der Öffentlichkeit. Wir sind uns dessen bewusst und beachten dies in unserer Fenstergestaltung sowie dem Ordnunghalten rund um Haus und auf dem Spielplatz. Aber nicht nur die Räume wirken, sondern unsere Kinder bewirken Interesse in der City. Es gehen Kinder mit der Hauswirtschaftsleiterin im Stadtteil für das Mittagsessen einkaufen. Es fahren Kinder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Es spielen Kinder zu vielen Tageszeiten auf dem kleinen Spielplatz, was weit über den großen Kirchplatz zu hören ist. Jeweils aktuell präsentieren und dokumentieren wir Projekte und Angebote innerhalb der Räumlichkeiten in unserer Einrichtung. Das wird bei Hausbesichtigungen wahrgenommen. Ab und an gestalten wir ein Schaufenster der Innenstadt und machen unsere Einrichtung dadurch für Außenstehende sichtbar. Wir gehen auf Firmenanfragen ein, wenn wir es für sinnvoll und für das Hauskonzept als

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Bereicherung erachten. Wir beteiligen uns an Großveranstaltungen des Trägers und schreiben Artikel für die Evangelische Kita-Zeitung. Mit Internetauftritt und dem Haus-Flyer informieren wir über unsere Betreuungsformen, Inhalte, Schwerpunkte, Zielsetzung. Anfragen, die telefonisch oder per Mail an uns gestellt werden, bearbeiten wir zeitnah und zuverlässig. Wir sind als Institution mit unseren Inhalten in der Kirchengemeinde präsent, im Rahmen der Gemeindeversammlungen berichten wir auch interessierten Gemeindemitgliedern und Mitarbeitern regelmäßig aus unserer Arbeit. Besonders öffentlichkeitswirksam ist es jeweils, wenn wir uns an Veranstaltungen wie Familiengottesdienst und Chorauftritt zu besonderen Feierlichkeiten beteiligen. Wir nutzen den Gemeindebrief und Internet-Auftritt der Hauptkirche St. Petri als Medium, um über unsere Arbeit zu berichten oder Ankündigungen zu machen.

12. Kooperation und Vernetzung im Stadtteil Kooperation dient dazu, Erfahrungen, Wissen und Ressourcen auszutauschen. Zur Förderung der Stadtteil-Vernetzung nehmen wir an Sitzungen der Stadtteilentwicklung und an den Stadtteilkonferenzen sowie an den Sitzungen des Jugendamtes (ASD) teil. Außerdem beteiligen wir uns an regionalen Austausch-Treffen von Kita-Leitungen verschiedener Träger. Wir pflegen stets gute Zusammenarbeit mit dem bürgernahen Beamten. Er ist den Kindern gut bekannt, alle erleben seine Unterstützung bei Kita-Veranstaltungen als Bereicherung. Bewährt hat sich die Kooperation mit der evangelischen Kita St. Katharinen in der Hafencity. Im Rahmen einer Langzeitfortbildung konnten Mitarbeiter/innen beider Kitas in den Erfahrungs-Austausch über fachliche Inhalte von City-Kitas gehen. Eine besondere Form der Kooperation pflegen wir mit der Hamburger Kinder- und Jugendkantorei. Kita-Kinder sind Teilnehmer während der Kita-Zeit mit dem "Singmäuse-Projekt" für 3- bis 4-jährige Kinder. Mit zunehmendem Alter können KitaKinder mitwirken in den altersentsprechenden Chorgruppen: Zimbelsterne und Kinderkantorei I. Die Proben finden im Gemeindesaal statt, geprobt wird am Nachmittag im Rahmen der Kita-Zeiten. Die Kinderchor-Gemeinschaft ist in den letzten Jahren gewachsen, und es entstand eine Kooperation zwischen beiden Hauptkirchen St. Petri und St. Katharinen. Dadurch wirken Kinder und Familien der Kita Hauptkirche St. Petri bei Chor-Veranstaltungen beider Hauptkirchen mit, erleben in zwei großen Innenstadtkirchen Gemeinschaft und Anerkennung durch Chorgesang. Die Kooperation mit Grundschulen geschieht im Rahmen der "Viereinhalbjährigen Vorstellungen in der Schule". Da Kinder unserer Kita in allen Stadtteilen Hamburgs wohnen, gestaltet sich eine vertiefte Kooperation mit ein oder zwei umliegenden Grundschulen schwierig. Der Anteil an Kindern, die dort eingeschult werden, ist gering.

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Konzeption der Kindertagesstätte, Hauptkirche St. Petri

Stand 2015

13. Ausblick und Zukunftsvisionen In unserer fachlichen Arbeit werden wir uns stetig weiterentwickeln. Wir verstehen uns als "Werkstatt-Kita" und wollen so mit den Kindern gemeinsam neue Ziele anstreben - möge es uns gelingen, eine gute Balance zwischen AltBekanntem und neuen Ideen zu finden. Durch die Integration von Elementen aus dem Bildungs- und Lernkonzept der Reggio-Pädagogik werden wir die Kinder immer stärker in ihren Ausdrucksmöglichkeiten fördern und ihnen in ihrem "eifrigen ForscherTreiben" kompetente Wegbegleiter/innen sein. Nachdem nun erfolgreich "Bildungs- und Lerngeschichten" und Portfolio-Mappen in der Kita konzeptionell verankert wurden, streben wir die Einführung der Marte-MeoMethode an, einem entwicklungsfördernden Konzept mit Video-Unterstützung. Mit der Marte-Meo-Methode werden die Bezugspersonen von Kindern darin unterstützt, ihre Fähigkeiten im Umgang mit Kindern auszubauen, um noch gezielter förderliche Interaktionen für die Entwicklung der Kinder anzuregen. Wir wollen weiterhin diesen Standort mit den jeweils aktuellen Inhalten einer evangelischen Kita füllen. Mit Gottes Segen wollen wir viele Kinder in ihrer Entwicklung begleiten, Eltern unterstützen und Fachkräfte ausbilden. Wir danken unseren Familien für ihr Vertrauen, ihre Unterstützung und ihre Weiterempfehlung. Wir danken der Kirchengemeinde Hauptkirche St. Petri für die beständige Kooperationsbereitschaft. Wir danken der Geschäftsleitung und Regionalleitung Kirchengemeindeverband ev. Kitas im Kirchenkreis HH-Ost für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und Begleitung.

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Impressum

Herausgegeben von der Kindertagesstätte der Hauptkirche St. Petri, Kita Hauptkirche St. Petri, Bei der Petrikirche 3a, 20095 Hamburg Telefon: 040-1888866 / E-Mail: [email protected] Für den Inhalt verantwortlich: Karin Müller-Körber / Gloria Halmschlag Alle Rechte der Fotos liegen bei Kita der Hauptkirche St. Petri Januar 2015