Konzeption - Ev. Kita Markus Tangstedt

Konzeption - Ev. Kita Markus Tangstedt

Konzeption Ev. Kindertagesstätte Markus eine Einrichtung des Kindertagesstättenwerkes Pinneberg im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein un...

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Konzeption

Ev. Kindertagesstätte Markus eine Einrichtung des Kindertagesstättenwerkes Pinneberg im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein und der Ev.-Luth. Kirchengemeinde in Rellingen

Inhaltsverzeichnis Vorwort des Kindertagesstättenwerks Pinneberg  3 Vorwort der Kirchengemeinde Rellingen  4 Vorwort des Bürgermeisters  5 1.

Leitbild des Kirchenkreises 6

2. Die Kindertageseinrichtung  8 2.1. Name und Anschrift  8 2.2. Unser Haus  8 2.3. Gruppenstruktur 9 Öffnungszeiten  9 Schließzeiten  9 2.4. Wer arbeitet in unserem Haus  10 Das Mitarbeiterteam  10 Zeitweise Tätige  10 2.5. Betreiber der Einrichtung  10 2.6. Einbindung in die Kirchengemeinde  10 2.7. Organisatorische Abläufe  11 3. Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen  12 4. Unsere Erziehungs- und Bildungsarbeit 13 4.1. Unser Bild vom Kind  13 4.2. Unser pädagogischer Auftrag  13 4.3. Inhaltliche Arbeit  14 4.4. Religionspädagogik in unserer Einrichtung  23 4.5. Die Inklusionsorientierung in unserer Einrichtung  24 4.6. Beobachtung, Planung und Dokumentation  25 4.7. Beziehungsvolle Pflege 25 5. Gestaltung von Übergängen  26 5.1. Eingewöhnungsphase 26 5.2. Wechsel von Krippe – in den Elementarbereich  26 5.3. Übergang von der Kita in die Schule  26

1

6.

Maßnahmen der Qualitätsentwicklung  27

7. Kindeswohl  28 8. Partizipation  29 8.1. Verfahren bei Kindern  29 8.2. Verfahren bei Erziehungsberechtigten  29 9. Beschwerdemanagment  31 9.1. bei Kindern  31 9.2. bei Erziehungsberechtigten  31 10. Zusammenarbeit 32 10.1. mit Erziehungsberechtigten  32 10.2. der Mitarbeitenden  32 10.3. mit Kommunen und anderen Institutionen  33 11. Nachwort 34 12. Literaturverzeichnis 35 13.

Hinweise auf weitere Anlagen  35

14. Impressum 35

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Vorwort des Kindertagesstättenwerks Pinneberg Liebe Eltern, liebe Leserin, lieber Leser! Wurzeln und Flügel, Geborgensein und Aufbrechen: Kinder brauchen beides! So betreuen und fördern wir die Kinder in unseren 13 Einrichtungen im Evangelischen Kindertagesstättenwerk Pinneberg. In der vorliegenden Konzeption werden Sie beide Grundmotive wiederentdecken. Jede Kita in unserem Werk ist ein einzigartiger Lebens- und Lernort für die Kinder. Er prägt sie auf unterschiedliche Weise, bietet doch die Lebensgemeinschaft auf Zeit vieles von dem, was das Leben ausmacht. Um das Leben zu entdecken und einzuüben, hat jedes Kind sein eigenes Tempo; dafür nehmen wir uns Zeit. Jedes Kind steht für uns im Mittelpunkt, und dafür geben wir ihm Raum zur Entfaltung. Kinder entdecken in der Lebensgemeinschaft Kita ihre eigene Persönlichkeit, und gleichzeitig wachsen sie hinein in eine Gemeinschaft und in ihre Umwelt. Damit erfüllen wir als kirchlicher Träger unseren Erziehungs- , Bildungs- und Betreuungsauftrag. Die Kitas unseres Werks sind immer Teil einer Kirchengemeinde. In dieser Zusammenarbeit ergibt sich oft ein weites Feld für Begegnungen, Beziehungen und die Möglichkeit, unsere jüdisch-christliche Tradition neu zu beleben. „Wann hat Gott Geburtstag?“ „Wer lässt die Bäume wachsen?“ Kinder fragen, und wir sind auch religionspädagogisch Wegbegleiter auf der Suche nach Antworten. Über unseren evangelischen Zugang bieten wir den Kindern die Möglichkeit, den eigenen Glauben zu entwickeln und neugierig zu bleiben. Wir stehen ein für das, was uns wichtig ist: „Du bist geborgen und behütet und wunderbar gemacht“ (Psalm 139,14). Deshalb lautet unser Motto: „Mit Gott groß werden.“ Unsere Einrichtungen sind für alle Menschen offen, unabhängig von ihrer Reli­gion, Nationalität oder sozialen Herkunft. Das ist eine christliche Grundüberzeugung, denn Jesus Christus hat in seiner Zuwendung auch nicht nach der Herkunft eines Menschen gefragt. Wir möchten den uns anvertrauten Kindern ein liebevolles Umfeld bieten. Allen Beteiligten, die daran mitwirken, sei von Herzen für ihren Einsatz gedankt.

für das Kita-Werk Pinneberg Pastor Dr. Lennart Berndt (stv. Vorsitzender des Vorstands)

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Vorwort der Kirchengemeinde Rellingen Liebe Eltern, liebe Leserinnen und Leser! „Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du sich seiner annimmst?“ (Psalm 8,5) Seit 45 Jahren engagiert sich die Ev.-Luth. Kirchengemeinde Rellingen als Trägerin unserer Kindertagesstätten. Seit August 2012 gestalten wir diese Aufgabe gemeinsam mit dem Kitawerk Pinneberg. Seit jeher steht das christliche Menschenbild im Zentrum unseres Bildungsauftrages. In einzigartiger Weise betont die Bibel den Wert und die Würde jedes Menschenkindes, das Gott zu seinem Ebenbild geschaffen hat. Für Christinnen und Christen wird diese unverbrüchliche Liebe zu uns Menschen sichtbar in Jesus Christus. Von ihm berichten die vier Evangelien Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, nach denen unsere Kindergärten benannt sind. Wir sind davon überzeugt, dass die Liebe Gottes allen Menschen gilt, unabhängig von Begabungen, Aussehen, Herkunft oder Nationalität. Deshalb stehen unsere Einrichtungen allen Kindern offen, ganz gleich, welche Religionszugehörigkeit sie haben. Diese Offenheit ist auch Grundlage der vorliegenden Konzeption: Wir wollen kein Kind ausschließen, sondern integrieren; wir sehen unsere Arbeit als Dienst am Menschen. Dieser Dienst konkretisiert sich im Alltag in der Wahrnehmung jedes einzelnen Kindes: mit seinen Begabungen und Stärken, mit seinen Bedürfnissen und seinen Grenzen. Die Erzieherinnen und Erzieher vermitteln durch ihre Fürsorge und Förderung den Kindern die Erfahrung unbedingten Angenommenseins, von dem im obenstehenden Psalmwort die Rede ist. Nach christlichem Verständnis schöpfen wir diese Erfahrung aus der geheimnisvollen Wirklichkeit Gottes, für die wir als Kirchengemeinde zu unseren Festen im Kirchenjahr und im Alltag den Horizont offen halten. Bei der Gestaltung dieses alltäglichen Miteinanders leisten unsere vier Kindergärten einen ganz besonderen Beitrag. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gilt daher der Dank unseres Kirchengemeinderats für den liebevollen, kreativen und gewissenhaften Einsatz in ihrer täglichen Arbeit. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind eine gute und gesegnete Zeit in unseren Kindergärten!

Für den Kirchengemeinderat Pastor Dr. Lennart Berndt    Pastorin Iris Finnern    Pastorin Martje Kruse

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Vorwort des Bürgermeisters

Tangstedt tut viel für seine Kinder und der Markus-Kindergarten trägt seit Beginn vieles dazu bei. Die Kirchengemeinde Rellingen, zu der Tangstedt seit alters her gehört, und das KiTa-Werk des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein betreuen Personal und Organisation unseres Kindergartens, die politische Gemeinde Tangstedt stellt ihnen mit Grundstück und Gebäuden sowie mit der Übernahme der nicht durch Elternbeiträge und Zuschüsse gedeckten Kosten die sachliche und finanzielle Basis dafür zur Verfügung. Gemeinsam haben Kirche und Gemeinde sowie die Mitarbeiter des Markus-Kinder­ gartens eine freundliche und zu fröhlichem Beisammensein einladende Umgebung geschaffen, die von Eltern und Kindern zwischen zwei und zehn Jahren gleichermaßen angenommen und geschätzt wird. Um den Eltern neben dem persönlichen Eindruck einen tieferen Einblick in die Arbeit des Markus-Kindergartens geben zu können und auch um den Mitarbei-terinnen und Mitarbeitern des Kindergartens die Richtschnur für ihre Arbeit zu verdeutlichen, ist die bereits vorliegende schriftliche Konzeption weiterentwickelt und auf den neuesten Stand gebracht worden. Ich wünsche allen Kindern und Eltern sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Markus-Kindergartens, dass die vorliegende Konzeption dazu beiträgt ihnen die Zeit dort wertvoll erscheinen zu lassen und sie anspornt daran mitzuwirken!

Detlef Goos Bürgermeister

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1.

Leitbild des Kirchenkreises



Leitbild Evangelischer Kindertagseinrichtungen im Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein



Jedes Kind ist bei uns willkommen



Jedes Kind ist von Gott gewollt – so wie es ist. Unabhängig davon, wo es herkommt, was es kann oder leistet. Das ist unser christliches Menschenbild. Deshalb sind unsere Kindertageseinrichtungen offen für alle Kinder, und wir achten ihre religiöse, soziale und kulturelle Zugehörigkeit.



Wir leben den christlichen Glauben



Unser Handeln ist geprägt vom Wissen um das Angenommensein von Gott und das Angewiesensein auf Gott und andere Menschen und dem Respekt vor der Würde des Einzelnen. Bei uns können Kinder – und ihre Familien – den christlichen Glauben und seine Tradition kennenlernen.



Wir geben Raum und Zeit zur Entwicklung



Unsere Aufgabe ist die Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder. Ihre geistige, emotionale und körperliche Entwicklung fördern wir in einem gesunden Umfeld. Wir bieten ihnen Geborgenheit, vertrauensvolle Beziehungen und eine anregungsreiche Umgebung, damit sie eigeninitiativ und mit ihren individuellen Fähigkeiten die Welt entdecken können. Wir begegnen ihnen mit Offenheit und unterstützen sie, Antworten auf ihre vielen Fragen zu finden.



Wir sind Partner der Eltern



Das vertrauensvolle Miteinander mit Eltern ist uns wichtig.



Wir wissen um sich verändernde Lebenssituationen von Familien und orientieren daran unsere Angebote. Alle Eltern sind mit ihren Anregungen willkommen. Sie können sich auf vielfältige Weise einbringen und den Alltag der Einrichtung mit gestalten.

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Wir sind Teil einer starken Gemeinschaft



Evangelische Kindertageseinrichtungen sind ein wichtiger Teil der Kirchen­ gemeinden. In unseren Einrichtungen können Kinder und Eltern Kirche als lebendige Gemeinde erfahren.



Die Mitarbeitenden sehen sich als einen aktiven Teil dieser Gemeinschaft. Sie zeichnen sich durch eine christliche Grundhaltung und fachliche Kompetenz aus.



Wir pflegen einen wertschätzenden Umgang in unserer Zusammenarbeit



Der Umgang des Trägers, der Leitung und der Mitarbeitenden untereinander ist geprägt von Offenheit, Respekt und Wertschätzung.



Wir setzen uns für die Anliegen der Kinder ein



Wir vertreten die Anliegen von Kindern und ihren Familien in der Kirchen­ gemeinde und in der Öffentlichkeit. Wir kooperieren mit verschiedenen Institutionen und engagieren uns in fachpolitischen Gremien.



Wir bewahren die Schöpfung



In unseren Kindertageseinrichtungen setzen wir uns nachhaltig für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung ein. Das prägt den Alltag, das Miteinander von Mitarbeitenden, Kindern und Eltern.



Unsere Arbeit hat Qualität



Für den Träger und die Mitarbeitenden  ist der Prozess der Weiterentwicklung der vorhandenen  Qualität ein integraler Bestandteil der gemeinsamen Arbeit. Durch Fachberatung und Fort- und Weiterbildung wird dieser Prozess begleitet und unterstützt.

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2.

Die Kindertageseinrichtung

2.1. Name und Anschrift



Ev. Kindertagesstätte Markus Brummerackerweg 7 25499 Tangstedt Tel.: 04101/512119, Fax: 04101/587104 Email: [email protected]

2.2. Unser Haus

Unsere Kita liegt zentral in der Dorfmitte von Tangstedt. Angebunden an die Kita ist die große Turnhalle, in der einmal in der Woche psychomotorischer Sport stattfindet. Gegenüber ist ein öffentlicher Spielplatz und das Kinder- und Jugendhaus „10“ sowie die Freiwillige Feuerwehr Tangstedt. Im Hauptgebäude gibt es drei Gruppenräume mit jeweils 2 Ebenen, einen ebenerdigen Gruppenraum sowie dazugehörige Toiletten und Garderoben, eine Küche und eine große Halle, die als Cafeteria und als Versammlungsort genutzt wird. In dem 2010 fertig gestellten Anbau sind die Krippe und ein weiterer Gruppenraum für die Familiengruppe untergebracht. Der zusätzlich aufgestellte Pavillon beinhaltet einen Gruppenraum, Toilette und Garderobe.



Das Außengelände ist großzügig gestaltet und bietet zum Spielen viel Freifläche, Sandkisten sowie einen Hügel mit integriertem Klettergerüst mit Rutsche und Tunnel. Außerdem gibt es eine Schaukel- und eine Wasseranlage. Und auf Wunsch der Kinder eine große Fahrzeugfahrstrecke.



Grundsätzlich ist die Kita auf die Bedürfnisse der Kinder ausgerichtet und möchte ein gutes Umfeld zur vielfältigen Entwicklung der Kinder bieten.

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2.3. Gruppenstruktur

Die Kita umfasst drei Gruppen im Elementarbereich, eine Familiengruppe und eine Krippengruppe. Die Kita bietet Platz für 95 Kinder vom 1. Lebensjahr bis zur Einschulung. Aufgeteilt sind diese Plätze in 80 Plätze im Elementarbereich – Kinder im Alter ab drei Jahren bis zur Einschulung – und 15 Plätze für Krippenkinder – vom 1. bis zum 3. Lebensjahr. Die Gruppen sind altersgemischt. Die Kita arbeitet nach dem Konzept der offenen Arbeit.

Öffnungszeiten

Die Kita ist geöffnet von Montag bis Donnerstag von 7.30 Uhr bis 17.00 Uhr und freitags von 7.30 Uhr bis 16.00 Uhr Es gibt gemäß Beschluss der Gemeinde Tangstedt vier Möglichkeiten der ­Betreuung: 7.30 bis 13.00 Uhr (kein Mittagessen)



Spätdienst mit Mittagessen: 7.30 bis 14.00 Uhr 7.30 oder 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr 7.30 oder 8.00 Uhr bis 17.00 Uhr Grundsätzlich gilt, dass dieses Angebot nur bei entsprechendem Bedarf der Eltern aufrechterhalten werden kann. Weitere Informationen erhält man aus der Kindertagesstättenordnung.

Schließzeiten

Die Kita ist in den letzten drei Wochen der Sommerferien Schleswig-Holstein, zwischen Weihnachten und Neujahr sowie am Freitag nach Himmelfahrt geschlossen.



Des Weiteren gibt es eine Fortbildungswoche in den Herbstferien, in der die Kita ebenfalls geschlossen ist.

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2.4. Wer arbeitet in unserem Haus

Das Mitarbeiterteam



Insgesamt sind 14 Fachkräfte in der Kita tätig, davon drei männliche Erzieher. Hinzukommen noch externe Fachkräfte, Reinigungs- und Küchenkräfte sowie Hausmeister. Unsere Mitarbeiter verfügen über aktuelle Gesundheitszeugnisse und erweiterte Führungszeugnisse. Die Kita und alle Mitarbeitenden, Kinder und Besucher sind bei Ecclesia versichert.



Es gibt einige Mitarbeitende mit Zusatzausbildung für Psychomotorik, Sprache, Musik, Märchenerzählerin und Therapeutin, TRG-Religionspädagogische Zusatzqualifikation, Klangschalen-Massagepraktikerin, Waldpädogoge.



Zeitweise Tätige



Heil- und Sonderpädagogen von verschiedenen Firmen u. a. Lebenshilfe und „Familienräume“.

2.5. Betreiber der Einrichtung

Kindertagesstättenwerk Pinneberg im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein Max-Zelck-Straße 1, 22459 Hamburg

2.6. Einbindung in die Kirchengemeinde

Die Kirchengemeinde Rellingen ist in der Trägerversammlung des Kita-Werkes.



Die zuständige Pastorin ist in Gremien der Kita vertreten, sie kommt regelmäßig zu Andachten und Festen in die Kita.



In der Kita wird auf Veranstaltungen der Kirchengemeinde hingewiesen.



Die Pastoren der Kirchengemeinde stehen Kindern, Eltern und Fachkräften für seelsorgerische Anfragen zur Verfügung.

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2.7. Organisatorische Abläufe

Die Anmeldungen sind schriftlich rechtzeitig einzureichen, ebenso ist mit den Abmeldungen zu verfahren.



Für die Krippe gibt es Aufnahmekriterien der Gemeinde Tangstedt.



Die Elternbeiträge werden jedes Jahr angepasst. Eine Liste hängt öffentlich aus.



Mit Ausnahme der Eingewöhnungszeit für neue Kinder, legen wir Wert darauf, dass die Kinder bis spätestens 9.00 Uhr in die Kita gebracht werden.



Am Turntag frühstücken die Kinder in ihrer Gruppe.



Die Geburtstage werden besonders gefeiert und finden in der Gruppe statt.



An den anderen Tagen haben die Kinder die Möglichkeit ihr Frühstück in der Cafeteria einzunehmen. Selbständig holen die Kinder ihre Taschen, das Geschirr und die Getränke. Sie haben ausreichend Zeit und Ruhe zum Essen.



Der Besuch der Kita ist freiwillig. Die pädagogische Arbeit ist jedoch so angelegt, dass sie einen regelmäßigen Besuch des Kindes erfordert. Auch die Kinder selbst brauchen ein Mindestmaß an Regelmäßigkeit, um in der Gruppe zu bestehen und Freundschaften schließen und pflegen zu können.



Es gibt eine Wochen- und Jahresplanung, die Projekte und Kurse sowie Feste und Jahreszeiten berücksichtigt.

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3. Rahmenbedingungen und rechtliche Grundlagen

Die Kita arbeitet auf der rechtlichen Grundlage nach dem Bundes-und Landesgesetzen sowie Verordnungen des Landes Schleswig-Holstein und des Kreises Pinneberg.

n  Kinder- und Jugendhilfegesetz der Bundesrepublik Deutschland n  Kindertagesstättengesetz des Landes Schleswig-Holstein n  Kindertagesstättenvertrag zwischen Träger und Kommune n  Kindertagesstättenordnung des Kindergartens n  Personalvorgaben (Betreuungsschlüssel) n  Kita-Beirat mit Geschäftsordnung

Es gibt Aufnahmekriterien sowie eine Hausordnung.



Die Kita hält sich an aktuelle Datenschutz Empfehlungen der EFAS (www.ekd/ efas.de).

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4. Unsere Erziehungs- und Bildungsarbeit 4.1. Unser Bild vom Kind

Bei uns steht das Kind im Mittelpunkt unserer Arbeit. In Anlehnung an Janusz Korsczak sehen wir unsere Professionalität darin, Bedürfnisse, Interessen und Neigungen der Kinder aufzunehmen, aber ihnen einen verlässlichen Rahmen zu geben. Das beinhaltet Regeln, Pflichten und Aufgaben, die in einem guten Verhältnis auch mit den Kindern auszuhandeln sind.



Einige Werte und Haltungen sind für uns verpflichtend: Demokratie, Offenheit, Freiheit, Kritikfähigkeit, Neugier, Solidarität, Sprachfähigkeit in Glaubensangelegenheiten und in eigener Sache. (siehe Punkt 8. und 9.)



Um zum Sprechen motiviert zu werden, nehmen wir die Kinder ernst. Wir geben ihnen Zeit und hören ihnen zu. So wird ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Sie erleben, dass ihre Meinung wichtig ist. Daraus entwickeln sie Mut, sich zu äußern.



Die Kinder haben ein Recht darauf, so zu sein, wie sie sind!



Die heutige Wohnungslage bietet wenig selbstgestalterische Möglichkeiten und Freiheiten:



Spielzeuge sind vorgefertigt. Der Fernseher und Computer gehört schon zur Kinderzimmerausstattung wie der Schreibtisch und das Bilderbuch. Wer schickt seine Kinder alleine nach draußen?



Die Kita bietet den Kindern Entwicklungsmöglichkeiten, die man im privaten Rahmen nicht mehr schaffen kann.



Wer sich die Zeit nimmt, über diese Thematik intensiv nachzudenken, wird feststellen, dass es gut ist, wenn sich die Kita auf diese veränderte Kindheit einstellt und sich genauso weiterentwickelt wie die Kinder.

4.2. Unser pädagogischer Auftrag

Die Kita ist eine sozialpädagogische Einrichtung und hat neben der Betreuungsaufgabe einen eigenständigen Erziehungs- und Bildungsauftrag. Die Förderung der Persönlichkeit des Kindes, die Beratung und Information der Erziehungsberechtigten sind von wesentlicher Bedeutung. Die Kita ergänzt und unterstützt dadurch die Erziehung des Kindes in der Familie.



Die Kita hat insbesondere die Lebenssituation jedes Kindes zu berücksichtigen, dem Kind zur größtmöglichen Selbstständigkeit und Eigenaktivität zu verhelfen, seine Lernfreude anzuregen und zu stärken und dem Kind zu ermöglichen, seine emotionalen Kräfte aufzubauen.

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4.3. Inhaltliche Arbeit

Das Kind steht im Mittelpunkt dieser Pädagogik. Ausgangspunkt dieses Ansatzes sind die Bedürfnisse der Kinder in der Kita. Für uns als Erziehende heißt das, Impulse der Kinder aufzugreifen.



Um den Kindern einen möglichst großen Erfahrungsbereich zu schaffen, werden sämtliche Räume, ebenso das Außengelände zu Spiel- und Funktionsbereichen erklärt.



Wir sehen uns als die Entwicklungsbegleiter, Beobachter und Anwälte des Kindes und als Moderatoren und Dialogpartner.



Das entwicklungsbegleitende Handeln der Erziehenden vollzieht sich nicht in einem „luftleeren Raum“ oder geschieht zufällig, sondern ist das Ergebnis eines Zusammenspiels von sehr unterschiedlichen Einflüssen und Faktoren. Impulse der Kinder werden aufgegriffen, um auf diese Weise die Entwicklung der Kinder zu fördern. Dabei stehen die Bedürfnisse und nicht nur die Wünsche der Kinder im Vordergrund. Die Erziehenden leiten aus Beobachtungen Situationen ab, die für die meisten Kinder von Bedeutung sind, und entwickeln daraus Projekte für die Kinder.



Durch Beobachten der Schlüsselsituation werden Themen der Kinder von Erziehern aufgegriffen und dementsprechende Projekte angeboten.



Wir bieten jeden Tag Mitmachprojekte an bzw. entwickeln mit den Kindern Spiel- und Lernprojekte. Das geht vom Knetsand selber machen über Zirkus,und Theaterspielen bis zum Kekse backen.



Wir orientieren uns an den Lebenssituationen der Kinder und bieten ihnen eine Erweiterung von Erfahrungsbereichen, um sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander zusetzen.



Kinder erschließen sich die Welt zunächst über ihre Sinne. Durch die Körperwahrnehmung, die Nah- und Fernsinne und die damit verbundenen emotionale Verarbeitung beginnt das Kind, die Welt ganzheitlich zu begreifen und zu strukturieren.

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Sprache



Kinder erwerben Sprache nur durch ihren aktiven, kommunikativen Einsatz und hierbei ist entscheidend, ob sie Freude und Lust am Sprechen entwickeln. Kinder entwickeln Sprechfreude wenn sie auf jeder Entwicklungsstufe mit all ihren Kommunikationsbemühungen Erfolg haben. Erzieher/innen regen und unterstützen die Aktivitäten und das sprachliche Experimentieren der Kinder an. Sprachförderung bedeutet an den individuellen Lebenserfahrungen und entwicklungsbedingten Fähigkeiten jedes Kindes anzuknöpfen und seine Kommunikations- und Bildungsbedürfnisse im umfassenden Sinn wahrzunehmen. Sprachförderung kann nicht als isoliertes Programm verstanden werden, sondern ist in allen Bereichen integriert.



Sie hilft den Kindern zu benennen wie sie sich fühlen, empfinden und denken, ihre Wahrnehmung der Umwelt auszudrücken, zu strukturieren und mit der Welt zu kommunizieren.



Sprache wird ganzheitlich entwickelt. Körperwahrnehmung und Motorik kann nicht von Sprache getrennt werden.



Im Gespräch, in der Gruppe oder zu zweit, lernen Kinder, sich bei unterschiedlichen Anlässen an Gesprächsregeln zu halten.



n  ausreden lassen



n  einer spricht zur Zeit



n  richtige Wortwahl



n Umgangston



Sie lernen unterschiedliche Funktionen von Gesprächen zu unterscheiden und vertiefen so ihr Bewusstsein der sozialen Funktion von Sprache.



Ein zentraler Bestandteil der sprachlichen Bildung ist die frühe Begegnung mit Bilderbüchern und Erzählrunden.



Die Lautstruktur der Sprache zu erkennen (phonologische Bewusstheit) stellt die wichtigste Voraussetzung für richtiges Schreiben dar.



In Reimen, Liedern, Rätseln, Fingerspielen etc. unterscheiden die Kinder Laute und Wortbausteine. Sie verwenden bereits spielerisch Zeichen, Bilder und Symbole. Im Laufe der Zeit ist ihnen der Zusammenhang zwischen Gehörtem und Schrift deutlich. Sie erfinden Geschichten zu ihren Bildern und lesen ihre „Kritzelschrift“ vor.



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Beispiele aus der Praxis:



n  freies Sprechen vor der Gruppe



n  Sprachklang, Reimen, Namen klatschen



n  Rhythmik, Kindertanz, Lieder



n Fingerspiele



n Bilderbücher



n Geschichtenwürfel



n Wundersack



Durch verschiedene Kulturen in der Kita und in ihrer Umwelt, machen sie auch erste Erfahrungen mit anderen Sprachen.



Das Freispiel



Während dieser Zeit haben die Kinder die Möglichkeit ihrer Neugierde und ihren Bedürfnissen freien Lauf zu lassen. Jedes Kind kann nach eigenen Ideen und Interessen seinen Kitatag mitgestalten. Sie erleben sich z. B. im Freispiel mal groß, mal klein, mal stark oder auch Hilfe suchend. Dadurch lernen die Kinder sich selbst und ihr Umfeld bewusster wahrzunehmen. Darüber hinaus lernen die Kinder feste Regeln kennen. In Kleingruppen wird auf die unterschiedlichen Fähigkeiten im motorischen und kognitiven Bereich eingegangen z. B. durch Freispielangebote.



Das Spiel



Alle Fähigkeiten, alle Emotionen, alles Leben und Lernen erarbeitet sich das Kind im Spiel. Seien es Zusammenhänge, Lernschritte, handwerkliche, soziale und intellektuelle Fähigkeiten: sie können sich im einfachen Spiel entwickeln. Das würdigen wir durch unser Funktionsraumprinzip. Die Kinder gestalten die Regeln entscheidend mit.



Das Spiel ist wichtigstes Element im Leben eines Kindes. Kinder lernen und verarbeiten, was bedeutsam ist im Leben „spielend“. Deshalb entwickeln Kinder ihr Spiel selbst; das Spiel bekommt eine Eigendynamik; es werden eigene Ziele gesetzt, aber zugleich wird damit im Spiel auch Kreativität und Eigeninitiative gefordert und gefördert.



Das Selbstwertgefühl steigert sich, wenn Kinder aus dem Spiel lernen.

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Es dient der Aufarbeitung verschiedener Erlebnisse und Sinneseindrücke.



Wir fühlen uns der bedürfnispädagogischen Arbeit verpflichtet, d. h. Bildung ist immer Selbstbildung.



Psychomotorik



Einmal in der Woche wird eine psychomotorische Bewegungslandschaft aufgebaut. Der Begriff der Psychomotorik betont den engen Zusammenhang zwischen Wahrnehmung, Erleben, Bewegen und Handeln.



Die gruppenübergreifenden Angebote und die praktische Umsetzung unserer Lernziele in themenbezogenen Räumen und Bereichen.



Förderung der kindlichen Basiskompetenzen, Erziehungs- und Bildungs­ bereiche:



Forscherraum



Die Kinder brauchen selbst organisierte Lernprozesse. Sie müssen selbst erfahren, wie sie Probleme und Fragen lösen können. Wir geben ihnen hier Raum, auszuprobieren, zu experimentieren, zu forschen. Versuch und Irrtum haben hier die Zeit. Zu den Zielen gehören: selbst Lösungswege zu entdecken.



Einmal im Jahr gibt es eine Forscherwoche an dem sich alle Bereiche beteiligen. Wir sind verbunden mit dem „Haus der kleinen Forscher“ und wurden mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Gesellschaftsspiele/Spielraum: Regel- und Rollenspiel





Den Kindern stehen viele unterschiedliche Spiele, wie z. B. Puzzle, Memory, Kartenspiele, Regelspiele etc. in der Kita zur Verfügung. Ziele: Regeln einhalten, Aushandlungsprozesse erlernen, Förderung der Konzentration und Ausdauer, Frustration Toleranz erlernen. Im Rollenspielbereich stehen verschiede Kleidung und Material zur Verfügung. Es gibt einen Kaufmannsladen, ein Wohnzimmer, eine Waschküche, Wickelmöglichkeit, Kochecke etc. Ziele: Sind den Alltag nachspielen, in andere Rollen schlüpfen, Erlebtes verarbeiten.

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Bauland



Kinder haben das Bedürfnis zum Gestalten, Bauen und Verändern. Nur über diese aktive Auseinandersetzung mit ihrer Umgebung begreifen sie die Welt, bilden geistige Strukturen und können so letztendlich ihre Persönlichkeit voll entfalten.



Im Bauland können sie mit Bausteinen, Konstruktionsmaterialien und unter Einbeziehung des hier vorhandenen Inventars bauen, planen und konstruieren. Ziele: Die physikalischen Gesetzmäßigkeiten werden kennen gelernt (Materialbeschaffenheit wie Gewicht, Dichte, Festigkeit, Oberflächenstruktur) sowie schwerkraftmathematische Gesetzmäßigkeiten weitere Ziele: Nachbauen von bekannten Gebäuden, sich als „Baumeister“ erleben und etwas schaffen!





Atelier



Im Atelier können die Kinder sich künstlerisch frei entfalten – zahlreiches, immer wieder wechselndes Material zum Basteln, Malen und Kneten eröffnet den Kindern einen weiteren Bereich, der ihre Kreativität fordert und fördert. Eigenverantwortung im Gebrauch der Materialien, Erlernen und Trainieren der Feinmotorik, Farbenlehre, schulen der Auge-Hand-Koordination durch den Umgang mit der Schere, Webrahmen, Nadeln etc., ausbilden der Mundmotorik z. B. durch Herstellung von Pustebildern gehören ebenso zur Bildung und zur Erlangung der Schulreife wie z. B. Bastelanleitungen verstehen und umsetzen können.



Ziele:



n  Umsetzung der eigenen Fantasie und Bastelideen,



n  nach Anleitung basteln,



n  erlernen von Techniken mit verschiedenen Materialien,



n  Förderung der Feinmotorik und graphomotorischen Fertigkeiten z. B. Stift- und Pinselhaltung, Farben und Mengenlehre Werkraum



Im Werkraum wird die Phantasie und Kreativität der Kinder gefördert, indem wir vielfältiges Material zur Verfügung stellen, und den Kindern damit Anregungen geben. Ziele sind das erlernen mit echtem Werkzeug umzugehen. Es werden aus verschiedenen Materialien eigene „Produkte“ entworfen und hergestellt. Das braucht Zeit und Planung. Die Kinder lernen sowohl nach Anweisung zu arbeiten als auch Prozesse selber zu gestalten.

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Bewegungsraum



Der Bewegungsraum bietet den Kindern ausreichend Gelegenheit ihre Sinne zu nutzen und zu trainieren, hier können sie klettern, rutschen, über verschiedene Ebenen krabbeln, balancieren, springen, hüpfen, laufen, Ball spielen und vieles mehr. So können sie in ihrem eigenen Tempo und mit ihren eigenen Erfahrungen ihre Sinne ausbilden.



Zusätzlich können wir den Kindern sensorische Erfahrungen durch Massagen, Bällebad, eincremen, bemalen, Spiegel und andere Materialen vermitteln.



Ziele:



n  Freude an Bewegung entwickeln, sich selbst spüren,



n  Kinder lernen spielerisch den Umgang mit einer Vielzahl von Material,



n  Seine eigenen motorischen Stärken herausfinden,



n  Stärkung des Selbstbewusstseins durch Bewegung,



n  Förderung der Konzentration durch Bewegung, Tastsinn … Musik- und Klangraum



In der Kita steht den Kindern eine Vielzahl von Instrumenten zur Verfügung. Im Rahmen von Angeboten fördern wir die musikalische Früherziehung.



Ziele:



n  Spaß und Freude am gemeinsamen Singen, Musizieren und Bewegen.



n  Kennenlernen neuer Lieder und Wiederholung und Festigung bekannter Lieder,



n  kennenlernen von Musikinstrumenten.



Durch das rhythmische Klatschen und den Einsatz der Stimme wird der Körper zum Instrument. Rhythmische Zusammenhänge werden direkt über die Bewegung erfahren.



Als besonderes Angebot gibt es die Klangschalen. Die Klangschalen sind eine Möglichkeit für Kinder zur Ruhe zu kommen, sich auf sich selbst zu konzentrieren/besinnen.



Die Klangschalen haben eine meditative, entspannende Wirkung, die Schwingung entspannt die Muskulatur, steigert so das Körper- und Selbstwertgefühl.

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Ruheraum



Hier haben die Kinder die Möglichkeit zum Rückzug und zur Entspannung.



Sie werden vertraut gemacht mit Yoga, Traumreisen, Entspannungsgeschichten und Meditation.



So können sie lernen, in Zeiten der Unruhe und Überforderung wieder zu sich selbst zu finden und Kraft zu tanken.



Weitere Angebote für Kleingruppen: Zahlenland



Ein mathematisches Programm vor der Vorschularbeit



n  Erlernen der Zahlen, Erkennen von Zahlensymbolen



n  Erwerb von Zahlenverständnis und Gespür



n  Grundkenntnisse der Mengenlehre



Zauberkoffer



Spezielles Angebot für Nichtvorschulkinder, die sprachlich gefördert werden sollen.



n  Förderung der Sprache und Aussprache



n  Stärkung der Persönlichkeit und des Ausdrucks



n  Förderung des freien Sprechens und der Selbstwahrnehmung

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Extraangebote für die Vorschulkinder



Bei den Vorschulkindern handelt es sich um Kinder im letzten Kitajahr.



Für uns Erzieher/innen ist es wichtig, gemeinsam mit den Kindern und Eltern dieses letzte Jahr intensiv erleben zu können, damit die zukünftigen Grundschüler zu einer Gruppengemeinschaft finden.



Für die Kinder gibt es in diesem letzten Jahr zahlreiche zusätzliche Aufgaben und Vorschulprogramme, spannende Projekte aber auch Privilegien - in den Gruppen wie auch gruppenübergreifend: die „Vorschulis“ dürfen alleine raus gehen, sie sind Paten von kleineren Kindern, sie diskutieren über die Gestaltung der Vorschulprojektgruppe in der Kita, sie bestimmen das Jahresthema.



Es findet Hospitationen im Unterricht einer ersten Klasse statt.



Abschlussfahrt nach Eekholt:



Ziel dieser Aktionen ist es, den Kindern eine intensive Erinnerung an ihre Kitazeit zu ermöglichen und sie für die neue Herausforderung als Schulkind noch mehr zu stärken.



Krippe/Krippenkinder der Familiengruppe



Die Arbeit in der Krippe unterscheidet sich vom Elementarbereich, da schon der Alltag für Kinder unter 3 Jahren ein vorrangiges Lernfeld ist.



Die Kinder brauchen besondere Zeit für:



n  Ihr Ankommen in der Gruppe



n  Persönliche Kontakte zu den anderen Kindern



n  Individuelle Pflegesituation mit den Mitarbeitern



n  Selbstständigkeit und Hilfe beim Essen



n  Rückzug- und Schlafenszeiten



n  Bewegung und Spiel im Außenbereich



Alle Angebote sind dem Alter entsprechend.

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Uns ist es besonders wichtig jedes Kind in seiner individuellen Eigenart anzunehmen, um eine sichere Bindung aufbauen zu können. Um diese Bindung zu erreichen, arbeiten wir angelehnt an das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ und geben den Kindern Zeit und Raum sich an die neue Situation zu gewöhnen. Erkennen wir, dass die Eingewöhnung positiv verlaufen ist, fangen wir an, den Alltag angepasst an die Entwicklung des Kindes zu gestalten. Dabei achten wir darauf, dass die Kinder einen ausgewogenen Wechsel zwischen Gemeinschaft und individuellen Zeiten haben.



Wir arbeiten im Gruppenraum mit unterschiedlichen Aktionsinseln. Diese bieten den Kindern die Möglichkeit sich auszuprobieren und weiterzuentwickeln.



Auf unserer Polsterlandschaft haben die Kinder die Möglichkeit auf verschiedenen Ebenen ihre Grobmotorik zu schulen.



In der Bauecke können die Kinder ihr konstruktives Spiel erweitern und selber tätig werden.



Im Mini-Atelier stellen wir den Kindern Material und Raum zu Verfügung, um den Erfolg eigenen Handelns erleben zu können.



Außerdem gibt es eine Puppenecke in der die Kinder Alltagssituationen nachspielen.



Der Ruheraum bietet den Kindern eine Rückzugsmöglichkeit in dem sie entspannen, kuscheln und Erlebtes verarbeiten können.



Unsere Angebote und Alltagssituationen sind geprägt durch Wiederholungen, wodurch wir den Kindern ein hohes Maß an Sicherheit bieten wollen. Wir achten darauf, dass wir den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden und fördern eine Mitbestimmung und Beteiligung der Kinder durch ein individuelles Einbeziehen der Kinder in allen Angelegenheiten.



Alles Handeln im Alltag wird sprachlich begleitet. Es ist wichtig, selber ein sprachliches Vorbild zu sein und durch richtiges Benennen dem Kind die richtige Sprechweise zu vermitteln.



Es ist uns wichtig, dass die Entwicklung der Kinder in ihrem eigenen Tempo verläuft.

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4.4. Religionspädagogik in unserer Einrichtung

Eines haben wir mit unseren Kindern bei aller Unterschiedlichkeit gemeinsam: Wir sind alle einzigartige Geschenke Gottes an die Welt. Das zu glauben und eine frohe vertrauensvolle Beziehung zu Gott zu entwickeln, tut uns so gut wie ihnen – und offensichtlich können wir da von unseren Kindern einiges lernen:



Markus 10, 13–16: Jesus und die Kinder



Menschen brachten ihre Kinder zu Jesus, damit er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren sie an und wiesen die Kinder ab. Als Jesus das sah, wurde er ärgerlich und sprach zu ihnen: Lasst die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht; denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. – Und er herzte sie und legte die Hände auf sie und segnete sie.



Religionspädagogik: Das heißt also keinesfalls, Kindern etwas aufzwingen. „Wenn Du nicht getauft bist, dann hat Gott Dich weniger lieb.“ „Der liebe Gott sieht alles...“ – solche schwarze Religionspädagogik gehört hoffentlich in aller Welt der Vergangenheit an – und bei uns bestimmt. Wir sind evangelische ChristInnen, d.h. wir lassen uns von niemandem vorschreiben, wie und was wir zu denken, fühlen, glauben und tun haben. Diese Freiheit versuchen wir auch schon unseren Jüngsten mitzugeben, indem wir ihre Vorstellungen von Gott und der Welt beachten, nachfragen, mit ihren Bildern arbeiten – und unsere Ideen und Erfahrungen behutsam ins Spiel bringen, damit die Kinder ein Gottesbild mitbekommen, dass mit ihnen wachsen kann und nicht mit Eintritt ins Erwachsenenleben den „lieben Gott“ einen guten (oder gar schlechten) Mann sein lässt.



Kinder sind von Natur aus Theisten, also gott-gläubig, unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und religiösen Prägung. So belegen es viele Studien: Kinder suchen nach Sinn in dieser Welt, in die sie da hineingeboren wurden - und vermuten selbstverständlich größere tragende Zusammenhänge hinter dem, was sie sehen und anfassen können. Kinder haben ein Recht auf Religion.



Die Frage: Wo komme ich her? (z. B.) verlangt ja nicht nur nach einer biologisch richtigen Antwort von Zeugung und Geburt. In dieser Frage klingt auch die Sehnsucht nach Vergewisserung mit: Wer bin ich? Bin ich gewollt, gewünscht, geliebt angenommen? Wer oder was hält mich? Solche Fragen lassen sich nicht objektiv beantworten. Ohne dass gleich von Gott gesprochen wird, sind es im weitesten Sinn religiöse Fragen, weil sie über den Alltag hinausweisen. Und die Antwort hängt von den persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen der antwortenden Person ab. In der Antwort spiegelt sich, worin der Einzelne sein Leben gründet. Und da es sich um Überzeugungen handelt, nicht um nachprüfbare

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Tatsachen, kann es eine Neutralität nicht geben. Wo Kinder diese Fragen stellen, sind Erwachsene mit ihrer ganzen Person gefordert - nicht nur in kirchlichen Kindergärten und Zusammenhängen.

Wir versuchen religiöse Bildung als Teil von Bildung zu begreifen und alltäglich zu vermitteln. Was wir uns wünschen ist ein vertrautes Miteinander von Familien, Kita und Kirchengemeinde.

4.5. Die Inklusionsorientierung in unserer Einrichtung

Inklusion heißt für uns zuerst einmal offen zu sein, sich neuen Herausforderungen zu stellen und pragmatisch Lösungen zu suchen und zu finden.



Wörtlich heißt Inklusion: Zugehörigkeit, also das Gegenteil von Ausgrenzung. Wenn jeder Mensch – mit oder ohne Behinderung – überall dabei sein kann, in der Kita, der Schule, am Arbeitsplatz, am Wohnort, in der Freizeit, dann ist das gelungene Inklusion.



In einer inklusiven Gesellschaft ist es normal, verschieden zu sein. Jeder ist willkommen. Und davon profitieren wir alle: zum Beispiel durch den Abbau von Hürden, damit die Umwelt für alle zugänglich wird, aber auch durch weniger Barrieren in den Köpfen, mehr Offenheit, Toleranz und ein besseres Miteinander.



Für uns heißt es konkret: Immer wieder die eigene Haltung reflektieren, für sich selber und im Team. Gute Zusammenarbeit mit Fachleuten und Eltern. Für Kinder im Konkreten Fall auch Spiel- und Lernmaterial anzuschaffen.



Den Begriff Inklusion in der Kita fassen wir auch bewusst weiter: Es betrifft nicht nur Kinder mit Assistenzbedarf („Behinderung“), sondern auch Kinder mit einer Hochbega-bung und Linkshänder, Kinder mit Entwicklungsverzögerungen jeglicher Art, Kinder die von Ausgrenzung (Armut,... ) jeder Art betroffen sind.



Unser Ziel ist es: Mehr Piktogramme in der Kita zu schaffen, Formulare in mehreren Spra-chen zu haben und auch in leichter Sprache Aushänge zu gestalten. Wir lernen alle dazu und voneinander.



Die Welt ist bunt, jeder Mensch ist einzigartig. Diese Vielfalt ist gut für das Zusammenle-ben. Wir nehmen jeden Menschen so an, wie er ist. Egal welche Hautfarbe, welches Ge-schlecht oder welche Stärken und welchen Charakter jemand aufweist.



Das macht unsere Weggemeinschaft aus!

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4.6. Beobachtung, Planung und Dokumentation

Unser Ziel ist es, mit den Kindern eine schöne und erlebnisreiche Zeit zu verbringen, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten, ihre Bedürfnisse und Interessen zu vertreten und unseren Bildungsauftrag zu erfüllen. Dazu hat jedes Kind sein Kita Buch in der Gruppe und jedes Vorschulkind malt einen „Lernstern“. Es findet jeden Tag ein kurzer Austausch der Mitarbeitenden über die Arbeit und 14tägig ein Teamgespräch statt, das der Vorbereitung von Projekten und der Reflexion des Gruppengeschehens und der pädagogischen Arbeit dient. Für jedes Kind wird ein Beobachtungsbogen angelegt, nach Bedarf auch ein nach „Kompek“ angelegter. Jedes Kind hat eine Bezugserzieher/ in, die alle relevanten Unterlagen datenschutztechnisch gesichert verwaltet. Für die Mitarbeiterinnen sind Eltern willkommene Gäste in der Einrichtung, im Vordergrund unserer Arbeit stehen jedoch die Kinder und ihre Bedürfnisse.

4.7. Beziehungsvolle Pflege

Die Bedürfnisse der Kinder werden sensibel und wertschätzend von uns wahrgenommen. Wir stehen ihnen beratend und helfend zur Seite.



Beziehungsvolle Pflege ist eine pädagogische Kernaufgabe. Pflegerische Tätigkeiten haben einen hohen Stellenwert in unserer Arbeit, sie sind ein weiterer Schwerpunkt neben der pädagogischen Tätigkeit und der Umsetzung der Bildungsaufgaben.



Situationen wie An- und Ausziehen, Essen und Trinken, Körperpflege, Schlafen und Wickeln sind wertvolle soziale, kommunikative Interaktionen und damit wichtige Bildungs- und Lernsituationen im pädagogischen Alltag.



Beziehungsvolle Pflege basiert auf Respekt und Achtung vor der Persönlichkeit des Kindes. Seine Grundbedürfnisse werden von uns zeitnah befriedigt. Dies stärkt das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl des Kindes.

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5.

Gestaltung von Übergängen

5.1. Eingewöhnungsphase In der Krippe wird nach dem Berliner Modell gearbeitet, d. h. es steht immer eine KrippenerzieherIn als Bindungsperson und Ansprechperson zur Verfügung. Es gibt eine Einführung der Eltern durch die ErzieherIn, Kind und Eltern kommen am Anfang gemeinsam. Die Zeit des alleine Verweilens des Kindes wird nach und nach immer länger. Die Eltern ziehen sich entsprechend der emotionalen Sicherheit des Kindes langsam zurück.

5.2. Wechsel von Krippe – in den Elementarbereich

Im Kita-Team wird rechtzeitig entschieden in welche Elementargruppe das Krippenkind zum 3.Geburtstag wechselt.



Die Eltern werden informiert und die Elementarkräfte haben Gelegenheit sich vorzustellen und Eltern und Kind kennenzulernen.



Vier Wochen bevor das Krippenkind die Gruppe verlässt wird die Eingewöhnungszeit gestartet. Die bisherige Bezugsperson begleitet das Kind in die Elementargruppe.

5.3 Übergang von der Kita in die Schule

Der Übergang zur Schule stellt für das Kind einen wichtigen Schritt da. Entsprechend wird der Prozess des Übergangs von uns bewusst gestaltet. In der Kita geschieht dieses in vielschichtigen Angeboten. Darüber hinaus kommt eine Lehrkraft aus der Grundschule regelmäßig zum Austausch für eine Schulstunde pro Woche in die Kita. Einmal im Jahr findet vor Weihnachten das „Schulspiel“ statt. Dort kommen mehre Lehrkräfte zusammen, zur Feststellung von Grundkenntnis und Entwicklungsstand der künftigen Schüler.

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6.

Maßnahmen der Qualitätsentwicklung



Von der Bundesvereinigung Evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder e.V. (BETA) wurden Kriterien für die Qualität in evangelischen Kitas entwickelt. Auf dieser Grundlage haben wir in dem Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein das Qualitätshandbuch Pinneberg erarbeitet, das die Qualitätskriterien für unsere Arbeit beschreibt. Alle dort aufgeführten Prozesse bilden die Arbeit in den Kindertagesstätten ab.



Die pädagogischen Themen, vom Aufnahmegespräch über die Eingewöhnung bis zum Übergang zur Schule sind in den Kernprozessen dargestellt. Alle Bildungsbereiche der Schleswig-Holsteiner Bildungsleitlinien sind ebenfalls in einzelnen Prozessen aufgenommen.



Bei den Führungsprozessen steht das Leitbild des Kirchenkreises an erster Stelle. Außerdem sind wichtige Themen der Personalverantwortung und -entwicklung zu finden sowie die Elternzufriedenheit. Zusätzlich sind die gesetzlichen Forderungen zu den sicherheitsrelevanten Fragen wiedergegeben.



Die Öffentlichkeitsarbeit, als Unterstützungsprozess, ist als dritte Kategorie dargestellt.



Unsere Kita ist seit 2010 aktiv an der Erarbeitung und Weiterentwicklung des Qualitätshandbuches Pinneberg beteiligt.



Die Umsetzung aller Qualitätskriterien in die Praxis ist das Ziel unserer Einrichtung und des Kita-Werkes Pinneberg. Die Qualitätsentwicklung gehört zum Selbstverständnis unserer Arbeit, ist Teil unseres Alltags und fester Bestandteil von Dienstbesprechungen und internen sowie externen Fortbildungen.



Wir arbeiten im Team kontinuierlich zu den einzelnen Prozessen. Dadurch setzen wir uns regelmäßig mit allen relevanten Kita-Themen auseinander und entwickeln somit unsere Qualität weiter.



Wir streben mit unserer Kita das Evangelische Gütesiegel BETA an, das die Qualität unserer Arbeit bescheinigt.



Eine externe Zertifizierungsgesellschaft wird dafür unsere Arbeit in einem­ Audit überprüfen und uns die Erfüllung der bundesweit eingeführten Kriterien der BETA bestätigen.



Dadurch schaffen wir eine vergleichbare Qualität, mehr Transparenz, Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in unserer Kita.

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7. Kindeswohl

Das Sozialgesetzbuch (SGB) VIII Kinder- und Jugendhilfe formuliert die gesetz­ lichen Grundlagen zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung. Entsprechend gibt es auf Länderebene vertragliche Regelungen zur Umsetzung der gesetzlichen Anforderungen. Der Kreis Pinneberg hat mit unserem Träger eine Vereinbarung nach §§8a Abs. 4, §72a SGB VIII geschlossen, die ein geregeltes Verfahren zum Umgang bei Kindeswohlgefährdung als Grundlage hat.



Der Kirchenkreis hat 2013 für alle Kitas ein einheitliches Handlungskonzept zur Sicherung des Wohls der Kinder und Jugendlichen der Kindertageseinrichtungen im Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein herausgegeben. Für die Kindertageseinrichtungen des Kita-Werkes Pinneberg gilt dieses festgelegte Handlungskonzept zum Kinderschutz als verbindlich. Das Konzept kann gesondert vorgelegt und eingesehen werden.



Das Handlungskonzept führt die gesetzlichen Grundlagen auf und beschreibt verbindliche Verfahrensabläufe zum Schutz vor Kindeswohlgefährdung. Die Ablaufpläne zeigen, zu welchem Zeitpunkt die Leitung, die Mitarbeitenden, der Träger, der Propst, die Eltern, das Jugendamt oder eine „insoweit erfahrene Fachkraft“ von außen hinzugezogen werden. Außerdem werden die Verantwortlichkeiten der einzelnen Mitarbeitenden definiert und deren Rolle beschrieben. Alle Mitarbeitenden sind zu dem Handlungskonzept geschult und haben sich u. a. mit den dort aufgeführten Erscheinungsformen von Kindeswohlgefährdung auseinandergesetzt. Es wird körperliche, seelische und sexualisierte Gewalt sowie Vernachlässigung unterschieden.



Die Sensibilisierung für jegliche Formen der Gewalt, deren Auswirkungen und Erkennungsmerkmale fließen in den Kita-Alltag zum Schutz der uns anvertrauten Kinder ein.



Wir nehmen die Rechte der Kinder ernst und stärken sie, indem wir die vom Bundeskinderschutzgesetz (BKiSchG, 01. 01. 2012) geforderten Maßnahmen umsetzen. Neben einem geregelten Verfahren zur Beteiligung der Kinder (Partizipation), bieten wir ihnen altersentsprechende Möglichkeiten zur Beschwerde. (siehe Kapitel 9.2 in dieser Konzeption)



Im Rahmen der Qualitätsentwicklung ist das Handlungskonzept mit seinen Dokumentationsbögen beim Prozess Kinderschutz eingestellt und steht eng im Zusammenhang mit den Prozessen Beobachtung und Dokumentation, Partizipation sowie Beschwerdemanagement.



Das „Handlungskonzept zur Sicherung des Wohls der Kinder und Jugendlichen der Kindertageseinrichtungen im Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein“, Version 2 vom 21.10.2013, ist Teil des Qualitätshandbuches Pinneberg und dieser Konzeption.

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8. Partizipation 8.1. Verfahren bei Kindern

„Partizipation heißt, Entscheidungen die das eigene Leben und das Leben der Gemeinschaft betreffen zu teilen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu finden.“ (Schröder, 1995)



Unser pädagogisches Ziel ist es, die Kinder in ihrer Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu fördern.



Partizipation gelingt dann im Alltag, wenn positive Erlebnisse damit verknüpft sind.



Die Kinder werden altersentsprechend einbezogen.



Partizipation ist für uns: Ganz nah an den Bedürfnissen der Kinder zu sein und ihnen vielschichtige Bildungsanlässe zu eröffnen.



Im Team haben wir uns Gedanken gemacht: „Was brauchen die Kinder für Fähigkeiten in der Zukunft?“

n  Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten n  neugierig sein (forschen, experimentieren) n  selbstbewusstes und selbstsicheres Auftreten n Offenheit n  Teamfähigkeit (gemeinsam mi anderen planen, handeln, ausprobieren, Probleme und Konflikte lösen)

Deshalb arbeiten wir in unserer Einrichtung in Funktionsräumen, um den Kindern ein abwechslungsreiches Bildungsangebot zu bieten.



Wir verstehen uns als Lernbegleiter, die die Kinder in allen Bereichen entsprechend beobachten, ihre Themen aufgreifen und ggf. unterstützen. Die Kinder können einen großen Teil ihres Tages frei gestalten. Sie können z. B. entscheiden, wann und mit wem sie in der Cafeteria frühstücken wollen.



Im Morgenkreis gibt es die Möglichkeit aktuelles zu äußern, es werden von den Erzieher/innen die Tagesangebote oder der Tagesablauf vorgestellt. Die Kinder entscheiden für sich, woran sie teilnehmen wollen. Darüber hinaus gibt es aber auch gesetzte Termine oder Kleingruppen, bei denen es keine Wahlmöglichkeiten gibt (Vorschultreffen, Sprint).



Im Schlusskreis der Stammgruppen gibt es eine große Gestaltungsfreiheit, die Kinder können den Tag gemeinsam reflektieren, sie können ihn inhaltlich mitgestalten (welches Lied, Spiel, Geschichte es geben soll).

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Bei großen Veranstaltungen (Sommerfest) können die Kinder ihre Ideen mit einbringen und diese werden entsprechend umgesetzt.



Bei Besonderheiten und bei Themen (Raumgestaltung, Wasseranlage), die alle Kinder betreffen, gibt es eine große Versammlung. Von der Versammlungsleitung wird das Thema/Anliegen vorgestellt und die gesamte Veranstaltung moderiert. Die Kinder können sich einbringen und ihre Vorschläge mitteilen. Es wird gemeinsam ein Verfahren verabredet. Im Team wird der Rahmen besprochen. Dieser wird protokolliert und im Projektordner (Erz.Zi.2) abgelegt. Ebenso die weiteren Ausarbeitungen.

8.2. Verfahren bei Erziehungsberechtigten

Die Elternvertreterwahl findet einmal im Jahr auf den Gruppenelternabenden statt.



Alle sechs Wochen erfolgt eine Elternvertreterversammlung mit der Kinder­ tagesstättenleitung, zusätzlich dazu zweimal im Jahr eine Beiratssitzung.



Die Eltern haben die Möglichkeit sich im Kindergarten zu treffen, um Feste zu organisieren oder z. B. Schultüten zu basteln.



Weiterhin bieten wir ihnen die Möglichkeit nach Absprache mit den Erziehern in den Gruppen zu hospitieren.



Es finden außerdem statt:

n  regelmäßige Elterngespräche n  nach einem halben Jahr Eingewöhnungsgespräche, bei Bedarf auch früher n  laufende Entwicklungsgespräche, mindestens einmal im Jahr n  Abschlussgespräch bei Beendigung der Kitazeit des Kindes n  Tür- und Angelgespräche

Eltern oder Erzieher können natürlich auch immer nach Bedarf Gespräche einfordern.



Aus wichtigem Grund erfolgt eine Information an die Kita-Leitung und sie wird ggf. hinzugezogen.



Auf Wunsch der Eltern steht die Pastorin der Kirchengemeinde für Gespräche, Amtshandlungen und Seelsorge zur Verfügung.

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9. Beschwerdemanagment 9.1. bei Kindern

Überwiegend finden sie Anwendung in der Gruppe aber auch in gruppenübergreifenden Projekten. Kinder können sich mit ihren Anliegen jederzeit bei ihren Gruppenerzieher_innen oder aber natürlich auch bei allen anderen im Hause tätigen Mitarbeiter_innen einschl. der Kitaleitung beschweren. Egal ob es sich um eine Ermöglichungsbeschwerde oder eine Verhinderungsbeschwerde handelt. In jeder Gruppe gibt es Stoppregeln, wenn Kinder ihre eigenen Grenzen überschritten sehen. Kinder werden mit ihren Anliegen wertgeschätzt und in Gruppenbesprechungen die entsprechenden Themen aufgegriffen.



Regelung in der Krippe und Familiengruppe



Hier gilt ein Verfahren, in dem die Erzieher verstärkt auf die Mimik, Gestik und Haltung des Kindes achten.



Bei älteren Kindern wird die Beschwerde wie in den anderen Gruppen im Kreis besprochen. Mit den Kindern werden Regeln und Lösungen entwickelt.

9.2. bei Erziehungsberechtigten

Eltern können sich beschweren über ihre gewählten Vertreter.



Auch in den Kita-Gremien (Beirat und Ausschuss) wird eine offene und beschwerde-managementfreundliche Kultur gelebt. Alle Eltern sind zu den Beratungen der Elterngremien eingeladen. Es wird ein Ergebnisprotokoll in allen Gremien geführt. Auf jeder Sitzung wird eine Zufriedenheitsbefragung gestartet und nach Themenanliegen gefragt. So wurde schon eine Bedarfsabfrage nach Verlängerung der Öffnungszeit durchgeführt.



Es gibt ein Formular zur Beschwerdeannahme und Bearbeitung (siehe F.3.5 Umgang mit Beschwerden (roter Ordner):



Beschwerdemanagement-Umgang mit Beschwerden im Erz.Zi.1)



Die Mitarbeiter/innen sind eingewiesen.

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10. Zusammenarbeit 10.1. mit Erziehungsberechtigten

Alle Informationen, die die Erziehungsberechtigten an unser pädagogisches Personal weitergeben, werden vertraulich behandelt und unterliegen der Schweigepflicht. Dieses gilt auch neben vielen persönlichen Informationen im Aufnahmegespräch für alle weiteren Gesprächsanlässe.



n  Alltägliches in den Tür- und Angelgesprächen,



n  Regelmäßige Entwicklungsgespräche,



n  Besondere Anlässe der Eltern oder Erzieher/innen



n  Kontakt mit Fachkräften anderer Einrichtungen.



Zu Beginn des Kitajahres findet ein Gruppenelternabend statt, auf dem über alles Wichtige und Wissenswerte der Gruppenarbeit informiert und diskutiert wird. Es werden auch die Elternvertreter gewählt. Diese haben die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen den Erziehungsberechtigten und den in der Einrichtung pädagogisch tätigen Kräften zu fördern und das Interesse der Erziehungsberechtigten für die Arbeit der Einrichtung zu beleben. Auch alle anderen Eltern sind herzlich eingeladen an diesen regelmäßigen Elternvertreter- sitzungen teilzunehmen.



Auf Gesamtelternabenden wird ein gruppenübergreifendes Thema aufgegriffen, z. B. gesunde Ernährung, Sprachentwicklung bei Kindern u. a.



Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Grundschule statt.

10.2. der Mitarbeitenden

Alle 14 Tage findet eine Dienstbesprechung der Mitarbeiter_innen statt. Darüber hinaus hat jeder Teilbereich der Kita unabhängig davon weitere Besprechungen: Innerhalb der Gruppen und Funktionsbereiche. Über alle Besprechungen wird ein Protokoll geführt.



Einmal im Jahr gibt es Mitarbeiter/in-Gespräche mit der Kita-Leitung.

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10.3. mit Kommunen und anderen Institutionen

Eine Bereicherung für unsere Arbeit sind u.  a. Kontakte zu:



n  der Kirchengemeinde Rellingen-Tangstedt



n  der Gemeinde Tangstedt



n  der Grundschule



n  der Seniorenarbeit



n  der freiwilligen Feuerwehr



n  dem Sportvereinen



n  der Verwaltung auf Amts- und Kreisebene sowie



n  der kirchlichen Verwaltung

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11. Nachwort

Liebe Leser und Leserinnen,



diese Konzeption bildet das Grundgerüst für unsere Arbeit in der Markus-Kita. Sie wird von allen Mitarbeitern getragen. Wir hoffen, dass Sie dadurch einen Einblick in unsere Arbeit erhalten.



Gern sind wir bereit, mit Ihnen über inhaltliche Fragen zu sprechen.



Wir wünschen uns, dass hiermit Ihr Vertrauen in uns gestärkt wird und freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen.



Einen besonderen Text möchten wir Ihnen hier vorstellen, der unsere Arbeit gut wiederspiegelt:



GEDICHT



Man sollte Kinder lehren ohne Netz auf einem Seil zu tanzen bei Nacht allein unter freiem Himmel zu schlafen in einem Kahn auf das offene Meer hinaus zu rudern.



Man sollte sie lehren sich Luftschlösser statt Eigenheime zu erträumen nirgendwo sonst als nur im Leben zuhause zu sein und in sich selbst Geborgenheit zu finden.



Text: Hans-Herbert Dreiske

Ihr Markus Kita-Team

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12. Literaturverzeichnis –

13. Hinweise auf weitere Anlagen

Handlungskonzept Kinderschutz des Ev.-Luth. Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein

14. Impressum

Ev.-Luth. Kirchenkreis Hamburg-West/Südholstein Vorstand Kindertagesstättenwerk Pinneberg Max-Zelck-Straße 1, 22459 Hamburg

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