Konzeption - KiTa-Kürbisland

Konzeption - KiTa-Kürbisland

Kindertageseinrichtung der Gemeinde Altendorf Kindertageseinrichtung „Kürbisland“ Konzeption „Bewegung macht klug!“ 2. Auflage – März 2009 Heraus...

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Kindertageseinrichtung der

Gemeinde Altendorf

Kindertageseinrichtung „Kürbisland“

Konzeption „Bewegung macht klug!“

2. Auflage – März 2009 Herausgeber und Verfasser: Kindergarten „Kürbisland“, Schulstrasse 44, 96146 Altendorf Leitung: Karin Bengelstorff Telefon: 09545 / 443317 Telefax: 09545 / 443316 E-Mail: [email protected]

Träger: Gemeinde Altendorf, Jurastrasse 1, 96146 Altendorf Vertreten durch 1. Bürgermeister Karl-Heinz Wagner Telefon: 09545 / 443322 Telefax: 09545 / 443315 E-Mail: [email protected]

Inhaltsverzeichnis: 1. Vorwort 2. Das „Kürbisland“ stellt sich vor! 2.1. Rahmenbedingungen 2.2. Personal 3. Wir teilen uns mit! 4. Was uns besonders wichtig ist! 5. Für die Kinder das Beste! 6. Basiskompetenzen 6.1. Personale Kompetenzen 6.2. Motivationale Kompetenzen 6.2.1. Erleben von Autonomie 6.2.2. Erleben von Kompetenz 6.2.3. Selbstwirksamkeit 6.2.4. Selbstregulation 6.2.5. Neugier und individuelle Interessen 6.3. Kognitive Kompetenzen 6.3.1. Differenzierte Wahrnehmung 6.3.2. Denkfähigkeit 6.3.3. Gedächtnis 6.3.4. Problemlösefähigkeit 6.3.5. Phantasie und Kreativität 6.4. Physische Kompetenzen 6.4.1. Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden 6.4.2. Grob- und Feinmotorik 6.5. Soziale Kompetenzen 6.5.1. Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext 6.5.2. Empathie 6.5.3. Kommunikationsfähigkeit 6.5.4. Kooperationsfähigkeit 6.5.5. Konfliktmanagement 6.6. Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz 6.6.1. Werthaltungen 6.6.2. Moralische Urteilsbildung 6.6.3. Unvoreingenommenheit 6.6.4. Sensibilität für und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein 6.6.5. Solidarität 6.7. Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme

6.8. Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe 6.8.1. Akzeptieren und Einhalten von Gesprächsund Abstimmungsregeln 6.8.2. Einbringung und Überdenken des eigenen Standpunkts 6.9. Lernen, wie man lernt 6.9.1. Lernmethodische Kompetenz 6.10. Widerstandsfähigkeit (Resilenz) 6.10.1 Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen 7. Spielplatz des Lebens! 8. Ich bin groß! Ich bin ein Schulkind! 8.1. Der Übergang von der Familie in die Tageseinrichtung 8.1.1. Aufnahmegespräch 8.1.2. Übergangsbegleitung, Schnuppertage und Eingewöhnungsphase 8.2. Übergang in die Grundschule 9. Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche 9.1. Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen! 9.1.1 Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport 9.1.2. Psychomotorik 9.1.3. Gesundheit 9.2. Gemeinsam sind wir stark! 9.2.1. Werteorientierung und Religiosität 9.2.2. Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte 9.3. Ich spreche mit dir und du mit mir! 9.3.1. Sprache und Literacy 9.3.2. Informations- und Kommunikationstechnik (IuK), Medien 9.4. Ist die Erde rund? 9.4.1. Mathematik - „Entdeckungen im Zahlenland“ 9.4.2. Naturwissenschaft und Technik 9.4.3. Umwelt 9.5. Komm und tanz mit mir! 9.5.1. Ästhetik, Kunst und Kultur 9.5.2. Musik 10. Schlüsselprozesse 10.1. Bildungs- und Erziehungspatenschaft mit den Eltern 10.2. Gemeinwesenorientierung – Kooperation und Vernetzung mit anderen Stellen 10.3. Beobachtung, Evolution und Weiterentwicklung 11. Ziele Visionen Ausblick 12. Quellenverzeichnis

Vorwort des Trägers Wer sich bewegt, sammelt ein; Wer stillsteht, vertrocknet. Sprichwort aus Italien

In den letzten Jahren ist die Betreuung der Kinder im Vorschulalter immer stärker in das Blickfeld der Sozial- und Bildungspolitiker geraten. Ursachen dafür sind unter anderem die für Deutschland nicht sehr ermutigenden Ergebnisse der ersten PISAStudie, was den Vergleich mit anderen Ländern betrifft, andererseits aber auch neue Erkenntnisse von Psychologen und Pädagogen zur Lernfähigkeit und zum Lernbedürfnis von Kindern. Diese Entwicklungen haben ihren Niederschlag im Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) gefunden, das den Bildungsauftrag des Kindergartens schon in seinem Titel festgehalten hat und damit den Kindergarten noch deutlicher als früher in die Reihe der Bildungseinrichtungen einreiht. Wer das umfangreiche Bildungskonzept der Kindertagesstätte „Kürbisland“ aufmerksam durchliest, wird auf den ersten Blick vielleicht überrascht sein, welche Fähigkeiten Kinder zwischen 3 und 6 Jahren erwerben können, aber auch sollen. Damit soll der Kindergarten aber nicht zu einer Einrichtung werden, in der Kindern durch dauerndes „Pauken“ ihre unbeschwerte Kindheit genommen wird, also die schulische Ausbildung um 2-3 Jahre vorgezogen wird. Vielmehr wird vom Ansatz ausgegangen, dass Kinder in diesem Alter nicht nur vieles lernen können, sondern auch lernen wollen. Lernen ist also ein wichtiger Teil der kindlichen Entwicklung bereits in diesen Jahren. Aufgabe des pädagogischen Personals ist es, dass die Kinder in ihrer Entwicklung gefördert, aber nicht überfordert werden. So halte ich es für sehr wichtig, dass die Bedeutung des spielerischen Lernens im Konzept immer wieder hervorgehoben wird, denn Spielen und Lernen sind für Kinder keine Gegensätze, sondern unauflösbar verbunden. Wenn ein Schwerpunkt der Konzeption auf dem Bereich der Bewegungserziehung liegt, so wäre das vor 50 Jahren noch unnötig gewesen. Früher waren Kinder ständig in Bewegung, was heute allerdings aufgrund der veränderten Lebensverhältnisse kaum mehr möglich ist. Wo spielen Kinder außerhalb von Kindergarten und Schule noch Fangen oder Verstecken? Wird nicht immer wieder über mangelnde Bewegungskoordination von Schulanfängern geklagt? Für die Kinder bietet der große Garten um den Kindergarten gute Möglichkeiten sich zu bewegen und damit Kontrolle über den Körper zu erlangen. Dass Bewegung sich auf den ganzen Menschen auswirkt, auch „klug macht“, wird in letzter Zeit immer deutlicher erkannt. Die vorliegende Konzeption, die in enger Zusammenhang mit dem Elternbeirat und dem Träger erarbeitet wurde, kann – und soll – auch den Eltern Hinweise geben, wie sie die Bildungsarbeit des Kindergartens unterstützen können, denn Bildung und Erziehung finden letztendlich vor allem in der Familie statt. Die Gemeinde Altendorf begrüßt die vorliegende Konzeption und wird wie schon bisher alles Mögliche tun, um den Kindergarten so zu gestalten, damit die Konzeption in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann. 1. Bürgermeister

2. Das „Kürbisland“ stellt sich vor! 2.1. Rahmenbedingungen: 1974 wurde die Kindertagesstätte von der Firma Junior Bausystem aus Nürnberg als ein ebenerdiges wabenförmiges Gebäude fertig gestellt. Die Kindertagesstätte ist eine gemeindliche Einrichtung, deren Träger die Gemeinde Altendorf ist. Am 01.09.1974 wurde in Altendorf der Kindergartenbetrieb aufgenommen. Einzugsgebiete sind Altendorf, Seußling und die nähere Umgebung. Unsere Kindertagesstätte hat drei Gruppenräume, die alle einen Nebenraum und eine kleine Abstellkammer haben. In den Gruppen- und Nebenräumen befinden sich verschiedene Spielbereiche, z.B. Bauecke, Puppenecke, Kuschelecke, Spieltische, Mal- und Basteltische, Leseecke, Essbereich..... .

Je nach Interesse können die Kinder „ruhige“ oder „lebhafte“ Ecken wählen. Für die Krippengruppe steht ein Schlafraum zur Verfügung. Jede Gruppe hat eine eigene Kinderküche, die täglich genutzt wird. Es gibt zwei Waschräume, einer davon mit Wickelbereich. Die Garderoben sind im Hallenbereich eingerichtet. Unser Turnraum wird von allen Gruppen genutzt. Weitere Räumlichkeiten, wie Küche, Büro, Personalzimmer, Abstellkammer, Papierkammer und Personaltoilette, stehen noch zur Verfügung. Unser großer und gut ausgestatteter Außenspielbereich im Garten lädt die Kinder ein, ihren Bewegungsdrang auszuleben. Sie können klettern, balancieren, rutschen, rennen, schaukeln, Sandburgen bauen..... Es wurden Blumenbeete im Garten angelegt.

Die Betreuung der Kinder erfolgt je nach Bedarf in einer Krippengruppe und zwei Ganztagsgruppen. Zusätzlich werden nach dem Unterricht Schulkinder betreut. In den altersgemischten Kindergartengruppen werden Kinder von 3 - 6 Jahren von einer Erzieherin und einer Kinderpflegerin betreut. In der Krippengruppe werden Kleinkinder von 0 - 3 Jahren von 2,5 Fachkräften betreut. Die Schulkinderbetreuung findet von der 1. – 4. Klasse durch weitere zwei Fachkräfte statt. Unsere Kindertagesstätte ist täglich zwischen 7.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Die Kinder haben die Möglichkeit, ein warmes Mittagessen zu erhalten, welches täglich frisch zubereitet wird. Der Kindergarten bleibt während der Weihnachtsferien zwei Wochen und im Sommer drei Wochen geschlossen.

Tagesablauf im Kindergarten: 07.00 08.45 09.00

-

08.45 09.00 10.30

10.30

-

12.15

12.15 12.30 13.00 13.45 14.00

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12.30 13.00 13.45 14.00 15.45

15.45 16.00

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16.00 17.00

Bringzeit Morgenkreis - Freispielzeit - Körperpflege - getrenntes oder gemeinsames Frühstück gezielte Betätigung Aufenthalt im Freien Abholzeit Mittagessen individuelle Beschäftigung Bring- und Abholzeit - Freispielzeit - Körperpflege - Brotzeit - Aufenthalt im Freien Abholung der Kinder Spätdienstgruppe

Tagesablauf in der Krippengruppe: 7.00 – 8.45 Uhr

Die Kinder werden in die Krippengruppe gebracht. Zeit zum Freispiel

9.00 – 9.30 Uhr

gemeinsames Frühstück

9.30 – 12.00 Uhr

Körperpflege, Wickelzeit, gezielte Angebote, Freispielzeit, Spiel im Garten, Spaziergänge

11.45 - 12.00 Uhr

Abholung der Kinder

12.00 – 12.30 Uhr

gemeinsames Mittagessen

12.30 Uhr

Körperpflege, Wickelzeit Mittagsschlaf Freispielzeit

13.45 - 14.00 Uhr

Abholung der Kinder

14.30 Uhr

Zwischenmahlzeit

15.00 - 17.00 Uhr

je nach Buchungszeit werden die Kinder abgeholt Freispielzeit, Spiel im Garten, gezielte Angebote

Tagesablauf „Schulkids“: ab 11.15 Uhr bis 12.15 Uhr

Kinder kommen aus der Schule Freizeit Aufenthalt im Freien Körperpflege

12.30 Uhr

Mittagessen Körperpflege

13.00 Uhr

Hausaufgabenzeit danach Freizeit Aufenthalt im Freien

2.2. Personal: In jeder Gruppe arbeiten eine pädagogische Fachkraft und eine Ergänzungskraft. Die Anforderungen an das Personal sind hoch und vielfältig. Deshalb ist eine qualitativ hochwertige Ausbildung nötig. Ausbildung des pädagogischen Personals: pädagogische Fachkraft: - Schulische Voraussetzung: Mittlere Reife - 2 Jahre Vorpraktikum in zwei verschiedenen Einrichtungen mit regelmäßigen Seminartagen - 2 Jahre Fachakademie für Sozialpädagogik - 1 Jahr Berufspraktikum in einer pädagogischen Einrichtung mit intensiver Schulbegleitung, 2 praktische Prüfungen, 1 Kolloquium und Diplomarbeit - Abschluss: "staatlich anerkannte Erzieherin" Eine Erzieherin ist berechtigt eine Gruppe oder einen Kindergarten zu leiten. Ergänzungskraft: - Hauptschulabschluss als schulische Voraussetzung - 2 Jahre Berufsschule für Kinderpflege mit Praktika in Kindergärten - Am Ende schriftliche und praktische Prüfung - Abschluss: " staatlich anerkannte Kinderpflegerin" Beide Ausbildungsberufe können auch in anderen sozialpädagogischen Einrichtungen ausgeübt werden. Zum Personal gehört auch eine Reinigungskraft, die täglich Gruppen- und Nebenräume säubert.

3. Wir teilen uns mit! Öffentlichkeitsarbeit Die Kindertagesstätte präsentiert seine Arbeit innerhalb der Einrichtung und nach außen. Öffnung nach innen: - Aushänge an Informationstafeln - Pinwände vor jeder Gruppe - Ereignisbaum für Feste und Feiern - Elternbriefe - Elternabende zu verschiedenen Themen - Hospitationen für Eltern

Öffnung nach außen: - Artikel in den Gemeindeblättern Altendorf und Buttenheim - Internetdarstellung - Feste und Feiern (z.B. Teilnahme am Kürbisfest, Durchführung Sommerfest) - Teilnahme an Gemeinderatssitzungen - Mitarbeit im Arbeitskreis (z.B. Familie, Jugend, Freizeit) - Zusammenarbeit mit Fachdiensten (z.B. Lebenshilfe e.V.) - Kooperation mit der Grundschule - Durchführung von Veranstaltungen (z.B. Basare) - Veröffentlichung einer Konzeption - Vernetzung mit anderen Einrichtungen - Zusammenarbeit mit der Pfarrei

4. Was uns besonders wichtig ist! Leitziele / Schwerpunkte / weitere Ziele Die Kindertagesstätte ist eine sozialpädagogische Einrichtung. Die Betreuung bei uns ergänzt und unterstützt die Erziehung des Kindes in der Familie. Das Kind steht im Mittelpunkt und soll die Welt mit wachen Augen sehen, angeregt, ermutigt, unterstützt und informiert werden, aber vor allem spielen! Eine ganzheitliche Förderung ist uns wichtig. Dabei hat die Freispielzeit einen hohen Stellenwert. Wir bieten eine pädagogisch sinnvolle Begleitung und Unterstützung des Kindes in seiner Persönlichkeitsentwicklung. Wir holen das einzelne Kind dort ab, wo es steht. Eines unserer Leitziele in der Erziehung, ist der Satz von Maria Montessori:

„Hilf mir es selbst zu tun“! Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der Bewegungserziehung. Unser Leitsatz:

„Bewegung macht klug“! Mit dem Schwerpunkt unserer Arbeit verfolgen wir diese wichtigen Ziele: - Erziehung zur Selbstständigkeit - Gesundheitserziehung - Spracherziehung - Mathematische Bildung - Musikalische Erziehung - Anlehnung an die Pädagogik von Maria Montessori Grundsätzlich orientieren wir uns an den vom Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplan geforderten Themen.

Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten die viele kleine Schritte tun können das Gesicht der Welt verändern.

5. Für die Kinder das Beste! Bild vom Kind / Rolle des pädagogischen Fachpersonals Bei allem was in der Kindertagesstätte geschieht, steht das Kind im Mittelpunkt. - Wir wollen die Kinder bilden. - Wir wollen die Kinder erziehen. - Wir wollen die Kinder betreuen. Jedes Kind soll gerne in die Kindertagesstätte kommen. Wir erkennen die Kinder als gleichwertige Persönlichkeiten an. Erziehung zur Selbstständigkeit ist ein Hauptkriterium unserer Arbeit. Die dem Alter entsprechende, ganzheitliche Bildung, Erziehung und Förderung stehen dabei im Vordergrund.

"Stärken - stärken" und "Schwächen - schwächen". Das bedeutet für das einzelne Kind: -

es es es es es

so anzunehmen, wie es ist mit Wertschätzung und Achtung zu behandeln in seiner Würde zu achten und niemals zu beschämen mit seinen Irrtümern und Fehlern zu achten in seiner Kreativität zu schätzen

Die Weiterentwicklung des Kindes unter Berücksichtigung der Individualität ist das Ziel unserer pädagogischen Arbeit. Dabei zählen Einfühlungsvermögen, Offenheit und ein freundlicher Umgang mit den Kindern. Wir lassen uns auf die Kinder und Eltern ein und wollen gute Beziehungen zu allen aufbauen. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl soll vermittelt werden. Wir sind mit viel Freude, Engagement und hoch motiviert bei unserer täglichen Arbeit. Alle Teammitglieder versuchen abwechslungsreich, vielfältig und sorgfältig zu planen. Selbstverständlich werden Interessen und Erlebnisse der Kinder hierbei berücksichtigt. Wir sind offen für: - die Bedürfnisse und Einmaligkeit jedes Kindes - neue pädagogische Wege - die Prozesse im Team und die eigenen Lernprozesse - die Zusammenarbeit mit den Eltern - die Zusammenarbeit mit dem Einrichtungsträger

6. Basiskompetenzen Als Basiskompetenzen werden grundlegende Fertigkeiten und Persönlichkeitscharakteristika bezeichnet, die das Kind befähigen, mit anderen Kindern und Erwachsenen eine Wechselbeziehung einzugehen und sich mit den Gegebenheiten in seiner Umwelt auseinanderzusetzen. Kompetenzen erlebt man, wenn man Aufgaben oder Probleme aus eigener Kraft bewältigt. Die Befriedigung der Grundbedürfnisse ist entscheidend für das Wohlbefinden des Kindes und für seine Bereitschaft, sich in vollem Umfang seinen Aufgaben zuzuwenden. 6.1. Personale Kompetenzen 6.1.1. Selbstwahrnehmung, Selbstwertgefühl und positive Selbstkonzepte Kinder halten sich für wertvoll, sind stolz auf eigene Leistungen und entwickeln ein positives Bild von sich selbst. 6.2. Motivationale Kompetenzen 6.2.1. Erleben von Autonomie Die pädagogischen Fachkräfte motivieren die Kinder durch herangetragene Handlungsziele. Dabei lernen sie eigene Tätigkeiten wahrzunehmen, selbst zu bestimmen bzw. zu entscheiden, was sie tun und wie sie es tun wollen. Dabei ist es wichtig, Kindern entsprechend ihrem Leistungsniveau Aufgaben zu übertragen. 6.2.2. Erleben von Kompetenz Kinder erleben sich als Person, die Probleme und Aufgaben selbst meistern kann. 6.2.3. Selbstwirksamkeit Kinder entwickeln soviel Selbstvertrauen Vorgenommenes zu schaffen und ihre soziale und dingliche Umwelt zu beeinflussen. 6.2.4. Selbstregulation Das Kind lernt eigenes Verhalten zu steuern. 6.2.5. Neugier und individuelle Interessen Die Kinder sollen Neuem gegenüber aufgeschlossen sein

6.3. Kognitive Kompetenzen 6.3.1. Differenzierte Wahrnehmung Kinder lernen Sinne zu unterscheiden und zu entwickeln. 6.3.2.Denkfähigkeit Die pädagogischen Fachkräfte fördern das logische Denken jedes einzelnen Kindes entsprechend seinem Entwicklungsstand. 6.3.3. Gedächtnis Durch Spiele, Geschichten, Gedichte, Lieder, Symbole usw. wird das Gedächtnis eines Kindes trainiert. 6.3.4. Problemlösefähigkeit Kinder lernen Probleme unterschiedlicher Art (Konflikte, Experimente, Denkaufgaben) zu analysieren, Problemlösungsalternativen zu entwickeln, zu entscheiden bzw. umzusetzen. 6.3.5. Phantasie und Kreativität Das pädagogische Fachpersonal ermuntert das Kind, im sprachlichen, musikalischen und künstlerischen Bereich eigene Ideen zu entwickeln.

6.4. Physische Kompetenzen 6.4.1. Übernahme von Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden Das Kind lernt selbst Hygienemaßnahmen auszuführen und wird über gesunde Ernährung informiert. 6.4.2. Grob- und Feinmotorik Jedes Kind bekommt genügend Gelegenheit zur körperlichen Betätigung, Körperbeherrschung, Entwicklung von Geschicklichkeit und körperlicher Fitness. 6.4.3. Fähigkeit zur Regulierung von körperlicher Anspannung Das Kind lernt sich körperlich anzustrengen und danach wieder zu entspannen.

6.5. Soziale Kompetenzen 6.5.1. Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext Gute Beziehungen zu Erwachsenen und Kindern Die pädagogischen Fachkräfte helfen den Kindern durch Offenheit und Wertschätzung beim Aufbau von Beziehungen. 6.5.2. Empathie Empathie ist die Fähigkeit sich in andere Personen hinzuversetzen. Das wollen wir bei den Kindern fördern. 6.5.3. Kommunikationsfähigkeit Kinder lernen sich angemessen auszudrücken und Mimik und Gestik zu verwenden. 6.5.4. Kooperationsfähigkeit Kinder sollten befähigt werden, sich gegenseitig abzusprechen, gemeinsam etwas zu planen und auszuführen sowie über Erfahrungen zu sprechen. 6.5.5. Konfliktmanagement Kinder lernen Konflikte zu verhindern und durch verschiedene Methoden diese zu lösen.

6.6. Entwicklung von Werten und Orientierungskompetenz 6.6.1. Werthaltungen Es werden den Kindern christliche und traditionelle Werte vermittelt. 6.6.2. Moralische Urteilsbildung Kinder lernen in der Auseinandersetzung mit anderen Personen ethische Situationen und lebenspraktische Fragen im Alltag kennen, reflektieren und Stellung zu beziehen. 6.6.3. Unvoreingenommenheit Kinder erhalten die Gelegenheit, offen auf Personen mit anderen Werten, Einstellungen und Sitten zuzugehen und diese schätzen zu lernen. 6.6.4. Sensibilität für und Achtung von Andersartigkeit und Anderssein Jedes Kind hat ein Recht darauf, als einzigartiges Individuum anerkannt zu werden. 6.6.5. Solidarität Kinder lernen in der Tageseinrichtung zusammenzuhalten und sich füreinander einzusetzen. 6.7. Fähigkeit und Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme Kinder lernen für ihr eigenes Verhalten und Erleben sowie anderen Menschen gegenüber verantwortlich zu sein. Es ist wichtig durch Sensibilität für Lebewesen und die natürlichen Lebensgrundlagen Verantwortung für Umwelt und Natur zu entwickeln.

6.8. Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe 6.8.1. Akzeptieren und Einhalten von Gesprächs- und Abstimmungsregeln Kinder werden auf das Leben in einer demokratischen Gesellschaft vorbereitet. Sie lernen Abstimmungsregeln, Mitspracherecht, Entscheidungsfindung und Konfliktlösung auf demokratischem Weg, nicht durch Gewalt. 6.8.2. Einbringung und Überdenken des eigenen Standpunkts Teilhabe an der Demokratie bedeutet auch für Kinder, dass sie in der Lage sind, einen eigenen Standpunkt zu beziehen, diesen zu vertreten und andere Meinungen zu akzeptieren. 6.9. Lernen, wie man lernt 6.9.1. Lernmethodische Kompetenz Die lernmethodische Kompetenz ist die Grundlage für den Wissenserwerb und für das spätere schulische Lernen eines Kindes. Das pädagogische Fachpersonal besitzt die Fähigkeit, Methoden des Lernens zum Lernen einzusetzen. Kinder eignen sich neues Wissen bewusst an, indem sie eigene Lernprozesse wahrnehmen, steuern, regulieren und reflektiert anwenden sowie übertragen.

6.10. Widerstandsfähigkeit (Resilienz) 6.10.1 Kompetenter Umgang mit Veränderungen und Belastungen Resilenz bildet die Grundlage für positive Entwicklung, Gesundheit, Wohlbefinden und hohe Lebensqualität. Sie ist der Grundstein für den kompetenten Umgang mit individuellen, familiären sowie gesellschaftlichen Veränderungen und Belastungen.

7. Spielplatz des Lebens! Bedeutung des Spiels Das Spiel ist die ureigenste Ausdrucksform des Kindes. Von Anfang an setzt sich das Kind über das Spiel mit sich und seiner Umwelt auseinander. In vielen ihrer Spiele spielen Kinder symbolisch und vereinfacht das Leben in Ausschnitten nach, die Erwachsenen- und Medienwelt liefern ihnen dafür Vorlagen. Das Spiel hilft Kindern, in die Gesellschaft hineinzuwachsen, Kompetenz zu erwerben und eine eigene Identität zu entwickeln. Spielen und Lernen sind keine Gegensätze, sondern haben mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede und sind eng miteinander verknüpft. Freie Spielprozesse sind immer auch Lernprozesse. Ist Spiel nur ein Spiel? Die Spielphase von der Ankunft des Kindes in der Kindertagesstätte bis zur gezielten Aktivität nennen wir Freispiel. Es gibt allen Kindern Gelegenheit zum Entdecken, Erkennen, Schaffen und Gestalten, zum Betrachten, Nachmachen und Selbsterfinden. Spielerisch lernt das Kind, neue Fähigkeiten zu erwerben und auszuprobieren. Es handelt und beobachtet, es entdeckt lebensnahe Zusammenhänge und erlebt das Miteinander mit anderen Spielkameraden. Beim Ausprobieren der eigenen Handlungsmöglichkeiten gewinnt es Selbstsicherheit und Selbstvertrauen. Es hat Freude an eigenen Gestaltungen und entwickelt Kreativität und Phantasie. Es lernt, sich durchzusetzen ebenso wie zu verzichten, zu helfen und Rücksicht zu nehmen.

"Spiele brauchen Regeln - Kinder auch" Die Kindertagesstätte eignet sich ganz hervorragend dazu, Kindern gewisse Verhaltensweisen zu vermitteln. Spielregeln sollen ein geordnetes Miteinander garantieren und allen Kindern gleiche Startbedingungen verschaffen. Spielregeln verbessern die soziale Lernfähigkeit und fördern die Teamfähigkeit des Kindes. Ein gemeinsames Ziel führt dazu, die eigenen Interessen für eine Weile hinten an zustellen und sich dem Ziel zu widmen. Dabei gibt es natürlich auch immer Gewinner und Verlierer, Sieger und Besiegte. Das zu akzeptieren ist ein wichtiger Lernabschnitt und für viele Kinder Ansporn, sich weiterzuentwickeln. In der Freispielzeit kann das Kind entscheiden: - was es tun möchte (z.B. spielen, zuschauen, ausruhen, bauen, basteln) - ob es alleine, mit Freunden oder mit der Erzieherin zusammen etwas tun möchte - wie der Spielverlauf aussieht. So kann das Kind durchaus individuell bestimmen, wie es seinen Tag gestalten möchte. Um den Kindern abwechslungsreiche und vielfältige Spielmöglichkeiten zu bieten, teilen wir unsere Gruppenräume in kleine Spielbereiche ein. Dabei orientieren wir uns an den Bedürfnissen der Kinder. Diese Aktionsbereiche ermöglichen dem Kind, in einer Kleingruppe oder alleine zu spielen: - Puppenecke - Leseecke - Kuschelecke - Bauteppich - Bereich für Tischspiele - Platz für Musikinstrumente - Bauen mit Konstruktionsmaterial - Mal und Basteltisch

Auch Erzieherin und Kinderpflegerin sind während des Freispiels "aktiv". - Sie bereiten die Umgebung und Materialien vor. - Sie helfen den Kindern, wenn es nötig ist. Hilfe zur Selbsthilfe. "Hilf mir, dass ich es selber tun kann".

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Wenn es erforderlich ist, spielen sie mit und lassen sich in die Rollenspiele der Kinder einbeziehen. Sie beobachten und schätzen ein: Wer spielt was? Wer spielt mit wem? So können Rückschlüsse auf den derzeitigen Entwicklungsstand der Kinder gezogen werden, z.B. im Bereich der Sprache, im Sozialverhalten, in der Motorik und in anderen Lernbereichen. Das Fachpersonal beobachtet und steuert die Gruppendynamik.

Spielen Das Kind erlebt im Spiel die Welt, ist Forscher und Entdecker, spielt Mama, Papa, Sonne, Wind, spielt Doktor, Lehrer, Bäcker, spielt sich von seinen Ängsten frei, sucht Antworten auf Fragen, erschließt sich so die Wirklichkeit, lernt, nicht gleich zu verzagen. Das ICH entdeckt im Spiel das DU, das WIR - und schenkt Vertrauen, erlebt Enttäuschung, Lebenslust, lernt auf das DU zu bauen, empfindet Liebe, Trauer, Glück, lernt geben, teilen, gönnen. Das Spiel macht Kinder SELBST- bewusst, entwickelt sich zum Können. Spielen ist keine Spielerei ist Abenteuer - Leben. Lasst Kinder spielen, träumen, tun, dann kann die Seele schweben. Karin Schaffner

8. Ich bin groß! Ich bin ein Schulkind! Übergänge Übergänge sind zeitliche Lebensabschnitte, in denen markante Veränderungen geschehen. Auslöser sind Ereignisse, die das Kind als einschneidend erlebt, weil sie erstmals oder nur einmal in seinem Leben vorkommen. 8.1. Der Übergang von der Familie in die Tageseinrichtung Häufig ist es das erste Mal, dass sich das Kind von seiner Familie jeden Tag für einige Stunden löst und eigener Wege in einer neuen Umgebung geht. Auch für die Eltern ist es eine neue Erfahrung, dass jetzt weitere Personen an der Erziehung ihres Kindes beteiligt sind. Diese gemeinsame Verantwortung erfordert Akzeptanz und gegenseitige Offenheit. Für Kinder und Eltern ist die erste Zeit in der Kindertagesstätte oft mit starken Gefühlen (z.B. Ungewissheit, Angst) und nicht selten mit Stress verbunden. 8.1.1. Aufnahmegespräch In einem ausführlichen Aufnahmegespräch findet ein erster Informations- und Erfahrungsaustausch statt. Dabei können die Eltern ihr Kind mitbringen, so dass es mit einbezogen werden kann und seine neue Umgebung kennen lernt. Gemeinsam werden Aufnahme und Eingewöhnung für das Kind gestaltet. Wichtige Fragen schaffen Klarheit über die Anforderungen, die das Kind in der Übergangsphase erwartet: - Hat Ihr Kind bereits Vorerfahrungen? - Sind Sie berufstätig? - Werden Ablöseprobleme vermutet? - Hat Ihr Kind weitere besondere Ereignisse in der Familie zu bewältigen? Die Eltern deren Kinder in den Kindergarten kommen, erhalten von uns ein Faltblatt "Etwas Neues beginnt, Eltern und das Kind kommen in den Kindergarten". Für die Krippeneltern haben wir einen Elternbrief für die Eingewöhnungsphase vorbereitet. 8.1.2. Übergangsbegleitung, Schnuppertage und Eingewöhnungsphase Schnuppertage vor Aufnahme in die Kindertagesstätte helfen dem Kind, die neue Umgebung kennen zu lernen, erstes Vertrauen zu fassen und erste Kontakte zu knüpfen. Am Schnuppertag können die Kinder von 09.00 - 11.00 Uhr zum Schnuppern in die Gruppe kommen. Sie nehmen an einer ersten Brotzeit teil und haben Zeit, sich mit allem langsam vertraut zu machen. Rituale an Schnuppertagen: - Neue Kinder erhalten ein gebasteltes Gruppensymbol als kleines Geschenk. - Die Kinder dürfen ein vertrautes Spielzeug von zu Hause, als kleine Unterstützung, mitbringen.

Eine zeitlich gestaffelte Eingewöhnungsphase ist bei uns möglich. Bei der Eingewöhnung der Krippenkinder werden die Eltern mit in den Prozess einbezogen. Wir geben jedem Kind und seiner Familie Unterstützung, um den Übergangsprozess individuell zu bewältigen. Hierbei sind Alter, Entwicklungsstand, Familienstruktur und bisherige Vorerfahrungen zu berücksichtigen. Eine gezielte Beobachtung von Kind und Eltern während der Eingewöhnungszeit liefert uns wichtige Informationen für die weitere Unterstützung. - Wie geht das Kind mit der neuen Situation um? - Was benötigt es, um sich der neuen Umgebung zu öffnen? - Was leistet es von sich aus, welche Unterstützung benötigt es von Eltern und Fachpersonal? Kinder, deren Eingewöhnung gelungen ist, zeichnen sich durch folgende Kompetenzen aus: - Das Kind nimmt leicht Abschied, kann sich von den Eltern lösen und ist entspannt. - Es geht gerne in die Kindertagesstätte. - Es kennt die Regeln und hält sie ein. - Es hat eine Position in der Gruppe und nimmt am Gruppengeschehen teil. - Es entwickelt ein "Wir Gefühl" für seine Gruppe. - Es hat Vertrauen zu den Fachkräften. - Es sucht den Kontakt zu vielen Kindern und schließt bereits engere Freundschaften. - Es zeigt Eigeninitiative und Selbstständigkeit. - Es hat seine neue Rolle angenommen und fühlt sich "größer" und "älter" und verhält sich selbstbewusst. Verläuft eine Eingewöhnung problematisch, suchen wir gemeinsam mit den Eltern nach individuellen Lösungswegen. 8.2. Übergang in die Grundschule Kinder sind in der Regel hoch motiviert, sich auf den neuen Lebensraum Schule einzulassen. Dennoch ist der Schuleintritt ein Übergang in ihrem Leben, der mit Unsicherheit einhergeht. Wenn unsere Kinder jedoch auf vielfältige Erfahrungen und Kompetenzen aus ihrer Zeit in der Tageseinrichtung zurückgreifen können, sind die Chancen hoch, dass sie dem neuen Lebensabschnitt mit Stolz, Zuversicht und Gelassenheit entgegensehen können. Die notwendigen Voraussetzungen für den Anschluss zwischen den Systemen Tageseinrichtung und Grundschule werden mit dem Begriff "Schulfähigkeit" beschrieben. Dabei ist der Entwicklungsstand des einzelnen Kindes in seinem Sozial- und Leistungsverhalten wichtig. Wir konzentrieren uns auf den Bewältigungsprozess beim Übergang und die professionelle Begleitung. Alle Bemühungen richten sich darauf, dass dem Kind der Übergang gut gelingt. Jedes Kind soll in die Schule kommen, wenn es das Eintrittsalter erreicht hat. Es wird dann in der Schule dort abgeholt, wo es in seiner Entwicklung steht. Der Übergang wird vorrangig von Kindern, Eltern, Erzieherinnen und Lehrkräften gemeinsam bewältigt.

Für uns sind folgende Zielsetzungen von Bedeutung: - Kind und Eltern möglichst langfristig und angemessen auf den Übergang in die Grundschule vorbereiten - Erwerb der deutschen Sprache fördern - die Kinder unterstützen beim Wahrnehmen, Ausdrücken und Regulieren ihrer Gefühle - mit den Kindern ihre Vorstellungen von der Schule, sowie ihre Erwartungen an Lehrkräfte thematisieren, klären und abstimmen - Eltern bei der Wahl der geeigneten Schule beraten - bei den Eltern die Einwilligung in den fachlichen Austausch über ihr Kind einholen - Gespräche mit der Schule und mit den Eltern abstimmen - Kommunikation mit der Schule suchen - "Schulfähigkeit" des Kindes gemeinsam mit den Eltern und der Schule erarbeiten - Austausch mit der Schule suchen, über den individuellen Unterstützungsbedarf der Kinder - das Abschiednehmen feierlich gestalten

Für uns bedeutet das, die Kinder für die Schule und die Schule für die Kinder aufnahmefähig zu machen. Dies sind ein aufeinander bezogener Prozess und eine gemeinsame Aufgabe. Vorbereitung auf einen langfristigen Übergang beginnt bei uns am Tag der Aufnahme. Der Übergang in die Grundschule steht zwar in den ersten Jahren nicht im Vordergrund, schwingt aber im Hintergrund immer mit. Wir beziehen uns auf die Stärkung von Basiskompetenzen und auf die Entwicklung schulnaher Kompetenzen. Interesse, Vorfreude und damit Bereitschaft zu wecken, ein Schulkind zu werden, ist ein weiteres Ziel unserer täglichen Arbeit mit den Kindern. Zum fachlichen Dialog mit der Grundschule arbeiten wir seit einigen Jahren eng mit den Lehrkräften und dem Kooperationsbeauftragten zusammen. Zur Übergangsbegleitung gibt es bei uns im Kindergarten gemeinsame Angebote für Kinder und Eltern: - planen von Projekten und speziellen Angeboten für die Vorschulkinder - Besuch der Grundschule, um die Kinder mit den Räumlichkeiten, Lehrmitteln und Lehrkräften vertraut zu machen - Elternabend zur Schulvorbereitung mit unterschiedlichen Themen (z.B. Bewegung macht klug, Spracherziehung)

Elterngespräch zur „Schulfähigkeit“ des Kindes Eltern erhalten unser Vorschulprogramm und wichtige Informationen zum Übergang - Schuluntersuchung für Vorschulkinder durch die Schulärztin - Lehrerbesuch und Probeunterricht im Kindergarten - Schnupperstunden für Vorschulkinder in der Grundschule - Durchführung des Würzburger Sprachprogramms "Hören - Sehen - Lauschen" - einmal wöchentlich Vorschularbeit in Kleingruppen - Vorschulausflug ins Playmobilland - gemeinsames Übernachtungsfest im Kindergarten - Abschiedsfeier in den Kindergartengruppen Besuch der Schulkinder am 1. Schultag im Kindergarten -

9. Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche 9.1. Wer sich nicht bewegt, bleibt sitzen! Starke Kinder 9.1.1 Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport

„Wir spielen, rennen, tanzen!" Bewegung zählt zu den grundlegenden Betätigungs- und Ausdrucksformen von Kindern. Kinder haben einen natürlichen Drang und Freude daran sich zu bewegen. Bewegung ist ein wichtiges Mittel, Wissen über ihre Umwelt zu erwerben, dies zu „begreifen“ und auf die Umwelt einzuwirken. Sie erwerben Kenntnisse über sich selbst und den eigenen Körper. Jedes Lernen geht über Bewegung.

Kinder nehmen Sinneseindrücke mit dem ganzen Körper wahr und drücken Gefühle in Bewegung aus. Jedes menschliche Verhalten umfasst motorische, emotionale und kognitive Aspekte. Mimik, Gestik, Sprache erfordern ein ausgeprägtes, fein abgestimmtes Zusammenspiel vielfältiger Bewegungen. Körperbeherrschung und motorische Geschicklichkeit fördern nicht nur das Selbstvertrauen, sondern haben einen positiven Einfluss auf die Reifung von Gehirn, Nervenbahnen und deren Vernetzung. Die spielerische Bewegung von Kindern wurde lange unterschätzt. Neurologen und Verhaltensbiologen untermauern mit ihren aktuellsten Erkenntnissen die Ansicht, dass vor allem Spielen und Bewegung intelligent machen. Kinder können nicht lernen, wenn sie keine Ausdauer haben und sich nicht konzentrieren können. Das lernen sie vor allem durch Bewegung. Entsprechendes gilt für Singen, Tanzen, Musizieren, aber auch für Werken und Basteln. Ebenso beim Malen, Zeichnen und beim Schreiben werden Bewegungen festgehalten.

Bewegung gilt zu Recht als wesentlicher Bestandteil der Erziehung des Kindes. Das Kind bewegt sich von Natur aus selbstständig aktiv und hat Freude daran.

Seine Wahrnehmungsfähigkeiten und der Gleichgewichtssinn werden gestärkt und es übernimmt Verantwortung für sich und Andere. Dabei wird ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt und das Kind lernt gleichzeitig zu kooperieren. Bewegung dient außerdem der Entspannung, dem Abbau von Stress und Aggressivität. Bewegung ist für die Gesundheit und das Wohlbefinden des Kindes unerlässlich. Sie stärkt das positive Körperbewusstsein und trägt zur Leistungsfähigkeit bei. Von angemessener Bewegung hängen die Ausbildung leistungsfähiger Organe und der frühzeitige Aufbau gesundheitsbewussten Verhaltens ab. Bewegungsmangel kann Haltungs- und Organleistungsschwächen begünstigen und negative Auswirkungen auf die körperliche Belastbarkeit, die Ausdauer und die Körperkoordination haben.

Die Bewegungserziehung in der Kindertagesstätte beruht auf mehreren Säulen • • • •

Freies Gestalten von Bewegungsspielen (d.h. Räume zur Verfügung stellen, damit es dem Kind jederzeit möglich ist, sich zu bewegen z.B. Bewegungsbaustelle) offenes Bewegungsangebot im Sinne einer vorbereiteten Umgebung (z.B. Bewegungslandschaften im Außengelände, Schlittenfahren, Spaziergänge) Festgelegte und angeleitete Bewegungsstunden Spezifische Bewegungsangebote (z.B. elementarer Tanz, Rhythmik)

Bewegung und Bewegungserziehung haben deshalb in unserer Einrichtung für den Entwicklungsprozess der Kinder einen hohen Stellenwert und sind Schwerpunkte unserer Arbeit. Es ist für uns wichtig, dass wir freie Bewegungsgelegenheiten (z.B. Rutsche im Hallenbereich und Spielgeräte im Freigelände) zur Verfügung stellen, die die Kinder nach Belieben und ihren individuellen Möglichkeiten wahrnehmen können. Wichtige Prinzipien der Bewegungserziehung sind für uns u.a.: • • • •

dem Bewegungsdrang der Kinder mit täglichen Gelegenheiten zur Bewegung begegnen dabei die Gruppenräume, die Halle, den Turnraum und das Außengelände mit einzubeziehen die kreative Auseinandersetzung mit verschiedenen Materialien und mit Spielpartnern in den Vordergrund zu stellen Spielmaterialien und Sportgeräte sollen einen hohen Aufforderungscharakter haben und zu vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten und zum Experimentieren anregen

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aufmerksam beobachten, welche Tätigkeiten das einzelne Kind bevorzugt und ob seine individuelle Entwicklung ausgewogen berücksichtigt wird auf das einzelne Kind eingehen, beraten, ermutigen und Hilfestellung geben Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich der Bewegungserziehung nutzen wichtiger Bestandteil unserer Konzeption

Jede Gruppe hat ihren festen Turntag in der Woche. Wir passen die Aufgabenstellungen dem Entwicklungsstand der Kinder an, d.h. sie werden weder über- noch unterfordert. Eine Vielzahl von Klein- und Großgeräten sind im Turnraum vorhanden, die die Kinder zu selbsttätigen und kreativen Bewegungsaktivitäten herausfordern: - verschiedene Sprossenwände zum Hochsteigen und Klettern - Turnmatten - Springseile, Reifen, Ringe, Tücher - Bälle in verschiedenen Größen - Eibe-Rolle - Turnbank - Balancierbalken - Turnkasten - Trampolin - großes Schwungtuch

Die Kinder üben Grundformen der Bewegung, wie klettern, hüpfen, laufen, rollen, kriechen, springen, werfen, fangen. Um die Turnstunden abwechslungsreich zu gestalten, führen wir mit den Kindern regelmäßig Massageübungen in Form von kleinen Geschichten durch. Außerdem gibt es Rhythmikstunden, mit und ohne Musik, sowie Entspannungsübungen.

" Toben an frischer Luft macht gesund" Bewegung sollte so oft wie möglich im Freien stattfinden - egal wie das Wetter ist. Draußen toben fördert nicht nur die körperliche und seelische Entwicklung, es steigert zudem das Wohlbefinden und die Abwehrkräfte. Kinder, die viel draußen spielen, sind gesünder, ausgeglichener und schlafen besser. Zum Spielen draußen sind nach wie vor die alten Straßenspiele bestens geeignet. Sie bringen neben Bewegung auch Spaß, fördern die Entwicklung, Geschicklichkeit und Gruppenfähigkeit. Beispiele: Gummitwist, Fangen, Bolzen, Verstecken, Murmelspiele u.s.w. Unser Außenspielgelände im großzügigen Garten ist bewegungsattraktiv gestaltet und wird täglich zum Spiel im Freien genutzt. Dort befinden sich z.B.: - Balancierbalken - Kletterwand - Vogelschaukel - Rollerbahn - Schaukelpferd - Fußballfeld - kombiniertes Kletter- und Rutschgerät - Schaukeln - Reckstangen - Sandkästen - Wippe - Bühne = Rodelberg im Winter - große Rasenfläche Bewegungserziehung bietet, wie kaum ein anderer Erlebnis- und Lernbereich, die Möglichkeit zur ganzheitlichen Förderung der kindlichen Entwicklung! " Wer rückwärts laufen kann, der kann auch rückwärts rechnen!" 9.1.2. Psychomotorik Psychomotorik betont den Zusammenhang von Wahrnehmen, Bewegen, Erleben und Handeln. Psychomotorische Übungen eignen sich, um Auffälligkeiten im Verhalten des Kindes auszugleichen. - Sinneswahrnehmung (Fühlen, Sehen, Hören) werden durch taktile, visuelle und akustische Reize angesprochen - Körpererfahrung (Bewegungs- und Lageempfinden) - Großräumige Bewegungserfahrung ( Kraftentfaltung, Raumorientierung, Überwinden von Hindernissen) - Kleinräumige Bewegungs- und Materialerfahrung (Geschicklichkeit, Auge-Hand Koordination)

Diese Übungen werden als ganzheitliche Spiel- und Bewegungshandlungen, möglichst in Spielthemen eingebettet. Dabei ist das Kind aktiver Mitgestalter. 9.1.3. Gesundheit Gesundheit ist mehr als nur Freisein von Krankheit. Es ist ein Zustand von körperlichen, seelischen, geistigen und sozialem Wohlbefinden. Grundlegende Einstellungen und Gewohnheiten für gesundes bzw. ungesundes Verhalten entwickeln sich bereits in den ersten Lebensjahren. Gesundheitsvorsorge hat im pädagogischen Alltag einen hohen Stellwert. Zu ihren Kernbereichen zählen: - Bewegung (Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport) - Ernährung - Körperpflege und Sauberkeitserziehung - Körper und Sexualität - Ruhe und Rückzug, Erholung und Schlafen - Ausgleich und Entspannung - Gesundheit und gesunde Lebensweisen - Verantwortlicher Umgang mit Krankheit - Sicherheit in der Einrichtung, sicheres Verhalten im Verkehr, Unfallprävention - Stressbewältigung Wir achten bei allen auf eine gesunde Ernährung. Gesunde Getränke (z.B. Wasser, Tee, Saft) stehen für die Kinder bereit. Bei den Speiseplänen achten wir auf abwechslungsreiche und ausgewogene Zusammensetzung. Die Mahlzeiten werden bei uns gleitend und gemeinsam im Wechsel eingenommen. Die Kinder lernen Hunger- und Durstgefühl selbst richtig einzuschätzen und zu regulieren. Gleitende Mahlzeiten und Selbstbedienung ermöglichen dies. Wir führen mit den Kindern Gespräche über gesunde Ernährung. Es wird gemeinsam gekocht oder ein gesundes Frühstück zubereitet.

Körperpflege und Sauberkeit sind wichtige Voraussetzungen für die Gesundheit des Kindes. Ab ca. 2 Jahren beginnen wir mit der Sauberkeitserziehung im Krippenalltag. Händewaschen vor dem Essen und nach dem Essen, Händewaschen nach dem Toilettengang, Kleidungswechsel zum Turnen, Abwaschen von Geschirr und Besteck sind nur die wichtigsten gesellschaftlichen Normen der Körperpflege.

Wir unterstützen die Kinder, ihre Pflegehandlungen Schritt für Schritt selbstständig auszuführen. Im Kleinkindalter entdeckt das Kind den eigenen Körper. Es erlebt sich als Mädchen oder Junge, entwickelt Selbstbewusstsein und wird in all seinen Sinnen angeregt. Eine liebevolle Atmosphäre fördert die Beziehungsfähigkeit und schafft ein bestimmtes Körpergefühl.

Wir bieten den Kindern regelmäßig Ausgleichs- und Entspannungsübungen an (Phantasiereisen, Massageübungen, Stille- und Atemübungen). Sie erhöhen das allgemeine Wohlbefinden und unterstützen das Bedürfnis nach Ruhe und Stille. Es dient außerdem der Stressbewältigung, dem Abbau von Frustration, Wut, Aggression und hilft bei Konzentrationsproblemen. Die Kinder finden ausreichend Bewegungsmöglichkeiten in unseren Räumen und im Garten. Der Aufenthalt im Freien findet bei uns, je nach Wettersituation, täglich statt. Für Erhalt und Förderung der Gesundheit des Kindes trägt die Familie große Verantwortung (z.B. für das Kind wichtige Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen durchführen lassen, auf gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und richtige Kleidung achten).

9.2. Gemeinsam sind wir stark! Werteorientiert und verantwortungsvoll handelnde Kinder 9.2.1. Werteorientierung und Religiosität Kinder erfragen unvoreingenommen die Welt und stehen ihr staunend gegenüber. Sie stellen Fragen nach dem Anfang und dem Ende, nach dem Sinn und Wert ihrer selbst und nach Leben und Tod. Eigene religiöse Erfahrungen und das gemeinsame Miterleben von Festen, Ritualen sowie die Begegnung mit Zeichen und Symbolen können helfen, Eigenes und Fremdes zu erschließen. Wir gehen auf alle Fragen des Kindes, die sich im Alltag ergeben, mit Wertschätzung, Respekt und Geduld ein. Gemeinsam gestalten wir unseren Jahreskreis und denken dabei an altes Brauchtum und religiöse Feste und Feiern. Bildungs- und Erziehungsziele im Einzelnen: -

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das Kind erhält die Möglichkeit, in der Begegnung mit lebensnahen Wertesystemen und religiösen Überlieferungen seinen eigenen Standpunkt zu finden es entwickelt Wertschätzung und Offenheit gegenüber anderen das Kind lernt sich mit Religionen, Religiosität und Glauben auseinanderzusetzen, Unterschiede wahrzunehmen und offen zu begegnen Kinder erfahren, dass Schwächen und Fehler zum Leben dazugehören Kinder erwerben Klarheit darüber, was wichtig ist und worauf man verzichten kann Kinder lernen Mitverantwortung für die Gestaltung des gemeinsamen Kindergartenalltags zu tragen Kinder lernen Konflikte auszuhalten und auszutragen und gemeinsame Lösungen zu finden Kinder lernen auf gewaltsame Auseinandersetzungen zu verzichten Sie entwickeln Kraft, Misslungenes neu anzupacken und mit schwierigen Lebenssituationen umzugehen Kinder nehmen jeden Menschen als etwas Einzigartiges wahr und bringen ihm Achtung und Toleranz entgegen Kinder erleben das Leben als Geschenk und nicht nur als Selbstverständlichkeit Sie entwickeln Grundhaltungen des Staunens, Denkens und Bittens Kinder entwickeln Selbstbewusstsein Kinder lernen Rituale kennen, die das Leben strukturieren und ordnen helfen Sie machen die Erfahrung von Geborgenheit, Gemeinschaft, Ruhe, Konzentration und Perspektivwechsel Kinder erleben und lernen religiöse Feste, Erzählungen religiöser Schriften, Geschichten und Legenden

9.2.2. Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte Emotionale und soziale Kompetenzen sind Voraussetzung, dass ein Kind lernt, sich in die soziale Gemeinschaft zu integrieren. Sie sind mit Sprache und Wahrnehmung eng verknüpft. Soziales Verständnis setzt voraus, dass ein Kind sich in andere einfühlen, hineinversetzen und deren Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle erkennen kann. Soziale Verantwortung, wie Einfühlungsvermögen, Rücksichtnahme und Mitgefühl entwickelt sich nur in der Begegnung mit anderen. Die emotionale und soziale Entwicklung wird vom kulturellen und familiären Umfeld stark beeinflusst. Unsere Bildungs- und Erziehungsziele im Einzelnen: - „Alle Gefühle sind erlaubt, aber nicht jedes Verhalten“ - Kinder werden sich der eigenen Gefühle bewusst, akzeptieren sie und können darüber nachdenken - Kinder lernen Gefühlszustände mit Worten zu benennen, zu beschreiben und darüber zu sprechen, wie man sich fühlt - Unangenehme Gefühle werden zugelassen - Kinder lernen Ursachen für Gefühle kennen - Sie lernen, dass andere Menschen eigene Gedanken, Wünsche und Gefühle haben - Regeln werden aufgestellt und berücksichtigt - Zuhören, Aussprechen lassen, Toleranz - Kinder lernen sich in die Situation anderer einzufühlen, hilfsbereit zu sein und Meinungen anderer zu akzeptieren - Sie nehmen Kontakt zu anderen Kindern auf - Kinder lernen zusammen zuarbeiten und kooperativ zu sein - Sie finden die Balance zwischen „Ich“ und „Wir“ - Es werden Kompromisse geschlossen und Konflikte konstruktiv ausgehandelt - Sie entwickeln eine Streitkultur - Kinder gehen Beziehungen und Freundschaften zu anderen Kindern ein - Eigene Wünsche, Bedürfnisse und Meinungen werden zum Ausdruck gebracht und selbstbewusst vertreten - Kinder lernen sich nicht damit abzufinden, wenn man sich ungerecht behandelt fühlt

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Kinder lernen Grenzen zu setzen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen Basiskompetenzen wie Selbstvertrauen, Selbstbewusstsein, Wertschätzung werden bei den Kindern gestärkt

9.3. Ich spreche mit dir und du mit mir! Sprach- und medienkompetente Kinder 9.3.1. Sprache und Literacy

„Guten Morgen, liebe Sprache“ Wir alle wissen, wie wichtig das Sprechen für unser Zusammenleben und Wohlbefinden ist. Die Sprache begleitet unsere Entwicklung im Alltag. Sie macht zwar nicht den Menschen aus, ist aber doch unsere wichtigste Verbindung zur Welt. Die Art zu sprechen und sich auszudrücken, ist ein wichtiger Bestandteil der Persönlichkeit. Sprache lernt ein Kind zunächst durch Zuhören und Nachahmen. Spracherwerb ist gebunden an: - Dialog und persönliche Beziehung - Interesse - Handlungen, die für Kinder Sinn ergeben

Wir wecken auf ganz unterschiedliche Weise die Sprachfreude bei den Kindern: - zeigen Gegenstände und Dinge, über die wir sprechen - Kinder lernen kombinieren, welches Wort zu welchem Gegenstand gehört - Kinder werden aufgefordert, mit uns zu sprechen und zu erzählen, was sie erlebt haben, denken oder fühlen - Wir achten darauf, dass alle Kinder gleich an die Reihe kommen - Wir lassen den Kindern Zeit zu sprechen und unterbrechen nicht unnötig - Es wird Gesagtes zum Einprägen und Üben wiederholt, dabei verwenden wir auch andere Wörter und erweitern so den Wortschatz der Kinder - Wir verwenden Mimik und Gestik beim Sprechen - Wir sprechen mit den Kindern über alles um uns herum und was gerade passiert, Neugier an fremder Sprache wecken

Das Erlernen der Sprache und das Erwerben eines Sprachwortschatzes braucht Zeit, Geduld und die aktive Zuwendung von Eltern und pädagogischem Fachpersonal. Wir entwickeln Sprachfreude und wecken Interesse bei den Kindern! Dabei achten wir auf eine altersgerechte Entwicklung der Sprache sowie richtige Aussprache und Satzstellung. Formen der Sprachförderung: - Gespräche - Geschichten erzählen - Bücher anschauen und Märchen vorlesen - Tischspiele - Sprachprogramm „Hören, Lauschen, Sehen“ - Englisch im Kindergarten

Diese -

Märchen sollten ihre Kinder kennen: Aschenputtel Rotkäppchen Die Bremer Stadtmusikanten Der gestiefelte Kater Das tapfere Schneiderlein Der Wolf und die sieben Geißlein Tischlein – deck - dich Brüderchen und Schwesterchen Der Froschkönig Schneewittchen Dornröschen Hänsel und Gretel

Literacy – „Das Geheimnis des Vorlesen“ In keinem Land der Welt – so PISA – lesen so wenige Kinder zum Vergnügen wie bei uns in Deutschland. Das bringt entscheidende Nachteile für die Kinder mit sich. Im Gegensatz zu fertigen Bildern, die Film und Fernsehen liefern, entstehen beim Vorlesen die Bilder im Kopf. Literacy – Erziehung steht für vielfältige Erfahrungen und Lernchancen rund um Buch-, Erzähl-, Reim- und Schriftkultur. Die Kinder sammeln Erfahrungen, die für die Sprachentwicklung, spätere Lesekompetenz und Bildungschancen von großer Bedeutung sind. Hierbei kommt es darauf an, die Eltern und die Familiensprache der Kinder mit einzubeziehen.

Lesen Sie ihrem Kind jeden Tag etwas vor! Machen Sie es bekannt mit klassischen Märchen, spannenden Geschichten von Tieren oder Fabelwesen und Geschichten aus der Kinderbibel. Kinder entwickeln meist Vorlieben für bestimmte Geschichten, die sie immer wieder hören möchten. Schenken Sie ihnen diese Möglichkeit. Ermuntern Sie sie mitzumachen, zu kommentieren was sie hören, Dinge noch weiter auszuschmücken, mittendrin nach denkbaren anderen Lösungswegen zu fragen. Dieses kreative Vorlesen treibt die Sprachentwicklung der Kinder enorm voran.

Zur Literacy im Kindergarten gehören: - Die Bilderbuchbetrachtung - Erzählen und Vorlesen - Aktivitäten rund ums Buch (z.B. Leseecke mit Bilderbüchern, Sachbüchern, Märchenbüchern, Lexika) - Bibliothek für die Eltern - Laut- und Sprachspiele (z.B. Spiel-, Schlaf- und Trostlieder, Fingerspiele, Reime, Gedichte, Zungenbrecher, Zaubersprüche, Witze, Rätsel, Sprichwörter) - Rollenspiele, Theater - Spielerische Erfahrungen mit Schreiben und Stift (z.B. Straßenschilder oder kurze Werbespots entziffern, den eigenen Namen schreiben, Briefe an Freunde schreiben, Buchstaben sind für die Kinder zugänglich)

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Zungenbrecher üben die Zunge: „Auf dem Türmchen steht ein Würmchen mit `nem Schirmchen unterm Ärmchen, kommt ein Stürmchen, bläst das Würmchen mit dem Schirmchen unterm Ärmchen von dem Türmchen“, „Es klapperten die Klapperschlangen bis ihre Klappern schlapper klangen“, „Blaukraut bleibt Blaukraut, Brautkleid bleibt Brautkleid“

9.3.2. Informations- und Kommunikationstechnik (IuK), Medien Kinder kommen von klein auf mit Informations- und Kommunikationstechnik und mit Medien in Berührung. Sie haben ein hohes Interesse daran. Medienkompetenz ist heute wichtig, um am politischen kulturellen und sozialen Leben teilzuhaben und aktiv mitzugestalten. Alle Medien beinhalten Chancen und Risiken. Es kommt darauf an, welche Angebote für Kinder ausgewählt werden. Der Umgang mit Medien hängt von persönlichen und sozialen Faktoren ab. Alter, Geschlecht, sozialer und kultureller Hintergrund beeinflussen Inhalte, Tätigkeiten und Interessen. Medienbildung und erziehung zielt darauf ab, den Risiken entgegenzuwirken, die Orientierungskompetenz zu stärken und positive Potentiale nutzbar zu machen. Sich durch Informations- und Kommunikationstechnik zu bilden bedeutet: - Medienerlebnisse emotional und verbal zu verarbeiten (z.B. Relativierung, Distanzierung) - Wissen über Mediennutzung erlangen (z.B. Sender auswählen) - Mit IuK – Geräten den Lebensalltag entdecken und deren Verwendungs- und Funktionsweise erfahren (z.B. Fußgängerampel, Haushaltsgeräte, ferngesteuertes Spielzeugauto) - Mediensysteme kennen (z.B. Rundfunk) - Medienbezogene Fähigkeiten erwerben (z.B. PC nutzen können) Medienpädagogische Bildungsarbeit spricht weitere Kompetenzen sowie Bildungs- und Erziehungsbereiche an: - Lernmethodische Kompetenz - Emotional soziale Beziehungen und Konflikte - Sprache - Mathematik - Naturwissenschaft und Technik - Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport - Ästhetik, Kunst und Kultur Folgende Medien kommen bei uns zum Einsatz: Auditive Medien (Tonmedien) - Radio, Kassettenrekorder, CD – Spieler Visuelle Medien (Bildmedien) - Fotos, Dias, Druckmedien (Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Broschüren) Audiovisuelle Medien (Bild – Ton – Medien) - Computer Es kommt uns beim Umgang mit den Medien darauf an, sachgerecht, kritisch und verantwortungsvoll zu handeln.

9.4. Ist die Erde rund? Fragende und forschende Kinder 9.4.1. Mathematik - „Entdeckungen im Zahlenland“ Die Welt ist voller Mathematik. Geometrische Formen, Zahlen und Mengen lassen sich überall entdecken. Durch die Auseinandersetzung mit mathematischen Inhalten und Gesetzmäßigkeiten machen bereits Kinder die Erfahrung von Beständigkeit, Verlässlichkeit und Wiederholbarkeit. Kinder lernen Mathematik in der Auseinandersetzung mit Materialien und der Interaktion miteinander. Sie haben ein natürliches Interesse an Formen und Zahlen. Zählen, Vergleichen oder Ordnen sind Tätigkeiten, die für sie mit Spaß, Kreativität und Erfolgserlebnissen verbunden sind. Wenn Kinder in vorschulischen Lernprozessen mit allen Sinnen und spielerisch mit mathematischen Inhalten experimentieren können und dabei einen freudigen kreativen Umgang mit Mathematik entwickeln, so ist dies für spätere Lernprozesse von entscheidender Bedeutung. Eltern sind wichtige Partner für mathematische Bildungsarbeit, indem sie Gelegenheiten im Alltag erkennen, gezielt aufgreifen und somit ihr Kind in der Entwicklung unterstützen. Bildungs- und Erziehungsziele: - Erfahren verschiedener Raum – Lage – Positionen - Spielerisches Erfassen geometrischer Formen mit allen Sinnen (Dreieck, Quadrat, Rechteck, Kreis) - Erkennen und Herstellen von Figuren und Mustern - Grundlegendes Mengenverständnis - Vergleichen und Ordnen von Objekten und Materialien - Grundlegendes Verständnis von Relationen (größer/kleiner, schwerer/leichter) - Erfassung von Raum und Zeit - Flächen und Körper sortieren (Würfel, Säule, Kugel) - Zählkompetenz erwerben - Verständnis von Zahlen als Ausdruck von Menge, Länge, Gewicht, Zeit oder Geld - Grundverständnis über Relationen (z.B. wie oft, wie viel, wie viel mehr) - Zusammenfassen und Ausgliedern von Mengen (z.B. 5 in 2 und 3 Äpfel gegliedert) - Gebrauch von Zahlwörtern, Ab- und Auszählen von Objekten - Grundbegriffe der zeitlichen Ordnung kennen (z.B. vorher, nachher, heute, morgen, gestern, Monatsnamen und Tage) - Kinder machen erste Erfahrungen mit Jahreszeiten, Monaten, Tageszeit und Uhrzeit - Mathematische Werkzeuge und ihren Gebrauch kennen lernen (z.B. Messinstrumente, Waage)

Wir geben den Kindern ausreichend Gelegenheiten, um ihr Talent zu entfalten.

Mathematik steht in enger Verbindung zu folgenden Bereichen: - Sprache und Literacy - Naturwissenschaften und Techniken - Musik - Bewegung - Kunst und Kultur Wir fördern den bewussten Umgang mit mathematischen Inhalten und Zusammenhängen. Im Einrichtungsalltag sind mathematische Inhalte in folgenden Angeboten enthalten, z.B. Finger–, Tisch–, Würfel- und viele Kinderspiele, Reime, Abzählverse, Lieder und rhythmische Spielangebote. Darüber hinaus sind gezielte Lernangebote wichtig. Wir ergänzen und unterstützen die Vorschulerziehung mit einer speziellen Arbeitsmappe. Diese Arbeitsblätter sind nach neuesten Erkenntnissen auf den Bildungs- und Erziehungsplan abgestimmt. Gleichzeitig haben die Kinder bei uns eine große Auswahl an Montessorimaterial. Wir bieten einen breiten Zugang zur Mathematik. Folgende Ziele stehen dabei im Vordergrund: - Vertrautheit mit Eigenschaften der Zahlen 1 – 10 - Überblick über den Zahlenraum von 1 – 20 - Einfache Beispiele und Vorstellungen zum Rechnen - Kennen lernen geometrischer Formen - Lösen von Problemen durch Nachdenken und Kombinieren - Behutsame Einführung in mathematische Fachbegriffe und Symbole

9.4.2. Naturwissenschaft und Technik Kinder wachsen in einer hoch technisierten Wissensgesellschaft auf. Sie greifen naturwissenschaftliche und technische Lernangebote begeistert auf. Diese Angebote werden mit hoher Konzentration, Ausdauer, Faszination und Begeisterung von den

Kindern wahrgenommen. Das Kind hat Freude am Beobachten von Phänomenen der belebten und unbelebten Natur, am Erforschen und Experimentieren. Es lernt Gesetzmäßigkeiten und Eigenschaften naturwissenschaftlicher Erscheinungen kennen und setzt sich mit deren Zusammenhängen auseinander. Dabei machen sie Fortschritte in ihrer Entwicklung. Bildungs- und Erziehungsziele : - Eigenschaften verschiedener Stoffe kennen lernen: Dichte und Aggregatzustand (feste Körper, Flüssigkeiten, Gase) - Energieformen kennen lernen (z.B. mechanische, magnetische und Wärmeenergie) - Erfahrungen mit physikalischen Gesetzmäßigkeiten sammeln (z.B. Schwerkraft, Mechanik, Optik, Magnetismus, Elektrizität) - Sich in Raum und Zeit orientieren können (z.B. Uhr, Kalender, Himmelsrichtungen) - Einfache Größen-, Längen-, Gewichts-, Temperatur- und Zeitmessungen durchführen und ein Grundverständnis darüber entwickeln - Verschiedene Naturmaterialien sammeln, sortieren, ordnen, benennen und beschreiben (z.B. Blätter, Blütenformen, Rinden, Früchte) - Vorgänge in der Umwelt (z.B. Licht und Schatten, Sonnenstand, Wetter) genau beobachten und daraus Fragen ableiten - Kurz- und längerfristige Veränderungen in der Natur beobachten, vergleichen und beschreiben und mit ihnen vertraut werden (z.B. Wetterveränderungen, Jahreszeiten, Naturkreisläufe) - Durch Experimente naturwissenschaftliche Vorgänge bewusst wahrnehmen und sich die Welt erschließen

Das Kind macht Erfahrungen mit Sachverhalten aus der technischen Umwelt insbesondere in folgenden Bereichen: - Verschiedene technische Anwendungen und naturwissenschaftliche Gesetzmäßigkeiten erkunden (z.B. Hebel, Balken, Waage, Magnet, schiefe Ebene, Rad; Fahrzeug wie Auto, Bagger, Fahrrad)

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Mit unterschiedlichen Materialien bauen und konstruieren Den sachgerechten Umgang mit Werkzeugen üben Partnerschaftliche Zusammenarbeit beim Lösen technischer Fragestellungen erfahren Wege der Energiegewinnung und Stromversorgung kennen lernen Auswirkungen der Technik auf die Umwelt und auf die Lebens- und Berufswelt des Menschen kennen lernen

Im Rahmen naturwissenschaftlicher und technischer Themenbereiche lassen sich Verknüpfungen zu folgenden Bereichen herstellen: - Werteorientierung und Religiosität (z.B. naturwissenschaftliche Phänomene und religiöse Schöpfungsgeschichte) - Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte (z.B. in Kleingruppen gemeinsam forschen und Lösungswege entwickeln) - Sprache und Literacy (z.B. naturwissenschaftliche und technische Sachbücher, Gespräche, Erklärungen - Mathematik (z.B. Materialien zum Forschen und Experimentieren abwiegen, messen, mathematische Erfahrungen beim Spiel mit Baumaterialien) - Umwelt (z.B. belebte Natur, sich mit den Elementen der Natur auseinandersetzen) - Musik (z.B. akustische Phänomene erforschen)

Für uns ist es wichtig, die Kinder für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern und ihnen kindgerechte Möglichkeiten der Auseinandersetzung zu eröffnen. Im Vordergrund stehen die Entwicklung von Interessen an diesen Themen und der Erwerb von lernmethodischer Kompetenz. Wir greifen die Fragen der Kinder auf. Durch spannende Präsentationen und neue Lernangebote wecken wir das Interesse an unbekannten Themen. Im Kindergarten wird die geeignete Lernumgebung geschaffen. Interessante Materialien wie z.B. Lupen,

Globen, Messgeräte, Sachbücher, Landkarten stehen den Kindern als Spiel- und Lernmaterialien zur Verfügung. Themenbereiche zur Naturwissenschaft und Technik: - Luft und Gase - Wasser und Flüssigkeiten - Heiß und kalt - Licht und Schatten - Farben - Schall, Töne, Musik - Magnetismus - Elektrizität - Kräfte und Technik - Bewegung und Gleichgewicht - Lebewesen (Menschen, Tiere, Pflanzen) - Unsere Erde 9.4.3. Umwelt Umweltbildung und -erziehung berührt viele Lebensbereiche, von Naturbegegnung über Gesundheit und Werthaltung bis hin zum Freizeit- und Konsumverhalten. Ausgang von Naturbegegnungen sind Erlebnisse mit Tieren und Pflanzen. Der Umgang mit Naturmaterialien regt Fantasie und Kreativität an. Umweltbildung und -erziehung hat sich im Zuge der zunehmenden Umweltverschmutzung und der Ausbeutung natürlicher Ressourcen weiterentwickelt. Sie setzt sich nun auch mit dem Selbstverständnis des Menschen auseinander. Kinder wie Erwachsene sind von Umwelteinflüssen unmittelbar betroffen. Das Kind lernt, Umwelt mit allen Sinnen zu erfahren und wahrzunehmen und Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Umweltbildung und -erziehung umfasst folgende Bereiche: Naturbegegnungen - Einzelne Umwelt- und Naturvorgänge bewusst beobachten (z.B. Säen von Samen, Beobachten, Pflegen und Beschreiben des Pflanzenwachstums) - Natürliche Lebensbedingungen unterschiedlicher Tiere kennen lernen - Vorstellungen über die Artenvielfalt im Pflanzenreich entwickeln - Verschiedene Naturmaterialien (.z.B. Blätter, Blütenformen) im Detail kennen lernen - Werterhaltung sich selbst, anderen und der Natur gegenüber (Fürsorge, Achtsamkeit, Mitempfinden, Verantwortung) entwickeln Praktischer Umweltschutz und Umweltbewusstsein - Eigenschaften von Wasser kennen lernen, Einsichten in den ökologischen Wasserkreislauf gewinnen und Grundverständnis über die Trinkwassergewinnung und -einsparung erwerben -

Unterschiedliche Abfallstoffe unterscheiden und ein Grundverständnis über Müllvermeidung, Mülltrennung und Recyclingprozesse gewinnen

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Umweltprobleme erkennen Verantwortung für die Umwelt übernehmen und eigene Entscheidungen treffen können Die Bereitschaft zu umweltbewusstem und umweltgerechtem Handeln entwickeln

Umweltbildung findet täglich statt. Im Alltagsgeschehen lassen sich umweltbezogenes Denken und Handeln wie folgt integrieren: - tägliche Mülltrennung (Wir trennen Papier, Bioabfall, gelber Sack, Glas, Dosen, Restmüll) - Erziehung zum Umweltbewusstsein (z.B. Wasser nicht zu verschwenden, Tageslicht nutzen) - Naturerfahrungen beim Aufenthalt im Freien sammeln (z.B. Bäume, Tiere, Wetter) - Blumenbeete (z.B. Wachstum beobachten, Pflege) - Wetteruhr und Wetterkalender - Jährlicher Besuch der Umweltstation „Lias-Grube“ in Unterstürmig - Waldspaziergänge (z.B. Geräusche von Tieren, Baumarten, Gräser, Früchte kennen lernen)

Umweltbildung und -erziehung überschneidet sich mit folgenden Bereichen: - Werteorientierung und Religiosität (Beziehungen entwickeln und sich selbst als Teil der Umwelt verstehen) - Naturwissenschaft und Technik (Umweltereignisse beobachten und daraus Schlussfolgerungen ableiten) - Ästhetik, Kunst und Kultur (Umwelt mit allen Sinnen wie riechen, schmecken, tasten, hören und sehen wahrnehmen) - Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport (Aufenthalt und Spiele in der Natur) - Gesundheit (Gesundheitsrisiken durch Umwelteinflüsse, Ernährung mit ökologischen Lebensmitteln)

Die pädagogische Umsetzung der Bildungs- und Erziehungsziele orientiert sich an der Entwicklung und den Bedürfnissen der Kinder. Wir schaffen Gelegenheiten, die die Kinder in Staunen über die Schönheit und Vielfalt der Fauna und Flora versetzen. Die Kinder erhalten die Möglichkeit zur Übernahme von Verantwortung für das Gedeihen der Lebewesen. Sie erleben sich und andere in konkreten Handlungssituationen. Sie erleben und begreifen Zusammenhänge. Lernangebote und Projekte werden so geplant und gestaltet, dass die Kinder sich mit Interesse und Engagement beteiligen. Die pädagogischen Fachkräfte übernehmen im Rahmen ihrer Zuständigkeiten Verantwortung für eine gesunde Umwelt, die den Kindern und ihnen selbst zugute kommt. Beispiel: Blumenbeet, Waldspaziergang

9.5. Komm und tanz mit mir! Künstlerisch aktive Kinder 9.5.1. Ästhetik, Kunst und Kultur Ästhetische Bildung und Kultur hat auch immer mit Kunst und Kultur zu tun. Durch die Auseinandersetzung mit Kunst und Kultur entfalten Kinder ihr kreatives und künstlerisches Potential. Kreativität ist die Fähigkeit, im Denken neue, auch unerwartete und überraschende Wege zu gehen. Kinder erkunden ihre Umwelt von Geburt an mit allen Sinnen und machen dabei erste ästhetische Erfahrungen. Lautmalerei, Gestik, Mimik und Hantieren mit Gegenständen bereichern und intensivieren die Sinneseindrücke der Kinder! Lernen durch die Sinne ist in der frühen Kindheit die Grundlage für Bildung. Durch vielseitige Anreize lernt das Kind spielerisch-kreativ mit seiner Phantasie umzugehen und sie in verschiedenen Bereichen einzusetzen. Kinder zeigen uns mit ihren bildlichen Äußerungen ihre Sicht der Welt. Das bildhafte Sich-Äußern ist die Basis für die Weiterentwicklung kommunikativer, gestalterischer, handwerklicher Fähigkeiten. Diese Erfahrungen sind wichtig für die Persönlichkeitsentwicklung des Kindes.

Bildungs- und Erziehungsziele: Bildnerisches und darstellendes Gestalten - Wertschätzung, Anerkennung, Spaß, Freude und Gestaltungslust erleben als Voraussetzung für kreatives, phantasievolles Spielen, Arbeiten und Lernen - Eigene Gestaltungs- und Ausdruckswege entdecken (z.B. zeichnend, malend, bildnerisch-plastisch, mimisch, sprachlich) - Erkennen, dass Gefühle, Gedanken und Ideen auf unterschiedliche Weise gestaltet und dargestellt werden können. - Künstlerisches Gestalten und szenisches Darstellen als Gemeinschaftsprozess mit anderen erfahren - Grundverständnis von Farben und Formen und den Umgang mit ihnen erwerben (z.B. Farben zu mischen) - Ausdruckskraft von Farben und deren Wirkung auf Stimmung und Gefühle wahrnehmen - Vielfalt kreativer Materialien, Werkzeuge, Techniken (z.B. Maltechniken) zur gestalterischen Formgebung kennen lernen

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Verschiedene natürliche und künstliche Stoffe in ihren Eigenheiten und Nutzungsmöglichkeiten im Vergleich erfahren Einen spielerischen Umgang mit Elementen des Theaters erproben Eigene Theaterspiele (z.B. Sketsche, dazugehörende Kostüme, Bühnenbilder, Musik) erfinden, gestalten und aufführen Eigene Ausdrucksformen reflektieren und darüber kommunizieren

Umsetzungsmöglichkeiten, um Ästhetik, Kunst und Kultur in ihrer Vielfalt und ganzheitlich zu erleben. - Farben erkennen und benennen - Mit Farben und Stiften Spuren hinterlassen und Farbtöne vergleichen - Mit Werkzeugen und Materialien Erfahrungen sammeln und umgehen lernen (z.B. Holz, Ton, Kunststoff) - Kunst betrachten (z.B. Bilder) - Theaterspiele erfinden, gestalten, durchführen (z.B. sich verkleiden, in eine neue Rolle schlüpfen)

Wir wecken bei den Kindern den Sinn für Schönheit und Realität. Durch die Balance von freiem Arbeiten und Schablonenarbeit wird die Feinmotorik, Kreativität und Intelligenz gefördert. In allen Gruppen gibt es Verkleidungskisten und Handpuppen zum Theaterspielen. Folgende Gegenstände stehen den Kindern jederzeit zur Verfügung: - Materialien: verschiedene Sorten und Größen von Papier und Pappe, Ton, Zeitungen, Naturmaterial - Farben: Finger-, Wasser-, Temperafarben - Werkzeuge: Pinsel, Stifte, Kreiden, Scheren, Nadeln - Verbindungs- und Bearbeitungsmaterialien: Kleber und Leim Querverbindungen zu anderen Bereichen: - Sprache und Literacy (z.B. Austausch von Sinneseindrücken) - Musik (z.B. Klanggeschichten gestalten) - Bewegung, Rhythmik, Tanz und Sport (z.B. Bewegungsphantasien lassen sich in gestalterische Bewegungsabläufe übersetzen)

9.5.2. Musik Mit Neugier und Faszination begegnen Kinder der Welt der Musik. Sie haben Freude daran, den Geräuschen, Tönen und Klängen in ihrer Umgebung zu lauschen. Singen, Musizieren, Tanzen sind wesentliche menschliche Ausdrucksweisen. Kinder werden in den Bereichen Rhythmik, Musik, Bewegung, Bild und Sprache zum schöpferischen Verhalten angeregt. Das Kind lernt: - die Welt des Hörens kennen - akustische Reize zu differenzieren - Klangelemente zu gestalten - Rhythmisches Zeitgefühl In unserem Kindergarten wird täglich gemeinsam gesungen. Dies unterstützen wir durch den Einsatz kindgerechter Musikinstrumente, wie die OrffInstrumente. Wir beginnen den Tag mit Morgenkreisliedern oder Liedern im Geburtstagskreis. Unsere Liedauswahl ist vielfältig und altersgemäß. Die kindliche Singstimme bedarf einer besonderen Beachtung und Pflege. Tonart und Tonhöhe sind an die kindliche Stimme angepasst. Die Kinder haben die Möglichkeit Musikstücke anzuhören. Sie lernen Instrumente kennen und erproben. Musik wird bei uns in Bewegung und Tanz frei gestaltend umgesetzt. Klanggeschichten und Sinneswahrnehmungen werden regelmäßig mit den Kindern durchgeführt. Auch Lieder mit ausländischen Texten werden gesungen. Ein Mal wöchentlich wird im Kindergarten ein kostenloser Flötenkurs für Vorschulkinder angeboten. Dabei machen die Kinder erste Erfahrungen mit Noten. Für unser beispielhaftes musikalisches Wirken erhielten wir im Jahr 2005 die Auszeichnung „Felix“ von Deutschen Sängerbund.

Aktiver Umgang mit Musik fördert die gesamte Persönlichkeit des Kindes: - Ausdruck, Fantasie, Kreativität (sich über Musik mitteilen, Gefühle und Gedanken äußern) - Soziale Kompetenz (gemeinsames Singen und Musizieren stärkt die Kontakt- und Teamfähigkeit und die Bereitschaft zur sozialen Mitverantwortung) - Kulturelle Identität und interkulturelle Kompetenz (Musik aus anderen Kulturkreisen leistet einen wichtigen Beitrag zur Begegnung und Verständigung) - Sprachkompetenz (Stimmbildung und Sprachbildung sind miteinander verknüpft)

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Aufmerksames Zuhören (Musik trainiert aktives Zuhören) Kognitive Kompetenz (Musik bewirkt positive Gehirnentwicklung, Konzentration, Ausdauer, abstraktes Denken) Körperbewusstsein und motorische Kompetenz (Musik regt das Körperbewusstsein an, Musik entsteht durch Bewegung des Atem- und Stimmapparates, der Beine, Arme und Hände)

Eine Sensibilisierung über musikalisches Tun wirkt sich auch in anderen Lebensbereichen aus:

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Zuhören können Abwarten können Sich im richtigen Moment einbringen können Sich einfühlen können Sich zurücknehmen können

Bildungs- und Erziehungsziele: - die eigene Sprech- und Singstimme entdecken - ein kleines Repertoire an Liedern singen können - Musikinstrumente kennen lernen - Freude am gemeinsamen Singen und Musizieren entwickeln - Lieder, Geschichten und gehörte Musikstücke mit (Orff-) Instrumenten begleiten - Eigene musikalische Ideen entwickeln - Lieder, kleine Spielszenen szenisch darstellen - Musik als Möglichkeit der Entspannung und Aufmunterung erfahren - Unterscheiden zwischen laut – leise, hoch – tief, schnell – langsam - Musikrhythmen in Tanz und Bewegung umsetzen - Musik bildnerisch und gestalterisch umsetzen - Erste Begegnung mit Notenschrift Kinder gestalten ihre musikalische Bildung aktiv mit. Ein ganzheitlicher Ansatz (Querverbindung zu allen anderen Bereichen) ermöglicht zugleich, die Gesamtentwicklung der Kinder beobachtend und pädagogisch zu begleiten. Musikalisches Handeln findet statt: - in Groß- und Kleingruppen - Einzelkontakt - Spontane und gelenkte Aktivitäten - Freispiel - Gelenktes Angebot - Projekt

10. Schlüsselprozesse 10.1. Bildungs- und Erziehungspatenschaft mit den Eltern

Ohne Eltern geht es nicht! Wir sitzen alle in einem Boot! Die Erziehung in unserer Kindertagestätte ist familienunterstützend und ergänzend, deshalb ist es wichtig, dass wir offen und vertrauensvoll miteinander umgehen. Die Kindertagesstätte hat den gesetzlichen Auftrag (nach §22 Kinder- und Jugendhilfegesetz), Eltern in die Arbeit mit einzubeziehen. Ein freundliches, herzliches Miteinander, geprägt durch Achtung und Verständnis, trägt zur gesunden Entwicklung des Kindes bei. Die Eltern werden an wesentlichen Entscheidungen zu Erziehung, Bildung und Betreuung des Kindes beteiligt. Das Angebot der Kindertagesstätte entspricht den Bedürfnissen, Erwartungen und Interessen der Familien. Der gegenseitige Austausch fördert die Entwicklung einer Vertrauensbasis zwischen Eltern und Kindergarten. Unser Ziel ist es, eine Partnerschaft zwischen Eltern und uns Erzieherinnen zu schaffen. Wir brauchen das Vertrauen der Eltern in unsere Arbeit. Die Eltern brauchen das Gefühl der Sicherheit, dass ihr Kind gut aufgehoben und geborgen ist. Je intensiver Erzieherinnen und Eltern zusammenarbeiten, umso besser kann sich ein Kind in unserem Kindergarten entwickeln. Was Sie als Eltern von pädagogischen Mitarbeiterinnen erwarten können: - Sie werden durch die Kindertagestätte entlastet und in Ihrer Erziehungsarbeit unterstützt - Wir informieren Sie umfassend über die Entwicklung ihres Kindes und die Arbeit des Kindergartens: durch vereinbarte Elterngespräche bei wesentlichen Fragen oder Problemen, durch Tür- und Angelgespräche, Elterninfobriefe, Aushänge etc. - Sie finden im Kindergarten vielfältige Kontakte zu anderen Familien, z.B. bei gemeinsamen Eltern-Kind-Aktionen, Elternabenden, Festen und Feiern

Was wir uns in der Zusammenarbeit mit Erziehungsberechtigten wünschen: - Wir freuen uns sehr über Eltern, die Möglichkeiten haben und Bereitschaft entwickeln, sich aktiv an der Kindergartenarbeit zu beteiligen (z.B. Eltern mit interessanten Berufen).

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Ihre Hilfe könnte gewünscht werden bei der Gestaltung der Räume und des Außengeländes, die der Festgestaltung (z.B. Arbeitskreis Gartengestaltung) Es kann hilfreich sein, durch Hospitation oder Teilnahme am Gruppenalltag Einblicke in unsere Arbeit zu nehmen. Dies ist nach Rücksprache außerhalb der Eingewöhnungszeit jederzeit möglich. Wir wünschen uns eine offene, konstruktive und kreative Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat, der die Belange des Kindergartens für ein Jahr begleitet. Er hat die Aufgabe zwischen Eltern, Mitarbeiterinnen und dem Träger zu vermitteln und die gemeinsame Arbeit zu fördern.

Elternarbeit in der Kindertagesstätte Kategorie 1. Angebote vor Aufnahme des Kindes

Formen der Elternarbeit - Anmeldegespräch - Schnuppertage - Einführungselternabend im Juli

2. Angebote unter Beteiligung von Eltern und pädagogischem Fachpersonal

- Elternabende - Elternbefragung - Spielplatzgestaltung

3. Angebote unter Beteiligung von Familien und pädagogischem Fachpersonal

- Feste und Feiern (Auf- und Abbau) - Basare (z.B. Kuchen backen) - Wanderungen und Ausflüge - Bastelabende - Spielabende

4. Eltern als Miterzieher

- Entwicklung von Jahresplänen - Beteiligung der Gruppen bei Außenkontakten - Planung von Veranstaltungen und besonderen Aktivitäten

5. Angebote nur für Eltern

- Elternstammtisch - Elterncafe

6. Einzelkontakte

- Tür- und Angelgespräche - Termingespräche - Telefonkontakte - Beratungsgespräche - Hospitationen

7. Informative Angebote

- Schriftliche Konzeption - Elternbriefe - Schwarzes Brett - Ereignisbaum - Rahmenplanaushang - Tages- und Wochenberichte - Infowand - Buchausstellungen - Bücherei - Auslegen von Infobroschüren - Internetauftritt - Fotoausstellung

8. Elternvertretung

- Einbeziehung in Konzeptionsentwicklung - Einbeziehung in Planung und Gestaltung von Aktivitäten und Veranstaltungen - gemeinsames Erstellen der Jahrespläne

9. Kommunalpolitisches Engagement

- Eltern als Fürsprecher des Kindergartens - Eltern als Interessenvertreter der Kinder - Zusammenarbeit mit Träger der Einrichtung

10.2. Gemeinwesenorientierung – Kooperation und Vernetzung mit anderen Stellen Öffnung hin zum Gemeinwesen: Es ist wichtig mit Kindern viele Lebensfelder (z.B. Gemeinde, Natur, Arbeitswelt, Landwirtschaft, Religion, Politik) zu erschließen. Die Gemeinwesenorientierung im Kindergarten garantiert eine lebensnahe Bildung und Erziehung des Kindes. Die Öffnung hin zum natürlichen, sozialen und kulturellen Umfeld, soll Kindern folgendes ermöglichen: - Naturerfahrungen in Wald und Flur durch Gartenarbeit - Entdecken der Umgebung der Kindertageseinrichtung - Kennen lernen der Arbeitswelt (z.B. Rathaus, Arztpraxis, Feuerwehr) - Erkunden kultureller Einrichtungen (Museum, Bücherei) - Kennen lernen von sozialen Einrichtungen - Kontakte zu Menschen anderer Kulturen

Damit geben wir den Kindern Raum für Entdeckerfreude, Neugier, Kontaktbereitschaft. Kooperation und Vernetzung mit anderen Stellen: - Vernetzung mit (benachbarten) Kindertageseinrichtungen • Kollegialer Austausch • Gemeinsame Besprechungen • Austausch von Konzeptionen - Vernetzung mit der Gemeinde und Kirchengemeinde - Zusammenarbeit mit dem Jugendamt • Fachliche Beratung • Erziehungs- und Familienberatungsstelle - Zusammenarbeit mit psycho-sozialen Fachdiensten • Vermittlung bei erhöhtem Förderbedarf oder familiären Problemen • Informations- und Erfahrungsaustausch - Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Jugend- und Familienhilfe • Frühförderstellen - Zusammenarbeit mit Therapeuten • Ergotherapie • Logopädie • Psychomotorik

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Kooperation mit Arztpraxen und Gesundheitsamt • Vorsorgeuntersuchung im Kindergarten Kooperation mit Fachberatung • Zusammenarbeit mit Ausbildungsstätten Kooperation mit der Grundschule

10.3. Beobachtung, Evaluation und Weiterentwicklung Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen bilden eine wesentliche Grundlage für pädagogisches Handeln in Kindertageseinrichtungen. Beobachtungen: - erleichtern es, die Perspektive des einzelnen Kindes , sein Verhalten und Erleben besser zu verstehen - geben Einblick in die Entwicklung des Kindes - sind Basis für das Gespräch mit Kindern - unterstützen die Planung künftiger Angebote - sind Grundlage für regelmäßige Entwicklungsgespräche mit den Eltern - fördern den fachlichen Austausch und kollegiale Zusammenarbeit im Kindergarten - sind Hilfe für den Austausch und Kooperation mit Fachdiensten und der Schule Beobachtungen werden bei uns: - für jedes Kind durchgeführt - erfolgen gezielt und regelmäßig - orientieren sich an Kompetenzen und Interessen der Kinder Bei der Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen setzen wir folgende Methoden ein: - sammeln von „Produkten“ bzw. Ergebnissen der kindlichen Aktivitäten (Zeichnungen, Klebearbeiten, Schreibversuche, Vorschulmappe) - freie Beobachtungen (situationsbezogene Verhaltensbeschreibungen) - strukturierte Beobachtungen (standardisierter Beobachtungsbogen vom Carl-Link-Verlag)

11. Ziele, Visionen, Ausblick Was kommt auf uns zu? Wo wollen wir hin? Was will unser Kindergarten in der Zukunft? Wie entwickeln sich die Bedingungen für Familien und Kinder in der Gesellschaft? Wie können wir schon heute Maßnahmen ergreifen, um auf die Bedürfnisse von morgen vorbereitet zu sein? Fragen, die immer wieder ins Visier genommen werden müssen. Damit man nicht nur sagt, Kinder und Eltern stehen im Mittelpunkt unseres Interesses, sondern auch dementsprechend das pädagogische Handeln zukunftsorientiert ausgerichtet wird. Nur wenn die aktuellen Situationen und Bedürfnisse von Kindern und deren Familien wahrgenommen und gezielt berücksichtigt werden, kann den Kindern die Hilfe gewährt werden, die sie benötigen, um sich in der jetzigen und zukünftigen Gesellschaft zurechtzufinden. Hierzu gehören die Förderungen in allen Bildungs- und Erziehungsbereichen. Folgende Schwerpunkte wollen wir in der Zukunft weiter entwickeln bzw. ausbauen: • Umwelt - Anlegen eines Sinnespfades - regelmäßige Reflexionen unserer Projekte anhand von Fotos und Aufzeichnungen - Vorstellen von Haustieren • Naturwissenschaft und Technik - Anschaffen von mehr Experimentiermaterial (z.B. Messbecher, Waage, Mikroskop, Thermometer, Magnete, Kompass.....) - Magnetismus - Geschmacksstoffe - Kreislauf vom Korn zum Mehl • Ästhetik, Kunst und Kultur - Bereitstellen verschiedener Sorten und Größen von Materialien, Farben und Werkzeugen • Musik • - Kennen lernen von klassischer Musik, Komponisten und deren Musikwerken Entwicklung der Wahrnehmungsfähigkeit, durch bewusstes Erleben von Umwelt und Kultur mit allen Sinnen - Musiknachmittage - Kinder-Kultur-Abo • Gesundheit - Sexualerziehung - Prävention von sexuellem Missbrauch - Verkehrserziehung – Unfallprävention - Brandschutz - 1. Hilfe fürs Kind

Bewegungserziehung - Psychomotorik - Klettergarten - Fußballturnier • Gemeinwesenorientierung - Einbindung ehrenamtlicher, Senioren und Nachbarn - Exkursionen - Kinderkonferenzen - Zusammenarbeit mit den geistlichen Pfarrern • Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern - Einbeziehung von Eltern mit interessanten Berufen - Familienfreizeiten - Bildung von Arbeitskreisen (z.B. Gartenarbeit) - Vätergruppe •

Was hat nun wer von einer Konzeption? Eltern, die ihre Kinder unserer Einrichtung anvertrauen, können sich ein Bild von dem machen, was ihre Kinder erwartet. Sie können sich darüber informieren, was ihre Kinder vermittelt bekommen. Der Träger kann nachlesen, was in seinem Auftrag und mit seinem Geld im Kindergarten geleistet wird. Eine breite Öffentlichkeit erhält einen ausführlichen Einblick, wie der gesetzliche Bildungsauftrag erfüllt wird.

All das ist wichtig, jedoch sind die Kinder das Wichtigste! Wir wollen diese Konzeption umsetzen und mit Leben füllen, zum Wohle und zum Wachstum der Kinder, die uns eine bestimmte Zeit ihres Lebens anvertraut sind.

12. Quellenverzeichnis •

Norbert Huppertz



Sylvia Schneider



KiTa aktuell Nr. 9



Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung Walter Ellermann



„Wir erstellen eine Konzeption“ Don Bosco Verlag „Das Schlau mach Buch“ Christophorus Verlag September 2005, 17. Jahrgang Carl Link Verlag Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Beltz Verlag Bildungsarbeit im Kindergarten Erfolgreich planen Beltz Verlag