Konzeption Krippe - Thalfingen - Kinderkrippe St. Thomas, Elchingen

Konzeption Krippe - Thalfingen - Kinderkrippe St. Thomas, Elchingen

: 0731-97737211 Fax: 0731-97737230 : [email protected] Konzeption Stand: März 2016 1 Inhaltsverzeichnis Unsere Anschrift/Impressum Vo...

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: 0731-97737211 Fax: 0731-97737230 : [email protected]

Konzeption Stand: März 2016

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Inhaltsverzeichnis Unsere Anschrift/Impressum Vorwort 1.1 Vorwort des Trägers

Seite: 4

1.2 Vorwort des Krippenteams

Seite 5

2.0 Organisatorisches Konzept und Rahmenbedingungen

Seite 5

2.1 Zielgruppe der Einrichtung

Seite 5

2.2 Bedarfssituationen im Einzugsgebiet

Seite 6

2.3 Gesetzliche Grundlagen

Seite 6

2.4 Infektionsschutz, Hygiene und Sicherheit

Seite 6

2.5 Räumlichkeiten und Außenfläche

Seite 6

2.6 Aufnahmeverfahren

Seite 7

2.7 Buchungszeiten und Beiträge

Seite 8

2.8 Bring- und Abholzeit

Seite 8

2.9 Personal

Seite 9

2.10 Schließzeiten

Seite 9

2.11 Essen und Getränke

Seite 9

3.0 Grundprinzipien der Bildungs- und Erziehungsarbeit

Seite 10

3.1 Bild vom Kind

Seite 10

3.2 Rolle der pädagogischen Mitarbeitenden

Seite 12

3.3 Bedeutung des Spielens

Seite 13

3.4 Integration

Seite 13

3.5 Basiskompetenzen

Seite 13

3.5.1 Personale Kompetenzen

Seite 14

a) Selbstwahrnehmung

Seite 14

b) Motivationale Kompetenzen

Seite 14

c) Kognitive Kompetenzen

Seite 14

d) Physische Kompetenzen

Seite 14

3.5.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext

Seite 15

a) Soziale Kompetenzen

Seite 15

b) Werte und Orientierungskompetenz

Seite 15

c) Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme

Seite 15

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d) Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

Seite 15

3.5.3 Lernmethodische Kompetenz

Seite 16

a) Lernen, wie man lernt

Seite 16

b) Resilienz / Widerstandsfähigkeit

Seite 16

3.6 Übergänge gestalten

Seite 16

3.7 Themenbezogene Bildungs- und Erziehungsbereiche

Seite 17

3.7.1 Werteorientierung und Religion

Seite 17

3.7.2 Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte

Seite 19

3.7.3 Sprachliche Bildung

Seite 19

3.7.4 Medienbildung und Erziehung

Seite 20

3.7.5 Mathematische Bildung

Seite 21

3.7.6 Naturwissenschaft

Seite 22

3.7.7 Umweltbildung und Erziehung

Seite 22

3.7.8 Ästhetik, Kunst und Kultur

Seite 23

3.7.9 Musik

Seite 23

3.7.10 Bewegung, Rhythmik und Turnen

Seite 24

3.7.11 Gesundheit

Seite 24

3.7.12 Beziehungsvolle Pflege

Seite 25

3.7.13 Die Mahlzeiten

Seite 25

3.7.14 Schlafen

Seite 26

3.7.15 Tagesablauf

Seite 26

4.0 Beobachtung und Dokumentation

Seite 27

5.0 Schutzauftrag

Seite 29

6.0 Kooperation

Seite 29

6.1 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern

Seite 29

6.2 Zusammenarbeit im Team

Seite 31

6.3 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen

Seite 31

6.4 Zusammenarbeit mit dem Träger

Seite 32

6.5 Kooperation mit der Kirchengemeinde

Seite 32

7.0 Öffentlichkeitsarbeit

Seite 32

8.0 Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung

Seite 33

9.0 Schlusswort

Seite 33

Literaturverzeichnis

Seite 34

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Unsere Anschrift / Impressum

Name und Anschrift der Einrichtung: Evangelische Kinderkrippe St. Thomas Donaustraße 22a 89275 Elchingen Tel.: 0731-97737211 Fax: 0731-97737230 E-Mail: [email protected] Internet: www.krippe.st.thomas.de (ist noch nicht veröffentlicht)

Träger der Einrichtung ist: Evangelisch - Lutherische Kirchengemeinde St. Thomas in Elchingen Donaustraße 22 89275 Elchingen Tel.: 0731-97737211

Vertreten durch: Herrn Pfarrer Jean-Pierre Barraud

Unsere Kinderkrippe gehört dem Evangelischen Kitaverband Bayern an.

1.Vorwort 1.1

Vorwort des Trägers

Liebe Eltern, liebe Interessierte! “Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder …”

So können wir es im Markusevangelium nachlesen. Sie als Eltern der Kinderkrippe St. Thomas in Elchingen und wir als evangelischer Träger sind uns der wunderbaren Aufgabe bewusst, die wir gemeinsam erfüllen dürfen: Kinder zu begleiten auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden.

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Von Erich Kästner stammt folgender Satz: “Erst waren sie Kinder, dann wurden sie erwachsen. Aber was sind sie nun? Nur wer erwachsen wird und ein Kind bleibt, ist ein Mensch.” Es erstrebenswert, sich als erwachsener Mensch die Kindheit zu bewahren. Ich wünsche viel Freude, bei der Lektüre der vorliegenden Konzeption der Kinderkrippe St. Thomas Pfarrer Jean-Pierre Barraud

1.2 Vorwort des Krippenteams Liebe Leserinnen, liebe Leser, mit dieser Konzeption möchten wir Ihnen das Team, die Einrichtung und die pädagogische Arbeit mit den Kindern näherbringen. Die Konzeption ist eine Fördervorraussetzung und beschreibt den pädagogischen Ansatz und die Bildungsarbeit der Einrichtung. Ebenfalls soll die Konzeption Eltern, Träger, PraktikantInnen und allen Interessierten als Leitfaden durch unsere Einrichtung dienen.

„Kinder werden sich nicht an dich erinnern, wenn du ihnen materielle Dinge gegeben hast, sondern weil sie fühlten, dass sie dir wichtig waren.“ (Richard Evans)

2. Organisatorisches Konzept und Rahmenbedingungen

2.1 Zielgruppe der Einrichtung Das Einzugsgebiet der Kinderkrippe St. Thomas in der Gemeinde Elchingen umfasst die Ortsteile Thalfingen, Ober- und Unterelchingen. In der Einrichtung gibt es 2 Gruppen mit bis zu 15 Plätzen für Kinder im Alter von zehn Monaten bis drei Jahren. Bereits im Kleinkindalter sind erweiterte Erfahrungsräume und Entwicklungsmöglichkeiten außerhalb der Familie besonders wertvoll. Durch das Betreuungsangebot in unserer Kinderkrippe wollen wir den Eltern außerdem eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

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2.2 Bedarfssituationen im Einzugsgebiet Die Kinderkrippe St. Thomas befindet sich am Ortsrand von Thalfingen, einem schön gelegenen Dorf in der Nähe von Ulm. In unserer unmittelbaren Nachbarschaft ist die evangelische Kirche St. Thomas. Aufgrund der günstigen Verkehrsanbindung zur Universitäts- und Wissenschaftsstadt Ulm entwickelte sich Elchingen zu einem bevorzugten Wohngebiet für junge Familien. Außerdem weist die Gemeinde Elchingen eine intakte Infrastruktur auf und ist Standort mehrerer namhafter Firmen. All diese Faktoren tragen zu einem erhöhten Bedarf an Krippenplätzen bei. Wir bieten den Kindern eine liebevolle und behütete Ergänzung zur eigenen Familie an und ermöglichen ihnen, in geeigneten Räumen Kontakte zu anderen Kindern zu knüpfen. In unserer Einrichtung bieten wir den Kindern Gelegenheit, Sozialverhalten zu erleben, Bewegungsfreiheit in unseren Räumen, im Garten, beim Turnen, beim Spazierengehen und in der Natur zu genießen.

2.3 Gesetzliche Grundlagen Wir arbeiten nach dem BEP (Bildung und Erziehung in den ersten 3 Lebensjahren) und BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und betreuungsgesetz). Deren Ausführungsverordnungen sind die gesetzlichen Grundlagen. Unsere Arbeit unterliegt dem Infektionsschutzgesetz und dem Sozialdatenschutzrecht. Des Weiteren sind wir verpflichtet, bei Anzeichen der Kindeswohlgefährdung zu reagieren. Weitere gesetzliche Grundlagen sind SGB VIII § 8a und b Schutzauftrag, und Artikel 9a BayKiBiG.

2.4 Infektionsschutz und Hygiene Schon im baulichen Konzept unserer 2013 erbauten Krippe wurden die neuesten Sicherheitsbestimmungen berücksichtigt. Im Umgang mit den Kindern werden Hygiene- und Sicherheitsvorschriften genau eingehalten. Regelmäßige Fortbildungen, Erste-Hilfe-Kurse, Hygieneunterweisungen sind in unserer Konzeption fest verankert.

2.5 Räumlichkeiten und Außenbereich Innenbereich: Die Kinderkrippe besteht aus zwei Gruppenräumen (Sonnenschein und Wölkchengruppe). Die Gruppenräume sind ausgestattet mit: -

unterschiedlichen Materialien einem Bewegungsbereich (z.B. Rutsche, Bewegungsschnecke) einem Essbereich

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-

einem Wickelraum einem Schlafraum

Des Weiteren befinden sich in unserer Einrichtung: -

eine Küche ein Personalzimmer ein Leitungsbüro ein WC für Erwachsene ein Behinderten - WC ein Abstellraum ein Heizungsraum eine Elternecke, die gerne in der Zeit der Eingewöhnung genutzt wird ein Bällebad im Flur jeweils 2 Toiletten für die Kinder in jedem Wickelraum

Außenbereich: An die Krippe ist ein Abstellraum für Fahrzeuge und Kinderwägen angebaut. Der Außenbereich verfügt über: -

zwei Sandkästen, ein Tipi, einen Barfußpfad, Sitzmöglichkeiten (Baustämme, Sitzbank), Balancierbaumstamm, ein Kräuter- und Erdbeerbeet, eine Nestschaukel und ein Klettergerüst.

2.6 Aufnahmeverfahren Unsere Kinderkrippe nimmt Kinder auf: -

die in der Gemeinde Elchingen wohnhaft sind, die den 10. Lebensmonat vollendet haben (Rechtsanspruch ab einem Jahr), deren Geschwister die Einrichtung besuchen oder besucht haben, deren Eltern berufstätig sind, die sich in einer sozialen Notsituation befinden

Sollten noch freie Plätze verfügbar sein, haben wir die Möglichkeit, nach Rücksprache mit dem Träger Kinder aus umliegenden bayerischen Gemeinden aufzunehmen.

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2.7 Buchungszeiten und Beiträge Monatlicher Beitrag (wird per Lastschrift eingezogen) 3 - 4 Stunden 130,00 € 4 - 5 Stunden 136,00 € 5 - 6 Stunden 142,00 € 6 - 7 Stunden 148,00 € 7 - 8 Stunden 154,00 € 8 - 9 Stunden 160,00 € 9 -10 Stunden 166,00 € Geschwisterkinder in der Kinderkrippe zahlen die Hälfte des Beitrages.

Weiter werden folgende Beiträge abgebucht: Mittagessen Spielgeld: Geld für Getränke: Frühstück Portfolio-/Fotogeld:

3,20 € 4,00 € 1,50 € 15,00 € 15,00 €

pro Tag pro Monat pro Monat pro Monat für den Entwicklungsordner des Kindes pro Jahr

2.8 Bring- und Abholzeit Öffnungszeit: Montag bis Donnerstag

07:00 Uhr – 16:00 Uhr

Freitag von

07:00 Uhr – 14:00 Uhr

Bringzeiten: Von 07:00 Uhr bis 09:00 Uhr (Die Türen werden zur Sicherheit Ihrer Kinder geschlossen). Pädagogische Kernzeit ab 09:00 Uhr – 12:00 Uhr

Abholzeit zwischen: erste Abholzeit: 12 Uhr

zweite Abholzeit: ab 14 Uhr

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2.9 Personal Das Krippenpersonal besteht zur Zeit aus sieben Mitarbeitern/innen: -

1 Leitung (40 Stunden) 1 Fachkraft (mit 40 Stunden) 1 Fachkraft (mit 25 Stunden) 1 Fachkraft (mit 32 Stunden) 1 Ergänzungskraft (mit 30 Stunden) 1 Ergänzungskraft (mit 20 Stunden) 1 Küchenhilfe Zeitweise wird das Team von PraktikantInnen und jungen Erwachsenen, die einen Freiwilligendienst ableisten, unterstützt.

2.10 Schließzeiten Die Einrichtung kann bis zu 30 Tagen im Krippenjahr geschlossen sein. Dabei sind die Fortbildungs- und Planungstage (bis zu 5 Tagen im Jahr) noch nicht berücksichtigt. Die detaillierten Angaben können Sie dem aktuellen Ferienplan entnehmen. In Absprache mit dem Elternbeirat, werden die Schließzeiten immer zeitnah bekannt gegeben.

2.11 Essen und Getränke Frühstück: Das Frühstück wird jeden Tag frisch und abwechslungsreich von uns zubereitet. Selbstverständlich bieten wir täglich auch Obst und Gemüse an. Zum Trinken wird stilles Mineralwasser und Milch/Tee ausgeschenkt. Mittagessen: Täglich liefert uns die Cateringfirma „Gastromenü“ aus Neu-Ulm frisches und vitaminreiches Essen. Das Mittagsmenü ist speziell auf Kleinkinder abgestimmt und besteht aus Vor- und Hauptspeise und einem Nachtisch.

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3.0 Grundprinzipien der Bildungs- und Erziehungsarbeit

3.1 Bild vom Kind

„ Du hast das Recht, genauso geachtet zu werden wie ein Erwachsener. Du hast das Recht, so zu sein, wie du bist. Du musst dich nicht verstellen und so sein, wie es die Erwachsenen wollen. Du hast das Recht auf den heutigen Tag, jeder Tag deines Lebens gehört dir, keinem sonst. Du, Kind, wirst nicht erst Mensch, DU bist Mensch.“ (Janusz Korczak)

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Wie wir das einzelne Kind sehen:

Entdecker, Forscher , neugierig, wissbegierig, lernwillig

Besonders, einzigartig

Vollwertiges Mitglied unserer Gesellschaft.

DAS KIND

Es hat sein eigenes Entwicklungstempo und bietet ein Spektrum einzigartiger Besonderheiten.

Selbstständiges Individuum. Jedes Kind unterscheidet sich durch seine individuelle Persönlichkeit, durch seine Anlagen, Stärken und Eigenheiten von anderen.

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Was Kinder brauchen:

Lob und Anerkennung

Viel Spaß

Kinder brauchen Zeit

Kindegerechte Räume

Schlaf

Kinder brauchen Spielpartner

Spiele und Anregungen Zuwendung und viel Liebe

Kinder brauchen gesunde Ernährung Bewegung

Kinder brauchen Gelegenheiten für Fantasien und Träume

Körperpflege

Ruhe und Rückzugsmöglichkeiten, Regeln und Rituale

Unterstützung und Freiheiten

Unterstützung in ihrer Entwicklung

3.2 Unsere Rolle als pädagogisches Fachpersonal -

Wir begleiten die Wege der Kinder und orientieren uns an ihren Bedürfnissen und Interessen.

-

Wir unterstützen die Kinder in ihrer Entwicklung durch Anerkennung und Lob.

-

Wir sind Vorbilder (Lernen durch Nachahmung).

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-

Wir schaffen vorbereitete Umgebungen für Erfolge, Impulse und Anregungen.

-

Wir beobachten, reflektieren und dokumentieren die Entwicklungsprozesse der Kinder.

-

Wir respektieren jedes Kind in seiner Individualität.

-

Wir sind einfühlsam, spenden Geborgenheit und Trost.

-

Wir hören zu und sind mit den Kindern im Gespräch.

3.3 Bedeutung des Spielens „ Kinder sollten mehr spielen, als viele Kinder es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist, dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später sein ganzes Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme geheime Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer ist.“ (Astrid Lindgren) Spielen ist für das Kind die Art, sich mit der Umwelt auseinanderzusetzen. Das Kind trennt nicht zwischen Lernen und Spielen. Spielen ist ein ganzheitlicher Prozess, der mit allen Sinnen erfahren wird. Das Kind bekommt emotionale Zuwendung und Sicherheit, Anregungen und Spielmaterialien. Die Mitarbeitenden erschließen Spielräume und unterstützen die Stressreduktion sowie die Emotionsregulation, das Spielverständnis und das Einhalten von Regeln.

3.4 Integration Wir bereiten in der Kinderkrippe eine abgestimmte Umgebung vor, in der alle Sinne angesprochen werden. Die Kinder erfahren eine ganzheitliche Unterstützung und Begleitung im Alltag. Dabei stehen ihre Stärken im Mittelpunkt. Kinder, die von Geburt an eingeschränkt sind, werden von uns im Alltagsgeschehen gezielt unterstützt und begleitet. Dies kann ergänzt werden durch Hilfe von außen (Kooperationen mit Frühförderstellen und Ärzten, Eltern etc.) In der Kinderkrippe geben wir den Kindern die Möglichkeit, sich vorurteilsfrei zu begegnen. Es finden Austausch und Begegnung mit fremden Kulturen, Sprachen, Wertvorstellungen und Religionen statt.

3.5 Basiskompetenzen Mit Basiskompetenzen sind Fähigkeiten gemeint, die Kinder in den ersten Lebensjahren erlernen, um sich in der Welt zurechtzufinden.

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3.5.1 Personale Kompetenzen a) Selbstwahrnehmung Das Kind lernt, sich selbst und seine Bedürfnisse wahrzunehmen und ein gesundes Selbstvertrauen durch unsere positive Bestärkung zu entwickeln. Das Kind wird als Individuum ernst genommen, dies zeigt sich durch: -

freundlichen, respektvollen und liebevollen Umgang miteinander, gegenseitiges Zuhören, Ernstnehmen der Gefühle, positive Bestätigung.

b) Motivationale Kompetenzen Kinder möchten von sich selbst aus aktiv werden, selbstständig werden und ihre Eigenwirksamkeit spüren. Wir ermutigen das Kind, -

auf die eigenen Fähigkeiten zu bauen und zu vertrauen, alltägliche Handlungen selbst zu tun und auszuprobieren (z.B. Treppen steigen, trinken, essen..), sich innerhalb der ausgemachten Regeln frei zu bewegen und selbst zu entscheiden.

c) Kognitive Kompetenzen Kinder in den ersten drei Jahren durchlaufen sensomotorische Stufen der Kognition, d.h. sie eignen sich ihr Wissen über ihren Körper an, durch Körperwahrnehmung, Bewegung und durch die elementaren Sinne (riechen, schmecken, tasten, hören, sehen, Gleichgewicht). Den Erwerb dieser Basiskompetenzen unterstützen wir, indem wir: -

geeignete Materialien und Spiele bereitstellen, die Kinder anregen etwas immer wieder auszuprobieren. sie zu Fantasie und Kreativität ermuntern.

d) Physische Kompetenzen Die Kinder entwickeln Verantwortung für Gesundheit und körperliches Wohlbefinden. Dabei achten wir besonders auf: grundlegende Hygienemaßnahmen, gesunde Ernährung, Ausleben des Bewegungsdranges und den Wechsel zwischen Anstrengung und Entspannung Erfahren der Geschicklichkeit und Körperbeherrschung

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3.5.2 Kompetenzen zum Handeln im sozialen Kontext a) Soziale Kompetenz Soziale Kompetenz ist die Fähigkeit des Kindes, sich in eine Gruppe einzugliedern, auf andere Rücksicht zu nehmen, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, auszudrücken und sich selbst zurückzuhalten. Dies verstärken wir, indem wir: -

zur Hilfsbereitschaft ermuntern, für Gefühle anderer sensibilisieren, Gemeinsamkeit durch Rituale schaffen z.B. im Morgenkreis und beim Essen Sprachanlässe schaffen die Kommunikationsfähigkeit fördern.

b) Werte und Orientierungskompetenz Werte sind die Basis für ein gutes Miteinander. Das Kind erlebt in der Kinderkrippe Gemeinschaft und kommt mit den Wertvorstellungen seines Umfelds in Berührung. Kinder sind in diesem Alter nicht voreingenommen gegenüber dem Anderssein von Menschen, z.B. Behinderung, Hautfarbe, Größe etc. Werte und Orientierungskompetenz geben dem Kind Halt und Sicherheit im Leben. Wir Mitarbeitenden leben einen wertschätzenden und respektvollen Umgang miteinander vor. c) Bereitschaft zur Verantwortungsübernahme Die Kinder erwerben Verantwortung gegenüber sich selbst, ihren Mitmenschen, ihrem nahen Umfeld, der Natur und dem Material. Die Verantwortungsübernahme erfahren die Kinder durch: -

einfühlsamen und liebevollen Umgang in der Gruppengemeinschaft, sorgfältigen Umgang mit dem Material, Sauberkeit und Ordnung, Respekt gegenüber der Natur und der Tierwelt.

d) Fähigkeit und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe Die Kinder werden zu demokratischem Verhalten hingeführt. Sie vertreten ihre eigenen Meinungen, und lernen, andere Meinungen zu akzeptieren. Darunter verstehen wir die Partizipation, im Alltag. Die Kinder beteiligen wir z.B. beim: -

Tisch decken Aufräumen der Spielsachen Tische abputzen wahrnehmen und ausdrücken ihre eigene Bedürfnisse beim Gruppengeschehen, indem sie aktiv und kooperativ mitwirken.

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3.5.3 Lernmethodische Kompetenz a) Lernen, wie man lernt Kinder lernen automatisch durch bewusstes Handeln. Die Mitarbeitenden beobachten sie genau, erkennen Lernschritte und gehen gezielt darauf ein. Wir schaffen Anreize durch eine vorbereitete Umgebung, befriedigen den Wissensdurst der Kinder und passen die Raumgestaltung an die kindlichen Bedürfnisse an. b) Resilienz Resilienz bezeichnet die seelische Widerstandsfähigkeit eines Menschen in Krisensituationen. Dies bedeutet, jedes Kind stark zu machen und in der Entwicklung individuell zu begleiten. Grundvoraussetzung für seelische Widerstandsfähigkeit ist eine emotionale Bindung, die dadurch aufgebaut wird, dass wir: -

für jedes Kind Zeit haben, es wertschätzen, die Kinder und ihre Gefühle ernst nehmen, es bei der Verarbeitung seiner Emotionen unterstützen.

3.6.0 Übergänge gestalten In unserer Einrichtung arbeiten wir nach dem Berliner Modell und gehen dabei individuell auf Ihr Kind ein. Zu Beginn der Eingewöhnung findet ein Gespräch mit der Bezugsperson des Kindes statt. Hier werden persönliche Dinge des Kindes besprochen, um dessen Entwicklung und Vorlieben kennen zu lernen. Die Eingewöhnung ist eine sehr sensible Zeit für Eltern und Kind. Man rechnet für die Eingewöhnung mindestens zwei bis vier Wochen. Die erste Trennung findet nie an einem Freitag oder Montag statt. Für eine gute Eingewöhnung ist es wichtig, dass eine sichere Bindung zwischen Eltern und Kind besteht. Von Bedeutung ist auch, dass die Eltern ein gutes Vertrauensverhältnis zur den Mitarbeitern aufbauen.

Eingewöhnungsphasen: 1. Die Grundphase An den ersten Tagen kommt das Kind mit einem Elternteil eine Stunde in die Gruppe. Von Tag zu Tag tritt der Elternteil immer mehr in den Hintergrund, währen sich die Bezugsperson der Krippe allmählich dem Kind mehr und mehr annähert. Der Elternteil sucht sich einen festen Platz im Gruppenraum. Sie sind passiv und drängen das Kind nicht. Die Eltern beschäftigen sich mit nichts anderem und beobachten ihr Kind. Die Bezugsperson nimmt vorsichtig Kontakt zu dem Kind auf und beobachtet es.

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2. Der 1. Trennungsversuch (findet nie an einem Freitag oder Montag statt) Die elterliche Bezugsperson kommt mit dem Kind in die Einrichtung, bleibt kurz und verabschiedet sich relativ schnell von dem Kind. Während dieser ersten Trennung ist es wichtig, dass die Eltern in der Einrichtung bleiben. Nach ca. 15-30 Minuten holen die Eltern ihr Kind ab und gehen gemeinsam nach Hause. Die Mitarbeitenden unterstützen das Kind bei der Trennung und versuchen eine Beziehung aufzubauen.

3. Stabilisierungsphase Die Trennungszeit wird gesteigert und die Mitarbeitenden übernehmen die Aufgaben der Eltern. Ab nun reagiert die Bezugsperson auf die Signale des Kindes.

4. Die Schlussphase Nach einem Abschiedsritual verlassen die Eltern die Einrichtung und bleiben jederzeit erreichbar. Die Bezugsperson ist nun der „sichere Hafen“ für das Kind und intensiviert die Beziehung zu dem Kind. Des Weiteren findet nun der Beziehungsaufbau zu den anderen Kollegen der Einrichtung statt.

3.7 Themenbezogene Bildung- und Erziehungsbereiche Wir arbeiten nach dem BEP (Bildung und Erziehung in den ersten 3. Lebensjahren).Dieser hat folgende Schwerpunkte:

3.7.1 Werteorientierung und Religion „Da rief Jesus ein Kind herbei, stellte es in ihre Mitte und sagte: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.“ (Mt. 18,2-3)

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Entsprechend dem biblischen Vorbild steht auch in der evangelischen Kinderkrippe St. Thomas das Kind als eigenständige Persönlichkeit mit all seinen Bedürfnissen, Sehnsüchten, Fragen und seinem familiären Kontext im Mittelpunkt. Jesus nimmt das Kind ernst und fordert die Erwachsenen auf, am Kind Maß zu nehmen, besonders wenn es um die Beziehung zu Gott geht. Eine reziproke Lernsituation also: nicht nur das Kind lernt von den Erwachsenen, sondern die Bezugspersonen befinden sich ebenso im ständigen Lernprozess und können vom Kind lernen. Das christliche Menschenbild ist die Basis für die religiöse Erziehung: Der Mensch ist von Gott geschaffen. Das bedeutet bedingungslose Annahme, Achtung und positive Wertschätzung eines jeden Menschen, ein unbedingtes Ja zum Kind, egal welcher Religion oder familiärem Umfeld es angehört. Die Kinderkrippe ist die erste Bildungseinrichtung, mit der die Kleinkinder in Berührung kommen und Gemeinschaft außerhalb der Familie erleben können. Wir als Einrichtung in evangelischer Trägerschaft erfüllen neben dem staatlichen auch einen kirchlichen Auftrag und tragen in Erziehungspartnerschaft mit den Eltern in besonderem Maße die Verantwortung für Orientierungshilfe und einen guten Start ins Leben. Religiöse Erziehung findet immer ganzheitlich statt, also in der Gemeinschaft und im gesamten Kinderkrippenalltag. Bestimmte wiederkehrende Rituale im Tages-, Wochen- und Jahreslauf vermitteln den Kindern das Gefühl der Verlässlichkeit, Zugehörigkeit, Sicherheit, Geborgenheit und des Vertrauens, sie geben Rückhalt und helfen bei Übergängen und Neuanfängen im Leben. -

Wir treffen uns im Morgenkreis und begrüßen uns, denn alle sind wichtig. Mit gemeinsamem Singen, Bewegungsliedern und Fingerspielen begrüßen wir den Tag.

-

Wir feiern die Feste im Jahreskreis (z.B. Erntedank, St. Martin, St. Thomas, den Namensgeber der Kirche, den Nikolaustag, Weihnachten, Ostern).

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Wir beten mit den Kindern (z. B. Tischgebet) und singen religiöse Lieder zu verschiedenen Anlässen.

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Wir erzählen, lesen, spielen, gestalten und erleben Geschichten aus der Bibel mit allen Sinnen.

-

Wir stellen religiöse Bücher und Kinderbibeln zur Verfügung.

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Wir feiern die Geburtstage und danken für das Leben des jeweiligen Kindes, das von Gott gewollt ist.

-

Wir üben uns in gegenseitiger Achtung, Rücksichtnahme, verzeihen und trösten gemäß dem christlichen Liebesgebot.

-

Kinder erfahren sich als Teil der Schöpfung und lernen, ihr mit Ehrfurcht zu begegnen, sie zu achten und zu bewahren.

-

Wir kommen mit anderen Religionszugehörigkeiten in Kontakt und erweisen ihnen Respekt.

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Wir gestalten Gottesdienste für die Krippenkinder mit ihren Eltern und einzelne Elemente in Gemeindegottesdiensten.

3.7.2 Emotionalität, soziale Beziehungen und Konflikte Emotionale Entwicklung bedeutet, sich seiner Gefühle bewusst werden, sie wahrnehmen und ausdrücken zu können. Es ist wichtig, dass die emotionalen und sozialen Kompetenzen gestärkt werden, damit das Kind in seiner Entwicklung gedeihen kann. Eine wichtige Ressource für die Stärkung in der emotionalen und sozialen Beziehung ist die Interaktion zwischen dem Kind, seinen Eltern und weiteren Bezugspersonen (Großeltern, KiTa-Fachpersonal, Babysitter, Tagesmütter etc.). Denn wir sind die Vorbilder der Kinder und sie lernen am Modell. Wenn diese Interaktion beständig ist und von Empathie begleitet wird, so erfährt das Kind eine emotionale Sicherheit. So können die Kinder vertrauensvoll auf andere Menschen zugehen und soziale Beziehungen aufbauen. Dazu einige Beispiele aus dem Krippenalltag.

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Im täglichen Morgenkreis und am Esstisch nehmen sich die Kinder gegenseitig wahr und jedes Kind wird in der Gruppenrunde namentlich begrüßt. Die Mitarbeitenden unterstützen die Regulation der Emotionen. Wenn ein Kind sich verletzt hat oder traurig ist, wird es getröstet, hat es etwas Besonderes erlebt, freuen wir uns mit. Geraten mehrere Kinder in einen Streit, schlichten die Mitarbeitenden. Das Kind erfährt in jeder Situation Nähe, Zuneigung und Ermutigung. Das Selbstvertrauen des Kindes wird durch Lob gestärkt. Die Gefühle des Kindes werden respektiert und wir vermitteln ihm, dass auch negative Gefühle wie z.B. Ärger sein dürfen. Die Erzieherin unterstützt die Ich-Identität des Kindes und stärkt sein Selbstvertrauen. Bei Spaß und Spiel lernen die Kinder voneinander und üben das Leben in Gemeinschaft.

3.7.3 Sprachliche Bildung Die Entwicklung der Sprache beginnt aktiv bereits unmittelbar nach der Geburt des Kindes. Von Anfang an ist der Mensch auf Kommunikation angewiesen. Im Laufe des Lebens erfährt Kommunikation verschiedene Ausprägungen. Da sind zunächst das Weinen des Säuglings, das erste Lächeln, Mimik und Laute, die der Bezugsperson die Befindlichkeit des Kindes signalisieren und das Stillen seiner Grundbedürfnisse garantieren.

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Der Erwerb der kommunikativen Kompetenzen geschieht im Kontext der Gesamtentwicklung des Kindes. Dieser Prozess vollzieht sich im gesamten pädagogischen Alltag, in der Interaktion mit den Bezugspersonen und anderen Kindern. •

Wir nehmen uns gegenseitig wahr im Morgenkreis: Dort haben Erzählen, Reime, Fingerspiele, Bewegungslieder ihren Platz. Hier werden Sprachanreize geschaffen, geschieht Wortschatzerweiterung und das Einüben des Sprachrhythmus.



Wir begleiten das Sprechen mit Gestik und Mimik und ermöglichen damit ganzheitliches Erfassen.



Wir fördern die Entwicklung des sprachlichen Selbstbewusstseins und erhalten die Freude am Dialog und sprachlichem Experimentieren, indem wir:

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dem Kind genug Zeit gewähren, seine Gefühle und Gedanken auszudrücken und ihm dabei intensive Aufmerksamkeit schenken, auf Einhaltung der Gesprächsregeln wie „aufeinander hören“, „einander ausreden lassen“ achten, behutsam Fehler aufgreifen, wenn wir Gesagtes richtig wiederholen und in weitere Gespräche einbinden, der jeweiligen Erst -bzw. Familiensprache Wertschätzung entgegen bringen und uns mit Gedichten, Reimen, Kniereiten, Wort-, Silben - und Fingerspielen beschäftigen.

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Wir achten auf deutliche Aussprache und unterstützen das Bilden vollständiger Sätze.



Wir betrachten zusammen altersgerechte Bilderbücher und ermuntern das Kind im sog. dialogischen Vorlesen, seiner Fantasie freien Lauf zu lassen und Geschichten zu den Bildern selbst kreativ zu gestalten.



Wir schaffen Anregungen für Rollenspiele.

3.7.4 Medienbildung und Erziehung Mehr denn je ist die Lebenswelt der Kinder von einer beinahe unübersehbaren Medienvielfalt (Handy, Telefon, Computer, Radio, Fernseher, Musik- u. Hörspiel CDs….) geprägt. Die sog. Neuen Medien üben besonders auf junge Kinder eine große Anziehungskraft aus. Der Ulmer Neurowissenschaftler Prof. Dr. med. Dr. phil. Manfred Spitzer rät zu einem sehr sparsamen Gebrauch elektronischer Medien vor allem im Kindes- und auch im Jugendalter. Der Medienkonsum schade der Entwicklung des kindlichen Gehirns.

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„Wer möchte, dass aus seinen Kindern Mathematiker oder Spezialisten für Informationstechnik werden, der sorge für Fingerspiele statt für Laptops in den Kindergärten. Und wer die Schriftsprache ernst nimmt, der sollte eher für Bleistifte als für Tastaturen plädieren.“ (Manfred Spitzer: Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. Droemer Verlag, München 2012, S.184) Es gehört zu unserem Erziehungsauftrag, die Kinder – gerade auch im Elementarbereich – altersgerecht zu einem verantwortungsvollen Umgang mit den verschiedenen Medien heranzuführen. - Das primäre Medium im Krippenalltag ist immer noch das Bilderbuch, das in der Leseecke angeboten und zusammen betrachtet wird. - Sorgfältig ausgewählte Musik-CDs können z.B. im Morgenkreis, beim Turnen, bei Tanzspielen oder in einer „Traumstunde“ eingesetzt werden. - Im Rollenspiel können Kinder Spieltelefone oder Spielkameras benutzen. - Wir erzählen Geschichten.

3.7.5 Mathematische Bildung In unserer Welt begegnen Kinder Mathematik in vielen Bereichen: Geometrische Formen, Zahlen und Mengen bestimmen unseren Alltag. Auch in der Krippe findet bereits mathematische Bildung statt. Die Grundlagen und Voraussetzungen dafür erwerben die Kinder jedoch schon im Kleinkindalter. Sie haben von Natur aus ein großes Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Phänomenen. Je früher Kleinkinder mathematische Lernerfahrungen sammeln, desto eher festigen sich diese. Dadurch bildet sich die Fähigkeit, Mathematik zu verstehen und anzuwenden, heraus. Folgende Elemente bringen diese Entwicklung voran -

gemeinsames Zählen der Kinder, geometrische Formen fühlen und sortieren, Formsteckspiele, in der Natur zählen, Bilderbücher, beim Aufeinandertürmen und Ineinanderstecken lernen Kinder Größen und naturwissenschaftliche Gesetze kennen, durch Befüllen von Flaschen und Bechern lernen Kinder Mengen und Maße, beim Aufräumen lernen Kinder das Sortieren, Kreativangebote unterstützen das Kennenlernen von Farben und Formen,

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Takt- und Rhythmus-, Klatsch-, Finger- und Singspiele fördern ebenfalls das Lernen von Zahlen, Formen und Farben, Umgang mit Begriffen wie „größer“ und „kleiner“.

3.7.6 Naturwissenschaft Naturwissenschaften sind Wissenschaften, die sich mit der belebten und unbelebten Natur befassen. Neugier und Forscherdrang ist der Motor kindlicher Persönlichkeitsentwicklung. Grundsätzlich beginnt die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften aber erst einmal mit der „Natur“. Aus diesem Wissen heraus sehen wir es als unsere Pflicht an, ein vielfältiges Materialangebot zum Experimentieren und Konstruieren anzubieten. Dabei achten wir auf die Sensibilisierung und Entwicklung aller Sinne, auf die Stabilisierung des Immunsystems, das selbständige Tun der Kinder und sind bestrebt, ihnen die Möglichkeiten, alles zu erforschen, selbst zu überlassen. Folgende Angebote tragen dazu bei: -

Spiele mit Licht und Schatten Spaziergänge Erfahren der Natur und ihren Veränderungen (in den versch. Jahreszeiten) Intensive Betrachtung der Tier- und Pflanzenwelt Orientierung in Zeit und Raum Spiele mit Natur- und Verpackungsmaterialien Malen mit Fingerfarben Wasserspiele (z.B. durch Pfützen springen, Wasser/Regen erleben, sich davor schützen, Luftblasen erzeugen) Erspüren der Eigenschaften „nass/trocken“, „kalt/warm“ („hoch/ tief“, „kurz /lang“, „groß/klein“…) Erkunden verschiedener geometrischen Formen und Körper Bekanntwerden mit den Eigenschaften verschiedener Materialien (Dichte, Aggregatzustand)

3.7.7 Umweltbildung und Erziehung In der Umweltbildung geht es um die Auseinandersetzung mit der natürlichen, der sozialen und gebauten Welt. Es ist wichtig, dass Kinder ein Gefühl für die Umwelt bekommen. Die Kinder sollen eine positive Beziehung zur Natur aufbauen und diese als Lernfeld erleben. Das Kind ist Akteur seiner Entwicklung. Bildung geschieht auf vielfältige Weiße. Wir greifen Themen auf, die die Kinder interessieren. Die Kinder erleben ihre Umwelt mit allen Sinnen. Dies wird von den Mitarbeitenden, angeregt durch:

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Spaziergänge, bei denen die Kinder Naturphänomene erleben, Beschäftigung mit den Jahreszeiten, Spielen mit Naturmaterialien, Erforschen, Erkunden Experimentieren im Garten (Erdbeer- und Kräuterbeet), Entdecken der Tiere, die unseren Garten bevölkern ( z.B. Ameisen, Schmetterlinge…), Umgang mit Wasser, Tieren und Pflanzen.

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3.7.8 Ästhetik, Kunst und Kultur Mit allen Sinnen erobern Kinder die Welt. Zuerst greifen sie nach den Dingen in ihrer Umgebung, dann „be-greifen“ sie diese und versuchen, dem Wahrgenommenen Ausdruck zu verleihen. Schon das Spielen mit dem Essen, Kritzeln, Knüllen, das Hinterlassen von Fuß- oder Fingerspuren, das Wühlen im Sand oder in der Erde sind Ausdrucksformen des „kleinen“ Künstlers. In der Kinderkrippe ermuntern wir zur Kreativität, Phantasie und zum Experimentieren. -

Wir bieten Zeichnen, Malen, Collagentechnik, Werken mit plastischen Materialien (Teig, Ton, Knete, Lehm), Farben und Formen draußen und drinnen an.

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Wir beschäftigen uns mit gezielten Kunstprojekten, z.B. zum Thema Farben.

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Wir ermutigen die Kinder dazu, an vielen Plätzen kreativ tätig zu werden.

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Wir gestalten unsere Räume geschmackvoll und achten z.B. auf einen schön gedeckten Tisch.

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Wir stellen Material zum Verkleiden und Rollenspiel bereit.

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Wir spüren, das Schöne in der Natur auf und betrachten die Wohlgestalt der Blumen, Bäume und Pflanzen.

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Wir entdecken mit den älteren Kindern Kunsträume (z.B. unsere Kirchen oder machen einen Besuch in unserer Thalfinger „Galerie auf der Insel“ )

3.7.9 Musik „Musik ist die Sprache der Seele.“ (Peter Hille) Von Geburt an äußern sich Kinder musikalisch. Viel früher als auf optische Reize reagieren sie auf Klänge, Geräusche und Melodien (Schlaflieder, Trostlieder) und produzieren selbst Laute. Die Förderung der angeborenen Musikalität der sehr jungen Kinder stärkt die Persönlichkeit, Fantasie, Kreativität, Lernfreude, Konzentration und ganz besonders auch die sozialen Fähigkeiten, da sich mit Musik Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache erreichen und verbinden lassen.

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Beim gemeinsamen Singen z. B. im Morgenkreis nutzen wir unser persönliches Musikinstrument, nämlich die eigene Stimme. Einfache Lieder zu den Jahreszeiten, Fingerspiel- und Bewegungslieder regen zur Nachahmung an.

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Durch das Einsetzen körpereigener Instrumente wie Hände und Füße (z.B. Alle-meine-Entchen-Rap) wird Rhythmusgefühl entwickelt

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Wir lernen im Alltag Instrumente kennen und experimentieren damit, wie z.B. bei dem Lied: „Wir wollen alle singen“ oder „Es läuten alle Glocken“ und gestalten Klanggeschichten.

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Wir setzen gezielt Musik-CDs ein, die je nach Genre entweder Entspannungssituationen untermalen können oder zum Umsetzen der Musik in Bewegung, zum freien Tanzen, also zum ganzheitlichen Ausdruck des Musikempfindens einladen.

3.7.10 Bewegung, Rhythmik und Turnen Kinder sind in Bewegung. Sie springen, hüpfen, rennen und toben. Bewegung ist sozusagen das Tor zum Leben. Es ist ein Grundbedürfnis des Menschen, sich zu bewegen. Die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik sowie Sorgfalt, Interesse, Konzentration, Problembewältigung, Ausdauer, Rücksicht, Geduld und vieles mehr werden im Bewegungsspiel geübt. Unsere Kinderkrippe ist ein Ort, an dem die Kinder mit Freude diese grundlegende Ausdrucksform ausleben können. Bewegung bedeutet Lebendigkeit und Vitalität und hilft, Selbstsicherheit zu erlangen und Grenzen zu erfahren. Das Ziel der Bewegungserziehung ist, die ganzheitliche Entwicklung und die Entfaltung der Persönlichkeit des Kindes zu unterstützen etwa durch: -

Turnstunden (einmal in der Woche steht uns der Gymnastikraum der Mehrzweckhalle zur freien Verfügung), Tanzen, Bewegungsspiele, Morgenkreis, die Schulung der Geschicklichkeit und des Gleichgewichtssinns, Toben im Garten, Schaukeln und Wippen, den Gebrauch verschiedener Fahrzeuge, Klettern auf der Bewegungsschnecke, Werfen, Ballspiele.

3.7.11 Gesundheit Gesundheitserziehung bedeutet, dem Kind das Bewusstsein für seinen Körper, dessen Pflege und Gesunderhaltung nahezubringen.

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Gesunde Ernährung von Anfang an ist eine entscheidende Voraussetzung für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Im Vordergrund steht zudem die Übernahme von Eigenverantwortung des Kindes für den eigenen Körper. Es soll auch gelernt werden, auf Signale des eigenen Körpers zu achten und diese wahrzunehmen. Dabei legen wir Wert auf: -

Sauberkeitserziehung (z.B. Hände vor dem Essen waschen), gesundes Frühstück und Mittagessen, Bewegung an der frischen Luft, verschiedene Angebote zum Thema „Körper“ und „Gesundheit“. Schlafen / Ruhe

3.7.12 Beziehungsvolle Pflege Das Trocken- und Sauberwerden ist ein wichtiger Schritt in der frühkindlichen Entwicklung. Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Zur Sauberkeitserziehung gehört zum einen der allmähliche Abschied von der Windel, zum anderen das tägliche Händewaschen und die Körperhygiene. Wir nehmen uns viel Zeit für jedes einzelne Kind beim Wickeln und gehen während des Wickelns intensiv auf das Bedürfniss des Kindes nach Körperkontakt ein. Die Sauberkeitserziehung erfolgt bei uns durch: -

Händewaschen, Wickeln, Mund abputzen, Nase putzen etc.

3.7.13 Die Mahlzeiten Für das gemeinsame Frühstück gehen wir immer wieder mit den Kindern einkaufen, damit sie sehen, dass das Brot vom Bäcker und die Wurst vom Metzger kommen. Wenn möglich, dürfen die Kinder die angebotenen Speisen, wie Marmeladebrot, Wurstbrot, Käsebrot, Müsli, frisches Gemüse und Obst selbst von der Servierplatte nehmen. Das Mittagessen wird von einer Firma geliefert. Die größeren Kinder dürfen, je nach Gericht, schon selber ausschöpfen, den kleineren teilen die Mitarbeitenden das Essen aus. Das gemeinsame Mittagsmahl beginnt mit einer Suppe. Danach wird die Hauptspeise aufgetragen. Die Kinder dürfen, soweit sie es von der Motorik her bewerkstelligen können, schon mit Besteck essen. Die Kleinsten füttern wir oder unterstützen ggf. den Gebrauch von Löffel und Gabel. Nach dem Essen räumen die größeren Kinder ihr Gedeck ab und stellen es auf den Servierwagen. Am Nachmittag gibt es einen kleinen Imbiss. Zu allen drei Mahlzeiten bieten wir Wasser oder Milch an.

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3.7.14 Schlafen Schlafen bedeutet für Kinder Erholung und Entspannung, Geborgenheit und Ruhe. Dies wird geschaffen durch: -

Bindung und emotionale Sicherheit, individuelle Wertschätzung, eigener Schlafplatz (Bettchen mit und ohne Gitter) eigene Kuscheltiere, Schnuller, Schlafsack, gewohnte Dinge von Zuhause, Rituale (Schlaflied, Geschichte).

Schlafen und Ausruhen ist die Grundlage für Erholung und ein Grundbedürfnis, wie z.B. die Nahrungsaufnahme, sowie die Voraussetzung für Gesundheit und Entspannung. Schlafen dient dem Stressabbau, Erlebtes zu verarbeiten und neue Kraft zu tanken. Entspannung kann nur gelingen, wenn sich ein Kind geborgen fühlt, dabei vermitteln Rituale Sicherheit. Auch während des Spiels hat das Kind die Möglichkeit, sich in sein Bett zurückzuziehen. Es sind individuelle Schlafmöglichkeiten vorhanden, Kinderwagen, Bettchen, Gitterbett für jüngere Kinder, Schlafkörbchen etc. Die Kleinsten können ihrem eigenen Schlafbedürfnis nachgeben (z.B. beim Spazierengehen), ansonsten gibt es eine feste Schlafenszeit nach dem Mittagessen. Jedes Kind wird einzeln zur Ruhe gebracht. Dabei sitzt eine Mitarbeiterin am Bett des Kindes und vermittelt ihm durch Nähe und Streicheln die Geborgenheit, die es zum Einschlafen braucht. Wenn ein Kind nicht müde ist, bleibt es während der Ruhezeit im Schlafraum und darf danach den Schlafraum verlassen.

3.7.15 Tagesablauf Unser Alltag, den wir mit den Kindern leben, sieht folgendermaßen aus:

Freispiel und Morgenkreis Das Ankommen in der Krippe: Das Kind wird von den Mitarbeitenden begrüßt. Von 07:00 Uhr bis 09:00 Uhr findet dann das Freispiel statt. Hier hat das Kind die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, womit, wie lange und mit wem es spielen möchte. Die pädagogische Kernzeit beginnt um 09:00 Uhr. Danach ist Aufräumzeit, die durch ein immer wiederkehrendes Signal (z.B. Lied, Triangel, Klangschale etc.) angekündigt wird. Wenn alle Kinder aufgeräumt haben, beginnt der Morgenkreis, welcher in den Gruppen individuell gestaltet wird.

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Der Morgenkreis ist ein wichtiger Bestandteil und ein tägliches Ritual für unsere Kinder. Wir singen, tanzen, spielen mit Instrumenten oder schauen ein Bilderbuch an, wir feiern gemeinsam Geburtstage, Feste und Gottesdienste. Frühstück Nach dem Morgenkreis gehen wir mit den Kindern zum Händewaschen. Am Tisch sprechen wir zusammen ein Gebet und anschließend lassen wir uns das selbstgemachte Frühstück gut schmecken. Nach dem Essen werden alle Kinder ( nach Bedarf ) nacheinander gewickelt. Je nach Wetter bleiben wir mit den Kindern in den Räumen oder gehen nach draußen. Mittagessen Das Mittagessen beginnen wir um 11:30 Uhr mit einem Tischgebet. Danach machen wir die Kinder gemeinsam „bettfertig“. Jeweils zwei bis drei Mitarbeitenden gehen um ca. 12:00 Uhr mit in den Schlafraum. Während der gesamten Schlafenszeit bleibt eine Person im Schlafraum. Nach dem Schlafen werden die Kinder nach und nach gewickelt und wir essen gemeinsam die Nachspeise. Anschließend ist freie Zeit zum Spielen.

4.0 Beobachtung und Dokumentation Wir beobachten und dokumentieren anhand der Entwicklungstabelle nach Beller&Beller. Ein wichtiger Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist das Beobachten in alltäglichen Situationen. Die aufschlussreichste Beobachtungszeit sind die unbeobachteten Momente. Hierbei kann die Entwicklung, z. B. Lernfortschritte oder Entwicklungsverläufe beim Kind sehr gut wahrgenommen werden. Jährlich findet ein Entwicklungsgespräch mit den Eltern statt.

Portfolio a) Was ist ein Portfolio? Portfolio nennt man einen Ordner, der vom Kind mit Unterstützung der Erzieherin selbst gestaltet wurde, und es während seiner gesamten Krippenzeit begleitet. Jedes Kind, das zu uns kommt, will lernen und wachsen. In einem Portfolio dokumentieren wir die einzelnen Entwicklungsprozesse des Kindes und machen die Lernerfolge sichtbar. Das Portfolio soll zum Sprechen und Austausch anregen.

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Was befindet sich in einem Portfolio-Ordner? In einem Portfolio befindet sich eine Vielzahl an Sammlungen, z.B.

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Fotos, selbst gestaltete Bilder, Lerngeschichten, von den Eltern gestaltete Seiten, Entwicklungsschritte Zielsetzungen, besondere Aktionen, Angebote und Feste.

Am Ende der Krippenzeit wird der Ordner den Eltern ausgehändigt. Für wen ist der Ordner? Der Ordner befindet sich im Gruppenraum. Er steht dem Kind und den Eltern jederzeit zur Verfügung und ist ein ganz persönlicher Gegenstand des Kindes.

Das ICH-Buch a) Was ist ein ICH-Buch? Ein ICH-Buch ist eine Art Fotoalbum, das von den Eltern für das Kind angelegt wird. Das Kind hat im Gruppenraum jederzeit die Möglichkeit, an dieses Buch zu gelangen. Beim Blättern im ICH-Buch verspürt das Kind Sicherheit, was gerade in der Zeit der Eingewöhnung von großer Bedeutung ist.

b) Was befindet sich in einem ICH-Buch? In einem ICH-Buch befinden sich die wichtigsten Sachen/Dinge/Personen des Kindes. Zu Anfang gestalten die Eltern für ihr Kind ein Ich-Buch. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Was unbedingt in einem ICH-Buch sein sollte: -

Fotos von den Eltern Fotos von dem Lieblingskuscheltier Fotos von nahen Angehörigen (z.B. Geschwister, Großeltern)

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5.0 Schutzauftrag Die Verantwortung für das Wohl des Kindes steht im Mittelpunkt der Tätigkeit der Kindertagesstätten. Der Schutzauftrag ist im Sozialgesetzbuch VIII §8a und im BayKiBiG (Bayerisches Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz) Artikel 9a niedergelegt. Die Kitas nehmen ihre Verantwortung im Kontakt mit den Eltern wahr. Umgang mit konkreter Gefährdung des Kindeswohls Das Jugendamt (zuständige Behörde der öffentlichen Jugendhilfe) verpflichtet - laut schriftlicher Vereinbarung mit dem Träger - das Fachpersonal der Kita dazu, eventuelle Anzeichen einer Gefährdung des Kindeswohls zu erkennen und das Risiko einer Gefährdung einzuschätzen. Das gilt z.B. bei körperlicher und seelischer Vernachlässigung oder Misshandlung eines Kindes, sowie bei sexueller Gewalt. Das Kita-Personal wirkt bei den Eltern bzw. Erziehungsberechtigten darauf hin, dass in solchen Fällen Maßnahmen wie z. B. Gesundheitshilfen, Beratung und Familienhilfe in Anspruch genommen werden. Gegebenenfalls ist das Personal dazu verpflichtet, umgehend das Jugendamt einzuschalten. Umgang mit einem erhöhten Entwicklungsrisiko Das Fachpersonal der Kita ist dazu verpflichtet, die Eltern zu informieren und zu beraten, wenn beim Kind Anzeichen einer Entwicklungsverzögerung oder einer drohenden oder bestehenden Behinderung festgestellt werden. Ggf. sollen die Eltern evtl. gemeinsam mit entsprechenden Fachdiensten über das weitere Vorgehen beraten. Ziel dabei ist stets, das Kind entsprechend seinen Bedürfnissen zu fördern.

6.0 Kooperation 6.1 Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit Eltern Da wir eine familienergänzende Einrichtung sind, ist Elternarbeit ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit. Ziel ist es, mit den Eltern eine Bildungsund Erziehungspartnerschaft einzugehen. Es ist wichtig, dass die Vertrauensbasis zwischen Eltern und Mitarbeitenden stimmt. Zur Elternarbeit gehören: a) Anmeldegespräche Für interessierte Eltern und Familien besteht jederzeit die Möglichkeit, sich über unsere Einrichtung zu informieren und einen Termin für eine Hausbesichtigung zu vereinbaren. Unverbindlich bekommen die Eltern dann eine Voranmeldung mit.

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b) Aufnahmegespräch Vor dem festen Aufnahmetermin in die Krippe werden die Eltern mit ihrem Kind zum Aufnahmegespräch eingeladen. In diesem Gespräch wird den Eltern der Betreuungsvertrag ausgehändigt. c) Eingewöhnungsgespräch / Abschlussgespräch Hier gehen wir individuell auf das Kind ein. Anhand von Informationen lernen wir das Kind kennen. Dies vereinfacht die Eingewöhnung. Die Eltern werden über die Gruppenkonstellation / Krippensituation und die anstehende Eingewöhnung informiert. In dem Abschlussgespräch besprechen Eltern und Fachkräfte, wie sie die Eingewöhnungszeit erlebt haben. d) Elterngespräche Eltern und Mitarbeitenden haben die Möglichkeit, einen Termin für ein Gespräch zu vereinbaren, das selbstverständlich vertraulich behandelt wird. e) Tür- und Angelgespräche Sie finden täglich in der Bring- und Abholphase statt. Es handelt sich dabei um einen kurzen Informationsaustausch. f) Entwicklungsgespräche Das Kind wird anhand eines Beobachtungsbogens (Beller&Beller) über einen bestimmten Zeitraum aufmerksam beobachtet. Die daraus resultierenden Erkenntnisse der freien Beobachtung werden den Eltern in einem Entwicklungsgespräch mitgeteilt. Sie erhalten dadurch die Möglichkeit, sich in einem persönlichen Gespräch über ihr Kind zu informieren oder auch Unterstützung in Fragen und Problemen zu erhalten. Diese finden 1-2-mal jährlich oder nach zusätzlichem Bedarf statt. g) Elternpost An jeder Gruppe gibt es eine „Elternpoststelle“, hier hat jedes Kind sein eigenes Fach, in dem sich Nachrichten an die Eltern befinden. h) Elternabende In regelmäßigen Abständen finden in unserer Einrichtung Elternabende statt. Der Abend wird vom Krippenteam gestaltet. Zu aktuellen Themen können zudem ein externer sachkundige Referentinnen oder Referenten hinzugezogen werden.

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i) Ausflüge/Feste Es werden gemeinsame Feste gefeiert wie z.B. das Sommerfest. Zeitweiße gibt es auch gemeinsame Ausflüge mit der Familie und der Kinderkrippe. j) Elternbeirat Der Elternbeirat ist das Bindeglied zwischen Träger, Erzieher und Eltern. Der Elternbeirat kann sich selbst zusammenstellen. Dreimal im Jahr findet eine Sitzung des Elternbeirates statt. Zu seinen Aufgaben gehört -

die Zusammenarbeit mit dem Team durch Gespräche, Austausch und Einbringen von Ideen, die Unterstützung beim Ausrichten von Festen, Terminliche Absprachen mit dem Team, Umfang der Personalausstattung, Mitberatung bei Elterngebühren , Planung und Gestaltung von Elternabenden und Infoabenden, Öffnungs-und Schließzeiten

6.2 Zusammenarbeit im Team Einmal in der Woche findet eine Teamsitzung statt, in der sich das gesamte Personal trifft und gemeinsam plant. Vor jeder großen Teamsitzung kommt in jeder Gruppe das Personal zu einer gruppeninternen Besprechung zusammen. Zusätzlich besuchen wir regelmäßige Fortbildungen, führen Personalentwicklungsgespräche und haben gemeinsame Fach- und Planungstage.

6.3 Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Wir arbeiten mit regionalen und überregionalen Einrichtungen zusammen. Dazu gehören: - die politische Gemeinde Elchingen - der Bürgerverein Thalfingen - die Elchinger Kirchengemeinden - der Katholische Kindergarten St. Laurentius in Thalfingen - die Evangelische Kindertagesstätte Sternenschiff in Oberelchingen - der Katholische Kindergarten St. Antonius in Oberelchingen - der Katholische Kindergarten St. Michael in Unterelchingen - der Evangelischer Kitaverband Bayern - die Kinderpflegerinnenschule Neu-Ulm - der Internationale Bund, Ulm - FSJ - die Landesarbeitsgemeinschaft gesunde Zähne (LAGZ) - das Landratsamt Neu-Ulm - das Dekanat Neu-Ulm 31

6.4 Zusammenarbeit mit dem Träger Die Kinderkrippe St. Thomas in Thalfingen und der Ganztageskindergarten „Sternenschiff“ in Oberelchingen sind Elchinger Einrichtungen in Trägerschaft der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde St. Thomas Elchingen. Unser Träger und Nachbar, die Evangelische Kirchengemeinde St. Thomas, ist allein schon durch die örtliche Nähe zu unserer Krippe präsent. Sie steht im regen Austausch mit dem pädagogischen Personal und hat ein offenes Ohr für die Anliegen der Familien unserer Kinder.

6.5 Kooperation mit der Kirchengemeinde Die Kinderkrippe St. Thomas versteht sich als Teil der Kirchengemeinde, so dass sich die Zusammenarbeit mit dem Pfarrer, dem Kirchenvorstand, der Kirchengemeinde und ihren Gruppierungen ganz automatisch ergibt. In der Praxis sieht die Kooperation folgendermaßen aus: -

Wir feiern Kindergottesdienste mit den Kleinsten, den Eltern und Familien und bringen uns zu bestimmten Anlässen in den Gemeindegottesdienst ein.

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Wir beteiligen uns an Festen der Kirchengemeinde. Zudem bietet die Feier des Kirchenjahres Möglichkeiten, mit der Kirchengemeinde fruchtbar zusammenzuarbeiten.

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Im Elchinger Gemeindebrief “Kirchenfenster“ und im Mitteilungsblatt wird regelmäßig über unsere Einrichtung informiert.

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Die Belange der Kinderkrippe werden in die Tagesordnung der Kirchenvorstandssitzungen aufgenommen und dort ggf. durch eine pädagogische Mitarbeiterin vertreten.

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Der Kirchenvorstand wird eingeladen, gelegentlich eine Sitzung in den Räumen der Kinderkrippe abzuhalten.

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In der Einrichtung wird über die Angebote der Kirchengemeinde informiert.

7.0 Öffentlichkeitsarbeit Zur Öffentlichkeitsarbeit unserer Krippe gehört/gehören -

die Teilnahme an Gottesdiensten, der Besuch der St. Martinsfeier des Bürgervereins, ein Verkaufsstand auf der Thalfinger „Dorfweihnacht“, Spaziergänge und Einkäufe, Besuche anderer Einrichtungen, Veröffentlichungen im Mitteilungsblatt und im evangelischen Gemeindebrief „Kirchenfenster“. Homepage: http://krippe-stthomas.de

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8.0 Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung In regelmäßigen Abständen besucht das Personal einzeln oder gemeinsam Fortbildungen. Die Konzeption wird alle zwei Jahre überarbeitet. Einmal im Jahr findet eine Elternbefragung statt. Jederzeit besteht die Möglichkeit, mit den Mitarbeitenden, dem Elternbeirat, mit dem zuständigen Pfarrer oder den Vertreterinnen des Kirchenvorstandes Kontakt aufzunehmen.

9.0 Schlusswort Unser Konzept unterliegt der ständigen Überprüfung durch die Praxis, den aktuellen pädagogischen Erkenntnissen und den gesetzlichen Bestimmungen. In diesem Sinne greifen wir zum Schluss, dieses schöne Zitat auf: Wenn ein Kind kritisiert wird, lernt es zu verurteilen. Wenn ein Kind angefeindet wird, lernt es, zu kämpfen. Wenn ein Kind verspottet wird, lernt es, schüchtern zu sein. Wenn ein Kind beschämt wird, lernt es, sich schuldig zu fühlen. Wenn ein Kind verstanden und toleriert wird, lernt es, geduldig zu sein. Wenn ein Kind ermutigt wird, lernt es, sich selbst zu vertrauen. Wenn ein Kind gelobt wird, lernt es, sich selbst zu schätzen, Wenn ein Kind gerecht behandelt wird, lernt es, gerecht zu sein. Wenn ein Kind geborgen lebt, lernt es, zu vertrauen. Wenn ein Kind anerkannt wird, lernt es, sich selbst zu mögen. Wenn ein Kind in Freundschaft angenommen wird, lernt es, in der Welt Liebe zu finden. (Text über dem Eingang einer tibetischen Schule)

Ihr Krippenteam St. Thomas

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Literaturverzeichnis -

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Staatsinstitut für Frühpädagogik München, Der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung, München (2009).

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Die Bibel: Altes und Neues Testament. Einheitsübersetzung, Freiburg 1999.

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Dunkl Hans-Jürgen / Erich Hans, Dr., Bayerisches Kinderbildungs- und –Betreuungsgesetz. Kommentar, 3. Auflage, München 2013.

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Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg (Hrsg)., Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in baden-württembergischen Kindergärten und weiteren Kindertageseinrichtungen (Stand: März 2011).

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Staatsinstitut für Frühpädagogik München, Bildung, Erziehung und Betreuung in den ersten Lebensjahren Eine Handreichung zum Bayerischen Bildungs-und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung, Weimar / Berlin 2010

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Prof. Dr. Spitzer. Manfred, Digitale Demenz. Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen. München 2012, S.184

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