(Kunstlichtsaal).pdf - Kunstmuseum Liechtenstein

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Schön euch zu sehen 160 Werke aus der Sammlung 13. Februar – 23. August 2015 KUNSTMUSEUM LIECHTENSTEIN Einleitung Als das Kunstmuseum Liechtenstei...

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Schön euch zu sehen 160 Werke aus der Sammlung

13. Februar – 23. August 2015

KUNSTMUSEUM LIECHTENSTEIN

Einleitung Als das Kunstmuseum Liechtenstein am 11. November 2000 seine Pforten öffnete, konnte es mit seiner Eröffnungsausstel­ lung erstmals einen umfassenden Überblick über den staat­ lichen Kunstbesitz Liechtensteins geben. 15 Jahre später, anlässlich seines 15. Geburtstages, gibt es mit gleich langer Laufzeit einen weiteren Überblick über die Sammlung, nun vornehmlich über die Entwicklung ihrer Struktur, ihres Umfangs und ihrer Schwerpunkte. Damit legt es auch Rechenschaft da­rüber ab, wie in den zurückliegenden Jahren die Sammel­ tätigkeit ausgeübt wurde, welche Schwerpunkte innerhalb der bestehenden, schriftlich fixierten Sammlungspolitik verfolgt und wie damit an der Entwicklung eines besonderen, unverwech­ selbaren inhaltlichen Profils der Sammlung gearbeitet wurde. Dabei hat sich das Museum stets in die Tradition der Liechten­ steinischen Staatlichen Kunstsammlung gestellt, die bereits ab 1968 die wesentlichen Eckpunkte des Sammlungsprofils definiert hatte. Das Kunstmuseum Liechtenstein ist ein Museum moderner und zeitgenössischer Kunst und sammelt aktiv Kunstwerke ab Beginn des 20. Jahrhunderts. Innerhalb seiner grundsätzlichen Fokussierung auf dreidimensionale Kunst (Skulptur, Objekt, Installation) verfolgt es zwei inhaltliche Leitlinien: rationale Tendenzen einerseits, anthropologische Verfahren andererseits. Hinzu kommt eine verstärkte Aufmerksamkeit für den Beitrag des italienischsprachigen Raums für die Entwicklung der Kunst, am deutlichsten akzentuiert durch die bedeutenden Bestände an Werken der Arte Povera. Die Ankaufstätigkeit des Museums konnte in der Vergangen­ heit immer wieder von der Grosszügigkeit privater (insbeson­ dere seit 2006 der Stiftung Freunde des Kunstmuseum Liechtenstein) und ausserordentlicher staatlicher Zuwendun­ gen profitieren. Der Erwerb der Sammlung Rolf Ricke im Jahr 2006 (in Kooperation mit dem Kunstmuseum St. Gallen und dem MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt am Main) war in dieser Hinsicht ein europaweit wegweisendes Beispiel. Darüber hinaus pflegt das Kunstmuseum Liechtenstein seit vielen Jahren eine ver­trauensvolle Zusammenarbeit mit privaten Sammlungen, die zu einer Reihe bedeutender langfristiger Leihgaben geführt haben. Diese Werke ergänzen in idealer Weise die vom Museum selbst praktizierte Ankaufstätigkeit und verleihen der Sammlung besondere Lichtpunkte. Neben anonym bleibenden internationalen Leihgebern seien hier insbesondere die Sammlungen der Hilti Art Foundation, Schaan, und der Contemporary Art Foundation, Triesen, genannt, im Fürstentum Liechtenstein entstandene Sammlun­ gen, die mit ihrer jeweils sehr eigenständigen inhaltlichen Ausrichtung eine enorme Bereicherung der Bestände des Museums darstellen. 1

Entsprechend der inhaltlichen Struktur der Sammlung sowie unter Beibehaltung der grundsätzlich praktizierten themati­ schen Präsentation der Sammlungsbestände des Museums folgt auch dieser Überblick einer thematischen Struktur. Sie greift nicht zurück auf formale, sondern auf inhaltliche Komple­ xe im Zusammenhang der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. In einer nicht diskursiven, lockeren Abfolge von thematischen Räumen entfaltet sich das ganze Panorama der in der Samm­ lung vorhandenen Themen ebenso wie die Vielfalt der Kunst­ entwicklung seit dem Beginn der „Avantgarden“ zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Jeder der fünf Ausstellungssäle (vier im Obergeschoss sowie der „Kunstlichtsaal“ im Erdgeschoss) folgt einer thematischen Überschrift. Im Obergeschoss sind dies (im Uhrzeigersinn): „Mensch und (Um)Welt“, „Form, Regel und Freiheit“, „Kunst, Leben und Gesellschaft“, „Neuanfang und Moderne“. Der Kunstlichtsaal im Erdgeschoss ist schliesslich dem Thema „Zweifel, Spiel und Engagement“ gewidmet. Innerhalb dieser thematischen Struktur wurde bei der Auswahl der Werke auch darauf geachtet, einzelne Künstlerpersönlich­ keiten in grösseren Werkgruppen vorzustellen. Jede dieser Positionen spielt für die inhaltliche Struktur der Sammlung des Kunstmuseum Liechtenstein eine herausgehobene Rolle und bildet eine entsprechende Leuchtmarke im Sammlungsgefüge. Hier sind insbesondere Absalon, Marcel Duchamp, Leiko Ikemura, François Morellet, Matt Mullican, Dan Peterman und Rosemarie Trockel zu nennen. Für die inhaltliche Dichte dieser Ausstellung spielen diese Künstlerinnen und Künstler eine ganz wichtige Rolle.

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Zweifel, Spiel und Engagement Die in diesem Raum versammelten Künstler sind Teil einer Avantgarde ab Mitte der 1940er-Jahre, in deren Werke Alltagsgegenstände, Sprache und Schrift, künstlerisches Forschen und Experimentieren Einzug gehalten hatten. All jenen Künstlern mag als Vorreiter der französische Künstler Marcel Duchamp gelten, der mit der Etablierung des Readymades, als eines von einem Künstler ausgesuchtes und zur Kunst „erkorenen“ Objekts, die Parameter der Kunst vom Kunstwerk zum einem in den Kunstkontext erhobenen Ge­ brauchsobjekt grundlegend änderte. Nicht mehr das (gemalte, modellierte oder fotografierte) Werk eines Künstlers war Kunst per se, sondern die Umgebung, in der es gezeigt wurde war ausschlaggebend für dessen Kunstwertigkeit. Das Aufbrechen dieser Grenzen ermöglichte ein offenes Feld künstlerischer Praktiken: das Experimentieren mit kunstfremden Materialien, das Spielen mit dem Zufall, das Arrangieren von Objekten, das Befragen des künstlerischen Originals. Der Einfluss Duchamps wird in den Notizen George Brechts spürbar, der 1972 über die „Unvermeidbare Beziehung GB/ MD“ (George Brecht / Marcel Duchamp) schreibt, dass Marcel Duchamp Schach und er (bloss) Mikado spiele. Schrift als bildnerisches Mittel gab es bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Kubisten, Surrealisten und vor allem Dadais­ ten bezogen einzelne oder mehrere (manchmal) zusammen­ hang­lose Wörter in ihren Arbeiten mit ein, um Kunst und Leben neu zu vereinen bzw. ad absurdum zu führen. Das Zeichenhafte dieses Realmaterials verwies immer auf die Wirklichkeit ausserhalb des Bildes. Der rumänische Künstler Isidore Isou war Gründer und zugleich wichtigster Theoretiker der sogenannten lettristischen Bewegung. Schon während seiner Jugend in Rumänien gab er eine Literaturzeitschrift heraus, die jedoch vom rumänischen Regime verboten wurde. Mit dem Lettrismus (frz. lettre = Buchstabe) gründete er eine literarische und künstlerische Bewegung, die auf dem Dadaismus und Surrealismus aufbaute. Die Lettristen fassten Schrift- und Grafikelemente als expressi­ ve, bildnerische Mittel auf. Die Zerlegung der einzelnen Worte und die Neuzusammensetzung der Buchstaben entsprechen dem kompositorischen Prinzip der Malerei von Isou, die auf die malerischen Qualitäten der Zeichen setzt. Dabei nutzt er in seinen Bildern nicht nur reale Buchstaben, sondern auch erfundene Zeichen, die so zu einer blossen schriftähnlichen Ornamentik werden (12–16).

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Die Bedeutung, die Schrift und das Schreiben haben kann, ist am ehesten in der einer Unterschrift zu sehen. Sie gilt als offizielle Beglaubigung und entscheidet, gerade in der Kunst, über Wert und Wertlosigkeit. Ein Arrangement von Einzelgegenständen in einer Vitrine trägt den Titel La signature de l’artiste (18) (Die Signatur des Künstlers), für die gleichnamige Einzelausstellung von Marcel Broodthaers in der Karlsruher Galerie Grafikmeyer entstan­ den, ist dies eine von mehreren Arbeiten, die sich mit der Künstlersignatur auseinandersetzen. Indem er ein Werk signiert, bringt ein Künstler es zur Vollen­ dung, bezeugt die eigene Autorschaft ebenso wie die Echtheit des Werks. Seit dem frühen 20. Jahrhundert hat das Signieren aber auch dazu gedient, etwas zum Kunstwerk zu deklarieren, wenn etwa Objekte aus zunächst kunstfernen Kontexten museal präsentiert wurden. Somit ist die Signatur in ihrer Definitionsmacht mit der Institution des Museums verbunden, auf welche die Vitrine als klassisches Ausstellungsmobiliar verweist; denn erst die Aufnahme eines (signierten) Werks in ein Museum garantiert dessen Anerkennung als Kunst. Hier aber sind die handschriftlichen Zeichen der Signatur durch eine Reihe von Gegenständen ersetzt, die auf ganz eigene Art auf den Künstler verweisen: nicht durch die Spuren der Hand, die sprachliche Zeichen umsetzt, sondern durch die Zusammenstellung persönlich ausgesuchter Dinge zu einem Bildwerk. Diese Beschäftigung mit unterschiedlichen Zeichen­ systemen prägt Broodthaers’ gesamtes Schaffen. Ehemals als Autor und Dichter tätig, wechselte er erst 1964 zur bildenden Kunst. Auf sprachliche Mittel wird schliesslich auch in La signature de l’artiste nicht völlig verzichtet. Auf der ersten Seite des Adressbuches hat Broodthaers das Inventar der Vitrine auf­gelistet: „a) 1 Chapeau noir (1 schwarzer Hut), b) 1 Tuyau vieux (1 altes Rohr), c) 4 petites bombes fumigènes (4 kleine Rauchbomben), d) 1 répertoire (1 Adressbuch)“. Dann fasst er zusammen: „(a, b, c, d) MB, octobre 72“, und in der nächsten Zeile fährt er fort: „+ e) f) g) 3 carnets signés“. In einer merkwürdigen Vervielfachung kehrt die Signatur innerhalb des Werks, mit dem sie zusammenfällt, wieder. Auch in seinen Ardoises magiques (19) spielt Broodthaers mit der Bedeutung der Künstlersignatur, indem er seine Initialen auf sogenannte Zaubertafeln schreibt, die theoretisch auslöschbar sind. „Ben reçoit ici“ (Ben empfängt hier) liest man auf einem schwarz gestrichenen Bild (7). Die Farbe der Schrift ist pastos aufgetragen, die Rahmenleiste mit derselben Farbe reliefartig gehöht. Worauf bezieht sich das „ici“? Wo empfängt Ben? Wen empfängt er? Wo ist Ben? Der gemalte Pfeil zeigt nach unten, auf die Sitzfläche eines einfachen Holzstuhls, der

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deutliche Gebrauchsspuren aufweist. Seine Platzierung erinnert an Schilder, wie sie verwendet werden, um Plätze für Personen zu reservieren. Ben Vautier zählt zu den herausragenden Mitgliedern der FLUXUS-Bewegung, die seit dem Ende der 1950er-Jahre

radikal die Grenze zwischen Kunst und Leben aufbrach. Mit Aktionen, Events und Festivals wurden neue Wege beschritten, den traditionellen Werkbegriff zu erweitern. Auf einem Stuhl sitzend, hatte Ben während solcher Aktionen als lebende Skulptur die Menschen dazu aufgefordert, mit ihm zu diskutieren. Der gezeigte Stuhl ist einer jener Stühle, die er für seine Aktionen nutzte. Er ist das Relikt eines vergangenen Ereignisses, das nun im Ausstellungsraum eine neue Dimen­ sion erfährt. Der Moment des Vergänglichen, der diesen Aktionen innewohnt, wird nun dingfest gemacht. Der Stuhl, ein gewöhnlicher Stuhl, wird aufgeladen. Das Schriftbild, ein schwarz gestrichener Fotorahmen, wird zum Erinnerungsbild. Es ersetzt die Fotografie, die Zeugnis ablegen würde von der Aktion Vautiers. Für Vautier ist Sprache ein zentrales Ausdrucksmittel. Sie wurde zum Bildmotiv selbst, als er anfing, einfache Sätze, Fragen oder Aufforderungen mit weisser Farbe auf einfarbigen Malgrund zu schreiben (6). „Ich versuche, mich auf allen Gebieten auf dem Laufenden zu halten, aber meine Forschung ist intuitiver Natur ...“ George Brecht Das Land Mass Translocation Project (20–29) entwickelte der amerikanische Künstler George Brecht, nachdem er 1968 nach England kam. Anlass zur Idee der Landmassen-Verlage­ rung, z.B. England an den Äquator zu bewegen, war eine geologische Prognose, die das Absinken des südlichen Teils Großbritanniens auf deutlich unter den Meeresspiegel innerhalb der nächsten 1500 Jahre voraussagt. Hierfür gründete er, auf einem Informationsblatt genauestens beschrie­ ben, die „Brecht & MacDiarmid Research Associates“ und erläuterte ganz wissenschaftlich mit einigen Zeichnungen die Möglichkeit der Verschiebung der Isle of Wight in die Gegend der Kanarischen Inseln (22). Für Brecht gibt es keine gattungsund branchenspezifischen Grenzen. Er untersucht Phänomene in sehr grundsätzlicher Art; deshalb sind diese auch in sehr verschiedenen Feldern darstellbar. Jochen Gerz war zunächst Schriftsteller und Autor, ehe er sich zunehmend den Bildkünsten widmete. Doch zeigt sich in seinem Werk die enge Verflechtung von Wort und bildender Kunst genauso wie das Konzepthafte seiner Arbeit, das sich schon in seiner konkreten Poesie findet. Sein umfangreiches Werk umfasst Foto-Text-Arbeiten, Installationen und Perfor­ mances, die auf Video festgehalten wurden. Die Arbeit mit den

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Worten Diese Worte sind mein Fleisch und mein Blut, die hier auf einem Bildschirm zu sehen sind (2), existiert auch als eine Performance, in der Gerz mit dem blossen Finger diese Worte so lange auf eine Hauswand schrieb, bis er eine tatsächliche Blutspur hinterliess. In ihrer Form auf dem Monitor, erfährt diese Wortwörtlichkeit nun eine Umkehrung in das vollkommene Gegenteil, indem die Worte – deren Inhalt auf die grundlegendsten Bestandteile menschlicher Körperlichkeit rekurriert – nun von einer Maschine vermittelt nur noch rein visuell auf ihre Bedeutung verweisen. Den Übergang zu den Werken Marcel Duchamps bildet die Rekonstruktion der Porte Gradiva (30). Die Porte Gradiva war ein Türdurchgang, den Duchamp für den Eingang von André Bretons Galerie „Gradiva“ 1937 in Paris installierte. Der Ausschnitt ist die Silhouette des Schlagschattens eines Pärchens, so dass beim Durchschreiten der Tür der Schatten, als Schnitt durch den Raum, nachvollzogen wird. Genau wie in der Pariser Galerie Ende der 1930er-Jahre eröffnet sich hinter der Tür eine Sammlung von Werken Duchamps. In einer aufklappbaren grünen Schachtel (35) sind Wiederga­ ben aller wichtigen Werke Duchamps versammelt: Farbige Reproduktionen von Zeichnungen und Gemälden sowie Modelle der Ready-mades Air de Paris, Traveler’s Folding Item und Fountain präsentieren sich in einem tragbaren Miniaturmu­ seum. Sorgfältig etikettiert, gruppieren sie sich um eine Reproduktion des Grossen Glases, eines der Hauptwerke Duchamps. Dieser selbst hat die Auswahl und Anordnung der heterogenen Vielzahl seiner künstlerischen Ansätze und Erzeugnisse getroffen, deren räumliches Arrangement wieder­ um sehr ausgeklügelt Querbezüge und Überschneidungen im Gesamtwerk des Künstlers spiegelt. Unter dem Titel de ou par MARCEL DUCHAMP ou RROSE SELAVY veröffentlichte

Duchamp 1941 die erste Ausführung der Boîte-en-valise, versehen mit seinem eigenen Namen und demjenigen einer aus einem Wortspiel entstandenen weiblichen Kunstfigur. Fünf Jahre lang hatte er an der Herstellung der Reproduktionen gearbeitet, mit einem technischen Aufwand und einer Sorgfalt, die die Grenzen zwischen Original und mechanischer Verviel­ fältigung verschwimmen lassen. Bis zum Todesjahr Duchamps 1968 folgten etwa 300 weitere Exemplare in insgesamt sieben Editionen, die sich in der Anzahl der Einzelobjekte und der Beschaffenheit des Behälters unterscheiden.

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Jochen Gerz * 1940 in Berlin 1 Das, worüber sie sich jeweils aufhielten, 1973 2 Schwarz-Weiss-Fotografien mit Text (Handschrift mit Tinte auf Karton und Maschinenschrift auf Papier), montiert auf Karton, Holzrahmen 40 × 50 × 3,5 cm 2 Diese Worte sind mein Fleisch und mein Blut, 1971/1997 Computerkonfiguration mit Monitor 3 So, wie es ist, und sonst nichts, 1984 4 Schwarz-Weiss-Fotografien in Holzrahmen mit Text (Maschinenschrift auf Papier) in separatem grauem Rahmen; 2 Schwarz-Weiss-Fotografien, gerahmt je 14 × 19 cm Schenkung des Künstlers

Nancy Wilson-Pajic * 1941 in Peru, Indiana 4 How Do Men Turn into Dogs?, 1975 Tisch, Stuhl, Lampe, Notizbuch mit 93 laminierten Seiten, 5 Zeichnungen als Poster Posterzeichnungen je 76 × 56 cm Artphilein Foundation / Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

Ben Vautier * 1935 in Neapel 5 Proposition pour quatre tiroirs, 1966 Holzkommode, Messinggriffe, Lack, Ölfarbe 88 × 59 × 43,5 cm Sammlung Francis & Josiane Merino / Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz 6 Apprenez à voir le beau partout dans chaque detail, 1958 Farbe auf Holz 37 × 47,5 × 2,8 cm Sammlung Francis & Josiane Merino / Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

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7 Ben reçoit ici, 1962/1970 Acryl auf Fotorahmen, Stuhl, lackierter Holzsockel Stuhl 87 × 38 × 40 cm

Robert Watts * 1923 in Burlington, Iowa, † 1988 in Martins Creek, Pennsylvania 8 Marcel Duchamp, 1966 [?] Neonröhren auf Plexiglas, Aluminiumkasten, Trafos 15 × 102 × 13 cm Privatsammlung / Kunstmuseum Liechtenstein, Vaduz

André Thomkins * 1930 in Luzern, † 1985 in West-Berlin 9 Astronauten, 1962 Lackskin auf Papier 50 × 51,5 cm 10 Ohne Titel (Napoleon), 1955 Holz 22,5 cm 11 nevroarmozon, 1956 Farbstift auf Papier 21 × 14,8 cm

Isidore Isou * 1925 in Botosani, Rumänien, † 2007 in Paris 12 Ohne Titel, 1952 Öl auf Leinwand 65 × 54 cm Schenkung Robert Altmann, Viroflay 13 Double réseau, 1961 Öl auf Leinwand 73 × 60 cm Schenkung Robert Altmann, Viroflay

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14 Ohne Titel (incrustations en blanc), 1961 Öl auf Leinwand 73,2 × 60,2 cm Schenkung Robert Altmann, Viroflay 15 Ohne Titel, 1961 Öl auf Leinwand 80,9 × 65,1 cm Schenkung Robert Altmann, Viroflay 16 Ohne Titel (La Vérité), 1961 Öl auf Leinwand 60 × 120 cm Schenkung Robert Altmann, Viroflay

Marcel Broodthaers * 1924 in Brüssel, † 1976 in Köln 17 Ohne Titel (Flaschenschützer), 1966 Karton, Zement, 7-teilig je ca. 32 × 10,5 cm Sammlung Rheingold, ehemals Sammlung Speck 18 La signature de l’artiste, 1972 Arrangement in Vitrine mit Adressbuch, Hut, Papprolle, 4 Rauchbomben, 3 Schreibheften Vitrine 150 × 80 × 55 cm 19 Ardoises magiques, 1972 8 Schreibtafeln, Plastik, Karton, Papier 4 Tafeln 15 × 11 cm
 1 Tafel (herausgezogen) 12 × 8 cm 3 Tafeln 20 × 15 cm

George Brecht * 1926 in New York, † 2008 in Köln 20 Land Mass Translocation Project: Blackboard Map of Europe, 1970 Kreide auf Kartonschultafel 91,5 × 114 cm

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21 Land Mass Translocation Project: Landeshauptstadt Düsseldorf, 1970 Tusche auf Landkarte auf Karton 61 × 51 cm 22 Land Mass Translocation Project: Isle of Wight, 1969–1970 Landkarte auf Karton 51 × 75,5 cm 23 Land Mass Translocation Project: Isle of Wight moves westward on the seabed, 1969 Zeichnung auf Landkarte auf Karton 71 × 101,5 cm 24 Land Mass Translocation Project: Mont Blanc – Grand Combin, 1970 Collage auf Landkarte auf Karton 75,6 × 102 cm 25 Land Mass Translocation Project: Project to Stratify the Matterhorn (Zermatt und Umgebung), 1970 Tusche, Farbstift auf Landkarte auf Karton 57 × 77,5 cm 26 Land Mass Translocation Project: Super Resort of Western Europe, 1970 Papier, Filzmarker, Tusche auf Landkarte, Haltestäbe aus Holz 84 × 94,5 cm 27 Land Mass Translocation Project: Detail of Super Resort Map (Barcelona-Nice-Palma de Mallorca), 1970 Bearbeitete Landkarte auf Karton 74,5 × 113,4 cm 28 Land Mass Translocation Project: ohne Titel (Each Language is a note in the harmony of man’s universal nature, Ernst Cassirer), 1970 Bearbeitete Landkarte auf Karton 99 × 112,5 cm

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29 Land Mass Translocation Project: ohne Titel, 1970 Filzmarker, Tusche auf Landkarte, Haltestäbe aus Holz 133 × 119 cm

Marcel Duchamp * 1887 in Blainville-Crevon, † 1968 in Neuilly-sur-Seine 30 Porte Gradiva, 1937 (Original zerstört), Reproduktion 2013 Aluminium, Acrylglas 233,5 × 185 × 5 cm Rekonstruktion nach der Replik von 1968 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt Nach der Studie Marcel Duchamps für diese Replik sowie Fotografien der Originaltür von 1937, mit Erlaubnis der Succession Marcel Duchamp 31 Note pour Kiesler mit Skizze des „Grünen Lichtstrahles“, 1947 Bleistift auf Papier. Einzige erhaltene Skizze zu dem verlorenen Werk Le Rayon vert (Der grüne Lichtstrahl) 20 × 12,2 cm

Denise Bellon * 1902 in Paris, † 1999 in Paris 32 Blick in den „Saal des Aberglaubens“ in der Ausstellung „Exposition internationale du surréalisme“, 1947 Silbergelatine-Abzug, autorisierter Abzug 1981. Das Foto zeigt Friedrich Kiesler neben dem Grünen Lichtstrahl von Marcel Duchamp. 24 × 17,7 cm 33 Blick in den „Saal des Aberglaubens“ in der Ausstellung „Exposition internationale du surréalisme“, 1947 Silbergelatine-Abzug, autorisierter Abzug 1981. Links angeschnitten der Grüne Lichtstrahl von Marcel Duchamp. 24 × 17,8 cm

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Marcel Duchamp * 1887 in Blainville-Crevon, † 1968 in Neuilly-sur-Seine 34 Le Rayon vert (Der grüne Lichtstrahl), 1947 (1981) Schwarz-Weiss-Fotografie von Denise Bellon, autorisierter Abzug 1981 17,7 × 18 cm 35 Boîte (La Boîte-en-valise), 1968 Kartonbox mit Leder- und Leineneinband, enthält 80 Repliken und Reproduktionen der Werke Duchamps (Serie G) 9,9 × 38,5 × 41,9 cm

Jacques Villon (Duchamp Gaston) * 1875 in Damville, † 1963 in Puteaux bei Paris 36 Ohne Titel (Speisekarte zur Erstkommunion von Magdeleine Duchamp), 1909 Radierung und Aquatinta auf Papier ø 10 cm Eines von bekannten Exemplaren

John D. Schiff * 1907 in Köln, † 1976 in New York 37 Porträt Marcel Duchamp, 1957 Schwarz-Weiss-Fotografie, Vintage Exposition internationale du surréalisme 25,4 × 20,7 cm 38 Porträt Marcel Duchamp, 1957 Schwarz-Weiss-Fotografie, Vintage 20,6 × 13 cm

Marcel Duchamp * 1887 in Blainville-Crevon, † 1968 in Neuilly-sur-Seine 39 Selbstporträt, 1959 Siebdruck auf Karton 65 × 50 cm Ed. 36/50

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40 Twin-Touch-Test, 1943 Umschlag von VVV, Almanac for 1943, Nr. 2–3, März 1943 28 × 21,5 cm 41 Le Septième face du dé, 1936 Prägedruck. Buchumschlag zu: Georges Hugnet, Le Septième face du dé 29 × 21 cm Ed. 196/250 42 Allégorie du Genre, 1944 Ausgestanzte Fotolithografie über Prägedruck, in VVV, Almanac for 1944, Nr. 4, Februar 1944 28,5 × 21,8 × 1,1 cm

Marcel Jean * 1900 in La Charité-sur-Loire, † 1993 in Louveciennes 43 Ohne Titel (Schokoladenmühle des Grossen Glases von Marcel Duchamp), 1958 Schwarz-Weiss-Fotografie 23 × 17,3 cm 44 Ohne Titel (Rückseite des Grossen Glases von Marcel Duchamp), 1958 Schwarz-Weiss-Fotografie 21,4 × 17,3 cm

Marcel Duchamp * 1887 in Blainville-Crevon, † 1968 in Neuilly-sur-Seine 45 La Mariée mise à nu par ses Célibataires (La Boîte Verte), 1934 Kartonbox mit Samt überzogen, enthält Reproduktionen von Zeichnungen und Notizen zum Grossen Glas 33,3 × 28 cm Ed. 256/300 + XX

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46 Ohne Titel, 1967 16 Siebdrucke auf Plastikfolie. Vorzugsausgabe von: Octavio Paz, Marcel Duchamp ou le chateau de la pureté. Buch und Siebdrucke in Kartonschuber je Blatt 24 × 18 cm Ed. 68/100 47 A l’infinitif (White Box), 1967 Kunststoffbox mit 79 Faksimiles von Notizen zum Grossen Glas, Schachtelboden mit Leinen überzogen 33 × 28,5 cm Ed. 141/150 48 Ohne Titel, 1968 9 Radierungen auf Velin zum Thema „Die Liebenden“, in einer mit Leinen bezogenen Schachtel je 41,6 × 50,6 cm Ed. 64/95 (135) + XV A.P. 49 Rotoreliefs, 1935 Set von 6 Offset-Lithografien auf Karton in Plastiketui, Gebrauchsanweisung auf Stanniolpapier ø je 20 cm; Hülle: ø 25 cm; Gebrauchsanweisung: 4,8 × 14 cm Erstauflage mit 500 Exemplaren

Unbekannter Fotograf 50 Marcel Duchamp bei der Vorführung der Rotoreliefs, 1948 Schwarz-Weiss-Fotografie 20,5 × 7,6 cm

Marcel Duchamp * 1887 in Blainville-Crevon, † 1968 in Neuilly-sur-Seine 51 Anémic Cinéma, 1925/1926 6 Min. MoMA Film Library

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Text Team des Kunstmuseum Liechtenstein Redaktion Christina Lehnert Lektorat Gila Strobel Grafische Gestaltung Sylvia Fröhlich Druck Gutenberg AG, Schaan © 2015 Kunstmuseum Liechtenstein und Autoren

Vernissage Do, 12. Februar 2015, ab 18 Uhr Öffentliche Führungen Do, 19. Februar 2015 Do, 5. März 2015 Do, 7. Mai 2015 jeweils 18 Uhr Take Away Kurzführungen Do, 26. Februar 2015 Do, 26. März 2015 jeweils 12.30 Uhr

Begleitprogramm Sonntag, 1. März 2015, 11 Uhr Eine Stunde Der Mensch und seine Welten. Werke von Absalon, Friedmann, Merz u.a. mit Christina Jacoby Sonntag, 1. März und 26. April 2015, 14–17 Uhr Familien-Nachmittag Ein Sonntagsausflug in die Welt der Kunst Dienstag, 3. März und 5. Mai 2015, 14–16 Uhr Kunst 60 plus mit Barbara Redmann Donnerstag, 12. März, 30. April, 18. Juni und 20. August 2015, 18 Uhr Lieblingswerk Gäste sprechen über Werke aus der Sammlung Mittwoch, 15. April und Donnerstag, 16. April 2015, 14–17 Uhr Ferien-Atelier für Kinder von 6 bis 12 Jahren Donnerstag, 23. April 2015, 18 Uhr Buchpräsentation und Gespräch Sammelglück mit Anna Ospelt u.a. Sonntag, 3. Mai 2015, 11 Uhr Eine Stunde Kunstwerke sind Picknickplätze. Werke von Knifer, Marxer, Morellet u.a. mit Christiane Meyer-Stoll

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Kunstmuseum Liechtenstein Städtle 32, P.O. Box 370 FL – 9490 Vaduz Tel +423 235 03 00 Fax +423 235 03 29 [email protected] www.kunstmuseum.li