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l a t t. Herausgegeben, gedruckt und'verlegt von C. H. Foege.

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M i t t w o c h , den 1 . Januar

Znrnf für 18^1. Gluck auf! Ein Samenkörnchen arm und klem Pflegt Lieb' im stillen Kämmerlein, Trägt Hoffnung in die Welt hinein — Scheint mild die Sonne darauf, So geht es auf. Glück auf! Du, dtN das harte tcben drückt, T'c? Äuge b
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ahnliche, bisher Start gehabte, sowohl an Pracht, wie an Zahl der Gaste (gegen a'.s auch an allgemeinem, aufrichtigen Frohsinn und an einmüthigcr Heiterkeit. Vermischte Nachrichten. Fünfzigjähriges Jubiläum des Baronet 9. Wylie. Am 9 Oeeember l8«W feierten die Rus­ sischen A^rzte das fu.-fzigjährige Jubiläum des OberIiispectors des medizinischen Ressorts der Armee, Leibarztes Geheimeraths Baronet I . Wylie. Schon ain frühen M o r g e n begannen in der Wohnung des Jubilars die Gaste sich zu versammeln.' Um jv Uhr erschienen die Mitglieder des Comite's (die wirkli­ chen Staatsräkhe Taraßow und Lange, die St.?atsrathe Depp und Smelsky und der Collcgien-Rath Ssachar?w), welche die Anordnungen des Festes über­ nommen, beglückwünschten den Jubilar im Namen aller Aerzte Rußlands und luden ihn zur Mittagsta­ fel ein. Aehnliche Glückwünsche empfing er von al­ len medizinischen Ressorts der Hauprstadt. Oer Medizinalrath, die Kaiserliche Medieo-Chirurgische Aka­ demie, die Gesellschaften: der Russischen und der Deutschen Aerzte und die pharmazeutische, die Militair-Hospitäler, das M edizinal-Ressort des GardeCorps und der Flotte schickten ihm ihre Deputirten. Der gelehrte Secretair der Medieo-Chirurgischen Aka­ demie, Prof. Eichwald, überreichte dem Jubilar im Namen der Akademie das erneuerte Diplom als Ooctor der Medizin und Chirurgie, und schilderte in ei­ ner kurzen, aber geistvollen und rührenden Lateini­ schen Rede den Dank der Akademie für das, was er für selbige im Laufe von dreißig Iahren als deren Präsident Nützliches gewirkt, durch Erlangung neuer Rechte und Privilegien, durch Bereicherung ihrer ge­ lehrten Hilfsmittel, durch Ermunterung, der Studirenden, durch Schutz der Dozenten und übrigen Be­ amten. Se. K. H. der Großfürst Thronfolger und Casare witsch geruhten den Baronet beglück­ wünschen zu lassen und gegen 3 Uhr beehrte Se K. H. der Großfürst Michael Pawlowirsch den Jubilar mit seinem B.suche. Um 4 Uhr Nachmittags begannen die zur Mittagstafel eingeladenen Perso­ nen sich im Saale des adeligen Vereins zu versam­ meln. Se. K.Hoh dlrGroßfürstMichaelPawlowitsch und die höchsten Beamten des Reichs wa­ ren unter lhnen. Gegen halb fünf Uhr erschien der

Jubilar in Begleitung zweier Mitglieder des Comi-

ts*s. Er wurde von den übrigen Mitgliedern dcs Connte's empfangen und m den Saal geführt, wo der Herr Kriegsinmister ihn in den schmeichelhaftesten Ausdrucken zu seinem fünfzigjährigen Dienste in Nuß­ land beglückwünschte, ihm die Gnade des Monarcheu kund that und ihn das Allerhöchste Rescript über die Verleihung des St. Wladimir-Ordens i ; Classe vorlas, worauf Se. K. H. der Großfürst Michael Pawlowirsch geruhten dem Varonet ei, genhändig das Band umzuhängen. Nun begaben sich alle zur Tafel. Während der Mahlzeit, wo die Musiker des Chevalier-Garde-Regiments sich Heren ließen, brachte der Präsident des Comit.-s, wirkl. St.N. Taraßow, folgende Glüwünsche aus: i. Auf das W?hl Sr. Maj. des Kaisers und deS gesäumten Kaiserlichen Haufes, unter Anstimmung d'.rRussischen Nationalhymne; 2. Auf das Wohl I . M. der Königin von Großbritannien, unter Anstimmung der Englischen Nationalhymne; z. auf das Wohl Sr. K. H. des Großfürsten Michael Pawlowirsch; auf den Ruhm und die Wohlfahrt Rußlands und das Gedeihen der medizinischen Wissenschaft daselbst ^ Z. auf das Wohl desBaronets I . Wy'.ie. Nack diesem Toast überreichten die Mitglieder des Commitä's dem Jubilar eine ihm zu Ehren geschlagene goldene Me­ daille und eine prach^olle silberne Vase auf einem Fußgestell von gleichem Metall, wobei der Präsident des Comite's i),-. Taraßow einige herzliche Worte sprach. Diesem Redner folgte vi-. Spasky, der die Verdienste dcs Jubilars schilderte und am Schlüsse noch folgende Worte an die Versammlung richtete: „Meine Herren! Schon Ihre Gegenwart in di.ser Versammlung ist der Ausdruck der allgemeuicn Ane» kennung und Achtung für unfern Jubilar. Zur Bethätigung dieser Gefühle überreichen wir ihm eine goldene Medaille und eine silberne Vase, beide ihm zu Ehren verfertigt. Aber alles Materielle ist nicht dauerhaft; die aÜcs^crstorende Zeit vernichtet auch die edelsten Metalle. Wir wählen ein Denkmal, wel­ ches die Hand der Zeit nicht antasten kann. Im Besitz einer hinreichenden Summe, hat daS die heu­ tige Feier leitende Comit« beschlossen, selbige in der Sparkasse zu deponiren, und ans den Proeenren ei­ nen Zögling der Medizin erziehen zu lajsen. Er muc) Sohn, eines verdienten Militair-Arztes jeyn, und sich Högling des Baronet Wylie nennen, von dem, sowie von dessen Erben, die Wahl des Zcgüngs abhängen wird. - So möge der Name des guten Tharers ver­ eint mit dem Andenken an die gute That, von Ge­ schlecht zu Geschlecht übergehen. Unser ferne Nach­ komme, welcher den Namen : Zolling > es Baronet Wylie trägt, wird für uns ein lebendiges und ewi­ ges Denkmal seiner Verdienste und der Dankbarkeit unseres Vaterlandes seyn." — Zuletzt gab l)n. Sim?llM einen kurzen Abriß der Dienstlaufbahn des Baronets in Rußland. Der Jubilar dankte würdevoll und be­ scheiden und schloß sein^e Rede mit folgenden Wor­ ten: „Ich werde mich glücklich schätzen, meine Herren, wenn Ihre, heute so rührend ausgesprochenen Gefühle für mich, auch dann nicht erkalten, wenn »ch schon nicht mehr unter Ihnen leyn wcrde.'^ Zum Schluß wurden noch folgende Toaste ausgebracht: 6. Auf das Wohl unseres berühmten Feldherr", des Hrn. General-Feldmarschk-.ils Für^'n von Warschau, Grasen Paßkewirsci) von Eriwan — von dem H e r r n Kriegsminister. 7- Auf das Wohl Sr. E>c. VeS Hra. KrieaSministers u.ld der Russischen Armee-von dem Baronet Wylie. 8. Auf, das. Wohl der Anwesenden

und Abwesenden, welche an der heutigen Feier Thcil genommen —von Hrn. Taraßow.

Bekanntmachung. Inden, nachstehend genannte Herren die übli­ chen Neujahr-Visiten-Charten durch eine freundliche Gabe zum Besten der hiesigen Armenansialt ablösten, empfehlen sie sich allen ihren Freunden und bringen ihnen zum Beginn des neuen Iahres ihre herzlichen Wünsche dar: 'Herr Oberhofaerichts-Lldvokat Slevogt, Herr Candidat Dietrich, Herr llr. C. Harmftn, Herr Qberhofgerichts^Advokat Melviile, Herr Rathsherr H. F. Ctender, Herr I^otsr. xubl. C. W. Stender, HerrNorsr. Iiukl. A. L. Stender, Herr Or. W. Harmsen, Herr L. Schlcp, Herr Cousul I . Harmsen, Herr H. H. Voss, Herr Consul F. Hagedorn, Herr Öi. Runtzler, Herr Di-. Iohanfenn, Herr Bür­ germeister Günther, Herr Rathsherr C. D. Meyer, Herr Bürgermeister Eckhoss, Herr Consul E- Harm» sen, Herr I . H. Stender, Herr Notarius vo»r Wohnhaas, Herr Stiftslehrer Brüuner, Herr Rathsherr Schnobel, Herr H. Schnobel, Herr Schroeder, Herr Sero. Frey aus Niederbarrau, Herr Oi. Waeber, Herr Consul I . Koch, Herr Rath Büß, Herr Rath v. Hoppner, Herr Stadt« ältester Lorrsel), Herr Eanror Wende, Herr StadtSekr. Kleinenberg, Herr I . P. Dehling, Herr Consul Sörensen, Herr Conful Ulich, Herr Bür« germeister Echnlahl, Herr Ioh. Friedr. Tottien, Herr Emil Tottien, aus St. Petersburg, die Herren Gebrüder Rottermund. Solches zur Kunde des refp. Publikums brin­ gend, sagt den hier benannten und geehrten Her­ ren für die fo gütige und menschenfreundliche Un» terstützung der Armenansialt, den ergebensten und verbindlichsten Dank die Armen - Direction. Angekommene Neisen.de. Im 1. Stadttheil, 1- Quartier, den 29- Decemb.: Herr m-. I . L. Etaeger, aus Dorpat, bei seinem Vater, im Hause Nr. L7, in der Sandstraße. — Im 1- Stadttheil, 2 Quartier, den 29-: Herr Ingenieur« Obrist-l'ieut Ferrieri 1, aus Eoldmgen, unddenM.: Herr Privatlehrer Hafferberg, aus Neuhausen, und Herr Joseph von der Ropp, aus Papplaaen, und Herr Rosa, aus Po'.angen, bei Büß, am alten Markt, im Hause Nr. 2(.7; Herr Schepschelowitsch, aus Polangen, bei Frey, in der langen Straße, im Haufe Nr. 2l6. — Im 2. Stadttheil, Quartier, den 2S.: Herr W. Krüger, Oekonom aus Kreuzburg, bci sei­ nem Vater, »n der Julianenstraße, im Hause Ar. 292- — Im 2- Stadttheil, 4- Quartier, den 26-Madame Mellm, aus Memel, im eigenen Hause, am neuen Markt«- Nr L13. A b r e i s e n d e r.. Der Schumachcrgcsel' Friedrich Knoop, auSKönigs­ berg, reiset, den 6. Januar, nach Mitau.

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hesass TU Lnäe äes Ellies 1839

2!^ Lekikte, äis susainmen entliielien: . . . . . » ^01 ^allie 1840 sincl Iiin/.UAvIiommeli, , äuicti Neudau:

1691 I^oAAenIsst.

460

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75

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1 Scliikk, l's^toljudim, ^eäer ^r. »ageäorn, . . . »

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OelAin,



^ens Xocli . äureli I^au5.-

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^lexmäsr, kdeäer 8örensen ^ <üc>. . ^/lathMs, „ ^scod Harmsen j^or.

2^1^.

2246 ^oZZenlast.

In äeinselbsn ^adre sinä wieder ansAeschieäen: i Lcliikt^ Leres, Lapt. (Iiun
nach Dänemark verkauft», 1



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60 I^asi.

Lakette, (üaxt. XöniA, R,he6er loh. 8chnodel, Z^^^^hsn Xüste gescheitert, . 105

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^ 23 Lchiike dleiden 2uw Ishro 1841

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2081 koAAenI»L^

V s r 2 sie üniss äer I^idansche n k.heäerei, I!.näe 1840«

l'SLÜtoljudirn,

4 8örensen ^ (?o» 6 6 ,. 7 8 9 5. L,. Lainxer, 10 1t

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Z'. (^. 8chrnahl,

13 14 /od. Aottermunä,

luüe, Lstakstte, ^Qtiv, t^ertruäs,

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lacob 8chiläwach, 8chi16wach, li'rieclr. ^ie^is,

Lchoner, 8c1ialnx,.

?. t?-. Klein^arn,

^.lexancler,

<ü. H. I'reul's, R. 7. ?ollit2, (Christiansen^ li'riecir. HeinherA, 8cklo5srnann, ^ loh. 8eebeck, 5- 8ehrni
Williain, I^extun» ^ann^, (ülauäine,

Industrie,

Johanna» 15 ,, Lalta, 16 -/acok Harmsen jor., Mathilde, 17 /ens I^och, Delphin, j8 Luchho55, 8usceptio, t9 k?. Z?. HensinA, I^x^iresse, l?. ^üwe, ^c^ellieit,

21 v . W. ^ierck, 2>k V?itlvve Hv^veh^, 23 !^r. 8chnske,.

I^Ians Xrnss, ?. I . LnnninA,

Bauart^ 8chuner, LriZZ, Lark,

8chi5ker: Hans Wittiner,

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I^heäer:

1 ?rieäerich HaAeäorn ,^rieäerich, (^rosskürst ^lexanäer, ^ „

l . 8chröäer> Konschack, ^1. H. Witt, I^ans Bensen, 1^. ?. HensinA,

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H . Wischliusen,

/^nna Lniilis, ^oorZ en Vl^t,.

O. M. ^ierck^ (!. I^emcke,

Dankbarkeit,

I^r. Lclruske^

23 8kkiKe.

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LriZZ, >L Lark, ^ri'ZZ, Lark, 8cha1n^» ^ LrißZ, ^ Lclionei^ »?

z» Lchalu^),. z» »?>

RoZZeillast. 85 82 160 145 80 20 30 160 115 160 70 ^ 86 200 40 150 160 75 58. ' 60 33 37 30 s 35 2081^.1^

Leirn 8t.hluzse
4 80^!^« 5 >>

fertig wuräen .

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Irn Lau sinä nocli

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A LcliitLs.

Von äen in äiesem ladre fertig geworäenen 6 8cdii?en, Ovaren 2 5ür diesige, äie üdrigen ... 4 kür fremde Kecdnung, unä 8t. Harlam^)^, daxt. Krüger, Lark, ^12 Lom.-I^ast, kür Lrigg, 46 ,, ,, (Gloria, . ,, besser, ,, Zg „ Ködert, „ 8cdütt/ 60 ' „ „

^xvar: (^edr. 8evin in Ki. ?etersdurg. I. H. 8atovv in l^iZa. Tricd in 8t. I^stersdurg. 7. <ü. Xocd in keval.

Vorn Deister (-ottl. k/loevve wuräen gedaut 4 8cdikke: I'sodtohudiin, O elpkin. 8t. Harlam^)^ uncl Lett^, uncl vom Kleister ^.lexancier LucddoZ^ 2 ^cdisfe: 6Ioria un6 Rodert.

? o l g e n ä e 8 c d i f f e d a l t e n W i n t e r l s g« : l'scdtoljudim^ Lspt. l. I. Lünniug von I^idau (^rofzfürst ^.lexanäer, ,, Haris Xruse >» 5? I^rieäericd, »> >» 5? »» Hans Wittmer Olauäine, i» 8cd1of8mar>n »> SA >> Oel^idin, Ul. H. Witt »» 5> ?> >> (üdristiansen » „ ^ Nextun, S? 5» li'ann^, >» ?S ?. Ileinderg » ^lexanäer, H. ?reufs i» L-xpresse, >» kl. ?. HensinA z> ?> 8usQ6ptic>, Hans /ensen /ode.nna. z» 95 /. 8cdmiät »» , Lslta, /. O. 8cdröäsr >» »» ^nna Emilie, »» >? 5? D. W. ?.ierck Dankdarkeit, k'r-. 8oduske »» >> ködert, 5> (ü. Lcdüti >» IVeval. 5» . (Caroline, ?. Ilil ?erHa.u. 55 »» Wildelmine, S) /. l-. Luts >» 11 Hannoveraner: Oankdaardeiä, ?aps»durZ. ^ S5 /. (?. van Nels 8o^»dia, kreusse: S5 1^. Linnemann 1» ^lemel.

1 Kusse: 2 3 4 5 6

7 8 9 10 1t 12 13 14

15 16

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19

In äiesem ladre kamen ?.n I.idau an: aus auslänäiscden Häfen . . 454 ^cdiife ) „ ^indeimiseden „ . . 27 «) Ls gingen ad: nacd auslänäiscden Häken . . 1Z0 8cdikke ) ,, eindeirniscden ,, ^. . 31 ,i .)

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Das erste 8cdiff: Däne, ^nigdeSen, Laxt. „ ^

H. vue, kam an äen 20. lanuar. „ Kusse, Ladette, „ ^domas Xönig, ging aus äen 23- lanuar. „ „ Lalta, „ l. 0. 8cdröäer, kam an äen 2l- vecemder. „ Norweger, Regulationen, (üaxt. IVl. I'ellsfsen, ging aus äen 20-December. vie 8^dMadrt dat also geäauert 11 IVlonat unä 1 ^ag. I^idau, äen 31. vecernder 1L40. 8cdiftsmakler

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Zst t« drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee, Provinzen, Tann er, Tcns-r.

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Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. . i

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Sonnabend, den 4. Januar

Libau, vom 4. Januar. Vorgestern, am 2- d., reiste der Herr Paul Kuhlberg vo^n hier nach Mirau ad, zu seinem neuen Beruf als Lehrer an der dortigen Ele­ mentarschule. An der Hiesigen Elementarschule hat Herr Kuhlberg nur wenig Jahre verweilt, «der dennoch des Guten so vielfältig gewirkt und sich so allgemeine Achtung, Liebe und Vertrauen erworben, daß ihn E l t e r n , die ihm ihre Kinder anvertraut hatten und anvertrauen wollten, mit nur schmerzlichem Gefühle von hier scheiden sehen konnten. Möge seine Stelle hier doch recht würdig wieder besetzt werden.!, St. Petersburg, vom 21. December. Mittelst Allerhöchsten Gnadenbrief ist Allergnädigst zum Ritter ernannt worden: des St. Annen-Ordens j . Klasse mit der Kaiserl. Krone: der Kurlandische Civil - Gouverneur, wirkt. Staatsrath von Brewern. I m Anfange des XVIII. Jahrhunderts wur. den unt.'r verschiedenen auf das Bergwesen bezüglichen Gesetzen, Vorschriften zur Prüfung und Stempelung von goldenen nnd silbernen Sachen erlassen; diese Vorschriften sind jedoch im Laufe der Zeit und durch die Vervollkomm­ nungen der Künste ihrem wahren Zwecke nicht entsprechend geworden. Daher ist es fürun, umgänglich nölhig erachtet worden, über die« sen Gegenstand ein neues Gesetz zu erlassen, welches, den Forderungen di.eses Zweiges des Gewerbfleißes entsprechend, die Rechte, Verpflichtungen und die Verantwortlichkeit so­ wohl der Personen, die sich mit Anfertigung von Sachen der bezeichneten Art beschäftigen, als derjenigen, welche mit solchen Sa» chen und mit edlen Metallen Handel treiben, und derjenigen, welche den inn^rn Gehalt der

Sachen und Barren attestiren, festzustellen. Nachdem W i r in Folge dessen das vom Fi» nanzmlnister verfaßte und im Reichs - Rathe durchgesehene Reglement über die Probir-Kammern zur Prüfung und Stempelung des Gol­ des und Silbers, nebst dem dazu gehörigen Etat und den Beilagen durchgesehen ha­ ben, befehlen W i r : 4) Dieses Reglement vom 1- Januar 1841 an so in Wirksamkeit zu setzen, daß die Einschreibung der Meister und Fabrikanten, so wie auch der mir Gold und Silber Handelnden in den Probir-Kammern in jenem Jahre gleichfalls auch im JanuarMonate eröffnet werde, ohne jedoch im Jahre 4841 das Strafgeld für Verabfaumung des Termins zu erheben. 2) Wenn, bei der Un­ bestimmtheit der bisher geltenden Gesetze, in Buden und Magazinen silberne und insbeson­ dere goldene Sachen von früherer Arbeit ohne Stempel gefunden werden, so soll denjenigen Handelsleute», d
die unter dieser Probe sind, mit Zulassung London, vom 26. December. des festgesetzten Remediums../ollen den dtesel, I n Schloß Windsor ist jetzt eine neue Reit» bell Einreichenden zur Umarbeitung zurückgehe, schule eingerichtet, in welcher die Königin, ben werden. 4)Nach Verlauf des obenvezeich. dem Rathe ihrer Aerzte gemäß, den Winter neten Termins sollen Sachen, die gestempelt über sich täglich Bewegung machen wird; zu werden müssen, aber nicht gestempelt worden diesem Zweck hat man 18 von den Königlichen sind, unter keiner Bedingung im Handel ge, Reitpferden aus dem Marstalle des Bucking» litten werden, und im Falle der Entdeckung ham-Palastes nach Windsor geführt. von solchen soll mir den Schuldigen nach aller Amsterdam» vom 1. Januar. Strenge der Vorschriften des gegenwärtigen I m Jahr 1840 ist die Häringsfischerei von Reglements verfahren werden. sehr ungünstigem Resultate gewesen, so 5aß (St. Plb. Ztg. die bejahrtesten Leute sich nicht erinnern kön­ Paris, vom 27. December. nen jemals einen- so unbedeutenden Fang ge­ Die Ehren häufen sich auf Hrn. Thiers. sehen Zu haben. Gleichwohl sind unter ConEr ist gestern einstimmig zum Mitglied der trolle nach dem Auslande ausgeführt worden Akademie der moralischen und politische«: Wis­ 1703 ganze Tonnen und 34,745 Sechszehnrel senschaften ernannt worden. Gestern Abend Tonnen. waren die Salons des Hrn. Thiers überfüllt Brüssel, vom 29. December. von Personen, die ihm sowohl zu jener Er» Aus dem Lager von Beverloo schreibt man nennuug, als zu seiner Erwählung zum Be­ vom 24. December: „Ein großes Uuglück hac richterstatter der Fortificatlens - Commission, 5 Meilen von hier stattgehabt. Gestern Mor­ Glück wünschten. — Dem „Journal des De» gens um 10 Uhr ergriff das Feuer die Hai­ bats" wird aus Neuschatel vom 20. d. M. den und Waldungen von Postel, die kürzlich geschrieben: „Es ist in unserem Kanton eine durch eine Französische Gesellschaft für einen wichtige Verhaftung vorgenommen worden, vie sehr hohen Preis angekauft worden waren. mit dem Darmes 'schen Attentat in Verbindung Heure um Mittag währte der Brand noch fort. steht, ^in gewisser Borel aus Val-de-TraGestern um 4 Uhr schien das Feuer uns so vers, der wegen seiner Theilnahme an den nahe, daß Lärm geschlagen wurde. Alle Sap, peurMinirer, mehr als 200 an detZahl, mit Unruhen im Jahre 483l aus dem Lande verbannt worden war, und erst kürzlich die Schaufeln und Hacken bewaffnet, brachen auf, allein 2 Meilen von hier angekommen, Erlaubniß zur Rückkehr erhalten Harle, ist kehrren sie zurück, weil sie erfahren hatten, unsern Behörden von der Franz. Polizei als daß noch 3 Meilen zurückzulegen sepen. Es derjenige bezeichnet worden, der dem Darmes ein schreckliches Schauspiel; die Feuers» den Carabiiier verschafft hat., welcher zur Aus­ brunst nahm einen Raum von mehr als Z führung des Alteiuals vom 15. Occober dienre. Meilen ein, und die 40 bis 50 Fuß hohe Feu­ Es sind demzufolge sogleich Befchle enheilt ersäule hätte man vielleicht in einer Entfer­ worden, um sich der Person des Bor^ zu ver­ nung von mehr als fünfzehn Meilen sehen sichern, und er ist in das Gefängniß von können. Neufchatel eingeliefert worden." — Die Op Stockholm, vom 22- December. positions -Iournale werfendem Marschall Sonic Die „Sralstidning" giebt aus Briefen von vor, daß er trotz seines groß?» Vermögens Wexiö vom j l . d. die erfreuliche Nachricht, und trotz dem, daß er als Eonseils-Präsident daß unser Barde Tegiiär, vollkommen genesen, 100.000 Fr-, als Marschall 30,000 Fr. und mit dem ehesten die Heimreise von Schleswig als Großkreuz der Ehrenlegion W.000 jähr­ anzutreten gedenke. liches Gehalc beziehe, noch 40.000 Franken für Berlin, vom 2. Januar. Repräsenrations- Kosten verlange. — 'Das Mi« Nach die MiltheilUis^wohlunterrichteterManuisterium hat. wie das „Journal des Debats" ner sind die Zarüstungen in unserer Armee so und alle hiesigen Blätter melden, den Mar­ schall Valöe abberufen, und an seiner Stelle, weit beendigt, daß es nur des Befehls des^ Kriegsministeriums bedarf, um mit Allem ver-,. de» General Bugeaud zum General-Gouversehen, schlagfertig dazustehen. Sogar für die neur der Franz. Besitzungen in Afrika ernanntden 9 Tagen vom 16. bis 24. d. ist ^ Ergänzung der Pferde, welche sich etwa noch gegen 84.000 Stück belaufen konnten, ist Al» die Kirche des Invalidenhauses von 870.000 les so geordnet, daß ^diese große Anzahl in Personen besucht worden. . . ^

übten. I m December 1799 wurde die Eon« einigen Tagen ausgestattet an dem Orte ih­ sular-Regierung förmlich eingesetzt; im Decem» rer Bestimmung gestellt werdeil kann. I m ber j800 entging Bonaparte der Explosion Allgemeinen besorgen unsre Politiker noch im« der Höllenmaschine in der Straße Nicaije; wer, daß ein Krieg jetzt leicht ausbrechen möchte. am 2. December 1804 wurde er zum Kaiser Doch weisen wir auf das Jahr 1830 hin, löo gekrönt; am 2. Dec. 180Z gewann er die sich Alles gewiß kriegerischer gestaltete, und Schlacht von Austerlitz; am 4. Dec. 1808 zog es dennoch durch die Friedensliebe der Machte er in Madrid ein; am 16. Dec. 1809 ließ er zu keinem Kampfe kam. Wie es scheint, sind sich von Iosephine scheiden; am 20. Dcc. die Europ. Monarchen nun ebenfalls von der­ 18l2 kam er nach dem unglücklichen Russ. selben friedlichen Gesinnung beseelt, wie da­ Feldzuge in Paris wieder an. — I m Journal mals. du Lor er»Garonne vom 22« Dccember liest Darmstadt, vom 26. December. man: „Heute Morgen stürzte die Eisendraht' Wenn man sieht, mit welcher Emsigkeit meh­ brücke, welche den Flecken Bassage mit der rere Classen unserer Handwerker zum BeHufe Sladr Ager verbindet, in dem Augenblicke in der militairischen Rüstungen Tag und Nacht die Garonne, als der Unternehmer sie die durch arbeiten, so ist man zu glauben versucht, der die Kontrakte vorgeschriebene Probe am Ende Krieg sey entweder schon vor der Thüre, oder des Jahres bestehen ließ. Etwa 20 Personen, würde poch in der Kürze ausbrechen. Die Männer, Weiber oder Kinder, die mit dem Sattler z. B. sind ganz besonders in Anspruch Transport des zur Ladung bestimmten Kiesel« genommen; sie haben allein für die Summe sandes ^beschäftigt waren, wurden in den Fluß >von 60.000 fl. Lederzeug zu liefern. Die M.ei« gestürzt und verschwanden unter dem Wasser, ster klagen jetzt sehr über den Mangel der das unglücklicherweise sehr hoch ist. Vier zureichenden Zahl von Gesellen, welche g e g e n - dieser Unglücklichen sind schon leblos hervor­ wartig, wo in allen Bundesstaaten gerüstet gezogen worden. Unsere sämmtlichen Schiffer würde, sehr schwer zu erhalten seyen. Mit sind mir der Aufsuchung der übrigen Verun­ dem hiesigen Klempnern war b e r e i t s früher glückten beschäftigt. Dem Unternehmer allein, schon ein Accord wegen der Verfertigung von der sich mitten auf der Brücke an der Spitze 1500 neuen Feldflaschen abgeschlossen worden; der Arbeiter befand, ist es gelungen, sich durch jetzt aber soll eine noch weit stärkere Bestel­ lung von nicht weniger als 6000 Stück hin» Schwimmen zu retten. Zwei Kinder wurden zugekommen sepn. Man erstaunt über d»e gro­ durch den Fall der Ketten und Balken zer« ßen Vorrärhe von rohey Stoffen, welche bei schmettert." — Während dieses Jahres wurden dem für die großl). Milirair-Verwaltungen ar­ in Hamburg Und seinen Vorstädten 4685 Kin­ beitenden Handwerksmeistern dermalen aufge, der geboren, worunter S6 von reformirten, 74 von korholischen und 235 von israelitischen schichtet find. Konstantinopel, vom 17- December. Eltern; gerauft wurden 4446 Kinder; begra, (Privaimitth.) Ein Dampfdoot aus Mexben wurden 4866 Personen, worunrer 33 Re« andria hat die erfreuliche Nachricht von dort fornurle, 53 Katholiken und 206 Israeliten. überbracht, daß Mehmed Ali in Folge der — Im^i840sten Jahre trafen zu Hamburg verweigerten Ratification des mit Napier ab» 2484 Schiffe aus der See ein (darunter 26 geschlossenen Vertrages dem Admiral StopDampsboore, welche 354 Fahrten machten, ford eine Erklärung zustellte, vermöge welcher 3 Wallfischer und 1 Heeringsjäger); die Zahl er sich vorerst der Gnade des Sultans unter» der ausgelaufenen Schiffe belief sich auf 24!0. wirft. Mit jenem Dampfboor traf Sami Bey — Der Schauspieldirektor Laddcp zu Danzig mit der gänzlichen Unterwerfung dieses einst hat am Atsten December sämmtlichen Mitglie, so mächtigen Fürsten ein. Man erwartet stünd­ dern seiner Schauspielertruppe gekündigt, und lich einen neuen'Hattischerifdes Sultans, der scheint demnach die Direktion des Danziger dem Mehmed Ali Amnestie verleiht. Mehmed Theaters mit Ende März niederlegen zu wölken. Ali hat an den Sultan und Wesir unterthä— Unter den Lwspicien der Londoner Missio» mge Schreiben erlassen. nargcsellschaft wirken gegenwärtig 2l8 Euro­ ' - Vermischte Nachrichten. päische Missionare und Gehülfen und 452 ein« Der December war .im. Leben Napoleons geborne Lehrer zur Verbreitung des Christen, lviederyolt der Zeitpunkt vss. Ereignissen wel« thums; im Jahre 183? betrug die Za-Hl der­ che einen »nächtigen Einfluß' auf sein Level? selben «mr resp. 114 und 243, so daß sie sich

Älfo jetzt fast um das Doppelte vermehrt hat. Auf der E'tenl'abn zwischen Nürnberg und Furch sind in diesem Jahre 460.639 Personen gefahren. Upsala befinden sich gegen« wältig 1370 Studi» ende, darunter ZZ6 Söhne von Geistlichen und Z 5 9 Studirende der Theo, logie. — Am 28. December, Morgens 9 Uhr, bemerkte man zu Brüssel einen Sonnenregen» bogen.

Verlobte empfelilea Sick >ViII,t!lin1lie ^maNe Xnrt«e. v. Lo llvlko wsk!.

I^idau, tlea 1. Unauktr 1841.

Bekanntmachungen. Daß auch d^r Herr Or. Bollberg die übli­ chen Neujaln- L'silen-Charten durch Darbrin­ gung einer G^ld.iade, zum Besten der Armen^ anstalr, abgelöst habe, beehrt sich, hiedurch anzuzeigen die Armend irection. lieilißen ^deriäs XöniKe wiiä bei mir

looget werben; inci«rn

Ser nock donkect

Zrei

I n Durben ist ein Kru,? zu vermie thtN. Das Nähere darüber erfälnl man A . W ee> i m e ^r Ä. . -» im Hause des Herrn Assessor

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil. 1. Quartier, den 1. Januar: Herr E. Knaur, Arrcndcbesiyer aus Tadaiken, Herr L. Koch, Amrmann a^s Funckenhoff. Herr H. Knaut, Förster aus Scdnudden, Herr C. Treugut, Musikleh­ rer aus Zicrau, und Herr I . Schultz, Kaufmann auS Mitau, bei Madame Günther, i» der Vorstadt, im Hause Nr- 155 v. — Im t. Stadttheil, 2-Quar« ticr, den 31. December j.?40: die Herren C. H. Zürgens und E. Freundt, nebst Fanulie, aus Memel, und den 2. Ja,mar: Herr H.Kolbe, 8tnä. ine-j., aus Haftnpoth, bei Gerhard, in der Herrenstr^ße, im Hause Nr. 209; Herr Tischvorsteher Meczberg, aus Hasenpoth, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216. — Im 2- Stadttheile, 3. Quartier: Herr C. Küssner, aus Windau, beim Maler Stemmann, im Hause Nr. 310.

A b r e i s e n d e r . Der Schumachergcscll Friedrich Knoop, aus Königs­ berg, reiset den 6. Januar, nach Mitau.

ver-

dieses erAelzenst

Libau. den 4. Januar 1841. M a r k t » Preise. Cop. S.

anreiße, bitte Icli um ßeneiAten Lesuck.

<^erbar6. Oass aucb an 6em beillgen ^benäe keiliZeri 6i ei^ Xonige bei rnir Lonkect looset werben wirä, 2eiAe ic^i bieiinit Febenst an. Luis.

äer verei^

Weihen Roggen Gerste Hufer Erbsen

pr. toof — — -—

Leinsaat Hanfsaat Flachs 4brand. . ^ .

pr. Srein^

250 s 290 155 ü 175 110 ^ 120

/ 0 ä 75 140 ä 16g 170 5 260 140 350 300 250 250 s 325 27 5 30 750 k 800 100 230

— 3brand . . > - Einem hohen Abel und verehrungswürdi» — 2brand . . . ; gen Publikum gebe ich mir die Evre gan; Hanf. . . . . . ergebenst anzuzeigen, daß ich Mitte Januar Wachs . . ^ . Pr. Pfund 1841 in Libau einzutreffen gedenke, um nicht Butter, gelbe. . . . pr. Viertel Korilbranntwein. . nur in allen GesellschaftssTänzen, worunter die pr.9 Stoof pr. Loof noch immer beliebten Contreränzegezähltwerden, Salz, St. Ubes — Lissabon — 220 sondern auch in den neuesten Arren ki'ranxaisen — Liverpool — 215 Und I^anciers, welche erst seit Kurzem in Sr. Heringe, in bücher^nTonneNt. pr. Tonne 700 Petersburg getanzt werden, zu unterrichten. — in förnen'. äiio . äito . 680 Theer, finlandisch, . . . . äito . Zu dem Ende bin ich so frei alle Diejenigen, welche an diesem Unterricht Theil nehmen wollen, zu bitten, sich gefälligst bis zu mei Wind und Wetter. ner Ankunft beim Buchbinder Herrn Kepler Den 28. Decbr. 1840 O., windig; den 29- und 3«. melden zu wollen. 1 O., Schnee und maßige Kälte; den 31- S., milde Reval, den 18- December 1840. Luft; den 1. Januar SO., maßige Kalte; den 2. E. B r ä u t i g a m , SO., windig und strenger Frost; den 3. SO., stürmisch unä mäßige Kalte. " ^ . Tanzlehrer. Ist zu drucken erlaubt. 2w Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee - Provinzen, Tann er, Censor.

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b l a l t. Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. «. s.

Mittwoch, den 3. Januar

St. Petersburg, vom 27. December. davon, die übrigen in den Provinzen, in Stand Das Capitel der K.-K. Russ. Orden macht gesetzt; 2060 Trainpferde sind dazu in Bereit» bekannt, daß durch eingetretene Dacanz ein schalt. Das Königreich Ungarn hat die 38.000 Recht auf die Ordens Pensionen erhalten ha, Rekruten, welche durch den vorigen Landtag den, unter andern: des Ordens des heil. An­ zur Vervollständigung der Nationalregimenter dreas des Erstberufenen: Se- K. Höh. der bewilligt worden sind, bereits zusammengebracht Prinz Eugen v. Wurtemberg, zun, Ritt.r er­ und an die Regierung das Ansuchen gestellt, nannt am 22. August 1826; des St. Georg» dieselben mit einem Male zu übernehmen. Dies Ordens I . Cl.: der Gen.«Lieut. Baron Mathias wird im kommenden März geschehen. Für die von der Pahlen, zum Rcccr ernannt den 24« Deutschen Provinzen wird die gewöhnliche September, und der Senateur, Geheimrach jährliche Rekrutirung in diesem Monat aus­ Paul Netdhardt, zum Rine.r ernannt den geschrieben werden und die Stellung ebenfalls Oktober 1813. im März statthaben. Der sonstige jährliche Konstantinopel, vom 16- December. Bedarf belief sich auf etwa 40.000 Mann; Nachrichten aus Damaskus zufolge, hatte man glaubt, daß die diesjährige Zahl der Ibrahim Pascha gleich nach seiner Ankunft in zu Stellenden sich wohl auf 60.000 vergrö» dieser Stadt am 21« November von den un» ßern werde. — Ein Schreiben aus Venedig gsücNichen Bewohnern derselben e^ne Contri, vom 26. December v. I . enthält Folgendes: bukion von 10 Millionen Türkischer Piaster D^r Herzog von Bordeaux ist hier mit gro, gefordert, und um sie einzutreiben, die Tor» ßer Zuvorkommenheit ausgenommen worden. rur angewendet und mehrere Personen hinrich, Alle Behörden beeifern sich, dem Prinzen Auf, ten lassen; aus Furcht jedoch, von den ihn merksamkeir zu beweisen, und ihm seinen verfolgenden Gebirgsbewohnern eingeholt zu Aufenthalt so angenehm als möglich zu ma­ werden, begann er am 28- die Räumung der chen. Am 2t. und 22. d. war große Cour Stadt, um durch die Wüste seinen Rückzug bei ihm. wobei der Patriarch, der Gouverneur, nach Aegypten fortzusetzen, der bei dem ganz­ der^ce-AdmiralPaulucci. Feldmarschall-Lieu? lich demoralisirten Zustande seiner Truppen tenM v.^Steiningen. der Appellanons-Pra, höchstwahrscheinlich in eine unordentliche Flucht sident, der Polizeidirektor und mehrere andere ausarten dürfte. Chefs der Civil- und Militärbehörden in Uni, Wien, vom 4« Januar» foryi erschienen. Auch der Russische Konsul, Die Armeelisten werden sich jetzt allmälig so wie der Russische General Rüdiger, erste, vervollständigen, und die Truppenbewegungen, rer jedoch in Civil, wurde unter den Erschiesollten sie notbwendig werden, auf jeden Wmk - nenen bemerkt. Der Herzog hat bereits das bereit seyn. Gegenwärtig rüstet man fünfzehn Arsenal und die See-Kollegien, besucht. Batterien neu aus, und eine Reservebatterie, Paris, vom 2- Januar. um durch diese überall das Mangelnde ersetzen Gestern Nachmittag empfing der König den zu können. Hier in der Residenz werden vier Erzbischof von Paris, der sich, begleitet von

Der ganzen Pariser Geistlichkeit, einfand, um S r . Majestät die Glückwünsche zum neuen Jahre darzubringen. Es ist dies das erste Mal seit der Juli«Revolution, daß die Geistlichkeit sich bei dieser Gelegenheit dem Throne naht, da der verstorbene Erzbischof von Paris jede Ge­ legenheit ergriff, um zu zeigen, daß er seine An­ hänglichkeit und seine Überzeugungen für die alte Dynastie bewahrt habe.— Unter den Gerüchten, die in einigen Zeitungen mitgetheilt werden, ist auch von einem Gespräch zwischen dem Könige der Belgier und dem Herzoge von Orleans die Nede, worin der Französische Thronerbe seinen Schwager gefragt haben soll, ob dieser im Fall ei­ nes Krieges den Franzosen den Durchmarsch durch Belgien gestatten wolle. Als Antwort des Königs wird mitgetheilt, daß Belgien je, denfalls neutral bleiben und eine Verletzung seines Gebietes als eine Kriegserklärung an­ sehen werde. Schließlich fügt man dann noch hinzu, daß eine große Spannung zwischen dem Könige und dem Kronprinzen die Folge dieser Unterredung gewescn sep. Eine andere Mtttheilung ähnlicher Art sagt sogar, es sep Han­ delshäusern in Amsterdam „angezeigt" worden, de? König der Franzosen habe den festen Ent­ schluß, entweder den Frieden zu erhalten, oder dem Thron zu entsagen.— Der Kriegs» Minister hat neulich einen seit langer Zeit von vielen Seilen ausgesprochenen Wunsch berück­ sichtigt und den Befehl ertheilt, daß sofort alle Pulver Magazine aus der Nähe der Stadt entfernt werden sollen. — Der Kourier francais meint, daß der Baron Mounier von sei« ncr diplomatischen Sendung nach London sehr verdrüßlich heimkehrte, indem er die Gewiß­ heit erworben, daß Mehmed Ali eben ss hart behandelt werden solle, als ob er sich nicht unterworfen hätte. England will ihm nur ei­ nen Schatten seiner bisherigen Macht lassen: er soll keine Flotte behalten, sondern, nachdem er die Türkische ausgeliefert, auch noch seine Linienschiffe herausgeben, und höchstens seine Fregatten bellalten, die aber unter Türkliche Kapitäne gestellt werden sollen. Ferner soll Meh» med nicht mehr Truppen halten, als die Pforte billigt, und auch diese nur unter Türk. Genera­ len. Endlich soll der Pascha das Monopol des Grundes und Bodens ganz verlieren. — Einem Schreiben aus London zufolge, hat die Französische Regierung die Versicherung e»halten, baß das Britische Kabinet zu größerer Nachgiebigkeit bereit und Hoffnung vorhanden scp, daß die Konferenzen über die

Orientalische Frage wiederaufgenommen wer« den würden. Dem Vernehmen nach, verdan­ ke Frankreich diese günstige Veränderung dem Herzog von Wellington. Derselbe Korrespon­ dent will wissen, daß der König Ludwig Phi» lipp, nach einer langen Unterredung mit Hrn. Mauguin, ein eigenhändiges Schreiben an Herrn v. Barante in St. Petersburg abge, sandt und durch einen seiner Adjutanten einen Brief an Herrn v. St. Aldegonde, Adjuvant S r . Majestät des Kaisers von Rußland, habe schreiben lassen. Königsberg, vom 6. Januar. I n Frauenburg ist an dem Bischof von Ermland, Or. v. Hatten, ein gräßlicher Raub, mord begangen worden. Der Raubmörder benutzte die Abendstunde, in der der Bischof seine sämmtliche Diener in die Vesper zu sen» den pflegte. Abends 64 Uhr schlich er in das Palais und, dort bekannt, in das Wohnzimmer des Bischofs, überfiel den Greis, welcher seinen Thee einnahm, und schlug ihn mit ei, nem Hackmesser nach dem Kopfe. Er spülte? te ihm auf der linken Seite den Schädel, so daß der Bischof augenblicklich todt zur Erde fiel. Die Wunde ist so tief, daß man die Finger hineinlegen kann. Nun erbrach der Mörder den Geldschrank. I n demselben Augenblicke trat die Wirtschafterin ln das Zimmer, und der Mörder, obgleich er ver, mummt war und eine Larve trug, hielt es für nölhig, auch sie zu ermorden. Er versetzter mit dem Messer einen starken Hieb in das Gesicht und entsteh dann. Die aus der Kir­ che zurückkehrenden Diener fanden zwei Lei­ chen. in ihrem Blute schwimmend. I h r Lärm erscholl bald durch ganz Frauenburg. Der Domarzt und die Doktoren der Sadt eilten zur Hülfe, aber ihren Bemühungen gelanges nur die Wirtschafterin in das Leben, aber nicht zum Bewußtsein und zur Sprache zu« rückzubringen; auch ist sie zu gefährlich verwundet, um bei ihrem vorgerückten Alter auf eine Genesung rechnen zu dürfen, wenn gleich sie heute noch lebt. Anfangs wurde auf Nie­ manden ein Verdacht geworfen, aber schon anderen Tages stellte sich dieser gegen den Schneidergesellen Kübnapfel fest. Dieser Mensch ist mit mehreren Geschwistern von dem ermor, deten Bischöfe erzogen, und vcn ihm zum Geistlichen bestimmt, in das Seminar gebracht. Von dort wegen schlechter Streiche entlassen, wurde er Diener des Bischofs. Aber wegen Diebstahls mußte auch dieser ihn entlassen; er

ließ ihm das Schneider«Handwerk erlernen, aber arbeitsscheu lebte der Mensch als Taugenichls, bedrohte fortwährend den Bischof und die Domherren und erklärte sogar ein» mal, er werde mehrere Kurien der Dom, Herren anstecken. Hierfür erlitt er Gefängnißstrafe, welches seinen Groll gegen den Bischof nur vermehrte. Bor kurzem verlangte er von dem Bischöfe 400 Rchlr., anderenfalls dieser das Schlimmste erwarten möge. Hierauf gründet sich der Verdacht; sofort inhaftirt, ist er mehrfach neben der Leiche des Ermor­ deten verhört, aber er leugnet Alles und zeigt sich höchst frech. Berlin, vom 7. Januar. Kürzlich hat sichrem sehr originelles Erekgniß hier zugetragen, indem auf einem Holz» platze in der Nähe des Brandenburger Cho­ res durch einige Arbeitsleute eine lebende gro» ße Schlange entdeckt worden ist. So groß der erste Schreck bei dem Anblicke dieses nie gesehenen Ungeheuers auch gewsen seyn mag, so flößte seine augenscheinliche Ermauung doch wieder Muth ein, und es gelang der Tod, schlag ohne besondere Gegenwehr. Eine her^ beigerufene naturhistorische Notabilität erkann­ te in dem gerödtecen Thiere ein schon ausge, wachsenes Exemplar der Loa constilctor welches äs Iure auch für unser zoologisches Museum in Beschlag genommen ist und näch, stens ausgestopft darin paradiren wird. Die Auflösung dieses Problems möchte sepn, daß ein gerade anwesender Besitzer einer Mena, gerie den Verlust der ihm entschlüpften Rie­ senschlange zu bedauern hat, dieselbe jedoch, vielleicht aus Furcht vor einer Geldbuße, nicht anerkennen will. Besonders erwähnenswert bieibt indkß immer, daß eine fo tropische Na­ tur durch den zur Zeit hier stattgesundenen starken Kältegrad nicht sofort getödtet worden ist» Reval, vom 24. December. Am 20. d. bedeckte sich unsere Rhede bei mäßigem Südostwinde und t0 Grad Kälte, mit Eis, wodurch unsere diesjährige Sch>fffahrt beendigt worden. Dieses Ereigniß traf zwar gerade an demselben Tage und mit dem­ selben Winde, wie im vorigen Jahre, ein, doch jedenfalls frühzeitig, da es zu den Aus» nahmen gehört, unsere Rhede vor Januar ge­ schlossen zu sehen. Der Schluß der Schifffahrt war von einigen, wenngleich in Rück­ sicht ihres Werthes nicht bedeutenden Unglücks­ fällen begleitet. I m November strandeten und verunglückten die beiden von Lübeck kommen­

den Fknnlai,bischen Schoonerschiffe ..Franz ' Eric," Capitän Teckenberg, und „Anna," Ca, pitän Lindfors, mir Stückgütern beladen. Das Erstere stieß auf Neu^rund bei Odensbolm und wurde so leck, daß es von der Besatzung verlassen werden mußte, worauf es umschlug Und gegen die Küste von Spithamn auf Nuckö trieb- Daselbst gelang es, das Schiff auf­ zurichten und den größten Theil der Ladung, wiewohl durchnäßt, zu bergen. Die Anna mußte, da sie bei einem heftigen Nordnord­ oststurme das Land nicht freisegeln konnte, zwischen den Feuern von Packerort und Su, repä, Um gänzlicher Zertrümmerung an den Klippen zu entgehen, auf den Strand gesetzt werden. Das Schiff ist total verloren, die Ladung, jedoch mit einiger Beschädigung, ge» borgen. I n diesem Monate ging das Per, nauer Schalupschiff „Umerennost," Eapitän Stockebye, auf der unsere Rhede begrenzen­ den Insel Wulff verloren. Capitän Stockebye war von Stavanger nach Pernau mit Heringen bestimmt, konnte diesen Hafen we­ gen Eis nicht mehr erreichen und hatte schon »n Baltisport eine Zuflucht gefunden, als er zu seinem Unglücke den Entschluß faßte, noch­ mals in Se? zu geh«; Taaes darauf endete diese Reise mit dem Verluste des Schiffes. Die Ladung ward geborgen und am 19. d. am Strandungsorte zu 5 Rub. 40 Kop. pr. Tonne in öffentlicher Auktion verkauft. ( I n land Nr. 1. 'Vermischte Nachrichten. I " Folge Namentlichen Befehls Sr. Kai­ serlichen Majestät vom Z. December ist der ordentliche Professor der Dorpater Universität Sraatsrath Ol. Erdmann in Berücksichtigung seines langen ausgezeichnet nützlichen Dienstes und seiner, von dem Herrn Minister der Volksaufklarung bezeugten besondern Bemü­ hungen Allergnädigst zum wirklichen Staats» r a t befördert worden.— I n Mitau sind die Servisgelder für das halbe Jahr vom t . Jan» bis zum 1. Juli tL4l auf ??? Prozent von dem relativen Werth der Häuser bestimmt worden. — Der große Brand, welchen man von Beverloo aus am 23. December sah, war kein Wald­ brand, sondern ein Brand von Haidekraut und Strauchwerk aufderHaidezwischenLommel und Postel. Die Hirten pflegen im Winter dieses Strauchwerk abzubrennen, damit im Frühjahr die Schafe von denjungen aufschießenden Sprof, sen sich nähren können. Das Feuer hatte aber diesmal, in Folge eines starken Sturmes, sa

überhand genommen, daß die ganze Nachbars schafe dadurch in Schrecken gerieth. — Der Tischler Thonet in Boppard soll die Kunst erfunden haben, dem Holze, und zwar jeder Holzsorte, Elastizität, eine ganz beliebige Krüm­ mung und eine solche Leichtigkeit zu geben, daß z.B. ein vollständiger Stuhl nur 5 Pfd. wiegt, und noch bedeutend leichter werden wird, wenn es ein von Rohr geflochtener »st. Herr Tbonet, welcher glaubt, daß durch seine Erfindung eine völlige Revolution in der Kunsttischlerei hervorgebracht werde, hat ein Patent für seine Erfindung nachgesucht, und will, be­ vor ihm dasselbe zugestanden ist, keine Ver­ käufe machen. — Zu Gravesend, am Aus» flusse der Themse, brannte am ersten Weinachtsfeienage ein Dampfschiff von hundert Tonnen, trotz der angewendeten Hülfe, gänz­ lich nieder, und versank in die Tiefe. — I m Laufe des Jahres 1L40 find in die Maas und Goerne 1968' Schiffe eingelaufen und 2054 ausgesegelt. I m Jahre 1ZZ9 waren 2255 Schisse ein« und 2257 Schiffe ausgelaufen. — I n den Hafen von Antwerpen sind im vo­ rigen Jahre 1172 Schiffe von einem Gehalt von 179 291 Tonnen eingelaufen. — Aus dem Städtchen Ialta in der Krim geht folgende naturgefchichtliche - merkwürdige Meldung ein: „Wir haben hier einen augenscheinlichen Be­ weis gehabt, welchen unsäglichen Schaden in Kurzem die Bohrwürmer (Schiffbohrer) an, zurichten vermögen. Die Brigg „der heilige Nikolaus", ganz neuerlich erst in Taganrog erbaut nnd jetzt hier vor Anker liegend, wurde während der 56 Tage, die sie in Sebastopol zubrachte, in ihrer ganzen Bekleidung (boräsge) von diesem furchtbaren Insekt dergestalr zernagt, daß sie ganz das Ansehen eines Siebes gewann. Mit zahllosen Löchern be» deckt, hat die ganze Außenseite des Fahrzeu­ ges das Ansehen eines Schwamms und ist so für den längeren Seedienst völlig untauglich geworden." Die KM s. lUeses SloniNs erkol^te AlückUcke Lutdioäung meiner liebe» von einem Kesuuäen Knaben sei^e ieb lüermit allen t'i-eunäen und Ver­ wandten er^ebenst an. L. U a r m seo. Iiibau , äen 6. Januar 1841. Bekanntmachungen. Unterzeichneter giebt sich die Ehre Einem hohen Adel und verehrungswürdiaen Publikum Ist zu drucken erlaubt.

die ergebenste Anzeige zu machen, daß er aus Pleskau hier angekommen ist und in allen Tänzen Unterricht zu errheilen wünscht. Das Nähere erfährt man im Hause der Madame Maager. 3- Schmidt, Tanzlehrer. 3 Libau, den 7- Januar 1K41Ein Frauenzimmer von guter Führung die fertig deutsch spricht, wird unter guten Bei dingungen noch Kiew verlangt. Das Nähere erfährt man bei 3 G. H. Kluge. Libau, den 7. Januar 1841. eine/' Lk'c/lt von ,

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1, 2, 3» 4

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Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, <. Quartier, den 6. Januar? Herr Sonntag, aus Aistern, und den 7.: HerrFrdr. Werner, nebst Sohn, so wie Herr Chr. Gross, vom Lande, bei Madame Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155; Herr v. Sacken, aus Wangen, bei Herrn v. Kettler, im Spiymacherschen Hause Nr. 5, m der großen Straße. — Im 1. Stadttheil, 2-Quar, tier, den 4.: Herr Obrist-Lieut. Rudnew, und Herr Auditor Rasarwin, vom Mitauschen Garnison-Bataillon, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 2l6. den 6.: Herr Joseph v. d. Ropp, verab« schiedcter Artillerie-Lieut., uird Herr Leon v.d. Ropp, Capitain, aus Papplacken, so n?ie Herr Kreisrichter Theodor v. Hahn, und Herr Friedensrichter v. Roenne, aus Trobin, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207; Herr Kollegien-Rath Grigolen'ski, und Herr Major Bilewski, aus Windau, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209. - Im 2- Stadt­ theil, z. Quartier, den 7.: Herr Graf, Arrendator aus Alschwangen, und Herr Strahl, Amtmann Zierau, bei Ernest, in der Zulianenstraße, im Hause Nr. 383. u 0 6 t? «l ck » L 0 u r

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Herausgegeben, gedruckt und verlegt von E. H. Foege.

Sonnabend, den

Januar

Paris, vom 7- Januar. lassen, welche die Regierung bei der Festsetzung Es ist von zwei neuen gleichlautenden No­ der für die Befestigungen in den Credite von ten der Höfe von Oesterreich und Preußen an 1841 und 42 angewiesenen Summen geleitet. das Cabiner die Rede, worin dieselben wie» Die Erklärungen des General Dode bezogen derho!: und in ziemlich drohenden Ausdrucken sich hauptsächlich auf die Ausführung der For» tifications-Arbeiten, die unter seiner Leitung kategorische Erklärungen über die Fortsetzung der Rüstungen und der Befestigungsarbeiten stehen. Ncbermorgen wird die Commission von verlangen; sie erklären, daß, da.der bewaffnete Neuem zusammentreten, um die Ansicht des Friede auch von Seiten der ander» Machte Marschall Soult über die Militair«Gerechtig­ Rüstungen erheische, sie das letzte Wort des keiten zu vernehmen. Den Zag darauf wird Cabintts der Tuilerien wissen wollen. Wenn Hr. Thiers wahrscheinlich der Commission sei­ sich dasselbe nicht fermell verpflichtet, diese benen Bericht vorlesen und derselbe am jZ. der unruhiaenden Vorbereitungen aufhören zu las» ' Kammer vorgelegt werden, so daß die Dis? sen, welche der gegenwärtige Stand der Ding« cussion am 14. oder 15. beginnen könnte. —in Europa nicht rechtfertigen kann, so muß Das Commerce behauptet daß im Schooße es darauf gefaßt seyn, betrübenden Eventua­ der Commission ernste MißHelligkeiten einstanlitäten entgegen zu sehen. Uebrigens erklärt den sepen, und daß der Plan des Hr». Thiers man seine Liebe für den allgemeinen Frieden, viel Terrain verliere. und wenn Frankreich von denselben Gesinnun­ . London, vom 4- Januar. gen beseelt ist, so ist es an ihm, mit der Das ^orniiZA-lütiroiilcle enthält heute ei­ Entwaffnung zu beginnen, widrigenfalls man nen merkwürdigen Artikel als Erwiderung auf das Recht hat, seine Absichten zu verdächti, ein Raisonnement des 5. öes Oöbatg, durch aen und demgemäß zu handeln« — Die Bewelches dasselbe darzuthun bemühet gewesen festigungs-Commission hat wiederum eine fünf­ ist, daß das Jahr 1840 für Frankreich ein stündige Sitzung gehatten, ohne indeß mit ih­ Unglücksjahr gewesen sey, und nicht anders ren Arbeiten fertig geworden zu seyn. Die habe seyn können, da Hr. Thiers acht Mo­ Minister des Kriegs, des Innern, und der nate lang in demselben geherrscht habe. „ W i r Finanzen, so wie der General Dode sind län­ können nicht zugeben," sagt das (Ükronicle ger als drei Stunden in der Commission ge­ unter Andern,, „daß das Jahr 1840 etwas blieben. Der Kriegsminister hat über den Anderes als gut und nützlich für Frankreich Entschluß der Regierung in Betreff auf die gewesen ist. Es hat in demselben nichts ver­ von der Commission zu dem ursprünglichen loren als eine eitle Illusion, durch welche es Gesetzentwurf vorgeschlagenen Modificationen von seinem befreundetsten und treuesten Bun» berichtet. Der Minister des Innern hat dedesgenossen ferngehalten wurde. Diese Illu­ taillirte Auseinandersetzungen über »die Version bestand in der Errichtung eines agypti, proviantirung'von Paris gegeben. Der Fi­ schen Reiches, unter seiner Suzerainctät und nanzminister hat sich über die Motive ausge, seinem Schutze, wodurch es sich die ganze

afrikanische Küste von Tanus bis Tanger un, terthan gemacht, und seinen politischen Ein­ fluß zwar, nicht aber seine militairtsche und finanzielle Kraft verstärkt hätte. Zugleich aber wurde Frankreich dadurch der unmittelbare Nebenbuhler und Gegner Ehlands geworden seyn, mit dem es doch einen Krieg zur See, ohne den Beistand von Allianzen, auf welche wenig zu rechnen ist, nicht hätte bestehen kön­ nen. Die Ereignisse des Jahres sfj40 haben Frankreich aus dieser falschen Stellung ge­ rettet, in welche es durch seme Staatsmänner geschleudert worden war." Berlin, vom 6. Januar. Die Rede des Prinzen von Preußen am Neujahrstage, an die versammelten Otficier, corps gehalten, hat bei Vielen den Glauben an blutige Ereignisse des Jahres, welches nun begonnen hat, außerordentlich vermehrt. Der Prinz eröffnete den Olficieren. daß die VerWickelung der Umstände so groß und die Aus» sichten aus die Zukunft so düster geworden wären, daß man wahrscheinlich zum Schwerte greifen müsse. Jever könne aber gewiß seyn, daß Preußen nur einen gerechten Krieg führen würde. I n dem Falle nun, wo diese Notbwendigkeit einträte^ h^ffe er, daß das Heer gerade so den Erwartungen entsprechen würde, wie es die seines verewigten Herrn und Va­ ters glorreich erfüllt habe. Alle Machte seyen mit Preußen darüber einverstanden, besonders auch die übrigen Staaten Deutschlands^ wel­ che als ein Zeichen des besondern Vertrauens alle ihre Armeeeinrichtungen auf preußischen Fuß setzen würden, damit eine größere Einheit und Einigkeit in dem deutschen Heere herrsche. I m Allgemeinen will man jedoch noch immer nicht an den Krieg glauben, denn man sieht keine« rechten Grund ein, warum er entstehen soll. Das Geschrei nach dem Rhein hat in Frankreich fast ganz aufgehört, bei den Rüstungen aber, die überall in Eu» ropa vorgenommen werden und bei der un­ ruhigen Erregtheit im Innern, mag es Frank­ reichs friedfertigstem Ministerium' unmöglich fei/n, die Heere-so schnell zu vermindern, als man es wünscht. Es ist jedoch gewiß, daß Hr. GuiLst die beruhigendsten Erklärungen gegeben hat. (Börs.»Hlle.) Hannover,, vom 6. Ianirar. D«e Ausrüstung der Armee wird jetzt mit großem Eifer betrieben- Man sagt, daß die erste Division zur Besetzung von Luxemburg rm Frühjahr ausmarschiren werde. Uns dunkt

Ledoch, als wenn in Deutschland vorlaufig nur Vorbereitungen für Möglichkeiten in Bezug auf Frankreich getroffen würden, sodaß jetzt noch nichts über Marschiren der Armeen be­ stimmt ist. Wir können hier um so weniger Gewisses über die Bewegung der Bundesar» mee melden, als der Impuls dazu nicht von den einzelnen Staaten, sondern vom deutschen Bunde ausgebt, und bis jetzt noch keine Anre« . gung von dort erfolgt ist. — Die im Stillen betriebenen Ergänzungsrüstungen Hannovers, wobei namentlich die Cavollcrie durch starke Werbungen vermehrt worden ist, scheinen nicht blos aus dem Wunsche dcs Monarchen, ein streitferriges Heer auf den Beinen zu haben, hervorgegangen zu sepn, da, wie man sagt, jetzt die Ordre gegeben ist, daß eine Division Infanterie (sechs Regimenter) und drei Regi­ menter Cavatlerie im Frühjahr marschiren sol­ len, und zwar nach Düsseldorf. Die Freude unter dem Militair ist hierüber allgemein, und auch im Lande wird die Unabweislichkeit die» ser Maaßregel nicht verkannt; aber man wun« dert sich über die Menge neuer plötzlich in Umlauf gesetzter bairischer Doppelthaler, die a u f eine Negotiaeion m / r einem V a n q u i e r h a u s e

hindeuten. Das Gerücht sagt gerade heraus, Hannover habe eine Million Thaler von Roth« schild geliehen, und unsere Banquiers sind we­ nig davon erbaut, daß sie sich bei dieser An­ leihe nicht haben beteiligen können» Leipzig, vom 5. Januar. Seit dem neu eingetretenen Münzfuß har sich hier im kleinen Verkehr viel geändert, besonders klagen unsere Bäcker wegen des geringen Werths des Geldes, und daß sie mehr an Gewicht geben müssen. Jetzt sind sie einer strengen Controlle unterworfen, und wer» den nicht mehr so nachsichtsvoll als früher behandelt. Einige sträubten sich, und mein» ten, zu der jetzigen Taxe nicht mehr backen zu können. Das KreiSamt kaufte einen Mal« ter Waizen und Roggen, stellte Leute an, die» ses zu backen, berechnete alle Spesen, und noch einen hübschen Gewinn für den Meister, wo sich dann ergab, daß die Bäcker lei der frühern Taxe über dem noch 40 pCt. verdient haben, ohne was sie an Kuchen und andern, wobei sie nicht beschränkt waren, noch beson« ders verdient haben. Sie sind auch alle reich gewotden, bei A0.0V9 Einwohner waren ZA Bäcker und jetzt sind bei 60.000 Einwohner auch nicht mehr.

Vermischte Nachrichten. Man schreibt aus Berlin: Sollten krieger»fche Ereignisse nicht ein Hinderniß werden, so wird der Bau der großen Nheinbahn auf Cas» sel mit dem Frühjahr beginnen. Von Halle aus ist die Bah.» rracirt, und alle Vorberei» tungen sind getroffen, daß jede Meile von ei­ nem Bauconducteu? und seinem Personal zu gleicher Zeit in Angriff genommen wird, so daß auf57 Meilen gearbeitet werden kann. Die Hauplsch 'vlerigkeiten werden die Arbeiter sepn, welche bei den übrigen Bahnen schon fehlen, vttd da nun auch die Frankfurter, die Breslauer, die Ov^rschlesische und Stertiner Bahn, vielleicht auch die Hamburger, baiersche und tdüringsche zu gleicher Zeit begonnen werden, so ist nicht abzusehen, wo die bewegenden Kräfte hn kommen sollen. Dem Landbau, wel­ chem sie «chon seit Jahren zum großen Tbeile entzogen wurden, sind seine Klagen darüber nicht zu verdenken. Der Gutsbesitzer kann unmöglich seine Arbeiter höher als mit 4 Groschen tätlich lohnen» bei den Eisenbahnen steigt der Verdienst eines rüstigen Mannes dagegen aus ernen Thaler täglich und dar» über. T 'iuscnde v o n Kchlesierir w a n d e r n dahin, wo Bahnen gebaut werdet». — Die Zahl t ,«5 hat in vielen bedeutenden Mo­ nienten Napoleons eine fatalistische Wichtig» keit bewiesen: Am achtzehnte» Brumaire des Jahres VIII. der Französischen Republik (1739) ging die Umwälzung zu Gunsten Bonaparte'K vor sich, der darauf Konsul wurde; am acht­ zehnten Oktober 1812 fand die Schlacht voir Torutina statt, welche den an Schrecknissen in. der Kriegsgeschichte einzigen Rückzug an der Berezina zur Folge hatte; am achtzehnte»! Oktober 1813 wurde die Schlacht von Leipzig geschlagen; am achtzehnten Iunp 1815 ging Napoleon's Stern auf immer unter in der Schlacht von Belle-Alliance; am achtzehnten Oktober desselben Jahres warf der „Northum­ derland," der den gefürchteten Verbannten trug, Anker vor der Insel St. Helena, und der achtzehnte Ludwig hatte den von Napoleon zum zweiten Male verlassenen Thron ein­ genommen; nach den. bei Gelegenheit dcs Be­ gräbnisses Napokeon's kund gewordenen Mittheilunge»? beträgt die ganze Tiefe seines Gra? des achtzehn Englische Fuß? und nun endlich, im Jahre 184V. wo am Orte der Verbannung seine Asche erhoben wird, um, feinem letzten Willen gemäß, nach Frankreich gebracht zu werden, muß die Abfassung des Protokolls über

die Ausgrabung der Leiche die Abfahrt der betreffenden Fregatte verzögern, so daß die „belle Poule" erst am achtzehnten Oktober die Anker lichten kann, und so ist die verhängnißvolle Zahl achtzehn im Allgemeinen acht Mal mit den Schicksalen Napoleon's verknüpft, und kehrt vier Mal im Monat Oktober wie­ der! Nicht minder bemerkcnswerth ist aber auch der Name des Fahrzeugs, auf welchem Na­ poleon, von der Insel Elba entwichen, ander Küste Frankreichs landete, und dessen, auf welchem nun feine Ueberreste nach Frankreich zurückgebracht worden sind. Jenes h»eß „l'Inconstant.'/ und es bedarf diese Benennung kei­ nes Kommentars; dieses heißt „belle Poule," welches letztere Wort bekanntlich auch« den „Einsatz im Spiele" bedeutet, wie denn auch dieser welthistorische Aschenhaufe Alles ist, was den Franzosen von jenem großen „schönen Einsätze" von Hab' und Gut, oon Blut und Leben übrig bleibt, daß sie ihrem Gewalt­ herrscher auf seinen blutigen Pfaden nach al­ len vier Weltgegenden gefolgt sindl Verzeichniß über die, im Monate Dec. 1840, bei der evangelisch - deutschen Gemeinde' zu Libau Getauf­ ten, Copulirren und Verstorbenen. Getaufte' Aline Theophile Niemann. — Hein-, rich Emil Rudolph von Kleist. — Alexander Grusinsky. — Joachim Eberhard Thorsen. — Friedrich Johann Kohl. — Albert Stemmann. — Anna Her­ mine Natalie Kissner. — Karoline Gertruds Galt. — Friedrich Wilhelm Szameitky. — Albert Emil Bergmanns — Karoline Dorothea Hermine Vorkampff. — Ievstne Elisabeth AdeUne Nemnann. — Anna Friederike Emilie — George Friedrich ^ Eopulirte: Diener Johann Anderson mit Jo­ hanna Dorothea Friederike Stanischcwsky. — Bür« ger und Schmiedemeister Wilhelm Schmidt mit Ju­ liane Dorothea Vielhaber. Verstorbene? Jüngling Friedr. Wilhelm Nebendahl, alt !6 Jahr und 6 Mon, — Karl Friedrich George alt 4 Mon. — Arbeirsmann Ioh. Fröh­ lich, alt 6l Jahre. — Franlein Johanna Juliane Luther, alt 65 I . und 8 Mon. — Sophia Henriette Krellcnberg, alr t Mon., 2 Wochen. — Bäckermej, sterwittwe Dorothea Krneger, geb. Mack, alt 88 I . , 8 Mon. — Glascrbursche Heinr. Christoph Wittmann, alt 21 I . , Z Mon. Der weiland- Hochfürstl. Kur­ ländische Hof-Jäger, nachherige Gutsverwalter Fried­ rich Eiegmvnd Günther, alt 87 I . , 7 Mon. — Lisette Clara , alt t I . , 4 Mon. I n der Mäuschen evangcLsch-lettischen Gemeinde sind im Lanse deS vorigen Jahres getauft: <64 Kin­ der, 89 Knaben, 75 Mädchen; cosfirmirt? 8S, -!6. Knaben, 42 Mädchen; copAirt? 44 Paare; gestor­ ben: 9k Personen, 57 männlichen, 34' weiblichem Ge­ schlechts. — ES communicirten in der Kirche? 5043, auf den Krankenbette: 25. Verunglückt: 5 Personen; vm, diesen: 4 ertrunkea, 1 von einem falle,» den Balten erschlagen.

Bekanntmachungen. Ein Frauenzimmer von nmer Führung die fertig deutsch spricht, wird unter guten Be. dingungcn nach 6iew verlangt. Dc.s Nähere erfäbrtxvnin bei . 2 G. H. Kluge. Libau, den 7. Januar 184t. Beim Porutschik Sennin, wohnhaft bei dem Reifenschlägermeister Ewers, sind drei aute Pferde zu einem billigen Preise zu verkaufen. Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den z» Januar: Herr v. Hahn, aus Niederbartau, und Herr v. Mir» bach, aus Ncuhoff, bei Gerhard, in der Herrenstra­ ße, im Hause Nr. 209; den Herr v. Nolde, aus Lonisenhoff, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216; Herr Joseph v. d. Ropp, verabschie­ deter Artillerie-Lieutenant, aus Papplacken, so wie den 9.: Herr v. Korff, aus Telsen, und Herr v. Keyserling?, aus Groß-Lahnen, bei Büß. am alte« Markte, im Hause Nr. 207. — Im 2- Stadttheile, z. Quartier, den 9.: Herr Narkewitz, Amtmann aus Barhen, bei Ernest, in der Iulianstraße, im Hause Nr. 383.

B r o d - T a x e

für

M a r k t . P r e i l e.

Co?. S5ÜöeiHen Px. 250 ^ Roggen — 155 5 j/5 Gerste. . — 1l0 » 1^0 Hafer — 70 ü 75 Erbsen — «40 t. 10«^ Leinsaat — 170 ^ 2i.0 Hanfsaat — 140 Flachs 4brand pr. Stein. 35)0 — 3brand — k 300 — 2brand ) 250 Hans — 250 s 325 Wachs pr. Pfund 27 5 30 Butter, gelbe. . . . . pr. Viencl 750 k S00 Kvrnbrannrwein. . . . pr.9Stvof 1W Salz , St. UbeS pr. Loos 230 » Lissabon — 2'^O — Liverpool — 215 7<>0 Heringe, in büchenenTonncn,. pr. Tonne — in fernen . «liio . . eso

Theer, ßnlandisch, . . . . äüo . Wind und Wetter. Den 4. Januar O., Schnee und maßige Kalte; den 5. O., Schneegestöber; den 6-O./ Schneegestöber und gelinde; den 7. N., Schnee und mäßige Kälte.- den 8- N-, Schneegestöber; den 9. SO. und deni0.SW-, Schneegestöber und heiter.

den M o n a t J a n u a r

1 8 4 1

Roggen zu 1 Rubel 75 Cop.S.M. pr. Loof gerechnet. Waitzen zu 2 Rubei 85 Cop. S. M.'vr. Loof gerechnet Psd.lLoth Lotk Pfd. . 1) Von ordinairem Rogg^nmehl: Ein 3 Kop. Brod soll wiegen . . . . 5 E i n 1 ^ Kop. V r o d soll wiegen . . . . 27 E i n 6 K o p . d i t o dito . . . . . 10 22 Ein 3'Kop. dito dito - . . . 12 3) Von gebeuteltem Waitzenmehl: Ein 6 Kop. dito dito .... Von gebeuteltem Roggenmehl: Ein ^ Kop. Franzbrod soll wiegen . s Ein iz Kop. Brod soll wiegen 18z E,ni^Kop. dito dito IN

Taxe für das Libausche Fleischer-Amt beim Verkauf nach Gewicht. Für den Monat Januar 1841. Cop. pr. Pfd. Silb. Kosch ^ 1) Von gemastetem Vleh , als: Braten, Cop. Silb. Cop. KlopS, Beefsteak, Bruststuck, Schwanz4^ 5z und die besten Rippenstücke . . . 4; sz Gutes Suppenfleisch . . . . ' <>) Von ungemastetem Vieh, als: 3 3Z Die oben benannten besten Stucke . 2^ 2-1Suppenfleisch *

Taxe

von Branntwein

für

3) D«e schlechten Stücke ohne Unterschied des Viehes, als: Hals, tappen, Hack?e Von einem großen Schwein . . . Von einem kleinen Schwein . . . Allerbestes Kalbfleisch Ordinaires dito . . Allerbestes Schaaffleisch OrdinaireS dito

den

Ein Stoof Korn-Branntwein Ein - - einfacher Kümmel-Branntwein

Monat - - -

, - , ,

Januar

Cop. pr. Pfd. Silb. Kosch Cop. S. C. 2 e

1841.

3z 4z 35

is Cop. S. M.

18





Taxe von Bier für den Monat Januar 1841. Sine Tonne Boute «llen-Bier 5 Rub. 50 Cop. S. M. l Eine Bouteille Bier - , — Rub. e Cop. S. M — Krugs-Bier - 4 — 60 — — I Eine Tonne Mitteltrinken 2 — iv — — ' Ein Stoof Mitteltrinken 3 Cop. und ^ Stoof i i Cop.

zu verkaufen und schlechtes

Gegeben Libau-Rathhaus

den l . Januar 184t

Bürgermeister Eckhofs, Wett - Präses. Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censo». (Hierzu zwei Saämen - Preis - Courante.)

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Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

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Mittwoch, den 45. Januar B e k a n n t m a c h u n g .

Wenn nach Vorschrift des Befehls Eines Kurländischen Kameralhoses vom 4. Sept. 1839. Nr. 9170, die Quartiergelder für Ein Libausches Polizei-Amr bei der Quartier-Committle eingezahlt und von derselben genanntem Polizei. Amt^ zugestellt werden sollen; so wer, den die Libauschen Hausbesitzer hiemit aufgefordert, die Polizei-Quartiergelder für die erste Hälfte dieses Jahres im Laufe dieses Monats, täglich von 9 bis 12 Uhr Vormittags, bei dieser Lommittöe einzuzahlen und die Quittungen dagegen zu empfangen. z Libau»Quartier-Committee, den 14- Januar 1841Reich. C- C. Tiedemann. R. Oettinger. C. W. Melville. Nr. 13. I . Buss, Buchhalter.

Paris, vom 9- Januar. Man versichert, daß der Gen. Bugeaud seine Reise nach Algier aufgehoben habe, weil er zuvor noch die Kammer,Verhandlungen über die Befestigung von Paris und die auf Algier bezüglichen Geldbewilligungen abwarten wolle. Nach einer andern Lesart hätte er die Nach­ richt erhalten, daß der Marschall Valee hartnäckig entschlossen wäre, seine beabsichtigten Operationen auszuführen und nicht eher den Oberbefehl abzugeben, als bis er Abdul Ka­ der zu Grunde gerichtet habe. „Es wäre seltsam", bemerkt ein Blatt, „wenn der Gen. Bugeaud, wie früher der Gen. Cubiöres, ge­ zwungen sepn sollte, seine Ernennung vor dem unbeugsamen Willen des alten Marschalls wie, der in die Tasche zu stecken. Bekanntlich ist ein Adjutant des Marschalls Soult nach Al­ gier geschickt worden, um dem Marschall Valöe seine Abberufung zu überbringen. Ein hiesi­ ges Blatt glaubt, daß der Letztere mit die/er Depesche gerade so umgehen werde, wie mit den übrigen, welche er aus Paris erhalten, d. h-, er werde sie ungelesen ins Feuer wer­

fen. Es scheine selbst, daß diese Art, die ihm zugeschickten Depeschen zu behandeln, die Ur­ sache seiner Abberufung sep. — Vom 10- Ge­ stern sollte das Renaissance. Theater mit einem neuen Stücke von Leon Gozlan unter dem Ti­ tel- „Es war einmal ein König und eine Kö,. nigin", eröffnet werden. Da die Journale seit mehreren Tagen gesagt hatten, daß die . Censur der Aufführung dieses Stückes Hin» dernisse in den Weg lege, weil Anspielungen gegen die Königin von England und gegen die Englische Regierung darin vorkämen, so wur­ den die Thüren des obengedachten Theaters schon mehrere Stunden vor der Eröffnung durch eine neugierige Menge belagert. Aber wenige Minuten vor der Eröffnung der Kasse wurden Zettel angeschlagen, welche besagten, daß auf Befehl keine Vorstellung stattfinden wurde. Man erfahrt, daß am Morgen der Minister des Innern definitiv die Vorstellung erlaubt hatte, daß aber Abends plötzlich Ge­ genbefehl ertheilt worden sey. Die nähere Ursache kennt man nicht; aber es fehlte wenig, so hätte das getäuschte Publikum seinen Un« willen durch Tätlichkeiten zu erkennen gegeben.

London, vom 8. Januar. Cv heißt, daß die Taufe der Kronprinzes­ sin in der Königlichen Kapelle in Whilehall stattfinden soll, um die Unbequemlichkeiten zu vermeiden, welche die sehr kleine Königliche Capelle in St. James bei der Vermählung Ihrer Majestät darbor. Die Capelle in White« hall eignet sich sowohl wegen ihrer Größe als wegen ihrer kostbaren Verzierungen ganz befonders zu großen Ceremonien. Sie wurde ursprünglich zu einem Banketsaal erbaut und vor etwa,200 Jahren ihre Decke auf Befehl König Iakob's von Rubens gemalt und mit Bildwerken und Vergoldung verziert. Sie ist trefflich erhalten und eins der schönsten Ge­ bäude in Europa. — Bei einem F-ste, wel­ ches jüngst der Mäßigkeits - Verein zu Dublin veranstaltete, sprach sich O'Eonnell noch ein­ mal über feinen Beitritt zu den Statuten die­ ser Gesellschaft aus, wöbet er zum Beweise das Abzeichen des Vereins zur allgemeinen Freude der Versammlung auswies und erklärte, daß, seit er sich aller derauschenden Getränkvöllig einhalte, seine Gesundheit fester alsje sey. „Ich bin stolz darauf", äußerte er, „behaup­ ten zu können, daß Irland Z Millionen Thees totalsten aufweisen kann. Frankreich hat sich die große Nation genannt. Ich will Irland nicht anders als Alt Irland nennen und es dem Zustande Frankreichs zur Vergleichung gegenüber stellen. Kein anderes Land hat je ein solches Beispiel der Mäßigkeit gegeben als Irland." Zuletzt bemerkte Q'Connell, er sep durch das Schreiben eines hoben I u stizbeamren veranlaßt worden, ein Tveetotalist zu werden, in dem er darin sine Anspielung auf jene Demagogen gefunden, welche die Mäßigkeit, welche sie predigten, nicht selbst ausübten. Die5 habe er auf sich bezogen und demgemäß durch den Beitritt zu dem Vereine die Anspielung Lügen gestraft. — Wenn m in die Zahl der am 1- Januar 1840 im acrioen Dienst befindlich gewesenen Engl. Schiffe :nit der Zahl derjenigen vergleicht, die am j. Ja­ nuar d. I . im acciven Dienst sind, so gebt daraus hervor, daß die Brit. Seemacht u -i 3 Dreidecker, 2 Schiffe von 82 Kanten, 3 von 50, 5 Schaluppen und 7 Dampfböte er­ sten Ranges vermehrt worden ist. welches im Ganzen eine Vermehrung von 794 Kanonen und 6300 Menschen ausmacht. Die Ausga­ ben, welche diese Vermehrung herbeigeführt hat, sind nicht durch die vom Parlament be­ willigten Gelder gedeckt, doch dürften die Um»

stände, welche diese außerordentlichen Ausga­ ben veranlaßt haben, hinreichen, um die Regierung in den Augen des Parlaments zu rechtfertigen. Die Zahl der gegenwärtig im Dienst der Marine befindlichen Ma­ trosen und Schiffsjungen übersteigt 43,000. — Zu noch schnellerer Belebung des Ver­ kehrs zwischen New - Aork und England wird in diesem Augenblick ein eisernes, soge­ nanntes Mammuth-Dampfboot in Bristol ge« baut, das Alles übertreffen soll, was man bisher Ausgezeichnetes an solchen Fahrzeugen gehabt. Es wird 3600 Tonnen halten, und die Maschinen werden eine Kraft von 1000 Pferden haben. Die Reise mit demselben soll in zehn Tagen zurückgelegt werden. Von der Türkischen Gränze, vom 1. Jan. So eben ist auf außerordentlichem Wege einem angesehenen Großhandlungshause die sichere Nachricht aus Konstantinopel zugekom­ men, daß in Folge der in der Türk. Haupt­ stadt gepflogener Unterhandlungen die Pforre am 17. December folgende Beschlüsse gefaßt und sogleich in Vollzug gesetzt hat: 1) Dem Pascha Mehmed Ali wird die „Großbsrrliche LZerzeihung für seine bisherigen Verirrungen ertheilt", und ihm ein Großherrlicher Ferman darüber ausgefertigt. Das letztere ist an d?,n genannten Tage geschehen und nunmehr sind dicecte Verhandlungen mit dem Pascha mög­ lich geworden, da er von diesem Augenblick an nicht mehr als Hochverräter angesehen werden kann. 2) Es wird von der hohen Pforte ein eigener Abgesandter nach Alexa?,» drien geschickt, um mit Mehmed die Mittel zu besprechen, den Großherrlichen Willen und die letzten von London ausgegangenen Bestimmun, gen vom 14- November in Syrien und Egyp­ ten in Vollziehung zu setzen. Z) Admiral Wal­ ker soll als Pforten-Commissar den speciell.lz Act der Uebernahme der Osmanischen Florre im Hafen von Alexandrien vornahmen. —> Wenn Mehmed sich nun willig in ATes ergiebt. Was ihm vorgeschrieben werden söll, zweifelte man in Konstanlinopel nicht, daß ihm wenig? stens die Statthalterschaft von Egypl.n auf seine Lebensdauer werde verliehen werden. Königsberg, vom 13. Iünuar. Der Schneidergeselle Kienapfel hat uner» wartet schnell den an den Bischof Or. v. Hatten und an dessen Haushälterin bega„genen"Mord eingestanden. Mit einem Beile bewaffnet, an­ geblich, um mit demselben nur zu drohen, klopfte er an die vel'sHloffene Thür des bi,

schöstichen Pallastes. Die alte, die Thüre öff­ nende Haushälterin, mußte ibn, durch die fürchterlichsten Drohungen gezwungen, in das Ziminer des Bischofs begleiten, und als sie hierauf sich zur Lhüre wandte, gab er ihr mehrere Hiebe mir dem Beile in den Arm, und trotz der flehentlichen Bitten dcs Grelles, seine alre, vicljährig treue D-ener-n nicht zu ermorden, streckte der Bösewicht sie mit einem Hiebe auf den Kopf nieder. Hieraus erklärte d.r Bischof sich bereit, dem Nauder alleö aus, zuliefern, was er besitze, mußte aber feierlichst schwören, den Raub geheim zu halten. Der - bedrohte Greis führte den Bösewicht in das Nebenzimmer und behändigte ihm dorr seine Dose, Uhr, Börse und die Schlüssel. I n das Wohnzimmer zurückgekehrt, bemerkte der Unmensch, daß die Haushälterin noch lebt, und da versetzt er ihr den Hiev in das Ge­ sicht und öffnet dann erst den Geldschrank. Dem sich abwendenden Bischöfe entfallt der Wachsstsck und nach ihm sich duckend seufzt er laut: ,,Ach Gott!" Der Raubmörder halt dies für einen Hilferuf und streckt den würdi­ gen Greis mit einem Hiebe in den Kops zu Boden. Der Vater des Mörders ist Schnei­ dermeister und Eigenthümer in Frauenburg, der Mörder. 27 Jahr alt, ist Kachol. Eonfession. Die ermordete Haushälterin hieß Rosalie Pfeiffer und war 71 Jahr alt. Vordem Geständnisse hat der Verörecher den Versuch gemacht sich mit der Kette zu erdrosseln. Vermischte Nachrichten.

Se. Kaiserliche Majestät haben Allergnädigst geruht, der Wirtwe des weil. Curlänvischen Generalsuperintendentcn Vr. R i ch ter das dem Verewigten persönlich verliehen gewesene gol­ dene Amts kreuz nebst Kette zu einem blei­ benden Familienandenken seiner vielbewährten Verdienste um Kirche und Staat zu überlas, sen. — Am Z. Januar starb zu Dorpat, nach langwieriger Krankheit, der Professor der Phy­ sik an der dortigen Universität, Staatsraih u».d Ritter, Johanns Jacob Friedrich Wilhelm Parror, geb. zu Karlsruhe am 14- Oktober 1792 n. St. (Inl. Nr. 2.) — Wie der „Courier belge" nach einem Briefe aus London berichtet, so hat ein Amerik. I n , genieur die überaus wichtige Erfindung ge­ wacht-, die Kriegsschisse gegen feindliche Ka­ nonenkugeln zu schützen. Das Fahrzeug wird ttämlich mittelst eines durch Dampf gktriebe, nen Schiffswenders (viredorZ) stets so gestellt und gehalten, daß immer nur der Vordercheil

dem Feuer gegenüber steht. Dieses Vorderthell des Schiffes aber ist mit einer Art Cüraß umpanzerc, der aus starkem Eisenblech gemacht ist, dem noch ein elastisches Futter unterlegt wird, wodurch die anschlagenden Ku­ gel»; links und rechts ins Mcer abgelenkt wer« den. Die Wendung des Schiffes kann in ei­ ner einzigen Minute geschehen, und der ganze Apparat koster nicht mehr als 10.000 Fran­ ken. Die Admiralität der Union so!! sich be­ reit erklärt haben, diesen Mechanismus bei ihren Linienschiffen in Anwendung zu bringen. — Man hat in Sitten in der Schweiz eine Falschmünzerbande entdeckt, welche ihr Hand­ werk bereits ziemlich lange getrieben und eine bedeutende Menge falschen Geldes in Umlauf gesetzt hatte. Das falsche Geld münzte sie in dem Thale von Herens in einer abgelegenen, wilden Gebirgsschlucht. Hirten, welche der Zufall dahin führte, waren die Entdecker der Gauner und zeigten sie an. An ihrer Spitze steht ein Franzose, Ruol, welcher sich unter dem Vorwande, Kupfer und andere Metalle aufzusuchen, in dem Kanton aufhielt. Der dortige Gerichtshof har ihn zu 8 Jahr Haft, öffentlicher Ausstellung und Verbannung aus dem Kanton verurtheilt. — Auch in Kopen­ hagen ist eine ganze Bande Falschmünzer ent« deckt und zwar an einem Orte, wo sie ganz sicher waren, im Zuchthause. Sie saßen in einem festen Thurme und machten falsches Geld Und falsche Anweisungen. Niemand weiß, wie sie zu den Werkzeugen gekommen sind.

Vk8 »in 1. 6. erfolgte ^.dleden meines vielxeliedteo Salines, VKL88IiLH) Kt:tÄt-8)'iiäicu8 2» Xt'enskiirZ auk Oe-

sei, 2eiß>s iell Inermit tlieiloekmeoäell Ver^vanlitsQ uncl kVeunäell »u.

13. Januar 1841.

xeb. Lexkivi'?.

Lall -

n ? e i A 6.

.Nächsten Lonnig, äen 19 6. IVl., iin6et auk Zern I^ikauscken kstkkause 6er sechste akonnirte 8tstt, 6er um I^lir seinen ^nkanZ nirnmt. D i e V o r s t e l l er .

Gerichtliche Bekanntmachung. Zufolge Verfügung Eines Libauschen Stadt« Waisen-Gerichts soll das jenseits des Hafens im ersten Quartier sub Nr. 156 belegene Kurtzsche Wohnhaus cum xsrt. am 2 t . Februar d. I . , M i t t a g s um 12 Uhr. unter dem In l'ermino zu vereinbarenden Bedingungen, in der Sitzung besagten Maisen-Gerichts. auf 1 bis 3 Jahre zur Mierbe ausgeboten werden, welches hiermit zur Kennt» niß der Miethliebhaber gebracht wird. 3 Libau, den 8. Januar 1841. D i e Curatoren der Kurtzschen Masse.

Eine Wohnung von 2 Zimmern, nebst Stallräum auf 3 bis 4 Pferden und Wagenremise, wird zur Miethe gesucht. Das Nähere er­ fährt man in der diesigen Buchdruckerei. Da mir noch einige Zeit übrig ist, schrift­ liche Arbeiten zum Mundiren anzunehmen, so ersuche ich alle Diejenigen, die mich mit sol­ chen Arbeiten beehren wollen, sich an mich zu wlnden. M. D. Fenn, in der Herberge des Herrn Assessors Sakowskl.

von

Bekanntmachungen. Der unterzeichnete Bevollmächtigte des Mi« tauschen Kaufmanns 2ter Gilde und Ehren­ bürgers I . G. N a sa r o w, bittet, seinen beim Chausäe-Bau, mit dem Steinhauen beschäftig«ten Leuten, nichts auf Borge zu verabfolge», indem er dergleichen Schulden, vom Tage der Bekanntmachung hierüber, nicht bezahlen wird; auch von ihnen kein Handwerkszeug als Pfand anzunehmen, da solches ihnen nicht ge­ hört. Libau, den 11. Januar 184!. 3 M. M. Subarew. Unterzeichneter giebt sich die Ehre Einem hohen Adel und verehrungswürdiqen Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß er aus Pleskau hier angekommen ist und in allen Tänzen Unterricht zu ertheilen wünscht. Das Nähere erfährt man im Hause der Madame Maager. I - Schmidt, Tanzlehrer. 2 Libau, den 7- Januar 1841.

Ein Frauenzimmer von guter Führung die fertig deutsch spricht, wird unter guten Be. dingungen nach Kiew verlangt. Das Nähere erfährt man bei 1 G. H. Kluge. Libau, den 7. Januar 184t.

Beim Porutschik Sennin, wohnhaft bei dem Reifenschlägermeister Ewers, sind drei gute Pferde zu einem billigen Preise zu verkaufen. Zstt«

^»>5. 1, 2, 3, 4

5, 50

/laben

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, 2. Quartier, den 11. Januar: Herr Obrist und Ritter v. Iasikow, aus Riga, Herr v. Stempel, nebst Sohn, aus Medsen, und Herr v. Bordehlius, aus Ligutten, bei Büß, am alten Markt, im Hause Nr. 207. Den 13.: Herr Martin Strauss, Handlungsreisender, aus St. Petersburg/ und den 14.: Herr v. Schroeders, aus Ordangen, bei GerHarb, in der Herrcnstraße, im Hause Nr. 209; den 13.: Herr Coll.-Assessor v. Neumann, und Herr Coll.Sekr. Bach, aus Mitau, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216. - Im 2. Stadttheil, z. Quartier: Herr Wischnewski, Kaufmann aus Ples­ kau, bei Herrn Schmidt, im Hause Nr. 4iv; Frau Consulent Bienemann, aus Riga, bei Frau Consul Loopuyt, im Hause Nr. 334.

Wecksei» uv6 (?slä-6ours. Lours vom 9. uuä zz. Januar. H.mster6Ain 90 197 197 ^snis» 1 HainkurZ .90?. 35A 35 35?^ Lölzo. » ^ I^ulzel . . Z IVI. 39^ A 39zZ?s?ee.St. ) Silber.Qivl. k^nclbr. ». 99^ 00I 99j — s. 995 995 93 (Zurl. äiic, 99? 99 995 99

drucken erlaubt. Im Namen der Civil- Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

Libau fehes H e r a u s g e g e b e n , g e d r u c k t u n d v e r l e g t v o n C. H . F o e g e .

E.

Sonnabend, den ^l8. Januar B e k a n n t m a c h u n g .

Wenn nach Vorschrift des Befehls Eines KurlLndischcn Kameralhofes vom 4. Sept. 4839, Nr. 9176, die Quartiergelder für Ein Libausches Polizei-Amt bei der Quartier-Committse eingezahlt und von derselben genanntem Polizei-Amte zugestellt werden sollen; so wer« den die Libauschen Hausbesitzer hiemit aufgefordert, die Polizei-Quartlergelder für die erste Hälfte dieses Jahres im Laufe dieses Monats, täglich von 9 bis 12 Uhr Vormittags, bei dieser Co«nmitt6e einzuzahlen und die Quittungen dagegen zu empfangen. 2 Likau-Quartier-Committse, den 14. Januar 1841Reich. C- C. Tiedemann. R. Oettinger. C. W. Melville. Nr. 43. .. I . Buss, Buchhalter. St. Petersburg, vom 7. Januar. Die Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg hat am 29. December ihre hun« dert und fünfzehnjährige Existenz gefeiert und dabei zu Ehrenmitgliedern erwählr: den bis­ herigen Akademiker, wirkt. Staatsrat!» Par­ ket, das Mitglied des Reichsraths, wirkl. Geheimerath Baron Hahn, den Minister Sr. Maj. des Königs von Sachsen, ehemaligen Direktor des Segebergschen Observatoriums, Herrn von Lindenau und das Mitglied der königl. Akademie der Wissenschaften Wer« lin, Herrn Ehrenberg.— I m Laufe des Decembermonats ist die Eisenbahn von 2S,8l2 Passagieren befahren worden und die Einnahme betrug 10,227 Rbl. 60 Kop. S . London, vom 12. Januar. Bei einer neulichen Eisparthie aufdem See bei Frogmore. meldet ein Sonntagsblatt, hat» cen die Königin und Prinz Albert das Un« glück, einzubrechen, wurden indeß augenblick» lich aus der gefährlichen Lage befreit, die, außer einer leichten Erkältung, von keinen weiteren Folgen war. Der Französische Geschäftsträger ist jetzt

sehr häufig im auswärtigen Amte. Man zählt daher auf ein baldiges Resultat der neu an« geknüpften Unterhandlungen und glaubt, die Thronrede dürfte in Bezug auf Frankreich von Bedeutung seyn. Allgemein hofft man, daß die fruiidschaftlichen Verhältnissen zioi» schen den Höfen von London und Paris bald wieder angeknüpft seyn werden. Der „Morning Chronic!?" vergleicht heute die Politik Frankreichs mit einem eingebildeten Kranken; sie träume jetzt von Coalitionen, wel« che gegen sie gerichtet würden, und von Kom« plotten, welche zum Zweck hätten, Frankreich den ihm gebührenden Theil von Einfluß auf die Europäischen Angelegenheiten zu entziehen; Frankreich habe übrigens nicht den geringsten Grund, sich mit dergleichen Besorgnissen ab« zugeben; die Franzosen bedürften eines Arz« tes, wie Aristophanes oder Molikre, der ih­ nen das Lächerliche ihrer eingebildeten Befürch­ tungen vorhalte und ihren Journalen, deren .Jeremiaden ganz widerwärtig sepen, etwas Muth einflöße. Am 3. d. M. ist das Irländische Dampfboot Thames" auf seiner Fahrt»von Dublin

nach London unter Schneesturm und Hagel» welter an einer Klippe gescheitert und in kurzer Zeit völlig zertrümmert; von 70 Personen, die sich am Bord befanden, wurden nur 4 gerettet. Ein Fischerboot von einer der Scilly« Insel»? entdeckte das gescheiterte Fahrzeug und suchte sich ihm zu nähern, was ihm mir ge< nauer Roth gelang; der Capicain des Dampf« boots defahl nun, daß vor Allem dieFraucn gerettet werden müßten, und es wurden drei derselben mir Mühe auf das Rettungsboot gebracht; ehe aber neue Hilfe herbeikommen tonnte, war das Dampfschiff schon ganz zerschellt und Alles, was sich daraus befand, e,n Raub der Wetten geworden, mit Ausnahme eines einzigen Matrosen, der sich an ein Trümmer festgeklammert hatte und an einem Felseneilande ans Land geworfen wurde. Der bekannte Schmied von Gretna - Green, bei dem die sogenannten Fleet« Heirathen ge> schlössen wurden , ist das Opfer eines Unglücksfalls geworden. Am 25. December, als er seine Schmiede anzündeie, erfolgte eine schreckliche Explosion, und ein Theil der Decke stürzte ein. Der unglückliche Kchmied erhielt ein Stück Eisen in den Kopf und starb eine

manövriren. Tätlich, schon v o r A u f g a n g der Sonne, werden diese unglücklichen N a t i o n a l » gardisten auf den Exercirplatz geführt, wo sie den größten Theil des Tages zubringen müs« sen. Für den dadurch verursachten Zeitver« tust hat mau ihnen einen Sold von 20 Paras versprochen. Der zum General der National« garte ernannte Said el Garbi, dessen Erge» benheit für den Pascha zweifelhaft schien, ist in Ungnade gefallen. Man hat ihm die Ober« Aufsicht über mehrere wichtige Gegenstände entzogen, uud er wäre wahrscheinlich jetzt schon ganz entlaFen werden, wenn man nicht unter den gegenwärtigen Umständen seinen Einfluß fürchtete. Da er sein Leven in den Vorzmmern seines Herrn, oder mit Geschäften hin» bringen muß, die weder seinem Charakter noch seinem Temperament angemessen sind, so schür er sich mehr als ein Mal täglich nach seinem Laden zurück. Die Türkische Flotte wird, ob» wohl sehr langsam, zur Abfahrt ausgerüstet, Unterdeß schickt man die unglücklichen Türki» schen Matrosen, welche ihren Wunsch, sobald wie möglich in ibr Vaterland zurück zu kchren, zu laut äußern, noch immer aus die Galeeren. Stunde später, ohne sein Bewußtsepn wieder Vermischte Nachrichten. erlangt zu haben. lieber den Ursprung die» Wie die Luft in Paris ansteckend ist. se lehn, ser Explosion ist noch nichts ermittelt. te sich auch der alte Elephanr im PflanzengarBrüssel, vom 13 Januar. ten z«.'. Geldstrafe, eine leichtere zosen ist daS Ende seiner Herrschaft durch ein Wunde mir vierteljähriger bis zweijähriger Rechnungsexempel gestellt. Um gleich die Probe Haft und 400 bis 2000 Fr. Geldstrafe gezum Exempel zu geben, hat der Rechenmeister büßt. durch drei Fälle nachgewiesen, daß seine Schick» Alexandrien, vom 17. December. salsrechnung zutrifft. 1794 wurde Robespierre (Iourn. de Smyrne.) Ungeachrer der ofstgestürzt; zählt man diese Jahreszahl zusani' zielten Unterwerfung Medmed's muß man doch men, so kommt 1L!5, wo. Napoleon gestürzt glauben, daß er noch einige geheime Pläne wurde, diese wieder, so erhalten wir 1^30, wo gehabt habe, gegen deren Folgen es gerarben Carl X. vertrieben wurde. Das Unglücksjahr dürfte, auf der Hut zu seyn; denn bei einer für den jetzigen König wäre also 1842. — solchen Politik, voll von Wmkel ^ngen, wie d -e Man meldet aus L e i d i g vom 9. D e c . Acht des Boghos Bei, und bei Rathgebcrn. wie Composmonen d e s Beckm 'chen „Rheinliedes" die Egypr. Höflinge,, d a r f man wob! neue Vcrwurden gestern zur Preisbewerbung gebracht. Wickelungen e r w a r t e n . Mehmed setzt ü b r i g e n s . Kaum waren dieselben ausgeführt, so v e r l a n g e als ein vorsichtiger Mann, r u d i g seine Nüstundie weit ü b e r w i e g e n d e Mehrzahl des anwesen» gen fort: er laß? n ?ue Truppen a u s h e b e n und den Publ cun:6. das gewiß über Tausend Per« statt die National -Garde aufzulösen. vermehrt jenen zählte, stürmisch, daß die Melodie e r sienoch u»r läßtsie fortwährend exercircn und wiederholt werden sollte, nahm diese mit dcw

sagte Flamkna, es bestehe ein Gesetz, nach größten Beifall auf, und forderte elnmükhig dem der Verbrecher das Leben erhält, wenn die Nennung ihres Componisten. Hr. G.Kunz?, ein Sterbender auf dem Todtenbette den Pa, Mitglied des Leipziger Stadt -Musikchors, wur­ scha um Gnade bitte. Die Andern erkannten de als solcher genannt und die Preis-Nummer dies an; Flamina zeigte darauf ein bereits unter Beifallsruf bekränzt.— Die Stadt Pa­ entworfenes Begnadigungsgesuch vor und stieß ris zählt gegenwärtig 1360 Aerzke. 270 mehr, sich,- ehe man es hindern konnte, aus Liebe als im Jahre 1833. — Ein Enal-Ingenieur zu dem Christen, den Dolch in das Herz. Un» ist dieser Tage im Havre angekommen, der terdeß war der Mord ruchbar geworden, Luigi den Plan hat, eine Brücke von Calais nach wurde verhaftet und in Folge jenes Begnadi­ Dover zu bauen. Nach der in Druck erschie« gungsgesuchs verurtheilt. lebenslänglich in einer nenen Zeichnung beabsichtigt er 20,000 SteinHöhle des Berges Carmel zuzubringen und massen in das Meer zu senken, welche die auf seinein Rücken den todten Körper des Ben Brücke tragen sollen. Sein Kostenanschlag Raiffa zu tragen. Das Urtheil wurde am 2. beträgt die Kleinigkeit von 1300 Mill. Fr. I u i y vollzogen. Als Acre vor wenigen Wochen Wenn dieser Vorschlag nicht durchdringt, so will der Ingenieur, Hr. Coppet, einen Tun­ in die Gewalt der Engländer und Oesterreicher nel unter den Kanal graben, der höchstens fiel, fand man den unglücklichen Luigi mkt 1000 Mill. kosten werde. Die ganze Aushöh­ dem verwesenden Leichname auf dem Rücken lung soll vermittelst ungeheurer eisernen Röh» unter mehrern andern Gefangenen in den Höh» ren erfolgen und Hr. Coppet meint bescheiden, len dcs Carmels und gab ihm die Freiheit. die Sache sey so leicht, daß er sich gar kein Er war in der kurzen Zeit hager, bleich und Verdienst aus seiner Erfindung mache. — krank geworden und nur noch ein Schatten von dem, was er gewesen. Er weinte um Französische Zeitungen erzählen nachstehenden Vorfall, der sich in St. Jean d'Acre zugetra» die schöne Flawina, die sich getödtee hatte, gen haben soll. Gegen das Ende des Jahres um ihm das Leben zu retten, und kehrte mit 1839 erschien ein schöner junger Mann, der gebrochenem Herzen auf einem Engl. Schiffe sich Luigi Palestrino nannte und aus Venedig nach ,Venedig zurück.— Vom 1. Januar bis gebürtig seyn wollte, in St- Jean d'Acre bei zum 31. December 1840 sind 15.662 Schiffe dem reichen Handelsmann Ben Raiffa und durch den Sund gegangen. Aus der Nordsee ersuchte denselben um eine Anstellung.^ Der kamen 7774 und aus der Ostsee 7888- Die olrc Syrier nahm den Europaer als Commis Zahl der 1839 durch den Sund gegangenen an und gewann denselben bald lieb, weil er Schiffe betrug 16/175. — Orientalischer Be­ thätig und sehr ordnungsliebend war. Eines griff von Gerechugkeitspstege. Der bekannte Tages aber erschien in dem Zimmer des Chri­ Or. Bowring erzählt in seinen Berichten über sten ein junges Mädchen von himmlischer Schön­ Egypten folgendes Gespräch, das zwischen ihm heit, Flamina, und erzählte ihm, daß sie in und einem angesehenen Egyptifchen Beamten dem Harem gepeitscht worden sey, zeigte ihm stattgefunden hat. Der Egypter fragt: Ist zur Bestätigung ihre schwanenweißen Schul» es wahr, daß I h r Engländer Eure Diebe und t rn, auf denen die Streifen der Peitsche zu Taugenichtse nach weit entfernren Gegenden s.ben waren, und berichtete, das Ben Raiffa sendet? Ja. Und was kostet Euch die De­ alle seine fünfzig Cc!avinnen so züchtigen lasse portation eines solchen Gesellen? Vielleicht '.:nd daß dieselben sich dem ergeben würden, nah.' an hundert Pfund oder zehntausend Pia­ w'tcher sie von ihrem grausamen Herrn be­ ster. Und was kostet eic? Säbel? Wenn er freie. Luigi wurde durch die reizende Sclavin sehr gur ist, höchstens zehn Pfund oder tau­ gleichsam bezaubert und er versprach, die Schö­ send Piaster. Was koster denn ein aus Hans nen zu rächen. Am nächsten Tage ermordete gedrehter Strick? Der kostet beinahe gar nichts. er wirklich seinen Wohlthäter. Dann begab Wie, und I h r Engländer nennt Euch ein er sich in den Harem, wo die Schönen ihn unterrichtetes und gesittetes Volk? I h r könnr ^ umringten und wetteifernd seine Liebe zu ge, ein Schwert für tausend Piaster, einen Strick Winnen süßten. Eine Zeit lang vergaß er so beinahe für gar nichts haben, und gebt;ehn» s.in Verbrechen und die Strafe die ihn dafür er« tausend Piaster aus für jeden Taugenichts, warnt.'; bald gedachte er an sein Schicksal, unv den I h r tos werden wollt! O, was das für die Sclavinnen'des Harems sannen mit ihm über ,cine Clvilisation ist! nach, wie er wvhl zu retten sey. Endlich

7^1^65 vas ^blebsu uasers inniAstKeliebter» vruäers, 6es HlaHnrs von ^^VKL88, 2?. vecdr. V. I . »m 4. ^—??u 1^ KUbUS in 8 cl! Iesien,? a. U. seilen tllöünelimenäen VeivvanÄten unä k'reunäen an LI>V^«V ^XDKL88. DokOrUL^ r^Äl8L?s, ^ Aeb. ^xvkLss. I/ibau, äen 18. ^anukir 1811.

Lall-

2 ei A e.

Nack sien 8onnisZ, 6en 19^l., 5inüet auk öeiri I^ikausclieri katliliause öer sechste akonnirte l'an^cluk 8tatt, äsr urri

Unterzeichneter giebt tlch die Ehre Einem hohen Adel und verehrungswürdigen Publikum die ergebenste Anzeige zu machen, daß er aus Pleskau hier angekommen ist und in allen Tänzen Unterricht zu ertheilen wünscht. Das Nähere erfährt man im Hause, der Madame > Maager. I . Schmidt, Tanzlehrer. 1 Libau, den 7- Januar 184iBeim Porutschik Sennin, wohnhaft bei dem Reifenschlägermeister Ewers, sind drei gute Pferde zu einem dilligen Preise zu verkaufen. Eine Wohnung von 2 Zimmern, nebst Stall, räum auf 3 bis 4 Pferden und Wagrnremise, wird zur Miethe gesucht. Das Nähere er­ fährt man in der hiesigen Buchdruckerei.

ßz- H?kr seinen ^.nkanA ninirrit. Die Vorsts Iis r .

Angekommene Reisende. Gerichtliche Bekanntmachung. Zufolge Verfügung Eines Libauschen Stadt« Waisen-Gerichts soll das jenseits des Hafens im ersten Quartier sub Nr. 156 belegene Kurtzsche Wohnhaus cum xerr. am 21. Februar d. I . , Mittags um 12 Uhr, unter dem i n l ' e r r n i n o zu verlautbarenden Bedingungen, in der Sitzung besagten Wai­ s e n - G e r i c h t s , auf 1 bis 3 Jahre zur Miethe ausgeboten werden, welches hiermit zur Kennt» niß der Miethliebhaber gebracht wird. 2 Libau, den 8. Januar 1841. D i e Curatoren der Kurtzschen Masse. Bekanntmachungen. Bei meiner Abreise von hier empfehle ich mich meinen Freunden. F. A. Praetorius. Eine außerordentlich gute Wirthschafterin, die sich besonders auf großen Gütern qualificirt, indem sie nicht nur die innere, sondern auch die äußere Haushaltungs« Wirtschaft, als wozu die Garten. Bleiche u- gezählt wer­ den, ganz aus dem Grunde versteht, wünscht von Johannis d. I . ab, wiederum eine Stelle auf dem Lande zu erhalten. Die näheren Bedingungen erfährt man in der hiesigen Buchdruckers». 3

Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 15. Januar: Herr C. v. Dorchesen, und Herr Revisor Hille, aus Dehseln, bei Büß, am alten Markt, im Hause Nr. 2(>7; Herr Kirchspielsmakler Adolphi, aus Ambothen, bei Gerhard, in der oerrenstraße, im Hause Nr. 209. — Im 1. Stadttheil, t. Quartier: F>crr Ar» rendator Anger, aus Sergeiniten, Herr E. Sonntaa aus Assiren, und Herr E. Ansohn. aus Ambothen.' bri Madame Gunther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155-

Markt « Preise. Weitzen Roggen Gerste < Hafer Erbsen . . . . . Leinsaat . . . . . Hanfsaat Flachs 4 b r a n d . . . . — 3brand . . . . 2brand . . . , Hanf

Wachs

Butter, gelbe. . . . Kornbranntwein. . . Salz, St. UbeS.. . . —

Lissabon

Cop. S.

pr. koof 250 s 290 155 ä ,70 110 » 120

70 5 75 140 k 160 170 5 260 140 350 300 ; 250 250 5 Z26 px. Pfund 27 5 30

pr. Stein ^

pr. Vierteil750 5 800 pr. 9 Stoof tnn pr. Loof 230 —

— Liverpool Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne — in fernen . dito . äii>o . Theer, finländisch, . . . . äito.

220

215 700 680

Wind und Wetter. Den 11. Januar SW., den 12. und 13. N., Schnee­ gestöber und gelinde; den 14. N., Schneegestöber und mäßige Kalte; den 15. SO., Schneegestöber und ab, wechselnde Kalte; den 16- SO., heiter und mäßige Kälte; den 17. NO., windig und strenge Kalte.

Zstju drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee «Provinzen, Tanner, Censor.

H e r a u s g e g e b e n , g e d r u c k t u n d v e r l e g t v o n C- H . F o e g e .

.

Mittwoch, den 22. Januar B e k a n n t m a c h u n g .

Wenn nach Vorschrift des Befehls Eines Kurlättdischeu Kameralhofes vom 4. Sept. 1839, Nr. 9170, die Quartieryelder für Ein LibauscheS Polizei-Amt bei der Quartier-Comrnittve emgezahit und von derselben genanntem Polizei-Amte zugestellt werden sollen; so^ wer» den die Libauschen Hausbesitzer hiemit aufgefordert, die Poikzei-Quartiergelder für die erste Hälfte dieses Jahres im Laufe,dieses Monats, täglich von 9 bis 12 Uhr Vormittags, bei dieser Committöe einzuzahlen und die Quittungen dagegen zu empfangen. 1 Libau - Quartier-Committee, den 14- Januar 1^41Reich. C- C. Tiedemann. N. Oettinger. C. W. Melville. Nr. 13. I . Buss, Buchhalter. Lidau, vom 2t. Januar. Gestern wurde die hiesige Muffe, das erste derartige Institut in Llbau, unter allgemeinem Frohsinn eröffnetDas Local derselben ist gegenwärtig das Haus des Herrn Französi­ schen Eonsulav - Agenten Rottermund am Neumarkr. Paris, vom 15. Januar. Der Moniteur parisien bemerkt unter An« dercm: „ I n ganz Italien dauern die Rü­ stungen fort. Der König von Neapel bringt seine Armee auf 100,000 Mann. Der König von Sardinien hat in diesem Augenblick eine Infanterie, welche sich auf 72.000 Mann be­ läuft." Nach der Quon'dienne soll das Verbot des Stücks: „Es war ein Mal ein König und eine Königin ' dadurch veranlaßt worden seyn. daß der Großbritanische Botschafter gegen Hrn. Guizot äußerte: „Wenn Sie die Auf, führung dieses Stücks erlauben, so wird eine Stelle in der Thronrede meiner Königin weg­ bleiben müssen." Durch die Beendigung des Krieges mit Buenos-Apres erhält Frankreich wieder 5500

Seetrupoen, so wie 36 größere und klein? Fahrzeuge, welche die lange Blokade entfernt hielt, zur Verfügung. — Die Zahl der in Mon­ tevideo befindlichen Franzosen belauft sich auf 8000, welche im verflossenen Jahre, trotz der ungünstigen Verhältnisse, etwa für 10 Mill. Fr. Geschäft in Frankreich machten. — Es ist in den letzten vier Wochen zweimal Feuer in dem großen Opern-Theater ausgebrochen, aber ourch die außerordentliche Wachsamkeit der Sjpntzenleute immer gleich wieder gelöscht werden. Das Joural des Debats macht bei di.ser Gelegenheit darauf aufmerksam, daß jenes Gebäude nach der Ermordung des Her» zogs von Verry nur provisorisch erbaut wor­ den sey, nun aber schon zwanzig Jahre be» nutzt werde; das Theater sey so gelegen, daß das Abbrennen desselben ungeheure Beschädi, gungen an Eigenthum nach sich ziehen würde, und es sey deshalb dringend notbwendig, endlich an den Bau eines Opernhauses in einer freien Gegend zu denken. London, vom 16. Januar. Der Morning-Herald einhält Folgendes': „Wir vernehmen, daß im Fall das. Britische

Kabinet es für gerachen halten sollte, von der Pforte die Anerkennung der Französischen Eroberungen in Afrika zu erwirken, daß Fran­ zösische Kabinet darin einen entscheidenden Schritt zur Versöhnung erblicken will. Mau meldet uns, daß ein unmittelbarer Beschluß der Entwaffnung in Frankreich und demge, mäß die Wiederherstellung der Ruhe in Eu­ ropa der erwähnten Maßregel folgen würde." Konstantinopel, vom 30- December. Ibrahim Pascha wärmt und erholt sich in Damaskus, nimmt von der reichen Bürger­ schaft acht Millionen Piaster (zwei Millionen Franks) Kontribution, und zahlt, übt und erquickt, was ihm noch an Pferden und Sol­ daren blieb, mit den Hilfsquellen der feind­ lich gesinnten Stadt, betrinkt sich täglich in warmen Palnien-Rack, und füsilirt die Insur­ genten. I n einem Kriegsrath, den man nach Aufhebung der See-Blvkabe und dem Rück­ züge der verwunderen Flotte nacy Marmorizza hielt, machte er sogar den Vorschlag, durch eine letzte und verzweifelte Anstrengung den feindlichen Kordon zu sprengen, einen festen Punkt an der Küste zu nehmen und so die Kommunikac.ion mit Aegypten, wobip man nach dem Aufstand von Jerusalem und Samaria zu Lande unmöglich durchdringen könne, auf dem Seewege zu öffnen, llnd nur aus ein? stimmige Erklärung der Generale, daß unter den Umstanden der Versuch nur mit Au/opferung alles noch vorräthigen Materials und so zu sagen des ganzen Heeres gelingen könn­ te, und daß ihn bis an die Küste höchstens ein Hauflein von 809 gesuüden, erprobten und abgehärteten Soldaten zu folgen vermögte, gab er die offensiven Projekte wieder auf, ukid beschloß den Ausgang ruhig und auf Kosten der Damastener abwarten. So we, nigsiens lautet eine letzte Meldung aus dem Tür­ kischen Hauptquartier. Zugleich sind gestern die Pforten Kommissaire abgereist, um Mehmcd Ali neuerdings als Pascha von Aegyp­ ten einzusetzen, und endlich einmal die groß­ herrliche Flotte wieder bt'in.zul'.rin.len. Nach den Berichten Französischer Blätter soll Ibrahim Pascha in Damaskus fürchter­ lich wüthen. Eine große Anzahl einflußrei­ cher Einwohner wurde auf se'nen Befehl hin­ gerichtet. Einige seiner Soldaten hatten UH unzufrieden darüber geäußert, daß sie so schlecht verpflegt würden. Ibrahim verabschiedete sie, und ließ ,-:er 400 in ein großes Haus be­

scheiden, in welchen! er sie in die Lust sprengte.

alle

auf einmal

Von der- Türkischen Grenze, vom 7. Januar. Mit Gewißheit behauptet man, daß das am 30- December von Konstantinopel nach Alexandrien abgegangene Dampfboor auf den Uttterwerfungsakt Mehmed Ali's, die Antwort de? Greßwesirs folgenden wesentlichen Inhalts dahin zu überbringet) habe: Der Sultan er­ warte vor allem die Rückkehr der Türk scheu Florre, die vollständige Räumung Syriens und der heiligen Städte, und verspreche da» gegen dem Mehemed Ali Gnade und die Zu­ sendung der gewöhnlichen jährlichen Bisten» gung als Gouverneur von Aegypten, wie dies mit allen übrigen Statthalterschaften gesche­ he- Indeß weiß man auch, daß das Tages zuvor an den Admiral Slopford abgegan­ gene Dampfboot demselben von Seiten der Repräsentanten die Weisung überbringt, den Statthalter von Aegypten zu bestimmen, sich diesen Anerbieiungen zu fügen, und ihm da» bei im Namen der Europäischen Großmächte die Erblichkeit Aegyptens in Aussicht zu stel­ len. Alexandrien, vom 24- D-cember. Mit dem Englischen Kciegsdanipfboot „Hy­ dra" ist der Englische General Smith, der sich wegen schwächlicher Gesundheit nach Eng« land begiebt, hier angekommen und mir ihm zugleich die Nachricht, daß Ibrahim Pascha am 7. d. mit dem R?st seiner Armee noch in Damaskus stand. Nnch Briefen des Franzö­ sischen Konsuls daselbst an Herrn Cocheler soll dieselbe aus Z0,000 Mann regulärer Trup, pen und eben so viel irregulären bestehen. Diese Angabe dürfte etwas übertrieben sepn. Uns schreibt man aus Beirut, das Ibrahim Pajcha sich in der Nähe jener Statt befin­ de Uüd ein glückliches Gefecht gegen die Berg­ bewohner bestanden, denselben einige hundert Mann getödtet und zn.-ei Dörfer verbrannt habe, dagegen sollen ihm zu gleicher Zeit 3000 Mann desert-rt seyn; 14 Tage früher hatte er sich von Damaskus einige Millionen Piaster zahlen und eine Menqs Lastthiere ge« ben lassen, um es mit Plünderung zu ver­ schonen. Jedermann fglaudt ihn a'^f dem Rückzüge nach der Wüi?e. Wien, »om iL- Januar. Ueber Livorno haben wir Nachritten aus Alexandrien erhalten, welche sowebk die Lage Ibrahim Pascha's. als auch die Gestalt der Dinge in Aegypten bei Weitem nicht so un­

günstig schildern, att d:cS in fast allen Be­ richren neuerer Zeit gesch.il). Dicsen Anga­ ben zufolge beliefe sich Ibrahim Pajcha's Ar­ mee noch auf 50,000 Mann, und mehr als noch einmal so viel sollen in Aegypten voll­ kommen ausgerüstet bereit seyn, uni einen Angriff zurückzuweisen. Nach denielben Berich­ ten wäre nicht zu hoffen, das; Mehmed Ali sich den neuesten Anordnungen der Pforte fü­ gen n.'erde, ohne des ervlichen Besitzes von Ägypten sicher zu se'yn; vielmehr soll er er­ klärt haben, dc>ß er andernfalls Alles daransetzen würde, den »lästigsten Widerstand zu leisten. Aus die Stimmung der Bevölkerung Aegyptens rechne er mir Zuversicht, Alexan­ drien sey nicht Aegypten, und würde es den vereinigten Flotten ü^ch gelingen, Alexandrien zusammenzuschießen, so würden sie damit noch immer wenig gewonnen haben. Hamburg, vom 19- Januar. Seit einiger ^eit haben mehrere respektable Leute hierselbst einen Verein gebildet, der es sich zur Aufgabe gestellt hat, nach Krallen dabin zu wirken, daß der überhand nehmen, den Confumuon des Branntweins unter der arbeitenden Niedern Cl^sse möglichst gesteuert werde. An der Spitze dieses Vereins stehen mehrere angesehene Senatoren und einige acht­ bare Haufleute. Eine öffentliche Bekanntma­ chung in den hiesigen „wöchentlichen Nach­ richten" benachrichtigte in der vorigen Woche das Publikum, daß der Verein sich konstuuirt habe und seine Wirksamkeil beginnen wolle und richtete daher an alle der arbeitenden Klasse Angehörige herzliche Worr? der Ermah« nung, sich dem Verein anzuschließen und lud Jedermann, der sich für die Sache interessi» re, ein. sich am Montage den IL. Januar, als gestern Abends 7 Uhr, die Lokale des zum Abbrechen bestimmten alten Iohai-neums in der ehemaligen Prima einzufinden. Der Zudrang von Menschen war außerordentlich, die meisten blieben auf der Straße stehen, der Din^e harrend, die da kommen sollten. Die Passage in den benachbarten Straßen war dadurch fast ganz gesperrt. Es mochte wohl tt Uhr seyn, als die Herren Enthaltsamkeit-Vkreins-Vorstchcr,-sich laut über die zahlreichen Anwesenden freuend, die alle gar ungeduldig schienen, durch ihre Namens Un­ terschrift auf den auf einem großen Tische parar liegenden Vö?en zu versprechen, fortan keinen SchnapS m.hr zu trinken, ans Werk schreiten wollten, sich dabei doch durch das

Herandrängen so vieler stämmiger, mit kurze:! packen und hohen Wasserstiefeln bekleideter Leute einiger heimlicher Aengstlichkeit nicht zu« erwehren vermochten, ob dies auch wahr und wahrhaftig lauter angehende Wassertrinker seyen, die so eifrig bemüht waren, den gan­ zen Tisch zu umkreisen. Die Besorgniß recht­ fertigte sich nur zu bald, indem einige Kerle, die Zipfel des Lakens erfassend, womit der Tisch überdeckt war, dasselbe nach sich zogen, so daß alle darauf befindlichen Schriften, Statuten, Protokolle, Feder und Dinte, kurz alles auf die Erde fiel und unter die Füße geneth. Einer der Herren Vorsteher wollte versuchen, den Sturm zu beschwören und be» stieg das aus früherer Zeit noch in der Klasse befindliche Katheder, um die Leute anzureden, doch ein vierschrötiger Kerl mit mächtiger Branntweins-Pulle in der Hand, drängte ihn herab, postirte sich darauf fest, und brachte dem Köm (Hummel) unter donnerndem Hur­ rah ei» Vivar. Da sich mittlerweile von verschiedenen Seiten sehr vernehmliche „Smiet se ruc' (werft sie hinaus) vernehmen licßen, so fanden es die Ruheliebenden am gerathcnsten, den Unruhigen das Feld zu räumen. Der auf dem Katheder dem Bachus geopferte Kümmel war der Flasche entwichen, sie war leer; das Werfen derselben durch die Sehet» ben auf die Straße gab das Signal zum allgemeinen Angriff auf alles in der Klasse befindliche Wehrlose. Sämnuliche Fenster wurden zertrümmert, die Kreuzhölzer ausge» schlagen und darauf Katheder, Tische, Stühle, Bänke, eine Schul Or^el, kurz alles, was sich vorfand, wurde zerschlagen zum Fenster hin­ aus auf die Straße geworfen, von wo es sofort weiter in ein nahe gelegenes Fleet (Ka­ nal) hineinflog. Zehn Mann von dem Jagertorpö der Bürgergarde, die von der nahe gelegenen Rathhauswache requirirt waren, vor d^m Haufe Ordnung zu halten, sind übel zugerichter worden, man hat ihnen Czako, Moiuirungen, Lc! erzeug, alles vom Leide ge­ rissen; 40 Mann dort postiner Polizeidiener wagten nicht sich kenntlich zu machen, und mußten sich begnügen, einige Haupt - Sptkrakelmacher ins Auge zu fassen/um sie wieder zu erkennen. Mit jeder Minute wuchs der Tumult, und als verlautete, da auf dem er­ sten Schlachtfelds nichts mehr zu zertrümmern war, daß man nun nach den Wohnungen der Direktoren ziehen wolle, um es dort eben so

zu machen und dann die Häuser anzuzünden,

da ertönte die von v^sen Anwohnenden schon langst beiß ersehnte mtrommel durch die ^anze Stadt, die alle Bürger unter die Waf­ fen rief. Die Masse der Tumultuanten, sol, chergestalt sicher nicht unbedeutend gelichtet, versuchte es dennoch, den herandrängenden Bataillonen Widerstand zu leisten, doch di­ verse, deutlich und fühlbar redende Kolben« stoße, begleitet vorstachen Säbelhieben, pach­ ten ihnen bemerklich, haß es ernstlich gemeint sey, und so waren um Mitternacht oie Hau» fen zerstreut; von tödtlichm Verwundungen hat man nichts gehört. — Bis 2 Uhr in der Nacht blieben die Bürger unter den Waffen, und dann, über ihr gutes Verhalten belogt, nach Hause entlassen, sangen sie selbst die Straßen entlang: ..Sie sollen ihn nicht haben, den Mäßigkeits-Verein."—Vielfache Arretirungen sollen heute in aller St'lls stattgefun­ den haben, die angestellte Untersuchung wird wohl ergeben, von welcher Seite der Impuls zu diesem Skandal gegeben wurde; Vorbe­ reitungen dazu sind gewiß laugst getroffen gewesen, denn als alle Laternen in der Um­ gegend ausgelöscht wurden, holten 20 — 30 Skandalmacher Lichter aus ihren Taschen, zündeten sie mit chemischen Feuerzeugen an und hielten sie in die Höhe. Die ln der Nä­ he befindlichen Schnapshäuser und Borde-lle hatten illumintrt, schenkten gratis und splen­ dide aus und illuminirten solchergestalt die noch Nüchternen. Auch die Veranstalter die, ses Unfugs dürfte wohl eine Bestrafung tref­ fen. . (Pr. St.-Zrg.)

Das« es äer ^Ilvveisei» Vorseliuuo Anfallen kat unseren inniA^eliedten Vater Uililipp Wacob Minne von ver Bussen, >veuiA 'I'kltze vor seinem voNencieten GebensSatire, am 2t). 6. Hl., Vormittags 1(1 lllir, von äieser ^Velt abzurufen; «eigen Iiiermit tliellnekmencien ^reuuäen un
Chaus6e-Bäu. M!r dem Stelnhauen beschäftige ten Leuten, nichts auf Borge zu verabfolgen, indem er dergleichen Schulden, vom Tage der Bekanntmachung hierüber, nicht bezahlen wird; auch von ihnen kein Handwerkszeug als Pfand anzunehmen, da solches ihnen nicht ge« hört. Libau, den l l . Januar !K4l. 1 -M . M . Subarew. Eine außerordentlich gute Wirthschafterin, die sich besonders auf großen Gütern qualificist, indem sie nicht nur die innere, sondern auch die äußere Ha ushaltungs - Wirtbschaft als wozu die Gärten. Bleiche :c. gezählt wer« den, ganz aus dem Grunde versteht, wünscht von Johannis d. I . ab, wiederum ei^e Stelle auf dem Lande zu erbalten. Die näheren Bedingungen erfährt man in der hiesigen Buchdruckers. 2

Eine Wobnung vonIZimmern, nebst Sroll» räum auf 3 l?is 4 Pferden und Wagenremise, wird zur Miethe gesucht. Das Nähere .er­ fährt man in der hiesigen Buchdruckerei.

Beim Porutschik Sennin, wobnhaft bei dem Reifenschlägermeister Ewers, sind d'.ei gute Pferde zu einenl^diliigen Preise zu verkaufen.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den 21. Januar: Herr Amtmann Wiesner, aus Medfen, bei Mada­ me Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155. — Im i . Stadttheil, 2. Quartier, den 2V-: Herr Revisor MUewski, aus Telsch, bei Frey, in dl.r langen Straße, im Hause Nr. 216; HerrI v. d. Rspp, verabschiedeter Artillerie-Lieutenant, und den 2l.: Herr Staroft v. d. Ropp, nebst Herrn Sohn, aus Papplacken, Herr v. Stempel, aus Medsen und Herr Friedensrichter v. Hahn, aus Grobin,.bei Vuß, am alten Markte, im Hause Nr. 207.

W e e k s e l - u i i Z < ? o l c 1 » L < , u r s. Lours vom 16. »inä 19. 5anuar.

Bekanntmachungen. Der unterzeichnete Bevollmächtigte des Mi» tauschen Kaufmanns 2ter Gilde und Ehren­ bürgers I . G. Nasorow, bittet, seinen beim

H.insreräam 90 1'. 197 lZamkurZ . W I.onäon . . 3 ^l. 39?i? a. 99^ — 8. 99^ 99 Curl. äito 99Z 99

197 Lents. ) ?iir 35^ 35 8Lco. ) j ^9 Poe.St. ) Sildi zer. 99z 99Z 93 99Z- 99

Zstjtt drucken erlaubt. Im Namen der Civil- Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

sch e s a t t. H e r a u s g e g e b e n , g e b r u c k t u n b v e r l e g t v o n C. H . F o e g e .

Sonnabend, den 25. Januar Warschau, vom 22. Januar. Der Greimerath Fuhrmann, General-Director und Präsident der Regierungs ComMission des Schatzes und der öffentlichen Ein­ künfte. wird im Laufe des ersten Semesters von L841, so oft der Fürst Statthalter nicht in Warschau anwesend ist, den Vorsitz im Staatsrath führen. Gestern Abend traf eine Stafette von Kra­ kau mit der Nachricht hier ein, daß bei jener Ctadt das Eis auf der Weichsel aufgegangen und daß der Fluß schon bedeutend angeschwollen war. Paris, vom 16. Januar. Noch läßt sich nicht bestimmt voraussagen, in welcher Art die Entscheidung der Kammer dem Vefestigungs-Gesetze günstig seyn werde. Die Verhandlungen werden nicht vor Don» nerstag den 2t. beginnen. Hr. Thiers sucht so viel wie möglich seinen Einfluß geltend zu machen, um eine gewisse Majorität zu gewin­ nen. Dagegen bemüht sich Lamartine, als Haupt der Anti-Fortifican'onisten. Stimmen dagegen zu sammeln. Das Ministerium steht in einer ziemlich schwierigen Stellung in der Mitte. Die Minister Humann und Soult sind und bleiben Gegner der Befestigung. Ge« stern Nachmittag hatte Herr von Lamartine eine lange Conferenz mit Hrn. Guizot. Man behauptet, der erstere bestehe fest darauf, ei^ ne energische Rede siegen die Befestigung zu halten, und sey sogar entschieden, ein Amen« dement vorzuschlagen, welches die Befestigungs­ werke auf 6 Lieues von der Hauptstadt ent» ferne und 60 bis 80 Millionen zu allen Ar, beiten anweisen würd?. — General Bugeaud. der erst nach Beendigung dieser Debatten scin

Algierisches Commando übernehmen wird, geht mit der Absicht um, die dortige Truppenzahl von 50 bis auf 80,000 Mann zu vermehren. I n diesem Falle würden mehrere der jetzt neu gebildeten Regimenter, und - namentlich die Chasseur » Bataillone, welche nach Deutschen Vorbildern organisirt werden, ihre Bestim­ mung für Algier erhalten. — Der Bep von Tunis will seine Provinz Bizerta gegen 14 Mill. Fr. an Frankreich verpfänden. Die Franz. Regierung erkennt indeß den Bep nicht als unabhängig an, und Hai deshalb auch keinen Gesandten von ihm angenommen. — Am 14. ereignete sich im olympischen Circus ein höchst drolliger Vorfall. Ein handfester Sackträger hatte zwischen zwei ehrsame, ruhigen Bürgern, die mit andachtsvollem Schweigen der Darstellung des Kaiserl. Leichenzuges bei­ wohnten, seinen Platz genommen. Wahrschein­ lich hatte ein auf das Andenken des Kaisers im Voraus geleertes Glas den Enthusiasmus unseres Helden der Halle gesteigert, so daß er in dem Augenblick, wo der Sarg auf der Bühne erschien sich plötzlich erhob, mit sei, nen machtigen Fäusten die beiden Nachbarn von der Bank schleuderte, sie auf die Knie warf und laut schrie: „Auf die Knie, auf die Knie! es lebe der Kaiser!" Vergebens versuch­ ten seine beiden Opfer, sich dem fürchterlichen Fanatismus ihres Nachbarn zu entziehen; der Sackträger warf sie abermals auf die Knie, und rief aus aller Kraft: ,.Es lebe der Kai. ser!" wobei er sich dann auch auf die breite Brust schlug und hinzufügte: „Das kommt von Herzen, ja. das kommt von Herzen!" — Endlich gerieth das ganze Publicum in Be­ wegung; aber nur mit Mühe gelang es, die

beiden Unglücklichen der Gewalt ibres Nach, barn zu entziehen und ihn selbst zur Ruhe zu bewegen. — Vom 19. Der Marschall Valee wird binnen 8 Tagen in Frankreich eintreffen. Es scheint, daß die neuesten aus Afrika ein­ gegangenen Nachrichten bei weitem nicht so friedlich und so beruhigend lauten, wie man nach den amtlichen Publikationen hätte schlie­ ßen können. Abdel Kader, den man schon für vernichtet hielt, soll eine neue TruppenAushebung in allen seiner Herrschaft u terworsenen Stämmen angeordnet baden, und entschlossen seyn. den nächsten Feldzug mit 10,000 Mann reaulairer Eavatlerie und 5V00 Mann geübter Infanterie zu eröffnen. Der Marschall Valee, heißt es, hätte um eine schleunige Verstärkung von 12,000 M. gebe­ ten. Die Abreise des Generals Bugeaud soll auf de» 28. d. M. festgesetzt worden seyn.— Herr Blanqui der Aettere hat dem „Courrier francais" einen Artikel überschickr, worin er beweist, daß wir in Afrika mit einer Occupations-Armee von 70,000 Mann nicht mehr als 45.000 Mann disponibel haben. I n der That zahlt man dort 8000 Convalescenren, 9000 Kranke, 8000 an nicht Combattanrer, als Train, Musik Corps u. s. w.; 33.000 Mann, die in den Garnisonen, Forts und KüstenBatterieen eingezwängt sind. Mit den übri­ gen 15,000 Mann ist es nicht möglich, unse­ ren Etablissement Dauer zu verschaffen; man Hat noch keinem unserer Gouverneure das ge­ geben, was vernünftigerweise zum Gelingen notwendig war. Herr Blanqui will nun. daß man sich an die Kamnnr wende, baß man nicht mehr halbe Crevite, nicht mehr halbe Maßregeln, sondern Opfer fordere, welche nothwendig sind, um in Afrika ein Frankreich würdiges Etablissement zu gründen. London, vom 18. Januar. Die „Unidet Servile Gazette" meldet in ei­ nem Schreiben aus der Marmorizza-Bai. daß die Türk. Flotte durch das Brit. Geschwader nach Konstantiiiopel zurückbegleitet werden sol­ l e , und der Sultan diesen Anlaß zu benutzen gedenke, um allen Vrit. Ober-Off-zieren des Geschwaders als Anerkennung der ihm gelei­ steten Dienste Decorationen zu verleihen.— Dem Pariser Correspondenten des „Sun" zu­ folge hat Herr Guizot den Botschaftern der Großmächte nachstehende Berechnungen vorge­ legt, welche s e h r geeignet sind, die Besorgnisse vor den Rüstungen Frankreichs zu beschwich­ tigen. Das Ministerium des Hrn. Thiers

hatte den Eis cuvbestand der Armee auf 480.000 Mann gebracht. Dieser Bestand wurde indess durch die Beurlaubung der Classe von 1833 auf 400,000 Mann vermindert. Den Rekrutirungö Vorschriften für den 1. März gemäß werden nur noch 290.000 Mann übrig seyn. Davon sind 70.000 Mann theils durch den Krieg in Afrika beschäftigt, theils befinden sie sich auf der Insel Corsici und in den Colonieen. Unter den übrigen 220.000 Mann sind 6090 Veteranen und 13,000 Gendarmen, wel­ che ebenfalls in Abzug gebracht wcrden müs­ sen. So bleibt zuletzt nur ein Effectiv Be­ stand von 200 000 Mann, die gewöhnliche Stärke der Armee in Fricdenszeilen. Da nun die Angaben der Statistiker stets ermaßigt werden müssen und der Unterschied zwischen der Stärke auf dem Papier und der efftccivei, Stärke gewöhnlich sich auf ein Fünftheil beläuft, so kann man die Frauz. Armee auf 160.000 Mann für den nächsten März anschla­ gen.— Die „Morning Post" sagt, es sey nun offiziell, daß Spanien und Portugal die Der, Mittelung Englands angenommen. Konstantinopel, vom 26. Dccember. Mit Bezug auf die fernerhin gegen Meh» med A l i zu befolgende Politik äußert das . . I o u i - ' nal de Smyrne": „Politische Combinanonen. die wir nicht zu beurtheilen vermögen, haben vermuthlich dabei mitgewirkt, daß dem Pascha die Erblichkeit über Egypten gewährt wurde. Dieses Opfer aber, daß die Pforte bringt, sey, sollten wir meinen, hinreichend, und für fünsundzwanzigjährige Empörungen ist dies Lohn genug. Mehr kann man billigerweis>: nicht verlangen. Laßt man jedoch Mehmed Ali ein Heer und ein^ Flotte, so setzt man dadurch die Türkei neuen Kriegen aus und bringt neue und unbezweifelt bald hervortre­ tende Verwickelungen in die Europäische. Polink. so daß man im besten Fklle bald wie-/ der sich genöthigt sehen würde, einen H a l s s t a r , rigen G r e i s , den keinerlei Erfahrungen b « 5 her belehrt haben, von neuem zu züchtig?/?. Wir zweifeln nicht, daß, falls die Absicht vor­ handen seyn sollte, dem Pascha Heer und Flotte zu lassen, die Pforte mit aller Macht dagegen protestiren w^rde." Alexandrien, vom 36. December. Mehmed Ali hat seinen Sohn Said Vey den er vor dem Kriege zu einer militairischen Reife nach Europa zu schicken beabsichtigte jetzt nach dem Delta g^.andt, um ihn prak­ tisch den Ackerbau studiren zu lassen. — Seit

im Innern habe es ihm sehr gut gefallen. einigen Tagen befindet sich hier ein Marabut Das ist ja das, bemerkte der Papst, was ich (mohamedanischer Heiliger) aus Rosette, Allen predige. Kommt nur herein in die Kir­ der im ganzen Lande als ein berühmter Schick, che und bleibt nicht beim Eingange stehen, saldeuter bekannt ist; er ist mehreremale im es wird euch bei uns dann schon wohl beha» Schlosse zum Besuch gewesen, und hat mit dem alten Pascha l a n g e Unterredungen gehabt, ge». — Es stellt sich immer mehr heraus, daß der das Vertrauen auf die Kraft seiner Ar» der gefährlichste Feind der Franzosen in Afri­ ka das Clima ist. Binnen einem Jahr ka» mee verloren zu haben scheint, und jetzt gleich men 17 000 Mann um, darunter fielen nur Wallenstein, den Astrologen um seine Zukunft befragen will, da er seinen Stern erbleichen höchstens 1500 Mann auf dem Schlacht­ siehr. Alle Kavas (Polizei-Soldaten) haben felde. I n den Spitälern liegen jetzt diesem heiligen Manne ehrerbietig die Hand 12.000 Kranke und 8000 Rcconvalescenten. geküßt; dies scheint ein Beweis zu seyn, daß Der neu ernannte Gouverneur Burgeaud war ihr hoher Gebieter Vertrauen in seine Ora­ von jeher für die beschränkte Occupatio» von kelsprüche setzt. — Die Blokade Syriens ist Afrika und es scheint, als ob jetzt seiner An­ gänzlich aufgehoben. Ibrahim Pascha ist mit sicht nachgegeben werden soll. — Am 19. De« Hiner Armee nach Damaskus zurückgekehrt; cember fiel der neue Kronleuchter im Repräes-scheint, als habe er die Straße von Mekka, sentantenhause zu New-Aork, der 7500 Pfund auf der er nach Egypten zu marschlren bead» wiegt, von der Decke herunter; die Erschütte, sichtigte, unprakticabel gefunden. Seine Armee rung, die dies erregte, war so bedeutend, soll aus 30,000 Mann regulairer, 30.000 M. daß man in der Nähe glaubte, es stürze ein irregulairer Truppen, 10,000 Weibern und Haus ein; zum Glück war gerade nicht Si­ 20000 Kindern bestehen, sie hat sich demnach tzung, sonst wären gewiß mehrere Mitglieder auf der unbrauchbar gefundenen Straße von ums Leben gekommen. Der Leuchter hatte Mekka um 15.000 Seelen vermehre, indem 5000 Dollars gekoster. — An der Badischen sie nach den frühern Berichren nur 45,000 Glänze ist der junge Graf Srolberg, welcher Mann stark ausmarschirt sein soll. Es ge­ in Würzburg studirre, von einem Baierischen nügt zu wissen, daß der Bericht über die Star­ Ossizier, von Groß, im Duell erschossen wor, ke der Armee aus der Feder des Grafen Ra, den. Oeffentlichen Blättern zufolge ist die rimenton aus Damaskus geflossen ist. Bei trauriqe Ursache dieses traurigen Duells seiner Rückkehr sott Ibrahim einige strenge die Schauspielerin Christiani gewesen, die El'ecunonen verordnet haben, um die angeh, Beide in ihr Netz zog, und derentwegen je» l!che Ermordung des Scherif Pascha von Da­ ner Offizier, ein bejahrter Familienvater, sich maskus zu bestrafe«?. Ob der Uedergang sei, von seiner Frau scheiden lassen wollte. «er Armee zu Wasser oder zu Lande staltfin« I n der letzten Sitzung der Akademie der s.'n wird, ist noch nicht bestimmt. Bei den Medizin zu Paris erzählte Herr Londes einen jetzige Stürmen wird man wohl auf das merkwürdigen Fall, in welchem die Wasser­ tistere Verzicht leisten müssen. Nach den Be­ sucht an einem Mädchen durch die Acupunklichten aller Reisenden soll es in Syrien jetzt tur geheilt wurde. Der Arzt machte im Laufe sehr unsicher zu reisen seyn. was sich wohl von 15 Iahren 866 Punkluren und erhielt durch die große Anzahl von Deserteurs und dadurch 174 Hektoliter 30 Lilre Flüssigkeit. Maradeurs. die das Land überschwemmen, Seit 2 Jahren ist tue Kranke vollkommen ge­ erklären laßt. Hier zirkuliren eine Menge Geheilt. — Zu London ist kürzlich der Amerika­ »üchte über die Bedingungen, unrer welchen nische Taucher Scott, der seine Künste auch man Mehmed Ali die Ervlichkeit zu verleihen bei der strengsten Kälte fortsetzte, auf sonder^ beabsichtigt; nach diesen bleibt ihm nur ein bare Weise ums Leben gekommen, nämlich Schatten von seiner ehemaligen Macht. nicht im Wasser, sondern in der Luft, und Vermischte Nachrichten. man weiß nicht, od er verunglückt oder durch Bei einer Aufwartung, die der Preuß. Ge, Selbstmord gestorben ist. Vor dem Hinabsandte Graf Brühl beim Papst machte, frag, springen in die Themse, pflegte er das Pu» te ibn dieser unter ander», wie ihm die Peblikum noch damit zu unterhalten, daß er sich nrskirche gefallen habe? Beim ersten Anblick, an dem Seil, woran er befestigt 'war, mit entgegnete der Graf, habe ihn das Gebäude den Füßen oder mit dem Halse fcsth:ng. und eher abgestoßen, als angezogen. Allein so eine Zeit-lang in der Luft baumelte; od er

nun das eine Mal die Schlinge absichtlich um den Hals zu fest sich hat zuziehen lassen, oder " ob dies ohne feinen Willen geschehen ist, genung, man wartete Vergehens auf fein Wie» deremporschwingen, er blieb hängen, und als man ihm zu Hülfe eilte, war es zu spät, keine ärztliche Bemühung konnte ihm wieder ins Le, den zurückrufen. Er war als Taucher sehr berühmt und soll am Niagarafall die kühn­ sten Sprünge von den Felsen herab unternom^ wen haben. — M,?n schreibt aus Brüssel vom jS. Januar: Die Senne ist in Folge des Thauwetters aus ihren Ufern getreten und hat eme unermeßliche Strecke Landes unter Wasser gesetzt. Die Umgebungen von Brüs­ sel haben seit gestern das Ansehn eines gro­ ßen Binnensees, und das Wasser hat beinahe dieselbe Höhe erreicht, wie zur Zeit der gro, ßen Überschwemmungen im Februar 1839. — Der (üiryue zu Paris hat am 9. Januar eine prachtvoll in Scene gesetzte Ko, pie der Begräbnjßfeierlichkeit Napoleons gege­ ben. Die Dekorationen dazu halten eine Lange von 700 Fuß. Zu den drei ersten Vorstellun­ gen waren sämmtliche Plätze verkauft.

Bedingungen erfährt Buchdrucker«.

Bekanntmachungen. Eine außerordentlich gute Wirthschafterin, die sich besonders auf großen Gütern qualificirt, indem sie nicht nur die innere, sondern auch die äußere Haushaltungs - Wirtschaft als wozu die Gärten. Bleiche ?c. gezählt wer­ den, ganz aus dem Grunde versteht, wünscht von Johannis d. I . ab, wiederum eine Stelle auf dem Lande zu erhalten. Die näheren

in der hiesige» z

Beim Porutschik Sennin, wohnhaft bei dem Reifenschlägermeister Ewers, sind drei gute Pferde zu einem billigen Preise zu verkaufen.

Angekommene Reisende. Im i. Stadttheil, i. Quartier, den 23. Januar: Herr erblicher Ehrenbürger G. C. Waeber, nebst Fa­ milie, aus Charlkttenberg, im Waegnerschen Hause Nr. 60; Herr Kaufmann Tietzner, aus Eoldingen, und Herr Kaufmann I. Edelberg, aus Mitau, bei Madame Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155Im i. Stadttheil, 2- Quartier, den 22-: Herr I. R. Engclmann, vom Auslande, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216; den 23.: Herr v. Hahn, aus Schnepeln, Herr Graf Lambsdorf, aus Laiden, und Herr Ingenieur-Lieut. Dmitry v. Rodde, aus Tiflis, bei Gerhard, in der Herren« straße Nr. 209 Im 2. Stadttheil 3. Quartier/ den 23.: Herr Friedrichsohn, Amtmann aus Stroh­ ken, Herr Kerne, Amtmann aus Schnepeln, und Herr Disponent Waldhauer, aus Salehnen, bei Ernest, in der Iuliannenstraße, im Hause Nr. 33z.

Libau, den 26. Januar 484l. Markt, Preise. Cop. S.

Theater - Anzeige. Montag, den 27. d.M.. wird auf Verlan­ gen mehrerer Theaterfreunde eine dramatische Vorstellung in folgender Ordnung gegeben werden: Die Sühne; Trauerspiel in einem Akt, von Körner. Hierauf: D i e gefährli. che Nachbarschaft; Lustspiel in einem Akt. Zum Schluß: List und Pflegma; Lustspiel in einem Akt von Angely. Herr Amburger, vom Kaiser!. Theater zu St. Petersburg wird im ersten Stücke den Conrad, im zweiten den Schneider Fips und im dritten den Baron Palm spielen. Libau, den 25- Januar 1841-

man

Weitzel! pr. Loof 250 ä 290 Roggen — 155 ä 170 Gerste — 110 5 120 Hafer — 70 75 Erbsen — 140 d 16k» Leinsaat — 170 ü 2H0 Hanfsaat — 440 Flachs äbrand Srein> 350 — Zbrand — l 300 — 2brand — ) 250 Hanf _ 250 a 325 Wachs pr. Pfund 27 5 30 Butter, gelbe pr. Viertel 750 5 800 Kornbranntwein. . . . pr.HStoof 100 Salz, St. Ubes pr. Loos 230 — Lissabon — 220 — Liverpool — 245 Heringe, in buchenen Tonnen, . pr. Tonne 700 — in förncn . äito . dito 680 Theer, finlandisch, . . . . äito Wind und Wetter. Den t8. Januar NO., windig und strenge Kälte; den 19. NO., Schneegestöber und mäßige Kälte; den 20. NO., heiter; den 2t. NO. und den 22. SO., heiter und strenge Kalte; den 23-SW, heiter, Schnee und milde Kälte; den 24- NO., heiter und strenge Kalle.

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Pr»vinjen, Tann er, Censor. (Hierzu eine Beilage.)

Beilage zum Mäuschen Wochenblatte wo- 8. Ueberstcht der Verhältnisse der Libaufchen Armen-Versorgungs-An­ stalt vom 1. Januar 1840 bis zum 1. Januar 1841. verflossene Jahr war für die Armenanstalt reicher als je an Ereignissen, aber auch an Schwierigkeiten aller Art. Das alte, 1696 zur Stadtschule erbaute und seit 1790 der Armenverwaltung übergebene Haus war durch die Länge der Zeit in so ho­ hem Grade baufällig geworden, daß es ohne Lebensgefahr nicht länger bewohnt werden konnte. Die Nebengebäude, von Fachwerk und dünnen Balken aufgeführt, befanden sich in einem noch traurigem Zustande und wurden mit Ausnahme einer kleinen Her­ berge, die nur aus einem Zimmer bestand, seit mehreren Jahren nicht mehr benutzt. Männer und Frauen, Greife und Kinder, Alterschwache und Kranke, letztere oft an Eckel erregenden und die furchtbarste Ausdünstung verbreitenden Nebeln leidend, sie alle waren aus Mangel an Raum, der Art zusammengedrängt, daß ihrer 10 —12 ein Zimmer gemeinschaftlich bewohnen mußten und oft bei dem besten Willen nicht gehörig nach Alter und Geschlecht, von einander getrennt werden konnten. Trotz dem aber mußten viele Nothleidende, die um Ausnahme in die Anstalt baten und in der That einer solchen Hilfe dringend benöthigt waren, abgewiesen, oder auf eine kostspieligere Art, durch Einmiethung bei armen Hauswirthen versorgt werden. Schon in dieser Hinsicht, aber auch in Bedacht dessen, daß die Bevölkerung der Stadt seit Gründung der Ar­ menanstalt bedeutend zugenommen hat und natürlich mit jedem Jahre mehr heranwachst und weil endlich die Verbindung eines Arbeitshauses mit der Armenanstalr als höchst wichtig und zweckmäßig allgemein anerkannt ward, so konnte der bloße Umbau des Ar­ menhauses nicht mehr genügen, sondern es bedurfte einer bedeutenden Erweiterung. Die geehrten Stadtautoritaten setzten nun einen Eomite zur Entwerfung und Ausfuhrung dieser Pläne nieder und so räumten denn endlich nach Vollendung dieser Vorarbeiten und nach erlangter höhern Bestätigung derselben, die Bewohner dieses Hauses ihre alte Freistätte, die 50 Jahre hindurch ihnen Schuß und Obdach gewahrt hatte und bezogen am 26. May v. I. das vom Armendirectorio zu diesem Zweck gekaufte ehemalige Dreyerfche Haus in der Wiesengasse. Der Ankauf dieses Gebäudes und einige not­ wendige Reparaturen verursachten bedeutende Kosten und verringerten zugleich die zur Erhaltung der ganzen Anstalt vorhandenen Hilfsmittel.^— Die Einnahme des verflos­ senen Jahres ist zwar scheinbar bedeutender als in den frühern Jahren, aber auch nur scheinbar, indem z. B. die vom Hospiz gezahlten 216 Rub. Silb. (siehe die nachfol­ gende Tabelle) für die Beköstigung der 17 Knaben als Einnahme verzeichnet steht, aber kaum zureicht, um die. übernommene Verpflichtung zu erfüllen; desgleichen sind 134 Rub. als eine vom Polizeiamte eingeflossene Collecte aufgegeben, aber auch diese stehen vor­ läufig mehr dem Namen nach da, als in der Wirklichkeit, indem nicht baares Geld gegeben ward, sondern Schuldscheine sehr verarmter Hausbesitzer, die für das ihnen geliehene Geld ihre bei Feuerbrünsten so höchst gefährlichen Strohdacher wegschafften und sich verpflichteten, mit der Zeit die erhaltenen Summen an die Armenanstalt zu­ rückzuzahlen. (Um Irrungen vorzubeugen, muß angeführt werden, daß die vom Herrn Polizeimeister eingezahlte Summe eigentlich 206 Rub. 10 Cop. betragt; von diesen aber waren 72 Rub. S. ein vom Armenhause vorgeschossenes und jetzt zurückgezahltes Capital :c.) — So sehr auch das Verdienst und die Bemühung des Herrn Polizei­ meisters in Betreff der Umdeckung dieser Strohdächer mit Dank anzuerkennen ist, so muß doch bemerkt werden, daß wenigstens sür dieses Jahr die angeführten 134 Rub.

der Armenanstalt keinen Nutzen gebracht haben und tle wahre Einnahme, nach Abzug dieser Summr, wie auch der aus dem Hospiz gezahlten in der That nur aus 2060 Rub. besteht. Ferner muß erwähnt werden, daß sür das angekaufte Haus 500 Rub. S. gezahlt wurden und nun auch hiervon die Interessen verloren gehen. In voller Wahrheit, kann demnach gesagt werden, daß das verflossene Jahr für das Armendirectorium eins der schwierigsten war. Das n^u begonnene, in welchem mit Gottes Hilfe eine gänzliche Reform des Armenwesens Statt finden, wo das neu erbaute Haus ein­ gerichtet und bezogen werden soll, das neue Jahr könnte leicht der Lasten und Schmie« rigkeiten noch mehr bringen, wird aber auch hoffentlich allen billigen Erwartungen ent­ sprechen, in größerem Maßstabe die Armenpflege umfassen und namentlich die so höchst lästige Straßenbettelei völlig zu heben suchen. Ein solches Ziel zu erreichen, kann aber nur dann möglich seyn, wenn alle Bewohner unserer Stadt mit der ihren Verhältnis­ sen angemessenen Kruft zu dem guten Werke beisteuern wollten. Daß solches gewiß geschehen werde, sobald die zu machenden Anordnungen und Pläne öffentlich bekannt gemacht seyn werden, das unterliegt bei dem bekannten Wohlthatigkeitssinne Libaus kei, nem Zweifel. — Was aber nun die Leistungen der Armenanstalt im verflossenen Jahre betrifft, so geben nachfolgende Tabellen hierüber nähere Auskunft: Cp.

Einnahme. Cassa-Bestand. . . . Allgermcue Subscriplion . Interessen Aus der Stadtkasse . . . » Mngelsäckel der deutj'chen Kirche „ „ lettischen „ . Verschiedene Pöngelder Neujabr-VifttemCharten-Mlösung (Antheil) Subscription der Badegaste Verschiedene Kunstvorsiellungen. Carrousel Kostgeld für 17 Knaben . Geschenk eines ungenannten Wohlthaters Geschenk des Herrn BlU-gcrmeisters Günther Aus einer Verloosung Aus einer von dem Herrn Poli'zeimeister veranstalteten Collecte zur Abschaffung der Strohdächer . Testament der weil. Frau ObcrhofgerichtsAdvokatin Wasenaer . Testament der Trempe scheu-Eheleute . Armenbüchse des Magistrats . „ ,, Weltgerichts . „ der Kämmerei „ des Herru Commerzienraths Hagedorn . „ „ „ Oberhofgerichts» Advokaten Melville Cantors Wendl Musik - Direktors Kopfstahl . Drall. Gerhard Pastor Rottermund // Armenhauses Geschenke

Ausgabe.

SR Cp.

168 44 Zahlungen an Arme außer der Anstalt

376 5Ä Gagen an den Oekonomen, die Wir­ 86 thin und den Armeudiener . 232 Roggen 1038'50 26 Fleisch 122'70 65 Seife 15! 60 70 Grütze 59 70 Butter . . 21 25 50 37 60 L i c h t . . . . . 8 20 69 60 H o l z . . . . . 8i 57 2 10 Für Drucksachen 4 8<1 216 Salz 16! 75 30 Kleidung und Wasche 30! 90 25 iKohl 7 89 !Wei;en-Mehl 3 14 57^ 'Graupen . . . ^ 15 60 Kartoffeln . . . > 89'3t 1 3 4 3 Z E r b f t n . . . . . 14 40 Apotheke . . . . 1>24 14 28^Eerichtskostcn (. 20 1 50 Reparaturen am Haust . 27 78 2^50 T h e e r . . . . . 80 20'40 Ein eiserner Grapen 6 40 10 — ^ K e l l e r m i e t h e . . . . 7 Stroh 50 2!52^Vertheilung laut Testament des wei­ land Herrn Commerzienraths Reich 32 2!50 Verschiedene Ausgaben 97 22 z 25 ' do . . 81 74

406 394 720 20 38 16

89

' 4 2 1 2 19 2l

20 75 7-^ 50 34

2450 56

Eumma

2410 56

V e r s.ch l a g

über die t840 von der Armenanstalt verpflegten Personen. Zum Jahr! IN! Jahre 1840 sind 1840 verblieben hmzugekom.1 entlassen 1 gestorben g verbleiben. 1) in der Anstalt selbst: Kranke, Arme und Waisen . . 2 ) außer der Anstalt . . . .

männl jweiblj männl i weiblj männl! weibli männl I weibl^männl I weibl 15 35

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> 51

Sehr viele Arme, die außer der Anstalt lebten und nur wahrend einer kürzern Zeit, z. B. in Krankheiten, verpflegt und unterstützt wurden, sind hier nicht mit an­ geführt worden. — Bemerkenswerth ist, daß eine Wittwe bereits 35 Jahr, ein Mann 25 Jahr im Armenhause leben. Aus dem Magazin der Anstalt wurden genommen: 245 Löf Kartoffeln, 31 Löf Gersten-Grütze, 225 Pfund Graupen, 9 Löf Erbsen, 566 Pfund Weizenmehl,'3220 Heringe. An Arme außer der Anstalt wurden nicht allein die in der Uebersicht genannten Summen, sondern auch noch 65,650 Pfund Brot gegeben. Als Geschenke vertheilten im Armenhause: am 1. Januar: Frau Schiffskapitain Airck: 1 Rub. S., desgleichen Herr Böttchermeister Held 1 Rbl. S.; den 23. Fe­ bruar: Herr Starost und Lieutenant v. d. Ropp 11 Rub. 80 Cop. S.; den 13. März: Herr v. Nolde: Geld, ein Viertel Bier und 27 Pfund Fleisch; den, 20. März: Herr Schiffskapitain Buss 5 Rub. S.; den 9. April: Herr Rathsherr Wirckau 6 Rub. S.; den 21. April: die Familie Kümmel 5 Rub. 60 Cop. S.; den 26. May: Herr H. Kluge Weißbrot, desgleichen N. N. Geld; den 31. May: Herr F. Kluge Weißbrot; den 12. Juny: N. N. Geld; den 20- August: Herr Schiffskapitain Zirck 1 Rub. S.; den 19. August eine ungenannte Dame: Geld; den 24. August: Herr F. Kluge für 2 Rub. S. Weißbrot; den 29- August: Her? Bürgermeister Gunther 25 Rub. S., Wein und Branntwein; den 31. August: Herr Commerzienrach Hagedorn 6 Rub. S.; den 7. September: Herr Polizeimeister v. Michael 1 Rub. 60 Cop. S. und 20 Pfd. Fleisch; den 12. Oktober N. N. 1 Rub. S.; den 18. Oktober: Herr Menge 1 Rub. S.; den 21. Oktober: Herr Commerzienrach Hagedorn j Tonne Hering; den 6. No­ vember: Frau Bürgermeisterin Stender 9 Rub. 60 Cop. S. (wobei zugleich die Armen festlich gespeist wurden); den l. November: Herr PolizeLmeister v. Michael 3 Rub. S.; den 22. November: Herr Commerzienrach Bienemann Wein und Weißbrot; den 28» November sandte das Weltgericht 4 Säcke mit Mehl; den 10. December wurden ge­ mäß dem Legat des weil. Herrn Commerzienraths Reich die Armen festlich gespeist und außerdem 213 Personen mit je 10 Cop. S. beschenkt; den 24. December: Herr Bür­ germeister Günther 4 Rub. 50 Cop. S.; den 27. December: Frau Rathsherrin Sakowski 1 Rub. S.; den 31. December: Herr Schmidt eine Tonne Bier. An Victualien wurden der Anstalt, größtentheils von Letten geschenkt: -170 Pfd. Brot, 8 Löf Kartoffeln, 3 Ganse, 4 Kälber, 2 Lammer. Die Anstalt zählt jetzt nur 89 Wohlthäter, die regelmäßige Jahresbeiträge wohl­ wollend und menschenfreundlich ihr zu Theil werden lassen. Daß deren geehrte Namen und Beiträge nicht schon sn diesem J a h r e , ' mehrfacher A u f f o r d e r u n g gemäß, h i e r g e ­ nannt wurden, wird darin Entschuldigung f i n d e n , daß Vorsteher sich m i t der H o f f ­

nung schmeichelten, in diesem nöuen Jahre werden Ilch bei der gänzlichen Umwandlung des Armenwesens mehr Theilnehmer Und vielleicht auch größere Beitrage einzelner Häu­ ser finden und erfreulicher als jetzt werde dann der Ueberblick sämmtlicher Wohlthäter sich darstellen. Möchte dieser Wunsch, diese Hoffnung in Erfüllung gehen!

Pastor Rottermund. I. C. Henckhusen. Zoh. Fechte!.

Libau sches ö l ll l l. .Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

M.

Mittwoch, den 29. Januar Pu b l i c a t i o n.

Da ich wahrend der Aufsicht auf Ordnung in dieser Stadt bemerken müssen, daß mehrere resp. Haus­ besitzer und Einwohner nach 10 Uhr Abends, wenn schon d:r größte Theil der Stadtbewohner sich zur Ruhe begehen, die Oefcn heißen und bei'einer entstehenden Feuersgefahr, was durch starkes Heitzen herbeigeführt werden kann, bei dem gegenwärtigen Mangel an Wasser, die Hülfe zur Nachtzeit nicht so leicht möglich A.; so.ersuche ich die resp Einwohner nur von Morgens, wenn schon der größte Theil der Einwohner in -^yatigkelt ist, bis Abends, wenn sich noch Niemand zur Ruhe begiebt, als wenn schnelle Hülfe bei etwa» tt'ger Feuersgefahr geleistet werden kann, die Oefen heitzen zu lassen. Libau, den 2S. Januar t«4l.

Nr. 169!. St. Petersburg. vom 14. Januar. Durch Senats-Ukos vom 4- Januar ist, gemäß einem am l9. November v. I . Aller­ höchst bestätigten Minister»Comite - Beschlüsse, auf Grundlage eines von dem Rigaschen Herrn Kriegs-, Liv«, Esth- und Kurländischen Ge» neral-Gouverneur an den Herrn Dirigirenden des Ministeriums der inneren Angelegenheiten, und von demselben an den Minister - Comilö gebrachten, Entwurfes die Allerhöchst enheilte Erlaudniß zur Errichtung des in der Stadt Pernau von dem dortigen Vereine der Ar­ menfreunde gestifteten Alexander-Waisenhauses publicirt worden. Diese Anstalt hat den Zweck, älternlose, der Unterstützung bedürftige Kinder Pernauscher Einwohner Evangelischer Eonf-ssion, vorzugsweise aus dem Stande der Bürger und Handwerker, zu erziehen und für ibren gewählten Lebensstand vorzubereiten. Die Zahl der Zöglinge wird vorläufig auf zur Hälfte männlichen, zur Hälfte weiblichen Geschlechts, festgesetzt, kann jedoch im Laufe der Zeit vermehrt werden. Zur Aufnahme qualificlren sich Kinder vom 7. bis zum l t . Lebensjahre einschließlich. Die Aufnahme fin­ det alljährlich im Juli-Monate statt, kann je» doch bei besonderer Veranlassung auch in an­ deren Monaten vollzogen werden. Bei der

Polizeimcister Michael. Aufnahme wird bloß ein Tauf- und Pocken, impfungs-Atlestat verlangt; körperliche Ge» brechlichkeit oder eine unheilbare Krankheit schließen von der Fähigkeit zur Aufnahme nicht aus. Verwandten oder Pfleqc-Aeltern, welche Waisen zur Erziehung in dem Alexander-Wai« senhause abliefern, begeben sich aller Rechte auf dieselben. Sämmtliche Zöglinge verblei» ben in der Anstalt bis zu ihrer E.onstrmation und werden im Lesen und Schreiben derRus. ilschei, und Deutschen Sprache, in der Reli­ gion, in der Arithmetik, im Zeichnen, Singen, die Mädchen in weiblichen Handarbeiten u. f. w. unterrichtet; nach ihrer Confirman'on wer­ den die Knaben entweder auf Fabriken, bei einem Handwerker u. s.w. untergebracht, oder erhalten die Erlaudniß. wenn ihre Fähigkei­ ten und Kenntnisse dem entsprechen, ihre Bil­ dung in den Pernauschen Lehranstalten fort« zusetzen; die Mädchen werden ihrem Stande gemäß untergebracht. Die männlichen Zöglinge sind für die Dauer ihres Aufenthalts von der Zahlung der Kopfsteuer, so wie für ihre Person von der Rekrutenpflichn'gkeit befreit es sey denn, daß die Gemeinde sie wegen schlech'» ter Führung zu Rekruten abgiebt. Der An. stalt steht ein Aufseher, so wie eine Aufsehe, rin vor, weiche beide von dem Vereine der

Armenfreunde ernannt werden; drei Glieder , sämmtliche Bewohner vom Kattenthurm dahn? des letztern sind Direktoren, einer sorgt vor. gsrertet. I n Brinkum wird mit Kähnen g?« zugsweise für die Sittlichkeit und moralische fahren. Die Chaussee Brücke bei der Wolfs» Pflege der Anstalt; die beiden andern haben kühle, die beim Kattemhurm über die Ochtum, die Oekonomie und das physische Wohl der und die Brücken zwischen da und Brinkum fol, Zöglinge zu besorgen. Alljährlich wird dem len zerstört seyn. Allcs ist ein Wasserspiegel. Pernauschen Rathe und dem Livländischen — I n der Neustadt hat sich ein Comitee zur Collegio allgemeiner Fürsorge Rechenschaft ab» Abhilfe der dringenden Noch vor den Thoren gelegt, eine solche für das Publicum auch m gebildet. I m Arbeitshause wird unablässig den Zeitungen gedruckt. Der Anstalt wird ein gekocht.- Die Epeisen werden in großen FäsCapital von 2000 Rbl. S.. der Iahres-Ertrag fern zu Schiffe fortgebracht. Viele junge Män» der Bibliothek des Vereins der Armenfreunde ner sind mit Fahrzeugen voll Brod, Wein von 250 — Z00 Rbl. S., und die Nebenein» und dergleichen ins Land hineingesegelt, uin nähme aus Lotterieeu u. s. w. zugewiesen. Hilfe zu bringen. — Man fürchtet, daß der München, vom 22. Januar. Neustadts>Deich unterhalb der Ueberfahrt bre^ Wie bis jetzt bestimmt, wird die Vermäh- che. Das Milirair arbeitet Tag und Nacht, lung Ihrer Durchlaucht der jungen Herzogin um den Deich zu halten. Aver schon ist den Theodolinde von Leuchrenberg mit Sr. Erlaucht Hausbewohnern aufgegeben, den untern Tdei! dem Grafen Wilhelm von Württemberg »n der ihrer Wohnungen zu räumen. Mehrere Menersten Hälfte des Februars (es verlautet am schenleben hat die Überschwemmung sHon 8.) stattfi-iden. Das Namenesest der Fürstli» gekostet. chen Braut wurde heute im frohen Familien» Paris, vom 22- Januar. kreise begangen. — I I . KK. HH. der Herzog Man hat berechnet, daß seit der Einführung, und die Herzogin von Leuchtenberg dürfen under Dampfschiffahrt in den Vereinigten Staa, sere Stadt früher, a!s sie gesonnen waren, ten von Nordamerika 272, in Großbritannien wie es heißt, um die Mitte März, verlassen, 80 Explosionen von Dampfkesseln stattgefunum in St. Petersburg der Vermählung Sr. de/, haben, wodurch in dem erstern Lande K a i s . H . des Großfürsten T h r o n f o l g e r s I 9 2 l , i n letzterem 465 Personen getödtet worbeizuwohnen, welche, wie Sie Sage geht, schon den sind. gegen Ende Aprils stattfinden wird. Der näch» London, vom 22. Januar. ste Russ^ Feldjäger, der hier eintrifft, wird Aus Sunderland wird gemeldet, daß durch wahrscheinlich das Nähere hierüber bringen. den plötzlichen Eisgang, im Flusse Wear ei» Bremen, vom 23- Januar. ne Menge der dort liegenden Schiffe versenkt I n unserer Stadt ist es sehr unruhig, des oder mehr oder minder stark beschädigt wor, hohen Wassers wegen, welches mit dicken Eis» den sind; andere wurden ins Meer hinausge» schollen auf uns zustehet. Die CommuiZicadrängt, und man ist über ihr Schicksal noch tion zwischen der Allstadt und Neustadt ist sehr ungewiß. Der Verlust wird auf 150.000 gefährdet, und nur statt entweder über geschätzt. Mehrere Menschen sind dabei ums die Eisschollen zwischen dcm AltenWall und Leben gekommen.—Das hiesige Handelshaus dem Werder, oder über die in der Milte fast Garry und Curris har seine Zahlungen ein» eingesunkene Nothbrücke. Mehrere Leute hagestellt, was an der heutigen Börse viel zu den aus ihren Wohnungen auf die Böden reden gab; die Passiva desselben werden ver« flüchten müssen, wo si.' nun schon drei Tage schieden angegeben, aber sie scheinen wenig« und drei Nächte sttz'n, und sich nur heraus» stenS nicht bis an 100.000 zu reicden; Ei» wagen, um für das Notdürftigste zu sorgen nige wollen sie^sogar nur auf 40.000 veran» und sich etwas warmes Essen zu hvlen. — Alles schlagen, dies wird aber von den Meisten für dies ist aber nicht zu nenNen gegen den Zustand zu niedrig gehalten. Als Grund des Falls» ausserhalb der Stadt. I n den Vorstädten und femenls wird der Tod eines Compagnons Dörfern sitzen Vie Menschen auf den Böven und die Zurückforderung eines bedeutenden und müssen ihr Vieh ertrinken sehen. Am ' Cap'tals angeführt. Hr. Eurtis war früher Buntentborsteinweae strömt das Wasser durch einmal Gouverneur der Englischen Bank .ZDie dieFenster. I n Allmershausen, Sn?m uns Firma war besonders mir dem Norden- in Lankenau ebenfalls. Katenesch ist auch unter Handelsgeschäften. — Bei Brentford^ WindWasser; weites am höchsten liegt, Halter, sich sor, und namentlich in der Ebene von Sa-

stimmung der Land« und Seemacht, die der lisbury, haben, in Folge des plötzlich einge­ Pascha in der Folge zu hallen befugt seyn tretenen Thauwetters, starke Überschwemmun­ soll, die Bestimmungen über die äußern Ab­ gen stattgefunden, wobei viele Hauser ein­ zeichen der Abhängigkeit, andere Beschränkung stürzten und selbst einige Menschenleben vcrgen in Hinsicht auf seine Hofhaltung und auf koren g,ingen. die Benennung seiner Diener und Rathgeber, Konstantinopel, vom 5. Januar. scheinen nicht als ein Gegenstand der Instruc, Molun Bey Elend«, Musteschar im Depar­ tionen betrachtet worden zu seyn, welche Mos» tement des Auswärtigen, hat in Folge der lun Bei mitgegeben wurden; die gesetzlichen Beschlüsse der hohen Pforte vom 27. D?e ankommen. Moslun Bey keine neuen Instructionen von England er­ hat den Befehl, von Mehmed die Räumung halten haben, so haben die Türkischen ComSyriens, Arabiens und der heiligen Städte mifsarien bis auf die Ankunft derselben da­ zu verlangen, die Vollziehung aller dem Pa­ selbst zu warten. Die Frage, wie der alte scha durch die Conferenz von London und durch Pascha sich nun, wo mit bloßen Erklärungen die besondern Befehle des Sultans auferleg­ und Betheuerungen von Ergebenheit und Treue ten Bedingungen zu überwachen. Sobald er schwerlich mehr etwas auszurichten' ist, be­ seinen Instructionen gemäß finden wird, daß nehmen werde, beschäftigt hier alle Politiker. diese Bedingungen buchstäblich erfüllt sind, Daß Mehmed Ali, wie man aus den in sei, dann, aber auch erst dann, wird die Einsetzung nem bekannten Schreiben an den Reis Efendi Mehmed Ali's als Pascha von Egypten statt­ enthaltenen Äußerungen vermuthen sollte, un­ haben. Doch ist es Moslun Bey nicht be­ bedingt sich in Alles fügen werde, glauben nommen, dem Mehmed im voraus die gün­ Wenige. Wahrscheinlicher ist der Fall einer stigsten Folgen bekannt zu geben, welche eine / Weigerung, auf die ihm gemachten Vorschläge aufrichtige und vollständige Unterwerfung des einzugehen. I n diesem Fall, behauptet man, Paschas nach sich ziehen werde. Nur soll dies hat der Abgesandte der Pforre den Befehl, nicht auf offiziellem Wege geschehen. Die Alexandrien sogleich zu verlassen und nach > künftigen Verhältnisse Egyptens zu Konstanri, Konstannnopel zurückzukehren. Aber Mehmed nopel werden, wenn die Ansichren der Pforte Ali dürfte sein bisher befolgtes System der auf keine Hindernisse stoßen, eine totale AenTergiversationen nicht aufgeben und die Entderung erfahren. Mehmed würde darnach auf scheidung der Angelegenheiten noch hinzuhalten lebenslänglich das Paschalik von Egypten er« suchen. Was wird alsdann geschehen? Ich halten und in seiner Verwaltung denselben glaube, der Türkische Efendi wird sich dem Beschränkungen, wie jeder andere Pascha, unverbesserlichen Charakter deF alten Mehmed unterworfen seyn. Vorzüglich scheint die Pforte fügen und — unterhandeln. — Dieser Tage der. Verleihung des Paschaliks von Egypten ist in Pera ein neues Gesetz gegen die H.,, den Character einer Gnadenertheilung geben zardspiele kundgemacht worden. Das Spiel und Alles vermeiden zu wollen, wodurch die wird darin als die Quelle der meisten Ver­ Sache den Anstrich eines vertragsmäßigen brechen gegen das Eigenthum bezeichnet, die Verhältnisses erhalten könnte. Dadurch wähnt sich besonders in der letzten Zeit auf sehr be­ die Pforte die Inamovibilirät des Pascha's zu unruhigende Weise vermehren. — I n dem umgeben, die sonst vermöge der lebenslängli­ Laufe dieser Woche, noch vor dem Abgang chen Dauer seiner Administration von selbst Moslun Bey's nach Alexandrien, verfügtenverstanden werden müßte. Die numerische Be? sich die Repräsentanten der durch den Juli--

Vertrag verbündten Mächte zur Pforte, um ihr neuerdings dringende Vorstellungen in Be, tress Egyptens zu machen, die Gnad-' des Sul» tans für Mehmed Ali in Anspruch zu nehmen und die Unumgänglichkeir einer elb ichen Ver­ leihung des Paschaliks Egypten an die Fa­ milie Mehmed Ali's anschaulich darzulegen. Letztere Maßregel ward dabei bezeichnet als durch die politischen Verhälrn sse Europa 's geboten. Lord Ponsonby scheint sich neutral zu verhalten, und hat sich diesmal dem er­ wähnten Schritt der anderen Diplomaten nicht angeschlossen. Reschid Pascha's Erwiederung, heißt es, war ein diplomatisches Meisterstück. Der Reis-Efendi war offenbar von irgend einer Seite von der Sache prävenirr worden. Vorzüglich wies er am Schlüsse ver Unterre­ dung darauf hin. wie die Pforte Grund habe zu bezweifeln, daß Mehmed Ali sich überhaupt der Autoritär des Sultans unterwerfen und ob es nicht vielmehr, wie sonst, bei seinen unfruchtbaren Aeußerungen von Ergebenheit seilt Bewenden haben werde. Sobald indeßder Fall eintreten sollte, versicherte Reschid Pascha, so würden die einstimmigen Wünsche ihrer Alliirten der Großherrliche Kasse fließen und das übrig bleibende der Pforre be» allen zu treffenden Verfügungen allein als Leitstern dienen.— Es wird versichert, daß durch die­ sen Zwischenfall nicht die geringste Abänderung in den Instructionen, die Moslun Bey ertheilt worden sind, veranlaßt worden sey. Und doch lauten die Berichte aus Syrien wieder etwas ungünstig. Die Lage Ibrahim Pascha's hat sich gebessert. Derselbe hat in der Umgegend von Damaskus eine Macht von etwa 28,000 Mann beisammen. Es ist ihm gelungen das Selbstvertrauen der Armee zu heben, und die Trümmer der Garnison von Syrien wieder in ein compactes Ganzes zu organisiren. Die Türkischen Truppen, die unter Iochmus den Pascha aus seinen Positionen zu. werfen be­ auftragt waren, scheinen in Unthätigkeit ver« sunken. General Iochmus findet die EgYPti, sche Kavallerie zu zahlreich, als daß er eine» Haupt-Coup gegen Ibrahim wagen könnte. Dieser hat mittlerweile den Gebirgs-Bewohnern in zwei nicht.unbedeutenden Gefechten tüchtige Schlappen beigebracht, und Damas­ kus und die Umgegend wird wohl noch einige Zeit zur Verpflegung der Egypuschen Solda. ten hinreichende Mittel bieten. Diese Umstände, Jstjt! drucken

erlaubt.

so wie das unverkennbar Entschiedene, das in dem Benehmen einiger hiesigen Gesandten be­ merkbar wird, haben Mehmed Ali's Lage winder kritisch gemacht, als sie es noch vor ein Paar Wochen war. — Die Pforte war­ tet, ich weiß nicht ob mit Grund oder Un« grund, auf günstigere «Chancen in Egypten selbst. Vermischte Nachrichten. I n Belgien ist die Anwendung des Gu5uizd Schmiedeeisens bei Bauten sehr groß. Es werden daselbst die Fenster- und Tbürschlängen und Rahmen, Torpfosten, Treppen zc. aus diesem Metall gemacht, und man ver­ sichert sogar, daß der Bau eines ganzen Hau« ses von Eisen in Brüssel im Werke sey, wel­ ches ähnlichen Bauten zum Muster dienen soll. Bekanntmachungen. In. der Beilage zum Wochendlatte Nr. 8, enthaltend die Jahresabrechnung der ArmenVerwaltung, wurden 72 Rub. Silber als ein (zur Umdeckuiig der Strohdächer) vom Ar­ menhause vorgeschossenes und jetzt zulückgezahltcs Capiral genannt. Da diese Erklärung aber für zu allgemein ausgedrückt gehalten wurde, so möge hiedurch noch ausdrücklich bemerkt werden, daß die genannte Summe di-' Einnahme zweier Theatervorstellungen war. deren Erlrag, namentlich zur Umdeckung der erwähnten Strohdächer bestimmt, von der Armenverwaltung empfangen und dem Herrn Polizeimeister ausgezahlt wurde. D i e A r m e n d ir ectio n. I n dem Saamen-Comptoir des Herrn I . H. Zigra js, Riga sind alle Gattungen fri­ sche ausländische Gemüse«, Blumen-, öekonomijche- und landwirthschaftliche Sämereien von vorzüglicher Güte zu haben, worüber diesjährige Preis - Courante in der Handlung des Herrn Klein in Libau gratis zu e!npfan/zen sind. e cK 8^ 1. u «.Z' Q sIä d o u r s. ' (üours vom 23. u-uä 26« H.7Nst«r
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Im Namen der Civil« Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tann er, Censor.

es

Wochen-

b l a l t.

Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege.

Sonnabend, den St. Petersburg, vom 16. Januar. Die Eisenbahn von Libau nach Georgenburg. Wenn überhaupt die weiten Ebenen Ruß­ lands und Polens, vorzüglich die Anlage von Eisenbahnen, ohne zu große Kosten, begün» Wen, so zeichnet sich hierin besonders der Weg zwischen Georgenvurg und Libau aus, bei dessen Nivelirung sich gefunden hat, daß die Bahn nirgends mehr als ^ Procent stei» gen wird, und auf Strecken von 20 bis 30 Werst in ganz gleicher Linie gelegt werden kann, da auf vielen andern gebauten Eisen» dahnen Steigerungen von 2Drocentund zahl­ reiche ungünstige Krümmungen vorkommen. Man wird erst dann die großen Vorrbeile, welche hieraus für eine wohlfeile Herstellung der Bobn, noch mehr aber f ü r deren wob feilen B e t r i e b u nd also u m so vor« tbeilhaftere Benutzung entstehen, nach ihrem yanzen Werche schätzen, wenn man weiß, daß, nach der gemachten Erfahrung, auf einer wohleingerichteten Eisenbahn, ein gutes Pferd zieht: bei einer horizontalen Lage . 730 Pud. bei einer Steigerung von pCt. 750 750 4 nur 717 655 592 5 530 4 p Ct. 342 Außer diesem vortheilhaften Terrain zur Dahn, werden aber auch die Materialien, das Arbeitslohn, der dazu erforderliche Grund und Boden, im Verhältniß anderer Orte, ungemein woblfeil zu verschassen snin, so daß also mit aller Zuversicht, auf ihre Beziehungs­

Februar

weise sehr wohlfeile Herstellung zu rechnen ist. —Wie man erfährt, hat sich ein hiesiges Haus anheischig gemacht, sie für 18.000 Rub. Slb. per Werst, mit einem Terrassement und den erforderlichen Brücken, so zu bauen, daß darauf, bei einer wahrscheinlich bald not­ wendig werdenden zweiten Bahn, zu deren Herstellung nur Wegfchie.ien aufgelegt werden dürfen, w a s also beinahe so viel sagt, a l s eine zweigleisige Eisenbahn. Es kosten dagegen bei nur eingleisigen Ei« scnbahnen: die Werst der österr. Ferdinand-Nordbahn t8.000 Rub. S. Leipzig-Dresdener Bahn . 36.000 „ belgis. Bahnen durchschnittlich 38,400 „ Manchester - Liverpooler Bahn aber sogar . . 175.495 „ Eben so vortheilhaft aber, wie sich die Bahn wegen ihres besonders wohlfeilen Bau­ es darstellt, eben so vortheilhaft oder viel­ mehr noch günstiger, erscheint sie in Bezug des darauf zu erwartenden Transports. Die Lidauer Handelskomität berechnet in einer of, sizicllen Darstellung, den der Bahn aus Kur­ land, Lilthauen und den russischen N«emen< ländern zufallenden Transport, nach authen­ tischen Zahlen, auf jährlich 9 Millionen Pud. für welche bisher, nach einer sehr maßigen Veranschlagung. 2.700 000 Rub. Slb. an Fracht bezahlt werden mußten. I n gewöhn­ lichen Jahren versendet und empfangt das Königreich Polen, durch Preußen, ungefähr 7 090.000 Centner Maaren aller Art. Es ist daher gewiß nicht zu viel gerechnet, wenn man annimmt, daß wenigstens ein Drittbeil dieser Waaren ihren Weg über Georgenburg und Libau nehmen werden, wodurch also der Bahn

noch ein Transport von 7 Millionen Pubzugeführt werden würde. Wenn schon, wie die Erfahrung erwiese» hat, der Handel und der Verkehr eines Landes durch Kunststraßen so außerordentlich gehoben wird, so ist dies von einer Eisenbahn in weit größer»! Maaße zu? erwarten. Es hat sich daher auch gezeigt, daß die Transporte auf Eisenbahnen nicht nur gleich anfanglich sich höher stellen, als man berechnet halte, sondern sich auch fort­ während vermehrten. Die Libaucr Eisenbahn wird hierin gewiß keine Ausnahme machen, ja es sind Aus-slchre.i vorhanden, die ihre veranschlagten Transporte um das Mehrfache steigern könnten. Schon wird davon gespro­ chen, von Warschau aus eine Eisenbahn nach Georgenburg zu ziehen. Dann würden die polnischen Waaren fast ausschließlich über Li­ bau ausgeführt werden. Da dann aber auch die Libauer Lahn mir der Warschau-WienerTriester in Verbindung käme, so ließe sich auch noch auf einen starken Waarenzug aus Gallizien und andern entfernter» österreichischen Staaten, aus Italien zc. rechnen. Wenn nun einerseits die projekcirte Libau-Georgenburger Eis.'libahn wohlfeiler herzustellen und zu benutzen ist, als alle bestehenden europäi­ schen Eisenbahnen, die doch sämmtlich recht guten Vortheil gewähren, anderseits ihr aber ein Verkehr gesichert ist, wie er vielleicht bis, her noch wenigen, oder keiner Eisenbahn zu Theil wurde,, so kann man wohl mit aller Zuversicht behaupten, daß sich seit langer Zeit, den Geschäftsmännern aller Art, kein so einträgliches Unternehmen dargeboten hat. Warschau, im Dcbr. i840. Hr. (St. Petersb. Hand.-Zkg. Nr. 7 ) Der neue Palast I . K. H. der Frau G r o ßfürstin Maria Nikolajewna, welcher nach dem Plan des Akademikers Stakenschneider zwischen der Wosn?ßenskischen Perspective und der neuen Quergasse an der Moika errichtet wird, ist bis auf die beiden Frontons an den Seiten und die Attika in der Milte in seinem Aeußern vollenden Die Haupt-Facadc des Gebäudes, nach der Moika zu. ist ZOO Fuß lang, 60 Fuß hoch und ha: drei Stocka werke, von denen das uncere durch Nustiken ver« ziert ist. Die Mittelfenstcr baden Bogen, die der vier Ecken Säu'en und der übrige Theil der Facade besitzt Pilister. Nach der Wos« neßenskischen Perspective ist der Palast 66 Fuß und mit dem Garren und Srallbofe 420 Fuß, in der neuen Quergasse j56 Fuß lang. Die

ganze

Lim> mn dem- Hvfmeifler'Fiügel wird ' aber 234 Fuß lang^ Unter den Baumateria­ lien befindet sich zum ersten Mal ein feinkör­ niger, leicht zu bearbeitender, gelbgraulicher Sandstein aus dem Gouvernement St. Peters­ burg. Alle Fensterbrüstungen, die Vasen der Säulen, der Carnies des ersten Stockwerks und alle kleine Theile der Attika sind aus die­ sem Stein. Die Korintischen Capitäler der Säulen werden aus Zink gegossen, was eben« falls der erste Versuch dieser Art ist. Die blaue Brücke wird längs der Facade dieses Schlosses bis zur neuen Quergasse ausgedehnt werden. Sewastopol, vom 2V. Jan. W i r haben vollkommenes Thauwetter, aller Schnee ist geschmolzen; wir haben oft Regen, und auf den Feldern fängt es an grün zu werden. London, vom 25. Januar. Die Kön. Capelle, worin die Vermahlung der Königin gefeiert wurde, ist auch zur Tau» fe der Kronprinzessin bestimmt. Man spricht sehr viel von dem Glänze, welcher dabei s t a t t finden soll, und von den erlauchten Tauszeu­ gen. Bald nach der Taufe, welche auf den 10- Februar festgesetzt ist, wird der Hof nach Windsor zurückkehren, und I . M. wird dort einige glänzende Feste geben. Den König der Belgier, der nebst den Herzogen von SachsenKoburg und Sussex der Taufe als Zeuge bei­ wohnen wird, erwartet man am 8. Febr.; die weiblichen Taufzeugen werden die verwittwete Königin, die Herzoginnen von Kent und Glou? cester sepn. Die Prinzessin soll die Namen Adelaide Victoria Louise erhalten. Bei dieser Gelegenheit, heißt es, soll Lord Melbourne zum Marqu'F und Lord Palmerston zum Gra­ fen erhoben werden, und Ersterer. in Aner­ kennung seiner ausgezeichneten Dienste als Premierminister, ein prächtiges Silbergeschirr, tausend Guineen werth, von der Königin zum Geschenk erhalten^—V o m 26- Hcure um 12 Uhr wurden die Parlamentshauser eröffnet und der Andrang nach dem 5)brrbause war so groß, daß die Galleriecn im Augenblick sich füllten. Eine Menge ro^i Pair-lsnen wa, ren zuerst auf dem Platz und bald langten auch die Pairs und die fremden Gesandten an. Kurz vor 2 Ubr verkündete eins Salve die Ankunft der Königin. — Nachdem I . M. im Ankle>dezimmer die Kön. Robe angelegt und die Krone sich aufgesetzt halte, betrat sie das Haus, in welchem bei ihrem Erscheinen sich alle Anwesende von ihren Sitzen erhoben.

Prinz Albrecht nahm auf einem Sessel dicht neben dem Throne Platz und als Alles in Ordnung war, befahl die Königin dem Cere« monienmeister, die Mikalieder des Unterhau­ ses an die Barre des Oberbaufes zur Anhö­ rung der Thronrede einzuladen. Der Spre­ cher erschien darauf mit einer Anzahl von Mitgliedern, und I . M. verlas nun mit lau­ ter, deutlicher Stimme, mehrere Stellen stark betonend, folgende Rede: Mylords und Herren! Ich babe die Genugtuung, von auswartigen Machten Zusicherungen ihrer freundlichcn Gesinnung zu erhalten, sowie ihres ernst­ lichen Wunsches den Frieden zu^ erhalten. Die Lage der Dinge in der Levante ist lange ein Grund zur Beunruhigung und ein Anlaß zur Gefährdung der allgemeinen Ruhe gewe­ sen. I n der Absicht den Uebeln vorzubeugen, die von der Fortdauer eines solchen Zustandes der Dinge herbeigeführt werden konnten, schloß ich mir dem Kaiser von Oestreich, dem Könige von Preußen, dem Kaiser von Rußland und dem Sultan einen Vertrag, welcher den Zweck hat, eine Pacification der Levante zu bewirken, die Integrität und Unabhängigkeit des Ottomanischen Reichs zu behaupten und dadurch dem Frieden von Europa eine ver» mehrte Sicherheit zu verleihen. Ich habe Anweisung erteilt, Ihnen diesen Vertrag vorzulegen. Ich freue mich Ihnen berichten zu können, daß die zur Ausführung dieser Verpflichtungen angeordneten Maßregeln aus­ gezeichneten Erfolg gehabt haben, und ich hege das Vertrauen, die Zwecke, welche die contrabirenden Parteien im Auge hatten, bal­ digst vollkommen erreicht zu sehen. I m Lauf dieser Transaktionen hat Meine Seemacht, gemeinschaftlich mit der des Kaisers von Oe­ sterreich, sowie mit den Land- und Seetruppcn des Sultans, operirt und bei allen Ge­ legenheiten ihre gewohnte Tapferkeit und Ge­ schicklichkeit an den Tag gelegt. Während I c h es für nöthig erachtete, eine Schiffs-und Militairmacht an die Küste von China zu senden, um Genugtuung und Entschädigung für die Kränkungen zu erlangen, die einigen Meiner Untertanen durch die Beamten des Kaisers von China zugefügt worden, so wie für Beleidigungen, die ein Agent Meiner Krone erfahren, ernannte Ich zu gleicher Zeit Bevollmächtigte, um über diese Gegenstände mit der Cbin. Regierung zu verhandeln. Diese Bevollmächtigten waren, den letzten Nachrich­

ten zufolge, mit der Regierung von China in Verkehr, und es wirb ein Gegenstand gro­ ßem Vergnügens für Mich seyn, wenn die gedachte Regierung durch ihren eignen Ge, rechtigkeitssinn sich veranlaßt fühlen sollte, diese Angelegenheiten durch ein freundliches Arrangement zu baldiger Erledigung zu brin­ gen. Ernstliche Differenzen sind zwischen Spa­ nien und Portugal über die Ausführung ei­ nes Vertrages entstanden, d.r von diesen Mächten 4835 zur Regul.rung der DouroSchiffsahrt abgeschlossen wurde. Beide Par­ teien haben jedoch Meine Vermittelung an­ genommen und Ich hoffe, eine Aussöhnung zwischen ihnen, unter für beide ehrenhaften Bedingungen, zu Stande bringen zu können. Ich habe mir der Argentin. Republik und mit der Republik Haiti Verträge zur Unterdrü­ ckung des Sklavenhandels abgeschlossen, die Ich befohlen habe Ihnen vorzulegen. Herren vom Haufe der Gemeinen! Ich habe Anweisung erteilt, Ihnen die Veranschlagungen des Jahres vorzulegen. Wie wichtig es Mir auch erscheint, den Grund­ sätzen der Sparsamkeit treu zu bleiben, so halte Ich es doch für Meine Pflicht, zu em­ pfehlen, daß für die Bedürfnisse des öffent­ lichen Dienstes auf angemessene Weise gesorgt werde. Mylords und Herren! Es werden Ihnen unverzüglich Maßregeln vorgelegt werden, welche eine beschleunigtere und wirksamere Gerichtspflege zum Zweck ha, ben. Die außerordentliche Wichtigkeit dieses Gegenstandes ist hinreichend, demselben Ihre baldige und reisliche Erwägung zu verbürgen. Die Vollmachten der Cvmmissarien, die in Gemäßheit der Acte zur Verbesserung der Ar» mengesetze ernannt wurden, gehen mit diesem Jahre zu Ende. Ich bin überzeugt, daßSie auf Beschlüsse, die das Interesse der Gesellschaft so nahe angehen, Ihre besondere Aufmerk> samkeit richten werden. Immer geschieht es mit vollem Vertrauen, wenn Ich Mich zu dem Rath und dem Beistande Meines Parlaments wende. Mit Zuversicht blicke Ich auf Ihre Weisheit, Ihre Loyalität und Ihren Patrio­ tismus, und voll Demut siehe Ich zur gött? lichen Vorsehung, daß alle Ihre Rathschläge dazu gereichen mögen, die großen Interessen der Moral und Religion zu beförderen, den Frieden zu bewahren und durch erleuchtete Gesetzgebung die Wohlfahrt und das Glück aller Classe» Memer Untenhancn zu vermehr

ren. Dem Vernehmen nach haben die Texia» ner fünf Schiffe, worunter Kch ^eüi paar Li« nicnschiffe befinden sollen, ausgerüstet und ab^ geschickt, um gegen die Mexikaner zu kreuzen, ihre Städte zu beunruhigen und mir den Fö» deralisten gemeinschaftliche Sachen zn machen. Vermischte Nachrichten. I n dem Preuß. Postwesen sind mit dem 1. Januar wieder mehrere Verbesserungen ein­ getreten. Die DMgencen von Berlin nach Potsdam gehen jetzt auf der Eisenbahn. Hof» fentllch werden überall die Fahrposten mit den Eisenbahnfahrten zusammentreffen, was bis jetzt nicht der Fall war. — I n Nürnberg schiffte man am l9. Januar in mehren Stra­ ßen mit Känen herum; die kleine Pegnitz hatte eine so bedeutende Überschwemmung verur­ sacht, daß in ganzen Straßen die Leute in die obern Stockwerke flüchteten und man von Kähnen aus auf Leitern in die obern Stock» werke den Eingang nehme-, mußte. — Bei Kassel ist die Fulda ausgetreten und hat das ganze Thal in einen See umgewandelt. Seit Menschengedenken stand die Fluth nicht so hoch. Die Bewohner des Wirthshauses in der Kars­ aue waren am meisten der Gefahr ausgesetzt, doch sind sie noch zeitig gerettet worden. Der Kurprinz-Regent kam selbst in einem Kahn angefahren, um den Bedrängten Hilfe zu leisten; auch die Lahn bar eine nie erlebte Höhe erreicht. — Ein Erdbeben, welches an mehren Orten von Lalabrien zugleich verspürt wurde, hat in der Stadt Reggto eine große Zerstörung angerichtet. Mehrere Paläl?e, un­ ter denen auch die Wohnung des Gouverneurs^ sind theils eingestürzt, theils so beschädigt, daß sie nicht mehr bewohnt werden können. Die Leute flüchteten sich auf's Feld und bau­ ten sich Norhbütten, um nur einigermaßen vor Wind und Wetter geschützt zu sepn. Vie. le wurden verwundet und einige Menschen verloren das Leven. 'Auch in Messina soll eö großen Schaden angerichtet haben. — Unlängst ließ sich ein Hirtenjunge aus Italien, der die Töne sämmtlicher 5hiere nachahmen gelernt hat und nun auf seine Virtuosität Kunsireisen macht, in Paris mit vielem Beifalle hören. Er hat das Zeugniß der Sachverständigen, Zoologen und Menageriebesitzer, der Hirten und Schäfer, daß er wirklich die Töne täu­ schend nachahmt. Besondern Enthussiasmus erregte es, als er wie ein Hahn krähte, was die Franzosen an Manches erinnerte.

Bekanntmachung. Einem hohen Adel und verehrungswürdigen Publikum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich am hiesigen Orte angekommen und die schon früher angezeigten Tanzstunden an« zufangen wünsche. Diejenigen, welche miH mir Ihrem Zutrauen beehren wollen, ersuche ich gefälligst mit mir Rücksprache zu nehmen. Meine Wohnung ist vorlaufig beim Herrn Buchbinder Keyser. E - B r au t i g a m , Tanzlehrer.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier^ den 29. Januar: Herr Förster Lulley, aus Kanzlern, Herr Oekonom Wiedner «ms Marren, Herr Arrendator Adolphi, aus Neuhoff, Herr Neumann, ausBathen, und den 30-: Herr Roehrich, Amtmann aus Papplacken, so wie den 3t.: Herr W. Schultze, aus Mitau, bei Mada­ me Gunther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155; den 29 : Herr Baron Sacken, aus Wangen, bei Herrn v . Kettler, i n der großen Straße, i m ^>ause N r . 5 ; den Zt.: Herr Ca?«tain Samowalow, aus Mitau, bei Herrn I. Rode- — Im 1. Stadttheil, 2- Quar­ tier, den 29. Januar: Herr v. Herzberg, aus Lehnen, und Herr v. Schröders, ausOrdangen, bei Büß, im Hause Nr. 207, am alten Markt; Herr v. Hahn, aus Niedcrbartau, Herr v. Hahn, aus Grobin, und den 30.: Hexr D. G. Mühlbach, Kaufmann aus Me­ ine!, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209; den 29.: Herr Coil--Assessor Linerow, aus Schoden, und Herr Coll.-Sekr, Doroschowsti, aus Polangen, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216- — Im 2. Stadrrhejl, 3-Quartier, den zo.: Herr Riegelmann, Administrator aus Rutzau, und Herr Michelsohn, Amtmann aus Meyrischen, bei Er»est, in der Iuliancnstraße, im Hause Nr- 386-

Markt - Prclje.

^op. S.

Weihen pr. Loof 250 s 2M Roggen — 155 ä i7() Gerste. . — 1l0 k 12V Hafer — 70 5 75 Erbsen — 140 a 16» Leinsaat . . — 170 5 260 Hanfsaat — 140 Flachs 4brand « . . . . pr. Stein, 350 — 3brand . . . . . — e 300 250 2braud — z Hanf 250 s Z25 Wachs px. Pfund 27 ä 30 Butter, gelbe pr. Viertel 750 5 800 Kornbranntn'cin . . . . pr .9Stoof 100 Salz, St. Ubes pr. Loof 230 — Lissabon — 220 — Liverpool — 215 Heringe, in buchenenTonnen, . pr. Tonne 700 — in fernen . äito . äito . 680 Theer, s t n l ä n d i s c h , . . . . ä i t o . Wind und W e t t e r . Den 25. Januar NO., den 26- SQ., den 27. S.,, den 28. nnd 29. O., heiter und strenge Kalte; den 30.S., verander.; den3i. S., windig u. mäßiaeKälte. Istt» drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Obcrvenvaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Cen,or.

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l a t t. Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. ° D'<).

Mittwoch, dön 5. Februar P u b l i c a t i o n .

Die hiesigen resp. Einwohner werden desmittelst aufgefordert, die jährlich bei diesem Polizei-AMt zu verabreichenden Hauslisten für dieses Jahr vom 10. bis zum 16. d. M. täglich, Nachmittags von 3 bis 5 Uhr in der Kanzellei.dieser Behörde aus allen 4 Quartieren einzuliefern, wobei dieses Polizei-Amt bemerkt, das die Blanquets zu den Hauslisten, wie früher in der hiesigen Buchdruckerei zu haben sind. Libau-Polizei-Amt, den 4. Februar 1841. Nr. 204. Polizeimeister Michael. Z. D. Gamper, Sekr.

Libau, vom 29. Januar. Nach rühmlichst zurückgelegtem dritten Amtseriennium des Stadtältermanns der kleinen Gilde Herrn Schröder, fand gestern eine neue Wahl statt und wurde mit Stimmen» Mehrheit der vormalige Stadtaltermann der kleinen Gilde Herr Sandmann wieder dazu erwählt. St. Petersburg, vom 2t- Januar. Se. Majestät der Kaiser haben mittelst Allerhöchsten unterm t . Januar d. I . an den Herrn Kriegsminister erlassenen Utas zu defehlen geruht, daß die Stabs- und Oberossiziere der Garde und Armee auf unbestimm­ te Zeit beurlaubt werden können, und zwar erstere wenn sie in diesem Range wenigstens fünf Jahre gestanden, letztere, wenn st» we­ nigstens 15 Iabre gedient, beide aber nur, wenn siewenigstens einen Feldzug gegen den Feind mit­ gemacht haben. Bei diesen unumgänglichen Bedingungen wird das Recht auf unbestimm­ ten Urlaub einzig und allein durch untadel« haften Dienst erlangt. Paris, vom 27. Januar. Ein Russischer Bevollmächtigter durchreist gegenwärtig Süd.Frankreich, um die dortigen Seidenbauanstalten kennen zu lern?n.

Herr Frank Standish, welcher am 21. Jan. in Duxdury Park in Lancastershire starb, ha: in seinem vom 14. Juli 1838 daurten Testamente dem Könige der Franzosen ein Lermächtniß ausgesetzt,' welches folgenderma, ßen lautet: „Ich gebe und vermache Sr. M. dem Könige der Franzosen alle meine Bücher, Manuskripte, Kupferstiche, Gemälde und Zeich, nungen, die sich in- meinem Gute Duxburp Hall in Lancastershire und an anderen.Orten i!i Großbritannien oder im Auslände befinden, für den alleinigen Gebrauch Er. Majestät, oder, um in öffentlichen Anstalten aufbewahrt zu werden, wie Se. Majestät es für zweck­ mäßig hält. Es geschieht dies, um einen Beweis zu geben von meiner großen Achtung vor einer großherzigen und höflichen Nation, die stets bereit ist dem Reisenden einen freund­ lichen Empfang zu bereiten, dem Fremden Beistand und Gastfreundschaft zu gewähren, die ich immer mit Vergnügen besucht und mit Bedauern verlassen habe." Hr. Standish hat längere Zeit in Spanien gelebt und bei sei­ ner letzten Reise, die er seiner Gesundheit wegen dorthin machte, in Sevilla und Cadix mehrere Gemälde zurückgelassen. Die dem Könige der Franzosen vermachte Sammlung enthält mehrere Gemälde von hohem Werth,

unter andere», Murillo's, Zurbaran's und an» dere Spanische Meister, so wie eine Anzahl Gemälde aus der Italienischen, Flamändischen und Französischen Schule. Die Büchersamm» lung besteht meist aus sehr kostbaren Werken, und obgleich es 4000 Bände sind, so finden sich darunter doch nur sehr wenige, welche nicht einen Platz in der Bibliothek des Kö­ nigs verdienten. Der Moniteur parisien enthält Folgendes: „Man hat gestern Abend in Paris durch die Oesterreichische Gesandtschaft wichtige Nach­ richten aus dem Orient erhalten. Am t2. Januar ist einer der Beamten des Sultans mit einem Ferman, durch welchen Mehmed Ali die Erblichkeit über das Paschallk Aegypten bewilligt wird, von Konstantinopel nach Alex» andrien abgegangen. A m 14. de sselbei» M o n a t s h a t M ehe med A l i die Türkische Flotte herausgegeben. Aus der bloßen Vergleichung der Daten geht hervor, daß diese Handlung dcs Pascha's eine völlig frei­ willige gewesen ist, da er von den definitiven Entschlüssen des Sultans in Bezug auf ihn noch nichts wußte. Man kann also nun an­ nehmen, daß alle Schwierigkeiten, die den Frieden im Orient störten, definitiv erledigt sind; und da dcr Frieden von ganz Europa sich an die Lösung jener Schwierigkeiten knüpf­ te, so werden die obigen Nachrichten überall mit der größten Theilnahme aufgenommen werden." Athen, vom 14. Januar. Aus Konstantinopel ist die Nachricht ein» getroffen, daß die Pforte> besonders auf Be­ treiben des Franz. Gesandten, die Ausfüh­ rung der gegen den Griech. Handel angeord­ neten Maßregeln bis künftigen März verscho» den habe. Bis dahin hofft man eine Verein» barung mit der Pforte zu Stande zu bringen. — Die hiesigen Journale berichten als ein Cu, riosum, daß nachdem man unter Griechen noch Türken einen Scharfrichter gefunden, und die provisorisch mit diesem Geschäfte Beauftragten sämmtlich eines gewaltsamen Todes gestorben sepen, habe sich nun ein Franzose mit einem Monats-Gehalt von 400 Fr. und einem Honorar von 100 Fr. für jede Execution engagiren lassen. Dieses trau» rige Handwerk ist in keinem Orte so ver­ haßt als in Griechenland. Konstantinopel, vom Z. Januar. Am 2. ist Nuri Bei am Bord der Oester» reichischen Kriegsbrigg „Montecuculi" von

Kandien, wo er Mustapha Pascha als Gou» verneur der Pforte eingesetzt hat, hierher zu­ rückgekehrt. Nuri Bei hat Depeschen von Mustapha Pascha, sowie eine Adresse derEinwohner von Kandia überbracht, worin sie ih­ re Freude darüber aussprechen, daß sie wie­ der unter die Herrschaft des Sultans gekom» men sind. Zur Belohnung für die glückliche Beendigung seiner Mission ist Nuri Bei zum Einnehmer der Zölle auf Wein und Spiriruo» sa, und Osman Bei, welcher bisher dieses Amt bekleidet hatte, zum Unter Staats-Secri> tair im Kaiserlichen Palast ernannt worden. >—Der Persische Gesandte, Mirsa Dschafer, hatte am 2« eine Audienz beim Sultan. Die beiden Höfe von Teheran und Konstantinopel stehen jetzt im besten Vernehmen. Vermischte Nachrichten. Am 11. Januar hielten die Studenten in Berlin wieder eine maskirre Schtttenfahrr, wobei es lustig zuging. Die Dorreiter waren nicht alle sattelfest, dagegen mit großen Flu» geln versehen. Unter den Schlitten waren zwei, welche Schiffe vorstellten mit aufgerich­ tetem Mast, das eine mit rudernden Makro, sen besetzt, das andere mit Segeln. Ein gro­ ßer Schlitten enthielt einen Kaffeetisch, um welchen ein ganzer Kreis schnatternder, mn, kender und schnupfender Weiber saß. Der Amor rikt auf einem großen Klapperstorch. Ein Doppelgesicht, vorn jung und hinten alt, stellte die alte und neue Zeit vor. I n einem Schlitten saßen Leute, deren ganzer Anzug aus Zeitungsblättern zusammengesetzt war, hinten auf der Pritsche saß der Zeirungsschret« der mit einem großen Tintenfaß und einer ellenlangen Schreibfeder. Selbst Napoleon fehlte nicht. I n einem Schlitten saßen drei alte Leure, schneeweiß angezogen, aber bcstän< dig im Einschlafen begriffen; Einer, der Pin» ten aufstand, mußte sie beständig wecken. Sie hielten in ihren Händen die Staatszeitung, die Vossische und Spenersche. Die nach Pa­ ris abgegangene Sängerin Löwe war in frap­ panter Ähnlichkeit dargestellt, am Schlitten stand die Inschrift: nach Paris. Hinter ihr ritt keuchend ein Postillon mir einer Tafel, worauf stand: von Berlin 6000 Thaler. — Wie in England so manches im Großen be» trieben wird, davon liefert auch die Brauerei von Barclay in London einen Beweis. Sie n mmt einen Raum von fast acht Acker Land ein und braut jährlich über 400.000 Fässer Bier, jedcs vsn 36 Galonen. Der Umkreis

der Gebäude, welche die Kufen einschließen, ist ungeheuer, die größten Kufen enthalten jede 4500 Fässer. Solch- sind im Durch, schnitt 1000. Eine Dampfmaschine von 22 Pferdekrast setzt die Maschinen in Thätigkeit; auch sind noch 200 Ardeiter in dieser Anstalt beschäftigt. Die Zahl der Menschen, welche sich außerhalb derselben mit Verkauf und Verführung des Biers beschäftigen, ist drei bis viertausend. Sie hat drei Braupfannen, j?de von 150 Faß Inhalt. Einmal speisten 25 Personen in einer dieser Pfannen, und nachher stiegen gegen 50 Arbeiter hinab, um sich mit den Resten der Mahlzeit noch gütlich zu thun. Jedes Gährungsfaß hält 1400 Faß. Bei einem derselben erhebt sich die Kohlen­ säure Fuß über die Flüssigkeit, fließt in einem Strome von dem Fasse herab, bei dem die Lichter auslöschen, und wo man einen scharfen sauren Geruch bemerkt und dabei ersticken könnte. Zum innern und äußer» Dienste werden 160 Pferde verwendet. Ein Mechaniker, Benkler, in Wisba« den, hat einen neuen Veleuchtungsapparat (Oelgaslampen) erfunden, welcher großes Aufsehen erregt. Er besteht in einer Spei» fung der Flamme mir erhitzter Luft, welche unter einem gewissen Winkel der Basis der Flamme zugeführt wird, und in der völligen Vermeidung aller Abkühlung der Flamme durch Luflströme, welche keinen Antheil an der Ver, brennung nehmen. Die Flammen in Benklerö Lampen besitzen die völlige Weißglühhitze; »lir Leuchtungsvermögen kann allein mit der Flamme des im SauerstoffgaL verbrennende» Phosphors verglichen werden, der sie an Glanz und Helligkeit nahe kommen. Alle Lampen, -von der Straßenlaterne bis zur Lampe in den elegantesten Sälen, können mit einer höchst unbedeutenden Ausgabe mir dieser neuen Vor, richtung verschen werden. Jede Arr von Oel läßt sich zur Beleuchtung benutzen, die mit Ruff brennenden Thranarten eignen sich hier­ zu sogar noch mir größcrem Vorrheil und ge< den eine so geruchlose Flamme, als die mit dem reinsten Lampenöl gespeisten. L a l l - A n s e i l e . Häclisten Lonnig, 6en 9 ^ebrusr, sin6et auk Zern liiesiZen katkkause clor siekente akonnirte l'an^club Ltatt, 6er um 7 seinen ^nkanZ nimmt. Die Vorsteher.

A u k t i o n . ^Vm näolistkommenäen 20- ?ekruar unä an äen 5olgen6en l'aAen weräen in ^.renskurA nackkenannte aus äem verunglückten

I^ükecker Lcliitle ,,LlMO5s"

^s. H. O.

^n^elliaräi, Aelzorgenen Lüter in ölkent» liclier ^uction verkauft, nämlicli: ZZ0 ^>is 450 Oxl^okt unä ZeZen 50 Bisten weisse unä rotke fran^ösisclie Weine, 2 liis Z Oxliokr kran^ösisclier WeinessiA uncl Z Lallen Xorken.

Maliers Auskunft liierüder wirü"

ertlieilt: in Lt. ?etersl)urA, keim Ois^isclisur Herrn I>lic. HeimdürAer unä in ^.renslzurß dei Herrn (ü.

Lclimiä.

Bekanntmachungen. Einem hohen Adel und verehrungswürdi­ gen Publikum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich am hiesigen Orte angekommen und die schon früher angezeigten Tanzstunden an­ zufangen wünsche. Diejenigen, welche mich mit Ihrem Zutrauen beehren wollen, ersuche ich gefälligst mit mir Rücksprache zu nehmen. Meine Wohnung ist vorläufig beim Herrn Buchbinder Keyser. E- B r ä u t i g a m , Tanzlehrer. Vom Hötel
Da mir noch einige Zeit übrig^ist, schrift­ liche Arbeiten zum Mundiren anzunehmen, so ersuche ich alle Diejenigen, die mich mit sol­ chen Arbeiten beehren wollen, sich an mich zu wenden. — M. D. Fenn, in der Herberge des Herrn Assessors Sakowski.

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, i. Quartier, den 3. Februar: Herr Arrendaror Grücke, aus Pauren, und Herr Baron Otto v. Mirbach, aus Goldingen, bei Ger­ hard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209; Herr Coll.-Sekr. Carl Fuchs, aus Mitau, Herr Buchhalter von der jo. Kl. Sprenger, aus Windau, Herr d. Bordehlius, aus Ligutten, Herr Graf Keyserling?, aus Paddcrn, Herr v. Korff, aus Telsen, Herr o. Fircks, aus Rudden, Herr v. Brincken, aus Ruh-

evllssl- uv 6

men, Herr v. Fircks. aus Geraten, Herr v. Brincken, auS BrmckcN'PedwahIen, Herr Handels-Agem Jenny, nebst Gemahlin, aus St. Petersburg, Herr Amtmann Rokrbach, aus Geraten, und Herr Oekonom C. H. Fischer, aus Rönnen, bei Büß, im Hause Nr. 207. Den 4-: Herr I. F. Beymel, aus St. Petersburg, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216 A b r e i s e n d e r . Der Sattlergescll Friedr. Vogt, aus Kamin in Preu­ ßen, reiset nach Rußland. 3

Br 0d- Tax

Lours vorn 30. A.m5terckam 90 196 . 90 1'. 34^K A Qon^ou . . 3 39z ?5Anädr. A. 99^ — 8. 99^ 99 Lurl. dito 99z

unä 2- ?edruar.

196195ZLen1^s. ) ?ür 1 knlzel 34>K 8Lco. . )i pee.Li. ) Lilder. 39^ 99^ V i 99 99^

für den Monat Februar 1841.

Roggen zu 1 Rubel 75 Cop.S.M.pr.Loos gerechnet. Waitzen zu 2 Rubel 85 Cop. S. M. pr. Loof gerechnet. Pfd. Loth jPfd. Loth 1) Von ordinairem Roggenmehl: Ein 3 Kop. Brod soll wiegen . . . 5 27 Ein 6 Kop. dito " dito E i n i z Kop. B r o d soll wiegen . . . . -10 22 Ein3 Kop. dito dito . . . . 1 3 12 3 ) V o n g e b e u t e l t e m W a i t z e n m e h l : Ein6 Kop. dito dito . . . . 2) V o n g e b e u t e l t e m R o g g e n m e h l : Ein Z. Kop. Franzbrod soll wiegen . . . 5 — dito . . . E i n i z Kop. B r o d soll wiegen . . . . 18z Ein 1^ Kop. dito 10

Taxe für das Libausche Fleischer - Amt beim Verkauf nach Gewicht. Für den Monat Februar 1841. Cop. pr. Pfd. Silb. Kosch 1) Von gemastetem Vieh, als: Braten, Cop. Silb. Cop. Klops, Beefsteak, Bruststück, Schwanz55 und die besten Rippenstücke . . . äz 4z 3z Gutes Suppenfleisch . 2) Von ungemästetem Vieh, als: 3 Die oben benannten besten Stücke . 3Z 2Z Sz Suppenfleisch -

Taxe

von Branntwein für

3) Die schlechten Stücke ohne Unterschied des Viehes, als: Hals, Lappen, Hack:e Von einem großen Schwein . . . Von einem kleinen Schwein . . . Allerbestes Kalbfleisch Ordinaires dito Allerbestes Schaaffleisch Ordinaires dito .....

den

Monat

Ein Stoof Korn-Branntwein - - - - - - - - Ein — einfacher Kümmel-Branntwein - - - -

Februar

Cop. pr. Pfd. Silb. Kosch Cop. S. C. 2 6 5

zH 24 3^ 2?

4 4 ^>z.

1841.

18 Cop. S. M.

21 —



Taxe von Bier für den Monat Februar 1841. Eine Tonne Bouteillen-Bier 5 Rub. 75 Cop. S. M. I Eine Bouteille Bier — Rub. 6 Cop S M Eine — KruÄs-Bier - 4 — 75 — fEine Tonne Mitteltrtnken 2 — 30 — — Ein Stoof Mitteltrinken 3 Cop. und Z Stoof iZ Cop. Wenn sich Jemand unterstehen sollte, Lebensmittel höher oder theurer, als die obigen Taxen besaaen tu verkaufen, der soll mit 25 Rubel Banco-Assign. bestraft werden.— Ebenfalls sollen die Backer für rokes und schlechtes Brod nach Maßgabe der Umstände einer angemessenen Strafe unterzogen werden. Gegeben Libau -Rathhaus, den 1. Februar 1841.

Bürgermeister Eckhoff, Wett-Präses.

Zß zu drucken erlaubt. Z» Na«en der Civil-Obervernaltung »er Ostsee-Provinzen, T-nner, Censvr.

Libau fehes v U) t-

v l U l- U

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

«HÄ. FS«

Sonnabend, den 8. Februar P u b l i c a t i o n .

Die hiesigen resp. Einwohner werden desmittelst aufgefordert, die jahrlich bei diesem Polizei-Amt, zu verabreichenden Hauslisten für dieses Jahr vom 10. bis zum 16- d. M. taglich, Nachmittags von 3 bis S Uhr in der Kanzellei dieser Behörde aus allen 4 Quartieren einzuliefern, wobei dieses Polizei-Amt bemerkt, daö die Blanquets zu den Hausliste!», wie flüher in der hiesigen Buchdruckeret zu haben sind. Llbau-PoUzei-Amt, den 4. Februar 1841.

^r. 204. . Paris, vom l . Februar. Die Presse, die sich von Anfang an und beharrlich gegen den Befcstigungsplan aus­ gesprochen hat, liefert unter Anderem zur Un­ terstützung ihrer Einwürfe die nachfolgende Schilderung eines coristitutionellen Monarchen: „Denkt ihr denn, es sey ein Vergnügen, con« ftltutioneller König zu seyn? Seid ihr so gutmüthig zu glauben, in einer befestigten Haupt, stadt könne ei» König constiturionell bleiben? Und wenn er es noch so gern wollte, er wäre es nicht im Stande! Setzt euch an seme Stelle, was ihr am Ende gar wünscht, und ihr werdet einräumen, daß ihr selbst an sei­ ner Hrelle nicht dazu im Stande wäret. I n Dolgen des Wollens ist das Können eine Ver­ suchung, der ein gekrönter Engel, Heiliger, Philosoph nicht widerstände. Die Wirkungen der Allmacht lassen sich gar nicht berechnen. Der fremden Gewalt widersteht man, der ei« genen erliegt man. Jeder König, jeder Mann, jede Frau ist von der eigenen Macht abhän« gig und vermag deren Wirkungen nicht vor­ herzusehen. Ein König, der vernünftigerwei­ se von Gehorsam träumen kann, vermag schon das Befehlen nicht mehr zu lassen, und trotz aller Entschlüsse würde der constituticnellste Monarch unmerklich, unwillkürlich sich decon, stitutionellisiren in der Atmosphäre voll Sal­ peter, womit ihr ihn berauschen wollt, i m Angesichte des Tyrannei.Apparats, der ipn


verschluckter Demüchigungen, erniedrigender Gefälligkeiten, schmachvoller Uebereinküntte, unwürdiger Rücksichtnahmen, gelingt es Kö­ nigen oder Ministern, den Purpurfetzen zu behaupten, der zerrissen, vertrödelt, geflickt, von Nässe verdorben, an der Sonne gebleicht, durch Ratten benagr, von Würmern zerfres, sen, ohne Farve und ohne Werth noch im« mer die Macht heißt. Ja, wir lassen unscrn Feinden die Gerechtigkeit widerfahren: unrer ihnen Allen ist nicht ein Enniger, der frei­ willig das jämmerliche Handwerk eines ccn» stitUtionellen Königs übernähme. Daß man sich den trockensten Arbeiten unterziehe. !uiß man mit Stolz die mühsamste Profession er> greife, daß man Dau> r werde, das Land grade undHacke, Hagel, Ued^richwemmung und Feuer bekämpfe, daß man seine ganze Existenz, sein Brot für das ganze Jahr von den Launen der Witterung, von dem Zorne der Winde abhängig mache: das Alles 1)egreisen wir; allein wir begreifen nicht, daß man ohne Widerwillen mit allen dösen Leidenschaften, mit allen neidischen Mittelmäßigkeiten kämpf-, daß man den Nuhm seines Namens, die Schöpfung seiner Regierung von ^der Unre­ gelmäßigkeit, der Gewissenlosigkeit und der Wuth der Dummheit abhängig mache. Wir begreifen, daß man in die Wüste dsr neuen Welt ziehe, um rochen oder grünen, gelben oder blauen Wilden eine bildende Religion zu predigen. Bei diesem gefährlichen Unlerneh, men wird man durch den Glauben ausrecht erhalten. Gelingt es, fährt man in Triumph; wird man mit feiner Beredsamkeit nicht be­ griffen, so wird man allerdings von den Zu» Hörern gebraren und gegessen, allein man wird wenigstens nicht verleumdet und braucht nicht eine so schreckliche Marter zu dulden, ohne Aufregung, ohne Lohn, ohne Ruhm, wie ein armer constit«tioneller König, der stets Opfer, nie Mertyrer ist. Noch einmal, daß man leichten Sinnes ein solct.es Geschick wähle, ist uns unbegreiflich, und wir suhlen, daß man sich davon sobald als möglich zu befrei­ en suchen muß. Jeder Mann, dem Blut in den Adern fließt, ist absrlui; j^der Mann, der Würde fühlt, ist absolut; jeder Mann, der Geist hat, ist absolut; der Normalzustand für einen König ist der Absolutismus. Der Constitutional'Smus ist eine herrliche Erfin> dung, eine schützende, voibeuaende, sichernde Erfindung; allein es ist eine naturwidrige Er­ findung. Es ist eine prächtige Combination, die man bewahren, vervollkommencn, werch hal­ ten muß, auf die man aber auch Achr geben

muß, weil ste cb-^n künstlich ist. Es ist ver dichtere Krasr. die stets das Hindernis weg­ zutreiben strebt, um zu explodiren wie das Gas. die Schleusen wegzureißen wie die Wo­ gen, und es würde sehr unvorsichtig seyn, dem Gas oder den Wogen eine zu günstige Gelegenheit zum Entweichen oder Ueberströmen zu bieten. Heute ist das Königthum einbastillirt; sie^ir euer Plan, wird es morgen die Freiheit seyn." Bekanntmachungen. Die Einnahmen zum Besten der Armen am i. Januar dicses Jahres lieferten: als Ertraq der Verloosung von 98 verschiedenen Gegenständen . SRo. 232, ^ C?. der Verloosung von 5 ankeren „ 91, 50 „ einer Auktion . „ 46, 5 ., der Geschenke an baarem Gelds ,, 9, — „ einer nachträglichen Aukti»n . „ 6, ,, „ 108, 58z „ des Überschusses vom Balle . zusammen SRo. >493, !3^Cpvon denen am heutigen Tage Zweihundert sechs und sechszig Rubel 79? Cop. Silber unter den Hnlfsbedürftigsten dieses Ortcs vertheilt und die irrigen Zweihundert sechs und zwanzig Rubel 34 Cop. dein, mit dem allgemeinen Armenwesen in Verbindung ste­ henden Hospiz zur Aufnahme külfsbedürstiger Bin­ der zugewiesen sind — Das Vermögen dieser Aiu statt betrug nach unserer letzten, am 22. Jan. 1^40 veröffentlichen Abrechnung als Reserve-Capital . . . . SRo. 1000, — Cp. und baar in der Versalrungscasse des Herrn Pastor Rottermund „ 190, 35 „ zusammen SRo. 1190, 35 Cp. dazu kamen im taufe dieses Jahres: Geschenke an baarem Gelde SRo. 5, 12, 20, 20, 3, 1, 1 und 93 Cop. „ 62, 93 Ai'-theil an abgelösten Visitenkarten „ >20, aus dem Nachlasse von Matthaus „ 3, 70 Ausstellung eines Oaguerrschen Bildes,, 30 Poengelder aus dem Polizeiamte „ 24, Gemahldeausstellung 9, 35 aus einer Verloosung 2 , 15 von der Badegesellschast . . . . „ 35, Verkauf einer Broschüre über das Hospiz 13, 30 aus einer Theatervorstellung . . „ 3, Antheil a. d. Poengeldern beim Wettgericht 50, Antheil an derArmenbüchse derKämmerei 10, aus der Büchse im Hospiz . . . „ 3, 90 Antheil am Liebhabertheater . . „ 109, 73 Sammw 'Ng in einem geselligen Kreise „ 19, Nerkaufvon Gemüse, vondenKindern auf ihrem Felde gebaut SRo. 6, 67^ Cp. üito von Leinsaat . . „ 16, 25^ „ 0 ^ 6 pCt „ 6v, Zuschuß aus den Einnahmen vom 1. Januar 1841 226,34 SRo. 1957, «5 Cp^

l 'pi'siusport SRo. 1957, 33 CpDavon sind bezahlt: für Be­ köstigungsausgaben der 17 im Hospiz aufgenomme­ nen Kinder . SRo-216,-Cp. Kostgelder fürs Kin« der, die im Hospiz noch keinen Raum fanden und t eshalb außer demselben er­ zogen werden . „58,— „ Bekleidungstuch „ 67,4(1 „ Segeltuch . » ,, 19/6t) „ Leinewand . . 12, >5 ,, Schulbedürfnisse „ 16,13 „

Schneiderrcchnung, Futter:c. . -

Schuhmacher

.

„ 70, 96 „

„ 23,87^,,

Strümpfe. . . „ 8,42^., Holz . . . . „ 24.30 „ Licht . . . . „ 6,-^0 „ Leder zu Holzschuhen „ 9,10 „ Gage des LehrerS und Aufsehers Natinq. „ — „ Arzenei . . . . . . 4,4'» „ eine Wanduhr . - „ lu, i«) „ Pergelholz zu Körben, für Unterricht im Korbfiechten, . „ 16,60 „ Mützen . . . . , / 7,68 Maler, Glaser?c. „ 4,65, ^ ^>als-«.Schnupftücher — „ Seife 6,15, „

.7-Ich



3, 30 „

Näherin. . . . „ 2,80 „ Arbeitsgerät!), Sägen, Hobel,Beile,Schaufeln Zc.l 7,72^ „ Hiverse Ausgaben „ 29,48j „ 690, 28 „ bleiben SRo. 1267 57 Cp. von denen SRo. 1200 als Reserve-Capital für un­ vorhergesehene Ereignisse zurückgelegt sind, und SRo. 67, 57 Cop. sich baar in der Verwaltungscasse des Herrn Pastor Nottermund befinden. Indem wir unserer Pflicht gemäß diese Uebersicht der uns vertrauten und von uns verwendeten Mittel, ünsern verehrten Mitbürgern vorlegen und dabei nicht ermangeln, allen Unterstützern und Gönnerinnen des Vereins unsern verbindlichen Dank für die mannig­ faltigen Veitrage zu sagen, mit denen wir auch in diesem Jahre beschenkt worden sind, glauben wir, daß die Mittheilung eines Berichtes, den uns der Lehrer und Aufseher im Hospiz über dasselbe ab­ stattete, nicht ohne Interesse für diejenigen ist, deren Wohlthaten es aufrecht erhalten helfen. Möge er demnach hier eine Stelle finden, in derselben schlich­ ten Sprache, in der er uns übergeben wurde. Libau, den z. Februar I84l. Bürgermeister F. Günther. Ioh. Sch nobel. Stadtaltermann Ulich. Ludolf Schley. Secretaire Kl einend erg. Dr. Vollberg. Pastor Rotter m und. Auf Verlangen dieser Herren sind von uns die Be­ lege revidirt worden, welche mit vorstehenden Ab­ rechnungen zusammenhängen. Wir haben sie durch­ aus übereinstimmend gefunden, und indem wir deren völlige Richtigkeit anerkennen» sind wir heute bei

der Verkeilung von SRo. 266, 79^ Cop. unter den Hülfsbedürftigsten dieses Ortes gegenwartig gewesen. Libau ut «upr-t. ' Bienemann. FG. Schmähl. I . P. Dehling. Einige Worte über die im Hospiz befindlichen Kin­ der c.von Weihnacht-Abend 1839 bis Weinacht-Abend 1840.) Da das Hospiz zur Rettung und Erziehung hilfs­ bedürftiger Kinder bereits ein volles Jahr in Wirk­ samkeit gewesen ist, so kann man mit Recht fordern, daß eine kurze Nachricht über das Leben, Thun und Treiben im verflossenen Jahre gegeben werde. Es sey mir daher erlaubt, über diesen Gegenstand eini­ ge Worte zu sprechen. — Weihnacht-Abend 1839 ward die Anstalt eröffnet, und zugleich wurden 17 Kinder aufgenommen. Jedes Kind erh'elt seine angewiesene .Bettstelle, einen Kasten, die nerhigen Kleidungsstü­ cke und Wäsche, was Alles früher von den Herren Vorstehern besorgt w^r Die B'-stiuimung der Kin­ der in dieser Anstalt besteht nicht bloß darin, sich ncthige Kenntnisse zu sammeln, sondern wo möglich auch durch körperliche Arbei^n zu guten und thätigen Renschen gebildet zu werden. Gleich Anfangs wurden die Knaben zu d n Tages-Hausgeschäften in verschiedene Klassen getheilt. Einige fegen die Stu­ ben und Straße und bringen das Ess^n aus dem Armenhause, andere waschen die Schüsseln, Teller Lössel :c. und legen sie geberig wieder weg. Ein an­ derer D'eil der Knaben muß Hol; und Wasser tra­ gen, die Oefei! heizen, die Fensterladen schließen, und besser Ui -d Gabeln putzen. Diese Arbeiten werden von den Kindern in jeder Woche gewechselt. Kör­ perliche Arbeiten und nützliche Beschäftigungen, sind die besten Kraftübungen für eine solche Jugend de­ ren Lebensziel nicht geistige Ausbildung ist, sondern darin besteht, einst tüchtige und thatige Menschen im Arbeiten und Handwerkerstande zu werden. — Bei unsrem Eintritt in das Haus war gleich die erste mühsame Arbeit, aus großen alten Balken zu unse­ rer Küche, zu unfern Oefen Holz zu sagen und za spalten; auch s!^ den kommenden Sommer und Win­ ter wurde ein Vorrath Holz gemacht. Während die größten Knaben sich damit beschäftigten, hatten die kleiner», die noch nicht fähig waren, schwere Hand­ arbeiten zu leisten, Federn zu schließen, Krollhaare zu zupfen, Kleider zu flicken, Strümpfe zu stopfen ?c.; —auch wurden im vergangenen Winter einige Schock Klammern zur Wäsche gemacht. Holzschuhe, für die Knaben selbst, und noch mehrere andere Paa« re zum Verkauf sind verfertigt worden. Eben so wurden bei uns im verflossenen Jahre gegen 20V Pergel-Kcrbe gemacht, die unter Anleitung eineS da­ zu angenommenen Mannes geflochten wurden. Mit solchen Arbeiten verstrich uns der Winter, und das herannahende Frühjahr rief die Kinder zu neuen Ar­ beiten in den Garten. Die frühere Pastorats^Koppel wurde zum Garten eingerichtet, welcher uns Nu« den ganzen Sommer hindurch eine Menge Ar­ beiten darbot. Kartoffeln, Kohl und Schnittkohl wur­ de gepflanz-t, auch einige Beete mit Cichorien besäet. Diese zu begießen und von Unkraut zu reinigen,, war eine Arbeit, die auch von einem 8jährigen Kna­ ben gethan werden konnte. Oer größte Theil dcS Gartens war mit Leinsaat besäet. — Richten wir nun einen Blick auf den moralischen Zustand der in der Anstatt befindlichen Kinder, so kann nur-, was den ersten Anfang betrifft, eine höchst traurig-eDarstellung gegeben werden. Fluchen, Schwören und Lügen Hör­ le wan i» jeder Stunde/und noch weit ärgeres könnte

rtt dieser Hinsicht berichtet werden Gewöhnt, müßig auf der Straße sich herum zu treiben und bet­ teln zu geken, war es natürlich, daß einigen dies.rKiN' der der Aufenthalt in diesem Haus^ in d r ersten Zeit gar nicht zusagte. — Von Gott und sein.n WohltlMen hatten einige Knaben nie etwas gehört, an­ dere wieder die sonderbarste Vorstellung. ?'nf die Frage: ob der liebe Gott uns Menschen auch sicht­ bar sey ?—wurde von einem jZjährigen Burschen die Antwort gegeben: Ich habe gehört Gott soll ein alter Mann seyn, der auch zuweilen betteln gehe. — Der erste Schulunrerrick.t ging daher schr mühsam und schwer, viele konnten nicht ein mal die Buch­ staben nennen, und ein Paar Jungen kaum bis 10 zählen. Oer Hauptunterricht im Anfange war der, von Gott eine rechte Erkenntniß zu geben, und ihn als unsern Vater lieben, und ihm vertrauen zu leh­ ren. — Schreiben, Rechnen, Lesen wurde mit großem Eifer getrieben. Die meiste Schwierigkeit verursach­ te das Singen, welches erst nach vielfachen Hebun­ gen, so weit gelungen ist, daß wir jetzt wenigstens ein, zwei und auch dreistimmige Gesänge, wenn auch nicht ganz nach den Regeln der Musik, doch wenig­ sten so durchführen können, als zur Belebung unsers häuslichen Frohsinns nöthig ist. Wer möchte es wohl leugnen, daß durch den Gesang manche bessere Ge­ fühle im Menschen geweckt werden können. Ein Kind, das darin Freude findet, ein gutes Lied zu singen, ist für's Gute noch nicht gestorben. Im '.'esen, Schreiben, Rechnen, haben die Kinder einige Fortschritte gemacht. Einige lesen und schreiben schon ziemlich gut und rechnen kleine Exempel der vier Specien auf der Tafel; —mit dem Kopfrechnen geht es weniger gut. Was die biblische Geschichte des A. und N- Testaments betrifft, so wissen sie schon man-che gute Antwort zu geben. Dem Herrn sey Dank! auch mit dem sittlichen Zustande der Kinder ist es viel besser geworden. Das Schimpfen und Fluchen findet nie mehr Satt. Die rohen Ausdrücke: Was willst du Kröte! Ich werde dir eins geben u. s. w. sind allmählig verschwunden. — Die Lust zur Arbeit ist bei manchen schon rege geworden. Vor allem wachte aber das Lügen die allergrößte Noth und Mü­ he; Lügen von der aller gröbsten, bis zu der allerseinsten und verstocktesten Art, waren an der Tages­ ordnung, — aber Gott sey Lob! auch dies hat ziem­ lich aufgehört.— Der Fall des Einlaufens ist in die­ sem Jahre bei einem einzigen Knaben, nur ein mal vorgekommen. Nachdem er bei uns ein Paar Wo­ chen gewesen, gewaschen, und von einer »Menge Un­ geziefer befreit, sein Körper mit warmen Kleidungs­ stücken bedeckt war, zerstörte er ein Vogel-Nest und tödtete die Jungen auf eine grausame Art. Als sein Vergeh» bald darauf entdeckt wurde, entlief er aus Furcht vor Strafe und ging, wie wir später er­ fuhren, jenseit der Brücke zu seinen Verwandten, bei denen er auf einem Stalle die Nacht zubrachte. Am andern Tage wurde er von seinem Bruder zu uns zurückgeführt. Jetzt ist er einer von den Kindern, die uns manche Freude und auch Fortschritte im Guten gemacht haben. — Vorrätbige Arbeiten sind jetzt verschiedene in der Anstalt z. B. gute Blumen­ stöcke, welche bei uns zum Verkauf gemacht worden sind,Mausefallcn,Pergel-Körbe,Strumpfbretter, Klam­ mern zur Wäsche, Schwefel-Stöcke und Holzschuhe. — Mit Bedauern ist zu erwähnen, daß wir nur höchst selten durch Besuche von Fremden beehrt worden sind, und nur einmal ist der Fall vorgekommen, daß

ein wohlwollender Herr bei ciiicr frohen Gesellschaft der armen Kind.r qedachre und ihnen die vom Gajrmahle übrig gebliebenen Speisen zusandte. — Abge­ tragene Älelder, die IN d.r Anstalt immer gropen Werth hab.n, sind seil der ersten Zeit der Gründung nicht mehr geschickt worden; — vielleicht n»rd die Zukunft in dieser Hinsi.l r sich glucklicher darstellen. — So weit hat nun Gott geholfen,— möge er auch im neubegonnenen Jahre dieser frommen Anstalt den geehrten Herren Vorstehern und al'en, die ihr Teil­ nahme und Wohlwollen erwiesen, seine väterliche Gnade zu Theil werben lassen. Der Herr helfe dem Lehrer, treulich seine Pflichten üben und gebe die frommen Vorsätzen der Binder, Seegen und Gedei­ hens ' I . Nathing.

Die am keuliMn um Silin Älorxens erkvlKte Kluclclielie LntliiiislliNK meiner' lieben von einein tzesunlwn neixe i«I> ullen tlieUnekwen
seinen ^.nkanA nimmt. Die Vorsteher. A u k t i o n . H.m näckstkoinmenäen 20- I^ekrusr unci an cien LolZenäen l'a^en weräen in ^rensdurß nscliksnsnnte aus 6em verunglückten

I^übeckei- LckMe

<üaxt.

O.

^ N K e l k a r ä t , AeborASnen l^üter i n öLentlicliei- ^uction v?rkaukt, nämlick: Z50 dis 450 Oxkolt unä ge^en 50 Kisten weisse unä rotlie irgn^ö-iz^e Weine; 2 dis Z 0xkokt kranavsiscker Weinessig unä Z Lallen Xoi'ken. ^väkei's ^us^unkt 1iierül>er >virö ertkeilt: in Zt. ?etersburA, beim Ois^ackeur Heiin Nie. k5eimbüi-Zer unä in ^rensdurZ dei I^eirn (Ü. ki'. 8c:dmiä.

Angekommene Neisende Im l. Sradttheil, 1. Quartier, den 6. FebruarHerr E. Beinfeld. Amtmann aus Puhnen, und Herr Hoffmattn, Amtmann aus Edwahlen, bei Madame Gunther, in d/r Vorstadt, im Hause Nr 155 — Im 1. Stadttheil, 2. Quartier: Herr Kammerhcrr,

seher von der i„. Kl^ Papätin, Schoden." bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216.

A b r e i s e n d e r ßen, reiset nach RuHland.

. aus Kamin in Preu-

I s t z u drucken erlaubt. I m Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsoe,Provinzen, T a n n e r , Ccnsor.

b l a l t. Herausgegeben, gebruckt und verlegt «ou C. H. Focge. FA.

Mittwoch, den -t2. Februar P u b l i k a t i o n « n .

Die hiesigen resp. Einwohner werden desmittelst aufgefordert, die jährlich bei diesent Polizei-Amt zu verabreichenden Hauslisten für dieses Jahr vom in. bis zum 16- d. M. täglich, Nachmittags von 3 bis s Uhr in der Kanzellei dieser Behörde aus allen 4 Quartieren einzuliefern, wobei dieses Polizei-Amt bemerkt, das die Blanquets zu den Hauslisten, wie früher in der hiesigen Buchdruckerei zu haben sind. Libau-Polizei-Amt, den 4. Februar 1341. Nr. 204. Polizeimeister M i c h a e l . ' I . D . Gamper, Sekr. Dem hiesigen resp, Publiko wird desmittelst zur Wissenschaft gebracht, daß gemäß der Requisition des Grobinschen Hauptmanns-Gerichts vom 3j. Deccmber v.I sub Nr. 6230 die zur Deckung von Pengeldeen für eine paßlos gewesene Ausländerin, abexcquirre Effekten, als: Bertzeug, Möbeln und Kleidungs« ANcke, am 1Z. d. M., Nachmittags 3 Uhr, bei diesem Polizei-Amte öffentlich sollen versteigert werden. tibau-Polizei-Amt, den il). Februar i84l. Nr. 262. , Polizeimeister Michael. I. D. Gamp.er, Sekr.

Riga, vom 4- Februar. Se. Excellenz der Herr Generalgouverneur zc., Baron von der Pohlen, sind gestern Abend um 7 Uhr aus der Residenz hiefelbst wieder im besten Wohlsein eingetroffen. St. Petersburg, Vom 3t. Januar. Der Livländische C'vilgoaverneur hat in einem seiner allerunterchänigst
dert, hat darum angesucht, nur diejenige« von jenen Personen in den Städten aller drei Ostseegouvernements angeschrieben zu lassen, welche sich wirklich in demselben aushalten, die übrigen in ihren Aufenthaltsorten -anzu» schreiben. Nach einem Schriftwechsel in die» ser Sache mit dem Finanzminister, ist der Di« ^igirende des Ministeriums des Innern dar­ über bei dem MinisterkomilZ,mit einer Vor« stcllung eingekommen. Se. Maj. der K^i, ser haben, in Folge ^ines desfallsig^n Be, schlusses des Mlnisterkomitö's vom 3. Decew' der, Allerhöchst zu befehlen geruht: Da bereits den Städten der OstseegouvernementS das Recht ertheNt ivorden ist, keine Personen anzunehmen, welche Hch in1)enfelHen anschrei­ ben zu lassen wünschen, denn auf diese Städte, als privttigirte, HezieHt sich nicht der Art. 251 des .9. Bändes des Codex, der Gesetze über die Stände, so soll in Betreff der frü­ her angeschriebenen Personen, die nicht in je-

ncn Städten wohnen, sich ohne Passe entfernt baden, oder dieselben haben ablaufen lassen, verordnet werden, daß die GouvernementsObrigkeiten der Ostseegouvernements von den Städten Notizen über alle Personen, die sich ohne Pässe entfernt haben, oder dieselben ha­ ben ablaufen lassen, einfordern, und über die» selben aller Orten Publikationen ergehen lassen, und schriftlich auf die Rückkehr derselben dringen sollen; unterdessen aber soll dem dirigirenden Senate überlassen werden, aller Orten die strenge Erfüllung der gesetzlichen Vorschriften über paßloße Leute, oder solche, die ihre Pässe haben ablausen lassen, einzu­ schärfen, nebst ununterläßlicher Eintreibung der Strafgelder für das Hehlen dieser Perso­ nen, und überdies für das Zulassen des Auf­ enthalts solcher Personen, die Stadt und Land­ polizeien zur gesetzlichen Rechenschaft zu zicPen. (St. Per. Ztg.) S e . M a j e s t ä t der K a i s e r hat folgende, von der Verwaltung der Kommerzbank ange­ fertigte und vom Herrn Finanzmuuster dem Ministerkomite vorgelegte Regeln über die An­ nahme und Umwechselung alcer Depofttenbillets, Allerhöchst zu bestätigen geruht: I . Alte DepositenvlllelS werden in der Deposit tenkasse und in den Komptoirs der Kommerz­ bank: zu Moskau, Archangel, R'ga, Odessa und Kiew, eben so wie die Reichs.Asstgnationen, gegen neue oder gegen SÜbcrcjcld um­ gewechselt: a) Wenn man auf vnn "Billette die Nummer, den Werth, und die Unterschrift des Direktors oder Kassirers lesen kann, k) Wenn das Billet in die Hälfte oder in mehrere Theile zerrissen ist, die einzelnen Stücke aber offenbar zu einander gehören, c) Wenn vom Billel nur die untere Hälfte übrig ist und auf derselben die vollständige Unterschrift des Direktors oder Kassirers und beide Num» mern erhalten sind, von welchen letzlern die Eine ganz da seyn muß. die Llnd.re wenn auch beschädigt, d) Wenn vom Billet einzelne Theile der linken Hälfte verloren oder be­ schädigt sind, auf der rechten Hälfre aber ei ne Nummer ganz und die vollständige Unter, schritt des Direktors oder Kassirers da sind, e) Wenn auf dem Billet beide Nummern be­ schädigt sind, jedoch so, daß bei der einen die Anfangsziffern, bei der andern die mittlern oder die letzten Zahlen fehlen, und daß man beim Zusammenlegen derselben die voll­ ständige Nummer mt Bestimmtheit heraus, dringen kann. Die Depositenbillets wer»

den zum Umwechseln nicht angenommen: a) Wenn sie in dem Grade beschädigt sind, daß auf denselben nicht eine Unterschrift erhalten ist oder in keiner der Nummern die letzten Zahlen zu sehen sind; und b) wenn sie aus Theilen verschiedener Billets zusammengelegt sind. I n solchen Fällen werden sie kreuzwei­ se durchstrichen und dem Ueberbringer zurück» gegebenParis, vom Z. Februar. Während der verwichenen Monate August, September und Ottober sind mehr als 800l) Engländer, die sich in Frankreich niedergelas­ sen hatten, in Folge der Kriegsgerüchte nach England zurückgekehrt oder nach verschiedenen Ländern Europas kvgereist; allein es scheint, daß seit dem Ende Decembers die Zahl der nach Paris gekommenen Engländer bedeutend ist. Sie scheinen jetzt samnulich überzeug, daß der Friede Europas nicht werde gestört werden.—Heute Mittag hatte in dem Dome der Invaliden eine religiöse und militairische Feier zur Uebcrsledelung des Kaiserl. Sarges statt, der von dem Katafalk in der Mitredes Domes nach der Capelle des Heiligen Hieronimus gebracht wurde. Die Capelle war mit violettem Sammet ausgeschlagen und dieser mir dem Kaiserlichen Adler und ALappen ver­ ziert. Der Marschall Moncep, Gouverneur der Invaliden, und der Generalstab des Ho­ tels, die Mitglieder der Commission von Sr. Helena und mehrere Beamte des Kriegsmimsteriums waren anwesend. Den Trauergot» tesdieust verrichtete der Abbe Ancelin, Pfar­ rer der Kirche St. Louis des Invalides. 25 Unteryffiziere vom Invaliden-Corps, samnu­ lich Juli-Decorirte, hoben den Sarg vom Katafalk und brachten ihn an den Ort feiner Bestimmung; IOOffiziereder Invaliden, eben­ falls Juli-Ritter, begleiteten den Sarg mit gesenkter Degenspitze. Mehr als 2L00 Inva­ liden waren ^im Schiff Aufgestellt. Der De­ gen von Austerlitz wurde von dem Marschall Moncey, der sich zu der Feierlichkeit hatte tragen lassen, auf das neue Grab gelebt. Wenn der alte Katafalk hinweggenommen und der Fußboden wiederhergestellt sevn wird, soll d,e stets durch Lampen erleuchtete und von Invaliden bewachte Capelle dem Publi­ cum geöffnet werden. Diese Arbeit kann in acht bis zehn Tagen beendet seyn. Während der Feierlichkeit waren die Gitter des Domes geschlossen, und Niemand wurde zugelassen.

London, vom 3. Februar. Die „Times" macht von neuem auf die forldauernden Rüstungen Frankreichs aufnierk» sam und findet es dadurch vollkommen gerecht­ fertigt, wenn auch die andern Continental, Mächte ihre Armeen auf den Kriegsfuß brächte. Was aber fragt dieses Blatt, solle aus die, fem Zustande werden? würden die Mächte nicht am Ende dadurch wider Willen zum Kriege fortgerissen werden? Frankreich habe gegenwärtig schon 520.009 Mann unter den Waffen und wolle sein Heer »och um 80,000 Mann vermehren, während der Marine.Mini­ ster 45,7(^0 Mann, nebst einer Reserve von 20.000 Mann, in wenigen Monaten beisammen Huben werde. Bei solchen Rüstungen könne man den friedlichen Versicherungen Ludwig Philipp's und des Herrn Guizot, wie aufrich­ tig sie auch von diesen beiden Seiten gemeint schienen, kein Zutrauen schenken, denn auf alle ernstlichen Vorstellungen, welche der Fran« zösischen Regierung in dieser Beziehung gemacht worden, sey doch eine entschiedene, wenn auch höfliche Weigerung erfowr. Unter diesen Umständen habe Lord Palmerston in der ThronRede Frankreichs freilich nicht erwähnen kön­ nen , denn eine befreundete Macht hätte er es nicht nennen können, und eine feindlich ge­ sinnte würde er es nicht haben nennen wollen; allein die Britische Nation dürfe sich mit den vagen Erklärungen über diese Auslassung, welche er im Parlamente gegeben, nicht be­ gnügen, und Lord Palmerstcn müsse baldigst dem Lande gerade heraus sagen was es zu gewärtigen habe. I n sehr ähnlicher Weise äußerte sich auch die ministericlle „Morning Chronicle" neuerdings über Frankreichs Rü­ stungen, nur daß sie natürlich von Lord Pal« merston keine Erklärung darüber fordert. Von der Türkischen Gränze, vom 28- Jan. Die Nachrichten von Mehmeds vollständiger Nachgiebigkeit sollen in Konstantinopel, besonders aber im Großherrlichen Serail, ei­ ne etwas ungünstige Sensation hervorgebracht haben, da man sich nun für überzeugt hält, daß die Maßregel der erbkHen Verleihung Egyptens an Mehmed leicht hätte vermieden werden können. Diese ungünstige Stimmung wird üble Folgen für den Türk. Minister des Auswärtigen, Raschid Pascha, nach sich zie, hen, denn die mächtige Partei, die am Alten hängt und den Haltischeriff von Gülbaneh aus der Geschichte des Osmanischen Reichs gestnchcn wissen möchte, e»n? Partei, die den

Minister haßt, wird nicht säumen, die gegen Reschid Pascha herrschende Stimmung zu be­ nutzen, um diesen verdienten Mann von der Person des Sultans zu entfernen. Vermischte Nachrichten. I n Zenka (Ungarn) wird seit einem Jahre ein Riesenprozeß über siebenzehn Gulden ge­ führt, in welchem von den Adventen und den Gerichtspersonen bereits 1600 Bogen geschrie» ben worden sind und der beiden Parteien schon über 5000 Fl. kostet.—Am 18. Januar wur­ de auf der Hofbübne zu Weimar das Schau­ spiel: „das bemooste Haupt", von R. Benedip an sich selbst schon ein Studcntenwitz, zum ersten Mal gegeben. Iena's Musensöhne muß­ ten diesen Witz sehen. Das Stück wurde beifällig aufgenommen, und sie verhielten sich ziemlichruhig; als aber von den Acteurs das alte Studentenlied: 6auäesirius Zgitur angestimmt wurde, ließen sie es sich nicht neh­ men, in den Gesang mit einzustimmen, und da die Acceurs zu singen aufhörten, das Lied bis zum Ende durchzusingen. Dem Publicum machte der ganze Spaß doppelten Spaß. — Wir haben bereits kürzlich gemeldet, daß in England das Opiumessen ungeheuer um sich greife. I n jeder Apotheke hat man Opiumptllen vorrätbig, die namentlich von den Ar­ beitern genossen werden. Der Bauer, der feine Früchte, auf den Markt bringt, kaust sich auf dem Heimweg für einen Pennp eine Pille, die ihn aufregt und für den Augenblick stärkt. Der Fabriksarbeiter kauft sich wenig­ stens am Sonnabend eine Opiumpille, und an diesem Tage sind in den Apotheken alle Hände mit dem Verfertigen solcher Giftpillen beschäftigt. Auch in Frankreich giebts Opium, esser, die für ein paar tolle Stunden Gesund, kcit und Leben hingeben, und selbst nach Deutschland soll sich die Seuche verbreiten.

Gerichtliche Bekanntmachungen. Zufolge Verfügung Eines Libauschen StadtWaisen - Gerichts soll das jenseits des HafenK im ersten Quartier sub Nr. 156 belegene Kurtzsche Wohnhaus cum xert. am 2!. Februar d. I . , M i t t a g s u m 12 Uhr. unter dem ia l'erinino zu verlambarenden Bedingungeti. m der Sitzung besagten Waifen-Gerichts, au.f t bis 3 Jahre zur Micche

ausgeHockn «erden, welches b'ermlt zur Kennt« niß der Miethliebbaber gebracht wird. 1 Libau, den 8. Januar 1841. D i e Curatsren der Kurtzfch.en Masse.

5er VeMcherung einer Aets reellen z»nd bil» ligen Bedienung. 3 Libau, den 12. Februar ^84l. ^Christian Friedr. Franken stein, Maurermeister. ^

Capitain I . H. Brandt, führend das Auf Verfügung Eines Libauschen Stadt« Schiff Harmonie, jetzt in Lübeck, legi sich Waisen-Gerichts soll das zum Zimmermann daselbst auf hier in Ladung und empfiehlt Sonertschen Nachlaß gehörige, suv Nr. 417 Hch zur Mitnahme der anher.o bestimmten allhier dem Backer Rosenkranzschen Hause gegenüber belegene Haus, auf den 20. Fe» Güter. 3 bruar d. I . in der Session des Libau'chen X Ein QuainuK» Garten,, Gemüse-, Strauch-, Stadt« Waisen « Gerichts, unter denen iu l'er- Baum- und Blumensamen ist hier in Libau, zvino bekannt zu machenden Bedingungen, Kirchenstraße N». 60. Vom Auslände ange» zum Kauf an den Meistbietenden öffentlich langt. Die Same-n haben nicht bloß einen ausgeboten werden: weshalb solches den Kauf» bedeutenden Amfang der Species, sondern lustigen Hierdurch zu wissen gegeben wird. enthalten auch manches Neue und Neueste. Libau, den 11. Februar 1841So balde das Verzeichniß die Presse verlas­ sen, wird selbiges unentgeltlich verabreicht. Ich werde durch eine reelle und prompte Be­ dienung das Vertrauen eines verehrten Publi, Bekanntmachungen. kums stets zu erlangen bemüht seyn, und Allen seinen Gönnern und Freunden sagt bitte um zahlreichen Zuspruch. ein herzliches Lebewohl G. Waeber. Moritz L. Cahan. Libau, 5en 12. Februar 1841. Eine große Auswahl Blumen, und GärtenEamereien sind zu annehmbaren Preisen bei Unterzeichneter warnet hierin»! einem Jeden, dem Kunstgärtner Ilrbanowitz in Telsen Dhne schriftliche Erlaubniß der Preekulnschen zu haben. Die Bestellungen bittet man hier Guts-Verwaltung, durch keinen Preekulnschen im Tüschen Hause zu machen, allwo auch Bauern, er mag AZirch oder Knecht seyn, die Preis Eourante vorräthig sind. Libau, Holz führen zu lassen, indem die Pferde des den H, Februars 1841. Gebiets dadurch rutnirt werden und der Bauer den Betrag davon gewöhnlich vertrinkt, und die Pferde vom Hofe erhalten muß. welches der Guts»Verwaltung nicht gleichgültig seyn Angekommene Reisende. kann. Jeder Preekulnsche Bauer, der mit Im 1- Stadttdcil, 1. Quartier, den ld. Februar: Die Herren Gebrüder I. und E. Sonntag, ätis Dor, einer Holzfuhre angetroffen wird, soll dahee pat, bei Madame Günther, in der Vorstadt, im mit Fuhre und Allem nach dem Hofe gebracht Hause Nr. 455. — Im 2. Stadttheil, 3- Quartier, werden. Papplacken, den 10. Februar 1841. den it.: Herr Gärrner^ aus Katzdangen, bei Ernest, Ropp, 3 im Hause Nr. 383, in der Iulianne'ttstraße. Kurator der Preekulnschen Masse. A b r e i s e n d e r . Da ich seit 15 Iahren hier das Maurer« Handwerk als Geselle betrieben habe und mir schmeicheln darf meinen Herren Gönnern prompt aufgewartet zu haben, so mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß es mir nach vieler Mühe gelungen ist. das Meister­ recht in'meinem Fache zu erlangen, und bin daher so frei Einem hochzuverehrenden Publi­ kum mich in allen in meinem Fache vorkom­ menden Arbeiten bestens zu empfehlen, mit ^

Der Sattlergescll Friedr- Vogt, aus Kamin in Ipreußen, reiset nach Rußland. 4 W

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drucken erlaubt. Im Namen der Civil,Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tann e r , C e n i o r . (Hierzu eine Beilage.)

Libau sches -vU)(l!

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Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

Sonnabend, den 45. Februar Odessa, vom 2l. Januar. Gedecken, an welcher die höchsten Herrschaf« Der Winter, der bei uns ziemlich streng ten Theil nahmen. Heute ist große Tafel am begann, so daß die Kälte im November bis Königlichen Hofe. Die hohen Neuvermählte« auf stieg, war jedoch nicht übermäßig hart; werden noch mehrere Tage hier verweilen. — eine Menge Schnee, Regen und Glatteis waVom ll. Se. K. Höh. der Herzog Max ren die einzigen Unannehmlichkeiten, über die von Leuchtenberg gab gestern zu Ehren der Neu« wir uns zu beklagen haben. Mit dem Anfang vermählten ein glänzendes Ballfest, das durch des Januar haben glücklicher Weise die hefdie Gegenwart der höchsten Herrschaften ver» tigen Winde aufgehört, welche im November herrlicht wurde. Graf Wilhelm von Würund December Vorigen Jahres aufdem Schwar« temberg und seine Gemahlin, wie auch der zen Meere so viel Unheil angerichtet haben. Fürst und die Fürstin von Hohenzollern-He« Außer vielen Schiffen, die in den Umgegen, chingeu, verlassen am Sonnabend unsere Stadt, den des Bosporus scheiterten, haben auch Paris, vom 9. Februar. viele Schiffe an der Westküste und insbeson, Das Verhör deS Darmes und der beiden dere an den Donaumündungen gleiches Schick« Individuen, welche angeklagt sind, bei dem sal gehabt. Die mit Wein aus Galaz nach Attentat vom 45. Oktober betheiligt gewesen Odessa beladenen Küstenfahrer haben sehr gezu sepn, hat nach vierzehntägiger Unterbrelitten; viele derselben sind gesunken, andere chung am Freitag wieder begonnen, und Al« wurden nach Konstantinopel getrieben, und les läßt vermuchen, daß der Pairshof sich nur wenige kamen hierher.—Laut Briefen jetzt unverzüglich mit dieser Sache beschäftigen aus Kleinrußland hat man dort in diesem Winwerde. Um dem Darmes die Aussagen zu ter eine Kälte von 30° gehabt. entlocken, welche seit zwei Monaten zu so zahl, München, vom 9. Februar. reichen Nachsuchungen und Verhaftungen ae» Gestern Nachmittag halb 4 Uhr fand im führt haben, soll ihm das Versprechen gege, Herzog!. Leuchtenbergischen Palast die feierliben seyn, daß er unter allen Umständen wie che Vermählung Ihrer Durchl. der Herzogin auch das llrtheil ausfalle, das Leben bebal« Theodolinde von Leuchtenberg mit Sr. Er« ten solle. taucht dem Grafen Wühelm von Würtemberg D?e General-Postverwaltung hat eine Verstatt, und zwar im Beisepn I I - MM. des besserung angenommen, die Erwähnuna ver­ Königs und der Königin. I - Maj. der verdienr. I n Zukunft werden die Malle-Vosten wlttweten Königin und sämmtlicher Prinzen mit einem Licht von tragbarem Gas verseben und Prinzessinnen des Königl. Hauses. Die werden. Dies wird den dreifachen Vortbeil Einsegnung vollzog nach Katholischem Ritus haben, die DaUer der Fahrt abzukürzen die der Dompfarrer, geistliche Rach.Baader, nach Straße zu erleuchten und die Postillone wäbProtestantischem Ritus der Dekan und erste rend der dunkelsten Nacht die Gegenstände Stadtpfarrer Or. Böckb. Nach der Trauung auf mehr als 50 Schritte vor ihren Pferden war tm Herzoglichen Palais Tafel von 54 unterscheiden zu lassen. —Aus Toulon meldet

man, daß ein Theil der Flotte des Admirals selbe gehörig zu cultiviren, unterstützt und läßt ihm fortwährend seinen Sold von 5000 Hugon dort wieder angekommen sen. Alle Piastern monatlich auszahlen. Der Vicekonig Schiffe habe,» bedeutende Verluste an Tauwerk, Segeln, Boten zc. erlitten. Don den drei ist nachstdem entschlossen, zur Beförderung des Ackerbaues, auf den er jetzt alle seine Linienschiffen, „Jena", „Neptun" und „Triton" Sorgsalt zu richten gedenkt, die V rwaltung fehlten noch alle Nachrichten. — Obgleich die mehrerer anderen graßen Landgüter einigen Operativ,: zur Beseitigung des Schielens erst seiner Generale anzuvertrauen, deren militaiseit einigen Monaten in Frankreich eingefühlt ist, so hat sie doch schon große Fortschritte r'scher Dienste er für den Augenblick nicht gemacht. Die Zahl der Personen, die sich in mehr bedarf. Paris und Versailles haben operiren lassen, beläuft sich auf mehr als 7000, und unter Beirut, vom t- Januar. diesen zählt man nur zwei Individuen, bei Auf der Fahrt von Konstantinopel hierher denen der Erfolg nicht vollständig günstig hielten wir im Hafen von Marmarizza an. ausgefallen ist. wo wir Gelegenheit hatten, die vereinte Eng­ > London, vom 9. Februar. lisch Oesterreichische Flotte vor Anker liegen Der König der Belgier ist gestern früh vom zu sehen. Sie bestand aus dreizehn Engli­ Kontinent in Schloß Claremont angekommen, sche» Linienschiffen, drei Österreichischen Fre­ und es scheint, daß die Taufe der Kronprin­ gatten, mehreren Corvetten und vier Dampfzessin morgen, am Jahrestage der Vermähs bötsn. Einige dieser Schiffe waren mit ihrer lung Ihrer Majestät, stattfinden wird, da Ausbesserung beschäftigt, da der am 1. Dec. alle Vorbereitungen dazu getroffen sind. We­ fast überall im Mittelmeere wüthende Sturm die Flotte, die damals vor Beirut lag, zu nigstens sagen die öffentlichen Blätter heute vernichten gedroht hatte. Welchen unermeß­ nichts von einem Aufschub dieser Ceremonie. Zur Feier derselben soll Abends ein Bankett lichen Einfluß hätte ein solches Unglück auf die Lösung der Orientalischen Frage üben rm Buckingham Palast stattfinden uird in der müssen! Die Verheerungen dieses Sturmes Stadthalle ein großer öffentlicher Bal! gege­ ben werden. Zu nsterem sind die Mitglieder fand ich bei meiner Ankunft in Beirut noch sichtbar. Hier hatte die See eine seit Men, der Königlichen Familie, die fremden Gesand­ ten, die Cabinets-Minister und die Elite des schengedenken nicht bemerkte Höhe erreicht. Adels eingeladen. Die Tauf-Ccremonie soll Mauern, Häuser und Brücken, stark genug, mit großer Pracht begangen werden, und es 200 Kugeln des schwersten Kalibers zu w i , verstehen, waren plötzlich vom Winde nieder­ sind dazu verschiedene kostbare Kleinodien von geworfen worden. Die Rhede und der Ha­ Windsor geholt worden; so wird unter Ande­ rem der berühmte Tigerkopf mir massiv gol« fen von Beirut sind wenig geschützt; daher schon bei mittlerer See die Imbarcationen dsner Zunge und krystallenen Zähnen, den oft 6 bis 8 Tage nicht landen können. Wir der Graf Cornwallis dem T'ppu Sahib ab­ sahen in Beirut auch die andern Veheeiungen, nahm, welchem er als Fußschemel gedient hatte, und ein kleiner gold.ner, mit Edelstei­ die das Geschütz der aluirten Flotte angerich» tet hatte. Alle Forts und Thurms der Stadt, nen ausgelegter Pfau, ebenfalls eine Indische so wie der größte Theil der am Meer gele­ Beme, in dem Taufzimmer aufgestellt seyn. genen Häuser, sind zusammengeschossen. I n Die Königin der Belgier hat eine Anzahl der Stadr selbst hat jedoch das Feuer wenig prächtiger Roben aus den feinsten Brüsseler Schaden angerichtet, denn die Häuser beste­ Spitzen für die Taufe der Kronprinzessin über, hen hier nichr. wie in andern Provinzen der fandt. Ob der Herzog von Sussex der fei­ Türkei, aus Bretterbuden, sondern sind aus erlichen Handlung wird beiwohnen können, rff noch zweifelhaft, da er sich unpäßlich be­ ^ Quadersteinen erbaut und mit soliden Gewöl« den versehen. Auch wäre die Stadt wohl findet. im Stande gewesen, sich länger zu verthe^ Alexandrien, vom 23. Januar. Der vormalige Kapudan Pascha, welcher digen, wenn nicht Sollman Pascha durch die in seinem Rücken wider ihn aufgestandenen sich' nicht nach Konstanrmopel^ zurückwagen Bergvölker wäre von Ibrahim Pascha abge. darf, hat von Mebmed ein schönes Landgut in der Nahe von Kahiva zum Geschenk er­ schnitten, und sonach zum Rückzug gcnöthigt gewesenhalten; auch hat dieser ihn mir Mitteln, das­ /

Vermischte Nachlichten. Die Stadtverordneren von Stettin haben bei ihrer vorgesetzten Behörde den Antrag ge» stellt, ihre Sitzungen künftig öffentlich halten zu dürfen, damit jeder Bürger Gelegenheit erhalte, sich von den Angelegenheiten der Stadt eine genaue Kennlniß zu verschaffen.— Jeder Hannoveraner, der erwas, sey es auch noch so gering, ebne Hannöversche Censur im Aus­ lände drucken laßt, wird um fünfzig Thaler gestraft. Der Pastor Sander in Göttinnen ist deshalb wegen eines Aufsatzes im Ham­ burger politischen Journal bestraft worden. — Auf die Bevölkerung der Stadt Leipzig scheint der doppelte Eisenbahnzug schon von Einfluß zu seyn. Mit dem kommenden Früh­ ling sollen 100 neue Hauser gebaut werden, wozu die Conrracte bereits ausgefertigt und unterzeichnet sind. Die Stadt zählt jetzt SO,26t Einwohner.—Aon den Sudeten herüber nach Breslau hin brauste am 23- Januar ein or­ kanartigem Sturm, der förmlich strahlenartig zog. Am heftigsten wüthtre er bei Franken« stein, wo er den Schnee mit der Erde aufriß und hoch in die Lüfte trieb, fo daß sich die auf den Straßen fahrenden Wagen kaum auf­ recht erhalten konnten. --- I n Christiania herrschte eine so grimmige Kälte, daß sich die Wölfe in der Stadt zu wärmen suchten. Sie brachen in den botanischen Garten ein und vraänen mehrere Hunde um. — Der Kupfer» schmiedemeister Kippferling, in Berlin hat in seiner Wohnung eine Wasserheizung einge­ richtet, mittelst der er vier große Zimmer für etwa 45 Kop. S- tägliche Kosten in einer Wärme erhalt, die auf gewöhnlichem Wege kaum erzielt werden kann. Für sämmtliche 4 Stuben ist ein einziger sehr kleiner Ofen hinreichend; dieser erwärmt daH Wasser, wel­ ches in Röhren die Zimmer durchläuft und wieder an die Wärmequelle zurückfließt. Er hat dadurch namentlich an den Fenstern zc. eine angenehme Wärme hervorgebracht, wel­ che kein anderes Mittel erzeugen kann und den dort arbeitenden Personen höchst wohlthätig ist. Die Wohnung des Herrn Kippferling und seine Vorrichtung stehen Jedem zur Ansicht offen, so daß man sich von der zweckmäßigen Einrichtung überzeugen kann, die bereits v?n dem K. Finanz-Ministerium durch eme Prä« mie von 100 Thalern belohnt worden ist. Der einzige Uebelstand bei dieser neuen Hei­ zungsart ist die erste Auslage, die etwa 400 Thlr. für eine Wohnung von einigen Swd:i»

betragen kann, sich indeßbei Neubauten durch das Wegfallen der gewöhnlichen Stubenöfen vollständig ausgleichen möchte. Die Sache verdient die allgemeinste Beachtung, beson, ders da durch diese Einrichtung eins Menge Nachtheile unserer gewöhnlichen Oefen. auch die Möglichkeit der Feuersgefahr und des Kohlendunstes u. s. w. ganz, wegfallen. Der Heizungs Apparat kann ui verschiedene Form gebracht werden und verunziert keinesiveges die Gemächer. Es sind bereits mehrere Be­ stellungen auf denselben gemacht worden. — Die Pferde des Pariser Eilwagens haben bei Amiens eine wunderbare Probe ihres Instinctes ab» gelegt. Zu Hedecour war die Wagenlaterne ausgelöscht und der Conducteur abgestiegen, sie wieder anzuzünden. Der Postillon war ihm nachgefolgt und die sich selbst überlassenen Pferde eilten davon, ohne daß man es schnell genug bemerkt hatte. Die Ungleich» Heiken des Weges hätten leicht Unfälle nach sich ziehen können, aber mit bewunderungs» würdiger Geschicklichkeit wichen die klugen Thiers diesen Hindernissen aus und blieben plötzlich vor dem Pvstbürea^ zu Amiens ste­ llen. Man denke sich das Erstaunen der Reisenden, de:: Weg ohne andere Führer, als die Pferds sUdst gemacht zu haben.

Gerichtliche Bekanntmachungen. Auf Verfügniig Eines Libauschen StadtWaifengerichts scll dos in der Nähe der Synagoge sub Nr. 229 belegene ehemalige Kokoffskische Haus cum att- L xeztiuentiis auf den 20. Februar d. I . in der Sitzung des Waisengerichts, unter denen in l'ermino bekannt zu machenden Bedingungen, an den Meistbietenden zur Miethe öffentlich ausge« beten werden; weshalb solches den Mttthslustigen hiermit zur Wissenschaft gebracht wird. Libau, den 12. Februar 1841. Auf Verfugung Eines Libauschen Stadt» Waisen-Gerichts soll das zum Zimmermann Sonertschen Nachlaß gehörige, sub Nr. 417 allhier dem Bäcker Rosenkranzschen Hause gegenüber belegene Haus, auf den 20. Fe­ bruar d. I . m der Session des Libauschen Stadr-Waisen »Gerichts, unter denen üil'srinino bekannt zu machenden Bedingungen, zum Kauf an den Meistbietenden öffentlich ^usgeboten werde»: weshalb solches deirKauf» Kustigen hierdurch zu wissen gegeben wird» Libau, den Ii. Februar 1841.

Bekanntmachungen. Unterzeichneter warnet hiermit einem Jeden, ohne schriftliche Erlaubniß der Preekulaschen Guts-Verwaltung, durch keinen Preekulnschen Bauern, er mag Wirth oder Knecht sepn, Holz führen zu lassen, indem die Pferde des Gebiets dadurch ruinirt werden und der Bauer den Betrag davon gewöhnlich vertrinkt, und die Pferde vom Hofe erhalten muß. welches der Guts»Verwaltung nicht gleichgültig sepn kann. Zeder Preekulnsche Bauer, der mir einer Holzfuhre angetroffen wird, soll daher mit Fuhre und Allem nach dem Hofe gebracht werden. Papplacken, den 10. Februar 1841. Ropp, 2 Kurator der Preekulnschen Masse« Da ich seit 15 Jahren hier das Maurer, Handwerk als Geselle betrieben habe und mir schmeicheln darf meinen Herren Gönnern prompt aufgewartet zu haben, so mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß es mir nach vieler Mühe gelungen ist, das Meister­ recht in meinem Fache zu erlangen, und bin daher so frei Einem hochzuoerehrenden Publi­ kum mich in alle» in meinem Fache vorkom­ menden Arbeiten bestens zu empfehlen, mit der Versicherung einer stets reellen und billigen Bedienung. 2 Libau, den 12- Februar 184t. Christian Friedr. Frankenstein, - Maurermeister« Capitain I . H. Brandt, führend das Schiff Harmonie, jetzt in Lübeck, legt sich daselbst auf hier in Ladung und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten Güter. 2 Ein Quantum Garten-, Gemüse,, Strauch«, Baum- und Blumensamen ist hier in Libau, Kirchenstraße N». L0, vom Auslande ange» langt. Die Samen haben nicht bloß einen bedeutenden Umfang der Species, sondern enthalten auch manches Neue und Neueste. So balde das Verzeichniß die Presse verlas­ sen, wird selbiges unentgeltlich verabreicht. Ich werde durch eine reelle und prompte Be, dienung das Vertrauen eines verehrten Publi, kums stets zu erlangen bemüht sepn, und bitte um zahlreichen Zuspruch. G. Waeber. Da mir noch einige Zeil übrig ist, schrift­

liche Arbeiten zum Mundiren anzunehmen, so ersuche ich alle Diejenigen, die mich m>t sol­ chen Arbeiten beehren wollen, sich an mich zu wenden. M. D. Fenn, in der Herberge des Herrn Assessors Sakowski.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, i. Quartier, den 14. Februar: Herr I. Hoffmann, aus Nedern, Herr I. Treuguth, und Herr Bcltsohn, aus Diensdorff, so Wieden i.?.: Herr S. Tietzner, aus Goldingen, und Herr Admi« ni -strator Waegner, aus Oberbartau, bei Madame Gunther, im Hause Nr. 155. — Im i. Stadttheil, 2- Quartier, den 12.: Herr Adolphe, Kirchspielsmak­ ler, auS Ambothen, Herr v. Bach, aus Goldingen, Herr Staatsrath, Baron v. Korff, nebst Sohn, aus Hasenpoth, so wie den 14-: Herr William Meyer, Kaufmann aus Memel, bei Gerhard, in der Herren« straße, im Hause Nr. 209; Herr Starost v. d. Ropp, aus Papplacken, Herr Baron Roenne, aus Hasen­ poth, Herr v. Bagge, aus OienSdorff, Herr v.Kleist, nebst Sohn, aus Gawesen, und Herr Friedensrichter v. Hahn, aus Grobin, bei Büß, am alten Markt, im Hause Nr. 207. — Im 2. Stadttheil, 3. Quar­ tier, den 13.: Herr Schweitzer, Disponent aus Roth, hoff, bei Ernest, in der Zulianenstraße, im Hause Nr. 383; den is-: Dem. Linck, aus Windau, bei ihrer Schwester, im Hause des Herrn I . H. Wirckau, in der Kornstraße Nr. 301.

Markt, Preise. Cop. S. Weitzen pr.Loof 250 ö 290 Roggen 155 4 170 Gerste 110 » 120 Hafer 70 5 75 Erbsen . . . . . 140 5 t6l, Leinsaat . . . . . 170 5 260 Hanfsaat 150 Flachs äbrand.... pr. Stein ^ 350 — 3brand . . . . 300 — 2brand . . . . ; 250 Hanf. . . . . . 250 s 325 Wachs pr. Pfund 27 ä 30 Butter, gelbe. . . pr. Viertel 750 k 800 Kvrnbranntwein. . . pr.9 Stoof 1O0 Salz, St. UbeS. . . pr. Loos 230 — Lissabon . . . 220 Liverpool . . . . ^ . 215 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 — in förnen , dito . dito . 710 Theer, finländisch, . . . . äito. Wind und Wetter. Den 1. Februar SO., windig und maßige Kälte; den 2- SO., Schneegestöber; den 3. SO., heiter und milde Luft; den 4. und s. SO-, windig und mäßige Kälte; den 6. und 7. SO., etwas Regen und milde Luft; den 8. und 9. S., milde Luft; den 10. und 1!. O., mäßige Kälte; den 12. SW., bewölkt und mäßige Kälte; den iz. und 14. SO., Schnee.

Ist zu drucken erlaubt. Zm Name« der Civil«Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

Libaufch-s b l a t t. Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foeg?. KS.

Mittwoch, den 19. Februar P u b l i c a t i o n.

Wenn auf das Schreiben der Allerhöchst niedergesetzten Committee des St. Petersburgschen Kranken­ hauses für Minderjährige, vom 24. Januar d. I. sub Nr. 805, ich eine Subscription auf den Swod über die Bestimmungen der Aufnahme und Erziehung der Kinder mannüchen und weiblichen Geschlechts in allen Lehranstalten des russischen Reichs bei der Civil- oder Geistlichen und andern Jurisdictionen, eröffnet; so ersuche ich annoch alle diejenigen welche Exemplare besagten Swods » 5 R. B. Ass. zu haben wünschen, mir spätestens bis zum 22. d. M. darüber Anzeige und die zu pränumerirende Zahlung zu machen, indem »ch am 22. d. M. schon, die noch einkommenden Gelder abzusenden habe, tibau, den 13. Februar 1841Polizeimeister Michael.

St. Petersburg, vom 2. Februar. Se. Majestät der Kaiser haben am 10. December v. I . , auf Beschluß des Minister« komilö's, in Folge der Vorstellung des Mini­ sters der Volksaufklärung, Allerhöchst zu be­ fehlen geruht: daß am 28. April 1837 ver­ suchsweise auf drei Jahre bestätigte Regle­ ment über die Prüfungen zu Gelehrten-Graden, noch auf zwei Jahre in Wirksamkeit zu las­ sen.— Se. Majestät der Kaiserhaben am 17. December, auf Beschluß des Mmisterko« milä's. Allerhöchst zu befehlen geruht: die jetzt bestehende Verordnung in Betreff der Censur medicinischer Bücher, auch auf die in der Veterinair-Wissenschast herauszugeben­ den Werke auszudehnen. Von der Türkischen Grenze, vom 2- Februar. England hat in Scutari ein V ce Konsulat errichtet; am L- Januar ist Spi'ridion Bonati aus Korfu, welcher früher mehrere Jahre bei dem Englischen Konsulat in Prevesa gedient hat. daseZbst angekommen, und bat seine Funk­ tionen mit Bewilligung des Pascha's angetre­ ten. Nun wird wohl auch Frankreich, wel, ches schon früher den Konsularsitz von Prevesa nach Ccutari verlegen wollte, dieses Vorha» bcn realisiren, und es scheint, biß von bei­

den Seiten politische Beweggründe dabei zum Grunde liegen! da die Handels-Jnteressen bei» der Staaten an jenen Küsten zu unbedeutend" sind, als daß sie eines eigenen Vertreters be­ dürften. Paris, vom 10. Februar. Der Moniteur Algerien vom 19. Januar enthält Folgendes: ..DieDlvisionvonOranhat einen glänzenden Vor:heU über die Tiuppen Abdel-Kader^s erlangt. Ein «ttn 12. gegen die Gharabas unternommener Streifzug hat uns 1500 Ochsen, 300 Hammel. 30 Pferde, 20 Maulesel und 300 mit Korn beladene Kameelegeliefert. — Am 14. haben unsere Truppen den Kalifen von Mascara angegriffen. Das Ge­ fecht war kurz aber entscheidend; die Truppen des Kalifen haben die Flucht ergriffen und 300 Mann von den regulairen Arabischen Trup» Pen zu Fuß sind auf dem Platze geblieben; 400 Flinten, so wie eine große Anzahl Aa» tagans und Pistolen sind erbeutet worden, und die siegreiche Division ist am 15. nach Oran zurückgekehrt; sie hatte 7 Todte und 14 Verwundete." — Vom i l . Im Constuutio» nel liest man: ..Bei der Art von Anarchie, in der sich alle Staatsgewalten befinden, darf es nicht defremden, daß man die auffallend­

sten und unbegründetsten Gerüchte verbreitet, und daß die irregeführte Meinung gerade das Unglaublichste für wahr hält. Man stimmt allgemein darin überein. daß das Ministerium in seiner gegenwartigen Zusammensetzung un« möglich fortbestehen könne. Wie groß auch die Meinungsverschiedenheit sepn mag, in Bczug auf diesen Punkt herrscht Einstimmigkeit. Es vergeht daher nicht ein Tag, an dem nicht von den Nachfolgern der Minister die Rede ist Und die wunderlichsten Combinarionen auf­ tischt werden. — Soviel ist gewiß, daß iiimiiten der Parteien, oder vielmehr der Colerieen. die sich selbst und das Land zerreißen, das Ministerium eben so isolirtist, wie Frankreich inmitten Europa's; daß die persönliche Eitel­ keit übe? den Nationalgeist den Sieg davon trägt, daß die Spaltungen niemals größer waren, als in diesem Augenblicke, wo die Ei­ nigkeit der der Iulp - Revolution und IulpMonarchie ergebenen Staatsmänner nölhiger als jemals ist, und daß endlich die Umstände niemals ernster und gebieterischer, die Incriguen nie kleinlicher und elender waren, als jetzt."—Man meldet aus Ajaccio vom 2., daß daselbst am vergangenen Montag zum Gedächlniß des Kaisers ein Zrauergotlesbieost i» derselben Kirche stattgefunden habe, worin er getauft worden ist. Ein großer Katafalk war errichtet, der überall das Bild des Kai» fers zeigte und über welchem ein Adler mit ausgebreiteten Flügeln schwebte. Alle Läden waren geschlossen, die dreifarbigen Fahnen mit Flor umwunden und das Haus der Fa­ milie Bonaparte schwarz behängt. Alle No, tabilitäten wohnten der Feierlichkeit bei, die mit der größten Würde angefangen und be­ endigt wurde. London, vom 9. Februar. AuS Manchester schreibt man unterm j. Fe­ bruar: „Schon vor vierzehn Tagen hatten die Arbeiter in den großen Steinkohlengru­ ben des hiesigen Bezirks ihre Arbeit verlassen und dieselbe erst wieder angetreten, nachdem man ihre Forderung, ihren Wochenlohn um 7 Shilling zu erhöhen, nothgedrungen bewil­ ligt hatte. Durch diesen ersten Erfolg ermuthigt, haben sie jetzt eine abermalige Erhö» hung des Wochenlohns um 7 Shilling ge, forder» und, da die Grubenherren diese un­ verschämte Zumuthunq abwiesen, die Arbeiten abermals eingestellt. Fast sämmtliche Kohlengräber in Lancasbire sind diesem Beispiele ge­ folgt. Mehrere Fabriken und Mühlen haben

deshalb ihre Arbeit einstelle» müssen; andere behelfen sich mit schlechtem Feuerungsstoff oder theuren Holzkohlen. Die Einwohner un» serer Stadt leiden bei jetziger Kälte empfind« tich, indem viele durchaus nicht im Stande sind, sich die nöchigen Kohlen zu verschaffen; die armen Leure insbesondere sind in der pein­ lichsten Lage." Der „Globe" führt eine Menge alter Egpp» tischer Denkmäler namentlich an, die Mehmed Ali in der neuesten Zeit habe zerstören lassen, um sich Baumaterial zu Casernen für feine Truppen, zu Salperersiedereien, zu Baumwol« len- und anderen Manufacturen, zum Kolk» brennen und dergleichen zu verschaffen. Daß aenannte Blatt rügt es, daß Clot-Bei und Or. Bowring über diese Zerstörungen ganzgeschwie. gen, und findet sich de» dieser Gelegenheit v:r« anlaßt, eine Parallele zwischen Mehmcd Ali und Hrn. Thiers zu ziehen, indem es sagt: „Persönliche Spmpathleen äußern zuweilen ih» ren Einfluß auf die Handlungsweise öffentii, eher Charaktere bei wichtigen Angelegenheiten. Dlese Erscheinung erklärt einigermaßen den Eiser, womit Hr. Thiers sich demüht bat, die Sache Mehmed AU's zu vertheidigen. Hinsicht« lich des Geschmacks haben sich Beide als Bar» baren bewiesen, denn Herr Thiers erklärte jüngst in der Depulirten-Kammer, er hätte es lieber gesehen, wenn alle die schönen Kunst« schöpfungen der alten und neuen Zeit, alle die herrlichen Bildsäulen und Gemälde, die durch Napoleon nach Paris geführt worden, in Flam­ men aufgegangen wären, als daß sie, wie dieS 4815 geschehen, ihren rechtmäßigen Eigen» thümern wieder ausgeliefert wurden." New Aork, vom 8. Januar. Herr Mac Leod, ein Britischer Miliz Offi­ zier, war bei der am 29. December 1837 stattgehabten Verbrennung des Amerikanischen, angeblich den Kanarischen Insurgenten dienst­ bar gewesenen Dampfschiffes ,. Caroline " be» theiligt und daher schon lange ein Gegenstand der Nachstellung der Amerikanischen Grenzbe­ hörden, weiche die Vernichtung jenes Schif­ fes für wiederrechtlich erklären. Neuerdings war es ihnen endlich gelungen, des Herrn Mac Leod habhaft zu werden, er wurde in das Gefängniß von Lockporr gebracht und we» gen Mordbrennerei in Anklagestand versetzt Der Präsident der Vereinigten Staaten mach-' te am 4. Januar beiden Häusern des Kon­ gresses mittelst einer Botschaft die Anzeige

von der geschehenen Verhaftung und legte

zugleich die über die Sache zwischen dem Staats-Setretair. Herr Forsplb. und dem Britischen Geschäftsträger, Herin Fox gewech­ selten diplomatischen Zivlen vor. Vermischte Nachrichten. Der Winter dauert in W-en mit seltener Strenge fort: die Eismasscn auf der Donau häufen sich auf eine beunvubigende Weise und geben für den Fall eines schnell eintretenden Tha-uivetters großen Besorgnissen Rauui.— Nach Berichten aus Melnik ^?ar sich das Eis der Elbe bei dem letzte» Eisgange durch das plötzliche Sinken des Wassers dergestalt in das Flußbett bis au den Grund versenkt, daß die Elbe sich zwei neue Arme gebildet und ihren Lauf über unabsehbare Flächen bebau> ten Landes bei Horm und Anpcr genommen hat. Bei den bedeutenden Massen Schnees ist, wenn die Witterung plötzlich sich ändert, eine große Ueberschw.mmung zu befürchten, besonders da auch in der Moldau an mehre« ren Stellen, z. B. bei Prag unterhalb der Neumüblen (bei der Hetzinsel) das Eis sich stark aufgelagert hat. —In der Provinz NordBrabanr herrscht auf dem Lande der seltsame Gebrauch, daß bei Hochzeiten der Bräutigam wie ein Pferd vor einen Hflu.i gespannt wird u n d denselben ziehen m u ß . K ü r z l i c h g e s c h a h dies auch in Ramsdonk mit einem Lchgerbergefellen aus Breda, der Scherz nahm jedoch ein trauriges Ende. Der Bräutigam ward von den ziemlich berauschten Hochzeitsgästen so gewoltig den Acker auf und niedergejagt und mit Peitschenhieben regalirt. daß er todt zur Erde fiel.— I n der halbjährigen Ver­ sammlung der Liverpool-Manchester Eisenbahn, Gesellschaft wurde bekannt gemacht, daß sich die Einnahme des letzten Semesters auf 139.323 Pfd. bcliefen und einen reinen Gewinn von 70.629 Pfd. gewährten, wodurch den Aclionairen eine jährliche Dividende von 12 pCr. erwächst und noch ein Reserve Fond von 8772 Pfd. übrig bleibt. Im letzten Jahre sind 5,052,000 Personen auf dieser Linie gefahren und nur eine einzige, und zwar durch eige­ ne Schuld, verunglückt. Der König von Preußen hat einen außeror« dentlichen Botschafter, den Obermundschenk von Arnim, nach Madrid geschickt, um wo möglich, die Span. Wirren auszugleichen und eine Anerkennung der dortigen Zustände von Seiten östl. Machte zu bewirken. Spanien und Preußen wäre zu gratulire», wenn das gute Werk gelänge. — I n Heidelberg ist ciu

Student Wild, der einzige Sohn einer Wiltwe, im Duell mit Pistolen von einem Hol­ steiner, Namens v. Rosen, erschossen werden. Der Mörder mit den Secundanren und Zeu» gen har sich geflüchtet. — Die Winterbader kommen zur Freude Aller, die mit Langeweile geplagt find, in die Mode. Wiesbaden ist von einer Menge vornehmer und reicher Frem­ den besucht, die sich dort häuslich nicdergelassen haben, Engländer, Holländer, Schweden und Deutsche aus dem Norden. Es geht ver« gnügt her. — Ein eigenlhüml'cher Erwerbs­ zweig wird seit einigen Jahren in mehreren kleinen Städten des Pomster - Kreises (Groß» hcrzogthum Posen) sehr schwunghaft und mit beträchtlichem Gewinne für die Unternehmer betrieben, nämlich ..Blutegel - Eu.'rur." Im vnflossenen Jahre b-schästigten sich mir dem» selben drei Großhändler und zehn Kleinhänd­ ler nebst 38 Gehilfen und 26 Fängern. Sie haben eine Million unt 300.000 Slück Blute­ gel zu dem Durchschnillkprlis von 50 Tha« lern pr. Zausend abgefetzt und dadurch einen Erlös von 65 000 Thaiern gehabt. — Ein neues Reinigungsmittel. Das Mauerkraut (parietaria oskcivalis) wird von NUN an haufit! den Wirtschaften benutzt werden, denn man hat werihvell? Eigenschafren an ihm er», kannt. Man kann mit demselben und zwar kalt alles Geschirr der Küche von Zinn oder Silber, so wie die verschiedenen Gefäße rei» nigen, die Oel oder irgend etwas Fettes eilthalten haben. Es giebt überdies dem Glase Glanz und nichts putzt schneller die Spiegel, die Wasserflaschen, die Fensterscheiben, als dieses Krau:. Selbst lederne Handschuhe wurden bereits vollkommen damit gereinigt. Man verwendet den Stengel, hauptsächlich aber die Blätter, macht die zu remigenden Gegenstände naß und reibt sie dann leicht mit einer Handvoll dieses Krautes; in die Flaschen thut man Blätter mit Wasser hinein und schüt­ telt dies um; bei dem Putzen der Spiegel und Fensterscheiven wacht man nur etwas von die­ sem Kraut naß und fährt damit auf dem Glase hin und her. Das Kraut, das sehr' gemein ist, ist auch völlig unschädlich. — Zwei große Hunde (Bulldogs) von dem adeligen Hofe Gaedebebn, an der Chaussee von Stavenhageu nach Neubrandenburg, überfielen am 30. Januar Vormittags einen zehnjährigen Knaben aus Kl. Wildberg in dem benachbar­ ten Vorpommern, welcher seinem Vater, der auf der Gaedebepner« Meierei in Arbeit stand.

^as Mittagsessen zutragen sollte. Die Bestien zerrissen den Knaben und verzehrten sein Fleisch bis auf geringe Reste. Kürzlich fand wieder in dem civilistrten England an der Gränze von Buckingbamshire zwischen zwei gewaltigen Boxern ein Faust, kämpf statt, welchem an 10.VW Personen, vom Pair bis zum Taschendieb herab, mit regster TheilnaHme und zuweilen unter rvUdem Ge, schrei zusahen. Beide Kämpfer waren unge« fahr 23 Jahr alt, und die Veranlassung zum Kampfe gab die Herausforderung des einen dieser Fausthelden, Namens Hannan, daß irgend ein Mann in England, Irland oder Schottland itch mit ihm messen möge. Ein gewisser Broome nahm die üvermüthige Her­ ausforderung an, und ihre Patrone legten beiderseits öV0 Pfd. St. als Preis des Kam­ pfes nieder. Der Kampf dauerte, die Pausen ungerechnet, 1 Stunde 9 Minuten; 43 Gänge wurden nach allen Regeln gemacht, und Broo­ me trug über seinen fast immerwährend zu Boden geworfenen und zuletzt ganz erschöpf­ ten Gegner, der vom Wahlplatze weggerra. gen werden mußre, den glänzendsten Sieg und die 1000 Pfd. St. davon.

In ilirsm k.^st vollendeten 27sten ^»bre, starb i»m 17. dieses, Iiier in I>ibini, unsrv geliebte 8ck>vezter» ttositlie, L-trone»sv

lixkull-k^ldenband. Seit ^aliren von einer ^unxenscli^vindsucbt ei-Ai-illeN) >velcl>e sie selion vor I-in^erer ^eit bis sium tiaude des Krade-« fükrte, >v»ndelte sie seitdem nuk diesem, >vie eins dem l^ebeu kaum melir ^n^eliorende; nur ikr sebxveres s^eid^n erinnerte nuek d»r?»n. Ais »um letzten ^«Aenblioke die »eiterkeit ilire» Keistes befall »-end., ^oduroli sie in krübereu, beKlücliteren Vilsen so oft die d'eele unseres bÄusIielien Xreises vv-tr — sollten ikr Sterben, mir ein Lotsclilummern, es v^nr »»nft und scdmer?.Ios. Frieds über der ^sclie der vieltzeprüktvQ Dulderin. l^ibAu, den 19. k^ebruar 18tl. Die t»ekbetrüdtLÄ Kesobvvister.

Gerichtliche Bekanntmachungen. Auf Verfügung Eines Libauschen StadtWaiscngerichrs soll das in der Nähe der Synagoge sub Nr. 229 belegene ehemalige Kokoffskische Haus cum att- ^ pertinentiis I , i j u drucken erlaubt.

aus den Februar b. I . in der S'tzung des Waifengerichts. unter denen in l'erminc» bekannt zu machenden Bedingungen, an den Meistbietenden zur Miethe öffentlich ausge, boten werden; weshalb solches den Mieths» lustigen hiermit zur Wissenschaft gebracht wird. Libau, den 12. Februar 1841. Auf Verfügung Eines Libauschen Stadt» Waisen-Gerichts soll 5as zum Zimmermann Sonertschen Nachlaß gehörige, sub Nr. 417 allhier dem Bäcker Rofenkranzschen Hause gegenüber belegene Haus,' auf den 20. Fe­ bruar d. I . in der Session des Libauschen Stadt-Waisen-Gerichts. unter denen in 1ermlno..bekannt zu machenden Bedingungen, zum Kauf an den Meistbietenden öffentlich ausgeboten werden : weshalb solches d«en Kauf« lustigen hierdurch zu wissen gegeben wird. Libau, den 11. Februar 184l«

Bekanntmachung. Unterzeichneter warnet hiermit einem Jeden, ohne schriftliche Erlaubniß der Preekulnschen Guts-Verwaltung, durch keinen Preekulnschen Bauern, er mag Wirth oder Knecht sepn, Holz führen zu lassen, indem die Pferde des Gebiets dadurch ruinirt werden und der Bauer den Betrag davon gewöhnlich vertrinkt, und die Pferde vom Hofe erhalten muß. welches der Guts'Verwaltung nicht gleichgültig seyn kann. Jeder Preekulnsche Bauer, der mit einer Holzfuhre angetroffen wird, soll daher mit Fuhre und Allem nach dem Hofe gebracht werden. Papplackeu, den lO. Februar l84l. Ropp. i Kurator der Preckulnschcn Mass,e.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, i. Quartier, den lk. Februar: Herr v. Drachenfels, ncbst Familie, aus Sirgen, bei Herrn Graff; den )7.: Herr Baron v. Sacken, nebst FamiUe, aus Bathen, im Kötzschen Hause, jenseitS der Brücke; Herr Greiling, Gemeinde-Gerichtsschrei, bcr , aus Bassen , bei Madame Günther, jenseits der Brücke, im Hause Nr. 155. — Im 1. Stadttheil, Quartier, den jg.: H.rr Baron v. Manteuffel, aus Zierau, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209; Herr Baron Carl und Otto v. Medem, aus Laukozem, bei Büß, am alten Markt, im Hause Nr. A>7. — Im 2. Stadttheil, z. Quartier, den 18.: Herr strahl, Amtmann auS Zierau, und Herr Melantowiy, Amtmann auS Fircks-Assiten. bei Ernel?' im Hause Nr. z^'., in der Julianenstraße '

I m Namen der Civil-Obcrvtrwaltung Lcr Ostsee-Provinzen, T a n n e r , Censor.

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i b a u f c h e s

b l a t t.

Wochen

Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege. JE.

Sonnabend, den 22. Februar P u b l i c a t i o n.

Zur Erfüllung bes Auftrages der Kurlandischen Gouvernements-Bau-Commission vom 10 d. M. sub Nr. 190, wird hierdurch zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, wie zur Uebernahme der Erbauung einer Holz-Remise nebst Abtritt bei d?m Libauschen Rentei-Gcbaude, der Reparatur des Grenz - und StraßenZaunes nebst Pforte daselbst und der Reparatur des Renrei-Gebaudes selbst, bei dieser Behörde, in deren Kanzellei auch die Kosten-Anschläge und der Grund- und Aufriß eingesehen werden kann, am 25 d. M. ein Torg abgehalten werden soll, weshalb Baulicbhaber aufgefordert werden, an besagtem Tage, Vormittags um ll Uhr in der Session dieser Behörde mit den erforderlichen Saloggen zu erscheinen und ihre Mindest­ forderungen zu verlautbaren, worauf der Peretorg bei Einem Kurländischen Kameralhofe am 5. Mär; d. I. abgehalten werden wird. Libau-Polizci«Amt, den 20. Februar Nr. 3t9. Polizeimeister Michael.

Z. D. Gamper, Sekr.

St. Petersburg, vom 6. Februar. Der Reichsrath hat im Departement der Gesetze und in der allgemeinen Versammlung, nach Durchsicht der Unterlegung der allge, meinen Versammlung der drei ersten Departements des Dirigirenden Senats, über den dei Klagen über Bestimmungen der Kirchen» Obervorsteherämter Evangelisch , Lutherischer Confession zu beobachtenden Gang, den in je­ ner Unterlegung auseinandergesetzten Beschluß des Senats für richtig erkannt, und demsel» ben gemäß als Gutachren festgesetzt: 1) Klagen über alle Verfügungen der Kirchen Ober« vorsteherämter Evangelisch - Lutherischer Con­ fession überhaupt werden vor die Gouverne» ments Regierungen gebracht innerhalb einer Frist von vier Wochen vom Tage der Bekannt­ machung solcher Verfügungen an gerechnet (Art. 1494) im Codex der Civil Gesetze Band 2) Den Gouvernements-Regierungen wird zur Pflicht gemacht, diese Klagen nur in un­ streitigen Sachen zu entscheiden; sobald aber etwas bei irgend einer Sa>5e streitig ist, so wird dieselbe den comperenren GcriHtsbehör,

den zur Durchsicht übergeben. Dieses Gut» achten des Reichsraths haben S. M. der Kai­ ser am 16. Dec. v. I . Allerhöchst zu bestä« tigen seruht. — Im Jahre 1838 wurden mit. telst Bekanntmachung durch die öffentlichen Blätter die Besitzer der bis zum März 1828 auf ordinaires Papier geschriebenen und mit Siegel von Siegellack versehenen Billette der Reichsleibbank eingeladen, selbige in der ge, nannten Bank vorzuzeigen. Zu einer solchen Vorzeigung, wie auch zur Anzeige, daß der» gleichen Billette als Unterpfand oder aus an» deren Gründen irgendwo in Behörden liegen wurde eine bis zum 1. Juli 1840 bestimmte Frist gegeben. Da nun nach Ablauf dersel, ben viele der auf ordinaires Papier geschrie, benen Billette noch nicht vorgewiesen worden sind, so sieht sich die Reichsleihbank veran, laßr, hienn't obige Frist noch bis zum 1. Juli 1842 zu verlängern. Darmstadt, vom 14. Februar. Der Erdgroßherzog, welcher mit seiner Ge­ mahlin in München verweilt, wird sich zugleich mit dem Herzog und der Herzogin von Leuch,

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renberg nach St. Petersburg begeben, um der Ihrer Majestät von dem Englischen Consul Feier der Vermählung seiner' Schwester mit zu Rio Janeiro gesandt. Bei Uebersendung desselben an den Sultan har die Königin we^ dem Russische.» Thronfolger beizuwohnen. Bis dahin wird sein Vater, unser Großherzog, -niger den innern Wenk, als die seltene, den Umständen gerade so angemessene Form in der jetzt 65 Jahr alt ist, sich gewiß von sei­ nem ziemlich ernsthaften Krankhettsanfall erBetracht gezogen. —Die Themse ist. was nur bolt haben. Von den vier oder fünf letzten in sehr seltenen Iahren geschieht, Inder obern Regentenvorfahren desselben erreichten alle das Gegend v^n London zugefroren, so daß sie hohe Alter von mehr als 70 Jahren. von Fußgängern passirr werden kann. Von München, vom 13. Februar. der Konbon Brücke abwärts geht sie in dem Künftigen Montag werden ^ I . KK. HH. verengten Bette dergestalt mit Treibeis, daß der Herzog und die Herzogin von Leuchten« alle Schiffahrr gehemmt ist. Tausende von berg sich auf den Rückweg nach St. Peters­ Menschen sind dadurch für den Augenblick er, burg begeben, und zwar über Weimar und iverb - und drodlos geworden und mehrere Berlin. Da der Herzog diesmal verhindert Lebcnsbedürfntsie m» Preise gestiegen. wurde, nach seinen Besitzungen in Italien zu ^ Kassel, vom 19. Februar. reifen, so sandte derselbe gestern seine., Ge» Unsere hochverehrte Landesmutter, Ihre K. Heimen Secretair Herrn Musart dahin ab. H. die Frau Kurfürstin Auguste, geborne Paris, vom 14- Februar. Prinzessin von Preußen, ist heute unerwartet, Die Französische Flotte wird für das kü»f, zum Schmerz der Stadt und des ganzen Hes­ tlge Jahr im Budget auf 20.000 M. Seesischen Landes, mit Tode abgegangen. Ihre truppen und 45.000 Matrosen berechnet. Im Königl. Hobeir schien von ihrer frühern KrankDienst sollen seyn: 20 Linienschiffe, 22 Fre. heit gänzlich hergestellt und wurde vor eini­ galten, 18 Corvetten, die verhält«,ißmaßige gen Tagen von einem anscheinend sehr unbe» Zahl kleiner Schiffe und 35 Dampsdoote. Bis­ deutenden Anfall der auch hier herrschenden her bestand der Generalstab der Flotte aus Grippe ergriffen. Hierzu trar jedoch beute 3 Admiralen. 10 V-c admiralen, 20 ComreMorgens ein Lungenschlag, der dem-tbeuren Admiralen, zusammen also 33 Obel-Offizieren. Leben ein Ende machte. Ihre Kön. Hoheit Nach dem alio eben der Pairskamm.^r vorge­ war am 1. Mai 1780 geboren und hat mit» legten Gesetzentwürfe wird die Zahl der Adh.n ein Alter von noch nicht 61 Iahren er, mirale im Frieden auf 2 und nur im Kriege reicht. aufdrei bestimmt. Nach dem bewahren Grund» Kopenhagen, vom 13- Februar. satz: Junge Capitaine und alte Avmirale zu Das Meer zwischen hier und Schweden ist haben, wird das Alter der Viceadnurale auf so fest gefroren, daß von hier gestern nach 68 und das der Contreadmirale aus 65 bestimmt, Landscrona vier Einspännerschlitten und nach bevor sie zur Reserve übergehen sollen. — Die Malmö 23 Schlitten mit Gütern Hinübergin, Polizei ist in großer Bewegung, um ein>.n gen. Maskenzug zu verhindern, der in du ser Woche Rom, vom 9. Februar. stattfinden soll, und an dem, wie es heißt, Der Papst hat einen Lateinischen Brief em< einige Tausend Studenten The«l nehmen wol­ pfangen, welcher in Paris zur Post gegeben len. Es heißt, daß bei dieser Gelegenheit worden ist, und die Unterschrift „Secrerair Dinge und Personen karrikirt werden sollen, Christi" trägt. I n demselben wird dem Start» die das Einschreiten der Polizei unumgäng­ Halter Petr« angekündigt, daß er während der lich nothwendig machen würden. Dauer seiner Regierung im Besitze dex. welk» London, vom t5- Februar. lichen Gewalt und Güter bleiben solle, daß Das Wasser, wir welchem die Kronprin­ aber bei dem herannahenden Augenblick, in zessin getauft worden, soll aus dem Jordan welchem er den Loh» für seine Müden em? gewesen sepn; wer der Königin ein Geschenk pfangen werde, eine andere Ordnung der damit gemacht har, wird in den Blättern Dinge eintreten, und Dem. welcher nach ihm komme, keine weltliche Gewalt mehr verbleiben nicht gesagt. Die König''»» von England Haldem Sultan solle. Der Papst hat diesen Scherz ganz in Abdul Medschid einen gi eßen Diamanren van tem Sinn eines Scherzes aufgenommen, und schönem Wasser gesai dr. der die Form eines w»t herzlichem Lachen die CarnevaZs Reliquie, verschiedenen Personen vorgezeigt. Halbmondes har. Dieser Diamant wurde

i Könffalitinopcl, vom 1. Februar, Reschid Pascha, Minlste^ der auswärtigen Angelegenheiten, ist in Ungnade gefallen. Man befürchtet dessen völligen Srurz. Zu seinem Nachfolger foll bereits Rifaat Bei, der ehe» malige Borschaster am Kais. Hoflager in Wien, später Mustcschar im auswärtigen Departe­ ment, ein Mann von geringen Fähigkeiten, bestimmt sepn. Reschid Pascha, der Feind der Monopole, der Urheber der fre,sinnigen Handelstractate, die in den letzten Iahren mit den Europäischen Mächte» geschlossen wurden, der Verfolger des Bestechlichkeit « Systems, der Verschwendung und der Immovalit-ät der Türk. Beamten, der eifrigen Förderer der Ideen von Güihane, vielleicht der einzige Mann, der die Fähigkeit besitzt, die Türkei wieder zu erheben, mußte fallen, wenn die Partei des Rückschritts ihre Zwecke erreichen sollte. Der Angriff gelang, und die Absetzungs» Verfügung des Ministers ward unterzeichnet. Dieser, glücklicher als Chosrew, ersuhr es noch zur rechten Zeit, nämUch , bevor ihm jene Verfügung zugestellt wurde. Er wandte sich an die fremden Gesandten, welche nun alles in Bewegung setzen, um den aufgeklärten Mann auf seinem Posten zu erhalten. Für den Augenblick dürfte es gelingen, doch der Boden, auf dem «r steht, ist untergraben, die zerstörende Explosion unausweichlich, wenn sie auch vielleicht erst «ach Monaten erfolgen sollte. Man spricht übrigens von einem star« ken Nervenanfall, den der Minister erlitten habe. Gewiß ist, daß die auf gestern und vorgestern angesagt gewesenen Conferenzen im auswärtigen Departement nicht stattfanden, sondern wegen Unpäßlichkeit des Ministers auf den Z. d. verschoben wurden. Gegenstand derselben ist der Entwurf des Fermans für den Vicekönig von Egypten, welcher nun in doppelter Gestalt den Repräsentanten vorge, legt werden soll; ein Mal als Entwurf für die Berathungen in London in ziemlich^^llge» meiner Form, dann aber in noch allgemeiner» Grundzügen zur vorläufigen Beruhigung des Vicekönlgs. Letzter« hofft man schon am 5. oder 6. d. M. nach Alexandria absenden zu können. Mehmed Ali hätte, ohne die bün­ digsten Zusicherungen hinsichtlich seiner erbli, chen Investitur, nimmermehr die Flotte her» ausgegeben noch Syrien und Arabien geräumt. Selbst jetzt, wo diese Erblichkeit keiner Frage mehr unterliegen dürfte, fährt man in Alex­ andra mit den Rüstungen so eifrig fort, daß

man sich daselbst am Vorabend eines aus« brechenden Krieges glauben sollte, wobei die Zurückziehung der Truppen aus dem Hedschas und aus Syrien die Gestalt einer Zusammen« Ziehung der ganzen ägyptischen Macht auf einen Punkt, zum Behuf eines energischen Widerstandes, anzunehmen scheint. Offenbar ist das Verfahren Mehmet Ali 'S eine Nach» ahmung Dessen, was in Frankreich vor un« fern Augen geschieht; neben den wärmsten Friedensversicherungen eine drohende Vorbe» reitung zum Kampfe. Gumbinnen, vom 12. Fcbruar. Vom 19. Januar bis zum Ende des v. M. fiel bei heftigem Winde in einigen Gegenden d^s hiesigen Regierungs'Bezirks eine solche Masse Schnee, daß die Verbindung sehr er­ schwert, und j>in und wieder gänzlich unter« drochen war. An einzelnen Stellen lag 'der Schnee bis 18 Fuß hoch, so daß Häuser und Dörfer bis zum Dach verschneit waren, und auf der Chaussee von Tilsit zur Russischen Gränze, in der Gegend von Picktupönen nur die äußersten Spitzen der Chausseebrücken sicht­ bar blieben. Für die schlecht eingegrünten Saaten wird die hohe Schneedecke bei dem im v. M. eingetretenen heftigen anhaltenden Frost sehr günstig scyn; ein Schmelzen des Schnees durch Regen läßt aber sehr bedeuten« de Ueberschwemmungen und Schaden befürch­ ten. I n den Memel-Niederungen ist man, bei dem hohen Wasserstande des Stromes, sehr für die Sicherheit der sonst in kehr gu­ tem Stande befindlichen Dämmebesorgt. Neun» zehn Personen sind im hiesigen Regierungs­ bezirk im v. M. auf den Feldern erstarrt todt vorgefunden worden. Viele Schäfereien er» leiden noch anhaltend bedeutende Verluste, in» dem in Folge der nassen Weide wahrend des abgelaufenen Jahres sehr viele Schafe krank geworden sind. Auch unter den Pferden hat die Influenza und hin und wieder die Räude noch nicht beseitigt werden können. Nach Wolle hat sich auch im hiesigen Regierungs» Bezirk nicht unbedeutende Nachfrage gezeigt, und es werden für dieselbe 6 bis 8 Thlr. pr» Centner über den vorjährigen Preis geboren. Die hiesigen Getreidepreise halten sich fort« während ziemlich hoch; doch ist die Nachfra» ge nach Gctraide) als Koufmannswaare, ge» ringe. Zur Consumtion wurden wiederholt nicht unbedeutende Quantitäten von Hilstt Nach Instcrburg verladen.

Vermischte Nachrichten. Darmstadt. Vor Kurzem wurde in dem Dorfe Inheiden, bei Hungen, eine wund» ärztliche Operation vollzogen, wie sie vor ei­ nigen Jahren, in der Gräfeschen Klinik in Berlin ausgeführt, allgemeines Aufsehen er» regte. Ein. Ljähriger Knabe halte bei dem Spiel eine Bohne in die Luftröhre bekommen und war dem Ersticken nahe. Am dritten Ta­ ge vollzog der Bezirks-Wundarzt Rouge den > Luftröhrenschnitt, wobei zwei Ringe der Röhre durchschnitten wurden. Die Bohne wurde dann durch heftiges Husten in zwei Malen durch die Wunde hinausgeworfen, diese durch die blutige Nach geschlossen und nach 3 Wo­ chen war das Kind vollkommen genesen. — Der Baron Delmar in Paris ließ vor Kur, zem den Salon seines Hauses so dekoriren, wie der Dom der Invaliden bei der Todtcnfeier Napoleons decorirt gewesen war, und das Requiem Mozarts von denselben Künst­ lern singen, welche dasselbe in dem Dome ge­ sungen hatten. Dies kostete dem Festgeber ' 45.000 Fr. Eine Franz. Zeitung sagt, es jep alles ganz vortrefflich gewesen und es habx nichts gefehlt als — eine Leiche. — Der „Hamb. Corresp." berichtet aus Berlin, daß die Preuß. Armee gänzlich anders uniformirt und statt der kurzschößigen Montirungen Litefken, d. h. kurze Oberröcke erhalten soll. — Dasselbe Blatt sagt, daß der König von Preußen bei der 200sten Vorstellung des „Freischütz" iy Ber­ lin der Wittwe K. M. v. Webers ein Geschenk von 100 Ducaten auf Antrag des Intendan­ ten der Schauspiel«.', Grafen von Redern, ha» be zustellen lassen. — Dem Dichter DeS bekannten Rheinliedes, Nicolaus Becker, wur­ den aus der Porzellanfabrik zu Mettlach 7 prachtvolle Teller, deren jeder eine Strophe des Liedes enthielt, zum Geschenk gemacht. Bekanntmachungen. Bekannt unä. beliebter I^evkojen-Lsamen von Xoekler in Windau ist su bei D e w i t z senior. 3

Ein am 15. Febr. bei dem Klein-Drogenfchen Kruge gefundenes Säckchen, worin ein Leibrock befindlich, kann abgeholt werden bei dem Pastor Runtzler in Durben.

daselbst auf hier in. Ladung und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten

Güter.

1

E i n Quantum Garten-, Gemüse-, Strauch-, Baum- und Blumensamen ist hier in Libau, Kirchenstraße Nr. 60, vom Auslande ange, langt. Die Samen haben nicht bloß einen bedeutenden Umfang der Species, sondern enthalten auch manches Neue und Neueste. So balde das Verzeichniß die Presse verlas­ sen, wird selbiges unentgeltlich verabreicht. Ich werde durch eine reelle und prompte Be, dienung das Vertrauen eines verehrten Publi­ kums stets zu erlangen bemüht sepn, und bitte um zahlreichen Zuspruch. G. Waeber.

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, 2. Quartier, den20. FebruarHerr Hauptmann v. Offenberg, aus Grobin, Herr v. Fircks, aus Rudden, Herr Ernst Metzberg, Tisch, Vorsteher aus Hasenpoth, und den 21-: Herr V.Keyserlingk, aus Groß-Lahnen, bei Büß, am alten Mark­ te, im Hause Nr. 207. A b r e i s e n d e r . Oer Fleischergesell Heinrich August Schuhmacher aus c Eutin, reiset nach Riga. z

Libau, den 22. Februar 1841. Markt « Preise.

Cop. S.

Weitzen pr.koof 250 5 290 Roggen — 155 5 ,70 Gerste — 1t0 k j20 Hufer — 70 ü 75 Erbsen . . . . . . . . — »40 d jftt Leinsaat — 170 5 2>0 Hanfsaat — 150 Flachs äbrand. . . pr. Srein^ 350 — zbrand 300 2brand > 250 Hanf. . . 250 a 325 Wachs . . . . . pr. Pfund 27 5 30 Butter, gelbe. . . pr. Viertel 750 ä 800 Kornbranntn'ein. —. . . . vr.HStvof !0V Salz, St. Ubes pr. xoof 230 Lissabon 220 ' — Liverpool 2t5 Heringe, in büchenen'Tonncn,. pr. Tonne 730 . — in fernen . äito . äito . 710 Theer, linlandisch, . . . . äno .

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Wind und Wetter. Den 16. Februar SQ., bewölkt und maßige Kalte; den 17. SO-, Schneegestöber; den 18. S., heiter; den 19. SW., bewölkt und Schnee; den 20.0., hei» führend d a s Capitain I . H. Brandt rcr; den 2l- SO., Schneegestöber; den S S c h i f f H a r m o n i e , jetzt i n Lübeck, legt s i c h Schnee lmd milde kuft.

Ist!« drucken erlaubt. Im Namen der Eivtl^Obervenraltung der Ostsee,Provinzen, Tanner, Censor.

Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege.

Mittwoch, den 26. Februar

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St. Petersburg, vom 10. Februar. unter der Verwaltung der Reichs,Domainen Nachdem der Reichsrath im Dep. der Oe- standen, und bei der Überlassung der Einkonomie und in der allgemeinen Versammlung künfre von den Widmen zum ausschließlichen das aus der 2- Abteilung der eigenen CanEigenthum der Geistlichkeit dazu auch gar zellei Sr. Maj. des Kaisers eingebrachte keine Nothwcndigkeit vorhanden ist; endlich Memoire über Pastorats-Widmen in Kurland daß die Einmischung der Regierung i n die durchgesehen, hat Derselbe gefunden, daß die innere Verwaltung dieser Wälder die E i n in vorliegendem Falle aufgeworfene Frage: ov künfte der, der Geistlichkeit von den Widmen jene Widmen, die von unserer Regierung oder bestimmten, Einnahmen verringern könnte, vom gewesenen Orden zur Unterhaltung der bat der Reichsrarh für gerecht gehalten, in Geistlichkeit gegeben sind, für Krons- oder dieser Hinsicht zur früheren, vor dem Jahre Kllchen-Etgenthum angesehen werden sollen, 1833 bestandenen Ordnung zurückzukehren durch de/i § ^ 9 des Organisationsgesetzes und hat in Folge dessen als Gutachten festgeder Evangelisch Lutherischen Kirchen vom Iah. setzt: jeglichen Antheil an der Verwaltung und re 1832 entschieden ist, nach dessen Worten Disposition über die Widmen-Wälder in Kurjeglkches, zur Unterhaltung der Kirche bestimmland von Seiten des dortigen Forstamtes auftes E'genthum, Kirchengut ist. Da jedoch nach zuHeben. — Dieses Gutachten des Reichsratbs ut!«eren Gesetzen das Eigenthumsrecht nur dann haben S e. M. der Kaiser am 26 Der v ein vollkommenes ist. wenn mit dem Besitze I . Allerhöchst zu bestätigen geruht ' ' ' und^ der Benutzung auch Disposition und München, vom 18- Februar Entäußerung verbunden ist Kirchen aber nicht Der Herzog und die Herzogin von Leuch. anders, als mit Allerhöchster Genehmigung, tenberg werden nicht, wie es in mehreren entäußern können, so erhellet daraus, daß Blättern heißt, nächsten Montag, sondern die W'dmen kein vollkommenes Eigenthum falls es nicht anders verfügt wird, erstaeaen der Geistlichkeit sind, nach dessen Recht demEnde März ihre Rückreise nach St. Beters» selben unstreitig sowohl alle Einkünfte, als bürg antreten. auch die ganze innere Verwaltung in jenen ° Paris, vom 19. Februar Güter gehören. Was ferner die in den WidEs ist wieder einmal die Rede davon die men befindlichen Wälder insbesondere anbe.«. Frage 6on dem Bau einer Eisenbahn' von trifft, so gründete sich die Forderung des geParis nach Straßburg wieder auüunebmen wesenen Dep. der Reichs-Domainen, daß sie Es waren bereits in den Iahren 1837 und seinem Ressort untergeordnet werden sollten, 1838 einige vorbereitende Arbeiten in Betreff auf das Kurländische Forst-Reglement. Jedoch dieses Projektes gemacht worden. in Betracht dessen, daß diese Forderung nicht Vermischte Nachrichten. vop dem Jahre 1833 entstand, das Forst-Re, Wolmar, vom 10. Febr. Wenn der ehrglement aber im. Jahre 1840 erlassen worden liche Finder einer kostbaren Sache bei freiist, daß bis dahin die erwähnten Wälder nicht williger Ablieferung derselben eine geringfügi-

ge Belohnung erhält, so kann das Letztere ei, nen doppelten Grund haben: der wirkliche Eigenthümer schlägt entweder das ehrliche Herz des Finders so hoch an, daß er sich schämt, die Ehrlichkeit mit Gelde bezahlen zu wollen; oder er schlägt die Ehrlichkeit zu nie­ drig an und meint, mit einer Lumpen.Kleinig­ keit feine Anerkennung hinreichend an den Tag zu legen. Welche von beiden Rücksichten bei dem folgenden Vorfall die Belohnung be» stimmten, mögen die Leser dieses Blattes ent­ scheiden. Ein Commis des Hauses Roth­ schild, Namens G., fuhr mit einem Courier am 20. Januar d. I . durch Wolmar nach Petersburg. Etwa S Werst hinter unserer Stadt wird durch eine mächtige Erschütterung beim Fahren über eine Brücke der Boden des verdeckten Schlittens herausgeschlagen, und dVr todte Inhalt desselben, ohne'daß der le» bendige es merkte, auf die Landstraße geschleu» dert. Ein Bauer aus einem naheliegenden Wolmarshofschen Gesinde, mit Namen J a h n Weidorf, geht bald darauf über die Land» straße, sieht an der Brücke einen zertrümmer­ ten Kasten, einen Pack großer Bücher und ei­ nen lose zusammengeschnürten, grobleinenen Beutel liegen. Außerdem bemerkt er noch 12 lange, schmale Ziegelsteine, die zerstreut aus dem Wege nahe der Brücke lagen. Sie wa­ ren aber wunderbarerweise fast alle in grobe Feinewand genäht und hatten ein Siegel, nur von einigen war die Leinewand mehr oder we» Niger abgestreift; und da ergab sich denn bei genauer Besichtigung, daß sie Metall waren, in der Gestalt großer Ziegel, nur nicht ganz so breit. Erfreut über seinen Fund, den er für Messing hielt, überlegte der Bauer, wie er ihn nach der Stadt schassen und dort, der Vorschrift gemäß, dem Ordnungs - Gerichte abliefern sollte. An Forttragen war kein De, danke, da er mit beiden Händen kaum eine der Stangen heben konnte. Er schafft also das Gefundene bei Seite, will nach Hause gehen und ein Pferd hvlcn; da stößt ein an» derer Bauer, ein Schneider, zuibm. der auch den Vorfall erfährt, ihm aber beim Fortschaf­ fen, da er auch zu Fuß war, nicht helfen konnte. Endlich begegnet er einem Lettischen Schmied, der mit sennm Weibe nach Wolmar fährt. Der w lligt auf des Finders Bitte darein, das Gefundene in seinem Schlitten mit nach Wolmar zu führen, cbwobl das Gewicht der Stangen weit über ein Schiffpfund betrüg. Auf dem Wege erkannten der Schmied und

die beiden ersten Bauern, die neben dem Schlit» ten hergingen, aus dem Gewichte der Barren, daß sie Gold seyn mußten, und wurden darin noch mehr bestärkt, als sie die Goldmünzen, welche in dem offenen leinenen Beutel lagen, mit den Stangen verglichen. Kürz vor der Sradt erzählt der Bauer mehren Leuten vor dem Wolmarshsfschen Kruge —aus früperer Zeit charakteristisch „Verderb" genannt — sein Abenteuer und zeigt auch den Fund. Ais er indessen 100 Schritte weiter gefahren war. kommt ein Reisender mit Postpferden ihm nach­ geeilt. Dieser harte sich am Kruge erkundigt, ob die Leute etwas von den verlorenen Sa» che» wüßten, und war von ihnen auf den Bauerschlitten gewiesen worden, der vor ihren Augen eben in die Stadt einbiegen wollre. Als er in dem Gauerschlitten sein Eigenthum wiedererkannte, fiel er auf offener Landstraße auf die Knie, erhob' die Hände gen Himmel und konnte vor Schluchzen kaum sprechen. Einige Wolmarsche Bürger, die in der Nähe waren, dienten als Dolmetscher zwischen ihm und den Bauern, und so erhielt der Eigen« thumer Alles, was er verloren, auch snnei» Beutel mit Ducatea wieder, den das Bauer­ weib im Schlitten in Verwahrung genommen hatte und, ohne auch nur ihn verhehlen zu wollen, gleich herausgab. I n seiner Freude beschenkte der Commis des Hauses Rothschild den ehrlichen Finder mit d r e i g a n z e n R u ­ beln Silber, von denen dieser dem Schmied für das Führen der Goldstangen ISO Kop. S.. und sodann dem Lettischen Schneider mehr als die Hälfte des Uebrigen abgeben mußte, also daß er für sich etwa einen halben Rubel Silber erhielt. Der Werth des Gefundenen aber betrug — da jede der 12 Goldbarren über 2 Liespfund, vielleicht 50 vollc Pfd.. schwer war — gegen 175.000 bis 180.000 Rubel Silber » Münze, außerdem etwa 120-^130 Ducsten im Beutel. — Man bedauert, daß der Finder nicht dazu kam, seinen Fund vor Gericht dem Eigentbümer abzuliefern; die Be« Hörde hätte dem ehrlichen Finder, der bei der Ablieferung an den Eigenthümer nichts, gar nichts forderte, eine andere Anerkennung sei­ nes ehrlichen Sinnes erwirkt. (Züsch.) E'n Mechanikus in Bödmen trat vor nicht langer Zeit mit einer Erfindung auf. der er den Namen ..musikalisches Ruhebett" beilegte. Die Einrichtung soll ungefähr folgende seyn: Dem äußern Anscheine nach ist es ein bloßeS elegantes Sopha; doch, sobald man sich dar«

Auf gutt Fahrt zur Eisenbahn! auf niederleg:, wird durch die Kraft des Stoßt wacker mir den Glasern an! Druckes ein innerer Mechanismus in Bewe­ Der Handel wird sich höher schwingen gung gesetzt, und es ertönt alsbald ganz leise Durch Polens mannigfait'ge Fracht, Das Geld wird in den Tüschen klingen. eine sanfte Arie von Aubcr, ungefähr so lange, Daß froh das Herz im Leibe lacht; als man Zeit zum Einschlafen braucht. Nun Und für mich langt zur Eisenbahn aber defindet sich am untern Ende des Ruhe­ Ein hübsches Wiener Madchen an. bettes eine Uhr, deren Zeiger man beliebig stellen kann. Zur bezeichneten Stunde läßt sich Doch hin und der von Eisenbahn! Stoßt, wenn Ihr wollt, noch Einmal an. alsdann ein Marsch von Spoukin« hören, und Wohl bringt sie Nutzen unserm Städtchen; zwar mit solchem Getöse, daß er selbst die Doch fallt mir eben schmerzlich ein: Siebenschläfer aufzuwecken im Stande wäre. Es wird so manches hübsche Mädchen Am Ende wohl noch spröder sein. -i-Ber einer Studenlenschlittensahrt zu Bres­ Seht, was durch Damps dann vielen droht lau wurde auch die Emancipation der Frauen Die allergrößte Herzensnoth! dargestellt. Eine geniale Dame mit einem kolossalen Schnurr- und Backenbart saß rau» Ja, ja, das bringt die Eisenbahn! (Pro Forma stoßet wieder an) chend an einem gelehrten Zisch und schrift» Gewißlich kommt dann hergezogen steuerte. Gegenüber saß ehrfurchtsvoll chp So mancher Wiener Charlatan, Anbeter und strickte. Hat manches Herzchen dort betrogen, Derzeichniß über die, im Monate Januar, bei der evangelisch - deutschen Gemeinde zu Libau Getauf­ ten, Copukirren und Verstorbenen. Getaufte: Ida Elise Klara Pölitz. — Anna Agnese Tramm. — Friedrich Jakob Christoph Kiesler.— Hugo Friedrich *. — Herrmann Richard Adolph * Co pulirre: Zimmergeselle Zoh. Eduard Rosen­ berg mit Maria Eleonore Sonn. — Bürger und Bäckermeister Friedrich Jakob Kluge mit Katharina Henriette Nieckels. — Maurergeselle Gotthard Ernst Zoh. Srernbcrg mit Anna Maria Emilie Blase. Verstorbene: Unverehelichte Kathar. Veronira Bähnisch, alt 76 I., 3 Mon. — Stadtwäger, frü­ herer Rathsherr Herrmann Friedrich Stender, alt 57 ^>» 2 Mon. — Unverehelichte Anna Katharina Be­ tend, alt 52 I. — Polizeiquartieraufsehcr-Wittwe Dorothea Elisabeth Reinhard, geb. Kogge, alt /»6 — Kaufmann Philipp Jakob Minne von der Bussen, alt 77 I. — Herrmann Richard Adolph Küster, alt 6 Mon. — Unverehelichte Katharina Karolme Siegel, alt 50 I., 4 Mon. — Frau Drechslcrme,ster Maria Elisabeth Richter, geb. Lorsch, alt 59 Z-, 9 Mon. — Maurergeselle Zoh. Heiur. Haff­ ner, alt 4s Zahre. In der Libauschen evangelisch-lettischen Gemeinde sind im Monat Januar geboren: 12 Kinder, 4 Kna­ ben, 8 Madchen; copulirr: 3 Paare; gestorben; 5 Personen, alle weiblichen Geschlechts.

Die Eisenbahn» Hollah! hollah! die Eisenbahn! Stoß't jubelnd mit den Gläsern an!. Ha, Leutchen denkt Euch welch' Vergnügen! Wenn uns die Langeweile plagt, In einem Nu davon zu fliegen; In Kaun zu sein wenn's wieder tagt. Klopft man die Pfeife Dreimal auS-. Ist man in Wien zum Abendschmauk

Fangt hier sein Spiel von Neuem an; Doch hier herrscht eine strenge Zucht, Ihn jagt retour — die Eifersucht.

Ei, mag sie sein, die Eisenbahn, Sie geht gewiß unS Allen an! Es möge bald der Bau beginnen Mit reger Kraft durch Wald und Thal! Zu Tokay's holden Winzerinnen Jagt'dann die ganze Trinkerzahl. Ei, das wird eine Wonne sein,

Hier Minnekuß — dort Ungarwein! — M.

Gerichtliche Bekanntmachungen. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ms, jestät. des Selbstherrschers aller Reussen zc. :c., werden von dem Libauschen Stadt, Magistrate, nachdem der erste Angabetermin in der Edictalsache über den Nachlaß des ver, storbenen Libauschen Bürgers und Wägers Richard Johann Laurentz abgelaufen ist, Alle und Jede, welche an diesen Nachlaß aus ir­ gend einem Rechtsgrunde Ansprüche und' Anforderungen machen zu können vermeinen, und selbige noch nicht angegeben haben, hier­ durch aufgefordert und vorgeladen, daß sie in dem auf den 27- May dieses t84tsten Jahres anberaumten zweiten und Präklusiv, Angabetermin sich mit ihren Ansprüchen und Anforderungen bei diesem Magistrate zur Sef» stonszeit, sobald die Sache acclamirt werde»» wird, melden und angeben, und ihre desfallsigen Dokumente im Originale produciren. hiernachst aber das weitere Gesetzliche ond zu« nächst die Fällung des Praclusiv-Bescheides gewärtigen mögen, indem Di
sich auch in diesem Termine nicht melden wür­ den, unter Auferlegung eines ewigen Still, schweigens hinsichtlich der erwähnten Ansprü­ che und Anforderungen, präciudirt werden sollen. Libau. den <4. Januar 184l3 Die Unterschrift des Magistrats. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ jestät, des Selbstherrschers aller Neuffen zc. zc. zc., werden von dem Libauschen Stadt'Magistrate, nachdem der erste Angavetermin in der Edictalsache über den Nachlaß des verstorbenen Libauschen Kaufmanns Jo­ hann Friedrich Meitzendorfs abgelaufen ist, Alle und Jede, welche an diesen Nachlaß aus dem Erbrechte, oder aus irgend einem ande, ren Rechtsgrunde Ansprüche und Anforderun­ gen machen zu können vermeinen, und selbige noch nicht angegeben haben, hierdurch auf­ gefordert ünd vorgeladen, daß sie in dem auf den 27. May dieses 184lsten Jahres anbe­ raumten zweiten und Präclusiv-Angaberermine sich mit ihren Ansprüchen und Anforderun­ gen bei diesem Magistrate zur Sesitonszeit, sobald die Sache acclamirt werden wird, mel» den und angeben, und ihre desfallsigen Do, cumente im Originale produciren, hiernächst aber das weitere Gesetzliche und zunächst die Fällung des Präklusivbescheides gewärtigen mögen, indem Diejenigen, welche sich auch in diesem Termine nicht melden würden, unter Auferlegung eines ewigen Stillschweigens hin­ sichtlich der erwähnten Ansprüche und Forde, rungen, präcludiret werden sollen. 3 Libau, den 14. Januar 1841. Die Unterschrift des Magistrats. Nachdem von Einem D»rigirenden Senate der nachgesuchte Verkauf, des zum SchncidcrMeister Putzbergschen Nachlaß gehörigen, suv Nr. 370.allhier belegenen Hauses nachgege­ ben, und hierzu l'eririinus auf den 12. März d. I . vor dem Libauschen Stadt-Waisen>Gerichte anberaumt worden ; so wird solches den Kauflustigen hierdurch zur Kenntniß gebracht. Libau. den 25. Fcvruar 184t. Bekanntmachungen. Die gedruckte Jahres-Rechnung der Libau, schen Stadt-Kämmerei xro 1840 ist, zu 10 Cop. Silber das Exemplar, im Lokale der Kämmerei zu haben. Johann Friedr.«T 0ttien, Nr. 76. Buchhalter.

Da ich seit 1Z Jahren hier das MaurerHandwerk als Geselle betrieben habe und mir schmeicheln darf meinen Herren Gönnern prompt aufgewartet zu haben, so mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß es mir nach vieler Mühe gelungen ist, das Meister­ recht in meinem Fache zu erlangen, und bin daher so frei Einem hochzuverehrenden Publi­ kum mich in allen in meinem Fache vorkomMenden Arbeiten bestens zu empfehlen, mit der Versicherung einer stets reellen und bil­ ligen Bedienung. 2 Libau, den 12- Februar 184lChristian Friedr. Franken st ein, Maurermeister. Lekanni unä deliedtei- I^evkojen-Lsamen von I^oelilsr in Wiriäau ist 2U Kaden kei D e w i t z senior. 2 Ein Quantum Garten', Gemüse-, Strauch«, Baum- und Blumensamen ist hier in Livau, Kirchenstraße Nr. 00. vom Auslände ange­ langt. Die Samen haben nicht bloß einen bedeutenden Umfang der Species, sondern enthalten auch manches Neue und Neueste. So balde das Verzeichuiß die Presse verlas­ sen, wird selbigzs unentgeltlich verabreicht. Ich werde durch eine reelle und prompte Be, dienung das Vertrauen eines verehrten Publi­ kums stets zu erlangen bemüht sepn. und bitte um zahlreichen Zuspruch. G. Waeber. Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den 25- Februar: Herr B. Szczepanowski, Arrendebesitzer aus GroßDobikin im Schauischen Kreise, bei Madame Gün­ ther, in der Vorstadt, im Haufe Nr. 155- — Im !. Stadttheile, 2. Quartier, den 24.: Herr v. Fircks, aus Sexaten, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207^ Herr Kaufmann Mühlbach, und Herr Handlungs - Commis Becu,>aus Riga, so wie den 25.: Herr v. Fircks, aus Wormsarhen, und Herr v. Hahn, aus Scbneepcln, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209-

A b r e i s e n d e . Der Fleischergesell Heinrich August Schuhmacher aus Eutin, reiset nach Riga. 2 Der Schneidergesell Theodor Eduard Meybauer, aus Königsberg, reiset ins Ausland. z

<üours vom 20- uncl 23- ?e1zru,ar. H.in8teräam90 197 19/ IZainkurA . 90 34^ 34^5L<-o. j i IVudel . . 3 IVl. 39z 39z z k>ce.8t Lilker. 1^ ivl. kkanüdr. a. 99^ 995 — 8. 99^ 99 99! 93 (Huri, äito 99^ 99 99^ 99

I s t jU drucken erlaubt. Im Namen der Civil- Oberverwaltung der Ostsee, Provinzen, Tanner, Censvr.

LibaufHes H e r a u s g e g e b e n , gedruckt u n d v e r l e g t v o n C. H . Foege.

SA.

Sonnabend, den 1» Marz

St. Petersburg, vom 15. Februar. Exemplare derselben auf feinstem Velinpapier Der Gehilfe des Curators des St. Peters« unter Couvert zuzusenden. Man will übriburgifchen Lebrdezirks, Kammerherr des KaigenS dem Verfasser dieses böswilligen Mach» ser!. Hofes Collegienrath Fürst Wolkonsky, Werks bereits auf die Spur gekommen seyn. ist Allergnädigst zum Vice-Präsidenten des EonHannover, vom 23- Februar. seils der Volksausklärung im Zarthum PoMan hört so eben, daß der König die Anlen ernannt. läge eines Seehafens vor Harburg, auf einen Köln, vom 16. Februar. dessallstgen Bericht des Finanz-und Handelst Dieser Tage wurde Hier ein vormaliger Un« Ministeriums, beschlossen habe. Indessen ist teroffizier, Namens Heß, verhaftet und in's uns noch nicht bekannt geworden, ob derselbe Gefängniß gesteckt, weil er in mehreren Wirthsdurch eine Erweiterung und Vertiefung des hausern Abschriften einer von ihm verfaßten jetzigen Holzhafens, wozu kaum 50.000 Thlr. Travestie oder Porodie des „Becker'schen Mheinerforderlich ftyn würden und der für den zu licdes" verbreitet, worin die gröbsten und be, erwartenden überseeischen Handel mehr als leidigsten Ausfälle auf unsere Regierung und Hinreichend sepn dürfte, gebildet werden soll, selbst auf unfern allverehrten König enthalten oder ob man die Gräben der Harburger Ci! seyn sollen. Ein Gendarm in Civilkleidung, tadelle durch Schleusen mit der Elbe zu Ver­ den, Heß nicht kannte, erbat sich im Bierhause binden gedenkt und einen sehr großen, aber ebenfalls eine Abschrift von ihm und wollte vielleicht an 300.000 Thlr. kostenden Hafen ihn sogleich arretiren, was aber der Wirth will, welcher stets das gegen sich haben wür, und ein Theil der Gäste, weil der Genparm de, daß sich Schisse und Böte nicht zu jeder nicht in Uniform war, nicht zugeben wollten. Zeit in die Elbe begeben könnten. Ueber die Am andern Morgen wurde darauf Heß, wie Bestimmung der zum Gedeihen einer solchen man hört, auf offener Straße verhaftet und Unternehmung durchaus erforderlichen Zoll­ in Gewahrsam gebracht. Dem Vernehmen und Steuervergünstigungen, welche den dort nach soll er in Kurzem vor Gericht gestellt einlaufenden Seeschiffen bewilligt werden werden. Das Gedicht soll eine solche leidenmüßten, so wie darüber, wem die Hafeneinschaftliche Überspanntheit kund geben, daß richtung übertragen und anvertaut werden der Autor schwerlich bei vollem Verstände sepn dürfte, verlautet natürlich noch nichts irgend kann; seine Erbitterung gegen die Regierung Gewisses. aber soll daher rühren, daß sein 'Vorhaben, Triest, vom 16. Februar. sich zum Posten eines Gerichtsschreibers durch Briefe aus Konstantinopel vom 27. v. M Uebernahme einer Gehülfenstelle zu qualificiren, melden, daß im Golf von Salonich mehrere auf wahrscheinlich wohlbegründete Hindernisse Raubschiffe sichtbar wurden, welche, wie ver» stieß. — Die Verbreiter der Schmähschrift lautete, auf das Dampfboot der Donau-Gegegen Arndt haben die Effronrerie gehabt, dem sellschaft „Maria Dorothea" Jagd machten, hochgeachteten Manne ein halbes Dutzend ' Aus diese Nachricht sendete die KK. Inter-

Nuntiatur sogleich die Kriegsbrigg „Montecuccoli" zu deren Verfolgung ab. — I n Folge - des furchlbarei! Sturmes, welcher i'om 21. bis zum 24« v. M. an der Nordafrikanischen Küste wüthete, sind viele Schiffe zu Grunde gegangen, und alle übrigen dort befindlichen mehr oder minder stark beschädigt worden. I n der Nähe von Stoka U".d Phiüp^'ville LÜeit: scheiterten sieben Oesterreichische, fünf Sardinische, dreizehn Französische, ein Russi­ sches, ein Neapolitanisches und ein Spani­ sches. In Algier wurde ver Hafendamm von den Meereswogen zertümmert. Auch die Kriegsschiffe Häven großen Schaden erlitten, und leider wurden auch sehr viele Menschen, nach einigen über 100 Matrosen, ein Raul» der Wellen. v Paris, vom 2l. Februar. I n der Kirche St. Sulpice verhaftete man diesen Morgen einen seltsamen Wahnsinnigen. Er behauptete eine Orgelpfeife zu seyn, und wollte mit Gewalt wieder in fein Register ein­ gestellt werden, aus dem ihn, wie er behaup­ tete, der Wind herausgeworfen habe. Lüttich, vom 22- Februar. Unser Landsmann, Or. Charles Philipps, der in Paris nach der Dieffenbachsch'en Methode zahlreiche Schielende glücklich operine. hat von dem Könige der Belgier die große goldene Medaille erhalten. Von Sr. Maj. dem Kai­ ser von Rußland erhielt derselbe Operateur, als Anerkennung seiner Leistungen in Perers» burger Hospitäler, den Stanislaus - Orden. Gegenwärtig ist er im Begriff, nach NordAmerika abzugehen, wo er mir der neuen Ar" Wendung der Tenotomie bei der Heilung von Klumpfüßen, Schielenden :c. auch hinsichtlich seiner pekuniären Verhältnisse Glück zu machen hofft. Kopenhagen, vom 20. Februar. Aus Trankebar (Dänische Besitzung in Ostin­ dien) wird vom 16- November von einer schreck­ lichen Ueberfluthung des ganzen Districrs durch Regen gemeldet, welcher fast ununterbrochen vom 25- Oktober bis zun, 15. November an­ gehalten, und die gewaltigsten Verheerungen angerichtet, schlimmer als die Meeresflurh, welche im December 1829 die ganze Gegend um Trankebar überschwemmt hatte. Cbrißiaina, vom 8. Februar. Der Früblings-Heringsfang in Norwegen hat einen erwünscht'» Fortgang, und statt daß der Hering, wie in den Iahren 1838 und , 1Lö9, sich io Ver offenen See hiclr, nähert er

sich mehr und mehr der Küste und drangt sich in die tiefen Meerbusen derselben ein, wobei die Fischerei mit Leichtigkeit betrieben wird. Einzelne starke Stürme haben zwar den He­ ring zum Tbeil verscheucht, doch findet er sich auf das Neue wieder ein und nähert sich mehr Bergen, wo Alles noch besser zubereitet ist ihn Ut empfanaen, al^ ans "^5. Man darf schon mit Zuversicht annehmen, daß für dasige Rechnung 130 000 Tonnen gesalzen sind, und Stavanger har gewiß noch mehr erhalten, so daß wohl im Ganzen nahe an 300.000 Ton­ nen gewonnen sind. Man will jetzt nicht unter 2 Sprc. bis 2 Spec. 12 Schill, die Tonne, im März oder April zu empfangen und zu be» zahlen, verkaufen, wogegen man gleich zu be­ zahlen und in genannten Monaten zu empfan­ gen, etwas billiger kaufen würde. Vermischte Nachrichten. I n der Stadtverordneten-Versammlung zu Berlin soll nächstens der Antrag gemacht wer» den, dem verewigten Könige eine Bildsäule von Erz zu setzen, deren Kosten durch Bei, träge der Einwohner und der Stadt gedeckt werden sollen. Ein solcher Antrag wird mit Begeisterung aufgenommen werden. Keiner der Herrscher hat so viel für Berlin gethan, als Friedrich Wilhelm der Dritte. Die Ausführung der Statue wird Professor Rauch übertragen werden. — Hr. Hforth, Secretair der König!. Dänischen Arrillerie-Direction, hat endlich ein Problem gelöst, welches bis jetzr die berühmtesten Seeleute umsonst veifuchr, und auf dessen Lösung mehrere Preise, sowohl von den Post-Administrarronen, als auch von der Corporation der Kopenhagener Kaufleute, erfolglos ausgesetzt waren. Er har nämlich ein Dampfschiff erfunden, welches beinahe wn derselben Schnelligkeit sich einen Wen durch die dichtesten Eisschollen bahnt, als wenn es ohne dieses Hinderniß seinen Weg verfolgen könnte. Hr. Hjorth bat der^ Administration der Posten ein Modell feines Bootes vorge­ legt, welches aus Eisen und 520 Pferdekraft erbaut werden soll. M a n w i l l d a s erstc P y roskaph dieser zum Postendieust durch den gro» ßen Belt verwenden. — Die Magdeburger Zeitung enthalt in einem Schreiben aus Gom­ mern bei Magdeburg vom 22. Februar Fol- . gendes: „Schon gegen Abend am 13. d. äu­ ßerte die 10jährige Tochter ?es hier wohnen­ den jüdischen Lehrers Franc verschiedene Male zu ihren Eltern, daß sie eine außerordentliche Aengstlichkeit in ihrem Innern empfinde, ohne

dabei jedoch angeben zu können, daß sie sich sonst körperlich unwohl fühle. Gegen 8 Uhr Abends begleitete indessen der Vater dies Kind nebst einer jüngern 8 Jahr alten Tochter zu Bette. Aber bis gegen Mitternacht wird der Vater von feiner ältesten Tochter verschiedene Mole dringend gerufen und gebeten, sie und dem Bette und in ein anderes Zimmer zur Ruhe zu bringe». Der Vater willigt endlich ein, die Kinder werden um Mitternacht in das Nebenzimmer gebracht, und kaum ist dies ge­ schehen, so stürzt die Decke ein, welche die Kinder offenbar getödtet haben würde, wenn das älteste, von geheimnißvollen Ahnungen getrieben, nicht die glückliche Veranlassung gab, daß beide unversehrt gerettet wurden." Unsere Leser erinnern sich wohl noch des gegen das Ende des Jahres 1839 hier mitgetheilten Briefes unseres jungen Landsmannes im Dienste der Russisch-Amerikanischen Compagnie, des Steu­ ermanns K. — Wir verdanken freundlicher Mit­ theilung abermals, den folgenden Auszug eines zweiten Briefes von demselben, den er hieher ge­ schrieben. Fort St. Dionistus auf der NW. Küste von Amerika, im April 18^0. Wir sind hier mehrere junge Steuerleute aus der St. Petersburger Navigations-Schule, dienen alle mit Ehre und zur Zufriedenheit, erhalten hin­ reichende Gagen und sind dabei in gebildeten Zir­ keln aufgenommen, wo, wenn man nur will, Herz und Kopf bilden kann. Lindenberg hat schon meh­ rere glückliche Reisen als Capitain gemacht und ich bin als erster Steuermann auf einigen CompagnieSchiffen bis zum 70° N. Breite und 160° Lange in der Beringsstraße gewesen. Diese Reisen ha­ ben ihre vielen Schwierigkeiten, weil wir erst die Karten von vielen Meerengen und Straßen zu entwerfen haben; jedoch für junge Seeleute sind diese Reisen sehr belehrend. Im Jahre sind wir 6 Monate in See; in der übrigen Zeit wird man entweder zur Beschützmig verschiedener Redouten und Festungen auf Schissen, die im besten Vertheidignngsstande sind, ansgesandt, oder, wenn mau in Neuarchangel überwintert, mit Kartenzeichnen und mit Beschreibungen beschäftigt. — Hier auf der Insel, auf Fort St. Dionisius (56° 72/ 29" N.Br. 132°W. L ) ist es sehr einsam; der Boden besteht aus Stein. Hohe Berge um­ geben die Insel, die bis zur Mitte des Sommers mit Schnee bedeckt sind. Man kann aus der großen Menge von Straßen und Meerengen, die

zwischen den unzähligen Inseln fließen, und aus der unreg"lmäßigen Lage der Felsen und Steine an den läsern, schließen, daß die Inseln und das feste Land durch eine große Natur-Umwälzung ent­ standen seyn müssen.— Alle Inseln, so wie das Festland nahe am Meere, sind, so viel mir be­ kannt, mit unzugänglichen Wäldern bedeckt; dagcgc:: findet man im Norden von der Insel Unalaschka nicht einen einzigen Baum. Da ich nicht von allen wilden Völkerstämmen erzählen kann, obgleich ich verschiedenemal die Le­ bensart der Tschnktschen, Aleuten und anderen beobachtet habe; so will ich Ihnen doch einige Gebräuche derjenigen Indianer mittheilen, unter welchen ich mich jetzt befinde. Diese Indianer, die pon den Russen Koloschen genannt werden, sind ein kluges, nachahmendes Volk. Sie haben Anlage zum Handel, sind dabei die geschicktesten Schützen und sehr tapfer. Man muss ihretwegen immer auf seiner Hut seyn; sendet man ein Bot nach Holz aus, so geschieht das nie anders als mit wenigstens 20 Mann, welche auf das Beste bewaffnet feyn müssen, fönst würden die Kolofchen uns zu schaden suchen. Ihre Kleiduug bestehr meistens aus einem Hemde und einer Decke, die sie von uns, ober von den Engländern, oder auch von den Amerikanern der Vereinigten Staaten für Bieber und andere Felle erhandeln. Im Essen sind, sie sehr maßig, aber sie haben einen starken Hang zum Rutii^Trinken. Diesen vertauschen wir ihnen gegen Felle. Sie theilen sich in verschiedene Geschlechte, und geben diesen den Namen der Thiere und Vögel, die sie für heilig halten. Ein Geschlecht besteht gewöhnlich aus 500 bis 1000 Personen. Hier z. B. sind das Wolf- und das Raben Geschlecht die wichtigsten. Jedes Geschlecht hat seinen Aeltesten oder Anführer den sie Tojon nennen; auf die Tojoncn folgt ihr Adel, dann die sogenannten Vornehmen; die übrigen sind Sklaven oder Leibeigene, die sie in den Kriegen gefangen nehmen oder sie anch für Waaren ein­ kaufen. Ihre Waffen bestehen in Flinten oder Karabiner, Dolchen und Piken.—'Ehen in dem­ selben Geschlecht dürfen nicht stattfindet». Würde ein junger Wilder es wagen einem Mädchen aus seinem Geschlechte feine Neigung zu entdecken, so würde dies als Blutschande angesehen, und, wenn er nicht von großem Alisehen ist, mit dem Tode bestraft werden. Vielweiberei ist übrigens unter den Koloschen gebräuchlich. Unter ihren Weibern findet man oft recht hübsche Gesichter; dabei sind sie in den Künsten der Koketterie nicht ungeübt, und liebäugelt erst eine solche Amerikanische Schöne mit einem Europäer, fo kann er leicht in ihre

Schlinge gerathen. — Fischerei nud Jagd sind die Hauptbeschäftigungen dieser Indianer. Sie erlegen eine Art Rehe, die man hier Jamann nennt und in großer Menge auf den'Bergen sind, und verkaufen davon viel an uns; auch trocknen sie davon das Fleisch für sich, das sehr schmack­ haft ist. Wilde Ganse, Reb- und Waldhühner, Ziebt's hier gucb. — Der Boden bringt kein crn» deres Gemüse als Kartoffeln und Rüben auf, und auch dies nur sehr spärlich. — Die Böte dieser I^nn'r sind alle aus einem Balken gebrannt oder gearbeitet. Manche von ihnen haben eine bewun» derungsw^rdige Größe; denn ein solches Bot nimmt 50 bis 6t) Mann mit der ganzen Bagage auf, und ist doch auf dem Wasser sehr leicht zu be­ ilegen. Man kann sich daraus vorstellen, was für Bäm^e es in den Wäldern hier geben muss! — Fische sind hier im Ueberfluss. Eine Gattung, eilte Art Butte, ist sehr wohlschmeckend und wiegt l) bis 8 5L. Heringe und eine Art Kaulbarsche silz^- ^.ßersrdsntlich sett m!b im April und Mai in großem Ueberflusse. Diese sind die Hauptspeise im Wimcr. (Der Beschluß folgt.) Gerichtliche Bekanntmachung. Nachdem von Einem Dirigirenden Senate der nachgesuchte Verkauf, des zum SchneiderMeister Puybergschen Nachlaß gehörigen, sub Nr. 37O allhier belegenen Hauses nachgege­ ben, und hierzu l'srniinus auk den LI. März d. I . vor dem Manschen Stadt-Waisen-Ge-« richte anberaumt worden ; so wird solches den Kauflustigen hierdurch zur Kenntniß gebracht. Lidau, den 25. Februar 4L4l. ' Bekanntmachungen, kim 45. März d. I . werden in Domesnees, verschiedene, aus dem im November v. I . daselbst gestrandeten Hannoverschen Schiffe Activ, Capt. Wil derma nn gebor, gene Sachen, bestehend aus Segeln, Anker­ tauen lind anderm Schisssgeräth, lo wie aus einer kleinen Parchie beschädigten Hanfs und Leinsaamens, in öffentlicher Auktion verkauft werden, welches ich den Kaufliebhabern hie« Durch zur Kenntniß bringe. Das VerzeichkuZ der geborgenen Sachen kann bei mir ein­ gesehen werden. Libau. den 28. Februar 184l. C. G. Ulich, Königlich Hannoverscher Consul.

Donnerstag, den 6. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, soll in dem Hause des Herrn Backermeisters Heinrich Kluae, der Nachlaß des verstorbenen Majors v. Andress, gegen gleich baare Bezahlung, versteigert werden. Der deutsche Rhein von Nikolaus Becker, Musik für 4 Männerstimmen von Friedrich Maczewski; Mitau, Verlag von G. A. Neys per, ist bei dem Unterzeichneten zu haben. Libau, den j. März 184t. 3 Dietrich. Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, i. Quartier, den?8. Februar: Herr Hoffmann, aus Edwahlen, Herr Treuaut, aus Oiensdorff, und Herr Knaut, aus Tadaiken, bei Madame Günther, im Hause Nr. 155 l)., in der Vorstadt. — Im 1. Stadttheile, 2. Quartier, de,: 26-: Herr Carl Wilpert, aus Mitau, und Herr v. Hahn, aus Nicderbartau, bei Gerhard, in der Hcrrenstraße, im Hause Nr. 209. — Den 28.: Herr v. Stempel, aus Medsen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 2»7; Herr v. Rückmann, aus Felixberg, und Herr Teichmann, aus Labraggen, bei Frey, im Hause Nr. 216, in der langen Straße. — Zm 2. Stadrrheile, z. Quartier, den 27-: Herr Grot, Ar, rendator aus Alschwangen, Herr Gärtner, aus Katz, danaen, und Herr Stavenhagen, aus Strandhoff, bei Ernest, in der Iuliannenstraße, im Hause Nr. 383. A b r e i s e n d e . Der Fleischergcsell Heinrich August Schuhmacher aus Eutin, reiset nach Riga. ^ Der Schncidergesell Theodor Eduard Meybauer, aus Königsberg, reiset ins Ausland. 2

Markt, Preise. Cop. S. Weißen . . . . . . pr.Loos 250 ä 290

Roggen . . . . . 155 ü 170 G e r s t e . . . . . . 110 S 120 Hafer 70 ^ 75 Erbsen 149 5 160 Leinsaat 170 ö 260 Hanfsaat 150 Flachs 4brand.... pr. Srein^ 350 - - Zbrand . . . . 300 j -- 2brand . . . 250 Hanf 250 s 325 Wachs pr. Pfund 27 ä 30 Butter, gelbe. . . . . px. Viertel 750 5 800 Kornbranntwein. . . . pr.gStoof 100 ^>alz, St. Ubes pr. Üoof 230 Lissabon . . . 220 — Liverpool . . . 215 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 — in förnen . äiio . äito 710 Theer, sinländisch, . . . . äito Wind und Wetter. Den 23. Febr. S., mäßige Kalte; den 24. N., den 25- SW. und den 26. NW-, bewölkt; den ">?. S.. heiter; den 28. SW., bewölkt; den 1. März N., heiter und windig.

Ist zu Uncken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

L i b a u sch e

b l a t t.

Wochen

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

FS.

Mittwoch, den 5. Marz

Stuttgart, vom 3. März. Se. königliche Majestät haben den Herzog Maximilian von Leuchtenberg, Kaiserl. Hob-, unter die Großkreuze des Ordens der Würlembergischen Krone aufgenommen. Gestern früh ist Se. Kaiser!. Hoheit von hier wieder abgereist. Kemmern, vom Februar. Es trafen in dem verwichenen Sommer 188 Badegäste in 13l verschiedenen Partien hieselbst ein, nämlich aus Livland 98 in 76 Partien, 'aus Curland 73 in 47 Partien, aus Esthland 2. aus Wirebsk K, aus St. Petersburg 3, aus Tula 4 Badegäste, iBadegast aus Moskau und t an, derer aus Kaluga. Gegen 1839 hatte sich die Frequenz um 28 Badegäste vermehrt. Nach dem Berichte des Badearztes haben 106 Per» sonen die Cur unter ärzllicherLeitung gebraucht: die Mehrzahl der Leiden war wie gewöhnlich Rheumatismus, Gicht, Flechten, Scropheln, Nierenstein, Lähmung und Hämorrhoidal-Be» schwerden. Obgleich die Nässe des vergange­ nen Sommers im Ganzen der Cur ungünstig war, so zeigten sich doch die Hrfolge dersel­ ben in den mehrsten Fällen sehr zufriedenste!, leud— Der günstigste Beweis für die allge­ meine Anerkennung der Heilkraft der Kemmernschen Quelle möchte in der von Jahr zu Jahr steigenden Frequenz u:id dem beginnenden Be­ suche von Bewohnern der entfernteren Gou^ rernements lieqen. — Von den Badegästen des vergangenen Jahres haben bereits mehrere, welche den Nutzen des Gebrauchs der Quelle an sich erprobt haben, für die nächste Sai­ son Wohnungen gemietbet, und namentlich ha­ ben sich aus den entfernteren Gegenden meh, rere Badegäste gemeldet. — Da bis zum Be­

ginne der Saison mehrere von Privatpersonen begonnene Neubauten vollendet sein werden, so wird auch bei steigender Frequenz kein Man­ gel an guren Wohnungen zu defürchten sein. — Die Herren Obrist de Witte. Gouverne, mentscontroleur von Stöver. vr. v. Magnus in Riga werden bereitwillig alle schriftlich oder mündlich eingehenden Anmeldungen zu Woh­ nungen in Kemmern für die nächste Saison entgegennehmen und nach den angegebenen Bedürfnissen das Nöthige besorgen. (Inl.) Bauske, vom j0. Februar. Auf dem Gute Groß > Ekau schickte der Wirth eines Bauergesindes drei Mägde in einen Kel» ler, um daselbst die etwa schadhaft geworde­ nen Kartoffeln auszusuchen. Als die Mägde ungewöhnlich lange ausblieben, suchte man si<' im Keller, und fand sie daselbst bewußt­ los am Boden liegen. Durch schleunige ärzt­ liche Hülfe gelang es, zwei dieser Mägde ins Leben zurückzubringen, die dritte blieb todt. Eine Untersuchung der Veranlassung zu diesem traurigen Ereigniß ergab, daß am Tage zu» vor ein Kessel mit glühenden Kohlen in den Keller gestellt worden war, um die Kartoffeln vor dem Erfrieren zu schützen. Der Kohlendunst hatte die Mägde betäubt, welche unvor» sichtiger Weise die Thür des Kellers zugemacht hakten, nachdem sie in denselben hineingegan, gen waren. (Inl.) Iacobstadt, vom 5. Februar. Gestern Nachmittags um 3 Uhr brannte im Städtchen Kreuzburg das Wohnhaus eines Hebräers ab. Zum Glück war es windstill, sonst läge das ganze Städtchen in Asche; denn die Häuser liegen dicht an einander, und sind mit Ausnahme weniger, darunter das von

Stein großartig und geschmackvoll aufgeführte Haus des Handelsherrn Ioelsohn, mitLubben gedeckt. Die Löschanstalren unserer Sradt waren daselvst in voller T^ätigkett. — Kreuz« durg selbst besitzt außer den an jedem Hause auf xmem Schilde gemalten Löschgerätben, keme; denn nicht einmal Wassereimer waren da. — Hunderle von Zuschauern aus Jacob« stadx und Kreuzburg hatte nur die Neugierde dahin geführt. Die daselbst bequartierte» Ar­ tilleristen waren die einzigen Arbeiter. Das Feuer war durch Mivorsichtigkett der Bewoh? ner entstanden» Der Eigenthümer, der einer Badeanstalt vorsteht, hatte auf dem Dache feines Hauses Tausende von Badequästen hän» gen. Eine Jüdin, die auf dem Boden zu thun halte, war mit Feuer den mit trockenem Laube versehenen Quasten zu nahe gekommen, welche im Augenblick in vollen Flammen stan­ den, und ein großes hellloderndes, für die Nachbarshäuser sehr gefährliches Feuer veranlaffren. (Inl.) Dampf-Schiffahrt vou Memel nach Kö­ nigsberg und Tilsit. Zwischen Memel, Labiau, Tapiau und Königs­ berg geht das Dampfboot „will o'tks Wisx" präcise 5 Uhr Morgens ab. Das Passagegeld be­ trägt bei einem Haiben Centner freies Reisegepäck für jede Person, so wie für Uebergewicht und Güter, in nicht zu großen Collis: in bei' ersten Cajüte: v. Memel b. Königsberg od'. umgek.: 3 Rthlr. 10 Sgr., — Tapiau 6iw 2 — 20 — — Labiau 6ito 2 — v. Labiau b.Königsberg äiw 1 — 20 — v. Tapiau b. Königsberg 6iw 1 — — — v. Labiau bis Tapiau 6no 1 — und / in der zweiten Cajüte: 2 Rthlt., 1 Rthlr. 2t) Sgr., 1 Rchlr. 10 Sgr., 1 Rthlr., 20 Sgr. und 20 Sgr., so wie für Colli und Ueberge­ wicht in beiden Cajüten pr. Centner 20 Sgr. Kinder unter 15 Iahren zahlen die Hälfte und auf ein Familienbillet für 5 Personen können 6 Personen fahren. Trinkgelder oder sonstige Zah­ lungen finden nicht statt. Bei Uebergewicht des Reisegepäckes und Gütern wird das Gewicht nur nach halben und ganzen Centnern angenommen, so das 60 Pfd. für einen vollen Centner gerech­ net werden. In jeder Cajüte ist Platz für 30 Personen. Der Eigenthümer des Dampfbootes haftet für Reisegepäck und Güter nur in sofevn, wenn solche gehörig bezeichnet, eine halbe Stunde vor der Abgangszeit, Fegen. Empfangsschein ab­

geliefert werben. Am Bord des Dampfbootes befindet sich eine Restauration, wo die Passagiere gegen billige Sätze bewirchet werden können. Das Tabackraucheu wird in der ersteil Cajüte nur mit Genehmigung sämmtlicher Passagiere gestattet. Hun» de werden nur gegen 1 Rthlr. Fracht mitgenom­ men, und müssen in den» angewiesenen Behält­ nisse angebunden verbleiben Das Dampfboot li'rieclril'.li Willlelm IV., wird die Fahrten zwischen Memel und Tilsit, so wie zwischen Memel und Schaaken machen, und auf dieser Tour in Ruß, Schakuhnen, Kaukehnen, Pilwarren und Wmge, Passagiere absetzen und aufnehmen. Die Preise der Platze sinb folgende: Erster Platz: von Memel nach Ruß 1 Rthlr. 5 Sgr., liiw Schakuhnen 1 Rthlr. 15 Sgr., äito Kaukehnen 1 Rthlr. 20 Sgr., 6ito Pilwarren 1 Rthlr. 24 Sgr.,. 6iro Winge 1 Rthlr. 27 Sgr.,
und Streitigkeiten, die sie einander sich mehreilt theils im betrunkenen Muthe zufügen, entstehen stets blutige Kriege. Wenn eine Parthie sich be» leidigt glaubt, fordert sie Bezahlung oder Genugchuung. Wird eins von beiden verweigert, dann ziehen sie um ihre Barabra (Wohnungen) eine Batterie und Palisaden, verschanzen sich mit Stei­ nen und allen möglichen Mitteln. Soll die Bataille losgehen, so ziehen sie ihre besten Kleider an, waschen ihren Körper und halten sich wäh­ rend dreier Tagen von ihren Weibern entfernt. Das Gesicht wird mit verschiedenen Farben be­ malt, um ihren Feinden desto schrecklicher zu er­ scheinen. So tritt dann eine Parthie zuerst auf den Kampfplatz, singt wilde Kriegslieder, springt und läuft umher, ruft seinen Feind heraus, der nur, um nicht in Schande zu bleiben oder in seinen Wohnungen niedergemacht zu werden, auch gleich erscheint. Nun herrscht »och eine Paust, und vvn beiden Seiten halten die Tojone Reden, die in gegenseitiges Schimpfen ausarten. Nun beginnt die Kanonade, die zuweilen Stundenlang dauert; erst wenn Pulver und Kugeln nicht mehr ausreichen, greift man nach den Piken und Dol­ chen, wo dann niedergestoßen wird, was vor­ kommt. Die Feindschaft wird nie eher vergessen, bis der besiegte Theil, von dem die meisten Op­ fer gefallen sind, sich zur Bezahlung bequemt; sonst ruht man nicht eher als bis mit der Zeit alles auf dem Kampfplatz geblieben, oder die Be­ zahlung in Bieberfellen oder Europäischen Maa­ ren erfolgt. Um das Blutvergießen zu verhüten, rächen wir immer die Sachen lieber mit Zahlung gen abzumachen,, und es gelingt uns öfters die erhitzten Gemüther dazu zu bewegen. Jährlich feiern sie das Andenken an ihre rei­ chen und angesehenen Verstorbenen, mit Gastmäh« lern und Tänzen. Mit Erstaunen habe ich gese­ hen mit welcher Leichtigkeit sie Sprünge machen und auf verschiedene Art ihre Gliedmaßen be­ wegen, dabei mit geschliffenen Dolchen mit vieler Geschicklichkeit uus Zuschauern unter die Nase kom­ men. Man sollte glauben sie hätten böse Absich­ ten mit uns; man muff dabei keine Furcht zei­ gen, aber wenn man zum erstenmale solchen Kün­ sten beiwohnt, so wünscht mau sie damit dahin wo der Pfeffer wächst. Gewöhnlich endigen sol­ che Feste auch damit noch, daß sie 3 bis 4 ih­ rer Sklaven hinausstoßen, und sie, ohne daß diese -inen Laut von sich geben, niederbohren. All' unser Bitten und unsere Thellnahme die armen Opfer dem Verderben zu entreiße», ist mehrencheils vergeblich. Puch wenn sich zuweilen ein paar Tojone zan­

ken, so gehen sie hin und morden ihre Sklaven; der aber, welcher die meisten umgebracht hat, wkrd auch am meisten geehrt und steht in desto größerem Ansehen. Sie sind sehr abergläubisch. So starb hier vor kurzem ein Schaman (ein Prie­ ster der in Ehren gehalten wird, weil er sich da­ mit beschäftigt Krankheiten zu heilen und über­ haupt auch die Zukunft zu enthüllen). Es war ein Greis von 80 Iahren, der als er in seinen letzten Zügen lag, vorgab, von einem Frauenzim­ mer behext zu seyn, was auch von allen geglaubt wurde. Früh des Morgens führten sie ihn aus seiner Barabra und jagten ihm zwei Kugeln durch den Kopf. Seine Kinder standen dabei und durf­ ten nicht einmal ihren Unwillen darüber laut wer­ den lassen, um nicht Aller Hass auf sich zu ladeu. — iU?:e sehr ist es doch zu wünschen, daß diese unsere noch so irrenden Mitmenschen aufgeklärter werden und die Kraft der christlichen Religion ihre barbarischen Gräueln und ihren Aberglauben in den Staub trete. Nächstens ein mehreres ic. Vcrzeichniß über die, im Monate Februar, bei der evangelisch - deutschen Gemeinde zu libau Getauf­ ten, Copulirten und Verstorbenen. G e r a u f t e : Anna Muria Elisabeth Neuss. — Anna Gottlieb Sorgewitz. — Laura Agnes SchoreU. — John James Harmsen. — Andreas Wilh. Junge. — Justine Charlotte Müller. — Eleonore Leopoldine Kuhlmann. C o p u l i r t e : Glaser Friedrich Herrmann Gerlach mit Charlotte IuUane, verw^ Grlineck, geb; Scho­ cker. Verstorbene: Major und Ritter von kerch, alt S9 Jahre. — Oberhofgerichts-Advokat, Collegien» Sekretaire Carl Fuchs, alt 7<> Jahre. — Baronesse Rosalie Katharina von lkxkull-Güldenband, alt 27 Jahre. In der Libauschen evangelisch-lettischen Gemeinde sind lm Monat Februar geboren: 14 Kinder, 9 Kna­ ben,. 5 Madchen; copulirt: 3 Paare; gestorben: 8 Personen, 4 mannlichen, 4 weiblichen Geschlechts.

Gerichtliche Bekanntm«chung. Nachdem von Einem Dirigirenden Senate der nachgesuchte Verkauf, des zum SchneiderMeister Putzbergschen Nachlass gehörigen, sud Nr. 370 allhier belegenen' Hauses nachgege, den, und hierzu lermwus auf den t2. Marz d. I . vor dem Libauschew Sradt'Waisen'Ge» richte anberaumt worden; so wird solches den Kauflustigen hierdurch z-ur Kennrniß gebracht. Libau. den 25. Fevruar 184!. Beta nnrmach ungsen. Am HA Marz, V. A werden ia Dom«S-

nees, verschiedene, aus dem iin. Norember v. I . daselbst gestrandeten Hannöver'chen Schiffe Activ, Capt. Wildermann gedor» gene Sachen, bestehend aus Segeln, Anker­ tauen und anderm Schiffsgeräth, jo wie aus einer kleinen Parthie beschädigten Hanfs und Leinsaamens, in öffentlicher Auktion verkauft werden, welches ich den Kaufliebhabern h,e durch zur Kenrnniß bringe. Das Verzeich« niß der geborgenen Sachen kann bei mir ein« gesehen werden. Libau, den 28. Februar 1841C. G. Ulich, Königlich Hannoverscher Consul. Zu Ostern sollen wieder mehrere Knaben aus dem Hospiz entlassen und confirmirt werden. Die achtbaren Meister der Zünfte und Gewerke werden daher ersucht, falls sie zur genannten Zeit einiger Burschen bedürfen soll­ ten, deshalb an die Vorsteher der Anstalt sich wenden.— Da die Menge der auf den Stra­ ßen sich umhertreibenden verwahrlosten Kinder leider noch immer sehr groß ist, so wird sol« che, so viel als nur irgend möglich ist, die Anstalt wieder aufzunehmen suchen. Sehr wünschenswenh wäre es aber, wenn ein ge­ ehrtes Publikum die ersten Kosten einer sol­ chen Aufnahme durch freundliche Zusendung abgelegter Kleidungsstücke:c. erleichtern wollte; — auch die geringste Kleinigkeit wird mit dem herzlichsten Danke angenommen werden. Schluß, lich bitten wir noch um Bestellungen zu klei­ nen Handarveiten für die Kinder, z. B. zu Holzschuhen. Klammern. Blumenstöcken, Mau­ sefallen, ferner: Federn zu schließen, Kroll­ paare zu zupfen, Brennholz aufzustapeln zc. Die Vorsteher. Die Saamen-Verzeichnisse sind fertig und werden unentgeldlich verabreicht, in der Kirchenstraße Nr. 60, von G. Waeber. Der deutsche Rhein von Nikolaus Becker, Musik für 4 Männerstimmen von Friedrich Maczewski; Mitau. Verlag von G. A. Repher, ist bei dem Unterzeichneten zu haben. Libau, den l . März 1841. 2 Dietrich. Donnerstag, den 6. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, soll in dem Hause des Herrn Bäckermeisters Heinrich Kluge, der Nachlaß

Ist zu drucken erlaubt.

des verstorbenen Majors v. Andress, gegen gleich baare Bezahlung, versteigert werden. Es ist eine Parthie von mehr als 2l).0l)t) Dachpfannen von guter Qualität hier in Li» bau bereits eingeführt und abgelegt, zu ha­ ben. Das Nähere erfährt man darüber bei Herrn Lenz. 3 Ein Paar gute braune Chersoner Pferde sind für einen annehmbaren Preis zu verkau­ fen. Das Nähere erfährt man in meiner Wohnung, in der Apotheke am neuen Markt. M . Kluge. Provisor. 2 Da ich seit 15 Iahren hier das Maurer« Handwerk als Geselle betrieben habe und mir schmeicheln darf meinen Herren Gönnern prompt aufgewartet zu haben, so mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß es mir nach vieler Mühe gelungen ist, das Meister« recht in mei.cm Fache zu erlangen, und bin daher so frei Einem hochzuverehrenden Publi» kum mich in allen in meinem Fache vorkom« Menden Arbeiten bestens zu empfehlen, mit der Versicherung einer stets reellen und bil» ligen Bedienung. 1 Libau, den 12- Februar 184l. Christian Friedr. Frankenstein, Maurermeister.

Angekommene Reisende. Im j. Stadttheil, 1. Quartier, den 4- März; Herr Wiedner, aus Marren, und Herr Adolph«, Ar» rendebcsiycr, aus Neuhoff, bei Madame Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155. — Im l. Stadt« theil, 2. Quartier, den 1. Marz: Herr Staatsrat!», Baron v. Korff, und Herr Instanz - Sckr. Tilling, aus Hascnpoth, Herr Kaufmann G. W. E. Krause, aus Memel, und Herr v. Hahn, aus Niederbartau, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209 : den 2-: Herr Obristlient. v. Anders, Gehülfe des Bezirksgeneralen der innern Wache, aus Riga, bei Frey, in der langen Straße, im Hanse Nr. 216; den 4.: Herr Kreisrichter v. Roenne, und Herr v. Oorthesen, aus Oehseln, bei Büß, am alten Mark, te, im Hause Nr. 207. A b r e i s e n d e r . Der Schneidergesell Theodor Eduard Meybauer, aus Königsberg^reiset ins Ausland. 1

dciurs von, ^.M5ter6^ln 90 I'. 197 Lsindurg . 90 1'. A . . Z IVl. Z9^ I«iv1. kkauädr. s. 1t)0 — 8. 99? 99^ <ÜurI. äito 99^ jl)0

22- k'elzr. uvä 2» Lents. 7 k'ür 196 34;z ^- LLeo. ) t R.udel 39^ ?ee.Lt. 1 Lilber. 100 99ö 93^ 99? 100

Im Namen der Civil«Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Eensor.

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Herausgegeben/ gedruckt und verlegt von C. H. Foege. .H s. S«.

Sonnabend, den 8. Marz

St. Petersburg, vom 24. Februar. Durch einen Utas vom 17. Februar hat der Dirigirende Senat eine Allerhöchst bestätigte Entscheidung des Reichsraths bekannt gemacht, wonach die Depotcasse autorisirt wird. Gold« darren von wenigstens 5 Pfund, und Silber« dorren von wenigstens 1 Pud Gewicht unter gewissen Bedingungen als Depot anzunehmen und darüber Scheine zu ertheileo. Frankfurt, vom 4. März« Se. Durch!, der regierende Herzog von Nas< sau ist gestern unerwartet hier eingetroffen, vermurhlich aus folgender Urfach. I n de? Nacht zum j. März passirte eine Flvtille von circa 150 Schiffe:,^ mit großen Quadersteinen aus den Steinbrüchen der Neckarberge die Rheinbrucke bei Maiaz. Bei den Festungsbe, Hörden war die Ladung als zum Dombau bei Köln bestimmt, angegeben. Zwischen den bei­ den Rheininseln Peters Aue und Ingelheimer Aue jedoch wurden diese Steinmassen in den Rhein versenkt, und zwar auf den Herz. Nas­ sauischen Stromgebiet, und dadurch die Haupts strömung des Flusses auf das Großherzogl. Hessische Gebiet herübergelenkt. Die in den Rhein geworfenen Steine bilden nun eineMauer von sehr bedeutender Länge mit einer Basis von circa 20 Fuß und einer Qberstein-Breite von 4 bis 5 Fuß. bei iner Höhe von 4 Fuß über dem Spiegel des Rheins. Der ganze Vorfall, der sowohl hier als an den Ufern des Rheins eine schwer zu beschreibende Sen« simon verursacht hat, ist zu neu. als daß wir dessen Ursache schon ermittein könnten. Eifer­ sucht qeqen den jungen Freihafen von Biberich soll zunächst die Veranlassung zur Auf« führung dieses neuen Rheindammes gegeben

haben. Man lebt hier indeß der angenehmen Hoffnung, daß der Vorfall keine weiteren ernsten Folgen haben werde. Denn das hier umlau­ fende Gerücht, daß Nassau bei Kaub am Rhein der Großherzoglich Hessischen Flagge die Durch­ fahrt verbiete, bedarf noch sehr der Bestäti, gung. Paris, vom 1. März. Der Französische Gesandte am Preußischen Hofe, Gras Vresson, ist seit einigen Tagen i« Paris. Die Gerüchte über dessen diploma» tische Zukunft sind sehr verschiedener Art, je» doch ist officicll noch keine Entscheidung be­ kannt geworden. — Vom 2. Es sind in die­ sen Tagen mehre Verhaftungen vorgenommen worden, welche die Polizei einer neuen gehei­ men Gesellschaft auf die Spur gebracht ha­ ben. Ob diese geheime Gesellschaft übrigens gegen die Regierung, oder gegen die Börse ihrer Mitbürger conspirirt, ist noch zweifelhaft, da ein Umstand die Aufmerksamkeit der Poli­ zei erregte, der den Charakter jener neuen Verschwörung ungewiß läßr. Es fand sich näm­ lich vor einigen Tagen in Montpellier bei ei­ nem gewissen Herrn Achille Durand ein jun­ ger Rann ein, der dem Portier des Hauses einen Brief mit der dringenden Empfehlung abgab, ihn in keine andere Hände als in die des Herrn Durand gelangen zu lassen. Als Herr Durand den Brief eröffnete, fand er eine mit republikanischen Emblemen verzierte und mit Jtalienis. Motto's versehene lithogra« phirte Scvrist, in welcher gesagt wurde, "daß es der Gesellschaft der Volksrächer (vinäicatori ciel xoxulo) an Geld fehle und daß sie demnach, in Betracht der großen Zwecke, die sie zu erreichen habe, zu einer gezwungenen

Anleihe ihre Zuflucht nehme. Er, Herr Du­ rand, sei zu 20.000 Fr. abgeschätzt worden, die er binnen 24 Stunden zahlen oder sterben müßte. Er solle sich zu einer bestimmten Stun­ de an einen gewissen Ort begeben; dort werde er einen Mann finden, der ihm im Vorüber» gehen das Wort „Amen" zurufen würde: die« fem möge er das Geld zustellen. Jede In, discretion würde ihm das Leben kosten. Herr D. hatte natürlich nichts Eiligeres zu tbun, als diesen Brief der Polizei zu übergeben. Diese war anfänglich geneigt, das Ganze für einen Fastnachrsscherz zu halten; aber üderle« gend, daß man doch für einen einzelnen Fall keine Lithographie anfertigen lassen würde, rieth sie Herrn Durand, den Versuch zu machen, ob man an den. bezeichneten Orre sich einfin­ den würde. Dies geschal) am folgenden Ta­ ge. Die bewaffnete Macht hatte sich ganz in der Nähe in den Hinterhalt gelegt, und als Herr Durand ankam, fand er wirklich einen Mann, der ihm das Wort ..Amen" zuflüsterte. Er trat auf ihn zu und machte ihn auf das Unbesonnene seines Benehmens aufmerksam, worauf er die Antwort erhielt, daß er der Abgesandte eines Höhern sei» I n demselben Moment ward er von den mittlerweile heran­ getretenen Stadlsergeanten verhaftet. Im Ver­ höre nannte er sich Numa Raimond, seines Standes ein Zuckerbäcker, leugnete übrigens Alles; von dem in Rede stehenden Briefe wollte er nichts wissen und behauptete, von Herrn Durand im Vorübergehen nur eine Unterstü­ tzung erbeten zu haben. Mir dem Porti-er confrontirt, erkannte dieser in ihm nicht den Ueberbringer des Briefs, er gab aber ein so ge­ naues Signalement von demselben, daß die Polizei ihn noch im Laufe des Tages aufzu­ finden im Stande war. Er nennt sich Iva« chim Ravani und leugnet ebenfalls jede Zheilnähme an den obangeführten Thatsachen. — Heute sind auch in Paris, ob in Folge jenes Vorfalls oder nicht, ist unbekannt, einige Stu­ denten, als der Theilnabme an einer Verschwö­ rung zum Umsturz der Regierung verdächtig, gefänglich eingezogen worden. London^ vom 2. März. Ueber den Stand der Verhandlungen in Ve« treff der Orient. Frage meldet der „Morning Herald" Folgendes: ,.Es finden jetzt in Lon­ don Unterhandlungen zwischen den großen Mäch­ ten statt, welche den Iuli-Tracrat abgeschlos­ sen haben. Es handelt sich um den Abschluß eines neuen, umfassenderen Tractats, in wel»

chem Frankreich als Mitcontrahent einen de» deutenden Platz einnehmen soll, und der die Erledigung der Türkisch-Egyprischen Frage auf folgenden Grundlagen zum Zweck hätte: Nach Feststellung der Verhältnisse zwischen dem Sul­ tan und Mehmed kommen die großen Mächte, Mi: Einschluß Frankreichs, überein, die In­ tegrität und Unabhängigkeit des Ottomanischen Reichs für die Zukunft zu garantiren; die großen Machte, mir Einschluß Frankreichs, kom­ men außerdem übereui, Mehmed und seinen männlichen Erben das erbliche Paschalik Egpp» ten zu garantiren. Mancherlei Schwierigkeiten stellen sich einer solchen Übereinkunft in den Weg, und es ist zweifelhaft, od Rußland i n dieselbe einwilligen kann und ob England es thun wird. Oesterreich ist zu Gunsten des Tractats, weil Frankreich, wenn es einmal aus feiner Isolirung herausgezogen ist, zur Entwaffnung schreiten muß. Frankreich be­ treibt die Unterhandlung dringend, um seine frühere Stellung wieder Zugewinnen, und es würde» als ein Meisterstück des Guizotschen Ca* binets zu betrachten sepn^ wenn es ihm gelänge, durch einen Trac?at die Garanlirung der In» tegrität des Ottomanischen Reichs zu sichern. Unkr Berichterstatter ist jedoch der Meinung, daß der Tractat nicht zu Stande kommen wer­ de." — Aus der Schiffsliffe vom Vorgebirge der gurerr Hoffnung ersieht man. daß die Ent­ deckung Erpedition unter dem Befehl des Cap. Roß am 1Z. Aug. zu Hobartrown in Neu-Hsl» land im Hessen Wohlseyn angekommen war, und daß dort eine neue Sternwarte errichtet wurde.—' Vom 3- Bei einer kürzlich gemalte» nen Versammlung in Cork, welcher der Pater Mathew beiwohnte, zeigte einer der Redner an, daß dem Mäßigkeits Vereine 8 Katholische Prälaten und 700 Katholische Geistliche bei­ getreten wären; die letzte Reise des Parers habe 1.147.000 Mitglieder g e w o n n e n , 5o daß nun im Ganzen in Irland 4,647,000 M s o n e a Thee-Totalisten sepen. Kopenhagen, vom 2- Märx. Der Winter ist noch immer anhaltend und ziemlich streng; die Macht der Sonne hat ihm jedoch seineRauheit genommen, und man giebl sich um so lieber aller Wiutcrfreuden hin/je kürzer es mit ihrer Dauer zu seyn scheint. Schlieren und Fußgänger sieht man täglich auf dem von Zelten geschmückten Sunde; auch mit Schweden «st die Communication übers Eis immer noch lebhaft, und sogar von Born» Holm, wo sie schon lange aller direkten Ver»

bindung mit der Welt entbehren, ist über Schw^ den ein Fußgänger angekommen. , ' Alexandrien, vom 6. Februar. I n St. Jean d'Acre ist wieder ein Pulver, magazin in die Luft geflogen. Englische See, leure wurden leicht verwundet; die Türken er­ litten größeren Verlust, und eine Anzahl Ka» meele und Schaafe wurden unter den Trüm» mern begraben. Die Englischen Seeleute und Soldaten haben an den Fiebern in Syrien ziemlich gelitten, selbst die Aerzte blieben nicht frei davon. Genera! Mitchel, welcher Sir Charles Schmidt im Ober» Commando der Türkischen Truppen ersetzte, ist an der Dp» fenrerie gestorben.

senbahn wurde kürzlich angegangen. etwas mehr für die.Bahnpolizei zuthun. Ein alrsv Invalide liefe oft stundenlang bettelnd neben dem Wagcnzuge her, und inkommodire die Reisenden. — I n Amerika sind die Personen - Eisen­ bahnwagen so groß und hoch, daß 60 Per, sonen darin Platz haden können und der größte Mann kerzengerade darin stehen kann, aber auch so mit einander verbunden, daß die Pas» sagiere durch sämmtliche Wagen des Zuges von einem Ende bis zum andern spazieren gehen können. — Ein Tropfen Kreosot in. ein Schoppen schwarze Tinte, hindert das Schimmeln der­ selben. Syrup mit feinem Sande zu einem Teige verbunden, ist das beste Ofenkitt. — 2 Loth fein gepulverten und gesiebten ungelöschten Kalk, t Loth gepülvenes Schieß, pulver. ^ Loth feine Eisenfeilspane, schnell mit Eiweiß oder Ochsendlut gemischt, ist ein gutes Kitt für Meerschaumköpfe. — Man koche 100 ZL Wasser, 20 K Aetzkalk und 2 Schwefelblumen in einem eifer» nen Gefäße, lasse die Flüssigkeit einige Zeit stehen, gieße das Klare ab, und verwende es nach Umständen mehr oder weniger verdünnt zum Besprengen der gepflasterten Wege, Platze und Gänge, so wird das Gras darin vertilgt. --- I n den Ver. Staaten Amerikas haben sich wieder ein paar Vereine gebildet. Eins von alten Junggesellen gegen das Einbringen kleiner Schreihälse in die Kirche, das andere von jungen Mädchen gegen das Gaffen der Hungen Leute beim Ausgange aus der Kirche.

A l l e r l e i . Es ist irgendwo der Vorschlag gemacht wor, den, die Fenstertaxe einzuführen, weil die Fen, ster die eigentlichen Wärmediebe und Waldverwüster sind. — Die Runkelrübe liefert wie bekannt au« ßer dem Zucker auch das Surrogat zum Kaffee; jetzt ist man ernstlich darauf bedacht auch die Milch aus ihr zu ziehen, und aus ihrem Kraut Zigarren zu drehen. — Mehrere Lufttechniker in England haben vorgeschlagen, die Luftballons mittels ßeeig, n-t«r Raketen mit Schießpulver durch die Lust zu treiben. Wir werden daher bald feurige Meteore durchs Firmament fahren sehen, aber statt der Mondsteine fallen John Bulls mit Vollmondsgesichtern herunter. — Man hat jetzt die Erfindung gemacht aus Hobelspäne Papier und namentlich eine Pappe zu verfertigen, die wasserdicht und zweckmäi ß'g zur Dachbekleidung ist. Auch hat man entdeckt, daß Hobelspäne elektrisch sind. Ver­ mittels des Elektrometer hat man bei dename» Gerichtliche Bekanntmachungen» titanischen Holzsorten positive und bei den Nachdem von Einem Dirigirenden Senate Französischen negative Elektriciläts,Phänomen der nachgesuchte Verkauf, des zum Schneiderentdeckt. Meister Putzbergschen Nachlaß gehörigen, sub — Die Reife mit eisernen Dampfböten, lässt die Passagiere gesund, weil das Schiff" sich Nr. 370 allhier belegenen Hauses nachgege, den, und hierzu Isrmwus auf den 12. März ruhig bewegt und der Geruch, welchen die d. I . vor dem Libauschen Stadt'Waifen.GeMaschinen und das kochende Wasser im Schiffs, richte anberaumt worden 5 so wird solches den räum zu entwickeln pflegt, beseitigt wird. Kauflustigen hierdurch zur Kenntniß gebracht. — I n D. wunderte man sich woher bei Libau, den 25. Februar tL4l» einem Bäcker plötzlich großes Brot komme. Doch überzeugte man sich, daß es nur eine Auf den 13. d. M., Nachmittags um 2 optische Täuschung war. Er hatte Vergröße­ Uhr und die folgenden Tage, wird in dem rungsgläser vor den Fenstern seines VerkaujsKurtzeschen Hause eine Auktion über verschie­ ladens andringen lassen. dene Gegenstände stattfinden. Die Direktion der Berlin-Potsdamer Ei­ Libau, den 7. Mär; 1S4t.

Daß am 43. d. M. von 9 Uhr Morgens ab die Mobiliar «Nachlassenschaft des weil. Oberhofgerichts-Advokaten Fuchs gegen baare Bezahlung vor den 0kücio des Hasenpoth, schen Instanz-Sekretairs. in der Wohnung des Verstorbenen versteigert werden soll, wird den Kaufliebhabern hiermit zur Kenntniß ge­ bracht. Libau, den 7. Marz 1841. Bekanntmachungen. Au s v e r k a u f d e r z c . K u t h s z s c h e n B a u m ­ schule zu Hasenpoth. Unterzeichneter beabsichtigt einen Ausverkauf seiner, nach ihrem früheren Besitzer benann, ten Baumschule, aus etwa 2000 Stämmen von den edelsten Birnen,, Aepfel- und Pflaumen-Sorten bestehend. Zu diesem Ende sind alle drei Obstarten im Preise gleich gestellt und der bisherige Kaufpreis dergestalt weit unter die Hälfte herabgesetzt worden, daß die gewöhnlichen Baumschulbäumchen, nach Art der Bamberger, für 15 Cop. das Stück, die vollausgewachsenen tragbaren zu 30 Cop. und förmliche Standbäume von 5 bis 8 Zoll im Umkreise für 50 Cop. S. M. abgelassen wer­ den sollen. Wer S0 und mehr nimmt, erhält noch überdies 5 pCt. Zugabe. Bestellungen hierauf sind i n Libau bei Herrn S t u c k e r t abzugeben oder an Unterzeichneten nach Ha­ senpoth zu adressiren, und werden dieselben innerhalb der nächst.« vier Wochen erwartet, weil jeden Falls gleich nach Ostern die dies' seinge weitere Maaßnehmunc, angezeigt wer­ den wird. Libau, den 7. März 184!« 3 OberhofaeriHts-Advokat Seelig. Der deutsche Rhein von Nikolaus Becker, Musik für 4 Männerstimmen von Friedrich Maczewski; Mitau, Verlag von G- A. Reyher, ist bei dem Unterzeichneten zu haben. Libau. den 1. März 1841. 1 Dietrich. Zu Ostern sollen wieder mehrere Knaben aus dem Hospiz entlassen und confirmirt wer­ den. Die achtbaren Meister der Zünfte und Gewerke werden daber ersucht, falls sie zur genannten Zeit einiger Burschen bedürfen soll­ ten. deshalb an die Vorsteher der Anstalt sich wenden. — Da die Menge der auf den Stra. ßen sich umhertreibenden verwahrlosten Kinder leider noch immer sehr groß ist. so wird sol» che, so viel als nur irgend möglich ist, die

Anstalt wieder aufzunehmen suchen. Sehr wünschenswenh wäre es aber, wenn ein ge­ ehrtes Publikum die ersten Kosten einer so!« chen Aufnahme durch freundliche Zusendung abgelegter Kleidungsstücke:c. erleichtern wollte; — auch die geringste Kleinigkeit wird mit dem herzlichsten Danke angenommen werden. Schluß» lich bitten wir noch um Bestellungen zu klei­ nen Handarbeiten für die Kinder, z. B. zu Holzschuhen, Klammern, Blumenstöcken, Mau­ sefallen, ferner: Federn zu schließen, Kroll­ haare zu zupfen, Brennholz aufzustapeln ?c. Die Vorsteher. Die Saamen-Verzeichnisse sind fertig und werden unentgeldlich verabreicht, in der Kirchenstraße Nr. 60, von G. Waeber. Bekannt un6, keliektsr I^evkojen-Lsainski von Xoekler in Winäau ist 2u Kaden bei D e w i t z senior. 1 Ein Paar gute braune Chersoner Pferde sind für einen annehmbaren Preis zu verkau­ fen. Das Nähere erfährt man in meiner Wohnung, in der Apotheke am neuen Markt. M . Kluge, Provisor. t

^Angekommene Reisende. Im i. Stadttheil, j. Quartier, den 5. Marz: Hr. Roehrich, aus Papplacken, Herr I. Buiwen, aus Schoden/'und den 7.: Herr C. Ansohn, Amtmann aus Ambothen, Herr C. Lcpewitz, aus Funckenhoff, Herr F. Kaegler, Verwalter aus Wirgen, und Herr C. Eilenb.rg, Verwalter aus Bunthoff, bci Mada­ me Günther, in der Vorstadt, im Häufe Nr. 1551). — Im 1. Stadttheil, 2- Quartier, den 5.: Herr Ju­ stus Heidhusen, aus Mcmel, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 2<>9; Hcrr v Fircks, aus Sexaten, und den 6-: Herr Consul Hertzwich und Herr Foege, aus Windau, Herr v. Kleist, aus Gawesen und Herr v. Keyserlings, aus Groß »Lah­ nen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207; den 5.: Herr v. Keyserling?, aus Gawcscn, und den 6-: Herr v. Rahden, aus Polangen> bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 2i6. — Im 2. Stadttheil, 3. Quartier, den 7.: Herr Brinkmann, aus Batken, bei Ernest, in der Iuliannenstraße, im Hause Nr. 383. — Im 2. Stadttheil, 4. Quartier, den 5.: Herr Wilhelm Meyer, aus St. Petersburg, bei Madame Meyer, in der Juliannenstraße, im Hause Nr. 47Z. Wind und Werter. Den 2- und 3. Marz N., heiter, den 4. SW., be. wölkt; den 5. SO.» windig und Schnee; den 6- S, bewölkt; den 7. S., heiter; den 8. S., bewölkt.

Isl zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Obcrvenraltung der Ostsee,Provinzen, Tanner, Ccnsor.

Libau fches

Wochen

b l a t t.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

Mittwoch, den 12. Marz P u b l i c a t i o n . Ein geachtetes Publikum habe ich die Ehre ergebenst zu bitten, zun» allgemeinen Besten und zur all­ gemeinen Gesundheit, wie es nach meinem Dafürhalten unumgänglich erforderlich ist, den Schmutz, d?r auf dem Schnee und Eise in den Straßen befindlich ist, so lange bis die Straßen frei davon werden, taglich abstoßen, abfegen und denselben wegführen zu lassen, damit nicht nur die nach der Stadt kommenden Per» sonen, sondern auch die hiesigen Einwohner, nicht nöthig haben, im Schmutz zu fahren und zu gehen, wo­ durch bei der gegenwärtigen Witterung bis zu den Osterfeiertagen die Straßen rein sein werden und die hiesigen Einwohner dieselben mit größerer Annehmlichkeit werden passiren können, was einem Jeden von Nu­ tzen sein wird und zu diesem Ende, da, wo an den Seiten des Trottoirs noch Schnee befindlich, falls die Einwohner keine Mitte! haben, denselben hinwegzuführen, ihn nach der Mitte der Straße, und wo noch Eis auf den Trottoircn und in den Rinnsteinen ist, dasselbe aushauen und in die Gruben der Straßen wer­ fen zu lassen, wie solches bis jetzt stattgefunden, wodurch das Wasser einen freien Abfluß haben wird, und ein Jeder wird gut fahren und die Fußgänger trockenen Fußes werden auf den Trottoiren gehen können; und bin ich völlig überzeugt, daß dieses genau erfüllt wird; denn nicht einmal habe ich mich überzeugt, daß ein jeder Einwohner sich beeifert zum allgemeinen Besten beizutragen und daher hoffe ich auch, daß es kei­ ner Erinnerung von Seiten der Polizei-Untcrbeamtcn, welche wegen ihrer vielfachen Geschäfte und ihr?r ge­ ringen Zahl nicht immer die Erinnerung zur Reinigung der Straßen wiederholen können und auch mit erheblicheren Dingen zu thun haben, mehr bedürfen w«rd. libau, den it Marz t84t. Nr. 39. Polizeimeister Michael.

Et. Petersburg, vom 27- Februar. Aus der Zahl der von dem Kurlandischen Adel erwählten Kandidaten sind Allerhöchst bestätigt worden: der Doblensche Hauptmann, v. Lieven zum Tuckumschen Oberhauptmann; der Assessor des Mitauschen Oberhauptmanns« Gerichts, von der Roop, zum Doblenschen Hauptmann; der Assessor des Grobinschen Hauptmanns-Gerichts, von Seefeld, zum As­ sessor des Mitauschen Oberbauptmanns - Ge» richts; Adam von Kleist, aus dem Gavesenfchen Hause, zum Assessor des Grobinschen Hauptmanns Gerichts; Alfred von Korff, aus dem Dsirgenschen Hause, zum Assessor des Fritdrichstädtschen Hauptmanns-Gerichts. und Karl von Mirbach zum Assessor des Windau» schen Hauptmanns Gerichts. Darmstadt, vom 7. März. Se.,Hoh. der Prinz Emil 'st heule zu einem

Besuche bei dem königl. Preußischen Hofe nach Berlin abgereist. Später wird sich der­ selbe vo.7 dorr nach St. Petersburg begeben, um dcr Vermählung Ihrer Kaiser!. Hoheit der Großfürstin Maria Alexandrowna beizu­ wohnen. Paris, vom 5. März. Die Polizei hat besondere Agenten von hier abgesandt, um die Küsten des Mittelländischen Meeres genau zu beaufsichtigen, da die Ein­ schiffung des Herzogs von Bordeaux auf ei­ ner Kriegskorvette zu einigen Besorgnissen An» laß giebt. London, vom 6. März. Seit Kurzem herrscht in den Kanzelleien der Oesterreichischen. Preußischen und Russischen Gesandlschaft große Tbäligkeit. Am 29. v. M. fand im auswärtigen Ministerium eine mehrstündige Konferenz zwischen Lord Palmer-

ston, dem Fürsten Esterbazy und den Freiherren worden ist, muß nach Konst«iininopel kommen, Neumann, Bülow ltnd Brunow statt, nach um daselbst die Belehnung zu empfangen. Das Vorrech: der Erblichkeit giedr den Gouverneu­ welcher Kouriere mit Depeschen nach den drei ren von Aegypten keinen höheren Rang oder Kontinentalböfen abgingen. Im Hertfordhouse Titel als den übrigen Wesiren, noch einen An­ werden Vorbereitungen zum Empfange des spruch auf Vorrang, sie werden vielmehr ganz Grafen von St. Aulaire getroffen, welcher, auf demselben Fuß behandelt, wie ihre Kolle­ wie versichert wird, zum Nachfolger des Herrn gen. Sowohl die Bestimmungen meines Hat» Guizot auf dem hiesigen Gesandtschaftsposten tischerifs von Gülhane, als die bereits beste­ bestimmt ist, und in 4 bis 6 Wochen hier henden oder noch zu erlassenden Verwaltungseintreffen wird. Am 2. fand abermals eine Gesetze, so wie aHe mit befreundeten Mächten diplomatische Konferenz statt, welche die Her­ abgeschlossenen oder noch abzuschließenden Ver­ beiführung eines freundschaftlichen Vernehmens träge, müssen in Aegypten gleichfalls ausge­ zwischen Frankreich und den übrigen Großführt werden. Alle dieser Provinz aufzuerle­ mächten zum vornehmsten Zweck hatte, und genden Abgaben sollen in meinem Namen erho­ vorgestern hatte der Preußische Gesandte Ge­ ben werden, und damit die Bewohner Aegyp­ schäfte im auswärtigen Ministerium und im tens, die einen Tbeil der Unterthanen meiner Handelsbüreau. hohen Pforte bilden, keinen Bedrückungen und Konstantinopel, vom 48. Februar. unregelmäßigen Erpressungen ausgesetzt sind, Der großherzogliche Ferman. wodurch dem so sollen der Zehnte und andere Abgaben a u f Pascha von Aegypten die erbliche Verwaltung dieselbe Meise regulirt werden, wie ^n den Aegyptens zugesichert wird, lautet folgenderübrigen Theilen meines Reiches. Ein Viertel maßen: „Wesir! Ich habe die von Euch so d.r Einkünfte von den Zöllen, dem Zehnten eben gegebenen Beweise von Unterwerfung, so und a:!d^.en Abgaben in Aegyten soll oh?ie wie Eure Beiheuerungen der Treue und die Abzug in den Schatz meiner erhabenen Pforte Versicherungen der Ergebenheit gegen meine gezahlt werden; die übrigen drei Viertel sol­ erhabene Person und die Interessen meiner len zur Deckung der Kosten für die Erhebung, hohen Pforte mir großer Genugtuung wahr­ für die Civil-und Militär-Verwaltung, den Un­ genommen. Eure große Erfahrung und Ver­ terhalt des Gouverneurs und zur Bezahlung trautheit mit den Angelegenheiten des Landes, des jahrlich nach den heiligen Städten Mekka das so lange unter Eurer Verwaltung gestan­ und Medina zu sendenden Getreides verwendet den, lassen mich nicht zweifeln, daß Ihr durch werden. Der außerdem von dem Gouverneur Eifer und Klugheit in derselben Ve: wattu-ig von Aegypten zu zahlende Tribut und die Art Euch neue Ansprüche auf mein Wohlwollen der Zahlungen soll fünf Jahre fortdauern vom und mein Vertrauen erwerben und daß Ihr Jahre 1257 (22. Februar 184l) an gerechnet. zu gleicher Zeit, indem Ihr den Werth mei­ Beides mag später dem künftigen Zustande nes Wohlwollens anerkennt, jene Eigenschaf, Aegyptens und den veränderten Umständen ge, ten, die Euch auszeichnen, auf Eure Nach­ mäß regulirt werden. Da meine hohe Pforte kommen zu übertragen bemüht feyn werdet. von dem jährlichen Betrage der Einkünfte und Aus dieser Rücksicht habe ich beschlossen, Euch in der Verwaltung Aegyptens, innerhalb der 'der Art der Erhebung der Abgaben in Kenntniß gefetzt werden muß und da zu diesem Zweck Grenzen, wie sie auf der durch meinen Großeine die Oberaufsicht in der Provinz führende Wesir Euch übersandten Karte vorgezeichnet Kommission nöthig ist, so soll dies später nach sind, zu bestätigen und Euch das Vorrecht der meinem Kaiserlichen Willen geordnet werden. Erblichkeit dieser Verwaltung unter folgenden Die sehr wichtige Regulirung des MünzweBedingungen zu verleihen. Wenn die Ver­ fens soll durch meine hohe Pforte auf eine waltung Aegyptens erledigt wird, soll sie dem­ Weise angeordnet werden, daß keine Verän­ jenigen Eurer Söhne übertragen werden, den derung, weder in dem inneren noch in dem ich dazu erwähle und dieselbe Successionsweise kurrenten Werthe des Geldes mehr eintreten findet auf diesen Letzteren und sofort Anwen­ kann, und müssen daher die Gold- und Sildung. Im Falle Eure männliche Linie aus­ dcrmünzen, welche die hohe Pforte in meinem stirbt. haben die männlichen Nachkommen der Namcn auch serner in Aegypten erlauben wird, Frauen Eurer Familie keinerlei Ansprüche auf im Werth. , in der Form und im Gepräge die Erbfolge. Derjenige von Euren Söhnen, deu der Kaiser!. Münze in Konstautlnopül gkich der zu Eurem Nachfolger tu Aegypun erwählt

sepn. I n Friede»,Seiten sind iL,000 Man» Soldaten hinreichend für die innere Sicher­ heit Aegyptens und diese Zahl darf nicht über­ schritten werden; da aber die Aegyptischen Truppen, eben so wohl wie die der anderen Theile des Reichs, für den Dienst der ho­ hen Pforte bestimmt sind, so können sie in den Kriegszeiten den Bedürfnissen gemäß vermehrt werden. Nach dem neuen, in meinem ganzen Reiche angenommenen Milirär»System, werden die Soldaten, nachdem sie fünf Jahre gedient haben, durch andere ersetzt, und dieses Sy­ stem wird auch in Aegypten bcfolgt werden. Von den letzten Rekruten der jetzt dienenden Aegyptischen Truppen sind daher 20,000Mann für den neuen Dienst auszuwählen, von de« nen 18,000 Mann in Aegyren bleiben und 2000 Mann hierher gesandt werden, um ihre Zeit abzudienen. Um das in jedem Jahre aus» scheidende Fünftel für die 20.000 zu ersetzen, werden in Aegypten jährlich 4000 Mann durch das Loos ausgehoben und dabei die nölhige Menschlichkeit, Unparteilichkeil und Sorgfalt beobachtet. Z600 von diesen Rekruren bleiben in Aegypten und 400 werden hierheigesandt. Die Soldaten, welche in Ae/zypten oder hier «hre Zeit abgedient haben, kehren in ihre Hei» math zurück und dürf-n nicht ein zweites Mal zu Soldaten genommen werden. Obgleich das Klima Aegytens einen von dem des Osmanischen Heeres verschiedenen Stoff für die mi» lyrische Kleidung erfordern mag, so sollen doch die Uniform, die Unterscheidungszeichen und die Farben der Aegyptischen Truppen nicht von denen der übrigen Truppen des Reichs verschieden seyn. Dasselbe gilt für den An» zug und die Unterscheidungszeichen der Oifi^ ziere, Matrosen und Soldaten der Aegypti­ schen Marine und die Flaggen derselben müs­ sen dieselben seyn wie hier. Die See» und Land.Offiziere bis einschließlich zum Lieutenant werden von der Aegyptischen Regierung er nannt; die Ernennung der höheren Offiziere hän»t von meinem Kaiserlichen Willen ab. I n Zukunft soll dem Gouverneur von Aegypten nicht gestaltet sepn, ohne meine ausdrückliche Erlaubniß ein Kriegsschiff zu bauen. Da die­ se Verleihung der erblichen Verwaltung Aegyp. tens von den obigen Bedingungen abhängig ist. so zieht die Nichterfüllung uner derselben die augenblickliche Zurücknahme dieser Bewilliqung nach sich. Dieser Hatlischerif wird i?uch daher mirgetheilt, damit Ihr und Eure Nachkommen die Kaiserl. Gnade, welche Ich

Euch so eben gewährt habe, anerkennen und Eure Aufmerksamkeit auf die sorgfällige Er­ füllung der darin enthaltenen Bedingungen richten, die Bewohner Aegyptens gegen alle Gewalttätigkeiten schützen, für ihre Wohlfahrt und Sicherheit sorgen und bemüht seyn mögt, meine Befehle nichr zu verletzen und auf daß Ihr endlich der hoben Pforte über die wich» tigen Angelegenheiten des Eurer Verwaltung anvertrauten Landes berichtet. Am 2t> Silhidsche des Jahres 4256 (L3. Februar I84l)." — Der Iustiz-Minister Said Müil'Efendi ist am Sonntag auf dem Negierungs-Dampf» boote „Peiki schewket" nach Alexandrien ab­ gereist, um Mehmed Ali den obenstehenden Großherrlichen Ferman zu überbringen. Der Minister überbringt ihm zugleich die mit dem Range eines Wesirs verbundenen Dekorativ« nen. Gestern lheille die Pforte den Ferman offiziell den Repräsentanten der vier Mächte mit. A l l e r l e i . — Man hat in England mittels des Si» derallichts die Erleuchtung des Teleskops so sehr verbessert, daß man dadurch die räthselhasreu Erscheinungen im Monde gelöst hat. Man hat Menschen entdeckt, die in tonnenförmigen Schiffen fahren, mit ihren Köpfen Herausgucken und einen statten Rauch von sich blasen. Entweder glaubt man, daß diese Mondmenschen starkeZigarrenraucher sind, oder ihre Tonnenschiffe durch die Kraft des Rau­ ches in Bewegung setzen. — Lange schon ist das Roggenbrot in ei­ nigen Quartieren Londons im Gebrauch, wo sich Leute aus Teutschland oder aus den bal­ tischen Uferländern aufhalten. Jetzt weisen Londoner Blätter darauf hin, daß es gesun­ der als Haferbrot sey. — Man verfertigt jetzt sehr elegante Vistten. und Address-Karteu von Holz, das dazu so sein geschnitten wird, daß es gewöhnliche Papierdicke erreicht und eine sehr ebene Ober, fläche darbietet. — Der gemeine Buxbaum ist für alle Vier, füßler mit Ausnahme des Stachelschweins, gif» lig- I n einigen Gegenden Persiens ws dieser Baum häufig wächst, kann man aus diesem Grunde das so nützliche Kameel nicht einführen, — I n der Nahe von Kalkutta fielen vor einiger Zeit eine Menge lebender drei Zoll großer Fische aus der Lufr, wohin ste durch eine Wasserhose geführt seyn sollen»

— Die Lokomotive „Luther" in Berlin hatte zuweilen das Mißgeschick, auf der Relse nach Potsdam stehen zu bleiben. Ein Witzbold meinte die Locomotive mache es wie ibr Na« mens-Vetter der Doctor, der vor Kaiser und Reich sprach: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders. Gott helfe mir! Amen." — Runde Schornsteine sind zweckmäßiger als die vierkantigen, deren Fläche de» heftigen Winden zu großen Widerstand darbieten. — I n London hat man die Brotbereitung dadurch verbessert, daß man mit dem zum Einmengen bestimmten Wasser vorläufig durch Kochen eine kleine Quantität Mehl verbindet, und daß man dann diese Mischung anstatt des reinen Wassers

Bekanntmachungen. Auf den 13- d. M., Nachmittags um 2 Uhr und die folgenden Tage, wird in dem Kuctzeschen Hause eine Auktion über verschie­ dene Gegenstände stattfinden. Libau, den 7- Marz 1841. Daß am 18. d. M. von 9 Uhr Morgens ab die Mobiliar»Nachlassenschaft des weil. Oberhofgerichts-Advokaten Fuchs gegen baare Bezahlung vor dem Okkicio des Hasenpoth» schen Instanz«Sekretairs, in der Wohnung des Verstorbenen versteigert werden soll, wird den Kaufliebhabern hiermit zur Kenntniß ge­ bracht. Libau. den 7. . März 1841. . . . .

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Ulss k e n - L alI. ^m 166. vvirä 2um Lesteri äer verstümmelten krieAer in äer 8taclt (-rodln ein UtasKenkall KeZeben weräen. Die Tntres keträZt kür Zerren 50, kür Damen Z0 lÜox. 8. uncl laäet 2ur Dntcrstüt^nnZ äieses wnkltl^ätiZSN Zweckes er^edenst ein: Oer IVlagistrat.

Es^s^ine Parlhie von mehr als 20 000 Dachpfannen von guter Qualität hier in Li­ bau bereits eingeführt und abgelegt, zu ha­ ben. Das Nähere erfährt man darüber bei Herrn Lenz. 2

Marz. Xo. Nation: lt. 1 Dane.

Ist zu drucken erlaubt.

A usverkauf der :c. Kuthsz schen Baum» schule zu Hasenpoth. Unterzeichneter beabsichtigt einen Ausverkauf seiner, nach ihrem früheren Besitzer benann» ten Baumschule, aus etwa 2000 Stämmen von den edelsten Birnen», Aepfel- und Pflau­ men,Sorten bestehend. Zu diesem Ende sind alle drei Obstarten im Preise gleich gestellt und der bisherige Kaufpreis dergestalt weit unrer die Hälfte herabgesetzt worden, daß die gewöhnlichen Baumschulbäumchen, nach Art der Bamberger, für 15 Cop. das Stück, die vollausgewachsenen tragbaren zu 30 Cop. und förmliche Standbäume von 5 bis 8 Zoll im Umkreise für 50 Cop. S. M. abgelassen wer­ den sollen. Wer 50 und mehr nimmt, erhält noch überdies 5 pCt. Zugabe. Bestellungen hierauf sind in Libau bei Herrn Stuckert abzugeben oder an Unterzeichneten nach Ha­ senpoth zu adressiren, und werden dieselben innerhalb der nächsten vier Wochen erwartet, weil jeden Falls gleich nach Ostern die dies­ seitige weitere Maaßnehmung angezeigt wer, den wird. Libau, den 7. Marz 18412 Oberhofaerichts«Advokat Seelig. Angekommene seilende. Im i. Stadttheil, i. Quartier, den 40. MarzHerr v. Sacken, aus Wangen, bei Herrn v. Kettler, im Hause Nr. 5, in der großen Straße; den n.: Herr I. Below, aus Mitau, bei Madame Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155 i>. — Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 8-: Herr v. Sa
Oer Äschlergesell Julius Gotthilf Meybauer, aus Königsberg, reiset ins Ausland. 3 Lours vom ß. uocl H. ^Vlärr. Lents.' ) 5'iir 90 l'. I96z 1965 ttamliurZ .90^. 34^ 8Lvo. ) 1 knkel ^.onäon . . Z IVl. Z9^z ^ 39^ ?ee.Lt. ) Lilber. a. 99l ^ 99Z Z — S. 99^ 99 995 99 (5url. dito 99^ 9Z 994 99

S c h i f f s Ein k 0 m m Schiff: Capitain: Thomas Lawrence. H. M. Dahl.

L ils t e . N d: kommt von: mit: Messlna. Früchten.

an: Frieder.Hagedorn.

I m Namen der Civil,Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, T a n n e r , Censor.

8

s

Wochen Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C- H . Foege. .

SS.

Sonnabend,

den 1Z. Marz

P u b l i c a t i o n. Ein geachtetes Publikum habe ich die Ehre ergebenst zu bitten, zum allgemeinen Besten und zur all­ gemeinen Gesundheit, wie es nach meinem Dafürhalten unumgänglich erforderlich ist, den Schmutz, der auf dem Schnee und Eise in den Straßen befindlich ist, so lange bis die Straßen frei davon werden, täglich abstoßen, abfegen und denselben wegführen zu lassen, damit nicht nur die nach der Stadt kommenden Per« sonen, sondern auch die hiesigen Einwohner, nicht nöthig haben, im Schmutz zu fahren und zu gchen, wo­ durch bei der gegenwartigen Witterung bis zu den Osterfeiertagen die Straßen rein sein werden und die hiesigen Einwohner dieselben mit größerer Annehmlichkeit werden passiren können, was einem Jeden von Nu­ tzen sein wird und zu diesem Ende, da, wo an den Seiten des Trottolrs noch Schnee befindlich, falls die Einwohner keine Mittel haben, denselben hinwegzuführen, ihn nach der Mitte der Straße, und wo noch Eis auf den Trottoircn und in den Rinnsteinen ist, dasselbe aushauen und in die Gruben der Straßen wer­ fen zu lassen, wie solches bis jetzt stattgefunden, wodurch das Wasser einen freien Abfluß haben wird, und ei« Jeder wird gut fahren und die Fußgänger trockenen Fußes werden auf den Trottoircn gehen können; und bin lch volug uberzeugt, daß dieses genau erfüllt wird; denn nicht einmal habe ich mich überzeugt, daß ein ,eder Einwohner sich beeifert zum allgemeinen Besten beizutragen und daher hoffe ich auch, daß es kei­ ner Erinnerung von Seiten der Polizei-Untcrbeamtcn, welche wegen ihrer vielfachen Geschäfte und ihrcr ge« ringen Zahl nicht immer die Erinnerung zur Reinigung Her Straßen wiederholen können und auch mit er­ hebt,cheren Dingen zu thun haben, mehr bedürfen nurd. Nbau, den it. Marz t84iNr. 39. Polizeimeister Michael.

Frankfurt, vom 12. März. Die durch die Sperrung des Hafens von Bieberich hervorgerufenen diplomatischen VerHandlungen wurden in dieser Woche noch mit besonderer Lebhaftigkeit betrieben und der Bun» des s Prättdial-Tesandte, Hr. Graf von MünchVellinghausen, legte anfangs derselben sowohl dem Herzoglich Nassauischen als an dem Groß» Herzog. Hessischen Hofe Besuche ab. Diese Verhandlungen haben indessen das befriedi­ gende Resultat gehabt, daß die zur Sperrung des Biebericher Hafens in den Rhein versenk­ ten Steine alsbald wieder entfernt werden sollen. Bereits gestern würde mit dieser Ar» beit begonnen worden seyn — denn .es waren schon die Vorbereitungen getroffen — allein das plötzliche Steigen des Rheins hinderte es; doch soll das Wasser bereits wieder im Fal» len begriffen seyn. Der Main steht auch sehr

hoch, da durch die wärmere Witterung der Schnee in den Gebirgen schmilzt. Wien, vom 9- März. Die gesammte Aushebung für unsere Armee beläuft sich auf etwa 94.000 Mann, darunter 44.000 aus den Deutschen und 12.000 aus den Italienischen Provinzen. Gegenwärtig schlagfertig sind etwa 200,000 Mann. Paris, vom 9. Marz. „Galiqnanl's Messenger" enthält Folgendes: „Am Sonntag Abend ward ein Courier mit Instructionen für den Baron von Bourquenep nach London expedirt. Es wird behauptet, daß die Französische Regierung unangenehm überrascht worden sep durch die Nachricht aus Konstantinopel, daß Lord Ponsonby. im Wi­ derspruch mit den Instructionen von derBritischen Regierung, fortfahre, alles Mögliche aufzubieten, die Orientalische Frage immer

mehr und mehr zu verwickeln, indem er die Stellung Mehmed Ali's unerträglich mache. Herr von Bourqueney hat den Auftrag er­ halten, Erklärungen über diesen Gegenstand von Lord Palmerston zu verlangen. Die ..Quotidienne" enthält in einer Nach­ schrift Folgendes: ,,Wir erhalten bestimmte Nachrichten aus Alexandrien vom 23« Febr. Der Pascha har sich geweigert, den ihm von einem Türkischen Commissar'us «verbrachten Hattischerif anzunehmen; er weist aus das Bestimmteste die Bedingungen zurück, die an das Zugeständnis' wegen der Erblichkeit über Egypten geknüpft sind, namentlich die. durch welche es ihm verboten wird, seine Nachfol­ ger und die Offiziere in der Exyptischen Ar­ mee zu ernennen.— Der ..Oriental Observer" aus Smyrna vom 18- Februar meldet, daß die gegenwärtig in Konstantinopel anwesenden Gen. Consuln der vier Mächte Befehl erhal­ ten hätten, nicht eher nach Alexanvria zurück­ zukehren, bis man die Nachricht erhalten, daß Mehmed den Ferman unter den ihm auferleg« ten Bedingungen angenommen habe. Ibrahim Pascha leidet, wie es heißt, an einer compli» cirten Wassersucht. — Die heute über Mar­ seille hier eingegangenen Nachrichten bestätigen die gestern von der „Quotidienne" gegebene ^vNotiz, daß Mehmed Ali sich geweigert habe, dem neuesten Hattischerif des Sultans sich zu unterwerfen. Es ist auffallend, wie gleichgilrig auf einmal die hiesigen Journale gegen die Orientalische Angelegenheit geworden sind, seit Herr Thiers die Egyptische Glut nicht mehr schürt. Weder jener Hattischerif selbst, noch die j.tzt bekannt gewordene Weigerung Mehmed Ali's geben den Journalen zu irgend einer Bemerkung Anlaß. Nur die ,, Quoti­ dienne" benutzt dieses neue Ereigniß zu einem heftigen Ausfall gegen das Ministerium, dessen Schwäche an dieser neuen Verwickelung und an dieser neuen Anmaßung des Lord Ponfcnby Schuld sey. London, vom 8- März. Der ..Morning Post" wird aus Paris von angeblich gur unterrichteten Personen geschrie­ ben, daß die zwischen dem Französischen Cabintt und den Mächten, die den Juli - Tractat unterzeichnet, eröffneten Unterhandlungen bis zu dem Puncce gelangt feyen. daß man hoffe, die Orientalische Frage werde binnen einigen Wochen definitiv geordnet seyn. Der von Herrn Guizor gemachte Vorschlag, die Lage der Christen in Syrien zu verbessern, nicht.

wie es in einigen Blättern gebeißen, unab­ hängig zu machen, sey von Oesterreich und Preußen sehr günstig aufgenommen, gebilligt U ! , d lebhaft unterstützt worden. Von einem christlichen Gouverneur zu dem Ende könne natürlich, in Berücksichtigung der Autorität und Unabhängigkeit der Pforte, keine Rede seyn, aber man hoffe, die Pforte werde für Syrien einen besondern Pascha ernennen, der unter der Controle der großen Europäischen Machte stände, damit man eine Garantie habe, daß die Christen in Syrien nach den Grund, sätzen der Humanitär regiert wurden. Konstantinopel, vom 17. Februar. Der Abgesandte der Pforte, welcher mit der Belehnung Mehmed's beauftragt worden ist, soll den Befehl erhalten haben, Alexandria nicht sogleich zu verlassen, falls Mehmed ge­ gen den Inhalt des Investitur-Fermans Pe, denkllchkeicen erheben sollte, sondern über die sich etwa ergebenden Schwierigkeiten anher zu berichten. Die Pforte scheint nicht ungeneigt. dem Pascha solche Bitten zu gewähren, die, ohne dem Wesen der Anordnungen des Sultans Abbruch zu rhun, Modifikationen in den Nebendestimmungen des Fermans bezwecken sollten. Hinsichtlich der freien Wahl, die der Sultan in der Bestimmung des jeweilichen Nachfolgers auf dem erledigten Posten der Paschaliks sich vorbehielt, und in welcher er sich bloß insofern bindet-, daß er immer einen Nachkommen Mehmed's- zum Pascha ernennen will, wird die Pforte nur schwer nachgeben. Dies scheinen die fremden Repräsentanten ein, zusehen, weshalb sie sich bewogen fühlten, die Abreise der General-Consuln nach Alexandrien zu contremandiren. Denn sollte sich Mehmed weigern, den Großherrlichen Ferman, so wie er ist, anzunehmen, so wäre die endliche Ent­ scheidung der Egypt. Frage , die man bereits als geschlossen ansah, wieder hinausgerückt. Verwischte Rachrichten. Die zwischen St. Petersburg und Lübeck fahrenden A Dampfschiffe haben im vorigen Jahre eine Einnahme von 167.987 Rbl. 5 Kop. S. gewährt. Ihre Ausgaben beliefen sich auf 95,869 Rbl. 96 Kop. S. Von dem 75,117 Rbl. 9 Kop. S^ betragenden reinen Gewinn sind 20 N7 Rbl. 9 Kop. zum Reserve - Kapi, tal geschlagen und 52.000 Rbl. zur Dividen­ denzahlung (l3 Rdl. S. für jede Aktie) be­ stimmt. — E«n Englischer Mathematikus bat ausgerechnet, daß alle die geistigen Getränke, welche im verflösse.»?» Jahre in England ver»

braucht wurden, ?in?n'Fluß von 100 Enal?-scheu Meilen in der^Länge, 4 Meile in der Breite und 30 Fuß Tiefe bilden würden. Da gehört eine zahlreiche Mannschaft dazu, um diesen Srrsm als Mäßigkeitskordon zu be­ wachen. — Man geht mit dem Gedanken um, durch das südliche Schweden einen Kanal zu graben und dadurch die Ostsee mit der Nord, see zu verbinden. Auf diese Weise würde der Weg in eben so viel Stunden zurückgelegt^ werden können, als man jetzt Tage braucht von dem einen jeuer Meere zum andern, und überdies könnte der Handelsstand jährlich 600.000 Silbenhaler an Sundzoll ersparen! — Der Tunnel zu London wird vermurhlich um die Mitte drefes Jahres für Fußganger eröffnet werden, denn er ist seiner Vollendung ganz nahe. Seine ganze Länge wird 1138 Fuß betragen, und davon sind nur 50 Fuß zu bearbeiten. Eine Senkung hat nirgends stattgefunden, und seit der Wiederaufnahme der Arbeiten ist auch Niemand mehr dabei, verunglückt, wenn auch zuweilen ein Arbeiter/ durch die Entwickelung böser Gase ohnmäch­ tig wurde. Die Gesamnnkosten des Baues werden sich auf 400,000 Pfd. belaufen. Der Besuch des Tunnels, der gegen Eintrittsgeld gcstattet «st, har »m vorigen Jahre 1705 P fV. St. eingebracht. A l l e r l e i . — Die gewöhnlichen Rattenfallen erfüllen selten ihren Zweck. Eine der besten Vorrlch» lungen ist folgende: Man nimmt ein nicht zu niedriges und nicht gar zu weites Fass, etwa ^ Ohm, gießt einige Hand hoch Wasser hin­ ein, bringt einen Stein in die Mitte, so daß selbiger etwas aus dem Wasser hervorragt. Man bindet nun einen starken Bogen Pergamentledcr über das Fass, legt ein Brett mit dem einen Ende auf dasselbe und lässt das andere Ende auf der Erde liegen, so daß die» scs als Drücke für die Ratten dient. Auf das Fass legt man eme Lockspeise und jährt einige Tage damit fort. Wenn die Raiten gewohnt sind hier Nahrung zu finden, so wird der Pergamentdogen kreuzweise, jedoch nicht so tief eingeschnitten, daß die Lappen sich umbiegen. Die Ratten werden wie gewöhnlich auf das Fass laufen, jedoch wird die erste wenn sie das Pergament berührt, sogleich in das Fass stürzen und sich auf den Stein zu retten suchen. Die zweite welche hineinfällt, wird su­ chen diese zu verdrängen und es wird deshalb

Streit entstehen, wo sie sich mit Geschrei bei­ ßen werden. Durch das Geschrei werden die übrigen Ratten herbeigelockt, in das Fass stürzen und sämmtlich darin ihren Tod finden. — Folgende Anweisung zur Benutzung der faulenden Kartoffeln verdient ganz besonders für Jedermann allgemeine Beachtung. Ver­ suche und Erfahrungen haben bestätigt, daß weder die faulen noch die erfrornen Kartoffeln unbrauchbar sind, im Gegentheil ein Mehl geben, das dauerhafter ist, als Getreidemehl. Der Frost stellt dieses Mehl am einfachsten und zweckmäßigsten her. Man lässt zu diesem Zwecke die Kartoffeln durchfrieren und so lange an einem Orte ausgebreitet liegen, bis sie trocken sind. Regen und Schnee schaden nur insoweit, daß man längere Zeit braucht, sie auszutrocknen. OeftereS Gefrieren und Aufrhauen trägt zur schnelleren Entfernung der Feuchtigkeit bei. So oft die Kartoffeln er­ starren, setzt sich zwischen der innern Mehl­ masse und der äußcrn Haut eine Eiskruste an, deren Wasser beim Aufthauen durch die im Gefrieren entstandene Risse in der Schale herausläuft. Die Kartoffeln sind nun ganz trocken und enthalten ein feines Mehl, wel­ ches von der Schale leicht getrennt werden kann. Ein großer Oeconom setzte ganz brei­ ige Kartoffeln dem Froste aus und erhielt auf die obige Art das beste Mehl, welches er zwei Jahre lang in einem feuchten Keller ohne al' len Nachrheil aufbewahrte. I n dem Vater­ lande der Kartoffeln, in den höheren und kälteren Gegenden von Peru, lassen vie Be» wohner die Kartoffeln absichtlich gefrieren, mit den Füßen zertreten, um die Schale zu ent­ fernen und dann in Säcken oder Netzen in Flusswasser legen. Nach 2 bis 3 Tagen werden sie herausgenommen, bei heiterer Luft und Sonnenschein getrocknet und dann Mehl dar­ aus gemacht, welches die Peruaner zu allen ihren Speisen gebrauchen. Die im Herbste in der Erde gebliebenen Kartoffeln können also auf diese Weise noch benutzt werden. — Rothe Tinte. Man bereite in einem zin­ nernen Gefäße aus 1^ Unze Fernambukholz mit 6 Unzen Regenwasser ein Dekokt und fetze dann 4 Skrupel reiner Salzsäure, 2 Drach­ men gepulvertes arabisches Guwmi und Z Gran Zinnfalz zu. — Die Weiber finden in England viel eher Käufer als die Männer. Eine Frau bot dort ihres Mann um 1K Schilling aus; es fand sich aber keine Lusttrogende.

— Der Luxus nimmt in London reißend zu. Man trägt dort Schnupftücher mit Gold ge» stickt; manches davon kostet 140 Thlr. das Stück. — Es giebt in Nordamerika Personen welche nur solchen Kaufleuten Kredit geben, die schon mehrmals fallirt und hierdurch Gelegenheit gehabt haben, Erfahrungen zu sammeln. Theater-Anzeige. Sonntag, den 16. März, wird zum ersten Male ausgeführt: PeterPetzold.derDach­ decker. Komisches Gemälde in 5 Rahmen, von L. Angely. — Hierauf: Raraplan. der kleine Tambour. Vaudeville in 1 Akt von Genee. — Die Inhaber der Billets vom 4. Januar s. c. werden ergebenst gebeten, selbige für die heulige Vorstellung zu gebrauchen. F. W. Szameitky. Bekanntmachungen. Daß am 18. d. M. von 9 Uhr Morgens ad die Mobiliar «Nachlassenschaft des weil. Oberhofgerichts-Advokaten Fuchs gegen baare Bezahlung vor dem Okkicio des Hasenpoth» schen Instanz -Sekretairs, in der Wohnung des Verstorbenen versteigert werden soll, wird den Kaufliebhabern hiermit zur Kenntniß ge­ bracht. Libau, den 7. März 1841. Es ist eine Parthie von mehr als 20.000 Dachpfannen von guter Qualität hier in Li­ bau bereits eingeführt und abgelegt, zu ho­ ben. Das Nähere erfährt man darüber bei Herrn Lenz. 1 rZ» Die Saamen-Verzeichnisse sind fertig und werden unentgeltich verabreicht, in der Kirchenstraße Nr. 60, von G. Waeber. Ausverkauf der !f. Kuthszfchen Baumschule zu Hasenpoth. Unterzeichneter beabsichtigt einen Ausverkauf seiner, nach ihrem früheren Besitzer benann» ten Baumschule, aus etwa 2000 Stämmen von den edelsten Birnen». Aepfel- und Pflau­ men, Sorten bestehend. Zu diesem Ende sind alle drei Obstarten im Preise gleich gestellt und der bisherige Kaufpreis dergestalt weit unter die Hälfte herabgesetzt worden, daß die gewöhnlichen Baumschulbäumchen, nach Art der Ba m berget, fürlSCop. das Stück, die

vollausgewachseyen tragbaren zu 30 Top. und förmliche Ctandbäume von 5 bis 8 Zoll im Umkreise für 50 Cop. S. M. abgelassen wer­ den sollen. W-r 50 und mehr nimmt, erhalt noch überdies 5 pEt. Zugabe. Gestellungen hierauf sind in Libau bei Herrn Stuckert abzugeben oder an Unterzeichneten nach Ha­ senpoth zu adressiren. und werden dieselben innerhalb der nächsten vier Wochen erwartet, weil jeden Falls gleich nach Ostern die dies» sein'ge weitere Maaßnehmunq angezeigt wer, den wird. Libau. den 7 . März 18411 Ol'erbofaerichts - Advokat Seelig. , A n q e t 0 m ni e n e Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den 15. Marz: Die Herren Sabolew und Edelbrrg, Kaufleute aus Mitau, bei Madame Günther, im Hause Nr. 155 I)., in der Dorstadt. — Im 1. Stadttheil, 2. Quar­ tier, den l2-: Herr Otto v. Mirbach, auS Goldin­ gen, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209; Herr v. Mokrschctzky, aus dem Telschschen Kreise, bei Frey. — Im 2- Stadttheil, 3. Quartier, den l2. März: Herr Friedrichsohn, Amtmann aus Leegen, und Herr Gärtner, aus Katzdangen, so wie den 15.: Herr Melantowitz, Amtmann aus FirksAssiten, bei Ernest, in der Iuliannenstraße, im Hause Nr. 383. A b r e i s e n d e . Der Tischlergesell Martin Malmberg, auS Schwe­ den, reiset nach Riga. z Der Tischlergesell Julius Gotthilf Meybauer, aus Königsberg, reiset ins Ausland. 2

Weitzen Roggen Gerste Hafer

Markt - Preise. pr. toos — -' . .



Erbsen Leinsaat — Hanfsaat — Flachs 4brand pr. Stein. — 3brand — / — 2brand — j Hans ^ Wachs px. Pfund Butter, gelbe pr. Viertel Ksrnbranntwein. . . . pr. 9 S t 0 0 s Salz, St. Ubes. . . . . pr. Lvvs — Lissabon . . . . . . — — Liverpool — Heringe, in buche,icnTonnen,. pr. Tonne — in förnen . äito . üito Theer, finlandisch, . . . . äüo

Cop. S. 250 ä 290 155 5 175

110 » 120 70 ü 75

>49 » 160 170 ü 200 150 400

337^ 275 250 s 325 27 ä 30 750 5 ?V0

100 230 220 215 730 710

Wind und Wetter. Den 9. März S., bewölkt; den 10. O., heiter; den 11. SO. und den 12. SW., bewölkt; den 13. N. und den 14. S., heiter; den 15. S., bewölkt.

Ist zu drucken erlaubt. I m Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, T a n n er, Censor.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. JA.

Mittwoch,

den 1H. Marz

P u b l i c a t i o n e n . Demnach gemäß der Requisition des Commandeuren des Narwschen Iager
Warschau, vom 8. Marz. Der Fürst Statthalter hatte vorgestern die durch Kenntnisse und gute häusliche Auffüh­ rung ausgezeichnetsten Schüler zu sich zur Ta, fel eingeladen; aus jeder Classe der hiesigen Gymnasien und Schulen war einer dergleichen Schüler gewählt worden. — Die berühmte Sängerin Schebcst ist in Begleitung des bekannten Componiste» und Musik - Direktors 5ruhn hier angekommen. — Der 108jäh-rige Greis Johann Pod^orski, der sich in letzterer Zeil so vieler Wohlthaten von den hiesigen Einwohnern erfreute, »st vorgestern gestorben. Paris, vom 43. März. Privatbri'efe aus Alexandria erklären die Beweggründe, die Mehmed bestimmt habeq

sollen, den Hattischeriff des Sultans auszu­ schlagen und die Vernichtung zweier in dem» seiden auferlegten Hauptbedingungen zu ver, langen. Von einer Seite her schreibt man diesen Entschluß dem Ibrahim Pascha zu, der sich geweigert h.,be, sich dem Hattischeriff, der ihn von der Erblichkeit Egyptens aus. schlösse, zu unterwerfen, so lange er eine Ar, mee habe, die seine Rechte vertheidigen könne. Er habe, fügt man hinzu, seinem Vater er­ klärt, daß wenn dieser die erniedrigenden Bedingunqeli annehme, er selbst sich zum Vicekönig von Egypten und unabhängig von der Pforte erklären werde. Von anderer Seite der dagegen wird behauptet, Mehmed habe die Bedingungen mit der Erklärung ausge

schlagen, daß er ehe er sich denselben unter» werfe, lieber in das Privatleben zurückkehren, und mit seiner ganzen Familie Egypten ver» lassen werde. —Der General Lieutenant Darriule hat einen Tagesbefehl an die Garnison von Paris erlassen, demzufolge die Einführung fremder Zeitungen, sie mögen Farbe und Na­ men haben wie sie wollen, in die Kasernen und Wachen, aufs strengste verboten ist. Die Weigerung des Paschas von Egypten, den Ferman der Pforte unbedingt anzunehmen, hat hier nur geringes Aufsehen gemacht. Weit mehr beschäftigt man sich mir den Strei­ tigkeiten zwischen England und den Vereinig­ ten Staaten, über deren wahrscheinlichen Aus­ gang die Meinungen auch der Einsichtsvoll­ sten sehr getheitt sind. Die Meisten wünschen den Frieden; kommt es indeß zum Kriege, so dürfte Frankreich sich schwerlich enthalten kön> nen, tbäriger in die Sache einzuschreiten. Man kann sagen, daß hierüber nur eine Meinung herrscht. Lord Granville verhehlt auch seine Besorgnisse in dieser Beziehung nicht; dage­ gen behauptet der Nord Amerikanische Gesand' re, General Caß, daß Alles auf friedlichem Wege werde ausgeglichen werden, und daß diese Angelegenheit der demokratischen Partei nur als eine Brücke zur Gewalt dienen solle. — Hr. Thiers wird bereits zu Anfang des nächsten Monats nach Italien abreisen und, dem Vernehmen nach, hier das Feld auf ein Jahr räumen, ta er sich überzeugt hat, daß gegenwärtig für ihn und seine Partei nichts zu machen ist. Herr Thiers reist fürstlich, mit mehreren Wagen, und man glaubt, daß feine früheren Börsen-Spcculationen die Kosten dekken werden. — Der Darmessche Prozeß ist bis nach der jetzigen Session der Kammern aufgeschoben W ö r d e s . Es scheint nicht, daß man eine förmliche Verschwörung ermittelt hat, sondern man hat wieder ei» einzeln stchendes Attentat vor sich, das ein abermaliges Zeug> niß der verdorbenen Gesinnung liefert- — I n Toulouse har sich ein seltsamer Vorfall ereignee. Man hatte eben den Sarg des ehema­ ligen König!. Procurators!c.. Segny. in das Grab hinabgelassen, als ei» Unbekannter sich durch die Menge drängte, in das Grab sprang, aus dem Sarg ein Kästchen n^bin und damit aus dem Grabe wieder heraussteigen wollte. Die Anwesenden waren über drese kecke Tbat fo bestürzt, daß Niemand den Mann festzuneh­ men befahl. Endlich sprangen aber doch die Todtengräber in das Grab, m dem nun ein

Kampf um das Kästchen entstand, das. wie man sah, Papiere und ein anderes weißes Kästchen einhielt. D>e Polizei verhaftete den Dieb, der Instructicmsrichter verhörte ihn. aber er weigerte sich bestimmt eine Antwort zu geben. Gelbst die vertrauten Freunde des Verstorbenen wußten nicht daß in dem Sarge sich ein Kästchen befinde. Um dies nicht wie« der stehlen zu lassen, hat man den Inhalt desselben verbrannt und nur die Asche indemselbcn beitiesttzr. Was den Fremden, den Niemand kennt, der anständig gekleidet war, eine werthvdlle goldene Uhr und Gold bei sich halte, zu dieser auffallenden Tbat bewogen hat, weiß man nicht. Er soll sich Amedee de Meilhau nennen. Marseille, vom 6. Marz. Der .,Menror". von Malta kommend, lief gestern Abend in unfern Hafen ein. Ibrahim ist in Alexandrien zu Lande angekommen. Sein Varer nahm ihn mit der größten Kälte auf, welche, statt sich zu vermindern, immer mehr zunimmt. Seine Armee hat auf dem Rückzüge fürchterlich gelitten. Den beständigen Angrif­ fen der Gebirgsbewohner ausgesetzt, ohne Le» bensmittcl und Kleidung, ist kaum die Hälfte davon auf Egyptischem Boden angekommen, und diese Hälfte b.findet sich in einem Schau« der und Erbarmen erregenden Zustande. Alle Briefe stimmen darin überein, daß dieser Rück« zua noch viel gräßlicher und schauderhafter ausgefallen ist, als der berühmte Rückzug der Franzosen aus Rußland. Dagegen ist die ganze Artillerie des Corps Soliman Pascha's, welches durch die äußerste Sorgfalt seines Anführers auf dem Rückzüge am wenigsten ge­ litten hat, in Kauo eingetroffen. I n Damas» kus werden die armen Christen seit dem Aus« zuge der Egppter von den Türken auf das äußerste gemißhandelt. Die Eurcp. Consuln haben -war bei dem Gouverneur bittere Be» schwerden darüber eingereicht, aber bis jetzt hat dieses ni.l)ts geholfen. Viele Christen sind schon als Opfer des dortigen Fanatismus ge­ fallen. London, vom 12. Marz. Dem Pariser Correspondenien des "Morning Herald" zufolge soll die Französische Re« gierung durch eine telegraphisHe Depesche des Herrn von Bourqueney benachrichtigt worden seyn, daß ein neues Protocoll zwischen den fünf alliirten Mächten mit Ausschluß Frank­ reichs unterzeichnet worden sey, und daß man Conferenznt für den Abschluß eines neuen Ver»

träges zurRegulirung der Orientalischen Frage, gleichfalls ohne Frankreich, halte. Das ge, nannte Blatt selbst bemerkt jedoch hinsichtlich der Besorgnisse, die man m Paris neuerdings wegen der Orientalischen Frage und wegen des kürzlich von den Machten des Juli-Trac­ tats unterzeichneten Protokolls hege, daß ein Schluß-Tracrat zwischen den Mächten, die den Juli Tractat unterzeichnet, nöthig geworden ^ey, und daß man eben dadurch Frankreich ' ° " einen Weg eröffne, in die allgemine Allianz von Europa einzutreten. — Der in Buffalo erscheinende „Advertiser" berichtet in einem Extrablatt vom 14. Februar, daß der berühmte Niagarasall durch einen neulichen Felsensturz seine ganze erhabene Pracht verloren habe, und jetzt nicht mehr ein Wasserfall, sondern nur eine Stromschnelle genannt werden könne. Am 13. Morgens zeigten sich die ersten Symptome der bedeutenden Katastrophe, indem die her» vorspringenden Felsen an der Canadischen Sei­ te, welche die berühmte Höhe unter dem Was» ser bildeten, losbrachen und in den Kessel unterhalb stürzten; der Wasserfall verlor da­ durch sogleich seinen fast lothrechten Absturz und bildete eine unter einem ziemlich spitzen Winkel geneigte Fläche. Am folgenden Mor» gen war das Zel störungswerk bereits so weit fortgeschritten, daß das Wasser den Felsen des Huftisenfalles, den Tafelfelsen. den Liääle lower und das Hotel an der Canadlscheu Seite hinweggespült halt?, und nach den letz­ ten Nachrichten glitt der Fluß in fast horizon­ taler Fläche in den untern Kessel hinab. Men- schenleben sollen dabei nicht verloren gegangen seyn; die ganze Nachricht bedarf übrigens nsch der Bestätigung. Wien, vom 5. März. I n unseren Waffen-Fabriken herrscht große Thätigkeit, um die gewöhnlichen Feuergewehre des Militairs in m>r Percussionsschlöffern ver­ sehene zu verwandeln, mir'welcher vervollkomm­ neten Waffe man, wie es scheint, in kürzester Zeit die Hönze Armee versehen will. — Es beißt, der Befehl sey ergangen, 1.500,000 Gewehre auf diese Art herzustellen. Es wer­ den die Läufe und Schlösser derselben schwarz lackirt und das Bajsnnett zum Aufstecken mit einer Feder versehen. Bei dem Monmr-Depot «n unserem benachbarten Stockerau herrscht ebenfalls viele Tätigkeit; außer den MilitairSchneidern werden Gesellen von der hie, stgi'n Zunftherderge dert zup Arbeit verwendet.

Konstaimnopel, vom S4- Februar. Scheriff Pascha, der ehemalige Gouvern:ur von Damaskus, ist in Kairo zum Tode verurtheilt und fein Vermögen, gegen 5 Mill. Thlr., von Mehmed Ali confiscn 't worden. Eine andere Crecnur Mehmed Ali's, der Com» Mandant der Narionalgarde Seid el Garbi, ist vergiftet und sein Vermögen ebenfalls in Beschlag genommen worden. — Unmittelbare Nachrichten aus Beirut vom 11. und 13. d. sagen, daß in Syrien die Ruhe so ziemlich hergestellt fey. Ganz Syrien war von den Egyptiern geräumt. Zecheria Pascha und der Fürst der Drusen sind mir allen Türkischen Generalen in Jaffa. Tripolis ist von 1400 Arnamen heimgesucht worden, und in Akre harten die Engländer die Festungswerke größtentheils wieder hergestellt. Der zur Reini­ gung der Türkischen Flotte nach Marmarizza abgeschickte Sanitäts Direktor Robert hat mit dieser Flotte seine Rückreise angetreten und ist bereits hier eingetroffen. Die ganze Tür­ kische Flotte hatte sich bei Gallipoli mit dem Admiral Iaver Pascha vereinigt und ist von dort hieher gesegelt; die Englische Flotte hat Marmarizza nun auch verlassen und ist nach Malra, und die Oesterreichische nach Smyrna gesegelt. München, vom 44. März. I n Bezug auf die Abreise I I . KK. HH- des Herzogs und der Herzogin von Leuchtenberg nach St. Petersburg sind aus einer Veran» lassung, über welche im Herzogl. Palais die größte Freude herrscht, wesentliche Abände­ rungen getroffen worden. Die Frau Herzogin bleibt aus GesundheitS-Rücksichten jedenfalls in Deutschland, und zunächst hier» Ob die­ selbe später mit ihrer Kaiserlichen Mutter in Ems zusammenkommen werde, ist noch nicht gewiß. Der Herzog wartet noch weitere Nach­ richten aus St. Petersburg ab. Hamburg, vom 16. März. I n den nächsten Tagen werden wir hier ein unterhaltendes Schauspiel haben. Bei Cuxhaven liegt eine Flotte von 166 Handels­ schiffen aller Nationen, welche sämmtlich nach Hamburg bestimmt sind, aber des Eises we­ gen nicht in die Elbe rmlaufen konnten und sich allmälig dort versammelten. Der Strom reinigt sich jetzt von dem Eise, worauf als­ dann die ganze Flotte hintereinander hier an-, langen wird. Vermischte Nachrichten. D e n Englischen Seidenfabrikanten, deuen-eK

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an Absatz fehlt, will die König,'-, Victoria zu einer Einnahme behilflich seyn. Sie will ei« nen Ball geben und einige tausend der reichsten Engländer dazu einladen, doch müssen Herren wie Damen vom Kopf bis zum Fuß in Engl. Seide gekleidet seyn. — Ein armes Mädchen passirte oft die Douanenlinie bei Paris mit einem Kinde an der Brust. Endlich wurde es verrathen, daß dieses Kind mit verbotenen theuren Stoffen umwickelt war: die Douaniers paßten nun genau auf, aber das Mädchen kam nicht wieder. — Ein anderes Mädchen dagegen, die ihr Kind gern auf eine gute Art los seyn wollte, kam bald darauf mit demsel­ ben an die Linie, that sehr furchtsam und wur­ de angehalten. Man nahm ihr das Kind, sie selbst aber entkam unter der Menge der her« beteilenden Menschen. Begierig untersuchten nun die Herren die Beute, fanden aber nichts, als einen recht gesunden starken Jungen, den sie nunmehr erziehen mußten, und dem sie zum Andenken den Namen Pierre Contrebande ga­ ben. — Der Kronprinz von Würtemverg. der in diesem Monat mündig wurde, wird zu Ostern die Universität Berlin beziehen, um ein Jahr lang daselbst Vorlesungen zu hören. — Kaum war die Stadt Damaskus wieder eine Türkische geworden, so faßte sie den Tür» tischen Beschluß., daß kein Cbrist und kein Jude in der heiligen Stadt auf einem Pferde reiten dürfe, keinen andern als einen schwar­ zen Turban trafen und keine Sklaven hatten; nur ein echter Muselmann dürfe Sclavenhal« ren und reiten. Der Englische Conful dreh­ te zivar mit Kanooen, aber es half nichts. A l l e r l e i . — I n London ist eine Maschine erfunden, welche stündlich 3000 Hufeisen fer4i>,t. Sie halten länger als die gewöhnlichen und tosten das Slück 4 Pence. — I n Frankreich macht man Papier aus Mais. — I n den Englischen Fabrikschulen ist es garnichts Neues, daß der Schulmeister oder

die Schulmeisterin des Schreibens unerfahren auf den Zeugnissen statt ihres Namens Kreutze setzen.

14.

1841.

Bekanntmachungen. Einem hohen Adel und verehrten Publikum zeige ich hiermit ergebenst an. daß ich Unter­ richt auf dem Pianoforte und im Gesänge zu ertheilen wünsche, und ersuche alle Diejeni­ gen, welche mich mit ihrem Zutrauen zu be, ehren gedenken, sich in meiner Wohnung, bei dem Herrn Assessor Sakowsky, eine Treppe hoch, melden. M. Ellen dt. ) Es ist eine Stelle für einen jungen Ä?en« schen als Lehrling beim Gold» und-Silber» Arbeiter I . B. Meyer. Da mir noch einige Zeit übrig ist, schrift­ liche Arbeiten zum Mundiren anzunehmen, so ersuche ich alle Diejenigen, die mich mit sol­ chen Arbeiten beehren wollen, sich an mich zu wenden. M. D. Fenn, in der Herberge des Herrn Assessors Sakowski.

Anqekommene Reisende. Im i. Stadttheil, 1. Quartier, den 17- Marz: Herr Knaut. Arrendebesiyer aus Tadaiken, bei Ma­ dame Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 15S. — Im l- Stadttheil, 2 Quartier, den 18-: Herr Jnstanz-Sekr. Tiüing, aus H^seupoth, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. A b r e i s e n d e . Der Tischlergesell Martin Mal m b e r g , a u s S c h w e ­ de», reiset nach Riga. Der Tischlergesell Julius Gotthilf Meybauer, aus Königsberg, re
S ch i f f 6 -

L i st c.

A u s g e h e n d : Marz.

l8. 19-

t 2 3 4

Schiff: Capitain: nach: mit: , Delphin. H. M. Witt.' England. Oelkuchen. Fanny. 'l. F. Hemberg. äi^.o Flachs. lZiio Claudine. A. Schlossmann. Holland. Schlagsaat und Borsten. Wilhelmme. Ioh. Gottl. Buss. äito clito Roggen und Gerste. Amsterdam. Schlagsaat. ^ Zito GroßfürstAlexandcr.H. Kruse. clitci llito I. G. van Ncss. Hanovcraner.Oankbarheid.

Nation: Russe.

— L Ist jU drucken erlaubt.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostscc, Provinzen, T a n n er, Ccnsor.

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Wochen Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. Sonnabend,

den 2Z. Mär!

P u b l i c a t i o n c n . Demnach gemäß der Requisition des Commandeuren des Narwschen Jäger-Regiments, Herrn Obristen und Ritter v. Chatainzow vom t. Februar d. I. die dem Narwschen Jäger - Regiments gehörige, auf dem gegenwartig vom Schlüsselburgschen Jäger-Regimeute zum Garten benutzt werdenden» bei dem lettischen Kirchhofe jenseits des Hafens befindlichen Platze, belegene Badstube am 24- d. M. gegen gleich baare Be­ zahlung öffentlich versteigert werden soll: so werden Kaufllebhabcr desmitrelsi aufgefordert, am besagten Tage, Vormittags um t2 Uhr bei dieser Behörde zu erscheinen, den Meistbot zu vcrlautbarcn und des Zu­ schlages auf den Meistbot zu qewärtigen, wobei noch ausdrücklich bemerkt wird, daß, falls der Meistbot nicht von Seiren des Schlüsselburgschen Iagcr-Regimcnts verlautdart werben sollte, ein jeder andere besagte Vadstube sofort abzubrechen und, falls er sie auf einem andern der Stadt Libau gehörigen Platze aufsepen lassen wollte, dazu die Bewilligung der Stadt einzuholen hat. Mau-Polizei-Amt, den l7- Marz 184t/ Nr. 465. Polizeimeistcr Michael. ^ ^ .... , I. D. Gamper, Sekr. Zur Erfüllung der Requisition des Oirectors der Bauten am Libauschen und Windauscheu Hafen, Herrn Ingenieur-Obrtsten und Ritter v. Fetting, vom 11. d. M. sub Nr. hat dieses Polizei, Amt zum öffentlichen Verkauf der beim Libauschen Hafen befindlichen untauglichen Materialien, bestehend in eisernen Gerathschaften und Tauwerk, den Torg und den Per.torg-Termin auf den 2t. und 24. d. M. angesetzt, da­ her alle Diejenigen, welche solche Materialien kauflich an sich bringen wollen, desmittelst aufgefordert wer­ den, an besagten Terminen Nachmittags um 4 Uhr, sich in der Hafenkaserne Hieselbst mit den erforderlichen Salogs einzufinden, den Meistbor zu verlautbaren und sodann die Bestätigung solchen Meistbots zu aewar, tigen. Libau-Pvlizei-Amt, den 17. Marz »S-il. Nr. 466. Polizeimeister Michael.

I. D. Gamper, Sekr. St. Petersburg, vom j j . März. rer Krankheit mit der gesetzlichen Pension ent« Zum Andenken an die Reise I . M. der lassen, und überdies seiner Familie fein Iah» Kaiserin nach Räsan im Jahre 1837 hat res-Gehalt als einmalige Unterstützung bewil­ der Adel dieses Gouvernements unter dem ligt worden. —Se. Excellenz der Herr Mini­ Namen „Alexandra Erziehungshaus" ein In­ ster der Volksaufklärung hat der Wittwe und stitut für 100 Kinder dortiger armer E^elleuden unmündigen Kindern des verstorbenen te gegründet, zu dessen Unterhaltung jährlich Lehrers an der St. Annen - Elementar»Kna5871 Rbl. S- angewiesen und dasselbe unter ben'chule zu Mitau, Gouvernements-Secredie Protection Sr. Kais. Hob. des Groß« tairs Zeutsch, den Iahresgehalt desselben als surften Thronfolgers gestellt. einmalige Unterstützung bewilligt. — Der LehDorpat, vom l2- März. -rer an der Elementarschule zu Schlock, Titu. I n Folge Rescripls Sr. Excellenz des Hrn. lalrratb Ia^kowskp, ist auf seinen Wunsch Ministers der Vslksaulklärung ist der ordentl. nach fast 30-jabrigem Dienste entlassen wor« Professor der Mineralogie an der Dorpater den. und ba: Se. Excellenz der Herr Minister Universität^ Staatsrat!) vr. von Engelhardt, der Volksaufklärung ihm den Iahresgehalt auf seinen Wunsch wegen schwerer, unheilba. als einmalige Unterstützung verliehen. Zu

feinem Nachfolger bat Se. Excellenz der Herr Curaror des Dorpater Lehrvezirks den Zög­ ling des Elementarlehrer-Seminars ZU Dor« pal Wilhelm Iaskowsky bestimmt. — Auf de? Universität Dorpat befinden sich gegenwärtig 564 Studirende (9 weniger als im vorigem Semester), und zwar 233 aus Livland, 64 aus Ebstland. 108 aus Kurland, i19 aus andern Gouvernements Rußlands, 5 aus Finn» land, 23 aus Polen, 12 aus dem Auslände. Es gehören zur theologischen Faculrät 74. zur juristischen i l 7 , zur medicinischen 175. zur philosophischen 198- Seit dem Anfange des laufenden Semesters wurden 68 aufgenommen. Reval, vom 1. März. Ein Sachverständiger meldet aus St. Pe­ tersburg unterm t7- v. M.: I n Narva bat sich das Eis zwischen der Brücke über die Narova und dem Wasserfalle dergestalt ange» häuft, daß das von oben zuströmende Wasser beinahe gar keine» Abfluß hat, und die schö« ne Brücke, ein Meisterstück hydraulischer Ar­ chitektur, in Gefahr schwebt fortgerissen zu werden. Um diesem vorzubeugen, ist der In» genieur-Obrist Bulmerincq, vom Corps der Wassercommunication, mir einer Compagnie Sapeure dorthin commandirt worden, um das Eis durch Minen von seiner eigenen Er­ findung zu sprengen, weil es unmöglich ist, solches auf eine andere Weise zu beseitigen. Jatobstadt, vom 24. Februar. Vor wenigen Tagen verstarb hier im 69. Lebensjahre der »m activen Militairdienste ste­ hende Lieutenant Hermann v. Haudring, ein alter Kurländischer Edelmann und der einzi, ge seines Stammes, der jedoch durch die bin, terlassenen, an seinem Sarge weinenden Sprößlinge fortgrünen wird. Er hat »nunterbrochen seit seinem 20. Jahre unter vier Herrschern Rußlands gedien: und es bis zum Lieutenant gebracht, in welchem Range er na­ he an 45 Jahre gestanden und die innere Wache in unserer Stadt bezogen hat. Als der Verstorbene vor einiger Zeit zum nächsten Range avanciren sollte, bat er statt dessen um eine Geldbelohuunq, indem es ihm mehr convenirte, der älteste Lieutenant der ganzen Armee zu sepn, als einer der jüngsten Stabs, capitaine. Konstsntinopel, vom 25. Februar. Der Eeriasker der Ottomanlschen Armee in Syrien hat unter dem 17- Schewwal (12Dec. v.J.) folgenden Befehl erlassen: „Dem Weisesten unter den Weisen, dem schr gelehr­

ten, sehr vortrefflichen und sebr ehrwürdigen Richter der heiligen Stadt Jerusalem, dem erhabensten Molla; — dem sehr weisen, sehr ehrwürdigen und sehr achtunaswerthen Ver­ fasser der Fetwas, Mufti Efcndi; — dem sehr geehrten und sehr schätzenswettben Ka»> makam der Gläubigen, Nukib Efendi;— dem sehr ausgezeichneten, sehr edelmütbigen, bei der hoben Pforte sehr geehrten Osman Aga (Mußelim): — dem sehr ausgezeichneten Prä­ sidenten und den Mitgliedern des Conseils, den Doktoren des Gesetzes, den Prioren und allen Primaten und allen Bewohnern der hei­ ligen Stadt im Allgemeinen. — Wisset, daß das höchste Verlangen der hohen Pforte die Ruhe und die Sicherheit der ihr von Gott anvertrauten Unterthanen ist. Die hohe Pforte wünscht, daß ihre christlichen Unterthanen, sowohl Griechen als von allen anderen Be< kenntnissen, eine vollkommene Ruhe genießen und daß sie geschützt werden. — Wenn irgend einer der muselmännischen Najas einen Chri­ sten beschimpft, so soll er ohne Gnade bestraft werden; meine erste Pflicht ist demzufolge, den hohen Befehl mit großer Aufmerksamkeit voll» ziehen zu lassen, die Najas zu beschüßen und für ihre Ruhe zu wachen, denn „ „sie haben, was wir haben, und sind demselben Loos un­ terworfen, wie wir."" (Worte des Korans M Bezug auf die Christen.) ^ämmtliche Un« ttl'thanen der hohen Pforte find unter sich gleich, und sie sollen vollkommene Ruhe und vollkommenen Schutz sowohl für ihre Ehre, als für Güter, und für Alles, was ihnen ge­ hört. geni.ßen, und gegen jede BeletdiguttS gesichert seyn. — Es ist uns zu Obren ge­ kommen, daß einige der muselmännischen RajaS bei euch es gewagt haben. Christen zu mißhandeln, und daß in Folge dessen die Christen nicht ruhig sind, wie die hohe Pforte es wünscht; wir sind über diese Bosheit der muselmännischen Najas sehr erstaunt gewesen und können nicht begreifen, auf welchen Grund sie gegen den Willen der hohen Pforte (möge der Altttiächrige sie stärken und ihr stets den Sieg verschaffen), welche allen ihren Najas Schutz und Ruhe versichert, und gegen uusern eigenen Willen, so wie gegen die Gerechtigkeit Und Menschlichkeit, solchergestalt handeln konn, ten. — Ich erlasse demzufolge diesen Befehl, welcher öffentlich über den Häuptern sämmtlicher Einwohner verlesen werden soll, damit die Großen und die Kleinen den Willen der hohen Pforte wissen, und damit jedrr seinen

eigenen Geschäften nachgehe, und nichts ge, gen den Willen der hohen Pforte zu thun wage. Wenn fernerhin zu meiner Kenntniß gelangt, daß ein muselmännischer Naja ge­ wagt hat, einen Christen zu mißhandeln, werde ich keine Entschuldigung irgend einer ^Irt annehmen. Ich fordere euch auf, ge­ wissenhaft auf die Vollziehung dieses Befehls zu wache», damit derjenige von den Najas, der einen Andern mißhandelt, die gebührende Stra/e erhalte. Ich schwöre bei Gok, daß wenn einer von den muselmännischen Ra-jas einen Christen mißhandelt haben und von euch nicht bestraft worden seyn sollte, dies nicht ver» gessen werde; sorgt demnach dafür , daß sammt» liche Najas in Ruhe bleiben, damit sie für die Erhaltung Sr. Hoheit des Sultans (Tott mögs ihm ftels ven Sieg verleihen) beten, und solchergestalt werdet ihr euch auch mei­ ner Zufriedenheit zu erfreuen haben. Ich. fertige diesen Befehl ab/und sobald ihr ihn leset, werdet ihr Sorge tragen, ihn genau zu vollziehen." — I n einem zu gleicher Zeit erschienenen Bujuruldi (Wesirbefehl) aus dem Divan des Seriaskers der regulairen Trup« pen an die Pqschas, Obersten und Haupt? leute, die sich im Lager Sr. Hoheit befinden, wird in Folge der Nachricht, daß Erpressun­ gen gegen die Bewohner von Syrien verübt worden sind, so daß man ihnen Pferde. Wa, g.en und andere Gegenstände für das Kaiser!. Lager mit Gewalt weggenommen hat, und daß die Egypt«schen Soldaten, welche unter die Fahnen des Sultans sich gestellt hauen, oder die auf dem Schlachtfeld? zu Gefange­ nen gemacht worden waren, mißhandelt wor­ den sind, jede Erpressung der Art strenge vor» boten. Die Egyptischen Soldaten, sowohl die Ueberläufer als die Kriegsgefangenen, sollen mit Menschlichkeit und Wohlwollen dehandelt werden. Vermischte Nachrichten. Spielkarten in Rußland. Die Spiel­ karten in Rußland werden dem Gesetze zufol, ge zum Besten der Erziebungsbäuser in bei» den Hauptstädten verkauft; früher bis zum I . 18!9 wurde die Verfertigung und der Verkauf der Spielkarten verpachtet, was in der letzten Zeit dieser Pacht dem ErziehungsHause eine Summe von 400,000 Rbl. jährlich einbrachte. I m I . j8!9 wurde die Karten» pacht ausgehoben; seit der Zeit werden die Spielkarten in der Alexandrowschen Manufactur verfertigt, und der Verkauf mird seitdem

durch die Erziehungshäusn unmittelbar und durch Commissionaire besorgt. Die angeser» tigte Anzahl Spielkarten war bis zum I . 1832 ziemlich gleichmäßig und betrug im Durch« schnitt 116.644 Dutzend Spiele. Seit der Zeit stieg die Anzahl. Bis zum vorigen Jahre wurde das größte Quantum im I . 1836 ver­ fertigt, nämlich 165.326 Dutzend; aber das vorigjährige Quantum übertraf alle frühere, denn es betrug 197.06l Dutzend. Trotz des Mißwachses in diesem Jahre, trotz der er­ höhten Preise für die wichtigsten Lebensbe­ dürfnisse, vermehrte sich grade in diesem Jahrs der Verbrauch der Karten. Von 1820 Vis 1841 sind in allem 3.082.346 Dutzend Spiel­ karten verfertigt und dazu 3l6,500 Rieß Pa» pier verbraucht worden. — Am meisten werden die Karten von den beiden ersten Korten ge­ fordert,— Die Dampfschiffahrt zwischen St. Petersburg und Lübeck wird in diesem Jahre von letzterem Orte durch den „Naßlednik" am 3. (15.) Map, von ersterem durch dasselbe Sch.iss cun 10. (22.) May eröffnet. Jeden Sonnabend geht von St. Petersburg sowohl wie von Lübeck ein Dampfschiff ab. Die letzte Fahrt nach Kronstadt, oder im Fall das Eis es verhinderte, nach Reval macht die „Alexandra" am 15. Oktbr. (6. Novbr.), von erstcrem oder letzterem Orte dasselbe Schiff den 1. (13.) Novbr. Die Person zahlt be« kanntlich, ohne Beköstigung, in der ersten Kajüte 60. m der zweiten 45. in der dritten 30 Rbl. S. Der „Naßlednik" hat nur 2 Kajüten. l A l l e r l e i . — Lord B. längst bekannt durch seinen Hang zum Sonderbaren, gab im Bade zu Lucca^mehreren seiner Landsleute ein Diner, einzig in seiner Art. Alle Speisen, Fleisch, Gemüse und Fische datirten von zwei Iahren und waren, nach der Methode Appens be­ wahrt, in vortrefflichem Zustande; als Getränk wurde nach der neuesten Erfindung gereinig« tes Meerwasser und Claret gereicht, der aus einem, ein Säkulum in der Themse versunkenen Handelsschiffe mit der Taucherglocke heraus­ geholt worden. Das Brot war aus Getreide, dessen Same, Jahrtausende zählend, von dem Lord auf seiner Reise durch Egipten in einer Pyramide gesunden und von »hm hierauf in England gepflanzt wurde. Die Geladenen zei>uen sich mir der Tafel höchst zufrieden'. — Für Diejenigen di«llieber Processen als

sich vergleichen, möge nachfolgende Nachricht aus London zu ihrer Belehrung dienen: Vor kurzem kam dort ein vor den Behörden schwe­ bender Bankerott wieder zur Sprache, und es ergab sich, daß von den versammelten Gläubigern keiner noch einen Schilling, der Sachwalter (curstor bonorum) hingegen be« reits 36.000 Lstr. für Kosten bezogen hatte. Letzterer äußerte gegen die auf ihn anstür, Menden Gläubiger mit ruhigem Lächeln, er habe mit jener Summe kaum ein Trägerlohn erhalten. — I m Gewerbblatr für Sachsen, wird die Leipziger-Dresdener Eisenbahn für ein na­ tionales Unglück für's Erzgebirge erklärt, wenn nicht eine erzgebirgische Eisenbahn sich mit derselben verbindet. — I m Anhaltschen kostet das Pfund Salz kaum ein Drittel, im Hannoverschen kaum ein Niertel soviel, als im Preußischen. Das Salzregal allein bringt dem preußischen Staats­ schatze über 6 Mill. Thaler ein. 5 Z. betra» gen die Verwaltungskosten, es blieben also 95 K reiner Gewinn. — Flöhe vertreibt man durch Kampfer, wem aber dessen Geruch so zuwider ist, daß er desshalb nicht schlafen kann, der nehme statt dieses unfehlbaren Mittels, etwas Zitronen­ saft und drücke denselben auf Bettücher und Nachtkleider; es hilft sicher. Auch Mermuth ist allen Insecten zuwider. — Wein-Essig macht man auf folgende sehr leichte Art und sehr schnell. Man lasse einen Zapfen von Wachholderhof machen, stecke diesen bis beinahe an den Boden des Fasses, und so viel man Essig haben will,' gieße man gewöhnlichen Wein in das Gesäß. Nach einigen Tagen ist der Enig ftrt>>;.

B e k a n n t m a ch u >i g e n . Einem hohen Abel und verehrtes Publikum zeige ich hiermit er»iebenst an. daß ich Unter­ S eh i f f 6 März. ^0. —. 21-

22 Marz.

20.

richt auf dem Pianofone und im Gesänge zu crtheilen wünsche, und ersuch: alle Dürin­ gen, welche mich mit ihrem Zutrauen zu be­ ehren gedenken, sich ,n meiner Wohnung, bei dem Herrn Assessor Sakowsky, eine Treppe hoch, melden. M. Ellendr. 2 Es ist eine Stelle für einen jungen Men, schen als Lehrling beim Gold, und SilberArbeiter I . B. Meyer.

Angekommene Reisende. Im i. Stadttheil, 3. Quartier, den 19. Marz: Herr Capitain Susctiewsky, aus Hasenpoth, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 216 i den 29.: Herr v. Hahn, aus Niederbartau, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209. A b r e i s e n d e r . Der Tischlergesell Martin Malmberg, aus Schwe, den, reiset nach Riga. i

Weitzen Roggen Gerste. Hafer

Libau, den 22. März t84l.' Markt - Prcite. Lop. S. pr.Loof 250 ä 290 155 5 175 110 S 120 70 » 75

Erbsen Leinsaat Hanfsaat Flachs 4brand..... pr. Srein ^ — 3brand . . . . — 2brand L Hanf. . . . . . . Wachs px > Pfund Burter, gelbe pr. Vienrl Koriibraninn'cin. . . pr. 9 S r o o f Salz, St. Ubes. . . pr. '.'oof



Lissabon

— i'iv^rpool Herinqe, in büchenenTonncn,. r r. Tonne — in fernen . clito cl i.c> Theer, finländisch, . . . .

140 » 160 170 ü 2ß0 150

400 3374 275 250 a 325 27 5 30 750 ^ 500

<00 230 220

215

73" 710

Wind und Wetter. Den 16. und 17. März SW., veränderlich; den 18. SW-, den 19. und 20. SO., heiter; den 2t. S. und den 22- SO., bewölkt.

-

L i sr

e.

E i n k o m m e n ! ) : Capitain: kommt von: mit: an: Schiff: n<>. Nation: Johann Seebeck. St. Ub^s. Salz ?c. Industrie. , F. G. Schmahl. 2 Russe. Mobile. Peter Thompson. Dundee. Ballast. I. Harmsen jun. z Brittc. HermeS. William Gran. Dünkirchen. ^ cliw Ordre. Ioh. Christoffers. Messina. Fruchten. Hanovraner- Gesina. I. Harmsen jun. Edgar Foreman. Dundee. Ballast. Sörensen 8c Co. Britte. V. r. «. A u s g e k e n d : Schiff: Capirain: nach: mit: Nation: Fricderich. Hans Withmer. Amsterdam. Schlagsaar Russe. 7 -H. I. Vünning. Holland. Gerste. 8 ^itc> Suseeptio. Hans Jensen. Belgien. Schlagsaar. 9

Istjn drucken erlaubt.

I m Namen der Civil »Oberverwaltung der Ostsee »Provinzen, T a n n e r , Ccnsor.

55 i b a u f ch e

b l a t t.

Wochen

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

SA.

Mittwoch, den 26. Marz P u b i i c a t i o n.

Mit besonderer Freude habe ich meinen mittelst der Bekanntmachung vom N. d. M. fub Nr. 39, we­ gen Reinigung der Straßen, ausgesprochenen Wunsch größtentheUs realisirt gesehen. Der größte Theil der Stadt ist nicht nur durch oft wiederholte Reinigung, sondern auch durch s Aufbrechen und Wegführen des Eises so trocken wie im Sommer geworden und nur in einigen Quergassen befindet sich noch Eis, und bin völlig überzeugt, daß auch hier in diesen Tagen das Eis aufgebrochen und weggeführt wnden wird und man auch in selbigen zu den Qsterfeiertagen trockenen Fußes wird gehen können. — Es ist mir daher eine angenehme Pflicht, nicht nur den resp. hiesigen Einwohnern, welche bereits meine Bitte erfüllt haben, hie, mit den wärmsten Dank abzustatten, sondern auch im Voraus noch denjenigen zu danken, die auch diese meine wiederholte Bitte erfüllen werden und schätze ich mich glücklich, abermals einen Beweis erhalten zu haben, daß es bei dem größten Theile der hiesigen resp. Einwohner nur einer genügen Anregung bedarf, um auf's Bereitwilligste zum allgemeinen Besten beizutragen. Libau, ben 24- Marz 1841. 9?r. sv. Polizeimoister Michael.

Warschau, vom 23« März. Die Abreise des Herzogs von Nemours nach Durch einen Kaiserl. Utas vom 2- v. M. Afrika wird, wie es heißt, nicht vor den er, ist auch im Königreich Polen der Russische sten Tagen des April statthaben. Man hat Silberrubel als Münz» und Rechnungs Einölt Briefe von dem General Bugeaud erhalten, eingeführt worden. Alle Berechnungen der welche melden, daß die beabsichtigte Expedi, Regierung^ und städtischen Behörden und alle tivn vor dem Ma< nicht vor sich gehen könne, Geschäfte zwischen Privatpersonen sollen da« indem d «e MUilair-Verwaltung bei feiner An, her künftig in Rubeln geführt und abgeschlos­ kunft in Afrika so von Allem entblößt gewe­ sen werden, mit Ausnahme der schon beste­ sen scp. daß man die Vorbereitungen zu der henden Anleihen des Königreichs und der Expedition noch nicht habe beendigen können. Pfandbriefe des landschaftlichen Credit-Vereins. — Es ist nun fest beschlossen, das AfriZani» Alle Münzen des Königreichs, die nicht das ' sche Heer nach und nach auf 100.000 Mann Russische Gepräge baben, sind allmälig ein« zu setzen; bald werden 90,000 Mann zum zuziehen und in Russische Münzen umzuprä« Kampfe bereit sepn. — Vorgestern hatten wir gen; eben so sind die Polnischen Bankscheine hier einen Klnder.Auflauf, der etwas mehr in andere, auf Russische Silberrubel lautende Bedeutung als andere dergleichen hatte. Die und mit Nüst, und Poln. Inschrift zu verse­ Schulkinder hatten sich nämlich in Masse ver« hende Scheine umzuwandeln. einigt, durchzogen die Straßen und riefen: Paris, von 2l. Marz. Nieder mit den Festungswerken! Nieder mit Der Prinz von Iomv'lle wird binnen ei» den Bastillen! Es lebe der Kaiser! Die Sa» «igen Tagen nach Brüssel reisen und daselbst che war so arg. daß der Wachtposten an der einig? Tage bei sciner Schwester, der Köni, Getraidehalle unter das Gewehr trat, und k>n der Belgier, verweilen, bevor er das Comdas Haupt des Zuges, ein fünfzehnjähriger mando über die „belle Poule" übernimmt. —» Bursche, verhaftet wurde.

London, vom 20. März. den. — DieserMittheilung zufolge, nehmeiNS^. Die „Times" meldet heute: „Unser Pariser H. der Sultan Anstand, das Paschalik Egyp­ Correspondent benachrichtigt uns, daß am 13. ten dem Mehmed erblich zu verleihen. — Nach, d. M. ein neues Protocoll von den Gesandten dem die Unterzeichneten dem Gegenstande die­ der vier Mächte, die den Tractat vom IS. ser Mittheilung die ernsthafteste Aufmerksam­ Juli abschlössen, unterzeichnet worden sey. keit gewidmet, baben sie einstimmig beschlos' Es enthielt eine Antwort auf die der Confe» sen. Se. Exc. Schekib Efendi zu ersuchen, renz durch Reschid Pascha gemachte Minhei, der hohen Pforte hierüber nachstehende Er» lung von dem Hattischerif des Sultans, wel­ wägungen zu unterbreiten. — Sie halten es cher Mehmed Ali die erbliche Regierung von für Pflicht, zuvörderst zu erwähnen, daß am Egypten verleiht. Die Conferenz erklärt, Tage der oben erwähnten Depesche Reschid daß die dem Pascha auferlegten Bedingungen Pascha's die Repräsentanten der vier Höse zu demüthigend für Frankreich und für die sich noch nicht collectiv des am IS. Oktober vier Mächte fepen, daß sie dieselben daher zu London verabredeten Schrittes bei der nicht ratificiren könne, und daß die Pforte, hohen Pforte entledigt hatten; und aus deu ihren Hattischerif vom 13. v. M. zurüclneh. neuesten Berichten, die man aus Konstantins» men und abändern müsse. Dasselbe Schrei« pel bis zum 27. December erhalten hat, geht den fügt hinzu, daß Großbritannien den Mäch­ hervor, daß sich sogar zu dieser Epoche die ren angezeigt habe, es wolle die von feinen Repräsentanten der vier Höfe noch nicht für berufen gehalten hatten, an das Ministerium Truppen besetzten Punkte auf der Syrischen Küste so lange occupirt halten, bis die Orien, Sr. Höh. die Rathschläge, welche zu erthei» len sie beauftragt waren, zu richten. — Mitt« talische Frage völlig erledigt sey." — Zwischen lerweile sind die Absichten der verbündeten England und Brasilien sollen Zwistigkelten Höfe unwand''lbar dieselben geblieben. Durch über den End-Termin des zwischen beiden weite Entfernungen getrennt, und ohne nöthig Ländern bestehenden Handels'Tractats ausge­ gehabt zu haben, sich neuerdings zu verabre, brochen seyn.— Für den einzigen Londoner den, haben sie ihren Repräsentanten zu Kon« Stadtbezirk Bethnal Green solle» 10 neu« stantinopel Befehle Übermacht, welche das Kirchen, Schulen und Pfarrhäuser erbaut Gepräge einer vollkommenen Einstimmigkeit werden. 60,000 ^ sind zu diesem Zwecke schon tragen. — Die Regierung Ihrer Großbritan. beisammen. Majestät hat zu diesem Ende unterm 17. De» T ü r k e i . cember an ihren Repräsentanten in Konstanti­ Nachstehendes ist (dem „Oest. Beob." zu­ nopel Instructionen gerichtet, welche dazu die» folge) der nähere Inhalt der (bereits mehr­ nen, die vom 15. Okt. ausdrücklich zu bestä­ fach erwähnten) Collectiv-Note, welche die tigen.— Der Wiener Hof hat hinsichtlich des­ Bevollmächtigten von Oesterreich, Großbritan« selben Gegenstandes unterm 29. Dcc. v. I . nien, Preußen und Rußland an Schekib Efen» an den Herrn Internuntius bestimmte Befehle di, Botschafter der hohen Pforte bei Ihrer erlassen. — Der Berliner Hof hat sich den Großvritannifchen Majestät, unterm 30. Jan. am 15. Okt. Ulid am 14. Nov. zu London d. I . gerichtet haben, und die, den Gerich­ gemeinschaftlich verabredeten Instructionen ten aus Konstantinopel zufolge, eine wesent­ gänzlich angeschlossen. — Der Russische Hof liche Veränderung in den Entschlüssen der bat unter dem 23. December an seinen Ge­ Pforte hervorgerufen hat: „Die unterzeich­ schäftsträger in Konstantinopel Befehle, die neten Bevollmächtigten der Höfe von Oester» genau in demselben Geiste verfaßt sind, gerich, reich. Großbritannien, Preußen und Rußland tet. — Indem die Unterzeichneten diese Zhat» haben die Depesche Reschid Paschas aus fachen anführen, erlauben sie sich anzuneh, Konstantinopel vom 13. Schewwal 1256 (8. men, daß die Ratschläge. die solchergestalt Decemder 1830) reiflich in Erwägung gezo, von Seiten der Repräsentanten, der vier Hö­ g.en, welche seine Excellen; Schekib El'endi, fe ertheilt worden sepi, werden, einen wesent­ Botschafter der hohen Pforte. Befehl erhalten lichen Einfluß auf die Meinungen, welche hat, dem ersten Staats.Secretair Ihrer GroßReschid Pascha 4», seiner obenerwähnten De. brit. Majestät im Departement der auswar» pesche vom 8- Dcc. dargelegt hat, ausgeübt tigen Angelegenheiten mitzutheilen, um zur und die Bedenklichteiten gehoben haben dürf> Kenntniß der Höfe, welche die Convention vom ten, welche dieser Minister über den weiteren IS. Juli umerzeichnet haben, gebracht zu wer­

von der Pforte einzuschlagenden Gang geäu­ ßert batte.— Um jedoch diese Bedenklichkeir zu heben und allen Zeitverlust zu vermeiden, haben es die Unterzeichneten für nützlich erach, ket, keine weilern Berichte aus Konstantino­ pel abzuwarten und, ohne die Antwort auf die Mitteilung Cr. El'cellenz Schekib Efen« dl's länger aufzuschieben, für ihre Pflicht ge­ halten, dem Ottoman. Hrn. Botschafter die Meinung ihrer resp. Höfe, die sie ihm bereits mündlich mitzutheilen die Ehre gehabt haben, noch einmal auszudrücken und schriftlich zu constatiren. — Diese Meinung ladet den Sul­ tan ein, von seiner souverainen Milde und Großmuth in der Art Gebrauch zu ma­ chen, vaß nicht bloß der gegen Mehmed er­ lassene Absetzungs Fcrman zurückgenommen, fondern ihm auch das Versprechen bewährt werde, daß seine Dekcendenlen in gerader Li« nie successive von dem Sultan zum Paschalik von Egypten ernannt werden sollen, so oft dieser Posten durch den Tod des vorher« gehenden Pafcha's erledigt wird. — Indem die vier Höfe der hoben Pforte rächen, dem Meh­ med diese Gunst zu gewähren, rufen sie ihr, weit entfernt, Sr- Hoheit eine Idee au die Hand zu geben, nur die Absichten ms Gedachtniß zurück, welche der Sultan selbst gleich Venn Ursprung der Orientalischen Krisis von freien Stücken angekündigt hatte; Absichten, welche der Convention vom 15. Juli zur G '.undlage gedient haben. — Ferner hegen die vier Höfe, indem sie der hohen Pforte den Rüth, welchen gegenwärtige Mittheilung ihr zu wiederholen bestimmt ist, ertheilen, die Ueberzeugung, daß sie weder ein Arrangement, das den Seuverainetäts Rechten und der recht­ mäßigen Autorität des Sultans Abbruch thut, noch eine Maßregel an die Hand geben, die den Pflichten zuwiderliefe, welche der Pascha von Egypten, als Unterthan des Sultans, von Sr. Hobelt ernannt, um in ihrem Na, men eine Provinz des Ottoman. Reiches zu regieren, zu erfüllen hat. — Diese Wahrheit findet ihre Bestätigung nicht bloß in den Ar­ tikeln 3, 5 und 6 der Separat-Acce, als An­ hang zur Convention vom 15. Juli, sondern auch in den Instructionen, welche die vier Höfe an ihre Repräsentanten zu Konstantino» pel in Folge der Beratung vom 15. Okt. ge­ richtet haben I n der That wird durch oben­ erwähnte Acte Z 5 st'pulirr: daß „„sämmtliche Tractate und sämnuliche Gesetze des Ot» teman. Reichs, d.h. jämmtliche Traktate und

sämnuliche Gesetze, die heute im Ottoman.Reich in Kraft sind oder künftighin in diesem Reiche in Kraft treten dürften, auf dos Paschalik 'Egypten, wie auf alle übrigen Theile des Ottoman. Reiches, anwendbar seyn sollen."" Diese Bedingung, welche die vier Höfe für unerläßlich erachten, bildet in ihren Augen eine der solidesten Banden, um Egypten als einen integrirenden Theil des Oltoman. Reichs an die Türkei zu knüpfen. — Der Z 6 dersel­ ben Akte besagt, daß die Land» und Seemacht, welche der Pascha von Egypten unterhalte» dürfte, einen Tbeil der Streitkräfte des Ol, tomanischen Reiches ausmachen, und stets als für den allgemeinen Dienst des Staates dis» ponibel betrachtet werden solle. — Endlich ist durch die am 15. Oktober zu London verab­ redete und durch das am 14. letztverflossenen Monats November verfaßte Memorandum bestätigte Instruktion formell anerkannt wor» den, daß wenn Mehmed oder einer seiner Des» cendenten die Bedingungen, unter welchen ihm die erbliche Statthalterschaft von Egypten übertragen worden, verletzen sollte, dieser Ti­ tel zurückgenommen werden könnte. — Die Un­ terzeichneten glauben, daß die vollständige Ausführung der obenerwähnten Bedingungen den Absichten des Sultans 'vollkommen ent­ sprechen, alle Wünsche der vier verbündeten Höfe vollständig erfüllen, und das Werk der Pacifikation, welches der Zweck ihrer gegen, seirigen durch die Convention vom 15- Juli festgesetzten Verpflichtungen gewesen ist, glück» lich vollenden würde. Denn in der Thar, durch die Erfüllung jener Bedingungen wür­ den die Zwecke, auf welche die Sorgfalt und die Doraussichtder hohen kontrahirendenTheile^ gerichtet waren, erreicht werden. Der Sul» v tan würde fortan des Gehorsams und der Un­ terwürfigkeit feines Pascha's, Statthalters vvn Egypten, versichert seyn; die Einwohner dieser Provinz würden gegen die Unterdrükkung, die sie während der letzlverflossenen Jahre durch die Mißbräuche der Lokal Ver» waltung zu erdulden hatten, geschützt seyn; Mehmed endlich würde für sich selbst und für seine Familie eine Stellung erlangen, die seine Zukunft friedlich sicher stellen würde, ohne jedoch den Pflichten, die er als Unter­ than der Pforte zu erfüllen haben wird, den mindesten Eintrag zr, thu»,. —Indem die Un» terzeichneten diefe Erwägungen zur Kenntniß Sr. Erc. Schekib Efendi's bringen, ersuchen sie ihn, sie unverzüglich seinem Hofe vorzule­

gen, und die Regierung Sr. Hobelt aufzufor­ dern, selben die ernsthafteste Aufmerksamkeit zu schenken. — Sie haben die Ehre, zu glei» cher Zeit dem Herrn Botschafter der hohen Ottomanifchen Pforte die erneuerte Versiche­ rung ihrer Hochachtung darzubringen." (Folgen die Unterschriften.) A l l e r l e i . — Arme auf Staatsländereien zu colonisi. ren würde eher zu gedeihlichem Zweck führen als Arbeitshäuser anzulegen: denn die hollän­ dischen Armencolonien, die vortrefflichen Fort» gang Haben, zählten am 1. Juli v. I . in sämmtlichen Etablissements eine Bevölkerung von 10 .653 Individuen. Nebst den bedeuten­ den Erträgnissen der Landwirtbschaft werden in ihren Fabriken monatlich 3500 Sluck Kat­ tun, wöchentlich 6 bis 7000 Kaffesäcke und überdies alle Kleidungsstücke für dieGesammtzahl der Arbeiter verfertigt. Der Viehbestand betrug 83 Pferde, 1125 Rinder und 3061 Schafe von eigner Zucht. — Es wird in den Speisen immer mehr Sah verbraucht als »öthig ist: denn das zu diesen geschüttete Salz löst sich nicht logleiH auf. daher kommt es, daß die übrig geblie. beim, Brühen wenn man sie einen oder meh­ rere Tage aufhebt, um sie wieder zu gebrau­ chen, salziger sind als sie vorher waren, weil das sich herabgesenke Salz sich noch mehr oder ganz aufgelöst hat. Auch ist zu viel Salz der Gesundheit nicht zuträglich. Um dies zu vermeiden und Salz zu lpare», ist es besser in seiner Wnlhschalt ste:S aufgelöstes Satz in Glasboukeillen vorrächig zu Häven und diese Auflösung in Wasser statt des Sal­ zes den Speisen zuzugießen. — Bei einem Sächsischen Friedensgerichle brachte ein Tapezierer eine^lage gege» einen Gelehrten wegen 14 für Reparatur seines. Sessels a 1a Voltaire an, und machte dabei einen höllischen Spektakel. Darüber zurecht­ gewiesen, vertheidigte er sich, ohne seine Stim­ me zu mäßigen, mit der Anführung, daß er das Gericht nicht behelligt haben würde, w.nn der Verklagte von ihm zur Zahlung gemahnt, ihm nicht gesagt Härte: ..Gehen Sie zum Teufel.'" — „worauf lch mich/' fügte der Schreihals hinzu „sofort zu Ihnen begab." — I m Börsenblatt für den Buchhandel 1839 Nr. st^l't folgendes merkwürdige Gesuch: cü'rrnirri'r Schulmeister in den 40er Ilt zu dnielcn crlaul,!.

Iahren, kräftig an Geist und Körper, titttxr.,, im Rechnen und Schreiben, sucht in einer Buchhandlung, wo möglich in Sachsen, einen Posten als Markthelfer/'

31-

V a 11 - ^ n 2 e i A e. zweiten Osterntage»

kinäet auk äem I^ibauscksn katkkause ein Lall kür clis ^.donoevten unä auswärtige
Lang nimmt. O!s Vorsteher.

Gerichtliche Bekanntmachung. Folgende dem Waisenhause zur Wohlfahrt der Stadt Libau in El?ecutions, und Eoncurs» Prozessen zugefaüem: hiesige Grundstücke, nämlich: 1) d. vorm. Mahlerfche Wohnhsus fu6Nr.34t; 2) „ Eilenbergsche „ 95; 3) „ Krakau sche „ „ 418; 4) Technausche „ „93^94^-: 5) „ Gampersche ., 179; 6) „ Fechtelsche Koppel nebst Wirthschaftsgebäuden „159^L.,u. 7) das alte Waisenhaus . . „ 34, sollen am 10. April d. I . um 12 Uhr Mit« tags in der Session Eines Libauschen Stadt« Magistrats, unter denen dasLlbst bekann: zu machenden Bedingungen, zum Kaufe ausge. boren und den Meistbietenden zugeschlagen werden. — Falls für das Eilenbergsche und Mahlcrsche Haus, so wie für die Fechrelsäe Koppel nicht ein »nnehmöarer Vor gemacht werden sollte , so werden selbige ln demfelbtN Termin? zur Vermletbung gebracht werden, als worüber gegeawänlge Bekanntmachung ergehet. ^i>au. den 26. ^ärz t84l. 3 A n g e k on i«neue R e i s e n d e . Im t. Stadttheil, ?. Quartier, den 25. März: Herr Kronsförst.r ?. Gottschalck, aus Rutzau, Herr v. Fircks, aus Rudden, Herr Baron Roenne, aus Hafenpotd, und die Herren Kaufleutc E. Davcrs und Marschall, aus Memel, bei Büß, am alten Markt, im Hause Nr. .'07.

l^sindurg -Ml'!_onc1czn . . 3 l^i vi. ? kc> nZdr. it. —

lüuri.

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8.

Oours vom 20» 19^ Lents. ^ Iür 24» DZ 5Lco. Z ^ Rudel ?ce.8t. ) LiU^er. ivvz 99^ z 93z

I m Namen det Eivil ^Obervernaitung der Ojisce - H »ovinzcn, T a n n e r , ^cnsor.

b l a t t.

Wochen-

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

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Sonnabend, den 29. März

Riga, vom 22. März. Se. König!. Hoheit der Prinz Emil von Hessen-Darmstadt nebst Suite kamen gestern um die Mittagszeit aus dem Auslände hier an, stiegen im Schlosse ab, beehrten das Thea« ler mit einem Besuche und sind heute früh auf der Route nach St. Petersburg wieder abgereist. (Rig. Ztg.) St. Petersburg, vom 16. Marz. In 21 der Senats-Zeitung befindet sich das neue Reglement der Canzellei des Staats, Secretairs, der mit der Annahme der Se. M. den Kaiser gerichteten Bittschriften be­ auftragt ist. Wir theilen vnfern Lesern Folgendes aus demselben mit: Zur Annahme der an Se. Kais. Majestät gerichteten Kla­ gen und Bittschriften ist. laut Allerhöchst be« stätigten Reglements der Bittschriften Commis, sion vom 18. Januar <835, ein besonderer Staats Secretair angestellt, welcher auch zu« gleich beständiges Mitglied dieser CommissioU ist. Durch ihn gelangen alle Suppliken in die Commission und alle Vorstellungen der Commission an Se. Majestät. Zur Führung der Geschäfte hat er unter seiner unmittelba­ ren Leitung eine Canzellei^ bestehend aus ei­ nem Direktor, dessen älterem und jüngeren Gehilfen, fünf Geschäftsführern nebst deren alteren und jüngeren Gehilfen, einem Registrator, einem Journalisten und dessen Gehil­ fe,,. einem Archivarius und einem Cassirer, dessen Gehilfen, und einem stellvertretenden Executor. Der Canzellei sind alle Vorrechte der eigenen Canzellei S r. M. zuerkannt. Die« selbe besteht aus zwei Abtheilungen: die eine hat die Untersuchung der Rechtssachen, der andern sind die Anordnungen und Verfügun»

gen n, Betreff der Vollziehung der Erkennt« n-sse zugewiesen. Beide Abheilungen stehen unter der Leitung des Canzellei-Direcrors, wel« cher auf Vorstellung des Staats > Secretairs durch Allerhöchste Befehle angestellt und ent« lassen wird. Er hat die unmittelbare Aufsicht über die pünktliche Dicnsterfüllung der Beam­ ten. welche tym daher untergeben sind. Seine Veraimvorrlichkeit besteht in Beobachtung des zweckmäßigen und richtigen Ganges der Sachen, im zeitigen Ergreifen gehöriger Maßregeln zur Vermeidung von Versäumnissen und in Aufrechthaltung der nölhigen Ordnung; zu wel­ chem Zwecke er von feinen Untergebenen mo« natliche Berichte einfordert und alle Abthei« lungen der Canzellei nach der ihm ercheilten ausführlichen Instruction revidirt. Die Un« tersuchung der Beschwerden über höhere Ge< richts- und Regierungsbehörden, wie auch der Bittschriften, ist unter die fünf Expeditionen der Canzellei vertheilt. Die Geschäftsführer diese,-/ Erpeditionen werden, gleich dem Director. auf Vorstellung des Staats-Secretairs, durch Allerhöchste Befehle angestellt und ent­ lassen; ihre Obliegenheiten bestehen in der Leitung der ihren Expeditionen anvertrauten Sachen; fämmtliche Bittschriften undBeschwer« den tragen sie zuvörderst dem Staats-Secce' tair vor, mit genauer Beobachtung der Rei­ henfolge der eingegangenen Papiere; in den Resolutionen führen sie die den Umständen der Sache entsprechenden Artikel des Swods an. sind für die richtige, vollständige und deut« liche Auseinandersetzung des Inhalts der Kla, gen und Bitten verantwortlich, so wie auch für alle Ordnung in ihren Expeditionen. Die älteren Gehilfen der Geschäftsführer »heilen

die Mühen und die Verantwortlichkeit dersel« den, und im Fall der Abwesenheit oder des Erkrankens der Geschäftsführer haben sie statt ihrer den Vortrag in der Commission. Der Gegenstand der executiven Abtheilung sind die allerunterthänigsten Vorstellungen an S e.M aj., die Erfüllung der Allerhöchsten Befehle, die Dertheilung der Acten, die Ausführung der Beschlüsse nach den Protocollen der Csmmis« sion. Resolutionen des Staats Secretairs und der Vertbeilung von Unterstützungen, die Correspondenz mit de,» Ministern und Ober-Be­ hörden in Betreff der an den Staats-Seccetair gerichteten Bitten. Der Direktor hat die unmittelbare Aufsicht über die Führung aller dieser Geschäfte von Seiten seines ältern und feiner jüngern Gehilfen. Die Obliegen­ heiten der übrigen Beamten sind genau im Reglement auseinandergesetzt, mit gleicher Be» stimmcheir u:id mit Angabe ihrer verhältniß» mäßigen Verantwortlichkeit zur Beobachtung der gehörigen Ordnung in der Geschäfts­ führung und zur Erleichterung Hrer Beauf­ sichtigung sind Formen für die Bücher und Ber,chre festgesetzt; diese Formen 26 an der Zahl, in systematischer Ordnung, haben zum Gegenstand: 1) die einkommenden Papiere, 2) die Vertheilung derselben, Z) die Maßre­ geln zur zweckmäßigen Geschäftsführung. 4) die Ueberaabe zur Ausführung. 5) die Uebergabc selbst und 6) die Ucbergabe in das Archiv. , Paris, vom 23. März. Die politische Welt erwartet hier bestimmt eine gänzliche Beseitigung der Orientalischen Frage, und sobald nur aus Konstantinopel die Nachrichten über gewisse von den Groß­ mächten dem Dlvan gemachte Vorstellungen in London angelangt sind, wird auch das Französische Cabinet, durch den Marquis von Saint-Aulaire repräsentirt, unterzeichnen. — Ein Privatbericht erwähnt der Entdeckung ei» ner weit verzweigten Propaganda, die von hier ausgeht, aber Ausschüsse aller Nationen in sich faßt und auch bereits Emissaire in das Ausland abgeordnet haben soll. Die Propa» gandisten hatten für 60.000 Fr.^ Waffen be­ stellt, können nun das Geld dafür nicht her­ beischaffen und suchen es durch Drohbriefe aufzubringen, wodurch die Sache vcrrathen worden ist. London, vom 2-t> März. Vorgestern wurde vor einem der hiesigen Gerichtshöfe ein Prozeß des Königs von Han» nover gegen die Krone verhandelt, welcher die

auf 50,000 geschätzten Juwelen der Königin Charlotte detrist?. Das Urtbeil ist noch nicht gefällt. — Zu Bristol wird jetzt von der Great-Western-Schiffs-Compagnie ein Dampfschiff für die Fahrt üoer den Atlantischen Ocean gebaut, welches 3600 Tonnen, 600 mebr als die größten bisherigen Dampfschiffe, fassen und Dampfmaschinen von tlX)0 Pferde, Kraft erhalten soll; man hofft, dieses Fahr­ zeug, welches „Mammuth" benannt werden soll, werde den Wen nach New-Aork in jg Tagen zurücklegen können. Amsterdam, vom 20. März. Die Annäherung Englands an Frankreich, welche König Leopold veranlaßte. übt nicht bloß auf das politische Leben, sondern auch schon auf unsere Börsengeschäfte Einfluß, die sich seit einigen Tagen wieder besser ge­ stalten.— Die Rückberufung der in Belgischen Diensten bestndlichen Französischen Offiziere soll ebenfalls auf Veranlassung des Königs Leo» pold gestehen seyn, der ungern sieht, daß Soldaten seiner Armee mit denen Frankreichs sympathisiren. Alles deutet demnach jetzt auf die Aussicht hin. daß der Friede erhallen bleibt. — Aus England erfahren wir so eben, daß die Königin die deutsche Oper, welche von Mainz nach London gekommen ist, dort behalten will, um eine stehende Deutsche Büh­ ne zu begründen. Bestätigt sich diese Nachricht, so hat Hr. Schumann fein Glück ge» macht. Athen, vom Z0. Februar. Es ist möglich gewesen, aus den eigenen Hilfsquellen des Landes 1 Million 640,000 Fr. an das Haus Rothschild, für die erste halbjährige D'vidende der von den drei Mäch« ten verbürgten Anleihe von 6 Mill- Fr. zu zahlen. Konstantinopc!. vom 3. März. Es sind mit der Pforte Unterhandlungen eingeleitet, um die unabhängige Administration des Paschaüks von Acre und Jerusalem ei­ nen aufgeklärten Türkischen Würdenträger üdertragen zu wissen. So wie vertäuter ist Sclim Pascha — der Anführer der ersten Ex­ pedition nach Syrien — zu diesem bedeutsa­ men Posten in Vorschlag. — Das Dampfboot „Baron Eichbof" brachte nach Tnest Briefe aus Konstantinopel vom 7. d. Aus Veran­ lassung der neuen Schritte des Vicekönigs fanden am 5. und k. d. außerordentliche Rathsversammlungen »m Divan und beim Gloßwrsür statt. Man k.nnt noch keinen

Entschluß, doch hört man, daß die Pforte nicht abgeneigt scheine, -so viel als thunlich und mir ihrer Würde vertraglich Mehmed Ali nachzugeben. Vermischte Nachrichten. ^ Am Vermädlungstage der Großfürstin Maria mit dem Thronfolger von Nuß­ land, werden in Darmstadt jechs arme aber würdige Brautpaare getraut und von der Stadt ausgestattet werden. — Für die Ver» fchönerung seines RcsidenzschlosseS zu Berlin, das mit einer neuen Capelle verschen und auch von Außen eine würdigere Gestalt er­ halten soll, und zum Bau eines Bibliothekgebäudes hat der König von Preußen eine Million Thaler verwilligt. Mit der. Zeit soll auch ein neuer prachtvoller Dom an die Stelle des alten erbaut werden. — Der Erzbischof von Paris hat angeordnet, daß wahrend der Fastenzeit jeden Sonnrag tn dtr Notre-Dawekirche eine Predigt in Deutscher Sprache gehalten werden soll. — Bei einer Versamm» lunq der Horticultur« Gesellschaft in England wurde ein Rosenstock und mehrere andere künst' Ziche Blumen vorgezeigt, die ganz aus Federn verschiedener Vögel gebildet waren, von der Gans bis zum Kolibri und Pap.igop. Ver» mittelst dicser Federn sind Glücken, Knospen, Blätter so vollkommen nachgeahmt, daß man die künstliche von der wahren Rose, IaSmu«, Camellia u dgl. nicht unterscheiden kann, und da kein Färbemittel irgend einer Art ange­ wandt ist, sondern bloß die je nach Bedarf gebogenen Federn, so müssen diese Blumen eine fast unendliche Dauer habenDer Major Rennte zu London hat ein neues Schaufelrad für Dampfdoore erfun­ den, weiches den Mangeln der gewöhnlichen rechteckigen Schaufelräder abhelfen soll, wel» che durch deren große Breite, Schwere und indirekte Wirksamkeit verursacht werden. Er gicbt ihm den Namen Trapez Rad, denn es lnuelschktdet sich von den gewöhnlichen Ra» dern wesentlich durch die Form seiner Schalt» feln (klosts), welche trapezoidal sind und nur die Hallte des Gewichts, der Brette und Ober« fläche der jctzc gebräuchlichen baben. Die Schaufeln treten mit dem zugespitzten Theil abwärts in das Wasser und gelangen allmä» li>l, ohne Stoß oder Vibration, zu ihrer vollen vertikalen Wirksamkeit, worauf sie, nach vollendeter Wirkunq, in umgekehrt^ Weise, das Wasser verlassen, ohne einen Theil dessel« ben hinter sich in die Höhe zu heben. Das

Schiff „Afrlca" ist bereits mit diesen neuen Rädern, welche in allgemeinen Gebrauch kom­ men dürften, versehen worden. » Ein neues musikalisches Instrument aus einfachen Stein» platten ist von einem Bauer bei Koswick in Cumberland erfunden worden. Die Platten sind mit vielem Scharfsinn so zusammenge» setzt, daß drei Personen zu gleicher Zeit die­ selben mit kleinen hölzernen Hämmern schla­ gen können. Die drei Söhne des Erfinders spielen das Instrument jetzt in Liverpool, und wissen dem rohen Material die herrlich» sten Melodieen zu entlocken. Man erzählt, bei einer Partie Whist in ei­ nem Londoner Clubb habe einer der Spieler seine Karten angesehen, sie dann auf den Tisch geworfen und sep, vom Schlage getoffen, um» gefallen. Einer der Mitspielenden, der das reizbare Temperament des Verstorbenen ge­ kannt, rief sogleich: „ich wette 1000 Guineen, daß er keine Arouts hatte." Die Wette wurde gehalten und man besah die Karten des Ver« storbenen: es befand sich nicht ein Atom dar­ unter. A l l e r l e i . — I n Rom bedient man sich folgenden Kitts zum Verschmieren der Holzritzen: Ziegelsiaub mit Leim wird mit einem Spachtel ia dre Ritze geschmiert und sehr hart. Gute Tinte für Stahlfeder». Man über» gieße 4 Loth zerstoßene Galläpfel Und 4 Loch arabischen Gummi mit 10 Lo:h Regenwasser und setze nach 24 Stunden 20 Gran bis zur Röche calcinirten Eisenvirriol zu. — Waschblau. Auf etwa t Stof Wasser nehme man 4 Loth Blauholzspäne, lasse sol­ chen eine Stunde lang kochen, setze sodann 4 Loth gereinigten Allans und 14 Quentchen fei» pulverisirten Indigo zu. Man lasse das Ganze noch eine kurze Zeit kochen, seihe es durch, wo es sodann zum Gebrauch gut ist. wenn es mit einer gehörigen Quantität Waffer ver­ mischt wird. — Auf ganz eisernen Schiffen zeigt der Kompaffdie größten Abweichungen. Der Astro­ nom Airy hat ein Mittel gefunden, dies zu verhindern, indem er am Bord eines eisernen Schiffs einen Magnet andringt, welcher auf das Eisen des Fahrzeugs wirkt und dadurch die Wirkung aus den Kompass aufhebt; doch ist für j^des Schiff, nach seinen besondere» Verhältnissen und magnetischen Eigenschaften eme genaue Beurtheilang oöthig, um das

Maß dieses magnetischen Hülfsmittels zu be^ stimmen. — I n Paris webt man jetzt die schönsten und geschmeidigsten Stoffe aus Glas, welche von den Damen zu Umschlagtücher benutzt werden. Die dortigen Augenärzte versprechen sich daraus reichen Gewinn. — I n London gebietet jetzt die Mode dem Leder vor dem Tuche den Vorzug zu geben. I m Geschäfcsleben und auf Promenaden er« blickt man Ueberröcke von gepresstem dunk-l« farbigen Leder. Eine Menge Schneidergesel» len sind plötzlich zu Riemern in die Lehre ge­ gangen um mit diesem neuen Stoffe umgehen zu lernen. Leder wasserdicht zu machen, t ZK Schwein­ fett geschmolzen. 1 ZL Gummi elasticum klein geschnitten und in das Fett gethan, bis es aufgelöst ist; dann ^ 5K Berger Leberthran hinzugefügt und die ganze Masse gut gerührt. Das Leder wird zuvörderst mit lauem Wasser mittels eines Lappens überstrichen, damit es weich und biegsam werde, alsdann lässr man das Leder trocken werden und überstreicht es in der Wärme mit der geschmolzenen Masse. Die Wichse giebt dem Leder, nachdem man diese Auflösung mehrere Stunden har einzie, be?: lassen, allen Glanz sogleich wieder und kann trotz aller ätzenden Säuren nicht mehr nachtheilig einwirken. und Wagenverdecke, Pferdegeschirre, Reisekoffer. Fußbekleidungen werden weich und wasserdicht bleiben. K a l l -

nx e i A e.

^m Zt- ^är?, Zweiten OsterntaZe» Linäet auk äem l^idsusctien katklrause ein Lall 5ür Abonnenten un<1 suswärtiZen Läste stAtt, Zer um 7? seinen ^nk-znZ nimmt. Die Vorst eli er.

den 4.: DieDelagerungvon Saragossa. oder: Pachter F e l d k ü m m e l s Hochzeits­ tag. Lustspiel in 4 Akren, von A. v. Kotzebue. F. Szameitkv.

Bekanntmachung. Einem hohen Adel und verehrten Publikum zeige ich hiermit ergebensten. daß ich Unter­ richt auf dem Pianoforte und im Gesänge zu erlheilen wünsche, und ersuche alle Diejeni­ gen, welche mich mit ihrem Zutrauen zu be­ ehren gedenken, sich in meiner Wohnung, bei dem Herrn Assessor Sakowskp. eine Treppe hoch, melden. M. Ellen dt. j

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, i. Quartier, den 26- März: Herr C. Koch, Amtmann aus Appricken, bei Mada­ me Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. ,55— Im 1. Stabttheil, 2. Quartier: Herr Caudidar Theol. Julius Bodemeyer, aus Wangen, beim deut­ schen Herrn Stadtprediger Kienitz, am alten Markte, im Hause Nr. 199-

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Kornbranntwein. . .

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^al>z, St. Ubes Lissabon - - Liverpool . . . . . .



Heringe, in buchenen Tennen,. rr. Tonne ^ in fernen . . ä-to .

Theer, finlandisch. . . . . Ziro . Dienstag, den 1. April, wird zum ersten Male aufgeführt- Der Sarazene, oder: Eifersucht und Ehre. Trauerspiel in 5 Aussigen, von Heinrich Smitr. — Freitag.

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220 215

7^0 7t0

Wind u n d Werter. Den 23. Marz S., veräi'dcrlich; den 24. SW., bcwölkt; den 25. SW., veränderlich^ den '»g. NO-, den 27- N. und den 28. NW.. Regen und^Schnee; den 29. S., veränderlich.

ch i f f 6 - i l st e. . E i n k o m m e n d: Capitain: kommt von: mit: an: Hans Molsen. Flensburg. Austern. Serensen Zc Co. Gottl. Ziepe. Fredrikshavn. äi^o James Doung Dundee. 'Maschinerien. I Harinscn jlm. Hi?de I. Mulder. Amsterdam. Austern ?e. Frieder Haqedorn. der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, T a n n e r , ^cns or.

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b l a t t. Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. S5.

Mittwoch, den 2. April

A u f f o r d e r u n g . Wer geneigt seyn sollte ein Quartier für einen verheiratheten General»Major, mit den gesetzlichen Erfordernissen zu vermiethen, wird hierdurch eingeladen, solches der unterzeichne-^ :cn Committöe mit seinen desfallsigen Forderungen anzuzeigen. L'bau-Quartier«CommittLe, den 1. April 1841. Nr. 705. Reich. C. C. Tiedemann. R. Hetlinger. I . Buss, Buchhalter.

St. Petersburg, vom 22. März. I m Jahre 1840 ist in den Krons» und Privatwerken gewonnen worden beinahe 586? Pud Gold und circa 94 Pud Platina, gegen 1839 also mehr 54 Pud Gold und 2 dis 3 Pud Platina. München, vom 27- März. Se. Kais. Höh. der Herzog v. Leuch» tenberg hat dem bekannten Schlachtenmaler A. Adam zu 14 Gemälden, mit interessanten Momenten aus dem Kriegsleben feines hoch» seligen Vaters, den Auftrag gegeben. Datmstadt, vom 26. März. Nachrichten aus Dieberich zufolge baben am 1^. März fünf Schiffe mit 25 Arbeitern an­ gefangen die Steine an dem Petersauer Damm wieder auszubaggern, und 50 Steine während des Tages berausgelegt. Wien, vom 27- März. I n den diplomatischen Kreisen hat die An­ kunft eines Couriers aus England, welcher den varagraphirten Entwurfeines Uebereinkommens der Großmächte überbrachte die Besorgnisse zerstreut, welche in letzter Zeit durch unerwar­ tete Zögerungen erregt worden waren, und Je­ dermann betrachtet nunmehr die Orientalische Frage, vom Europ. Gesichtspuncce aus, als definitiv geschlossen.

Paris, vom 26. März. Vorgestern gelang es einem Rechtsanwalt, einen jungen Menschen, welcher eines Dieb« stahls in einer Restauration angeklagt war, durch außerordentliche Beredtsamkeit von der Strafe zu befreien. Gestern steht der Anwalt vor einem Laden, als er plötzlich eine Bewe» gung in seiner Tasche fühlt. Er greift zu, hält den Gauner fest, und findet zu seinem Erstaunen seinen Schützling, den er diesmal aber eigenhändig den Gerichten überlieferte. — Seit Menschengedenken hat sich hier die schöne Jahreszeit nicht so früh eingestellt, als dieses Mal. Schon seit einem Monate hält die warme Witterung an, und alle Bäume find grü» belaubt. Gestern Nachmittag stieg der Ther­ mometer auf 16 Grad Reaumure Kürzlich ging ein Wanderer in der Nähe von Roanne auf der Landstraße einher; in ziemlich weiter Ferne erblickte man einen Reisewagen. Der Wanderer rauchte seine Cigarre. Da trat ein Bauersmann zu ihm heran, hielt seine mit keineswegs wohlriechendem Taback gefüllte Ta, dackspfeife an die Cigarre und fagte: „Er­ lauben Sie, Bürger!" Der Bürger erlaubte. Haben Sie eine weite Reise? fragte der Bauer: ,.Kurz ist sie eben nicht; ich gehe nach Algier und noch etwas weiter ins Land." Ei nach

Algier! dort habe ich einen Sohn, dem könn, reo Sie wohl Einiges vsn mir erzählen. „Recht »;ern, sagen Sie mir nur wie er heißt und bei welchem Regiment er stehe; ich will dann schon dafür sorgen, daß er schreibt." Dabei zog der Wanderer eine Brieftasche hervor und zeichnete auf, was der Alte ihm bemerkte. Nun müssen Sie, lieber junger Mann, mir aber auch sagen, wie Sie heißen; ich kann zwar nicht schreiben, doch werde ich Ihren Namen nicht vergessen. „Ich heiße von Aumaie, bin Obristlieutenanr und mein Vater ist der König der Franzosen." Straßburg, vom 26. Mär;. Ein Natur-Ereigniß, welches wohl die all« gemeine Aufmerksamkeit in Anspruch nehmen darf, hat sich dieser Tage in unserer Umgegend zugetragen. Am 22. März vernahmen die Be« wohner der dem von unserer Stadt etwa 2^ Stunden entfernten sogenannten „Gickelsberg" nahe gelegenen Dörfer einen so fürchterlichen Knall, daß in beinahe allen Häusern eine, wenn auch geringe, Erschütterung empfunden wur­ de, welche man augenblicklich dem gleichzeiti­ gen Abfeuern vieler Kanonenschüsse hätte zu, schreiben können. Bald aber klarte sich diese Explosion auf, indem man auf der einen Seite des Berges, unweit des reichen, so schön gele­ genen protestantischen Dorfes Blasbeim, einen Riß in der Erde von ungefähr 60 Metres (l50 Fuß) lang auf 3—3ä Metres (9—10? Fuß) breit gewahr wurde. Eine unabsehbare Tiefe bot sich den Herbeigeeilten dar, und Bäume, die an jener Stelle gestanden hatten, waren verschwunden und keine Spur mehr davon zu entdecken. Dies Sprengen erneuerte sich viermal; in der Nacht vom 24. auf den 25. März geschah das letzte; aber jedes ver» ursachte eine gleiche Verwüstung, denn von dem, jenem Dorfe zugehörenden, mitguren Ge­ wachsen angepflanzten Reevberg-Theile blieb ein einziger Acker verschont, die andern sind versunken oder verheert. Aus den Oeffnun< gen steigr ein schwacher Dampf herauf und in dem gräßlichen Abgrunde glaubt man ein Geräusch wie siedendes Wasser oder sausendes Meer zu vernehmen. Was noch Sonderba­ res vadei zu bemerken, ist, daß an der andern Seite des Berges , dessen innere Bestandlheile nicht Felsen, sondern Lehm sind, und über den 5>ie Landstraße führt, eine größere Masse Grund ausgeworfen wurde. Eine der Einsetzungen riß die in einer kleinen Entferung des Blas­ heimer Gottesackers befindliche alte Kapelle

mit in den Abgrund. Es schließt sich diesem Ereignisse ein gewisser Aberglaube an, den wir nicht umhin können muzutheilen. Die Bewohner einer benachbarten Katholischen Ge­ meinde, welche ebenfalls 5uf den Ort der Be­ gebenheit eilten, behaupteten einstimmig, es sey dies ein Strafzeichen Gottes, und zwar deshalb, wcil die Reste des Heiligen St. Bla« sius auf der Höhe des Berges begraben lie­ gen und Bläsheim erst seit einem Iahrhun» den von Protestanten bewohnt ist. Arensburg, vom 14. März. Auch hier haben wir das in Nr. 10 des Inlandes erzählte Beispiel von Ehrlichkeit ei­ niger Wolmarschen Bauern mit Vergnügen gelesen, und über die splendide Dankbarkeit des Rothschildschen Commis uns nicht wenig verwundert. Aber man thut Unrecht, wenn man nach dem großen Reichthum jener Gelds könige die Bildung ihrer Commis beurtheilt. Wir denken uns bei der Vorstellung eines Commis jenes berühmten Banquierhauses ei» nen gebildeten jungen Mann, wie wir gewohnt sind in den großen Handlungshäusern Riga's und Petersburgs, ja sogarDorpart's zu finden, an welchen letztern Ort Schreiber dieses sich erinnert vor 36 Iahren Einen gekannt zu ha» ben, der den Roman „die Leiden der Orten« bergschen Familie" in ein Trauerspiel verwan­ delt hatte, in dessen siebentem Act freilich nur eine Person noch übrig war, welche in diesem traurigsten aller Trauerspiele den bereits er» folgten Tod aller Helden und Heldinnen, und somit das Ende des Stücks berichtet. — Mir ähnlichen Vorstellungen trat auch ich im Juli 1840 in Rothschilds Comptoir zu Frankfurt a. M., doch als ich die Tdüre des kleinen Zim­ merchens geöffnet und einen Blick hineingethan, wollte ich umkehren, wähnend-ich sei falsch gegangen. „Nur herein!" rief man aus dem Zimmer, „nur herein!" rief mein Führer, „das ist das Comptoir " Ich öffnete wieder, und: „ich bin der Baron Solomon Rothschild", waren die ersten Worte, die ich aus dem Munde eines Mannes vernabm, dessen Französische Physiognomie und Manier meine ganze Auf­ merksamkeit fesselte. — Er setzte sich nach ge­ wöhnlichem Complem«'ntiren zu seinem Schreibpult, und forderte mich auf, Platz;u nehmen. Mir einiger AengsUichkeit blickte ich auf den Stuhl, auf dem woh! heute diese Ehre noch keinem zu 5heil geworden war. denn der Staub log so dick darauf, daß man die Farbe des Üel'erz'-Utjs n^cht unterscheiden konnte. Ich be--

nutzte den günstiaen Augenblick, wo Solomon den von Herrn Generalconsul v- Wöhrmann mitgebrachten Brief durchlas, mein Schnupf» mch auf den Stuhl fall n zu lassen, und in­ dem ich es wieder aufhob, wischte ich den größten Theil des Staubes ab. „Das Geschalt nachher," begann Herr Salomen, „Sie kommen aus Petersburg, was meinen Sie, werden wir Krieg haben?" Das weiß gewiß Niemand besser wie S>e Herr Baron. „Freilich, mein Bruder hat in Paris gegen Herrn Thiers starke Oppositon gemacht; denn Herr Thiers liebt den Napoleon in Gold" — bei diesen Worten besah er einen Napoleond'or. „Aber in Paris istAlles unsicher, nichts Zuverlässiges. Da ist in Rußland ganz andere Hypothek. Dies Haus in Riga z. B., Herr Wöhrmann, hat unbedingten Credit bei mir." Er klingelte, und aus einem Nebenzimmer^, wohin eine klei« ue einfache Glasthüre führte, stürzte ein Com­ mis heraus. Er hatte einen grauen Som­ merrock an, dessen Aermel mit schwarzem Le­ der vom Ellbogen bis zur Hand benäht war. Einige Knöpfe fehlten bereits, andere mäk­ elten und hingen. „Schreiben Sie an Herrn A. nach dem Haag; wir empfehlen den Herr»» und er soll ihm in Allem zur Hand gche.'»." So.'oman winkte, und der graue Commis schlüpfte durch die kleine Glasrhüre zu­ rück m das Nebenzimmer. Die Thüre war offen geblieben, und ich blickte in diese Werkstube. Es kam mir vor. als sähe ich eine Menge Kreuzdurger Klempner statt in Weißblech mit Fe­ dern und Papier arbeiten. Ein bärtiger Israe­ lit trat ein, und während Herr Salcmonmit ihm sich unterhielt, sah ich mich in dem klei­ nen Zimmerchen um. Da ich den andern Tag in Mainz mich auf den Rhein einschiffen wollte, so freute ich mich, einen Barometer zu erblikken, der mir das Wetter ankündigen konnte. Doch welche Tauschung. Dies Instrument hing nur der Mode wegen hier; die Glasröhre war leer von Quecksilber, da? man vielleicht zu anderem Zwecke gebraucht harte. Es dauer­ te eine gute halbe Stunde, bevor ein anderer sehr schlecht beschuhter Bursche den 5 Zeilen enthaltenden Brief zur Unterschrift brach­ te. Wenn der in Nr. tl) des Inlandes be, ze'chnele Commis G. zu jener Zahl gehörte, >0 war er gewiß nicht mehr im Stande an Finderlohn zu geben als 3 Rub. S., die ^r sicher vom eigenen Unterhalt sich entziehen mußte. Ganz anderer Luxus herrscht beiden Deutschen Banquiers, z. B. beim Baron Eich­

thal in München, dem Baron Haber in Carls­ ruhe u. s. w., die ich jedem Reisenden empfehle, der einen Creditbrief von Herrn v. Wöhrmann sich erbeten hat. Solche Creditbriefe sind drin, gend notwendig, da, wegen der beständig vor­ kommenden Betrügereien durch falsche Wechsel, viel Mißtrauen herrscht. I n Mannheim ver­ langte ein Banquier, an den ich keinen Brief hatte, und dem ich nur einen Wechsel auf Hamburg verkaufen wollte: ich sollte die Identilät meiner Person beweisen, und da ich aus Mangel an Bekanntschaft dies nicht konnte, schätzte ich mich glücklich, daß ich noch baares Geld übrig hatte, um nach Carlsruhe zu gelangen. (Inl. Nr. jZ.) A l l e r l e i . — Weinstein, Wasser und reiner Brannr. wein (Rum oder Arrak) gemischt giebt ein angenehmes Getränk, dem man durch Obff, früchte, Blumen u. s.w. jeden beliebigen Ge, schmack und Geruch geben kann. Hollunderblüte giebt einen angenehmen Muskatellerge» schmack, Himbeerfyrup einen veilchenähnli­ chen u. s. w. Durchs Alter verbessert sich dieses Getränk. — Man befeuchte eine beliebige Menge ge­ pulverten Weinsteins mit sehr gutem Essig und lasse ihn dann im Ofen austrocknen; dann pulvere man ihn neuerdings, befeuchte ihn wieder mit Essig und trockne ihn; dies wie­ derhole man vier bis fünfmal und bewahre dann das Pulver in einer Glasflasche auf. Um augenblicklich flüssigen Essig zu haben, vermische man 1 Loth dieses Pulvers mit 6 Loth Wasser oder besser weißen Weins, und lasse S Minuten lang die saure Flüssigkeit den unauflöslichen Weinstein absetzen. — Durchsichtige Seife. Man nimmt reine Talgseife, schneidet sie in dünne Späne, lässt solche trocknen und verwandelt sie in Pulver. Von diesem Pulver thut manIZK in ein Ge­ fäß, in welchem sich 3 Quart 36 grädiger Spiritus befinden. Die Mischung wird in warmem Wasser erwärmt und demnach in die Formen gegossen. Soll die Seife gefärbt seyn. so wird zuvor der Spiritus gefärbt und wohl, riechendes Oel dazugesetzt. — I n Teutschland warnt man vor den Stearinlichtern, weil sie einen Zusatz von Ar­ senik haben sollen. — Ein Krieg Englands mir den Vcr. Staa« ten Amerikas ist für die Manufacrurstädte Leeds, Manchester, Birmingham, Glasgow!,».

f. w. und für England fürchterlicher als die zu Napoleons Zeiten bestandene Continental» sperre. Die Ausfuhr Englands nach den Ver« Staaten beträgt jetzt jährlich 50 Millionen Pfd. Sterling, und übersteigt also die Aus­ fuhr nach dem ganzen Europäischen Festlande. — Lenormand fand durch zweijährige Be­ obachtung . daß Kartoffelpflanzen, welchen man die Blüten genommen, noch bis zum Oktober die lebhafteste Vegetation zeigten, und daß xcder Stock derselben im Durchschnitt 30 Pfd. schöne große Kartoffeln und nur sehr wenige kleine Knollen gab; während diejenigen, die man verblühen ließ, um diese Zeit vollkommen abgewelkt waren, und im Durchschnitt nur 4 Pfd. Kartoffeln lieferten und überdies noch sehr klein waren. Ein politischer Flüchtling in London er­ warb sich Geld indem er Hunde reizte ihn z« beißen und sich dann von dem Eigenthümer Entschädigung geben ließ. Andere nehmen iHweißtreibende Mittel ein, und schwitzen damit feines Pelzwerk gahr.

Gerichtliche Bekanntmachung. Folgende dem Waisenhause zur Wohlfahrt der Stadt Ltbau in Epecutions- und Eoncurs-Prozessen zugefallene hiesige Grundstücke, nämlich: 1) d.vorm.Mahlersche Wohnhaus subNr.341; 2) Eilenbergsche „ 95; 3) Krakausche „ 41«; 4) „ Zschnausche^ „93^94^-.; 5) Gampersche „ „ 179; 6) .. Fechtelsche Koppel nebst Wirthschaftsgebauden ,.159^L.,u. 7) das alte Walsenhaus . . .. 34. sollen am 10 April d. I . um 12 Uhr Mir-

tags in der Session Eiu->:s Libauschen Skadt» Magistrats, unter denen daselbst bekannt zu machenden Bedingungen, zum Kaufe ausge« boten und den Meistbietenden zugeschlagen werden. — Falls für das Eilenbergsche und Mahlersche Haus, so wie für die Fechtelsche Koppels nicht ein annehmbarer Bot gemacht werden sollte, so werden selbige in demselben Termine zur Vermischung gebracht werden, als worüber gegenwärtige Bekanntmachung ergeher. Livau, den 26. März 1st4l. 2 Bekanntmachung.

Diejenigen ^.eitern, welcke ikrs Xin6er in äis krüker vorn Herrn (HollegienreZistrstor TukIberA verwaltete erste ElementarXnalienscliule ^ek«n wünschen, werben ersucht, sick dei ciein Herrn Kantor Wenc!^ in äieser 2U ineläen. I^ibau» c!en 2- ^xril 184 l» Lckul-^nz^ector 0. k'rieZderZ.

Angekommene Reisende. Im i. Sradttheil, 2. Quartier, den 3l. Marz: Herr Staatsrath v. Offenberg, ausMitau, und Herr v. Grano, aus Zilien, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207> A b r e i s e n d e r . Der Tischlergesell Jacob Andreas Iaeobsohn, aus Copenha^en, reiset nach St. Petersburg. z

tZamkur» . g(l . . 3 IVl. vi. ?kÄii6^»r. a.



L.

(üours vom 27» t^snis. ^ ?ür 34^4 z SLoo. Z 1 landet 39?^ ) Lilker. 100 99^ ll»0

S c h i f f s - L i sr e. E i n k o m m end: kommt von: mit: an: Lissabon, zltzt.Salz und Wein, Corenhagen Heringe ?cE. Äonschak. I. Harmsen iu»i. Mathilde. 29- 11 Russe. x. N. Baas. Amsterdam. Ballast. F. G- Schmabl. 12 Holländer. Welmina. Delfzyl. äi^o B. B. Kucn. Sörensen Sc Co. de Vreede. äito 30. 13 äitc, Ordre. Boot ohne Namen.Führer C. Fischer. Meinel. — Preusse. Rotterdam. c!iio H. W. Sruir. I. C Henckhuscn.' — 14 Holländer. Geerdina. St. Ub;6. Ealz ?c. Jan H. Kram
März.

Nation:

Schiff:

Capitain:

A u s g e h e n

März.

wo.

29.

tl)

I0.

1t

— 31.

12 —

Nation:: Russe.

6"° Britte. Russe.

Capitain: Schiff: A. Christiansen Neptun. H P. Hcnsing. Expresse. William Gray. HermeS. Prahm Anna Emilie.D. W. Zierck.

nach: Liverpool. England. Riga. Windau.

min Holzwaaren. Flachs. Ballast. Schlagsaar.

Ist!« drucken erlaubt. I m Namen der Civil,Oberverwaltung der Ostsee,Provinzen, T a n n e r , Ccnsor.

b a ufch es

Wochen-

b l a t t.

Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege. s«.

Sonnabmd, den Z. April

A u f f o r d e r u n g . Wer geneigt seyn sollte ein Quartier für einen verheiratheten General »Major, mit den gesetzlichen Erfordernissen zu Vermietben, wird hierdurch, eingeladen, .solches Her unterzeichneten Commitlöe mit seinen desfalljigen Forderungen anzuzeigen. Ltbau-Quartier-Committöe, den 1. April 1841Nr. 7Vö> Reich. C. C. Tiedemann. R. Oettinger.

, Warschau, vom Z. April. Der ErbgroFHerzog von Sachsen Weiwar und der Fürst von Warschau begaben sich am 30. v. V?. auf dem Dampfboot nach der Fe­ stung Nowogeorgiewsk, von wo der Erstcre nach St. Petersburg weiter reiste. Nach der­ selben Hauptstadt reiste am Z0. v. M. der Kaiserliche Gesandte am Oesterreichischen Hofe, Herr Bajlli ^?on Tanschtscheff. von hier ab. Telegraphische Depesche. Köln, vom 4. April» I n der Sitz».,g der Pairskammer vom 1. wurde über das Gesetz wegen der Befestigung Don Paris durch Kugelung gestimmt. Die Anzahl der Stimmen war 232; weiße Kugeln waren 147 und schwarze LS. Das Gesetz wur5e also mit einer Majorität von 62 Stimme« angenommen. Konstantinepel. vom 17. März. (Oest. Beob.) Der gestrige Tag 4var für die Bevölkerung dieser Hauptstadt ein wahrer Tag der Freude, da an denselben die lang erwartete Türkische Flotte endlichen den Bospor einlief. Sieben Linienschiffe, den Drei« decter „Mahmudie," auf welchem sich der Vic,ad,niral Pawer Pascha (Walker) befand, an der Gp'tze, eilf Fregatten, eine Korvette und zwei Briggs fuhren nach einander ein,

I. Buss, Buchhalter.

begrüßten das Serail mit 21 Kanonenschüsse» und giogen der jetzigen Großherrlichen Residenz, zu Geschiktasch gegenüber in einer von Ortaköj bis Tophana reichenden Linie vor Anker. ^London, vom 24. März. Der Gtobe demerkt: „ I n sofern wir nach den äußeren Anzeichen Hier zu Lande urtheilea tonnen, so nehmen diese eine kriegerische Wen­ dung ; es heißt, daßdieEigenthümerdes Dampf­ bootes „Great Western" ihren Passagieren angezeigt haben, daß sie direkt nach Halifax anstatt nach Newpor? gehen werden, eine Vor» kehcung, die sie in Folge von Htirtheilungen, die ihnen höheren Orts zugekommen, getrof­ fen haben. Die in den Außenhäfen stattfin. Senden Rüstungen zeigen auch, daß unsere Re. gierung sich hinsichtlich der Beilegung ihrer Zerwürfnisse nicht blos auf Unterhandlungen verlasse» will. Dem Anscheine zum Trotze glauben indessen viele Leute, daß 5ie Ameri, kaner nachgeben werden, da sie nicht darauf vorbereitet sind, in diesem Augenblicke einen Krieg mit Erfolg zu führen." Italienische Grenze, vom 22. März. Nach Briefen aus Bourges glaubt man da­ selbst, daß^die Gefangenschaft des Don Karlos und feiner Familie nicht mehr von langer Dauer seyn, sondern ihm gestattet werden

würde, sich nach Oesterreich zu begeben. Die Unterhandlung?» wegen dessen künftiger Su< sientation ziehen sich in die Länge, während man sich in Bourges mit allerlei Plänen, Ge­ rüchten und Mährchen die Zcit vertreib?. Zu den alter Wahrscheinlichkeit entbehrenden Sa­ gen. welche in Bourges in Umlauf sind, ge­ hört namentlich eine, wonach in Wien ein Kongreß stattfinden werde, dessen Aufgabe seyn soll, einen Prinzen, Sohn des Don Karlos mit der Königin Isabella zu verloben und diesen einstweilen an die Spitze der Regent, schaft in Spanien zu stellen. Briefen aus Rom zufolge beabsichtigt der heilige Vater Z00 in Frankreich befindliche Karlistische Flücht­ linge in seine Staaten aufzunehmen und sie zur Ergänzung der Schweizertruppen zu ver­ wenden, deren Offiziere strenge Disciplin zu handhaben gewohnt sind. Auch der Herzog von Modena ist willens, eine wiewohl gerin» ge Anzahl zu öffentlichen Arbeiten in seinen Staaten zu verwenden. Vermischte Nachrichten. Riga. Ein offizieller Bericht aus der Bol» deraa vom 26. Marz sagt: am 2ä. ist das Fahrwasser der Düna längs Magnushoim vom Mühlgraben bis zur Hälfte des Fort-CometDammes vom Eise befreit worden; von da bis zur Halste des Seegatts steht selbrges noch fest und scheint auf einigen Stellen sich bis auf den Grund gestaut zu haben. Quer über das Seegalt, von der West- bis zur Ostküste, hatte sich früher schon das Eis ge« löst und war vom Südwestwind eine Strecke in die See hineingetrieben worden, der am 26- eingetretene Ostwind aber hat es dem Lande wiederum näher geführt, wodurch dieser Wasserstrich bedeutend schmäler geworden itl, so daß jetzt bis in die See hinein, selbst mit ei­ nem Fernrohr vom Lootsenthurme, kein offe­ nes Wasser weiter gesehen wird. — St. Pe­ tersburg. Am 8- März ist im Gießbause der hiesigen Akademie der Künste der Guß der colossalen Statue Peters des Großen, die zur Zierde eines der Plätze in Kronstadt bestimmt »st, vollendet worden. Diese Statue ist be­ kanntlich von dem Bildhauer Jacques gear­ beitet. Zugleich mit derselben ist das zweite kolossale Pferd mir dem Lenker, ven der Ar» beit des Professors Baron Klot, zur Zierde der jetzt im Neubau begriffenen AnitschkowBrücke bestimmt, gegessen worden. Dieser vollkommen gelungene Guß wurde von dem Professor Baron Klot, der zu diesem Behuf

im vorigen Sommer ganz neue Oefen crufge« baut hat, ausgeführt. Zum Guß dieser bei, den Arbeite» sind 1050 Pd. Kupfer geschmol< zen worden; die gesoffenen Figuren wiegen 800 Pd. — I n der Berliner Vossischen Zeitung werden 8800 Thalcr gesucht auf ein großes Kunststück. Es ttu'ißl? wahrlich ein großes Kunststück seyn, wenn der Suchende das Geld bekäme, wofern nicht Kunststück ein Druckfehler wäre für Grundstück. — I n einem Schreiben aus Mit^u vom 25- März heißt es: der Eis» gang in unserer Aa ist vorüber und so ruhig abgegangen, daß man es kaum gemerkt hat. Dos Wasser sängt schon an zu fallen, und wird wahrscheinlich, wenn nicht noch in dieser, doch in der nächsten Woche unsere Brücke wieder eingelegt werden. — Die Männer von Sara­ gossa wissen Espanero's Verdienste zu würdi­ gen. Das Geschenk, welches sie dem Sieges­ herzog zugedacht haben, ist nunmehr vollen» der. Es ist ein Exemplar der Konstitution, dessen Deckel und Blätter von massivem Golde sind. Auf der einen Seite des Deckels sieht man das Wappen von Aragon und eine Vic­ toria, welche die Namen der Hauptuege Es« partero's auf eine Tasel schreibt, auf der an« depn prangt das Wappen von Saragossa. Die Arbeit ist eben so'gedscgen wie die Masse, und wenn es dem Hiegesherzog einst schlecht gehen sollte, so hat er in der Thar an dieser Kon« stituriou einigen Rückhalt. HerrIoba^dbat in den,.Courrierbeige"nach« stehende Bemelkungen einrücken lassen: „Die Eisenbahnen haben seit fünf Iahren unsere metallurgische Industrie in hohem Gr^de ent» wickelt, aber die Zeit naht, wo dieser Absatz zu Ende gehen wird. Man muß dem Strome von Gußeisen, der aus unsere Hochöfen her­ vorgeht, einen neuen Abfluß anweisen, man muß Häuser, Brücken und Schisse daraus machen; man hat in England und Amerika begonnen, und wir dürfen nicht zurückbleiben, d nn unser Gußeisen ist auf einen Preis ge­ sunken, daß wir Häuser daraus bauen tön» neu, bequemer, solider, im Winter warmer und im Sommer kühler, als die von Back­ steinen. Solche Häuser sind rasch aufgebaut und rasch wiedcr abgebrochen und nach einem andern Orr hin versetzt; man kann ein gan­ zes Haus in einer Gießerei bestellen, es wird xeqessV'n und acht Tage später ist es aufge« richtet und beirohndar. Hr. Rigaud hat ei­ nen sehr umfassenden Plan ausgearbeitet: ein Haus von drei Stockwerken mit 17 bewohn«

baren Zimmern kostet nur 27.872 Fr. (!), wiegt 870 000 Kilogramme und kann um 5bis 600 Fr» von Brüssel nach Lüttich, nach Gent oder Antwerpen mit der Eisenbahn ver» sendet werden; mit noch geringeren Kosten auf dem Wasscr. Um einen Begriff vou der Hei­ zung zu geven, brauchen wir nur zu bemer­ ken, daß die Mauern hohl sind und die Wärme von der Küche aus allenthalben hingeleitet werden kann; hier ist kein Rauch, kein Staub, man braucht keine Nehlen, kein Holz hin und der zu schleppen. Even so einfach läßt sich die Beleuchtung nach der Metbode von Ro­ bert herstellen, wobei das Oc!-Reservoir im Keller ist. Nur Friede! Friede! und binnen zehn Jahren wird Brüssel 1000 eiserne Häu, ftc besitzen. A l l e r l e i . — Ein Pariser Stiefelputzer hat seinen Hund so abgerichtet, daß er nahe an der Stelle, wo sein Herr halt, vom Morgen bis zum Abend Pfoten und Schwanz in einen schmutzt» gen Rinnstein taucht, und damit die Fußbe­ kleidung vorübergehender anständiger Perso­ nen, die er sehr gut zu unterscheidet! weis, besudelt. Ist dies geschehen, so ist sein Herr laZinch mit seinem Kasten bei der Hand, um den beschmutzten Stiefeln wieder ihren frühe­ ren Glanz zu geben. So lange dieser damit beschäftigt i^Z, verhält sich der Hund ruhig. Ein Engländer dem dies Stückchen verrathen war, bot für den Hund 500 Franken, allein der Stiefelputzer erklärte, er gebe ihn um keinen Preis weg. — Ein Herr Pigmentelli in Padua, hat sich die große Mühe nicht verdrießen lassen, Fische zu dressiren. Ein grosser Hecht erregt Bewun> derung. Er hetzt auf den Wink seines Herrn aus einer Menge kleiner Fische einige heraus, und wenn er sie gefangen hat, so verschlingt er sie nicht — seinen Naturtrieb unterdrückend '— und appornrt sie seinem Herrn, wie der beste Karo dem Jäger den Hasen. Andere F'sche schwimmen nach dem Takt der Musik bis schönste FranLaise. Ein kleiner Aal und ein noch kleinerer Goldfisch zeichnen sich dabei trnch die graziösesten Wendungen aus. Sie Und unter den Fischen das. was die Taglioni und die Fanny Eitler unter den Menschen. — So>zar die Mäuse weis die Englische Industrie zu benutzen und bei ihrem Maschi» ''-lNveseu anzu!l-llen. Ein Herr Hadden in ttnkaldy har eine Mäuselreimühle so einge­

richtet, daß 5te gewöhnliche Hausmaus de? menschliche»» Gesellschaft Ersatz für frühere Kränkungen dadurch gewahren kann, daß sie feden Tag. den Sonntag nicht ausgenommen, 110 —120 Fäden spinnt, zwirnt und weift, wobei der kleine Fußgänger in seiner Trer-^ müble täglich 40^ Engl. Meilen laufen muss. was die Maus jeden Tag bequem zurücklegen kann. Für 4 Pfennig Hafermehl reicht hin, den kleinen Verbrecher auf 5 Wochen zu be> köstigen und während dieser Zeit bearbeitet er 3830 Fäden, verdient aber im Jahre 7 Schil­ ling (210 Kop. S.) Der Unternehmer will jetzt die Sache ins Große betreiben und 10,000 Mäusemühlen anlegen. Er hofft damit nach Abzug aller Kosten einen jährlichen Nerro-Ge» winn von 2500 Pfund, oder 150.000 Rubel Silber zu haben. — Die Turn- undTaxissche Post lässt sich jetzt bei ihrer Briefbeförderung auch etwas zu viel Zeit. Vor Kurzem beschaffte sie die Briefe von Hamburg nach Paris, in 3 sage drei Wochen. — Herr Green hat feinen Luftballon so verbessert, daß er ihn in eine ihm beliebige Höhe bringen, in derselben auch erhalten und den Ballon wohin er will, auch bewegen kann. ^

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Vit.-Ratd ^ttelma^er, an Stelle Ser abwesenden vruSerkiuüer

äer Verewigten»

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Majestät/ des Selbstherrschers aller Neuffen ?c. ic. ?c., werden von Einem Libauschen Stadt-Magistrat, — nach­ dem das Direktorium des Witte- K Hueckeschen Waisenhauses zur Wohlfahrt der Stadt Libau für die Capital-, Zinsen- und Kostensumme von 2641. Rubel Cop. S. M. in das hiersclbst sul> ^0. K7 belegene Oberhofaerichts-Advokat Friede

»

rich Nutzensche Wohnhaus sammt Nebengebäuden, Garten u. s. w. immitirt und in dessen nutzbaren Besitz gesetzt worden,— Alle und Jede, die das genannte Haus mit Zubehörungen käuflich an sich zu bringen beabsichtigten, hierdurch edictalitsr aufgefordert und geladen, binnen Jahr und Tag vom untergesetzten Dato, spätestens also am 2.May des zu erlebenden 1841sten Jah­ res, oder falls sodann ein Sonn- .oder Festtag einfiele, am darauffolgenden Sitzungstagei als dem magistratlich angesetzten letzten Bietungs> und resp. Verkaufstermin — bis wohin die beregten Immobilien desmittelst fubhastirt werden — zu erscheinen, ihren Bot zu verlautbaren und des Zuschlags auf den Meistbot gewärtig zu seyn.— Als wonach sich zu achten! Urkundlich unter dem Siegel Eines Mauschen Stadt- Magistrats und der gewöhnlichen Unter­ schrift gegeben auf dem Rathhause zu Libau, am 15. Marz 1840. 1 Llancetun» citationis aä I n Air!um civitatis l-ibaviensis xro^ 5; /vsväitions sub kssta. F. A. C. Kleinenberg, Iuä. sux. Livit. F^ibav. Lecrs. Bek-anntmachungen. In» Zl.anrentiscksn Hsnse ^n 6er Arolsen Ltrslse» liabe icli Rnässunterseiclinets ein Hastkans allZvIeAt, -und küzs Ms LemsrIcunA Iiin^u, class snstänAige Aeisenäs bei mir niolit nnr ^.uknaiiWe, 5onäern sue!» ^able ä'kote Hnäen. In Le^iekunA suk 5ere einxkskle ioli mieli äen Aeetirten Levvo^inern ^.ibau's üssiens. 3 l^ibau, äen 5. ^xril 1341» Aeb. Heinricd8. Eine moderne offene Chaise zu 2 Pferden

auf 4 Federn nnd in vollkommen gutem Zu­ stande. steht zum Verkauf, so wie 2 Schlit« ten zu sehr billigem Preise, ia Grobin im .Hause der Wittwe Pouffler. Z Julius v., Seefeld. Bei der Böttcherwitiwe Klein in der See­ straße ist eine Bude zu vermiethen. 'z Frische Fett-Hermge sind zu baben bei F. W. Beeck.

Theater -Anzeige. Sonntag, den 6. April, wird zum ersten Male aufgeführt: D a s goldene Kreuz, oder: D a s E h l e n w o r t der B r a u t . ' Lust, spiel in L Akten von G. Harris. Hierauf: Die Schneidermamsells. Vaudeville in 4 Akt von L. Angelp.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, .1. Quartier, den 3. AprilHerr Kellermann und Herr Tichter, Lehrer aus Dur« >ben, Herr Knaut, ^aus Tadaiken, und Herr Treu« guth, aus Diensdorff. bei Mctdum? Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155. — Im t. Stadttheil, 2. Quartier, den z.: Herr v. Gohr, aus Ostbach, und Herr v. Hahn, aus Ni^derbartau, so wie den 4>: Herr Baron Rönne, aus Hasenpoth, und Herr v. DortheseN, aus Backhusen, beiVGerhard, am neuen Markt, im Hause Nr. 22.

A b r e i s e n d e n Der Tischlergesell Jacob Andreas Jaeobsohn, aus Copenhagen, reiset nach Sr. Petersburg. 2 Wind und Wetter. Den 30. März S., veränderlich; den^l-NO., trübe; den l- April SO., bewölkt; den 2 SW., heiter; L>en^Z. N., veräitderlich; den 4 O., bewölkt; den 5. O.., veränderlich.

S ch i f f 6 - L i st E i nk 0 m m e n d: April. No. Nation: I . 17 Holländer. äito 3. t8 äito 4. 19 20 Däne. Russe. April.

No.

23.

4.

14 15 16

an: Mit: Schiff: > Capitain: kommt von: Vallüst. Gesing Iantina. R. F. Taay. Deisel I. Hemsen jnn. ciii^o Alkanna Elisabech. Ioh N. v. Duincn.Vcendam. Ioh. Schnobel. Eetiena. Jan I. SKulder. Gröninaen. ^ ciiio Anna Christine. Nicoini Jensen. Flensburg. Austern:c. Screnscn Co. Thecr,flache zc-Ordrc. Prahm AnnaEmilie.D. W. Zierck. Windau. A u s g e h e n d :

Schiff: Capnam: Boot ohne Namen.Führer C. Fischer. Acriv. Gettl. Ziepe. Ioh. Christvffers. Hanovrancr. Kestna. Robert. Carl Schutt. Russe. Wendeliena. Hit de I. Mulder. Holländer.

Nation: Preusse. Russe.

naä): Memel. England. Bremen. Dundee. Amsterdam.

mit:

Ballast. keinkuchrn. Hanf und Säesaat. Flachs und Hanfheede. Schlagsaar.

Iftjv drucken erlaubt. I m Namen der Civil-Oberverwaltung der Oftsee-Provinzen, T a n n e r , ^cnsor.

L i b a n fH e Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

IS.

Mittwoch,

den 9. April

A u f f o r d e r u n g . Wer geneigt seyn sollte ein Quartier für einen verheiratheten General-Major, mit den gesetzlichen Erfordernissen zu vermieden, wird hierdurch eingeladen, solches der unterzeichne­ ten Commmäe mit seinen desfallsigen Forderungen anzuzeigen. Libau,Quartier»Committee, den 1. April l841Nr. 705« Reich. C. C. Tiedemann. R. Oettinger. I . Buss, Buchhalter.

St. Petersburg, vsm 23- März. Se. Majestät der Kaiser habe» in Be­ tracht, daß in dem Militärdienst als R^cruten abgegebene Landstreicher, bei ihrem Eintritt unter die Truppen, die Sittlichkeit des Mili­ tärs niederen Grades verderben und die Zahl der Ausreißer unter demselben vermehren Al­ lerhöchst zu befehlen geruht: von solchen Land­ streichern nur Diejenigen direcr unter die Trup­ pen aufzunehmen, welche, bei vollkommener Tüchtigkeit zum Fronledienste, dem äußern Ansehen nach 2V und weniger Jahre alt find: alle übrige aber: welche dem Ansehen nach über 20 Jahre alt sind, zur Prüfung in die Arrestantenkompagnien des Ingenieurressorts zu schicken, und nur alsdann unter die Truppen überzuführen, wenn die Chefs dieser Kompa­ gnien auestiren, daß sie von zuverlässiger Auf« führung und in den Reihen der Armee wür­ dig zu dienen sind. — S e . M a j . der K a i ­ ser haben es für nöthig erachtet, die Vorstel­ lungen zu Belohnungen an Geschenken für den Staatsdienst aufzubeben, und Allerhöchst zu befehlen geruht: 1) gar keine Geschenke für den Staatsdienst aus dem Kadinet Sr. Maj. des Kaisers zu bestimmen, sondern selbige sollen von den Ministerien und Oberverwal­ tungen direkt von den Iuweliren erworben,

und dos Geld für solche Geschenke aus den Reseriic-Sumuze.'i des Nessorts, zu welchem der zu Belohnende gehört, ausgezahlt werden; 2) die Summen, welche zur Anfertigung verschie­ dener Sachen zu Geschenken an Asiaten ver­ wandt werden, sollen, da sie einen Staats­ zweck betreffen, aus dem Neichsschatze bestrit­ ten werden. Wien, vom 3. April. Der General-Major Fürst Carl Lichtenstei» geht, in Folge des Erkrankens des Gr. L- Wrbna, nach Sr. Petersburg ab, um Sr. K. H. dem Großfürsten Thronfolger die Glückwün­ sche des Oesterreichischen Kaiserhofes zu seiner Vermählung zu überbringen. Paris, vom 4. April. Gestern Nachmittag hat man das Programm der Festlichkeiten, welche uns bevorstehen, fest­ gesetzt, und zwar 4) für die Grundsteinlegung der Befestigungen von Paris, 2) für die Taufe des Grafen von Paris, und 3) zum Namens­ tage des Königs. — Es werden von Lyon mehrere Regimenter hier erwartet; sie werden gegen Ende des Monats eintreffen, um an der großen Revue Tbeil zu nehmen, die am Na­ menstage des Königs stattfindet. — Die Mut» ter des Darmes ist am 31. v. M. in Folge eines Erlasses des Pairshofes verhaftet und

in der Conciergerie in das Geheim-Gefängniß gesperrt worden. Diesen Morgen begaben sich der Großkanzler und mehrere Mitglieder der Instrucrions-Commission zu dieser Frau, deren Einfluß einige Journale zur Zeit des strafwürdigen Attentats ihres Sohnes die Enthul« lungen zugeschrieben hatten, die er gemacht zu haben schien. — Der Einsturz des Glök« kelsberges in der Nahe von Straßburg ist sehr übertrieben worden. Die beschriebenen Ein­ stürze fanden wirklich unter Lärm und gerin­ ger Erschütterung statt, auch find Bäume und Weinberge mit weggerissen worden, allein der Dampf und das Geräusch im vermeinten Ab­ grunde waren Ueberrreibung. Die Bauern Vläsheims, welche in dem Berge eine ausge­ dehnte Lehmgrube angelegt hatten, waren mit ihrer Arbeit von unten zu tief in den Berg eingedrungen, so daß die Höhlung die obere Last nicht mehr tragen konnte und daher einstürzte. — Gestern ist die Ausschmückung der Hieronymus Capelle, in welcher sich jetzt pro­ visorisch der Sarg mit der Leiche Napoleons befindet, beendigt worden. Die HieronymusCapelle ist eine der vier Capellen, welche Mansard in der Invaliden-Kirche erbaut hat; sie liegt in der südwestlichen Ecke zwischen dem großen Eingange zum Dom und dem Grab­ mal Turenne's. Die Capelle ist in einem ein­ fachen, aber grandiösen Styl verziert worden. Der Sarg des Kaisers steht auf einer kleinen Erhöhung und ist mit einerSammtdecke voll rci» cher Stickerei verhüllt. Mitren auf dem Sarge liegt die Krone Karl's des Großen; nevcn der­ selben der Degen von Austerlitz und das Stepter; am Kopfende des Sarges bilden 40 ero­ berte Fahnen eine Art von Dach. — Am künf­ tigen Mittwoch wird die Capelle dem Publi­ cum geöffnet werden. — Der Erzbischof von Lyon, Hr. v. Bonald, empfing am 31. März in den Tuilerien aus den Händen des Kö­ nigs die Cardinals'Instgnien. Die Aufführt des neuen Cardinals erfolgte in fünf glänze.,, den Carossen mit den Wappen des Königs, und alle Minister, so wie der Erzbischof von Paris, der Gr. v. Montalivet :c. waren bei der Feierlichkeit, die im Thronsaale, in Ge­ genwart der aesammren K. Familie stattfand, anwesend. Eine große Volksmenge umlagerte den Palast während der halbstündigen Ccremonie. — Dem Vernehmen nach wird der König am i . Mai zu der Festunflsmauer von Paris feierlich den Grundstein legen. D'e ganze Natisnalgarde, so wie die Linientrup­

pen, werden dabei aufgestellt werden, und der Erzbischof von Paris will den Grundstein ein­ segnen« London, vom 3l. Marz. Vorgestern wurde zu Movlivich unter Lei­ tung eines Conme's von Oifizleren, die ter General-Feldzeugmeister zu diesem Zwecke ausersehen hatte, ein Geschoß probirt. welches ein Französischer Edelmann erfunden hat, und das an furchtbarer Wirkung Alles übertreffen soll, was seit Erfindung des Schicßpulver^ zur Zerstörung von Menschenleben, zur Ero­ berung von Festungen oder zur Vernichtung von Kriegsschiffen producirt worden. Es be­ steht angeblich in einer explosionsfähigen Masse, die in eine Kugel gefüllt ist, und, wenn diese aus einer Kanone oder einem Mörser abge« schössen wird, in dem Augenblick, ^po sie ihr Ziel erreicht, die schrecklichste Verheerung an­ richtet. Ihre Gewalt soll so fürchterlich seyn, daß mit einem einzigen gur gezielten Schusse das größte Schiff zerstört werden kann. Vermischte Nachrichten. Auf Allerhöchsten Befehl Seiner Kaiserli­ chen Majestät vom 28. Februar find nach Ausdlenung der gesetzlichen Frist in ihrem gegen­ wärtigen Range, die Collegienräthe und orDeutlichen Professoren der Dorparter Universi­ tät v. B röcker, Friedlander undSchm alz und der etatmäßige Privatdecent derselben Uni­ versität Köhler zu Staalsräthen, und der Hofrath und Curländische Gouvernements »Schuldirectcr Tschaschnikow zum Collegienrath Allergnädigst befördert wor» den. — Se. Majestät der König von Preußen Häven dem Eon ul Hertzwich zu Windau den r o t h e n A d l e r o r d e n 4c Classe zu verleihen geruht. (Inland.) A l l e r l e i . — Unsere gute Egge hat jetzt auch einen gelehrten Nam n bekommen. Sie heißt nun Scarificator. Wenn es mit diesem gelehrten Kram so fort ^eht, so hört das Deutsche wohl ganz auf und w rd so ein Mittelding von Griechisch Lateinischem werden. Freilich sind dt.j:-,Ilgen, die sich im Misbrauch fremder Wöirer gefallen, auch so ein Mittelding von Gelehrten und Nicvtgeledrten. — E'n Herr Adolf Berkach in Stanisla» wow in Gall-zien hat eine mechanische Rech­ nentafel erfunden, die das ^elbstrcchnen ganz üoelflülsia machen soll. Er bat aber an ei­ nem anrern Orte schon einen V o r g ä n g e r ge»

habt. der seiner B.Hörde seine Maschine zur Deprüfung vsile.'te, und d'ie ihm den bündi­ gen Bescheid gab, sich lieber mit etwas Ver­ nünftigerem zu beschäftigen. — Die Zusammensetzung von 21 Gran arabischem Gummi, 5 Grau Phosphor, 16 Gran Mangan-Hyperoxyd und 10 Gran Sal­ peter, giebt nicht nur ein viel wohlfeileres Zündmittel als das bisherige, sondern das geräuschmachende und oft gefährliche Spritzen vermeidet es auch. — Ein Amerikanischer Matrose fuhr ganz ollein mit seiner 19 Tonnen haltenden Nuss» schale von Bot von Boston um das Kap Horn herum nach dem stillen Meer auf den See» bundsfang, darauf mit dem Erträgniss seiner Jagd nach London, wo er sich aus dem Er­ lös ein Schiff kaufte, es bemannte und nach Hause fuhr. Das heißt kaufmännischer Muihl — Bei Gelegenheit der Erniedrigung des Briefportos in England wurde die Ansicht ausgesprochen: „daß die Pest lediglich zur Bequemlichkeit des Publicum? ticnen sclle und ein Ueberschuss für die Staatseinkünfte eine Nebensache nicht eine nothwendige Folge der Postanstalt sey." — I n Oporco hat man eine Quecksilbermine eindeckt, d«e sehr reichhairig seyn soll. Schon Äat sich eine Gesellschaft zur Ausbeutung der­ selben gebildet. — Norris in Philadelphia hat die Zahl seiner Werkstätten für Lccomolivenbau vervier» facht; er kann jetzt 5 Maschinen in einem Monar verfertigen. — An der Iütländischen Külte in Grenaa hat man 10.000 Austern ausgesagt und Hofft nach 3 Iahren Ertrag davon zu haben. — Der Principe Bramoforte hat auf einem Hügel seines nächst Meisina gelegenen Parkes ein Riesen-Orgelwerk errichten lassen, das durch die Axe einer Windmühle in Bewegung gesetzt wird. Der Effct ist ein großartiger; die Töne werden sechs Miglien im Umkreise vernommen

Alle, die an dessen Nachlaß Erb- oder andere Ansprüche und Forderungen haben, hiemic eclicta1it.er citirt und geladen, selbige binnen acht Monaten a äaw, spätestens aber am 1ö. May 1841, um 12 Uhr mittags, auf dem Libauschen Rathhause in gesetzlicher Art zu melden, anzugeben und zu dokumentiren, wi­ drigenfalls aber zu gewärtigen, daß gegen sie die Präklusion ausgesprochen, ihnen ein ewi­ ges Stillschweigen auferlegt und der G. PH. Müllersche Nachlaß der provocantischen Wittwe S. B. Rohde ausgehändigt werde»; wird.— Wonach sich zu achten l Urkundlich unter dem Siegel Eines Libau­ schen Stadt-Magistrats und der gewöhnlichen Unterschrift gegeben auf dem Rathhause zu Libau, am 9- September 1840. 1 Vlancat zur Edicralcitation vor den Lidauschen v. / Stadt-Magistrat. F . A. C. K l e i n e n b e r g , Libauscher Stadt-Sekr.

Gerichtliche Bekanntmachungen.

Folgende dem Waisenhaus? zur Wohlfahrt der Stadr Libau in Executions- und Concurs-Prozessen zugefallene hiesige Grundstücke, nämlich; 1) d. vorm. Mahlersche WohnhaussubNr.341' 2) „ ^Eilenbergsche „ „ 95' 3) ,. Krakausche „ „ 418' 4) „ Technauschs ,. „93^94^-' 'Z) „ Gamperfche „ „ 179' 6) „ Fechtelsche Koppel nebst Wirtschaftsgebäuden „159^L.,u. 7) das alte Waisenhaus . . „ 34, sollen am 10. April d. I . um 12 Uhr Mit­ tags «n der Session Eines Libauschen Stadt» Magistrats, unter denen daselbst bekannt zu machenden Bedingungen, zum Kaufe ausge« boten und den Meistbietenden zugeschlagen werden. — Falls für das Eilenberafche und Mahlersche Haus, so wie für die Fechtelsche Noppe! nicht ein annehmbarer Bot gemacht w.rden sollte, so werden selbige in demselben Termine zur Vermiethung gebracht werden. a!S worüber gegenwärtige Bekanntmachung ergehet. Lidau, den 26. Marz 184l. 1

Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Mas lestär, des Selbstherrschers aller Neuffen zc. zc. zc., werden von dem Libauschen StadtMagistrat, nachde.7, der ehemalige hiesige Ratbsherr Gerhard Philibert Müller hieselbst ab interato verstorben, auf Ansuchen seiner leibli» Aen Schwester, der Wittwe Susanna Barbara Rohde, geb. Müller, «n Memcl, per in-»nä.,

Bekanntmachungen. Im Auftrage zeiget Endesgenannter hier­ durch an, daß in Hasenpoh. etn dem Herrn Baron v. Sacken aus Hasenpotli - Paddern gehöriges, früher von dem Herrn Akruar Rath Ewers bewohntes und hierbei ganz genau be­ schriebenes Haus, aus freier Hand Ver­

kauf s t e h e t . Auch w e r d e n die resp. f f a u s s i e b h a b e r ersucht, i m F a l l sie n ä h e r e A u s k ü n f t e noch zu h a b e n wünschen, s i c h a n d e n E n d e s , genannten gefälligst wenden zu wollen. Orto v. Nolde.

tsro empkekls iok Mick Aen Aeskrten ^6^voknsrn I^idau's Kestens. " I^idau, äen Z. ^xril 1841Llisakeik ^la^inslc^, geb. Heinrieks.

B eschreibung der B e si tz l i ch ke i t.

I . Wohnhaus, rothgedeckt, s) untere Etage nebst Flügel von Feldsteinen, hat 4 Wohnzimmer, 2 Buden, 2 große Keller und 2 Küchen; b) mittlere Etage von Holz, hat 8 warme und ein kaltes Zimmer nebst engl. Küche; e) Gibel und Frontispice von Fachwerk, hat 5 warme und 1 kaltes Zimmer nebst ei­ ner großen Küche. II. Herberge, größtentheils von Feldsteinen, hat 3 warme und 1 kaltes Zimmer nebst Küche, roch gedeckt. III. Pferdestall, Wagenremise und Kleete von Holz, roch gedeckt. IV. Holzschober von Holz und mit einem Bretterdach. V. Obst» und Gemüse-Garten mit mehr als 200 Obstbäumen, von ungefähr 2? Löfstellen, und VI. eine umzäunte Koppel von mehr als eine Lofstelle. 3 Am 6. April ist vom Hospiz bis Schmedengarten ein silberner Pfeifenbeschlag verlo» ren worden. Der ehrliche Finder wird er­ sucht, selbigen in der hiesigen Buchdruckerei abzuliefern. Eine sehr schöne Reisekalesche steht zu ei­ nen annehmbaren Preis zum Verkauf. Dus Nähere erfährt man bei der verwittweten Ma­ dame Maager. Im I.auient2scken Hause in äer Arolsen Strasse, kake ick ^näesuntei^eicknets ein (^astkaus ÄNZeleZt, unc! lüge äio Lern erkunA Inn2>u, c^ats ArisibMiliAe ksisenäe bei mir nickt nur sonäein k^uci^ tadle ä'kote tinäen. In ke^ie'iunZ auk S

Eine moderne offene Chaise zu 2 Pferden auf 4»Federn und in vollkommen gutem Zu­ stande, steht zum Verkauf, so wie 2 Schlit« ten zu sehr billigem Preise, in Grebin im Hause der Wittwe Pauffler. 2 Julius v. Seefeld. Vei der Böltcherwittwe Klein in der See­ straße ist eine Bude zu vermischen. 2 Frische Feit-Heringe sind zu haben bei F. W. Beeck.

Angekommene Reisende. Im i. Stadttheil, 2. Quartier, den 6- April: Herr Bau-Conducteur Ludwig Bleeck, aus Memel, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hanse Nr. 209i den Herr v. Stempel, nebst Fräulein Tochter, aus Medsen, und Herr Baron Simolin, aus Per­ bohnen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. — Im 2. Stadttheil, 3-Quartier, den«.: Herr Graf, Amtmann aus Wirginahlen, und Herr Can? didar Boy, aus Ugahlen, bei Ernest, in der Inliannenstraße, im Hause Nr. 333; Herr v. Hohn, aus Nicderbarrau, bei der Wittwe Makinski, in der großen Straße, im Hause Nr. 275.

A b r e i s e n d e . Oer Cchneidergescll Ich. Frdr. Roske, aus Königsberg, und der Schneiderqesell Carl Soldn.r, au'' Tuckum, reisen nach Rußland. Der Tischlergesell Jacob Andreas Jacobson, a>.!s Copenhagen, reiset nach Sr. Petersburg. l

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! l 1t e. E i !! k o Iii I'.I n d: April, ^o. Nation: Schiff: Capitain:' i^ommr von: „ mit: an: Oundce. 5. '»l Britte. Thetis. John Altkcii Ballast Ioh. Schnöbet. Harlingen. — 22 Holländer. Iaeoba Hazewinkel.I. G. Boon. Dachpfannen. F. E. Eckmabl. Rostock. y ^3 MeklenburgerHarmonie. Pcter Pcrmicn Ballast. A u s g e h e n d: S^iff: Capitain: nach: Nation: April, Mit: Belgien. Holländer. Gesina Iainina. R. F. Taay. Hailfsaamczi. 17 5'^c^al. Anna (Zhnluiir. Nicolai Jensen. Dane. — ist Mt,uersteinei! .v. Ist zu drucken erlaub!. Im Namen dcr
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Herausgegeben, gebruckt unb verlegt von C. H. Foege.

Sonnabend, den ^3. April Paris, vom 6. April. Das Gesetz-Büllenn vom 5. April enthalt das Gesetz der Befestigung von Paris. Es heißt darin bekanntlich: eine Summe von 140 Mill. Fr. wird spkciell auf die Arbeiten der Befestigung von Paris verwandt werden: die­ se Arbeiten werden in sich begreifen: 1) eine fort­ laufende Umkreisung, welche die beiden Sei­ neufer umfaßt, Basteien und Wallen; 2) äu­ ßere kasemaltirte Werke. Die für diese Ar­ beiten bewilligten Summen werden zu gleicher Zeit zur Ausführung der Umkreisung und dlr. äußern Werke verwendet werden zc. — Die Arbeiten an den Befestigungswerken werden setzt mit dem größten Eifer betrieben. Man denkt über 30,000 Menschen bei den Erdarbeiten zu beschäftigen. Am 4. sind 10.000 Schiebkarren dazu bestellt worden. (Fr. Blätt.) Wir erfahren aus guter Quelle, daß nicht mehr von einer Anleihe von 500 Mill., sondern von einer Milliarde die Rede ist. Der Finanzminister soll erklärt haben, diese ungeheure Summe sep duchaus erfor­ derlich, um die Ausgaben für die öffentlichen Arbeiten, Befestigungen, das Militair zc. zu bestreiten. — Die Nachricht, daß die bevorste­ hende Anleihe auf logg Mill. erhöhet werden solle, bestätigt sich. Der Finanzminister er, schien gestern in der Budget-Commission d?r Deputirtenkammer. um ihr anzudeuten, daß eine Milliarde nöthig wäre, um die nöthigen Ausgaben zu bestreiten; es ist dadurch eine große Aufregung in der Commission entstän­ de». Man erwartet, daß Herr Human» bin­ nen wenigen Tagen den betreffenden Gesetzesvcrschlag vorlegen werde. — Die Nachricht

von der Verhaftung der Mutter des Darmss ist ungegründet. Brüssel, vom 8. April. Am 4. abeihds hat man auf der Eisenbahn Versuche mit Feuersignalen angestellt, welche zur schleunigen Uederbringung von Befehlen dienen sotten; man sah sie sehr deutlich in einer Entfernung von 6000 Meeres. Leipzig, vom 10. April. Der „Meßkatalog Ostern 1841" zählt 4513 fertige 424 künftig erscheinende Werke. Un­ ter dei, erstern, welche bei 527 Verlegern er« schienen, befinden sich 195 Romane, 4t dra­ matische Werke, 95 geograph. Karten und Pläne, und 4 4 4 Werke in fremden Sprachen. Leipzig lieferte aus 74 Handlungen 650 Wer­ ke. ' I n Preußen lieferten 165 Buchhandlun­ gen 1173, in den Oesterreich. Staaten 3Z Handlungen 298, in Baiern 46 Handlungen 437, und 4 Russische Handlungen 12 Werke. Prag, vom 7. April. Mit Vergnügen theilen wir die Nachricht mit, daß uns von Seiten unserer Behörden angezeigt wurde, der Kaiser sei geneigt, die Erbauung einer Eisenbahn von hier nach Dresden zu genehmigen, und es stehe jetzt bei uns, die genaue Richtung zu ermitteln, die nöthigen Fonds nachzuweisen, um Geneh» migung der Sächsischen Regierung anzuhalten und dann weitere Schlußfassung zu veranlassen. Somit würde dann von unserer Negierung kein Hinderniß mehr in den Weggelegt, son­ dern die Concefsion ertheilt werden. Aalborg (Iütland), vom 6. April. Sonnabend Nachmittag, ungefähr um 3^ Uhr, hatten wir überall hier in Iütland ein merkwürdiges Erdbeden, so daß selbst Perso­

nen, die in heißen Zonen, wie Ostindien und Afrika, gelebt haben, und wo dergleichen häu­ fig vorfällt. nie eine solche Erschütterung ge« fühlt haben. Die Häuser bebten, viele Ge^ genstälide in denselben wurden hinuntergewor« fen, mehrere Häuser^ besonders in Thisted und Lögstör, erhielten Risse, Schornsteine fie­ len herunter :c. Das Barometer stand wie ganz gewöhnlich, nur war die Luft etwas rauh, und Nachts darauf die Witterung stür« misch. Wahrscheinlich wird diese Erscheinung in Verbindung mit irgend einer entfernten Naturbegebenheit stehen. Konstantinopel, vom 24. März. Am 2t. d. M. begab sich der Sultan an Dord des Admiralschiffes „Mahmudie", um selbiges in Augenschein zu nehmen. Sämmtliche Kriegsschiffe zogen ihre Flaggen und Wimpel auf, und begrüßten den Monarchen mit einer allgemeinen Salve von 21 Kanonenschüssen, welche wiederholt wurde, als Se. Hoheit das Schiff verließ, um in das Serail von Befchicktasch zurückzukehren. Es war dies das erste Mal, daß Abdul-Medschid feit seinem Regierungs - Antritt die Flotte besuchte; auch ließ Se. Hoheit bei diesem Anlasse jedem Sol­ daten und Matrosen derselben zwanzig Piaster als Gratification verabreichen. Seit jenem Tage werden die Türkischen Kriegsschiffe allmälig durch Dampfböte ins Arsenal bugsirt, wo sich bereitS sieben derselben befanden. Alexandrien, vom 25. März. Der Pascha ist von Kahira wieder hierher gekommen, um die Entscheidung des Divans abzuwarten; er hat jedoch erklärt, daß er in nichts, als in die Zahlung eines bestimmten jährlichen Tributs willigen, und eine Einmi» schung in die Details seiner Verwaltung nicht dulden werde. Gleichsam um dem Hamsche« rif vom 22. Januar Trotz zu bieten, hat er befohlen, die Armee auf 70,090 Mann zu vermehren; er läßt die Conscribirten in Fes» sein nach Kahira schleppen, hat dieVerschif» fung von Getraide von Suez nach den heilt« gen Städten, welches dieselben als jährlichen Tribut aus Egypten beziehen, suspendier, und den Französischen Ingenieur, Obersten Galtse, der Alexandrien befestigt hat und gegenwärtig die Befestigungs Arbeiten bei Kahira leitet, zum Range eines Bei's mit einem Gehalte von 15 Beuteln jährlich erwannt. Drei Regimenter find von Kahira nach Alexandrien beordert worde« und die Matrosen dürfen die Stadl

nicht verlassen. Man schätzt die Armee des Pascha's gegcnwärtiq auf 55.0^0 Mann. A l l e r l e i . — Wegweiser von Gusseisen mit durchbro­ chener Schrift, werden in Sachsen jetzt als sehr nützlich empfohlen, weil man sie nicht nur bei Tage besser als die gewöhnlichen son« dern auch bei nicht gar zu dunkeln Nächten lesen kann. — Man hat einen gelungenen Versuch ge« macht das Weizenbrot durch einen Zusatz von dem besten Perlsago zu verbessern. Brot die­ ser Art ist leichter als das gewöhnliche, schmack« hafter, weniger dem Verderben ausgesetzt, ge­ sunder und kann in England selbst wohlfeiler als Brot von reinem Weizenmehl geliefert werden. — Ein an einer Stange befestigter Züncher« quast, Strohwisch oder Wulf von Lappen wird mit Lauge von brauner Seife angefeuchtet, womit die sich an den Aesten der Obstbäume sammelnden Raupen berührt und sogleich getödtet werden. — Holzsaures Eisen, d. i. Eisenfeile in Holzessig aufgelöst, mit Abkochung von Tabacksblättern versetzt und das Röthige damit bestrichen, vertreibt die Wanzen. — I n Poris fertigt man jetzt Kleider i»us Pflastersteinen. Herr Gaudin daselbst der vor einigen Iahren die Entdeckung machte, wie man mittels des Sauerwasserstoffgas - Geblä­ ses aus den Elementar »Bestandtheilen des Rubins diesen Edelstein so täuschend nachma­ chen könne, daß sich das Product von dem natürlichen Rubin nicht unterscheiden läfft, hat der Akademie zu Paris die Fäden gesponnenen Quarz, im eigentlichen Sinne den Sandstein des pariser Straßenpflasters, zu sehr schönen, weißen, perlmutter-glänzenden, im höchsten Grade biegsamen, elastischen, sehr feinen, aber doch ungemein starken Fäden gezogen, vorge, legt, die auf eine leichte Weife und im Großen hervorgebracht werden können. Dabei soll die Pracht der aus solchen Steinfäden gewebten Stoffe bei Weitem die der aus Glas gefer» tigten übertreffen. — Ratten und Mäuse kann man auch mit Holzessig vertreiben, wenn man diesen in ihre Gange gießt und damit die nöthigen Orre bestreicht. Sie können den Geruch des Holz­ essigs nicht vertragen. — Steinkitt. t 5L Wachs. 1 5K Harz 4 L o t h H a m m e r s c h l a g und 4 L o t h Z i e g e l m e h l , )

werden in einen Topf getban und gefchmol« zen; zugleich werden in einem andern Topfe 8 Loth Schwefel geschmolzen und dieser dem Uebrigen beigemilcht und so das Ganze noch eine Viertelstunde auf gelindem Feuer bei öf­ terem Umrühren warm erhalten. Hierauf wird die ganze Masse in kaltes Wasser geschüttet und mit den Händen noch tüchtig geknetet. Um Steine, Vasen, Büsten und dergl. damit zu kitten, erwärmt man soviel, als man nö, rhig hat, bestreicht die ebenfalls erwärmten Fugen und passt sie gut aneinander. — I . Gillot in Birmingham hat in einem Jahre 36 Mill. 808,452 Stü6 Schreib, Stahl­ federn in den Handel gebracht. — I n Sachsen kosten die sämmtlichen Kin­ der in geschlossenen Etablissements nicht so viel, als dem Englischen Staat seine Fabrikinspectoren zum Besten der Fabrikkinder, nämlich 56,000 Rthlr.!

Theater-Anzeige.

Helschen Erben die denselben gehörigen, hiest, gen Grundstücke: 1) das ehemals Goldarbeiter Ionassche Haus sub Rr. 220 und 22!, 2) das ehemals Tit.,Rath Bergsche Haus, Nr. 389. am 22. April 1841, vor Mittag um 11^ Uhr, in der Sitzung gedachter Behörde auf dem hiesigen Rathhause öffentlich zum Kauf ausgeboten und den Meistbietenden zugeschla, gen werden: als wozu die Kauflustigen mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die Bedingungen vor dem obigen Termin einzu­ sehen sind bei dem 3 Oberbofgerichts-Advocaten C. W . M e l v i l l e , Bevollmächtigten der 0r. Griebelschen Erben. Bekanntmachungen. Bei meiner Abreise von Libau empfehle ich mich meinen Freunden und Bekannten. B . Grueneisen, Provisor.

Sonntag, den 13. April, wird zum Ab, fchieds-Benefiz des Herrn und der Madame Köhleraufgeführt: Johannes Guttenberg. Auf dem Gute Klein - T au erlauken bei Originalschauspiel in 3 Abheilungen, von Memel, stehen gleich nach der Schur, hun, Charlotte Birch, Pfeiffer.— Die Billets vom dert Stück, meistens zweijährige Merino-Mut, 10- d. M. sind für diesen Tag gültig. ^terschaafe mit den dazu gehörigen Böcken zum Montag, den 14. April: Theater und Cor», Verkauf. Auf desfallsigeAnfragen ertheilen nä­ cert in folgender Ordnung. here Auskunft der HerrInspektor L a n k o w s k y I . Theater: a u f Tauerlauken selbst u n d die Herren S c h l e y Der Spion wider Wikken. Co. hier. Militairischer Schwank in 2 Akten, von Cosmar. Libau, den 12. April 184l. II. Eon cert : Eine sehr schöne Reisekalesche steht zu ei­ 1) Ouvertüre aus der Oper Othello. nem annehmbaren Preis zum Verkauf. Das 2) Andante und Polonaise aus L.s-6ur für Nähere erfährt man bei der verwittweten Ma, die Ventil.Baß,Tuba, von F. H.Wurst; dame Maager. vorgetragen von Herrn I . C. Woll. 3) »10«; vorgetragen von den Sängern des Russischen Musik-Corps. Bei der Böttcherwittwe Klein in der See4) Aria aus der Oper: „Die weiße Dame, straße ist eine Bude zu vermiethen. 1 von Boyeidieu, für die Ventil-Baß-Tuba gesetzt; vorgetragen von Herrn I . C. Woll. Angekommene Reisende. 5) lojicheeuio/iimk Aneed; vorgetragen von Im j. Stadttheil, t. Quartier, den it. AprilHerr C. Ansohn, Amtmann aus Ambothen, und Hr. den Sängern des Rufsischen Musik-Corps. F. Kaeglcr, Oekonomie-Verwalter aus Wirgen, und Zum Schluß: Herr Coll.-Reg. I . Adolphi, Arrendebesiyer aus Neu­ Die Stürmung der Brücke bei Ma, hoff, bei Madame Günther, in der Vorstadt, im rengo. Plastifchtmimisches Bild mit benga­ Hause Nr. 455. — Im 2- Stadttheil, 3. Quartiers Herr Amtmann Strahl, nebst Familie, aus Ziera», lischer Feuer-Beleuchtung; als Schlußgruppe und Herr Administrator Riegelmann, aus Ruyau, zum Stück: Der Spion wider Willen. bei Ernest, in derIulianncnstraße, im Hause Nr. 38Z.

Häuser-Verkauf. Zufolge Verfügung Eines Libauschen StadtMagistrats sollen auf Anhalte»» der Or. Gri^s

A b r e i s e n d e . Der Schneidergefell Zeh. Frdr. Roske, aus KöÄsssberg, und der Schneidergefell Carl Sskdmr, .ans Tuckum, reisen nach Rußland. 2

Markt « Preije.

'

Cop. S.

Butter, g.elbc vr. Viertel! 760 » xc>0 ts><> Kornbrannt '.rei? . . . . xr. 9 Stoof ll><> 230 Salz, St. Ubes pr. Loof — Lissadon — 220 2l(» — Liverpool — Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 — in fernen . äito . äito . 710 Theer, finlandisch, . . . . äiio.

250 ä 290 150 ^ 160 110 S 120 70 5 75 140 il 160 . . . — 170 ü 260 Leinsaat 1.'>0 Flachs 4brand. . . . . pr. Stein. 400 ^ e zbrand . . . 337^ 275 — 250 s 325 Hanf W a c h s . . . . . 27 5 30 We,yen

Wind und Wetter. Den 6. April S., heiter; den 7- S., veränderlich; den 8- SW., Regen; den 9- NW., heiter; den 10. NW-, veränderlich; den it. NW., Schuee und Re­ gen; den 12. W-, Nebel.

B r o d - T a x e f ü r d e n Monat April 1841. Roggen zu i Rubel 75 Cop.S.M. pr. Loof gerechnet. Psd. Loth 1) Von ordinairem Roggenmehl: Ein iH Kop. Brod soll wiegen . . . . Ein3Kop. dito dito Ein 6 Kop. dito dito . . . . 2) Von g eb eut eltem R og g enmehl: Ein i^ Kop. Brod soll wiegen . . . .

jPfd. Loth Ein 3 Kop. Brod soll wiegen Ein 6 Kop. dito dito

1 3 3 —



10

27 ^ 22 12 12 3) Von gebeuteltem Wal tzenmehl: Ein Z. Kop. Franzbrod soll wiegen M dito isz Ein 1^ Kop. dito

10

Taxe für das Libausche Fleischer-Amt beim Verkauf nach Gewicht. Für den Monat April 1841» Cop. pr. Pfd

Cop. pr. Pfd.

Silb. Kosch t) Von gemästetem Vieh, als: Braten, Cöp. Silb. Cop. Klops, Beefsteak,Bruststück, Schwanzund die besten Rippenstücke . . . 5 5z Gutes Suppenfleisch 4z 55 2) Von ungemastetem Vjeh, als: Die oben benannten besten Stücke . 3 Suppenfleisch 35

Taxe

von Branntwein

3) Die schlechten Stücke ohne Unter­ schied des Viehes, als: Hals, Lappen, Hack:e Von einem großen Schwein . . . Von einem kleinen Schwein . . . Allerbestes Kalbfleisch Ordinales dito Allerbestes Schaaffleisch Ordinaires dito

für

den

Monat

Ein Stoof Korn-Branntwein - - - - - - - - Ein — einfacher Kümmel-Branntwein - - - - -

-

April

Silb. Kosch Cop. S. C. — 2z — 7 —. 5

4Z 2^

4L 3

4z 2z 41 3z

1 8 ^ 1.

18 Cop. S. M. 21 —

Taxe von Bier für den Monat April

1841.

Eine Tonne Bouteillen-Bier 5 Rub. 75 Cop. S. M. > Eine Boureille Bier - - — Rub. 6 Cop. E. M. — 30 — Eine — Krugs-Bier - 4 — 75 -— s Eine Tonne Mitteltrmken — Ein Stoof Mitteltrinken 3 Cop. und 4 Stoof Cop. Wenn sich Jemand unterstehen sollte, Lebensmittel höher oder theurer, als die obigen Taxen besagen zu verkaufen, der soll mit 25RubelBanco-Assign. bestraft werden.— Ebenfalls sollen die Backer für rohes und schlechtes Brod nach Maßgabe der Umstände einer angemessenen Strafe unterzogen werden. Gegeben Libau-Rathhaus, den i. April 1841.

Bürgermeister Eckh o s f , W e t t - P r ä s e s . S ch i f f 6 - L i st

e.

E i n k o m m e n d: April. ZV«» Nation: Schiff: 9. 24 MeklenburgerRenata. äi».o Providentia. Matador. 10 25 Preusse. April.

1". —> —

19 20 21 23' 24

Nation: Hollander. üitc»

äjtn liiio rlitv Dane.

Capitain: kommt von: mit: Peter Rehberg. Rostock. Ballast. «Iii» clittt Tönnies DiUwitz. M. Bradenahl. Liverpool. Salz:c.

A u s g e h e n d

Capikain: nach: Schiff: L. N. Baas. Holland. Welmina. H. W. Stuir. rtitn Geerdina. B. B. Kuen. äitl» de Vreede. öilo SManna Elisabeth. Ioh N. v. Duinen. Eetiena. Jan I . Mulder. Flensburg. Magdalena. Hans Molsen.

an Ioh. Schnobel. I . Harmsen jun Ioh. Eoebel.

mit. Gerste. Schlagsa.it. Gerste.. Flachs, Hanfheede u. Saat-

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee, Provinzen. Tann er. Ccnsor.

Libau fehes Wochen-

blatt.

Herausgegeben/ gedruckt und verlegt von C. H. Foege. 5',,. AF.

N O

Mittwoch,, den 16. April

Donnerstag äen 1?. ^.xril^ als an üerri ^oden (^eburtskeste M?». «eA'kiekeUt ÄSA V^Z^V?t/ÄLAe? L D kinäet 2ur?eier des IsZes auk dem I^ibausclien I^atlikause ein Lall 8taii, der nrn 7? l^slir seinen ^nkanA niinrnt. Lnir^e-Lillets a Zd (Hop. Lild. kür Oainen und 75 ^ox. Lilder Für Zerren sind sin LalltsA« von 4 I^lir ^.benÄs an der (lasse ?u Valien. Lclinokel.

Ivrsns.

D D ^ W ^

P u b l i c a t i o n e n . Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurlandischcn Gouvernements-Regierung vom 26- Marz d. I . sub Nr. 2783, habe ich zur Wahl eines neuen Mitgliedes der Libauschen Quarticr-Committee für den Adel und Excmtenstand, in Stelle des Herrn Oberhofgerichts-Advokatcn Melville, dessen einjährige Dienstzeit bereits Verstössen, die Hieselbst besitzlichen und ein Wahlrecht habenden resp. Personen aus dem Adel- und Eremtenstande desmittelst auffordern sollen, zu bcregter Wahl am 30. d. M., Vormittags um 12 Uhr, bei mir in Person oder m gesetzlicher. Vollmacht erscheinen zu wollen; wobei ich bemerke, daß, wenn nicht so viel Personen erscheinen, als zu einer Wahl erforderlich sind, von mir bei Einer Kurlandischcn GouvernementsRegierung ein Mitglied zur Libauschen Quartier-Committee, ohne Ansehung eines zweiten Wahltermins, in Vorschlag gebracht werden wird. Libau, den 15.. April 1841. z 62. ^ . . . Polizeimeister Michael. rechtlichen Eigenthumer eines bei diesem Polizei-Amte eingelieferten feinen großen Tischtuches eines großen Bettlakens, eines Cambric-Nachtkamisolcs und eines Sackes mit Erbsen, werden desmittelü aufgefordert, sich ungesäumt bei dieser Behörde zu melden und ihr Eigenthumsrecht nachzuweisen, entae, gengesetzten Falls damit, wie mit herrenlosem Gute verfahren werden wird. Libau - Polizei - Amt, dsn 15 April 1841. . ^ i?. Nr. 630 Polizeimeister Michael. ^

Z. O. Gamper, Sekr. Der Frühling und die Liebe. Der Frühling kommt hernieder Mit seiner Himmelslust; Kommt traute Schwestern, Brüder Und singet frohe Lieber Aus dankerfüllter, froher Brust! — Die Lerch' in blauen Höhen Singt jauchzend himmelwärts; Sie singt vom Wiedersehen Nach seel'gem Auferstehen Und freudig klopft des Dulders Herz.

Ein himmlisches Verjüngen Zeigt uns die Frühlingszeit; Der Schmetterlinge Schwingen, Der Vöglein frohes Singen Bewahrt uns Gottes Herrlichkeit! Zur frischbegrasten Weide Wallt froh die Heerde hin; Mit ausgelassener Freude Hascht auf der grünen Haide Der Hirt die holde Schäferin.

Die Gnade der Kamönen Beseelt des Sangers Brust; Er läßt die Harfe tönen Und singt von seiner Schönen Und von des Frühlings Wonn' und ^ust. Bald zielt durch junge Blätter, Von Vielen unerkannt, Der lieblichste der Götter, Und lauscht auf Liebesspötter; Den kleinen Bogen straff gespannt. Wo Zephyrlüftchen lauschen Bei Lunas Lampenschein, Und Büchleins Wellen rauschen, Dort möcht ich Küsse tauschen Und sie der reinen Liebe weihn! Der Frühling und die Liebe, Sie sind so himmlischschön! Doch schön war' nichts was bliebe, Drum müssen uns're Triebe Wie Frühlings Blüthendust vergehn. — Wenn Abschied wir genommen, Zur Rechenschaft bereit, Dann wohl dem Guten, Frommen, Ihm wird ein Frühling kommen, Ein Frühling — ew'ger Rosen;eit! Und strahlt der Glan; von Sonnen, Die Niemals untergehn, Dann hat der Tag begonnen, Das Her; durchzucken Wonnen O, heil'ges, heil'geöxWiedersehn! — Dann traute Schwestern Brüder Dann winkt uns ew'ge Lust Dann sehen wir uns wieder Und singen frohe Lieder Aus dankerfüllter — reiner Brust.

St. Petersburg, vom 3. April. Die 27. Nummer der Senatszeitung ent­ hält einen Mas vom 24. März, durch wel­ chen der Dirigirende Senat folgenden K a i ­ serlichen, unterm 8. Marz an den Senat adressirten, Befehl bekannt macht: „ItZ Ge­ mäßheit des im Reichsrath beprüften Vor­ schlags des Finanzministers, betreffend die Erhöhungdes Preises für Passe in das Ausland, be­ fehlen Wir: „Das Reglement vom 10. Juli 1840 in Betreff solcher Pässe bleibt in voller Kraft, nur die Abgabe für diese Pässe auf 6 Monate wird folgendermaßen erhöht: statt bisher 10 Rbl., werden vom 1. Mai d. I . an 25 Rbl. S. für jedes auf solchen Pässen er« wähnte Individuum erhoben, ohne davon die Dienstboten auszunehmen. Der Dirigirende Senat wird a n g e m e s s e n e Maßregeln zur Er» süllung dieser Vorschrift nehmen." Weimar, vom 12. April. Eine Verdcmunl! bat hiep außerordentliches Aufsehen erregt, da feit viele» Iahren aus

politischen Gründen keine in hiesiger Stadt vorgenommen worden ist. Im fröhlichen Fa­ milienkreise, neben seiner Braut sitzend, wur­ de vorgestern Abend gegen 10 Uhr ein junger ansehnlicher Bürger von den Gerichtsdienern plötzlich abgeholt. Se-i beinahe 2 Jahren ist er aus Paris zurückgekehrt, wo er längere Zeit zugebracht hat; dort soll er, sagt man. einem geheimen Bunde von in Paris sich auf» haltenden Deutscheu angehört haben, die wahr­ scheinlich unter dem Einfluß einer Propaganda sich gegen die Deutschen Fürsten verschworen und einen Umsturz der Dinge im Vaterlande haben herbeiführen wellen. Vor Kurzem ha« be die Französische Regierung diese Gesell« schaft entdeckt und Mitteilungen an dis be­ treffenden Staaten gemacht. I n Psris selbst ist noch ein junger Weimaraner verhaftet worden und ein anderer in Gera, der hierher abgeliefert worden ist. Mehrere hissige Fa» milienväler, deren Söhne ni Paris leben, sind in großer An^st, daß auch diese mit in jene Verschwörung verwickelt seyn könnten. Es ist in der That bedauerlich, solche Hirn, gespinnste wieder auftauchen zu sehen. Paris, vom 8. Aprif. I n Beuvrp hat der letzte Sturm den Kkrchtburm umgeworfen, welcher auf fünf Hauser stürzre, sie eindruckte und fast alle Bewohner tödtere. — Lom 11. Gestern Nachmittag nahm der Nönlg die Befestigungs-Arbeiten im Park ,von Neuilly und im Boulogner Gehölz in Augenschein. Ju der Suite des Königs befanden sich der Marschall Soutt, der Gencril Daude de la Brunerie, seure Adjutan­ ten und seine Ordonanz Offiziere. Der OberstLieutenant v. Cassiöres, der mit der Leitung der Arbeiten zwischen dem.Canal von St. Denps und der niedere Seine beauftragt ist, erwartete Se. Majestät tu Neutllp. Der Kör nig fand auf der ganzen Länge, dis er be­ sichtigte, die Arbeiten unterbrochen. An die­ ser Unterbrechung ist ein Confiict Schuld, der sich zwischen der Verwaltung des Brücken, und Chauseebau-^s und dem Kriegsministerium erhoben hat, dessen Beilegung aber in diesen Tagen zu erwarten ist. Se. Majestät hat in möglichster Schnelle die Wiederaufnahme der Arbeiten befohlen; die im Boulogner Gehölz werden zuerst vollendet werden. Man versi­ chert auch, eS sey beschlossen worden, daß an allen Punkten der Ringmauer zu gleicher Zeit gearbeitet werden solle. I „ der That müssen die Arbeiten mit außerordentlicher Thätigkeit

betrieben werden, wenn man die für dieses Jahr votirte 42 Millionen noch verausgaben will. — Gestern halten wir hier eine Merk? Würdigkeit in der Kunst, einen reisenden Tür» kische:» Virtuosen, welcher in einem Concert Türkische Musikstücke auf Türkischen Instru­ menten veru'ug. Als er zuletzt eine Art un­ geheurer Bratsche spielte und dazu sang, kann» te die Heiterkeit des Publikums keine Gränzen mehr und einige Damen wurden vor La­ chen ohnmächtig. Der Türke sang übrigens sehr leise; von dem Schreien unserer Opern» sänger und Sängerinnen haben diese Barda» ren noch keine Idee. London, vom 9- April. Der diesige Hof-Graveur, Herr Stothard, ist mit dem Stempel zu einer Denkmünze be» schäftigt, welche zu Ebren Mehmed's, als Wie­ derherstellers der Wissenschaften und des Hau, dels in Egypten und als Beschützer religiöser Duldsamkeit", in Bronze und Silber geprägt werden soll. — Vom 10. I n den letzten drei Wochen sind bei fortdauernden heftigen Stür­ men mehrere Schiffe an den Küsten von Eng­ land verunglückt und auch einige Menschen Sabei ums Leben gekommen. Der Schaden an verlornem Gut wird auf 100000 gesä'ätzr. Wenn das Dampfschiff „Präsident" nicht ttwa unterweges umgekehrt und nach Newpork zurückgefahren ist, so befürchtet man, vaß dieses große Fahrzeug mit all' seinen Passagieren ebenfalls ein Raub der Wellen geworden, da nun schon zwei Pakctdöte, die »ach demselben von Amerika abgingen, in England eingetroffen sind, und über jenes Dampfschiff noch alle Kunde fehlt.— Borge« stern Abends sind die Inhaber des hiesigen Banquierhauses Wakefield und Comp, ver­ schwunden; das Deficit, welches sie hinter­ lassen haben, wird auf 60^-70,000 geschätzt. Vermischte Nachrichten.

R i g a . V i s zum L« April s i n d von hier 15 Schiffe ausgegangen. — Ein Buchhändler in Berlin kündigt Goethe's Werke mit einer Prämie an; wer die Werke des großen Dich« rers bei dem Manne kauft, soll dafür noch seine Deutsche und Französische Lesebibliothek unentgeltlich benutzen dürfen. — Unter der Ru» brik: „Getragene Waare" trug neulich die Zollbehörde zu Bonn eine Kiste voll Menschen­ schadel für das anatomische Cabinet in ihre Bücher ein. Nicht leicht hat ein Land in diesem strengen Winter mehr gelitten, als Neapel. Der Schnee

siel in einigen Gegenden in solcher Menge, daß die Decken vieler Häuser einbrachen. Auf den Feldern lag er 4 bis 5 Fuß hoch, an manchen Stellen wehte ihn der Wind bis auf eine Höbe von 20 Fuß zusammen, so daß oft die Straßenverbindungen ganz unterbro­ chen waren. Die Saatfelder und Bäume, besonders die Oliven, haben durch Schnee und Regen sehr gelitten. Dabei erhoben sich so starke Stürme, daß nicht nur Häuser, son­ dern auch Mauern einstürzten. Die Meeres­ wogen stiegen zu einer nie gesehenen Höhe. I n der Nähe von Reggio sind mehre Leute, die das Erdbeben aus der Stadt trieb, er­ froren gesunden worden. — „Hole mir ein Pfund Taback, geh' dann in die Leihbiblio­ thek und bringe mir Spindler's „Jude" mit. sprach der Herr zu seinem einfältigen Diener. Der letzte Auftrag schien dem Burschen et» was kitzlich. Er nahm das Addreßbuch und suchte den Namen Spindler auf. I n einem abgelegenen Theile der Stadt gab es einen Hauseigenthümer dieses Namens. Nachdem der Bursche den Taback gekauft und die Bü» cher umgetauscht hatte, begab er sich zu dem Hausbesitzer Spindler. „Bin ich hier recht bei Herrn Spindler?" „So heiße ich, was wollen Sie?" Ich soll von Ihnen einen Ju­ den abholen." „Drei Treppen hoch wohnt der alte Nathan, er handelt mit LotterieLoosen." Froh, seinen Mann gefunden zu haben, eilte der Diener hinauf. Nathan wun­ derte sich sehr, zu einem ihm völlig unbekann­ ten Herrn gerufen zu werden, ging ober mit, und stcckte ein Päckchen Loose ein. Der Be» diente brachte nun seinem Herrn Taback und Bücher; dieser sah die Titel der Bücher durch, und murmelte: O»o! der „Jude" war schon wieder nicht zu Hause?" „Ja wohl war er zu Hause", versetzte schnell der Diener, „ich ha­ be ihn mitgebracht." „Wo ist er denn?" „Ei unten!" „Was soll er denn unten, bring ihn herauf!" Der Diener holte eiligst den war­ tenden alten Nathan herauf. Es war den? Herrn nicht möglich über das Mißverständniß ju schelten, er mußte lachen, bedauerte aber den alten Nathan, daß dieser sich so weii herbemüht habe. Nathan war aber nicht so leicht abzuspeisen. Der Herr mußte ein Loos kaufen. Bei der nächsten Ziehung fiel der Hauptgewinn auf dieses Loos. Nun empfing noch der Tropf von Diener eine glänzende Belohnung seiner Dummheit. — Fügung des Schicksals l

Gerichtliche Bekanntmachung. Atjf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma< jestät, des Selbstherrschers aller Neuffen zc. :c. :c.. werden von dem Libauschen StadtMagistrate, nachdem der erstr Angabetermin in der Edictalsache über den Nachlaß des ver» storbenen Libauschen Bürgers und Wägers Richard Johann Laurentz abgelaufen ist, Alle und Jede, welche an diesen Nachlaß aus ir­ gend einem Rechtsgrunde Ansprüche und Anforderungen machen zu können vermeinen, und selbige noch nicht angegeben haben, hier­ durch aufgefordert und vorgeladen, daß sie in dem auf den 27- Map dieses 1841sten Jahres anberaumten zweiten und Präclusiv» Angabetermin sich mir ihren Ansprüchen und Anforderungen bei diesem Magistrate zur Ses­ sionszeit, sobald die Sache acclamirt werden wird, melden und angeben, und ihre desfallfügen Documenre im Originale produciren, hiernächst aber das weitere Gesetzliche und zu» nächst die Fällung des Präclusio-Bescheides gewärtigen mögen, indem Diejenigen, welche sich auch in diesem Termine nicht melden wür­ den, unter Auferlegung eines ewigen Still­ schweigens hinsichtlich der erwähnten Ansprü­ che und Anforderungen, präcludirt werden sollen. Libau, den 14. Januar 18412 Die Unterschrift des Magistrats.

Häuser-Verkauf. Zufolge Verfügung Eines Libauschen StadtMagistrats sollen auf Anhalten der vr. Gri?delschen Erben die denselben gehörigen, hiesi, gen Grundstücke: 1) das ehemals Goldarbeiter Ionassche Haus sub Nr. 220 und 22l. 2) das ehemals Tit.-Ratb Bergfche Haus, Nr. 389, am 22. April 1841, vor Mittag um 114 Uhr, in der Sitzung gedachter Behörde auf dem hiesigen Rathhause öffentlich zum Kauf ausgeboten und den Meistbietenden zugeschla­ gen werden: als wozu die Kauflustigen mit dem Bemerken eingeladen werden, daß die Bedingungen vor dem obigen Termin einzu­ sehen sind bei dem 2 Oberhofgerichts-Advocaten C. W. Melville, Bevollmächtigten der Or. Grisbelschen Erben.

nen geehrten Gönnern und Freunden bestens, und bitte auch für die Zukunft mir ihr Zu» trauen nicht zu entziehen. E . B r ä u t i g a m , Tanzlehrer. In meiner F^ensionsansialt sieden 2U loIiannis mehrere 8te1Ien Lür ?ensionaire oklen. Die näheren Le6inAUnZen sinä dei äein Herrn OberkokZerickts-^ävocaten 81eerkakren. Hasenxot^, 6en 14- -kxril 1841Ii'. X. Ltrarils, Vorstelier einer ?rivai- I^edr- uncl ?ensionsÄN8tÄlt. Z Eine junge Dame wünscht als Wirtschaf­ terin oder Näherin ein Unterkommen. Das Nähere erfährt man bei dem Gold, und Silverarbeitet Herrn Ernst. 2 Auf dem Gute Klein - T au erla uken bei Memel. stehen gleich nach der Schur, hun, dert Stück, meistens zweijährige Merino-Mut» terschaafe mit den dazu gehörigen Böcken zum Verkauf. Auf desfallsigeAnfragen ertheilen nä­ here Auskunft der Herr Inspektor L a n k o w sky a u f Tauerlauken selbst u n d die Herren S c h l e y sc Co. hier. Libau, den 12. April 184!:

Angekommene Reisende. Im I. Stadttheil, Ii Quartier, den 12. April: Herr v. 'Gruszewitz, nebst Familse, aus Massieden, bei Herrn Edelmann; Herr H. Ede, ausMitau, und Herr August Rosenberg, aus Schncpeln, bei Mada­ me Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 155--» Im 1- Stadttheil, 2. Quartier, den 13.: Herr Job. Fumasi, aus Milau, Herr Starost und Ritter v. d. Äopp, aus Papplacken, und Herr v. Krummes, aus Ulmahlen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207Im 2. Stadtcheil, 3. Quartier: Herr v. Rominger, verabsch. Seconde-Lieur., aus Riga, bei Madame Makinski, in der großen Straße, im Hause Nr. 275. A b r e i s e n d e . Die Unverehelichte Johanna Rosenthal, auS Altona, reisct nach Memel. 3 Der Schneidergesell Ich. Frdr. RoSke, aus Königs­ berg, und der Schneidergesell Carl S'oldner, aus Tuckum, reisen nach Rußland. ^ j

Cours vom jy. und iz. HprU. l'. >96^197 197 Lents. / I>ür »amliurg .90?. 34g 34^ 3/> 8Lec>. s j ' I^onäon . . Z 39ß 39^^ z k'ce.Lt. ) Lilder. I^ivl. kkanädr. k. 100^ z Bekanntmachungen. — 8. 100 99^ 99z 6iio 100 4 100z Bei meiner Abreise empfehle ich mich mei­

Ist zu drucken erlaubt.

Zr» Namen der Civil - Oberverwaltung der Ostsee - Provinzen. Tanner. Censvr.

i b a u f eh e s

Wochen Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C.

.H's. S I .

H.

Foege.

Sonnabend, den lg. April P u b l i c a t i o n e n .

Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurlandischen Gouvernements-Regierung vom 26- Marz d. I . sub Nr. 2783, habe ich zur Wahl eines neuen Mitgliedes der Libauschen Quartier-Committee für den Adel unv Exemtenstand, in Stelle des Herrn Oberhvfgerichts-Advokaten Melville, dessen einjährige Dienstzeit bereits verflossen, die Hieselbst besitzlichen und ein Wahlrecht habenden resp. Personen aus dem Adel- und Exem-, renstande desmittelst auffordern sollen, zu beregter Wahl am 30. d. M., Vormittags um 12 Uhr, bei mir in Person oder in gesetzlicher Vollmacht erscheinen zu wollen; wobei ich bemerke, daß, wenn nicht so viel Personen erscheinen, als zu einer Wahl erforderlich sind, von mir bei Einer Kurlandischen GouvernementsRegierung ein Mitglied zur Libauschen Quartier-Committ^e, ohne Ansetzung eines zweiten Wahltermins, in Vorschlag gebracht werden wird. Libau, den 15. April :84t. 2 Nr. 62. Polizeimeister Michael. Die rechtlichen Eigenthümer eines bei diesem Polizei-Amte eingelieferten feinen großen Tischtuches, eines großen Bettlakens, eines Cambrie-Nachtkamisoles und eines Sackes mit Erbsen, werden desmittelst aufgefordert, sich ungesäumt bei dieser Behörde zu melden und ihr Eigenthumsrecht nachzuweisen, entge, aengesetzten Falls damit, wie mit herrenlosem Gute verfahren werden wird. Libau - Polizei-Amt, den 15. April 18412 Nr. L2V. . Polizeimeister Michael. I . O. Gamper, Sekr.

Libau, den 18. April. Ein an diesem Mittage hier auf der Rhede angekommener Schiffer, Capitain Casseboom, führend die hannöverische Bark Henrielte, sagte daß er gestern bei Domesnes noch soviel Eis gefunden habe, daß er sich genöthiget gesehen, umzukehren. ES lagen dort vor dem Eise gegen 50 Schiffe. Riga, vom 12- April. Am 10. d. M., Nachmittags um 4 Uhr, passirte S. K. H. der Prinz von Preußen (ältester Bruder Sr. Maj. des regierenden Königs), auf Höchstihrer Reise von Berlin nach St. Petersburg, durch unsere Stadt. St. Petersburg, vom L. April« Se. M. der Kaiser, hab»i auf Unterle» gung des Ministers der Reichs Domainen um Ausdehnung der durch die Fortsetzung des Art. 147 im 3» Bande des Codex der Gesetze

bestimmten Ausnahme für Aemter von Gelehr­ ten, Technikern und Lehrern auch auf diejeni­ gen Personen, welche sich der speciellen Er» lernu-zg der Landwirthschaft gewidmet haben, am 17. Februar Allerhöchst zu defehlen geruht: „Junge Leute, welche im Auslande sich spe, cielle Kenntnisse in Landwirthschaft erworben haben und darüber belobende Attestate besitzen, im Ministerium der Reichs-Domainen anzu­ nehmen, um in denjenigen Aemtern angestellt zu werden, in welchen sie in Rücksicht auf die Verbesserung der Landwirthschaft am mei« sten nützlich seyn können, ohne sie der Ver­ pflichtung zu unterwerfen, vorher in den Gou­ vernements-Behörden zu dienen." — Am 4» April, ge^en 10 Uhr Abends, war die Newa frei vom Eise bis an das Meer. Am S-. um 10 Uhr Morgens, verkündigte eine Artillerie» Salve die tteberfahrt des Festungs-Comman? danken und die Eröffnung der Fluß-Schifffahrt.

Am gleichen Tage wurde die Isaaks,Brücke schiedenheit!'; allein die Machce arbeiten rkäwieder hergestellt. ria dala», die Schwierigkeiten zu desl'e^eu. Die Kabinette, welche an dem Julius Verlrag Paris. vom !5. April. Herr Lenoble, wacher den Bau des Forts Tbeil genommen, tbun baupl'ächlicd um Frank­ „Double couronne du Nord" bei Saint-Denis reich zu frietenzustellen. Schritte be» der Pfor­ übernommen, bat d.n Befebl erhalten, die te, um diese zu zugestand,,isten zu bewegen. Terrassirungs-Arbeiten am 15. oder spätestens Andererseits hofft man, daß Mehmed All auf am 20. April zu beginnen. 2500 Civil-Arbeiter das verzichten werde, was seine Ansprüche werden bei den Arbeiten an diesem F o r t s be« zu Absolutes haben. schäftigt werden. Auch ist, seitdem der König Im „Comerce" liest man: Vinnen wenigen die Befestigungs Linie besucht hat, der Befehl 5a,nn wird der F'nanzminister einen Gesetzgegeben Word?», die Arbeiten an den Forts Entwurf in Betreff der definitiven Aufhebung von Nogenr, Rosny. Romainville, Srains. drr Münzstätten zu Lille, Rouen, Nantes, Bayonne, Marseille und Straßburg vorlegen. Noisy te See u. s. w.. ferner an dem noch nicht angefangenen Theil der Ringmauer von Der nämliche Entwurf wird, wie man sagt, Grenelle bis Ivry und von dem Terrirorlum die Forderung eines besondern Credites von von Bagnolet bis Bercy, so wie den^ seit 4 Mill. Fr. enthalten, um die Münzstätte zu dem Votum der Depurirtenkammer eingestell­ Paris zu vergrößern und sein Material zu ten Bau von Vilette bis Auteuil, auf dem vermebren. Es scheint beschlossen, daß in Zu» kunft alle Münzen vermittelst Dampfmaschi, rechten Ufer, am 20. und spätestens am 25mit der größten Thätigkeit zu beginnen. — nen durch Pressen nach dem System Thonneliers^. geprägt werden sollen." — Es wird ver­ Aus Toulon wird unter dem 9. d. Folgendes gemeldet: Man erwartet mit Ungeduld die sichert. der König bal>e persönlich an sämmi' nächsten Nachrichten aus Algier, seitdem sich liche Bischöfe und Erzbischöfe von Frankreich geschrieben, um sie einzuladen, der Taufe des das Gerücht verbreitet hat, daß Abdel Kader Grafen von Paris beizuwohnen. Die Erz­ entschlossen sey, den Teniah von Muzaya zu bifchöfe von Rouen, Bourges und Toulouse, vertheidigen. Die am 30-W M. aus Algier und bie Bischöfe von Angers, Perigueux und abgegangene Expedition war am folgenden Montpellier sollen geantwortet haben, die Tage bei Blidah versammelt; an deniselven ^or.ie für ihre Gemeinden gestatte ihnen Nicht Tage übernahm der General Bugeaud das um die angegebene Zeit in der Hauptstadt zu Kommando, und am 1. April hat die Armee, erscheinen. aller Wahrscheinlichkeit nach, die Stellung London, vom 13. April. Abdel Kaders angegriffen. Das nächste Pa­ O«e Königin hat beschlossen. der Eröffnung ketboot -dürfte uns interessante Nachrichten de) Tuttucl. die >i^gen Ende Iuni's stattfin» bringen. Man hegt hier durchaus k^ine Beden toll, in eigener Person beizuwohnen.— soranisse, denn die Expedition besteht aus Prinz Aufrecht ist zum Jägermeister des gro» 14,000 Mann tüchtiger Gruppen, d'e gu'. komßen P.nkS von Windsor ernannt worden. mandirt sind. Die großen Operationen in Am Freitag wurde hier in London und am Afrika werden erst gegen Ende dieses Monats, Sonntag in Windsor eine große Versamm­ oder in den ersten Tagen des May beginnen." lung von Tbeetotaüsten gehalten; es wurden — Der Moniteur Parisien enthalt Folgendes: dabei ungeheure Massen von Thee und Ku« ..Die Schwierigkeiten, welche sich zwischen chen verzcbrr, und ein Redner hielt einen der Pforte und dem Pascha von Aegypten in Vortrag über die guten Früchte der Mäßig« Folge des letzten Hattischerifs erhoben baden, k- it, in welchem er besonders den Vorzug des scheinen einer Beilegung nicht nahe zu sryn. Wassers vor dem Wein zu deweisen suchte. — Bekanntlich wollte der Sultan, den Bestim­ Nach Briefen aus Newyork soll der Plan, mungen dieses Hattischerifs zufolge, sich das Recht vorbehalten, unter den Nachkommen den Istmus von Panama zu durchstechen und durch einen schiffdaren Kanal das Weltmeer Mehmed Al'^s den, welcher diesem nachfolgen mit dem stillen Me.re in Verbindung zu fetzen, solle, zu wählen. Mebmed Ali fordert da ge­ endlich der Auslübrung nahe kommen. Die» gen. in seiner Antwort, dies Wahlrecht für s.'S riesenbafre Unternehmen soll lheiltveise sich selbst und w.'st den Anspruch des Sul­ durch eine Franz. Gesellschaftsverbindung. an tans zurück. Ueber andere wichtige Punkte deren Sp'tze ein Ingenieur steht, ins Wnk bestehen gleichfalls wesentliche M e i n u n g s v e r ­

gesetzt werden. Das Haupthinderniß, die Auf« bringung der nöthigen Geldsummen, ist be­ reits gehoben. Kopenhagen, vom 13. April. I n Schweden ist neuerdings in Veranlas' sung einer Schurkerei, worin mehre Personen decheiligt sind, ein exemplarisches Strafurtheil gefällt. Der Kaufmann P. G- Erichson in Halmstad ist nämlich, wegen falscher Asseku­ ranz und Anbohrung seines von Laaholm nach Stockholm bestimmten Schiffes, zum Verluste seiner Ehre, zu einem zweistündigen Ausstehen im Halseisen an einem Pfahle auf dem Markte Halmstads und zu 40 Peitschen­ hieben, wie auch zu zehnjähriger öffentlicher Arbeit auf der Festung Cbristianstad condemnirt worden, und hat außerdem an Kosten den Assecuradeuren 1000 Rthlr. Banko zu zahlen. Der Schiffer C» M. Peterson ist gleich' falls zu« Verlust seiner Ehre und zehnjähri­ ger Festungsarveit verurtheilt worden. Auch die Mannschaft und die falschen Zeugen ha­ ben nach diesem Erkcnnrniß ihre Ehre ver­ brochen und sollen Geldstrafen zahlen, und end­ lich sind der Zollinspector Brinkmann und der Zollwachtmeister Walmros wegen Ausfertigung falscher Atteste zum Verlust »hrcr Aemrer verUllhcilt.

Genf, vom t2. April. Die Franzosen be^nnen bereits nahe an unserer Gränze den Bau der Festung les tiousses an der Straße von Dole nach Gens. D>e Baumaterialien liefert der nahe Iura. Italienische Kränze,, vom 6. April. Se. Maj. der König von Neapel verwendet sich dermalen gleichzeitig bei den Höfen von Äien, St. Petersburg und Berlin, um die» selben zu einer gemeinschaftlichen Intervention zu Gunsten des zu Bourges gesangen gehal­ tenen D o n Karlos zu bewegen. D i e zu ma» chenden Schritte sollen vor Allem seine Frei­ lassung, dann seine Appanagirung zc. zum Zwecke hak'en. Vermischte Nachrichten. ^ R i g a . Am 10« April kamen hier die er­ sten Strusen an, und sind vis heute deren 24 angekommen.

Gerichtliche Bekauntmachungen. Auf den 24- dieses Monats, soll der bei dem Kurtzcschen Hause befindliche Obst« und Gemüse »Garten, zur diesjährigen Benutzung, in der Session des Libauschen ^tadl-Waisen, Gerichts, unter denen in l'ermino bekannt zu

machenden Bedingungen, an den Meistbicreni den, zur Miethe ausgeboten werden. ^ Libau, den 16. April 1841.

Auf Befebl Seiner Kaiserlichen Ma» jestär, des Selbstherrschers aller Reussen zc. :c. zc.. werden von dem Libauschen Stadt-Magistrate, nachdem der erste Angade­ termin in der Ediccalsache über den Nachlaß des verstorbenen Libauschen Kaufmanns Jo­ hann Friedrich Mentzendorff abgelaufen ist. Alle und Jede, welche an diesen Nachlaß aus dem Erbrechte, oder aus irgend einem ande­ ren Rechtsgrunde Ansprüche und Anforderun­ gen machen zu können vermeinen, und selbige noch nicht angegeben haben, hierdurch auf­ gefordert und vorgeladen, daß sie in dem auf den 27. May dieses 184lsten Jahres anbe­ raumten zweiten und Präclusiv-Angaberermine sich mit ihren Ansprüchen und Anforderun­ gen bei diesem Magistrate zur Sessionsjeir, sobald die Sache acclamirr werden wird, mel> den und angeben, und ihre desfallsigen Do» cumente im Originale produciren, hiernächst aber das weitere Gesetzliche und zunächst die Fällung des Präklusivbescheides gewärtigen mögen, indem Diejenigen, welche sich auch in diesem Termine nicht melden würden, unter Auferlegung eines ewigen Stillschweigens hin­ sichtlich der erwähnten Ansprüche und Forde­ rungen, präcludiret werden sollen. 2 Libau, den 14. Januar 1841. Die Unterschrift des Magistrats.

Häuser-Verkauf. Zufolge Verfügung Eines Libauschen StadtMagistrats sollen auf Anhalten der Di. Griebclschen Erbe« die denselben gehörigen, hiesi« gen Grundstücke: 1) das ehemals Goldarbeiter Ionassche Haus sub N r . 220 und 2 2 t , 2) das ehemals Tit.'Rath Bergsche Haus, Nr. 389. am 22. April 1841, vor Mittag um 11^ Uhr, in der Sitzung gedachter Behörde auf dem hiesigen Rachhause öffentlich zum Kauf ausgeboten und den Meistbietenden zugeschla­ gen werden: als wvzu die Rauflustigen mit dem Bemerken einigelnden werden, daß die Bedingungen vor dein, obigen Termin einzu­ sehen sind bei dem j. O''erbofgerichts»Advocaten C. W - M e l v i l l e , Bevollmächtigten der Or. Griebclschen Erben.

Bekanntmachungen.

Dampf- Schifffahrt zwischen Memel und Königsberg auf dem Haff und Memel - Strom. S^it Abgang des Eises hat das für Paf­ fagiere elegant eingerichtete neue Dampfboot „Friedrich Wilhelm IV." die regelmäßigen Fahrten zwischen Memel und Tilsit, so wie Memel und Schaaken nach Königsberg, wie folgt, begonnen, als: Montag 9 Uhr Vormittags von Memel nach Tilsit; Dienstag ZUHr Morgens von Tilsit nach Memel; ,, 1 Uhr Nachmittags von Memel nach Schaaken bei Königsberg; Mittwoch 1 Uhr Nachmittags von Schaaken nach Memel; Donnerstag 9 Uhr Vormittags von Memel nach Tilsit; Freitag 5 Uhr Morgens von Tilsit nach Memel; „ 1 Uhr Nachmittags von Memel nach Schaaken bei Königsberg;Sonnabend 1 UHr Nachmittags von Schaaken nach Memel; und können mit demselben auch aufs Schnellste Waaren, Wagen und Pferde von hier bis Königsberg und von Königsberg bis hier be­ fördert werden. Die Berliner Schnellfuhren für Güter-Transporte von und nach Königs» derg in 6s-7 Liefertagen schließen sich diesen Fahrten an, und können sonach alle Güter in der sehr kurzen Zeit von 7 bis 8 Tagen zu sehr billigen Bedingungen zwischen Memel und Berlik hin und her versandt werden. Am Bord des Schiffes befindet sich eine Restauration. 2 Memel, den April 184l. C. Schwedersky. C. Schien mann. Im I^aurentsscken Hause in 6er Arolsen Strasse, kabe ick Lnä68unter?eicknets ein 6astkaus anZeleZt, unä küZe Sie LernerKunz kin^u,
tskle ü'küte Anclsn. In Le^iekunA suk tere ernpkekle ick inick äen ^eekrten Lewoknern I^ibau's kesteng. 1 I^iksuA äen 5- ^.xril lü41^.lisakstk IVlakinsk^', ßeb. H e i n r i c k s .

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den 17. April: Herr Rittmeister 0. Grandidier, aus St. Petersburg, bei Frau v. Grandidier. - I m 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 16.: Herr Oberhofgerichts - Advokat Seraphim, aus Hasenpoth, und den 17.: Herr Assessor v. Mirbuch, aus Grobin, Herr v. S6)röders, aus Ordangen, und Herr Neppenhagen, Meister der Oefen- und Thonwaarenfabrik zu Nodaggen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. — I m 2. Stadttheil, 3. Quartier, den 17.: Herr Major v. Belawski, und Herr v. Korolenko, aus Riga, bei der Wittwe Makinski. A b r e i s e n d e . Die Unverehelichte Johanna Rosenthal, aus Altona, reiset nach Memel. 2 M a r k t « P r e i s e .

Eop. S.

Weitzen pr. koof 250 ä 290 Roggen 150 5 160 Gerste 110 ^ 120 Hafer . . 70 5 75 Erbsen I4i) ^ 160 Leinsaat . 170 ü 260 Hanfsaat 150 Flachs 4brand pr. Stein ^ 400^ — Zbrand . . . . . 2brand ; 275^ Hanf 250 s 325 Wachs pr. Pfund 27 5 30 Butter, gelbe pr. Viertel 750 5 800 Kornbranntwein. . . x. pr. 9 Stoof 100 Salz, St. U b e s . . . . pr. Loof 230 — Lissabon . . . . 220 — Liverpool . . . . . . — 2R» Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 — in sörnen . Zito . äito . 710 Theer, finlandisch, . . . . äito . Wind und Wetter. Den 13. Apr^l O., Nebel; den 14. O.. heiter; den 15- und ig. SW., heiter; den 17. NW-, veränder­ lich; den 18. N. und den 19. W-, beiter.

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ft e .

E i n k o m m c n d : Capitain: kommt von: mit: an: April. No. Nation: Schiff: Dundee. Ballast. 17. 27 Holländer. Iuffer Garrelts. I . I . Koerts. F. G. Schmahl. H. I . Nottgers. Schiedam. — 28 Hanovraner. Laetitia. Wm. Phillip. Dundee. — 29 Dritte. Euphemia. Frieder.Hagedorn, A u s g e h e n d : Capitain: nach: Sckiff: Nation: mit: April. wo. I . C. Möller. Postillon. Copenhagen. Flachs, Hanfheedc u. Saat. Däne. 13. 25 Windau. Ballast. Hans Smith. Mathilde. ,5. 26 Russe. Edgar Foreman. I». i'. ». England. Flachs und Kalbfellen. Dritte. 16. 27

Istzu drucken erlaubt.

Im Namen der Civil-Obervenraltung der Ostsee-Provinzen, Tanncr, Ccnsor.

L i b a u f c h e s

b l a t t. Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

. TV,. SS.

Mittwoch, den 23. April P u b l i c a t

i

o n e n.

Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements Regierung vom 15. d. M. sub Nr. 3146, ge­ mäß dem Auftrage Sr. Ercellenz des Kurländischen Civil-Gouvernenrs, wirklichen Staatsraths und Ritters von Brevern, keine Okladisten mit abgelaufenen Abgabenscheinen oder Passen zu dulden, die ermittelten Hehler der AbgabeiuRestanten, ganz unnachsichtlich mit der gesetzlichen Strafe, d. i. nach dem Patente Ei­ ner Kurl. Gouvernements-Regierung vom 27- Februar 1824 mit der Pön von 22 Rubl. 50 Cop. S. M. für jeden mit einem abgelaufenen Passe betroffen werdenden Okladisten, und mit Zahlung der doppelten Abga­ ben des Gehehlten zu belegen, zu welchem Ende dieses Polizey-Amt durch halbjahrig einzufordernde Hauslisten sich die Ueberzeugung zu verschossen hat, daß keine Abgaben-Restanten oder Paßlose im Stadtgebiete Duldung und Aufnahme finden, — hat dieses Polizey-Amt besagte Anordnung den hiesigen Hausbesitzern und Einwohnern mit dem Bemerken zur Wissenschaft und Nachachtung zu eröffnen sich veranlaßt gesehen, daß, da Hieselbst alle, nicht zu dieser Stadt verzeichnete, Fremde auf die Zeit der Gültigkeit der Passe und Abgabenquittungen mit diesseitigen Verbleibfcheinen versehen werden, die Hausbesitzer sich die Verbleib­ scheine ihrer Einwohner, "Gesellen, Lehrlingen und Dienstleutcn vorzeigen zu lassen, die Termine anzumer­ ken und bei Ablauf derselben sofort zur Besorgung neuer Passe und Abgaben-Quittungen die Inhaber der­ selben zu adstringiren und wegzuweiscn haben, entgegengesetzten Falls ein Jeder es sich selbst beizumessen haben wird, wenn von demselben die obbesagte Strafsumme unnachsichtlich beigetrieben werden wird und muß. Libau, den 22- April 1841. 3 Nr. 682. Polizeimeister Michael. I . O. Gamper, Sekt. Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurlandischen Gouvernements-Regierung vom 26- Marz d. I . sub Nr. 2783, habe ich zur Wahl eines neuen Mitgliedes der Libauschen Quartier-Committee für Hen Adel und Exemtenstand, in Stelle des Herrn Oberhofgerichts-Advokaten Melville, dessen einjährige Dienstzeit bereits ^verflossen, die hieselbst besitzlichen und ein Wahlrecht habenden resp. Personen aus dem Adel- und Exemrenstande desmittelst auffordern sollen, zu beregtcr Wahl am 30. d. M>, Vormittags um 12 Uhr, bei mir in Person oder in gesetzlicher Vollmacht erscheinen zu wollen; wobei ich bemerke, daß, wenn nicht so viel Personen erscheinen, als zu einer Wahl erforderlich sind, von mir bei Einer Kurlandischen GouvernementsRegierung ein Mitglied zur Libauschen Quartier-Committ^e, ohne Ansetzung cineS zweiten Wahltermins, in Vorschlag gebracht werden wird. Libau, den 15. April 18411 Nr. 62. Polizeimeister Michael.

St. Petersburg, vom 12. April. Allerhöchst bestätigtes Ceremonial zur Vermählung Ihrer Kaiserlichen Hoheiten des Thronfolgers, Cäsarewitsch und Großfürsten

Alexander Nikolajewitsch mit der orthodoxen Großfürstin

Maria Alexandrowna. Am t6. April um tt Uhr Morgens verkün, den fünf Kanonenschüsse von der St. Peters­

burgischen Festung der Stadt, daß an diesem Tage die Vermählungsfeier I I . KK. HH. des Thronfolgers, Cäsarewitsch und G r o ß f ü r st e n A l e x a n d e r N i k o l a j e w i t s c h mit der orthodoxen G r o ß f ü r s t i n M a r i a Alexandrowna Stattfinden werde. Nach den ergangenen Anzeigen versammeln sich um Uhr Mittags im Winterpalais: die Mitglieder des heil. Synods und die übrige hohe Geist« lichkeit, die Mitglieder des Reichsraths, .die Hofchargen und übrigen angesehenen Personen

beiderlei Geschlechts, die auswärtigen Bot­ schafter und Gesandten, die Generalität, die Stabs- und Ober-Offiziere der Garde, die Stabs-Offiziere der übrigen Regimenter, so wie die Russische und ausländische Kaufmann­ schaft der ersten beiden Gilden, beiderlei Ge. schlechte. Die Damen erscheinen im Russischen Kleide, die Herren in Parade-Uniformen. Die Mitglieder des Reichsraths versammeln sich im Alexander-Saale und werden mit den aus, ländischen Gesandten vor der Ankunft der Kaiserlichen Familie in lue Kirche geführt, um der Vermählungs-Feier beizuwohnen. — Wenn die Staats Damen gerufen werden, um die hohe verlobte Braut zu kleiden, und daraufwieder die innern Gemächer verlassen, mel« det der Ober-Ceremonienmeister dies dem ho­ hen verlobten Bräutigam und geleitet Ihn in die innern Gemächer. — Die hohe verlobte Braut trägt an diesem Tage eine Krone auf dem Haupte und über dem Kleide einen himbeerroth sammetnen, mit Hermelin gefütterten Mantel und einer langen Schleppe, welche von vier Kammerherren und die Spitze von dem stellvertretenden Hofmorschall des Hofes Sr. K. Höh. getragen wird. — Wenn I I . KK- M M . der K a i s e r und die K a i s e r i n geruhen sich aus den inneren Gemächern in die Hoftirche zu begeben, so fallen von der St. Petersburgischen Festung 2l Schüsse. Der Zug beginnt in folgender Ordnung: 1) Die Hof» und Kammer-Fouriere S r . M . des K a i ­ sers und I h r e r KaiserlichenHo heilen. 2) Die Ceremonienmeister und der Ober-Cere­ monienmeister. 3) Die Kammerjunker, Kam» merherren und Hofcav.iliere, paarweise, d:e jüngeren voran. 4) Die ersten Hoschargen, paarweise, die jüngeren voran. 5) Der Hof­ marschall mit seinem Stabe. 6) Der Oberkammerherr und der Ober-Hofmarschall mit dem Stabe. 7 ) I I . KK. M M . der K a i s e r und die Kaiserin in Begleitung des Mini­ sters des Kaiser!. Hofes und der dejourircnden General-und Flüael-Adjulanren. 8) Se. K . H . der T h r o n f o l g e r C a s a r e n ? >l i ch Großfürst Alexander Nikolajew'tsch mit der Hoden verlobten Braut der Grcßfürstin Maria A l ex a n d r o wn a. 9) II. KK. HH. die Großfürsten Konstantin, N i k o l a i und Micbael Nikolajew itsch. 1 0 ) I . K . H . die F r a u Grossfürstin H e l e n a PawlvZvna mit Sr. 6ön«al. Hoheit dem Prin» zen von Preußen. 1!) I I . KK. HH. der Großfürst Michael Pawlo witsch und die

Großfürstin Olga Nikolajewna. t2) II. Alexandra Nik olajewna und M a r i a Michailowna. 13) I I . KK. HH. die Großfürstinnen Eli­ sabeth und Katharina Michailowna. 14) IhreKönigl. Hoheiten die Erbgroßherzöge von Hessen und Sachsen-Weimar. 15) I I . HH. die Prinzen Emil und Alexander von Hessen. 16) K. D. der Prinz Peter von Oldenburg nebst dessen Gemahlin. 1 7 ) I h n e n folgen paar» weise, die älteren voran, die SraotSdamen; Kammerfräulein und Fräulein I . K. M a j . und I I . KK- HH., die Dame des Hessenschen Hofes und die übrigen angesehenen Personen beiderlei Geschlechts. — Bei dem Eintritt in die Kirche werden I I . KK. MM. von den Mitgliedern des Synods und der übrigen ho« hen Geistlichkeit mit dem Kreuze und dem WcihWasser empfangen. — Zu Anfange des Got­ tesdienstes, wenn die H y m n e : „ I ' v e n o / z i i luoeio vosveee.^milen angestimmt ^vtrd, führen S e. M aj. die hohen Verlob­ ten auf den ihnen bestimmten Platz und zu­ gleich nähern sich diejenigen Personen, weiche während der Ceremonie die Kronen über den Hauptern der hohen zu V e r m ä h l e n d e n zu halten haben. — Dann beginnt nach dem Ritus der Orientalischen Kirche die Trauung, wahrend weicher, nach dem Evangelium, in den Ekreiuen „der rechtgläubige Herr und T h r o i! i o l g e r, C ä s a r c w i t s ch, G r o ß f ü r st Alexander Nikolajewirsch und Dessen Gemahlin, die orthodoxe Frau und Cä­ sar ewna, Großfürstin Maria Alcxan« droivna" proclamirt werden. — Nach voll­ zogener Trauung statten die hohen Neuver­ mählten I I . KK. MM. Ihren Dank ab, und stellen sich auf Ihren Platz. Dann beginnt der Metropolit, ncdst den Mitgliedern des beil. Synods, das Dankgebet, und bei dem Anstim­ men der Hymne: ..Herr Gott dich loben wir", erfolgt von der St. Petersburgischen Festung eine Salve von 10! Schüssen. Nach been­ digtem Gottesdienste dringen die Mitglieder des heil. Synods und die übrige angesehene Geistlichkeit I I . KK. MM. ihre Glückwünsche dar. Aus der Kirche geruhen I I . KK. MM. neost der ganzen K. Familie sich in der frü« Hern Ordnung in die innern Zimmer zurück begeben. — An diesem Tage ist im gro» Heu Avanc Saale Mittaa^lasel für die Perso­ nen der ersten drei Klassen » «derlei Geschechts. Wenn alles bereit ist, und die eingeladenen Personen ihre Plätze eingenommen haben, wird

KK. HH. die Großfürstinnen

dies I I . KK. MM. gemeldet, welche Sich Vierauf, unter Vortritt der Hofchargen, in den Speisesaal begeben. Bei der Tafel befinden sich hinter den Sesseln I I . KK. MM. die ersten Hofchargen; aufwarten werden der Ka iserl- Familie, dem Prinzen von Preußen und den Erbgroßherzögen — Kammerherren, den übrigen ausländischen Prinzen, dem Prinzen Peter von Oldenburg und dessen Gemahlin — Kammerjunker. Während der Tafel findet Vocal- und Instrumentalmusik Statt. Bei den Gesundheiten ertönen Trompeten-Fanfaren und Pauken-Wirbel und Salven von der St. Petersburgischen Festung: l ) Auf das Wohl I I . KK. MM. — 5l Schüsse; 2) der hohen Neuvermählten — 3l Schüsse; 3) Sr. Kön. Höh. des Großherzogs von Hessen — 3t Schüs­ se; 4 ) des ganzen K a i s e r h a u s e s — Z l Schüsse; 5) der Geistlichkeit und aller getreuen Unterthanen31 Schüsse. Die Pokaleüberreichen: I I . MM. — der Oberschenk; den hohen Neu­ vermählten: dem Thronfolger — Dessen stell» vertretender Stallmeister, und der Casarewna und Großfürstin der stellvertretende Hofmar­ scda ll des Hofes Sr. K. H.; den Großfürsten — Kammerherren; der Frau GroßfürstinHele­ na Pawlowna und den Großfürstinnen O lga und Alexandra Nikolajewna die bei I I . KK. HH. befindlichen Cavaliere; den Großfürstinnen: Maria, Elisabeth und Katharina Michailowna, dem Prinzen von Preußen und den Erbgroßherzögen — Kammerherren; den übrigen auslandischen Prin­ zen — Kummerjunker; dem Prinzen von Ol» denburg und dessen Gemahlin — der Dirigirende Ihres Hofes. Nach beendigter Tafel kehren I I . MM. mit der gesamniten Aller­ höchsten Familie in ebcn der Ordnung in die inneren Zimmer zurück. — Abends ist im Ge­ orgensaale Ball, zu welchem sich alle angese­ hene Personen beiderlei Geschlechts, die auswärtiqen Minister und alle hoffähige Personen einfinden. — Vor Beendigung des Balles be­ geben sich I I . KK- HH- der Großfürst Mi­ chael Pawlo witsch und die Frau Großfür­ stin Helena Pawlo wna zum Empfang der Neuvermählten in deren Zimmer, wohin hierauf I I . KK. MM. unter Vortritt der Hofcharqen und in Begleitung der Sraalsda« men, die hohen Neuvermählten zu be­ gleiten geruhen. — Bei dem Eintritt in die Zimmer werden I I . M M . und die hohen N e u ­ vermählten von I I . KK. HH. dem Groß« fürsten Michael Pawlowitsch uud der Frau

Großfürstin Helena Pawlowna empfangen, und folgen in die innern Zimmer, wo sich eine der Staatsdamen zum Entkleiden befinden wird; die übrigen Staaisdamen aber, so wie die Kammerfräulein und Fraulein nebst allen Hof« chargen bleiben im großen Saale Sr- Ka i s. Höh. zurück und einlernen sich. —An diesem Tage werden in allen Kirchen Dankgebete ge­ halten werden, und sowohl an diesem, wie an den beiden folgenden, Glockengeläute und Abends eine Erleuchtung Staat finden. Am folgenden Tage, den 17., Allerhöchstes Lever zum Hochamt in der kleinen Kirche des Win« rerpalais. 18., Glückwünsche bei den h o h e n Neuvermählten. 19-, Abends Gala-Vorstel» lung iu?großen Theater. 20-, Mittagstafel im Georgensaale für die Generalität, die Stabs­ offiziere der Garde, Armee und Flotte, für alle Oberoffiziere Üer Garde-Regimenter von jedem Range den ältesten und für die ganze Compagnie der Garde«Grenadiere. 21-, Allerhöchstes Lever zum Hochamt. 23., Ball im weißen Saale und Souper im großen Avantsaale. 25., Ball iw St. Petersburgischen adeligen Verein. 27., Ball bei den ho» hen Neuvermählten, in den Zimmern I I . KK. HH., und Souper im Alexander-Saale. 30., Maskerade «m Winter-Palais. Verzeichne? über die, im Monate Marz, bei der evangelisch - deutschen Gemeinde zu Libau Getauf­ ten, Copulirren und Verstorbenen. Getaufte: Anna Hermiue Konopka.— Evelin« Friederike Trenlieb. — Asmus Leo de Boer. — Al­ bert Wilhelm Kißner- — Johanna Liddy Kluge. — Dorothea Wille. — Reinhold Karl Guido Keyser.— Maria Laura und Luise Sophia Meyer. — Friedrich Eduard Gvrtchen. — Johann Wilhelm Rose. Copulirte: Bürger und Schuhmachermeister Kas­ par Diedrtch Fiedler mir Auguste Henriette Freiberg. — Bürger und Kahalsbuchhaltcr Rubin Oettrnger, mosaischer Religion, mit Katharina Amalie Degen. Verstorbene: Johann Christian Foerster, alt 4 Monate. — Johann David Seidaek, alt 18 Jahre, 7 Mon. — Musikuswittwe Anna Karolitte Braun, gcb Lindenau, alt 78 Jahre. In der Libauschen evangelisch-lettischen Gemeinde sind im Monat März geboren: 17 Kinder, 6 Kna­ ben, Mädchen; copulirt: z Paare; gestorben: 13 Personen, 6 männlichen, 7 weiblichen Geschlechts.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf den 24- dieses Msncus, soll der bei dem Kurtzeschen Hause befindliche Obst- und Gemüse-Garten, zur diesjährigen Benutzung, in der Session des Libauschen Hladt-WaisenGerichts, unter denen lermino dckanm zu

machenden Bedingungen, an den Meistbieten» den. zur Miethe ausgeboten werdent Libau, den 16. April 184!.

Auf dem Gute Klein-Tau erlauken bei Memel, stehen gleich nach der Schur, hun­ dert Stück, meistens zweijährige Merino-Mut» terschaafe mit den dazu gehörigen Böcken zum Verkauf. AufdesfallsigeA,«fragen ertheilen nä, Here Auskunst der HerrInspekror Lank«,wsky a u f T a u e r l a u k e n s e l b s t u n d d i e H e r r e n S ch l e p Lc Co. hier. Libau, den 12. April 184!»

Bekanntmachungen. I m Auftrage zeiget Endesgenannter hier« durch an, daß in Hasenpoth, ein dem Herrn Baron v. Sacken aus Hasenpoth - Paddern gehöriges, früher von dem Herrn Aktuar Rath Ewers bewohntes und hierbei ganz genau be­ Ein' moderne offene Chaise zu 2 Pferden schriebenes Haus, aus freier Hand zum Ver» auf 4 Federn und in vollkommen gutem Zu­ kauf stehet. Auch werden die resp. Kauflieb» stande. steht zum Verkauf, so wie 2 Schlit« Haber ersucht, im Fall sie nähere Auskünfte ten zu sehr billigem Preise, in Grobin im noch zu haben wünschen, sich an den Endes­ Hause der Wittwe Pauffler. 1 genannten gefälligst wenden zu wollen. Julius v. Seefeld. Otto v. Nolde. Beschreibung der Gesetzlichkeit. Eine nur sehr we^ig gebrauchte St. Pe« I . W o h n h a u s , roth gedeckt. t e r sburger Droschka steht zum Verkauf. W o ? a) untere Etage nebst Flügel von Feldsteinen, erfährt man in der hiesigen Buchdruckerei. hat 4 Wohnzimmer, 2 Buden, 2 große /listen Keller und 2 Küchen; b) mittlere Erage von Holz, hat 8 warme und ein kaltes Zimmer nebst engl. Küche; Gibe! und Frontispice von Fachwerk, hat 5 warme und 1 kaltes Zimmer nebst ei­ 1, 2, 3, 4 ö» >50 ner großen Küche. II. Herberge, größtentheils von Feldsteinen, Hat 3 warme und 1 kaltes Zimmer nebst Küche, roch gedeckt. )ln gekommene Reisende. III. Pferdestall. Wagenremise und Klee« Im i. Stadttheil, i. Quartier, den 2l). April: Herr Vice-Consul Alexander Behrens, nebst Gcmah» te von Holz, rotb gedeckt. lin, so wie Herr Reps, Herr Zapff und Herr Beyer­ IV. H olz s c h o b e r v o n H o l z u n d m i t e i n e m mann, aus Riga, bei Gerhard, am neuen Markte, Bretterdach. im Hause Nr. 24. Im i. Stadrthei.e, 2. Quar« V. Obst-» und Gemüse-Garten mit mehr a^s tier: Herr v. Bordehlius, aus tigutten, und den 72-- Herr Collcgien-Rath und Ritter v. Tschaschni» 200 Obstbäumen, von ungefähr 2? Löf? kow, Kurl. Gouvernements-Schul-Direkror, aus Mistellen, und - tau, so wie Herr v. Bordehlius, aus tigutten, bei VI. eine umzäunte Koppel von mehr als eine Büß, am alten Markte, im Hause ??r, 207. — Im 2. Stadttheil, 3. Quartier, den 20.: Herr C. vom Lofstelle. 2 In meiner ?ension8an8talt 8teken ^lokannis mehrere 8teIIon kür ?ensionaire okken. vis näkeren Leäingunßen 5inä bei Zern Herrn OkerkokAerickts-^Zvocaten 81 evo^t 2U erfahren. Ilasenpotk, äen 14- ^xril 1841X. Ltrsuls, Vorsteher einer privat- I^e^r- unc^ ?ensionsanstal^. 2

Berg, und Herr Gerhatd Winckel, aus St. Peters­ burg, so nie den 22.: Herr v. Korff, aus GroßGramsdcn, bei der Wittwe Makinsky, in der gro« ßen Straße, im Hause Nr. 275,

A b r e i s e n d e . Oer Ausländer, Schncidergesell Roschert, reiset nach Rußland. z Die Unverehelicht'' Johanna Rvsenthal, aus Altona, reiset nach Memcl. j

Courk ^msleräsin 90 1^-196^97 M l'. 34^ 35 l^onäon . . 3 IV?. 39^s I^ivl. ?kancil,r. a. — 8. 1V0^ Lurl. 10»j

vom 17. 2V. 197 Lents. ^ j^nr 34^ 35 ZLco. j j I^ubel 39^ ^ k>«-e.Lt. ) Silber. !00l 1vl)5 100^

E i n e junge Dame wünscht als Wirthschaf» terin oder Näherin ein Unterkommen. Das Nähere erfährt man bei dem Gold» und Sil» berarbeiter Herrn Ernst. 1 'zfi ,u drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwalrung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Ccnsor.

A i b s? A f eh e s Herausgegeben, gedruckt und verlegt von

»HV». A4.

C. H.

Foege.

Sonnabend, den 26. April P u b l L c a t i o n e n.

Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements Regierung vom <5. d. M. sub Nr. 3145.- ge­ mäß dem Auftrage Sr. Ercellenz des Kurländischen Civil-Gouverneurs, wirklichen Staatsraths und Ritters von Brevcrn, keine Okladisten mit abgelaufenen Abgabenscheinen oder Pässen zu dulden, die ermittelten .'>chler der Abgaben-Restanten, ganz unnachsichtlich mit der gesetzlichen Strafe, d. i. nach dem Patente Ei­ ner Kurl. Gouvernements-Regierung vom 27- Februar 1824 mit der Pön von 22 Rubl. 50 Cop. S. M. für icden mit einem abgelaufenen Passe betroffen werdenden Okladisten, und mit Zahlung der doppelten Abga­ ben des Gehehlten zu belegen, zu welchem Ende dieses Polizey-Amt durch halbjährig einzufordernde Haus­ listen sich die Ueberzeugung zu verschaffen hat, daß kein? Abgaben-Restanten oder Paßlesc im Stadtgebiete Duldung und Aufnahme finden, — hat dieses Polizey-Amt besagte Anordnung den hiesigen Hausbesitzern und Einwohnern mit dem Bemerken zur Wissenschaft und S!üchachrung zu eröffnen sich veranlaßt gesehen, daß, da Hieselbst alle, nicht zu dieser Stadt verzeichnete, Fremde auf die Zcir der Gültigkeit der Passe und Adgabenquittungen mit diesseitigen Verbleibschcinen vcrschen werden, die Hausbesitzer sich die Verbleib­ scheine ihrer Einwohner, Gesellen, Lehrlingen und Oicnstlcuten verzeigen zu lassen, die Termine anzumer­ ken und bei Ablauf derselben sofort zur Besorgung neuer Pässe und Abgaben-Quittungen die Inhaber der­ selben zu adstringireu und wegzuweisen haben, entgegengesetzten Falls ein Jeder es sich selbst beizumessen haben wird, wenn von demselben die obbesagtc Strafsumme unnachsichtlich beigetricben werden wird und muß. tibau, den 22- April 1841. 2 Nr. 682Polizeimeister M i ch a e 1. I . O. Gamper, Sekr. Die rechtlichen Eigenthümcr eines bei diesem Polizei-Aime eingelieferten seinen großen Tischtuches, eines großen Bettlakens, eines Cambric-Nachtlamisolcs und eines Sackes mit Erbsen, werden desmittelst aufgefordert, sich ungesäumt bei dieser Bchörd'e zu melden und ihr Eigenthnmsrecht nachzuweisen, entge, gengesetzten Falls damit, wie mit herrenlosem Gute vetfahren werden w-rd. Libau - Polizei - Amt, den is. April 1841< Nr. 630 Polizeimeister Michael. I . D. Gamper, Sekr.

St. Petersburg, vom 14. April. Der Generalmajor Fürst Carl von Lichten« stein, rrn Sr. Majestät dem Kaiser von Oe« stc'.reich beauftragt, I I - M F ? , dem K a i s e r und die Kaiserin Dessen Glückwünsche zur Ver­ mählung S r . K. H . des Cäsarewitsch Groß« fürsten Thronfolgers abzul?atren, und der Generaladjutant G ra f W o r o n z o w, General« Gouverneur der Provinzen von N?u-Nußland und Bessarabien, sind in St. Petersburg an, gekommen. — Dampfschifffahrt zwischen St. Petersburg und London. Während der dies­ jährigen Navigation >?üd ras Englische

Dampfschiff „Jupiter" von 500 Tonnen und 220 Pferdekraft, gefühlt vom Cap-rain Warers, die Comuncasion zwischen St. Peters­ burg und London unterhalten, und auf jeder Fahrt bei Kopenhagen anlegen. Es wird von Kronstadt am jedes Monats und von London am 8. n. St. jedes Monats abgehen. Die erste Abfahrt wird am Mai und von Lon­ don am 8. Mai n. St. selin. Die Passagiere gehen am Tage vor der bestimmten jedesmal«? gen Abfahrt nach Kronstadt (vom Englischen Quai). Preise der Platze in Silbermünze, ohne Beköstigung und Bedienung, für welche

vergangnen Nacht v?« Fontainebleau wieder letztere Z Rbl. 25 Kop.. nach London und 4 in den Tuilerieen eingetroffen. Der König und Rbl. 75 Kop. nach Kopenhagen gezahlt wird: die Königin der Belger werden am künftige.': Nach London erste Kajüte 93 Rbl. und nach Kopenhagen 50 Rbl., zweite Kajüte: nach ton? Freitag in Paris erwarret; der Prinz von Ioinville wird ebenfalls gegen Ende der Woche don 62 Rbl. und nach Kopenhagen 38 Rbl. von Cherbourg wieder hier eintreffen. Das Kinder unter 10 Jahren zahlen die Hälfte. Programm der stattfindenden Feierlichketten Warschau, vom 23- April. lautet folgendermaßen: am 1- Mai offizieller Es soll eine regelmäßige Dampfschifffahrt Empfang in den Tuilerieen; am 2. 5auie zwischen Warschau und Danzig eingerichtet des Grafen von Paris in der Kathedrale von werden, sowohl zum Waaren»Transport wie N^tre Dame, Überreichung des Sr. Ksnigl. zur Beförderung von Reisenden. Die erste Hoheit destimmten Schwertes durch das MuProbefahrt wurde in diesen Tagen von dem nicipal-Conseil, großes Diner bcim^ Könige kleinern der beiden hiesigen Dampfböte ge­ Abends Illumination und F-verwerte auf dem macht. Am 12. d. M. langte dasselbe in Dan­ Quai d'Orsay. Am 4. empfangen I I . MM. zig an nach einer Fahrt von fünf Tagen, wo­ die Damen. Am 6. großes Concert in d.r von aber einer bei Plozk und ein zweiter bei Gallerte des Louvre.— Vom 22. Die In« Thorn zugebracht wurde. Das Dampfboot strucnon des Darmösschen Prozesses soll seit nahm Maschinen mit, die für Fabriken irr einem Monate beendet seyn, und dennoch heißt Ciechocin bestimmt sind, und es wird von Dan­ es jetzt, daß die Debatten vor dem Pa'rszig mir Waaren für hiesige Kausteure zurück hofe erst am 15. Mai beginnen würden. Man erwartet. versichert, daß in dem Augenblicke, wo man Paris, vom 20. April.' den Pairshof versammeln wollte, ein Auf­ Die Legung des Grundsteins zum Fort Cba« schub durch die Unpäßlichkeit des Hrn. Pasrenton ging gestern ganz in der Stille vor sich. quier nothwendig wurden. Später fürchtete Um 2 Uhr fuhr der König in Begleitung meh­ man, daß di> Sache zu nahe vor den Feier­ rerer Herreu nach Fontainebleau und hielt zu lichkeiten-bei der Taufe de's Grafen von Pa« Alforr an, um das Fort von Charenton zu be< ri^ stattfinden möchte, und cs ist deshalb be­ suchen, dessen Erdarbeiten bereits sehr vor­ schlosten worden, die gerichtlichen VerHand» gerückt sind. D i e Generale Dode de la V>u« lungen bis zur Mitte des künstigen Monats nerie und Vaillant empfingen den König, wel« auszusetzen. Uebrigens ist seit langer Zelt ke«n cher den Grundstein legte und unmittelbar dar» Verhör mehr mit Darmes angest-llt worden, auf feine Fahrt nach Fontainebleau fortsetzte. und es scheint sogar, daß man sich geweigert Der König ließ 1000 Fr. zurück, um sie unter die Arbeiter zu vertheilen. — Die Zahl der ^ hat, ihn zu vernehmen, als er kürzlich sagen l'eß, daß er neue Geständnisse zu machen habe. Soldaten und andern A'beiter, d'e bei den Man ist seiner angeblichen Gestandnisse, die verschiedenen Fortificationen beschäftigt sind, sich imm^r als Mistificationen erwiesen, müde wird über 20,000 angegeben. Am kräftigste», geworden. werden die Arbeiten an den detaschinen Fol ts Vermischte Nachrichten. betrieben. — Das Haus Rothschild soll der Beabsichtigte Bauten in Rußland im 1.1841. Regierung das Anerbieten gemacht haben, Das Kunstblatt giebt uns folgende UcbersiHr den Bau der Eisenbahu von Paris nach der der sür dieses Jahr im Reiche beabsichtigten Belgischen Glänze zu übernehmen. Es heißt, Bauten, i ) Eine Werft und ein Hafendamm man habe sich unter Anderem auch dazu er­ in Odessa unrer der Oberaufsicht des GeneralVoten, während eines Jahres keine Acnen Gouverneurs und des Ehrenbürgers Andro« auszugeben, um dem Finanzmmister sür dis ßow. Die Summe von 143,628 Rbl. 78^ Negeciirung des projccrirten großen Anlehens K- S. »st dazu angewiesen. — 2) Geläute freie Hand zu lassen. — I n Dicppe Hot man des Gymnasiums zu Kamenez - Podelsk. von bei einem dort seit langen Jahren uiit.r dcm Grein, im Griechischen Styl. und vcn drei Namen Vater Bloquet bekannten Benler . wel» Stockwerken; 30 Faden 2 Arschin lang, W cher ausziehen sollte, eine solche Masse alten Faden breit und bis zur Dachspitze 7 Faden erbettelten Kupfergeides gesunden. daßm.^nes 2 Arschin hoch, mit einer -uveifachen steiner» auf 60,000 Fr. schätzt. Idm ist von Amtsnen Treppe und einem 12 Faden langen und wegen das 49 Jahr lang fortgesetzte Betteln 3? Faden breiten Saale. Angewiesen sind untersagt. — Vom 2t- Der.Kö'.ig ist in der

da;v^40 5l4 R. S. — A) Un:t»au 5-'s Hau­ Ericchifch-Gothischtm Style, mit einer Kup> ses l u e d a s adetisie I n s t u u l ZU M o k t w a , nach p?l, einer Cap.lle und einer Umzäunung. 20 dcm Entwurf des Architekten Nikirin. E--« ^chö» Fuden lang. F. dreit und l2 F. hoch. Nks Gebäude v o n ch.';:k!ur, drei AuAcrdr,n sind die Vorschläge des IngenieurStockwcrke hoch, von einem eisetnen Giuerzaun Obriffen Iwanowsk-j zu Verschönerung der umgeben, nebst Kirche und Garten 40 Faden Stadt Pinsk genehmigt und der Plan des lang, l2 Faden breit und iL Faden hoch» Ingenieur Capttains Sscrebriakow zur Ver­ Angewiesen sind dazu aus den Rcichssummen besserung d^r Schiffahrt auf dem Flusse Mu073 492 Rbl. 55 K. S. — 4) R.nhhaus zu chowez bestätigt worden. Oncga, von Holz auf einem steinernen Fun» dament. 15 Faden 2 Arschin lang, 8 Faden Gerichtliche Bekanntmachung. 3^ Arschin breit. Angewiesen sind dazu aus » Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ den Stadteinkünften 11.907 Rbl. 87 K- S. jestät, des Selbstherrschers aller Reussen :c. — 5) Kaufhof mit 40» Buden in Simbirsk. zc. zc., werden von Einem Libauschen Stadt> Das Gebäude wird aus vier Linien bestehen, Waisengerichte, auf Antrag der gerichtlichund die eine Seite lehnt auf einem Räume c-onstiruirren Kurtzeschen Curakoren alle Dievon 170 Faden an den Stadtwall. Angewie­ jcn>>,en, welche a n die G . L . Kurtzeschen sen sind dazu aus den Stadt.'inkünfren 2!,507 Eheleute, oder deren Vermögen, in sxecie R. S- — 6) Krankenhaus für KausUure wahan das hieselbst unrcr Nr. 156 -k- belegene rend des Jahrmarktes in Nischnij, Nowgorod, Wohnhaus nur Perlinenlien, rechtliche Anvon zwei Stockwerken. im Franzönschen Styl; sprüche und Forderungen haben, oder machen an der Vorderseite iL, an der hintern Seile zu können vermeinen, hiemit eäictaliter ad15 Faden lang, und 8 Faden breit, bis zur Dachspitze 5? Faden hoch. Aus den Stadt» citirr und vorgeladen, in dem auf den 20« August dieses 1841stsn Jahres anberaumten summen sind angewiesen 19.L52 R. 11K. S. ersten Angabe-Termine, entweder in Person — 7) Eine steinerne Evangelische Kirche im oder rechtsgenügender Vollmacht, auch wo es Griechischen Styl nebst einem Glockenthurme^ nölhig ist, in Assistenz oder Vormundschaft zu Mtnsk, durch drn Architekten-Gehilfen Mors allhier zu Rathhause, vor diesem Waisenge­ gan; der auf drei Seiten »m Innern dep richte zu erscheinen, ihre Forderungen gehö­ Kirche befindliche Chor wird von hölzernen rig anzugeben, zu documentiren und in rechts­ Säulen getragen werden. Das Gebäude wird genügender Arr zu beweisen, und sodann die 12 Faden lang, 7 Faden breit und 6 Faden Anberaumung des zweiten und Präklusiv'An­ hoch seyn. Angewiesen sind dazu aus der gabe-Termins zu gewartigen, unter der aus« Kirchensumme 8295 R. S.— 8) Das Gefanqniff in Tobolsk, am hohen User des I r , drücklichen Verwarnung, daß, falls sie stch tisch; ein steinernes Quadrat iw Venetianimit ihren Ansprüchen nicht melden sollten, sie schen Geschmack, auf allen Seiten von einer alsdann prakludirt werden sollen. Gleichmä­ steinernen Mauer umgeben, für 250 bestand»» ßig werden auch Diejenigen, welche an die ge und 500 Etappen-Arrestanten; auf jeder Kurtzeschen Eheleute Zahlungen zu leisten ha­ Seite 18^ Faden lang, 6 Faden hoch; in der ben, hiemit bei Vermeidung rechtlicher Fol­ Mitte ein Hof, 10 Faden im Quadrat. Auf gen. aufgefordert, in gedachtem Termine ihre seder Seite des Gebäudes wird sich ein FluOekita bei diesem Waisengerichte einzuzah­ gel befinden. Der Plan dazu ist von dem len; als wonach sich Jeder zu achten har. Gehilfen des Tobolstischen Gouvernements» Gegeben im Libauschen Stadt-Waisengerichte. Architekten Wegel entworfen. Angewiesen sind den 22. April 184t. Z dazu aus den Reichssummen 49,230 Rbl. S. (Die Unterschriftdes Waisen— 9) Eine steinerne Römisch Katholische Kir­ g e r i ch t s.) che in Kremcncz, im Griechischen Styl, mit zwei kleinen Glockenthürmen. Die Kirche wird Bekanntmachungen. 14 Faden lang, 6? breit und 4 Faden hoch Zur Regulirung des Nachlasses meines ver­ werden. Der Entwurf ist von dem Architek­ storbenen Vaters, des weil. OberhofgerichtK, ten Margan. Angewiesen sind dazu 122,897 Advokaten Carl Fuchs, ersuche ich alle Die­ R' Ass. —10) Eine steinerne Kirche auf den jenigen, welche an denselben Ansprüche zu forNamen Christi des Erlösers in Charkow, in miren gedenken, sich innerhalb 4Wi)cheu, und

spätestens bis zum 24. Mai d. I . bei dem Herrn Gouvernements, Secrelaire" W i l h e l m Stend er in Libau zu melden, ihre etwanige» Ansprüche zu documentiren, und sodann wegen ihrer rechtlichen Befriedigung des Wei, teren gewärtig zu sepn. Mitau, den 24. April 1841. Collegien - Secrctaire C. G. Fuchs.

Dampf-Schifffahrt zwischen Memel und Königsberg auf dem Haff und Memel - Strom. Seit Abgang des Eises hat das für Pas­ sagiere elegant eingerichtete neue Dampfboot Friedrich Wilhelm IV." die regelmäßigen Fahrten zwischen Memel und Tilsit, so wie Memel und Schaaken nach Königsberg, wie folgt, begonnen, als: Montag 9 Uhr Vormittags von Memel nach Tilsit; Dienstag 5 Uhr Morgens von Tilsit nach Memel; 1 Uhr Nachmittags von Memel nach Schaaken bei K'önigsbera; Mmwoch 1 Uhr Nachmittags von Schaaken nach Memel; Donnersraa 9 Uhr Vormittags von Menul nach Tüsic; Freitag 5 Uhr Morgens von Tilsit nach Memel; 1 Uhr Nachmittags von Memcl nach Schaaken bei Königsberg; Sonnabend 1 Uhr Nachmittags von Schaaken nach Memcl; und können mit demselben auch aufs Schnellste Waaren, Wagen und Pferde von hler bis Königsberg und von Königsberg bis hier be­ fördert werden. Die Berliner Schncllfuhren süi. Güter-Transporte von und nach Königs» derg in 6 k 7 Lieferwagen schließen sich diesen Fahrten an, und können sonach alle Güter in der sehr kurzen Zeit von 7 bis 8 T>?.u'n zu

S ch

sehr billigen Bedingungen zwischen Memel und Berlin hin und her versandt werden. Am Bord des Schiffes befindet sich eine Restauration. z Memel, den April 184t. C. Schwedersky. C. Schien mann. In «leiner ^enzionganstalt stehen 211 Iisnnis mehrere 8tsI1oo kür ?ensiynsire o5ken. Die näheren Le6inAuriAen siricl kei

äem Herrn Vderkc)kAerickts-^.ävocÄten Sieerkakren. AÄ8enpotk, cZen j4. ^xrU 184lI?. X. 8 trau/'s, Vorsteher einer privat- I^eür- unä

^ensionsanstsir.

Eine nur sehr w?nig gebrauchte St. Pe» tersburger Droschka steht zum Verkauf. W o ? erfährt ma?' in der hiesigen Buchdruckeret. Angekommene Reisende. ^ Im !. Stadttheil, 1. Quartier, den ^z. April: Fräulein Lma Hendersohn, aus Memel, beim Herrn vr. Harmsen, in der Sandstraße Nr. 89. — Im 1. Stadltheil, 2. Quartier: Herr Baron v. Simolin, aus GroZ.-Dselden, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. Den 24.: Herr Sekr. Doroschcwskl, aus Polangen, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 209. - Im 2- Stadttheil, 3. Quartier, den ?z.: Hcrr Narkewitz, Amtmann aus Batben, bei Erneft, in der Iuliannenstraße, im ^ause Nr. 383. Den 24.: Herr v. Manteuffel, aus Zierau, Hcrr v. Hahn, aus Niederbvrtan, und Herr v. Fircks, aus Räuden, bei der Wittwe Makinski, in der gro­ ßen Straße, im Hause Nr. 276.

A b r e i s e n d e r. Der Ausländer, Schneideraesell Roschert, reif't Rußland.

i s f 6 5 i sr st e. Ei n k 0 m m e n d:

A u s g e b e n d : 23.

2« 29

Nation: Holländer. Dane. Russe.

61N,

3l>

Britte.

Ist ;u drucken erlaubt.

' >,

Wind und W e t t e r . Oen^20. April S. und den 2!- SW,. veränderlich: den 22. S.. den 23- und 2^. SW-, heiter; diu SW., veränderlich - dcki 26. S., bewölkr.

April. 5>'<>. Nation: Schiff: ' Capitain: kvmlnt von: Mit: 2». Holländer. Gcerrruida. N. R- Tunteler.^ Greningen. Ballast. — 3t Lübecker. Salome. G.H B.Burmelster.Lnbeck. «il.o 2l- 52 Holländer. Helena. A. P. Knyt. Dune.e. cliio clito — de Waakzaamheid. I . W. de 5 eng. Amsicrdam. ciNc," 34 MeklenburgerAnna Margaretha. IochiraBradderittg.^is-.nar. April.

2

Sckiff: Iacoba Hazewinkel.I. G. Vvl'n. Thomas L'airrence. I . Jensen, di^ Dankbarkeit. F. Sck)useke. Prahm Johanna. S. H. Schmidt. Perthshire. James 5)vung.

nach Holland. Riga.

0 Dundcc.

an: Friedcx.Hagedorn. äi.tc»

Jvl). Cchnobel. Fr?eder.Hagedorn. I- Harmsen jun.

mit: Schlagsaat, Hanf?c. Fruchten. i'eitttl, Oelfarbenu. Früch. Hvlzwaaren, Fruchten?c. FlachS.

Im Namen der Civil - Oberverwaltung der Ostsee - Provinzen, Tanncr. (»cnsor

i b a st f

es

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foeg^. SS.

Mittwoch, den 39. April P u b l j c a t i 0 n.

Alle Diejenigen, welche für dieses Jahr die Straßenpfiasterung Hieselbst zu übernehmen gesonnen seyn sollten, werden desmittelst aufgefordert, sich an den dieserhalb auf den 2- und den 5. Mai d. I . angesetz­ ten Torgterminen bei diesem Polizei-Amte Vormittags um 12 Uhr zu melden und den Mindestbot zu ver­ lautbaren. l'ibau, den 25. April L841. Nr. 70t. , Pvlizeimeister Michael. I . D. Gamper, Sekr.

Libau, vom 29- April. Am 25. d. M. ist der hiesige Bürger und Kaufmann dritter Gilde, Herr H. F . B u d d e von dem Aeltestenstuhl der großen Gilde zum Stadtältesten erwählet, und als solcher am 28. d. von Einem Libauschen Stadtmag.strate bestätiget und in Eid und Pflicht genommen worden. Riga, vom 22. April. Von den von Sr.M. dem Kaiser unterm 16April erlassenen Manifesten !t. können wir heute unseren geehrten Lesern vorläufig nur folgende mittheilen: Von Gottes Gnaden W i r N i k o l a i d e r E r s t e , :c. :c. zc. Thun kund und zu wissen allen Unseren ge« treuen Unterchanen: Die Vermählung Unseres geliebtesten Soh­ nes und Thronfolgers, des Cäsare witsch und Großfürsren Alexander Nikolajew i t i c h , m i t d e r G r o ß f ü r sti n M a r i a A l e x « androwna, Tochter des Großherzogs von Öessen'Darmstadt, ist am 16. d. M. in der Kathedrale Unseres Winterpalais in Unse­ rer Gegenwart und im Beisepn geistlicher und weltlicher Pertonen vollzogen worden. Indem W»r dieses Uns erwünschte Ereigniß bekannt

machen und befehlen, Unserer geliebresten Schwiegertochter, der Gemahl'» Unseres Thro n f olgers, den Titel Cäsarewna und Groß für st in beizulegen, zweifeln Wir nicht, daßUn sere getreuen Unterthanen auch jetzt ihre Gebete mit den Unsrigen zu dem Allmäch. tigen und Allbarmherz'gen Gott vereinigen wer» den, auf daß Er die Unserm Herzen theuren Neuvermählten mit Seiner väterlichen Gnade bewahren, und Ihren Bund, so wie Ihre aegensemge Liebe, durch sorgenloses Glück i m Laufe vieler Jahre segnen möge, zu U n ­ s e r e m Tröste sowohl, wie zum Tröste Un­ serer geliebteften Gemahlin der K a i s e r i n Alexandra Feodorowna und Unseres gesammten Ka i serhau ses, so wie zum Woh­ le Unseres lieben, getreuen Rußlands, wel» ches bei seiner innigen Ergebenheit nie auf­ hören wird, mit Uns alle Unsere Hossnungen und Freuden zu rhellen. Gegeben zu St. Petersburg am 16. Tage des April im Jahre nach Ehristi Geburt tausend achthundert ein« undvierzig, und U n serer Regierung im sechszehnten. Utas an den Dirigirenden Senat. Durch Unser heutiges Manifest ist die glück­ lich vollzogene Vermahlung Unseres geliebtesten Sohnes und T h r o n f o l g e r s des Casare» w i t s c h u n d G « o ß s ' ü r s t e n A l e x a n V e r Ni

k o l a j e t v ! ! sch mit der G r o ß f ü r s t i n M a r i a A l e x a n d r o w n a , Tochter des GroßHerzo­ ges von Hesseil - Darmstadt, zur allgemeinen Kunde gebracht worden, und W t r haben daher befohlen, di>?se Unsere geliebteste Schwieger­ tochter C ä s a r e w n a und F r a u G r o ß f ü r s t i n zu nennen. Zugleich hiemit haben W i r fürzweckmäßig erkuniu, als Zusatz zu dem Artikel 10t der Reichs-Grundgesetze zu bestimmen, daß von n u n a n d'ie G e m a h l i n n e n der C ä s a r e w i t s c h e und Nachfolger des Thrones aller Neusten nebst den Titeln Kaiserliche Hoheit und F r a u G r o ß f ü r s t i n auch stets den Titel C ä ­ saren? na führen sollen. Der Dirigirende Senat wird nicht unterlassen zur Bekannt, machung und Poll-iebung dieses U n s e r e s Willens die nöthigen Verfügungen zu treffen. An den

Herrn Kriegs-Minister.

Nachdem Wir durch Unser am heutigen T a ge erlassenes Manifest den für Unser Herz freudigen Tag der Vermahlung Unseres viel» geliebten Sohnes, des T h r o n f o l g e r s C ä ­ saren? itsch, durch Gnadenbezeigungen und Erleichterungen bezeichnet, baden W t r U n s e s re besondere Aufmerksamkeit auf Ihre Vor« stellung über die bedrängte Lage ver.chiedener Personen und Corporationen gerichtet, die ei­ ner Strafe sür Nichterfüllung der Verordnengen über Adsendung und Zuzählung von L?oldatenkindern zu den Bataillonen der Militairkanronisten unterliege»», und bewogen von den Gefühlen Kaiserlicher Barmherzigkeit, befehlen Wir: l ) Alle Geldstrafen der Art zu erlassen und aus den Rechnungen zu streichen. 2) Die Wirksamkeit dieser Unserer Allergnädijisten Erlassung sowohl auf alle Nückjlcui?e terA^r, die zum t. Januar d. I . Rbl. betrugen, als auch auf alle jene dualen auszudehnen, die in der Folge bis zum j6. April d. I . entdeckt worden sind, und Z) Alle Per­ sonen und Corporationen, welche bis zum t. Januar l842 selbst über Soldatenktüdkr, die bisher nicht zum Milirair-Ressort zugezahlt worden sind, Anzeige thun, ebenfalls von jeg­ licher Strafe zu befreien; nach Adlauf di-ses Termins aber sollen alle über diesen G gen­ stand bestehende Verordnungen u, ihre frühere feste Kraft rieten. Zur Vollziehung dieses !l»,seres Allergnadigsten Willens überlassen W i r Ihnen die gehörigen Verfügungen zu treffen. Die Originale sind von Sr. Maj. dm Kaiser Allerhöchsteigenhändig also unlerze-cy» net: N i k o l a i . (Nig. Ztg. Nr. 4tt.)

Berlin, vom 30- April.

Se. Maj. der Köni^ haben Allergnädigst geruht dem Baron Theodor von Grothuß, Erbherrn auf Wainoden in Kurland, den Sr. Iobanniter-Orden zu verleihen. — Allgemeine Theilnahme hatte natürlich die Abwendung eines Falles der kleinen Prinzessin Louise, Tochter des Prinzen von Preußen, erregt. Dieses holde, noch nicht ganz dreijährige Kind hatte in einem unbewachten Augenblick sich zu weit aus dem Fenster eines im Hochparterre des Palais befindlichen Zimmers gelehnt; die ser Umstand war aber von einem in der Nähe stehenden Knaben bemerkt worden, der die kleine Prinzessin in feinen Armen auffing. Eine un« bedeutende Verletzung an der Stirne war außer dem Schreck die Folge eines Ereignisses, wel­ ches das K. Haus und uns Alle leicht mir tiefer Betrübniß hätte erfüllen können. Merk» würdig ist es, daß der jugendliche Retter der Sohn eines Mannes ist, der erst vor Kurzem die für die Rettung eines Menschenlebens be­ stimmte Medaille erhalten, Weiler ein ihm un, bekanntes Kind mit eigener Lebensgefahr aus einem Canal der Spree herausgeholt hatte. I n dem Augenblick, als sich dieser Vorfall in dem Palais zugetragen hatte, war I . K. Höh. die Prinzessin von Preußen bei I .Maj. der Königin, und der Prinz von Preußen kam eben von der Parade zurück. Se. K. Hob. ließ sich sogleich den Retter des geliebten Kin­ des holen und beschenkte denselben mit der goldenen Eluis-Uhr, die er bei sich uug. Um 2 Uhr wurde auch der Varer des Knaben in das Palais geholt und beschenkt. München, vom 22. Aprtl. Der Herzog von Leuchtenberg ist noch nicht von Eichstädt hierher zurückgekehtt. Man nennt als Grund feines dortigen Aufenthaltes, daß er selbst die nörhigen Anstalten zum Empfange sammtlicher Familienglieder von hier, aus Stuttgart und Hesingen, leiten wolle. Es sind nämlich in Folge aus St. Petersburg eingegangener Briefe res Kaisers und der Kaiserin bedeutende Abänderungen in den Reiseplancn des Herzogs nölhig geworden. Er verlaßt mit seiner Gemahlin München schon am May und geht, mir einigem Aufent­ halt an den Höfen von Weimar, Dresden und Berlin, nach St. Petersburg. Unsere Hoff­ nung, die Herzoglich von Leuchtenberglsche Fam-lie noch r-.cht lange hier zu besitzen, sind dadurch gegen E r w a r t e n plötzlich vereitelt w o r ­ den.

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London, vom 24. April. D a s Schiff „Pilor", welches vor einen! hal­ ben Jahre auf den Wallft'schfaüg ausging, ist in der Meerenge von Time» von Malayjschen Seeräubern übersallcn, nach tapferer Gegenwehr geplündert und der größte Theil der Mannschaft niedergemacht worden. Der Capirain und 27 Mann kamen um, nur 10 Mann konnten^ sich reiten. Die Malayen sind der Schrecken der Seefahrer in der Meerenge von Timor. Vor einigen Iahren halte Ca­ pitain Aaron Smilb vom Schiffe „Donna Anna" sie exemplarisch gezüchtigt, indem er sie mir Verlust von 300 Mann schlug und 20 ihren Piroguen in Grund bohrte. Aus dem Haag, vom 23. April. Man sagt, daß bei der Londoner Conferenz Seitens Frankreichs der A n t r a g gemacht wor« den sey, die Angelegenheit der Türkei mit Meh« med nun auf sich beruhen zu lassen, wenn der Sultan den letzten Vorstellungen der Mächte: den letzten Hamscherif zu mäßigen. nicht so­ fort nachkommen möchte; das heißt mit^ an­ deren Worten, der Türkei selbst cs zu über» lassen, sich Ansehen in Alexandria zu verschaf­ fen. Wir finden diesen Vorschlag ganz in der Ordnung, denn ist die Türkei nun noch ohn­ mächtiger, als Mehmed nachdem man diesen in seine Schranken zurückführte, so mag sie auch den Mehmed selbst wirtschaften lassen, dessen Herrschaft so drückend sie auch war, " in Syrien sehr zurückgewünscht wird. Darmstadt, vom 28- April. Heute, als dem zur Vermählung des G r o ßfürstenThronfolgersvon Rußland mit der Großfürstin Maria Alexandrowna, Prinzessin von Hessen und bei Rhein, bestimm­ ten Tage, werden Mittag um 12 Uhr inh«e: siger Stadlkirche die von der Stadt zur Feier dieses hohen Fcstes, an welchem alle treue Hessen den innigsten Antheil nehmen, jedes mit 100 Fl- ausgestatteten 6 Paare feierlichst getraut. Nachmittags i Uhr laßt die Stadt in gleicher Abficht 120 Arme auf dem Rath­ hause festlich bewirthen. Köln, vom 30. April. Der „Commerce" vom 28. April enthalt die Nachricht, daß der General Harrison, Präsident der Vereinigten Staaten, den 4^ d. zu Washington gestorben ist.

Gerichtliche Bekanntmachung. A uf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­

jestät, tes Selbstherrschers aller Neuffen :c. :c. ;c., werden von dem Grobinschen Stadl« Magistrate alle Diejenigen, welche an den Nachlaß der hieselbst verstorbenen Bürger und Mühlenmeister Johann Daniel M iranischen Eheleute, irgend welche Forderungen und An­ sprüche baben oder zu haben vermeinen, hier­ mit eäictaliier adcinrt und vorgeladen, sich am 7. August d. I . als dem dazu anveraumten ersten Angabe-Termin, entweder per« sönl-ch oder in gehöriger Vollmacht, auch wo nöthig in Assistenz oder Vormundschaft, ve» dem Grobinschen Stadt-Magistrate, Vormit­ tags in der Session mir den nöthigen Be» weisen zu melden und ihre etwanigen An­ sprüche und Anforderungen gebührend anzu­ geben; worauf sie dann das weitere Rechtli­ che, so wie zuvor noch die Ansetzung des zweiten und Präclusiv-Angabe-Termins zu ge­ wärtigen haben. ^ Z Grobin, den 7. April 184tLlaricatum Lita-/!.. L.Xtionis Täictalis sä5uäic1urri 5. /tis (^robirllsnsis A. Gerhard, Nr. lLZ. (üivlt. t^rod. 8ecr.

Bekanntmachungen. Am 5. May d. I . und in den folgenden Tagen sollen im Hofe Langfehden bei Hasenpoth an die Meistbietenden gegen gleich baare Zahlung verkauft werden: Pferde, Equipagen, Möbeln, Kupferstiche, Hausgeräthe u. vgl. Im Auftrage zeiget Endesgenannter hier­ durch an, daß in Hafenpoth, ein dem Herrn Baron v. Sacken aus Hafenpoth - Paddern gehöriges, früher von dem Herrn Aktuar Rarh Ewers bewohntes und hierbei ganz genau be­ schriebenes Haus, aus freier Hand zum Ver, kauf stehet. Auch werden die resp. Kauflieb« Haber ersucht, im Fall sie nähere Auskünfte noch zu haben wünschen, sich an den Endes­ genannten gefälligst wenden zu wellen. Otto v. Nolde. Beschreibung der Besitzlichkeit. I . Wohnhaus, rothgedeckt. a) untere Etage nebst Flügel von Feldsteinen, hat 4 Wohnzimmer, 2 Buden, 2 große Keller und 2 Küchen; b) mittlere Etage von Holz, hat 8 warme und ein kaltes Zimmer nebst engl. Küche; o) Gibel und Frontispice von Fachwerk, hat 5 warme und t kaltes Zimmer nebst ei­ ner großen Küche.

II. Herberge, größtentheils von Feldsteinen, hat 3 warme und 1 kaltes Zimmer nebst Küche, roth gedeckt. III. Pferdestall, Wogenremise und Klee» te von Holz, roth gedeckt. IV. Holz sch ober von Holz und mit einem Bretterdach. V. Obst- und Gemüse-Garten mit mehr als 200 Obstbäumen, von ungefähr 25 Los­ stellen, und VI. eine umzäunte Koppel von mehr als eine 1 Lofstelle. Zur Regulirung des Nachlasses meines ver» storbenen Vaters, des weil. Oberhofgerichts' Advokaten Carl Fuchs, ersuche ich alle Die jenigen, welche an denselben Ansprüche zu for» miren gedenken, sich innerhalb 4 Wochen, und spätestens dis zum 24. Mai d. I . bei dem Herrn Gouvernements, Secretaire W i l h e l m Stender in Libau zu melden, ihre etwani» gen Ansprüche zu documentiren, und sodann wegen ihrer rechtlichen Befriedigung des Wei« reren gewärtig zu sepn. Mitau, den 24. April 1841. Collegien-Secretaire C. G. Fuchs. In meiner VensionsariLtali stehen Zol^snnis mehrere Liellen kür ?en8ionaire okke«. Die näheren LeclinAUn^en sinä I>ei üein Herrn OberkokAericl!ts-A.äv()cÄten 81e211 erlai^ren. I-Iasenxetd, äen 14- ^xril 184t^ I?. X. Lirauls, Vorsteher einer?rivst> l^ekr- unä

^ensionssQstali.

1

Eine freundliche Wohnung nebst Küche, Kel­ ler U- s. w., ist billig zu vernnethen bepm Fuhrmann Fritze. Eine nur sehr wenig gebrauchte St. Pe« tersburger Droschka steht zum Verkauf. Wo? erfährt man in der hiesigen Buchdruckerei.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den28. April: Herr Pastor Hacker, aus Bathen, beim Herrn Baron Sacken, im Hause Nr. 156. — Zm t. Stadttheil, 2. Quartier, den 27-: Herr Modest v. Mokrzecki, aus Labunow, bei Frey, in der langen Straß?, im Hause Nr. 216-

Den 28.: Herr Kronsförster Rudolph v.

Mirbach, aus Schrunden, und Herr Assessor A. v. Stempel, aus Grobin, so wie den 29-: Fräulein Minna v. Stempel und. Caroline Eggeling,

aus

Medsen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. A b r e i s e n d e r. Oer Ausländer, Schneidergesell Roschert, reiset nach Rußland. 1

Lours vom 24- und 27» ^pril.

Lenis. ^ ?ür 8Lc.s. z 1 R.ubel 39^ z?ce.Lt. ) Li1i>er. 100l 100'x 100.i

I g 1 9 6 z , 196z 34^Z . 90 l'. 34g

. . 3 1^1. —

Lurl.

äiio

8.

39^ 100z 9^100^

S cy l f f 6 - L

April. 23. 26— ^7.

April. 26-

28-

: st e. E i n k 0 m m c n d: mit: an: kommt von: Capitain: Schiff: No. Nation: Salz:c. Liverpool Frieder.Hagedorn, Wm. Burnet. Mentor. 35 Britte. dito Groningen. Ballast. I . B. de Voer. Charlotta. 36 Holländer. ciUo lliio Alckkefjord. I . A. Tönnesen 37 Norweger. Colina. 6ito Ioh. Goebel. Dnndee. .... C. H. Veen. Elisabeth. 38 Holländer. ciiio I . C. Hcnckhusc« Hull. De jonge Iantina. H. D. Puister. 6jic» 39 <1iio Fr'tder.Hagcdorn. Aberd^en. HendrikaMargrieNi.Ian K. Bart. 6ito 40 A u s g e b e n d: mit: nach: Capirain: Schiff: No. Nation: der Maas. Gerste. Peter Rehberg. 31 Meklenburger Renata. Roggen. Louis Bindcmann. Hsliand. Sophie. Preusse. 32 (^cbiedtun. Roggen und Hanf. I . I . ^oerts. Iuffer Garrelts. Holländer. 33 Iland. Gerste. H. I- Rottgers, Hanovraner. 1!aetitia. 34 Duudce. Flachs und Hansheede. ^ohn Aitken Thetis. Britte. 35 siito ^ liito Peter Thompson. Mobile. clito 36 Eichenholz. Peru nu. A. P. Uil. Caroline. Russe. 37 Gerste. Tönnies Dill'.ritz. Holland. Providentia. Meklenburger 38 it 1.0 llito Peter Permien. Harmonie. 39 St. Petersb. Mehl. H. Preust. Alexander. Russe. 40

'zsti„ drucken erlaubt. Im Namen der Civil -Oberverwaltung der Ostsee- Provinzen, Tanner. Ccnsor.

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i b 6 ü s eh c s

Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege S «. Ä«.

Sonnabend, den 3. Mai P u b l i c a t i o n e n.

Es wird desmittelst zur Kenntniß des Publikums gebracht, daß am 12. d. M., Vormittags um <2 Uhr, vor dieser Behörde ein krystallener Kronleuchter öffentlich soll versteigert werden. Libau-Polizei-Amt, den j. Mai 1841Polizeimeister Michael. 3 Nr. 749I . D. Eamper, Sekr. Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements-Regierung vom 22. d. M. sub Nr. 3253 wird desmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß nach dem <5odex der Gesetze Band x m . , Theil I i , Artikel 366, Todte vor Ablauf von 3 Tagen nicht beerdigt werden dürfen, "ach dem Artikel 355 desselben Bandes und Theils bei Scheintodren erst Gewißheit über den Tod herbeizuführen, nach dem Art. 367, bei plötzlichen Todesfällen vor der Beerdigung die gerichtliche Unrersuchung zu veranstalten ist, und nach dem Artikel 436 und 437 nur bei epidemischen Seuchen, die Beerdigung früher uls nach 3 Tagen stattfinden kann. Libau-Polizci-Slmt, den 2. Mai iS4l. 3 Nr. 75VPolizeimeister Michael. I . D. Gamper, Sekr. Alle Diejenigen, welche für dieses Jahr die Straßcnpflasterung hieselbst zu übernehmen gesonnen seyn sollten, werden desmittelst aufgefordert, sich an den dieserkalb auf den 2- und den 5. Mai d. I . angesetz­ ten Torgterminen bei diesem Polizei-Amte Vormittags um 12 Uhr zu melden und den Mindestbvt zu ver­ lautbaren. Libau. den 25. April 1841. Nr. 701. Polizeimcister Michael. I . D. Gamper, Sekr.

Allerhöchstes Gnaden, Manifest. Von Gottes Gnade»

W i r N i k o l a i d e r

E r s t e ,

Kaiser nnd Selbstherrscher aller Reussen !c. zc. ?c. Der Regung Unsers Herzens folgend, haben wir den Entschluß gefaßt, den für Uns und alle Unsere treuen Unlerthanen freudigen Tag der Vermahlung Unseres geliebten Sohnes und Thronerben, Casarewitich, Großfürsten Alexander Nikolajewitsch, dunh Gnaden und Erleichterungen zu bezeichnen. Schon zu Anfange Unserer Regierung thaten Wir Unfern festen Willen kund, Gnade und Schonung walten zu lassen, ohne die Kraft der Gesetze zu schwä« chen, sondern das Uns von Gort verliehene Recht zum allgemeinen Wohl auszuüben. Jetzt vielen, nicht sehr schweren Verbrechern verzeihend, und das Maß der Strafe anderer mildernd, hoffen Wir, daß die ihnen erwiesene Barmherzigkeit in ihnen das Gefühl der Reue erwecken und sie Unsere Nachsicht gegen ihre fruhern Verirrungen durch ihre künftige Füh,

rung rechtfertigen werden Die hiemit zugleich ver­ liehenen Erleichterungen in den Zahlungen verschie­ dener Forderungen kommen vorzugsweise denen zu­ gute, welche aus Armuth oder zeitweiliger Roth zahlungsunfähig geworden, und Wir zweifeln nicht, daß diese Erleichterungen Andere veranlassen werden, ihr Bestreben zur Erfüllung der ihnen obliegenden Pflichten zu verdoppeln. In dieser wohlgemeinten Absicht befehlen Wir Allergnädigst: j) Alle bis auf den heutigen Tag in Untersuchung und unter Gericht Stehende, in Sachen, welche nicht Kirchenraub, Todschlag, öffentliche Ge­ walttätigkeiten, Straßenraub, Wucher und Bestech­ lichkeit, Veruntreuung von Kronseigenrhum durch Personen, denen die Aufbewahrung desselben anver­ traut ist, Falfchmünzung und Nachfalschung von Reichspapleren betreffen, sind von Gericht und Un­ tersuchung zu bef eien und solches auch auf Diejeni­ gen auszudehnen, deren Verschulden, mit Ausschluß der vorerwähnten Verbrechen, dis auf diesen Taq noch nicht kund, uud daher durch Untersuchung nicht darqethan worden. Hiedurch werden nicht dachen niedergeschlagen, mir denen Privatforderungen v?r-

knüpft sind. Die der Zueignung fremden EigenthumS vder irgend Jemand zugefügter Schaden Schuldigen werden zwar nicht der Criminalstrafe für das von ih­ nen begangene Verbrechen unterzogen, jedoch nicht von der Verpflichtung befreit, den Kläger nach ge­ setzlicher Grundlage zu befriedigen. 2) Verbrecher, welche zur öffentlichen Strafe und Versendung zur Katorga-Arbeir verurtheilt worden, oder diesen Stra­ fen für Verbrechen, die oben von der Verzeihung ausgeschlossen und vor dem Vermählungstage Unse­ res geliebten Sohnes begangen worden, unterzogen werden sollen, sind von der öffentlichen Strafe zu be­ freien und nur zur Karorga-Ai'beir zu versenden. 3) Verbrecher5 welche zur körperlichen Strafe und Ver, sendung nach Sibirien auf Ansiedelung verurtheilt, oder diesen Strafen für Verbrechen, die von der Ver­ zeihung ausgeschlossen und vor dem genannten Tage begangen worden, unterzogen werden sollen, sind von der körperlichen Strafe zu befreien und nur nach Si­ birien zur Ansiedelung zu versenden. 4) Die indem ersten Artikel festgesetzte Befreiung voil Gericht und Untersuchung ist auch auf alle im Zivildienst und in Unserer See- und Landmacht Dienende auszudehnen, nur werden, außer den vorerwähnten Verbrechen, noch ausgeschlossen Ungehorsam und Frechheit gegen die Vorgesetzten. 5) Militairpersonen aller Art und Ranges, Bauern und andern Bewohnern des Reichs, welche sich bis zu diesem T^ge eigenmächtig ins Aus­ land oder von ihren Wohnorten und Commando's entfernt, lassen Wir Allergnädigst Verzeihung angedeihen, wenn die innerhalb Nußland Befindlichen in elnem halben Jahre, die in's Ausland Entwiche­ nen aber in einem Jahre, nach ihren Wohnörtern, die Militairpersonen aber zu ihren Commando's zu­ rückkehren, oder sich in den Gouvernements bei den Bataillons-Commandeurs der innern Wache melden. Diese Verzeihung erstreckt sich nicht auf Diejenigen, welche, um dem Gerichte oder der Strafe wegen Theilnahme an stattgehabten Insurrectionen und Verschwö­ rungen zur Verletzung der innern Ruhe im Reiche zu entgehen, in das Ausland entwichen sind. Die über diese Personen emanirten Verordnungen bleiben un­ verändert in ihrer Kraft. 6) Alle Krons Manqueuients, Schäden uud Verluste, welche ihrem ursprüng­ lichen Bestände nach, oder in den, nach bew!.rkstelligrer Beitreibung, verbliebenen Rückständen, oder end­ lich nach ihrer Vertheilung auf verschiedene Personen, für jede nicht sechshundert SNbl. übersteigen uud aus Sachen entsprungen sind, die vor Emanirung dieses Manifestes entamirt wurden, mit Ausnahme von Pacht-, P>)dräd-und Abgaben-Rückständen, sind niederzuschlagen und nicht beizutreiben. Bei Verlu­ sten und Manquemenrs, welche diese Summe über­ steigen, ist, mit Beobachtung eben dieser Ausnahmen, jeder Person^ welche einer solchen Beitreibung unter­ liegt, die Summe von 600 SRub. zu erlassen, und nur der Rest beizutreiben. Falls wegen solcher Bei­ treibung Jemand sich unter Arrest befände und nicht zugleich wegen ein-'r Privatschuld inhastirt wäre, so ist'derselbe unverzüglich in Freiheit zu setzen. 7) Bei Schäden, Manqnements und Veruntreuungen von Kronsgeldern, oder an Kronseigenthum, nicksichrlich deren die Beitreibung des Zweifachen des berechne­ ten Deficits von den Schuldigen, ihren Bürgen oder andern Beteiligten verfugt worden, ist nur die ein­ fache Capitalsumme beizurreiben, die Zinsen hinge­ gen, wo dieselben in diesen Fällen aufeUegt worden und bis auf den heutigen Tag zu? Kronskassc nicht

eingeflossen, sind nicht beizutreiben, wennaleich auch die Summe sechshundert Rubel Silber überstiege. Fälls aber der zu erlassende Theil der doppelten Bei' treibui'.g und die Zinsen zusammen nichr sechshundert Rubel betragen, so ist der noch an dieser Summe feh­ lende Betrag von der Capitalsumme auszuschließen. Die Wirksamkeit dieses Artikels erstreckt sich jedoch nicht auf die Veruniceuer von Kronseigenthum, wenn ihnen die Aufbewahrung desselben anvertraut worden war. AllenDenjenigen, welche wegen Mittellosig­ keit zur Bezahlung irgend welcher Kronsforderungen. hierunter auch in Zollsachen, wenn gleich diese For­ derungen auch sechshundert Rubel übersteigen, a>S Kronsfchuldncr, zur Festungsarbeit abgegeben worden, oder sich in Arrest befinden, ist zu verzeihen und sind sie zu befreien, ohne jedoch die Verzeihung auszudeh­ nen: i) aus noch nicht beendigte Sachen, falls sie nicht unter den 9- Artikel zu subsumiren; au? die Schulden an die Commerzbank und deren Comprolrö. und 3) auf die Veruntreuet des Kronseigenrhums, denen es zur Aufbewahrung anvertraut worden. ?» Alle bis zum heutigen Tage nicht bezahlte oder nicht refundirte Geld-Manquements in Dienstsachen, For­ derungen und Verluste in Krons- oder peinlichen Sa­ chen, für Handlungen, welche vor 10 Jahren » «wt«, begangen worden, sind zu erlassen und nicht be^zutreiben. Wenn in solchen Sachen sich Jemand unter Arrest befindet, so ist derselbe unverzüglich in Freibcit zu setzen. Hiervon sind ausgeschlossen und bleiben dem gesetzlichen Verfahren überlassen diejenigen Sa­ chen, in denen bis aus den heutigen Tag keine Rech­ nung über die Verwendung von Kronsgeldern abge­ legt worden. Alle Kronsbeitreibungen in Dienst­ sachen, welche auf die Erben, vor Emanirung dieses Manifestes, Verstorbener fallen, sind zu erlas­ sen. 1t) Wegen im Jahre 1840 gewesenen Mißwach« ses an G2) Alle doppelt oder zuviel bei der Revision Angeschrie­ bene sind aus dem Oliad auszuschließen und die aus der doppelten Anfchreibung ihnen berechneten Rück­ stände zu erlassen, wobei zur Eingabe der dcsfallsigen Gesuche der j. Juli) 1842 als allendlicher Termin be­ stimmt wird; bei den bis zum Jahre 1840 verbliebe­ nen Rückständen von den bei drr Revision überaangenen und iaher d.r Zahlung der doppelten Abgabe,! unterworfenen Scelcnabcr, istaufRechnung der,der Bei­ treibung Ilnserworfenen, nur der einfache und nicht der doppelte Oklcid zu lassen, im^leichen sind ferran bei Entdeckung wahrend d.r Revision übergangener Seelen, die von ihnen bis zum Jahre 1840 gebührendm Abgaben nur nachdem einfachen Oklad, von dem

Jahre 15-10 ab aber nach allgemeiner Grundlage dop­ j.^) Die von den Rekrutenhebunzcn, mit Ausschluß der letzten, in Rückstand gerech­ neten Rekruten-Gelder, welche der Krone von kleinen Eursbesitzern und Dorfschaften zustehen, die an der Rekrutenstellung in i,nicht Theil genommen, sind zu erlassen und aus den Rechnungen zu streichen. 14) Die Rückstände, welche bis zum Jahre >84r auf Uebersicdlern lasten, die sich auf Kronsländereien, ohne Beobachtung der dazu festgesetzten Regeln, nie­ dergelassen haben und an ihrem gegenwärtig-n Wohn­ orte bleiben, sind zu erlassen. 15) Bauern, welche Güter, zu denen sie gehören, vor dem in dieser Be­ ziehung erfolgten Verbot, arrendirt, und die von ih­ nen gebührenden Arrendezahlungen nicht völlig ent­ richtet haben, sind von der Beitreibung dieser Ruck­ stande befreit, ib) Die Beitreibung, welche bis zum ^ahre 1840 auf die Reichsdaucrn, sowohl auf ein­ zelne von ihnen, als auch aus ganze Gemeinden und I'orfschaften, für die Benutzung von Kronsländereien und Obrokgegcnständen, die ihnen nicht ordnungs­ mäßig zugetheilt waren, auferlegt worden, sind zu erlassen und nicht beizutreten. 17) Beitreibungen, welche sich bei den Salzverwalrungen in Bezug auf ausgereichte Handgelder und altendliche Berechnun­ gen auf den zum Bürger- und Bauernstände gehöri­ gen Hoflieferanten, Fuhrleuren, Salzführcrn und Fahrzeuginhabern bis zum Jahre 184«,! angehäuft, sind zu erlassen, wovon jedoch die auf das Jahr i^inind die folgenden Jahre verabfolgten Handgelder ausge­ schlossen, auch dieser Erlaß nicht auf ^nttacte zu de­ ichen ist, welche mit Beibringung von Unterpfändern abgeschlossen worden. 19) Bis zum IM- 1,^0 ver­ fügte und zur Erfüllung vorgeschriebene Beitreibun­ gen für das in Stelle des Srempelpapiers verbrauchte ordinaire Papier, welche wegen nicht erfolgter Zah­ lung noch nicht zur Kronskasse eingeflossen, find jeder Person bis auf 10 Rbl. S. zu erlassen, ohne dieses auf Beitreibungen auszudehnen, welche nach dieser Frist verfügt worden, oder künftig zur Erfüllung wer­ ten vorgeschrieben werden, wenn dies auch in Sa­ chen wäre, welche auf die Zeit vor dem Jahr 1840 Bezug hätten. 19) Die bis zum I. 1841 gerechnet werdenden Rückstände von den in der Wege -Communlcations-Gcrichtsbarkcic verordneten Gebühren ;ur Un- terhaltung der Flußfahrt-Rechtspflege, nebst deren Abtheilungen und Mäklern, sind zu erlassen und aus den Rechnungen auszuschließen. 20) Alke bis zum heuri. gen Tage nicht beigetriebenen Rückstände an den Poststcuern sür Pakete in Suppliksachen, welche vor Emanirung des Ukas vom 12 Dccbr. 18^4 über die Post abgesandt worden, sind zu erlassen und aus den Rech­ nungen auszuschließen. 2 t) Alle Rückstände an Avance­ ments Gebühren bis zum Jahr 1840 sind zu erlassen, «mgleichcn alle Beitreibungen, welche für die Verab­ folgung von Belohnungen aus den Überschüssen der Etat- oder aus den Consiscationssummcn, ohne Ge­ nehmigung der höher» Obrigkeit, auserlegr worden. 22) Der ganze Rückstand der zurückzuzahlenden Vorschüsse, welche den Uebersicdlern aus Persien und der Türkei in dic Kränzen Rußlands, wahrend deS Kriegs mir diesen Reichen uud nach Abschluß von Friedensverträgen m?t denselben, gemacht worden, ist zu erlassen rmd aus den Rechnungen auszuschließen. .> '.) Die ganze bisher in Rückstand gerechnet werdende Summe an dem Vorschusse, welcher zur Unterstützung der Bauern des Moskwascheu und Smolenskilchen pelt beizutreibeu.

Gouvernements nach der feindlichen Invasion im Jahre j?>2 gemacht norden, ist zu erlasse« und aus den Rechnungen auszuschließen. 24) Rückstände an Krons-und Fadrikensummen, welche vor dem Jahr 1840 bei verschiedener Gelegenheit bei den Berghüt­ ten den GewerksUnten, xerpetuelle-i Arbeitern und eingeschriebenen Bauen!, bei dem Salzfacheden Kronssalzbrechern und Führern ais Vorschusse verabfolgt, und von ihnen bis auf gegenwärtige Zeit «'cht be­ richtigt worden, sind >u erlassen, mit Ausschluß der Handgelder und anderer Zahlungen auf das Jahr 1840 und die svlgciden Jakr.e. 25) Bei den von der Kommerzbank und deren Comptoirs vis zum Jahr 1840 protestirtei'. Wechseln, auf welche das Capital bezahle oder bcigetricben worden, ist daS in Schuld verblei­ bende Recambio sammt den Anderthalbproeentgelderü zu erlassen und sind nur die Disconto-Zinsen bis zur Zeit der Zahlung des Capitals beizurreiben. Alle aber noch bis hiezu nicht bezahlten Schulden der ge­ wesenen Disconto-Comptoirs sewohl beim Oisconuren der Wechsel, als auch bei Verpfandung von Waarcn, sind zu erlassen und die deßfalls anhangigen Sa­ chen zu dUiren. 2i.) Die Pen. welche sich bis zum Jahr 1341 von gutsherrlichen Bauern sür nicht :m Termine geleistete Abgabenzahluin! angehäuft, ist zu erlassen und aus den Rechnungen auszuschließen. 27) Die Pön, welche sich bis zum Jahr 1841 für nicht im Tcrmin geleistete Zahlung der von den Reichsb.niern für dic Obrokstücke gebührenden Summen anhaufr. ist zu erlassen und aus den Rechnungen aus­ zuschließen. 28) Die Pen, welche sich auf den remxoiellen Besitzern bevölkerter Kronsgüter, welche die­ selben laut Privilegien und Allergnädigster Verleihung nutznießcn, für nicht im Termine geschehene Einzah­ lung der Quart- und Arrendegelder bis zum Jahre 1841 aufgehaust, ist zu erlassen und aus den Rech­ nungen auszuschließen. 29) Die Pön, welche von den Rcntenrüeksianden bei den ersten Jesuitengütern für die Zeit, wahrend welcher diese» Güter unter dem Ressort der adlichen Vormundschafrsämter standen, aufgelaufen, ist zu erlassen und aus den Rechnungen auszuschließen: ungleichen istdiePön, welche für der­ gleichen von den ehemaligen Besitzern der ersten Jeslutengürer oder den hebräischen Kahalen, in deren Arende Guter dieser Art standen, angehäuften Rück­ stände berechnet worden, unbeigetrieben zu lassen. Gleichfalls ist die Pön zu erlassen, welche für die Rückstände an der Procentsteuer von den erste»! Jesuiten-Capitalien für die Zeit, während welcher sich die bei Anleihung dieser Capir.ilien als Unterpfand gestellten Privatgüter in der Verwaltung der adlichen Vormund schaftsämrer befanden, aufgelaufen. In Bezug auf die Uebcrrrctung der zur Erhaltung de? Kronswälder und einer geregelten Forstwirthschait m denselben erlassenen Regeln, werden folgende Beirrei, bringen erlassen: l)Für eigenmächtige Fällung , Ahbrennung, Abweidung durch Vich, Verwandlung in Ackerland und andere Arten der Beschädigung der Kronswälder, welche b s zürn Jahr 1840 von Reichs­ dauern und andern Landleuren^ oder auch von geist­ lichen und Kirchen-Dienern begangen. 2^ Für Holzsällung, von unbekannten Personen bis zu dem in vorhergehenden Punkte erwähnten Termin begangen, wenn die Beitreibung wider dic Reichsbauern rmd andere Landleute als Strase sür ihr-' Unachtsamkeit gerichtet ist. 3) Von der Forstwach?, den Buschwächtern und BraudäUesten alles das, was für dre, biszumJahxe

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1840 verübte, unrechtmäßige Holzfällunq oder andere Beschädigung der Walder, beizutreten festgesetzt wor­ den, oder noch beigetrieben werden müßte. 4) Für von den Reichsbauern bis zu dem erwähnten Termin geschehenen Verkauf oder Vertausch der ihren zu ih­ rem eigenen Gebrauch verabfolgten Hölzer. 5,) Die Poschlin, welche von den Reichsbauern für den Bau von Fahrzeugen aus Kronsholz in Rückstand gerech­ net ist und bis zum Jahre 1840 angehäuft 6) Stra­ fen, die bis zu dem vorerwähnten Termin m Rück­ stand gerechnet worden, in Bezug auf die bei den Forstsastawen von den Fahrzeuge-Absendern und den Holzhändlern genommenen Reversalien für ohne Billette oder nicht mit den gesetzlichen Billetten vorbeipassirte Fahrzeuge, Hölzer und Holzfabrikate. Alle rücksichtlich dieser Beitreibungen bis zum heu­ tigen Tage entamirten Sachen sind nunmvkr nie­ derzuschlagen. 3i) Die Beitreibung der Accidenzren und verschiedenen Strafen (ausgenommen die Pön oder den erhöhten Zoll für heimliche Einfuhr von Waaren), welche bis zum I. l84! von Leuren verschiedenen Standes für Nichtbeachtung der durch das Zollreglement beim Clariren der Einfuhr-Waaren nach Connossementen, Oeclarationen und Angaben festgesetzten Regeln, zu erheben, sind zu erlassen, wobei die in dem Ukas Eines Dirig. Senats vom 30- Nov. 1826 festgesetzten Regeln beobachtet werden müssen. 3?) Die verschiedenen Strafen und Pöncn für Nicht­ erfüllung der bei der Flußfahrt festgesetzten Regeln, von Seiten der Flußfahrcr und anderer Leute, welche bis zum Jahre I84l auferlegt worden oder noch bei­ gerrieben werden müßten, jedoch nicht wirklich beige­ rrieben worden, sind zu erlassen und aus ten Rech­ nungen auszuschließen. 33) Bis zum heutigen Tage auferlegte oder aufzuerlegende Strafe für heimliche Versendung von Flüssigkeiten und brennbaren Stof­ fen über tue Post, sind zu erlassen und nicht beizutreiben. 34) Alle bereits auferlegten, jedoch noch nicht beigetriebenen oder aufzuerlegenden Strafen und Pönen für Nachlässigkeiten oder Verabsäumungen im Dienste, welche bis zum heutigen Tage statt fanden, sind zu erlassen und nicht beizutreiben. 35) Wenn einer der jetzt in Untersuchung und unter Gericht Be­ findlichen und kraft dieses ManisWes davon Befrei­ ten, in der Uebcrzeugung seiner Unschuld, sich vor Gericht rechtfertigen wollte, so kann er innerhalb zweier Jahre, gerechnet von dem heutigen Tage, darum suppliciren, Untersuchung und Gericht, wenn sie schon begonnen, nach der Kraft der Gesetze zn be­ endigen. Falls aber auf Jemand für Handlungen, die er vor Emanirung dieses Manifestes begangen, in der Folge die Kraft desselben angewandt wnrde, und er solches nicht benutzen wollte, so bleibt cs ihm unbenommen, innerhalb eines Monats von dem Ta­ ge, an welchem ihm die über ihn getroffene Festse­ tzung eröffnet worden, uu die Beprüfung der Sache, je nach der Natur derselben, bei den Justiz- oder administrativen Behörden, nach gesetzlicher Grundlage anzusuchen. Gegeben in St. Petersburg, am sechs­ zehnten April dcS IahrcS iL4t nach Christi Geburt und des sechzehnten Jahres Unserer Regierung. DaS Original haben Seine Kaiserliche Malestät Höchsteigenhandig also unterschrieben: „ N i k o l a i "

Ist zu drucken erlaubt.

Gerichtliche Bekanntmachung. D a ß . zusolae Verfügung C'ines ^bauschen Stadr-Magistrats, das zur Instrumenrenmn: cher H . G. W'll.'schen Concursmasse gehörige allhier sub N r . !6.8 belegene Wohnhaus am 12. d . M . , vor den Akten gedachter Behörde, meistbietlich verkauft werden soll, und daß die Verkaufsbedingungen sowohl im Termine, als auch früher bei Unterzeichneten zu erfahren sind, wird hierdurch zur öffentlichen Kemitniß gebracht. 3 Libau. den Z. März 184t. Oberhosgelichrs Adrekar S l e v o g t ,

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N 6 6

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Ostls 6er Heil- rekorinirte l>re6iger aus Ivlitau kieselkst arn 29- ^ ^lai einzutreffen," srn ZI. 6ie Vorbe- ^ reitung un6 am ^suni in 6er kiesi­ N gen 6sutscken Xircke l^ottes6ienst mit Lorninunion 2U kalten beabsichtigt, vvir6 kieinit ?ur Xenntnils 6er kekorrnirten kiesiger 8ta6t un6 6er Ilmgegen6 gekrackt, von ^s. , Vorstekor 6er ev.-rek. (?einein6e. I.ibau, 6en Z. ^lai 184j.

Bekanntmachungen. Am Z. May d. I . und in den folgenden Tagen sollen »m Hofe Langsehden bei Hasenp>'th an die Meistbietenden gegen gleich daare Zahlung verkauft werden: Pferde, Equipagen, Möbeln, Kupferstiche, HauSgeräthc u. dgl.

In (Carolin enkokk sin6 versckis6ene Lorten il^emu^e- un6 Llurnenpflannen 2u kaken. I_.ikau, 6en j. !^ai An^ekonimene weisende. Im z. Stadttheil, 1. Quartier, den i. Mai! Herr Baron Sacken, aus Wangen, bei Herrn v. Kettlcr: v. Beh-, aus Virginahlen, und Herr v. Nvlde, aus Kallethen. bei Frau v. Grandidier. Im l. Stadttheil, Quartier, den 30. April: Herr v. Keiserlingk, aus Groß-Lahnen, Herr v. Schroeders, ans Ordangen, den l. Mai: Herr v. Rahden, auS Mirau, so wie den 2.: Herr Baron Sacken, aus Hasenporh - Paddern, und Herr v. Stempel, aus Medsen, bei Büß.

Zm Namen der Civil-Obervenralrunt, der Ostsee. Provinzen, Tann er, Censor

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Wochen Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege.

Mittwoch, den 7. Mai P u b l i c a t i o n e n.

Es wird desmittelst zur Kenntniß des Publikums gebracht, daß am 12. d. M., Vormittags um l2 Uhr, vor dieser Behörde ein krystallener Kronleuchter öffentlich soll versteigert werden. Libau - Polizei-Amt, den i . M a i 1841' Polizeimeister M i c h a e l . 2 Nr. 749. I- D. Gamper, Sekr. Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements -Regierung vom 22. d. M. sub Nr. 3253 wird desmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß nach dem Codex der Gesetze Band xill., Theil i;>, Ä^ikel 366. Todte vor Ablauf von 3 Tagen nicht beerdigt werden dürfen, nach dem Artikel 355 desselben "

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ist, und nach dem Tagen stattfinden '2 Polizeimeister Michael. I . D . Gamper, Sekr.

Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements Regierung vom 15. d. M. sub Nr. 3l45, gemäl? dem Auftrage Sr. Excellenz des Kurlandischen Civil-Gouverneurs, wirklichen Staatsraths uns Ritters von Brevern, keine Okladisten mir abgelaufenen Abgabenscheinen oder Pässen zu dulden, die ermittelten gehler der Abgaben-Restanten, ganz unnachsichtlich mit der gesetzlichen Drrafe, d. i. nach dem Patente Ei?u'r Kurl. Gouvernements-Regierung vom 27- Februar 1824 mir der Pen von 22 Rubl. 50 Cop. S. M. für z.de?: mit einem abgelaufenen Passe betroffen werdenden Okladisten, und mit Zahlung der doppelten Abgal'.n des Gehehlten zu belegen, zu welchem Ende dieses Policen-Amt durch halbjährig einzufordernde Hausliüen sich die Ueberzeugung zu verschaffen hat, daß keine Abgaben-Restanten oder Paßlose im Stadtgebiete Duldung und Aufnahme finden,— hat dieses Poüzey-Amt besagte Anordnung den hiesigen Hausbesitzern uno Einwohnern mit dem Bemerken zur Wissenschaft und Hcachachtung zu eröffnen sich veranlaßt gesehen, daß, da Hieselbst alle, nicht zu dieser Stadt verzeichnete, Fremde auf die Zeit der Gültigkeit der Passe und Abgabenquittungen mit diesseitigen Verbleibscheinen versehen werden, die Hausbesitzer sich die Nerbleibscheine ihrer Einwohner, Gesellen, Lehrlingen und Dienstleuten vorzeigen zu lassen, die Termine anzumer­ ken und bei Ablauf derselben sofort zur Besorgung neuer Pässe und Abgaben-Quittungen die Inhaber der­ selben zu adstringiren und weazuwciscn haben, entgegengesetzten Falls ein Jeder cs sich selbst beizumessen haben wird, wenn von demselben die obbesagre Strafsumme unnachsichtlich beigetrieben werden wird und muß. Libau, den 22. April l84l. 1 Nr. 682Polizeimeister Michael. I . D . Gamper, Sekr.

St. Petersburg, vom 22. April. Durch verschiedene Ukasen an den Dirigin,'nden Senat vom 16- April haben Se. M. der Kaiser geruht folgende Ernennungen und Beförderungen vor­ zunehmen: den wirkt. Staatsrath Grafen Panin, in­ terimistisch mit dem Ministerium der Justiz beauftragt, zum Geheimrath und Iustizminister unter Beibehal­ tung des Titels „Staatssecretair"; zu wirkl. Geheim­ rätben die Senateurs, Meheimrathe Poletika, Bezc, drafoff, Generallieut. Baratinsky, Viceadmiral Mi-

chailowSky, Geheimrath Batiuschkoff, Beamter 3. Cl. Besrodny und Geheimrath Baron Buhler, sowie die Geheimrathe Baronet Sir I . Wylie, Leibarzt S r . M . dcS Kaisers, und Uschakoff, Direktor des K. Schatzes; zu Geheimräthen dic wirkl. Staatsräte Pesarovius, Präsident des Evangelischen ConsistoriumS zu St. Petersburg, und den Civilgouverneur von Curland, vonBrew^rn, sowie den Ceremonienmeister Staatsrath Grafen A. Bvrch zum wirklichen Staats-

rn^h.

tional - Gardisten Amnestie ertbe'lr worden. Stockholm, vom 28. April. . D i e Unterhandlungen wegen des Sundzol» Alle National-Gardjsten, welche sich «m Gc» fängniß befanden, sind auf freien Fuß gesetzt les dauern fort, Und folgende Punkte sollen worden. — V o m 2. M a p . D i e Be festig ungsschon abgemacht seyn: 1 ) D i e Abgaben pro­ Arbeiten von S t . Denis beginnen wichtig zu visorisch herunterzusetzen auf a. Twist von 36 werden; schon ist eine ziemlich grosse Anzahl auf 20 Stüver per 100 Pfd., b. Cacao von Arbeiter in la Briche und in der Ebene zw«» 2 4 auf 6 Stüver pr. l 0 0 Pf«, e. Kaffee von schen S t . Denis und dem Dorfe d'Äubervil» 2 4 auf 8 Stüver pr. 100 Pf., ä . Blau- und liers les Vertus mit den Erdarbeiten beschäf­ Campescheholz von 30 auf 15 Stüver pr. 1000 tigt. I m Osten der Stadt wird man befe­ Pf., e. Fustik und Stockfischholz von 30 aus stigte Schleusen anlegen, um mehr als 1000 t 5 Stüver pr. 800 Pfd., k. Brasilienholz von Hektaren Land zwischen S t . Denis, Srains, 30 auf 15 Stüver pr. 1000 Pfd.; die Artikel !a Cour-Neuve und dem Dorfe Aubervilliers Baumwolle und Pfeffer werden auch herunzu überschwemmen. S t . Denis gleicht in die­ rergesetzt, aber der Belauf ist noch nicht be« sem Augenblicke einem Kriegsplatze. — D e r kannt. 2 ) Diese Herabsetzung würde vou Herzog von Orleans bat dem Erzvischose von Eröffnung der diesjährigen Schiffsahrt an be» Paris 10,000 F r . zustellen lassen, die unter rechnet, und was während dieser Zeit von dedürftige Aeltern vertheilt werden sollen, dis Schiffen mehr bezahlt seyn sollte, restituirt. ihre Kinder gestern, heute und morgen in den 3 ) definitive Revision des Zolltarifs wird von verschiedenen Sprengeln von Parts taufen Commissarien aller beteiligten Mächte in Helstngör vorgenommen» 4 ) Diese Commissarien lassen. Kopenhagen, vom 30. April. erhalten den Auftrag. den Werth der M a a ­ Ein Mann von einer Art Herostratischen ren zu bestimmen, die Beschaffenheit der SchiffsBerühmtheit ward vor ungefähr 14 Tagen Dokumente, die El'peditionsgebühren und al­ durch die Gnade des Königs auf freien Fuß le übrigen Regulationen, wie die Zeit des Be­ gefetzt. E s ist dieses der Goldschnndt Hey, standes des Traktats, festzusetzen. 5 ) Als all­ denrcich, der vor beinahe 39 Jahren die Ol­ gemeine Basis des neuen Tarifs ist ein pCt. denburgischen Hörner stahl, sie einschmolz und .vom Werthe der Waaren bestimmt. Eine der ausmünzte. E r hat nun 38 Jahr im Gewichtigsten Angelegenheiten, welche das ver» fängntK gesessen und ist 8 2 Jahr alt. We, stärkte Finanz Comite erledigt hat, ist die Er» gen seines hohen Alters hat er einen Play höhuna der Branntweinsteuer? um 50 pCt. unter den Armen Mitgliedern des allgemeinen D e r König hat unterm 7-, m Betreff der so­ Hospitals erhalten. genannten Mandtalstielder oder der Kopfsteuer Vermischte Nachrichten. in Schweden, eine Bekanntmachung erlassen, I n Ems ist für die Königin von Griechen­ die einen Beschluß der Reichsstande fancrto» ^ land, welche in der bevorstehenden Brunnennirt, nach welchem diese Steuer in Zukunft Saison daselbst erwartet wird, ein Haus ge, erst mit dem 17., und nicht, wie bisher, mit miethet worden. Eine große Hyacinthen-Aus» dem 15. Alrers'Iahr erleqt werden soll. stellung bei Huck in Berlin enthält als HauptParis, vom 30. April. tableau die große Ehrenpforte, welche bei dem Nach einer heute im „Mon«teur" erschiene, feierlichen Einzüge des Königs und der Kö­ nen Anzeige hat der König aus Anlaß seines nigin auf dem Alexanderplatze errichtet war. Namensfestes ulid der Taufe des Grasen von Das Blumenbild ist W Fußhoch und 60 Fuß Paris auf den Vorschlag des Conseils-Prastbreit und die Ausstellung wird von einer ei» denten und Kriegsministers, des Marschalls gends davon erbauten Tribüne übersehen. Be­ E o u l t , 520 von den Kriegsgerichten zu ver« suchende zahlen 74 K . G. und erhalten da» schiedenen Strafe» verurtheilren Militairs sei­ für noch einen Gewinn, bestehend aus einem ne Gnade zu Tbetl werden lassen; 3 5 0 erhal­ Topfgewachse, einem Bouquet oder einem li» ten Erlaß des Ueberrestes ihrer Strafe, 157 tbographirten Colorit, welches die große Strafmilderungen, 6 Erlaß der accessorischen Ehrenpforte darstellt.—In Karlsruhe will Strafe der Unfähigkeit, ferner in der Armee man jetzt eine Junggesellen-Steuer einführen; zu dienen, u n d 2 Erlaß der occessorifchen Stra­ fe der Unfähigkeit, einen Grad in der Armee Alle, die das dreißigste Jahr vorübergehen zu bekleiden. Wie man vernimmt, ist sämmt- lassen, ohne eine Lebensgefährtin gewählt zu haben, sollet, ihr unterliegen. Man verspricht lichen zu Disciplinarstrasen verurtheilten Na­

sich eine bedeutende Einnahme für die Caffe. — Vor einiger Zeit wurde in.Genf ein Ochse gezeigt, den ein H?rr Favre im Kainon Waadt zwei Jahr alt angekauft, und bei welchem die Mästung bis in sein sechstes Jahr so gut angeschlagen hatte, daß er jetzt 37 Centner wiegt, ö Fuß 10 Zoll hoch, über 10 Fuß lang und 9 Fuß im llmfana ist. E m Metz, ger in Gens hat ihn für 6') Louiso'or ge« kauft und ihn nun als eine SehcuSwürdigkclt nach Lyon reisen lass n. Straßburg, vom 1. M a y . Unsere Sradt hat heure außer dem Königs« feste noch eine andere doppelte Feier began­ gen, die von allen Classen, Ständen und Par« leien mit gleichem Enthusiasmus degrüßt wurde — die Eröffnung der Eisenbahn und die Ein» weihung des Kanals, der den Rhein mit der Rhone verbindet. Schon in aller Frühe wog« :eu Taufende nach dem nahen KönigShafen, u m die erste« Wagenzüge abgehen zu j e h e n . I n Colmar gingen die ersten Trains um die­ selbe Zeit ( 6 r Uhr Morgens) ab, und gegen 9 Uhr schon begrüßten wir bereits die aus dieser Stadt mit den ersten Waggons hierher erpedinen Reisenden, welche dir Strecke von 14 Stunden in dieser Zeit zurückgelegt hatten. Um t Uhr Nachmittags versammelte sich ein Theil des hiesigen^Domcapltels, die Munlzi« pal-Beamten, die Präfectur, so wie die Ab­ geordneten und Agenten der Kölnischen Dampf» schifffahrts« Gesellschaft an der großen Rhein« brücke, wo zu Ebren des Tages und der Einweihung des Kanals das elegante und schnellfahrende Goot der „ G r a f von Paris" von dem Coadjutor die Taufe erhielt. Bon hieraus steuerte man nun in den Canal, des« sen Inauguration alsbald vorgenommen ward. Das neue Dampfschiff die „Stadt Straßbürg" fuhr an dem neuen Landungsplatze an, und erhielt unmittelbar darauf ebenfalls die Taufe. Unter den Hunderten von Flaggen, die so herrlich geschmückt waren, standen friedlich neben einander die Wappen der bei« den Rheinstädte Straßburg und Köln.

Gerichtliche Bekanntmachungen.

Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma« l'estät, deS Selbstherrschers aller Neuffen :c.^ zc. :c., werden von dem Libauschen Stadt'Magistraee, nachdem der erste Angaberermin in der Edictalsache über den Nachlaß des verstorbenen Libauschen Kaufmanns Jo­ hann Friedrich Mentzendorff abgelaufen ist,

Alle und Jede, welche an diesen Nachlaß aus dem Erbrechte, oder aus irgend einem ande­ ren Rechlsgrunde Ansprüche und Anforderung gen machen zu können vermeinen, und selbige noch nicht angegeben haben, hierdurch auf­ gefordert und vorgeladen, daß sie in dem auf den 27. M a y dieses 184tsten Jahres anbe­ raumten zweite» und Präclusiv-Angabetermine sich mit ihren Ansprüchen und Anforderun­ gen bei diesem Magistrate zur Sessionszeit, sobald die Sache acclamirt werden wird, mel» den und angeben, und ihre desfallsigen Do» cumenie im Originale produciren, hiernächst aber das weitere Gesetzliche-und zunächst die Fällung des Präklusivbescheides gewartigen mögen, indem Diejenigen, welche sich auch in diesem Termine nicht melden würden, unter Auferlegung eines ewigen Stillschweigens hin­ sichtlich der erwähnten Ansprüche und Forde, rungen, pracludiret werden sollen. 1 Libau, den 14. Januar 1841. D i e U n t e r s c h r i f t des M a g i s t r a t s . Auf Befehl S e i n e r K a i s e r l i c h e n M a « j e j t ä t , des Selbstherrschers aller Neuffen zc. :c. !c., werden von dem Libauschen Stadt« Magistrate, nachdem der erste Angabetermin in" der Edictalsache über den Nachlaß des ver« storbenen Libauschen Bürgers und Wägers Richard Johann Laurentz abgelaufen ist, Alle und Jede, welche an diesen Nachlaß aus ir­ gend einem Rechlsgrunde Ansprüche und Anforderungen machen zu können vermeinen, und selbige noch nicht angegeben haben, hier­ durch aufgefordert und vorgeladen, daß sie in- dem auf den 27. M a y dieses t841sten Jahres anberaumten zweiten und Präclusiv« Angabetermin sich mit ihre»» Ansprüchen und Anforderungen bei diesem Magistrate zur Ses« sionszeit, sobald die Sache acclamirt werden wird, melden und angeben, und ihre desfall­ sigen Dokumente im Originale produciren, hiernächst aber das weitere Gesstzliche und zu« nächst die Fällung des Präclusiv-Bescheides gewärtigen mögen, indem Diejenigen, welch? sich auch in diesem Termine nicht melden wür­ den, unter Auferlegung eines ewigen S t i l l , fchweigens hinsichtlich der erwähnten Ansprü­ che und Anforderungen, präcludire werden sollen» Libcku, den 14. Januar 1841> j

D i e U n t e r s c h r i f t des M a g i s t r a t s . Daß., zufolge Verfügung Eines Libauschen Stadt-Magistrats, das zur Instrumentenma­ cher H.kk Willeschen ConcurSmasse gehörige,

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allbier sub Z?r. 168 belegene Wohnhaus am 12- d . M . , vor den Akten gedachter Behörde, meistbictlich verkauft werden soll, und daß die Verkaufsbedingungen sowohl im Termine, als auch früher bei Unterzeichneten zu erfahren sind, wird hierdurch zur öffentlichen Keniuniß gebracht. 2 Libau, den 3. Map 1841. Oberhofgerichls Advokat S l c v o g t , xi-. Bekannt,nachunge n. Sonnabend den 10. M a y 1^41 findet keine S.tzung bei der Spac»Cassa statt. Die Administration. Zur Regulirung des Nachlasses meines vcc« storbenen Vaters, des weil. Oberhofgerichts, Advokaten C a r l F u c h s , ersuche ich alle Die»jcnigen, welche an denselben Ansprüche zu for­ mten gedenken, sich innerhalb 4 Wochen, und spätestens vis zum 24. M a i d. I . bei dem Herrn Gouvernements - Secretaire W i l h e l m S l e n d e r in Libau zu melden, ihre ctwaninen Ansprüche zu docunicntiren, und sodann wegen ihrer rechtlichen Befriedigung des L leren gewärtig zu scpn. M i r a » , den 24. April 1L41.

Collegien - Sccretciile C. G. Fucbs.

April. 29. 30. Marl

May. 1.

Grüne Erbsen in Bouteillen sind zu haben bei I . H. Wirckau3 Angekommene Reisende.

Im t. Stadtthcil, j. Quartier, den e. Mai: Herr Registrator Zimmermann, aus Hasenpoth, bei Gerhard, am neuen Markte, im Hause Nr. 24. — I m i» Stadttheil, 2- Quarricr, den 6.: Herr E.W. v. Krüger, Förster-Adjunkt, aus der Forstet Setzen, und Herr Rudolph Biermann, Revisor aus Essern, beim deutschen Herrn Stadtpredigec Kienitz, im dem.schen Pastorate, am alten Markte, im Hause Nr. 199. _ Im 2-Stadttheil, 3-Quartier, den4>: Herr I. v. Weirorher, Lithograph aus Riga, bei der Wittwe Makinski, im Hause Nr. 275. A b r e i s e n d e . Die Haushalten» des Herrn Baum, Henriette Schwarz aus Preussen, reiset nach Rußland. Z <^our8 vom ^.insterclam 90 1'.196^197 . 90 1'. 35^H ^ I^onüon . . Z ^1. 39^« I^ivl. ?kan<1kr. s. 100z — 8. inoz Lurl. clito 100z

4» Mai.

197196^Lenrs. Z I'ür 35^ Z SLco. ^ j ?.udk>I 39^ k>oe.8t. ) SUdi >er. 100^ T 100^ 100 100Z

W i n d und Wetter.

Den 27. April NW., heiter; den 28. NW., bewölkt; den 29- O. und deu30. N-. heiter; den l. May SO., veränderlich; den 2- NW., bewölkt; den 3. W., heirer.

S ch i f f 6 - L i st e. E i n k o m m e n d : an: Nation: Schiff: Capitain: kommt von: mit: Ioh. Schnobel. 41 Holländer. Anna Elisabeth. E. G. Bockhout. Dundee. Ballast. 4^, clito De jonge Cornelius.Albert Haze.i'lnkel. Copenhagen. äirc, Frieder.Hagedorn. I. Harmscn jun. 43 Norweger. Volette. Olc Eye. Stavanaer. Heringe ?c. diro Jens Kock). 44 äito Inger Johanne. P. E. Fouglestad. äno Frieder,Hagedorn. 45 Russe. Großfürst Alexander.H. Kruse. Zaandam. Ballast. 46 Norweger. Cecilia. L. A-^hornelinSsen.Fahrsund. Herinq:n. I. Henckhusen. Hamburg. BallaüI. Harmsen jun. 47 Hanovcraner.Carhrine Margretha.A. F. Behrens. ciNo Lyn. Jens Koch. Delphin. M. H. Wett. 48 Russe. llNtt Dundee. I. Harmscn jun. H. M. Pott. 49 Hollander. Anna Luitzia. cNic Ordre. Expresse. H. P. Hensing. 50 Russe. Frieder.Hagedorn. 51 Holländer. Catharina Sypkens.G. M. Menkema. Delfzyl^ Zaandam. Ballast. clito Friederich. Hans Withmer. 52 Russe. ^openbagen, Heringen :c. Sörensen «c Co. Postillon. I. C. Möller. 53 Däne. Ioh. Goebel. William. R. I. Pölitz. St. Ul^s. Salz. 54 Russe. Dororhea. Hans Bladr. Plymouth. Caffee, Reis x.Sörensen Sc Co. 56 Däne. Fanny. U. F. Heinbcrg. Flensburg. Ballast. Harmsen jun. 56 Russe. Ioh. Goebel. Johann H. Dreyer.Montroft. Salz. 5 7 Hanoveraner'Perle. Früchten. Sörensen «c Co. P. G. Kleingarn. Lissabon. 58 Russe. Gertrude. Waaren. I. H. Brandt. Lübeck. Ioh. Schnobel. 59 Lübecker. Harmonie. A u s g e h e n d : nach: mit: Schiff: Capirain: wo. Nation: St. Petersb. Mehl ?c. Prahm AnnaEmilie.D. W. Zierck. Russe. Kronstadt. Kronsproviant. Euphemia. Wm. Phillip. 41 Britte. > «ijto üito Industrie. Johann Seebeck. Russe. 12 Leinsaat, Hanf ,e. Geertruida. R. R. Tunteler. Holland. 43 HolländerFrankreich. Leinsaat, Flachs, Hanf?c Anna Maria. Jan H. Krämer. 44 Hanovraner. Holland. Roggen. De jonge Iantina. H. D. Puister. 45 Hollander.

Ist u» drucken erlaubt.

Im Namen der

Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

Liba Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H . Foege.

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ÄS.

Sonnabend, den 10. Mai

P u b l i c a t i o n e n . Es wird desmittelst zur Kenntniß des Publikums gebracht^ daß am 12. d. M., Vormittags um 12 Uhr, vor dieser Behörde ein krystalluier Kronleuchter öffentlich soll versteigert werden. Libau «Polizei-Amr, den 1 . M a i 1841» Poltzeimeister M i c h a e l . t Nr. 749O. Gamper, Sekr. Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements-Regierung vom 22. d. M. sub Nr. 3253 wird desmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß nach dem Codex der Gesetze Band Xlll., Theil Ii., Artikel 366, Todte vor Ablauf von 3 Tagen nicht beerdigt werden dürfen, nach dem Artikel 355 desselben Bandes und Theils bei Scheintodten erst Gewißheit über den Tod herbeizuführen, nach dem Art. 367, bei plötzlichen Todesfällen vor der Beerdigung die gerichtliche Unrersuchung zu veranstalten ist, und nach dem Artikel 436 und 437 nur bei epidemischen Seuchen, die Beerdigung früher «1s nach 3 Tagen stattfinden kann. tibau-Polizei-Amt, den 2. Mai 1841. k Nr. 7Z0. Pvlizeimeister M i c h a e l . Z. O. Gamper, Sckr.

S t . Petersburg, vom 29. April. Allerhöchstes Rescript vom 22. Marz. Unscrm wohlgebornen Ade! des Gouvernements Wilna. Bei der steten Sorge für das Wohl U n ­ serer getreuen Unterthanen haben W i r des schlössen ein Cadeltencorps in Brest «Litowsk zu errichten, wo die Söhne der Edelleute, unter der Obhut und Leitung der Regierung, zum Dienste für Thron lsnd Vaterland gebil­ det werden können.— D e r wohlgeborne Adel des Gouvernements Wilna, Unsere heilbrin­ genden Absichten erkennend, hat einstimmig festgesetzt, von nun an für immer aus seinen eigenen Einkünften eine besondere Summe zum Unterhalt der Zöglinge dieses Corps beizutra­ gen.— Indem W i r dieses des adeligen Ver­ eines würdige und U n f e r n Absichten entspre­ chende Verfahren des Adels voll Eifer für das allgemeine Wohl, genehmigen, erklären wir U n s e r e m geliebten Adel des Gouvernements Wilna U n s e r M o n a r c h i s c h e s vollkommenes Wohlwollen und Erkenntlichkeit. — Aehnliche

Allerhöchste Reskripte vom 22. März sind auch an den Adel der Gouvernements Grodno und Minsk und der Provinz Bialpstok gerichtet worden. Warschau, vom 7 . M a i . S e . M . der K a i s e r hat bei Gelegenheit der Vermählung des G r o ß f ü r s t e n T H r o n f o l g e r s auch den Einwohnern des Königreichs Polen huldreiche Gnadenbewilligungen zu Theil werden lassen. D i e hiesigen Blätter theilen in dieser Hinsicht drei Kaiserliche Verordnunaen mit. Durch die erste derselben werden Alle, welche zum Tode verurtheilt sind, insoweit begnadigt, daß ihre Strafe in lebenslängliches Gefängniß verwandelt wird; die zuchtpolizeilichen Strafen, nämlich Einsperrung ins Zucht­ haus, gewöhnlicher Arrest, Geld» und Leibes» strafen, werden, mit Ausnahme einiger näher bezeichneten Fälle, ganz erlassen. Durch die zweite Verordnung werden alle aus der Epoche des ehemaligen Herzogthums Warschau und aus der Epoche des Königreichs bis zu Ende des Jahres 1831 noch rückständige Schatz,

Forderungen, so wie eine Menge näher spe; cificirtec Forderungen, die der Schatz auf Rechnung verschiedener Abgaben bis zu Ende des Jahres <837 noch ausstehen hat, nieeer, geschlagen, eben so auch alle wegen Defrau­ dationen, die bis zu demselben Termin verübt worden, noch schwebende Prozesse und Gefängnißstrafet,, wenn nicht bei letzteren zugleich ein Criminal.Verbrechen die Ursache der Strafe ist, in welchem F a l l die Sache nach den Vor» schristen der ersten Verordnung zu behandeln ist. Außerdem enthält diese Verordnung noch mehrere andere finanzielle Erleichterungen für die Unterthanen des Königreichs mit Bezug auf Unglücksfälle und Verluste, die sie lib den letzten Jahren erlitten haben. Eine dritte Verordnung endlich gewährt einer Anzahl von politischen Sträsiingen, worunter sich auch einige nach Sibirien verbannte befinden, thiilS gänzliche Begnadigung, theils Abkürzung oder Linderung ihrer S t r a f e . — Gestern wu^de der Bericht über die Geschäftsführung der Poln. Bank für das verflossene Jahr abgestattet und dabei zugleich angekündigt, daß S c . M . der K a i s e r , ebenfalls zum Gedächtniß der hohen Vermählungsfeier, die Dotation der Bank auf 'icht Millionen Silberrudel erhöbt habe. Paris, vom 4. M a i . D e r König schickte vorgestern den; Erzluschofe ^on Paris ein Kreuz und einen Palloral-Ring zn Brillanten, und von dem Herzoge von OrZeans erhielt der Prälat eine Mirra vom höch» sten Werthe zum Geschenk. — D i e bU Gele­ genheit der Taufe des Grafen von Paris be­ willigte Amnestie der politischen Verbrecher schließt nur zwei Namen in sich, nämlich die ^ines gewissen Quarre und ^onguet. welche Beide wegen Attentats gegen die Sicherheit des Staates zu drei- und fünfjährigem Ge, /ängniß verurtheilt worden waren. — D e r König hat heute a u f dem Caroussel-Platze die zehn Afrikanischen Jäger»Bataillone gemustert. S i e waren von Vincennes nach dem BastillePlatz im Geschwindschritt und vom Bastille» Platz bis zum Caroussel »Platze im Laufen ge­ kommen. Auf dem Caroussel-Platz? stellte sich der Herzog von Orleans an ihre Spitze und führte sie dem Könige vorüber. Hierauf über» reichte ihnen der König ihre Fahne und vcr» theilte eigenhändig mehrere Kreuze der Ehren­ legion. D i e Haltung und die Leichtigkeit in den Bewegungen dieser neuen Truppen erreg­ ten allgemeine Bewunderung.— Vom5> Die Zahl der bei Gelegenheit der Taufe des Gra­

fen von Paris venbeilten Kreuze der Ehren­ legion beläuft sich auf nahe an 600. — E l n legitim»stisches Journal behaupte, es wäre die Absicht des Hofes gewesen, die größte Prachr bei der Taufe des Grafen von Paris zu ent­ falten; allein noch am Tage vorher s«yen die bereits getroffenen Anstalten wieder abgeändert worden; es hätte nämlich der König am Son» nabend ( i . M a i ) ein anonymes Schreiben er­ halten, welches ihn benachrichtigt, daß ihm den folgenden Tag eine große Gefahr drohe, gleiche Warnungen, von der nämlichen Hand geschrieben, wären ihm auch an den Tagen Fieschi's, Alibaud's und Darmes zugekom­ men. Nachdem der Minister-Rath von jenem Schreiben Keniuniß erhalten, wäre die Or­ donnanz über tje Anordnungen der Festlich­ keiten ganz umgeändert worden. London, vom 6- M a i . D a s Dampfschiff „Präsident", welches nun fast allgemein verloren gegeben wird, war das größte, welches bisher gebaut worden. D i e Länge seines Verdecks betrug 273 Englische Fuß, die Breite 722, die Tiefe 4 l Fuß; es hatte eine Maschine von 640 Pferdckraft und hielt 2366 Tonnen; seine Mannschaft bestand aus 8 0 Personen; mit Einschluß der Passa» giere haben sich also auf seiner letzten Fahre 109 Menschen an Bord desselben befunden. Christiania, vom 30- April. Aus Drvntheim erhalten wir die traurige Nachricht, daß etwa der dritte und am be­ sten gebaute Theil der Stadt vom 24. April Nachmittags bis Mitternacht wahrend eines schweren Sturmes niedergebrannt «st. 3 t 4 Wohnhäuser sind abgebrannt und au 4000 Menschen obdachlos. Wien, vom 5. M a i . D i e so lange und so sehnlichst erwartete Post aus Kvnstantinopel vom 14. April ist endlich angelangt; gleichzeitig traf auch eine fünf Tage später (am 19.) abgefertigte S t a ­ fette des Kaiserl. Internuntius ein. Letztere überbrachte die wichtige Nachricht, daß die Pforte sich dem Wunsche der vier Mächte ge­ fügt und dem die Verhaltnisse des Paschaliks Egypten regelnden Ferman vom 13. Februar folgenden Modifikationen unterzogen haben: 1 ) der Sultan verzichtet auf die W a h l des Nachfolgers im Paschalik Egypten, und ge­ währt die Erbfolge in gerader Linie, aber nicht nach der Seniorats-Ordnung, wie sie von einigen Seiten her in Antrag gebracht worden war, sondern au sine", 2 )

D e r Tribut, welcher aus ein Viertel des BruttoEinkommens bestimmt war, wird als zu lä­ stig, nach einem billigeren Maßstabs geregelt. 3 ) Dem Pascha von Egypten wird die Er? nennung der Offiziere bis zum Obersten ge­ staltet. Diese Entschlüsse der Pforte, welche man wohl mit Recht als die endliche und de» finitive Beendigung der Egyptischen Frage i-, Beziehung auf den Iuli»Lertrag berrachreu darf, wurden den Repräsentanten der vier Machte durch ein Cucular Rifaat Pascha's mitgerheilt. M a n erfahrt, daß Lord Ponfonbp an den Schritten der Repräsentanten, welche diesem wichtigen Entschlüsse der Pforte vor­ angingen, keinen Antheil genommen habe. Sein Einfluß im Divan wird für gänzlich paralp» sirt gehalten. — Ein am 9. April erlassener Hamscherif erklärt die über Reschid Pascha's Entsetzung in Umlauf gebrachten Gerüchte für lügenhaft, und widerlegt die von gewissen Seiten her ausgestreuten Andeutungen über sine bevorstehende Reform in der innern Ad­ ministration des Türkischen Reiches. — Gene­ ral Iochmus war in Begleitung des Oesterreichischen Oberst - Lieutenants, von Dumont ü! Konstantinopel eingetroffen. D e r in M a r marizza zurückgebliebene Rest der Englischen Flotte ist am 7. v- M . nach Malta unter Segel gegangen. Elberfeld, vom 7. M a i . W i r erhalten durch gütige Mittheilung die Nachricht, daß zwei von Liverpool in Rotter­ dam angekommene Engländer gemeldet, es fep bei ihrer Abfahrt ein Dampfboot aus Newpork eingetroffen, welches auf offener See einige Sacke mit Mehl aufgefischt,- die zur Ladung des „Präsident" gehört haben, so daß dessen Untergang nun wohl als gewiß zu betrachten sep. D a s Dampfboot, solide gebaut, solle doch zu lang gewesen sepn, und da die Mitte ohne Träger gewesen, während dort die Last der Maschinen am meisten drückt, so müsse das Boot dort gebrochen seyn. Vermischte Nachrichten. Der Großherzog von Weimar hat dem vier» zehnjährigen Lebensretter seiner kleinen Enke­ lin in Berlin ein Capital ausgesetzt, das dem­ selben bei feiner Großjährigkeit zum beliebigen Gebrauch übergeben werden soll. Jetzt ge­ nießt derselbe mit seinen Aeltern die Zinsen. D i e Prinzessin von Preußen, Mutter des ge» retteten Kindes, übersandte dem Knaben aus Dankbarkeit einen vergoldeten Becher mit der Inschrift: Zur Erinnerung an den 18- April

4 L 4 i . — D e r bekannte Buchhändler Ladvoc-^ in Paris beklagt sich bitter, daß ihm die Po­ litik sein Gewerbe stört, daß alle seine Schritts sieller Staatsmänner geworden sind und reine Zeir haben, die ihm zugesagten Werke zu voll­ enden. E r sagt, wäre Villeniain nicht Min?» sier, so würde er seine „Geschichte Gregor'6 VI. und der Kirchenväter" schreiben; wäre die Politik nicht, so schrieb v. Barante seine „Ge­ schichte des Parlaments von Parts"; Thiers d»e „des Consulats und des Kaiserreichs'^ Mignot „die Geschichte der Ligue"; Guizo? ,.die Geschichte der Revolution Englands,.; Maliiourne „die Geschichte der Restauration"; Salvandp „die Geschichte Napoleon's"— das sind circa 70 Bände; alle die Arbeiten sind angefangen und mir zugesagt. — Wenn sonst ein kleines Kind sich zum ersten Male hören läßt, so nennt man das „Schreien^. Von der jungen Englischen Prinzessin hieß es in Englischen Blättern: sie habe in Gegenwar? des Geheimen Raths, zum ersten Male ihre Königl. Lunge zu probiren geruht. — Neulich sah man auf der Münchener Eisenbahn einen vierrädrigen Wagen ohne Lokomotive mit 4 oder 5 Personen bei frischem Ostwinde mi? aufgespannten Segeln nach Augsburg zufah­ ren. D e r Wagen schien eine Draisine zu seyn, und sich der Kraft des Windes nur gelegentlich neben der mechanischen zu bedie­ nen. — D a s „Journal des Debats" melder aus Cercy «la - Tour im Nievre-Departement vom 28- Februar: „Vor einigen Tagen schlüpfre ein Wolf auf der Flucht vor Jägern und Hunden in ein Bauernhaus, das mitten -ui Walde bei Montignp«sur - Lannes liegt, und von einem gewissen Dantelle bewohnt wird, und kroch unter den Backtrog. D a die Katze wild wurde, so sah sich Datelle, der sein Mittagscssen kochte und der Hausthür den Rücken zukehrte, um. Furchtbar war sein Entfetzen, als ihn unter dem Backtrog hervor der offene Rachen der Bestie angähnte. D e r -» arme Mann stand wie verzaubert und konnte weder rückwärts noch vorwärts gehen, auch versagte ihm die Zunge den Dienst, so daß er nicht um Hilfe schreien konnte. Plötzlich siürtzten jedoch die Hunde ins Haus, denen die Jäger folgten. Jetzt sprang auch der W o l f , der sich ein wenig erholt hatte, wieder hervor, fuhr durch die Hundemeute, stieß den einen Jäger über den Haufen und verschwand im Walde. Dantelle war noch immer wie versteinert, und obwohl ihm kein Leid wie­

verfuhr, so bildete er sich doch ein. er habe den Teufel leibhaft gesehen. E r liegt an ei­ nem hitzigen Fieber darnieder, und wenn er den grausen Vorfall erzählt, so schläft er drei Kreuze. M a n fürchtet er habe den Ver­ stand verloren. Gerichtliche Bekanntmachung. D a ß . zufolge Verfü..un.q Eines LlbausHen Stadr-Magijlrats, das zur Instrumentenmacl-er H . G . Willeschen Concurömasse gehörige, alZhier suv N r . 168 delc^ene Wohnhaus am 12- d . M . , vor de» Akten gedachter Behörde, meislbictlich verkauft werden soll, und daß die Verkaufsbedingungen sowohl im Termine, als auch früher bei Unterzeichneten zu erfahren sind, wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht. 1 Libau, den Z. M a y 184t. Obcrhofgerichcs ' Aovokat S l e v o g t ,

pr. KI. B e k a u n r lu a cl) u n g e n. ^oserm IiockKeekrten AsitdürAer, 6er deute ein ^t.Itt-ues uu6 kreuäi^es I'amilieosest belekt uu6 »ur ^uräiZLQ I'eier 6ieses 'rnZes uns eine selir de6eutcQäe K«I6summe übergab, äkrmit niokt »Heia siimintliclie Levivkuer 6er ^rmvuaastiUt uacl 6es üospis's, 6as kestliekste xespei?!t, «nnclero aueli ttusserQem uood, nie kluvl» 6ie^enijxen ootklei6en6en per-souev, 6ie ausser 6er ^asti»It siok deknclea (über L00) mit viir6eu, 6iesem eälen ^rmellkreun6e, 6er immer seine mücle Ü»a6 auftllut, ^vis okt auek seine «ilks in ^nspruck ßeuommen vvir6, der stets 6es >Vortes eivKeäeolc ist: „verZiss 6er ^rmen uiekt, so vu emen kröklioken knst^ — 1km un6 seiaer koclixeekrten Vemaklin sa^en 6en erxedell^tea u»6 !>?niesten Dank. — Alöxe
S ch i f Mai. vMai. 7.

8.

9.

f 6

In (^sroünen^okk sinc!. verschiedene Loiter. (?ernüse- unci Llurrüzn^üan^en ?.u lialzen. I^ibau, äen j. Klai 1841.

Angekommene Reisende. Im i. Stadttheil, 1. Quartier, den 8. Mai.Herr Gau-Conducteur Bleeck, aus Memel, bei Ger­ hard, am neuen Markte, im Hause Nr. 24. — I m 1. Stadttheil, 2- Quartier, den 7.: Herr v. Vcrdehlius, aus Ligutten, den 8.: Frau Generalii: Rossi. und Herr Coll.-Sekr. Theodor Klevesahl, aus Win­ dau, so wie den 9-: Herr v. Keyserlingk, aus GroßLahnen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207-— Im 2- Stadttheil, 3. Quartier, den 8.: Herr v. Roenne, aus Haftnpoth, Herr v. Hahn, aus Grobin, und Herr v. Nolde, aus Kälteten, bei der Wittwe Makinsky, in der großen Straße, im Hause Nr. 275Markt - Preise.

Cop. S.

Weihen pr. Loof 250 s 290 Roggen -150 ü 160 Gerste --110 5 120 Hufer — 70 5 75 Erbsen — 140 5 16" Leinsaat — ^ 170 ä 260 Hanfsaat — 150 Flachsäbrand pr. Srcin. 400 -- 3brand — k 337Z -- 2brand — Z 275 Hanf 250 a 325 Wachs . . pr. Pfund 27 s 30 Butter, gelbe pr. Viertels 750 Ä 800 Kornhranntwein. . . . pr. 9Stoof 100 Salz, St. Ubes pr. Loos 230 — Lissabon — 220 — Liverpool — 200 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 710 in fernen . äiro . äito . Theer, jinlandisch, . . . . ä i t o . Wind und Wetter. Den 4. Mai SW., veränderlich; den 5. SW., be­ wölkt; den 6. und 7- S., so wie den 8. SO., heitcr; den 9- O., veränderlich; den 10. NW., heiter.

-

L i st

e.

E i n k o m m e n d : Capitain: kommt von: 5o. Nation; Schiff? an: mit: Carl Schutt. Dundee. 61 Russe. Robert. Frieder.Hagcdorn. Ballast. Riga. liiro A. Nackström. Äiio 62 Russ.-Finnl. Mathilde. A u s g e h e n d: Capitain: nach: No. Nation: Mit: S!uff: Salome. Kronsproviant. Lübecker. G. H. B.Burmeister.Cronstadt. as Holländer. Elisabeth. C. H. Veen. Holland. Roggen und Gerste. 47 äito Helena. A. P. Kuyt. Gerste und Borsten. 48 Balta. I. O. Schröder. England. Russe. Holzwaaren,Flachs u .Fellen 49 Holländer. de Waakzaamheid. I. W. de Iong. Cronstadt. Kronsproviant. 50 6jto 6ito Norweger. Colina. Z. A. Tönnesen. 51 clito üito Matador. M. Bradenahl. Preusse. 52 Libau's Paket. Copenhagen. Hanf und Flachs. Ed. Konschack. Russe. 53 I. B. de Boer. Cronstadt. Kronsproviant. Hollander. Charlotta. 54

Ist zu drucken erlaubt.

Im Namen der Civil- Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

i b a u sch e s

Wochen Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H . Foege.

Mittwoch, den 14. Mai P u b l i c a t i o n. Zur Erfüllung des Befehls Einer Kurl. Gouvernements-Regierung vom 22. d. M. sub Nr. 3253 wird desmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß nach dem Codex der Gesetze Band XIII., Theil ?i., Artikel 366, Todte vor Ablauf von 3 Tatzen nicht beerdigt werden dürfen, nach dem Artikel 355 desselben Bandes und Theils bei Scheintodren erst Gewißheit über den Tod herbeizuführen, nach dem Art. 367, bei plötzlichen Todesfallen vor der Beerdigung d»e gerichtliche Untersuchung zu veranstalten ist, und nach dem Artikel 436 und 437 nur bei epidemischen Seuchen, die Beerdigung früher uls nach 3 Tagen stattfinden kann. Libau-Polizei-Amt, den 2. Mai 184'.. i Nr. 750. ^ Polizeimeiste? Michael. I . O. Gamoer, Sckr.

S t . Petersburg, vom Z. May. Auf Befehl S r . M a j . des K a i s e r s ist in Königsberg, außer dem daselbst befindlichen Russischen Viceconsulat. auch ein Consulspo« sten errichtet, und der Russische Kaufmann erster Gilde und Commerzienrath Jacob Adel» jok zum Conlul in Königsberg ernannt wor» den. — Zu Russischen Viceconsuln sind ernannt: ,n Swineniünde der Negociant Fraude, in Landskrona der Negociant G . I . Tenningk, an Stelle des verabschiedeten Liceconsuls Tö?« ner, und in Bremen der Negocia-t Johann Achelis, an Stelle des verabschiedeten Viceconsuls Köpke. — D i e Moskauer Zeitung er« zählt eine rührende Scene. welche am 16. April in dem Stadtgefänquiffe jener Haupt­ stadt statt fand. Zu Mittag trat der Civil Gouverneur, begleitet von der Geistlichkeit, dem Gouv.»Procureur u. A. in den gemeinschaftU, chen S a a l der wegen Schulden Verhafteten, an der Zahl 45, und kündigte ihnen an, daß ste insgesammt frei feyen, indem S e . M a j . der Kaiser den glücklichen Tag der Vermäh­ lung S r . K . H . deS Cäsa rewitsch G r o ß ­ fürsten Thronfolgers auch dadurch feiern wolle, alle ihre Schulden zu tilgen, deren

Betrag sich auf 30.000 Rbl. S . belief. Alle begaben sich hierauf tiefgerührt in die C>e» fängnißcapelle , um die Segnungen des H'm« n^lS für die Erhabenen Glieder der K- F a müie zu erflehen, und kchrren unmittelbar dar­ auf in ihre Familienkreise zurück. Warschau, vom 9. Map. Der Minister,Staatssecretalr des König' rnchs hat dem Fürsten Statthalter angezeigt, daß einer Anzahl von Individuen, welche der ehemaligen Unterfäbnrichsschule zu Warschau angehörten, und wegen Theilnahme an der Insurection verurtheilt waren, die Erlaubniß zur Rückkehr ins Königreich zu Theil ge­ worden sey; sie werden in den betreffenden Rescripren namhaft gemacht. Darmstadt, vom 9. M a y . Gestern fand zur Feier der am 28- April in S t . Petersburg vollzogenen Vermählunq S r . Kaiserl. Hoheit des Cäsarewitsch Greß» fürsten Thronfolgers Alexander mit I b r e r Kaiserl. Hoheit der Großfürstin M a r i a Auxandrowna. Prinzessin von Hessen und bei Rhein, große Gala-Tafel im großherzogl. Nesidenzschlosse statt, welcher der Kaiser!. Russs» sche Gesandte am großherzogl. Hofe, G r a f y.

Medem, so wie der Kaiserl. Rutsche Gene, ralBaronMependorjf, das diplomatische Korps, die hohen Hof., Civil- und Militairchargen beiwohnten. S e . königl. Hoheit der Groß-Herzog brachte einen Toast aus das Wohl I I . M M . des Kaisers und der Kaiserin von Rußland aus, welchen eine Salve von 5 1 Ka, nonenschüssen begleitete, dann einen Toast auf das Wohl der hoben Neuvermählten, dem eine Salve von 3 1 Kanonenschüssen folgte. S e . königl. Hoheit der Großherzog bat dem Kaiserl. Russischen Gesandren am großherzogl. Hofe, G r . v. Medem, das Großkreuz des Ludwigsordens verliehen. Heute treffen I I . E E . der k. k. Oesterreichische Prästdialgesandte am Deutschen Bunde, G r . v. Münch Bellings» Hausen, und der K.nscrl. Russische Gesandte am hohen Bundestage, v. Dubril, hier ein, um S r . königl. Hoheit dem Großherzoge ihre Glückwünsche zu der trwähuten Vermählung darzubringen und haben die Ehre zur groß­ herzogl. Hafel gezogen zu werden. Paris, vom 7. M a y . D e r König hat Hrn. Sebron, den Mitar­ beiter des Hrn. Daguerre bei mehreren Dio­ ramabildern, mit einem Gemälde der Taufe des Grafen von Paris beauftragt. — Gedern wurden die detachirten Forts auf dem linken Seine»llfer, nämlich die von I v i p , Aicucil, Monttbuge, Äanvres und Mcudon, dem Mindestfordernden zugesprochen. M i t dem Fort von I v r y ward der Anfang gemacht. E s batten sich zu diesem Unternehmen, welches im Durchschnitt auf 10 Millionen F r . ange­ schlagen wird, zehn Concurrenren gemeldet. D i e Gebote variirten zwischen 8 pCr. über und 15 pCt. unter dem Anschlage. D a s letz« rere Gebot war von dem Architekten Barizon gemacht, dem dann auch die an dem Fort von I v r y während der I a b r e 1 L 4 l , 1842 und 1843 auszuführenden Bauten zugeschla» gen wurden. Dieses Fort besteht dem Plane zufolge aus fünf ungeheueren Bastionen, wel­ che jede mit einer cafematurtcn Courtine flankirt werden soll. I m Innern dieses bastionirten Mauergürtels soll cme mi^ Kanonen crenelirte Citadelle erbaue werden, welche sich 7 Metres über die Bastionen erheben wird. D i e Mauer dieser Festung werden 3 Metres dick seyn.— V o m tt. Eine Menge Neugieri» per halte sich' gestern Morgen frühzeitig nach Vincennes begeben, um den Manövern der Tirailleurs vok Afrika beizuwohnen. Der

Marschall Soult und der Herzog von Orleans

commandirten die Evolutionen, man b e m e r k t e i n ihrer Umgebung den Prinzen von I o i n v i l l e und den Prinzen von Würtemberg. D i e Prin­ zessinnen der König?. Familie sahen dem wilitairischen Schauspiele von einer Tribüne aus zu. D i e Manöver der Tirailleurs von Afrika weichen gänzlich von denen der Armee ad; sie sind für den Krieg mit den Arabern vollkom» men geeignet. B e i einer der Evolutionen leg» ten die 10,000 Mann sich plötzlich auf die Erde und ihre Karadincr auf die Chakos, um sich derselben als Stützp'unct zu bedienen. Diese Bewegung wurde mit einer außeror­ dentlichen Pünktlichkeit ausgeführt. Hierauf bildeten die zehn Bataillone ein BataillonsQuarre, welches ein Terrain von mehr als 400 Metres einnahm. M a n bewunderte eben­ falls die Geschicklichkeit der Tirailleurs im Schießen nach dem Ziele; es fehlte fast kein Schuß. Nach dem Manöver richtete der M a r ­ schall Soult Glückwünsche an den Herzog von Orleans und die Offiziere dieses Corps we­ gen der so überaus glücklichen Ausführung aller Manövers. Herr Alloward. Capitain der Spahi's, wohnte dieser militairifchen Fei­ erlichkeit in Türkischer Uniform bei. Konstantinopel, vom 17. April. D i e letzten Briefe aus Trapezunl bestätigen die Nachricht von der friedlichen Ausgleichung der Streitigkeiten zwischen England uvd Per» sien und d»e Wahrscheinlichkeit emer baldigen Rückkehr der Britischen Gesandtschaft nach Teheran. Sie fügen hinzu, daß im südlichen Persien die Anhänger Zilli Sultan's so zahl­ reich werden, daß dieser vermuthlich binnen kurzem aus seiner Zurückgezogenheit bei Bag, dad hervortreten, sich an die Spitze der Miß» vergnügten stellen und einen Angriff auf den Thron unternehmen dürste. Zilli Sultan ist der Oheim des jetzigen Schachs von Persien, Mohammed; er war selbst schon einmal drei Wochen lang Schach, und der jetzige Monarch hat sich dadurch, .daß er sich ganz von seinem verhaßten Premierminister leiten läßt, fo unpopulair gemacht, daß man einen ernstlichen Kampf um die Herrschaft in Persien für sehr möglich — D e r „Oest. Beob." vom 6. M a i meldet in Uebereinstimmung mit unserer vorgestrigen Correspondenz aus Wien: „Be­ richte aus Konstantinopel vom 19. d. M . mel­ den, daß die Anstände, welche sich in Bezug auf die EgPPtische Angelegenheit, wegen eini» ger Bestimmungen des vom Sultan erlassenen

Investimr-Fermans für Mehmed, ergehen hat,

tcn. in Folge der hierüber mir den Repräsen­ tanten der Mächte, welche den Tracrat vom 15« J u l i v. I . unterzeichnet haben, gepflogenen Rücksprache gänzlich beseitigt sind, und diese Angelegenheit sonach zur allseitigen Befriedi­ gung vollkommen erledigt ist." Vermischte Nachrichten. D i e Universität Berlin hat einen vornehmen Studenten bekommen, den Kronprinzen von Würtemberg, der sich nicht bloß der Form wegen dort aufhält, sondern fleißig Vorlesun­ gen hört und benutzt. D e r Kronpr nz lebt unrer dem Namen eines Grafen von Teck ganz einfach und zurückgezogen seinem Studium. — D i e Landstände hatten den Antrag gemacht, dem Hochseligen Könige Friedrich Wilhelm I I I . xin Monument aus Erz in Königsberg'zu er­ dichten. Auf die deshalb an S e . Majestät den lehtregierenden König gerichtete Petition er­ folgte eine sehr duidvolle Antwort. Sofort wurden von den rcsp. Landständen über 96L0 Thaler gezeichnet. — Am 10- .März hat der Iustij-Directer Düllo zu Braunsberq dem Mörder Kühnapfel sein Urtbeil vorgelesen. daß er zu Frauendurg lebendig gerädert werden lolle, und^zwar von unten auf. Auf die Fra­ ge des Hrn. Düllo, ob er nicht appelliren oder die GnÄde des Königs anrufen wolle, hat er geantwortet: „ O nein! ich habe oft Zahnweh gehabt, mehr wird es mit dem Rä­ dern wohl auch nicht auf sich haben." S e i t einigen Wochen duldet er den täglichen Besuch des Vicarius Breuer, begegnet ihm höflich, -wenn dieser aber fort ist, lacht er über ihn; an Bekehrung denkt er nicht. — Der Londoner „Atlas" vom 28. Februar erzählt: Letztverflossenen Donnerstag wurden vor dem Bow» Street Gerichte zu Lqndon drei Personen ver­ nommen, welche beschuldigt waren eine Anzahl von Pfandleihern durch falsche Diamanten verkürzt zu haben, die den echten so täuschend ähnlich waren, daß Leute vom Fache, die I a h , re lang in diesem Geschäfte arbeiten, sie von den werthvollen kaum unterscheiden konnten. Mad. Evans, eine der Mitschuldigen, bekann­ te, im Einverstandnisse mit einem Pariser Schmuckhändler zu stehen, und die übrigen zwei Angeklagten mit Busennadeln und Rin­ gen versehen zu haben, welche sie bei den auf Pfänder leihenden Kaufleuten sofort versetzten. Sie fügte hinzu, sie sep der Meinung, daß keine Manufaktur noch das Geheimniß besitze, diese Artikel so wie sie und Hr. Guibert in Paris zu verfertigen. Es wurde erhoben,

daß Z0 bis 40 Leiher auf Schmuck auf solche Art hintergangen wurden, und viele Schmuck­ händler, welche zugleich Schätzmeister sind, unterließen bloß aus dem Grunde als Kläger dabei aufzutreten, damit durch das Lautwerden des Vorgefallenen, sie nicht etwa in den R u f von schwachen Kennern von Edelsteinen kommen. — Ein wahrhaft riesenmäßiges indu­ strielles Etablissement ist die Eisenhütte Coutl, let an der Sambre, eine halbe Stunde von Charleroi. S i e hat acht Hochöfen und kann täglich für 80.000 F r . Eisen darstellen, näm» lich 70.000 Kilogramme von verschiedenen Sorten. Daneben kann sie noch im Jahre eine Anzahl von Dampfmaschinen liefern, welche zusammen der Kraft von t230 Pfer­ den entspricht. Zur Eisenguß-Darstellung verbraucht sie täglich 240.000 Kilogramme Eisenerz, 320,000 Kilogr. Kohlen und 80,000 Kilogr. Kalkstein, also 640.000 Kilogr. M a ­ terialien zusammen. I m Jahre 1L20 producirte Belgien im Ganzen 45 Mill. Kilogr. Gußeisen, und Couillet kann allein 3 0 M i l l . Kilogr. darstellen, also ^ von der damaligen Gesammt,Produktion. Jetzt beträgt die Gußeifen-Produktion von Belgien das Doppelte, nämlich 9 0 M i l l . Kilogr., und folglich liefere Couillet davon das Drittel. D i e Steinkohlengrubcn von Marcinelle gehören zu dem Eisenhüttenwerk. D i e ganze Förderung die­ ser Gruben konsumirt dasselbe nicht allein, sondern auch noch einen Theil der Gewinnung der Bergwerte von Chatclet wird von seinen Hoch­ ofen Schlünden verspeiset. D a s kolossale Werk besitzt in seinen verschiedenen Verzweigungen 27 Dampfmaschinen mit einer Gesammtkraft von 1035 Pferden. 16- bis t7,000 Arbeiter finden in seinen Hütten und Bergwerken ihre Beschäftigung. Am 25. April fand zu Venedig die feierli­ che Grundsteinlegung zu der, bei der Lombardisch-Venezianifchen Eisenbahn über die Lagu­ nen zu erbauenden, Brücke statt. — D e r v r . Herschel soll einen neuen Planeten (nach an­ dern Angaben einen neuen Trabanten des Saturns) entdeckt haben. Alle nähere Anga­ ben fehlen.

Bekanntmachungen.

Vom 16- bis zum 31. Map 1841 sind Dien­ stags und Freitags die Policen bei dem hie« sigen Feuer-Versicherungs-Verein zu erneu» ern, bei welcher Gelegenheit neue Policen aus.

getheilt werden und ha: man sich dazu ai, jenen Zagen, Vormittags von 10 bis 42 Uhr und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr im Lokale der Stadt«Kämmerei, mit den alten auszu­ tauschenden Policen und Beitragen einzufinden. Nach dieser Zeit werden di« festgesetzten Straf, Zahlungen erhoben. 4 Libau, den 13. M a y 1841Das Direktorium. D i e zu Johannis 1L41 bei der hiesigen S p a r Kassa fälligen Zmien der Sparkassen« Scheine L . , werden dasclvst umer Aushändi­ gung Ver falligen Zins Coupons jeden Gon, nadend Nachmittag von Z bis 7 Uhr gezahlt und neue Einzahlungen zu gleicher Zeit enr gegengenommen. Auch werden die Inhaber der Zinseszins, Scheine (ü. von N r . 1 bis N r . 76 ersucht ihre alten Scheine gegen neue umzutauschen, da der Betrag der l^'leist-'n'n Einzahlungen sl5 Kreits mehr 'als v.r.c>pj)elr yac und diese l'.echnung nolhwiUdi>j wird. 4 . ^'idau, den 13- M a y ! 3 4 l D i e A d ui 1 li»st r a : i 0 n.

M O-its rekormiito ^recÜAer AZ M aus IVlitau tiieselkst am 29«^ M ^Vlai eintzutrekksn, sin 31- tiie Voi de-W ^ rsitunz unä am 1. ^unl in äer lüesl- ^ M Zeri 6eutsclien Xirclie (^ottesäienst mit ^ ^ Lommunion 211 kalten ksaksicktiAt, W W vvlrä kiemlt ?ur ILertritnils äer Kekor- D mirtsr» kiesiZer 8taät unä äer Ilmze- M, ^ Aen<1 Aedracdt, von ^ W . >1. 1^^ ^ Vorsteher 6er ev.-rek. (^emsiriäe. ^ M I^ikau, clen 3. ^lai 484!« Gii VWs Eine freundliche Wohnung nebst Kuch '. Kei­ ler u. s. w-, ist billig zu velmiethen bcym ^ Fuhrmann F r i t z - .

D>!^ assu!>r NM alren Markte sub N r k . lO7 Und j9^z telegene ehemalige Waldhüttersche, gegenwällig cem Fraulein D . L. P e r l e ge« bö ige Wohnl?aus steht aus freier Hand zum Serkauf. Ueder die näheren Bedingungen ertheilr ^usku.zfr 3 Odcrhofgertchrs-Advokat Alb. K r a n z , m . n. Libau, den 13. M a i i 8 4 l Ganz frische Feigen sind zu haben bei Charilon S p i t a l e w .

Erülie Erbsen in Bouteillen sind zu haben bet I . H. Wirckau. 2

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, 1. Quartier, den 12. Mai: Herr v. Funck. aus Altowier, bei Frau v. Grandi« dier, im Hause der Madame Iohanfen, Nr. 35. m der Herrenstraße. — Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 10.: Herr Assessor V.Mirbach, aus Grobin, und Herr v. Stempel, aus Medsen, bei Büß, a«, attc» Markte, im Häuse Nr. 207. Den 11.: Herr v. Äraiski, Fähnrich des Nischcgorodskischcn Infantcrie-Reglments, aus Polangen, und den 13.: Herr Proviant-Commissionair von der 10. Kl. Paperin, aus Schoden, bei Frey, in der langen St7aße, im Hause Nr. 2l6. — Im 2. Stad.ttheil, 3. Quartier, den i4-: Herr Gärtner, und Herr Freyberg, aus Katzdangen, bei Ernest, in der Zuliannenstraße, im Hause Nr. 283. A b r e i s e n d e . Die Haushälterin des Herrn Baum, Henriette Schwarz aus Preussen, reiset nach Rußland. " ^

Lours vom 8» unol 11. ^msrer«lÄm90 ?. 196z ttsinkurZ .901°. 35 l^onäon . . 3 ^1. 33^ ?kanäkr. 100Z — 8. 100 tüurl. Äito 1001

196! 3M 39^ 100Z 100 100^

^ 8Lco.

kür 1 k.udel Lillzer.

ch i f f 6 - L i st e. Mai.

10. — 11. 13. II-

55 56 57 58 59 60

A u s g e h e n d : Capilain:

Nation:

Scfiff:

Holländer.

Anna Elisabeth.

nach-

mit:

Gerste. Anna Margaretha. Jochim Bradhering.Belgien. Hanf, Saatu.Holzwaaren. HendrikaMargrieta .Jan K. Bart. St. Petersb. Kronsproviant. CathrineMargretha.A. F. Behrens. Belgien. Hanfsaamen.

Meklenburger Holländer. Hanovraner.Z Norweger. Inger Johanne. Russe. Gertrude.

E. G. Bockhout.

Holland.

P. E. Fouglestad. Stavanger. Ballast. P. G. Kleingarn. Riga. Fruchte».

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil« Oberverwaltung der Ostsee,Provinzen, T a n n e r , Censor.

Libau sches Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H . Foege.

Sonnabend, den j?. Mai P u b l i c a t i o n. Zur Erfüllung der Requisition der Myuschen Chaussee-Bau -Commisston vom 15. d. M. sub Nr. 17, wird-desmittelst zur Wissenschaft und Nachachruna gebracht, daß bei den jetzt wieder beginnenden Arbeiten an der Chaussee das Fahren auf dem neuen Chaussee -Damme verwehrt werden muß, zu welchem Ende die Passage von der Brücke gerade auf den Chaussee-Damm, so wie auch die Zwischengassen gesperrt worden, indem das mit bedeutendem Kostenaufwande gemachte Nivellement, welches durch kleine Pfahle bezeichnet ist, leicht zerstört werden könnte, daher von nun an bis zur Eröffnung der Chaussee nur auf dcr rechten Seite der Ellern von der Grenze des Rathsherrn Gampcr längs dem sogenannten Schmöllingschen Kruae und überhaupt auch von dem Ende der Ellcrn ab bis zum Schmidtschen Kruge nur auf der rechten Seite des Chaussee-Dammes, woselbst ein tempc>raire? Weg eingerichtet worden, gefahren werden darf. Libau, Polizei-Amt, den l6. Mai 1841. z Nr- 849. Polizeimeister Michael. I . O . Gamper, Sekr. Odessa, vom 18. April. Wir erhalten von mehreren Orren Neuruß» lands traurige Nachrichten von Ueberschwem» mungen, welche durch das Schmelzen des Schnees veranlaßt sind. D e r Dniepr, der Bug, der I n g u l , der Dniestr, alle unsere Flüsse, groß und klein, sind ausgetreten, und haben Alles weggerissen, was sich ihrem ver« wüstenden Laufe entgegensetzte. I n der Nacht vom 26. zum 27. März riß das Gewässer die Vorstadt von Elisavethgrad, Kowalewka. und alle Wohnungen längs des I n g u l hinweg. Viele Bewohner wurden in ihren Häusern überrascht und erblickten die Gefahr nicht eher als am andern Morgen. D a s Wasser führte mit reißender Schnelligkeit ungeheure Eis» schollen. D e r ausgetretene I n g u l veränderte sein Bett. Bald sah man in Kowalewka nichts als Dächer mit Männern, Weibern und Kin« dern bedeckt, welche händeringend um Hilfe flehten. Am 27. sandte die Sonne glühende Strahlen, das Thermometer zeigte Nachmit­ tags 21^ Reaum. M a n kann ohne Uebertrei« bung sagen, daß jeder Graben,, jede Vertie»

fung das Bett eben so vieler breiten und tie< fen Strömungen war, welche sich in den ^lngu! stürzten, der immer höher steigend,"in se-ner Heftigkeit keinen Widerstand mehr fand und Hütten und mit Menschen bedeckte D ä chcr fortriß. Aber der schrecklichste Anblick zeigte sich bei den Resten der Stadlbrücke deren Milte der Heftigkeit der Wogen nicht harre Widerstand leisten können. Alles, was daran stieß, war in demselben Augenblicke zer­ trümmert und verschwand vor den Augen der zahlreichen Zuschauer, welche nicht die gering, ste Hilfe leisten konnten wegen der ungeheuren Eisschollen, welche mit Pfeilschnelle heranstürmten. Ein Schreiber vom Corps.Stabe wur­ de das Opfer seiner Nächstenliebe. Unter den Zuschauern befanden sich die Verwandten der­ jenigen, welche den offenbaren Jode entgegen­ eilten, und die man nicht retten konnte... ein gräßliches Schauspiel. Aber Viele wurden durch die starke Strömung gerettet; die Eisschollen flogen, wie gesagt, mit reißender Schnellig«

kett vorüber, und unterhalb der Stadt, wo der Ingul freiern Spielraum hatte, kamen

die Eisschollen auf seichte Stellen, so daß sie stehen blieben, und die Menschen auf densel­ ben gerettet wurden. D i e Zahl der so Ge­ retteten belauft sich auf mehr als 150 Perso­ nen; doch kehren wir zur Schilderung der Ueberschwemmunq zurück. Donnerstag den 27- fiel das Wasser nicht; die eintretende Nacht vermehrte die schreckliche Lage der Unglückli­ chen, welche vergebens um Hilfe riefen. I n der Nacht verminderte sich jedoch die reißende Strömung; gegen Morgen fiel das Wasser sichtlich; das Treibeis hatte aufgehört und die Communication mit beiden Ufern wurde durch Böte hergestellt. Nun zeigte sich allmählich das Bild der gräßlichen Zerstörung; statt der ehemaligen Hauser sah man unförmliche Trum« merhaufen; die Straßen waren mit Bruch­ stücken aller nur erdenklichen Dinge bedeckc; kleine Buden waren entweder umgestürzt oder zerschlagen; große schöne Gärten gä-izlich ver, heert. Bestimmte Nachrichten über den Ver­ lust lassen sich noch nicht angeben,- viele Be­ wohner von Kowalewka haben Alles verloren. D a s Unglück welches uns heimg.sucht, gab uns aber auch schöne Beweise der Selvstverleugnung. Wie die Überschwemmung begann, schickte der Chef des Gendarmecommando's die Gendarmen reitend durch die Straßen von Kowalewka, um die Schlafenden zu wecken und die schon vom Wasser Heimgesuchten zu retten; was auch geschah. Viele Beamte schonten ihres eiaenen Lebens nicht, um ihre Nebenmenschen zu retten, und viele Juden sprengten reitend in die brausenden Wullen, um den Unglücklichen beizustehen. Christiania, vom 4. M a i . B e i dem Brande in Drontheim sind unter Andern auch die Realschule, die Armenschule des Frauen,Kirchspiels, die Sparbank und die Börse ein Raub derFlammengeworden. Nurmit großer Mühe wurden die Gebäude des StiftsGerichtshofes, welche bereits mehrere Male brannten, wie einige größere Häuser gerettet. D i e Stadt Drontheim hat außer dem Bran? de in diesem Jahre bedeutenden Verlust erlit» ren, indem mehrere Schiffe, welche zur Fische­ rei nach den Lofoden abgingen, durch die Stür­ me verunglückten. Braunschweig, vom 6 . M a i . D i e Stände haben zu der Eisenbahn auf Magdeburg t 660000 Rthlr. bewilligt. An unserm Anschluß an den großen Zollverein ist nicht im Geringstem mehr zu zweifeln; es heißt daß unsere Regierung der Obnzollbehörde

eröffnet habe, daß am 31. Dccember d. I . der Vertrag mit Hannover und Oldenburg aufhören werde uiw daher auf die vorzuneh­ menden Veränderungen zeitig Bedacht zu neh­ men sep. Biberich, vom 4. M a i . D i e Fessel ist gesprengt, der Rhein ist wie. der frei! S o eben fährt das erste Dampf, boot, „die Königin Victoria", unter dem Don, ner der Kanonen über die Stelle, welche durch den velhällgmßvellen Steindamm vom 1. März d. I . für die freie Fahrt versperrt gewesen war. Hoffentlich wird kein Ereigniß je mehr diesen Verbindungsweg wieder vernichten tön» nen. D e r Kölnischen Gesellschaft war es vorbehalten, zum zweiten Mal^zuerst unfern Platz zu berühren, während die Düsseldorfer Gesellschaft, vielleicht nicht gut unterrichtet, ihre Landbrücke vor zwei Tagen eine Viertel» stunde unterhalb Biberich aufschlagen ließ, um so den Umweg, den die Schiffe seither ein­ schlugen, abzukürzen. Von heute an gewinnt unser Platz schon wieder ein regeres Leben, und wir haben die schöne Hoffnung, daß un­ sere Regierung ihn zu einer größern Bedeu­ tung emporheben werde. Wien, vom 9. Mak. D e r neueste Beschluß der Pforte zil endli, cher Beilegung der Egyptischen Angelegenheit ten ist, Berichten aus Konstantwope! zufolge, ausschließlich das Werk der Repräsentanten von Oesterreich, Preußen und Rußland; der Englische Botschafter, Lord Ponsonby, hat sich trotz der angeblich so bestimmten Instruc» tionen seiner Regierung ganz passiv dabei verhalten, obgleich er von dem Oesterreichi» schen Internuntius, Baron Stürmer, eigens eingeladen worden war, sich den übrigen Re­ präsentanten zu diesem Zwecke anzuschließen. I n Fplge der so günstig gestalteten ^age der Egyptischen Angelegenheit sind die Consuln der vier Mächte in Begriff, von Konstantino­ pel nach Alexandrien zurückzukehren. Paris, vom 11- M a i . D a s „Siecle" meldet die Entführung einer der Töchter des Infanten D o n Francisco de Paula, di^ mit einem Polen die Flucht ergris, sen. D a s Signalement der Flüchtlinge wurde gleich nach der Entdeckung i ' r e r Entweichung durch den Telegraphen nach allen Richtungen hin abgeschickt. — Nach „Galignani's Messen» ger" ist der Pole, welcher das junge Mädchen überredete, 50 Jahr alt. D i e schöne junge Prinzessin befand sich in einem Kloster bei Pa»

ris; die Flucht aus demselben wurde mittelst einer Strickleiter bewerkstelligt. D i e Flüchtige und ihr Gefährte sind, wie man vernimmt, in Valniciennes, wohin ihnen die telegraphi­ sche Depesche vorausgeeilt war, an der Fort» setzung ihrer Flucht und ihres Romans ver» bindert worden. — V o m 12. D a s „Journal du Havre" erzählt den Untergang des Ame­ rikanischen Schiffes „William Brown"', wel­ cher von Umständen begleitet gewesen ist, die eine gerichtliche Untersuchung nothwendig ma» chen werden. D " s Sch'ss, welches von Li­ verpool nach Philadelphia bestimmt war und 65 Passagiere am Bord hatte, sticß am 19. April gegen einen schwimmendeir Eisberg. D i e Wirkungen des Stoßes waren so verderblich, daß mair sogleich darauf bedacht sepn mußte, die Mannschaft zu retten. D e r Capitata, ein Passagier und 7 Matrosen bestiegen die kleine Schaluppe und 33 Passagiere mit Li Marrs» sen flüchteten sich in die große Schaluppe. D i e andern am Bord des „William Brown" be­ findlichen Personen fanden ihren Tod in den Wellen. Ueber das Sryicksal des Capttams und der 8 mit ihm eingeschifften Leute weiß man noch nichts Näheres; aber die große Schaluppe begegnete am 21. April dem Ame» rikanischen Schiffe „Crescent", welches die Schiffbrüchigen aufnahm und am 2. M a i die L Matrosen dem Peketboote Dille de Lpon" übergab. Nun fanden sich aber, als die Scha­ luppe dem „Crescent" begegnete, von den 33 Passagieren nur noch j ? vor. E s ist leider zu befürchten, daß die übrigen getöd:et wor« den sind, wenigstens waren die Aussagen der Matrosen so unbefriedigend, daß dieselben, auf Veranlassung des Amerikanischen Eonsuls, vorläufig ins Gefängniß gebracht worden sind. - - - V o m 13- Dem „Journale du Havre" zufolge ergiebt sich aus den übereinstimmenden Aussagen der Matrosen des gescheiterten Schif­ fes „William Brown", daß die Erhaltung der Schaluppe und die Sicherheit des größ­ ten Zheils der auf derselben befindlichen Mann» schaft es unumgänglich nothwendig machte, einen Theil der Passagiere über Bord zu wer» fen. D i e acht Matrosen sollen nach dieser Erklärung auf freien Fuß gesetzt worden seyn. Von der Türkischen Gränze, vom 7. M a i . Noch hat man über den Stand der Ange» legenheiten der Rajahs in den Europ. Pro« vinzen der Türkei durchaus keine verläßlichen Nachrichen. Gewiß ist nur. daß die Bulga. rischen Bezirke an der Gränze von Serbien

beruhigt sind. M a n erhält jedoch nach und nach mehr Einsicht in die traurigen Ereignisse der letzten Zeit. E s scheint, daß die Insur» rection der Christen durch die Türkischen Pa­ schas selbst mit Absicht hervorgerufen wor­ den, da die durch die Pforte in der neuesten Zeit bewirkte Ausscheidung der Finanz-Ver» waltung aus dem Ressort der Gouverneure diese zur Wuth gegen die von Konstantinopel ausgebenden Reformen entflammt hat. D i e Muhassiis und Defterdare des Sultans, wel­ che die Einhebung der Steuern und Zölle unabhängig von den Landes « Gouverneuren besorgen, sind natürlich in den Augen der Letz» teren ein Greuel. Zugleich scheint Hussein Pa> scha von Widdin, unmuthig über seine Stel» lung in der Erinnerung seines ehemaligen An­ sehens und seiner früheren Macht, die Ab­ sicht gehegt zu haben, durch Niederschlagung einer von ihm selbst gemachten Revolution einen neuen Beweis von seiner Energie zu geben und wo möglich die bei der Pforte ver« lorne Wichtigkeit wieder zu erlangen. Sogar Türken geben ihm die Schuld an dem letzten Aufstande, und einige Pascha's sollcn wörtlich mit einem Bericht übereinstimmende Rela­ tionen über Hussein a». die Pforte gemacht haben. — M a n erfährt aus Konstantinopel, daß Lord Ponsonbp sich zur Abreise anschickt, und daß der Lord gegen die anderen Reprä» sentanten der Europ. Großmächte sich persön» lich in großer Spannung befinde.

Verzeichniß über die, im Monate April, bei der evangelisch - deutschen Gemeinde zu Libau Getauf­ ten, Copulirten und Verstorbenen. G e t a u f t e : Leopold Ludolf Vollberg. — Johanna Gertrude Kauffmann. — Karl Ewald Frankenstein.— Ioh. Daniel Krause. — Maria Luise Heyn. — Frie­ derike Ottilie Lemcke. — Eduard Abraham Tremp.?Karl Adolph Koester. C o p u l i r t e : Bürger und Schneidermeister K a r l Ludwig Lindemann mit Eva Eleonore Feldman«. — Musikus Franz August Kochansky mit Karoline Char­ lotte Moldenhauer. — Arbeitsmann Anss Meier mit Dorothea Amalie Eckart. — Koch Johann Reichard mit Dorothea Wilhelmine Meissner.— Matrose Jo­ hann Eric Sundstroem mit Hedwig Henriette, verw. Armknecht, geb. Binnewsky. — Maurergeselle Ioh. Ernst Pressler mit: Anna Sophia Witt. — ZimmerGeselle Friedr. Wilh. Zirk mit Susanna Elisabeth Jonas. Verstorbene: Die Lehrerin der Stadt-Madchen, schule Sophia Dorothea verw. von der Bohll, geb. Luther, alt 60 Jahre, 2 Mon. — Kupferschmidt Jo­ hann-Friedrich Steindahl, alt 54 Jahre. — Schlos­ sergeselle Karl John, alt 37 Jahre. - Sckuffszim, mergesellle Christoph Rohde, alt 6t Jahre, 3 Mon. -- Laura Antonie Kretschmann, alt 6 Mon., 19 Ta,

ge. — Frau Bäckermeist.r Elisabeth Kluge, geborene Neumann, alt 63 Jahre. — Der dänische Schiffskapitän H. M. Dahl, alt 48 Jahre, 6 Mon. — Maurern ittwe Dorothea Elisab. Melck, geb. Wolke« »ritz, alt 91 Jahre. — Oer Starost des hiesigen Stadtgefängnisses, verabschiedeter Soldat Ioh. Karl Reimer, alt 67 Jahre. — Karoline Amalie Borrmann, alt 7 Jahre, i Mon., 2 Wochen. In der Libauschen evangelisch-lettischen Gemeinde sind im Monat April geboren: 10 Kinder, 5 Kna­ ben, 5 Mädchen; copulirr: 5 Paare; gestorben: g Personen, 6 männlichen, 2 weiblichen Geschlechts.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma» jestät, des Selbstherrschers aller Reussen zc. ?c. zc., werden von Einem Libauschen VogteiGerichte Alle und Jede, welche an den Nach« laß des verstorbenen Schiffzimmermanns J o ­ hann Christoph Rohde, in sxeeie aber an dessen sub Nr. 109 Hieselbst belegenes^ Wohnhaus nebst Herberge und anderen Pertinentien, rechtliche Ansprüche haben, oder machen zu können verneine», hiemlt ecliciali?.er a d c i t i r l u n d v o r ^ i ^ e n , i n den, e i n f ü r a l l e m a l , a u f d e n 17 . I u l y d i e s e s J a h ­ res anberaumten Anaide - Termine. entweder in Person oder rechlsgcnü.iender Vollmacht, a u c h w o e s n ö r h i g , j»» Assistenz o d e r V o r ­ mundschaft, aUbier zu Valhhause, vor diesem Vogtet - Gerichte zur gewöhr-lichtn SessionsZeit zu erscheinen, ihre Ansprüche gebührend zu verlautbaren und rechtsgenügend zu doku­ mentären, und sodann die Präklusiv-Senie.'Z und das weitere Rechtliche zu. gewärtigen, unter der ausdrücklichen Verwarnung, daß nlle Diejenigen, welche in diesem Termine

ausbleiben sollten, sodann uin.'v Auflegung eines ewigen Stillschweigens mit ihren An­ sprüchen an diese Nachlaß-Masse präkludirt werben sollten; als wonach sich Jeder zu ach­ ten bar. Gegeben im Libauschen Vogrei»Ge­ richte. den 14- May jA4l. 3

(Die Unterschrist des Vogtei-GerichtS.) Bekanntmachungen. Rine Veräisnstscknalle t'ür XX. lakr 15t verloren Ze^anßen. Oei' ekrlicke ^in6er wiicl Asketen dieselbe Zegen eins angemessene Leloknung in 6er IiiesiZen LuckcirucXerei abzuliefern. ^Vlarisnlzaäei-^reu^drunnen, LissinZer-kaA0t2i, Litter- uncl Lelters-Wssser, äiesjäliriZer Füllung, ist 211 Kaden in äer HsnälunZ von Z ?r. (^üntlier in I^ibau. Ganz frische Feigen sind zu haben bei Cbaritvn Spiralew

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 14. Mai: Herr v. Medem, aus Laukozem, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207; Frau Baronin v. Sa« cken, aus Bachen, bei Gerhard, in der Herrenstraße, im Hause Nr. 209. — Im 2. Stadttheil, 3. Quar« tier, den 14.: Herr v. Hahn, aus Niederbartau, bei der Wittwe Makinski, im Hause Nr. 275Wind und Wetter. Den 11. Mai SW-, den 12. N., den 13. NW., den 14. N., den 15- NW., den 16. N. und den 17. S-. heiter.

S ch i s s 6 Mai. 1«) 12. 14. -

15,.

16. Mai. 141517-



L i s t e.

E i n k 0 m m e n d: kommt von; mit: Schiff: Capirain: an: Xo. Nation: Cette. Salz. Sörensen Sc Co. Friedr, Fontell. 63 Russ.-Finnl. Alexandra. Helsingfors. Ballast. Ordre. Adelheid. H. Wichhusen. 64 Russe. Rotterdam. mio Frieder.Hagedorn. äito ^Liiici ^io6»i5ii,. I. I. Bunning< 65 66 Holländer. Gesina Petronella. G. H. Nagel. Liverpool. Salz. I. Harmsen jun. 67 Russe. Frieder.Hagedorn. Wllhclmine. Ioh. Gottl. Buss. Schiedam. Ballast 68 Russ.-Finnl. Iosefina. Stangeneisen. Schley «c Co. Erik Lundqvist. Abo. A u s g e h e n d : No. Nation: Scliff: Capitaitt: nach: Mit: Holländer. Anna tuitzia. H. M. Pott. Holland. Gerste und Borsten. 61 clito De jonge Cornelius.Albert Hazewinkel. St. Petersb. Kronsproviant. 62 Kopenhagen. Flachs,Hanfheede u. Saar. Däne. Posrillon. I. C. Möller, 63 Stavanger. Ballast. Norweger. ^.e twe Broeder. Lars Olsen. 64 Holland. Roggen und Saat. Bolette. Ole Eye. 65 St. Petcrsb. Kronsproviant. Delphin. M. H. Wett. Russe. 66 Riga. Roggen. A. Nactström. Rufs -Finnl. Mathilde. 67 Katharina Sypkens.G. M. Menkema Cronstadt. Kronsproviant. Holländer. 68 ^ito lliio GroßfürstAlexander.H. Kruse. Russe. 69 öito Mentvr. Wm. Burnet. Britte. 70

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Bibausches

Wochen Herausgegeben, gebruckt und verlegt von C. H. Foege.

Mittwoch, den 21. Mai P u b l i c a t i o n. Zur Erfüllung der Requisition der Libauschen Chauss^e-Bau-Commission vom t5. d. M. sub Nr. t7, wird desmittelst zur Wissenschaft und Nachachtung gebracht, daß bei den jetzt wieder beginnenden Arbeiten an der Chaussee das Fahren auf dem neuen Chaussee,Damme verwehrt werden muß, zu welchem Ende die Passage von der Brücke gerade auf den Chaussee-Damm, so wie auch die Zwischengassen gesperrt worden, -indem das mit bedeutendem Kostenaufwande gemachte Nivellement, welches durch kleine Pfahle bezeichnet ist, leicht zerstört werden könnte, daher von nun an bis zur Eröffnung der Chaussee nur auf der rechten Seite der Ellern von der Grenze des Nathsherrn Gamper längs dem sogenannten Schmöllingschen Kru e und überhaupt auch von dem Ende der Ellern ab bis zum Schmidtschen Kruge nur auf der rechten Seite des Chaussee-Dammes, woselbst ein temporairer Weg eingerichtet worden, gefahren werden darf. ?ibauPolizei-Amt, den l6. Mai i84l. 2 Nr. 849Polizeimeisier Michael. Z. D . Gamper, Sekr.

S t . Petersburg, vom 10. M a i . I n der Nacht vom 6. auf den 7- M a i sind S e . M a j e s t ä t der K a i s e r nach Moskau abgereiset. Laut Allerhöchster Rescripte vom 16. April d. I . sind dem Kriegs »Gouverneur von Kiew, Generalgouverneur von Podolien und Wolhynien General Lieur. Bibikow, dem wirk?. Geh.-Rath Oserow und dem Senareur Geh.» Rath Nowossilzow die diamantenen Insignien des Alex.«Newski»Ord. Allergnädigst verliehen, und zu Rittern ernannt worden: des S t . Wlad., Ord. 1 . Cl.: de? commandirends Hermann des Donischen Kosakenheeres Gen-'Lieut. Wlassow j . und der wirkt. Geh. Rath Fürst Gagarin; des E t . Alex.-Newski-Ord.: der Staats-Secretair, Senateur, Geh.-Rath Balugjanskp, der Direktor des Depart. der Manufakturen des innern Handels Geh.-Ralh Druschinin, der General»Gouv. von Witepsk, Mohilew und Smolensk Gen.-Adj. G.«L. Djäkow und der Commandeur des abgesonderten Corps der innern Wache G . - Lieut. Reibnitz; des S t . A n n . - O r d . 1 . Cl. mit der K . Krone: der Chef

des Petersburgischen Münzhofes Gen.»Maj. Ellers; des S r . Wlad.-Ord. 2. Cl.: der Hof« Meister des K.^Hofes Fürst Gagarin und des S t . Annen Ord. 1. Cl.: der Hessen-Darmstädrschen wirkl. Geh. - Rath und Gesandte beim Deutschen Bunde Baron Gruben, das Mit» gl-ed im Conseil des Ministers der Reichsdo, mainen wirkl. St.-Rath Eneholm und der Secrerair I . M a j . der K a i s e r i n wirkl. St.» Rath Cpambeau.

Dorpot, vom 12- Mai. Se. Excellenz der H r . C u r a t o r tritt heute, in, Folge ihm Allerhöchst ertheilten Urlaubs, «ine viermonatliche Reise ins Ausland an. Leipzig, vom 11. M a i . D e r Zulauf, den einige Hotels in dieser Messe von Gästen hatten, war in Wahrheit beispiellos. D i e Mode hatte sich, wie schon im vorigen Jahre, wiederum für das. Hotel de Baviöre des Herrn Redslob entschieden, welches Mittags und Abends von Hungrigen und Durstigen förmlich belagert wurde. Um den Zuströmenden nach Möglichkeit zu genü, gen, mußte der Wirth an einem Sonntage,

außer feinen beiden großen Speisesälen, auch in fämnnlichen Vorsälen seines Haus.s dUich drei Etagen, und sogar noch sür 30 Personen auf dem Hofe zwischen den Equipagen der Reisenden, decken lassen. Man erzählt, der, selbe Wirth habe in voriger Messe über 13,000 Thaler nur für die Speisung der. Gäste zu Mittag und Abend eingenommeii. — Durch die Eisenbahn nach Dresden sind dem hiesi­ gen Theater viele Besucher entführt worden, denn das neue Schauspielbaus in der Resi­ denz, das wirklich ein Feearempel genannt ;u werden verdient, bewährte eine so große Attractionskraft, daß tätlich mehrere Wagen mit Neugierigen nach Dresden ins Theater fuhren und Morgens früh wieder zurückkehr­ ten.— Unter den Meßartikeln wurden große Geschäfte mit sogenannten Vcxir Gläsern ge» macht, welche von 4 bis 16 Thalern im Preise stiegen. Paris, vom 14. M a i . D i e Arbeiten an dem Fort von S t . Dcni's haben nunmehr auch begonnen, und man ist, da bereits säinmcliche Linien markirc sind, un Stande, die Wichtigkeit desselben zu beunheilen, es nimmr 1280 Merres Terra-', ein und durchschneidet die drei großen Chausseen, wel­ che nach Calais. Havre und Goiiüesie führen. Auch an dem Fort von Nogen: wird mirgro, ßer Thätigkeit gearbeitet; eben so an der Fe, stung von Alfort, deren Mauern anmehreren Stellen schon zwei Metres hoch sind. Man versichert, daß binnen weniger. Ta^en über 20,000 Civil-Arbeiter sowohl an den Forts, wie an den bastionirren Wällen der Ring» mauer beschäftigt seyn werden.— C>» in Bor­ deaux eingetroffener Schtffs-Capitaln s.Njt aus, daß am 17- März zu Trinidad bei Havana eine Neger-Empörung ausgebrochen sey und Truppen dahin gesandt worden. E r schreibt diesen Aufstand Engl. Anzettellungen zu, da ein im Hasen liegendes Schiff dieser Nation mit freien Schwarzen bemannt war. London, vom 15. M a i . Der große Viaducc von Stockport ist jetzt Vollender. D i e Eisenbabn zwischen D!.ai»ch?ster und Birmingham läuft nun förmlich ü' er je­ ne ansehnliche Stadt weg, indem die Bogen darüber hin gehen. D e r erste Stein zu die» fem Viaducr von 1786 Fuß Länge wurde am 9- März 18o9. und der t tzte oder Schluß­ stein am 21. December 1840 gelegt. Der Viaduct besteht aus 26 Bogen, wovon 22 eine Spannung von63, 4eine Spannung von

20 Fuß haben. E r erhebt sich i ! < F u ß über den unren fließenden Mersey; die Aadl der ge­ brauchten Ziegeln belauft sich auf 11. Millio­ nen; ^00.000 Kubikfuß Slc-n' wurden ver­ wendet, und das ganze Werk kostet 70.000 Brüssel, vom 15. M a i . Der in Namur verhaftete Graf Gerofski (oder Gurowski), 27 Jahr alt, hat, wie hie­ sige Blätter berichten, ausgesagt, daß er sich bereits mit der von ihm entführten Infant/n Isabella von Spanien habe trauen lassen, und zwar noch bevor sie von Paris abgereist waren. D i e Prinzessin w - o h i t t jetzt im Hause des Bürgermeisters ron Nawur. Von der Serbischen Gränze, vom 6. Mai. D i e neuesten Briefe aus Belgrad bringen die rückständigen Berichte aus Sosta, Philippopel. Seres, Salonich, Bitoglia, Ianina, Avlona zc. Sic stimmen sämnnlich darin übe?« ein, daß in allen diesen Städten große Gäh» rung und große Unzufriedenheit über den Zu­ stand der Dinge herrsche. Ein neuer Zoll­ tarif. der auf die Ausfuhr der Waaren 12 pCt. Ausfuhrzoll legte, hat die Gährung un­ ter allen Najas aufs Höchste gesteigert, und es werden überall Bittschriften nach Konsta,,» tinopel gegei» denselben vorbereitet. Leides gewähren die Paschas keiner Deputation die Erlaubniß) sich selbst nach Konstantinopel zu begeben. — Herzzerreißend sind die Schil» derungen der von den Albanesen und Türken verübten Gräuel. M a n schreibt aus Nissa vom 28. April, daß von 150 Dörfern nur20 von der Vernichtung und Plünderung ver» schont blieben. M i t Feuer und Schwert wur­ den Wehrlose aus ihren Wohnungen getrie­ ben und Hunderte als Gefangene und Skia« ven nach Sofia geführt. D i e meisten Häu­ ser wurden dem Erdboden gleichgemacht. E s ist zu bedauern, daß in Nissa und allen klei, nen Städten Bulgariens keine Fränkischen Consuln sich befinden, welche zu Gunsten die­ ser Unglücklichen einschreiten könnten. Bei Widdin haben sich die kleinen Banden nach Eingang obiger Nachrichten wieder zerstreut. Alexandrien, vom 28- April. Mehmed scheint erkannt zu haben, daß es lächerlich fepn würde, wenn er allein sämmt» lichen Großmächten Widerstand leisten wollte, und daß es nicht politisch sep, so zu verfah­ ren, als ob er schon im Voraus die Bedin­ gungen ihres Ultimatums verworfen habe. Demgemäß benutzt er die Pest als Vorwand, um feine Truppen unter Quarauraine zu se»

tzen und die Ereignisse abzuwarten. — Die Pest richtet entsetzliche Derheerungen^an. I n Kahira kommen zuweilen an ein?m Tage 150 Erkrankungen vor. Hier in Alexandria muß­ te man die Zahl der Nrankenwä.rer um 200 vermehren. In» F r a n r e i i v i e r t e l , das früher verschont blieb, sind seit drei Tagen 12 Per, ,'onen gestorben, Einer sogar im Belgischen Consulat. Dabei w.rden noch die Griechen und die Malteser nicht mitgerechnet.

Vermischte Nachrichten. F ü r Zw u s i k f r c u n d e. D a die berübmtcn 40 Bergsänger aus Frank­ reich in diesen Tagen liier eintreffen, so erlau­ ben wir uns einige Mittheilungen über diese Sanger zu machen, wie wir sie aus öffentlichen Blattern entlehnen. Diese Sänger sind die Auswahl einer seit 9 Iahren bestehenden, 100 Mitgliedern zählenden Singakademie in Bagns, res bei Toulouse, sie bereisen seit bereits 3 I a h ­ ren alle Länder Europa's. Der Erlös ihrer Concerre ist zu einer milden Stiftung destimmt. (Auszug aus dem Observareur.) Als die 40 Vergsänger nach Holland gehen wollten, wur­ den sie durch den Telegraphen zurückberufen, um zur Verherrlichung der Feste im Palais mitzu» wirken, wo sie die Ehre hatten, vor Ihren Majestäten dem König und derKötNgui von Bel­ g i e n . sich hören zu lassen. I h r e Majestäten wa, ' ren, so sehr durch die Aufführung der verschiede, nen Stü^e des aus dem Stegreif genouimenen Concertes zufrieden gestellt, und so erstaunt üder die reinen und klangreichen Stimmen der Kinder der Pyrenäen, und besonders über die bewunderungswürdige Einheit in ihrem Ges.'nge, daß Sie ihnen die Summe von 1000 Franken, als Zeichen I h r e r Zufriedenheit an­ weisen ließen. I h r e Majestäten lasen gleich« falls mit lebhaftem Interesse eine Nvte des Moniteur Belge über den Ursprung und den Zweck dieser schönen Einrichtung. Der Dosen-Fabrikanr Keinecke zu Stuttgart hat die vom Professor de la Rive zuerst ge­ gebene I d e e , auf galvanischem Wege verge!» den zu können, so vollkommen ausgebilder, daß auch in Beziehung auf die Haltbarkeit >m Vergleich zu der Feuervergoldung kein Wunsch mehr übrig zu bleiben scheint. W a s die Schönheit der Farbe betrifft, so läßt sie jede andere Vergoldung weit hinter sich zurück. Wenn man nun bedenkt, daß bei der galva­ nischen Vergoldung keine dem Menschen so schädliche Quecksilberdämpfe entwickelt werden, der Verbrauch des Goldes weit geringer als

bei der Feuervergoldung, und die technische?, Arbeiten dabei so einfach seyn scl!-'^ daß man sie Kindern überlassen könne, so erschein: die Erfindung auch für diesen Geschäftszweig fo bedeutend, d^ß ihre allgemeine Einführung zu wünschen ist. — Eine der merkwürdigsten Eisenbahnen in Großbritannien ist die zwischen . Lcüdvn und Blackwall, eine Eisenbahn von euum Theile Londons zum andern, ihrerganzen Länge nach über Häusern und Straßen hinlaufend, und zwar auf einem 24 Fuß brei­ ten, meist 30 Fuß hohen Bogendau. Sie wird indeß nicht mit Dampfwagen defahren, weil dies der Feuersgefahr wegen nicht thun­ lich ist. An jedem Ende steht eine kräftige Dampfmaschine und jede dreht eine große Tonne, an welcher sich ein sechs (Engl.) Mei. len langes S e i l befindet. D i e Wagen sind so geordnet, daß die, welche zuerst anhalten sollen, die letzten sind, ohne daß der Zug anzuhalten braucht. Auf ein durch den elektischen Tele­ graphen gegebenes Zeichen beginnt die ent­ gegengesetzte Dampfmaschine zu arbeiten, das Seil aufzuwinden und so den Wagenzug her­ anzuziehen. Jede Viertelstunde geht ein Zug von einem Endpunkte zum andern, und zwi­ schen denselben befinden sich fünf Stationen. I n den ersten 8 1 Tagen wurden 570.000 Pas» sagierc befördert und es gewährt einen höchst seltsamen Anblick, eine lange Wagenreihe ge­ räuschlos, scheinbar von selbst, pfeilschnell oben an und über den Häusern Londons hin» fliegen zu sehen.— D e r Uhrmacher Scherpe in Berlin hat eine astronomische Uhr construirt, welche die Größe einer gewöhnlichen Wanduhr hat, und außer den Stunden, Minuten und Sccunden noch die Wochentage, Monate, die Mondveränderungen, die vier Jahreszeiten, das D a t u m , Sonnen-Auf- und Untergang, Tag« und Nachklänge, und nächstdem genau angiebt, wie viel die Sonnenzeitvon der Mittlern Zeit, nach welcher alle öffentlichen Uhren in Preußen gestellt werden, abweicht.

Concert - Anzeige.

-

Die 40 kran2ösisclien ?^renäensänAer vveräen auk ilirer R.eise nacti 8t. ?etersdurg Preith, am 23« 6. Ul., in kiesiger 8taüt I m Lcdausxielliaitse ein e i n a i Z e s Arodes Vocalconcsri Aedsn, am kolken.
ein einziges (üoncert Zeken. — U,ntree-Lillets sinä von ^lorAens bis ^ackrnittsAs 4 I5^r >iei hierin (^erkarcl unä später an 6er Lasse 2u liaden. — Die Lasse wirä um 6 Aeökknst. Oer ^.nkanA ist um 7 — Das Näkere werben üie Settel dessAsn. Milzau, äen 2l- IVla^ 1841»

Bekanntmachungen. Am 29. M a y d. I . wird in dem Krons, guceHasau, das unversehrt und vollständig geborgene Inventarium des gestrandeten Großbrittannischen Schooner, Schisses „Lets^ 8teCapt. D - Lance m a n , öffentlich ver« kauft werden. D a s Verzeichniß der geborge­ nen Gegenstände ist in Windau bei dem Groß« briltannisHen Vice-Consul A. Hertzwich einzusehen. Emem hochgeehrten Publikum zeige ich hier­ mit ergebenst an, daß ich meine Wohnung verändert und gegenwärtig im Hause des Herrn Hutinacher Mangelsvorff, in der See­ straße N r . 387, eingezogen bin. Zugleich dirre ich mir ferner die in meinem Fache vor­ kommenden Sattler-. Tapezirer- und Riemer­ arbeiten gütigst zukommen zu lassen. Durch gute und prompte Bedienung werde ich mir stets das Zutrauen zu erhalten suchen. Libau, den 21. M a y 1841L- R . Aschenkamp ff. D a s allhier am alten Markte subNrs. 197 und 198 belegene ehemalige Waldhüttersche, gegenwärtig dem Fräulein D . L. P e r l e gehörige Wohnhaus steht aus freier Hand zum Verkauf. Ueber die näheren Bedingungen ertheilt Auskunft 2 Oberhofgerichts-Advokat Alb. K r a n z ,

getheilt werden und hat man sich dazu an jenen Tagen, vormittags von 10 bis 12 Uhr und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr im Lokale der Stadt-Kämmerei, mit den alten auszu­ tauschenden Policen und Beiträgen einzufinden. Nach dieser Zeit werden die festgesetzten Straf, Zahlungen erhoben. 3 Libau, den 13. M a y 1841. Das Direktorium. D i e zu Johannis 1841 bei der hiesigen S p a r Kassa fälligen Zinsen der Sparkassen» Scheine L . , werden daselbst unter Aushändi­ gung der fälligen Zins »Coupons jeden Son­ nabend Nachmittag von 5 bis 7 Uhr gezahlt und neue Einzahlungen zu gleicher Zeit ent­ gegengenommen. Auch werden die Inhaber der Zinseszi'ns« Scheine L . von Nr.' 1 bis N r . 76 ersucht ihre alten Scheine gegen neue umzutauschen, da der Betrag der geleisteten Einzahlungen sich bereits mehr als verdoppelt hat und diese Verrechnung nothwendig wird. 3 Libau, den 13. M a y 1841. Die Administration.

Angekommene Reisende. Im j. Stadttheil, 2. Quartier, den i6. MalHerr v. Stempel, auS Medsen, und den 20-: Herr v. Schroeders, aus Ordangen, so wie Herr v. Mir­ bach, aus Neuhoff, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207, Herr Kleberg, Disponent aus GroßEssern, bei ter Wittwe Makinski, im Hause Nr. 275. A b r e i s e n d e . Der Schauspieler Vetters, aus Zittau, reiset nach Rußland. z Die Haushälterin des HerrnBaum, Henriette Schwarz aus Preussen, reiset nach Rußland. t

N1. n.

Lours vom 45- uuä 1A. ^lai.

Libau, den j3- M a i 184t» Vom 16- bis zum 31. M a y 1841 sind Dien« stags und Freitags die Policen bei dem hie­ sigen Feuer Versicherungs-Verein zu erneu­ ern, bei welcher Gelegenheit neue Policen aus«

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e.

E i n k v m m k n d :

Mai. Ko. Nation: t7. 69 Norweger. Mai. ,819-

Ko. 71 72 73

Schiff: Ianus.

Schiff: Nation: Norweger. Cecilia. Hanovraner Perle. Adelheid. Russe.

Capitain: kommt von: mit; G. T. Siewertsen. Sogendal. Heringen.

an: Sörensen Lc Co.

A u s g e h e n d :

Capitain: nach: mit: ^ L. A.CHornelinssen. Holland. Gerste. Johann H. Dreyer. St. Petersb. Kronsproviant. H. Wischhusen. äito «Zita

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil «Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanner, Censor.

ibaus

es

Herausgegeben, gebruckt'unb verlegt von C. H. Foege.

Sonnabend, den 24. Mai P u b l i c a t t o n. Zur Erfüllung der Requisition der Libauschen Chaussee-Bau-Commisston vom 15. d. M. sub Nr. 17. wird desmittelst zur Wissenschaft und Nachachrung gebracht, daß bei den jetzt wieder beginnenden Arbeiten an d?r Chaussee das Fahren auf dem neuen Chaussee -Damme verwehrt werben muß, zu welchem Ende die Passage von der Brücke gerade auf den Chaussee - Damm, so wie auch die Zwischengassen gesperrt worden, indem das mit bedeutendem Kostenaufwande gemachte Nivellement, welches durch kleine Pfahle bezeichnet ist, leicht zerstört werden könnte, daher von nun an bis zur Eröffnung der Chaussee nur auf d^r rechten Seite der Ellern von der Grenze des RathSherrn Gamper längs dem sogenannten Schmöllingschcn Kru,c und überhaupt auch von dem Ende der Ellen?' ab bis zum Schmidtschen Kruge nur auf der rechten Seite des Chaussüe-Dammcs, woselbst ein temxoraircr Weg eingerichtet worden, gefahren werden darf. Libau» Polizei-Amt, den l6. Mai 184l. ^ t Nr. 8-i9. Polizeimeistcr Michael. 7- ' Z. D . Gamper/ Sekr. C t . Petersburg, vom 13. Map. Am 9- M a y um 10 Uhr Morgens haben I I . KK. H H . der T h r o n f o l g e r Cäsare« witsch und Frau Cäsarewna und Groß­ fürstin M a r i a A l e x a n d r o w n a geruht aus Larskoje,Sselo nach Moskwa abzureisen. Nachdem der Herr Post»D>rector von S t . Petersburg bereits durch die öffentlichen Blät­ ter die Anzeige hat ergehen lassen, daß die erste Fahrt der Postreifewagen von S t . Pe­ tersburg nach dem Königreiche Polen am 14. M a y beginnen wird, fügt derselbe dieser er, sten Anzeige jetzt noch, die zweite hinzu, daß mit dem 2g. M a y d. I . die Fahrt der Post­ reisewagen auch auf dem andern Wege, von S t . Petersburg über Riga und Mitau zur Preußischen Gränze. und zurück, beginnt. D i e Postequipagen bestehen aus Kutschen mit 2 Abtheilungen, jede für 2 Passagiere, aus Ca, briolets oder Kaleschen für 2 Passagiere, und Britschken ebenfalls für 2 Passagiere. Die Preise der Plätze bis zur Preuß. Gränze, bis Tauroggen und bis zur ersten Station in Preußen, Lauzergen, sind folgende: 1 ) in der

Britschka mit der schweren Post zu 17 Rbl. S - ; 2 ) in der Kutsche mit der leichten Post zu 30 R . S . ; 3 ) im Cabrioler oder der Ka­ lesche mit der Extrapost zu 35 Rbl. S . für jeden ^lutz. Leipzig, vom 21. M a y . Gestern Abend gegen 8 Uhr trafen I I . KK. H H . der Herzog und die Herzogin von Leuch. tenberg nebst Prinzessin Tochter und einem zahlreichen Gefolge von Weimar in unserer Stadt ein. Am heurigen Tage fuhren diefel« bea um 1 t Uhr Vormittags mit einer beson­ dern Fahrt auf der Eisenbahn nach Dresden, von wo sie übermorgen hierher zurückkehren werden, um dann von Leipzig aus die Reise nach Berlin fortzusetzen. Paris, vom 18. M a y . D e r „Glaneur des Oberrheins" enthalt nä­ here Angaben über eine Feuersbrunst, deren Schauplatz Kolmar war. Am 14. M a p , gleich nach Mitternacht, brach an verschiedenen Punk­ ten zugleich in dem in der Theatergasse gele­ genen Hause des Herrn von Hürth, ehema» ligen Offiziers der Condeschen Armee, Feuer

»us. Als die ersten Spritzen ankamen, hatte» die von einem befrigen Winde genährten Flam­ me» bereits mehrere Häuser erreiche, und in kurzer Zeit standen sechs große Gebäude in Flammen. D e r Wind trieb die Funken in eine erstaunliche Ferne; 5 oder 6 Häuser wa­ ren von den Feuerflocken beinahe in Brand gesteckt worden; neun M a l war man genöthigt, in einer Bauwerkstätte bei demWerkhof, mehr als 600 Metres von dem Orte der Feuers' drunst entfernt, Hilfe zu leisten. Seit langer Zeit hatte man in Aolmar kein solches Schau­ spiel der Zerstörung erlebt. D e r Schaden wird auf nahe an ! 80.000 F r s . geschätzt. Dem Un­ glücksfall liegt ein schauderhaftes Drama zum Grunde: schon längst herrschte Zwietrachr in der Haushaltung des Herrn v. Hürth; eine von der Frau eingereichte Klage um Trennung von Tisch und Bett mußte endlich eine Verbindung lösen, die unter den romanhaftesten Umstanden geschloffen worden. D e r Gemahl wurde sofort zur Zahlung bedeutender Summen an seine Fl'.iu verurtbeilt und genöthigr, das eheliche Haus zu verlassen und dieser Letztern den auöfchlteßllchen Besitz eines großen und schönen in Gemeinschaft erworbenen Hauses abzutreten. Herr von Hürth, ein Greis von 75 Jahren, war allgemein als ein prozeßsüchtiger Mann bekannt, halte sich durch seinen ungeselligen, rohen, rachsüchtigen Charakter schon langst mit aller Welt überwerfen, besonders aber der Ausgang dieses Prozesses seine gewöhnlich sehr exalurre Einbildungskraft in den Zustand des außeror­ dentlichsten Paroxismus versetzt. Am,13. war jhin das Unheil der Trennung m'tgnkellr »vorden, und am 14. sollte er das Haus verlassen. A» diesem Tage ließ er-sich von dem Speicher Reisbüii'del holen und dieselben in zwei in dem Dodengeschoß des Hauses liegende Vorhaken tragen. Am Abend speiste er wie gewöhnlich, sodann verabschiedete er se»neMagd, die nicht in dem Hause schlief;- gegen 1 1 Uhr sah ihn d?e Magd eines Micthsmannes, wie er in seiner Wobnung mit einem Licht hin mid herlief. Ein Soldat dss Wachtpostens des Gefängnisses, fast dem Haufe gegenüber, sah um Mitternacht ei­ nen Mann mir einem Lichr in der H.>nd durch den Hof gehen, und eine Viertelstunde später brach ras Feuer aus. I n dem Augenblick, wo die Feuersbrunsi am stärksten war, fiden Nachbarii Hrn. v^ Hürrh auf den Knieen mitten in den F'ammen in seinem Schlafzimmer, die Hände »^n Himmel gehoben und herzzerreißendes Ge­ schrei ausstoßend;.'dann, stürzte plötzlich der

Fußboden ein uud der Mann verschwand in ein?r fürchterlichen Flammenglut. E r wurde am andern Tag? verkohlt und mit einer klaffenden Wunde gesunden. Brüssel, vom IL- M a y . Graf Gurowski ist in Freiheit gesetzt wer­ den. und zwar, wie unsere Zeitungen wissen wollen^ nachdem der I n f a n t D o n Francisco dl Paula in dessen Vermahlung mit der I n « santin Isabclla eingewilligt. M a n sieht dem­ gemäß der KüMehr der Letztern nach Brüssel ehestens wieder entgegen. Italienische Gränze, vom l Z . M a y . Joseph Bonaparte, der die Bewilligung er­ halten hat, sich in Genua niederzulassen, liar daselbst einen prächtigen Palast gemiether, der. wie Viele besorgen, bald der Sammelplatz aller Anhänger der Bonaparristischen Parte» werden dürste. Von der Türkischen Gränze, vom 13. M a y . I n Thessalien hat am grünen Donnersrag eine Volks-Versammlung auf dcm Berge Olymp stattgefunden, in welcher sich die Provinz süc srel und unabhängig erklärt hat. Valenzas ist zum Anführer der christl. Streitkräfte er, nannc worden und, nachdem er eine Prokla» matten erlassen, auf Arta marschirt^ Albanien hat sich ebenfalls erhoben und am grünen Donnerstag «n Urana eine provisor'sche Re­ gierung eingesetzt, welche Steuern erheben soll, um dadurch das Volk zu bewaffnen. Zugleich sollen einige kleine Fahrzeuge eine Landung der Türken verhindern. Vermischte Nachrichten. Für die Baumwolle, und Wollcfabrikanten war die Leipziger Iubilatemesse durchaus un­ günstig; viUe sollen nicht einmal ihre Reise­ kosten gelöst haden; die besten Gescräfte sind aber in Leder gemacht worden. D i e Lcder» Verkäufer nahmen es daher auch gar nicht übel, als jene unglücklichen Fabrikanten aus Neid die Messe eine l e d e r n e kannten. — Diesen Winrer sind in London nicht weniger a^s 275 Kinder verbrannt, welche in Zimmern, wo Feuer im Kamin brannte, allein gelassen worden waren. — Zwischen Kopenhagen und Hamburg sell eine Taubenpost in der Art, wie sie in England und Frankreich bestehen, eingerichtet werden. — Am 7. März fand zu Paris auf der Seine ein höchst merkwürdiges Experiment statt, welches die Vorzüge neu er» fundener tragbarer Schiffe darthun sollte. Fünf kleine Schaluppen verschiedener Dimensionen schifften, jede mit einer oder mehreren Perso»

neu besetzt, eins ziemlich bedeutende Strecke hinab. B^im Porr des Invalides angekom­ men stiegen die Sch'ffec aus, zerlegten ihre Bote und gingen, dieselben unter dem Arme nnt Leichngkeit tagend, sort. D i e schwerste dieser Parken s ^ t 6 Personen und wiegt 30 Kilogramme, die leichtste träjU nur zwei Men. sche.n und i'0'eZt zwischcn 7 und 8 Kilogram­ me E s ist zu dem lken, daß di.se Erfindung zur Rettung von-Sch-ssorüchigen nur Erfolg angewendet werde:. soll, da keine dieser B a r . ken je untergehen ka-n». D e r Erfinder heißt Ledert; in diesem Auqendiicke construirt der­ selbe zwei große Sch>ffe im Gehalre von 120 Tonnen jedes, die ebenfalls nach Belieben zerlegt und zusammengesetzt werden können, und dre noch in diesem Frühjahre eine be» deutende Ladung von Auxerre nach Penis iranepo'tiren sollen. — I n Eulner's Condi« torci in der Leipziger Straße u» Berlin sind gepfefferte Bonbonnieren zu haben. E s ste­ hen Fläschchen da mit Etiquers, wie „Tro­ pfen, nach deren einmaligem Gebrauche man Französisch spricht", — ,,Mittel, um auf jünfre Hypothek Geld zu bekommen", — „ M i t , k'i gegen den Ausverkauf", — „Salbe gegen den Mondschein auf dein Kopse" — u. s. w. E s ist merkwürdig, daß sogar die Zuckerbäkker bitler werden. Den Manen des in London beerdigten Carl M a r i a von Weber wird jetzt auf seiner Grab­ stätte durch Vermittelung des Sächsischen Be­ vollmächtigten am Enal. Hofe ein schönes, des großen Mannes würdiges Denkmal errich» ret werden. Am 47. d. M . ist bei Gotba ein Wolkenbruch gefallen, in mehrern Straßen stand das Waffer 2 Fusi hoch. Dazu fielen Schloffen von solcher Stärke herab, daß man die Fen­ ster ausheben mußte, um sie vor Zertrümme­ rung zu bewahre!». — Vom Rhein wird uu» term 16. M a i gemeldet, daß man schau am Ende der vorhergehenden Woche bei Rolandseck in den Bergen vollreise Erdbeeren fand unH bei Oberwesel in einem Weinberge gepflückte blühende Trauben zeigte; und aus Paris un­ ter gleichem D a t u m , daß aus allen Gegen­ den des Landes die erfreulichsten Berichte über die bevorstehende.Ernte eingingen. D i e Wein­ berge hingen voll von Trauben, die Obstbäu­ me erregten die größten Hoffnungen, und das Korn stand m.der schönsten Blüthe; überall die besten Aussichten auf ein gesegnetes Jahr?-

Gerichtliche - Bekanntmachungen. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen M a ­ jestät, des Selbstherrschers aller Neuffen zc. zc. zc., werden von Einem !» bauschen Stadt. Magistrate auf Ansuchen der Geschwister I o . Hanna und Maria Norde, in M i l a u , xer irianci., alv Inhaberinnen einer, von dem Nadlerme^ ster Friedrich Ernst August Rothe und dessen Ehefrau Anna Elisabeth Rothe, gel. Schikkadanz, unier Verpfändung ihrer allhier sud L!rs. 218 218 ^ belegenen Wohnhäuser, am 22- April 1830 über die Summe von 300 Rbl. S . an sie ausgestellten, am 26- August 4835 gerichtlich besicherten Obligation und Pfandverschreibung, da die OvliganonsauSsteller bereits vor einigen Iahren »mir Tode abgegangen, auch notorisch keine Leibeserben hinterlassen, Alle und Jede, welche an den Nachlaß gedachter Nadlermeister Rothesch^n Eheleute überhaupt und i n s^cis an deren allhier zu Libau sub N r s . 218 k 218 be­ legenen Wohnhäuser sammt An - und Zubehör, irgend welche Ansprüche und Forderungen ha­ ben odcr machen zu können vermeinen, hicmir eclictslitsr citirt und vorgeladen, in dein auf den t 9 . September dieses 184lsten Jahres anberaumten ersten Angabe-Termine, entweder in Person oder rechlsgcnügender Vollmacht. auch wo nöthig in Assistenz oder Vormund» schast, in der gewöhnlichen Scssionszeit, so» bald diese Sache acclamirt werden wird, vor gedachtem Stadt - Magistrat? zu erscheinen. ihre etwanigen Ansprüche und Forderungen gehörig anzugeben und zu documenti'ren, und sodann die Anberaumung des zweiten und Pra« clui'iv-Atigabe-Termms zu gewartigen, unier der Verwarnung, daß, falls sie sich mit ihren Ansprüchen und Forderungen nicht melden soll­ ten, gegen sie die Pl»c!uston ausgesprochen, und ibnen ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird, auch die yu. allhier sub N r s . 2 l 8 k 218 belegenen Wohnhäuser zur Be­ friedigung der vorgedachten Obligation von 3 0 0 R u b . S . sammt sollenden Zinsen und ko­ sten verkauft werden sollen. Wornach sich zu achten! Urkundlich unter dem Siegel Eines Libau­ schen Stadt-Magistrats und der gewöhnlichen Unterschrift gegeben auf dem Rathhause zu Lil'au, am 16. M a y 1841. 3 Blancar zur Edic X?' ^ Xtalcitation vor den Libauschen V /Stadt-Magistrat. F . 91. C . K l e i n e n b e r g , 3uä. sux. Liv. I.ib. Leer.

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Auf den 31. dieses Monats sollen die zur C . G . Ungerschen Concurs-Masse gehörigen Koppeln, und zwar z ) D i e im ist^'n Stadttheile 2ten Quartier sub N r . Kü bei Ungers » Ruhe belegene Koppel nebst Scheune; 2 ) D i e sub N r . 90 im istcn Stadttheile 2ten Quartier an der Müblenreichstraße belegene Koppel, und 3 ) D i e sub Nrs. 9 t und 92 im Isten Stadtrkeile 2ten Quartier zwischen dem Mühlenteiche und der großen See belegenen Koppel zur diesjährigen Benutzung, in der Sitzung Eines Libauschen Stadt-Magistrats, unter denen i n l'ermino bekannt ZU machenden Be» dingungen, an den Meistbietenden ausgeboten werden; als welches den Miethslusti^en hier­ durch zur Wissenschaft gebracht wiid.

Am 29. M a y d. I . wird in dem Krons»

gUleHasau, das unvers^nr u-id voL!?ändig geborgcne Juvental i'^m des gestivnidel. n Großbrittannischen Schooner» Schisscs „Leis^ Ste­ w a r t / ' Capt. D . Lance m a n , öffentlich ver, kauft werden. D a s Verzeichniß der geborge­ nen Gegenstande ist in Windau bei dem Groß« briltannischen Vice-Con>'ul A. Hertz wich ein­ zusehen. I m Mellinschen Hause, gelegen am neuen Markte, sind für die Badezeit 7 meublirre Zimmer nebst Stallraum für 1 t Pferde und Wagenremise, zu vermierben.

Angekommene Reisende. Im j. Stadttheil, 2. Quartier, den 22. Mai: Herr IngenieurObrist-Lieut. Ferrieri, auS Güdingen, beim Herrn Ingenieur-Obrizi v. Fcttmcz, in der Vor­ stadt, im Hause Nr. 155. — Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 23.: Herr v. Hahn, Kreissiskal aus Hasenpoth, bei Büß, am altcn Markte, im Hause Nr. 207. — Im 2. Stadttheil, 3. Quartier, dcn2l.: Die Rigaschcn Kauflcute, Herren Antipow und Schukajcw, bei Akiinows - Erben, am neuen Markte, im Hause Nr-286; Herr Stavenhagen, Gutsdesitzc? ans C»frandhoff, bei Ernest, in der Iuliannettstraße, im Hause Nr. 383; Herr Z. G. Ernst Waoner, uuH Hr. Fr. Medewisch, Cand. Padag., aus Zierau, b^i der Wittwe Makinski, in der großen Straße, im Hause Nr. 275. A b r e i s e n d e r . Der Schauspieler Vetters, aus Zittau, reiset nach Rußland. >>

1:ibau, den 23. May tL4l . V e k a n n t i n a cd u n a e n . ^

M Ocltg cler reLdlmirts ?recZiAei' A aus Mirau ^isseldgt am 29«^ M eia21:treiben, am 3l- 6is Vorbs-^ ^ rvitunA und am 1. ^suni in 6er liies:- ^ M ^en cleutSLken L^irclie (?otte56ienst mit ^ M Kommunion ?iU Balten dtzskgiclutigt, AS xvirci Iiiemit 2ur Kenntnis cier Ke5or- W M rnirten ^iegizei- 8t^ät unä äer I^mZe- M ^ Aenä Aödrsclit, von H I. 1^. M Ä Vorsteher äer ev.-re5. (?smeiliäe. D I.ibsu, äen 3. ^Vlai 1841»

Markt , Preise.

(!op. S. Weihen pr. Loof 25,0 ^ 290 Roggen — 150 » 160 Gerste . — 110 5 120 Hafer — 0 » 75 Erbsen . — 140 ä 160 Leinsaat — 170 ^ 260 Hanfsaat — 150 Flachs äbrand pr. Stein. 400 — 3brMd<^ — k 337Z — 2brand ». j 275 Hanf __ 250 s 325 Wachs p x . P^nd 27 k Z0 Butter, gelbe pr. Viertel 750 5 800 Kornbranntwein. . . . pr.gStoof 100 Salz, S t . Ubes . . . . . pr. Loof 230 -- Lissabon — 220 — Liverpool — 200 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 — l N sörtten . äito . äiio > 710 Theer, finlanbisch, . . . . äito

^ o m 16* bis zum 3i'. Mal) 1841. sind Dien­ stags und Freitaas die Policen bei dem hie» sigen Feuer.Versicherungs-Verein zu erneu» ern, bei welcher Gelegenheit neue Policen aus» getheilt werden und hat man sich dazu an jenen Tagen, Vormittags von 10 bis 42 übe und Nachmittags von 3 bis 5 Uhr im Lokale der Stadt»Kämmcrei, mit den alten auszu­ tauschenden Police» und Veitragen einzufinden. Nach dieser Zeit werden die festgesetzten Straf, Zahlungen erhoben. 2 Libau, den 13. M a y 184t. Das Direktorium. S ch i

Mai. 20. 21. 24.

Xu. Nation: 70 Nüsse. 7l — lljio

Ist zu drucken erlaub.

Schiff: Snseeptio. Acriv. die Dankbarkeit.

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E i n k o m m e n d : Capitain: kommt von: mit: an: Hans Jensen. Antwerpen. Ballast. . Ordre. Eortl. Ziepe. Lyn. äito Sörensen «c Co. F. Riga. Waaren. Schley 8c Co.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee «Provinzen, Tanne r, Ccnsor.

Libau fches t t. Herausgegeben, gebruckt u»b verlegt von C. H. Foege.

SV,,

Mittwoch, den 28. Mai

S t . Petersburg, vom 13. Map. D i e Nummer 39 der Senais - Zeitung enthält einen Allerhöchst Namentlichen Utas S r . M a j . des K a i s e r s an den Reichsrath. mittelst wel­ ches S e . K . H o b . der C ä s a r e witsch G r o ß ­ fürst T h r o n f o l g e r zum Mitglieds des Reichratbes ernannt wird. D a s Dampfschiff,.Nikolai" ist heute um 4 Uhr Morgens mit 60 Passagieren in Kronstadt angekommen, von denen aber nur die Hälfte in S t . Petersburg ankam; W s Schiff der Com^agnie des Baltischen Meeres mußte nämlich der Gewalt des Windes weichen, seine Taue kappen und, ohne den Rest der Passagiere zu erwarten, absegeln. Nowgorod, vom 11. Map. Am 9. um 7 Uhr Abends wurde unsere Sradt durch die Ankunft I I . K K - H H . des 5 Hron­ folgersCäsare witsch und Großfürsten AlexanderNikolajewitsch und derFrau Cäsarewna und Großfürstin M a r i a A l e x a n d r o w n a erfreut. I I . KK. H H . langten in vollkommenem Wohlsepn unter den Freudenrufen der versammelten Menge an und fuhren sogleich zur Sophien-Kathedrale, wo S i e von dem hochwürdigen Theodot, Bischof von S t a r a j a - R u ß a und Vicar von Nowgo» rod, mit dem ledendmachenden Kreuze und dem Weihwasser, von der gesammten angese­ henen Geistlichkeit, den Militair- und Civil» Beamten, dem Nowgorodschen Adel und der angesehenen Kaufmannschaft empfangen wur­ den, wobei der hochwürdige Bischof die ho» ben Neuvermählten mit kurzen aber beredten Worten begrüßte. Räch vollendetem Gebet in der Kathedrale und nach Verehrung der Re­ liquien geruhten I I . KK. HH. Sich in den

hiesigen Palast zu begeben, wo die Bürger von Nowgorod das Glück hatten I I . H H . Salz und Brod zu überreichen. Abends war die ganze Stadt erleuchtet. I m öffentlichen Gartcn und bei dem Palaste ertönte Militair» M u ­ sik und auf dem Platze vor dem Palaste wurde ein prachtvolles Feuerwerk abgebrannt. Am folgenden Tage, den 10. M a p , geruhten S . K. H. der Großfürst Thronfolger und C ä f a r e w i t s c h der Wachtparade des Gre­ nadier, Regiments S . M . des Königs von Preußen beizuwohnen, worauf I I . KK. H H . im Palaste die Nowgorodsche hohe Geistlich, keir, die Militair« und Civilbeamten, den hie, sigen Adel und die Damen zu empfangen ge­ ruhten. Um halb 1Z Uhr Vormittags reisten I I . KK. H H . , begleitet von den herzlichsten Gebeten für Deren Wohl und Glück, in voll­ kommenem Wohlsepn auf dem Wege nach Moskwa ab. D a s hohe Paar geruhte dem Nowgorodschen Militair-Gouverneur 5000 R . zur Vertheilung unter die ärmsten Einwohner in Nowgorod zurückzulassen. Reval, vom 8 . M a y . D e r 1 . , 2 . und 3. d. M . waren hier der NachfeierderVermahlungSr.Kaiserl. H o h e i t des Cäfarewitsch T h r o n f o l g e r s gewidmet. Allgemeiner Gottesdienst, ein gro­ ßes Diner im Schwarzenhäuptersaale, wo es hoch herging, Speisung der Invaliden und Armen im sogenannten Kindergarten, in der Börfenhalle und dem Locale der S t . Canuei, Gilde und in allen Armenverpflegungsanstalten, zuletzt ein B a l l im Schwarzenhaupterhause, fer­ ner alle drei Tage hindurch vom Morgen bis Abend ununterbrochenes Läuten der Glocken al­ ler Kirchen, und alle drei Abende bis lange nach

Mitternacht große Illumination des Doms, der Stadt und aller Vorstädte, — dies waren die geringen Zeuacn der innigen Freude der Bewoh­ ner Esthlands und ihrer unbegränzten Ergeben­ heit und Treu.' tür das hochgeliebte Kaiserhaus. — Unter den Beleuchtungen zeichneten sich die des Commandanten - Hauses und des Schlosses vorzüglich aus. — Ein Angereister, der in der Nacht vom 2- zum 3. dieses den Laaksberg bei Catharinenthal passiire, konnte nichtgenug den höchst imposanten i^nd sternartigen Anblick rüh» men, den der große terassenartige Lichtpark, von der äußersten Vorstadt bis zum hohen Dome hinauf, gewährte. ( I n l a n d N r . 2 1 ) Berlin, vom 26. M a y . M i t den Herzog!. Leuchtenbergischen Herr­ schaften sind die Oberhofmeisterin Frau Genera» lin v. Zacharjewsky, die Hofdame Fräulein 0. Poltowzoff, der Hofmarschall G r . v. Wielhorskv, der Adjutant Premier-Lieutenant Herr v. Zoller, der Leibarzt O r . Mahier und der Cabinets-Secretair Mussard hier eingetroffen. Zur Ueberfabrr der hohen Herrschaften nach S t . Pe» tersburg sind das Dampfboot „Herkules", das Kriegs-Dawpfboot „Bogatir" und der Lugger Oranienbaum in Swinemünde und von denselden nachfolgende Offiziere hier in Berlin ange­ kommen: der Schiffskapitain und Flügeladju­ tant G r . v.Heiden, der Capitainlieuc. v. Glasenapp, Commandant des Bagatlr, Marine« Lieuc. Akuloff, Commandant des Luggers Ora­ niendaum, die Marine»Lieutenants Moller, Freiherr v. Budberg, Fürst Galitzin und P i e r ­ son, der Marine - Lieutenant und Adjutant des Admirals Fürsten Mentschikoff, G r . Apraxin, und der Mechaniker des Bogatir, H r . Burron. Weimar, vom 23. M a y . S e . K . H . der Großherzog hat dem K . Russischen General-Feldmarschall und Fürsten von Warschau, Grafen Paskenmsch von Eri» va»i, das Großkreuz des weißen Falken Ordens verlieben. Belgrad, vom l 3 . M a y . I m nordwestlichen Theile Bulgariens, dem Schauplatz der letzten Gräueltharen der wilden Albanesen, hat sich die fürchterlichste Huii' gersnoth eingestellt; die Okka ( 2 Pfd.) Brot aus ungeliebtem Mehl ist bereits auf den PreiS von 9 Piastern gestiegen. Weimar, vom 23- M a y . Unsere Eisenbahn-Aussichten haben sichInder letztern Zeit sehr erfreulich gestaltet. Denn eiuenthetts ist die Einschließung des K . Preuß. Gouvernements über die Richtung der Bahn

zwischen Halle und Kassel nach zuverlässigen Nachrichten dahin aus inalle». daß der, in technischer wie m sonstige,' Hinsicht den Bor» zua verdienende, alte Handelsiveg über die Volk- und gewerbreichen Slädre Merseburg, Naumburg, Weimar. Erfurt. Gotha und Ei» fenach nunmehr jedenfalls eingeschlagen werden soll, anderncheils sind von München Zusiche. runaen erfolgt, welche Uder einen Anschluß der Nürnder>i«Bamberger B ' h i i bis an die Herzogt. Kobur^ische Landesgränze zur Fortsetzung des Baues ül?er ttoburg. Hilddurghausen und Me'ningen nach Eisenach keinen Zwei/el weiter auf» kommen lassen. Zunächst beruht es nun auf Kurhessen, die ihm gebotenen/Vortheile nicht aus der Hand zu gebe«, vielmehr die über E«se nach zusamnienlallende Doppelbahn, welche sich »n gegenseitiger Wechselwirkung unterstützt, in zweckmäßiger Richtung nach Kassel, und von dorr aus nördlich bis zur schiffbaren Weser nach Karlshafeo, und südöstlich nach Frankfurt a. M . hinzuführen. München, vom 23. M a y . Seit dem ! 6 . d. M . sind, als Königl. Sächsi­ sche Bevollmächtigte Herr Kreis-Direktor B a ­ ron von Falkenstein und Herr Major Kuns. und als Herzog!. Al:enburgischer Bevollmäch­ tigter Herr Regierungs-Präsident Baron von Seckendorf hier anwesend, und seit der Zeit in ununterbrochener Tbätigkeit mit den K . Bayerischen Ministern und ihren Rathen, um dcn Vollzug des Traktats über die Bayerisch, Sächsische Eisenbahn einzuleiten und die desHaid wöchigen Verhandlungen bis zur höchsten Genehmigung ihrer resp. Regierungen zu pfle. gen. E s unterliegt keinem Zweifel, daß das große Unternehmen in seiner vollen Ausführung auf ein eigentliches Hinderniß nicht stoßen, und eine B a h n , welche das Innere von Deutschland in jener Richtung durchschneiden, die Donau mit der Elbe verbinden, den Ver­ kehr beleben, die Entwickelung von Deutsch­ land fördern und an segensreichen Folgen un­ erschöpflich seyn wird, noch in diesem Jahre zugleich an zwei Punkten in Bayern mit aller Energie wird begonnen werden, um in spare, stens sechs Iabren in ihrer ganzen Ausdehnung von München bis Hof und von da bis Leipzig vollendet zu seyn. E s gehört zu de» festesten Gewährschaften des Gelingens, daß, dem Vernehmen nach, S e . M . der König von Bayern das große Werk ganz auf Staatskosten nussühren läßt, und dazu weder neuer Steuer^ noch eines Anlehns bedarf, da die weise Vorsicht

seiner Staatshaushalt»»?; dem Unternehmen die nöthigen Mittel aus dem Staatsschätze zur Verfügung stellen kann und wird; ein Umstand, der auch das Vertrauen der Sächsischen Lande und Theilnehmer befestigen muß, welche sich durch Aktien bei der Sächsischen Bahnstrecke betheiligt haben; ein Vertrauen, welches auch dadurch gerechtfertigt erscheint, daß die K. Sächsische Regierung sich bei dem Unterneh­ men wesentlich betheiligt bat. Wie wir hören, ist die Bahnstrecke pon Nürnberg bis Hos dem Baurath Denis zur Ausführung übertragen, und dem Direktor Paulp die Strecke von Augs­ burg nach Nürnberg. Die Sächsische Bahn wird von Major Kunz gebaut, und die be« währte Geschicklichkeit dieser technischen Be­ amten ist eben so, wie der Umstand, daß die technische Oderleitung in Bayern in den Hän­ den des Geheimen-Raths v« klenze ruht, ein Gewähr solider und trefflicher Ausführung des von den drei Regierungen mit so großer Übereinstimmung und preiswürdiger Gesin» nung beschlossenen und eingeleiteten Werkes.

Concert des Herrn Stransky aus Wien. Wir machen das musttticbende Publikum aus dies morgen stattfindende Conccrr aufmerksam, undrathen allen Freunden eines schönen Gesanges dasselbe ja nicht zu versäumen! Es wird gewiß Niemand das HauS unbefriedigt verlassen. — Herr Stransky, uil Mann von gesetztem Alter mit stattlichem Schnurr­ bart ist — Sopransanger, als solcher also schon eine musikalische Rarität. — Wer da glaubt es könne das nichts als eine, wenn auch glückliche Carrieatur sein, wie sie uns schon mitunter von Darstellern der fal­ schen Catalani vorgeführt worden, der täuscht sich; Herr Stransky singt einen reinen, kräftigen So­ pran, der an Falsett oder Fistel durchaus nicht erin­ nert; er führt die schwersten Sopranpartieen mit ei­ ner solchen Leichtigkeit aus, er weiß zugleich so viel Zartheit in seinen Vortrag zu legen und denselben mit allen Reizen der italienischen Schule so kunstge­ recht und geschmackvoll auszustatten, daß — wenn man die Augen schließt — man darauf schwören könnte eine Sängerinn, und zwar eine Sängerinn zu hören, die alS Primadonna jedem Theater zur Zierde gerei­ chen würde. — So unglaublich dies scheint, so ist es dennoch wahr; wer daran zweifelt, komme und höre und überzeuge sich. — Es liegen uns zahlreiche öffentliche Blätter vor, die des Herrn Stransky rühmlichst erwähnen; unter andern die nordischeBiene Nr. 255, die Rigasche Zeituug Nr. 46, die Dorpatsche Zeitung Nr. 38 und 39, der Rigasche Zuschauer Nr. 4990, das Inland Nr. iz vom vorigen Jahre, der ausländischen Blätter nicht zu erwähnen; Herr Stpansky war früher Tenorsanger; erst seit etwa 8 Zähren hat er m Neranlassuiig des in seiner Hei— so beliebten Iodelns, die Fä­ higkeit Sopra^ zu singen in sich entdeckt, und diese

seitdem durch unausgesetztes Studium und zweckmä­ ßige Behandlung des Stimmorgans, zu sm.r irri­ gen in der That staunens.n'crrhett Vollkommen).ll gebracht. — Er wird diese durch den Vortrag mchrer großen Bcavour-Arien aus Norma, Barbier von Sevilla ?c. beurkundcn. — Auch die vierstimmigen Lieder die derselbe mit seinen Begleitern vortragt, sind sehr interessant. — Der Concertgeber verdient ein volles Haus; mögen diese empfehlende Zeilen da­ zu beitragen, daß ihm dieses zu Theil werde. Libau, den 2«. May i84l.

Mehrere hiesige Musikfreunde.

^Iu5ika1i8c1is ^nter2>eickneter Aiedt sick äie Lkre Livem dockAeokrten ?ublikuni erzedenst an2U2siZen, äciss er mit seiner 8ä,nAerASLeiIsckakt Aus Wien OonnerstaZ, 6en 29-^^, eine inusika)isc1is ^.denäunterlialtunA im kie­ sigen Lekaus^ielkause 211 Zeden 6ie Lkro kalzöri wirä. Das I^äiiere weräen äis Set­ tel bsssAeL. ^.ntonLtrsnsjL^, Loxran-LänZer.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf den 2. Iunp sollen die zur C. T. Ungerschen Concurs-Masse gehörigen Koppeln, und zwar Die im lsten Stadttheile 2ten Quartier sub Nr. «8 bei Ungers»Ruhe belegene ^ Koppel nebst Scheune; 2) Die sub Nr. 90 im lsten Stadttheile 2ten Quartier an der Mühlenteichstraße belegene Koppel, und 3) Die sub Nrs. 9t und 92 im lsten Stadt­ theile 2ten Quartier zwische^dem Müh­ lenleiche und der großen See belegenen Koppel zur diesjährigen Benutzung, in der Sitzung Eines Libauschen Stadt-Magistrats, unter denen in leririino bekannt zu machenden Be» dingungen, an den Meistbietenden ausgeboten werden; als welches den Miethslustigen hier» durch zur Wissenschaft gebracht wird. Libau, den 23. Map 184l.

Bekanntmachungen. Die zu Johannis 1841 bei der hiesigen Spar Kassa falligen Zinsen der Sparkassen» Scheine L., werden daselbst unter Aushändi­ gung der fälligen Hins » Coupons jeden Sonn» ayend Nachmittag von 5 bis ? Uhr gezahlt

und neue Einzahlungen zu gleicher Zeit ene, gegengenommen. Auch werden die Inhaber der Zinseszins» Scheine von Nr. 1 bis Nr. 76 ersucht ibre alten Scheine gegen neue umzutauschen, da der Betrag der geleisteten Einzahlungen sich bereits mehr als verdoppelt hat und diese Verrechnung nothwendig wird. Z Libau, den 13. Map 1841. Die Administration. Tom 16- bis zum 3l. M..p 184l sind Dien­ stags und Freitags die Policen bei dem hie, sigen Feuer.Versicherungs - Verein zu erneu» ern, bei welcher Gelegenheit neue Policen aus» getheilt werden und hat man sich dazu an jenen Tagen, Vormittags von 10 bis 42 Uhr und Nachmittags von 3 bis Z Uhr im Lokale der Stadt'Kämmerei, mit den alten auszu­ tauschenden Police» und Deirräqen einzufinden. Nach dieser Z^it werden die festgesetzten Straf« Zahlungen erhoben. 1 Libau, den 13. May 1841. Das Direktorium. I^arienda^er-I^rsu^runnen, kissinZer-kaLitter- uncl Lslters-^ssser, ^üIIunA, ist ka^sn in 6er HsnäIlIQZ von 2 ?r. (?üntker in I^idau.

raum tur s-chs Pferde, Wagenremise und e»ll gewölbter Keller, ist für die diesjährige Bave zeit zu vermietben bei D- Meper. Ein seidener Regenschitin »st

W-a-n g.fund-.. w°r°.n. d-sselb-» w„d ersuch- 5-b

D-r E g-..chum-c 7 F u h r m a n n Fritze.

Angekommene Reisende. 2. Quartier, den 2Z. May: Herr Coll.-Rarh v. Witte^ Inspektor der Kronsschulen des Dorpatschcn LehrbezirkS, aus Oorpat, bei Gerhard, am neuen Markte, im^Hause Nr. 24; Herr Gouvernemenrs -Architckt, Tit. «Rath v. Schultz, aus Mitau, Herr Wilh. v. Oorthesen, aus Backhusen, so wie den 26-: Herr v. Stempel, aus Medsen, Herr v. Simolin, aus Pcrbohnen, und den 28.: Herr Pastor Grote, aus Appricken und Herr Baron Rah­ den, aus Polangen, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. Im 2. Stadttheil, 3. Quartier, den 26-: Herr Assessor v. Seefeld, und Herr Proro» kollist Mondelius, aus Hasenpoth, bei der Wittw: Makinsky, in der großen Straße, im Hause Nr. 275. Im l. Stadttkcil,

(Badegast.) Den 25. Man: Frau Post-Direktor, Geheim-Rä­ thin Wera v. Praenischuikowa, aus St. Petersburg, bei der Wittwe Makinski. A b r e i s e n d e . Der Schauspieler Vetters, aus Zittau, reiset nach Rußland. ' 1 Die Wittwe des Libauschen Tamoschna-Geldjahlers Ewerts, Anna Catharina Ewerts, nach Riga. 3 Der Fleischergesell Ioh. Gottlieb Ferd. Fischer, aus Breitenbach, reiset ins Ausland. 3

Das allhier am alten Markte sub Nrs. 197 und 198 belegene ehemalige Waldhüttersche, gegenwärtig dem Fräulein D. L. Perle ge, hörige Wobnhaus steht aus freier Hand zum Verkauf. Ueber die näheren Bedingungen ertheilt Auskunft 1 Oberhofgerichts-Advokat Alb. K r a n z , IN. n. Libau, den 13- Mai 1841»

Lours vom 2226j 9g l96ztS6ce»ts. ?ür lialiikurA . 9g 34^4 SLeo. 1 Rndel Lilder. Iion«1oli . . Z ^-1. 39?^ I^iv1.?kanädr. s. 100z ^ z — s. 100z 100 100z 100 Lurl. äito 100^ 400Z

Eine Wohnung nahe am altenMarkt und dem Theater, so wie auch nicht weit vom Strande, destehend aus neun meublirten Zimmern mit ei» „er geräumigen und separaten Küche, Gtall-

Wind und Wetter. Den 18. May SW., den ig. und 20. NW., den 21. den 22. W., den 23. SW. und den 24. W., heiter.

^insteräani W?.

S c h i f f s - L i s t e . E i «kommend:

mit? an: Capitain: kommt von: Ballast. I . Harmsen jun. I. Davids. Reval. Waaren. Sorensen «c Co. P. G. Kleingarn. Riga. A u s g e h e n d : mit: Nation: Schiff: Capitain: Russ-Finnl. Alexandra. Friede. FontcU. Brahestad. Ballast. Russe Robert. Carl Schutt. Cronstadt. Kronsproviant. Dane. Dorothea. Hans Bladt. Flensburg. Flachs, Heede und Planken. Russe. Friederich. Hans Withmct'. Cronstadt. Kronsproviant. Theer, Roggen, Balken. äito Nicoline. Jacob Kauffmann. Wiburg.

Mai. No. Nation: 24. 72 Russe. clito 27. 73 Mai.

Ko.

26.

74 75, 76 77 78

Schiff: Ingria. Gertrude.

Isi ju drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanne r, Censor.

K i b §5 u f cks e Herausgegeben, gedruckt und herlegt von C. H. Aoege.

44.

Sonnabend, den 3t. Mai

Moskau, vom 1Z. Mai. D>'e Einwohner von Moekau , beglückt durch die Ankunft Sr. M. des Kaisers, füllten schon seit frühem Morgen unser,, altrn Kreml, wo sie stets gewohnt sind das E-stt, einen des Voters von Rußland, ihres e r h a b e n e n W o h l thäters, vor seinem Volke zu erwarte, n. Diesmal eilten Alle mit einem desondern Gefühl treuer Unterthanenliebe und Ergebenheit in den Krem!, um ihre reine Freude auszudrücken und durch herzliche Bewlllkommnung den Vater und Monarchen zu beglückwünschen. Sie wuß« ten, daß der Kaiser währcnd seiner Fami, Nenfeier ihrer gedenken werde, da er in den ersten Augenblicken nach der vollzogenen VerMahlung Seines Erstgebornen und Thron« folg ers dessen Erzieher abgeschickt hatte, um den getreuen Bewohnern von Moskau die große, für Rußland glückliche Begebenheit zu melden, und nun sie mit Seiner Gegenwart deglückte, um ihnen Sein Wohlwollen zu bezeigen und mit ihnen Seine Freude zu theilen. I n dem heiligen Gefühl der Liebe zu seinem Monarchen näherte sich ihm das Volk, und das Schauspiel dieser Liebe, so einfach und ungeheuchelt an den Tag gelegt, ist stets ruh. rend und erbebend. Dies konnte Jeder sehen, der an diesem Morgen auf dem Zarischen Marktplatze vor dem Palaste war. aulwi-lchemdieKai« serliche Flagge das Symbol der.Anwesenheit des Monarch en, wehte. Weder die Geschäfte des Tages, noch Lebens-Sorgen, konnten die Moskowiter von der Wohnung des Monarchen zuruckhalten, und Taufende drängten sich zwi, sehen den Kathedralen und dem Palaste, UA 5" sehen. Um t t Uhr begann das G-läme der Glocken auf lim Jwa» We-

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liki, und in der freudigen Ungeduld ihren Monarchen zu sehen, schienen die Volkshaufen sich zu verdoppeln- AI? der Kaiseraus die Freitreppe trat und begleitet von einem glänzenden Gefolge sich in den Dom zur Himmelfahrt Mariä begab, bezei.ne das Volk durch laute Fre-udenrufe sein Glück, als wolle es Ihm seine ganze Freude, olle treue Gefühle seiner Seele wiedergeben. Bei dem E'ntrltt in die Kathedrale wurde S e. M. der Kaiser von dem Metropoliten von Moskau und der angesehenen Geistlichkeit niit dem Kl'euz und dem Weihwasser empfangen; nun begann das kurze Dankgebet, worauf der Monarch Seine Andacht vor den Heiligenbildern und Re» liquien der heiligen Märtyrer verrichtete. Nach» dem S e. Maj. den Dom verlassen, besichtig, ten Sie die Granowitaja Palata, die Erker» zimmer, den erneuten Palast, und begaben sich zur Mittagstafel in den Petrowskifchen Palast zum Empfange der hohen Neuvermählten, St. Petersburg, vom 48« Mai. Als Zusatz zu den Art. 260 und 26t des Reglements über die Pässe, Thell XVl. des Gesetzbuches, wird zu langen Seereisen, gemäß Allerhöchster Entscheidung vom l t . März, den Bauern, welche sich an Bord von Schiffen als Capitains, Steuermänner-oder Matrosen verdingen, erlaubt, von den betreffenden Be» Hörden Passe zur Reise in ferne Gegenden auf 2 Jahre auszunehmen, jedoch bloß wenn sie Zeugnisse beibringen, daß sie zu den nächsten zwei Rekruten-Aushebungen nicht berufen wexden können und wenn sie Sicherheit für ilsre Abgaben bestellt haben. Dresden, vom 27. Mai. Se. Maj. der König habe« dem Her,og

von Leuchtenberg Kaisers Hob. Allerböchstihren Hausorden der Naulenkrone verliehen» Weimar, vom 27. Mai. . Se. Königl. Hob. der Großherzog haben' Se. Kaiserl. Hoheit den Herzog Maximilian von Leuchtenberg, bei dessen Anwesenheit in Weimar, unter die Großkreuze seines Hausordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken aufgenommen. —Ihre K. Höh. die verwittwere Frau Erbgroßherzogin von Meck» lenburg ist am 25. d. M. aus Paris ange« kommen. London, vom 26. Mai. Die „Times" meldet aus angeblich sehr guter Quelle, daß dos bisher nur paragraphirte Definitlv^Prvtec>.'ll über die Orientalin scyen Angelegenheiten jctzt von allen Bevollmächtigten der fünf großen Machte unterzeichuer und Frankreich also nun aus seiner Iso» llrung wieder herausgetreten fey.— Durch eine der heutigen „Times" zugegangene Mittheilung wird die Hoffnung auf Erhaltung des Dampsbootes „Präsident" noch genährt,, indem man ermittelt haben will, daß das Kö« nigliche Dampfschiff „Dee" an dem Tage, wo das Portugiesische Schiff „Conde de Pal« ma" ein Dampfschiff in der Geg.e^ der Azoren aus der See gesehen, unter ganz anderem Breiten- und Längen«Grade mir dem von P a s lermo nach New.» Aork bestimmten Schiffe ,,Tompson" zusammengetroffen, so daß also das von dem „Conde de Palnia" gesehene Dampfschiff nicht der „Dee" gewesen seyn kann, und daher die Möglichkeit noch offen bleibt, daß es der „Präsident" gewesen. Brüssel, vom 26. Mai. Man sprach gestern an der Börse viel von falschen Billtts, der Belgischen Bank, die in außerordentlicher Menge circuliren sollten. Dieselben wären in England fabricirtund höchst täuschend gearbeitet, so daß man sie nur an den Nummern und dem Datum der Emission erkennen könnte. Man sagt auch, daß die Bai.k dies schon lange gewußt, aber die Sache geheim gehalten und seilst die falschen Billets, die präsentirt wurden , ausbezahlt hube, um das Publicum n.ichr zu erschrecken, daß dieselbe ober jctzt. durch die übergroße Anzaht^erschreckt, auf dem Punkt siehe die Sache zu veröffentlichen. Türkei. ^— Nachstehendes ist das Memorandum der Pforre vom 19. April an die Botschafter der vier verbündeten Höfe: „Es hat dem Sultan

gefallen, in Nnckücht auf den wohlwollenden Rarl). der ihm auch diesmal von Seiten der verbündeten Höfe geworden ist, Mehmed Ali Pascha eine neue Gunst zu bewilligen, indem er geruhte, ihm nach seiner letzten Bitte die nachstehenden Zugeständnisse zu machen, unter der Bedingung, daß dieser Pascha genau alle Uebereinkommen und Verträge befolge, weiche .zwischen der hohen Pforre und den b.freunderen Machten bereits abgeschlossen sind oder später abgeschlossen werden könnten. Die Erb» lichkeit der Regierung von Egypten soll auf die Söhne und mannlichen Nachkcmmen des Pascha's in der Art übergehen, daß immer der Aelteste unter ihnen berufen wird, das Amt eines Gouverneurs zu «vernehmen, mit dem er jedesmal von der hoben Pforte belebnr werden muß, wenn das genannte Amt erledig! worden ist. Die Vorwegnähme des vierten Theils der Einkünfte von Egypten wird auf­ gegeben, und der Tribut, den der Gouver« »nur desselben zu zahlen hat, soll später, so« wob! in Bezug auf den Betrag, als auf die Erhebungöwecse, nachdem wirklichen Zustande der Einnahmen dieser Provinz festgesetzt und geregelt werden. Was die Ernennung zu den verschiedenen Graden in der Armee Egyptens betrifft, so wird Mehmed Ali ermächtigt, sie selbst bis zu dem Obersten Range zu ertheilen; nur bei der Verleihung der anderen höheren Grade soll er vorher an die hvh? Pforte berichten. Was das System der innern Verwaltung betrifft, welches dasselbe in Egypten seyn soll, wie in tcn anderen Ländern des Osmanischen Geichs, so steint Mebmed Ali in seinem ebener» wähnten Gesuche nicht geneigt zu seyn, dasselbe freiwillig anzunehmen; da dieser Punkt,aber bereits in der Separatacre festgesetzt worden ist, welche dem Allenz-Verträge folgte, und um keinem Grunde zu einer Beschwerde von Seiten der verbündeten Machte gegen die hohe Pfvtie Äaum zu geben, im Fall Mehmed Ali in der Folge zu Handlungen schreiten sollte, die irgend einem wefentlichen Punkte nach dem erwähnten Vertrage entgegen wären, so haben es die Mi» nist. r der hoben Pforre bei dieser Lage der Dinge für wichtig gehalten, vor ollem Erläute» rungen und bestimmte Erklärungen in dieser Hinsicht zu verlangen; und um Ew. El'cellenz zu ersuchen, dieselben schriftlich abgeben zu wol, sen, wird das gegenwärtige Memorandum an Sie gerichtet." ^ Konstantinopel, vom 12. Mai. Die Pforte hat den definitiven Ferman in Be'

treff Mehmed Ali's noch nicht erlassen, weil die faccische Unterwerfung des Letzten: l'-eher nicht so vollständig erfolgt ist. als es uerlangt wird. Mehmed Ali har eine. Anleihe von 6 'Millionen Talari contrahirt ^»d zugleich außerordentlich große Baumwollen Verkäufe gemocht. Die ge­ gen die Bulgarischen Christen verübten Grau­ samkeiten sind von der Psorce gerügt werden, doch ward Hussein Pascha gleichwohl mit unbe» schränkten Vollmachten bekleidet. Vermischte Nachrichten.

Der König von Preußen hat befehlen, daß das Geheimniß des Oelbilderdrucks, für dessen MiltheUung dem Erfinder, Hrn. Liep« mann, ein Jahrgehalr von 500 Thlrn. aus­ gesetzt worden, für jetzt noch nicht zur Public-tat gebracht werden, sondern daß die zu die­ sem BeHufe niedergesetzte Commisston erst ge­ meinschaftlich mit dem Erfinder eine neue Maschine herstelle, die, da der Staat die Ko­ sten derselben trägt, auch viel vollständiger und besser werden wir?, als die von Hrn. Liepmann auf eigene Kosten und mit großer Mühe zusammengesetzte. Erst gleichzeitig mit den Arbeiten, welcye diese verbesserte Maschine liefern wird, soll alsdann auch das Geheimniß des Erfinders veröffentlicht und Gemeingut der Nation werden^ Am 4- Mai brach ein Gewitter über Brüs­ sel aus, das sich weit ausgedehnt und ja med» reren Ortschaften schreckliche Verwüstungen an Hausern, Feldern und Gärten angerichtet hat. Häuser und Mauern wurden umgestürzt, Hau« ser, Ställe und Scheunen unter Wasser gesetzt, Schafe, Schweine und sogar Pferde durch den Strom mit fortgerissen. ZuFloreffe, auf der Straße von Namur, wurden drei Kinder, ein Mädchen von 17 Jahren, und zwei Kna­ ben, einer von ^3 der andere von 8 Jahren, unter den Trümmern eines Hauses begraben. Der Blitz schlug an mehreren Orten ein und legte einige Gebäude in Asche. Ein schreck» licher Vorfall hat sich kürzlich auf dem St. Gotthard zugetragen. Eine Gesellschaft, welche, trotz alle» Avrathens, bei der gefährlichsten Witterung ihren Weg über den Berg fortsetzen wollte, suchte in einem kleinen Häuschen bei Acrolo Schutz, wurde aber von einer ungebeuern Lawine verschüttet. Sechs Personen (eine Mad. Lötz aus Basel, ein Reisender aus Beligorate. einer aus Lübeck, eine Kammerfrau und zwei Bediente) büßten das Heden ein. — Die Mäßlgkei:sgesellschaft in Ostindien stif­ tet in Englischen Regimentern so viel Segen,

daß die Zahl der Todten in den Hospitälern bei einem Regiments, den Cameroniern, vcitt ,,Athenäum" zufolge, von 70 auf 20, und na­ mentlich die Zahl der Leberkranken von I i i , 140 und lZ5 in den Jahren von 1332 bis 1834 auf 82. und auf 50 in den Iahren 1838 und l839 gcsuüke» ist. Der Verbrauch dm Jahre. Ist das kein augenfälliger Beweis für die Sache solcher Vereine ? Windau, den 18- Map. Gestern früh Harken wir den erfreulichen Anblick, das bei Hasau, 3 Meilen von hier gestrandete Englische Schiff von Dundee, in unserm Hafen zu sehen. Der Geschicklichkeit des Libauschen SchiffbauMeisters G. Möwe war es gelungen, das­ selbe in wenig Tagen und mit geringen Ko­ sten, wieder abzubringen. Allgemeine Theilnähme erweckte dieser Anblick, da es von Hiesigen für einen unbedeutenden Preis als Wrack gekauft worden war und sich Tages vorher die Nachricht verbreitet hatte, daß es nicht abzubringen sey.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf den 2. Iuny sollen die zur C. G. Ungerschen Concurs-Maffe gehörigen Koppeln, und zwar 1) Die im isten Sradttheile 2ten Quartier sub Nr. 88 bei Ungers-Ruhe belegene Koppel nebst Scheune; 2) D«e sub Nr. 90 im isten Sladttheile 2cen Quartier an der Mühlenreichstraße belegene Koppel, und 3) Die sub NrH. 91 und 92 im Isten Stadttbeile 2ten Quartier zwischen dem Müblenteiche und der großen See belegenen Koppel zur diesjährigen Benutzung, in der Sitzung Eines Libauschen Stadt-Magistrats, unter denen in lerinino bekannt zu machenden Be, dingungen, an den Meistbietenden ausgeboten werden; als welches den Miethslustigen hier­ durch zur Wissenschaft gebracht wird. Libau, den 23. May 1841. >

vielseitiges ^ erlangen vvirä Ilnteraeickneter, mit seiner Länder - Lesellsckskt

aus 8c>AntÄA, Zen 1. im IiiesiAsn. Lcli^usxislkÄ-uss, eins Zweite musicalisc^^s ^dep.^unter^altunA 2u Aeden 6ie Lkre lT3.ben, 2>u ^velcker er ^in IwcKZeelirtes I^udlikurn erAelzenst einlaäet. ^.Nton Ltrans^^, 8oprsn-8änAer. Bekanntmachungen. Zur Ucdernabme der Reinigung der öffent­ lichen Plätze und der Straßen an den Stadt» gedäuden »st ein Torgtermni auf den 7., und der Peretorg auf den 14. Juni) im Locale der Libauschen Stadt-Kämmerei anderaumt, allwo die näheren Bedingungen täglich zu ersehen sind. 3 Libau-Stadl-Kämnierei, den 28. May 1841. inznästurn Johann Fl'icdr. Totti ei?, Nr. 157. Buchhalter. Einem hochgeehrten Publikum zeige ich hier­ mit crgebeust a», daß ich meine Wohnung verändert und gegenwärtig im Hause des Herrn Hurmacher Mangelsdorff, in der See, siraße Nr. Z87, eingezogen bin. Zugleich bitte ich mir ferner die in meinem Fache vor­ kommenden Sattler-, Tapezirer- und Riemer« arbeiten gütigst zukommen zu lassen. Durch gute und prompte Bedienung, werde ich mir stets das Zutrauen zu erhalten suchen. Libau, den 31. May 1841. L. N. Aschenkamp ff. Mellinschen Hause, gelegen am neuen Markte, sind für die Badezeit 7 meublirte Zimmer hebst Stallraum für 11 Pferde und Wagenremise, zu Vermietben. ZVlarienbaäer-kreukdrunnen, kissinZer-kaAOtsi, Litter- unä 8eIters-Wgsser, äiesjäkri^er ki'üUunZ, ist 211 Kadern in äer Hanä1 1u,nA von Il'r. (?ünt!ier in I^idau.

A u g e ? 0 m m c n e N e i s e n d e. Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 28. May: Herr Probst, vi-. Echoen, aus Durben, und den 30-: Herr Pastor Kruse, evangel. reformirter Prediger aus Mirau, beim deutschen Herrn Stadtprediger Kienitz, am alten Markrc, im deutschen Pastorate Nr. 199. — Den 29.: Herr Pastor Auschitzky, aus Gramsden, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. Den 30.: Herr Staatsrat!), Baron Korff, nebst Sohn, aus Haten.potl), bei Gerhard, am neuen Markte, im Hause Nr. 24- — Im 2. Stadttheil, 3. Quartier, den 29-: Herr Iohansohn, Amtmann aus Zierau, und Herr Melantowitz, Amtmann aus Ficcks-Asstten, bei Erncst, in der Iuliannenstraßc, im Hause Nr. 38Z. — Den 3».: Herr v. Rickmann, aus Felixberg, bei der Wttnve Makmsky, in der großen Straße, im Hause Nr.

Abreisende. Die Wirtwe des Libauschen Tamoschna-Geldzählers Ewerts, Anna Catharina Ewerts, nach Riga. 2 Der Fleischergesell Ioh. Gottlieb Ferd. Fischer, aus Breitenbach, reiset ins Ausland. 2 Matrosenfrau Elisabeth Müller, nebst Kindern, rei­ set nach Riga. 3

Markt , Prcije. '

Wind und Wetter. Den 25. May S., veränderlich; den 26. SO., be­ wölkt; den 27. O-, Regen; den 23. S-, bewölkt; den 29- NW., heiter; den 3«. NO., Regen; den 3l. SW., Nebel.

S ch i f f 6 - L i st Mai. 29. 30Mai. 29. 30.

Cop. S .

pr. l'oof 250 s 29t» Weißen Roggen 150 s Gerste. . ^ l!0 ^ 120 Hufer . . . . . . . . . — / 0 Ä 75 Erbsen — 140 s 16» Leinsaat . — 170 ü 260 H a n s s a a t . . . . . . . . — 150 Flachs 4brand pr. Srcin. 400 — 3brand . . . . — l 337z — 2brand — j 275 Hanf ^ 250 s 325 Wachs px. Pfund 27 5 30 Butter, gelbe px. Viertel 750 ^ 800 Kornbranntwem. . . . pr.sSroof 100 Salz, St. Ubes vr. Loof 230 — Lissabon . . . ^ . 220 Liverpool . . . . . . — 200 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 -in förnen . äitv . 6iro . 710 ^heer, Inländisch, . . . . liiro.

e.

E i n k o m m e n d : Schiff: Capitain? kommt von? mit: an: 86. Nation: Wilkelmine. I. C. Linde. Cronstadt. Ballast. Frieder.Hagedorn. 74 Preusse. Hopp er. C. Mailund. üito ^ Waaren. äito 75 Russe. A u s g e h e n d : Capitain: Nation: Schiff: nach: mit: Acriv. Gottl. Ziepe St. Petersb. Roggenmehl. Russe, 79 Wllhelmine. ci.rc Ioh. Gottl. Buss. Cronstadt. Kronsproviant. 80 ^ äito ^iino I . I . Bönning. äiho 81 äito Harmonie. 3- H. Brandt. Lübeck. Lübecker. Leder, Flachs zc. 82

Ist t« drucken erlaubt.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinzen, Tanne.r, Censor.

L i b tt u fch e s

b l a t t. ^

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>>.LX ^

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

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AS.

Mittwoch, den 4. Juni

oder zu körperlicher Züchtigung Verurtheilte sollen gänzlich begnadigt und von solchen Stra­ fen befreit werden. 3) Von der in dem vor­ hergehenden Artikel ertheilten Begnadigung werden ausgeschlossen: s. die zur Einsperrung ins Zuchthaus aller Clussen überhaupt, VerAllerhöchstes Manifest. urtheiitei,: für Falschmünztrei, auf Grundla» Von Gottes Gnaden ^ge des Straf-Codex des Königreichs Art. 250 W i r N i c o l a i d e r E r s t e , und der folgenden vis zum 255. Einschließlich; Kaiser und Selbstherrscher aller Neuffen, für Diebstahl, auf Grundlage der Art. 400 König von Polen, und 10t des Criminal-Codex in den im Art. ?c. :c. !c. 166 desselben Codex und 11t. b, A and k ange» Fortwährend für die pünccliche Vollziehung gebenen Fallen; für betrügerische Handlungen der die öffentliche Ruhe bewahrenden Gesetze und Versälschungen, auf Grundlage des CriSorge tragend, haben Wir stets die Wirk­ lninal - Codex Art. 418 und der folgenden d,s samkeit derselben in Bezug auf die in Ver­ 421 einschließlich, und des Art. 3 vom 1. (lZ.) brechen gefallenen Personen, denen besondere Juni 1825 über Brandstiftung; für fälschliche Angabe üder Begehung schwerer Verbrechen, Rücksichten ein Recht auf Unsere Barmher» zigkeit gaben, gemildert. Da Wir jetzt wün» auf Grundlage des Art. 432; für wissentliche schen, den für Uns und Unser ganzes Kai» Heblung, Erwerbung und Verkauf von ge­ serliches Haus freudigen Tag der Vermäh­ raubten Sachen, auf Grundlage des Art. 417 lung Unseres erffgebornen Sohnes, des im Criminal Codex. K. Die zur Einsperrung Großfürsten Casarewitsch Tbronfol» ins Zuchthaus dritter Classe Verurtheilten: gers Alexander Nikolajewitsch. durch für Theilnahme an Gewaltthätigkeiten, auf Begnadigung aller durch die Ccimtual Gerichte Grundlage des Art. 268; für Theilnahme an des Königreichs verurtheilten Personen über» Anschlägen zun^ Todfchlag. auf Grundlage Haupt, jedoch nur-mit denjenigen Beschrän­ des Art. 3l8;>für Brandstiftung, auf Grund» kungen zu bezeichnen, welche die Sicherung läge des Art. 386 im Criminal Codex und des der öffentlichen Ordnung durchaus erfordert, Art. H im Gesetze vom 1. (t3.) Juni 1825. und dem Drange Unseres Herzens folgend, e. Die zur Einschließung ins Gefängniß oder haben Wir Folgendes verordnet: i ) Für alle zu Geldstrafe Verurtheilten: für Ueberredunq zur Todesstrafe Verurtheilte überhaupt und von Militairs zum Ausreißen oder von Reohne Ausnahme soll diese Strafe in lebens» kruren zum Verbergen, oder für Mitwirkung ^ längliche strenge Haft verwandelt werden. 2) zu solchen Vergehen, sowie für Verhehlung Alle zu Correctionsstrafen, namentlich: zur von Deserteurs, auf Grundlage der Art. 299 Einsperrung, in die Zuchthäuser, zur Ein« und 300 des Criminal-C»dex. ä. Die zur Ein» schließung in die Gefängnisse, zu Geldstrafen schließung ins Gefängniß dritter Classe Ver, Sr. Petersburg, vom 23. Mai. Se. Maj. der Kaiser sind gestern früh in vollkommenem Wohlseyn von der Reise nach Moskau wieder in Zarsk^je - Selo ange» kommen«

urtbeilten: für gewaltthätige Handlungen, auf der Bewohner von Smolensk erwägen, wel­ Grundlage der An. 269. 270. 271 und 275 che in den Jahren l»31 und 1832 aus dem des Criminal-Codex. 4) Von der im 2« Art. Reichsschatzs einen Vorschuß zum Aufbau ih» dieses Manifestes geschenkten Begnadigung rer Häuser erhielten, die durch den feindlichen werden gleichfalls die zu verschiedenen Stra» Einfall im Jahre !8l2 zerstört worden waren, fen für Diebstahl, Betrügerei und Theilnah­ fo befehlen Wir Aller»snadigst. um den Be­ me an solchen Verurtheilten ausgeschlossen, wohnern von Smslcnsk den Freud^ntag der die für die Verbrechen ähnlicher Art nicht zum Vermählung Unseres qeüebtesten Sohnes ersten Mal in Strafe verfallen sind. 5) End­ des Thronfolgers Cäsare witsch und lich werden von der Begnadigung Beamte Großfürsten durch Unsere Gnade zu be­ und Diener niedern Ranges ausgeschlossen, die zeichnen, ihnen den noch schuldig gebliebenen zu verschiedenen Correctionsstrafen für Ver» Vorschuß von 140397 R. 49 K. S. mit den brechen gegen ihre Dienstpflichten und Miß­ Zinsen für die Verabsäumung des Zahlungs­ bräuche im Anne auf Grundlage der Art. termins sür immer zu erlassen. 297, 298, 301, 311 und Zl4 des Criminal, Die Originale sind von Sr. Maj. dem Codex verunheilt worden. 6) Die Vorsichts, Kaiser Höchsteigen händig also unter­ maßregeln, die bei Correctionsstrafen ange, zeichnet: „Nikolai." wandt worden, namentlich: Verbot sich an St/Petersburg, den 16. April 1841. irgend einem Orte aufzuhalten, polizeiliche Memel, vom 27. Mai. Aufsicht nach überstandener Strafe und Ver, Das Dampfboot „Friedrich Wilhelm der Weisung von Ausländern, die Verbrechen be­ Vierte" hat seine F a h r t e n zwischen Memel und gangen haben, über die Gränze, werden in Tilsit einstellen müssen, da der Memelstrem aller ihrer Kraft in Bezug auf die begnadig« an vielen Stellen so versandet und der Wcs» ten Personen beobachtet- 7) Die fnr< Berge» serstand fo niedrig ist, daß eine Vertiefung hen gegen Polizei»Gesetze Verurtheilten sollen des Flußbettes erst erfolgen muß, bevor die gänzlich begnadigt und von der Strafe befreit Dampfschiffahrt wieder in Gang kommen kann. Paris, vom 29- Mai. werden. 8) Die zu verschiedenen Strafen Das „Commerce" publicirt ein Schreiben durch ttrthetle, die noch nicht in gesetzliche des Prinzen Ludwig Napoleon,, worin er.sich Kraft getreten sind, Verurtheilten, wenn sie sich später erfolglos an^ höhere Gerichts-In­ , über die strenge Art der Haft in der Ciradelle von beklagt, und bemerkt, daß die Mistanzen gewandt haben, können die jetzt ge, Ulster Karl's X.. deren verfallene Zimmer er schenkte Begnadigung auch nach definitiver bewohne, und die zu einer strengern Strafe Durchsicht ihrer Sache benutzen. 9^ Dielte, als er verurtheilt worden wären, sich einer mit geschenkte Begnadigung erstreckt sich auf wildern Behandlung zu erfreuen gehabt hätten. die Strafen, welche durch richterliche Unheils Vom 30. ^Das gegen Darmes uns seine vor der Unterschrift dieses von Uns unter, zeichneten Manifestes verhängt worden. Indem -Mitangeklagten gefällte Unheil ward gester-, Abend nach fünfstündiger Bera:hung erlassen. Wir diese Begnadigungen verordnen, hoffen Darmes ist zur Strafe der Vatermörder v
London, vom 28. Mai. zum R. H. Hartungschen Nachlaß gehörigen, Die Orientalische Post bringt die Nachricht, hinter den Ellern belegenen Koppel, an den daß Admiral Stopford den Befehl erhalten Meistbietenden ausgeboren werden. 3 habe, bis auf Weiteres in Malra zu bleiben. Libau, den 4. Juni i84t. Es scheinen Englische Kriegsschiffe nach KanBekanntmachungen. dien geschickt werde» zu seyn, wo die Ereig. Zur Erledigung der von vielen Königlich Preu­ nisse einen sehr ernstlichen Charakter anneh­ ßischen Unterthanen wegen der Heimaths- und men. Die „Times" fragt warum die Euro­ Schutzscheine an den unterzeichneten Consul gerich­ päischen Mächte den Kandioten weniger Gunst teten Anfrage!», bringt derselbe hiemit zur Kenntzuwenden sollten, a!4 den Moreotischen Grie« niß aller Betheiligten: chen; ohne Mitwirkung der Europäer aber 1) Allen Preußischen Unterthanen, die sich eines würde der Sultan nicht im Stande seyn, temporairen Erwerbes wegen in Nußland auf­ seine Autorität auf Kandien herzustellen. halten, müssen vom 1. Januar 1842 ab mit Vermischte Nachrichten. Schutzscheinen der Königlich-Preußischen Ge­ Der König von Preußen hat die Besitzung sandtschaft verschen sein. Stegelitz um 236.000 Thaler erkaust. Sie 2) Zur Erlangung dieser Schutzscheine haben die soll zu Anlagen umgeschaffen und dazu benutzt genannten Unterthanen, dievon jetzt ab sich werden, daß der Weg nach Potsdam ein schö­ nach Rußland begeben, entweder einen ner Galten werde. Auch heißt es, es solle Reisepaß, der ihren Aufenthalt in Rußland für der einstige Wlttwensltz der Königin werden. die Zeit, auf welche sie Cchutzscheine begehren, — I n Wien fragte neulich ein Schuhmacher, unbedenklich erscheinen läßt, oder aber einen der sich einen neuen Strohhut gekauft hatte, von der competcnten heimachlichen DeHörde aus­ seinen Lehrburschen: Nu, wie steht mir der Hut? ,.Prächtig, erwiderte jener, grade als gestellten Heimathsschein zu pwduciren. 3) Diejenigen Individuen, und wenn es Fami­ wenn er dem D«eister aus dem Kopf heraus gewachsen wäre." — Beim Abreißen eines al­ lienväter sind, deren Angehörige, welche sich ten Gebäudes zu Berlin, das zur Vergröße« schon jetzt in Rußland aufhalten, und bereits rung der Post angekauft worden war. fand gesandtschaftliche Schutzscheine besitzen, müssen 'man in einem Gewölbe einen Schatz von 60,000 bei der nächsten Erneuerung derselben, jeden­ Thalern in Gold, größrentheils Münzen von falls aber bis zum 1. Januar 1842, HeiAivrecht dem Bären. Auch entdeckte man ^i« , mathsscheine beibringen. nen großen unterirdischen Gang, der aber noch 4) Personen, die selbst oder durch ihre Vorälteru nicht näher untersucht werden konnte. — „Alaus Preußen abstammen, den Russischen Unpenkönig und Menschenfeind" sollte in Altona terthans-Eid bisher nicht geleistet, aber auch zum Senestz des Hrn. Nagly gegeben werden ; einen gesandtschaftlichen Schutzschein entweder — das Publicum ist schon versammelt, wild niemals erhalten, oder während den letzten 3 unruhig — aber d r Beneficiant kommt nicht; Iahren seit seinem Ablauf, nicht haben erneuern Herr Leopold muß dessen Rolle (Habakuk) lassen, können die Erneuerung ihres Schutz« übernehmen, wird vom Publikum freudig für scheines nur durch Beibringung eines Heimathsseine Bereitwilligkeit begrüßt, aber Herr Nagly scheines, aus welchem die Fortdauer ihrer frü­ bleibt verschwunden. Am andern Morgen wird heren Unterthans-Qualitat hervorgeht, erlangen. es endlich bekannt, daß Herr Nagly mit der 5) Vom 1. Januar 1842 ab wird kein Indivi­ Frau des Schauspielers Schulz (früher Di' duum, resp. dessen Angehörige, nach Ablauf renor), bei welchem er Haus» und Tischsreund des in seinem Reise-Passe festgesetzten Termins, gewesen, durchgegangen sep. Die Frau har mehr als Preußischer Unterchan betrachtet wer­ zwar drei Kinder zurückgelassen (worunter noch den, wenn dasselbe sich nicht mit einem ge­ ein Säugling), dagegen Geld und Garderobe sandtschaftlichen Schutzscheine versehen befin­ mitgenommen. det, dessen Ertheilung, wie bemerkt, von der Beibringung eines Heimathscheines abhangig ist. ^ b) Die Gesuche wegen Erlangung eines HeimathGerichtliche Bekanntmach ung. scheines von der competenten heimachlichen Be­ Auf den 12. d. M. soll vor Einem Libauhörde, müssen enthalten: schen Stadt-Waisengerichte, zur gewöhnlichen s) Vor- und Zunamen, b) Alter, c) Geburtsott, Sessions-Zeit, die diesjährige Benutzung der
wo der Bittsteller die Preußische« Staaten per» lassen hat, 5) ob und mit welcher Legitimation er damals versehen gewesen, s) seit wann und an welchen Orten sich derselbe in Rußland aufgehalten und auf welche Weise er daselbst Unterkommen und Erwerb gefunden hat. Diese an die competenten Heimachsbehörden zu richtenden Gesuche, sind an die Königlich-Preußische Gesandtschaft in St. Petersburg en^useuden; für die in Kurlaud wohnhaften Preußischen Un­ terthanen ist jedoch der unterzeichnete Consul er­ bötig, die Gesuche, wenn sie die obigen unerläß­ lichen Erfordernisse besitzen, und zeitig eingehen/ zu empfangen, und an die Gesandtschaft zu be­ fördern. Königlich-Preußisches Consulat zu Liban, den Juny 1841. ^ Nr. 473. H . Sörensen. Zur Uebernahme der Reinigung der öffent­ lichen Platze.und der Straßen an den Stadt­ gebäuden ist ein Torgtermin auf den .und der Peretorg aus dcn 14. Iuny im Locale der L'bausche.n Stadt - Aämmerei anberaumt, otlwo die näheren Bedingungen täglich zu ersehen sind. 2 Lidau-Stadt-K'ämmerei, den 28. May 1841. Johann Friedr. Tottien, Nr. l57. Buchhalter. Das zu meinem Wohnhause gehörende.Ne­ bengebäude mit 7 meuvlirren Zimmern, ist nebst Stallraum und Wagenremise für die Bade» zeit zu vermiethen. Die Bedingungen sind bei mir zu erfahren. 3 L'bau, den 4. Juni 1841. Jacob G. Harmsen. Die zu Johannis 1841 bei der hiesigen Epar-Kassa fälligen Zinsen der Sparkassen« Scheine L., werden daselbst unter Aushändi­ gung der fälligen Zins-Coupons jeden Sonn» abend Nachmittag von 5 bis 7 Uhr gezahlt und neue Einzahlungen zu gleicher Zeit entaeaenaenommen. S ch i f f 6

Auch w'iden die Inhaber der Zinseszins« Scheine e. von Nr. 1 bis Nr. 75 ersucht ihre alten Scheine g?aen neue umzutauschen, da der Bercag der geleisteten Einzahlungen sich bereits mehr als verdoppelt hat und diese Verrechnung nothwendig wird. 1 L'bau. den 13. May 1841. Die Administration. Theater-Anzeige. Einem hohen Adel und verehrten Publikum mache ich die ergebene Anzeige, daß Herr Weylandt, früheres Mitglied des St. Pe­ tersburger HoftbeaterS, auf seiner Durchreise nächsten Sonntag, den 8. d. M.. die erste Gastrolle zu geben die Ebre haben wird. Libau, den 4. Juni 184l. F. Szameitky. Angekommene Reisende. Im t. StadttheU, j. Quartier, den 1. Juni: Herr Stiiä. pki. F. Harmsen, aus Oorpat, beim Herrn Bürgermeister Günther, am neuen Markte; den 2-: Herr Rosenberg,'aus Schnepeln, bei der Wittwe Günther, in der Vorstadt, im Hause Nr. 255. — Im t.. Stadttheil, 2. Quartier, den 2 : Herr Baron Kleist,, nebst Gemahlin, und Herr von Bordehlius, aus Ligutt^n, so wie den 3.: Frau Baronin Mirbach, aus Amborhen, und Herr Kerjegu, Kaufmann aus Riga, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207. — Im 2. Stadtrheile, 3. Quartier, den z.: Herr Grorh, Arrendaror aus Alschwangen, bei Er« nest, in der Iuliannenstraße, im Hause Nr. 383. — Im 2. Stadrtheile, 4. Quartier, den 2.: Herr Or. meä. Carl von Dressler, aus Arensburg, bei der Wttwe Hoheisel, am Fleischmarkt, im Hause Nr. 44Z. <^ours vorn 29

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Einkommend: Schiff: Capitain: kommt von: mit: an: Norske Klippe. Peder Rolfsen. Stavanger. Heringen. Frieder.Hagedorn. tibau's Packet. Eduard Konschack. Kopenhagen. Früchten. I . Harmsen junLouise. A. Duchemin. Havre. Ballast. Jvh. Schnöbet. Iacobina Barbara. K. Z Schüt. Maasluis. äito clito Elsina. H. A. Schilling. Amsterdam. 6ito 6Nc> 3. Harmsen jun. Welmina. L. N. Baas. Schiedam. äito üüo F. G. Schmahl. A u s g e b e n d : mit: Nation: Schiff: Capnain: -Russe. Susceptio. Hans Jensen. St. Pet
Mai. 5o. Nation: 31. 76 Norweger. Juni.!.77 Russe. 2. 78 Franjose. 3. 79 Holländer.

— 80 — 8l Jun,. 83

Zst zn drucken erlaul-t. Im Namen

der C i v i l , Oberverwaltung

der Ostsee-Provinzen, Tanne.r, Censor.

Libau fehes

Wochcn-

l ll k k

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

.s «.

Sonnabend, den 7. Juni

St. Petersburg, vom 27. Mai. Um der Polnischen Bank mehr Mittel zur Beförderung des Ackerbaues, zur Aufmunte­ rung der Industrie und Belebung des Han. dels zu qeven, haben Se. Maj. der Kaiser am 16. (28-) April Allerhöchst zu befehlen geruht: 1) das Grundkapital der Polnischen Bank, welches jetzt 6.300.000 R.l. Silb. be­ trägt, bis auf 8 Millionen zu vergrößern. 2) Zu diesem Zwecke der Polnischen Bank von der Finanzkommisslon für die entsprechende Summe Kapitalien und anderes der Krone ge, Hörige Eigenthum mit den Rechten von Pri­ vatbesitzern zu übergeben. Die öffentliche Prüfung derjenigen Zöglinge der Schifffahrtschule zu St. Petersburg, die ihren Cursus beendigt haben, fand am 29April starr, und gab den Zuhörern eine treff» liche Meinung von den Fortschritten dieser jungen Leute. Acht Zöglinge wurden diesmal als Steuerleute entlassen. Die erste Auslas­ sung fand 1834 statt; seitdem bis jetzt, diese letzte Auslassung mit eingerechnet, hat das Institut der Handelsschifffahrt 67 Steuerleute oder Steuermannsgehülfen geliefert. Drei derselben, welche die Anstalt in den I I . 1834 und 1835 verlassen harten, die HH. Linden­ berg, Nezwetow und Homann, haben sich zu einem neuen Examen gemeldet, in dessen Folge sie den Rang als Schiffskapitäne erhalten ha» den. Gegenwärtig kommandiren die beiden ersteren Schiffe in den Kolonien, ein anderer im Schwarzen Meere, ein dritter in Riga, zwei in Archangelsk und zwei im Kaspifchen Meer; fünfzehn Zöglinge der Anstalt haben Reisen um die Welt gemacht und stehen jetzt

in Diensten der Russisch-Amerikanischen Com» pagnie in deren Amerikanischen Kolonien. Paris, vom 1. Juni. Ein in Havre angekommener Schiffscapitain meldet, daß die Holländer die Städte Barusch und Sinke! auf Sumatra erobert und mit dem König von Turomanda einen Vertrag abge­ schlossen haben. I n dem Canal von Mozambique erhielt das Schiff von einem der Bri­ tischen Wachtschiffe wegen des Sklavenhandels einen Kanonenschuß. Berichten aus Algier zufolge, hatte der General Guesviller, welcher eine Abtheilung in der Provinz Konstantine befehligt, die Stadt Zamura, welche 12 Meilen nordwestlich von Seiif liegt, eingenommen. Herr Thiers reist heute nach Lille ab. Von dort wird er sich nach den Bädern von Ems oder Karlsbad begeben, wo er vielleicht Ge­ legenheit haben wird, so vermuthen wenigstens hiesige Blätter, mit dem Fürsten von Mener, «ich. zusammenzutreffen; Graf von Pohlen, der Russische Botschafter, begiebt sich ebenfalls in die Deutschen Bäder; er verläßt übermorgen ^ Paris. Der Graf Kisseleff wird sä interiia seine Functionen versehen. Die Botschafter Oesterreichs und Englands werden den gan­ zen Sommer in Paris bleiben. — Der Max, quis von Custine hat erklärt, daß er den Gra­ fen Gurowski als seinen Sohn ansehe, und ihm zu seiner Vermählung ein jährliches Ein, kommen von 25.000 Frs. Renten anweise. Stroßburg, vom 1. Juni. Das „Elsaß" schreibt: Schon lange Zeit hatte man in dem Elsaß keine so erstaunliche Menge von Raupen bemerkt, wie diejenige, welche sich dieses Jahr unseren Blicken dar«

bleker. Nichts ist trauriger als der Anblick, de» diese zahlreichen Fruchtbäume darbieten, die vor Kurzem noch die Zierde unserer Gar­ ten waren und nun gänzlich ihres grülien Schmuckes beraubt sind! Ein ziemlich merkwürdiger Umstand, der zum Erstenmale in unserem Lande vorkommt, ist, daß in dem Walde, den die Eisenbahn von Mülhausen nach Thann durchschneidet, die Raupen sich in so zahlreichen und dichten Schwärmen auf den von der Sonnenhitze erwärmten Schienen vereinigen, daß oft die Wagenzüge dadurch verhindert werden. Die auf den Schienen zerdrückten Raupen bringen die Wirkung des Glatteises hervor, die Rader der Lokomotiven und der Wagen glitschen aus. und der Lauf der Wagenzüge wird so gestört. Um diesem in der Geschichte der Eisenbahnen noch nie vorgekommenen Mißstand abzuhelfen, mußte man, bei einer Hitze von 30 Graden, die Schneefeger, kleine Besen, die man im Win­ ter an der Vorderseite der Rader der Loco­ motiven befestigt, anwenden. Das Haus ei­ nes Hüters der Eisenbahn, das in dem be, sagten Walde sich befindet, wurde i» solchem Grade von den Raupen überfallen, daß der Hüter und seine Familie, besonders des Nachts, es nich: mehr darin aushalten konnten, indem die lastigen Gäste sie bis in ihre Beeren ver­ folgten, so daß sie sich genöthtgt sahen, das Haus zu räumen. London, vom 2- Juni. Telegraphische, der Französischen Regierung zugegangene und nach London weiter beför­ derte Nachrichten melden, daß die Feindselig, keilen zwischen Großbritannien und China wieder begonnen haben. Nachdem der Kaiser sich geweigert hatte, den zwischen dem Kai­ serlichen Commissair Ki' schen und dem Rri» tischen Bevollmächtigten Elliot abgeschlossenen Vertrag zu ratificuen und den Befehl erteilt hatte, K«-schen in Ketten nach Pcking zu ftn, den, damit er vor dem höchsten Reichs »Tri­ bunale sich wegen der Zugeständnisse verant­ worte. welche er den „ausländischen Bar­ baren" gemacht, nahmen die Britischen Trup» pen am 25. Februar Besitz von den Forts an der Bocca Tigris und unmittelbar darauf von der Englischen Faktorei in Kanton. Des­ senungeachtet soll der Kaiser -erklärt haben, daß er den Barbaren keine Bedingungen zu­ gestehen würde, wenn sie sich nicht auf das Demüthigste unterwerfen und zuvor alle ihre Eroberungen perausgeben wollten. Dieselben

Depeschen melden, d^ß Sir G o l d o n Bremer, der Befehlshaber der Britischen Flotte, am 22. April von Kamsn ni Calcuna angekom­ men ftp, um mir dem General - Gouverneur über die Chinesischen Angelegenheiten zu conferiren. Welcher Arr diese Conferenz sepn wird, läßt sich daraus abnehmen, daß unPerweilt Verstärkungen aus Indien abgehen soll­ ten, um zu der vor Whampva versammelten Britischen Streitmacht zu stoßen, „Wir dür­ fen daher erwarten," sagt der „Sun", ,,daß die Chinesische Fro>;e in nicht allzu ferner Zell aus ehrenwerrhe Weise w^rde erledigt werden. Da die F a c r o r e i in Kanton in unseren Han­ dln ist, so befindet sich die Stadt selbst ganz unserer Gewalt anheimgegeben. I n einer Stunde würden unsere Geschütze sie in einem Aschenpausen verwandeln können. Wogegen man sich besonders zu hüten hat, ist eine Verlängerung des Krieges. Die Chinesen ver, dienen tüchtig mitgenommen zu werden; ge» schiehr das aber nicht bald, fo^ geht die mo­ ralische Wirkung verloren. Überdies würden sie durch länger fortgesetzten Kampf so viel von der Kriegskunst lernen, daß sie sehr ge» fährliche Feinde für uns werden könnten."^Nach osficiellen Mittheilungen wurden im Jahre 1840 aus Preußen 5039 Last Bauholz nach Liverpool und Glocester gebracht und 946.000 Tonnen Salz aus diesen Hafen ngch Preußen ausgeführt. ^ Stettin, vom Z. Juni. Gestern Abend um 7 Uhr traf Ihre Kaisers. Hoheit die Herzogin Alexandra, Tochter Ih­ rer Kaiserliazcn Hoheiten des Herzogs und der Herzogin von Leuchtenberg, von Berlin mit Begleitung hier ein. Heute Abend um 9 Uhr trafen die hohen Aeltern gleichfalls von Ber­ lin hier e,n und stiegen im Hotel de Prusse ab, woselbst sie übernachten werden. Ihre Kaiserl. Hoheiten begeben sich morgen fiüh mir unserem Dampfschiffe „Kronprinzessin" nach Swlnemünde, von wo aus die dort in Bereitschaft gehaltenen Kaiserlichen Russischen Dampfschiffe die höh.» Reisenden »ach St. Petersburg führen werden. Vermischte Nachrichten. Unlängst fand in St. Petersburg folgende Wette Statt. Ein Negociant behauptete, daß er auf der gewöhnlichen Fahrstraße, zu Pferde, in gleicher Zeit mit dem Dampfwagen in Pawlowsk (30 Werst von der Stadt) ankom­ men würde. Der Dampfwagen fuhr von St. Petersburg Schlag 12 Uhr ab, wit acht Wa,

gbtl voller Zuschauer, i-'t deren Zahl eme Menge Theilnehmer an d e r Wette waren» Auf dem Wege von der Hauptstadt nach ZarskojeSelo standen fünf Pferde zum Wechsel bereit. Der Wettende ritt zu gleicher Zeit mit der Maschine ad, kam nach Zarskoje Selo (28 Werst) drei Minuten später an, und lehnte es ab, nach Pawlowsk weiter zu reiten, tn» dem er sich für besiegt erkannte. Man muß jedoch bemerken, daß der Dampfwagen dies­ mal mit ungewöhnlicher Schnelle fuhr, und den Weg von St. Petersburg bis Zarskcje» Selo in acht und zwanzig Minuten zurücklegte, da er fönst zur halben Fahrt 36 bis 45 Mi­ nuten bedurfte; dazu muß man ferner bemer­ ken, daß.es für ein Pferd außerordentlich schwierig ist, auf einer Schneebahn zu rennen. Die Wette ging, heißt es, um fünf tausend Rubel, die Nebenwetten beliefen sich auf fünf, zehn tausend- — Man schreibt aus Wiesba­ den vom 1. Juni: „Gestern brachte« uns die Dampfschiffe und die Taunus Eisenbahn bei­ nahe 8000 Sonntagsgaste. Auch das benach­ barte Bieberich, das Rendezvous der Wies» badener und Mainzer, war überfüllt mit le­ bensfrohen Menschen. Die Nachricht von der Ankunft eines neuen Dampsbootes von der Düsseldorfer Gesellschaft, genannt die Stadl Elberfeld, lockte Tausende von Menschen an den Rheinstrom. Gegen 10 Uhr traf dasselbe unter freudigem Iubelgruße der Rheinbewoh­ ner in Bieberich mit 600 Reisenden ein. Bei seinerLandung wurde zur Verherrlichung die­ ses, für die Uferbewohner des Rheines freu, devollen, Ereignisses ein großes Feuerwerk ab, gebrannt und dem Comits der Düsseldorfer Dampfschijffahrts-Gesellschaft ein mehrfaches Lebehoch ausgebracht.

Gerichtliche BekanntmachunM?« Am Donnerstage, den 12. d. M., Vormit­ tags um 12 Uhr, soll in der Session Eines Libauschen Stadt, Magistrats die unweit der Ellern belegene, zur Nachlaß-Masse des wei» land Herrn Rathsherrn Kolb gehörige Kop, pel, unter den in l'sriNino bekannt zu ma­ chenden Bedingungen, zur Vermiethung aus» geboten und dem Meistbietenden zugeschlagen werden; als weshalb diese Bekanntmachung ergehet. 2 Libau, den A Juni 184l. C. G. Ulich. Z. P. Dehling. Gerichtlich - constituirte Curatoren der E. C. Kolbschen Nachlaßmasse. Auf den 12. d. M. soll vor Einem Mäu­ schen Stadt-Waisengerichte, zur gewöhnlichen Sessions.Zeit, die diesjährige Benutzung der zum R. H. Hartungschen Nachlaß gehörigen, hinter den Ellern belegenen Koppel, an den Meistdielenden ausgeboten werden. 2 Libau, den 4- Juni 184t. Bekanntmachungen. Daß ich meine Wohnung verändert und ge­ genwärtig im Hause des Herrn Schlossermei, ster Kamningk, früher Seegersche Haus wohne, zeige ich hiermit ergebenst an. Maler. Zur Uebernahm^ der Reinigung der öffcvtlichen Plätze und der Straßen an den Stadt, gebäuden ist ein Torgtermin auf den 7., und der Peretorg auf den 14. Iuny im Locale der Libauschen Stadt-Kammerei anberaumt, allwo die näheren Bedingungen täglich zu ersehen sind. 1 Libau-Stadt-Kämmerer, den 28. May 1841.

Nr. 157. Verlobte emxksdleu siel» 1ulius >VAlIöllratIi. Iüd»4i, äew 7« ^uai 1841.

Theater-Anzeige. Sonntag, den 8. Juni, wird aufgeführt: Die Ahnfrau. Trauerspiel in S Akten, von Grillparzer. --- Herr Weilandt, ehemaliges Mitglied des St. Petersburger Hof» Theaters, wird pey Iaromir als erste Gastrolle geben» B- Vzameitky.

Johann Friedr. Tottien, Buchhalter.

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, 2. Quartier, den s. Juni: Herr von Stempel, aus Medsen, Herr von Keyserlmgk, aus Groß-Lahnen, Herr Ludwig, Freiherr von Streit, Kvnigl. Sächsischer Oberlieutenant der Armee, aus Medewitsch bei Leipzig, und Herr C. Stavenhagen, Ktuä. aus Preußen, bei Büß, am alten Murkte, im Hause Nr. 207; Herr Collegien-Registrator Och­ mann, aus Rossien, beiFrey, in der langen Straße, im Hause Nr. 2!6. Abreisende. Wittwe des Libanschen Tamoschna-GeldzählerS Ewerts, Anna Catharina Ewerts, nach Riga, t Der Fleischergesell Job. Gottlieb Ferd. Fischer, aus Breitenbach, reifet ins Ausland. 1 Matrosenfrau Elisabeth Müller, »ebst Kindern, rei­ set nach Riga. 2

Markt « Preise. Cop. S. pr«?oof 250 ^ 290

Weihen

Roggen Gerste. Hafer Erbsen Leinsaat Hanfsaat Flachs äbrand « . . . — Zbrand . . . . — 2braud . . . . Hanf. . . . . . Wachs

-

Butter, gelbe. . . . .

125 5 150

— —

100 5 1 , 0

60 s 70 140 5 160 -— 170 5 250 150 — pr. Stein ^ 375 -

>

pr. Vierteil750 ^ 600

Kornbrannrwein. , . . pr. 9 Stoof Salz, St. Ubes pr. Loof — Lissabon — — Liverpool — Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne üiio üiio in förnen Theer, flnländisch,

3124

2S0 250 s 326 pr. P f u n d 27 5 30

100 230 220

2V0 730

W i n d und Werter.

Den 1. Juni S. und den 2-SW., veränderlich; den 3. S., heiter; den 4. SO., bewölkt, den s. W. und

den 6- NW., heiter; den 7. NW., bewölkt.

Brod-Taxe für den Monat Juni 1844. Roggen ju

1 Rubel 65

Cop.S.M. pr. Loof gerechnet. Waitzen zu Pfd.^Loth

t) Von ordinärrem Roggenmehl: Ein ^ Kop. Brod soll wiegen . . . . — Ein3 Kop. dito dito . . . . 1 Ein6 Kop. dito dito . . . . 3 2> V o n g e b e u t e l t e m R o g g e nm e h l : Ein lj Kop. Brod soll wiegen . . . . j—

Rubel — Cop. S. M. pr. Loof gerechnet. jPfd. Loth Ein 3 Kop. Brod soll wiegen Ein 6 Kop. dito dito 14 3

28 24 1 6 3) V o n gebeuteltem Waitzenmehl: Ein A Kop. Franzbrod soll wiegen 19zIEin 1^ Kop. dito dito

5 10

Taxe für das Flausche Fleischer - Amt beim Verkauf nach Gewicht. Für den Monat, Juni 1841. Cop. pr. Pfd. Cop. pt». Pfd. Silb. Kosch 3) Die schlechten Stücke ohne Unter­ Silb. Kosch Cop. S- C. schied des Viehes, als: 1) Von gemästetem Vieh, als: Braten, Cop. Silb. — Cop. Hals, Lappen, Hack?e. . . . . . Klops, Beefsteak,Bruststück, Schwanz2? — Von einem großen Schwein . . . und die besten Rippenstücke . . . 5 5T 7" — Von einem kleinen Schwein . . . Gurcs Suppenfleisch , 4^ 5 5z Allerbestes albflelsch 2) Von ungemästetem Vieh, als: 44 4L ?! dito . . . . . . Die oben benannten besten Stucke . 4z I Ordinaires 2z 3 Allerbestes Schaaffleisch Suppenfleisch 4^ 3z 4z Ordinaires dito 3 35

Taxe

von Branntwein

für

den

Monat

Ein Stoof Korn - Branntwein - - - - - - - - Ein — einfacher Kümmel-Branntwein , - « -

Juni

184

18 Cop. S. M. 21 — —

Taxe von Bier für den Monat Juni 1841. Eine Tonne BoutelUen-Bier 5 Rub. 75 Cop. S. M. l Eine Bouteille Bier , - — Rub. 6 Cop. S. M. Eine — Krugs-Bier - 4 -- 75 — — j Eine Tonne Mitteltnnken 2 — 30 — . — Ein Stoof Mitteltrinken 3 Cop. und Z Stoof iß Cop. Wenn sich Jemand unterstehen sollte, Lebensmittel höher oder theurer, als die obigen Taxen besagen zu verkaufen, der soll mit 25 Rubel Banco-Assign. bestraft werden.— Ebenfalls sollen die Bäcker für rohes und schlechtes Brod nach Maßgabe der Umstände einer angemessenen Strafe unterzogen werden. Gegeben Libau-Rathhaus, den 1. April 1841.

Bürgermeister Eckhoff, Wett-Präses.

S c h i f f s - L i s t e . E i n k 0 m m e n d: ^

"

Schiff: Capitain: kommt von: mit: an: Eendragt. C. van Limmen. Rotterdam. Ballast. 5. Harmsen jun. Prahm Anna Emilie.D. W. Zierck. St. PeterSb. Waaren. Ordre. 4. — Russe. A u s g e b e n d : Schiff: Capitain: . nach: mit: Zun». No. Nation: Erik Lundqvist. Abo. Russ-Finnl. Zosefina. 84 Gerstengrütze, Leinöl ?c. 4.

Juni. X». Nation: - 3. 82 Holländer.

Istjn drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostfee,Provinzen, Tanne.r, Censor.

e Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Focge. S'„. A5.

Mittwoch, de» jl. Juni P u b l i c a t i o n e n .

Gemäß dem Ansuchen der Herren Stadt-Aeltermänner dieser Stadt vom 4. d. M. sub Nr. 97, wird desmittelst zur allgemeinen^Wissenschaft gebracht, daß für die diesjährige Badezeit der hiesige Bürger Lan­ ka» als Quartierbesorger sür die ankommenden Badegaste angenommen worden und alle Diejenigen, die Quartiere anbieten zu lassen Willens sind, darüber dem Aufseher Lankau, in dem zu diesem Zwecke an der Brücke im Pavillon rechts eingerichteten Quartier-Vermiethungs-Comptoir Anzeige machen mögen, welchem für seine Muhwaltung fünf proCeiu des bedungenen Mietpreises zu zahlen, und daß es Jedermann durch­ aus untersagt ist, sich schon auf der Landstraße an die ankommenden Fremden zu drängen und ihnen Quar­ tiere anzubieten und übrigens alle unbefugte Mäkler zur Strafe gezogen werden. Libau-Polizei-Amt, den 7- Iuny 184t. Nr. 9SöPolizeimeister Michael.

^

^

...

I . D. Gamper, Sekr.

-Requisition des Llbauschcn Herrn Proviant-Magcizin-Aufsehers der 9. Klasse Plettnew vom 4. d. M. sub Nr. 18t gemäß, wird dcsmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß am 13. und 16. d.M., Vormittags um 12 Uhr, bei diesem Polizei Amte 263 S^tück untaugliche Magazin-Sacke öffentlich sollen ver« steigert werden und daher Kauflustige sich an besagten Tagen mit den erforderlichen Saloggen melden und die höhere Bestätigung des Meistbors gewartigen mögen. Libau-Polizei-Amt, den 7. Iuny 1841. Nr. 999. Polizeimeister Michael.

Z. D. Gamper, Sekr.

St. Petersburg, vom 3l- May. I I . KK. HH. die Großfürstin Maria Nikolajewna und der Herzog Maximi, lian von Leuchtenberg sind mit der Prinzes­ sin Tochter aus Deutschland in vollkommenem Wohlseyn wieder hier angekommen. Se. M. der Kaiser dabei: bei einer dem Finanzminister Grafen Cancrin zur Wieder­ herstellung seiner Gesundheit Allergnädigff be­ willigten Urlaubsreife ins Ausland Allerhöchst zu befehlen geruht, daß der Gefährte des Ministers. Senareur Gcheimeralh Wronlschen' ko, für die Zeil der Abwesenheit des Ministers dessen Stelle vertrete. Auf der Newa fahre? gegenwärtig bereits 31 Dampfschiffe, von denen 15 der Krone und 16 Privln-Ptpsonen gehören. Letztere er­ halten besonders die Verbindung zwischen St. Petersburg, Kronstadt, Peterhof, Oranienbaum

und Schlüsselburg. Außerdem fahren sieden Scedampfschiffe fortwährend zwischen St. Pe­ tersburg, Lübeck, Kopenhagen, Havre, Lon­ don und Stockholm, welche unrerweges bei Reval, Helsingfors und Abo anlegen. Berlin, vom 11. Juni. Se. M. der König haben geruht Sr. Ka if. H.- dem Herzog von Leuchtenberg den Schwarzen Adlerorden zu verleihen. ^ Warschau, vom 3. Juni. Gestern Abend wurde in der hiesigen SchloßCapelle die Vermählung der Fürstin Anna Paskewitsch, Tochter des Fürsten Statthalters und Ehrenfräulein I . Maj. der Kaiserin, mir dem Stabs - Capitain bei dem Pawlows« tischen Leibgarde-Regiment, Fürsten Michael Wolkonskp, feierlich vollzogen. Wien, vom 4. Juni. Ein eben aus Konstantinopel eingetroffener

Engl. Courier, welcher ^jene Hauptstadt aur 23. v. M. verlassen hatte, bringt die wichtige Nachricht, daß der Sultan endlich den Fsr« man erlasse»? hat, welcher die bereits vor meh­ reren Wochen gegen die Repräsentanten aus» gesprochenen Concessionen zu Gunsten Meh­ mels enthält. Lord Ponsonby selbst bat sich diesmal den Bemühungen der übrigen Gesandten angeschlossen. Hamburg, vom 7. Juni. Vorgestern fand auf dem Börsensaale die erste Versammlung eines Comit6 zur Vorbe­ reitung einer Eisenbahn-Verbindung mit Ber­ lin statt. I n dieser Versammlung wurde ein enzerer Ausschuß, von 4 Mitgliedern erwählt.Paris, vom 7. Juni. I n Bourgoin war am j. Juni ein junger Bauer in einen Kirschbaum gestiegen, den so eben die Raupen, nachdem sie alle Blätter ab­ genagt, verlassen hatten. Kaum 2V Minuten, nachdem der Bauer die Kirschen gegessen, sing er an über eine Entzündung im Halse zu kla« gen, und eine halbe Stunde später starb er an der Sudstanz (den Haaren), welche die Raupen bei ihrem Kriechen über die Früchte zurückgelassen hatten. Carthagena, vom 2Z. Mai. Wir haben wieder ein Schmugglerschiff im Hafen, welches unter Engl. Flagge von unse­ ren Ki'stenwächtern weggenommen worden ist. Der Engl. Vrce-Conful schickt Protestatio» auf Protestatio» ein, weil man ihm nicht ertauben will, sich an Bord des Schiffes zu begeben, und weil das Unheil über die Sache dem Zoll» gericht übergeben worden. Wir wollen sehen, wie sich die Mißhelligkeit endigen wird. Ver­ sichern kann ich Ihnen, daß, wenn Engl. Kriegsschisse sich zeigen sollten, um das Schmugglerschisf mit Gewalt wegzunehmen, wie sie es schon einmal gethan haben, sie sich diesesmal seiner nicht so leicht bemächtigen werden. Die Behörden sind entschlossen, wenn jene den Versuch erneuern, wacker auf sie schiessen zu lasscn. Alexandrien, vom 20. Mai. I n Kahira wurden aus der sogenannten Nationalgarde die besten Leute ausgesucht, und sollen nun den Linientruppen einverleibt werden; eine Maßregel, welche nurdiegrößte Mißstimmung unter den Einwohnern verursachen kann. Zwei' Regimenter Infanterie wa­ ren von Kahira hierher beordert, und über­ haupt ziehen sich Truppen nach Unter,Egypten hinunter. Zagazzie bei Dämmte wird be­

festigt. Wenn diese Anzeichen auf nichts Gu» tes deuten und den Entschluß des Pascha's durchblicken lassen, seine Prätensionen mit Ge­ walt der Waffen zu behaupten, so sind wir nichtsdestoweniger überzeugt. Mehmed wird und muß nachgeben, wenn man ihm Ernst zeigt, d. h. die kroaäsiäo Englischer Dreidecker. Hinausziehen wird er aber dies fo lange er kann; einerseits die schönsten Worre der Unterwerfung, Ergebenheit, Aufopferung für seinen Oberherrn nicht sparend, anderer­ seits rüstend und drohend. — Unsere Nach­ richten aus Syrien gehen bis zum 10» aus Beyrut und sind traurigen Inhalts. Die ganze Provinz war in Gährung und Aufruhr, und die Türk. Gouverneurs in der größten Verlegenheit; sie erwarteten Verhalrungs-Befehle von Konstantinopel, und man glaubte, dass die Pforte sich nachgiebig zeigen werde; sollte sie aber zu Gewalt-Maßregeln greifen lassen, so könnte es schlimm gehen. Drusen und Maroniten sind verbunden und einstimmig in ihren Begehren, während die Pforte, so wie wir deren Kräfte kennen, zu schwach ist, mit Nachdruck etwas gegen sie zu unterneh­ men. Die Christen inden Städten sind durch diesen Zustand der Dinge sehr eingeschüchtert, hauptsächlich in Damaskus, wo der neue Türk. Gouverneur (Hadschi Nizel Pascha) die Ein­ wohner in ihrem Fanatismus bestärkt unv auch mit den Europ. dort residirenden Eon» fulnZwistigkeitengehabt hat, wie es heißt nichts­ würdiger Gegenstände halber. Zum Ueberfluß herrschte die Pest an verschiedenen Orten Sy­ riens. Es geht das Gerücht, daß bei El Arisch ein Regiment Egyptischer Infanterie zu den Türken übergegangen sey; was aber sehr der Bestätigung bedarf. Hier ist die Pest im fortwährenden Abnehmen. — Wir erfahren aus Konstantinopel, daß die vier Genera'Confuln nicht kommen und nicht eher die Wap» pen der vier coallsirten »Mächte in Egypten wieder aufrichtet werden, als bis die Orien, talische Frage gänzlich gelöst sey. Als Vor­ frage wird die Auflösung der Egyptischen Almee, d. b- des Überschusses der Mehmed be­ willigten 20.000" Mann, betrachtet werden; so wenigstens schreibt man aus Konstantinopel. Zu dieser Nachricht gesellt sich eine andere aus Kahira: der plötzliche Aufbruch einer Egypti« scheu Division nach Salahieh, der letzten Wü­ stenstation, und von dort nach «El Arisch, fo wie die Ankunft von 400 Türk. Soldaten, die von Gasa defertirt sind. Ist dies eine Offensiv,

oder Defenuvmaßregel? Mail weiß es nkchk genau, jedenfalls ist es keine friedliche Demon­ stration. — Der Groß-Scherif von Mekka^ erbittert über die beständigen Anforderungen und Ausschweifungen der im Hedschas zurück» gelassenen Arnauteu, hat plötzlich die Beduinen bewaffnet und die Türkische Soldateska zum Lande hinausgetrieben. Hiermit ist der letzte Schein der Autorität des Sultans in Arabien erloschen. Wir bemcrken, daß der Groß-Scherif ein Freund Mehmeds ist, ob­ gleich Letzterer ihn drei Jahre in Egypten unter den» Vorwand ^ sich mit ihm über die Angelegenheiten des Hedschas zu berathen, zu­ rückgehalten hatte. Ec schickte ihn vor zwei Iahren nach Mekka zurück, und was dieser bis jetzt dort rhar, geschah Alles im Einverständniß mit Mehmed. Madrid, vom 28. Mai. Die Heuschrecke» sind dieses Jahr in Spanien in so ungeheurer Menge erschienen, daß sie auk einigen Stellen die ganze Erndte zu verzehren drohen. I n Douniel (Provinz Ciudad Real) sind fortwährend 300 Personen be­ schäftigt, diese zerstörenden Insekten aufzusammeln, und obgleich auf diese Welse täg­ lich 70 bis 80 Säcke vernichtet werden, so bemerkt man doch keine Abnahme. Es ist zum Erschrecken, diese Thiere m Abteilungen zie­ hen zu sehen, die zuweilen eine Meile lang und^ 2000 Schritte breit sind. Nur eine halve Stunde braucht ein so furchtbarer Haufen auf einer Stelle sich aufzuhalten, und Wein-, Oelund Kornpflanzungen sind völlig vernichtet. Man findet nach ihrem Abzugs nur die star» ken Aeste und die Wurzeln, welche ihre Tiefe unter der Erde ihrer Gefräßigkeit entzogen, hat. Vermischte Nachrichten. I n Kemmern wird die Kronsbadeanstalt vom 20. Mai bis zum 10- August zu benutzen sejn. Die bisherige Taxe für den Gebrauch der Bäder in der Anstalt ist-?dahin abgeändert, daß für 2 Stundenbäder, das eine Vor-, das andere Nachmittags, wöchentlich 4 Rbl. S. entrichtet werden; für jedes einzeln genomme, ne Stundenbad bleibt der Preis 50 Kop. S. -7- Herrn I . P. Mulert ist es von der Cur, ländischen Medicinalverwaltung erlaubt, das Wasser des auf seinem Höschen an der Dodlenschen Landstraße unmittelbar vor Mitau gelegenen Schwefelbrunnen s, welcher den Namen Dorotheenb rönnen führen wird, unter arztlicher Aufsicht benutzen zu lassen. Die zu diesem Behufe eingerichtete Anstalt ist

vom 15. Mal bis zum 15. August täglich in den Morgenstunden von 5 bis 9 Uhr den Trinkenden, später den Badenden geöffnet. Wer die Anstalt zu benutzen wünscht, erhält gegen Vorzeigung einer Bescheinigung seines Arztes, daß derselbe den Gebrauch des Was, sers für nörhig erachtet, vom Aufseher der Anstalt ein Bittet zum Trinken während einer Woche für 1 Rbl. S.. zu einem Bade für 50 Kop., zu 7 Badern für 3, zu 14 für 5 Rbl. S. Armen wird das Wasser zum Trinken unentgeltlich verabfolgt- Die Wannen zum Baden, von denen eine ausschließlich für Haur» kranke bestimmt ist, befinden sich in 4 abge­ sonderten Zimmern. Die Gärten an beiden Häusern sind den Curgästen zur nöthigen Be­ wegung geöffnet. I n dem Büffet erhält man nur Caffse und Weißbrod.— Nach einer vom Herrn Apotheker Schmidt in Mitau vorläufig veranstalteten chemischen Analyse enthält das Wasser in einem Civilpfunde oder 16 Unzen folgende Bestandrhetle: Schwefelwasserstoff 1,710 Cubikzoll, Kohlensäure 0,300 Cubikzoll, schwefelsaures Natron 2,326 Gran, schwesel» saure Magnesia 0,600 Gran, schwefelsaure Kalkerde 3,400 Gran, Chlornatrium 0,733 Gran, kohlensaure Magnesia 0,248 Gran, kohlensaure Kalkerde 1,667 Gran, kohlensau­ res Eisenoxydul 0.0213 Gran. (Znl. Nr. 23 ) Theater-Anzeige. Donnerstag, den 12. Juni: Die Räuber auf Maria Culm. Ein Gemälde aus der Böhmischen Geschichte in 5 Handlungen, von Heinrich Cuno. — Herr Wcylandt, ehemali­ ges Mitglied de5 St. Petersburger Hof-Thea» ters, wird den Kust als zweite Gastrolle geben. - F. Szameitky. Gerichtliche Bekanntmachungen. Am Donnerstage, den 12. d. M.^ Vormit­ tags um 12 Uhr, soll in der Session Eines Libauschen Stadt»Magistrats die unweit der Ellern belegene, zur Nachlaß-Masse des wei» land Herrn Rathsherrn Kolb gehörige Kop» pel, unter den in l'ermino bekannt zu ma­ chenden Bedingungen, zur Vermietung aus­ geboten und dem Meistbietenden zugeschlagen werden; als weshalb diese Bekanntmachung ergehet. L Libau, den 6. Juni 1841. C. G. Ulich. I . P. Dehling. Gerichtlich-constituirte Curatoren der E. C. Kolbschen Nachlaßmasse.

Aus den 1Z. d. M. soll vor Einem Libauschen Stadt-Waisengerichte, zur gewöhnlichen Sessions - Zeit, die diesjährige Benutzung der zum R- H. Hartungschen Nachlaß gehörigen, hinter den Ellern belegene» Koppel, an den Meistdielenden ausgeboten werden. 1 Libau, den 4. Juni 1841. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ jestät, des Selbstherrschers aller Neuffen zc^ :c. :c., werden von dem Grobinschen StadtMagistrate alle Diejenigen/ welche an den Nachlaß der Hieselbst verstorbenen Bürger und Mühlenmeister Johann Daniel M «ramschen Ebeleure, irgend welche Forderungen und An­ sprüche haben oder zu haben vermeinen, hier­ mit eäictaliter adcilirt und vorgeladen, sich am 7. August d. I . als dem dazu anbe­ raumten ersten Angabe-Termin, entweder per« sönlich oder in gehöriger Vollmacht, auch wo nöthig in Assistenz oder Vormundschaft^ bei dem Grobinschen Sradt - Magistrate, Vormit­ tags in der Session mit den nöthigen Be­ weisen zu melden und ihre etivanigen An» jprüche und Anforderungen gebührend anzu­ geben; worauf sie dann das weitere Rechtli» che, so wie zuvor noch die Ansetzung des zweiten und Praclusiv-Angabe-Termnis zu ge­ wärtigen haben. 2 Grodin, den 7. April 1841Llancatuin lüita-/!.. L.Xtionis Z6!cts1is 21I luäicium (üivita x /tis (^robinleiisis A. Gerhard, ^suä. (üivir. 8ecr. Z?r. 183-

Bekannrmach«ngen.

anberaumt worden, in deren Kanzel!ei die Anschläge einzusehen sind. Wer diese Arbei­ ten zu übernehmen willens ist, beliebe in den genannten Terminen seinen Bot und Ueber« dor zu verlautbaren. Libau - Quartier , Committee, den 9. Iuny 184!. 2 Reich. C. C. T i ed e m a n n. R. Oettinger. Nr. 737. I . Buss, Buchhalter. Eine Wohnung nahe am alten Markt und dem Theater, so wie auch nicht weit vom Strande, bestehend aus neun meublirten Zimmern mit ei­ ner geräumigen und separaten Küche, Stall­ raum für sechs Pferde, Wagenremise und ein gewölbter Keller, ist für die diesjährige Bade­ zeit zu vermieten bei C.D.Meyer. 2 Angekommene Reisende. Im 1. Stadtth e i l, 1. Quartier, den 8. Juni: Herr E. Schroeder, Kaufmann aus Memel, bei Gerhard, im Hause Nr. 24; den 9-: Herr Rudolph Röchling, Student aus Oorpat, bei der Frau Nathsherrin Röch­ ling, in der Sandstraße, im Hause Nr. 89; den t«z.: Frau Syndikus Dressier, nebst Familie, aus Arens­ burg, beim Herrn Rathsherrn Eakowski, in der Herrenstraße, im Hausc Nr. 19. -- Im 1. Stadt­ theil, 2. Quartier, den 8.: Herr I. Kakow, Kreislehrer, und Herr C. Pameyer, Privcttlchrcr aus Hasenpotb, bci Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 2l6; den 10.: Herr G.B.Robinson, Kaufmann aus St. Petersburg, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. '^07A b r e i s e n d e . Die Ausländerin Charl. Wilhelmine Rautenberg, rei­ set nach Polangcn. z Die Geschwister Caroline Charlotte und Appolonia Wilcke aus Mitau, reisen nach Cr. Petersburg. 3 Matrosenfrau Elisabeth Müller, nebst Kindern, rci. ser nach Riga. l L o u r s vc>?u 5.

Zur Uedernahme der an dem ehemals Wald, hütterschen Hause vorzunehmenden Reparatu­ ren ist der Torg auf den 16. und der Peretorg auf den 18- d. M., Vormittags um 11 Uhr, bei der Libauschen Quartier«Committee

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Einkommen!): Juni. No. Nation: 7. 8Z Preusse. 9. 84 Russe.

Juni.

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NationHolländer.

Russe.

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89 90 91

Preusse. Russ -Finnl. Russe.

5ft i« brücken erlaubt.

Capitain: kommt von: mit: an: M. Bradenahl. Cronstadt. Ballast. Joh. Schnöbet. clito <1ito Ordre. W. Lüpcke. A u s g e h e n d : mit: nach: Schiff: Capitain: Holland. Gerste und Borsten. Gesina Petronella. G. H. Nagel. Holzwaaren. Liverpool. William. R. I. Pölitz. Duttdee. Expresse. Flachs und Kalbsfellen. H. P. Hensing. Fanny. U. F. Hemberg. Ronen. Holzwaaren und Flachs. Wilhelmine. Cronstadt. Kronsproviant. I. C. linde. Äi5o Hoppet. äito C. Mailund. Eduard Konschack. Wiburg. Libau's Packet. Roggen und Er bsen.

Schiff: Matador. St. Peter Paul.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee »Pro»inzen, Tanner, Censor.

Hibaufches

Wochen-

b l a t t.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

»BV,. A S .

Sonnabend, den 44. Juni P u b l i c a t i o n e n .

Zur Uedernahme der an dem ehemals Waldhüttersche» Hause vorzunehmenden Reparatu­ ren ist der Tora auf den 16. und der Peretorg auf den 18. d. M., Vormittags um t l Uhr, dei der Libauschen Quartier-Commitiee anberaumt worden, in deren Kanzellei die Anschlage einzusehen sind. Wer dtese Ardenen zu übernehmen willens ist. beliebe in den genannten Terminen seinen Vor und Unterbot zu verlautbaren. Llbau-Quartier-Committee, den 9. Iuny 1841. Nr. 737. Reich. C. C. Tiedemann. R. Oettinger. I . Buss, Buchhalter. Gemäß dem Ansuchen der Herren Stadt-Aeltermanner dieser Stadt vom 4. d. M. sub Nr. 97, wird desmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß für die diesjährige Badezeit der hiesige Bürger Lankau als Quartierbesorger für die ankommenden Badegäste angenommen worden und alle Diejenigen, die Quartiere anbieten zu lassen Willens sind, darüber dem Anfseher Lanka», in dem zu diesem Zwecke an der Brücke im Pavillon rechts eingerichteten Quartier-Vermiethungs-Comptoir Anzeige machen mögen, welchem für seine Mühwaltung fünf proCent des bedungenen Mietpreises zu zahlen, und daß es Zedermann durch­ aus untersagt ist, sich schon auf der Landstraße an die ankommenden Fremden zu drängen und ihnen Quar« tiere anzubieten und übrigens alle unbefugte Mäkler zur Strafe gezogen werden. Libau-Polizei-Amt, den 7. Iuny 1841. Nr. 996l Polizeimeister Michael.

I . D. Gamper, Sekr. Oer Requisition des Llbauschen Herrn Proviant-Magazin-Aufsehers der 9. Klasse Plettnew vom 4- d. M. sub Nr. 181 gemäß, wird desmittelst zur allgemeinen Wissenschaft gebracht, daß am 13. und 56.d.M., Vormittags um 12 Uhr, bei diesem Poliz?l'A«nte 263 Stück untaugliche Magazin-Säcke öffentlich sollen vcr» steigert werden und daher Kauflustige sich an besagten Tagen mit den erforderlichen Saloggen melden und die höhere Bestätigung des Meistbors gewartigen mögen. Libau-Polizei-Amt, den 7. Iuny 1841. Nr. 999. Polizeimeister Michael.

I . D. Gamper, Sekr.

St. Petersburg, vom 2- Juni. I I . KK. HH. der Cäsaren? irsch Groß fürst Thronfolger und die Casarewna Großfürstin Maria Alexandrowna sind am Donnerstag Abend in vollkommenem Wohlfeyn von Ihrer Re,se noch Moskau in Peterhof wieder angekommen. — Bei Erlassung des Gnaden-Manifestes vom 16. April haben Se. Maj. der Kaiser Allerhöchst zu befeh­ len geruht, daß olle diejenigen Ukasen, durch welche verschiedene Artikel der GnademMani-

feste vom 1. Jan. und 22. Aug. 1826, deren Inhalt vollkommen, oder mit einigen Verän« derunaen im Ausdruck, die den Sinn jener Artikel nicht ändern, in das neue Manifest aufgenommen ist, erläutert worden sind, auch jetzt ihre Kraft beibehalten sollen, und daß in zweifelhaften Fällen die dem Senat unterge­ ordneten Behörden alle Ober«Verwaltungen verpflichtet sind, bei demselben mitVorstellun, gen einzukommen und dessen Entscheidung ab­ zuwarten; sollte aber der Senat keine direkte

Entscheidung in Erwägung der Artikel des Manifestes mit den erläuternden Ukasen fin» den, so bat derselbe darüber in der festgesetz­ ten Ordnung Sr. Maj. dem Kaiser zu un­ terlegen. Außerdem haben Se. M. d^r Kai­ ser zur Abivendung jeglicher Mißverständnisse Allerhöchst zu befehlen geruht: daß, wenn bei Beitreibung der, der Krone zukommenden Gel­ der irgend eine Summe vor dem Eintreffen des Manifestes an dem Orte ganz oder zum Theil wirklich beigetrieben oder bezahlt ist, so können diese Gelder, obgleich sie noch nicht in die Krons-Kasse gekommen sind^ der Zurückgäbe nicht unterliegen. Weimar, vom 50. Juni. Unser Großherzog und unsere Großherzogin haben heute ihre nordische Reise angetreten; Herzog Bernhard begleitet sie bis nach Pots­ dam, wo sie am Königl. Preuß. Hof noch ei­ nige Tage verweile« werden. I n Stettin liegt ein Dampfboot für sie zur Ueberfahrt nach Sr. Petersburg bereit. Gegen Ende August gedenkt unsere Großherzogl. Familie wieder »ach Deutschland zurückzukehren; der Groß­ herzog aber wird nach Karlsbad gehen, eine Kur zu brauchen. Wien, vom 8. Juni. Nachrichten aus Kaschau zufolge, hat in der Nacht vom 28. auf den 29. v. M. e>'ne deftige Feuersdrunst fürchterliche Verheerun­ gen in dieser Königl. Freistadr angerichtet und dadurch einen großen Theil der Bewohner in namenloses Elend versetzt. I n mehreren Gas­ sen soll das entfesselte Element gewütet und über 100 Gebäude (worunter auch die bischöf­ liche Residenz, d»e Wohnung des Smdtpfar« res^:c.) eingeäschert haben. ^ London, vom 8. Juni. Heute früh brach in Astlep's Theater Feuer aus, welches nicht nur dieses Gebäude zerstörte, sondern auch mehren benachbarten Häu» fern bedeutenden Schaden zufügte. Das Ei» genthum d?s Hrn. Ducrow. jetzigen Direktors dieses Theaters, sott zwar zu 8000 «L ver­ sichert sepn. aber der Verlust^ den er durch die Feuersbrunst erlitten, wird auf 12,000 geschätzt. — Dem „Observer" zufolge soll die Königin ibre zweite Entbindung im Septem­ ber oder Oktober erwarten. —Dem ..Globe" wird.alts Paris geschrieben, Herr Guizot sep mit Lord Palmerston in Betreff dessen, daß man nötigenfalls Mcbmed zur Annahme des Hattischerifs zwingen müsse, ganz einverstanden und habe bereits durch einen nach Alexandrien

g'sandten Agenten den Pascha in Kennlniß setzen lasten, daß, wenn er nicht den H a n i s c h e r i f des Sultans annehme, er die Franzosen wer­ de als Feinde anzusehen haben. Von der Türkischen Gränze. vom 2. Juni. Obgleich neuere Briefe aus verschiedenen Gegenden Bulgariens die Bestätigung bringen, daß jeder Widerstand von Seiten der Christ» liche.t Bevölkerung dieser Provinz gegen ihre Türkischen Herren vollkommen erloschen sep, so erhält man doch fortwährend noch Anzei­ gen von Gewalttätigkeiten jeder Arr, deren sich die Türkische Miliz — wenn auch minter häufig a l s früher — schuldig macht. D e r Pascha von N>ssa scheint überhaupt keineötveg e s gestimmt, ein milderes Verfahren g e ^ e n die Christen anzuordnen, und wiederseht sich also, wenn er nicht geheime, den ö f f e n t l i c h e n wieversprechende, Instructionen hat, offenbar dem Willen der Pforte. Sonderbarerweis: trifft er daneben allerlei kriegerische Vordere!» tungen, wirbt Truppen an, denen er einen Sold von 50 Piastern monatlich zusichert, s^tzr die festen Platze in Verteidigungsstand uns versieht sie mit Proviant und Munition, ohne daß sich hierfür irgend ein gerechter Grund denken läßt. Daher auch die verschiedenar­ tigsten Gerüchte über den Zweck dieser Vor» kehrungen. Während Einige glauben, er rüste sich zu einem Angriff gegen Serbien, sind An­ dere der Ansicht, er fürchte den mit Truppen im Anzug begriffenen Iakub Pascha von Adria4lopet und werde sich im äußersten Falls ge, gen denselben zur Wehr setzen. Vermischte Nachrichten. Wenden. Wie früher gemeldet, ist von Seiner Erlaucht dem Herrn wirkl. Geheimr a t Grafen Sievers auf Schloß-Wenden eine Anstalt zur Kur mit kaltem Wasser nach Prießnitzscher Methode eingerichtet worden. Danur nun jeder, durch willkührlichen Gebrauch von Seiten Unerfahrener, mögliche Nachtheil ver­ mieden werde, hat Seine Erlaucht die Leitung der Anstalt dem Hrn. vr. Meyer, welcher die Wasserkur Anstalten in Gräfenberg, Ilmenau und an mehren anderen Orten des Auslandes vor Kurzem besucht und die Wirkungen des Gebrauches beobachtet hat, vom 2. Juni d. I . ad übertragen und dahin Anordnung ge­ troffen, daß jeder Patient, welcher diesem Ge­ brauche Hch unterziehen will, dazu einen Erlaubnißschcin von dem genannten Badearzte einhole, alsdann aber bei erfolgender Kur beliebig ihn, oder einen der beiden andern

( hier practicirenden Aerzte, sich wähle und der ärztlichen Anleitung sich fuge. Wolmar, vom 4- Juni. Der vor einigen Monaten von hier aus an die Redaction des Zuschauers eingesandte Bricht ub^r die Aus» findung von zwölf, dem Hüuse Rothschild angehörigen, Goldbarren und über das Beneh­ men des Commiö, der dieselben auf dcm Wege nach Petersburg verloren Halle, war aus dem Zuschauer in mehre auslündijche Blätter übergegangen, iiamentlich in den Hainburger Cor» re^'oi'denten und in die Frankfurter Ober^oslamts-Zeituiig. Eine Fol>ie davon war." daß der Baron Rothschild aus diesem Be-richte erfuhr, was hieyx geschehen war und die Gelegenheit nicht vorübergehen ließ, darzutdun, daß er die Ehrlichkeit auch im Bauer­ kleide anzuerkennen weiß. Vor einigen Wo­ chen scdon ließ er durch ein Rigischcs Hand­ lungshaus nähere Erkundigungen über das Auffinden jener Golddarren einziehen, und dem Finder eine Belohnung ankündigen. Auf diese Nachricht fanden sich hier um Wolmar gar Viele, die an dem Finde» theilgehabt haben wollten und auf einen Theil der Be­ lohnung Alspruch machten,, der Eine, weil er dem Finder bei den Golddarren auf der. Landstraße hatte stehen und den schweren Fund, den er zu Fuß nicht fortschaffen konnte, be» wachen sehen; der Andre weil er grade dazu­ gekommen war, als der Finder das Gold auf einen Schlitten packte, um es der Behörde einzuliefern; ein Dritter machte Ansprüche, weil er wenn er eine Stunde fiüher den Weg paffirr wäre, das Gold auch hätte finden kön­ nen. Zum Glück für den wirklichen Finder waren die nähmen Umstände des Fundes schon vor einigen Monaten vom Wclmarischen Ordnungsgerichle genau erforscht uno zu Protocoll genommen worden, woraus sich ergeben hatte, daß der im Zuschauer genannte Wol» marshofsche Bauer Iah» Weider, genannt Weidorf. als alleiniger Finder zu betrachten »st. Ihm wurde nun vorgestern durch das Ordnungsgericht die vom Baron Rothschild dem Finder zugedachte ^Belohnung von 175 Rbln. S. M. übergeben, wofür der Empfänger noch lange Zeit den Mann segnen wird, der durch diese freiwillige Gabe das Leben ei, nes armen aber ehrlichen Bauern erleichtern half. (Zuschauer Nr. 5167.) Der Graf von Nassau hat sicherboten, die Eisenbahn von Frankfurt an der Oder bis Breslau auf seine eigene» Kosten zu erbauen

und sich zur Bedingung gestellt, daß 40 Jahre lang 4 pCt. vom Staat ihm verbürgt werden. Nach Ablauf der 40 Jahre soll die Bahn Et' genthum des Staats werden. — Aus einer Statistik der Kriegsschiffe der Mächte des Erd­ balls ergiebt sich, daß sie im Ganzen 1262 Kriegsschiffe mit mehr als 60.000 Kanonen besitzen. — Man denkt jetzt ernstlich an die Ausführung des großen Planes, die schmale Landstrecken von Panama, welche Nord» und Südamerika vereinigt, zu durchstechen und so durch einen Canal das Atlantische Meer mit dcm Stillen Ocean zu verbinden. Es hat sich gczeigr, daß dies keine erheblichen Schwierig­ keiten har; die Kosten sind auf 16 Millionen Fr. berechnet. Mit Dampfschiffen glaubt man die ganze Entfernung in 10 Stunden zurück­ legen zu können. Das Franz. Handelshaus Salomen auf Guadeloupe übernimmt die Aus» führung auf seine Kosten, erbebt 60 Jahre lang ein Weggelb auf dem Canal und erhalt ein Privilegium der Dampfschifffahrr auf 45 Jahr. Die Regierung hat schon ihre Zustim­ mung ertheilt. — Englands Industrie har im Fache der Fabrikation alle stehenden Maßstäbe von üblicher Gestalt und Größe bereits über den Hausen geworfen, und an ihre Stelle die sogenannten (Objets-IVlonstres), als: Riesenrcleskope und Riesenpastcten, Riesen Adressen und Riesenkase gestellt. So lesen wir im „Morning-Herald" vom 16. Mai die Anzeige, daß die große Papier-Mühle zu Castle Green in letzrverflossener Woche innerhalb sechs Stun­ den einen Bogen extra feines Papier von der Länge von „zwölf Englischen Meilen" schöpfte. — Die kleinste Scheere, welche vielleicht je gefertigt worden ist, besitzt ein Messerfabrikanr' zu London. Ste ist nur drei Zwanzigrheile eines Zolls lang. Jeder einzelne Theil dersel, ben ist von der Stärke eines Pferdehaars, übrigens scharf gearbeitet, und die Scheere öffnet und schließt durchaus gut. Als Futte­ ral dient ihr eine gewöhnliche Stopfnadel, die ausgebohrt worden, und deren Kopf ab­ geschraubt werden kann. Das Ganze wird noch in einer elfenbeinernen Büchse mit silber­ nen Verzierungen aufbewahrt.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ jestät, des Selbstherrschers aller Reussen zc. zc. zc., werden von Einem Libauschen StadtWaisengerichte, auf Antrag der gerichtlich« tonstituirten Kurtzesche» Curatoren alle Die­

jenigen, welche an die G. L. Kurtzeschen Im ehemal. Sorgenfrepschen Garten wird, Eheleute, oder deren Vermögen, !n sxecie unter Begünstigung der Witterung, die erste an das Hieselbst unter Nr. 156 belegene musikalische Adendunterhalrung. nächsten Don» Wohnhaus mit Pertinentien, rechtliche An­ nerstag, als den 19« Iuny, stattfinden. sprüche und Forderungen haben, oder mache» Das zu meinem Wohnhause gehörende Ne­ zu können vermeinen, hiemie säictaliter adbengebäude mit? meublirten Zimmern, ist nebst citire und vorgeladen, in dem auf den 20. Stallraum und Wagenremise für die Bade» August dieses 1841sten Jahres anberaumten zeit zu vermiethen. Die Bedingungen sind ersteu Angabe-Termine, entweder in Person bei mir zu erfahren. 2 oder rechtsgenügender Vollmacht, auch wo es Libau, den 4. Juni 1841. nöthig ist, in Assistenz oder Vormundschaft Jacob G. Har m s e n . nllhier zu Rathhause, vor diesem Waisengenchte zu erscheinen, ihre Forderungen gehö» Angekommene Reisende. rig anzugeben, zu documentiren und in rechts» Im 1. Stadtthetl, 1. Quartier, den l2. Juni: Herr genügender Art zu beweisen, und sodann die Baron Roenne, aus Hasenpoth, bei Herrn Baron Anberaumung des zweiten und Präklusiv. An­ Kettler, in der großen Straße» im Hause Nr. 5. — gabe - Termins zu gewärtigen, unter der aus» Im 1. Stadrthcil, 2. Quartier, den Ii.: Herr von Stempel» nebst Gemahlin und Fräulein Tochter, aus drücklichen Verwarnung, daß, falls sie sich Hasenpoth, bei Büß, am alten Markte, im Hause mit ihren Ansprüchen nicht melden sollten, sie Nr. 207. Abreisende. alsdann präkludirt werden sollen. Gleichmä­ Die Ausländerin Charl. Wilhelmine Rautenberg, rei­ ßig werden auch Diejenigen, welche an die fer nach Polangen. 2 Äurtzeschen Eheleute Zahlungen zu leisten da, Die Geschwister Caroline Charlotte und Appolonia bei,, hiemit bei Vermeidung rechtlicher Fol­ Wilcke aus Mitau, reisen nach St. Petersburg 2 gen, aufgefordert, in gedachtem Termine ihre a r k l . Preise. (Zop. Ä. DsbitÄ bei diesem Waisengerichte einzuzah­ Weitzen len; als wonach sich Jeder zu achten hat. pr. Loys» 25,^1 ä 290 Roggen 125 z 150 Gegeben im Libauschen Stadt-Waisengerichr.', Gerste 10«) s Ii0 den 22. April 184!. 2 Hafer 00 a 70 (Die Unterschrift des WaisenErbsen 1-W » 1b" Leinsaat . gerichts.) l7u Ä 250 Hanfsaat 150 Bekanntmachungen. Flachs 4brand.... pr. Srcin 375 — Zbrand . . . Einem hohen Adel und Einem resp. Publi­ — 2brand . . . . - 5 25V kum mache ich hierdurch die ergebenste Anzeige, Hanf 250 s 325 daß in meiner Conditorei, wäbrend der Ba­ Wachs pr. Pfund 27 5 3>> dezeit, jeden Dienstag, Donnerstag und Sonn» Butter, gelbe pr. Niertel, 750 ä !>00 Kornbranntwein. . . . pr.9 Stoof tag, verschiedenes Gefrorenes fertig zu haben »00 Salz, St. Ubes pr. Looj 230 ist. Bestellungen von größeren Quantitäten — Lissabon — 220 nehme ich zu jeder Zeit dankbar an. Zugleich — Liverpool — 200 mache ich auch bekannt, daß fortwährend Eis Heringe, in biichenen Tonnen,. pr. Tonne 730 — in fernen . äito . äüo . bei mir zu haben ist. Theer, finlandisch, . . . . . Job. Iuon, Conditor. Wind und Wetter. Geschnittenes Ellern-Brennholz ist zu Kauf Den 8. Juni S.» den 9- und io. W., heiter; den zu haben. Das Nähere erfährt man in der II. O., veränderlich; den 12. O.» bewölkt; den 1Z. hiesigen Buchdrucker?!. SW. und den »4. SO.» heiter.

Juni. 13.

lä. Juni. i2.

« v c h i f f s - L i f t e . Einkommend: Schiff: Capitain: kommt von, mit: Xv. Nation: an? St. Pierre. Le Buch«. Kiel. Ballast. 85 Franzose, I..Harmsen jun. Großfürst Alexander.H. Kruse. Cronstadt. ätto ^6 Russe. Fneder.Hagedorn. A u s g e h e n d : Nation: Schiff: Capilain: nach: Mit: Hollander. Welmina. L. N. Baas. Holland. Gerste. 92 Iaeobina Barbara. K. Z. Schüt. 6n<, clii o 93

Ist jn drucken erlaub.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee, Pr »»injen, Tanne r, Tensor.

ibaufches

Wochen-

b l a t t.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

.» «. AS.

Mittwochs den 18. Juni

St. Petersburg, vom 7. Juni. I n den Iahren 1«37 bis 1839 betrug in Rußland die Einfuhr durchschnittlich an Sand» Zucker, der von den Raffinerien dearbeitet wird, 1 Mill. 675.806 Pud, an Kaffee 119 164 P., an Tbee 201.897 Puv, an Wein l3 Mill. 275.625 Boumllen. an Branntwein 371.236 D.; an Tuch für 570.000 Rvl. S. (während für 2 Mill. Rbl. S. Russisch Tuch ausgeführt wurde), an Baumwolle für drei Mill. 866,000 Rbl. S. Die Gesammt-Einfubr jährlich ve« trägt 61 Mill. 756.000 Rbl. S. und alle oben­ erwähnte Artikel, wozu noch 345.455 Puv Baumwolle und für 1 Mill. 25.264 R. S. Handwerker Instrumente kommen, steigen in der Einfuhr. Ein beträchtlicher Ausfuhr, Artikel nach Deutschland, Holland und Eng. land sind jetzt die getrockneten grünen Erb« fen, von denen allein ein einziger Kreis des Gouvernements Tambow (der Borissoglebs, kische) 1000 Pud ausführt. Seit einiger Zeit werden auch geschnittene Türk. Bohnen ge» trocknet und in den Handel gebracht. Moskau. Am 23. Mai, um 8 Uhr Mor, gens. geruhten I I . KK. HH. der Casarewitsch Großfürst Thronfolger und die Cäfarewna Großfürstin Maria Alex» androwna zum Dreifaltigkeitskloster des heil. Sfergius abzureisen, wo Höchstdieselben um 12 Uhr ankamen, von dem Geläute aller Glocken des Klosters und des Städtchens begrüßt und von den Freudenrufen des Volkes empfangen. Am heil. Tbore empfing die hohen Reisenden der Abt des Klosters, Metropolit von Moskwa, nebst 6 Archimandriten und allen Mönchen des Klosters^ mit einer Anrede. — Nachdem I I - KK. HH. das heilige Kreuz geküßt und

die Besprengung mit Weihwasser empfangen hatten, schritten Sie unter Kirchengesang und Glockengelaut in die Kathedrale des Dreifal« tiflkeitsklosters, mo Sie den L.obgefang zur heil. Dreieinigkeit und zum heil. Sfergius anhörten Hierauf verrichteten Sie Ihre An« dacht v^r den Heiligenbildern dieses Tempels und vor den Reliquien des heil. Sfergius oor dem Bilde der Erscheinung der Mutter Got. tes im Tempel, wo sich die Celle des heil. Sfergius befand, und vor den Reliquien des heil. Nikon, im Tempel gleiches Namens. Bei den Reliquie» des heil. Sfergius wurden I I . KK. HH. als Segnung jenes frommen Man. nes Heiligenbilder überreicht. Darauf wur» den I I . KK. HH. in die für Sie eingerich leren Zimmer begleitet, wo Sie ausruhten, dann abermals in Begleitung der avslandi. fchen Prinzen sich i» die DreifaltigkeitsKa, thedrale und von dort in die Gewaadkammer begaben, wo Sie sich mit Besichtigung der Alterthümer und Merkwürdigkeiten beschäftig, ten. Auch besuchten die Hohen Reifenden alle übrige Kirchen des Klosters, die geistliche Aka­ demie und deren Bibliothek, worauf I I . KK. HH. der Einladung des Abtes zu folgen ge­ ruhten und in den Gemächern desselben eine Mahlzeit nach der Klosterregel einnahmen. Vor der Abreise aus der Lawra besuchten I I . KK. HH. nochmals die Dreifaltigkeitskirche und verrichteten Ihre Andacht vor den Reli. quien des heil. Sfergius. Nachdem der Abt und alle Mönche den hohen und ersehnten Gästen das Geleit gegeben, ward in der Kir­ che ein Gebet für das Wohl und die glückli­ che Reise I I . KK. HH. gehalten und mit einem Geb« um die Erhaltung Seiner Maj.

des Karfers und des gesammten Kaiser­ hauses beschlossen. Am Abend desstiben Ta­ ges kamen I I . KK. HH. wohlbehalten in Moskwa wieder an. — Am 26. Mai geruh­ ten I I . KK. HH. um 11^ Uhr Vormittags nach dem Pfarrdorfe Borodino abzureisen. Die auf alle Straßen, welche die hohen Rei­ fenden passiren mußten, zahlreich versammel­ ten Bewohner Moskwa's begleichen Sie mit ihren Segenswünschen. Se. M. der Kaiser hat. auf Vorstellung des Hrn. Finanzministers, am 23- Mai Aller­ höchst zu befehlen geruht, daßEßwaaren, die durch den Zutritt der Lufr einem baldigen Verderben ausgefetzt sind und deshalb in her­ metisch verschlossenen Gefäßen gehauen w^rden, vom Auslande gar nicht eingeführt wer» den sollen, es sey denn, daß die Gefäße durchwichtig sind, und zwar sollen hierbei durchaus keine Ausnahmen gestattet werden. Berlin, vom 17. Juni. Se. Königl. Hoheit der Großherzog und Ihre Kaiserl. Hoheit die Großherzogin von Sachsen Weimar sind, von Weimar kommend, über Stettin nach St. Petersburg hier durch­ gereist. Dresden, vom 13. Juni. Seit einigen Tagen weilt der große Thor» waldsen auf seiner Reise von Kopenhagen nach Rom in unserer Sradt. Nachdem bereits Se. M. der König ihn am Donnerstage nach Pill­ nitz und Se. K. H. der Prinz Johann am Freitage in der Stadt zur Mittagstafel gczo, gen hatten, wurde ihm auch im K. neuen Schauspielhaufe eine öffentliche Edre-ibe-eigung dargebracht. Am Schlüsse der Oper „Zar und Zimmermann" fiel der Vorgang nicht herab, sondern die Hofschausple!erin Dlle. Berg trat als Genius der Skulptur costümirr mit den passenden Attributen und einem Lor­ beerkranz in der Hand ein, und knüpfte den Schluß der Oper, wo Zar Perer I . sich einschifft, um nach Rußland zurückzukehren, mit einer finnreichen Wendung an die darzubringende Huldigung an. die von den tausendstimmigen Lebehoch der Versammlung begleitet war. Hamburg, vom 9. Juni. Als Nachricht von in diesem Augenblicke hoher Bedeutung melde ich Ihnen, daß ein Schreiben Lord Palmerston's die Ratification des Vertrags mir den Hansestädten verwei­ gert, weil die Minister in ihrer jetzigen La.,e eine solche Aenderung in der NavigalionsActe aichr aus sich nehmen dürften.

Kopenhagen, vom 14. Juni. Es freut uns, meldet die ..Berlingsks Tidende", unsere Leser benachrichtigen zu können, daß die wichtigen Unterhandlungen in Betreff des Sundzolls nun beendigt sind. Die Grund­ lage der Übereinkunft ist, daß der Zoll in Zukunft zu 1 pCt. berechnet werden wird. Vom 8- bis zum 9. hat e?n furchtbarer Sturm in der Ostsee gewüthet, wodurch meh­ rere Schiffe untergegangen sind. Von der Türkischen Grenze, vom 7. Juni. Die Pforte ist höchst betrübt über die Gräulthaten der Türken gegen die allgemein als ruhig und arbeitsam bekannten Bulgaren, wo« von sie durch den Pascha von Belgrad und von der Serbischen Regierung in die genaueste Kenntniß gesetzt wurde. Zwei Hundert und fünf und zwanzig Dörfer find in Schutt ver­ wandelt, und ihre Bewohner, die sich in d/e Walder und nach Serbien nicht flüchten konn­ ten, von den Tü'.ken um das Leben gebracht worden. Augenzeugen erzählen Gräulscenen die wegen ihrer Schändlichkeit und Grausam» keit unmöglich geschildert werden können. — Am 1K. Mai ist die Entscheidung der Pforte, im Einverstäridniß mit der Russischen Gesandt­ schaft für die Serbischen in Konstaminopel be­ findlichen Patrioten mittelst Tataren nach Bel­ grad abgefertigt worden; sie lautet dahin, daß sie mit allen Ehren in ihre frühere Stellen zurückversetzt werden sollen. Es steht zu er­ warten, ob der Fürst Michael dieselben an­ nehmen wird. — Nicht bloß der Pascha von N'ssa, sondern der auch von Widdin, sowie der Statthalter von Bosnien, treffen Vorkeh­ rungen, welche die Beforgniß monviren, daß es auf Feindseligkeiten gegen Serbien abgese­ hen ist. Der Serbische Minister des Aus­ wärtigen hat sich hierdurch veranlaßt gesehen, eine Circularnore an die fremden Konsuln zu erlassen, worin die von dem Pascha von Nissa offen ausgesprochene Beschuldigung, als habe Serbien an den Bulgarischen Unruhen Htttheil genommen, aufs entschiedenste zurückgewiesen und auf die Vorbereitungen der benachbarten Paschas aufmerksam gemacht wird. So wird «.inienttich angeführt, daß der Pascha von Bosnien eine allgemeine Conscripnon aller Besniaken, sowohl Türken als Christen, an­ geordnet, und die Spahls zu einer Versamm­ lung einberufen habe, wobei ihnen aufgetragen worden, sich mit Waffen und Munitio». zu versehen und sich bereit zu halten, um jeder Marschordre augenblicklich nachkommen zu kön

neu. Der Pascha von W i d d i n habe dieselben Gesinnungen gegen Serbien auf ähnliche Weise und namentlich dadurch öffentlich an den Tag gelegt, daß er alle Türken seines Paschaliks, die sich in Handelsgeschäften in Serbien be, finden, einberufen habe. Überhaupt ist an den Grenzen der Türkischen Provi«,zen gegen Serbien eine ganz andere — ich möchte tagen feindliche Verfahrungsivuse eingetreten; es wird die strengste polizeiliche Aufsicht gehaudhabt und insbesondere müssen sich die Reisenden einer genauen Visitation unterziehen, ob sie nicht Waffen oder Pulver, Feuersteine u.dgl. mit sich führen. — Endlich sprechen auch unsere Berichte aus der Türkischen Hauptstadt von einem in Mesopotamien ausgebrochenen Ausstände, der einen höchst bedeiiklichen Cha­ rakter angenommen habe; auch das anDiar« dekir grenzende Paschalik Orfa soll sich der Herrschaf: der Pforte entzogen haben. I n beiden ebengenannten Stattbalterfchaften sind die Christen den gräßlichsten Verfolgungen aus­ gesetzt. Der neue Statthalter von Diarbekir Zekeria Pascha, welcher gegen die Rebellen zu Felde ziehen sollte, befindet sich noch zu Kon» stantinopel, wo er sich bis jetzt vergeblich be» müht hat, die zur Ausführung feines Auf­ trages nöthigen Truppen (er verlangt nur 10.000 Mann) zu erhalten, indem die Pforte wegen der fortdauernden Rüstungen Mehmed Ali's und des anarchischen Zustandes des Li« banons so wie Syriens überhaupt diese Prv» vinz nicht so weit zu entblößen wagt. Konstantinopel, vom 26. Mai. Aus Egypten erfährt man, daß Mehmed in seinen Rüstungen unermüdet fortschreitet, und daß in der letzten Zeit eine innere Unruhe und ein ungegründerer Argwohn sich seiner bemeistert habe, in Folge dessen er bedeutende MilitairChefs theils abgesetzt, theils gefänglich ein­ gezogen habe. Unter den Letzteren befindet sich sogar sein eigener Kriegs - Minister, den man in den Verdacht zu bringen wußte, daß er gewisse Dislokationen der Egyptischen Cavallerie bloß deshalb in Vorschlag gebracht ha» be, um sie desto leichter den Türken überlie­ fern zu können. Vermischte Nachrichten. Bei der 10. Zuerkennung der Demidowschen Prämien von der Kaiserlichen Academie der Wissenschaften zu St. Petersburg erhielt von den für das Jahr 1840 zum Concurs einge­ gangenen Schriften die zweite Prämie von 250t) R- B. A. die ^vstomis ckirurßica von

dem ehemaligen Professor der Dorpater Um-versität, jetzt der medico-chirurgischen Acade­ mie zu St. Petersburg N. P irog off. — Eine große Medaille erhielt für die Critik eines der eingegangenen Werke der Contreadmiral Ba­ ron von Wränge l. Hr. Victor Capouillet aus Möns hat so eben ein Privilegium auf eine Riefen-Dampf-PragMaschine erhalten von zehn Pferdekraft, die täglich 115,000 Fünffrankenstücke und jährlich 180,Vt)l) Millionen Franken zu prägen im Stande ist. Die Regierung wünscht alle Münzämrer im ganzen Königreiche aufzulösen und in einem einzigen zu Paris die gesamnite Manipulation zu concentriren. Im Nothfalle würde diese Maschine genügen, den Bedarf für ganz Eu­ ropa zu prägen. — Der Instrumentenmacher Ed. Querin in Paris bat eine sehr schöne und lür die Musik nicht unwichtige Erfindung gemacht« Ein Mechanismus, welcher unter dem Pianoforte angebracht und kaum zu sehen ist. bringt augenblicklich Alles, was auf dem Instrumente gespielt wird, zu Papier. Co geht denn dem Componisten nichts verloren. Minelst einer Rolle, welche das Instrument gleichfalls in Bewegung setzt, wird dem Me-chsnismus stets hinreichendes Papier zugeführt. Von diesen musikalischen Stenographen ver­ spricht man sich wichtige Resultate. Wie kann Donizetti, der vielschreibende, jetzt arbeiten! — Ein Papierfabrikant in Gent, Namens Dierckx, verfertigt jetzt aus dem Abfall des Spargels, den er in allen Speisehäusern u. s. w. sammeln läßt, ein sehr festes und brauch­ bares Papier, das nicht die Hälfte des aus Lumpen gefertigten Papiers kostet. — Im Baierifchen Gebirge und Oberlande soll, nach Versicherung von Reisenden, am 7. und L. Juni der Schnee fuß hoch gelegen haben. I n München konnte die Frohnleichnams-Processio» der anhaltenden rauhen Witterung we­ gen nicht stattfinden. — Der König von Schwe, den hat den Ständen seine Genehmigung ih­ res Beschlusses der Aufhebung des ZahlenLotto's anzeigen lassen.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ jestät, des Selbstherrschers aller Neuffen :c. :c., werden von Einem Libauschen Vogtei, Gerichte Alle und Jede, welche an den Nach­ laß des verstorbenen SchiffzimmermannS Jo­ hann Christoph Rodde, in sxeeis aber an dessen sub Nr. 109 Hieselbst belegenes

Wohnhaus nebst Herberge und anderen Pertinentien. rechtliche Ansprüche Häven, oder machen zu können vermeinen, hiemlt eäictsUTer adcitirt und vorgeladen, in dem ein für allemal, auf den 17. I u l y dieses Iah« res anberaumten Angabe »Termine, entweder in Person oder rechtsgenügender Vollmacht, auch wo es nöthig, in Assistenz oder Vor­ mundschaft. allhicr zu Rathhause, vor diesem Vogtei »Gerichte zur gewöhnlichen SessionS» Zeit zu erscheinen, ihre Ansprüche gebührend zu verlautbaren und rechtsgenügend zu documentiren, und sodann die Präklusiv-Sentenz und das weitere Rechtliche zu gewartigen, unter der ausdrücklichen Verwarnung, daß alle Diejenigen, welche in diesem Termine ausbleiben sollten, sodann unter Auflegung eines ewigen Stillschweigens mit ihren An­ sprüchen an diese Nachlaß-Masse präkludirt werden sollten; als wonach sich Jeder zu ach­ ten hat. Gegeben im Libauschen Vogtei-Ge» richte, den 14- Map 184l. 2

(Die Unterschrist des Vogtei-Gerichts.) Bekanntmachungen. Capitain I . H. Brandt, führend das Schiff Harmonie, hat sich in Lübeck auf hier in Ladung gelegt und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten Güter; derselbe gedenkt Anfangs August bestimmt in See zu gehen. 3 I n meiner Commissions-Buchhandlung ist zuhaben: Gallerie weiblicher Schönheiten. Ein Musterbuch zur Auswahl für Jung und Alt, » 22? Cop. S. pr- Heft. Einzelne Hefte Ä 25 Cop. S.— Der Buchhalter oder Theorie und Praxis des einfachen und doppelten Buch« Haltens 12? Cop. S., der Handlungslehrling. Regeln, Grundsatze und Bemerkungen ;u sei­ nem Besten 12? Cop.. Darstellung des Han­

Juni. 5lo. 15. 87 88 ^9 90 9t —

Juni. 15.

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Im ehemal. Sorge»frepschen Garten wird, unter Begünstigung der Witterung, die erste musikalische Avendunterhaltung. nächsten Don« nerStag, als den IS. Iuny, stattfinden. Das zu meinem Wohnhause gehörende Ne» bengebäude mit 7 meublirten Zimmern, ist nebst Stallraum und Wage-nremise für die Bade, zeit zu vetmierhen. Die Bedingungen sind Hei mir zu erfahren. i Lidau, den 4. Juni 1841. Jacob G. Harmsen«

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den 16. Juni: Herr Alexander Lescorner, Handlungs-Commis aus Me­ ine!, bei Gerhard, am neuen Markte, im Hause Nr. 24- —- Im 1. Stadttheil, 2. Quartier, den 16-: Hr. Carl v. Fircks, aus Dubenalken, und Herr Carl v. Manteuffel, aus Hasenpoth, bei Büß, am alrcn Markte, im Hause Nr. 207; den 17.: Herr v. Rah­ den, nebst Familie, aus Polangen, bei Frau v. Rah. den, im Hause des Herrn Oberhofgcr.-AdvoFat Sie» vogt, am alten Markt, im Hause Nr. 19». — Im 2- Stadttheil, 3. Quartier, den 15.: Herr Alexander Gamper, Gymnasiast aus Mitau, bci Herrn Rath Gamper, ^m Hause Nr. 3l9. A b r e i s e n d e . Die Ausländerin Charl. Wilhelmine Rauterberg, rei­ set nach Polangen. z Die Geschwister Caroline Charlotte und Appolonia Wilcke aus Mitau, reisen nach Sr. Petersburg, l.

<5ours voin 12. uu6 15.

^insteräarngy?. 195^ 1S5g Leuts. ^ k'ü, »smlzurg .90 7.34^ U ZM ^ SLco. ^ t Kübel . . z ^Vl. zg 39 kos.8t. ) Lil'ver. Iiivl. a. 1W^ — 8. 100'»
S c h l f f s - L t s t e. E i n k 0 mmend: Capitain: lommt von: mit: an: Nation: Schiff: Cronstadt. EichenenFassernIens Koch. M. H. Witt. Delphin. Russe. St. Valery. Ballast. Anna Maria. I. F. Ziepe. I . Harmsen iun. Amsterdam. 6üo R. R. Tunteler. Holländer. Gerlruida. F» G. Schmahl. Schiedam. äito I. Z. Äoerts. ciiio Iuffer Garrelt! I . C. Henckhusen. 6iio G. I- Lammers. Dünkirchen. Hanovraner. Hercules. Harmsen jun. 6ito R. I. Rottgers, Schiedam. Laetiria. äito F. G. Schmahl. Copenhagen. Heringen I. C. Möller. PostiUon. Sorensen Sc Co. Däne.

No. 94 95

dels in seinen Haupt;weigen <2? Cop. und der Spediteur. Darstellung seiner Geschäfts» führung, feiner Rechne und Pflichten 524 Cop. C. H. Foege.

A u s g e h e n d :

Nation: Norweger. lllto

Schiff: Ianus. Norske Klippe.

Capitain: nach: ..... mit: G. T. Siewertsen. Copenhagen. Holzwaaren. Peder Rolfsen. Holland. Gerste.

Zst t« drucken erlaubt. Im Namen der Civil« Oberverwaltung der Ostsee, ProVinzen, Tanner, Censor.

L i b a u f c h e s

Wochen

a

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foegc.

SS.

Sonnabend, den 21. Juni

Der Preis des Wochenblattes fürs zweite Halbjahr R84R ist für Auswartige durch die Post: T Nnbel 85 Kop.; in der Stadt: S Nubel S. M. Berlin, vom 17- Juni. Die Nachrichten aus den Provinzen in Be­ ziehung aufdie zu erwartende Getreideerndre lau­ ten keineswegev günstig, und man hat große Ursache, ein nicht unbedeutendes Steigen der Fruchtpreise zu erwarten. Nach dem Urtheile erfahrener Landwirthe dürfte es nicht am Gedunde (Stroh), wohl aber wegen der anhal­ tenden zeitigen Wärme im Mai an Körnern fehlen. London, vom 46. Juni. I n einer zweiten Auflagedes gestrigen „Standard" ist ein Brief eines Hrn. Buchsnan von St. Iohn's in Neu-Braunschwejg an seinen Bruder in Liverpool abgedruckt, in welchem gemeldet wird, daß ein Französisches Schiff t6 Passagiere des an einem Eisberge an der Küste von Neufundland verunglückten Dampf­ schiffs „Präsident", nach dem St. Peters'Ha^en gebracht habe, und daß der Rest der Passa. giere ertrunken sey. Die Blätter von Halifax vom 2. d. M. bestätigen die Nachricht von der erfolgten Rettung jener Passagiere, erklären aber, daß dieselben nicht vom „Präsident", sondern vom Schiffe „William Brown" sepen, der an einen Eisberg gestoßen war und von dessen Mannschaft ein Theil schon vor einiger Zeit in Havre angekommen ist. Hu bemerken ist indeß, daß von der Mannschaft des „Wil­ liam Brown" nur acht Mann und der Capitain, welche sich in dem kleinen Boote gerettet haben, vergißt werden. Die Halifax-Blätter

geben die Zahl der mit dem Schisse gesunke­ nen Mannschaft auf 56 an. — Das Packer, schiff „Samson", von London nach Neu>Z)ork bestimmt, ist am 28. Mai an der Küste von Neu - Schottland, und das Au^wandererschiff „Minstrel" von Limerick am 18- Mai an der Kanadischen Küste verunglückt. Die am Bord drs erstern befindlichen 180 Passagi«»« Matrosen sind sämvnNch gerettet worden, von der „Besatzung Ves letztern dagegen sind 143 ertrunken und nur 8 gerettet worden. — Das National-Theater in New-Aork ist am 29. Mai ganz abgebrannt und die daneben liegende Französische Kirche stark beschädigt worden; man hielt das Feuer für angelegt. Kopenhagen, vom 16. Juni. Der neue, durch von der Dänischen und Englischen Regierung ernannte Commissaire festgesetzte, und von unserem Könige bestätigte Sundzoll tritt vom 15- d. M. in Kraft, ist für's Erste auf 10 Jahr unverändert giltig, so wie auch fernerhin, insofern nach Verlauf der zehn Jahre von einer der beiden Seiten keine Aufsagung stattfindet. — AuS dem Ta­ rife ersieht man, welche bedeutende Verände­ rungen in den verschiedenen Zollansätzen statt­ gefunden habe», und es kann wohl nicht be­ zweifelt werden, daß die direkte Schifffahrt auf der Ostsee von den transatlantischen Län­ dern mit Ladungen von Colonialwaaren, vor­ nehmlich Zucker, Kaffee u. f. w., bedeutend zunehmen werde. Dieses aber wird nicht bloß

der Fall mit Colonialwaaren seyn. Mit Ma< nufacturwaaren, vornehmlich mir Twist, wird dasselbe der Fall feyn. Die K a u s i e u t e werden nun sicher den natürlichsten Weg von den ursprünglichen Einschiffungspläycn tirectnach den Hauptbestimmun^s - Plätzen wählen, und nicht die indirecten ÄZege, sey es nun über die Elbe oder irgend eine Eisenl'ab", die meh­ rere Umladungen und die Dazwischenkunst mehrerer Spediteure erfordern. Man kann versichert seyn, daß die Kaufleutt suchen wer» den diesen Inconvcnienzen zu eingeben, selbst dann, wenn der Transport durch den Sund mit etwas höheren Ausgaben verbunden sepn wird, welcher Fall inzwischen kaum eintreten dürfte. Man muß bei dieser Gelegenheit nicht vergessen in Anschlag zu bringen, daß sowohl Seefrachten, als See-Assecuraiizen, durch zwei verschiedene Seereise» anstatt einer unaus­ gesetzten, vertheuert werden. Auf den Höpen« hagenschen Handel wird die getroffene Verän­ derung einen wesentlich verbessernden Einfluß haben, und wir hoffe«,, daß die Herabsetzung der Zollsätze auf verschiedene Colonialwaaren, vornehmlich auf Kaffee, unsere Kaufleute ver­ anlassen wird, sich mehr auf direcre Expedi« tionen einzulassen, untz die transatl.'ntischen sich ebenfalls dadurch ermuntert finden wer. den. ihre Consignationen an die hangen Kauf» leute zu vergrößern." I n dem Tarife ist unter Andern: der Zoll auf Cacao und C^stee von 24'Stüber auf 6, auf rohen Zucker von'9 S. auf 5 pro 100 Pfd., von Reis auf 6 St. pro 400 Pfd., und auf Baumwollenwaaren, mir einigen Ausnahmen, auf 1 pCt. vom Werths herabgesetzt worden- Hiebet ist zu merken, daß 48 St. auf einen Species (14 Thlr. Preuß.) gehen. Stockholm, vom 14- Juni. Tausende von Zuschauern haben heute ge­ sehen, wie ein Mann in aufrechter Stellung, in eleganter Sommerkleidung, im Munde eine Cigarre, in der Hand einen langen Stab gleich einem Nuder. und an jedem Fuße ei» kleines schmales Boot von 6 bis 7 Ellen (Schwedisch) Länge und ungefäbr 4 Zoll Breite, auf dem Mälar-See, da wo er m den vom Meereswasser gebildeten Hafen von Stockholm mit heftigem Strome fällt, spazie­ ren gegangen ist. Die kleinen Böte, worauf die Füße des Verwegenen ruhten, gleichen den in den nördlichen Polar - Kreisen von de­ ren Bewohnern gebrauchten hölzernen Schnee« Schlittschuhen, um über die mit Schnee und

Eis belegten Moräste und Berge gehen zu können. Der Erfinder dieser Art WasserPromenaden ist der schon lange hier durch mancherlei sinnreicheInoenuonen bekannte Lieu­ tenant Höotenberg. Ihm gebührt jedoch nur die Ehre der* Erfindung. Die Ausführung derselben gehört dem bei der hiesigen Schwimm­ anstalt fungirenden Lehrer Gjörke, welcher je­ doch bei dem ersten Versuche einen Mitbewer» der in einem Offizier Namens Benzelstjerna erhielt. Der Anblick dieser auf dem Wasser Einherschreitenden, sobald ma)i in etwas wei, ter Entfernung steht und die Wasser - Schlitt­ schuhe nicht sehen kann, hat wirklich etwas im höchsten Grade Ueberraschendes. Neapel, vom 22. Mai. Unser Regierungsblatt enthält die offizielle Bekanntmachung, daß Seine Heil, der Pabst, auf besonderes Ansuchen des Königs, in Be, rücksichtigung der vielen Wunder, welche der Erzengel Michael in der letzten Zeit im König» reich Neapel verrichtet habe, befohlen hat, den Namenstag desselben künftighin im ganzen Kö» nigreich als einen Festtag cli ^roceno zu feiern und als solchen im Kalender anzu­ merken. Konstantinopel, vom 2. Juni. Gestern ist endlich mit dem Russischen Dampf­ boot , Silarsch" das Ultimatum der Pforte an Mehmed nach Alexandrien abgegangen. Daß der Hattischerif vom 13. Fcbruar durch das genannte Ultimatum bedeutende Modlficationcn erhalten, ist bereits bekannt. Ich habe daher zur Vervollständigung der bereits gemachten Angaben nur Folgendes hinzuzufügen. ,Z)er Heimfall Egyptens an die Pfort', oder viel­ mehr das Wiederaufleben der freien Wahl des Sultans hinsichtlich der Besetzung des dor» tigen Paschapostens findet mit dem Ausster­ ben der männlichen Nachfolger Mehmed's statt. Weiber und durch Weiber verwandte Nach­ kommen bleiben von der Nachfolge ausgeschlof' sen. Hinsichtlich der Armee bleibt, wie schon berichtet, dem jedesmaligen Pascha die Wahl der Land« und Seeoffiziere bis zum Obersten verliehen; es wird ferner seiner Einsicht und feinem Billigkeitsgefühl überlassen, die im Hat­ tischerif auf fünf Jahre bemessene Capitulationszeit für die Egypr. Soldaten auf eine längere Dauer auszudehnen. Dem Pascha von Egypten soll kein höherer Rang, kein aus« zeichnenderer Titel zukommen, als anderen We­ siren. Auch bleibt, wie früher der Hattische« rif bestimmte, und im neuen Ferman nochmals

wiederholt wird, Egypten in einem strengen Unterwürfigkeitsvande mir der Pforre, so daß alle für die übrigen Provinzen geltenden Ge­ setze und Normen auch daselbst ihre Anwendung finden sollen. Die Behauptung irgend einer stattfindenden Ausnahme von den allgemeinen Gesetzen müsse aus dem Hamscherif und aus den gegenwärtigen Fermancn bewiesen werden. Auch die Bestimmung der für Egypten beste, henden Verbindlichkeit, jedem mir auswärtigen Mächten geschlossenen Traclat Folge zu geben, ist wieder in dem Ferman auMenommen. End^ l'ch soll Egypten allen fürdasOsman. Reich Vereits erlassenen oder noch zu erlassenden Ver­ ordnungen in Finanzsachen, wie jede andere Provinz, unterworfen seyn, jedoch mit der Be­ schränkung, daß die Verwendung der Einkünfte nach Berichtigung des jährlichen Tributs an die Pforte dem Pascha überlassen bleiben soll, so daß nur die Bemessung des Budgets, die Verrheilung und Erhebung der Steuern und Abgaben d^n Osman. Gesetzen unterworfen bleiben dürste. Der zweite nach Alexandrien abgeschickte Ferman bestimmt den von Egyp» ren an die Pforte zu entrichtenden jährlichen Tribut, der, wie erwähnt, auf 60,000 Beutel festgesetzt worden ist. Hinsichtlich dieser Sum­ me scheinen an Muhiv Efendi, den noch im­ mer in Alexandrien befindlichen Großherrl^ Commissar, eigene Instructionen ergangen zu seyn, in Folge deren weitere Unterhandlungen mit Mehmed über diesen Puncr als zulässig erscheinen. Man glaubt allgemein, daß ein Nachlaß von 20 bis 30.000 Beuteln zu erwar, ren stehe. — Es verbreitet sich in diesem Au« genblick das Gerücht von einer bedeutenden Schlappe, welche die Kandioren den Türkischen Truppen auf Kreta beigebracht haben sollen. Auch aus Bulgarien und Makedonien sind, wie es heißt, beunruhigende Berichte an die Pforte eingegangen. Smyrna, vom 20- Mai. Der „Monrteur parisien" enthält folgende Nachrichten aus Kreta, die über Monembasia und Ancona eingetroffen sind und bis zum 23. Mai reichen: „Tahir Pascha, welcher mit sei­ ner Flottille angekommen, ließ alsbald etwa 5000 Mann und einen starken Artillerie-Park landen. Schon zwei Tage darauf wurde ein Befehl, die Waffen zu strecken, den Christli« chen Behörden von Seiten Mustapha Pascha's und Tahir Pascha's im Namen des Großherrn zugestellt. Eine diesem Befehl beigefügte Pro­ klamation machte den Christen die Concessiv'

nen dcs Sultans kund. Die Europäisch'.! Consuln forderten die Kreter auf, sich zu uiil.rwcrsen, sie versichernd, daß sie keinerlei Un­ terstützung von den Europäischen Mächten zu erwarten Härten. Das Direktorium vom Agokoroma errheilts sofort die Antwort: seiner Meinung nach müßten die Preposinonen des Sultans geradezu verworfen werden; in die« sem Falle aber wolle es nicht handeln, ohne den legislativen Körper, den gesetzlichen Re­ präsentanten der Christlichen Devöiterung von Kreta, befragt zu haben. — Auf allen Punc» ten der Ins.! herrschte eine furchtbare Erbit­ terung gegcn die Türken, und es bedurfte gro» ßer Anstrengungen, um die unter den Christi. Einwohnerschaften gebliebenen Türken vor ei» nem grausamen Tode zu bewahren. Die en:; schlichen Exc-'sse, die in Bulgarien von der muselmännlschen Soldateska verübt worden, regen die Christlichen Massen zur Rache auf. Ein Befehl des Dincroriums vom 20- ord­ net die Bewaffnung der gesamnnen Krer. Be­ völkerung an. Viele Palikaren, treffliche Kriegs» leure, sind von Griechenland eingetroffen, so wie auch mehrere Abheilungen regulairer Trup« pen. Ferner hat stch ein Corps „Deutscher Kreuzfahrer" gebildet, welches jetzt 146 Mann stark ist und balv seine Reihen vergrößert zu jehen hcfft. Die Türken haben den Vortheil, Artillerie zu besitzen; sie wird ihnen aber in den Gebirgen nur von geringem Nutzen seyn." -» Dasselbe Journal theilt ferner mit: „Di­ rekten Berichten aus Syrien zufolge, haben die Emirs der Drusen und Maroniten den Türkischen Behörden in bestimmter Weise er» klären lassen, daß sie weder den Hamscherif, noch das Douanen - Gesetz, noch überhaupt irgend einen Akt, zu dem sie nicht ihre freie Zustimmung gegeben, anerkennen. Sie haben in diesem Augenblicke ein Observarions»Corps zu Jericho und in den Umgegenden, wie auch einen Vorposten zu Askalon. Es sollen diese Truppen die Beduinen in Respekt halten, wel­ che die gegenwärtige Anarchie dazu benutzen, das Land zu verwüsten."

Dcrzeichniß über die, im Monate Mai, bei der evangelisch - deutschen Gemeinde zu tibau Getauf­ ten, Copulirten und Verstorbenen. Getaufte: Katharina Olga Grofch. Klara Gerrrude Anna Dorothea Thomas. — Karoline Jenny Constantia Herrmann. — Juliane Elisabeth Eva Hartmann. — Emilie Dorothea Albrecht. - Su­ sanna Dorothea Bertha Reincke. - Alexandra Hen,

nette Apclt. - Karl Alexander Adler. — Henriette Emilie Harremson. — Johannes Martin August Scheer -Rowehl. Copulirt: Keine. Verstorbene; Schumachermeister-Wittwe So­ phia Elisabeth Fleifsner, geb. Ewertz, alt 80 Jahre. — Arbeitsmannswittwe Dorothea Susanna Koelich, geb. Grunlt, alt 77 Jahre. — Arztwlttwe Anna . Gerrrude Foelsch, geb. Steinhäuser, alt 73 Jahre. — Schiffszimmerbursche Johann Friedrich Willemsen, alt 19 Jahre, 9 Mon. In der Libauschen cviingelisch-lcttischen Gemeinde siiw im Monat Mai geboren: il Kinder, 6 Kna­ ben, 5 Mädchen; copulirt: il Paare; gestorben: 11 Personen, 8 mannlichen, 3 weiblichen Geschlechts.

Bekanntmachungen. eins

I n Folge Einer h ö h e r e n Orts mir erteil­ ten Cci-ccssion beehre ich mich hiermit ergcbenst anzuzeigen, daß ich meine freie Zeit zum Ertheilen von Privaistunden in der russischen Sprache und in den Anfangsgründen der Zeich­ nenkunst zu verwenden wünsche. Daraus Re< flekrirende, die das Russische grammatikalisch verstehen und geläufig sprechen lernen wellcn, belieben sich an mich zu wenden. Gouvernements - Sekr. M. Tokareff. ^vä.Iirenc1 l l e r sau sin6. n o e l i

kür

an-

Icollimeiiäe weisende kei

Lusk.

Einem hohen Adel und Einem resp. Publi« kum mache ich hierdurch die ergebenste Anzeige, daß in meiner Conditorei, während der Ba­ dezeit, jeden Dienstag, Donnerstag Und Sonn­ tag, verschiedenes Gefrorenes fertig ZU haben ist. Bestellungen vo.» größeren Quantitäten nehme ich zu jeder Zeit dankbar an. Zugleich mache ich auch bekannt, daß fortwahrend Eis bei mir zu haben ist. Ioh. I u o i l , Conditor. I m Mellinschen Hause, gelegen am neuen Markte, sind für die Badezeit 7 meublirte Zimmer ncbst Stallraum für 11 Pferde und Waqenlemise, zu vermietben.

Capitain I . * H. Brandt, führend das Schiff Harmonie, hat sich in Lübeck auf hier in Ladung gelegt und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten Güter; derselbe gedenkt Anfangs August bestimmt in See zu gehen. 2 c^l, meiner Commisstons-Buchbandlung is? zuhaben: Gallerie weiblicher Schönheiten. Ein Musterbuch zur Auswahl für Jung und Alt. s 22? Cop. S. pr. Heft. Einzelne Hefte ä 25 Cop. S. Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 1. Quartier, den >7. Juni: Herr Ingenieur-Fähnrich v. Fetting, und Herr Ingenieur^adet v. Fetting, aus St. Petersburg, beim Herrn Zngeiueur-Ohrist v. Fetting, in der Vorstadt, im ^cuse Nr. 155; den 18.: Herr Otto Attelmeier, Student aus Dorpat, be
Hii jt! drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Provinjen, Tanne r, Cenfor.

L i b a u f eh e s

Wochen-

b l a t t.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. SF.

Mittwoch, den 2Z. Juni

Der Preis des Wochenblattes fürs zweite Halbjahr ist für Auswartige durch die Post: » Rubel SS Kop.z ii» der Stadt: S Rubel S. M. P u b l i c a t i o n. Der rechtliche Eigentümer einer bei diesem Polizei-Amte eingelieferten gefundenen bronzenen Brust­ nadel mit rothen Glassteinen, wird desmittelst aufgefordert sich bei dieser Behörde zu melden und sein Eigenthumsrecht nachzuweisen. Libau, den 24. Juni t84lNr. Polizeimeister Michael. Z. D . Gamper, Sekr. '

Paris, vom 1Z. Juni. Der Erzbischof von Paris bat dem Minister der öffentlichen Arbeiten Vorstellungen darüber gemacht, daß die Regierung die von ihr be» zahlten Arbeiter auch an Sonntagen und Fest­ ragen arbeiten lasse. Ohne Zweifel wurden in Folge der Verwendung des Prälaten die Arbeiten an den Fortifican'onen am vorigen Sonntag und am Frohnleichnamsfeste einge» stellt.— Vom 17. Man schreibt aus Mostaganem vom 8« Juni: „Der General Bugeaud ist heute an der Spitze einer neuen Expedi­ tions-Kolonne von hier nach Mascara aufge» brachen. Er gedenkt diesen Ort noch weiter mir Mundvorrath zu versehen und einige Zeit da zu verweilen, um die Operationen zur Unterwerfung der benachbarten Stämme zu leiten. Wie wir Abdel, Kader kennen, wird dieser abermalige Feldzug ohne Ergebniß blei­ ben. Die Araber ziehen sich zurück und ge. ben den Franzosen nirgends Gelegenheit mit ihnen anzubinden. — Thaza und Bogahr, wo» hin die Expedition des Generals Paraguay d'Hilliers gerichtet war. hatten die Araber oerlassen, nachdem sie diese Orte vorher an»

gezündet hatten. Da aber der erstere Ort besser gebaut war als der andere, so wurde» zwar die hier befindlichen Hospitäler, Mühlen u. s. w. von den Flammen verzehrt, aber das Fort war stehen geblieben. Thaza war der bedeutendste Ort Abdel« Kader's im Süden; hier waren seine Vorräthe; hier h^tteernach der Einnahme von Milianah alle seine Hülfs» mittel gesammelt. Der Emir hatte die Stadt wieder ausbauen lassen, die zum erstenmal« im 974. (1596 n. Ch.) Jahre der Hedschira von Djaezar-Ben-Abdallah erbaut worden war. I n zwei Tagen zerstörten die Franzosen die Befestigungswerke. London, vom 18. Juni. Die hiesigen Zeitungen melden in ihrem Po» lizei-Berichte von einem angeblichen neuen At» tentate gegen das Leben des bekannten Nau» endorff, der sich Herzog der Normandie nennt und für den Sohn Ludwig's XVI. ausgiebt. Nach der Erzählung der Blätter wurde der­ selbe vor etwa einem Monat benachrichtigt, daß sein Leben in Gefahr sep; er begnügte sich indeß zu erwiedern, er werde die Polizei da­ von in Kenntniß setzen. Seit einiger Zeit hatte er

seinen Aufenthalt auf einem Landgute bei Lon­ don; hier hatte er sein Laboratorium errichtet, in welchem er sich mir der Verfertigung von Kriegswaffen und mit einer Erfindung beschäl'« tigt?. Zum BeHufe eines Versuchs dieser Er­ findung. eines neuen furchtbaren Wurfgeschos­ ses, hatte ihm ein aus Ober-Offizielen zusam­ mengesetztes Comite, vor dem er Proben mit demselben ablegte, zwölf Bomben, von Z2 Pfund eine jede, und spater aus sein Ersuchen nocheine Bombe von 82 Pfund zugeschickt. Nauendorfs, mit den nöthigen Vorbereitungen beschäftigt, verfügte sich zu diesem Zwecke mehrere Male nach London. Bei seiner letz­ ten Abwesenheit schlichen sich mehrere von sei­ nen politischen Feinden, besoldete Acuten, welche seine Diener gewonnen halten, in sein Haus; sie drangen bis in sein Laboratorium ein, wo er immer allein arbeitete; doch gelang ihnen ihr Vorhaben nur unvollkommen. Als Nauendorff zurückkam, gewahrte er zwar in seinem Laborarorium nichts, was seinen Vcr» dacht rege machen konnte; doch fand er im Hause einen dem seinigen ähnlichen Schlüssel; er wiederholte deshalb die strengsten Befehle, Niemanden, unter welchem Verwende es auch sey, in das Haus zu lassen; einen ihm des­ halb verdächtigen Diener entließ er. Als er am folgenden Tage in seinem Laboratorium arbeitere, erfolgte plötzlich in einer Ecke des Gemachs eine Explosion; in weniger als drei Sekunden war das ganze Zimmer in Flam­ men. Neben dem Fenster stand ein kleines Faß, angefüllt mit zündbaren Steffen, die er zur Composirion seiner Erfindung gebrauch» te; er stürzte sich mitten durch die Flammen, um dieses Fäßchen zum Fenster hinauszu» werfen. I n diesem Augenblicke aber wurde es von den Flammen erreicht und platzte, gerade als er es hinauswarf. Er wurde durch die Explosion im Gesicht und an den Händen schwer verletzt. Es gelang ihm indeß, sich durch die Tbüre zu retten. Da aber erinnerte er sich, daß in einer Ecke des Gemachs die Maschine stand, welche zu Woolwich probirr werden sollte, die feine einzige Hoffnung war. und für die er seine letzten Mittel aufgeopfert hatte. Er drang zu wiederholten Malen mir Wasser« vorräthen in das brennende Gemach und setzte sich einem käst gewissen Tode aus; doch ge­ lang es ihm endlich, ohne andere Hülfe, des Feuers Meister zu werden und seine Maschine zu retten; er selbst aber soll, da seine Kleider von dem Feuer ergriffen wurden, am ganzen

Körper furchtbar verbrannt seyn. Die Pelize» hat, wie berichtet, eine Untersuchung über die Sache eingeleitet. Neapel, vom 8. Juni. Die Entschädigungssumme, welche die hie-sige Regierung der Französischen Conipagnie Taix Aynard und Comp, wegen Auflösung des Schwefelkonrraktes vergütet hat, berra^r nicht eine Million Franken, sondern eine Mil­ lion Ducati, also 4? Millionen Franken. Au­ ßerdem hat sich die hiesige Regierung ver« pflichtet, alle (nicht unbedeutenden) Schwefeidepots der Compagnie auf den auswärtigen Plätzen zu den hohen Kostenpreisen zu über­ nehmen, woraus ihr ein sehr beträchtlicher Verlust bevorsteht. Vermischte Nachrichten. Riga, vom 14- Juni. Unsere Trinkanstal: künstlicher Mineralwässer zählt, sei: ihrer Er­ öffnung am 1. Iunl, bereits 10t Kurgaste, und es sieht zu erwarten, daß die Gesamnn» zahl derselben die vom vorigen Jahre über­ steigen wird. — Nahe bei Gloucestcr haben sich dieser Tage zwei Boxer, Brown und I n kin, durch 75 Gange, die sie mit einander machten, so furchtbar zugerichtet, daß der Er« stere besinnungslos zu Boden stürzte und nach wenig Stunden im Spltale starb, während auch der Letztere gefährlich daniederliegt. — Dem magischen Einfluß, welchen der mojesta« tische Rhein auf jedes Deutsche Herz ausüvr, beweiset folgender als wahr verbürgter Vor­ fall. Eine Deutsche Heeresabtheilung der Ocsterr. Armee stürmte im Befreiungskriege die Berge von Hochheim. Unaufhaltsam warf die wackere Truppe den Französischen Haufen zurück, bis sie auf den Abhang gelangte, der den Deutschen Strom weithin überschauet. Plötzlich hörte der Donner der Kanonen, das Knattern des Kteingewehrfeuers auf, das mu» thige Feldgeschrei verstummte, und das qanze siegende Corps hielt an, in den Anblick ver« sunken. Fürst Schwarzenberg, welcher die schöne Ursach dieser Zögerung nicht kannte, sprengte heran, und nun erhoben die tapfern Krieger ein dreimaliges Hurrah und stürzten sich mit solcher Erbitterung auf den Feind, daß der größte Theil der Franzosen in den Fluß getrieben wurde und ertrank. — Das Auspeitschen in der Engl. Flotte. Ein Un» glücklicher, der die gräßliche Strafe des Auspeitfchens erleiden sott, die bekanntlich auf den Engl. Schiffen noch häufig in Anwendung ge­

bracht wird, trägt nur feine Beinkleider. Die

Peitsche hat neun Enden, weehalb sie die Katze mit neun Schwänzen heißt. Vielleicht har der Verurteilte 600 Hiebe zu empfangen, was 5400 Striemen giel't. W'rd die Strafe in einem Hafen erthcilt, so erhält er auf je» dem Engl. Schiffe, das in demselben liegt, einen gewissen Theil der Hiebe. Man bringt ihn in ein Bock mit der dazu gehörigen Mann» schafr und einem Tambour, der aus der Fahrt von einem Schisse zum andern den „Halunkeiimarsch'/ schlägt; ei-z Boot nach dem andern empfängt ihn. Der Delinquent wird an ein 'besonderes Instrument beseitigt, während er die Strafe erleidet. Das jämmerliche Geschrei um Gnade, wahrend die schreckliche Katze sein Fleisch zerreißt, wird von seinen Peinigern nicht beachtet; man läßt nicht ab von der Qual und sender ihn nicht eher in das Hos­ pital, bis er fast rodt ist. Erholt er sich, so wird er nie wieder, was er früher war; er hegt Haß gegen seine Vorgesetzten, Mißach­ tung gegen sein Vaterland, das eine so schreckliche Strafe duldet, und Abscheu gegen den Dienst, dem er angehört. Wahrend des letzten Kriegs war es nicht selten, daß in ei, nem Hafen sieben solcher Böte um Unglückli­ chen, die ihre Strafe erhalten sollten, gewöhn» lich wegen Vergehen gegen die DiscipUn, von einem Schiffe zum andern fuhren. — I n Be, cas, in Ungarn, lebt eine Familie, in welcher sämmtliche Söhne, sechs an der Zahl, blind geboren wurden, während eine Tochter gesunde Augen besitzt. Die sechs blinden Brüder, 5 Monate 17 Jahre alt, litten sämmtlich am grauen Sraar, und sind von dem Dcccor F. Groß in Großwardein binnen vier Wochen glücklich operirt worden. —Flachsbleiche- Das Verfahren, anstatt der Leinwand den Flachs vor dem Spinnen zu bleichen, besteht darin, daß man ihn in einer schwachen Aetzlauge kocht und sodann in ein Vad von alkalischer Flüssigkeit legt, und dieses Verfahren so oft wiederholt, bis der Zweck erreicht ist. Es hat sich vollkommen bewahrt. Der Flachs erhalt eine dem Schnee ähnliche Weiße und den schönsten, seidenartigen Glanz. Selbst der schlechte Flachs lieferte den besten Erfolg. Der berühmte Thierbändiger Carter ist mit seiner Menagerle am 2- Juni auf dem Lon­ doner Dampfschiff.„Iupiter" in St. Peters­ burg angekommen.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf den z. Iuly d. I-, Nachmittags um

2 Uhr und die folgenden Tage, sollen die zum Nachlaß des verstorbenen Kaufmanns N. F. Akimow gehörigen Effekten, und namentlich eine bedeutende Partie verarbeitetes Silber, Kristall, Porzellan, Fayence, Möbeln, Wa, sche, Kleidungsstücke. Uhren, Bettzeug, Equi, pagen, Pferde, Haus- und Küchengerätbe zc.. xnblica auetione gegen gleich baare Bezah­ lung im Akimowsehen Hause versteigert wer­ den. 3 Libau, den 23. Iunp 1845-

B kanntmachunge n. 6. vveräe ick in I^ibau eintreten und inicli äasellist 7,nei bis ärei Wo­ chen auflisten. ?,slznar?,t (ü. (5reke aus ZVIitau.

7.

(^runclriks 6er l^egckiclits kulslancls kür mittlere Lehranstalten von ^icolaus Ilstralow, ül ?erset ?,t von H. v. Uraclcel. ^lit 1

Xarte von l^nksland uncl j 8tÄrnlntakel. Ar. 8- Aek. 184l- i 8kdl. 20 — Oenocliemie o6er clie I^elrre von 6er WeindereitnnA nnZ, Weiner^ieliunA nscli rationellen (?run6s'ä.t?en; TNli'äclrstkür WeinAUtsde8it2er, WeinAUtsverv ^alter, Weiner?.ie1ier, WeinliärnZlsr

nncl Wein8^eoü1anten, 8o v>'ie aucli kür Weinlcüker, Weinlcellermeisier, Xelleraukselier» XellerAedülken, W'eineoinptoiristen, Weinreisencle uvcl üverüanpt kür alle ^öAlinAe in 6er Weinkaulcunäe, lzeardeitet von Hölzes, einer litlr. ^l>bi1äunA un6. 2wei l'adellen. Ar. F. Aeli7^ 1841- 1 Ll^dl. — Die Xunst reicli werben, oäer Aeineinkskslicke OsrstellunA cler Vollc8wirtlisc^skt^ von M. v. ?rittvvit2. Ar. 8> Aeh. 1840« 1 8KK1. 75 ^oz?. — (?e^rüktes Xoclrtzucl? oäer 1577 kec-.epts 2ur ?>ulzereitunA aller ^.rten von 8uxxen, Laucen , Aloisen, (?smüse, Fleischspeisen, ?i8clien, tasteten, ^ier-, lVlilck- nnä lVlslilsxeisen, ?uä
^

von ?auline ^0NÄ8. 8- Zed. 1840- 1 8KKI. — Oer ?rocets I^skarße beleuchtet nacli ?reu5sisckeni Ltrakreclite 6urcb I . O. H. I'einine unä ^soerner 2U Lerlin. ßr. Z. ßeli. 184t« ?reis 1 8I^d1. 17^ Lop. — Friedrich 6er (?rotse als Le^rüncier vonl^arnilienZlüclc. Wahre Begebenheiten in No­ vellen von Lertr-tin, L. Xaroli un6 ^.. von Lartorius. 8- Aeh- 184l. l'reis j Llibl. 50 (üov. — l^ottlieb W ilhelm kadener's säinnitZiehe Wer^e. ^lit einend Vorwort unä 6er I.eben8be8chr6ibunA 6e8 Verkassers, neu herausßeAeben von D. Ortlexx, 4 L6e. 8- e!e^. ^eb. rnit Raben er'8 LiI6nil8. ?reis Z 8kb1. Oo^i. !^u Kaden bei (ü. H. ?osse. I n Folge Einer höhere,» Orts mir erteil­ ten Concession beehre ich mich hiermit ergebenst anzuzeigen, daß ich meine freie Zeit zum Ertheilen von Privatstunden in der russischen Sprache und in den Anfangsgründen der Zeich» nenkunst zu vermeiden wülische. Darauf Ne< fi.'krirendc, die das Russische grammatikalisch verstehen und geläufig sprechen Innen wollen, delieben sich an mich zu wenden. Gouvernements Sekr. M. Tokareff. w ä h r e n d 6.er L a ä e > 80N 8inc1 n o e l i Z^iOLale k ü r

an-

mache ich auch bekannt, daß fortwährend Eis bei mir haben ist. Ioh. Juon, Conditor. Capitain I . H. Brandt, führend das Schiff Harmonie, hat sich in Lübeck auf hier in Ladung gelegt und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten Güter; derselbe gedenkt Anfangs August bestimmt in See zu gehen. 2 I m Mellinschen Hause, gelegen am neuen Markte, sind für die Badezeit 7 meubl-rte Zimmer nebst Stallraum für 11 Pferde und Wagenremise, zu vermietben. eine?" von LVANatttl'eN ttn^

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Ttt /laden !n A n q e k om m e n e R e i f e n d e Im t. Stadttheil, t. Quartier, den 22. Juni: Herr Ludwig Günther, Student aus Dorpat, bei seinem Vater» am neuen Markte, im Hause Nr. t5. - Im <. Stadtteil, 2- Quartier: Herr Stender, Gymna­ siast aus Mirau, bei seinem Vater, in der Herrcnstraße, im Hause Nr. 167. - Im 2. Stadttheil, 3. Quartier: Herr v. Kleist, dim. Rittmeister, aus Gawesen, bei der Wittwe Makinski, in der großen Straße, im Hause Nr. 275.

^omniettäe ^.eisende 211 Iiaden dei

Lusl.

Einem hohen Adel und Einem resp. Pudli« kum mache ich hierdurch die ergebenste Anzeige, daß in meiner Conditorei, wäkrend der Ba­ dezeit, jeden Dienstag, Donnerstag und Sonn­ tag, verschiedenes Gefrorenes fertig zu haben ist. Bestellungen von größeren Ouantitäteu nehme ich zu jeder Zeit dankbar an. Zugleich

A b r e i s e n d e r . Der Tischlergesell Johann Kahabka aus Bayern, rc». set nach Riga. z Lours voin jy. uuä 22» ^uni. 195^ /l95i Klents. ^ 5iir 34?x 8Leo. ! R.udel ^ > tt R .u 39??? 39^ ?^e.8^. ) 8iU>kr. 1005 I0«z z 8. l00 ^ 100^ ,,V 100z l0N

^iN5tsräam9y 1°. llamkurz .M 1°. I^onäon . . Z M. ?ka»äkr« s. Lurl." <1iio

S ch i f f 6 - L i st e. E i n k o m m e n d : Capitain: kommt von: mit: an: H. Lucht. St. Petersb. Ballast. F. G. Schmahl. Hans Bladt. Flensburg. Mauersteine«zc.Sörensen k Co. Jacob Schildwach. Hamburg. Ballast. ^to A u s g e h e n d : nach: Schiff: Capitain: Mit: Gerste. Gertruida. R. R. Tuuteler. Holland. Belgien. St. Pierre. Le Buche. Hanf und Döddersaar. Frankreich. Holzwaaren. Ingria. Z. Davids. Cronstadt. Kronsproviant. GroßfürstAlexander.H. Kruse. Holland. Matador. M. Bradenahl. Gerste und Hanf.

SchiffZun,. Nl,. Nation: 18. 94 Hanovraner. Elsina. Dorothea. 95 Dane. 22Julie. 23. 96 Russe. Juni. 22-

96 97 9« >^»9 w»

Nation: Holländer. Franzose. Russe. äitc, Preusse.

5«i t» drixken erlaubt.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee, P r »»injen, Tanner. Censvr.

L i b a n s ch e s

Wochen-

latt.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

»-V«. SS.

Sonnabend, den 28. Jnni

Riga, vom 20- Juni. Gemäß den am 20. Juni 1816 von dem damaligen Herrn Kriegs-Gouverneur von Ri­ ga, Marquis Paulucci Erlaucht, bestätigten Statuten der Rigaschen Börsen - Comite, beftehl dieselbe, nach , von Seiner hohen Excellenz dem Herrn Rigaschen Kriegs-Gou, verneur :c. Baron von der Pahlen im 1.1831 bestätigten, erneuerten Statuten, am 20- Juni d. I . 2ö Jahre. Sie ist die Aelreste ihrer Schwe­ stern im Russischen Reiche und hat in der lan­ gen Zeit ihres Bestehens nicht allein für den Handel und die Schissfahrt von Riga in stets zunehmendem Maaße, vieles und bedeutendes Gute gewirkt, sondern auch mittelst des seit 1822 von ihr verwaltet werdenden kaufmänni­ schen Unrerstützungs-Fonds der Sorgen viele erleichtere und Thränen der Wittwen und Wai, sen getrocknet. Ebrenwerthe Männer, deren Gräber längst schon ernstes Moos deckt, so wie 'Andere solche, die noch unter uns leben, waren ihre Mitglieder. — aber Allen, die in diesem Institute wirkten, noch wirken und ferner wirken werden, gebührt der aufrichtige Dank ihrer Mitbürger für die Bemühungen, die mit der gewissenhaften Erfül­ lung übernommener Verpflichtungen verbunden sind. Gott erhalte den Kaiserl (Zuschauer.) ^ Warschau, vom 25 Juni. Der Fürst Statthalter ist gestern von hier nach Kalisch gereist, nachdem Se. Durchlaucht vorgestern in Begleitung des hier anwesenden Russischen Gesandten am Oesterreichischen Hofe, Grafen Tantscheff. die so eben eröffnete Ge­ werbe-- und Kunstausstellung in Augenschein genommen und dem Comite, welches mit der

Anordnung derselben beauftragt war, seine vollkommene Zufriedenheit bezeigt hatte. Ueber diese Ausstellung liest man in hiesigen Blät­ tern: „Man findet hier vieles Sehenswerte, viele neue Erfindungen, Verbesserungen, von außerhalb eingeführte und bei uns vervollkomm­ nete Fabrikate, Alles in seiner Art vollendet, auserlesen, geschmackvoll, dauerhaft und ele» ganr. Diesmal sind die Fabrikate des König, reichs Polen mit Russischen Erzeugnissen zu­ sammen ausgestellt, wie es schon bei der letz­ ten Ausstellung in St. Petersburg der Fall war, m,d man kann sich hierdurch von den ausgezeichneten Fortschritten des Kunst, und Fabrikfleißes in beiden Ländern überzeugen. Die ganze Ausstellung ist in 8 Säle ver« theilr. I n den 3 ersten befinden sich lauter Rusche Erzeugnisse, in den 3 folgenden oie Polnischen Fabrikate, im 7. sind die Werke der schönen Kunst ausgestellt, im Z., dem Boriensaal, Polnische und zum Theil auch Russische Maschinen und Fuhrwerke. Der Hauptsaal ist mit dem Portrait Sr. Majestät des Kaisers geschmückt und die Eingangswand desselben mit mannigfachen Proben inländischer Wachs-Leinewand aus der Fabrik von Rahn und Vetter behängt. Diese Wachs-Leinewand welche theils Teppiche, theils Täfelwerk theilS pelirtes Holz nachahmt, bekundet die'bedeu­ tenden Fortschritte der besagten Fabrik, die auf den beiden letzten Ausstellungen zu War­ schau 1838 und zu St. Petersburg 1839 PreisMedaillen erhielt. Prächtige Wand-Tapeten und Suffiten, in den geschmackvollsten Mu­ stern, besonders in Mauritanifchem, und in den lebhaftesten Farben, aus derselben Fabrik die in Sr. Petersburg und Berdpczew Com-

toire hat, nehmen den mit Nr. 3 bezeichneten sehr günstig, die Nächte frisch, die Tageshitze Saal ein. Diese Fabrikate kommen den aus­ hatte nie 38 Grad nach dem Thermometer ländischen an Trefflichkeit der Aueführung von 100 Graden überschritten. — Einer der vollkommen gleich. Außer den Tapeten bat Befestigungsarbeircr soll die Flucht ergriffen jene Fabrik auch eine Menge geringerer Ge und enorme Passiva zurückgelassen haben. genstände auf die Ausstellung gegeben. I n London, vom 22. Juni. demselben Saal sind eben so ausgezeichnete Zu Menhpr, Dowlais, Tredegar und Nanty Tischler-Arbeiten aus der Fabrik der Gebrü­ Glo haben die Chartisten und viele andere der Henrich und Jakob Simmler ausgestellt. Arbeiter den jetzigen hohen Fleischpreisen (8 Der Letztere lieferte einen Toiletten - Spiegel Pente das Pfund) Krieg angekündigt und in vom feinsten Schnitzwerk und eben so zierliche einer feierlichen Erklärung gelobt, kein Fleisch Tische, Stühle und Lehnsessel im Geschmack mehr zu kaufen, so lange nicht der Preis auf der letzten Jahrhunderte des Mittelalters. Von 4? Pence heruntergehe. Beinahe sämmrliche de^ Gebrüdern Heurich finden wir sehr zier­ Fleischer, welche am vorigen Sonnabend auf liche Fabrikate aus gefärbtem Heiz. Reden den Märkten der vorgenannten Städte erschie­ diesen Möbeln sind plattirte Holz-Arbeiten aus nen, mußten ihr Fleich unverkauft wieder der Fabrik der Gebrüder Fraget ausgestellt, heim tragen. — Eine zahllose Menschenmenge unter Anderem ein Tbeetisch mit einem Service war vorgestern nach Woolwich geströmt, um von gleicher Arbeit, Kandelaber. Vasen und das riesige Linienschiff „Trcifslger" von 120 Toiletten-Spiegel in Vermeil plamrt." Wei­ Kanonen vom Srapel lausen zu sehen. Auf tere Mitteilungen über die Ausstellung behalten dem Werfrhofe waren Sitze für Z000 Perso» nen angebracht. Um 2 Uhr erschie«, die Kö­ sich die öffentlichen Blätter noch vor. —Der nigin mit dem Prinzen Albrecht und erkundigte Russische Finanzminister, Graf Cancrin, ist sich genau nach dem Gang der Arbeiten; der von hier nach Bädern des Auslandes abge­ Volrsjubel war überaus groß. Das Schiff reist. Paris, vom 23- Juni. wurde mit einer Flasche Wein getauft, welche Aus Algier wird vom 15. geschrieben, daß — die Gräfin Nelson den Hafen-Behörden ge­ schenkt hatte; es war eine Reliquie aus der die Franzosen, als sie am 9. beim Passe Kajüte des Seehelden am Tage der Schlacht Votu-Muzaja ankamen, dort keinen Feind fan­ von Trafalger. Auf dem Verdeck befanden den, wohl aber Araber, die ihnen mir Lebens­ sich lauter Veteranen von Trafalgar unrer mitteln entgegen kamen. Der Herzog von Au, dem Befehl des Lieutenants Rivers, der in male, der mit vier Bataillonen Medeah verjener Schlacht ein Bein verlor. Das Schiff proviantiren sollte, konnte seinen Auftrag ohne rollte majestätisch in die Wogen hin, und trotz Schwertstreich erfüllen. Es war dies das er­ der Masse von Böten und Dampfschiffen, die stemal, daß der Marsch nach Medeal) mit so dasselbe umschwammen, hatte man nicht den geringer Mannschaft versucht wurde, aber der geringsten Unfall zu beklagen. — Die Dank, Erfolg bar gezeigt, daß der Genera! Bara» adresse, welche von etwa 200 Banquiers und guais d'Hilliers richtig gerechnet hatte. Der Kaufleuten der Citp von London an Mehmcv Prinz kehrte am 10- zurück und bivouakirte Ali gerichtet ward, um ihm ihre Erkenntlich­ mit seinen Truppen auf dem Plateau des keit für die ungehinderte Durchl.issung der Reguliers, wo der General zu idm stieß, und Indischen Posten während ddr letzten Unter­ wo er am 11. als Obrist des 17. leichten Re« brechung der freundschaftlichen Verhältnisse zu gimenrs anerkannt werden sollte. Dieses Re­ bezeigen, ist von dem Minister des Pascha, giment hatte seit dem 6- Juni den Paß von Boghos Bep, in dessen Namen und Auftrag, Muzaja und alle davon abhängigen Positionen mit einem sehr verbindlichen Schreiben beant­ inne. Eine am 15. in Algier ei.itieqangene wortet worden. telegraphische Depesche meldete auß^idem.. d.>ß Athen, vom 12. Mai. die Garnison von Medeah am 12. m>t der Das Blutvergießen hatte in Kreta mit ei­ Colonne communicirr harte, welche «nich Minigen Scharmützeln begonnen, nachdem als lianah zog, und daß die Operationen des Ge­ Einleitung dazu, in wohlhergebrachter Form, nerals kein Hinderniß fanden. Die Division eine Anzahl Proclamationen von Seiten des sollte nach der Verproviantirung von MiliaTürkischen GroH - Admirals und der Consuln nah die Ebene des Schelif durchstreifen, um von England, Frankreich, Rußland, Oester die Erndte ju verbrennen. Das Wetter war

reich und Griechenland vorausgegangen waren. Die Erlasse der Consuli, sind vom 7. (19.) Mai und folgenden Zagen, und fordern die Kreter zur Niederie^ung der Waffen und Ne Einwanderer aus Gl iecheiiland zur Rückkehr in ihre Wohnsitze auf. Die Proclamauon des Englischen Ccnsuls zeichnet sich durch ihre Kürze aus. Tahir Pascha'S Proklamation ist vom 1!. (23.) Mai dam-t, und ermahnt die Kreier zur friedlichen Unterwerfung unter die väterliche Herrschaft des Padischah, und die Hellenischen Uiiterlhanen zur Heimkehr nach Griechenland, wozu er ihnen einen Termin von acht Tagen setzt. Während die Christen so glauben mußten, noch auf achttägige Waffen­ ruhe rechnen zu können, begann Tahir Pascha mit gewohnter Treulosigkeit die Feindseligkei­ ten bereits am 13. (25.) Mai, indem er an der Südküste der Landschaft Sphakia einige Mannschaft in Böten zu landen versuchte, die aber mit ansehnlichem Verluste zurückgeschla« gen wurde. Ein zweites Scharmützel hatte am 14- (26.) Mai in dem Dorfe Prodalma unweit Apokorona statt. Ungefähr 200 Christen standen hier, von denen die Türken verlangten, daß sie das Dorf, weil es ihre Stellung bedrohte, räumen sollten. Auf ihre Weigerung fing Mustapha Pascha an das Dorf mit schwerem Geschütz zu beschießen. Als 'die Christen sahen, daß sie sich nicht länger halten konnten, schlugen sie sich mit dem Sä­ bel in der Hand durch die vielfach überlege­ nen Feinde zu den Ihrigen durch. I n diesem Gefechte blieben 15 Türken; die Griechen ver­ loren fünf Streiter, unter diesen zwei tapfere Männer, die erst vor kurzem den Piräus ver« lassen hatten, Emmanuel Diktakis und Lamprpnides. Ein drittes kleines Scharmützel fand später noch bei Bahpe statt. Seitdem haben sich die Christen weiter gegen die Berge Sphakia hinaufgezogen, und erwarteten in dieser vor» theilhaften Stellung, wo sie schon in einem früheren Kriege den Hussein Pascha zurückge, schlagen, einen Angriff der Feinde. — Aus den östlichen Gegenden der Insel reichen die Nachrichten erst bis zum 13. (25.) Mai. Auch hier hatten sich einige Tausend Christen concentrirt; die Türken hielten sich innerhalb der Festungen. Nach einem noch unverbürgten Gerüchte hätte seitdem in jener Gegend ein Gefecht stattgefunden, in welchem die Griechen zwei Kanonen erbeutet und einen Sohn des Mustapha Pascha zum Gefangeneu gemacht

haben sollen.

Vermischte Nachrichten. St. Petersburg. Nach dem Bericht über die Reichs-Creditanstalten sind im Laufe des v. I . keine neue Schulden in das Reichsschul« denbuch eingetragen worden, dagegen erfolgten d:e Abzahlungen nach den bestimmten Termi­ nen. Der Stand des Reichsschuldbuchs am 1- Jan. I84l war im Ganzen 2!3 Mill. 979.164 Nubcl Silber. Die Schuldentilgung belief sich' auf 19 Mill. 347.988 Rbl. Die in Umlauf besilidliche Masse von Assignationen betrug 595 Mill. 7 7 6 . 3 1 0 R. Ungeachtet schwie­ riger Verhältnisse haben auch im I . 1840 die Credit-Anstalten ihre Verpflichtungen ohne An­ stand erfüllt, und die Festigkeit ihres Credits neuerdings bewährt. —Paris wurde vor Kur­ zem durch Theresa Milanolla, zwölfjährige Diolinvirtuoslil, dergestalt bezaubert, daß der berühmte Violinist Vicuxtemps, der in der letz­ ten Wintersaiscn für den König der in Paris lebenden Legion von Violinspielern galt, fast ganz in den Hintergrund getreten ist, indem das Wunderkind, nach dem Ausspruche der Kunstrichter, und besonders Henri Blanchard's in seinem Berichte in der „Gazette musicale", für die Meisterin aller lebenden Violinspieler gelten kann. Sie führt noch eine achtjährige Schwester bei sich, die ihre Schülerin auf der Violine ist und ebenfalls große Hoffnungen erregt. Beide Mädchen sind aus Savigliano, einem Piemontesischen Städtchen in der Nähe von Turin, wo ihr Vater Lautenmacher ist. Diese Wunderkinder gaben in Paris sechs Concerte nach einander, und mit jedem Concene wuchs die Bewunderung der Kritik und des immer zahlreich versammelten Auditoriums; sie befinden sich gegenwärtig in London. — Die ausgelösten Gefangenen berichten man­ ches Interessante über Abdel Kader. Ein Quartiermeister der Gendarmerie, der sich unter denselben befand, hatte eine Zusammenkunft mit ihm, in welcher der Emir ihn fragte, wel­ ches das beste Mittel sev, Frieden zu erhal« ren, da er den Krieg durchaus nicht wünsche. Das Gespräch endigte mit folgender Aeuße« rung des Emirs: „Wohl denn, meine Truppen sollen nicht mit den Franzosen fechten, sie sollen sich zurückziehen. Afrika ist groß genug, mir Hilfsquellen darzubieten; ich werde Eure Heere durch Anstrengungen aufreiben, und Gott soll zwischen mir und Euch entscheiden. Die Gerechtigkeit meiner Sache, welche von mei, nem ganzen Volk gefühlt wird, wird doch end­ lich siegen."

d o n c e r t -

n 2 eI A e .

wachsten. Oiensiag, 5ür

Damen

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Einzelne Hefte a C. H. Foege.

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^lussensaAl ein H a u t h o i s - L e n L e r t sliatt, 2>u welchem Lin^riits^arten ä Iiahen sinä.

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aus I^eip?iZ.

Das Nähere hesa^en 6ie ^eNel.

D i e D i r e c i i o i ^ cler I^ihsuschen IV1

Gerichtliche Bekanntmachung.

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Auf den Z. Iulp d. I - , Nachmittags um 2 Uhr und die folgenden Tage, sollen tiezum Nachlaß des verstorbenen Kaufmanns N- F. Aktmow gehörigen Effekten, und namentlich eine bedeutende Partie verarbeitetes Silber, Kristall, Porzellan, Fapence, Möbeln, Wä­ sche, Kleidungsstücke. Uhren, Bettzeug, Equi­ pagen, Pferde, Haus- und Küchengeräthe zc.. x u d l i c a s u c t i o n e gegen gleich ba
A.M. 7.

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chen aufhalten.

^ahnar^t L. (^rehs^ aus ^Vlitau. Capitain I. H. Brandt, führend das Schiff Harmonie, hat sich in Lübeck auf hier in Ladung gelegt und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten Güter; derselbe gedenkt Anfangs August bestimmt in See zu gehen. 1 I n meiner Commisstons-Buchhandlung ist zuhaben: Gallerie weiblicher Schönheiten. Ein Musterbuch zur Auswahl für Jung und Alt,

Angekommene Reisende. Im 2. Stadtthcll, 3. Quartier, den 25. Juni: Herr I. F. Sonne, Gymnasiast aus Mitau, bei seinem Vater, im Hause Nr. 333; Herr C. F. Beeck, Gym­ nasiast aus Mitau, bei seinem Vatcr, im Hause Nr. 33l; Herr W. Haensell, vom Auslande, bei Herrn W. Schnee, in der großen Straße, im Hause Nr. 274- ^ Im 2. Stadttheil, 4. Quartier, den 25.: Herr Carl Hoheisel, Gymnasiast aus Mitau, bei sei­ ner Mutter, am Fleischmarkt, im Hause Nr. 444. (B a d e g a st.) Den 27 : Herr Baron Otto v. Mirbach, aus El­ dingen, bei Gerhard, am neuen Markte, im Hause Nr. 24. A b r e i s e n d e r . Der Tiscklergesek Johann Kahabka aus Bayern, reu set nach Riga. 2 Markt - Preise. Cop. S. Weißen pr. Loof 250 » 29t» Roggen — 125 Ä 150 Gerste — 100 ^ 1Z0 Hafer . . . . . . . . . — 60 5 70 Erbsen — 140 5 16(» Leinsaat — 170 k 250 Hanfsaat — 150 Flachs 4brand pr. Srein. 375 — Zbrand . . . . — l 312Z -- 2brand — j 250 Hanf 250 a 325 Pfund 27 5 30 Butter, gelbe pr. Viertel 750 k 800 Kornbranntwein. . . . vr.qStoof 100 Satz, Sr. Ubes pr. Loof 230 Lissabon 220 — Liverpool 200 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 730 — in fernen . 6iic> . üito . Theer, finlandisch, . . . . .

S ch i f f 6 ^ - L i si e. E i n k o m m e n d : > Schiff: Capitain: kommt von: mit: an: Marie Antoinette. E. Ellingsen. Stavanger. Heringen. Ordre. A u s g e h e n d : Nation: Schiff: Capitain: nach: mit: Russe. Gertrude. > P. G. Kleingarn. St. Petersb. Spiritus :c. Hanovraner. Laetitia. R. I. Rottgers. Holland. Roggen.

Juni. ?io. Nation: 27 97 Norweger. Juni. 24. ''5.

wo. 101 102

Zstt« »rucken erlaubt.

Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Prsvinten, Tanner, Censor.

Lib

es

Wochen Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege. O. LS.

Mittwoch, den 2. Juli

St. Petersburg, vom 18. Juni. Der mir Flaggen geschmückte Baldachin üb.r Der Curator des Armenhauses n, Ssusdal, dem erbauten Altar, der Anblick des mit Schis' Moskowische Kaufmann 1. Gilde und Ehren, fen bedeckten Hafens und der Platz der Ouaranbürger Wassily Blochin, hat zur Erinnerung taine selbst, so zu sagen auf der Granze zwischen an den Besuch, welchen S. st. Hob. der Europa und Asien zwischen dem Schwarzen Tbronfolg er und Cäsar-witsch im Jahre und Asowschen Meere belegen, dei einer lan. 1837 u, jener Anstalt avstatlere, 15.000 R. gen Reihe durch H,ungeil so beleb­ Ass. dargebracht, um aus den Profiten der­ ter Gebäude, gab dem Gemälde noch mehr selben arme und verwaiste Bürgerscöchter in Leben. Die Capicains halten sich in mehre­ ^Diusdal und in andern Städten auszustatten. ren Reihen auf dem Platze vor dem Quii auf­ Zu gleicher Zeit hat Blochin beschlossen bei gestellt, während die Matrosen die Schalup­ jenem Armenhause eine steinerne Kirche zu er­ pen längs desselben vesetzt hielren. llngeachlct bauen. Diesem gemäß werden die jährlichen der Verschiedenheit der Religion war das alle Zmsen des obengenannten Capitals, welche Gegenwärtige beseelende Gefühl so tief, daß 600 R. betragen, zur Ausstattung zweier ar­ die tiefste Ruhe während der heil. Handlung mer Bürger- oder Kaufmannstöchter der Stadt staltfand, und im Augenblick der Erhebung Ssusdal bestimmt. I n Gegenwart des Stadt- der Hostie hörte man plötzlich, an Stelle der Amtmannes, des Stadt-Hauptes und der Mit­ Glocke, die Artilleriesalve von hundert Schif­ glieder der Duma werden jährlich am 7. März fen, die sich auf der Rhede befanden. Diese von den Jungfrauen die Loose in der Kirche , Ceremonie in freier Luft hatte einen wahrhaft gezogen. Die günstigen Billette haben die In- * erhabenen Charakter. — Nach der Messe dankte schrifc: ..Gottes Segen zur Ehe." Diejenigen der Gouverneur im Namen aller Katholiken Jungfrauen, welche eine Niete gezogen haben, 5en Capitains für ihre Geschenke zum Besten dürfen sich im nächsten Jahre wieder zur Zie« der Kirche. hung melden. Jede Jungfrau, die ein gü», Warschau, vom 18. Juni. stlges Billet gezogen, hat, von dem Tage der Se. M. der Ka i ser haben nachbenannten Per­ Ziehung an, drei Jahre Zeit, sich einen Bräu­ sonen folgende Güter zu verleihen geruht: dem tigam zu wählen; ist aber diese Zeit nutzlos Commandanren der Festung St. Petersburg, verstrichen, so verliert sie das Recht auf die Gen.'Lieut. Skobielew, die im Bezirk Sejnv Aussteuer. — Das Rufs. Journal von Odes­ belegenen Güter Zaboryszki, dem Staatsrath sa meldet aus Kertsch vom 16. Mai, daß da­ Lochtin die Güter Konarzyce, Bezirk Lomza, selbst eine Katholische Kirche., (da die dortige dem Obrist » Lieutenant Masson die Güter Kathol. Gemeine wenig zahlreich ist) vorzüg, Niemslow, Bezirk Kalisch. dem Collegienrath, lich durch Hilfe fremder Schiffscapitaine, die Oberarzt Czetyrkin, die Güter Netta, Augustoden dortigen Häfen besuchen, erbaut worden »ver Bezirk, Ersterem zu 15.000 Fl. und letz, sey, vor deren Einweihung auf dem Quai in teren Dreien zu 5000 Fl. jährlich reiner Ein­ der Quaranlaine eine feierliche Messe statt fand. künfte.

Hannover, vom 29- Juni. Gestern Abend hat sich leider das Befinden der Königin dermaßen verschlimmert. d.,ß Ihre Majestät in der heutigen Nacht verschieden sind, nachdem Atlerböchstdieselben noch flüstern mit Er. M. dem Könige das heilige A?entm.,h! empfanden. Ihre Majestät waren am 2. März 1778 geboren und haben mithin ein A;rer von 63 Iahren erreicht. Marseille, vom 23. Juni. Der zwischen Marseille und NeapU fabrende „Pollur". eines der schönsten Dampsdöre 5es Mittelländischen Meeres, ist mit seiner ganzen Ladung in dem Kanal der Insel Elba zwischen Longono und Piombino untergegangen. Es Harle dieses unglückliche Ereigniß an, j7. um 1t Uhr Abends statt. Auf dem ..Pollux" de­ fanden sich eine etwa 50 Köpfe starke Beman­ nung und 46 Passagiere. Glücklicher Weise wurden alle Individuen auf dem Schiffe ge­ leitet, mir Ausnahme eines alten Ncapolit. CapitainS, der in den Fluten umkam. Es wurde diese Katastrophe durch den Zusammen­ stoß des „Pollux' mit einem andern Dampfboote, dem „Montegibello", veranlaßt. Der „Pollux" versank in weniger als l0 Minuten; nichts konnte gerettet werden, nicht einmal die Schiffspapiere und das Brtes-Felle>sen. Der Werl;) der untergegangenen Waaren vnd Ef» secren ist noch nicht ermittelt. Eine Dume, die sich unter den Passagieren befand, verlor allein Juwelen im Werth von 60,000 Fr. London, vom 25- Juni. Der „Globe" erzählt, daß, als die Königin am Dienstage aus dem Oderhause zurück^e» kehrt sep, das Volk gerufen habe, sie möchte an die Korngesetze denken und dieselben auf» heben, und als Ihre Majestät diesem Verlan­ gen Gewährung zuzunicken geschienen, habe das Volk laut gejubelt.-^ Das Amerikanisch^ Paketboor ..Orpheus", welches am N. März vsn New Aork in Gesellschaft des „Präsident" abgesegelt war, ist daselbst am 3l. Mai von Liverpool wieder angekommen. Der Capitain dieses Schisses erzählt, er Hobe das unglück­ liche Dampfschiff am 42. März zuletzt gesehen, und nie habe er solche Stürme erlebt, als all den darauf folgenden Tagen des l3- und März im Atlantischen Meere gewürhet hätten. Mellenlang sep dasselbe m't Brettern. Masten und anderen Trümmern bedeckt gewesen. Der Wind habe so gewüthet, daß er die an Stan­ gen des , Orpheus" stark befestigten Segel in

Stücken zerrissen. — Ueber den Stand der

Orientalischen Frage^ aiebt die heutige ,,Mor» ning Post" folgende Nachricht: Wir verneh» men, daß noch eine weitere Verzögerung in der Ausführung der neuen Convention in Be­ zug auf die Orientalischen Angelegenheiten statthaben wird. Frankreich hat durch seinen Beitri.t zu dieser Convention auf seine isoline Stellung stillschweigend verzichtet und aufs klaiste dargetban, daß seine freundschaftlichen und innigen Beziehungen zu den übrigen Groß­ mächten Europa's völlig wieder hergestellt sind. Die Bevollmächtigten Englands und Frank« reichs sind darüber in Uebereinstimmung, daß es passend sey, die feierliche Unterzeichnung dieser Convention zu verschieben, bis die un­ bedingte Unterwerfung Mehmed All's unter die Verfügungen des amendirten Fermans erfolgt, und diese Unterwerfung den Machren offizicl! angezeigt seyn werde. Der Russische Gesandle bei der Londoner Conferenz b«t sich, obwohl weniger entschieden, gleichfalls zu dieser An« ficht bekannt. Andererseits haben, wie wir glauben, die Gesandten Oesterreichs und Preu­ ßens die Meinung ihrer respecriven Höfe aus« gedrückt, daß die Convention, über welche man seit so langer Zeit in Uebereinstimmung ist, förmlich in Ausführung gebracht werden müßte, ohne die wirkliche und die ausdrückli­ che Unterwerfung Mehmed Ali's unter den Erlaß des Sultans abzuwarten, da die Mächte wohl die Unterwerfung voraussetzen könnten, zu welcher, im entgegengesetzten Falle, es idrö Pflicht sepn würde den Vicekönig zu zwingen. Während man diese Ansichten und Erwägun­ gen ohne Heftigkeit und ohne großes Drän­ gen discurirt, haben dadurch die, welch? zu warten angerathcn, das Ziel erreicht, welches sie beabsichtigten. — Hiesige Blätter theilen als Gerücht mit, daß in Chili die auf ei,nn Werth von 180 Millionen Dollars geschätzten Juwelen des Sonnentempels. welche die Ein» gebornen zur Zeit der Eroberung Peru s vor den Spaniern versteckt harten, kürzlich in der Nähe des Cerro de Pasco entdeckt worden seyen. Konstantinopel, vom 16- Juni. Tahir Pascha berichtet, daß ein Grieth. Fahr» zeug, beladen mit Geld und zahlreichen Kriegsvorrärhen, den Türk. Kreuzern aufgebracht worden ist. M o n t e n e g r o .

Briefen aus Cauaro zufolge herrscht ua» ter den Montenegrinern eine ungewöhnliche Bewegung. Gegen taufend Familien dieser tap,

fern Gebirgsbewohner sollen Vorbereitungen zu einer bevorstehenden Auswanderung treffen. Man will wissen, daß Rußland den Auswan­ derern in Kaukasien einen Landstrich zur Be> W o h n u n g anweisen wolle. E s s c h e i n t , d a ß Rußland den Tscherkessei, durch Montene^ri« ner den Krieg zu machen beschlosten habe. In­ zwischen ist wohl die Zahl von tausend Fami­ lien. die kaum eben so viel Streiter liefern können, zu beschränkr, um sich viel davon zu versprechen. Für ä)< onrene^ro dürste diese Aus» Wanderung zu einer Woblthat werden, da obnehin zu den häufigen Reibungen mit den Türkischen Behörden und zu den Einfällen in die nächst gelegenen Türkischen Paschaliks nur die Uebervölkerung des kleinen unfruchtbaren Montenegrinischen Gebiets Veranlassung giebt. Vermischte Nachrichten. Die Rhein, und Moselztg. meldet aus Trier vom 25. Mai: „Vor wenigen Tagen ereignete sich >n einem nahe gelegenen Forste ein eben so drolliger als boshafter Forstfrevel, indem mehrere Wildschützen oder Holzdiebe einen För» stcr erwischten, denselben aller Kleider beraub­ ten. mit Thecr vom Haupt bis zu den Zehen beschmierten, im Sande wälzten, und ihn in diesem Zustande unverletzt flüchten ließen. Der rravestirte Forstbeamte erschreckte, wie sich dies leicht denken läßt, seine Nachbarn, wie seine Familie, die in ihm ein seltsamens Unthier nahen glaubten, und nur mir Mühe sich von seiner Identität überzeugten." — E>n Sclave hatte sich an den Englischen Consul zu Tunis, Sir Thomas Reade, gewendet, um gegen sei­ nen Herrn Schutz anzuflehen, der ihn schlecht behandelte. Der Consul unterwarf die Sache dem Bep und empfahl demselben, die Scla, verei in seinem Staate abzuschaffen. DerBey hat vollständig in das Begehren gewilligt und allen feinen Sclaven die Freiheit geschenkt, versprechend der Ein- und Ausfuhr derselben ein Ziel zu setzen und seinen Unterthanen die Nachahmung seines Beispiels anzuempfehlen.' Rlingelspiele. I n welchem Lein erblickt die Hausfrau ihre größte Kostbarkeil? I m Kindlein. — Welcher Spruch hat für Wirtheden meisten Werth? Zuspruch. — An welchen Ra» diesen ist der größte Mangel? An Paradiesen. — Welche Nischen haben die Holländer in ihrem Lande nicht geduldet? Die Spanischen. — An welchem Sack klebt eine Revenue von vielen tausend Thalern? Am Wollsack in Eng­ land. — Welcher Tod ist im Alterthum nicht vorgekommen? Der Paletot. — Nach welchem

Beter sieht sich eine junge Dame in der Kirche am liebsten um? Nach ihrem Anbeter. — Wel­ che Stricke werden für ehrliche Leute präparirl? Fallstricke. — An welchem Reif lernt man die größten Redner kennen? Am Stegreif. — Wel­ cher Deutsche Ausdruck paßr für Luftballon? Windbeutel. I n einer Wiener Localposse wird folgende Strophe gesungen: „Die Moden der Frauenzimmer sind jetzt zu verzwackt, A klein winjigs Hüt'l, das sitzt fast im G'nack, Und recht enge Aermel, die steh» gar so schön, Weil d'Arm wie die Schwcfelhölzer grab heraus stchn; Daß d'Hüften rechr wcgstehn, trag'ns roßhaarne Rock, Und d' Straßenkehrer könnt mer jetzt abschaffen keck. Ist da von an Frau'nzimmer noch eine Spur? So a Putzgred'l ist rein ta nur — Carricatur!"

Die am 29. v.

erfolgte glückliche Ant-

hinäung meiner liehen I^ran von einem l'öchterchen, heehre ich mich in einen V ernannten nnä ki'reun^en hiermit anzuzeigen. I^idau, 6en 2. ^ul^ lK4lOtto Noläe.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf den Z. Iuly d. I - , Nachmittags um 2 Uhr und die folgenden Tage, sollen die zum Nachlaß des verstorbenen Kaufmanns N. F. Akimow gehörigen Effekte«, und namenilsch eine bedeurende Partie verarbeitetes Silber, Kristall, Porzellan, Fayence, Möbeln, Wä, sche, Kleidungsstücke. Uhren, Beltzeua, Equi, pagen, Pferde, Haus» und Küchengerätbe !c., publica anctione gegen gleich baare Bezah­ lung tm Akimowschen Haufe versteigert wer,, den. 1 Libau, den 23. Iuny 1841.

Bekanntmachungen. Ich habe die Ehre Einem geehrten Publi­ kum meine Ankunft aus Mitau ergebenst an» zuzeigen, und mache zugleich bekannt, daß ich abwechselnd sowohl hier als wie in Windau Bestellungen annehmen werde. Die an Zahn» krankheiten leiden und meine Hülfe bedürfen, bitte ich mich bei Zeiten davon in Kenntniß zu setzen. Arme werden unentgeltlich kurirr. Meine Wohnung ist im Hause der Tischler» Wittwe König.

N . L ö f f l e r , privileginer Zahgarzt.

Dsks ick im. X^onsckaclcscben Hause ein (^astkaus völlig einZericlitet babs un6 so^.vobl für I^eisenäe mit (Quartier unä Stallräum versehen bin, 2>eiZe icb bierciurcb erZebenst an unä bitte um KeneiAteu Tusxrucli. l.ibau, äen 2> ^ul)'

Capitain A Brandt, führend das ^chlsf Harmonie, hat sich in Lübeck auf hier tn Ladung gelegt und empfiehlt sich zur Mitnahme der anhero bestimmten Euter; derselbe gedenkt Anfangs August bestimmt in See zu gehen. 1

k!'. HewelinA.

Angekommene Reisende. Im 1. Stadttheil, 4. Quartier, den2Z.Iuni: Herr Gymnasiast W- Hannsen, aus Dorpat, bei seiner Mutter, am neuen Markte, im Hause Nr. 15. — Im 1. Stadttheil, 2. Quartier: Herr Obrist-Lieut. und Ritter v. Martjuschcw, Commandeur des Mitauschen iiinern Garnison-Bataillons, aus Milan, bei Frey, in der langen Straße, im Hause Nr. 2t6; den 30.: HerrCand. theol. I. Bodemeyer, aus Man­ agen, beim deutschen Herrn Stadtprediger Kienitz, am alten Markte, im Hause Nr. 199; Demoiselle Julie Lundt, Gouvernante aus Donnerow, bei ihrem Va­ ter, im Oettmgerschen Hause Nr. 203; Herr Baron v. Wildemann, Königl. preuß. Major a. D., aus Herr v. Sacken, aus Räuden, und den H.m 7. 5ul)' ä. ^s. vveräe icb in I^ibau ein- Königsberg, 1. Juli: Herr v. Korff, aus Elkesem, bei Büß, am trekksn unä mick äaselbst 2vvei bis 6rei Woalten Markte, im Hause Nr. 207; Herr vr. Pantellius, aus Kälteten, bei der Wittwe Makinsky, in cben aufhalten. der großen Straße, im Hause Nr. 275. Tabnar^t (ü. tZ^rebe (Badegäste.) aus l^litau.. Den 29. Juni: Herr Colleg. - Secr. Blaese, nebst Sohn, aus Mitau, beim Herrn Gouv.-Secr. C. W. Einem hohen Adel und Einem resp. Publi< Stent er; den 30.: Herr Staatsrath und Ritter v. kum mache ich hierdurch die ergebenste Anzeige, Grote, aus St. Petersburg, bei Büß; Srau v. Lisowsky, aus Mirau, bei Herrn Tamson; Fräulein daß in meiner Conditorei, während der Ba­ Mariatsowska, aus Nowogorod, beim Schneidermei­ dezeit, jeden Dienstag, Donnerstag und Sonn­ ster Ncul'urg. tag, verschiedenes Gefrorenes fertig zu haben ist. Bestellungen von größeren Quantitäten A b r e i s e n d e . nehme ich zu jeder Zeit dankbar an. Zugleich Der Tiscklergesell Johann Kahabka aus Bayern, rei­ mache ich auch bekannt, daß fortwährend Eis set nach Riga. 1 Der Zimmergesell Chr. Willomeit, nebst Familie, aus bei mir zu haben ist. Memel, reiset nach Riga3 Ioh. Juon, Conditor.

_ Einem hohen Adel und geehrtem Publikum mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich alle Bestellungen in Putzarbeit annehme; auch habe ich mehrere nach der neuesten Mo­ de verfertigte Sachen, als Hüte, Hauben zc. vorräthig, verspreche prompte und billige Be» dienung und bitte um geneigte Bestellungen. Amalia Pedersen, im Hause dcs Herrn Rosenberg.

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E i nk 0 mm e n d: Schiff: Capitain: kommt von: mit: Juni. Xu. Nation: an? Susceptio. Hans Jensen. 30 98 Russe. Ordre. Cronstadt. Ballast. A u s g e h e n d: Schiff: Capitain: nach: mit: Juni. No. Nation: Louise. 103 Franzose. A. Duchemin. Rouen. Holzwaaren. 29. Postillon. Z. C. Möller. Copenhagen. Flachs und Hanfheede. 1
Libausches

»H°«.

Sonnabend, den 5. Juli P u b l i c a t i o n .

Wenn nach Vorschrift des Befehls Eines Kurländischen Kameralhofes vom 4. Septem, der j839 sub Nr. S170. die Quartier,Gelder für Ein Libausches Polizei.Amt bei der Quartier-Commiuee eingezahlt und von derselben, genanntem Polizei-Amte zugestellt werden sol­ len; to werden die resp. Libauschen Hausbesitzer hiermit aufgefordert, die Polizei-Quartier» Gelder für die 2te Hälfte d. I . vom 9. Iuly bis zum 1. August d. I . , täglich von 9 bis 12 Uhr Vormittags bei dieser Committee einzuzahlen und die Quittungen dagegen zu empfan» gen. Libau-Quartier-Com»,itcee, den s. Iuly 184l. ' 3 Nr. 768. (Die Unterschrift der Qua rtier-Committec.)

St. Petersburg, vom 24- Juni. Das „Journal de St. Petcrsbourg" sagt: „Die eben so anhaltenden als schnellen Fort» schritte der Landwirthschaft in Rußland lassen uns glauben, daß unsere Lefer mit Vergnügen erfahren werden, daß mehre unser Landsleute' sich mit Eifer in den landwirthschaftlichen Instituten Deutschlands dem Studium der darauf bezüglichen Wissenschaften widmen. Ein uns mikgetheilter Brief aus Stuttgart sagt, daß bei den Prüfungen, welche,vom 10. bis zum 12. Sept. v. I . in dem landwirtschaft­ lichen Institut zu Hohenheim, einem der be­ rühmtesten Deutschlands, statt hatten, der erste Preis, bestehend in einer silbernen Me» daille, zwei Russischen Unrerthanen zuerkannt wurde, dem Herrn Grafen George Lambsdorff, Zögling des Gymnasiums zu Mitau, und Hrn. v. Lode, — welche nicht zögern werden, die nützlichen Kenntnisse, welche sie in der Fremde erworben haben, im Vaterlande praktisch aus­ zuüben." Warschau, vom 27. Juni. Am 25-März I8l3 vereinigten sich bekannt­

lich in Kalisch der Kaiser Alexander rznd der

König von Preußen zu einem dauernden und segensvollen Freundschafts-Bündniß. Am 3l. August 1835 versammelte wiederum der er­ habene Nachfolger Alexanders, Kaiser Niko» laus, mit bi-s dahin ungekannlem militärischen Glänze seine Krieger mit den verbrüderten Preußen an demselben Orte, an welchem 22 Jahre früher der welthistorische Bund geschlos­ sen ward. Aus diesen zwei geschichtlichen Ta» gen nahm Se. Maj. der Kaiser Veranlassung, zum ewigen Gedächtniß Dessen, was an die­ sem Orte geschah, ein Denkmal zu errichten, das, aus Eisen geformt, auf dem Schloß­ plätze und auf der Stelle errichtet ist, welche der unvergeßliche Preußen-König, von dem Balkon seiner Wohnung, im Jahre 1835 so oft und so gern überschaut haben soll. Das Denkmal ist hoch und schlank und der Größe des Raums, in dem es steht, angemessen. Der hohe Sockel trägt an den vier oberen Ecken die goldenen Kaiserlichen Doppel-Adler, welche mit goldenen Lorbeer »Gewinden sich um­ schlingen. Aus ihnen heraus erhebt sich die schlanke pyramidalförmige Spitze, alle sie um» gebende Gebäude weit überragend. Der Sockel

enthält in seinen vier Feldern mit goldener russischer Schrift die der Geschichte Nußlands und Preußens angehörenden Worte, nämlich: Erstes Feld. „Den 25. März 1Ll3 schloß mit Friedrich Wilhelm III., klönig von Preu­ ßen, in Kalisch der Kaiser von Rußland Alex­ ander I. den Bund zu Europas Befreiung." Zweites Feld: ,,Am 31. August 1835 ver, einigten sich wieder Russische und Preußische Krieger bei Kausch nach zwanzigjährigem F
Krakau, vom 28. Juni. I n der Nacht zum 2 6 - d. brannte hier das zur Universität gehörende „IerusaUmer Eon« vicc" ab. Die Schüler des ConvietS konnten nur mit Mühe, und zwar auf Leitern, die an die Fenster sclehnt wurden, gerettet werden. Die Universitäts-Gebäude selbst waren eben­ falls in großer Gefahr, doch ist es noch gelungett'dieselben zu erhalten und die Much der Flammen auf die Gebäude des Convicts zu beschränken. Paris, vom 30. Juni. Die systematische Opposition, welche kein Mittel scheut um sich geltend zu machen, greift plötzlich nach einer Waffe, die sie selbst für die Regierung schmieden helfen. Nachdem sie acht oder zehn Monate lang die Be> festigung von Paris als ein echt nationales Unternehmen gepriesen, fallen ihr auf einmal wieder die Bedenklichkeiten ei», die sie früher gegen diese Maßregel hegte, und sie darf nur noch einen Schritt thun, um der Regierung aus dem Festungsbaue ein Verbrechen gegen deu Staat zu machen. Hört man heute manche Leute sprechen, welche sich noch unlängst, so lange die Zustimmung der Kammer ungewiß war, zu Gunsten des Fortifican'onsgesetzes heiser schreien, so sollte man glauben, sie hätten erst gestern erfahren, daß die projectirten Citadeklen gegen die Stadt gekehrt wer, den könnten. Und doch har die Regierung, wenigstens feit der Einsetzung des jetzigen Mi. uisteriumö, gar kein ernstliches Hehl daraus gemacht, daß sie di^ Forts mehr gegen den inneren, als gegen den äußeren Feind bauen wolle. So rechtmäßig nun auch der gesetzliche Widerstand gegen diesen Plan der Regierung seyn mochte, so unverzeihlich ist auf der an­ dern Seite die Pelfidie derjenigen, welche die fragliche Maßregel anfänglich nur deshalb be, fördert haben, um d^e Regierung in der Fol, ge wegen derselben zur Rechenschaft zuziehen. Und diese Kriegslist kann furchtbar werden. Wenn der Thetl der Presse, welcher die Be,^. festigung von Paris wider seine Ucberzeugung^ beförderte, jetzt einmülhig sein bisheriges Sy» stein fallen laßt, um dem Volk die rasch aus der Erde wachsenden Citadellen als die Ba­ stillen der öffentlichen Freiheit zu zeigen, wenn er pi/se Taktik mit Energie und Geschick durch­ führt, so steht nicht zu bezweifeln, daß die ohnehin herrschende Abneigung gegen den Fe, siungsbau bei den Parisern zur Erbitterung,' zur Leidenschaft gesteigert werden kann.

Vondon, vom 2. Juli. Die ordnungsmäßige Trauung der Prin­ zessin Isadclla, Infantil, von Spanien, mit dem Polen Hrn. Guroivski, bn.- am ^6. zu Dover in der dortigen Katholischen Capelle stattgefunden. D>e Neuvermählten reisten gleich «ach der Trauung von Dover nach London ab. wo sie vorläufig ihren Ausschalt nehmen »vollen. ' Trüffel, vom ?c>. Juni. Das „Memorial de '.a Samdre ^ gi. fol, gende^ heure in die hiesigen Blätter überge­ gangene Nachricht: Während der jüngsten An­ wesenheit des Königs Leopold in Paris soll das Französische Ministerium ihm den Vor­ schlag gemacht haben, einen Handels« und Zoll-Vertrag zwischen Frankreich und Belgien unter nachstehenden Bedingungen abzuschlie­ ßen: t) Aufhebung der ^oll-Linie zwischen Frankreich und Belgien und demgemäß Ein­ führung freien Verkehrs zwischen den beiden Ländern in Bezug auf alle Erzeugnisse der­ selben, welcher Art sie seyen; 2) Verlegung der Zoll L-inie an die Deutsche und Holländi, sche Gränze; Z) das Recht der Ernennung und Absetzung des Personals der Zoll Ver­ waltung wird ausschließlich Frankreich zuge­ standen; 4) Belgien erhält den Netlo-Enrag des an seinen Kränzen erhobenen Zolles und außerdem noch den Betrag eines Viertels dieses Zolles, so daß, wenn der Ertrag acht Millionen ist, dßr Belgische Schatz zehn Mill. empfängt. — Das Französische Ministerium soll erklärt haben, daß es sich der Zustimmung der Französischen Kammern zu einem solchen Vertrage versichert halte, und König Leopold hat seinerseits versprochen, die Sache in UcVerlegung nehmen zu wollen.

Gerichtliche Bekanntmachungen. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ jestät, des Selbstherrschers aller Reussen zc.» zc. zc., werden von Einem Libauschen Vogtei, Gerichte Alle und Icde, welche an den Nach­ laß des verstorbenen Schisszimmermanns Jo­ hann Christoph Rohde, in sxecie aber an dessen sub Nr. 109 hiefelbst belegenes Wohnhaus nebst Herberge und anderen Pertinentien, rechtliche Ansprüche haben, oder machen zu können vermeinen, hiemit eclictaliter.adcitirt und vorgeladen, in dem ein f ü r allemal, auf den 17. I u l p dieses I a h .

res anberaumten Angabe ^Termine, entweder

in Person oder rechtsgenügender Vollmacht, auch wo es nöthig, in Assistenz oder Vor­ mundschaft, allhier zu Ratbhause, vor diesem Vogrc« Gerichte zur gewöhnlichen Sessions« Z?«t zu erscheinen, ihre Ansprüche gebührend zu verlautbarcn und rechtsgenügend zu docu« mentiren, und so'oani'. die Präklusiv - Sentenz und das weitere Rechtliche zu gewärtigen, unter der ausdrücklichen Verwarnung, daß alle Diejenigen, welche in diesem Termine ausbleiben sollten, sodann unter Auflegung eines ewigen Stillschweigens mit ihren An­ sprüchen an diese Nachlaß-Masse präkludirt werden sollten; als wonach sich Jeder zu ach­ ten hat- Gegeben im Libauschen Vogtei-Ge, richte, den 14. May itt4l. 1 (Die Unterschrist des Vogen-Gerichts.) Am 10. d. M. und an den folgenden Ta, gen, NachmutaAs von Z Uhr, soll der Nach, laß des verstorbenen Stadtwägers R. I . Laurentz, bestehend aus verschiedenen zu einer Hauswirthschaft nöthigen Gegenständen, wor­ unter sich auch ein Paar gute Oelgemälde be­ finden, bei dem allhier in der großen Straße sub Nr. 236 belegenen Laurentzschen Hause, an die Meistbietenden, gegen gleich baare Be­ zahlung versteigert werden; als worüber ge­ genwärtige Bekanntmachung ergehet. Libau, den Z. Juli 1841.

Bekanntmachungen. I m ehemal. Sorgenfrepschen Garten wird Sonntag, den 6. Iuly, die zweite musikali, sche Abendunterhaltung stattfinden. Nur un» ^ günstige Witterung würde veranlassen dieselbe vom 6« auf den 10. zu transferiren. Ich habe die Ehre Einem geehrten Publi» kum meine Ankunft aus Mitau ergebenst an, zuzeigen, und mache zugleich bekannt. daß ich abwechselnd sowohl hier als wie in Windau Bestellungen annehmen werde. Die an Zahn, krankheiten leiden und meine Hülfe bedürfen, bitre ich mich bei Zeiten davon in Kenntniß zu setzen. Arme werden unentgeltlich kurirt. Meine Wohnung ist im Hause der Tischler» Wittwe König. N . Löffler. privilegirter Zahnarzt. Osss ick ini konscbackscben I5suse ein (^astbaus völlig eingerichtet balze nncl so­ wohl kür Kei8enäs mit (Quartier nnä 8tsllräum verseilen bin, aeiZe ick kieräurck er-

(Badegäste.) Den 2. Juli: Se. Exc. der Herr General-tieute« nanr und Ritter, Baron Offenberg, nebst Familie, Herr vr. Kretschmar, und Herr vr. meä. Schreib?» aus IUien, im Hause des Herrn Rathshcrrn Mcisscl, Ein junger Mensch wünscht gerne eine Die, Nr. 2N9; Herr v. Stoevern, aus Riga, beim Schnei« »erstelle zu erhalten. Nähere Auskunft ercheilt ^ dermcister Neuburg; den 3.: die Gutsbesitzerin v. Grozmani und Baronesse A. v. Brunow, aus dem die hiesige Buchdruckerei. Wilnaschen Kreise, be'tm Herrn Rath Gamper; J)!a, dame Tottien, und Madame Saemann, nebst Toch, ter, auA St. Petersburg, bei Herrn I. F. Tottien; Theater-Anzeige. den 4-: Herr Obrist v. Böttiger, a. D., aus Sr. Petersburg, beim Herrn General-Lieutenant v. Pe­ Tinem. kolien ^.äel unä verekrtein ?uklitersen; Herr Pastor Gläser, nebst Familie, aus Donlcurn gebe ick rnir 6ie L.kre uHafer — 60 ü 70 Struck. Erbsen — 140 ü igs, ^6uar<1 We^lanät. Leinsaat — 170 ä 250 Hanfsaar — 15.0 Flachs 4brand pr. Srein. 375 Angekommene Reisende. — Abrand . . . . — c 312^ Im t. Stadttheil, 1. Quartier, den 3. Juli: Herr -- 2brand ^ — j 250 I)r. ineä. Heinr. Ernst Heucking, aus Koldingen, bei yans _ 250 a 325 Gerhard, am neuen Markte, im Hause Nr. 24; Herr '^^chs , pr. Pfund 27 5 30 Candid. theol. Ludwig Koch, aus Birsen, und Herr Burrcr, ^elbc. . / . . px. Viertel 750 ä 800 Or. Ertel, aus Goldingen, bei der Wittwe Günther, Kornbranntwein. . . . vx.gStoof 100 in der Dorstadt, im Hause Nr. 255; Herr ObristSalz, St. Ubes . . . . . pr. Loof 230 Lieurenant v. Bilderling, ältester Adjutant im Sraa— Lissabon 220 5 be Sr. Kaiserl. Hoheit des Großfürsten Michael, uus — Liverpool 200 Sr. Petersburg, bei Frau Hofrathin v. Bilderling, Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 750 in der Herrenstraße, im Hause Nr. 23; den 4.: Hr. ^ in förnen . äito . üito . . v,-. W. Lortsch, aus Goldingen, beim Herrn Theer, finländisch, . . . . äiro. j Stiftslehrer Brünner, in der Sandstraße, im Hause Wind und Wetter. Nr. 69. -- Im j. Stadttheil, 2. Quartier, den 2.: Herr Arrendator E. Knam, aus Tadaiken, bei Dress­ Den 29. Juni SW., heiter; den 30. NW., Regen; den 1. Juli SW., veränderlich; den 2- SW. und ier, im Rathsherr Wirckauschen Hause, am'alten den 3. O., Regen; den 4. SW., veränderlich; den Markte, Nr. 19!; Herr v. Schroeders, aus Ordan5- SW-, bewölkt. gcn, bei Büß, am alten Markte, im Hause Nr. 207-

gek^nst an unä kitle um geneigten ?>uI^ikau, clen Z. ^ul)' 184t« 1^. Hewelins.

S ch i f f 6 - L i st e. E i n k o m m e n d : Capitain: kommt von: an: m«t: Gortl. Ziepe. St. Petersb. Ballast. Sörensen ^ Co. Riga. F. Schuscke. Waaren. I . Harmsen jun. Groningen. Ballast. Frieder.Hagedorn. H. I. Ketelaar. H. W. Meyer. Hamburg., Ioh. Schnöbe!. llito Frieder.Hagedorn. Schiedam. F. H. Plukker. A u s g e h e n d Schiff: Capitain: nach: mit: Prahm Anna Emilie.O. W. Zierck. St. Petersb. Gerstengrütze,», eich Holze. Memel. Heringe. Marie Antoinette. E. Ellingsen. St. Petersb. Spiritus, Hafer ?c. St. Peter Paul. H. W. Lüpcke. Copenhagen. eichenem Holze. Wilhelmine. N. F. Wulff.

No. Nation: Schiff: 99 Russe. Acriv. — äi'.o die Dankbarkeit. 100 Hollander, de Hoop. 4. 10t Hanovcraner.die Frau Maria. 102 Holländer. Hendricka.

Juli. 1-

Juli. 13. 4.

No., 109

t!0 III

Nation: Russe. Dane. Russe. Dane.

Zfttn drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Pr»»inzen, Tanner, Ccnsor.

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5.

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

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Mittwoch, den 9. Juli P u b l i c a t i 0 n e n.

Gemäß dem Schreiben der Libauschen Chaussee -Bau-Commission vom 7- d. M. sub Nr. 2S wird desnuttelst dem resp. Publikum die Schonung der mir Rasen belegten Abhänge der Berge bei den Ellern em­ pfohlen, indem dcls häufige Betreten besagter Abhänge das Einwurzeln dcr Rasen verhindert und so die beabsichtigte Befestigung der Sandberge zur Hemmung des Flugsandes in ihrem Entstehen vereitelt wird.— Wobei zugleich, da bereits Kühe auf der Promenade längs dem Chaussee-Damm bei den Ellern und auf den daselbst terrassirten Bergen weidend betroffen und ein großer Theit dcr neuangelegten Rasenbedeckung aufgewühlt und zertreten worden, zur Nachachtung bekannt gemacht wird, daß alles auf der Promenade um und an dcr Chaussee sich umherrreibende Vieh unfehlbar gepfändet und dcr Eigenrhmner desselben, zum Ersay der Futterungskosten und des angerichteten Schadens, zur Erlegung eines Pfandgeldcs als Beloh­ nung des Pfändcrs angehalten werden soll. Libau -Polizei-Amt, den 8. Iuly 1841. Nr. Polizeimcistcr Michael. ^ 5f. D. Gamper, Sekr. Wen» nach Vorschrift des Befehls Eines Kurläiidischen Kameralhofes vom 4. Septem, dcr 1K39 sub Nr. 9170. die Quartier»Gelder für Ein Libausches Polizei.Amt bei der Quar, rier-Committee eingezaHlt und von derselben, genanntem Polizei-Anne zugestellt werden sol­ len;
Wien, vom 3. Juli. Der Rufs. Finanzmiuister Graf Kankrin ist vor einigen Tagen in Begleitung des Russ. SiaatSrathes CKemiotte hier durchgereist. Hr. v. Tatischtscheff veranstaltete ihm ein Diner, welchem auch der Fürst und die Fürstin von Metternich beiwohnten. Graf Kankrin setzte die Reise nach Gastein ohne Aufenthalt fort. Die Abreise des Fürsten Staats-Kanzlers ^ wird im Laufe dcr nächsten Woche stattfinden. Berlin, vom 9. Juli. Auf die Vorstellung des Magistrats und der. Stadtverordnete« von Breslau an den König sind folgende Königl. Worte als Bescheid er, gangen, die hier in Abschriften circuliren und vielfältigen Stoff zur Unterhaltung bieten:

„Wenn der Magistrat und die Stadtverord­ neten zu Breslau in ihrer Eingabe vom 2. d. sich auf die gesetzliche Zulässigkeit der in Bezug genommenen, auf dem Provinzial,Land­ tag angebrachten Petition zu ihrer Rechtferti­ gung derselben berufen, so hätten sie dies nicht nölhig gehabt, da ihre Befugniß ihnen nicht bestritten worden ist; es steht derselben aber Meine Befugniß gegenüber. Mich gegen Meine Unterthanen über Geist und Tendenz der von ihnen auf verfassungsmäßigem Wege ausge­ sprochenen Bitten wohlgefällig oder mißfallig zu äußern, und zu Letzterem hat ihr Antrag Mir, nachdem Ich Mich über den Gegenstand desselben bestimmt genug ausgesprochen, An­ laß gegeben. Ich weiß übrigens sehr wohl

dm Mißgriff des städtischen Vorstandes von dem Mir wohlbekannten laurern, treuen. Mir ergebenen Sinne der Breslauer Einwohner­ schaft zu trennen, und habe deshalb nur de, dauert, daß wider Meine Absicht die Eröffnung, welche nur dem Magistrat und den Sravll'clordneten mitgetheilt werden sollte, einesürdie ganze Bürgerschaft schmerzliche Oeffentlichkcir erhalten hat/' Magdeburg, vom 20. Juni. Ich kann Ihnen Mittheilung über eine Feier Machen, der ich als Augenzeuge vorgestern beiwohnte, und die für alle Deutschen, na­ mentlich aber für Preußen von hoher Bedeu, tung war. Es war die am 18. Juni, am Jahrestage der Schlacht von Belle - Miance, stattfindende Beisetzung des vereinen FUdMarschalls Grafen v. Gneisenciu und die Ent­ hüllung der demselben vom Preuß. He^re ge­ setzten Statue. Die Feier war nicht allein für die Vergangenheit von hoher historischer Bedeutung, sondern auch für die Gegenwart, indem sie durch die Anwesenheit des Königs und der sämnulichen Kon. Brüder auf eine Art und Weise verherrlicht wurde, welche deutlich bewies, daß bei der Wiedel kehr ähn­ licher Zeiten auch dieselben Gesinnungen, wel­ che in den Jahren t8l3—l5 Preußens König und Volk begeisterten, noch nicht erstorben seyn würden. Die von dem Professor Rauch zu Berlin meisterhaft ausgeführte Sdarue des verewigten Helden erhebt sich über der am Ausgange des Parks von Sommerschenburg liegenden Gneisenauschen Familiengruft auf einer kleinen sanft ablaufenden Anhöhe, nur dem Antlitz nach Westen, nach dem letzten Schauplatze seiner ruhmvollen Tbalkrafr ge» wendet; eine schöne Thallandschafr, mir rei­ chen Dörfern überdeckt, welche der Riefe des Harzes, der Brocken, begränzt, erschließt sich hier dem Auge des Beschauers. Unweit da­ von liegt das Dörfchen Sommersdorf, in dessen Pfarrkirche der entschlafene Held nebst feiner Gattin und einer ihm vorausgegangenen Toch­ ter bis jetzt ruhte. Dorthin bewegte sich der Zug. als dcr König, der Prinz von Preußen und die Prinzen Carl und Albrecht um 9 Uhr aus dem Schlosse Sommerschenburg erschienen waren, wo sie von dem Besitzer, dem Tagö zuvor vom Könige zum Major beförderten

ältesten Sohne des Verewigten. Grafen August von Gneisenau, dem Oberpräsidenten v. Flott­ well und den zahlreichen Milirairs und r»lterschaftlichen Ständen aus der Nachbarschaft

empfangen werden waren. I n der Pfarrkirchs zu Sommersdorf angelangt, nahm der König unmittelbar hinter dem Sarge Platz, neren ihm dcr älteste Sohn des Verstorbenen, hier­ auf der Prinz von Preußen, die Prinzen Carl und Albrecht, unmittelbar neben ihnen der zweite Sohn des Feldmarschalls, Graf Hugo v. Gneisenau, ein Schwiegersohn des Ver­ storbenen, Graf Hohtnlhal aus Sachsen, und ein Enkel von idm. Lieutenant von Scharn, Horst, zugleich Enkel des berühmten Generals gleichen Namens, als nächste Leidtragende. Als hier der Sarg von der Karbol. Geistlich-, keit (ter Verstorbene war Katholik) eingeseg­ net war, setzte sich der Zug in Bewegung. Auf dem Wege desselben waren zwei Batail­ lone des 26. und 27' Infanterieregiments, zwei Schwadronen Großfürst Michael Cuiras sier und zwölf Geschütze i n geöffnetem Viereck auf dem Platze von der Krrche bis zum Monumenr aufmarschirr. Unmittelbar aber vorder Starue stand ein Deraschement des neun­ ten Regiments., den Namen Kolberg führend. Bekanntlich war es dieses Regiment, an dessen Spitze der Feldmarschall Kolderg im 1.1807 so heldenmüthig vertheidigre, daß es erst nach dem Friedensschlüsse durch Capitularion an den Feind überging. Der Zug bewegte sich in lautloser SnÜe bei dem herrlichsten Weuer unter Trauermusik der aufgestellten Truppen nach der Familiengruft; als aber die irdischen Reste des Feldmarschalls beigesetzt waren, da krachte der Donner des Geschützes und der Batatllonssalvcn durch die weite Ebene. AIS nun die zahlreichen Umstehenden, zunächst der König, die Prinzen und Leidtragenden, einen Kreis um die Statue gebildet hatten, hielt der Divisionsprediger Große eine Rede, in der er. eine kurze Lebensbeschreibung des Verewigten gebend, hervorhob, wie sich der Engel dcs Herr» bei ihm gelagert und durch lbn dle Wiederherstellung und den Ruhm des Varer» landes gefördert habe.» Hierauf trat der äl­ teste Waffengcfährte des Feldmarschalls, der General der Cavallerie v. Borstell, auf dessen erste Anregung das Monument errichtet wer» den, vor den König und erbar sich im Namen des Heeres die Erlaubniß,- das Monument enthüllen zu dürfen; der König gab sie, die Hülle fiel und das meisterhafte Kunstwerk in carrarischem Marmor zeigte ssch so vielen Tausenden in charaktervoller Aehnlichkeit. Der Marschall steht in Kriegertrachr, vom Reiter,

man«! umhüllt, mit der Anken auf den Sä,

be! gestützt, in der Rechten eine Papierrolle haltend, sein Attribut als Chef des General­ stabs. Hierauf dankte General von Borstell der Armee und dem König in Namen der Manen des Verstorbenen für das seiner Erl», nerung geweihte Standbild und erinnerte daran, wie dieser Held, der sie so oft zum Siege geführt, ihr ste:s als Muster. dienen möge. Hieraus erscholl dein König ein tausendstim­ miges Hoch! Da umarmre der Monarch den preisen Borstel! und schloß ihn in seine Arme, dann aber nahm er das Band des schwarzen Adlerordens von der Brust und hing es dem ^ Kriegsmuiister, Gen. Bopcn, um, ihn eben­ falls an das Herz drückend und ihn an die Zeit erinnernd, wo er mit Schornhorst und Gneisenau in dem Jahr 1807 und spä:er so viel zur Erhebung des Preuß. Volks mitge­ wirkt. Auch die Prinzen umarmten den 70jährigen, aber noch äußerst rüstigen Greis, der nesgerührt di:ses neue Zeichen der Gnade sei­ nes Monarchen empfing. Als nach vollende­ ter Feier die Truppen vor dem König vor» beidefilinen, schloß sich noch ei» eigenes Corps an sie an; es waren dies gegen 200 alle Krieger, sämmtlich dem Bauernstands der Um> gegend angehörend, die, mir der Denkmünze des Freiheitskriegs geschmückt, sich selbst organisirt hatten, und mit Lanzen bewaffnet in Zügen vorbeidefilirten. Z)ieser Gedanke ergriff den König lebhaft, und er nahm mehrere Bittschriften, die ihm von denselben überreicht wurden, huldvoll auf. Ein glänzendes Diner von 200 Gedecken, das der Besitzer von Som­ merschenburg in einem eigens dazu erbauten Saale arrangirt hatte, und an dem der Kö» rüg und die Prinzen Theil nahmen, schloß die Feier. Als der Graf Gneisenau unter dem lauten Zuruf der Anwesenden die Gesundheit des Königs getrunken, brachte der König selbst zwei Toaste aus, die mit großem Enthusias'

Zahlung auf ^seinen Tribut abgeschickt, sich aus 1.250.009 Fr. belaufe. Jenes Journal hofft auf das bestimmteste, daß die TributFrage zu keiner ernsten Schwierigkeit Anlaß geben werde. — Nach dem „Courrier francais" wäre es gewiß, daß die Pforte dem Pa» scha von Egypten die Verwaltung Arabiens, wo die Localdehörden die öffentliche Ruhe zu wahren außer Stand sind, habe anbieten las» st.'i; Mehmed Ali werde waHrscheinlich dieses lästige Geschenk annehmen, weil es ihm einen Vorwand dazu biete, seine zahlreiche Armee Uüler den Muffen zu behalten. Auch meint dieses Blatr, werde die Zeit kommen, wo die Pforre froh s.pn werde, wenn sie sich Syriens und Kandiens auf dieselbe Weise entledigen könne. — Es hat sich bereits erne Gesellschaft gebildet, welche gegen die Zahlung von 130 000 Fr. und der lür die nötdige Zn't kostenfreien Überlassung von 4 Fahrzeugen und einem Dampfboor, das untergegangene Dampfvoot „Pollux" herausholen will. Das Dampfvoot hatte 70.000 Piaster in Silber für die Neapo« Manische Regierung, 50,0(0 Fr. Gold für die Russische Gräfin Ilexkull, 30,000 Fr. und meh­ rere Equipagen für die Neapolitanische Gräfin Rocca, 20.000 Fr. und eine Sammlung kost­ barer Steine für den Russischen Artillerie» Capitain Tararischew u. s. w. an Bord.

Gerichtliche Bekanntmachung. Am 10. d. M. und an den folgenden Ta, gen, Nachmittags von 3 Uhr, soll der Nach­ laß des verstorbenen Stadtwägers R. I . Laurentz, bestehend aus verschiedenen zu einer Hauswirthschaft nöthiqen Gegenständen, wor­ unter sich auch ein Paar gute Oelgemälde be­ finden, bei dem allhier in der großen Straße sub Nr. 236 belegenen Laurentzschen Hause, an die Meistbietenden, gegen gleich baare Be» Zahlung versteigert werden; als worüber ge, genwärtige Bekanntmachung ergehet. Libau, den Z. Juli 1841. '

mus aufgenommen wurden; der erste galt „den großen Erinnerungen des 48. Juni, mögen s»e die spätesten Geschlechter zu gleicher Be» geisterung als unsere Väter erwecken!" Der Zweite galt „dem langen Fortblühen des Ge­ schlechts des Helden, dessen Andenken wir heute Bekanntmachungen. feiern." Nach aufgehobener Tafel kehrten der Ourck äen LeitrsZ milätliatiZer Herzen, König und die Prinzen nach Magdeburg zu-_ öie mit stillem k'Ieilss 6isNotki itirer altern­ ruck. den ^litscliGestern 2U erleielitern suchen, Paris, vom 4. Juli.

Die „Presse" berichtet, sie habe aus guter Quelle vernommen, daß die Summe, welche Mehmed Ali bereits an die Pforte als Abschlags,

eg ZelunAen, eine Lammlung 8tic:kereien im neusten (Zesclimscke, so wio suck ver­ schiedene andere (^eZenstTnäs 2um Verkauf anzustellen. Uensckenkreunäe, äis Ikeil»

nebmer 2u diesem « ^aclimittags von 2 bis 6 lllbr Zeökknet ist. ^uclr können einzelne (^egenstänZe nacli beliebigsr Wabl eoAleieli verspielt werden. ?iUAleicIi selge icli hiermit an, dats icli aukgekordert worden bin, ein Industrie(Üomxtoir anxuleAeri und sowohl 2vm ^mxkanZe wie auck 2um Verkauf verfertigter Lacnen bereit bin. I'lierese Brünn er, im Witte- A Hueckescbem Wsis.enliause.

Theater-Anzeige. Donnerstag, den 10. Iuly, wird zum Be, nefiz des Herrn W e i l a n d t aufgeführt: D i e Räuber. Trauerspiel in 5 Akten, von Fr. v. Schiller. Herr Weilandt wird die Rollen: ksrl und Franz Moor zusammen geben.

Angekommene Reisende. Im t. Stadttheil, i- Quartier, den 7. Juli: Herr Studiosus Kienitz, vom Lande, bci der Frau Staats­ räten v. Wohnhaas; Herr Studiosus Uksche, aus Mitau, bei der Wittwe Günther; Oemvisclle Bienemann, beim Herrn Commerzienrarh Bienemann. Im !. Stadttheil, 2. Quartier, den 6.: Herr Instanz-Secretaire Tilling, aus Hasenpoth, bei Büß. — Im 2. Stadttheil, z. Quartier, !en 8-: Herr Zoll-Direktor v. Isweko«, aus Polangen, bei dcr Ich habe die Ehre Einem geehrten Publi­ Frau Rirtmeistcrin Vorkampff. kum meine Ankunft aus Mitau ergebenst an» (Badegäste.) zuzeigen, und mache zugleich bekannt, daß ich Den 4. Juli: Herr i>r. Bötticher, aus Mitau, im abwechselnd sowohl h»er als in Windau v Mellinschen Hause; den 6-: Frau v. Buckowicka, nebst Z Fräulein Töchtern, aus Mitau, beim Herrn Bestellungen annehme»? werde. Die an Zahn» Stadtälresten Stern; Herr Oberhofgcrichrs-Sccretaire krankheiten leiden und meine Hülfe bedürfen, C. Schmid, aus Riga, beim Herrn Oberhofgerichtsbitte ich mich bei Zeiten davon in Ktnntniß Advokaten Kran;; Herr A. E. Bulmerincq, aus K»rzu setzen. Arme werden unentgeltlich kurirr. siten, beim Herrn Stadtalresten Huecke; Herr Kammerjünker v. Oomeiko, nebst Gemahlin, aus Minsk, Meine Wohnung ist im Haufe der Tischler« und die Gutsbesitzerin Helena v. Strawinska, aus Wittwe König. dem Slominskischen Kreise, beim Herrn Stadtalre­ N . L ö f f l e r . privilegirter Zahnarzt. sten Sonne; Herr v. Swenzitzky^ nebst Gemahlin, Oafs icli im Xonscbackscben Usus« ein aus Minsk, bei Herrn Nöegeding; den 8.: Frau Gutsverwalterin Mellin, aus Garrosen, bei der Frau l^astbaus völlig eingerichtet babe und so- Cvlleg.-Assessorin v. Olschewsky; Herr G- Dressier, vvobl kür weisende mit (Quartier und Ltall- Kaufmann aus Riga, beim Herrn Bürgermeister Gunther; Herr Grenzaufseher und Ritter v. Wenzel, räum verseben bin, ?.eige icli bierdurcb ernebst Gemahlin, aus Schweckschnen, bei der Schuh« gsbenst an und bitte um geneigten ?>umachermcistcrswittwe Müller; die Gutsbesitzerin Ju­ sprucb. I.ibau, den 2- ^ul^ l^4llie v. Wolkorva, aus Nowogrod, bci Herrn Jarvein; k'. tlewelinL. Herr Kronsförster, Titulairrarh Fr. Grvger, aus Matkuln, und Frau Secretairin Neander, aus Mi» Ein junger Mensch wünscht Lerne eine Die, tau, bei dcr Frau Räthin Friederici. nerstelle zu erhalten. Nähere Auskunft ertheilt A b r e i s e n d e r . die hiesige 'Buchdruckerei. Dcr Zimmergesell Cor. Wil'omeit, nebst Familie, auS Einem hohen Adel unv geehrtem Publikum Memel, reiset nach Riga. 1 mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich alle Bestellungen in Putzarbeit annehme; Lours vom 2- und g. auch habe ich niedrere nach der neuesten Mo, ^.msteräani 90 Lent5. ^ H'ür de verfertigte Sachen, als Hüte, Hauben ;c. 1S6 «amdurA . 90?. 34^? 34Z ZLoo. ) t R^udsl vorräthig, verspreche prompte und billige Be» ?ce.Lt. ) Lilder. I^onäon . . ZM.Z9^ Ig 39 dienung und bitte um geneigte Bestellungen. kkAiidbr. s. 100S t M ' Amalia Pedersen, — s. looz im Haufe des Herrn Rosenberg. durl. ^ito tllvS 100z ?

S c h i f f s - L i s t e . Juli. 7. 8. —

No. Nation: ittZ Russe. 104 Norweger. iu5 Holländer.

Schiff: Friederich. Hoppct. Elisabeth.

E i n k o m m e n d : Capitain: kommt «on; .llltt: H. Withmer. Cronstadt. Ballast. E. Samsonsen. Stavanger. Hermgen. C. H. Veen. Schiedam. Ballast.

an: Frieder.Hagedorn. dito

F. G. Schmahl.

Zst jn drucken erlaubt. I « Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee»Prsvinzen, Tanner, Censor.

Libausches t k. Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

.» «. SV.

Sonnabend, den 12. Juli

FD-SÄ.

P u b l i c a t i o n e n. Wenn auf den Antra« Seiner Exccllenz des Kurl. Herrn Civil-Gouverneurs, Geheimen-Raths und Ritters von Brevern, wegen zu treffender Bestimmung der Strafen für das verbotene Taback undCigarren-Rauchen in den Straßen, Eine Kurl. Gouvernements-Regierung diesem Polizei,Amre mittelst Vcfehls vom 30. v. M. sub Nr. 5219 zu eröffnen geruhet, daß die zuerst zu verhängende Geldpön für das verbotene Taback und Cigarrcn-Rauchen in den Straßen dieser Stadt in bis 3 Rub. S., je nachdem das Rauchen nach der Jahreszeit oder dem Orte, mit geringerer oder größerer Gefahr oder auch mit opponirendcn Um­ standen verbunden ist, bestehen könne, diese Geldpön bei dem zweiten und dritten Male zu verdoppeln ist und in sofern Jemand es sich beikommcn lassen sollte, auch zum vierten Male gegen das besagte Verbot zu handeln, darüber nach genauer Untersuchung dcr Sache Einer Kurl. Gouvernements-Regierung Bericht zu erstatten sey, damit dcr des Ungehorsams Schuldige außer der von Gerichtswegen ihm auferlegten Pön und Strafe, für allen Schaden aufzukommen hat, der etwa aus seiner unerlaubten Handlung entstehen könn­ te:— so hat dieses Polizey-Amt sich veranlaßt gesehen, mittelst gegenwärtiger Bekanntmachung durch das hiesige Wochenblatt, beim Trommelschlage und durch das Anschlagen an die Thüren dcr Gasthäuser und öffentlichen Verkehre die vorberegte obrigkeitliche Anordnung zur allgemeinen Kenntniß und Nachachrung zu bringen und dabei den hiesigen Einwohnern zur Pflicht zu machen; alle bei ihnen einkehrenden Fremden mit dem vorbesagten Verbot und der angeführte»; Pön und Strafe noch besonders bekannt zu machen. Libau, den 10. Juli 1841. 3 Nr. N78. Polizeimeister Michael. Assessor v. Grvtthuss. Assessor S a k o w s k i . Z . D - Ga m p e r , S e k r . Gemäß dem Schreiben der Libausch?» Chaussee-Bau-Commisston vom 7. d. M. sub Nr. 25 wird desmittelst dem resp. Publikum die Schonung der mit Rasen belegten Abhänge der Berge bei den EUern em­ pfohlen, indem das häufige Betreten besagter Abhänge das Einwurzeln der Rasen verhindert und so die beabsichtigte Befestigung der Sandberge zur Hemmung des Flugsandes in ihrem Entstehen vereitelt wird.— Wöbe: zugleich, da bereits Kühe auf der Promenade längs dem Chaussöe-Damm bei den Ellern und auf den daselbst terrassirten Bergen weidend betroffen und ein großer Theil der neuangelegten Rasenbedeckung aufgewühlt und zertreten worden ^ zur Nachachtung bekannt gemacht wird, daß alles auf der Promenade um und an der Chaussee sich umhertreibende Vieh unfehlbar gepfändet und der Eigenrhümer desselben, zum Ersatz dcr Futterungsrosten und des angerichteten Schadens, zur Erlegung eines Pfandgeldes als Beloh­ nung des Pfänders angehalten werden soll. Libau-Polizei-Amt, den 8. Zuly i84l. Nr. 1171. Polizeimeister Michael. I . D . Gamper, Sekr. St. Petersburg, vom 28. Juni. Sc. M. der Kaiser haben Allerhöchst zu befehlen geruht, daß zu dem am Juli d. I . bevorstehenden Geburtsfeste I . M. der K a i s e r i n Alexandra F e o d o r o w n a alle angesehene Personen beiderlei Geschlechts, so wie auch die Stabs- und Ober-Offiziere der Garde und Armee, sich am genannten Tage

um t l Uhr Vormittags im Peterhofschen Pa» laste zu versammeln haben, um daselbst dem Gottesdienste beizuwohnen, und dann KK. MM. und I I . KK. HH. ihre Glückwünsche darzubringen; die Damen im Russischen Kleide, die Herren in Parade-Uniform. An diesem Tage findet in Peterhof für den gesammten Adel und die Kaufmannschaft ein Maskenball

Gcatk, zu welchem Alle, i» MaskcradenkleiHern. sich um 7 Uhr Abends zu versammeln baven. Zum Masienballe werden sei: dem 2L- d. im Hof-Comptoir die nöthigen Billette vertheilt.—- Um den Verkauf des-Medles für die armen Bewohner hiesiger Residenz zu er­ leichtern, Häven Se. M. der Kaiser Aller« gnädigst ZU befehlen geruht: l ) den Mehlverkauf aus den Magazinen vsn 1 bis Z Pud nach dem Gutachten d^s Comptoirs der Ma­ gazine zu verabfolgen, ohne besondere Zeug­ nisse der Polizei, ein größeres Quantum aber von ungefähr 2 Kul monatlich für eine Fa­ milie, laut Billetten von solchen Personen, de­ nen die Erthe«lung Verselben zusteht; 2) diese B'lletke dürfen, außer den Sradttheils-Vor-^ . stehern und dem Sradthaupt, auch von den Viertelsmelstern, wo der Vorzeiget des Billets wohnt, errheilr werden. Marlenbad, vom 9- Juli. Vorgestern feierten dte hier anwesenden!ln« tenhanen Sc. Majestät des Kaisers von Ruß­ land. meistens zum hohen Adel gehörend, den Geburlstag ihres erhabenen Monarchen auf eine würdige und glänzende Weise. An der Spitze des zu diesem Ende erwählten Fest, Comile'S befanden sich der Fürst und die Für» stin Obolenski, die Fürstin Scherbatoff und der General Krafflström. Nachdem schon Moraens ein feierlicher Gottesdienst stattge­ funden, wobei ein aus Warschau angekomme« ner Geistlicher die Messe las, erfolgte Abends ein Ball, wozu die ganze anwesende BadeGesellschaft eingeladen war. I n den Räumen des neuen Converfations Hauses, welche bis zur Tageshelle erleuchtet und auf das ge» schmackvollste reich mit Blumen decorirt wa» ren, versammelten sich etwa 300 Personen, die ein sehr anlmirter Tanz und ein gewähltes Concert, wo man besonders das Talen: des Tenoristen Herrn Greiling dewunderte, auf's Beste unterhielt. Am Schlüsse eineS splendiden Soupers wurde unter Enthüllung analoger Transparente dem erhabenen Be, Herrscher aller Neuffen ein enthus-a?isches Le­ behoch gebracht. Zur allgemeinen Freude be-" ehrte Se. König!. Hoheit der Prinz August von Preußen dieses Fest während dessen gan­ zer Dauer mit feiner Gegenwart. — Gestern. ist die Fürstln von Warschau. Gemahlin des Fürsten Statthalters des Königreichs Polen, hier eingetroffen.

Paris, vom 7. Juli.

Der Oppositionsgeist, welcher sich meinem

großen Theile der Presse gegen die Befestigung von Paris zu äußern anfängt, scheint die Re­ gierung bereits ernstlich zu beunruhigen. I n einem gestern hauptsächlich zu diesem Zwecke zusammen gerufenen Cabinets-Rathe wurde das in Bezug auf diese Angelegenheit zu beobach» tcnde Verfahren in umständliche Berarhung gezogen. Es handelte sich vorzüglich darum, zu wissen, ob man nicht durch eine strengere Beobachtung des Grundsatzes der Gleichzeitig­ keit der Arbeiten an den Forts und an dem Ringwalle die Presse beschwichtigen und ihr den Vorwand nehmen könne, unter welchem sie Miene macht sich in Masse gegen den Lieb, lingsplan Ludwig Philipps zukehren. — Meh« rere Preußische Ingenicure nahmen in diesen Tagen die Fortificalions « Arbeiten um Paris in Augenschein. London, vom 6. Juli. Aus Sheffield wird von vorgestern^ Abend um 7 Uhr über ein furchtbares Unglück, wel­ ches dort durch das Umschlagen eines Dampf, bootes verursacht worden, Folgendes an den „Sun" berichtet: „Es bleibt mir nur so viel Zeit, Ihnen kurz e»n entsetzliches Ereigniß zu melden, daß sich diesen Nachmittag zu Rotherham bei Sheffield zugetragen. Es wurde ein Dampfboot, dessen Bau vollendet war. vom Stapel gelassen. Mehr als 150 Personen befanden sich auf dem Schiff. Das Boot schlug um, als es in die Wogen lief. I m Augenblick, wo ich Ihnen schreibe, sind de« reirs 50 Leichen aufgefunden worden, und fortwährend fängt man deren noch auf, je eine in drei oder vier Minuten." Madrid, vom 30. Juni. Die Besatzung des Forts Alhucemas an der Asrik. Küste hat sich am 7. d. in Empö» rung versetzt, mehrere Offiziere ermordet, die Einwohner ausgeplündert, Frauen geschändet. Am 14. geriethen in Dice die Meuterer in Uneinigkeit, und endlich erklärten sie, sich ge» gen Zugeständniß freien Abzuges ergeben, wi­ drigenfalls aber alle Einwohner ermorden, und den Platz an die Marokkaner «bergeben zu wollen. Von der Türkischen Gränze, vom t . Juli. Ein Schreiben aus Konstantinopel meldet, daß die Krankheit (Epilepsie) des SultanS Abdul Medschid immer mehr überhand nehme und er den dringenden Bitten seiner Mutter, den Harem weniger zu besuchen, kein Gehör schenke, überhaupt nicht zu bewegen fep, sich etwas zu versagen. Der Ober-Hofmeister,

Elisabeth Conrad. — Christoph Karl Landfang. — Riza Pascha, sein Günstling, wird als der ei­ August John Lorenz. gentliche Regent bezeichnet, da verjünge Sul­ Copulirte: Der zünftige Fleischergefelle Kaspar tan in seinem leidenden Zustande sich wenig Diedrich Matthies mit Sophia Rosine Rose.— Der um die Regrerungs-Geschäfte kümmert. zünftige Fleischergefelle Ioh. Fricdr. Gotthard Schar­ ringer mit Charlotte Regina Rauch. Konstanlinopel, vom 23. Juni. Verstorbene: Johann Heinrich Sorgewitz, alt 6 I n Hinsicht der Verleihung der Erblichkeit Jahre, 6 Monate. — Andreas Toppmann, alt 4 Ian die Familie des Beschirs in Syrien, hat 9 Mon. — Charlotte Susanna Gottlieb Philipps, die Pforte bestimmt, daß der Libanon eine alt i I. 10 Mon. — Steuermannsfrau Charlotte Dorothea Sprohje, geb. Rasmus, alt 39 I. 4 Mon. Verfassung erhalten soll, die derjenigen der zwei Donau»Hospodariate entsprechen soll; In der l'ibauschen evangelisch-lettischen Gemeinde sind im Monat Juni geboren: 9 Kinder, 3 Kna­ dies stellt sie nun als Grundsatz aus, und ist ben, 6 Madchen; copulirr: 5 Paare; gestorbcn: 2 demnach für die Bewohner jenes Gebirgs, Männer, von dinen der eine von einem Pferde erwenn auch nicht die Erblichkeit in der Herr« schlagen wurde. scherfamilie. doch wenigstens ein Zustand zu hoffen, der demjenigen der Freiheit und Un­ Gerichtliche Bekanntmachung. abhängigkeit ziemlich nahe kommen dürfte, Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ wenn dem Libanon gleichfalls ein Schutzherr jestät, des Selbstherrschers aller Russen :c. entstünde, der dem Protector der Fürstenthü» zc. zc., werden von dem Grobinl'chen Stadtmer an Macht gleichen würde, was wohl Magistrare alle Diejenigen, welche an den nicht unmöglich wäre.' Nachlaß der hieselbst verstorbenen Bürger und Alexandrien, vom t9. Juni. Mühlenmeister Johann Daniel M iranischen Unmöglich ist es den entsetzlichen Zustand Eheleute, irgend welche Forderungen und An­ der Anarchie zu schildern, in welchem sich Spsprüche haben oder zu haben vermeinen, hier­ rien befindet. Man kann die Städte nicht mit eäiclaliter alcitirt uod vorgeladen, sich mehr verlassen, ohne stch der Gefahr auszu­ am 7. August d. I . als dem dazu anbe­ setzen, ermordet oder wenigstens ausgeplün­ raumten ersten Angabe-Termin, entweder per­ dert zu werden,' die Bauern kommen nicht sönlich oder in gehöriger Vollmacht, auch wo mehr von ihren Bergen herunter, weil sie nöthig in Assistenz oder Vormundschaft, bei fürchten, wegen der neuen Steuer, die man dem Grobinschen Sradt'Magistrate, Vormit­ von ihnen verlangt, in das Gefängniß gesteckt tags in der Session mir den nöthigen Be, zu werden; auch fehlt es überall an Lebens» weisen zu melden und ihre envanigen An­ Mitteln, und die Hungersnoth verbindet sich sprüche und Anforderungen gebührend anzu­ m»t der Pest, um das unglückliche Land vol­ geben; worauf sie dann das weitere Rechtli­ lends zu verderben. Um Sprlen zum Auf« che, so wie zuvor noch die Ansetzung des stände gegen den Vicekönig zu treiben, hatte zweiten und Präclusiv-Angabe-Termins zu ge­ die Pforte eine Verminderung in den Zollab­ wärtigen haben. , 1 gaben und einen siebenjährigen Steuer-Erlaß Grobin, den 7. April 184tversprochen. Und jetzt fordert man die Vor« LIsncatunci Z.Xtionis L6!ctslis ausbezahlung dieser Steuern, die man erlassen /tis l^rodiniensis halte, sowie die Bezahlung der drei Jahre, A. Gerhard, die nach Egypten gezahlt worden sind. Auch luä. (üvit. (^rok. 8ecr. Nr. 183. hatte man die Zurückgabe der Waffen ver« langt; darauf antworteten die Drusen: Holt Auktionö - Ankündigung. sie! Die Nachrichten aus dem Hedschas sind Von dem Libauschen Zollamte wird bekannt eben so traurig; die Pilger von Mekka sind gemacht, daß in dem Packhause desselben am alle ausgeplündert worden, viele haben sogar 22. Iulp t84l, Vormittags um Uhr und ihr Leben verloren. den darauf folgenden Tagen, verschiedene confiscirte wollene und baumwollene Manu­ faktur, Waaren, Glassachen, perlemutterne A'iAniß üb» die, im Monat- Juni, bei der evangelisch. deutschen Gemeinde zu iibaii GetaufToilettessegenstände, Bernsteinperlen, Tisch«t . CopuUrten und Verstorbenen. Messern und Gabeln, wohlriechende Seife und Getaufte: Katharina Emilie Rhode. - Charlotte Oel, Spiegelglas, Chokolade und Cigarren, ^ Amalie Hewling. — verauktionire werden sollen. z s? ^olius Gessau. — Heinrich Emil Ko, toffsky. — Susanna Dorothea Kvkoffsky. — Anna Sekretaire Stavenhagen.

Bekanntmachungen. I . N a u s n i t z aus Königsberg macht hier» mit seitntl resp. Kunden die ergebene Anzeige, daß er auch in diesem Jahre den Memler Markt mit einem reichhaltigen M a n u f a c i u r und Modenwaarenlager besuche» wird. Einem hohen Adel und vercHrungswürdigem P u blikum zeige ich hierdurch ergevenst an, daß ich in alle Metalle und Stein, Pettschaüen und Wappen gravi'e, und verspreche billige und prompte Bedienung. Mein Logis ist im Hause des Herrn I . M. Herzberg. Mcper Aron Joschpe, Graveur. Einem hohen Adel und Einem resp. Publi» kum mache ich hierdurch die erqevenste Anzeige^ daß in meiner Conditorei, wahrend der Dadezei:, jeden Dienstag, Donnerstag und Sonn­ tag, verschiedenes Gefrorenes fertig zn haben ist. Bestellungen von größeren Quantitäten itehme ich zu jeder Zeit dankbar an. Zugleich mache ich auch bekannt, daß fortwährend Eis Hei mir zu haben ist. Ioh. I u o n , C o n d i t o r . Oats ick im konsc.kackscken Hause ein usxrucd. I^idau, äen 2- 5"^? 1L41. L''. Hev^elinA.

Angekommene Reisende. Den 10. Juli: Herr Zahnarzt Grebe, aus Mitau, beim Herrn Schiffskapitain Seebeck, Madame Neu­ burg, nebst Tochter, aus Königsberg, beim Hand, schuhmachermeister Adler; Herr C- Waldhauer, sniä. ziieä., aus Königsberg, Herr E. G. Buslcr, Lehrer aus Colberg, und Herr A. Rosenberg, Partieulier, bei der Wittwe Makinski; Herr Soullier, französi­

scher Sprachlehrer, aus Windau, dein: sicllo. Sradt« t1?eils-Aufseher Ibianski; Herr I. Itlrgsnson, aus Eltern, bei Herrn Pastor Rottermund. (.Badegäste.) Den 8.: Grast» Ais de Granpre, Herr Gutsbesitzer v- Soltan, Fräulein v. Piater, Fräulein Emma v. Lämberg, und Fräulein Elisabeth v. Cagurska, aus dem Reschltzkischen Kreise, beim Herrn Makler De­ witz; Herr v. GrotthusS, nebst Familie, aus Wainoden, beim Bäckermeister Fr. Kluge; den 10.: Frau v. Hahn, nebst Tochrer und Fraulein Römer, aus Wleß-Pommusch, bei Herrn Meitzer; den n>: Herr Maruschewski, Lehrer aus Krvschi, bei Frey; Hur v. Prschisetzky, nebst zwei Töchtern und Verwandtin Podwinska, beim Sattlermeister Kossetzky; Herr v. Kleist, ^aus Gawesen, bei der Wittwe MaiinsN. A b r e i s e n d e r . Der Reifenschlägergesell Johann Heinrich Carl Meiss­ ner, aus Lübeck, reiset dm 15. Juli 1341 nach Rcga.

Markt ,Preise. Weitzen . . . . . pr. toof Roggen . . . . . . Gerste H^fer

Erbsen Leinsaat . . . . . . Hanfsaat Flachs äbrand.... —

Zbrand

Hanf Wachs

10.

Juli. 10. 11.

12.

-

^

290 150 1,g 70 160 250

250 250 s 326 27 ä 30 750 » 800 100 230 220

pr Pfund Butter, gelbe. . ^ pr. Viertel Kornbranntwein. . . pr. 9 Stoof Salz, St. Ubes. . . pr. Loof — Lissabon —^ Liverpool 200 Heringe, in büchenenTonnen,. ?r. Tonne 750 ^ in fernen . äiro . ü i r o . T h e e r , f i n l ä n d i f c h , . . . . äiro. Wind und Wetter. Den 6. Juli SO., veränderlich; den 7. SW., be­ wölkt; den 8. SW., Regen; den 9.: W., bewölkt, den 10. SW., Regen; den il. S. und den 12. N.; bewölkt.

S ch i f f 6 - L i ft 2«li.

. . .

2brand . . . .

Cop. S.

250 Ä 125 S 100 S 60 Ä 140 S 170 ü 1^0 pr. Srein^ 375

e.

E i n k o m m e n d : Schiff: Capitain: kommt von: mit-: Xo. Nation: anSalome. G. H. B. Burmester. Cronstadt. Ballast. I, Harmsen jun. 106 107 Holländer. NeerlandsKronprinsIacob vand.MeydenVlardingen. Dachpfannen. F< G. Schmahl. Zorg en Vlyt. E. Lemcke. St. Petersb- Waaren. I Harmsen jun. 108 Russe. 109 äito Libau's Packet. Eduard Konschack. Wiburg. Theer u. Pech. clito A u s g e h e n d : IVo. Nation: Sckiiff: Capikain: nach: mit: Frankreich. Saat und Holzwaaren. Eendragt. C. van Limmen. 112 Holländer. Riga. die Dankbarkeit. F. Schuscke. — Russe. Leinöl, Oelfarben ?e. Holland. de Hoop. Roggen. 113 Hollander. H. I. Ketelaar. tlZro 114 Hanoveraner die Frau Maria. H. W. Meyer. Schlagsaar und Roggen.

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil, Oberverwaltung der Ostsee, Provinzen, Tanner, Censor.

K i b a u f eh e s Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

. S «.

. Mittwoch, den 16. Juli P u b l i c a t i o n e n.

Wenn nach Vorschrift des Befehls Eines Kurländischen Kameralhofes vom 4. Septem» der 1839 sub Nr. 9170, die Quartier>Gelder für Ein Libausches Polizei,Amt bei der Quarrier-^ommittee eingezahlt und von derselben, genanntem Polizei-Amte zugestellt werden sol­ len; so werden die resp. Livauschen Hausbesitzer hiermit aufgefordert, die Polizei - QuartierGelber für die 2ce Hälfte d. I . vom 9- Iuly bis zum 1. August d. I . , tätlich von 9 bis 12 Uhr Vormittags bei dieser Committee einzuzahlen und die Quittungen dagegen zu empfan, gen. Libau-Quarner-Commiltee, den Z. Iuly 184!1 Nr. 768. (Die Unterschrift der Qu a r t i er - C o m m i t te e.) Wenn auf den Antrag Seiner Excellenz des Kurl. Herrn Civil-Gouverneurs, Geheimen - Raths und RitrerS von Brevcrn, wegen zu treffender Bestimmung der Strafen für das verbotene Taback und Cigarrcn-Rauchen in den Straßen, Eine Kurl. Gouvernements »Regierung diesem Polizei-Amre mittelst VefehlS vom 30. v. M. sub Nr. 5219 zn eröffnen geruhet, daß die zuerst zu verhängende Geldpön für das verbotene Taback und Cigarren-Rauchen in den Straßen dieser Stadt in bis z Rub. S., je nachdem das Rauchen nach dcr Jahreszeit oder dem Orte, mit geringerer oder größerer Gefahr oder auch mit opponircnden Um­ ständen verbunden ist, bestehen könne, diese Geldpön bei dem zweiten und dritten Male zu verdoppeln ist und in sofern Jemand es sich beikommen lassen sollte, auch zum vierten Male gegen das besagte Verbot zu bandeln, darüber nach genauer Untersuchung der Sache Einer Kurl. Gouvernements-Regierung Bericht zu erstatten sey, damit der des Ungehorsams Schuldige außer der von Gerichtswegen ihm auferlegten Pön und Strafe, für allen Schaden aufzukommen hat, der etwa aus seiner unerlaubten Handlung entstehen könn­ te:— so hat dieses Polizey-Amt sich veranlaßt gesehen, mittelst gegenwärtiger Bekanntmachung durch das hiesige Wochenblatt, beim Trommelschlage und durch das Anschlagen an die Thüren der Gasthäuser und öffentlichen Verkehre die vorberegtc obrigkeitliche Anordnung zur allgemeinen Kenntniß und Nachachtung zu bringen und dabei den hiesigen Einwohnern zur Pflicht zu machen; alle bei ihnen einkehrenden Fremden mit dem vorbesagten Verbot uns der angeführten Pön und Strafe noch besonders bekannt zu machen. Liban, den 10. Juli 18L1. 2 Nr. N78. Polizcimeistcr Michael. Assessor v . G r o t t h u s s . Assessor S a k o w s k i . I . O. Gamper, Sekr. St. Petersburg, vom 2- Juli. Mittelst Allerhöchsten Tagesbefehls vom 25. Juni ist Se. Hoheit der Prinz Emil von Hes­ sen zum Chef des Kasansche» Dragoner-Rei giments ernannt worden, welches v o n jetzt a n : ..Dragoner-Regiment Sr. Hoheit des Prinzen Emil von Hessen" heißen soll. — Se. M. der Kaiser haben Allerhöchst zu befehlen geruht, die Provinz Kaukassen aus der Zahl der zur Verleihung von Ländereien künftig bestimmten

Gouvernements auszuschließen. — Als die St. Petersburgische Kaufmannschaft die Ankunft I . K a i f . H . der G r 0ßfürstin M a r i a P a w lowna mit Ihrem erhabenen Gemahl, dem Großherzog von Sachsen-Weimar, erfahren hatte, äußerte sie den Wunsch I . K. H. durch eine Deputation die herzlichsten Glückwünsche zu Ihrer Ankunft im Vaterlande darbringen zu dürfen. Auf dle Vorstellung des Hrn. Ge­ neral-Gouverneurs erfolgte die Allerhöchste Ge-

vebmigung, und die aus i4 Personen bestehen­ de Deputation mit dem Stavthaupte hatte die Ebre, am 22. Juni in Pnerhof ihre Aufwar» tung zu machen. I h r e Hoheit geruhte sich Mit jedem der Deputirten huldvoll zu unter­ halten und die unbeschreibliche Huld der G r oßfürstin erinnerte Alle an die unvergeßliche Maria, die Mutter und Beschützerin der Wai« sen und Unglücklichen; und noch größer ward die Rührung der Anwesenden, da auch in den Augen der Großfürstin die geweihte Thräie der Liebe für die Heimath erglänzte. Nach­ dem die Depmirten das Glück gehabt zum Handkusse zugelassen und dann S. K. H. dem Großherzoge vorgestellt zu werden, hielten sie sich für vollkommen beglückt, und dachten nur daran, bei der Rückkehr ihre Gefühle mit den Ihrigen zu theilen; aber Ge. M - der Kai« ser geruhten dies Glück noch zu erhöhen, in, dem Sie Allergnädigst befahlen, das Stadt» Haupt und alle Deputirte zum Frühstück und zur Mittagstafel in den Sälen des Palastes einzuladen. Darauf wurde, dem Allerhöchsten Willen gemäß, ihnen eine Spazierfahrt in Hofequipagen vorgeschlagen und ihnen alle Merkwürdigkeiten von Peterhof und Alexan­ dria gezeigt. Aus dem Haag, vom 2. Juli. S . K. Höh. der G r o ß f ü r s t Konstantin von Rußland ist gestern Nachmittag hier an­ gekommen und im K. Schlosse abgestiegen. D e m Vernehmen nach bleibt S e ^ K a i s . H ö h . zivölf Tage hier^ wenigstens «st das Russische Geschwader auf so lange Zeit in dem Nleuwediep vor Anker gegangen. Paris, vom 9. Juli. I n Algier war das Gerücht verbreitet, Abdet Kader habe sich in das Gebiet von Ain-Madi mit seinen Truppen geworfen. Aufgefordert von Tidschini, dasselbe zu räumen, habe er dies' verweigere, worauf es zwischen Beiden zu einem Gefechte gekommen wäre, in welchem der Emir 800 — 1000 Mann verloren habeH sollte, und eiligst mit seiner Reiterei hätte fluch» ten müssen, ohne jedoch seine Infanterie retten zu können, die größtentheils in die Gefangen? schaft des Siegers geralhen wäre. — Herr von Baraine, Botschafter Frankreichs m St. Petersburg, arbeitet in diesem Augenblicke an einer Geschichte des Parlaments von Paris. Er wird gegen den 15. August in der Französtschen Hauptstadt erwartet.

Wien, vom 10. Juli.

Seit einigen Tagen herrscht hier auf der

Börse eine bedeutende Geld-Krills. Alle Staats» paplere und Industrie-Aktien gingen bedeutend herab; das Falliment des einst so mächtigen Hauses Steiner und Comp, hat viel dazu beigetragen. Allein noch mehr Aufregung findet seit vorgestern statt. Die Börse ist ungeheuer alarmirt. Es handelt stch um nichts Geun» geres als die Insolvenz-Erklärung des Hau« sts Gaymüller, welches Europaischen Rufge» nießr, und eben e;st bei der neuen Oesterr. Anleihe als einer der Haupt Conrrahenten fi^u» riren sollte. Em panischer Schrecken durch» lief die Handelewelt, als sich die ersten Ge­ rüchte hierüber verbreiteten. Alle industriellen Slctien und selbst die Scaalspapiere sanken be­ deutend. Man versichert heute, daß das Fi­ nanzministerium in Folge dieser Krists 5 Mtll. Vorschüsse in Cenrral-Anweisungen zur Unter» stützung des Handelsstandes bewilligen werde. Der Chef des Hauses Gapmüller, dessen ei­ gentlicher Name Falkner, aus Basel, ist, und Ver vor 20 Jahren in den Freiherrnstand er­ hoben wurde, «st als einer der tüchtigsten Köpfe der Handelswelt anerkannt und genoß allgemeine Achtung. Rom, vom 3. Juli. Se. Heil, der Papst hat seine Wohnung von dem Vai-can nach dem Quirinale verlegt. — Die Girandola am Peter-Paulsfeste, so wie die Erleuchtung der Kuppel der St. Peterskirche, wurden diesmal von dem besten Wet» ter begünstigt. — Der hiesige Oi. Macchlelli, der sich seit einiger Z«ic in der Inquisition befindet, soll nach vierzehntägigen Exercitien dem Vernehmen nach loskommen. — Hier ist die Hitze fürchterlich, sie kann kaum höher steigen. Koblenz, vom 13. Juli. I I . KK. HH. der Prinz und die Prinzessin Carl sind gestern Nachmittag gegen 2 Uhr von Kreuznach hier angekommen; eine halbe Stunde später traf I , Maj. die Königin von Griechen­ land mit hohem Gefolge unter dem Donner der Geschütze des Ehrenbreitstein hier ein und wurde im Gasthofe „zum Riesen", woselbst I . Maj. abstieg, von I I . KK. HH. und den hohen Civil- und Militair, Behörden empfan­ gen. Alle am Ufer liegenden Schiffe, so wie die Schiffbrücke, hatten geflaggt, und auf dem Ehrenbreitstein wehete die Fahne, die Ihre Majestät die Kaiserin von Rußland dieser Feste zum Geschenk geschickt hat. — I . D?aj. die Königin von Griechenland und I I . KK. HH. der Prinz und die Prinzessin Karl und der

Prinz Waldemar von Preußen besuchten Heu« te, nachdem Sie ein Dmer im Gasthof zum Riesen eingenommen, die Burg Stolzenfels und die Beste Ehrenbreitstein. I . Maj. die Königin von Griechenland kehrte gegen 8 Uhr nach Ems zurück. Um 9 Ihr war großer Zapfenstreich und Ständchen vor dem genann» ten Gasthof, in welchem I I . KK. HH. der Prinz und die Prinzessin Karl und der Prinz Waldemar übernachteten. Höchstdieselben bcsuchten heute Morgens die hiesigen Kirchen, das Spital und einige der interessantesten Puucte der Umgegend und reisten um Mittag mit dem festlich geschmückten Dampfschiff „Vicro, ria" der Düsseldorfer Gesellschaft, womit Höchstdieselben auch gestern hier angekommen waren, wieder nach Bingen und Kreuznach ab. Vermischte Nachrichten. U h r ^ n , di e s i ch s e l b s t a u f z i e h e n . N a c h vielem Nachdenken und Versuchen ist dem Pasquale Andervalt in Triest endlich eine Erstn, dung gelungen, vermöge welcher derselbe mit Anwendung eines höchst" einfachen Mechanis­ mus solche „autodinamische Uhren" zu verfer­ tigen im Stande ist, welche, einmal in Gang gebracht, nie mehr aufgezogen zu werden brau­ chen. Die Uhren sind zugleich von einer sehr elegantem, gefälligen Form und gehen außer­ ordentlich regelmäßig. Die KK-Akademie der Wissenschaften hat dem Erfinder die goldene Medaille, und die KK. Hofkammer ein Privi« legium enbeilt. Er befindet sich jetzt «n Wien und nimmt dort Bestellungen zu 225 fl. Conv., Mze. pr. Stück an.^

9. 6. 1l) Ukr 4ö Aiivuten Abends, starb im Pastorate üursiten in Iiokem ^Iter, der krüliere I^ibauscbe Xaukmann VoI,ItIiäter, tür Mise, Unterstiit^uug und cbristlicbe I>iebe, ist er sankt und ruliig sil einem bessern 8e^n entsclila» ken. Diese ^n^eige »einen Wobltliätero, «ei­ tlen freunden und auob seinen' Verwandten. Iiibau, den IL. ^uli 1841. ortsoIi.

'

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma­ jestät, des Selbstherrschers aller Reussen zc. zc. zc., werden von Einem Libauschen StadtMagistrate auf Ansuchen der Geschwister Jo­ hanna und Maria Rothe, in Mitau, xer rnariö., als Inhaberinnen einer, von dem Nadlermei» ster Friedrich Ernst August Rothe und dessen Ehefrau Anna Elisabeth Rothe, geb. Schikkadanz. unter Verpfändung ihrer allhier su!) Nrs. 218 A 218 ^ belegenen Wohnhäuser, am 22- April 1830 über die Summe von 300 Rbl. S. an sie ausgestellten, am 26- August 1835 gerichtlich besicherten Obligation und Pfandverschreibung, da die Obligarionsaussteller bereits vor einigen Iahren mit Tode abgegangen, auch notorisch keine Leibeserben hinterlassen, Alle und Jede, welche an den Nachlaß gedachter Nadlermister Rotheschen Eheleute überhaupt und in sxecis an deren allhier zu Libau sub Nrs. 218 k 218 -k. be­ legenen Wohnhäuser sammt An- und Zubehör, irgend welche Ansprüche und Forderungen ha­ ben oder machen zu können vermeinen, hiemit eälctaliter citirt und vorgeladen, in dem auf den 19. September dieses 184lsten Jahres anberaumten ersten Angabe-Termine, entweder in Person oder rechtsgenügender Vollmacht, auch wo nöthig in Assistenz oder Vormund» schafr, in der gewöhnlichen Sessionszeit, so­ bald diese Sache acclamirt werden wird, v o r gedachtem Stadt-Magistrats zu erscheinen, ihre etwanigen Ansprüche und Forderungen gehörig anzugeben und zu documentiren, und sodann die Anberaumung des zweiten und Prä» clusiv-Angabe-Termins zu gewärtigen, unter der Verwarnung, daß, falls sie sich mit ihren Ansprüchen und Forderungen nicht melden soll­ ten, gegen sie die Präclusion ausgesprochen, und ihnen ein ewiges Stillschweigen auferlegt werden wird, auch die yu. alibier sub Nrs. 218 K 218 belegenen Wohnhäuser zur Be» friedigung der vorgedachten Obligation von 300Rub. S. sammt sollenden Zinsen und Ko­ sten verkauft werden sollen. Wornach sich zu achten! Urkundlich unter dem Siegel Eines Libau­ schen Stadt-Magistrats und der gewöhnlichen Unterschrift gegeben auf dem Rathhause zu Libau, am 16- Map 184!. 2' Bllancat zur Edic /'s ^ Xtalcitation vor den Libauschenv,-^'^'/Stadt-Magistrat.

F. A. E. Kleinenberg, ?uä. sux. Liv.

Lecr.

Bekanntmachungen.

AuktionS - Ankündigung.

Einem hohen Adel und geehrtem Publikum mache ich hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich den diesjährigen Jahrmarkt mit einem vollständig assortirtcn Lager meiner Schwei­ zerwaaren. bestehend in wollenen und halb« wollenen Damast zu Mänteln und Kleidern, quarirte Halbmerinos, gedruckte, gestreifte und quarine Mousline. so wie verschiedenes Schweizer Leinen, Hosenzeuge u. s. w.. besu­ chen und solche in der Bude des Herrn I . C- Henckhusen, dem Polizei.Amte gegenüber, zu den billigsten Preisen verkaufen werde. Es bittet demnach um geneigten Zuspruch Balthasar Glarner, Schweizerwaaren «Fabrikant aus Riga.

Von dem Libauschen Zollamts wird bekannt gemacht, daß in dem Packhause desselben am 22. Iulv 184l, Vormittags um 11 Uhr und den daraus folgenden Tagen, verschiedene confiscirte wollene und baumwollene Manu« factur. Waar-en, Glassachen, perlemutlerne Toiletregegenstände, Bernsteinperlen, Tisch« Messern und Gabelu, wohlriechende Seife und Oel, Chokolade und Spiegelglas, Cigarren. verauktionirt werden sollen. 2 Sekretaire Stauen Hagen.

Donnerstag, den 17. Juli, die dritte musskalische Abend'Unterhaltung im ehemal. Sor» genfrepschen Garten.

G. Waeber. Ts emxkieklt Sick eins Uauskälterin, eins Z?erson 6ie sckon in mehreren aäelicken I^äusern Ze6ient list. Lie versteht nicht nur clis ILoclilcunst, sonäern aucli 6as Tinlcoclien aller Läkte, alles 2>n dachen, Leite 2U lochen unä was nnr von einer Aescliiclcien Haushälterin 2n kor6ern ist. I^ä^ers I^aclivveisnnA ertlieilt äio Txxeäiiion dieses Llattes. 3 Einem hohen Adel und geehrtem Publikum mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich alle Bestellungen in Putzarbeit annehme; auch habe ich mehrere nach der neuesten Mo­ de verfertigte Sachen, als Hüte, Hauben zc. vorräthig, verspreche prompte und billige Be, dienung und bitte um geneigte Bestellungen. Amalia Pedersen. im Hause des Herrn Rosenberg. I . R a u s nitz aus Königsberg macht hier­ mit seinen resp. Kunden die ergebene Anzeige, daß er auch in diesem Jahre den Memler M a r k t mit einem reichhaltigen M a n u f a k t u r und Modenwaarenlager besuchen wird.

Angekommene Reisende. Den 12- Juli: Herr Ltuä. meä. Julius Kleinen« berg, aus Dorpat, und Herr Friedr. Kleinenbcrg, auS Mira», im Octtingerschen Hause; Herr Candidat Ernst Bernewiy, aus Kautttzen, Herr August Berncwitz, aus Neuenbürg, Hen l3.: Herr Assessor v. Roenne, nus Haseupoth, Herr »r. Schack, aus Capsehden, den 14.: Herr Pastor Conrad«, aus Mesohden, und Herr Assessor v. Mirbach, aus Grobin, b?i der Wittwe Makinski; den 13.: Herr Marschall, Kammerjunker v. Waczinski, aus dem Schaulschen Kreise, beim Herrn Stadtältesten I. F. Sonne; den 14-: Herr D. Marotzki, und Herr L. Melville, aus Memel, bei Gerhard; den 15.: Herr Pastor R Schulz, aus Lippaiken, und Herr vr. A. Schule, aus Curlcmd, bei Büß. ^ (Badegäste.) Den 12- Juli: Comtess? Keyserling, vom Lande, »m Telschschen Hause; den 13.: Herr Friedensrichter. Baron Hahn, nebst Gemahlin, aus Grobin, deinHerrn Aeltermann Z. C. Oemme; Frau Obrist Katrerfeld. aus Telfch, bei der Frau Wittwe Hoheisel; den Frau Baronin Korff, nebst Fräulein v. Sacken, aus Groß-Dahmen, bei Herrn v. Stuart; Madame Theela Stegmann, nebst Familie, und Frau Consistortal-Räthin v. d. Launitz, aus Grobin, bei der Riemermeistcrs-Wittwe Rettger; Herr A.Wachsmuth, aus Mitau, bei Herrn Schnee; Fräulein v. Solran, aus dem Refchitzkischen Kreise, beim Herrn Makler Dewitz; ten 15.: Herr Starost v. d. Ropp, nebst Familie, aus Papplacken, und Frau Stabtaltestm Reinbold, aus Mitau, bei Madame Häberlem. A b r e i s e n d e r . Der Reifenschlägergesell Johann Heinrich Carl Meiss­ ner, aus Lübeck, reiset den is- Juli-1841 nach Riga. x Lours vom 10. unä 1Z. 5uli. Lsnts. ) issz lisinliui-A . 9l) 1'. 34? 34^ 8L00. ! 1 ' l^onäon . . Z ^Vl. 38^ 38A ?ce.St. ) Lilder.1 I.ivl.?kanäbr. s. ivvz s. (üurl. 6ito IW2 z 1005 5 W < 9 5 z

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Ist ju »rucken erlaubt. I « Namen der Civil - Oberverwaltung der Ostsee - Prsvinzen, Tanner, Cenfor. (Hierzu einen Rechnungs-Abschluß des hiesigen Feuer-Versicherung-Verems.)

Lib6

Wochen-

ll

Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

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Sonnabend, den 4g. Juli P u b l i c a t i o n e n .

Nachdem Eine Kurlandische Gouvernements-Regierung über die am 30. April d. I . ausgesetzte Wahl eines Mitgliedes der Libauschen Quartier - Committee für den Adel - und Exemtenstand auf meine Unterle­ gung nunmehro mittelst Befehls vom 9. d. M . sub N r . 5423 Entscheidung getroffen: so habe ich die hieselbst besitzlichen und ein Wahlrecht habenden resp. Personen aus dem Adel- und Exemtenstande dcsinittelsr einladen wollen, zu der gegenwärtig von mir auf den 26- d. M . , Vormittags um 12 Uhr anberaumten, vbberegten Wahl bei mir in Person oder gesetzlicher Vollmacht zu erscheinen, ribau, den 47. J u l i 1841. N r . 106Polizeimeister M i c h a e l .

Alle Diejenigen, die die Reparatur der hiesigen ÄZachthäuser und die Anfertigung zweier neuen Schilderhäuser zu übernehmen Willens sind, werden hierdurch aufgefordert, sich mit der nöthigen Sicherheit zu dem desfalls angesetzten Torg am 24- und zum Pcretorg am 31. d. M., vor Mittag um 11 Uhr, in der Libauschen Quarner-Committee einzufinden, wo» selbst sie auch die Anschläge und Bedingungen einsehen können. Libau-Quartier-Committee, den 19. Iul») 184l. Reich. C. C. Tiedem ann. R. Oettinger. Melville. Nr. 1809I . Buss, Buchhalter. 3 St. Petersburg, vom 8. Juli. Morgen, Mittwoch den 9. Juli, erfolgt das letzte Concert der Bergbewohner von Bagnöres »m Saale der Frau von Engelhardt in der Newskischen Perspective. — Am vorigen Frei­ tag besuchten die 40 Bergbewohner von Bag, „öres das Hofsänger-Corps, wo zu gegen» seitiger Zufriedenheit beider Kapellen ein Wechselconcert Statt fand. Paris, vom 15. Juli. Die gestern Abend durch den „Messager" gegebene telegr. Depesche von der Unterzeich­ nung des Londoner Gchluß-Protocolls(s.London) bat hier eine ungemein freudige Stimmung hervorgebracht. Diese Depesche ist zwar sehr kurz gefaßt, sagt aber deutlich, daß es sich von zwei Akten handelt: nämlich von einem Schluß'Protocolle der Conferenz, wodurch diese nun aufgelöst ist, und von der neuen Conven» tion, welche den Schluß der Dardanellen be« trifft. Ersteres ist von vier, letzteres von fünf

Mächten unterzeichnet. Hiermit sind alle Wün» sche derjenigen in Erfüllung gegangen, welchen es am Herzen lag, daß Frankreich wieder in den Europäischen Großrath eintrete, weil nach ihrer Meinung dies eine Garantie für die Rube und die friedliche Fortentwickelung des inter» nationalen Verkehrs der Großmächte sepn wird. Die Convention in Bezug auf die Dardanel­ len besteht aus einem allgemeinen Eingang, in welchem die Mächte erwäbnen, wie die Pforte sich an sie gewendet habe, um von ih­ nen die gemeinschaftliche Garantie des Rechts des Dardanellen »Schlusses und also die In» tegrität des Ottomanischen Reiches zu erhalten, und wie die Mächte, um einen Beweis ihrer Uneigennützigkeit und ihrer Fürsorge für das Wsbl des Türkischen Reichs zu geben, sich unter einander verpflichten, dieses Dardanel­ len - Schluß » Recht zu respectiren, worauf in drei oder vier Artikeln die Formulirung dieser Verpflichtung erfolgt. Dieser Vertrag beschäf­

tig^ sich mit nichts Anderem, und einhält für keine der fünf Mächte irgend eine Verpfiich» tung, auf eine Aufforderung des Sultans für die besondere Garantie der Integrität sciues Reiches oder überhaupt zu irgend einer In» teivention einzugehend Durch diesen Beitrag tritt das Türkische Reich unter den gemeinsa­ men Gesamimschutz aller Europäischen Mä^re zurück, de» se!bst diejenige Macht anerkannt,, welcher der erivahnie Gpec al-Verrrag ein aus­ schließliches Recht d a z u erlheilte. M a i , er, kennt, nach diesem endlich errungeneu Rrsulrat, hier die Bemühungen der Cabinetre, die am meisten zur Herbeiführung desselben bei­ getragen haben, mit großer Bereitwilligkeit an, und man nennt den Preußischen Gesanl-e,k in London, Herrn von Vülow, vornehmlich unter den Männern, deren aufrichtige und loyale Bemühungen am meisten dazu beigetragen ha­ ben. Frankreichs Zutritt zu diesem Acce un­ geachtet der Schwierigkeiten, die sich so zahl« reich entgegenstellten, so bald möglich zu ma­ chen. London, vom 40. Juli. Commodore Napier hat »n einem Schreiben an Mehmed Ali und Bogdos Bey energische Vorstellungengegen die Beschränkung der Handelssreiheit in Egypten und gegen die ZurückbeHaltung der Syrischen Conscribirten gemacht. Er wirst Beiden vor, sie hätten ihm ihr Wort gebrochen, und er erklärt, daß wenn man die gegebenen Versprechungen nicht erfülle, der Pascha an ihm einen eben so entschiedenen persönlichen Feind haben werde, als er bisher sein Freund gewesen. Der Commodore deu­ tet sogar an, daß er leicht noch einmal in Alexandrien erscheinen könnte, falls sein jetzt auf der Rückkehr nach Syrien befindlicher Sohn nicht im Stande wäre, die Befreiung aller Syrier aus ihrer Gefangenschaft zu melden. Dann setzt er dem Pascha auseinander, wie thöricht dessen Versuch sey, seine Monopole den Traktaten und dem Entschluß der verbün­ deten Mächte zum Trotz aufrecht erhallen zu wollen; er stellt ihm vor, daß Leinsasmen kein unentbehrliches Lebens>Bedürfn>ß sey, und daß der Pascha keinen vernünftigen Grund habe, die Ausfuhr desselben aus Rücksicht auf den Bedarf des nächsten Jahres zu verbieten; ge­ nug er sagt ihm, es müsse dem Egyptischen Volke, wie es demselben vom Sultan garan­ tirr worden, gestattet seyn, für sich selbst zu kaufen und zu verkaufen. Der Pascha soll auf dies Schreiben schoir geantwortet haben,

doch ist der' Inhalt seiner Antwort noH nicht bekannt. V o m 14. Die heurige ..Morning Cbretticls" enthält folgende Anzeige: „Gestern Nachmittag ist im auswärtigen Amte von den Bevollmäch­ tigten Oesterreichs, Frankreichs, Großbritaii, mens. Preußens, Rußlands und der Türkei die Convention wegen derMeerengen der Dardanellen und des Bosporus unterzeichnet worden, welche so lange abge­ schlossen und paraphirt gewesen ist, deren Unterzeichnung aber bis zu dem Momente auf­ geschoben wurde, wo die Annahme des Großherrlichen F rmans von Seiten Mehmed All's bekannt war. Die Unterzeichnung beendet das Schisma zwischen Frankreich und den vier Machten, welches aus der Verschiedenartigkeit der Meinung Frankreichs und jener vier Machte in Betreff der Maßnahmen entstanden war, durch welche die allgemeinen, der Theorie nach von Frankreich und den vier Mächten gleichmäßig behaupteten Princpien ins Werk gefetzt werden könnten; und es ist auf diese Weise eine neue Garantie für die Fortdauer des Friedenszustandes gegeben, bei dessen Erhal­ tung jede Europäische Macht so ernstlich interessirr ist. Die Ratificationen werden aus­ gewechselt werden, sobald sie von den rejp. Höfen eintreffen. Der Zweck der Convention ist, aus alle fünf Mächte die Vereinbarung auszudehnen, welche dem i i . Artikel des Tractats von 1L09 gemäß zwischen Großbritannien und der Türkei besteht und durch welche der Sultan^ erklärt, die beiden Meerengen den Kriegsschiffen aller Nationen verschließen zu wollen, so lange sich die Türkei im Friedens­ zustande befindet." Wien, vom I i . Juli. Der Fall des Hauses Geymüller u. Comp, ist noch der fast ausschließliche Gegenstand des Stadtgespräches. Obgleich über den Stand der Passiven genaue Nachweisungen noch feh­ len, so weiß man doch schon, daß selbige die Activa weit übersteigen und deshalb große Verluste unvermeidlich sind. Die Direktion der Nationalba,ik hat beschlossen, für die von ihr escomptincn Geymüllerschen Wechsel, circa 2 Mill. Gulden betragend, nicht sogleich die Giranten in Anspruch zu nehmen, sondern dieselben bis zur Derfallzeit liegen zu lassen, um Letzteren Zeit zu gönnen sich hierzu in Bereitschaft zu setzen. Dieser Beschluß ver­ dient in jeder Beziehung lobende Anerkennung,

indem dadurch weitere Verlegenheiten, und

vielleicht noch ernsteren Folgen am geeignet», st?» vorgebeugt wild. Uebcrdieß wurde von der Vanr beschlossen, auch aus industrielle Papiere, das ist aus inländische Eisenbahn« Aktien, nach einem bestimmten Lerhaltniß dis zum Betrage von 5 Mill. Gulden Vorschüsse zu leisten. Der Ruin des Hauses Geymüller soll sich hauptsächlich von den politischen Er, eignissen des Jahres 1830 her dauren, und seit der Zeit kein eigentlicher Fonds mehr vorbanden gewesen, sondern das großartige Geschäft fast nur auf Credit betrieben worden seyn. — Gestern haben wieder einige hiesige Handlungshäuser dritten und vierten Ranges ihre Zahlungen eingestellt und mehreren An^ deren dürfte dieses Loos noch bevorstehen. Vermischte Nachrichten. Als einen auffallenden Beweis der günstigen Wirkungen, welche die Einführung der Eisenbah, nen auf die Verbindungömittel der anliegenden Ortschaften, und folglich aufdie Ausdehnung der WagenangllegenheiteninsInnere, äußert, mel­ det der Brüsseler„Ovservateur", daß die Anzahl der Lohnwagen in Brüssel im Jahr 1835, vor Eröffnung der Eisenbahnen, nicht mehr als 90 betrug, wahrend ihrer daselbst jetzt bei 300 vorbanden sind. — Es ist bekannt, daß die Nordamerikanischen Wilden ihre im Kriege ge­ machten Gefangenen mit der rohesten Grau» samkeir zu Tode martern. Man bindet sie an einen Pfahl, macht Feuer umher, bratet sie lebendig, reißt ihnen das Fleisch von den Glie­ dern :c. während der Gefangene singt, lacht, und der ^Ohnmacht feiner Gegner spottet. Skranp, ein alter berühmter Krieger Masko« pens, ward endlich von seinen Feinden, den Schavanesen, gefangen und zum entsetzlich­ sten Martertode verurtheilt. Mit Hohnsprechen und Verachtung seiner Feinde ertrug er alle Martern, welche ihr Scharfsinn erfand. Man kam endlich auf den Einfall, alte Fsintenläufe glühend zu machen und ihn damit zu brennen. Skranp lächelte und sagte: „Das versteht ihr vicht, bindet mich los und gebt mir das glü» hende Eisen in die Hand, ihr sollt Wunder sehen!" — Ueberzeugt, daß der schon zerfetzte, überall verwundete und rund umher von be» waffneten Kriegern umgebene Gefangene nicht entkommen könne, band man ihn los und reichte ihm einen durchaus glühenden Flinrenlauf hin. Wuthend packte er mit beiden Händen das glühende Eisen, schlug mit unglaublicher Kraft rechts und links damit um stch, bahnte sich

mitten durch die erstaunten Femde einen Weg,

gelangte zu den Ufern eines nahen tiefen Stro» mes, sprang hinein, und obgleich ein Regen von Kugeln hinler ihm her sauste, schwamm er mit seinen verbrannten Händen so schnell, daß man ihn nicht einholen konnte. Er kam glücklich zu den Seinen zurück. —Vor kurzem wurde in Paris in der Kirche E t . Louis d'Antin eine Trauung vollzogen, welche der Neugierde einen piquanten Reiz darbot. Herr M . . e i n e r der reichsten Metallhandler, ver­ ließ vor ungefähr 28 Jahren sein Dorf in der Gegend von Saint Fleur, um in Paris als Kesselflicker sein Glück zu versuchen. Vereint, gen Tagen verbeirathete derselbe, jetzt im Be« sitz eines Vermögens von 400.000 Fr. Renten, seinen einzigen Sohn mit Mamsell Sophie S ..welche einer eben so achtbaren als ver« mögenden Familie angehört. Dem Wunsche des ehemaligen Kesselflickers zufolge sollten nun alle Verwandte desselben der Ceremonie bei­ wohnen. Was in dieser Gegend ziemlich ge­ wöhnlich ist, so war beinahe sein ganzes Gedurtsdrof mit ihm verwandt. Aus Dankbar­ keit für ihren Verwandten wanderte also fast das ganze Dorf nach Paris, und der Musi­ kant des Orrs, der sich ebenfalls unter den lieben Angehörigen befand, begleitete bei der Hochzeit mit seinem Dudelsack sowohl die Tanze, als auch den Nationalgesang Za 1a der Auvergne. Nichts war belustigender anzusehen, als die Pariser Damen in ihrer ausgesuchten Toilette in Gesellschaft der Gäste aus der Au­ vergne in ihrem Bergcostume. Auktionö - Ankündigung. Von dem Libauschen Zollamts wird bekannt gemacht, daß in dem Packhause desselben am 22. Iulp 184!, Vormittags um 11 Uhr und den darauf folgenden Tagen, verschiedene confiscirte wollene und baumwollene Manu, factur « Waaren, Glassachen, perlemurrerne Toilettegegenstände, Bernsteinperlen, TischMessern und Gabeln, wohlriechende Seife und Oel, Chokolade und Spiegelglas, Cigarren. verauktionirt werden sollen. i Sekretaire Stavenhagen.

Bekanntmachungen. Einem hohen Adel und geehrtem Publikum mache ich hierdurch die ergebene Anzeige, daß ich den diesjährigen Jahrmarkt mit einem vollständig assortirten Lager meiner Schwei» zerwaaren, bestehend in wollenen und halb» wollenen Damast zu Mänteln und Kleidern,

quarim Halbmerinos, gedruckte, gestreifte und

quarlrte Mousline, so wie verschiedenes Schweizer Leinen, Hosenzeuge u. s. w., befucben und solche in der Bude des Herrn I . C- Henckbusen, dem Polizei «Amte gegenüber, zu den billigsten Preisen verkaufen werde. Es bittet demnach um geneigten Zuspruch Balthasar Glarner, Schweizerwaaren - Fabrikant aus Riga.

Ourcli 6on Leinaz inilätliäti^er Herzen, 6ie init stillem ki'leil'se äie Rotlr i^rer alternclen ^itsclivvestern 2u erleiclitern sucilien, ist es ZelunAen, eine 8Z^nrnlunA Ltickereien irr», neusten (?esclimacke, so ^is aucli verscliieclens anclere (^eZenst'än^s ?>uin Verkauf auszustellen, ^lensckenkreunäe, 6is l'keilnekmer 2U Niesern eälen Werke sein wollen, vveräen ersucht, äis Ausstellung ileissiZ 2U besuclien, clie vorn Ii. ?ul^ ^ä^licli äes Sörzens von g dis 12, l^acl^rnittAAS von 2 bis 6 Illir Aeöilnet ist. ^.ucli können einzelne (?eZenstän6e nacli beliebiger Wabl «oAleieli verspielt vverclen. TuAleieli ^eiZs icli bierinit an, öals ieli aukZekoräert v^oräen bin, ein Inäustrie» Lornxtoir an^uleZen unä. sowobl 2unr LinxkanZe wie aucb 2uin Verkauf ver5ertiZter Lacken dereit bin. "I'lierese L r ü n n e r , irn Witts- ^ I^ueckesebenr Wsisenliauss. I . Rausnitz aus Königsberg macht hier­ mit seinen resp. Kunden die ergebene Anzeige, daß er auch in diesem Jahre den Memler Markt mit einem reichhaltigen Manufa ctur und Modenwaarenlager besuchen wird.

Abgekommene Reisende.

3

Den 17- J u l i : Herr Pastor Kaminsky, Herr Pa­

stor Wysocky, und Herr Sccrctaire I . v Iankiewicz, aus Telsch, Herr Gustav Wardeburg, vom Lande, und Herr M . L- Stern, Kaufmann aus M:kc?u, bei Frey; Herr Pastor Goldmann, nebst Gemahlin, und Herr Kreislehrer I . Karow, aus Hasenpoth, so wie Herr Vau-Conductcur Bleeck, aus Memel, bei BüßHerr Instanz-Secrckaire Tiling, aus Hasenpoth, beim Herrn Oberbofgerichts-Advokar Slevogt. — Den 18.: Herr Fr. Modewisck, lehrer aus Strandhoss, und Herr H. Kunsien, aus Neugut, bei der Wittwe Makinski; Herr Studiosus H. Kolbe, aus Dorpar, beim Herrn Schul - Inspektor Friedberg; Madame Jenny Vüngner, nebst zwei T)em. Schwestern, ausTuckum, beim Herrn Stadtältesten Schiller; Herr Kronsför­ ster Lulley, nebst Gcmabl-n, aus Kanzlern, bum Herrn Rath Höpner; Herr Balthasar Glarinr, aus Riga, beim Herrn Gold, und Silberarbeirer Meyer. ( B a d e g ä st'e.) Den 18. J u l i : Frau Stadt-Sekretairin Zimmer« mann, aus Hasenpoth, beim Herrn Apotheker An« dress; Frau Pastorin Seesemcmn, aus Preckuln, bei der Frau Pastorin Auschitzky.

Markt - Preise.

Cop. S .

toof

Weihen pr. 250 ä 29" Roggen — 125 ä 155 Gerste — wl) k ll)5 Hafer — 60 ü 70 Erbsen — 140 5 16l) reinsaat . . . . . . . . — 170 5 250 Hanfsaat — 140 145 Flachs 4brand pr. S t e i n . 375 — Zbrand — . c 312Z --- 2brand — j 250 Hanf 250 s 326 Wachs px. P ^ n d 27 ä 30 Butter, gelbe pr. Viertel 750 k 800 Kornbrannrwein. . . . vr.gStoof 100 S a l z , S t . Ubes. . . . pr Loo 230 — Lissabon 220 — Liverpool . . . . . . 200 Heringe, in büchenenTonnen,. pr. Tonne 780 i n förnen . äito . äito .

Theer, finlandisch, . . . . äito. Wind und Wetter. Den 13. J u l i N W . und den 14. N - , veränderlich; den 15. SW., heiter; den 16. S W . , Regen; den 17., 18. und 19. SW., veränderlich.

S c h i f f s - L i s t e . E i nk 0 mm ! n d: Juli. Xo.

Nation;

Schiff: Caviwin: kommt von: mit: an? Adelheid. H. Wischhusen. Ordre. Helsingfors. Ballast. äito Großfürst Alcxander .H. Rru ^e. Cronstadt. ciito 111 Frieder.Hagedorn. Jonas. R . Iversen. Ctavanger. Heringen. «I^to 112 Norweger. Claudine. A. Schlossmann. Gent. Ballast. 113 Russe. F. G. Schmahl. äito ' Expresse. H . P . Hensing. Dundce. äito 1!4 Ordre. A u s g e h e n d: ^0. Nation: Schiff: Capitain: nach: mit: Russe. Zorg cn Dlyt. E. Lemcke. Riga. Ballast. Il7 U e b e r f e h e n: Holländer. Elsina. H . L l . Schüring. Holland. Gerste. 18.--Russe. Kondrati Sawin. N . Tuleff. Boston Ballast. 30- ^

12. 110 Russe. 13.

^14. 16.

Juli. 15.

Juni

Ist jn drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee-Prsvinzen, Tanner, Censor.

Libüufches Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

SS.

Mittwoch, den 23. Juli P u b l i c a t l o n e n .

Nachdem Eine Kurlandische Gouvernements-Regierung über die am 30. April d. I . ausgesetzte Wahl eines Mitgliedes der Libauschen Quartier - Committee für den Adel - und Exemtrnstand auf meine Unterle­ gung nunmehro mittelst Befehls vom 9. d. M . sub N r . 5423 Entscheidung getroffen: so habe ich die hieselbst beglichen und ein Wahlrecht habenden resp. Personen aus dem Adel- und Exemtenstande desmittelst einladen wollen, zu der gegenwärtig von mir auf den 26- d. M . , Vormittags um t2 Uhr anberaumten, vbberegten Wahl bei mir in Person oder gesetzlicher Vollmacht zu erscheinen, libau, den t7- J u l i 1841N r . 106Polizeimeister Michael.

Alle Diejenigen, die zweier neuen Schilderhäuser mit der nöthigen Sicherheit 3t. d. M., vor Mittag um selbst sie auch die Anschläge den 19. Iuly 1841Reich. Nr- 1809-

die Reparatur der hiesigen Wachrbäuser und die Anfertigung zu übernehmen Willens sind, werden hierdurch aufgefordert, sich zu dem desfalls angesetzten Torg am 24- und zum Peretorg am j l Uhr, in der Libauschcn Quartier-Committee einzufinden, wo­ und Bedingungen einsehen können. Libau-Quartier-Comminee, C- C. Tiedemann. '

Rig«, vom 17. I u l i . I n Folge Allerhöchster Bestimmung sind zum Ausbau des hiesigen Schlosses für dieses Jahr vorläufig 70.000 Rbl. S.-Mze. von dem Reich, schätz. Departement auf den Livländischen Ka« meralhof zur Auszahlung angewiesen worden. (Rig. ^rg.) St. Petersburg, vom 12. I u l i . Se. M. der Kaiser haben auf Vorstellung des Ccmitä's der Herren Minister Allerhöchst zu befehlen geruht: Alexander Thal als Han> noverschen General-Consul in St. Petersburg, James Thal als Hannoverschen Consul in Moskwa, Carl Schnobel als Großbritannischen Vice.Consul in Libau und Wilh. Christian Wessel als Oldenburgischen Vice-Consul in Windau anzuerkennen.

Allerhöchster U k a s a n den D i r i g i r e n denSenar. ^ Einige Veränderungen in der Verordnung über die Stempelgebühren für nothwendig er­ 7

R. Oettingcr. Melville. I . Buss, Buchhalter.

2

achtend, haben W i r die zu diesem Zwecke vom Finanzminister entworfenen und im Reichs» rath durchgesehenen, hierbei folgenden Ergän, zungsregeln bestätigt, und befehlen die nöthi­ gen Anordnungen zu treffen, damit selbige vom 1. Januar 1842 an in Wirksamkeit treten.

D a s Original ist von S r . M a j . dem K a i , fer Allerhöchsteigenhändig also unterzeichnet: „ N i k 0 l a i." Peterhof, den 4. Juni 1841. Ergänzungsregeln für die Erhebung der Stempelgebühren. I . Alle in den Mittel» und höheren I n ­ stanzen, oder bei den denselben entsprechenden Personen einzureichende Bittschriften (mit Aus­ nahme der Appellationsgesuche, von denen weiter unten die Rede ist) müssen auf Stein» pelpapier vom nächsthöheren Grade, als bisher festgesetzt war, geschrieben werden, h. h.: a. An die in der zweiten und dritten Ab, theilung des 5. Bandes des Swod Sakonow

über die Steuern, Art. 23 bis 32. genannten Behörden und Personen ist, statt auf Stem­ pelpapier von 30 Kop. Silber, zu schreiben auf Stempelpapier von 60 Kop. Silber der Bogen. — K. An die in denselben Artikeln 23 Vis 32 genannte,» Behörden und Personen nicht mehr auf Stempelpapier von 60, fondern von 30 Kop. S. der Vogen. Anmerk. 1. Sinv für die in den Mittel- und höheren Instanzen einzureichenden Binschrisren mehr als ein Vogen nöthig, so können die übrigen Bogen von dem jenen Behörden jetzt zukommenden Stempelwerthe sey». Demzufolge bleiben die Regeln über das den Vorstellungen, den Ge< suchen zur weitern Geschäftsführung, zu Ab» schriften und anderen Annexen beizulegende Papier, wie auch alle übrigen bestehenden Ver­ ordnungen über den Gebrauch des Stempelpapiers im Verfolg der Verhandlungen und über die statuirten Ausnahmen von den Re­ geln, auch in Zukunft in ihrer Kraft. An» merk. 2- Die im Art. 68 des 5. Bandes des Swod Sakonow (von den Steuer«) erwähnten Gesuche um Versetzung von Krons» dauern, die zu wenig Land haben, in land» reichere Gouvernements, müssen nach wie vor an die Mittelinstanzen und denselben entspre­ chende Personen auf Stempespapier von 30 Kp. G., und an die höheren Instanzen auf Stem­ pelpapier von 60 Kep. S- geschrieben wer« den.— I I . Folgende Decumente, die laut Art. 37 des 5. Bandes (von den Steuern) auf Stempelpapier von Z5 Kop. S . der Bogen geschrieben werden mußten, sind auf Papier von höherem Werthe zu schreiben, und zwar: sä Punct I des erwähnten Artikels, Geburts­ und Taufscheine und dem ähnliche Documente (außer für Bürger und Bauern, welche der, gleichen Scheine nach der bestehenden Grund» läge zu erhalten haben) auf Stempelpopiev von 90 Kop. S . der Bogen; aä Punct 8. Aufentbaltsscheine für Ausländer auf Stem» pelpapier von 2 Rbl. S . der Bogen; aä Punct 9. Bescheinigungen und Certificate, deren die Kaufleure bedürfen, um ihre Handelsscheine zu lösen, nämlich: von der erst.n Gilde: auf Srempelpapier von 90 Kop. der Bogen, der zweiten von 60 Kop. und der dritten von 30 Rop. S . der Bogen; aä Punct 20 und 22Abschriften von Contraccen über Eröffnung von Gasthäusern und temporairen Speiselocalen in den Landstädten und Krons Flecken und Dörfer, und Bescheinigungen für ähnliche

Anstalten ln Domainen» und Privatdörfern

auf Stempelpapier von 60 Cop. S . der Bo» gen. I I I . Nächstdem werden neue Sorten Slem» pelpapier von 2, 3, 5, 6 und 10 Rubel S . creirr werden, auf welche geschrieben werden sollen: a. Appcllationsgesuchc-, und zwar: an die Departements des Dirigirenden Senats auf Stempelpapier von 10 Rbl. S . der Bo» gen (statt bisher 25 Rdl. Ass. oder 7? Rbl. S . ) ; an die C>vi!>Gerichlshöfe und die ihnen gleichstehenden Behörden auf Stempelpapier von 6 Rbl. der Bogen (statt bisher 15 Rbl. Ass. oder 4? Rbl. S-); gegen Entscheidungen der Vermkssungs-Canzlei und Comptoirs auf Stempelpapier von 5 Rbl. der Bogen (statt 12 RU. Ass. oder 3 Rbl. 60 Kop. S.); gegen die Entscheidungen der Landmesser auf Stem, pelpapier von 2 Rbl. der Bogen (statt 6 Ndl. Ass. oder 1 Rbl. 80 K. S.); gegen die Ent­ scheidungen des Kalmücken Ulußgerichts a»f Stempelpapier von 3 Rbl. der Bogen (statt 10 Rbl. Ass. oder 3 Rbl. S-) Anmerk. Wenn zur Anfertigung einer Appellationsschrift mehr als ein Bogen nötbig ist, so können die nach dem ersten Bogen folgenden von dem für die obengenannten Behörden bisher festgesetzt gewesenen Werthe scpn. Anmerk. 2. Rückstchllich d.'r Appellationsgesuche von Leuren, welche um Befreiung von der Leibeigenschaft nachsuchen und von Personen, denen ArmuthS halber die Zahlung des App^llanonsschiltings erlassen werden muß. wird die für diese Fälle im 5. Bande (von den Steuern) Art. 4!2und Zusztz zuui Art. 2765 des 10- Bandes (von den bürgerlichen Ersetzen) bestimmte Ordnung beibehalten. K. Vollmachten jeder Art, die von Kaufleuten an ihre Commis ausgestellt ten Creditbriefe nicht ausgenommen, müssen, statt auf Stempelpapier von 90 Kop. S-, auf Stempelpapier von 2 Rbl. S . der Bogen gei schrieben werden. Anmerk. Die im Arr. 71 des 5. Bandes (von den Steuern) enthal» tene Erlaubniß, daß Soldaten und Soldaten» tvittwen Krankheits halber zum Empfang ihrer Gage Vollmachten auf gewöhnlichem Papier ausstellen dürfen, bleibe in Kraft. Unterzeichnet: Präsident des Reichsraths, Fürst I . Waßiltfch ikow. Amsterdam, vom 17. Juni. Se. K. Höh. der Großfürst Konstan­ t i n , begleitet vom K. Russ. Gesandten am hiesigen Hofe, Baron von Maltitz, und vom Conrre-Adm. Lütke, ist heute hier eingetroffen.

K a l l - ^ n ^ s i ^ s . Am nächsten Sonntage, den 9". dieses Monats, wird im großen Saale des Rath­ hauses ein Ball stattfinden; die EintrittsBillette für Damen a 50 Eop.
B e k a n n tmachunzen. Abreise wegen sind Abdeln. Küchengerätbe, Glas, Sreinzeug, ein Flügel-Fortepiano. Equi» pagen, Pferdegeschirre !c., aus freier Hand zu verkaufen — und zwar vom 30. dieses Monats ab täglich von 3 Uhr Nachmittags bis 6 Uhr Abends — in einem der zu de n Zelldause gehörigen Speicher, Eingang vom Hose auH. Libau, den 22- Juli 1845. Ein unverheiratherer Mann vom Stande wünscht für sich, seinen Diener unv 2 Pferde, gegen ein jährlich zu zahlendes Kostgeld Auf» nähme in einem Pastorat, einer Forstep oder einem Privatgut. Hierauf Reflectirende belie­ ben ihre Adresse und Bedingungen in der hie­ sigen Buchdruckerei abzugeben. 3 Jetzt erhaltene neue Hosenzeuge (Buckskins) von vorzüglicher Güte in verschiedenen Far­ ben, schwarze seidene Westenzeuge, ächt franzöUchen Battist und mehrere andere kurze Waaren von Kristall. Porcellain, Fayence, lakirten und plattirten Gegenständen, empfiehlt zu den möglichst billigsten Preisen

C. F . K l e i n , im St. Petersburger Magazin^ Libau, den 23. Juli 184l. 8ebr belebrenä ist lber»tkelle Lauer. Lin Vollisbuoli, in wel­ chem naturxstren uncl in kreunälicber varstelluvA vicbtiZsten I^edren über äie beste Lsnut^unk 6ss Lruock und Völlens, eio Familienleben, ßerexstte llau»virtli,eliatt, Viel'-euebt, Lienen, uncl ö»umsuokt, Kartell-» uncl ^Veiob»u unck^Iles,
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II. I'oeAe.

Dem Bandagistni Herrn I . H. Thoel. der uns zur Probe einige chirurgische und orthopädische Bandagen vorgezeigt hat, geben wir mit Vergnügen das Zeugnis; der Geschick­ lichkeit in seinem Fache, so wie der Sauber­ keit seiner Arbeit und der vorzüglichen Güte seiner B l Uchbandfedern , und empfehlen ihn einem Jeden, d e r seiner b e d a r f . Libau, den 2> Juli 1841Or. Harmsen, Dr. Bollberg, Or. Runtzler. Zugleich gebe ich mir die Ehre anzuzeigen, daß ich die geschmackvollsten Korsetten für Damen, wie auch Korsetten, die Jugend im geraden Wüchse zu erhalten, verfertige. 3 Libau, den 2. Juli 184tI . H . Thoel, wohnhaft im ehemal. Mahlerschen Haufe, unweit dem Hause des Herrn Notanus Stender, am Hafen Nr. 341. Ich mache hiermit die ergebenste Anzeige, daß den 12. Mai aus meinem Schreibpulre zwei Papiere in Blanko - Wechseln mit der ebräischen Unterschrift meines seligen Mannes, Abraham Rukepfer, entwandt worden sind und warne einen Jeden für Ankauf dieser Papiere, indem ich sie öffentlich für ungültig erkläre, weil mein seliger Mann weiter keine Papiere ausgestellt hat. Libau, den 22. Juni l84l^ Wittwe Rukepser. Ls emxkieblt sick eins Haushälterin, eine Person 6ie gcbon in mehreren aäelicben Häusern ZeZient bst. Lie versiebt nicbt nur 6ie Xocblcunst, sonäern aucb 6as I!.insoeben aller Läkte, alles backen, Leite 2U Icocben unä was nur von einer Aescbicktea Hausbälterin 2u Foräern ist. Räbers I^acbweisunZ ertbeilt äie ^xxeäition dieses Blattes. 2

Einem hohen Adel und verehrungswürdigem Publikum zeigeich hierdurch ergebenst an, daß ich in all^ Metakle und Stein, Peltschafte» und Wappen gravire, und verspreche billige und prompte Bedienung. Mein Logis ist im Hause des Herrn I . M. Herzbcrg. Meyer Aren Ioschpe, Graveur. Einem hoben Adel und Einem resp. Publi­ kum mache ich hierdurch die ergebenste Anzeige, Saß in meiner Conditorei, während der Ba­ dezeit, jeden Dienstag, Donnerstag und Sonn» tag, verschiedenes Gefrorenes fertig zu haben ist. Bestellungen von größeren Quantitäten nehme ich zu jeder Zeit dankbar an. Zugleich mache ich auch bekannt, daß fortwährend Eis bei mir zu haben ist. Job. I u o n , Conditor.

Durch den LeitrsA mildthätizer Herfen, die mit stillem weisse die oth ihrer altern­ den Ulitschwestern ?u erleichtern suchen, ist es Zelun^en, eine LannnlunZ Lticlcereien im Neusten (?eschmacl^e, so wie auch ver­ schiedene andere (Gegenstände 2um Verbaut auszustellen, ^lenschenkreunde, die 'I'heilvehmer ?u diesem eälsn Werlce sein wol­ len, werden ersucht, die /^usstellunA ^kleissiz ^u hesuchen, die vom lt. ^ul^ tätlich des lVIorAens von 9 kis 12» I^achmittaZs von 2 bis 6 I^hr Aeökknet ist. ^.uch Tünnen einzelne (^eZenstän6e nach heliebißer Wahl sogleich verspielt werden. Zugleich ^eiZe ich hiermit an, «Zass ich aufgefordert worden hin, ein Industrie(^omxtoir an^uleAen und sowohl ^um LmxkanZs wie auch Tum Verbaut verkertiZter Lachen bereit hin. Therese Zrünner, irn Witts- ^ ^luecl^eschem Waisenhause.

Dass ich im konzchackschen Clause ein (Gasthaus völlig elnAeric.htot hahe und so­ wohl kür weisende mit (Quartier und Ltallräum versehen bin, ?.eiAs ich hierdurch erßekenst an und bitte um ßeneigten ^uSpruch. I.ihau, den 2« lk'4l« Hevvelins.

T h e c, t c r - A n z e i g e. Donnerstag, den 24- I u ! y : Das Irren« lzaus zu D ' j o i l , Drania in Z Akte», von H. M.nrc. — Herr Wey! an dl den Charles 2Zalrp, als Gast. F. Szameitkp. A n qc k o

m e n e Reisende.

Den ty. J u l i : Herr L^9)!elville, Handlungs-Commis aus Memel, bei Gerhard; Herr Studiosus A. Cramer, ans Hasenpoth, und Herr v. Schröders, aus Ordangen, bei Büß; Frau Oberhofgerichts-Ad­ vokatin Cramcr, nebst Fraulein Guchholz, aus Ha­ senpoth, bei Frau v r . Hirsch; den 20.: Herr Kauf­ mann SriUbach, aus Hasenporh, Herr C. O. Busch, aus Durben, und Herr Amtmann E. Friedrichsohn, nebst Familie, aus Meschenecken, bei Frey; Herr Kreismarschall v. Fircks, aus Mitau; Frau v. Grotthuss, und Frau v. Dorthesen, nebst Familie, vom lande, bei der Wittwe Makinski; den 2 l . : Herr Treugur, ans Oiensdorff, bei der Wittwe Günther, Frau Pastorin Grube, nebK Töchtern, aus Amboren, bei Herrn Apotheker Andress; Herr Oberhofge, richrs-Advokat Seraphim, nebst Sohn, Herr Candidar F. Schmölling, und Herr Kreislehrer Kakow, aus Hasenpoth, bei B^ß. ( B a d e g a st e.) Den 19. I u l i : Herr B . Szezepanowsky, aus Gr. Oobikin, und Herr W. Sorgewitz, auS Szagarren, bei der Wittwe Günther; den 20.: Herr Major Key« serling, a. O . , aus Gawesen, bei Frey; den 22-: Fraulem Catharina Sylvestrowitz, aus Gulben, bei Herrn H . Müller. ,

donrs vorn 17-

I . Rausnitz aus Königsberg macht hier­ mit seinen resp. Kunden die ergebene Anzeige, daß er auch in diesem Jahre den Memler Markt mit einem reichhaltigen Manufacrur und M od enwaaren Inger besuchen wird.

20. Iuli.

^msteräamYO?.

nts. ^ I^ür Lents. «95 Igtz !co. » 1 34is I^onäon . . 3 IVl. 38^39 39 ?«-e.St. j Lilder.l I^ivl. kkanädr. ».100^ lvl 10G 10t — S. tUL>z 100^ T Lurl. 6ito 100z

S ch i f f 6 - L i s t e. Iuli. Xo. L9. Il5 Iuli. 20.

Nation: Norweger. No. Nation: 118 Russe.

Schiff: Emannel. Schiff:

E i n k o m m e n d : Capitain: kommt von; mit: an? Erich H. Haar. Bergen. Heringen. Frieber.Hagedorn. A u s g e h e n d ; Capitain: nach: mit: H.H.Friede. St. Petersb.Ballast.

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil,Obervmvaltung der Ostsee,Provinzen, Tanner, Censor.

S i b K zz f eh e s Herausgegeben, gedruckt und verlegt von C. H. Foege.

SS.

Sonnabend, den 26. Juli P u b l i c a t i o n e n .

Wenn auf den Antrag Seiner Excellenz des Kurl. Herrn Civil-Gouverneurs, Geheimen, Raths und Ritters v o n B r c v e r n , wegen zu treffender Bestimmung der Strafen für das verbotene Taback und Cigarren-Rauchen in den Straßen, Eine Äurl. Gouvcrnements»Regierunq diesem Polizci-Amre mittelst Befehls vom 30. v. M . sub N r . 521? zu crcffncn geruhet, daß die zuerst zu verhängende Geldpön für das verbotene Taback und Cigarren-Räuchcn.in den Straßen die,er Stadt in bis 3 Ä>.ub. S., je nachdem das Rauchen nach der Jahreszeit oder dem Orte, mit ger ngerer oder größerer Gefahr oder auch mit opponirenden Um­ ständen .verbunden ist, bestehen kenne, diese Geldpön bei dem zweiten und dritten Male zu verdoppeln ist und in sofern Jemand es sich bcikommen lassen sollte, auch zum vierten Male gegen das besagte Verbot zu handeln/ darüber nach genauer Untersuchung der Sache Einer Kurl. Gouvernements-Regierung Bericht zu erstatten sey, damit der des Ungehorsams Schuldige außer der von Gerichtswegen ihm auferlegten Pön und Strafe, für allen Schaden aufzukommen hat, der etwa aus seiner unerlaubten Handlung entstehen könn­ te:— so hat dieses PolizeyMmt sich veranlaßt gesehen, mittelst gegenwärtiger Bekanntmachung durch das kiesige Wochenblatt, beim Trommelschlage und durch das Anschlagen an die Thüren der Gasthäuser und öffentlichen Verkehre die vorberegte obrigkeitliche Anordnung zur allgemeinen Kenntniß und Nachachtung zu bringen und dabei den hiesigen Einwohnern zur Pflicht zu machen; alle bei ihnen einkehrenden Fremden mit dem vorbesagten Verbot und der angeführten Pön und Strafe noch besonders bekannt zu machen. Libau, den 10. I u l i 1841. t N r . 1178. Polizeimeifler M i c h a e l . Assessor v. G r o t t h u s s .

Assessor Sakowski. I . O. Gamper, Sekr. Alle Diejenigen, die die Reparatur der hiesigen Wachthäuser und die Anfertigung zweier neuen Schilderhäuser zu übernehmen Willens sind, werden hierdurch aufgefordert, sich mit der nöthigen Sicherheit zu dem dcsfalls angesetzten Torg am 24- und zum Pcretorg am 31. d. M., vor Mittag um 11 Uhr, in der Libauschen Quartier-Commitlee einzufinden, wo« selbst sie auch die Aufläge und Bedingungen einsehe» können. Libau-Quartier-Comminee, den l9. I u l y 1841. Reich. C- C. Tiedemann. R. Oettinger. .Melville. Nr. 1809I . B u f s , Buchhalter. i St. Petersburg, vom 14. I u l i . Die ..Polizei-Zeitung" fordert die Einwoh­ ner der Hauptstadt auf. im Fall sich die unter dem Name» „Sibirische Pest" bekannte, in , dem Vorwerk Taifa und im Dorfe Mozino, Ä NäbsM^on Gatschina. ausgebrochene TyierkrankheK in de«. Hauptstadt zeigen sollte, sofort 5er Löcälpolizei und dem Chef der Medi­ zinal,Polizei SÄvon Nachricht zu erthnlen.

Warschau, vom 13. I u l i . Am 10- d. wurde auf dem hiesigen soge­ nannten Löwenplatze, am Ausgange der Elek« toralstraße. die Stelle bestimmt, worauf, auf Befehl Sr. Maj. des Kaisers, eine Kathol. Kirche für die Parochie Mola erbauet werden soll. Es ist dies für die Bewohner in der Gegend der Wolaer Barriere ein überaus er« wünschtcs Ereigniß, indem es daselbst keine

v

?mzkge Kirche ur der Näbe glebt^ Als die Gräfin Malachowska, geb. Fürstin Sagguszko, von diesem Unrernehmen erfuhr, schenkte sie zu diesem Bau sogleich die Summe von 20^,000 Fl., mit der Bitte, daß diese Kirche aus den Namen des heil. Carl Boromäus eingeweiht werde, wozu auch S . M. der Kaiser seine Bewilligung gab, so wie der Grafin durch den Fürsten Statthalter die Kais. Zufrieden» beit zugesichert wurde. Der Bau der gedach­ ten Kirche ist nach dem Plan des Regierungs« Baumeisters Maicani zu 350,000 F>. veran­ schlagt, wozu IZ0.0'l> Fi. aus dem König!. Schatze bestimmt wurden. Noch im Laufe dieser Woche sollen die Arbeiten beginnen, d r Bau des ganzen Gebäudes aber spätestens nach Ver­ lauf von zwei Jahren gänzlich beendet sepn» Aus dem Haag, vom 22- Juli. Unlängst ist bei Rotterdam der Kessel des Dampfboots .,Julia gesprungen. Der Conducceur wurde schwer verwundet und ist bercils gestorben. Ein Retsender und ein Ar« deiter haben bedeutende Brandwunden erhal­ ten; das ganze Verdeck des Fahrzeuges wurde in die Maas geschleudert, während der auf dem Verdeck stehende Capitain hoch in die Luft flog und wieder in das Fahrzeug siel^ ohne sich den mindesten Schaden zu thun. Paris, vom 20. Juli. Die Wittwe Schwartz, Mutter des Dar« N?ks, ist hochbejahrt und von allen Existenz« Mitteln entblößt. Auf eine dem Könige von dem Advocaren PinvHe überreichte Darlegung dieser Lage hat Se. Majestät der Wittwe Schwartz eine Unterstützung von 300 Fr. zu­ geschickt, und außerdem den Befehl eltheilt, daß sie sofort in einer öffentlichen Anstalt unter« gebracht werde. London, vom 20- Juli, Aus einem Artikel der „Morning Chronicle" gebt hervor, daß die Londoner Conferenz die drei Bedingungen Frankreichs vor dessen Bei­ tritt zu dem neuen Traktat, nämlich: nicht seinen Beitritt zum Traktat vom 15. Juli v. I . , ferner nicht seine Entwaffnung zu V e r l a n « gen, und endlich ihm m>t der Aufforderung zum Beilritt zu dem neuen Trafst vom 13. I u l i d. I . entgegenzukommen, b. willigt hattc./ — D«e Ernte-Aussichten haben sich wagendes anhaltenden Regenwetters sehr verschlimmere und m a n fürchtet jetzt, daß die Ernte kaum mittelmäßig ausfallen werde; auch haben die hiesigen Kornsp ^culanten aus dieser Besorg« yiß stch bereits nach ausländischem Gerraide

umgesehen. Dagegen verspricht die Erdtoffil, Erndle in Irland einen reichen Ertrag. Kopenhagen, vom 2l. I u l i . Die König!. Gesellschaft für Nordische Al« terlhl>msiSchnfccn hielt am 19- d. ihre dritte Quartals-Versammlung, in welcher Ukite .r an­ dern Mehreres verkam, was auf die Entdeckung Amerlka's durch die Skandinavier Bezug har. Auch halten Se. Majestät der König am 1. Mai d. I . d?r'G-sellschast eine neue Sendung von den durch Professor Voigt in Königsberg besorgten Abschristen von im dortigen Archiv aufbewahrten D'plcmen in Betreff der Ge« schichte des Nordens zustellen lassen. Zu neuen Mitgliedern der Gesellschaft wurden aufgenom­ men: Se. Majestät der-Kaiser von Rußland, Nikolaus I., u»d Se. Majestät der König «^n Preußen. Friedrich Wilhelm I V . ; ferner SeDurchlaucht Adolph, regierender Herzog von Nassau, und Se. Excellenz Don Ioaquiu; Prieto, Präsident der Republik Chili. Wien, vom 18. Juli. Es cnculiren lange Listen der auf dem hie» sigen Platze bei dem Bankerott Gepmüller be« theillgten Herrschaften und reichen Privalpeisonen, welche große Summen bei diesem Hause deponirt hatten. Auf denselben steht die Kai­ serin Mutter mit einer bedeutenden Summe oben an. Auch einige Erzherzöge sollen nicht unbedeutende Summen dadei eingebüßt haden. I n der Nauonaldank belaufen sich die Gey, müllerschen oder mir Giro von ihm versehe« nen Wechsel auf 4» bis 500000 Fl. — Neu, erdings hat sich ein hiesiges Handelshaus (Peter Belloni) fallit erklärt,. dessen laufende Trauen über eine Million betragenT ü r k e i . Die „Malta Times" berichtet: „Unser Correspondenr schreibt uns aus Kandien vom 17. Juni. Wiewohl die Türken L000 Mann im Felde haben, greift doch die Insurrektion im­ mer mehr um sich, und die Streitmacht der Insurgenten wächst mit jedem Tage. Es ist übrigens gewiß, daß alle Acre des Britischen Consuls von der Engl. Regierung gutgeheißen sind. Die Türken führen den Krieg wie Kan­ nibalen; überall lassen sie die Spuren ihrer Brutalität; Weinberge und Olioenpflanzungei! werden von lhnen verwüstet. Die „Regierung von Kreta" hat an die Consuln der Großmächte England, Frankreich und RußlgAd felgeydeH Schreiben gerichtet: — „Wip^HabLn den Mr?

führcrn der in Waffen stehenden Christen Ihre Rathschläge, mit Vertrauen auf Tahir Pascha's

richte zu erscheinen, ihre Forderungen gehö­ Menschlichkeit unter die Zink. Herrschaft zu» rig anzugeben, zu documentiren und in rec^lö» rückzukeb »i, vorgelegt. W'.r l'.iben eine Rarhs' genügender Art zu beweisen, und sodann tie vel sammluna gcballen, lind d.?s Er»iel'N'ß war: Anberaumung des zweiten und Präclusiv.An­ der feste Beschluß der Kai'dietischcii Christen, „lieber zu sterben als idrem Vaterlande zu, gabe - Termins zu gewärtigen, unter der aus« drü^lichen Verivaenung, daß, falls sie stch entsagen oder noch länger uutcr dem Türki­ mit ihren Ansprüchen nicht melden sollten, sie schen Joch zu leben." Indem wir Idnen die« alsdann präkludirr welden fellcn. Gleichmä­ sen Beschluß zu w'ss-n tlun,, bic-en w'rSie, ßig werden au l) Diejenigen, welche an die Mkiite Herren, dens>lben euch den Befehlsha­ Kurtzeschen Ebeleute Zahlungen zu leisten da« bern der Englischen und Französischen Schiffe den, bieniir bei Vermeidung rechtlicher Fol­ zu notlfieiren, und b^arrei: ze. A. Cbairetis, gen. aufgefordert, in gedachtem Termine ihre Präsident. H. RousoS. V'c^'präsident. Dcme. Döbits. bei diesem Waisengerichte einzuzabtrios Cdresapdop^los. S^creta r. Th. Chai« len; als wonach sich Jeder zu achten har. reus. Gegeben zu Askipbes um 4. Juni 1841Gegeben im Libauschen Stadt-Waisengerichre, Betrachtung üver Trägheit und den 22. ^'pnl 1841. 1 (Die Unterschrift des WaisenMüßiggang. Höchst zu bedauern, sagt ein g e r i ch t s.) Englischer Schriftsteller, ist der Mensch, der nichts zu thun hat, als auf seine Verdauung zu wachen, der beim Aufstehe», am Morgen L a l l n2ei A e. an keine für den Tag vorzunehmende nützliche Am nächsten Sonntage, den 27. dieses Beschäftigung zu denken hat. Für Jemand Monats, wird im großen Saaie des Rath. der Art ist das Athemholen eine Arbeit mid Hauses ein Ball stattfinden; die Eintrittsdie ganze Existenz eine fortlaufende Krankheit. Vergessenheit seiner selbst ist sein einziges Billette für Damen a 50 Cop. Silb., Hülfsmitrel, Zemödtung durch physische Ge, für Herren a 75 Cop. Silb. Der An­ .nüsse sein einziges Remedium. Wozu bin ich fang ist um 8? Uhr. geboren und wozu lebe ich? sind Fragen, die Dinianclie^r-oeliain, 1s27- 6,e ce rriois, er, wenn nicht ganz abgestumpft schon, be­ i l ^ aura u n L a l au Lalon. <1s ständig an stch selbst richtet. Die größten Räihsel für ibn sind die lachenden Gesichter l'ko^el 6e ville; les dilleds ä'enrz'es der Arbeitsamkeit und Emsigkeit, die durch die a 50 ar^eni Izlaric? les Bedürfnisse des Tages und die Sorgen für OamsZ 8c a 75 Lox- xvur les Lavadie Zukunft angeregt werden. lieis. 0 n cornrnericsi'a a 8 teures ek cleirii.

Gerichtliche Bekanntmachung. Auf Befehl Seiner Kaiserlichen Ma> jtstät, des Selbstherrschers aller Neuffen tt. ?c. zc., werden von Einem Libauschen Stadt» Waiscngerichte, aus Antrag der gerichtlich« cvnstituirten Kurtzeschen Curatoren cule Die» jenigen, welche an die G. L. Kurtzeschen Eheleute, oder deren Vermögen, i n sxecis an das bieselbst unter Nr. 156 belegene Wobnhaus m»t Peninentien, rechtliche An; sprüche und Forderungen haben, oder machen zu können vermeinen, hiemit eäictsliter adcitirt und vorgeladen, in dem auf den 2l). August dieses 184tsten Jahres anberaumten ersten Angabe - Termine, entweder in Person oder rechtsgeoügender Volkmacht, auch wo es nöthig ist, in Assistenz oder Vormundschaft ollhier z» Rath^ause, vor diesem Waisenge,

Bekanntmachungen. Vor dem Waisenhause ist eine Brille ge, funden worden. Der Eigentbümer kann sel­ bige in der hiesigen Buchdruckern in Empfang nehmen. Libau, den 26- Juli 1841. Ein unoerheiratheter Mann von Stande wünscht für sich, seinen Diener und 2 Pferde, gegen ein jährlich zu »ahlendes Kostgeld Auf­ nahme in einem Pastorat, einer Forstcp oder einem Privatgut. Hierauf Reflecurende belie, den ihre Adresse und Bedingungen in der hie­ sigen Buchdruckerei abzugeben. 2 Dem Bandagisten Herrn I . H. Thoes,

der uns zur Probe einige chirurgische und orthopädische Bandagen vorgezeigt hat, geben

wir mit Vergnügen das Z,u>.nist der Geschickl-ch^it in seinem Fache. so :r>e der Sauber­ keit seiner Arbeit und der vorzüglichen Güte seiner Bruchbandfedera , und empfehlen ihn einem Jeden, der seiner bedarf. Libau, den 2- Juli 1841. vi-. Harmsen, Or. Bollberg, Or. Runtzler. Zugseich gebe ich mir die Ehre anzuzeigen, daß ich die geschmackvollsten Korserren für Damen, »vie auch Kcricuen, die Jugend im geraden Wüchse zu erhalten, versende. 2 Libau, den 2. Juli 184lI . H. Tdoel, wohnhaft im ehemal. ^ahlerschen Hause, unweit dem Hause des Herrn Norartus Stender, am Hafen Nr. 34 t.

Kopien aller 8'äkie, alles kacken, Leite 2U koclien v»nt1 was nur von eine^:geschick­ ten l^auskalierin korclern ist. I^äliere Naeliwe1
Se?ir li^lebrend i.^t die in einer dritten vermeinten uad verbesserten ^ull.iAe ericbienenen 5iedri5t: Der I^sndmann wie er se^» n sollte, oder: Kr?i.v^ ?»ow^ der woblberatbeno L.^uer. Lin Vollcsbucii, in velcbeni vatur^atreu und in kreundlicber v^rstellnn^ die wicbti>;>?ten Qslnen über die beste öenut^un^ des Orund und Loden?» ein glüeliliclies I'ktwilienleben» xerexelte LklUüwi-tbsclUltt, Vieb^uckt, vien?v - und L»um2uct,t, >Viild-, Karten - und ^Vkind»»u und^lles» was dk» (?lücli des I^nndwknns bezründen bükt, littrs? und bündiZ, initZetbvilt werden von liotbe. preis SO don. k. NkrtbAeder kür klle Diejenigen, welclie »n ll.'lmorrboiden in ibren versebiedenen Oestillten in xerin^erem oder boberem l?r8.de leiden. Von vr. Ii'. Uiokter^ 3. verbesserte ^»5n»e, 60 vop. 8. — Xeuer practi^c!>er Neitunterrlelit oder ^uwei«linx, in kursier Seit, oline fremde ^nleitnn^, ein Pferdekenner und Znter iieiter ?iu werden; wieviel» n,u?.liclie Nelellruo^en i-Iier .Vbwllrtun» der :'f,-ide, Ke«n^eicl>en eines ^uten ^olllens und wie I^t^i^e 1-^rde ?.u bekandeln sind. 2um Selbstuoterriolit 5,ir lieitlusti^e von ^d. Krützer, 4. verbesserte ^nSa^e, öO l?op. 8. — ver olexante Stutzer, oder tteßel» der keinen Lebensart nnd des ßiiten 'I'ons, von vr. Pros. I. Krün, preis ü0 vop. 8. 1,?.ken bei

A b r e i s e n d e r. Der Acreur Eduard Weylandt, aus Preussen, reiftr ins Ausland. 3

(?. II. xoe^e.

L.z emxkieklt sicti eine t^auskÄlterin, eine Person 6ie sekon in mehreren aäelicken I^äusern ßecüent dst. Lie veistekt nielit nnr 6ie Kochkunst, sondern ancli 6as Lin> 5S Juli. 24-

No>. Nation: Russe. t!9 T)äne. 120 121

122 123 124 125

126

Holländer. Russe. Holländer.

d io ' Norweger. cljio

Angekommene R e i l e n d e. Den 21. J u l i : Herr Petrick, Gesanglehrer und Sänger, nebst Gemahlin, aus Riga, beim Maurer­ meister Brückmann; Herr Stadt-Sekretaire Zimmermann, aus Hasenpoth, bei Herrn I o h . Gvebel; den 23.; Herr Pastor Tilling, aus Kreu^burg, beim Hrn. Oberhofgerichts - Advokaten Slevogt; den 24.: Herr Varon Renne, aus Hasenpoth, und Herr Daron Klnst, nebst Familie, aus Gawesen, bei der Wittwe Maklilsky; Herr Timmler, Handlungs-Commis, aus Ruia, bei seinem Vater; Herr Lange, aus Hasen­ poth, bei Frey; den 25.: Herr Pastor Büttner, aus Schleck, bei Gerhard.

M a r k t , Preise. Weihen Roggen ^ ' Gerste Hufer Erbsen reiniaat Hanfsaar Flachs 4brand — 3brand — 2brand

Cop. S .

pr. Lvof — — — — — —

pr. Stein. .

.

.

.

Hanf Wachs Butler, gelbe Kornbranntn'ein.

— —

k )

250 s 125 Ä 100 s 60 Ä I4ii 5 170 5 i4l.> ^ 375

2W 155 105 70 16N 250

250

250 s 325 .

.

pr. Pfuitd 27 5 30 pr. Viertel 750 5 800^ pr.9Stoos U>0 pr. doof 230

Salz, St. Ubes — Lissabon — 220 Liverpool — 200 Heringe, in büchenenTonncn,. pr. Tonne 780 ^ in fernen . dito . ä to . Theer, finlänbisch, . . . . äi^o. Z Wind und Wetter. Den 20 Iuli SW., vc änderlich; den 2t. S., Re­ gen; den 22. SW., bewölkt; den 23- S., heiter; den 24- W., Regen; den 25. SW., heiter und den 26- SW., bewölkt.

ch i f f 6 - L i s t e.

A u s g e h e n d ; Capitain: nach: Eduard Konschack. Dundce. Hans Vladt. Flensburg. F. H. Plukker. Holland. H. Withmer. äito C. H. Veen. NeerlandsKronprinsIac. van d. Meydcn 6ito Hoppet. E. Samsonsen. Norwegen. Jonas. R. Iversen. Holland.

S^iff: l'ibau's Packet. Dorothea. Hendricka. Friederich. Elisabeth.

mit: Thierknochen. Holzwaarcn und Flachs. ^ Gerste. äito äito Roggen und Hanf. Ballast. Schlagleinsaat u. Oödder.

Ist zu drucken erlaubt. Im Namen der Civil-Oberverwaltung der Ostsee, Provinzen, Tanner, Sensor.

Libau fches Herausgegeben, gedruckt und v e r l e g t v o n C. H . Foege.

Mittwoch, den 30. Juli St. Petersburg, vom 19. Juli. I n Folge eines Allerhöchsten Manifestes vom 12- d. M. soll dk in diesem Iabre startfindende Panial-N'-cutirung derartig in Ausführung ge­ bracht werden, daß in den östlichen Gouver« nements des Reichs fünf Recruren von tau» send Seelen erhoben werden, wobei zugleich das Gouv. Orel, waches bisher zu den West» lichen gehörte, den östlichen zugezählt und der diesjährigen Recrut-rung eingeschlossen wird. Hinsichtlich der Gouvernements Kaluga, Tula, Räfan und Tan,Dow. welche mittelst Manifest vom 6. Iuli 1840 wegen Mißivachses von der Stellung der Recruten ausgeschlossen waren', und eigentlich im Jahre 1840 schon das Gouv. Kaluga fünf und die Gouvts. Tula, Räfan und Tambow sechs Recruten von taufend See» len abzuliefern harren, ist gegenwärtig in be« sonderer Erwägung des Zustandes jener Gou« vernements festgestellt worden, da^ in dem Gouvernement Kaluga für 1840 Zwei von tausend, mithin jetzt im Ganzen sieben, in den Gouvernements Tula, Nasan und Tam, bow für 1840 drei, mithin jetzt im Ganzen acht, von tausend Seelen erhoben werden sol­ len.— Mittelst Allerhöchsten Ukases an den Dirigirenden Senat unter demselben Tage sollen in den Gouvernements Witepsk, Mo» bilew. Kiew, Podolien, Wolbynien, Minsk, Wilna, Grodno und der Provinz Bjalostok aus der Zabl der Einhöfner und Bürger die­ ser Gouvernements, in Übereinstimmung mit ihrer Militair-Pflichtigkeit, zehn von Tausend Seelen zu Recruten erhoben werden. — Durch Allerhöchsten Befehl vom 30. Juni sind zu Präsidenten der am 1. Sept. d. I . in den Ostsee.Gouvernements zu eröffnenden Domai-

nenhöfe ernannt worden: des Kurländischen der Staatsrat!) Baron Offenberg, des Lirländilchen der verabschiedete Obrist von Lilien» feldt, und des Esthländischen der von der Be­ zirks Verwaltung verabschiedete Stabk Capi, tam von Srackelberg. — Vom Dirigirenden Senate sind folgende Personen in den Erbehrenbürgcrstand aufgenommen worden: der Abautche Bürger, Kaufmann zweiler Gilde, König!. Preußischer und Kön'gl. Dänischer Conlul Heinrich Sörzen, dessen Ehegattin Juliane Friederike Louise, und Kinder: Hein­ rich Ens, Herrmann Alexander, Heinrich Ju­