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G O T T F R I E D W I L H E L M L E I B N I Z ¨ SAMTLICHE SCHRIFTEN UND BRIEFE HERAUSGEGEBEN VON DER BERLIN-BRANDENBURGISCHEN AKADEMIE DER WISSENSC...

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L E I B N I Z ¨ SAMTLICHE SCHRIFTEN UND BRIEFE HERAUSGEGEBEN VON DER

BERLIN-BRANDENBURGISCHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN UND DER AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN ¨ IN GOTTINGEN

ERSTE REIHE ALLGEMEINER POLITISCHER UND HISTORISCHER BRIEFWECHSEL

SIEBZEHNTER BAND

2001 Inhaltsverzeichnis Copyright

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L E I B N I Z ALLGEMEINER POLITISCHER UND HISTORISCHER BRIEFWECHSEL HERAUSGEGEBEN VOM

LEIBNIZ-ARCHIV DER ¨ NIEDERSACHSISCHEN LANDESBIBLIOTHEK HANNOVER

SIEBZEHNTER BAND MAI–DEZEMBER 1699

2001 Inhaltsverzeichnis Copyright

LEITER DES LEIBNIZ-ARCHIVS HERBERT BREGER

BEARBEITER DIESES BANDES ¨ NORA GADEKE GERD VAN DEN HEUVEL UNTER MITWIRKUNG VON MALTE-LUDOLF BABIN REINHARD FINSTER

This electronic presentation of Leibniz: S¨ amtliche Schriften und Briefe, Reihe I, Band 17 may not be used, either in part or in total, for publication or commercial purposes without express written permission. All rights of the responsible editors and responsible publishers are reserved. Contact address: Leibniz-Archiv, Waterloostr. 8, 30169 Hannover, Germany; telephone: +49 511 1267 328; fax: +49 511 1267 202; e-mail: [email protected] All rights of the printed edition: Akademie-Verlag Berlin ([email protected]). The printed volume was published in 2001. Diese elektronische Pr¨ asentation von Leibniz: S¨ amtliche Schriften und Briefe, Reihe I, Band 17 darf ohne ausdr¨ uckliche schriftliche Genehmigung weder ganz noch teilweise zur Ver¨offentlichung oder f¨ ur kommerzielle Zwecke verwendet werden. Alle Rechte der Bearbeiter und Herausgeber vorbehalten. Kontaktadresse: Leibniz-Archiv, Waterloostr. 8, 30169 Hannover, Deutschland; Telefon: Deutschland 511 1267 328; Fax: Deutschland 511 1267 202; e-mail: [email protected] Alle Rechte an der Druckausgabe: Akademie-Verlag Berlin ([email protected]). Der gedruckte Band ist 2001 erschienen. Inhaltsverzeichnis

INHALTSVERZEICHNIS

VORWORT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XXIII EINLEITUNG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . XXVII ¨ I. HAUS BRAUNSCHWEIG-LUNEBURG Mai–Dezember 1699 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 11. 12. 13. 14. 15. 16. 17. 18. 19. 20. 21.

Johann Georg Eckhart an Leibniz 21. April (1. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Herzog Anton Ulrich 23. April (3. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz als Herzog Anton Ulrich an K¨onig Ludwig XIV. Beilage zu N. 2 . . . . . Leibniz als Anton Ulrich an Charles-Fran¸cois de Caradas du Heron f¨ ur JeanBaptiste Colbert de Torcy. Beilage zu N. 2 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Michel Raisson an Leibniz 27. April (7. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 28. April (8. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Herzog Anton Ulrich an Leibniz 29. April (9. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 1. H¨ alfte Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur die Geheimen R¨ ate in Hannover. Pro Memoria 1. H¨alfte Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 17. (?) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kurf¨ urstin Sophie an Leibniz 9./19. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich August Hackmann 11. (21.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 11. (21.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 13. (23.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Charles Nicolas Gargan an Leibniz 13./23. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 15. (25.) Mai 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 17. (27.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich August Hackmann 28. oder 29. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 20. (30.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Charles Nicolas Gargan an Leibniz 21./31. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heinrich Albert von dem Bussche an Cord Plato von Gehlen (?) f¨ ur Leibniz 22. Mai (1. Juni)1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

3 4 5 6 7 8 9 9 13 14 15 16 17 18 19 20 22 23 25 26 27

VIII

inhaltsverzeichnis

¨ 22. Leibniz f¨ ur Heinrich Albert von dem Bussche (?). Anderungsvorschl¨ age zu einer Medaillenpr¨ agung Anfang Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23. Leibniz an Herzog Anton Ulrich 16./26. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24. Leibniz an Johann Dietrich Viet 21. Juni (1. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25. Herzog Anton Ulrich an Leibniz 1. (11.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26. Lorenz Hertel an Leibniz 3. (13.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27. Leibniz an Lorenz Hertel Mitte Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28. Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 12. (22.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29. Friedrich August Hackmann an Leibniz 15. (25.) Juli 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . 30. Lorenz Hertel an Leibniz Ende Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31. Leibniz an Lorenz Hertel 21. (31.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32. Johann Georg Sieverds an Leibniz 21. (31.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33. Leibniz an die Geheimen R¨ ate in Hannover (?) 24. Juli (3. August) 1699 . . . 34. Kurf¨ urstin Sophie an Leibniz 24. Juli/3. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35. Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 27. Juli (6.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36. Kurf¨ urstin Sophie an Leibniz 1./11. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37. Friedrich August Hackmann an Leibniz 2. (12.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . 38. Leibniz an Friedrich August Hackmann 4. (14.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . 39. Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 5. (15.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40. Giuseppe Carlo Conte Galli an Leibniz 7. (17.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . 41. Johann Georg Eckhart an Leibniz 21. (?) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42. Johann Georg Eckhart an Leibniz 12. (22.) August 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43. Ludolf Hugo an Leibniz 12. (22.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44. Leibniz an Ludolf Hugo 25. (?) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45. Johann Georg Eckhart an Leibniz 15. (25.) August 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46. Friedrich August Hackmann an Leibniz 17. (27.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . 47. Johann Georg Eckhart an Leibniz 18. (28.) August 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48. Leibniz an Lorenz Hertel 1. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49. Johann Georg Eckhart an Leibniz 22. August (1. September) 1699. . . . . . . . . . 50. Friedrich August Hackmann an Leibniz 22. August (1. September) 1699 . . . . 51. Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie 24. August (3. September) 1699 . . . . . . . . . . . . . . 52. Leibniz f¨ ur Johann Urban M¨ uller. Gehaltsquittung 24. August (3. September) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53. Leibniz an Friedrich August Hackmann 25. August (4. September) 1699 . . . . 54. Johann Georg Eckhart an Leibniz 25. August (4. September) 1699. . . . . . . . . .

29 30 31 32 33 34 35 38 39 40 41 43 44 46 48 50 51 51 54 55 57 57 58 60 61 62 63 64 65 66 68 68 70

inhaltsverzeichnis 55. 56. 57. 58. 59. 60. 61. 62. 63. 64. 65. 66. 67. 68. 69. 70. 71. 72. 73. 74. 75. 76. 77. 78. 79.

80. 81. 82. 83. 84. 85.

Kurf¨ urstin Sophie an Leibniz 28. August (7. September) 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 7. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 29. August (8. September) 1699. . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 1. (11.) September 1699 . . . . . . . . . . . . Leibniz an Andreas Gottlieb von Bernstorff 6. (16.) September 1699 . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 9. (19.) September 1699 . . . . . . . . . . . . Johann Christoph Balcke an Leibniz 12. (22.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johann Thiele Reinerding an Leibniz 12. (22.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . Johann Thiele Reinerding an Leibniz 19. (29.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . Johann Christoph Balcke an Leibniz 27. September (7. Oktober) 1699 . . . . . . Leibniz an Jost Heine von Heimburg 27. September (7. Oktober) 1699 . . . . . . Leibniz f¨ ur die Geheimen R¨ ate in Hannover. Promemoria f¨ ur die Hauskonferenz 10. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Christoph Balcke an Leibniz 30. September (10. Oktober) 1699 . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 5. (15.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich August Hackmann Mitte Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur Friedrich August Hackmann Mitte Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich Wilhelm von G¨ ortz an Leibniz 10. (20.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich Wilhelm von G¨ ortz 12. (22.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . Charles-Nicolas Gargan an Leibniz 14. (24.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jobst Christoph Reiche an Leibniz Ende Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jost Heine von Heimburg an Leibniz 3. (13.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur die Geheimen R¨ ate in Hannover 1. H¨alfte November 1699 . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 11./21. November 1699 . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Herzogin Benedicte 23. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur Herzogin Benedicte und K¨ onigin Wilhelmine Amalie. Beschreibung einer Medaille anl¨ aßlich der Hochzeit zwischen Wilhelmine Amalie und dem R¨omischen K¨ onig Joseph. Beilage zu N. 78 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 18./28. November 1699 . . . . . . . . . . . . . Giuseppe Carlo Conte Galli an Leibniz. Billet Ende November 1699 . . . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 21. November (1. Dezember) 1699 . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 24. November (4. Dezember) 1699 . . . . . . . Ludolf Hugo an Leibniz 24. November (4. Dezember) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Jobst Christoph Reiche an Leibniz 24. November (4. Dezember) 1699 . . . . . . .

IX 71 72 74 74 75 77 78 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 90 90 91 92 94 97

98 100 103 103 105 106 107

X 86. 87. 88. 89. 90. 91. 92. 93. 94. 95. 96. 97. 98. 99. 100. 101. 102. 103. 104.

inhaltsverzeichnis Johann Georg Eckhart an Leibniz 28. November (8. Dezember) 1699 . . . . . . . Leibniz an Johann Georg Schaetz 30. November (10. Dezember) 1699 . . . . . . . Johann Georg Schaetz an Leibniz 10. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Schaetz an Jakob M¨ uller 30. November (10. Dezember) 1699 . Leibniz an Johann Georg Eckhart 1. (11.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 1. (11.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 5. (15.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Herzog Rudolf August 1. H¨alfte Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Eckhart an Leibniz 8. (18.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Georg Schaetz an August Meyer 10. (20.) Dezember 1699. . . . . . . . . . . Leibniz an Herzog Rudolf August 12. (22.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Herzog Rudolf August an Leibniz 13./23. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Herzogin Benedicte an Leibniz 24. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Herzog Rudolf August an Leibniz 15./25. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ludolf Hugo an Leibniz 15. (25.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jobst Christoph Reiche an Leibniz Ende Dezember 1699 (?) . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Herzog Anton Ulrich 17. (27.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Herzog Rudolf August 18. (28.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich August Hackmann an Leibniz 28. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . .

108 109 110 111 112 113 115 117 118 119 120 121 121 122 123 123 124 126 129

II. ALLGEMEINER UND GELEHRTER BRIEFWECHSEL Mai–Dezember 1699 105. 106. 107. 108. 109. 110. 111.

Antonio Magliabechi an Leibniz Anfang Mai (?) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Meier an Leibniz 22. April (2. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 23. April (3. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Elisabeth Scherp an Leibniz 3. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Matthias Zabany an Leibniz 25. April (5. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johan Gabriel Sparwenfeld an Leibniz 26. April (6. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johan Gabriel Sparwenfeld f¨ ur Leibniz. Tabelle der slavischen Schrift- und Zahlzeichen mit Kommentar. Beilage zu N. 110 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 112. Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie Charlotte von Brandenburg 27. April (7. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113. Leibniz an Jacques-B´enigne Bossuet 8. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114. Leibniz an James Cressett 28. April (8. Mai) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

133 137 138 139 140 141 143 160 162 174

inhaltsverzeichnis 115. 116. 117. 118. 119. 120. 121. 122. 123. 124. 125. 126. 127. 128. 129. 130. 131. 132. 133. 134. 135. 136. 137. 138. 139. 140. 141. 142. 143. 144. 145. 146. 147.

Le Thorel an Leibniz 8. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hermann von der Hardt an Leibniz 1. (11.) Mai 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 3. (13.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Christoph von Limbach 4./14. Mai 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Germain Brice 14. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Theodor Heinson an Leibniz 5. (15.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Franz Anton von Buchhaim 6./16. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Meier an Leibniz 6. (16.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Jacob Julius Chuno an Leibniz 9. (19.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Le Thorel 12./22. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Samuel Chappuzeau an Leibniz 12. (22.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Franz Anton von Buchhaim an Leibniz 23. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an — (?) 14. (24.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Marie de Brinon 15. (25.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Theodor Heinson 15. (25.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Laurens Rango 16. (26.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur Laurens Rango. Schriften und Erw¨ ahnungen von Mitgliedern der Familie Rango in der Bibliotheca Augusta. Beilage zu N. 130 . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich Simon L¨ offler an Leibniz 16. (26.) Mai 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt Ende Mai 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 18. (28.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an James Cressett 19. (29.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 19. (29.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Louis Bourgeois du Chastenet 20./30. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Friedrich Pfeffinger Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Franz Anton von Buchhaim an Leibniz 30. Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Heinrich L¨ onner an Leibniz 20. (30.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Otto Mencke an Leibniz 20. (30.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Chilian Schrader an Leibniz 21. (31.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Friedrich Pfeffinger an Leibniz 21. (31.) Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an K¨ onigin Wilhelmine Amalie Ende Mai 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Gerhard Meier Ende Mai – Anfang Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Joachim Meier 22. Mai (1. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Eisenhardt an Leibniz 22. Mai (1. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

XI 175 177 179 181 183 184 185 188 189 191 193 195 196 198 201 204 206 206 208 209 210 211 213 215 219 220 221 222 223 225 226 230 232

XII 148. 149. 150. 151. 152. 153. 154. 155. 156. 157. 158. 159. 160. 161. 162. 163. 164. 165. 166. 167. 168. 169. 170. 171. 172. 173. 174. 175. 176. 177. 178. 179.

inhaltsverzeichnis Johann Fabricius an Leibniz 22. Mai (1. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andreas Homborg an Leibniz 22. Mai (1. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 22. Mai (1. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Conrad Barthold Behrens 24. Mai (3. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Wolter Molanus an Leibniz 24. Mai (3. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Gerhard Wolter Molanus Anfang Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Joachim Meier an Leibniz 25. Mai (4. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Joachim Meier f¨ ur Leibniz. Liste der erbetenen Titel zu Fragen des Postregals. Beilage zu N. 154 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 26. Mai (5. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Samuel Chappuzeau an Leibniz 26. Mai (5. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Wilhelm von Eyben an Leibniz 29. Mai (8. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . Johann Theodor Heinson an Leibniz 30. Mai (9. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 31. Mai (10. Juni) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Charles Le Gobien an Leibniz 10. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Jacob Hendrik Hildebrand 12. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich von Walter an Leibniz 2. (12.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Conrad Barthold Behrens an Leibniz 3. (13.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 3. (13.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Franz Anton von Buchhaim 4./14. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Wilhelm Ernst Tentzel 5. (15.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Anastasio Janulli an Leibniz Mitte Juni 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Wilhelm Heusch an Leibniz 6./16. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Samuel Blesendorff f¨ ur Leibniz. Quittung. Beilage zu N. 169 . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Charles-Fran¸cois de Caradas du Heron 9./19. Juni 1699 . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 9. (19.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich von Walter an Leibniz 9. (19.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eric Benzelius an Leibniz 9./19. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 10. (20.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Meier an Leibniz 11. (21.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 12. (22.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Christoph von Limbach an Leibniz 12. (22.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . Charles-Fran¸cois de Caradas Du Heron an Leibniz 26. Juni 1699. . . . . . . . . . . .

233 234 235 237 238 239 240 241 241 243 244 245 248 248 251 253 254 256 259 261 264 265 265 266 267 268 269 272 273 280 281 282

inhaltsverzeichnis 180. 181. 182. 183. 184. 185. 186. 187. 188. 189. 190. 191. 192. 193. 194. 195. 196. 197. 198. 199. 200. 201. 202. 203. 204. 205. 206. 207. 208. 209. 210. 211.

Hiob Ludolf an Leibniz 17. (27.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Wilhelm Heusch 18. (28.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Philipp M¨ uller 18. (28.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz 20. (30.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hans Ernst Reins an Leibniz 20. (30.) Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . David Mazel an Leibniz 20./30. Juni 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Charles Le Gobien Ende Juni 1699 (?) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Fran¸cois Pinsson Ende Juni/Anfang Juli (?) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . Chilian Schrader an Leibniz 21. Juni (1. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Meier an Leibniz 24. Juni (4. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Eberhard Otten an Leibniz 24. Juni (4. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Nicolaas Witsen an Leibniz 5. Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johannes Eisenhardt 26. Juni (6. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 26. Juni (6. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christophe Brosseau an Leibniz 6. Juli 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 27. Juni (7. Juli) 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Samuel Chappuzeau an Leibniz 28. Juni (8. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Isabella von Motzfeld an Leibniz 28. Juni (8. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 29. Juni (9. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 29. Juni (9. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Philipp M¨ uller an Leibniz 29. Juni (9. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Burnett of Kemney an Leibniz 29. Juni (9. Juli) 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz 10. Juli 1699 . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 1. (11.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erbprinz Ferdinand von Toskana an Leibniz 11. Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wilhelm Ernst Tentzel an Leibniz 2. (12.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Wilhelm Heusch an Leibniz 4./14. Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 7. (17.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 8. (18.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Achilles Daniel Leopold an Leibniz 8. (18.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Meier an Leibniz 12. (22.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 13. (23.) Juli 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

XIII 283 285 286 289 291 293 294 295 296 297 298 299 300 301 303 304 306 307 309 310 312 314 318 319 321 322 325 326 327 328 329 332

XIV

inhaltsverzeichnis

212. Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 13. (23.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 213. Achilles Daniel Leopold an Leibniz 14. (24.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 214. Johann Christoph von Limbach an Leibniz 16. (26.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . 215. Johann Christoph von Limbach f¨ ur Leibniz. Extractus Scripti pro Exclusione filiae Palatinae. Beilage zu N. 214 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 216. Fran¸cois Pinsson an Leibniz 27. Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 217. Leibniz an Johann Wilhelm Heusch Ende Juli 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 218. Leibniz an Samuel Blesendorff Ende Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 219. Gerhard Meier an Leibniz 19. (29.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 220. Leibniz an Johann Ulrich Pregitzer 20. (30.) Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 221. Leibniz an Erbprinz Ferdinand von Toskana 21./31. Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . 222. Leibniz an Theodor Heinson Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 223. Leibniz an Johann Andreas Schmidt Ende Juli 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 224. Chilian Schrader an Leibniz 22. Juli (1. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 225. Wilhelm Ernst Tentzel an Leibniz 22. Juli (1. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . 226. Leibniz an Otto Mencke 23. Juli (2. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 227. Christian Wilhelm von Eyben an Leibniz 24. Juli (3. August) 1699 . . . . . . . . . 228. Germain Brice an Leibniz 3. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 229. Friedrich Simon L¨ offler an Leibniz 26. Juli (5. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . 230. Joseph Wilhelm von Bertram an Leibniz 5. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 231. Leibniz an Erbprinz Ferdinand von Toskana 7. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . 232. Leibniz f¨ ur Erbprinz Ferdinand von Toskana. Beilage zu N. 231 . . . . . . . . . . . . 233. Leibniz an Johann Andreas Schmidt 28. Juli (7. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . 234. Otto Mencke an Leibniz 29. Juli (8. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 235. Joachim Meier an Leibniz 31. Juli (10. August) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 236. Leibniz an Andreas Homborg Juni–August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 237. Johann Andreas Schmidt an Leibniz 1. (11.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 238. Johann Wilhelm Heusch an Leibniz 1./11. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 239. Antonio Magliabechi an Leibniz 12. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 240. Leibniz an Fran¸cois Pinsson 4./14. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 241. Justus Christoph B¨ ohmer an Leibniz 4. (14.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 242. Johann Fabricius an Leibniz 4. (14.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 243. Leibniz an Franz Anton von Buchhaim Mitte August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . .

333 335 336 337 347 351 352 353 355 360 362 367 368 369 370 371 373 374 376 377 378 380 381 382 383 384 385 386 389 393 394 395

inhaltsverzeichnis 244. 245. 246. 247. 248. 249. 250. 251. 252. 253. 254. 255. 256. 257. 258. 259. 260. 261. 262. 263. 264. 265. 266. 267. 268. 269. 270. 271. 272. 273. 274.

James Cressett an Leibniz 5. (15.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Wolfgang Textor an Leibniz 5. (15.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich Simon L¨ offler Mitte August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Pomponne de Reffuge 6./16. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an James Cressett 8. (18.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Achilles Daniel Leopold an Leibniz 9./19. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Andreas Homborg an Leibniz 10. (20.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 11. (21.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 11. (21.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich von Walter an Leibniz 11. (21.) August 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 12. (22.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 12. (22.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 13. (23.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 14. (24.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Daniel Papebroch an Leibniz 24. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur Jean Robethon (?) 16./26. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Le Thorel an Leibniz 26. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Eric Benzelius 17./27. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Daniel Papebroch an Leibniz 27. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 18. (28.) August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erbprinz Ferdinand von Toskana an Leibniz 29. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . Christophe Brosseau an Leibniz 31. August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Daniel Papebroch Ende August 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Wilhelm Heusch (?) f¨ ur Leibniz Ende August – Anfang September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Matthias Johann von der Schulenburg 1. September 1699. . . . . . . . Clara Elisabeth von Coppenstein an Leibniz 22. August (1. September) 1699 Kurf¨ urstin Sophie Charlotte von Brandenburg an Leibniz 22. August (1. September) [1699] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an James Cressett 25. August (4. September) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Christian Wilhelm von Eyben 25. August (4. September) 1699 . . Leibniz an Daniel Ernst Jablonski 25. August (4. September) 1699 . . . . . . . . . Leibniz an Isabella von Motzfeld 25. August (4. September) 1699 . . . . . . . . . . .

XV 397 398 399 401 404 406 408 409 410 411 412 414 415 416 418 421 423 424 428 429 430 431 432 434 434 437 438 439 441 442 444

XVI

inhaltsverzeichnis

275. Leibniz an Johan Gabriel Sparwenfeld 25. August (4. September) 1699 . . . . . 276. Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 25. August (4. September) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 277. Leibniz an Daniel Papebroch Anfang September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 278. Leibniz an Wilhelm Ernst Tentzel 29. August (8. September) 1699. . . . . . . . . . 279. Friedrich Simon L¨ offler an Leibniz 30. August (9. September) 1699 . . . . . . . . . 280. Pomponne de Reffuge an Leibniz 9. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 281. Leibniz an Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz 11. September 1699 282. Leibniz an Johann Christoph von Limbach 1. (11.) September 1699 . . . . . . . . . 283. Leibniz an Andreas Homborg 11. September (?) 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 284. Leibniz an Gerhard Meier 1. (11.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 285. Leibniz an Andreas Morell 1. (11.) September 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 286. Leibniz an Philipp M¨ uller 1. (11.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 287. Leibniz an Johann Andreas Schmidt 1. (11.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . 288. Philipp M¨ uller an Leibniz 3. (13.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 289. Leibniz an Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz Mitte September 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 290. Johann Andreas Schmidt an Leibniz 5. (15.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . 291. Samuel Lambelet an Leibniz 7. (17.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 292. Charles-Ren´e d’ Hozier an Leibniz 18. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 293. Pomponne de Reffuge an Charles-Ren´e d’ Hozier. Beilage zu N. 292 . . . . . . . . . 294. James Cressett an Leibniz 9. (19.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 295. Erbprinz Ferdinand von Toskana an Leibniz 19. September 1699 . . . . . . . . . . . . 296. Joachim Bouvet an Leibniz 19. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 297. Joachim Carl Hennings an Leibniz 12. (22.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . 298. Heinrich H¨ uneken an Leibniz 22. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 299. J.(?) Praetorius an Leibniz 22. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 300. Johan Gabriel Sparwenfeld an Leibniz 12. (22.) September 1699 . . . . . . . . . . . . 301. Leibniz an Simon Boulduc 25. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 302. Leibniz an Le Thorel 15. (25.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 303. Wilhelm Ernst Tentzel an Leibniz 15. (25.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . 304. Fran¸cois Pinsson an Leibniz 25. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 305. Leibniz an James Cressett 16. (26.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 306. Leibniz an Christophe Brosseau 27. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

445 449 451 452 453 456 458 462 467 467 471 474 477 478 481 482 483 484 486 488 489 490 496 497 498 500 502 502 503 504 507 510

inhaltsverzeichnis 307. 308. 309. 310. 311. 312. 313. 314. 315. 316. 317. 318. 319. 320. 321. 322. 323. 324. 325. 326. 327. 328. 329. 330. 331. 332. 333. 334. 335. 336. 337. 338.

Philipp Wilhelm von dem Bussche an Leibniz 19. (29.) September 1699 . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 19. (29.) September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Jean-Jacques Boisot 20./30. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Achilles Daniel Leopold 20./30. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Heinrich H¨ uneken 20./30. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an J. (?) Praetorius 20./30. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Giovanni de Sitonis 20./30. September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Erbprinz Ferdinand von Toskana 20./30. September 1699 . . . . . . . . Leibniz an Johann Wolfgang Textor 2. H¨alfte September 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich von Walter September 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Joachim Friedrich Feller f¨ ur Leibniz (?) Ende September 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 21. September (1. Oktober) 1699 . . . . . . Johann Friedrich Pfeffinger an Leibniz 21. September (1. Oktober) 1699 . . . . Christophe Brosseau an Leibniz 2. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 23. September (3. Oktober) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Chilian Schrader an Leibniz 25. September (5. Oktober) 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Christophe Brosseau 29. September/9. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . Johann Christoph von Limbach an Leibniz 29. September (9. Oktober) 1699 Christophe Brosseau an Leibniz 9. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Marie de Brinon an Leibniz 9. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Madeleine de Scud´ery an Leibniz Anfang Oktober 1699 (?) . . . . . . . . . . . . . . . . . Jacob Henrik Hildebrand an Leibniz 30. September/10. Oktober 1699 . . . . . . Christian Wilhelm von Eyben an Leibniz 2. (12.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 3. (13.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 4. (14.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Philipp Wilhelm von dem Bussche 1. H¨alfte Oktober 1699 . . . . . . . Leibniz an Hermann von der Hardt 6. (16.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 6. (16.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz an Leibniz 7. (17.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Melchior Daniel Meier an Leibniz 8. (18.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 9. (19.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Christian Paul Domeier an Leibniz 9. (19.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

XVII 511 512 516 519 520 522 524 526 528 529 531 531 532 534 534 535 536 539 544 544 546 547 549 551 551 554 555 557 558 561 562 564

XVIII 339. 340. 341. 342. 343. 344. 345. 346. 347. 348. 349. 350. 351. 352. 353. 354. 355. 356. 357. 358. 359. 360. 361. 362. 363. 364. 365. 366. 367. 368. 369. 370. 371.

inhaltsverzeichnis

Christophe Brosseau an Leibniz 19. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 10. (20.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Hermann von der Hardt an Leibniz 10. (20.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Andreas Morell an Leibniz 10. (20.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Karl Andreas Artner an Leibniz 13. (23.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich Simon L¨ offler an Leibniz 13. (23.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heinrich H¨ uneken an Leibniz 24. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erbprinz Ferdinand von Toskana an Leibniz 24. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 16. (26.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius f¨ ur Leibniz. Promemoria betr. die Besetzung des Helmst¨adter Prorektorats. Beilage zu N. 347 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 26. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christophe Brosseau an Leibniz 26. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 19. (29.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Daniel Ernst Jablonski 19. (29.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Wilhelm Ernst Tentzel 19. (29.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Christophe Brosseau 20./30. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Thomas Grote (20.) 30. Oktober 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Hermann von der Hardt 20. (30.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Antonio Magliabechi 20./30. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 20. (30.) Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Heinrich H¨ uneken an Leibniz 31. Oktober 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Wolter Molanus an Leibniz Ende Oktober – Anfang November 1699 Johann Fabricius an Leibniz 22. Oktober (1. November) 1699. . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius f¨ ur Leibniz. Beilage zu N. 361 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Wolter Molanus an Leibniz 24. Oktober (3. November) 1699 . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 24. Oktober (3. November) 1699. . . . . . . Leibniz an Gerhard Wolter Molanus Anfang November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz f¨ ur Gerhard Wolter Molanus. Beilage zu N. 365 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an James Cressett Anfang November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Giovanni Antonio de Galli an Leibniz 4. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Wilhelm Ernst Tentzel 26. Oktober (5. November) 1699 . . . . . . . . . Hermann von der Hardt an Leibniz 26. Oktober (5. November) 1699. . . . . . . . Gerhard Meier an Leibniz 27. Oktober (6. November) 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . .

565 566 568 568 572 573 574 575 576 578 582 582 583 585 590 592 593 594 595 599 600 602 603 604 605 606 607 608 612 612 614 615 616

inhaltsverzeichnis 372. 373. 374. 375. 376. 377. 378. 379. 380. 381. 382. 383. 384. 385. 386. 387. 388. 389. 390. 391. 392. 393. 394. 395. 396. 397. 398. 399. 400. 401. 402. 403.

Daniel Erasmi von Huldeberg an Leibniz 28. Oktober/7. November 1699. . . . Otto Mencke an Leibniz 1. (11.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Thomas Grote an Leibniz 1./11. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Wilhelm Ernst Tentzel an Leibniz 3. (13.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Jean-Jacques Boisot an Leibniz 15. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Wolter Molanus an Leibniz Anfang – Mitte November 1699 . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 6. (16.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 7./17. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Georg Graevius 7./17. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Otto Mencke 7. (17.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 8. (18.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . Franz Anton von Buchhaim an Leibniz 18. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Gerhard Wolter Molanus an Leibniz 9. (19.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 9. (19.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 10. (20.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Friedrich Ludwig Thomas an Leibniz 10. (20.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johann Wilhelm Heusch an Leibniz 11./21. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an K¨ onigin Wilhelmine Amalie 13. (23.) November 1699 . . . . . . . . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 14. (24.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Gustav Daniel Schmidt an Leibniz 15./25. November 1699. . . . . . . . . . . . . . . . . . George Stepney an Leibniz 25. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Christophe Brosseau an Leibniz 27. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Bodo von Oberg an Leibniz 18./28. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Philipp M¨ uller 19. (29.) November 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Friedrich Pfeffinger an Leibniz 19./29. November 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 21. November (1. Dezember) 1699 . . . . . . . . . . . . . Nikolaus von Zitzewitz an Johann Fabricius f¨ ur Leibniz. Beilage zu N. 397 . . Leibniz an Gerhard Wolter Molanus 22. November (2. Dezember) 1699 . . . . . Gerhard Wolter Molanus an Leibniz 23. November (3. Dezember) 1699 . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 25. November (5. Dezember) 1699 . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 28. November (8. Dezember) 1699 . . . . . Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie Charlotte von Brandenburg 28. November (8.) Dezember [1699] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 404. Leibniz an James Cressett 8. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

XIX 621 626 629 630 631 632 633 634 635 639 647 650 651 652 653 654 656 657 658 660 662 663 664 665 666 667 669 670 672 674 675 676 679

XX 405. 406. 407. 408. 409. 410. 411. 412. 413. 414. 415. 416. 417. 418. 419. 420. 421. 422. 423. 424. 425. 426. 427. 428. 429. 430.

inhaltsverzeichnis Leibniz an Daniel Ernst Jablonski 28. November (8. Dezember) 1699 . . . . . . . Friedrich Simon L¨ offler an Leibniz 28. November (8. Dezember) 1699 . . . . . . . Chilian Schrader an Leibniz 29. November (9. Dezember) 1699 . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Jacques-Benigne Bossuet 11. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 3. (13.) Dezember 1699. . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Friedrich Ludwig Thomas 1. H¨alfte Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . Johann Theodor Heinson an Leibniz 5. (15.) Dezember 1699. . . . . . . . . . . . . . . . Philipp M¨ uller an Leibniz 6. (16.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Joseph Wilhelm von Bertram an Leibniz 16. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . Kurf¨ urstin Sophie Charlotte von Brandenburg an Leibniz 9. (19.) Dezember [1699] . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 11. (21.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius f¨ ur Leibniz. Beilage zu N. 415 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius f¨ ur Leibniz. Beilage zu N. 415 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 11. (21.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 13. (23.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 15. (25.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . James Cressett an Leibniz 16. (26.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Andreas Morell 17. (27.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Daniel Ernst Jablonski an Leibniz 17. (27.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Fabricius an Leibniz 18. (28.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Johann Andreas Schmidt an Leibniz 18. (28.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Erbprinz Ferdinand von Toskana 28. Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . Leibniz an Wilhelm Ernst Tentzel 20. (30.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Fabricius 21. (31.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Johann Andreas Schmidt 21. (31.) Dezember 1699 . . . . . . . . . . . . . . Leibniz an Daniel Erasmi von Huldeberg Ende Dezember (?) 1699 . . . . . . . . . .

683 689 690 692 695 696 701 702 704 705 706 707 709 710 711 715 718 718 720 723 725 726 728 730 732 733

KORRESPONDENTENVERZEICHNIS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 737 ABSENDEORTE DER BRIEFE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 747 PERSONENVERZEICHNIS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 749 SCHRIFTENVERZEICHNIS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 771 SACHVERZEICHNIS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 806

inhaltsverzeichnis

XXI

¨ SIGLEN, ABKURZUNGEN, BERICHTIGUNGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 828 FUNDSTELLEN-VERZEICHNIS DER DRUCKVORLAGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .835

VORWORT

Kurz nach dem 16. kann nun auch der 17. Band von Leibniz’ allgemeinem, politischem und historischem Briefwechsel vorgelegt werden. Er umfaßt acht Monate von Leibniz’ Korrespondenz. Zwei F¨ unftel des Bandes machen Leibniz’ eigene Schreiben aus. Fast die H¨ alfte des vorliegenden Bandes wurde von Dr. Gerd van den Heuvel bearbeitet. Dr. Nora G¨ adeke, die erst seit April 1995 an der Bearbeitung beteiligt war, hat f¨ ur den Zeitraum Juli/Dezember 1699 die Korrespondenzen mit Artner, Balcke, Bernstorff, Blesendorff (N. 218), B¨ ohmer, Boisot, Coppenstein, Domeier, Eckhart, Eisenhardt, Erasmi von Huldeberg, Eyben, Fabricius, Feller, C. A. de Galli, G. C. Conte Galli, Geheime R¨ate (N. 33, N. 66), Greiffencrantz, Grote, Hackmann, v. d. Hardt, Heimburg, Heusch (N. 267), d’Hozier, H¨ uneken, Hugo, Leopold, Limbach, Magliabechi, J. Meier, M. D. Meier, A. Meyer, J. M¨ uller, J. U. M¨ uller, Oberg, Papebroch, Pfeffinger, Praetorius, Reffuge, Reinerding, Schaetz, G. D. Schmidt, J. A. Schmidt, Schrader, Schulenburg, Sitonis, Textor, Thomas, Viet, Zitzewitz sowie aus dem Zeitraum Mai/Juni 1699 die Korrespondenzen mit Janulli, Magliabechi, Reins, Scherp bearbeitet. Frau Dr. G¨ adeke f¨ uhrte auch den gr¨oßeren Teil der Schlußredaktion durch. Dr. Malte-Ludolf Babin bearbeitete die Korrespondenzen mit Bourgeois du Chastenet, Hildebrand, Homborg, G. Meier, Pregitzer und Sparwenfeld; f¨ ur den Zeitraum Mai/Juni 1699 auch die Korrespondenzen mit Benzelius, L¨ offler, Ludolf, Ph. M¨ uller, Pfeffinger und Tentzel. Dr. Reinhard Finster bearbeitete aus dem Zeitraum Mai/Juni 1699 die Korrespondenzen mit Anton Ulrich, Behrens, Blesendorff, Bossuet, Brinon, Buchhaim, Du Heron, Eyben, Heinson, Le Gobien, Le Thorel, L¨ onner, Ludwig XIV., Mencke, Sophie, Sophie Charlotte, Walter, Wilhelmine Amalie sowie f¨ ur den Zeitraum Juli/Dezember 1699 die Korrespondenz mit Motzfeld. Dr. Wolfgang Bungies hat in bew¨ ahrter Hilfsbereitschaft mancherlei Hinweise gegeben. F¨ ur eine große Zahl von Briefen konnten Transkriptionen von fr¨ uheren Mitarbeitern der Ausgabe bei der Preußischen Akademie der Wissenschaften benutzt werden. Die Erstellung der Satzvorlage mittels des Satzprogramms TEX f¨ uhrte zu erh¨ ohten Anforderungen an die Sachbearbeiterinnen des Leibniz-Archivs; ihnen geb¨ uhrt ein besonderer Dank. Die Texte wurden zun¨ achst von Helga Richter aufgenommen, die jedoch zu Beginn der

XXVI

vorwort

Schlußredaktion schwer erkrankte und vor Erscheinen des Bandes verstorben ist. Susanne Bawah und vor allem Isolde Hein haben die Arbeiten zum Abschluß gef¨ uhrt. Der G¨ ottinger Akademie der Wissenschaften danke ich f¨ ur die finanzielle Unterst¨ utzung unserer Arbeit und dem Vorsitzenden der Leitungskommission der G¨ ottinger und der Berlin-Brandenburgischen Akademie, Herrn Prof. Dr. J¨ urgen Mittelstraß, f¨ ur die verst¨andnisvolle Betreuung aller Belange unserer Editionsstelle. Der Leitende Direktor der Nieders¨achsischen Landesbibliothek Hannover, Herr Dr. Wolfgang Dittrich, hat die Arbeit des Leibniz-Archivs stets mit großem Wohlwollen unterst¨ utzt. F¨ ur freundlich erteilte Druckerlaubnis haben wir den im Fundstellenverzeichnis aufgef¨ uhrten Bibliotheken und Archiven zu danken. F¨ ur Mithilfe bei der Kl¨ arung von Einzelfragen danken wir dem Nieders¨achsischen Hauptstaatsarchiv Hannover, dem Stadtarchiv Hannover, dem Nieders¨ achsischen Staatsarchiv Wolfenb¨ uttel, der Herzog-AugustBibliothek Wolfenb¨ uttel, der Nieders¨ achsischen Staats- und Universit¨atsbibliothek G¨ ottingen, den Biblioth`eques Municipales Besan¸con, dem Stadtarchiv Braunschweig, der Biblioteca Nazionale Centrale (Dipartimento di Manoscritti) in Florenz, dem Benediktinerstift G¨ottweig (Kunstsammlungen und Graphisches Kabinett), dem Staatsarchiv der Freien und Hansestadt Hamburg, dem Pfarramt Harburg, dem F¨ urst-WallensteinArchiv in Harburg, der Universit¨ats- und Staatsbibliothek Jena, der Universit¨atsbibliothek Leipzig, dem Stadtarchiv Linz, der Biblioteca Ambrosiana in Mailand, dem Archivio storico di S. Lorenzo Maggiore in Mailand, der Bayerischen Staatsbibliothek M¨ unchen, dem Bayerischen Staatsarchiv N¨ urnberg, dem Landeskirchlichen Archiv N¨ urnberg, dem Evangel.-luth. Pfarramt in Oettingen, dem Stadtdirektor in Osterode, der Biblioth`eque Nationale in Paris, der Biblioth`eque centrale du Mus´eum National d’Histoire Naturelle, ¨ der W¨ urttembergischen Landesbibliothek Stuttgart, der Stadtbibliothek Trier, der Osterreichischen Nationalbibliothek Wien sowie Herrn Dr. G. Scheel (Wolfenb¨ uttel), Frau Dr. M. Palumbo (Rom), Frau Dr. U. Birgeg˚ ard (Uppsala), Herrn C.-E. Kesper (Bonn), Herrn Prof. Dr. Th. Mahlmann (Marburg) und Herrn K. von Zitzewitz (B¨ udingen). Der Satz des Bandes ist mittels des TEX-Macropakets Edmac vom Leibniz-Archiv erstellt worden; Herrn John Lavagnino (Massachusetts) und Herrn Dominik Wujastyk ¨ (London) ist f¨ ur die freundliche Uberlassung der Macros zu danken. Der Verlag hat — wie schon f¨ ur die Register der B¨ande I, 15 und I, 16 — eine dvi-Datei zum Ausdruck erhalten. F¨ ur gute Zusammenarbeit danke ich Herrn Peter Heyl vom Akademie-Verlag. Hannover, Mai 2001

Herbert Breger

EINLEITUNG

Dieser siebzehnte Band des allgemeinen, politischen und historischen Briefwechsels enth¨alt die Korrespondenzen von Mai bis Dezember 1699. Von den 430 Briefen stammen 164 von Leibniz, 263 sind an ihn gerichtet oder f¨ ur ihn bestimmt, außerdem sind 3 St¨ ucke Dritter aufgenommen. Von Leibniz’ eigenen Briefen waren 43 schon fr¨ uher gedruckt worden und 16 weitere im Teildruck bekannt. Von den Briefen der Korrespondenten waren 25 schon fr¨ uher gedruckt und 3 weitere als Teildruck oder Regest ver¨offentlicht worden. Von den Drittst¨ ucken war eines schon im Teildruck bekannt. Insgesamt werden hier mithin 342 St¨ ucke nach den Handschriften erstmals ediert; bei einem Leibnizbrief (Kriegsverlust) mußte auf eine einst f¨ ur die Akademie-Ausgabe erstellte Transkription zur¨ uckgegriffen werden. Auch die fr¨ uher schon gedruckten St¨ ucke sind nach den handschriftlichen Originalen neu bearbeitet worden, bis auf 5 Briefe, f¨ ur die nur auf den Erstdruck zur¨ uckgegriffen werden konnte.

1. Zu Leibniz’ Biographie, zu Mitarbeitern und Dienern In den acht Monaten, die die Korrespondenzen unseres Bandes umfassen, spielt sich Leibniz’ Leben weitgehend in Hannover ab. Dreimal — im Mai, August/September, November/Dezember — h¨ alt er sich f¨ ur mehrere Wochen in Braunschweig und Wolfenb¨ uttel auf, wobei er dem zur¨ uckgezogenen Arbeiten hier den Vorrang vor den Geselligkeiten auf Schloß Salzdahlum (vgl. N. 48, N. 53, N. 271) und dem Getriebe der Braunschweiger Messe gibt (N. 273). Eine f¨ ur den Sommer ins Auge gefaßte Reise nach Leipzig (vgl. N. 141) unterbleibt; auch einer Einladung nach Berlin durch die Kurf¨ urstin von Brandenburg (N. 308, vgl. auch N. 113) kann Leibniz zun¨ achst nicht Folge leisten. Daß bei der Entscheidung f¨ ur oder gegen eine Reise der Blick auf den m¨oglichen Eindruck beim Hof in Hannover eine Rolle spielt, zeigt eine Bemerkung gegen¨ uber Johann Andreas Schmidt (N. 429). Kurf¨ urst Georg Ludwig h¨ atte durchaus Anlaß gehabt zur Bef¨ urchtung, er k¨onnte den Verfasser seiner Hausgeschichte vorzeitig an einen anderen Hof verlieren; Leibniz

XXX

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selbst bem¨ uht sich freilich, diesen Eindruck zu vermeiden. Wenn Daniel Ernst Jablon¨ ski von Uberlegungen am Berliner Hof berichtet, Leibniz (wenn auch mit reduzierten Bez¨ ugen) als Nachfolger des Hofhistoriographen Samuel von Pufendorf zu gewinnen (N. 165, N. 308), dann geht dieser, der sich vor Jahren selbst f¨ ur dieses Amt ins Spiel gebracht hatte (vgl. I, 10 N. 438), im n¨ achsten Brief (N. 352) gar nicht mehr darauf ein — wenn man nicht seine Bemerkung S. 586, Z. 23 f. als ausweichend-verklausulierte Antwort ansehen m¨ ochte. Und auch wenn der hannoversche Resident in Paris, Christophe Brosseau, die Frage einer m¨ oglichen Besoldung f¨ ur Leibniz als ausw¨artiges Mitglied der Pariser Acad´emie des Sciences weiterverfolgen lassen will (N. 320), verh¨alt dieser sich zur¨ uckhaltend (N. 323), indem er die von ihm selbst angeschnittene Frage (vgl. N. 4) zur Idee des franz¨ osischen Gesandten in Wolfenb¨ uttel, Du Heron, erkl¨ art; ja er sieht sich sogar veranlaßt, hier eine Art Treuebekenntnis zum Haus Braunschweig-L¨ uneburg zum Ausdruck zu bringen ( estant au service de la Maison de Bronsvic, c’est par devoir que je ” m’interesse pour sa gloire; et quand je ne serois plus `a elle et aurois est´e un peu maltrait´e, je le ferois encor par inclination.‘‘) Die zweite H¨ alfte des Jahres 1699 ist eine Zeit des Wartens. Ver¨anderungen liegen in der Luft — das gilt nicht nur f¨ ur die große Politik im Vorfeld von Nordischem Krieg, Spanischem Erbfolgekrieg und Kalenderreform (dazu unten S. XLI f.). Thema zahlreicher Briefe unseres Bandes (z. B. N. 39, N. 79, N. 80, N. 260, N. 326, N. 372) ist die Hoffnung auf die gl¨ uckliche Geburt des ersten Kindes aus der Ehe der hannoverschen Prinzessin Wilhelmine Amalie mit dem R¨ omischen K¨onig Joseph; einer Ehe, zu deren Zustandekommen Leibniz mit beigetragen hatte. Und es geschieht in Anspielung auf diese (durch die Geburt einer Prinzessin im Dezember freilich etwas entt¨auschten) Erwartungen, daß Leibniz Kurf¨ urstin Sophie gegen¨ uber seinen ber¨ uhmten Satz que le temps present est ” gros de toutes les choses futures‘‘ ¨ außert (N. 39). Auch Leibniz befindet sich in einer Wartezeit. Die offizielle Best¨atigung seiner Nominierung f¨ ur die Pariser Acad´emie erfolgt erst im folgenden Jahr. Die Wiederaufnahme des Gespr¨achs mit Jacques-B´enigne Bossuet kommt nur schleppend in Gang (unten S. XL f.); l¨angst begonnene Arbeiten — nicht nur die Hausgeschichte — ziehen sich hin, so die am Monumentum Gloriae f¨ ur den verstorbenen Kurf¨ ursten Ernst August (unten S. XXXII f.). Auch die Mantissa Codicis juris gentium diplomatici befindet sich u ¨ber Monate in der Druckvorbereitung, die zum Jahresende noch nicht abgeschlossen ist (unten S. XLIII). Fast zum Abschluß kommt aber eine leidige Angelegenheit: die Affaire um die Bezahlung der 100 Exemplare des Codex juris gentium, die der Rotterdamer Buchh¨ andler Reinier

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Leers bereits seit 1694 ausstehen l¨ aßt, neigt sich mit der Abl¨ osung des unzuverl¨assigen Mittelsmannes Praetorius (vgl. N. 298 f., N. 311 f. u. N. 345) ihrem Ende zu. Ver¨anderungen hat es in Leibniz’ Haus gegeben. Mathias Zabany hat Hannover Richtung Stockholm verlassen, von unterwegs meldet er sich, in Geldverlegenheiten geraten, aus L¨ ubeck (N. 109). Leibniz hatte ihn an Johan Gabriel Sparwenfeld empfohlen (N. 275 sowie I, 16 N. 443 f.), dieser ¨ außert sich freilich eher skeptisch u ¨ber die Einsetzbarkeit des jungen Slowaken (N. 300). Bei einem zweiten ehemaligen Mitarbeiter, Joachim Friedrich Feller, mißlingt die Weitervermittlung: Chilian Schrader in Celle lehnt es nach anf¨ anglicher Bereitschaft (vgl. N. 188) ab, ihn f¨ ur eine Stelle als Registrator zu empfehlen (N. 225). Durch Dritte wird Leibniz in der Folgezeit u ¨ber seinen Verbleib zun¨ achst bei einem Verwandten in Weimar unterrichtet (vgl. N. 150, N. 199, dazu auch N. 286); die Entt¨auschung u ¨ber den illoyalen Mitarbeiter kommt deutlich zum Ausdruck (N. 182). Wie die Notiz N. 317 von Fellers Hand an ihn gelangte, muß offenbleiben. Jetzt schon in Leibniz’ Dienst eingetreten sein d¨ urfte Johann Barthold Knoche, den man mit dem mehrmals in seiner Funktion als Schreiber oder Zeichner genannten Bartel‘‘ ” identifizieren k¨ onnen wird (vgl. z. B. N. 94, N. 283). Daneben tritt als weiterer Schreiber ein Bitend¨ ufel‘‘ auf (vgl. N. 45, N. 49). ” Wie in den Vorjahren ist Hans Adam Scherp mit dem Bau der Rechenmaschine besch¨ aftigt; Anfragen zu Konstruktions¨ anderungen und technischen Details (N. 82, N. 92) werden Leibniz nach Wolfenb¨ uttel geschickt. Einmal handelt der Bericht nicht von tech¨ nischen Problemen, sondern vom Arger mit der hannoverschen Schmiedezunft, die im Dezember 1699 Scherps Wohnst¨ atte in der Calenberger Neustadt eine Visitation abstattet (N. 91). M¨ oglicherweise in diesem Zusammenhang steht, daß Leibniz bald darauf (f¨ ur uns nur erschließbar, vgl. N. 430 Erl.) eine Nachfrage nach amtlichen Dokumenten f¨ ur eine Person aus den steirischen Landen — Scherps Herkunftsgegend (vgl. N. 108) — unternimmt. ¨ Uberliefert sind diese Nachrichten aus Leibniz’ Haus vor allem durch einen weiteren neuen Mitarbeiter: Johann Georg Eckhart. Nach dem Auftakt im April 1699 tritt uns der Feller-Nachfolger jetzt erst eigentlich entgegen — in einer Korrespondenz, die zun¨ achst ziemlich einseitig bleibt. Daß neben den 15 Eckhart-Briefen unseres Bandes nur ¨ ein Leibniz-Brief steht, hat weniger mit dem Uberlieferungszufall als mit der tats¨achlichen Korrespondenzstruktur zu tun: Eckhart, offiziell angestellt als Gehilfe bei der Hausgeschichte, ist es, der den fern von Hannover weilenden Leibniz unterrichtet u ¨ber das, was sich in Haus und Stadt tut (so finden ein st¨adtischer Finanzskandal und Kurf¨ urst Georg

XXXII

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Ludwigs Eingriffe in die hannoversche Stadtverwaltung Niederschlag in N. 49 u. N. 94), er leitet die eingegangene Post an Leibniz weiter (und dessen Briefkonzepte an die Schreiber), er sieht sich nicht nur mit der Verwaltung des knappen Haushaltsgeldes konfrontiert, sondern auch mit der Druckvorbereitung der Mantissa, d. h. neben dem Korrekturlesen mit Anfragen und Forderungen von Drucker und Verleger — und vermißt dabei mehr als einmal eine anweisende Antwort von Leibniz (vgl. N. 47, N. 86). Freilich reagiert dieser prompt auf einen Brief Eckharts (N. 86), der in einem regelrechten Ausbruch seinem ¨ Gef¨ uhl der Uberforderung und Fehlbesch¨aftigung Luft macht. In seinem Antwortbrief (N. 90) r¨ uckt Leibniz freundlich-mahnend die Dinge etwas zurecht; er stellt aber auch eine Entlastung beim Korrekturlesen in Aussicht und betont, wie sehr ihm an Eckharts eigenem wissenschaftlichen Fortkommen gelegen sei. Eckhart antwortet noch am selben Tag (N. 91) und entwirft, mit vielen Entschuldigungen, gleich ein sehr viel positiveres Bild — das uns zugleich Einblick in eine fr¨ uhe gelehrte Gesellschaft‘‘ in Hannover gibt, ” die Societas Conantium‘‘, die er soeben mit Freunden ins Leben gerufen hat. Hierzu ” geh¨ort u. a. ein weiterer Hausgenosse, Leibniz’ technisch-naturwissenschaftlicher Mitarbeiter Rudolf Christian Wagner, außerdem der zur Zeit gelegentlich f¨ ur Leibniz t¨ atige (vgl. N. 45) Otto Christian Coch.

2. Im Dienste des Hauses Hannover Die Ausgestaltung der barocken Herrschaftsrepr¨ asentation des kurf¨ urstlichen Hauses in Schrift und Bild, die Mehrung und Dokumentation seiner gloire, geh¨ ort weiterhin zu Leibniz’ Aufgaben in Hannover. Dazu z¨ahlen auch die Arbeiten am Gedenkband zu Ehren des verstorbenen Kurf¨ ursten Ernst August, die Leibniz voranzutreiben sucht. Vor allem großformatige Kupferstiche, das Castrum doloris, das Frontispiz und ein Großportr¨at ¨ stehen noch aus; dar¨ uber hinaus wird eine franz¨ osische Ubersetzung von Leibniz’ Personalia, dem Lebenslauf des Kurf¨ ursten, ins Auge gefaßt (N. 5). Leibniz obliegt es, sowohl die k¨ unstlerischen Vorgaben f¨ ur die Kupferstiche zu liefern als auch die Arbeiten zu vergeben und zu u ¨berwachen. Obwohl den Geheimen R¨ aten die Forderung von 300 Talern des Berliner Kupferstechers Samuel Blesendorff f¨ ur ein Großportr¨ at des ersten Kurf¨ ursten zu hoch erscheint (vgl. I, 16 N. 21), hat dieser den Auftrag wohl erhalten. Er kann jedoch wegen einer Erkrankung, die im Fr¨ uhjahr 1700 zum Tode f¨ uhren wird, die Arbeit nicht wie geplant ¨ im Herbst 1699 aufnehmen (N. 388). Uber die Ikonographie des Frontispizes, das die

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XXXIII

Lebensstationen Ernst Augusts versinnbildlichen soll, tauscht Leibniz sich mit Johann Andreas Schmidt in Helmstedt aus, der Leibniz’ Gestaltungsw¨ unsche an den Augsburger Kupferstecher J. U. Kraus weitervermittelt (N. 150, N. 156). Als Leibniz im Mai 1699 die ersten Probepr¨agungen der von ihm entworfenen Gl¨ uckwunschmedaille zur Hochzeit der Prinzessin Wilhelmine Amalie mit dem R¨omischen K¨onig Joseph erh¨ alt, zeigt er sich mit der Umsetzung seiner Ideen nicht zufrieden (N. 9, N. 21, N. 22). Insbesondere die Darstellung der Sonne auf der M¨ unze erscheint ihm zu klein; sie gibt zu der Bef¨ urchtung Anlaß, der R¨omische K¨onig k¨onne von Kritikern der Allegorie als un soleil en diminutif‘‘, d. h. als rangm¨aßig hinter dem franz¨ osischen ,Son” ¨ nenk¨ onig‘ stehend, angesehen werden. Leibniz besteht auf einer Anderung des M¨ unzstempels, so daß zwei verschiedene Auspr¨ agungen dieser Medaille vorliegen. Die verbesserte Version schickt Leibniz endlich im November 1699 zusammen mit einer poetischen Deutung des Bildprogramms an Herzogin Benedicte und K¨onigin Wilhelmine Amalie nach Wien (N. 78, N. 79, N. 389).

3. Das Gespr¨ ach mit Kurf¨ urstin Sophie Sophies Aufenthalte in den Sommerresidenzen Linsburg und Bruchhausen sowie Leibniz’ eigene Reisen im Zeitraum des vorliegenden Bandes haben eine relativ dichte Korrespondenz zur Folge, die Auskunft u ¨ber das breite Themenspektrum des Gedankenaustauschs zwischen beiden gibt. Die histoire romanesque‘‘ des Grafen Rantzau, von der Leibniz Sophie, Elisabeth ” Charlotte von Orl´eans und der Brandenburger Kurf¨ urstin Sophie Charlotte berichtet hatte (I, 16, N. 90), besch¨ aftigt Leibniz weiterhin. Um Alexander Leopold Anton von Rantzau in seinem Prozeß um das v¨ aterliche Erbe zu unterst¨ utzen, vermittelt er auf Bitten Herzog Anton Ulrichs (N. 25) dem in Wolfenb¨ uttel anwesenden jungen Grafen eine Audienz bei Sophie und bittet sie um eine schriftliche Best¨atigung der Identit¨at Rantzaus (N. 28). Durch seine Einbindung in die Korrespondenz Sophies mit Elisabeth Charlotte gelangt Leibniz in den Besitz einer (wohl handschriftlich kursierenden) fiktiven Lettre ” d’Hypocrate‘‘, die er in einem l¨ angeren Brief an Sophie kommentiert und philosophisch einordnet (N. 8). Insbesondere die Meinung des anonymen Autors, daß die Verschiedenheit der Religionen einem Staat sch¨ adlich sei, l¨aßt Leibniz erkennen, daß hier eher eine

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Auffassung der (franz¨ osischen) Gegenwart als die Meinung eines Autors der Antike vor¨ liegt. Eine eher oberfl¨ achliche religionskritische Außerung Philipps II. von Orl´eans, u ¨ber die Elisabeth Charlotte stolz berichtet (N. 28 Erl.), greift Leibniz auf, um seine Maximen einer auf Wissenschaft und Fortschrittsglauben gegr¨ undeten Gottesverehrung zu entwickeln (N. 28). Sophie l¨ aßt diese Passagen des Briefes, in denen sich Leibniz auch lobend u ¨ber den sp¨ ateren Regenten Philipp von Orl´eans ausl¨aßt, f¨ ur Elisabeth Charlotte kopieren, tilgt jedoch zuvor in der Vorlage alle Formulierungen, die darauf hindeuten k¨onnten, daß sie Leibniz die Briefe ihrer Nichte u ¨berl¨ aßt und ihm nicht nur daraus berichtet. Das Leibniz von Sophie entgegengebrachte Vertrauen zeigt sich auch in der Er¨ orterung politisch brisanter Familienangelegenheiten wie der Streitigkeiten um die Apanagen der nachgeborenen Prinzen des Hauses Hannover Maximilian und Christian, die gegen die v¨aterliche Erbregelung aufbegehren (N. 34–36 u. N. 39), in Anspielungen auf die Sukzessionsanspr¨ uche Sophies in Großbritannien (N. 6) oder in ironischen Kommentaren zum Charakter des neugew¨ahlten Osnabr¨ ucker Bischofs Karl Joseph von Lothringen (N. 39). In seinen Briefen gelingt es Leibniz immer wieder, von der Plauderei u ¨ber famili¨ are Neu¨ igkeiten im Welfenhaus in eleganten gedanklichen Uberleitungen seine grands chevaux ” de Metaphysique‘‘ (N. 39) zu besteigen und in leicht faßlicher Weise Sophie seine philoso¨ phischen Uberzeugungen zum enchainement des choses‘‘ darzulegen ( on peut dire que ” ” le temps present est gros de toutes les choses futures dont le monde accouchera avec le temps‘‘). Daß Sophie dieses geistreiche Aper¸cu goutierte, zeigt ihr Entschluß, jeweils eine Teilkopie des Leibnizbriefes an ihre Tochter Sophie Charlotte und an Elisabeth Charlotte von Orl´eans zu schicken (vgl. N. 55). Der Austausch von nova literaria‘‘ zwischen Leibniz und Sophie erfolgt wechselsei” tig. W¨ahrend Sophie die neuesten Ausgaben des Journal des S¸cavans u ¨bersendet, kann Leibniz berichten, daß seine Novissima Sinica Aufmerksamkeit in Rom gefunden haben (N. 51, vgl. unten S. LIV). Auch f¨ ur naturwissenschaftliche Fragen, die aber wohl eher als Kuriosit¨ at wahrgenommen werden, zeigt Sophie Interesse. Sie erinnert sich, daß Leibniz ihr einmal u ¨ber Versuche Christiaan Huygens’ zum gleichen Rhythmus der Schwingungen zweier Uhrenpendel berichtet hatte, und m¨ochte nun, nachdem sie dem Celler Herzog Georg Wilhelm davon erz¨ahlt hat, n¨ ahere Einzelheiten erfahren (N. 34 f.). In einer heiklen religionspolitischen Frage stehen Sophie und Leibniz weiterhin in engem Kontakt (vgl. auch I, 15 S. XXXVII). Der ostfriesische Generalsuperintendent Theodor Heinson, der durch F¨ ursprache Sophies diese Stellung erlangt hatte, sucht die Unterst¨ utzung seiner G¨ onnerin gegen den wachsenden Einfluß der Pietisten am Auricher

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Hof. Er bittet Sophie, sich bei der ostfriesischen F¨ urstinwitwe Christine Charlotte f¨ ur ihn zu verwenden, und beruft sich dabei auf das lutherische Kirchenregiment in Kurhannover. Doch Sophie stellt in einem Brief an Leibniz klar, daß Religions- und Kirchenpolitik innerterritoriale Angelegenheiten seien, deren Handhabung allein im Ermessen des jeweiligen F¨ ursten liege. Heinson habe seinen Pflichten Gen¨ uge getan, wenn er die Bedenken dem Herrscher vortrage: les Princes Lutheriens sont les Papes de nostre Esglise auquels ” ubersteht, hat il faut obeir‘‘ (N. 11). Leibniz, der selber dem Pietismus kritisch gegen¨ die Aufgabe, Heinson diesen Standpunkt in weniger drastischen Worten zu u ¨bermitteln (N. 129). Eine Einflußnahme auf Christine Charlotte w¨are ohnehin nicht mehr m¨oglich ¨ gewesen, da diese beim Besuch Sophies in Bruchhausen am 25. Mai 1699 stirbt. Uber die n¨aheren Todesumst¨ande gibt Sophies Sekret¨ar Charles Nicolas Gargan Auskunft (N. 20). Ihr Sohn l¨aßt Leibniz um den Entwurf einer Gedenkm¨ unze bitten (N. 163).

4. Wirken in Braunschweig-Wolfenb¨ uttel Leibniz’ Briefwechsel mit den Herz¨ ogen Rudolf August und Anton Ulrich ist von eher geringem Umfang. Sieht man ab von den Briefen um die Rantzau-Affaire (dazu oben S. XXXIII), in der Leibniz als Mittelsmann zwischen Wolfenb¨ uttel und Hannover fungiert (vgl. N. 23, N. 25 sowie den Briefwechsel mit Lorenz Hertel N. 26, N. 30 f.), so findet die Korrespondenz nur im zeitlichen Umfeld von Leibniz’ Aufenthalten in Wolfenb¨ uttel selbst statt. Anton Ulrich l¨ aßt er Anfang Mai im Zusammenhang der erneut aufzunehmenden Bossuet-Verhandlungen f¨ ur sich t¨atig werden (N. 2–4, dazu unten S. XL f.); gegen Ende des Jahres, nachdem das Gutachten der Theologischen Fakult¨ at zu Helmstedt zur Kalenderreform vorliegt (s. unten S. XLI f.), schl¨ agt er ihm eine st¨arkere Nutzung des Potentials dieser Fakult¨ at durch die protestantischen M¨achte vor, ce qui serviroit `a la ” reputation de la facult´e et ` a la gloire de la maison de Bronsvic‘‘ (N. 102). Steht dieses Schreiben auch sonst im Dienste der Universit¨atspolitik, so kommt dasselbe Thema gegen¨ uber Rudolf August zur Sprache in einem Brief, der ganz Problemen der Chronologie gewidmet ist (N. 103). Eine Bemerkung des Herzogs u ¨ber die Widersinnigkeit der Annahme, das neue Jahrhundert beginne mit dem Jahr 1700 (N. 99), veranlaßt Leibniz, auf dieses von ihm bereits vor einem Jahr gegen¨ uber Sophie und Elisabeth Charlotte in diesem Sinne abgehandelte Thema (vgl. I, 16 N. 46) noch einmal einzugehen. Thema des Briefwechsels mit Rudolf August sind im weiterem vor allem Bibliotheksangelegenheiten: so die Kennzeichnung von Doubletten (N. 93) und die Frage ihrer

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eventuellen Weitergabe an die Klosterbibliothek Riddagshausen (N. 96 f.), die 1695 schon einmal zu Unstimmigkeiten gef¨ uhrt hatte. Bibliotheksangelegenheiten sind es auch, die in den — seltenen — Briefen der beiden Sekret¨are zur Sprache kommen. Johann Georg Sieverds (N. 32) berichtet vom Stand der Arbeit am alphabetischen Katalog und begr¨ undet seinen R¨ uckstand gegen¨ uber Johann Thiele Reinerding; dieser meldet das Ergebnis einer B¨ uchersuche nach Hannover (N. 62) und scheint bald nach Leibniz’ Wolfenb¨ uttel-Aufenthalt im Sommer eine Revision des Handschriftenbestandes (vgl. N. 63 Erl.) vorgenommen zu haben. In seiner Eigenschaft als Leiter der Bibliotheca Augusta wird Leibniz angesprochen in einer aus nur zwei Briefen bestehenden, aber rezeptionsgeschichtlich bedeutsamen Korrespondenz. Friedrich Ludwig Thomas aus Oettingen, der eine Neuedition der Akten des Frankfurter Konzils von 794, insbesondere der in ihrer Authentizit¨at zwischen Protestanten und Katholiken heftig umstrittenen Libri Carolini plant, befragt Leibniz nach Drucken oder Handschriften in der Wolffenb¨ uttl. bibliothec als in den allgemeinen ” Schazkasten literatorum totius Europae‘‘ (N. 387). Leibniz’ Antwort (N. 410) stellt eine ¨ kleine Abhandlung u ¨ber handschriftliche Uberlieferung und Editionsgeschichte der Libri Carolini dar, in der die Authentizit¨ atsdebatte implizit enthalten ist, und schließt mit ¨ einem Lehrst¨ uck zur richtigen Ubersetzung des Textes. Zu erw¨ahnen sind schließlich die vielf¨ altigen kleinen Dienste, die Leibniz aus Wolfen¨ b¨ uttel in Anspruch nimmt: die Ubermittlung von Hofnachrichten durch Johann Christoph Balcke (N. 61, N. 64, N. 67), die Weiterleitung von Post durch Lorenz Hertel (vgl. N. 48, ¨ N. 268 Erl.), die Offnung des wolfenb¨ uttelschen Archivs gegen den Widerstand der Beamtenschaft durch ein Machtwort der Herz¨oge (N. 87–90, N. 95) — und schließlich die Entrichtung seiner halbj¨ ahrlich erfolgenden Besoldung durch den Geheimen Kammersekret¨ar Johann Urban M¨ uller (N. 52). 5. Universit¨ at Helmstedt Leibniz’ Kontakte zur welfischen Landesuniversit¨at sind auch in der Zeit des cellischen Direktorats eng. Sie spiegeln sich in einer Anzahl von Briefwechseln mit Helmstedter Professoren — umfangreichen mit den Vertrauten Johann Fabricius und Johann Andreas Schmidt, kleineren mit Johann Eisenhardt, Hermann von der Hardt und Andreas Homborg. Wenn dieser in N. 149 sagt, Me impulit ardens desiderium potiundi patrocinio ” tuo, quod omnes literati magnopere expetunt‘‘, so ist das nicht nur eine Ergebensheitsbezeugung, sondern bringt Leibniz’ Wirken f¨ ur Helmstedt — das Niederschlag auch in

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der Korrespondenz mit den H¨ ofen in Hannover und Wolfenb¨ uttel findet — f¨ ur unseren Zeitraum auf den Punkt: vor allem nimmt er die Rolle des F¨ ursprechers in Belangen der Universit¨at ein. So engagiert er sich f¨ ur junge Gelehrte, denen er eine Professur zu verschaffen sucht — wobei die Ausgangslage in den einzelnen F¨allen so verschieden ist wie der Erfolg. Da ist Friedrich August Hackmann, nach den Erfolgen seiner im Dienste der Hausgeschichte unternommenen Englandreise auch beim hannoverschen Hofe gut angesehen (N. 35, N. 46), der in der begr¨ undeten Aussicht auf eine Philosophie-Professur geradezu das Grab seiner ambitionierten Lebensvorstellungen sieht (N. 17). Leibniz, der hier nur als wohlwollender Berater auftritt (eigentlicher Protektor ist der cellische Premierminister Bernstorff, vgl. N. 17 f., N. 36), r¨ uckt ihm mit mildem Tadel erst einmal den Kopf zurecht (N. 18) und l¨aßt nebenbei eine Bemerkung u ¨ber die Schattenseiten einer Karriere im Hofdienst fallen ( In Aulis scis omnia esse perplexiora, et post diuturnae expectationis patientiam solere ” offerri munera admodum laboriosa, et plena servitutis; unde pauci quos aequus amavit Jupiter vix demum emergunt‘‘). Ohne nachhaltigen Erfolg: kurze Zeit darauf l¨aßt er sich selbst von Hackmann f¨ ur dessen andersgerichtete Pl¨ ane (dazu unten S. XLVI f.) einspannen (N. 44 mit Erl.). Nutznießer ist Ernst Salomon Cyprian (dessen Briefe mit der Bitte um Leibniz’ Vermittlung in Reihe II gedruckt werden): ihm, dem Leibniz aufgrund der Pr¨ aferenzen des Hofes zun¨ achst wenig Hoffnung machen kann (so in N. 233 gegen¨ uber dem sich f¨ ur seinen einstigen Jenaer Sch¨ uler einsetzenden Johann Andreas Schmidt), wird schließlich doch seine F¨ ursprache (N. 66 mit Erl.) f¨ ur das Extraordinariat in Philosophie und die Zustimmung der H¨ ofe gelten. Wenig Erfolg haben dagegen gemeinsame Bem¨ uhungen von Leibniz und Schmidt, dessen Ziehsohn Rudolf Christian Wagner eine Professur f¨ ur Mathematik zu verschaffen. Dieses schon seit Jahren anvisierte Vorhaben (vgl. z. B. I, 14 N. 166, N. 183) nimmt zwar aufgrund einer Vakanz die Gestalt eines konkreten Vorschlags an (vgl. N. 318), der jedoch von dem (nicht grunds¨ atzlich abgeneigten) hannoverschen Vizekanzler Ludolf Hugo mit dem Argument abgelehnt wird, Wagner sei mehr f¨ ur angewandte als f¨ ur reine Mathematik qualifiziert (N. 84 mit Erl, vgl. auch N. 100, N. 420); erst 1701 wird dieser, f¨ ur den Leibniz auch noch bei Herzog Anton Ulrich F¨ ursprache eingelegt hat (N. 102), sein akademisches Amt erhalten. Den gr¨oßten Umfang — was den beanspruchten Raum ebenso wie die Zumutungen an Leibniz’ Vermittlert¨ atigkeit angeht — nimmt aber Johann Fabricius ein. Tats¨achlich sind es vor allem Ansinnen dieser Art, die den L¨owenanteil der umfangreichen Korrespon-

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denz mit dem Theologen in unserem Bande ausmachen, und sie betreffen zwei Bereiche. Zum einen geht es um die Erh¨ ohung von Fabricius’ Gehalt um j¨ ahrlich 100 Taler, die dieser — angesichts der Ausstattung von Kollegen mit Pfr¨ unden — f¨ ur sich selbst fordert. Die sich schon l¨ anger hinziehende Angelegenheit der drei H¨ofe, in der Leibniz nach seinen fr¨ uheren Eingaben auch jetzt wieder mehrmals bei den Geheimen R¨aten in Hannover vorstellig wird (N. 33, N. 66), wird auf der Hauskonferenz im Oktober zu Fabricius’ Gunsten entschieden (vgl. N. 340, N. 361) und von Hannover unterschrieben (vgl. N. 386 Erl.). Noch bis zum Jahresende kann Fabricius sich aber seines Erfolges nicht sicher sein (vgl. N. 428); der endg¨ ultige Abschluß wird noch hinausgez¨ogert durch Bedenken des Celler Hofes, der die zus¨atzliche Gratifikation mit einer anderen, Fabricius bei seiner Berufung zugesagten Zusatzzahlung verrechnet haben m¨ochte. Zur¨ uckhaltender verh¨ alt Leibniz sich gegen¨ uber einem anderen Ansinnen des Theologen, das bald nach dem vorl¨ aufigen Ende der Gehaltsfrage aufkommt: dem Anspruch auf das Helmstedter Prorektorat (beginnend mit N. 347). Fabricius’ Schilderung dieser Querelen um die Besetzung des (nach dem von den H¨ofen selbst im Jahresturnus ausge¨ ubten Rektorat) h¨ ochsten Amtes der Universit¨at ergeben ein lebendiges Bild von Innenleben und Selbstverst¨andnis der Henrico-Juliana, das seine Erg¨anzung im Aktenbestand dazu (s. N. 415 Erl.) findet. Seine ausf¨ uhrliche Darstellung des Problems in N. 348 — wie es bei der halbj¨ ahrlich im Fakult¨ atsturnus vorzunehmenden Wahl aufgrund einer zu starren Auslegung der Universit¨ atsstatuten zu einer inad¨ aquaten Behandlung langj¨ahriger, aber neu nach Helmstedt gekommener Professoren kommen kann — begegnet uns in zum Teil fast identischen Formulierungen bereits zwei Jahre zuvor (I, 14 N. 342). Was Fabricius damals f¨ ur den Fakult¨ atskollegen Johann Andreas Schmidt gefordert hatte: die ¨ außerplanm¨ aßige Wahl eines irrt¨ umlich Ubergangenen, versucht er nun f¨ ur sich selbst zu erreichen und hofft dabei auf Leibniz’ F¨ ursprache (N. 347, N. 362). Dieser gibt ihm in der Sache recht (N. 351) und wendet sich an den Vizekanzler in Hannover (vgl. N. 379), der die Zustimmung der Fakult¨ at fordert. Die damit zu einer inneruniversit¨aren Angelegenheit erkl¨ arte Sache wird schließlich im Senat zuungunsten von Fabricius entschieden, von diesem aber — bis in den Sp¨ atwinter hinein — weiterverfolgt. Leibniz, immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, verh¨ alt sich weiterhin wohlwollend, scheint sich aber in seinem Engagement eher zur¨ uckzuhalten: bis auf ein weiteres Gespr¨ach mit Ludolf Hugo (vgl. N. 428) tritt er bei Fabricius’ Eingaben an den hannoverschen Hof (bei dem das n¨achste Direktorat liegt) offiziell nicht mehr in Erscheinung — wenn er auch tats¨achlich im Hintergrund als Berater wirkt (vgl. N. 419, N. 424).

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Auch von einem weiteren Helmstedter Professor, dem Juristen Johann Eisenhardt, erfahren wir, daß er sich Leibniz’ Hilfe bei seinem Ersuchen um eine Gehaltserh¨ohung erhofft (N. 147). Themen aus dem Bereich der universit¨aren Lehre, des universit¨aren Schrifttums — so das Gutachten der Theologischen Fakult¨ at zur Kalenderreform — kommen vor allem im Briefwechsel mit Johann Andreas Schmidt und den Wolfenb¨ utteler Herz¨ogen zur Sprache (vgl. oben S. XXXV, sowie unten S. L).

6. Leibniz’ Wirken f¨ ur die Ann¨ aherung der Konfessionen Die bewuste etwas ruhende Sache‘‘ — so charakterisiert Leibniz treffend Anfang Sep” tember 1699 den Stand der innerprotestantischen Unionsgespr¨ ache gegen¨ uber dem Berliner Hofprediger Daniel Ernst Jablonski (N. 273), der zuvor nur hatte berichten k¨onnen, daß der brandenburgische Geheime Rat Paul von Fuchs wegen der Affairen-Last‘‘ noch ” keine Zeit gefunden habe, sich der Erwiderungsschrift auf Jablonskis Kurtze Vorstellung, Leibniz’ und Molanus’ Unvorgreifflichem Bedencken, intensiver zu widmen. Leibniz empfiehlt, die Bem¨ uhungen f¨ ur eine Kirchenvereinigung vorerst ruhen zu lassen, wenn keine ” Apparenz zum Success‘‘ bestehe (N. 273). Neue Impulse erhalten die irenischen Gespr¨ache im Herbst durch einen Vorstoß der beiden Schweizer reformierten Theologen Jeremias Sterky und Benedict Pictet, die — unabh¨ angig von Leibniz und Jablonski — unter Vermittlung Philipp Jakob Speners mit dem Hamburger Lutheraner Daniel Severin Scultetus die Kontroverspunkte zwischen den beiden Konfessionen er¨ ortert hatten und nun die Zeit f¨ ur reif halten, einen gr¨ oßeren europ¨ aischen Theologenkongreß unter Einbeziehung Großbritanniens, Brandenburgs und Braunschweig-L¨ uneburgs, m¨ oglicherweise auch D¨anemarks und Schwedens, einzuberufen (N. 308, N. 390). Die welfischen Lande, so schl¨ agt Jablonski vor, sollten durch den Helmstedter Professor Johann Fabricius vertreten werden. Leibniz, der immer wieder betont hatte, daß ein Erfolg des Vereinigungswerks nur durch Verhandlungen in einem kleinen, verschwiegenen Kreis engagierter Theologen und Politiker zu erwarten sei (vgl. z. B. N. 259) und der Pictets theologische Pr¨ amissen nicht teilt (N. 153), ist aufs h¨ochste alarmiert. Der offizielle Vorstoß Sterkys gelangt u ¨ber den Celler Premierminister Andreas Gottlieb von Bernstorff an Molanus, der Leibniz um eine Stellungnahme bittet (vgl. N. 363). In seinem franz¨ osischen Brief (N. 366) rekapituliert

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Leibniz die wesentlichen Kontroverspunkte zur Abendmahls- und zur Pr¨ adestinationslehre, die bereits Gegenstand des Unvorgreifflichen Bedenckens und des Tentamen expositionis irenicae gewesen waren. Der Brief ist trotz seines freundlichen und verbindlichen Tons (der Leibniz nicht hindert, auch hier einen Seitenhieb auf Samuel Pufendorf einzustreuen) nicht dazu angetan, beim Haus Braunschweig-L¨ uneburg Sympathien f¨ ur den Schweizer Vorstoß zu wecken. Leibniz sieht die Gefahr, daß durch die im Vorfeld in keiner Weise ausger¨ aumten Meinungsverschiedenheiten der beteiligten Theologen eine solche Konferenz die Gr¨ aben eher vertiefen als zusch¨ utten k¨onnte, und gibt Jablonski zu bedenken, ob die geplante Conferenz nicht gegen solche Klippen segeln d¨ urfte, dar¨ uber das ” gantze Negotium zu Tr¨ ummern gehen d¨ urfte‘‘ (N. 405). Um so mehr favorisiert kurzfristig der Berliner Hof Sterkys Initiative, muß jedoch — nachdem Leibniz Anfang Dezember auch dem englischen Gesandten Cressett seine Argumente gegen eine allgemeine Theologenkonferenz u ¨bermittelt (N. 404) und gegen¨ uber Jablonski angedeutet hat, daß Fabricius schwerlich die Erlaubnis zur Teilnahme erhalten w¨ urde (N. 405) — einsehen, daß auf diesem Wege eine einvernehmliche L¨ osung nicht zu erreichen ist. Jablonski teilt Leibniz am 27. Dezember mit, daß die brandenburgischen Minister die Idee einer Konferenz beyseit ” geleget‘‘ h¨atten (N. 423). Dennoch f¨ uhrt Leibniz seine Absicht, die Berliner Pl¨ane durch eine weitere Stellungnahme von Molanus nachhaltig zu vereiteln, fort. Allgemeine inhaltliche Vorschl¨age (N. 399) und eine detaillierte Stichwortsammlung vom 2. Januar 1700 m¨ unden ein in eine ausf¨ uhrliche Ausarbeitung von Molanus, die vom 14. Januar 1700 datiert (vgl. I, 18). Leibniz’ Anstrengungen, die Reunionsgespr¨ache mit der katholischen Kirche wieder ¨ in Gang zu bringen, bleibt weiterhin der Erfolg versagt. Uber Herzog Anton Ulrich und den franz¨ osischen Gesandten Caradas du Heron sucht Leibniz sowohl bei Ludwig XIV. als auch bei dessen Grand Tr´esorier Jean Baptiste Colbert, Marquis de Torcy, das Interesse f¨ ur eine Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Bossuet zu wecken (N. 2–4). Nicht ganz uneigenn¨ utzig und f¨ ur seine Stellung in Hannover nicht ohne Brisanz l¨aßt er dabei Anton Ulrich in Paris anregen, ihm (Leibniz) eine Pension als Mitglied der Acad´emie des Sciences zu gew¨ahren, die ihn in den Reunionsgespr¨achen vom hannoverschen Hof, der immer noch nicht die Erlaubnis f¨ ur eine Fortsetzung der Gespr¨ache mit Bossuet gegeben habe, unabh¨ angiger machen w¨ urde. Aber auch diese filigran inszenierten diplomatischen Winkelz¨ uge bleiben ebenso wie ein Brief an Bossuet (N. 113), in dem Leibniz ausf¨ uhrlich die Konzilsbeschl¨ usse der vergangenen Jahrhunderte und ihre G¨ ultigkeit diskutiert, ohne ¨ Resonanz. Erst als er mit der Ubersendung eines Buches zu der Frage, welche Inhalte

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der Bibel als Glaubensartikel zu werten sind, einen Vorwand findet, sich bei Bossuet in Erinnerung zu bringen (N. 408), antwortet dieser im Januar und Februar 1700 mit zwei l¨angeren Briefen (Druck in I, 18). Mit dem Herausgeber dieser Secretio eorum quae sunt de fide catholica, dem 1656 zum Katholizismus konvertierten Abt des Klosters Huysburg, N. von Zitzewitz, der in einem Memorandum die Chancen f¨ ur erneute Reunionsverhandlungen ausloten will (N. 398), versucht J. Fabricius einen Kontakt zu vermitteln (N. 419). Neue Perspektiven f¨ ur die Kirchenvereinigung erwachsen daraus jedoch nicht. Auch die Korrespondenz mit dem Bischof von Wiener Neustadt, Franz Anton von Buchhaim, l¨ aßt weder auf theologischer Ebene noch von seiten der Politik Fortschritte in den Bem¨ uhungen um eine Ann¨ aherung zwischen Protestantismus und Katholizismus erkennen. Wenn Buchhaim im November schließlich an Leibniz eine Abschrift des Breve Innocenz’ XII. vom 27. Juni 1699 schicken kann, mit dem der Papst Buchhaims Loccumer Gespr¨ ache vom September 1698 gutheißt und seiner Hoffnung auf Vereinigung der Konfessionen in der einen Kirche Ausdruck gibt, so ist damit konkret noch nichts gewonnen. Im wesentlichen kreist der Gedankenaustausch mit Buchhaim weiterhin um allgemein- und hauspolitische Themen, die mit der Kirchenunion nichts zu tun haben.

7. Reichsangelegenheiten und europ¨ aische Politik Am 24. September (3. Oktober) 1699 beschließt das Corpus evangelicorum des Regensburger Reichstages nach langen Beratungen zum 1. M¨arz 1700 eine Calender-Verbesse” rung‘‘, mit der die seit 1583 zwischen dem katholischen und dem evangelischen Deutschland um 10 Tage differierende Datierung ihr Ende finden soll. Peinlich darauf bedacht, ¨ diese Reform nicht als bloße Ubernahme des gregorianischen Kalenders erscheinen zu lassen, werden — wie Leibniz schon im Sommer angeregt hatte (N. 162) — die protestantischen Universit¨ aten mit der astronomischen Neuberechnung der Festtagsdaten und Gutachten zur Reform betraut. Leibniz koordiniert mit Unterst¨ utzung Jobst Christoph Reiches diese Arbeiten f¨ ur die welfischen L¨ander und u ¨bermittelt der Helmstedter Theologischen Fakult¨ at, die mit Johann Andreas Schmidt und Chr. T. Wideburg auch u ¨ber zwei Mathematiker verf¨ ugt, die Aktenst¨ ucke, auf deren Basis sie ihr zustimmendes Votum abgibt (N. 76). Trotz dieses Verfahrens erscheint Leibniz die Neuordnung des Kalenders als u ¨berhastet und abtr¨ aglich f¨ ur das Prestige der evangelischen Reichsst¨ande, denn es ”

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jezo scheinet, als ob man die ¨ anderung aus zwang gethan, da die R¨omische Parthey die unsrige wegen des Calenders hin und wieder gedr¨ ucket‘‘ (N. 103). Leibniz’ außenpolitisches Interesse konzentriert sich im Sommer 1699 besonders auf die Auseinandersetzungen zwischen D¨anemark und Holstein-Gottorp um die Souver¨anit¨ atsrechte des Gottorper Herzogs. Dieser Konflikt wird schließlich unter Beteiligung braunschweig-l¨ uneburgischer Truppen zur milit¨arischen Konfrontation am Beginn des Nordischen Krieges f¨ uhren. Vorerst tauschen Leibniz und seine Korrespondenzpartner, vor allem Christoph Joachim Nicolai von Greiffencrantz, James Cressett und Johan Gabriel Sparwenfeld die neuesten Nachrichten aus: u ¨ber den Ausbau der Festung T¨onning, die Drohungen D¨ anemarks gegen den Gottorper Herzog Friedrich IV. und die erwartete Verlegung von Truppen durch Karl XII. in die deutschen Provinzen der schwedischen Krone. Besonders durch den englischen Gesandten James Cressett, der als Vermittler an den Verhandlungen zwischen D¨ anemark und Holstein-Gottorp in Hamburg beteiligt ist, wird Leibniz aus erster Hand auf dem laufenden gehalten, auch u ¨ber die Drohung des englischen K¨ onigs Wilhelm III. an die Konfliktparteien, dem zuerst Angegriffenen in jedem Falle beizustehen (N. 254). Leibniz bedankt sich ausdr¨ ucklich f¨ ur diese aktuelle Information, gibt sie ihm doch Gelegenheit, de . . . me faire passer `a la foire de Bronsvic ” pour un homme qui entre bien avant dans les affaires‘‘ (N. 271). W¨ahrend sich die Spannungen im Norden versch¨arfen, treten die Bef¨ urchtungen um einen Erbfolgekrieg, den der Tod des spanischen K¨onigs Karl II. ausl¨ osen k¨onnte — la ” fatale revolution qu’on doit craindre si le Roy d’Espagne venoit `a mourir‘‘ (N. 166) — etwas in den Hintergrund, ja aus Wien kommt sogar die Nachricht, Karl II. gehe es gesundheitlich zunehmend besser (N. 328). Die fortdauernde Besetzung der Stadt Elbing durch brandenburgische Truppen (N. 114), nach wie vor schwelende Streitfragen bei der Umsetzung des Rijswijker Friedens (N. 121, N. 166), die Erbauseinandersetzungen im Bentheimer Grafenhaus, in die auch der K¨onig/Statthalter Wilhelm III. involviert ist (N. 248), oder die K¨ampfe zwischen Schotten und Spaniern um St¨ utzpunkte in Panama (ebd.) finden Leibniz’ Aufmerksamkeit, ohne daß jedoch die von ihm weitergegebenen Nachrichten auf Resonanz bei den Korrespondenzpartnern stoßen. 8. Historische Arbeiten, Korrespondenzen, Editionen Sieht man von einer Bemerkung Christoph Nicolais von Greiffencrantz u ¨ber die Resonanz der Lettre sur la connexion des Maisons de Bronsvic et d’Este in Stockholm (N. 335) ab,

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so n¨ ahrt sich Leibniz’ Ruhm auf dem Gebiet der Historie in unserem Zeitraum vor allem aus seinen außerdienstlichen Arbeiten: den Editionen. Im Mittelpunkt stehen dabei — als Diskussionsgegenstand ebenso wie als Buchgeschenk — die im Vorjahr erschienenen Accessiones historicae, insbesondere der 2. Band mit dem Chronicon Alberici . Aber auch der schon vor Jahren erschienene Codex juris gentium diplomaticus spielt eine Rolle, ¨ sei es im fortgesetzten Arger mit dem Buchhandel dar¨ uber (vgl. N. 187, N. 216, N. 240, N. 298 f., N. 311), sei es in der von den Korrespondenten ge¨außerten Erwartung von Folgeb¨anden (z. B. N. 123, N. 201, N. 396). Leibniz’ eigene Planung hatte zun¨achst mehrere B¨ande vorgesehen, von ihnen wird nur noch die Mantissa Codicis juris gentium diplomatici erscheinen, die sich jetzt im Druck befindet (vgl. N. 41, N. 82, N. 86, N. 90) und noch im Satz erweitert wird (vgl. N. 92). Unter den Korrespondenten, die weiteres Material anbieten oder darum gebeten werden (z. B. in N. 123, N. 201), ist neben Greiffencrantz ¨ (vgl. N. 183, N. 281) besonders Jean-Jacques Boisot hervorzuheben, mit dessen Ubersendung von Abschriften politischer Vertr¨ age des 15.–17. Jahrhunderts aus dem Nachlaß seines Bruders ein u ¨ber Jahre gef¨ uhrter Briefwechsel um den Codex -Fortsetzungen zugedachte Materialien sein Ende findet (vgl. N. 309, N. 376). Auch die gemeinsam mit Alphonse Des Vignoles geplanten, im Projektstadium steckengebliebenen Scriptores hi” storici restituti‘‘ kommen gelegentlich noch zur Sprache (so im Briefwechsel mit Johann Friedrich Pfeffinger, N. 138, N. 143, N. 319), insbesondere der sp¨ater in die Scriptores rerum Brunsvicensium aufgenommene Ditmarus restitutus‘‘ (bei Daniel Papebroch in ” N. 258, Christian Wilhelm von Eyben in N. 158, N. 329). Eine Aufz¨ahlung seiner Editionen gibt Leibniz in seiner Antwort an Louis Bourgeois du Chastenet, der in I, 16 N. 445 sein Vergn¨ ugen an der Historia arcana zum Ausdruck gebracht hatte (N. 137). Den gr¨ oßten Teil der historischen Korrespondenz nimmt aber die Arbeit an der Hausgeschichte ein. Aus dem Mosaik von Einzelfragen treten ein paar durchgehende Themen hervor. Zum einen die Frage nach der eventuellen Karolingerherkunft K¨onig Konrads I. und seiner Verwandtschaft mit dem salischen Stammvater Konrad dem Roten, die, in der Auseinandersetzung mit D. Blondels Genealogiae francicae plenior assertio, an einen Korrespondenten nach dem anderem geht — und nur von Christian Wilhelm von Eyben, der f¨ ur seinen schwerkranken, bald darauf verstorbenen Vater spricht, konkret beantwortet werden kann (vgl. N. 220, N. 227, N. 240, N. 247, N. 258, N. 280, N. 293, N. 304, N. 329). Ein zweites, schon seit Jahren mit Pomponne de Reffuge diskutiertes Problem betrifft die Lokalisierung der Markgrafschaft von Adalbert Azzo II. (vgl. N. 247 sowie I, 14 N. 127, N. 392). Aus den Angaben von Reffuge resultiert auch die Suche nach

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zwei unver¨offentlichten Schriften F. Della Chiesas, in der sich Leibniz an den einstigen braunschweig-wolfenb¨ uttelschen Oberst, den seit kurzem in savoyischen Diensten stehenden Generalmajor Matthias Johann von der Schulenburg wendet (N. 268) — womit er gleich die Bitte nach der Vermittlung eines archivkundigen Briefpartners aus Oberitalien verbindet. Die Hilfe eines hannoverschen Hofbediensteten wird beansprucht bei dem Versuch, einem weiteren Hinweis von Reffuge nachzugehen, der Leibniz auf Handschriften der ¨ in Paris und Mailand hingewiesen Mail¨ ander Chronisten Arnulph und Landulph d. Alt. hatte (vgl. N. 247, N. 280 sowie bereits I, 13 N. 376 f. und Leibniz’ — zur Weitergabe an Jean Mabillon und Etienne Baluze bestimmte — Anfrage bei Fran¸cois Pinsson N. 240): Giuseppe Carlo Conte Galli, Kammerherr der Kurf¨ urstin, setzt seinen Bruder Giovanni Antonio, Konservator der Mail¨ ander Biblioteca Ambrosiana, daf¨ ur in Bewegung (N. 40, N. 81), dessen vorl¨ aufige Antwort (N. 368) Erfolg zu verheißen scheint; es ist aber der etwa gleichzeitig begonnene Briefwechsel mit Giovanni de Sitonis (N. 313), der — nach Jahren ¨ — zur Ubermittlung einer Arnulf-Abschrift f¨ uhren wird (dazu ausf¨ uhrlich Zey, Liber gestorum recentium, Exkurs S. 31–38). Johann Ulrich Pregitzer schließlich ist Adressat eines Leibnizbriefes (N. 220), in dem dieser ausf¨ uhrlich auf dessen mit I, 16 N. 470 u ¨bersandte Quellenabschriften zur Welfengenealogie aus s¨ uddeutschen Kl¨ostern eingeht. Von den historischen Themen, die die Korrespondenten bewegen, ist neben Reffuges Anfrage nach landesgeschichtlicher‘‘ Literatur aus Mittel- und Norddeutschland ” (vgl. N. 280), neben Daniel Papebrochs Bemerkungen zur Handschriftenkollation und -beschaffung (bis Dezember steht die R¨ ucksendung der Annales Magdeburgenses im Raum, vgl. v. a. N. 258 u. N. 412), neben Wilhelm Ernst Tentzels genealogischen, diplomatischen und numismatischen Thesen (N. 167, N. 279, N. 303, N. 353, N. 375, N. 427), neben Daniel Erasmi von Huldebergs phantasievoller Herleitung des St.-Georgsordens von Konstantin d. Gr. (N. 372, N. 430) vor allem die in Frankreich stark diskutierte Frage der Genealogie der Grafen von Bouillon zu nennen (vgl. N. 216, N. 240). Mit diesem Thema endet auch der langj¨ ahrige Briefwechsel mit Charles-Ren´e d’Hozier (N. 292). Von unmittelbarer politischer Relevanz ist die Er¨ orterung eines historischen Problems im Briefwechsel mit dem hannoverschen Reichtagsabgesandten in Regensburg, Johann Christoph von Limbach. Wie im Vorjahr geht es um die juristische Widerlegung der franz¨ osischen Anspr¨ uche auf die Pfalz im Namen der Elisabeth Charlotte von Orl´eans — die Fortsetzung des pf¨ alzischen Erbfolgekrieges als bellum diplomaticum‘‘. ” Der R¨ uckgriff auf die Geschichte hatte der Gegenseite das Argument geliefert: im 12. und 13. Jahrhundert war die rheinische Pfalzgrafschaft zweimal an den Schwiegersohn eines

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fr¨ uheren Amtsinhabers gekommen — f¨ ur Frankreich Beweis der schon Jahrhunderte zuvor praktizierten weiblichen Erbfolge. Die Historie kann aber auch der Untermauerung der gegenteiligen Ansicht dienen, wie Limbach in einer detaillierten Untersuchung De ” foeminarum successione in Palatinatu ex actis publicis et privatis‘‘ gezeigt haben muß: die genaue Rekonstruktion von zeitlicher Abfolge und Umfeld f¨ uhrt zu dem Schluß, daß die Amts¨ ubertragungen unabh¨ angig von den Eheschließungen zu betrachten seien, daß eher diese aus jenen resultierten als umgekehrt. Limbach hatte diese Schrift bereits im Vorjahr in offiziellem Auftrag verfaßt und dabei auch von Leibniz empfangene Informationen verwendet, jetzt sendet er ihm einen Extractus‘‘ daraus (N. 215), der beiden f¨ ur ” die kommenden Monate reichlich Diskussionsstoff liefert. Anders als Limbach argumentiert Leibniz (N. 282) weniger als Historiker‘‘ denn als Jurist‘‘, wenn er, die aufgef¨ uhrten ” ” Einzelf¨ alle beiseitelassend, vorschl¨ agt, das Problem vom Lehnsrecht her anzugehen. Sein Interesse an den Materialien Limbachs — dem gegen¨ uber er in seiner Haltung einer neutralen, distanzierten Hilfsbereitschaft verbleibt — gilt aber der Ausbeute f¨ ur die welfische Hausgeschichte. Zu einem anderen aktuell-politisch bestimmten Unternehmen findet Leibniz erst auf Umwegen und versp¨ atet Zugang, wobei ihm die Hausgeschichte geradezu als Alibi dient: Im Versuch einer Wiederbelebung des Lauenburger Erbfolgestreites bringt Anhalt sein Wappen als Anciennit¨ atsbeweis ins Spiel; Ludolf Hugo, erneut mit einer Erwiderung befaßt, h¨alt dagegen, dieses Wappen sei erst im 15. Jahrhundert entstanden und beauftragt Chilian Schrader in Celle mit der Suche nach Beweismaterial. Auf diese begibt sich, von Schrader nur z¨ogerlich informiert (vgl. N. 322, N. 407), von Hugo nachtr¨aglich und obenhin autorisiert (N. 84), alsdann auch Leibniz. Sich der Hilfe des Kammerschreibers Johann Christoph Balcke in Wolfenb¨ uttel (von dort hatte er wohl seine Erstinformation) bedienend (vgl. N. 64, N. 67), wendet er sich (N. 65) behuf Historischer laborum‘‘ an ” Jost Heine von Heimburg, den Oberhauptmann von Blankenburg, um Zugang zu den Urkunden und Siegeln der Anhaltiner im nahegelegenen Kloster Michaelstein zu erhalten. Die Antwort (N. 75) kommt erst nach Wochen und verweist, nicht ohne Hinweis auf die wenige Monate zuvor erfolgte Anfrage aus Celle, auf das Wolfenb¨ utteler Archiv. Hier wird Leibniz schließlich f¨ undig (vgl. N. 87, N. 95 sowie N. 100). Ohne Erfolg bleibt dagegen seine Anfrage bei Philipp M¨ uller, den Propst des Magdeburger Liebfrauenklosters, an den Leibniz sich unter dem Vorwand der Anschaulichkeit dieses Materials f¨ ur die Historie gewandt hatte (N. 395, N. 412). In M¨ ullers eigenem Anliegen, dem Versuch einer Restitution von seinem Kloster seit Jahrhunderten entfremdeten Stiftungen mit Hilfe seiner Schrift K¨ urtzliche Vorstellung

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von dem christlichen Memorien-Rechte, f¨ ordert Leibniz weiterhin den Kontakt zum Celler Hof (N. 182, N. 200, N. 224, N. 285). Aus Leibniz’ unmittelbarem Umfeld treten uns die mit Archivalien befaßten Beamten in Wolfenb¨ uttel und Hannover — der Archivar Jakob M¨ uller und sein Gehilfe August Meyer, der Geheime Sekret¨ ar Johann Georg Schaetz (N. 87–89, N. 95) bzw. der Grenzsekret¨ ar Johann Dietrich Viet (N. 24) — nur in kurzen Notizen entgegen. Aus Helmstedt begegnet Hermann von der Hardt hier vor allem als Herausgeber des Magnum oecumenicum Constantiense concilium (N. 370) sowie der kuriosen Universalgeschichte S. Feirabents (N. 356, N. 370, zu seiner Bibelauslegung s. unten S. LI f.), Johann Andreas Schmidt als Verwalter von Caspar Sagittarius’ nachgelassenen historischen Schriften (s. unten S. LIV) sowie als Herausgeber der Korrespondenz Johann Andreas Boses, darunter auch ein Brief von Leibniz an seinen Jenaer Universit¨atslehrer (vgl. N. 402, N. 409, N. 420). Leibniz’ freilich nur in den Korrespondentenbriefen vorliegender Briefwechsel mit Chilian Schrader bietet Einblick in die Organisation der in offiziellem Auftrag unternommenen historischen Arbeit an den H¨ ofen Hannover und Celle. Scheint bei der Siegelsuche das Verh¨ altnis der beiden Gelehrten nicht frei von Konkurrenz, so zeigt sich doch in vielen Details ihr Hand-in-Hand-Arbeiten. Das gilt f¨ ur den st¨andigen Austausch von Arbeitsmaterialien, das gemeinsame Partizipieren an Quellen (vgl. N. 142, N. 224, N. 322, N. 407) ebenso wie f¨ ur die Absprache weiterer Suchaktionen (vgl. N. 60), in der Frage nach einer offiziellen Belohnung f¨ ur einen verdienten Helfer (d’Hozier, vgl. N. 142), f¨ ur die Abstimmmung bei der Frage der weiteren Besch¨ aftigung eines einstigen Mitarbeiters (Feller, vgl. oben S. XXXI) oder der F¨orderung eines Proteg´es (vgl. N. 142). Gerade dieser Fall — es handelt sich um Friedrich August Hackmann — verdient noch einmal eine genauere Betrachtung (vgl. auch die ausf¨ uhrliche Darstellung bei Reese, Die Rolle der Historie, S. 163–170). F¨ ur den Zeitraum unseres Bandes steht der Sch¨ utzling Schraders und Bernstorffs zwar weiterhin in Celler Diensten (vgl. z. B. N. 58), nimmt aber praktisch die Rolle eines Leibniz-Mitarbeiters ein. Wohl auf dessen Wunsch l¨aßt er sich, ebenso wie Johann Georg Eckhart, von einem Memoriermeister in Mnemotechnik unterweisen (vgl. N. 54, N. 232), u ¨bernimmt Boteng¨ange zwischen Hannover und Wolfenb¨ uttel (vgl. N. 50, N. 56 f.) und hat auch Leibniz als Protektor gewonnen. Nach seiner erfolgreichen Englandreise zur Quellensuche im Dienste des Hauses im Zenit seines Ansehens, erh¨ alt Hackmann Zutritt bei der Kurf¨ urstin (vgl. N. 6, N. 50) und bei Ludolf Hugo (vgl. N. 46); eine weitere F¨ orderung steht in Aussicht. Er selbst — Leibniz darin nicht un¨ ahnlich — scheint jedoch statt der angebotenen Professur eine Laufbahn im Dienste

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eines Hofes anzustreben und weiß seine F¨ orderer Schritt f¨ ur Schritt umzustimmen, indem er zun¨ achst die Idee einer erneuten Englandreise lanciert (vgl. N. 44), nach deren Bewilligung (vgl. N. 46, N. 50, N. 53) aber (angeblich wegen des der Bibliotheksarbeit im Winter unzutr¨ aglichen englischen Klimas) eine Erweiterung der Route um Frankreich und Italien vorschl¨ agt (N. 58). W¨ ahrend Schrader, wochenlang wegen Grenzstreitigkeiten abwesend, erst nachtr¨ aglich informiert wird (vgl. N. 322, N. 407) und Celle ohnehin hier eher eine bremsende Haltung einzunehmen scheint (vgl. die N. 66 Erl. zitierte Archivalie), macht Leibniz sich ganz zum Vertreter von Hackmanns Interessen (gegen¨ uber Hugo in N. 44, Bernstorff in N. 59, den Geheimen R¨aten in N. 66), arbeitet eine Reiseinstruktion f¨ ur die ersten Stationen aus und versorgt Hackmann mit Empfehlungen (vgl. N. 70, N. 77) — die dieser freilich eher im Sinne einer Kavalierstour als einer Archivreise zu nutzen scheint. Seine Briefe aus Wien und Venedig (N. 77, N. 80, N. 104) sind voll von Beschreibungen seiner Reiseerlebnisse, seiner Kontakte zu Gelehrten und Personen des Kaiserhofes, sie berichten ausf¨ uhrlich vom h¨ ofischen Leben in Wien, aber nur oberfl¨ achlich und ohne konkretes Ergebnis von seinen Bibliotheksrecherchen. Der Terminplan ger¨at jetzt schon ins Wanken. Auch das seit Monaten versprochene Journal‘‘ der Englandreise bleibt weiter ” aus (vgl. N. 18, N. 53, N. 60, N. 77): der Eklat des n¨achsten Jahres liegt schon in der Luft. Leibniz’ eigentlicher Mitarbeiter an der Hausgeschichte, Johann Georg Eckhart (zu ihm auch oben S. XXXI f.), f¨ allt demgegen¨ uber vor allem durch kontinuierliches Arbeiten auf. Wohl klagt er etwas u ¨ber die Trockenheit‘‘ des 10. Jahrhunderts, mit dessen ” Quellenauswertung er besch¨ aftigt ist, aber seine Briefe sind voller Details, die das Voranschreiten der Arbeit bezeugen. So spricht er in N. 45 von gemeinsam mit Otto Christian Coch angefertigten schedulae‘‘ — wohl einer der synoptischen Quellenzusammenstellun” gen, die Leibniz als Vorstufe f¨ ur die Ausarbeitung dienten. Mehrfach wird um Literaturbeschaffung aus der Bibliotheca Augusta gebeten, werden Probleme der Quellenauswertung dargelegt (so in N. 1, N. 41, N. 56) — mit Arbeitseifer und selbst¨andigem Vorgehen pr¨ asentiert sich Eckhart auch hier geradezu als Mustersch¨ uler.

9. Sprachwissenschaft, Schriftenkunde, Geographie und Ethnographie Nosse valde velim an praeterea aliquis vir doctus collegerit Aegyptiacas voces, et magis ” adhuc an Scythicas, nam hae fortasse Germanicas origines illustrarent‘‘ (N. 380 gegen¨ uber Johann Georg Graevius): w¨ ahrend die Erforschung der ¨agyptischen Sprache selten, als

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Desiderat, erw¨ahnt wird (N. 333), ist die Frage nach der Herkunft der V¨olker, insbesondere der Germanen, und ihre Erforschung nicht nur zentrales Diskussionsfeld der republique des lettres‘‘. Als Leibniz’ eigenes Bet¨atigungsfeld, als Hilfwissenschaft der ” Geschichtsforschung durchzieht die vergleichende Sprachwissenschaft, durchzieht insbesondere die Suche nach den scythisch-tatarischen‘‘ Sprachen zahlreiche Briefe unseres ” Bandes. Leibniz beteiligt sich an der ¨ offentlichen Auseinandersetzung: in den Nova literaria Maris Balthici et Septentrionis tr¨ agt er seine Kontroverse mit Otto Sperling u ¨ber die Herleitung des Teutonennamens (vgl. z. B. N. 249, N. 261, N. 284) aus. Mit Spannung wird der k¨ urzlich erschienene 3. Band von O. Rudbecks Atland eller Manheim von der gelehrten Welt (vgl. N. 174, N. 183, N. 261, N. 380) erwartet; Leibniz mokiert sich freilich (gegen¨ uber Andreas Morell, N. 285) etwas u ¨ber den Rudbeckianisme‘‘. Das Etikett ” gilt einem soeben in den Nouvelles de la republique des lettres erschienenen Aufsatz, zu dessen Verbreitung er bereits zuvor selbst beigetragen hatte: dem Brief Paul Pezrons an Claude Nicaise u ¨ber die Herkunft der V¨ olker nach Genesis 10 (I, 16 N. 475). Leibniz hatte diesen Text mehreren Korrespondenten in Abschrift zug¨anglich gemacht; jetzt gehen die Reaktionen ein (vgl. N. 110, N. 145, N. 176, N. 180, N. 275, N. 284 f.). Hauptkorrespondenten im Bereich der Grundlagenforschung sind nach wie vor Gerhard Meier und Johan Gabriel von Sparwenfeld. Wieder spielt die Orientalistik nur am Rande eine Rolle: Hiob Ludolf ist nur in einem Brief pr¨ asent (N. 180), der in Erkl¨ arung langen Schweigens Auskunft u ¨ber seine k¨ urzlich vollendeten Werke gibt, darunter das Lexicon amharico-latinum. Demgegen¨ uber nimmt die Korrespondenz mit Gerhard Meier breiten Raum ein, der St¨ uckzahl wie dem Umfang nach. Die Bedeutung, die Leibniz diesem mitunter schon in kleine Abhandlungen ausufernden Briefwechsel zumißt, zeigt sich darin, daß mehrere St¨ ucke daraus (darunter N. 145) sp¨ ater Eingang in die Collectanea etymologica gefunden haben, ebenso wie dessen mit N. 106 u ¨bersandte Schrift De voce Mad . Themen sind Meiers — von Leibniz nach wie vor freundlich-kritisch begleitete — Arbeiten zu seinem Glossarium Saxonicum. Diese Untersuchungen werden als Vorbild zitiert, wenn Leibniz gegen¨ uber Laurenz Rango (N. 130) anregt, in ¨ahnlicher Weise ein Glossar f¨ ur Pommern zusammenzustellen. Meier wird zur Besch¨aftigung mit germanisch/deutschen Rechtsaltert¨ umern ermutigt (N. 145, N. 284) und erh¨alt mit der Antwort auf seine Anfrage zum Begriff litterae Longobardicae‘‘ (N. 219) einen Beweis f¨ ur Leibniz’ Kompetenz auch ” auf dem Gebiet der noch jungen Pal¨ aographie (N. 284, wie auch gegen¨ uber Eric Ben-

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zelius in N. 261). Fast den ganzen Band durchzieht schließlich seine immer dringlicher werdende Bitte, ihm eine einst nach Hannover ausgeliehene Handschrift zur¨ uckzusenden (vgl. N. 122, N. 145, N. 176, N. 189, N. 371), die inter alias schedas peregrinantes‘‘ (N. 284) ” von Leibniz lang vergeblich gesucht wird. Aufwarten kann er dagegen mit einer anderen sprachgeschichtlich bedeutsamen Handschrift, dem von Eric Benzelius u ¨bersandten Codex mit dem Rheinischen Marienlob‘‘ (vgl. N. 174), der zun¨ achst an Meier weitergereicht ” wird (vgl. N. 122, N. 145, N. 176). Standen hier Probleme der Etymologie mit Hilfe der Onomatopoetik im Vordergrund, so sind es im Briefwechsel mit Sparwenfeld Fragen der Notation und Phonetik. Der Stockholmer Gelehrte liefert umfangreiche (wenn auch stark erl¨auterungsbed¨ urftige) Materialien zu Schrift und Sprache der slavischen V¨olker. Mit der vergleichende Tabelle der kyrillischen und glagolitischen Schrift- und Zahlzeichen (N. 111) erh¨alt Leibniz erst¨ mals echte Resonanz auf sein seit Jahren verfolgtes Bestreben, einen Uberblick u ¨ber die zahlreichen verschiedenen Alphabete der V¨olker zu gewinnen. Freilich zielt er dabei letztlich auf die Vereinheitlichung dieser den Zugang zu den Sprachen behindernden Vielfalt zugunsten des lateinischen Alphabets, w¨ ahrend Sparwenfeld radikal f¨ ur das kyrillische Alphabet eintritt und die Umstellung bei den Westslaven verwirft. Das hindert Leibniz nicht, sich auch f¨ ur Details aus Sparwenfelds Tabelle zu interessieren. F¨ ur unseren Zeitraum allerdings zun¨ achst nur rekonstruierbar: eine unmittelbare Antwort mit zahlreichen R¨ uckfragen geht in der Post verloren (vgl. N. 110 Erl.) und wird erst nach der Jahreswende erneut, in Gestalt des Konzeptes, auf den Weg gebracht (Druck in I, 18). Faßbar ist aber die weitere Verbreitung des Pezron-Briefes durch Sparwenfeld (N. 110). Hoffnung auf Sprachproben sch¨ opft Leibniz (N. 275) aus dessen Bemerkung (N. 110) u ¨ber die Persienreise Henrik Brenners, dessen Schicksal auch an anderer Stelle unseres Bandes anklingt (vgl. N. 281). Jetzt ist es Nicolaas Witsen aus Amsterdam, der Sprachproben — Vaterunser-Versionen in mehreren tatarischen Sprachen bzw. Dialekten — liefert (N. 191); seine Sendung findet sp¨ater ebenfalls Aufnahme in die Collectanea etymologica. Auch die mit Nachrichten aus China und den Reiseberichten der Missionare befaßten Briefwechsel mit den Jesuitenpatres Charles Le Gobien (N. 161, N. 186) und Joachim Bouvet (N. 296) lassen sich mit ihren Bemerkungen zu Lexikographie und Kartographie des tatarischen Raumes (so zu einer Verbesserung von Witsens Rußland-Karte) diesem Kontext einordnen. Bouvets Brief aus Peking, der Leibniz freilich nicht mehr in unserem Zeitraum erreicht haben d¨ urfte, berichtet zudem vom Plan des Verfassers, ein Lexikon

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der Sprachen der umgebenden V¨ olker — Siam, Burma, Kambodscha, Bali — zu schaffen sowie von einem vom Kaiser von China in Auftrag gegebenen W¨orterbuch Mandschutatarisch – Chinesisch. Neben Hinweisen zu den M¨ oglichkeiten einer — Leibniz besonders interessierenden — clavis Sinica‘‘ sowie zur chinesischen Chronologie und Mathematik ” enth¨alt dieser Brief vor allem eine ausf¨ uhrliche, kulturgeschichtlich bedeutende Beschreibung der zwischen Frankreich und China ausgetauschten Gaben.

10. Mathematik Weiterhin steht Leibniz mit Johann Andreas Schmidt im Gedankenaustausch u ¨ber die praxisnahe Vermittlung mathematischer Kenntnisse, zum Beispiel zur Berechnung von Sonnenfinsternissen (N. 337). Vor allem aber er¨ortern beide Form und Inhalt eines deutschsprachigen oder lateinischen Mathematiklehrbuches, f¨ ur dessen Realisierung Leibniz sogleich einen detaillierten Plan entwirft. Ein vierb¨ andiges Handbuch in unterschiedlichen Formaten soll sowohl Mathematikkenntnisse f¨ ur die allt¨ agliche — auch handwerkliche — Praxis vermitteln als auch den Stand der Wissenschaft dokumentieren (N. 133). Leibniz’ Ermunterung, das Werk in Angriff zu nehmen und zun¨ achst einen Mathematikkurs medii gradus‘‘ zu verfassen, der zu einem handlichen Kompendium zusammengefaßt ” oder zu einem gr¨ oßeren Werk ausgebaut werden k¨onnte (N. 252), nimmt Schmidt positiv auf. Sein Arbeitsplan f¨ ur dieses Opus bleibt jedoch im Unbestimmten. Ergebnislos bleiben auch die von Leibniz im November 1698 begonnenen Bem¨ uhungen, auf Kosten des toskanischen Erbprinzen einen jungen Mann bei einem hannoverschen Ged¨achtnisk¨ unstler ausbilden zu lassen (vgl. N. 221 und die folgenden St¨ ucke der Korrespondenz). Gr¨ oßeres Interesse als an der Mnemonik zeigt Ferdinand von Toskana f¨ ur die Dechiffrierung von Texten, doch Leibniz ist weiterhin nicht bereit, den Kontakt zu John Wallis zu vermitteln (vgl. I, 16). Erste Vorboten des Priorit¨ atsstreits mit Isaac Newton um die Erfindung der Infinitesimalrechnung werden in der Korrespondenz mit Otto Mencke, dem Herausgeber der Acta eruditorum, sichtbar. N. Fatio de Duillier hatte sich in seiner Lineae brevissimi descensus investigatio geometrica duplex von 1699 nicht nur u ¨ber seine angebliche Zur¨ ucksetzung durch die kontinentaleurop¨ aischen Mathematiker beklagt, sondern Leibniz auch als Zweiterfinder der Infinitesimalrechnung und Plagiator an Newton bezeichnet. In Abstimmung mit Johann Bernoulli sucht Leibniz dessen kritische Rezension der Investigatio und seine eigene kurze Zusammenfassung in den Acta eruditorum zum

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Druck zu bringen, doch Otto Mencke, der um sein gutes Verh¨altnis zu englischen Gelehrten f¨ urchtet, st¨ oßt sich an einigen seiner Meinung nach zu harten Formulierungen. Er m¨ochte auf jeden Fall verhindern, daß die Acta der tummelplatz seyn sollen, darauff ” gelehrte leute Kugeln wechseln‘‘ (N. 373), zumal bereits mit D. Gregory zum Problem der Kettenlinie ein Streit in den Acta im Gange ist. In seinem Antwortbrief, von dem gleich drei verschiedene Konzepte vorliegen, zeigt sich ein emotionsgeladener Leibniz von dem in seinen Augen ¨ angstlichen Taktieren Otto Menckes in h¨ochstem Maße getroffen. Er erinnert an die langj¨ ahrige Freundschaft mit Mencke, er f¨ uhrt Beispiele weit h¨arter ausgetragener wissenschaftlicher Fehden an, ja er appelliert an das Nationalgef¨ uhl Menckes, der nimmermehr billigen [werde], daß ehrliche Teutsche dießer Leute gunst und ” freundschafft, oder vielmehr anscheinende hoflichkeit mit nachtheil der wahrheit, auch des ruhms der Teutschen kauffen sollen‘‘ (N. 381). Im Novemberheft der Acta erscheint die anonyme Zusammenfassung von Fatios Werk zusammen mit Johann Bernoullis Rezension in leicht gemilderten Formulierungen, im Mai 1700 schließlich Leibniz’ eigene Entgegnung auf Fatios Anw¨ urfe.

11. Theologische und philosophische Themen Im Anschluß an die Lekt¨ ure von Paul Pezrons Thesen zum Ursprung der V¨olker, die Leibniz auch Hermann von der Hardt zug¨anglich gemacht hatte (vgl. I, 16 N. 442), entwickelt der Helmstedter Theologe eine historische Bibelkritik, die in Anlehnung an die vor allem in den Niederlanden gef¨ uhrte Diskussion um Offenbarungscharakter oder Historizit¨ at der biblischen Texte die w¨ ortliche Auslegung des Alten Testaments in Frage stellt. ¨ Dar¨ uber hinaus stellt er Uberlegungen zur ,Evolution‘ des Lebens und zur Entwicklung des Menschen an, die mit der biblischen Sch¨opfungsgeschichte nur wenig gemein haben. Dein vero prope fit simile, homines non prorsus erectam staturam prae se tulisse in prin” cipio, quam ars et usus dein contulerint.‘‘ Der Ursprung der gesamten Menschheit aus den Nachfahren Noahs, die babylonische Sprachverwirrung und eine universelle Sintflut werden von Hermann von der Hardt verworfen, und er glaubt, auch aus Leibniz’ Briefen schließen zu k¨ onnen, daß dieser seine Ansichten teilt (N. 116). Doch Leibniz liegt es fern, sich auf das Feld der Bibelkritik zu begeben, die z. B. mit der Annahme einer pr¨aadamitischen Menschheitsgeschichte, mit der Reduzierung des Alten Testaments auf eine Geschichte des j¨ udischen Volkes und dem Wissen um eine weiter zur¨ uckreichende chinesische Geschichte die biblizistische Weltchronologie in Frage stellt und zwangsl¨aufig bei

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den orthodoxen Vertretern aller christlichen Konfessionen auf vehementen Widerstand stoßen mußte. Nihil tale scripsi, sed verba mea huc accepit‘‘, so notiert Leibniz in einer ” Randbemerkung zu Hermann von der Hardts Brief. Er beendet die Er¨ orterung dieses Themas mit dem Helmstedter Philologen und Theologen und schließt sich damit gleichzeitig aus einer fr¨ uhaufkl¨ arerischen Diskussion aus, die wesentlich zur S¨akularisierung des universalhistorischen Weltbildes beitragen sollte. Auch nach der Verurteilung von F´enelons Explication des maximes des Saints durch den Vatikan am 12. M¨ arz 1699 besch¨ aftigt Leibniz die franz¨ osische Diskussion um den pur amour‘‘, in der er weder f¨ ur Bossuet noch f¨ ur F´enelon Partei ergreift. Dem Abb´e ” Le Thorel (N. 124) und M. de Brinon (N. 128) legt er seine Auffassung von der wahren Gottesliebe dar, die einen Kernpunkt seiner praktischen Philosophie ber¨ uhrt: das aus der selbstlosen Liebe zu einem anderen resultierende Gl¨ uck. Le plaisir propre qu’on se ” propose dans le bien, bonheur et perfection d’autruy est de l’essence de l’amour‘‘ (N. 124). Als Beobachter der Streitigkeiten um den Pietismus und der Unruhen, die durch Chiliasten in Bern ausgel¨ ost wurden, nimmt Leibniz gleichfalls eine distanzierte, auf M¨aßigung und Ausgleich bedachte Position ein. Ironisch merkt er an, daß der Krieg zwischen Pietisten und Antipietisten keineswegs dem accroissement de la piet´e‘‘ diene, ” und pl¨adiert f¨ ur die Tolerierung abweichender Meinungen, solange diese nicht gegen die Grunds¨ atze von Fr¨ ommigkeit und guten Sitten verstießen (N. 422). Eher indifferent fallen ¨ sein Außerungen zu einer anderen Neuerscheinung aus, die zur Zeit die Gem¨ uter bewegt. W¨ahrend die Unpartheyische Kirchen- und Ketzer-Historie Gottfrieds Arnolds auch im Korrespondentenkreis zu unterschiedlichen, teilweise sehr heftigen Reaktionen gef¨ uhrt hat (vgl. N. 205, N. 288, N. 412), beschr¨ ankt Leibniz sich auf prinzipielle Kritik an dem polemischen Grundzug und methodischen M¨ angeln des Werkes; im u ¨brigen bekennt er mehrmals, es selbst noch nicht gelesen zu haben (vgl. N. 167, N. 261, N. 285, N. 369, N. 395). Er mißbilligt vor allem die scharfen T¨one, die Arnold gegen die Amtskirche angeschlagen hat, als sektiererisch und wenig hilfreich, um die Menschen tats¨achlich zu bessern (N. 285). Man m¨ usse vielmehr das Laster bek¨ampfen, ohne einzelne Personen anzugreifen und — wie Leibniz in einem weiteren Brief an A. Morell anmerkt — vor allem die Jugend zu bessern suchen: . . . reformer les vieux, c’est `a quoy il y a peu d’apparence. ” Les vieux cependant ne seroient point fach´es que leur enfans fussent meilleurs qu’eux‘‘ (N. 422). Leibniz’ Darlegung seiner metaphysischen Grundpositionen in einem Brief an Kurf¨ urstin Sophie (s. o.) ist besonders bei deren Tochter Sophie Charlotte, der Sophie eine Abschrift zukommen ließ, auf fruchtbaren Boden gefallen. Spontan erkl¨art sie sich zu

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Leibniz’ Sch¨ ulerin‘‘ (N. 270), und Leibniz vers¨aumt es nicht, die Wißbegierde der Bran” denburger Kurf¨ urstin umgehend zu befriedigen. Das Problem von Determination und ¨ Freiheit, die Rechtfertigung des Ubels in der Welt als Voraussetzung f¨ ur das Gute und die liaison admirable de l’univers‘‘ sind die Themen eines Briefes (N. 403), der schon eine ” Vorahnung der philosophischen Gespr¨ ache zwischen Leibniz und der preußischen K¨onigin in Lietzenburg gibt, aus denen schließlich die Th´eodic´ee entstehen wird. Der elit¨are Anspruch der Leibnizschen Philosophie ( Ce dogme nous eleve au dessus du vulgaire‘‘), die ” Annahme, daß die Welt gem¨aß dem Willen Gottes wohlgeordnet sei, und der Gedanke, ¨ daß es kein absolutes Ubel gebe, sondern nur von dem als solches empfunden werde, der davon betroffen sei, u ¨berzeugt die Herrschergemahlin, qu’il faut se contenter et mˆeme ” se tro[u]ver heureux de son etat‘‘ (N. 414).

12. Nova literaria Neuigkeiten vom Buchmarkt, Projekte, Kontroversen, pers¨onliche Informationen u ¨ber die Gelehrten: die Nachrichten aus der republique des lettres‘‘ haben auch jetzt wohl ” den gr¨oßten Anteil an Leibniz’ Korrespondenz. Seine Kontakte zur gelehrten Welt gehen nat¨ urlich auch u ¨ber Zeitschriften: das Journal des S¸cavans, die Acta eruditorum mit ihrem Herausgeber Otto Mencke, die Nova literaria Maris Balthici et Septentrionis und Achilles Daniel Leopold, die Nouvelles de la republique des lettres, deren Herausgeber J. Bernard er sein Epitaph auf F. van Helmont zukommen lassen will (vgl. N. 261), die Monatlichen Unterredungen von Wilhelm Ernst Tentzel, der Kritik an einzelnen Beitr¨agen erh¨ alt und deren vorl¨ aufige Einstellung Leibniz bedauert (N. 167). Aber die F¨ ulle, die Buntheit der Informationen zeigt sich vor allem im Brief. Nova literaria‘‘ im eigentlichen Sinne werden vor allem von den langj¨ ahrigen Kor” respondenten Antonio Magliabechi aus Florenz, Thomas Burnett aus London, Fran¸cois Pinsson aus Paris u ¨bermittelt, aus Deutschland wieder haupts¨ achlich vom Neffen Friedrich Simon L¨ offler aus Leipzig. Hinzugekommen ist seit einiger Zeit Eric Benzelius d. J., zur Zeit in Utrecht; hinzu kommt jetzt in dieser Rolle, w¨ahrend seines Schweden-Aufenthaltes, Christoph Nicolai von Greiffencrantz als Informant aus Stockholm. Unter den von Magliabechi in zwei umfangreichen Briefen angek¨ undigten, besprochenen, mitunter gleich u ¨bersandten Neuerscheinungen des italienischen Buchmarktes ist R. Fabrettis Inscriptionum antiquarum explicatio von besonderem Interesse f¨ ur Leibniz (N. 239, vgl. auch N. 48, N. 371 Erl.), da das Werk Mitteilungen u ¨ber einen Fund aus

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der Calixtus-Katakombe abdruckt, die er einst selbst an den Autor gesandt hatte (vgl. I, 5 N. 299). Magliabechi ist es auch, der die Weitergabe eines Leibnizwerkes in Gang setzt: die Novissima Sinica in ihrer k¨ urzlich erschienenen 2. Auflage, die Leibniz ihm im Fr¨ uhjahr u ¨bersandt hatte (vgl. N. 105 Erl.), werden von ihm dem jesuitischen Ordensgeneral zugeleitet (vgl. N. 239, N. 262). Voll Stolz berichtet Leibniz daraufhin mehreren Korrespondenten, daß seine Schrift den Jesuiten zur Verteidigung vor der r¨omischen Kurie im Rahmen des Ritenstreites‘‘ dienen werde (N. 48, N. 51, N. ;281; vgl. auch oben ” S. XXXIV). Wie gut Leibniz u ¨ber den Buchmarkt informiert ist, l¨ aßt sich daraus ersehen, daß er einige der ihm von Burnett als Neuerscheinung vorgestellten Titel bereits vor Monaten selbst aus England angefordert hatte (vgl. N. 201 u. I, 16 N. 68). Neben den Neuerscheinungen stehen die großen Nachl¨ asse. Johann Andreas Schmidt, im Aufbruch zu einer Jena-Reise, wird mehrfach gebeten, dort die Hinterlassenschaften von Leibniz’ k¨ urzlich verstorbenem Universit¨atslehrer Erhard Weigel (insbesondere zu dessen geplantem Collegium Artis Consultorum) zu begutachten (N. 136, N. 223) — frei¨ lich mit negativem Ergebnis (N. 199). Uber die allm¨ahliche Entwicklung in Richtung Politicum beim ebenfalls von Schmidt verwalteten und sukzessive zum Verkauf anstehenden Nachlaß von Caspar Sagittarius ist Leibniz nach wie vor informiert (vgl. N. 150, N. 156, N. 257, N. 287, N. 290). Bereits auf den Markt gelangt ist die Bibliothek des Leipziger Mathematikprofessors und Acta eruditorum-Autors Martin Knorre; einige Titel aus dem von L¨offler u ¨bersandten Katalog finden Leibniz’ Interesse (N. 246). Auch die Versteigerung der Bibliothek G. B. Boses f¨ allt in unseren Zeitraum; ein Katalog der Bibliothek des k¨ urzlich verstorbenen Historikers F. B. Carpzov ist in Arbeit (vgl. N. 229, N. 344). Pinsson schickt den Katalog der bedeutenden Boucot-Sammlung von Handschriften und B¨ uchern, die zum Verkauf ansteht (N. 216, N. 304). ¨ Uber Leibniz’ Praxis der Buchbeschaffung unterrichtet vor allem der Briefwechsel mit L¨offler (der uns auch reiche Nachricht u ¨ber das Leipziger Universit¨atsgeschehen gibt, vgl. N. 132, N. 229, N. 279, N. 344, N. 406). Aufschlußreich f¨ ur die Interpretation der zahlreichen erhaltenen B¨ ucherlisten ist die Instruktion, die diesem f¨ ur das Verhalten bei einer Auktion in N. 246 mitgegeben wird: bei einfacher Anstreichung eines Titels solle die Anschaffung nur unter der Voraussetzung commodo pretio‘‘ get¨atigt werden, bei ” einem Kreuz sei der Spielraum gr¨ oßer, schließlich quorum duplex crux est qui pauculi ” sunt, carius etiam redimi libenter velim, modo ne prorsus iniquum absurdumque pretium videatur‘‘. Auch zeigt ein Vergleich der gew¨ unschten Titelbeschaffungen mit den get¨atig¨ ten bei L¨offler (v. a. N. 246, N. 279) und Christophe Brosseau (N. 306) Uberschneidungen:

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Titel, die L¨offler als Bucher so hoch kommen‘‘ nicht gekauft hat, werden zum Teil noch ” einmal in Paris bestellt. Wie schwierig die Beschaffung eines Werkes sich gestalten kann, zeigt die Suche nach F. Berniers Doutes sur quelques-uns des principaux chapitres de son Abr´eg´e de la philosophie de Gassendi , die unseren Band durchzieht. Mehrere Korrespondenten sind darauf angesetzt: Le Thorel (N. 124) und Brosseau (N. 194) in Paris, Daniel Ernst Jablonski in Berlin (N. 165, N. 203, N. 273), Gerhard Meier in Bremen (N. 176, N. 210), dieser wiederum engagiert Heinrich Sike in Utrecht (vgl. N. 189, N. 210), der seine Suche weiter nach Amsterdam ausdehnt — alles ohne Erfolg. Schließlich bleibt Leibniz nur die Hoffnung, u ¨ber Jablonski das Werk geliehen zu bekommen. Neben den auf dem Markt befindlichen Werken stehen auch die Projekte, die — Ausdruck barocker Sammelleidenschaft und Detailfreudigkeit — die Korrespondenzen in großer Zahl durchziehen. Manche werden einmal, mitunter postum, zum Abschluß und zum Druck kommen, so J. Schilters Thesaurus zur mittelalterlichen Geschichte (vgl. z. B. N. 227, N. 329), V. Placcius’ Theatrum anonymorum et pseudonymorum (vgl. N. 261), die großen numismatischen Thesauri A. Morells und (in der Neuausgabe) E. Brenners (vgl. N. 174), P. Hardouins Neuedition von Konzilsakten (N. 304); kurz vor dem Abschluß (vgl. N. 370) befindet sich H. v. d. Hardts Edition zum Konstanzer Konzil (die von dem eher oberfl¨achlich informierten Pinsson Leibniz zugerechnet wird, vgl. N. 216, N. 241). Andere — wie A. Acoluths Inventum Aegyptiacum (vgl. N. 333), G. Meiers Glossarium Saxonicum, S. Chappuzeaus Dictionnaire historique, g´eographique, chronologique et philologique (N. 125), das aus dem Nachlaß von F. Junius projektierte Dictionarium Septentrionale (vgl. N. 176) — verbleiben im Stadium des Vorl¨aufigen. Insbesondere Benzelius’ Brief aus Utrecht (N. 174) ist voll von Projekten, die niemals zum Abschluß kommen werden. Wieviel an Information Leibniz durch das Medium Brief‘‘ erh¨alt, zeigt sich in seiner ge” nauen Kenntnis solcher Projekte — auch schon l¨anger ruhender wie des Inschriftencorpus’ M. Gudes (vgl. N. 285, N. 380). Neben den Einzelleistungen stehen die großen Gemeinschaftswerke. Band f¨ ur Band erscheinen die Acta Sanctorum der Bollandisten (vgl. N. 258). Thema mehrerer Briefe (v. a. N. 304, vgl. auch N. 174, N. 216, N. 344, 357) ist die Amsterdamer Neuauflage der maurinischen Augustinus-Edition und die darauf fußende jesuitisch-benediktinische Kontroverse. Leibniz nimmt Nachrichten u ¨ber derartige Vorhaben nicht nur zur Kenntnis, sondern regt auch weitere Projekte an, so in N. 357 gegen¨ uber Magliabechi mit seinem Vorschlag, in Italien neben den herk¨ ommlichen Enzyklop¨ adien nach franz¨ osischem Bei-

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spiel W¨orterb¨ ucher anzulegen, die sowohl das allgemeinsprachliche Vokabular als auch die Fachsprachen erfassen sollte. Und er wirkt als Multiplikator‘‘ im literarischen Austausch: ” so gegen¨ uber Andreas Morell (N. 285). Wie das Neueste von einem Korrespondenten zum n¨achsten weitergereicht wird, zeigt sich neben den bibliographischen vor allem an den personenbezogenen Informationen: zu Kontroversen (zu erw¨ahnen ist der vor allem die franz¨ osischen Gelehrten bewegende Streit um die Interpretation einer Gallienus-M¨ unze, vgl. N. 128, N. 285), zu Krankheits- und Todesf¨allen (z. B. N. 176, N. 210, N. 216, N. 230, N. 258, N. 278, N. 380). Und zu besonderen Gl¨ ucksf¨ allen: zum Beispiel vom Baluze f¨ ur seine Verteidigung des Hauses Bouillon u ¨bertragenen Priorat (vgl. N. 216, N. 304) oder, von Gerhard Meier (in N. 210) aufgebracht, von einem Reisestipendium‘‘ f¨ ur Italien und ” Frankreich, das der Gr¨ azist Ludolph K¨ uster vom Kurf¨ ursten von Brandenburg f¨ ur die Arbeit an seinem (niemals gedruckten) Corpus Byzantinum erhalten soll (vgl. N. 261, N. 285, N. 342, N. 380) — und das er schließlich doch nicht antreten wird. Die Vernetzung zwischen den Korrespondenten zeigt sich auch darin, wie diese Art der Kommunikation funktioniert: mit Hilfe vieler St¨ utzpunkte. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: An erster Stelle steht nat¨ urlich Christoph Brosseau, u ¨ber ihn l¨auft u. a. die Korrespondenz mit Charles Le Gobien, Fran¸cois Pinsson (Verbindungsmann zu mehreren franz¨ osischen Gelehrten, vgl. v. a. N. 216), Claude Nicaise; dieser wiederum ist Vermittler zu Jean-Jacques Boisot. Ein anderer hannoverscher Resident, Heinrich H¨ uneken in Den Haag, ist Mittelsmann zu Praetorius (und bittet schließlich, ihn von dieser immer heikler werdenden Aufgabe zu entbinden). Daniel Papebroch, der einen Brief Magliabechis weiterbef¨ ordert, ist f¨ ur seine Korrespondenz mit Leibniz gerade auf der ¨ Suche nach einem neuen Ubermittlungsweg (und denkt dabei an Agostino Steffani, vgl. N. 258). Leibniz u ¨bermittelt zwischen Gerhard Wolter Molanus und Wilhelm Ernst Tentzel, Tentzel zwischen Leibniz und Andreas Morell und auch Eric Benzelius (vgl. N. 279, N. 304). Briefe nach England gehen eine Zeit lang u ¨ber Friedrich August Hackmann. Thomas Grote, der als hannoverscher Gesandter in Stockholm die Nachfolge des zur¨ uckgekehrten Gustav Daniel Schmidt (vgl. N. 391) angetreten hat und u ¨ber den bereits der Sparwenfeld-Briefwechsel l¨ auft, wird gebeten, diese Rolle auch gegen¨ uber Greiffencrantz zu u ¨bernehmen (N. 355); umgekehrt bietet Leibniz sich als Mittelsmann zwischen Greiffencrantz und Bertram in Wien an. Auch die Korrespondenz zwischen Pfeffinger und Erasmi von Huldeberg l¨ auft u ¨ber Leibniz; Pfeffinger dagegen vermittelt zwischen Leibniz und Eyben (z. B. N. 319, N. 396, N. 430 Erl.).

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Schließlich w¨aren in diesem Zusammenhang nicht angekommene oder fehlgeleitete Briefe zu nennen, so N. 183 an Greiffencrantz; auf dessen mehrfache Bitte (N. 212, N. 255) wiederholt Leibniz die darin enthaltenen Bemerkungen zur Stockholmer Gelehrtenszene in N. .281. Bereits angesprochen wurde Leibniz’ verloren gegangene Antwort auf Spar¨ wenfelds Sprachtabelle. Kompliziert ist die Ubermittlung der Liste von Akten aus dem Boisot-Nachlaß (vgl. oben S. XLIII), deren erste Fassung Leibniz bereits vor 2 Jahren erhalten, dann aber zun¨ achst verlegt hatte. Jetzt geht auch die zweite Fassung verloren; mehrfache Anfragen und Nachforschungen ergeben schließlich, daß sie wohl in der Hofpost h¨angengeblieben sein muß (inzwischen hat Leibniz aber das erste Exemplar wiedergefunden). Ein Kuriosum besonderer Art stellt schließlich N. 124 an Le Thorel dar. Leibniz hatte diesen Brief versehentlich an Hackmann geschickt, dieser geht darauf ein, vermutet aber selbst einen Irrtum (N. 17) und schickt schließlich eine Kopie des inzwischen unansehnlichen Schreibens an Leibniz zur¨ uck (mit N. 19). Wie differenziert Leibniz beim weiteren Ausbau dieses Korrespondentennetzes vorgeht, l¨aßt sich an zwei gegens¨atzlichen Beispielen zeigen: w¨ahrend er in N. 311 an H¨ uneken die Bitte richtet, Erkundigungen u ¨ber Casimir Oudin einzuziehen, mit dem kurze Zeit darauf eine Korrepondenz einsetzt, weist er das Angebot James Cressetts (N. 175, N. 358) zur¨ uck, ihm William Wotton als neuen Korrespondenten zu vermitteln — mit dem Hinweis auf seine Querelen mit anderen englischen Gelehrten (vgl. N. 248, N. 254).

13. Bureau d’adresse Daß Leibniz auch jetzt Adressat zahlreicher Briefe ist, in denen er als Vermittler, Patron oder Mentor angesprochen wird, klang bereits in den vorangehenden Abschnitten gelegentlich an (zu Fabricius s. oben S. XXXVII f., zu Hackmann oben S. XXXVII, zu Rantzau oben S. XXXIII). Dabei werden sowohl seine Kontakte zu den welfischen H¨ofen wie zur gelehrten Welt als auch seine wissenschaftliche Beratung in Anspruch genommen. Zum Beispiel vom Herausgeber der Nova literaria Maris Balthici et Septentrionis, Achilles Daniel Leopold, der f¨ ur den seine Studienabschlußreise unternehmenden Sohn um Vermittlung an einen reisenden Adligen und um Empfehlungsschreiben gebeten hatte (N. 209); f¨ ur ihn wird Leibniz — erfolglos — in Wolfenb¨ uttel vorstellig (vgl. N. 23, N. 25, N. 171) und erteilt ihm zudem eine general recommendation‘‘ (N. 249, N. 310). F¨ ur Jo” hann Friedrich von Seilern, der seine historischen und literarischen Studien in Frankreich fortsetzen will, hatte sein gleichnamiger Adoptivvater, der kaiserliche Konkommissar in

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Regensburg, u ¨ber den Mittelsmann Johann Christoph von Limbach um Adressen anfra¨ gen lassen; ihm gibt Leibniz einen Uberblick u ¨ber seine Kontakte mit Pariser Gelehrten (N. 118) zusammen mit einem Empfehlungsschreiben an Germain Brice (N. 119). Auch Joachim Carl Hennings, ein Proteg´e Ludolf Hugos, bittet f¨ ur seine geplante Studienreise um Empfehlungsbriefe an franz¨ osische Gelehrte (N. 297). Philipp Wilhelm von dem Bussche schließlich, der Sohn Clamors von dem Bussche, erbittet Beratung bei der Themenwahl f¨ ur seine juristische Disputation in Halle (N. 307). Die Kehrseite, die aus solchen Verbindlichkeiten erwachsende Verpflichtung, begegnet in Otto Menckes Bef¨ urchtung, ein gegen David Gregory gerichteter Leibniz-Aufsatz in den Acta eruditorum k¨ onne diesen ver¨argert haben, der doch seinem Sohn in Oxford ungemeine H¨ ofligkeit erwiesen‘‘ habe (N. 373). Aufschlußreich ist Leibniz’ erster ” — sp¨ater abgeschw¨achter — Entwurf zur Antwort (N. 381), der einen derartigen Systemzwang negiert: Des Herrn Gregorii hofligkeiten begegnet man billig mit gleicher ” hofligkeit, ohne daß die wahrheit des wegen verlaßen und sacrificiret w¨ urde‘‘. Es sind aber nicht nur die S¨ ohne und Sch¨ utzlinge der Korrespondenten, f¨ ur die Leibniz’ Hilfe beansprucht wird. So bittet Philipp M¨ uller um Unterst¨ utzung seiner Bewerbung als Begleiter Herzog Rudolf Augusts nach Rom (vgl. N. 200, N. 286), greift Wilhelm Ernst Tentzel das Ger¨ ucht auf, in Hannover werde ein neuer Bibliothekar gesucht, und hofft auf Leibniz’ F¨ ursprache (N. 225), tritt nach 20-j¨ ahriger Pause Johann Wolfgang Textor wieder als Korrespondent in Erscheinung mit der Bitte, seine Bewerbung um die Stelle eines Assessors beim Reichskammergericht zu unterst¨ utzen (was Leibniz der Hauskonferenz der welfischen H¨ ofe vorlegt; vgl. N. 245, N. 315, N. 66), bedankt Samuel Chappuzeau sich f¨ ur die F¨ ursprache bei Premierminister Platen f¨ ur sein Dictionnaire-Projekt (N. 196). Etwas heikel ist das von Leibniz nur z¨ogerlich und unvollst¨andig beantwortete Anliegen James Cressetts, der in englischem Auftrag nach der Blei- und Blechproduktion in Deutschland fragt (N. 244, N. 294 bzw. N. 305). Nicht aus dem Korrespondentenkreis, aber aus dem Umkreis des Hofes kommt Clara Elisabeth von Coppenstein, Witwe des Oberhofmeisters der Kurf¨ urstin; sie bittet Leibniz um Hilfe bei der Beschleunigung eines Zivilprozesses (N. 269). Schließlich der Kreis von Leibniz’ eigenen Proteg´es — und denen, die es werden wollen. Da ist der von ihm schon seit l¨ angerem betreute Joachim Meier aus G¨ottingen, dessen Geschichts-Calender Leibniz der Kurf¨ urstin vorgelegt hatte; jetzt schl¨ agt er ihm vor, sich bei Hofe Ansehen zu verschaffen mit einer Arbeit u ¨ber das Postregal und versieht ihn dazu mit Literaturhinweisen (N. 146, vgl. auch N. 155). David Mazel aus London, der

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Leibniz vor 3 Jahren in Hannover besucht hatte, fragt an, ob er ihm von dort aus nicht n¨ utzlich sein k¨ onne (N. 185). Melchior Daniel Meier, Leibniz von der Braunschweiger Messe bekannt, bittet untert¨ anigst um seine Patronage (N. 336), ebenso Karl Andreas Artner, einst Jesuiten-Z¨ ogling, nach seiner Konversion Jurastudent in Leipzig, der sich auf der Suche nach einem munus ecclesiasticum vel politicum‘‘ an Leibniz wendet (N. 343). ” In Zusammenhang mit dem h¨ auslichem Umkreis steht der Brief Christian Paul Domeiers, der f¨ ur seinen Sohn Heinrich Christoph, Leibniz’ ehemaligen Amanuensis, die Unterst¨ utzung seiner Bewerbung um eine Pfr¨ unde oder ein Stipendium zur Fortsetzung seines Studiums erbittet (N. 338). Elisabeth Scherp, die Mutter von Leibniz’ Mechaniker ¨ Adam, bittet um die Ubergabe eines Briefes an ihren Sohn (N. 108). Ein Anliegen inhaltlicher Art kommt von der Nichte des langj¨ahrigen Gespr¨achspartners Franciscus Mercurius van Helmont, Isabella von Motzfeld-Merode, die nach einem verschollenen Manuskript ihres verstorbenen Onkels sucht (N. 197). Mit N. 130 u. ¨ N. 131 wird die Anfrage Laurenz Rangos nach schriftlicher Uberlieferung zu seiner Familie in der Wolfenb¨ utteler Bibliothek beantwortet. Schließlich ist in diesem Kontext ein Brief an einen unbekannten Adressaten zu nennen (N. 127), dem Leibniz auf seine Bitte hin in ausf¨ uhrlicher Form sein Urteil u ¨ber ein franz¨ osisches Werk aus dem Bereich der Damenphilosophie‘‘ abgibt. ” Nora G¨adeke Gerd van den Heuvel

¨ NEBURG I. H A U S B R A U N S C H W E I G - L U Mai–Dezember 1699

1. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 21. April (1. Mai) 1699. [41.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 5. 4o. 1 1/2 S.

Raptim Hannoverae 21. April. 1699. Excellentissime Domine

Patrone colendissime etc.

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Quod Browerum et Serarium tecum afferes, percommodum id mihi accidit; Jam enim in Moguntinis haereo, et nescio quid Hattoni faciam, de quo alii semper aliter sentiunt, et in obitus anno mirum quantum differunt. Quidam anno 912. obiisse tradunt. Si hoc verum esset, non potuisset Henrico insidias, quas Witichindus et alii commemorant, struere; quidam vitam illi aliquibus annis prorogant, sed in morte ejus plane ineptiunt. Forsan itaque Serarius Lucem his tenebris accendet. Quod reliqua attinet, Angelus Casarotta die proximo Saturni demum proficiscetur in Italiam. Freitagius Tibi Francofurto attulit quatuor Libros a Te desideratos. Die Mercurii Legatus Episcopi Osnabrugensis ad audientiam (ut vocant) admissus est, et dicitur ipsum Episcopum Serenissimum Electorem Linsburgi velle invisere. Vale; et perge favere Excellentissimi nominis Tui

cultori devoto

J. G. Eckhart.

Zu N. 1: K folgt auf I, 16 N. 92 vom 18. (28.) April 1699 in der Reihe der Briefe, die Eckhart an Leibniz w¨ ahrend dessen Aufenthalt in Wolfenb¨ uttel vom 21. April bis 7. Mai 1699 schrieb. 6 Browerum et Serarium: Gemeint sind wohl Chr. Brower, Antiquitatum et annalium Trevirensium libri XXV , 1670; Ders., Fuldensium antiquitatum libri IV , 1612; N. Serarius, Moguntiacarum rerum lib. V , 1604. 7 Hattoni: der Mainzer Erzbischof Hatto, † 913. 9 insidias: vgl. Regesta Imperii II. Die Regesten des Kaiserreichs unter den Herrschern aus dem S¨ achsischen Hause 919–1024 , bearb. v. J. F. B¨ ohmer u. E. v. Ottenthal. Erste Lieferung, Innsbruck 1893, S. 2, Nr. 2h. 9 Witichindus: Widukindus Corbeiensis, Rerum Gestarum Saxonicarum libri tres I, 21 (MGH Scriptores rer. Germ. Bd 60, 5. Aufl., 1935, S. 32 f.). 9 alii: Thietmar von Merseburg, Chronicon I, 7 (MGH Scriptores rer. Germ. N. S. Bd 9, 1935, S. 10 bis 13). 13 Libros: nicht identifiziert. 13 Die Mercurii: 6. Mai. 13 Legatus: ein nicht n¨ aher identifizierter Baron von Eltz‘‘; vgl. Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 103 IV Nr. 321 ” S. 189. 13 Episcopi: Karl Joseph von Lothringen.

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N. 2

2. LEIBNIZ AN HERZOG ANTON ULRICH Wolfenb¨ uttel, 23. April (3. Mai) 1699. [3.] ¨ Uberlieferung: 5

L1 Konzept: LH I 19 Bl. 395. 2o. 1/2 S. auf Bl. 395 ro. — Auf der unteren H¨ alfte von Bl. 395 ro sowie auf dem oberen Viertel von Bl. 395 vo jeweils L1 von N. 3 und N. 4. L2 Abfertigung: Ebd. Bl. 396. 2o. 1/2 S. auf Bl. 396 ro. (Unsere Druckvorlage.) — Auf Bl. 396 vo jeweils L2 von N. 3 und N. 4.

Monseigneur

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Voici ce que j’ecris ` a Monsieur l’Eveque de Meaux, je l’ay partag´e en deux Lettres, et le feray envoyer ` a deux diverses reprises, `a fin que chaque lettre estant plus courte soit plus lisible, si le Roy vouloit en estre inform´e. Or pour y mieux reussir, j’ay crˆ u que l’importance de la matiere meriteroit que V. A. S. ´ecrivit Elle mˆeme un mot au Roy, pour accompagner l a p r e m i e r e des miennes `a l’Eveque de Meaux. Et je prends la libert´e de joindre icy un projet de la Lettre de V. A. S. car cela reveillera l’attention de Sa Majest´e tout autrement que tout ce qu’un autre pourroit ´ecrire. En envoyant ma seconde lettre ` a Monsieur de Meaux, Monsieur du Heron pourroit communiquer ` a Monsieur le Marquis de Torcy un billet que V. A. S. luy auroit ´ecrit, touchant mes interests dont Elle a la bont´e de vouloir avoir soin. Car si on joignoit cela `a la premiere lettre cette apparence de pretension pourroit rebuter: Aulieu que si la premiere lettre a est´e goust´ee, on ne se rebutera pas si ais´ement de ce qui sera joint `a la seconde. Vostre Altesse aura la bont´e de me rendre ce papier, apr´es en avoir eu copie du projet de sa lettre, et de son billet. Et je suis avec devotion Monseigneur

de V. A. S.

Wolfenbutel 23 Avril 1699

le tres humble et tres sousmis serviteur Leibniz.

Zu N. 2: L2 mit den auf gleichem Blatt befindlichen N. 3 und N. 4 hatte als Beilage den f¨ ur J.-B. Bossuet bestimmten Doppelbrief N. 113, vgl. dazu die Vorbemerkung ebd. Beantwortet wird unser St¨ uck wohl durch N. 7. 11 Roy: Ludwig XIV. 18 Marquis de Torcy: J.-B. Colbert. 18 billet: vgl. N. 4.

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N. 3

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¨ 3. LEIBNIZ ALS HERZOG ANTON ULRICH AN KONIG LUDWIG XIV. Beilage zu N. 2. [2. 4.]

¨ Uberlieferung: L1 Konzept: LH I 19 Bl. 395. 2o. 1/4 S. auf der unteren H¨ alfte von Bl. 395 ro mit zahlreichen Korrekturen und Erg¨ anzungen. — Auf der oberen H¨ alfte von Bl. 395 ro L1 von N. 2; auf dem untersten Viertel von Bl. 395 ro–395 vo L1 von N. 4. 2 L Abfertigung: Ebd. Bl. 396. 2o. 1/3 S. auf Bl. 396 vo. (Unsere Druckvorlage.) — Auf Bl. 396 ro L2 von N. 2, auf den unteren beiden Dritteln von Bl. 396 vo L2 von N. 4.

Projet d’une lettre de Monseigneur le Duc au Roy, qui pourroit accompagner l a p r e m i e r e lettre ` a M. de Meaux

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Monsieur L’importance de la matiere contenue dans ce qu’on ´ecrit presentement `a l’Eveque de Meaux, et l’apparence que je crois voir de quelque grand succ´es par la benediction de Dieu, si cela estoit goˆ ut´e; me font prendre la libert´e d’en dire ce mot `a Vostre Majest´e pour la supplier d’y donner quelque moment de son attention. Ce concours extraordinaire de tant de lumieres, de puissance et de bonheur, et generalement de toutes les graces dont le ciel vous a combl´e d’une maniere qui n’a point d’exemple, peuvent faire esperer que Dieu a destin´e Vostre Majest´e ` a adjouter `a tant d’autres Actions ´eclatantes ce comble de gloire et de felicit´e, qu’il y auroit ` a rendre la paix et l’unit´e `a une bonne partie de l’Eglise, ou du moins ` a jetter les fondemens d’une bonne iss¨ ue de cette grande et sainte entreprise. Je m’estimerois heureux, si j’y pouvois contribuer et je suis etc.

Zu N. 3:

10 p r e m i e r e lettre: vgl. N. 113 Vorbem.

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N. 4

4. LEIBNIZ ALS ANTON ULRICH AN CHARLES-FRANC ¸ OIS DE CARADAS ¨ DU HERON FUR JEAN-BAPTISTE COLBERT DE TORCY Beilage zu N. 2. [3. 7.] ¨ Uberlieferung: 5

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L1 Konzept: LH I 19 Bl. 395. 2o. 1/2 S. mit zahlreichen Streichungen und Korrekturen. — Auf den oberen beiden Dritteln von Bl. 395 ro L1 von N. 2 und L1 von N. 3. L2 Abfertigung: Ebd. Bl. 396. 2o. 1/2 S. (Unsere Druckvorlage.) — Auf Bl. 396 ro L2 von N. 2, auf dem oberen Drittel von Bl. 396 vo L2 von N. 3.

Projet d’un billet ` a M. du Heron, qui pourroit accompagner l a s e c o n d e lettre a` M. de Meaux Je crains que M. de L. n’aura pas ass´es de libert´e pour contribuer au bon dessein dont il s’agit, ` a cause des engagemens o` u il se trouve. Il n’a pas encor pˆ u obtenir la permission de sa cour de continuer les communications des ouvertures qu’on pourroit encor envoyer ` a M. l’Evˆeque de Meaux et il a est´e reduit `a se rapporter `a celles qu’on avoit envoy´ees autres fois pour ne rien faire contre les ordres qu’il a receus et pour ne pas rompre aussi le commerce. Cependant comme je ne connois personne qui puisse travailler plus utilement sur cette importante matiere tant par luy mˆeme que par les liaisons qu’il a avec d’excellens Theologiens qui se trouvent en plusieurs endroits: je voudrois qu’il eˆ ut les mains plus libres, et qu’il fut moins dependant. Ce qui se pourroit faire, si on luy pouvoit obtenir du Roy `a titre de sciences une pension suffisante, pour le soˆ utenir dans ses recherches et d´ecouvertes, o` u effectivement il fait des grandes depenses, et pourra contribuer tres utilement au beau dessein de l’Academie Royale des Sciences, tant de luy mˆeme, qu’en continuant ses amples correspondances avec les s¸cavans de tous cost´es: Puisqu’il ne seroit pas mal, que l’Academie eˆ ut quelque correspondent de cette qualit´e dans les pays estrangers, d’autant plus qu’il est deja un des membres de ce corps. 26 d’autant . . . ce corps fehlt L1

Zu N. 4: L2 war zusammen mit N. 3 und N. 113 Beilage zu N. 2 (vgl. die Erl.); die drei St¨ ucke stehen zusammen auf einem Blatt, das wohl mit N. 7 wieder zur¨ uckgeschickt wurde. 9 s e c o n d e lettre: vgl. N. 113 Vorbem. 12–26 obtenir . . . ce corps: vgl. dazu auch I, 16 N. 397 und N. 3 im vorliegenden Band. 26 membres: Leibniz erhielt erst im M¨ arz 1700 seine Bestallungsurkunde als ausw¨ artiges Mitglied der franz¨ osischen Akademie.

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N. 5

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Je vous laisse donc juger, Monsieur, s’il ne seroit point apropos d’en toucher quelque chose. Car pour luy, il n’y voudroit point entrer. Et je n’ay point voulu mˆeme luy en faire aucune ouverture, par ce que j’ay jug´e, que dans l’engagement o` u il est, il feroit difficult´e de faire des demarches qui pourroient d´eplaire `a sa Cour, ou qui ne paroistroient pas assez desinteress´ees. Cependant je remarque qu’il n’est pas content de voir qu’on luy veut lier les mains d’une maniere qui l’empeche de faire du bien etc. etc.

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5. MICHEL RAISSON AN LEIBNIZ [Hannover,] 27. April (7. Mai) 1699. ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 754 Bl. 8. 8o. 2 S.

Monsieur

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J’ay parl´e ` a Monsieur de la Bergerie touchant la traduction du Personalia. Il m’a dit qu’il n’oseroit l’entreprendre ignorant comme il fait la langue Allemande, mais que Monsieur de la Poste Ministre ` a Hamel qui a fait ses estudes `a Basle possede ass´es bien cette langue pour entreprendre la chose avec succ`es, ce qu’il fera sans doute, de sorte que s’il vous plait Monsieur de faire donner au porteur de ce billet un exemplaire du dit Personalia, je le metray entre les mains de mon dit Sieur de la Bergerie qui l’envoyera `a Hamel par la premiere occasion qui se presentera. Je suis Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Raisson.

le 27. Avril 1699

6 bien (1 ) et il paroist d’humeur ` a preferer l’honneur de contribuer ` a qvelqve chose d’utile (2 ) et je serois (3 ) etc. etc. L1

Zu N. 5: 11 Personalia: Leibniz, Personalia oder Christlicher Lebens-Lauff des Durchleuchtigsten F¨ ursten und Herrn Ernst Augusten, 1698.

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¨ 6. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE [Hannover,] 28. April (8. Mai) 1699. [8.]

¨ Uberlieferung: L verworfene Abfertigung: LBr. 349 (Hackmann) Bl. 35. 4o. 1 S. durchgestrichen. — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 121.

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Madame Celuy qui m’a pri´e de luy donner cette lettre est M. Haakman, qui a est´e quelque temps en Angleterre, et dont M. l’Evˆeque de Salisbury parle avantageusement dans celle que j’avois eu l’honneur de rendre `a V. A. E. C’est celuy qui a envoy´e l’Histoire d’Angleterre de M. Tyrell, et qui m’a ´ecrit quelques circomstances que j’ay monstr´e. Il cherche le bonheur de se pouvoir presenter `a V. A. E. Il pourra dire des particularit´es du Duc de Glocestre, et je le trouve bien inform´e[;] aussi at-il vˆ u les plus habiles gens de l’Angleterre. Il dit que les Anglois faisant grande reflexion sur la personne et posterit´e de V. A. E. `a l’egard de la succession s’informent soigneusement de ce qui regarde nostre cour, et que plusieurs Evˆeques luy ont demand´e copie de l’extrait d’une lettre que je luy avois ´ecrite, o` u j’avois marqu´e combien V. A. E. affectionnoit les Anglois, et combien Elle estoit pour la libert´e raisonnable des esprits dans l’Ecclesiastique aussi bien que dans le Civil. Mais il en pourra dire d’avantage. Je suis avec devotion Madame

de vostre Altesse Electorale

28 Avril 1699.

le tres humble et tres ob¨eissant serviteur Leibniz.

Zu N. 6: Wir vermuten, daß die (nicht gefundene) Abfertigung in Hannover geschrieben wurde, wof¨ ur N. 112 und N. 114 sprechen. 6 Haakman: F. A. Hackmann. 7 temps: Hackmann war seit Februar 1698 rund ein Jahr f¨ ur Leibniz in England t¨ atig. 8 celle: G. Burnets Brief an Kurf. Sophie vom 16. (26.) Februar 1699 (LBr. 131 Bl. 1); vgl. I, 16 N. 359. 8 l’Histoire: J. Tyrell, The general history of England, Vol. I, 1697; vgl. I, 16 N. 4. 11 Glocestre: Wilhelm v. Gloucester. 14 demand´ e copie: vgl. I, 16 N. 74. 14 lettre: I, 16 N. 42.

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7. HERZOG ANTON ULRICH AN LEIBNIZ Salzdahlum, 29. April (9. Mai) 1699. [4. 23.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. F 1 Bl. 20. 4o. 2 S.

Monsieur Ich habe das bewuste abgeredter maßen fleißig und sorgfeltig bestellet, und weiln ich vernehme, das der Herr von Opdam erster tagen wird bei ihnen sein, u ¨mb von da auch hieher zu kommen, so solte mir leid sein, wan wegen einer vorhabenden reise, ich denselben alhie nicht k¨ onte sprechen. W¨ urde mir demnach ein sonderer gefalle geschehen, wann Er nebst vermeldung meines grußes obgedachten H. von Opdam bei seiner ankunfft dieses hinterbringen wolte, das ich verhoffete, Er w¨ urde an die Cell und Hannoverische h¨ofe sich so lange aufhalten, das ich gegen die Pfingsten, da meine reise Geliebts Gott geendiget sein wird, die Ehre haben k¨ onte, Ihn in mein Saltzdahl zu bewirthen; was Er hierinnen wird ausrichten, wolle Er Sec. Topfern nur schreiben, verbleibe zeitlebens Sein wohlaffectionirter

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Anthon Ulrich

Saltzdal d. 29 April 1699.

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¨ 8. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE [Hannover, 1. H¨ alfte Mai] 1699. [6. 10.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 233–234. 1 Bog. 2o. 2 1/3 S. Mit einigen Streichungen und Erg¨ anzungen. — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 116–120.

Zu N. 7: K antwortet wohl auf N. 2. Beilage waren eventuell jeweils L2 von N. 2, N. 3 und N. 4 (die zusammen auf einem Folioblatt stehen), um deren R¨ ucksendung Leibniz in N. 2 gebeten hatte. 5 bewuste: vermutlich die Erledigung der in N. 2 ausgesprochenen Bitte. 6 Herr von Opdam: J. v. Wassenaer; vgl. auch N. 135. 7 reise: Anton Ulrich reiste im Mai 1699 nach Den Haag und M¨ unster, vgl. dazu auch N. 135. 13 Topfern: Johann Georg T¨ opfer, Hofsekret¨ ar in Wolfenb¨ uttel.

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N. 8

Wie aus einem Brief von Leibniz an Kurf¨ urstin Sophie vom April 1702 hervorgeht (gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 343 f.), kursierte die hier er¨ orterte Lettre d’Hippocrate‘‘ in handschriftlicher Fas” sung und wurde erst 1700 unter dem Titel L e t t r e d’Hypocrate ` a Damagette. Traduction gedruckt. Wann Sophie die Schrift von Herzogin Elisabeth Charlotte von Orl´ eans erhalten hatte, ist aus deren Korrespondenz nicht ersichtlich. In einem Brief vom 8. Juli 1699 an Sophie (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Hann. 91 Kurf. Sophie Nr. 1 IX, 2 Bl. 386 vo) setzt Elisabeth Charlotte die Lettre‘‘ als ” bekannt voraus und berichtet, daß der brieff von hyppocratte kein traduction ist‘‘. Da Sophie sich von ” Mitte Mai bis zum Sommer weitgehend in Bruchhausen und Linsburg aufhielt und Leibniz nach seiner R¨ uckkehr aus Wolfenb¨ uttel nach Hannover am 7. Mai 1699 an Kurf¨ urstin Sophie Charlotte berichtete, er habe Sophie angetroffen (vgl. N. 112), ist der vorliegende Brief, der Leibniz’ und Sophies Anwesenheit in Hannover bzw. Herrenhausen voraussetzt, wohl auf die Zeit zwischen dem 7. und 15. Mai zu datieren.

Madame

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Quoyqu’il estoit plus que temps de disner, quand je retournois de Herrenhause `a Hanover, je n’ay pas laiss´e de faire aller ma chaise ass´es lentement, pour pouvoir lire toute la lettre attribu´ee ` a Hippocrate, que Madame a envoy´ee `a V. A. E. Car j’ay trouv´e d’abord que cette piece est meilleure que je n’avois crˆ u, en ne regardant que son titre. Elle m’a mˆeme paru profonde, ce qui n’est pas le caractere ordinaire des pieces du temps. Il n’y a point de doute que ce ne soit une fiction; et c’est ce qui m’avoit prevenu contre elle. Car je ne voyois nulle apparence de faire parler Hippocrate du Legislateur des Hebreux. Mais je voy que c’est ` a Democrite qu’on attribue ce discours rapport´e par Hippocrate, en quoy il y a plus de vraysemblance. Car on convient que ce grand philosophe a pouss´e ses voyages jusqu’au Levant. On trouve encor une autre circomstance remarquable, que l’auteur de la lettre pouvoit faire valoir. C’est qu’au rapport de Pline Democrite a crˆ u que nous ressusciterions quoyque cela paroisse peu convenable `a l’hypothese des Atomes de la maniere qu’on la prend ordinairement. Si Pline dit vray, et s’il a voulu parler du grand Democrite, comme il y a de l’apparence, il faut avouer qu’on ne connoist pas trop bien ce philosophe. La lettre le fait parler quelques fois d’une maniere qui sent le Comte de Gabalis, et feu Monsieur Helmont nostre bon ami, mais on ne doit pas dire pour cela que l’auteur y a voulu insinuer adroitement ses propres sentimens. Car il est permis d’attribuer `a un ancien, ce qu’un moderne n’oseroit avouer et mˆeme n’approuveroit pas. C’est pourquoy je ne luy impute pas non plus d’avoir crˆ u que toutes les creatures seront aneanties un

23 f. rapport de Pline: vgl. C. Plinius Secundus, Naturalis historia, 7, 189. 28 Gabalis: N.-P.-H. de Monfaucon de Villars, Le Comte de Gabalis, ou Entretiens sur les sciences secr` etes, 1670.

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jour, et que l’univers, Dieu seul except´e, retournera dans le neant, et autres opinions qui ne me paroissent gueres soutenables ny en public ny en particulier. Je ne veux pas relever non plus ce qu’il dit en quelque endroit contre la diversit´e des religions qu’il regarde comme la plus pernicieuse chose du monde dans un Estat; en quoy il exprime plus tost le goust de son siecle et de son pays que l’opinion des anciens dont il emprunte le nom. Je diray seulement qu’il me paroist plus fort en parlant des religions, sur tout de celles des Orientaux qu’en traitant de la nature. C’est cependant ce qui auroit est´e d’avantage du caractere de Democrite qui parle, et d’Hippocrate qui l’´ecoute. Democrite ne mettoit pas la terre dans le Centre de l’univers, comme on fait icy, car l’univers luy estoit infini. Il ne connoissoit point deux mondes l’un sans corruption, et l’autre dans une revolution perpetuelle de la destruction `a la reparation. Et cette retractation qu’on luy attribue icy de son opinion de l’origine des choses qu’il faisoit venir d’un concours fortuit, ne doit pas estre port´ee trop loin ny `a trop de spiritualit´e, autrement on ne garde point la vraisemblance. L’auteur ne dit pas mal que les Hebreux ont puis´e chez les Chaldeens; en effect Abraham estoit sorti d’Ur en Chaldee. Adam mˆeme avec le Paradis est plac´e dans la Chald´ee par Mo¨ıse et les colonies repandues dans le monde sont attribu´ees aux dissensions de ceux qui travailloient au grand bastiment de Babylone. Mais je ne s¸cay d’o` u l’auteur a pris ce qu’il dit de leur maniere d’adorer l’eternel par la prononciation d’une lettre, comme aussi de leur doctrine du reveil des choses du neant, et de leur reduction au neant, de leur distinction des jours de la semaine, qu’ils employoient[,] le premier `a la consideration du monde, le second aux planetes, le troisieme aux elemens, le 4me `a la terre, le cinquieme aux eaux, le sixieme aux animaux, le 7me `a l’homme. Car cela ne se rapporte pas tout ` a fait ` a ce que la Genese raconte des objets des six jours de la creation. L’auteur venant aux Hebreux admire avec raison qu’une seule famille qui est celle d’Abraham, s’est distingu´ee par un devouement `a l’Eternel, et que par une eminente sagesse et prudence rafin´ee, elle a fix´e ces sentimens dans sa posterit´e, qui est devenue

7 qu’en (1 ) relevant les beaut´ es (2 ) traitant | de gestr. | de L 8 ´ ecoute. (1 ) Mais il faut se contenter de ce qu’un auteur dit de bon, sans luy imputer des pech´ es d’omission. il met (2 ) Democrite L 12 attribue (1 ) de son opinion du hazard (2 ) icy L

16 Abraham . . . Chaldee: vgl. 1. Mose 11, 28. 31. 16 f. Adam . . . Mo¨ıse: wohl erschlossen aus 1. Mose 2, 14. 17 f. les colonies . . . Babylone: vgl. 1. Mose 11, 8 f.

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une nation considerable. L’auteur donne surtout un beau caractere du legislateur des Hebreux. Il remarque que cette nation connoissoit Dieu dans une id´ee plus magnifique qu’on ne faisoit par tout ailleurs, tout ayant rapport `a Dieu chez un Hebreu, et servant `a y mener les hommes. Au lieu que les Chaldeens adoroient Dieu dans les creatures, ce qui a donn´e occasion ` a l’idolatrie dans ceux qui avoient oubli´e le but de leur maistres. Il observe aussi que les Hebreux ont fix´e l’origine des choses par certaines dates des temps et genealogies precises, au lieu que les Chaldeens ont laiss´e ces choses dans l’eloignement d’une antiquit´e impenetrable. Il passe de l` a aux Egyptiens, qu’il dit avoir voulu cacher leur imitation et les sources de leur doctrine prise des Chaldeens et Hebreux, en s’attribuant `a eux-mˆemes une antiquit´e incroyable: qu’ils ont choisi pour l’objet de leur adoration la terre et les reptiles qui la couvrent. Et qu’ils pretendent comme les Chaldeens `a une correspondance continuelle avec les intelligences, et ` a la connoissance de la Magie, que les Hebreux rejettent. Il adjoute que les Egyptiens enseignent le passage des ames d’une espece `a l’autre, mais que ce changement ne se pouvant faire selon eux qu’apres une entiere destruction du cadavre, ils tachent de la reculer en les embaumant et de donner en attendant le loisir aux ames vertueuses degag´ees du corps de se perfectionner `a un point qui les mette au rang des intelligences et les tire de la necessit´e des revolutions futures, au lieu que celles des mechans y demeurent tousjours assujetties. Ce detail de la doctrine des Egyptiens est en partie de l’invention de nostre auteur, et pourroit avoir du rapport `a sa propre philosophie. Il s’imagine assez ingenieusement que les sages des Egyptiens, ne se croyant pas dignes d’adorer Dieu directement, d’autant plus qu’il est incomprehensible et qu’il a assez sa gloire par luy-meme; ils ont crˆ u l’honnorer d’avantage en adorant ce qui paroist le plus vil parmy les choses cr´e´ees, marquant par l` a combien l’univers est divin, puisque ses parties les plus abjectes sont adorables. Il adjoute pourtant pour les blˆ amer, que les Hebreux qui ont est´e autresfois mˆel´es parmy les Egyptiens semblent les avoir infect´es de cette vanit´e avec laquelle ils s’attribuoient une excellence sur tous les autres peuples. Apres cela l’auteur fait une digression sur la simplicit´e des premiers hommes, et sur l’utilit´e des religions en general quelles qu’elles puissent estre, pourveu qu’elles tendent `a la vertu, et il adjoute meme que l’apotheose des hommes a fait des grands effects en leur donnant plus d’elevation d’esprit, et des sentimens plus hero¨ıques. Ces pens´ees et beaucoup d’autres sont excusables dans la bouche de Democrite, et l’auteur les peut rapporter sans les adopter.

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Je serois bien aise de connoistre son nom, et le lieu o` u il est. Il faudroit l’encourager a` continuer comme il nous fait esperer, car Democrite ayant promis icy `a Hippocrate de parler de trois questions ne traite encor que de la premiere. ¨ DIE GEHEIMEN RATE ¨ 9. LEIBNIZ FUR IN HANNOVER Pro Memoria. [Hannover, 1. H¨ alfte Mai 1699]. [33.]

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¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Hann. 93 Nr. 484 Bl. 48. 1 Bog. 4o. 1 S. Unten auf Bl. 48 ro Kanzleiverm.(?): Fabricius‘‘. ”

Pro Memoria 1) ob die Medaille auff die Heyrath der R¨omischen K¨onigin nicht ge¨andert werden soll. Ich halte sie dergestalt gar nicht anst¨andig, denn ander fehler zu geschweigen, so ist zu besorgen, wenn die Critici eine so kleine Sonne darauff sehen solten, die sonst auff des K¨onigs in Franckreich Medaillen so wohl ausgedr¨ ucket zu sehen, d¨ urfften sie sagen, man habe den R¨omischen Konig vorstellen wollen, als un soleil en diminutif. 2) Es w¨ are wegen der Kupferst¨ ucke eine resolution zu faßen, so zu denen Exequiis des Hochstseel. Churf¨ ursten erfordert werden, die weilen die K¨ unstler im Sommer an dergleichen am besten arbeiten k¨ onnen; sie fordern aber von dem großen pourtrait, in der gr¨oße wie Herrn Herzog Johann Fridrichs Hochstseel. andenck. 300 thlr. und von einem Kupferst¨ uck in solchem regal-folio wie Herzog Johann Fridrichs leichbeg¨angniß vorgestellet 100 thlr. Und wenn man etwas schohnes haben will, wird man schwehrlich n¨aher dazu gelangen. Die kupferst¨ ucke außer dem pourtrait w¨ urden etwa seyn 5 oder aufs hochstens sechs.

Zu N. 9: Leibniz hatte mit I, 16 N. 83 Probepr¨ agungen der von ihm entworfenen Gedenkmedaille zur Heirat der Prinzessin Wilhelmine Amalie mit dem R¨ omischen K¨ onig Joseph von H. A. von dem Bussche angefordert. In einem Brief an R. Chr. Wagner vom 6. (16.) Mai 1699 (LBr. 973 Bl. 20–21; Druck in Reihe III) sagt Leibniz, daß er empfohlen habe, die Medaille zu ¨ andern. Wenn wir diese Aussage auf unser St¨ uck beziehen, ist eine Abfassung in der ersten Maih¨ alfte wahrscheinlich. Vgl. auch N. 21 u. N. 22. 7 Fabricius: nicht identifiziert. Der Bezug dieses Namens zu unserem St¨ uck bleibt unklar; der cellische Vizekanzler W. L. v. Fabrice ist wohl kaum gemeint. 9 Medaille: vgl. I, 16 N. 83 Erl. 14 Exequiis: vgl. M o n u m e n t u m Gloriae Ernesti Augusti, SV. 16 pourtrait: vgl. N. 181. 18 leichbeg¨ angniß: Justa F u n e b r i a . . . Joanni Friderico . . . persoluta, 1685, Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. C 20109 u. XII B. I 2 b, 12.

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¨ 10. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE [Hannover, 17. (?) Mai 1699]. [8. 11.] ¨ Uberlieferung: L Auszug aus der (nicht gefundenen) Abfertigung: LBr. 386 (Heinson) Bl. 18 bis 19. 1 Bog. 4o. 1/3 S. auf Bl. 19 ro. — Auf Bl. 18 K von N. 120.

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Extrait de ma lettre ` a Mad. l’Electrice de Bronsvic Il est bien juste que Monsieur Heinson soit soutenu dans l’exercice raisonnable de sa fonction et je ne doute point que V. A. E. aussi bien que la Cour d’Ostfrise ne le protege, en tant qu’il fait son devoir. Cependant il me semble que la prudence Chrestienne aussi bien que la civile, demandent qu’on ne s’attache point aux pointilles. Et si ceux qu’il appelle Pietistes ne font rien contre l’ordre et les moeurs, on peut leur pardonner leur opinions particulieres. Ainsi je prendray la libert´e de luy conseiller la moderation, en attendant que je sois mieux inform´e du fait. Il se plaint du viceChancelier Aveman, qui protege un certain M. Brenneisen, qui paroist homme d’esprit mais qui donne dans les singularit´es des Pietistes. Si j’estois ` a la place de M. Heinson, je voudrois proposer mon sentiment au maistre avec toute la moderation possible, et puis le laisser prendre la Resolution qu’il jugera ` a propos, sans me rendre parti. Mais on vient ordinairement `a des piquanteries, et les passions chassent la raison. Madame la Duchesse Princesse Douairiere d’Ostfrise juge des choses si sainement que Mons. Heinson tout Theologien et Surintendant General qu’il est, fera bien de se conformer `a son jugement.

Zu N. 10: Unterm Datum vom 5. (15.) Mai 1699 schickte Heinson als Beilage zu N. 120 einen Brief an Kurf¨ urstin Sophie (gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 125–127). Diesen erhielt Sophie wohl zusammen mit der (nicht gefundenen) Abfertigung unseres St¨ uckes u ¨ber ihren Sekret¨ ar M. Ch. Gargan, wie ihre uck muß also nach dem 15. und vor dem 19. Mai vom 19. Mai datierte Antwort (N. 11) belegt. Unser St¨ 1699 geschrieben worden sein. Zu diesem St¨ uck insgesamt vgl. auch N. 120 und N. 129. 7 fonction: 1698 wurde Heinson auf Empfehlung von Kurf¨ urstin Sophie die Generalsuperintendentur in Ostfriesland u ¨bertragen; vgl. dazu auch I, 15 N. 387, N. 414, N. 501 u. N. 503 sowie T. D. Wiarda, Ostfriesische Geschichte, Bd 6, Aurich 1796, S. 411 f. 10 Pietistes: zu Heinsons erbittertem Kampf gegen die Pietisten vgl. Wiarda, a. a. O., S. 404–422. 11 conseiller: in N. 129. 12 se plaint: so z. B. in dem oben erw¨ ahnten Brief an Sophie. 17 Princesse: Christine Charlotte.

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¨ 11. KURFURSTIN SOPHIE AN LEIBNIZ Bruchhausen, 9./19. Mai 1699. [10. 16.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv , Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 241–242. 1 Bog. 4o. 3 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Links oben auf Bl. 241 ro von Leibniz’ Hand: Heinson‘‘. — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 127–128. ”

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A Bruckhausen le 9/19 de may 1699 J’ay receu par Gargant la lettre de Mr Heinson dont la matiere n’estoit pas si agreable que celle du praiche que vous m’avez envoi´e qu’on a leu `a la table aujourduy, si Mr Heinson pouvoit praicher de mesme je crois que ses auditeurs en seroi[en]t plus satisfait, et qu’il n’auroit pas tant de disputes comme il semble qu’il s’attire luy mesme, il veut, qu’on s’en raporte au coutumes d’Hannover et que la Princesse consulte l’Abb´e Molanus sur son sujeit, je vous prie d’adjouter `a ce que vous luy avez desja dit que je trouve mauvaiz qu’on citte les manieres des autre peis quant on est en Ostfrise, o` u il faut plus tost demender comme ont fait ceux qui y estoient devan luy dans la mesme charge, et que cet de cela qu’il devoit faire son estude, s’il y a un pietiste qui les choque, il est de son devoir de le dire ` a son Pce et les raisons qu’il a de le blamer, mais si le Prince en est contant, il le doit estre aussi, apres qu’il a decharg´e sa consience sur ce sujeit, je vous prie de luy mender cecy de ma part, et que les Princes Lutheriens sont les Papes de nostre Esglise auquels il faut obeir, et que ce n’est pas `a luy `a citer des autre raigles, je me promets de vostre piet´e que vous le luy mendr´es dans des termes de l’art, la Pce d’Ostfrise n’est pas encore arriv´ee[,] cet pour cela que j’ay le loisir de vous faire cette lettre et de vous dire que le praiche a bien fait rire Mr le Duc de Cell[.] Je l’envoir´es

Zu N. 11: K antwortet auf N. 10 und wird beantwortet durch N. 16. Unser Brief findet seinen Niederschlag in N. 129. 7 Gargant: Ch. N. Gargan, Sekret¨ ar der Kurf¨ urstin. 7 lettre . . . Heinson: vom 5. (15.) Mai 1699; gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 125–127. 8 praiche: S e r m o n du Cur´ e de Colignac, 1699; vgl. auch N. 15. 11 f. coutumes . . . Molanus: vgl. den zitierten Brief Heinsons an Sophie; vgl. ferner N. 129. 11 Princesse: Christine Charlotte von Ostfriesland.

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a` Madame car je n’ay autre chose ` a luy mender d’icy. On n’a pas encore sorti de la maison, Hamersten est all´e ` a Osnabruc de la part de Mr le Duc pour complimenter Mr l’Esvecque. A Monsieur de Leibenitz ` a Hanover

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12. LEIBNIZ AN FRIEDRICH AUGUST HACKMANN Hannover, 11. (21.) Mai 1699. [13.]

¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Privatbesitz (bis 1931 Wernigerode F¨ urstliche Bibliothek Zm 20 N. 4; seitdem Verbleib unbekannt). 1 Bl. 4o. 1 S. (Unsere Druckvorlage war eine Photographie.) — Auf der R¨ uckseite K 1 von N. 13. — Gedr.: Ritter, Briefe an Hackmann, 1915, S. 726–727.

Monsieur

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J’avois voulu mettre ordre pour vous envoyer par la poste d’aujourdhuy les 120 florins de Hollande, dont on me dit que l’un fait un demi ´ecus suivant nostre monnoye. Ce qui sera soixante ´ecus. Mais le temps se trouvant trop court `a present, je suis oblig´e de le remettre ` a demain. Je marqueray encor quelques autres livres Anglois que je desire et cependant je suis avec zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz.

Hanover jeudi 11 Maji 1699

1 Madame: Elisabeth Charlotte von Orl´ eans. 2 Hamersten: wohl der cellische Oberst Christoph Ludolf von Hammerstein. 3 l’Esvecque: Karl Joseph von Lothringen. Zu N. 12: L wird beantwortet durch N. 13 und erw¨ ahnt in N. 14.

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13. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Celle, 11. (21.) Mai 1699. [12. 14.]

¨ Uberlieferung: K 1 Konzept: Privatbesitz (bis 1931 Wernigerode F¨ urstliche Bibliothek Zm 20 N. 4; seitdem Verbleib unbekannt). 1 Bl. 4o. 1/2 S. (Uns lag eine teilweise unleserliche Photographie vor.) — Auf der Vorderseite L von N. 12. K 2 Abfertigung: LBr. 349 Bl. 36–37. 1 Bog. 4o. 2 S. (Unsere Druckvorlage.)

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Hochgebietender Herr Geheimbter Rath, Eurer Excellentz gn¨ adiges Schreiben habe wolerhalten, und daraus ersehen, daß Sie morgen 60 thaler u ¨bersenden werden. Ich werde selbige augenblicklich des Herrn HoffRaths Klinggr¨ afens Schreiber ausliefern, welchen er bloß deswegen zuruckgelassen, daß er mich t¨aglich tourmentiren muß. ¨ Ubrigens weil Eure Excellentz von der u ¨bersandten Englischen Historie nicht gedencken, bin ich in Unruhe, ob Sie selbige auch neuligst bekommen. Nach Engelland werde ich morgen abend schreiben, und solte mihr lieb seyn zu vernehmen bevor die post abginge, was Sie f¨ ur B¨ ucher noch verlangen. Beygelegten Tomum II Analectorum wolle Ew. Excellentz behalten, weil Sie neulich erwehnet, Sie h¨ atten nur Tomum I. Ich verbleibe mit schuldigsten Respect Eurer Excellentz Cell d. 11. May 1699.

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unterth¨ anig-gehorsambster diener Friderich August Hackeman.

Zu N. 13: K 2 antwortet auf N. 12 und wird beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 22. Mai (vgl. N. 17). Beilage war ein nicht identifiziertes Buch (vgl. Z. 17). 9 Schreiben: N. 12. 11 Schreiber: nicht identifiziert. 13 Historie: vielleicht die beiden ersten B¨ ande von I. de Larrey, Histoire d’Angleterre, T. 1–4, 1697–1713; vgl. auch I, 16 N. 42.

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14. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Celle, 13. (23.) Mai 1699. [13. 17.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 38–39. 1 Bog. 4o. 2 S.

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Eurer Excellentz habe unterth¨ anig berichten sollen, daß ich nicht 60 thlr, welche Sie zu u ¨bersenden in Ihren brieffe gedencken, weil Sie eben die Summa der 120 holl¨ andischer G¨ ulden ausmachen, sondern nur 50 thlr empfangen. M¨ ogte w¨ unschen, daß ich dem Herrn Klinggr¨ afen v¨ ollige Satisfaction geben k¨ onte, da Er mich t¨ aglich durch seinen zur¨ uckgelassenen Knecht incommodiret. Wegen der b¨ ucher habe gestern abend nochmahl nach Engeland geschrieben, und gebethen, daß wenn der K¨ onig heraus kommt, selbige mit u ¨ber Holland genommen w¨ urden. H¨atte w¨ unschen m¨ogen, daß Eure Excellentz h¨ atten noch mehr b¨ ucher, wie Sie in ihren neuligen Schreiben gedacht, ausgezeichnet, die ich dann zugleich durch unsers Herrn Envoy´es Kammer-Diener h¨ atte mit k¨ onnen u ¨berbringen lassen. ¨ Ubrigens gedencken Eure Excellentz von einer Reiße, die ich in Teutschland thun soll, wovon man mihr leyder! alhier noch nicht ein w¨ortgen gesagt. Bitte unterth¨anig Ew. Excellentz wollen nach ihren hohen verm¨ ogen es dahin disponiren helffen, und Ihr Churf. Durchl. Gnade gegen mich ferner erhalten, alß der ich mit schuldigsten Respect verbleibe h...i Cell d. 13 May 1699.

Zu N. 14: K geht nochmals auf N. 12 ein und wird wohl zusammen mit N. 17 beantwortet durch den nicht vollst¨ andig u ¨ berlieferten Leibnizbrief vom 28. oder 29. Mai 1699 (N. 18). 8 Knecht: der in N. 13 erw¨ ahnte, nicht identifizierte Schreiber. 9 b¨ ucher: die in I, 16 N. 68 bestellten. 10 K¨ onig: Wilhelm III. reiste im Juni nach Holland; vgl. N. 160. 12 Schreiben: N. 12. 13 Envoy´ es: L. J. Sinold, gen. von Sch¨ utz. 13 Kammer-Diener: nicht identifiziert. 14 Reiße: vgl. N. 17 u. Erl. 17 Durchl.: Kurf¨ urst Georg Ludwig.

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15. CHARLES NICOLAS GARGAN AN LEIBNIZ Bruchhausen, 13./23. Mai 1699. [20.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 298 Bl. 3–4. 1 Bog. 4o. 2 1/2 S. Links oben auf Bl. 3 ro Bibl.verm. von Grubers Hand: Gargan. Prse d’Ostfrise‘‘. ”

Monsieur j’ai leu `a S. A. E. un petit sermon intitul´e sermon du Cur´e de Colignac; et comme il est tres plaisant Madame l’a fait lire ` a Monsgr le Duc de Cell, qui souhaiteroit d’en avoir un ou deux exemplaires. Et Madame ayant depuis envoy´e le sien `a S. A. R. en France, Elle m’a command´e de vous ´ecrire que vous lui feri´es plaisir de lui en envoyer un ou deux exemplaires au plustost. Voicy joint un paquet de Monsr Chapuzeau qu’il m’a pri´e de vous faire tenir avec une lettre pour Monsr Montguibert que vous aur´es la bont´e d’envoyer `a son adresse par vˆotre laquais. je suis fortement persuad´e, Monsieur, que je ne saurois vous mander de nouvelles plus agreables, qu’en vous faisant savoir que Nˆotre Auguste Electrice jo¨ uit, graces `a Dieu, d’une parfaite sant´e. les complaisances que Monseigr le Duc de Cell a pour Madame sont extraordinaires, et l’on ne sauroit voir converser ensemble ces deux illustres personnes, plus unies d’amiti´e que par le sang, sans en ´etre attendri. Madame la Princesse d’Ostfrise arriva icy avant hier au soir avec une suite de 25 personnes et de 8 tant carosses que chariots. j’ai crˆ u du premier abord que c’´etoit l’´equipage d’un camp volant par le grand attirail qui m’avoit abus´e. S. A. S. en descendant de carosse tomba evanoui¨e, et se mit aussi tost au lit. Monsr de l’Estoc dit qu’Elle a la pleuresie avec une grosse fievre. Il faut esperer qu’Elle sera bien tost remise et en ´etat de pouvoir prendre part `a nos divertissemens qui sont, le vol du Heron, le Verkehren et le Trictrac. l’on attend

Zu N. 15: Beilage zu K war ein paquet‘‘ von S. Chappuzeau (vgl. Z. 11). Es handelte sich wohl um ” N. 125 mit den dort erw¨ ahnten Beilagen und um einen Brief f¨ ur Montguibert (vgl. Z. 12). 6 S. A. E.: Kurf¨ urstin Sophie. 6 sermon: anon. erschienen; vgl. S e r m o n , SV. 8 S. A. R.: Elisabeth Charlotte v. Orl´ eans. 13 laquais: nicht identifiziert. 18 Princesse: Christine Charlotte. 21 Estoc: J. P. L’Estocq, Leibarzt des cellischen Herzogs Georg Wilhelm. 23 Verkehren: Brettspiel mit 5 Steinen und Banden.

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encore icy Monseigr l’Evˆeque d’Osnabruc, et le retour de Monsr de Hammerstein, qui y est all´e le complimenter, pour en ´etre seur. j’espere, Monsieur, que vous serez satisfait du jeune homme que je vous ai recommand´e, et qu’il fera tous ses efforts pour meriter l’honneur de vˆ otre bienveillance. Au reste, Monsieur, si vous me jug´es capable de vous rendre service vous m’obliger´es de m’honorer de vos ordres et de croire que je serai toute ma vie avec beaucoup de respect Monsieur

vˆ otre treshumble et tres obe¨ıssant serviteur

Gargan.

Brockhausen ce 13/23 de May 1699

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¨ 16. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE Hannover, 15. (25.) Mai 1699. [11. 28.] ¨ Uberlieferung: L verworfene Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv , Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 223–224. 1 Bog. 4o. 2 S. Mit einigen Streichungen. Eigh. Anschrift. — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 128–129.

A Madame l’Electrice de Bronsvic 15

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Madame

15 May 1699

J’ay crˆ u que le meilleur seroit d’envoyer `a Vostre Altesse Electorale la lettre que j’ay ´ecrite `a M. Heinson, sous cachet volant. Ainsi, si elle est conforme au sentiment de V. A. E., M. Gargan la pourra fermer et envoyer en Ostfrise. Comme le mal de Madame la duchesse princesse douairiere d’Ostfrise a est´e une pleurisie, il faut esperer qu’une promte saign´ee y aura remedi´e, et qu’Elle sera maintenant hors de danger, ce que je souhaitte de tout mon coeur.

1 Hammerstein: Gemeint ist wohl der cellische Oberst Christoph Ludolf v. Hammerstein, der den neugew¨ ahlten F¨ urstbischof von Osnabr¨ uck, Karl Joseph von Lothringen, aufgesucht hatte (vgl. N. 11 und N. 20). Seinen Besuch stattete der Bischof dem hannoverschen Hof vom 12.–19. August (n. St.) in Linsburg ab; vgl. Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep 103 IV Nr. 321 S. 191 f. 3 jeune homme: nicht identifiziert. Zu N. 16: Die nicht gefundene Abfertigung von L, der N. 129 sowie wohl ein nicht gefundener Brief an Ch. Gargan (vgl. N. 20) beilagen, antwortet auf N. 11. 19–21 Comme . . . coeur: Christine Charlotte von Ostfriesland war am selben Tag gestorben.

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Le plaisant sermon du cur´e de Colignac ne se trouve pas chez nos Libraires. Mais on en fera venir. Aussi ne seroit-il pas ` a propos qu’on le vˆ ut `a Brockhausen, lorsque Monsgr l’Evesque d’Osnabruc y sera. Il seroit plus propre `a estre lˆ u `a la table de l’Archevesque de Cologne son Metropolitain, qui n’est pas si serieux. J’ay ou¨ı dire que Monsgr le duc Antoine Ulric a fait un voyage `a la derobb´ee, accompagn´e de l’Envoy´e de France. Quelques uns disent que c’est pour Treves, Cologne, Munster, et tels autres endroits; peutestre aussi que s’il ne va pas `a Dusseldorf, il passera tousjours bien pr´es, et tachera de raffermir ceux qui chancelent. Mais j’espere qu’il ne sera plus temps. J’ay pris le temps de dire `a S. A. S. que c’est dommage qu’il se donne tant de mouvement seulement pour empecher un avantage d’autruy. Je croy que la France en pressant l’Electeur Palatin ` a payer les 200 mille florins stipul´es par la paix de Riswic nous a rendu quelque service. On sert quelques fois les gens sans y penser. Puisque le parlement d’Angleterre est prorog´e, on s¸caura maintenant pour certain, si le Roy passera la mer ou non; et je ne doute point qu’on n’en ait des nouvelles ausseur´ees `a Brockhausen. Je m’imagine que Monsieur d’Opdam y passera aussi s’il part bien tost pour aller en qualit´e d’envoy´e extraordinaire des Estats moyenner un accommodement entre le Roy de Pologne et l’Electeur de Brandebourg. Je suis avec devotion Madame

de V. A. E.

le tres sousmis et tres obeissant serviteur

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Leibniz.

Hanover 15 May 1699

3 l’Evesque d’Osnabruc: Karl Joseph von Lothringen. 3 f. l’Archevesque de Cologne: Kurf¨ urst Joseph Clemens. 5 voyage: Im Mai 1699 reiste Anton Ulrich nach Den Haag und M¨ unster; vgl. N. 7 und N. 135. 6 l’Envoy´ e: Ch.-F. de Caradas du Heron. 7 Dusseldorf: F. W. v. G¨ ortz befand sich zu dieser Zeit dort, um mit der Kurpfalz u ¨ber eine Anerkennung der hannoverschen Kurw¨ urde zu verhandeln; Anton Ulrichs Reise hatte insgesamt den Zweck, eine Anerkennung zu verhindern. 11 200 mille florins: vgl. den Sonderartikel zum Rijswijker Frieden, der diese j¨ ahrliche Zahlung durch den Pf¨ alzer Kurf¨ ursten Johann Wilhelm an Elisabeth Charlotte von Orl´ eans vorsah, in: T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 221–222. 14 le Roy passera: Wilhelm III. reiste im Juni nach Holland; vgl. N. 160. 16 d’Opdam: Jan van Wassenaer, heer van Obdam.

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17. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Celle, 17. (27.) Mai 1699. [14. 18.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 41–42. 1 Bog. 4o. 3 1/3 S. Der letzte Absatz (S. 23 Z. 11–14 unseres Textes) auf Bl. 41 vo quer geschrieben. — Auf Bl. 42 ro u. 41 vo L2 von ¨ Zimmermann, Friedrich N. 18. — Gedr. (teilw.): 1. (Z. 19 – S. 23 Z. 8 in dt. Ubersetzung) August Hackmann, 1903, S. 85; 2. (Z. 17 – S. 23 Z. 8) Ritter, Briefe an Hackmann, 1915, S. 727.

Eurer Excellentz sage gehorsahmsten Danck f¨ ur die v¨ ollig entrichtete Summe, und sende zugleich zwo Qvittungen, welche ich gern nach Ihren begehren eingerichtet, wenn Sie mihr derselben Einhalt, wie Sie in Ihren letzten brieff erwehnen, u ¨berschicket h¨atten. Eure Excellentz haben aber in ihren den 12 May datirten nicht mit einem Wort der Qvittungen gedacht, sondern mihr nur zu meiner Reiße gl¨ uck gew¨ unschet, und zugleich r verlanget, daß ich M Berniers doutes sur la philosophie mitbringen m¨ogte. Es scheinet alßo, alß wenn dießer brieff von Ew. Excellentz an einen anderen h¨atte sollen gesandt werden, wie wohl die Aufschrifft, die ich noch davon aufgehoben, und beygeleget, an mich h¨alt. ¨ Ubrigens sage unterth¨ anigen Danck, daß Ew. Excellentz mihr g¨ utigst erinnern, daß ich dem H. von Bernstorff alles anheim stellen, und mich keine Ungedult u ¨bernehmen lassen solte. Sed cum nihil hic nisi munus ostentent professorium, ecquid aliud suspicari possum, quam id agi, ut me hinc quamprimum amoliantur, et inanem aliquo extrudant? Professio vacua est nulla. An mox aliqua vacatura sit, nescio; nisi putant aliquem, ut mihi locus fiat, cito moriturum. Neque mihi hodie hoc vitae genus arridet. Certe qui in luce

¨ Zu N. 17: K dankt f¨ ur die in N. 14 reklamierte Uberweisung der restlichen 10 Taler und wird beantwortet durch N. 18. Beilage waren zwei Quittungen (vgl. Z. 9). 9 zwo Qvittungen: Auf der R¨ uckseite des in I, 16 N. 79 erw¨ ahnten Wechselbriefes (vgl. dort Erl.) quittierte E. Klinggraef mit einer blanco unterschriebenen Quittung (vgl. S. 23 Z. 12) am 25. Mai den Erhalt von 120 Gulden: Die auf voriger Seite ” benandten Einhundert undt zwantzig gulden, sindt benebenst der lagio heute untergesetzten dato richtig bezahlet, Zelle d. 15. May 1699 Klinggr¨ aff.‘‘ (LBr. 349 Bl. 30 vo). Unter dem gleichen Datum quittierte Hackmann f¨ ur Leibniz: Daß Tit. der Herr Geheimbte Justitz-Rhat Leibnitz mihr endes benanten sech” zig Thaler wieder gezahlet, welche ich in Engelland vorgeschossen, und daf¨ ur die zu behuff der Churf. Bibliothec zu Hannover verlangte b¨ ucher angeschaffet, wird hiemit bescheiniget. Zell den 15 May 1699. Friderich August Hackeman.‘‘ (LBr. 349 Bl. 40). 14 brieff: Es handelt sich dabei um N. 124 an Le Thorel, den Hackmann mit N. 19 in Abschrift an Leibniz zur¨ uckschickte.

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hominum aliquamdiu laute vixi, in tenebras et carcerem obscurum mihi delatus videbor, si ordini philosophico asscriptus cum bonae mentis sorore, et qui illam consequitur, contemtu conflictari cogerer: ne quid dicam de invidia et malignitate, quae ibi regnat, pedantica. Haec mei stomachi non sunt, quae requirunt hominem plus quam stoica patientia armatum. Deinde si serio mihi vellent demandare professionem, non video, cur illuc me amandarent ad scholas habendas, quibus nec victum lucrabor, nec aditum mihi ad professionem muniam. Et quas ibi scholas instituerunt B¨ohmeri, et alii, quibus professorium munus est creditum? Ich verbleibe h...i Cell d. 17. May 1699.

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Der Herr Klinggr¨ afe ist schon f¨ ur 14 tage nach den Brunnen zu Aken von hier verreißet, und hat seinem diener die Qvitung in blanco zur¨ uckgelassen. W¨are er selbst hier geweßen, h¨ atte Er mihr selbige mit seiner eigenen hand gantz geben sollen. Wiewohl ich vermeine, daß dieße auch vergn¨ ugen wird.

18. LEIBNIZ AN FRIEDRICH AUGUST HACKMANN [Hannover, 28. oder 29. Mai 1699]. [17. 19.]

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¨ Uberlieferung: L1 Postskriptum zur nicht gefundenen Abfertigung: Privatbesitz (bis 1931 Wernigerode F¨ urstliche Bibliothek Zm 20 N. 4; seitdem Verbleib unbekannt). 1 Bog. 8o. 2 1/2 S. Mit einigen Streichungen. (Unsere Druckvorlage war eine teilweise unleserliche Photographie.) — Gedr.: Ritter, Briefe an Hackmann, 1915, S. 727–728. L2 Abschrift von L1 oder einem nicht gefundenen Konzept: LBr. 349 Bl. 41–42. 1 Bog. 4o. 16 Zeilen auf Bl. 42 ro und 41 vo quer bzw. unterhalb vom Text von N. 17. — Teildr. (S. 24 ¨ Z. 2–19 unseres Textes) mit dt. Ubersetzung: Zimmermann, Friedrich August Hackmann, 1903, S. 85 f.

7 B¨ ohmeri: J. Chr. B¨ ohmer hatte 1698 eine Professur f¨ ur Moral und Beredsamkeit in Helmstedt erhalten. 11 Aken: Aachen. Zu N. 18: Unser Brief antwortet auf N. 17 und wohl auch auf N. 14; die Antwort ist N. 19. Daraus ergibt sich unsere Datierung.

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P. S. Vide quam diversae sint hominum sententiae. Dn. Bohmerus Junior cui Dominus Abbas Molanus avunculus certam spem Superintendentiae facere poterat professionem maluit, seque magis credidit in luce versari, si in Academia ageret inter eruditos, quam ruri aut in modica civitate inter homines plebejos. Tibi contra videtur Academica vita instar carceris obscuri; nescio an jure. Certe Helmaestadii nunc docent viri egregii in omni genere studiorum, iidemque , etsi de omnibus fortasse [hoc aequaliter] dici non possit. [Unum] merito quereris, tenuitatem salariorum. Sed facile primus Serenissimi Ducis Minister patronus Tuus obtinere potest Tibi aliunde aliquam accessionem, nam sunt ni fallor in Cellensi tractu collationes non paucae in manu Smi Ducis. Fortasse fiet, ut vacet moralium professio, discessu Dn. Bohmeri Senioris, quem ajunt Ephoria Ecclesiastica stationem praesentem commutaturum. Ea Tibi ni fallor peraccommodata foret, sive Theologum sive Politicum agere eligas. Sed haec omnia scribo conjectura quadam mea, et animo benevolo, non quod aliquid in his possim praestare aut velim affirmare. In Aulis scis omnia esse [perplexiora], et post diuturnae expectationis patientiam solere offerri munera admodum laboriosa, et plena servitutis; unde pauci quos aequus amavit Jupiter vix demum emergunt. In primis literis meis petieram, ut quae de Newtono, Evremontio, Wallisio, Graevio aliisque eruditis ad me, ad Pelissonium, ad rem monetariam, tum labores operaque ipsorum aliorumve, coram obiter commemoraveras, Epistola paulo distinctius complecti velis; nam dictorum non memini satis. Praeterea amplior Epistola Tua ex Anglia quam Palmio cuidam dederas, ad me non fuit perlata.

qarièatoi

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1 P. S. fehlt L2 seras L2

15 benevolo fehlt L2

22 coram obiter fehlt L2

24 cuidam commi-

2 Bohmerus Junior: J. Chr. B¨ ohmer. 9 Ducis: Georg Wilhelm von Celle. 10 Minister: A. G. v. Bernstorff. 12 Bohmeri Senioris: Ph. L. B¨ ohmer wurde 1701 General-Superintendent in G¨ ottingen. 20 primis literis: I, 16 N. 42. 20 Evremontio: Ch. de Saint-Evremont. 22–24 Epistola . . . dederas: die nicht an Leibniz gelangte Antwort auf I, 16 N. 42; vgl. I, 16 N. 74, N. 79 sowie N. 19 im vorliegenden Band.

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19. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Celle, 20. (30.) Mai 1699. [18. 29.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 43–44. 1 Bog. 4o. 2 S. u. 7 Zeilen quer auf Bl. 43 vo.

Eurer Excellentz u ¨bersende zwo Qvittungen, wie Sie selbige in ihren letzten Brieff verlanget, nebst der copie ihres Schreibens an einen andern, welches ich unter meinen couvert bekommen. Das original, welches ich bey mich in der Tasche getragen, ist mihr in derselben in etliche St¨ ucke zergangen, alßo daß ich mit großer M¨ uhe den gantzen Text wieder zusammen gebracht. Der brieff, welchen ich in Engelland einem guten Freund mitgegeben, und nechstens in Holland von ihn wieder zur¨ uckgenommen, muß unter meinen Charteqven seyn, welche ich nach meiner Mutter geschicket, weil ich selbigen alhie nicht finden kan. Ich werde in wenig Tagen nach Braunschweig reißen, da ich dann den brieff aufsuchen, und eine v¨ollige Relation von allen Gelehrten, welche ich auff der Reiße gesprochen, Eurer Excellentz thun soll. ¨ Ubrigens dancke Ew. Excellentz gehorsahmst f¨ ur Ihren h¨ ochst-vern¨ unfftigen Rhat, und bitte inst¨ andigst, Ihre Gnade gegen mich best¨andig zu erhalten, der ich mit schuldigsten Respect verbleibe h...i

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Cell d. 20 May 1699. An die Chur-F¨ urstin Durchleuchten habe neuligst nacher Bruchhaußen geschrieben, und mich unterth¨ anigst f¨ ur ihre u ¨beraus gn¨adige discourse gedancket. Bitte gehorsahmst, Ew. Excellentz wolle bey allen gelegenheiten mich bey derselben ferner unterth¨ anigst insinuiren.

Zu N. 19: K antwortet auf N. 18 und wird wohl beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief von Ende Juni 1699, der in N. 188 erw¨ ahnt wird. Beilage zum vorliegenden Brief waren die Z. 5 erw¨ ahnten Quittungen sowie A von N. 124. 5 zwo Qvittungen: nicht gefunden; sie sind wohl nicht identisch mit den in N. 17 erw¨ ahnten und im Leibniz-Nachlaß u ¨ berlieferten, sondern waren vielleicht f¨ ur die Rechnungslegung der kurf¨ urstlichen Kasse bestimmt. 5 f. letzten Brieff verlanget: wohl im nicht u ¨berlieferten Teil von N. 18. 6 copie . . . andern: A von N. 124 an Le Thorel; vgl. N. 17. 10 brieff: Hackmanns nicht an Leibniz gelangte Antwort auf I, 16 N. 42; vgl. N. 18 Erl. 10 Freund: ein gewisser Palm; vgl. I, 16 N. 74 und N. 18 in unserem Band. 14 Relation: Dieser mehrfach versprochene Bericht wurde wahrscheinlich nie angefertigt, vgl. N. 53 u. N. 60.

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20. CHARLES NICOLAS GARGAN AN LEIBNIZ Bruchhausen, 21./31. Mai 1699. [15. 73.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 298 Bl. 5–6. 1 Bog. 4o. 4 S. Oben auf Bl. 5 ro Bibl.verm. von Grubers Hand: Gargan. Princesse de Ostfrise †‘‘. ”

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Dans ce moment l’on vient de me rendre vˆ otre lettre du 15e du present, et pour r´epondre exactement aux articles que vous y marqu´es, je vous dirai, Monsieur, que je me suis donn´e l’honneur de rapporter ` a S. A. E. que [vous] voulez prendre le soin de lui faire venir le livre du Cur´e de Codillac. L. A. E. et S. jouissent, graces `a Dieu, d’une parfaite sant´e. Madame la Princesse d’Ostfrise mourut la nuit du lundi pass´e entre 2 et 3 heures du matin. Elle fit ses devotions vers les 11 heures avant midi. L’apr´es dˆıner S. A. ordonna `a son secretaire de mettre par ´ecrit ses Dernieres volontez, lesquelles Elle signa peu avant de mourir. L’on dit qu’elles sont fort `a l’avantage de ses Domestiques, qu’Elle doit avoir recompenc´e fort g´enereusement des services qu’ils lui ont rendus. Quelques heures avant son decez, se sentant mourir, elle choisit les hardes dont elle vouloit ´etre par´ee apr´es sa mort, et ce de la mani`ere suivante. Elle ´etoit coiff´ee d’une Cornette de nuit de tres belles dentelles de Brabant et un tour de cheveux; elle avoit un Corselet de toile tres proprement piqu´ee, orn´e de dantelles de mˆeme; une juppe d’une Moire d’argent fort riche et tres massive, dont l’aune doit avoir coˆ ut´e 24 ´ecus, `a ce que le secretaire m’a assˆ ur´e. Un juppon d’une toile de Marseille piqu´ee, garnie aussi de tres belles dantelles de Brabant en festons, deux aunes de hauteur. Le Manteau ´etoit de mˆeme etoffe que la juppe. Si je m’en souviens bien, l’habit entier doit avoir coˆ ut´e 1100 ´ecus en France, et feu S. A. a eu dessein de s’en parer icy. le cercueil est garni par son ordre en dedans d’un

Zu N. 20: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 15. (25.) Mai 1699, der wohl N. 16 beigelegen hatte. 8 livre: vgl. S e r m o n , SV. 8 L. A. E. et S.: Kurf¨ urstin Sophie und das cellische Herzogspaar Georg Wilhelm und Eleonore. 9 Princesse: Christine Charlotte. 9 lundi: 25. Mai.

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beau taffetas blanc ` a mouches noires aussi bien que le Matelat et les coussins sur lesquels le corps repose; en dehors il est couvert d’un drap noir. 24 heures apr´es son dec´es le Cˆor[p]s fut port´e par les Trompettes ` a une petite chapelle, qui est `a quelques centaines de pas du chˆ ateau, o` u on l’a mis dans le sable pour le conserver encore quelque tˆems, en attendant que les habits de deuil et autres preparatifs soient prˆets. L. A. d’Ostfrise etoient en chemin pour s’en venir icy lorsqu’ils apprirent la funeste nouvelle de la mort de Made la Duchesse. Ils s’en sont retourn´es tout aussi tost `a Aurich, et ont envoy´e icy quelques personnes pour regler le convoy; qui doit accompagner le Cor[p]s: il partira la nuit suivante. je me donnerai l’honneur de vous en mander les particularit´es Mercredy prochain. Monsieur d’Obdam arriva hier icy vers le midy, il va `a Berlin de la part de Mrs les Estats Generaux, l’on croit que c’est pour moyenner un accommodement entre le Roy de Pologne et l’Electeur de Brand[ebourg]. l’Evˆeque d’Osnabruc ne viendra pas icy, `a ce que Mr de Hammerstein a dit ` a Made ` a son retour de ce pays-l`a. S. A. E. fait ´etat de s’en retourner `a Herrnhausen vendredy prochain. je suis ravi de ce que vous ´etes satisfait du jeune homme que je vous ai recommand´e. Mr Chapuzeau m’a charg´e de vous assˆ urer de ses respects. Il est tˆems de finir, Monsr, pour ne vous plus ennuyer et vous protester que je serai h...i

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`a Brockhausen ce 21/31 de May 1699.

21. HEINRICH ALBERT VON DEM BUSSCHE AN CORD PLATO VON ¨ LEIBNIZ GEHLEN (?) FUR Hannover, 22. Mai (1. Juni) 1699. [22.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Hann. 93 Nr. 484. Bl. 47. 1 Bog. 4o. 2 S.

5 L. A.: Christian Eberhard und Eberhardine Sophie. 9 Mercredy: Ein Brief Gargans vom 3. Juni 1699 wurde nicht gefunden. 10 d’Obdam: Jan van Wassenaer, heer van Obdam. 13 Hammerstein: Christoph Ludolf v. Hammerstein. 14 vendredy: 5. Juni. 15 jeune homme: nicht identifiziert, vgl. N. 15. Zu N. 21: Leibniz zeigte sich in N. 9 an die Geheimen R¨ ate mit der Probepr¨ agung der von ihm entworfenen Gedenkm¨ unze anl¨ aßlich der Heirat zwischen Wilhelmine Amalie und dem R¨ omischen K¨ onig Joseph nicht zufrieden. Dies d¨ urfte v. d. Bussche durch die hannoverschen R¨ ate u ¨ bermittelt worden sein. ¨ Leibniz’ Anderungsw¨ unsche in N. 22 k¨ onnen wohl als Reaktion auf unser St¨ uck angesehen werden.

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Hannover 22 May 1699 HochEdler Insonders Hochgeehrter Herr Hoffraht

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Wenn dem H. G. Justice Raht Leibniz beliben wirdt, mir schrifftlich zu geben, wie die medaille auff des R¨ omischen K¨ onigs beylager soll eingerichtet werden, so will ich ein solches so fort dem medailleur zu fertigen und ihn zu allem fleis undt exactitude dabey ermahnen, dieses ist alles was ich dabey thun kann, denn es res artis die ich weiter nicht verstehe, wenn es denen H. H. Geheimbten R¨athen so gef¨allig und daß sie es die m¨ uhe werht halten, w¨ are es woll an besten, daß der medailleur selbst her¨ uber undt mit dem H. Leibniz abrede nehmen. Ich habe das vorige dessein mit allen schrifftlichen dabey gewesenen informationen an denn medailleur gegeben. Er hatt aber ie doch nicht die intention erreicht, bitte dinstl. ohnschwer die gutheit zu haben undt dieses an die H. H. Geheimbte R¨ ahte wieder zu vermelden[.] Ich bin hinwieder hnechstesi Meines hochgeehrten Herrn Hoff-Rahts

ergebenster Diener Albert von dem Busch.

10 gegeben hatt. Er hatt K, korr. Hrsg.

2 Hoffraht: wohl C. P. von Gehlen, vgl. Gehlens Brief an Leibniz vom 18. (28.) April 1699 (LBr. 302 Bl. 1–2; Druck in Reihe III); Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 228 u. Anm. 131 denkt an J. Hattorf. 4 medaille: Die hier gemeinte Gedenkm¨ unze wurde in zwei Ausf¨ uhrungen gepr¨ agt; vgl. Brockmann, Medaillen, 2, 1987, S. 59 f. (Nr. 663 u. 664). Bei Nr. 664 handelt es sich um die fr¨ uhere Fassung (vgl. N. 22); zu der Medaille liegt von Leibniz eine Beschreibung in franz¨ osischer und deutscher Sprache und eine poetische Deutung in vier Sprachen vor (LH V 4, 3 Bl. 103a–103b; Druck in Reihe IV, Teildr. Bodemann, LH , S. 142 f.). 5 medailleur: S. Lambelet. 9 f. dessein . . . informationen: nicht gefunden; sie d¨ urften zumindest teilweise Leibniz’ Aufzeichnungen (s. o. Erl.) entsprochen haben.

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¨ HEINRICH ALBERT VON DEM BUSSCHE (?) 22. LEIBNIZ FUR ¨ Anderungsvorschl¨ age zu einer Medaillenpr¨ agung. [Hannover, Anfang Juni 1699]. [21.]

¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 973 (R. Chr. Wagner) Bl. 414. 4o. 1 1/2 S. Mit einigen ¨ Anderungen und Erg¨ anzungen.

Die Arbeit des Medailleurs ist zwar an sich selbst nicht zu verachten, und sonderlich ist die Person des Donaustrohms wohl gemacht, allein in dem er sich die freyheit genommen von dem abriß ohngefragt abzuweichen, hat er das haupt absehen der Devise verdunckelt. 1.) Zu forderst m¨ uste der Regenbogen beßer angedeutet seyn, und einig liecht oder glanz zeigen, damit es nicht ein bloßer gemeiner Zirkel scheine. M¨ uste auch deswegen nicht ganz auf die Erde gehen, sondern einiger maßen in der lufft abgebrochen werden. Man hat auch einen entfernten Regen, so gleichsam vorbey, mit den finstern wolcken, nach Natur des Regenbogens im abriß gehabt, so alles ubergangen worden. 2.) Die Sonne h¨ atte sollen beßer angedeutet seyn, nicht nur mit strahlen sondern auch mit flammen umb das gesicht herumb aus welchen flammen die strahlen endtlich heraus gehen m¨ usten, so w¨ are sie mercklicher. 3.) Weilen in dem Motto stehet SPEM TERRIS etc. so hat man im abriß den Donaustrohm sich auff einen ancker mit dem einem arm lehnen oder ste¨ uren laßen denn der Ancker ist ein Symbolum der hofnung. Allein in der Execution ist kaum eine Spiz vom

Zu N. 22: Nachdem Leibniz mit I, 16 N. 83 von H. A. von dem Bussche Probepr¨ agungen seines Medaillenentwurfs (vgl. LH V 4 Bl. 103–103b) anl¨ aßlich der Hochzeit von Wilhelmine Amalie von Braunschweig-L¨ uneburg mit dem R¨ omischen K¨ onig Joseph erbeten hatte, die von C. P. von Gehlen mit seinem Brief vom 18. (28.) April 1699 (LBr. 302 Bl. 1–2; Druck in Reihe III) u ¨bersandt wurden, zeigte er sich in N. 9 mit der Ausf¨ uhrung unzufrieden. Kritische Anmerkungen zur Umsetzung des Leibnizschen Entwurfs machte auch R. Chr. Wagner in einem Brief vom 27. April (7. Mai) 1699 (LBr. 973 Bl. 396–397; ¨ Dr. in Reihe III). Leibniz antwortete ihm am 6. (16.) Mai, daß er Anderungen empfohlen habe (vgl. N. 9). Unser St¨ uck ist wohl eine Antwort auf N. 21, wo H. A. v. d. Bussche Leibniz um die Details seiner ¨ Anderungsw¨ unsche bittet zwecks Weiterleitung an den Medailleur S. Lambelet. Ob unser St¨ uck in der vorliegenden Form abgefertigt wurde und ob es vielleicht auch f¨ ur die Geheimen R¨ ate in Hannover bestimmt gewesen sein k¨ onnte, bleibt fraglich. — Zu der von Leibniz kritisierten Ausf¨ uhrung der Medaille vgl. N. 21. 8 abriß: nicht gefunden; vgl. auch I, 16 N. 83 und N. 21 Erl. im vorliegenden Band.

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N. 23

Ancker zu sehen. Und wer deßen nicht berichtet, wirds nicht in acht nehmen. Durch diese 3 ¨ anderungen ist das hauptabsehen, wie gedacht sehr verdunckelt worden. Wenn der Stempel noch nicht geh¨ artet w¨are, k¨ondten sich die beyden Ersten fehler gr¨osten theils ¨andern laßen. Den dritten m¨ uste man pardonniren. Solte aber der Stempel geh¨ artet seyn, so hielte ich ohnmasgeblich dafur daß man einen andern machen zu laßen h¨ atte und auf solchen fall w¨ urde thunlich seyn mit dem Graveur selbst zu reden, weil sonst noch ein und anders zu erinnern seyn w¨ urde.

23. LEIBNIZ AN HERZOG ANTON ULRICH Hannover, 16./26. Juni 1699. [7. 25.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXI 1341 Bl. 1. 4o. 1 S. Mit etlichen Korrekturen und Erg¨ anzungen.

A Monseigneur le Duc Antoine Ulric. Monseigneur 15

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Hanover 16/26 juin 1699

J’ay eu l’honneur d’apprendre de la bouche mˆeme de Madame l’Electrice d’Hanover, que la defuncte Landini, femme de chambre de la Reine Christine, mais venue depuis icy avec sa fille qui a chant´e dans nos opera; a racont´e `a Son Altesse Electorale que par ordre de la Reine, elle avoit assist´e ` a feue Madame la princesse de Holstein (mari´ee au Comte de Ranzau) dans ses couches; et qu’elle a parl´e de cet accouchement comme d’une chose dont elle estoit asseur´ee, et qui ne recevoit aucun doute. C’est avec permission de Madame l’Electrice que je mande tout cecy, et je suis avec devotion Monseigneur

de V. A. S.

le tres sousmis et tres obeissant Serviteur

Leibniz

18 feue erg. L

Zu N. 23: Die nicht gefundene Abfertigung wird beantwortet durch N. 25. 17 fille: Agnesa Landini. 18–20 feue . . . doute: Zu den Zweifeln um die Geburt des Sohnes Alexander Leopold Anton der Gr¨ afin Dorothea Hedwig von Rantzau-Hohenfeld, einer Schw¨ agerin Anton Ulrichs, vgl. I, 16 N. 90.

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P. S. Monseigneur J’ay ´ecrit la lettre conformement au rapport de Madame l’Electrice, et suivant l’intention de V. A. S. Je ne s¸cay si on a pens´e d´eja aux personnes qui pourroient estre de la suite du prince qui doit aller avec le Comte d’Ottingue. En ce cas, et si des raisons plus fortes ne l’empechent, je persiste dans mon opinion que V. A. S. ne s¸cauroit trouver une personne plus propre pour le service du prince et pour le voyage qu’un Medecin, qui entend les Mathematiques et le dessein, qui pourra faire la fonction de secretaire, nous rapporter un journal du voyage et faire des observations dont on le pourroit charger, et dont on sera peutestre bien aise dans l’Academie Royale des Sciences de Paris[.] Il se contentera d’un traitement moder´e. Je m’imagine que V. A. S. en aura honneur et satisfaction. Mais je m’en remets entierement `a son bon plaisir dont j’espere quelque[s] lumieres de bonne heure pour en parler ` a ce personnage `a qui je n’en ay encor rien dit, et je suis etc.

24. LEIBNIZ AN JOHANN DIETRICH VIET Hannover, 21. Juni (1. Juli) 1699.

¨ Uberlieferung: L Abschrift der Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Ms. B. B. 1 a Bl. 20. 4o. 1/2 S. (Kriegsverlust; unsere Vorlage war eine Filmkopie.)

5 prince: Adolf August von Holstein-Pl¨ on; vgl. I, 16 N. 421 Erl. 5 Comte d’Ottingue: Wolfgang ¨ v. Ottingen. 7–13 personne . . . personnage: Leibniz denkt wohl an J. F. Leopold, dessen Vater Leibniz um die Vermittlung der Stelle eines Reisebegleiters gebeten hatte; vgl. auch I, 16 N. 417 u. N. 421 und N. 209 des vorliegenden Bandes. Zu N. 24: L d¨ urfte eine Abschrift aus der (nicht gefundenen) Abfertigung sein, die Leibniz sich f¨ ur seine eigenen Unterlagen machte. Der letzte vorangehende Brief ist I, 16 N. 39. Das n¨ achste St¨ uck ¨ttel Nieders¨ (Leibniz f¨ ur Viet) datiert vom 29. Januar 1701 (Wolfenbu achs. Staatsarchiv , 6533).

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N. 25

Habe Meinem hoch. H. ClosterRath zur nachricht wißen laßen wollen, daß das Copialbuch des Stiffts St. Blasii zu Northeim in fol. bezeichnet mit lit. A. sich gefunden; und soll geb¨ uhrend in acht genommen werden. Hanover den 21. junii 1699 Gottfried Wilhelm Leibniz

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NB H. ClosterRath Viten zugeschickt.

25. HERZOG ANTON ULRICH AN LEIBNIZ Salzdahlum, 1. (11.) Juli 1699. [23. 102.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXI 1341 Bl. 2–3. 1 Bog. 4o. 2 S.

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Es hat der junge graff Rantzau mich ersuchet, Ihn zuerlauben, nach Hannover zureisen, umb seiner gn¨ adigsten frauen nicht allein f¨ ur das durch ihn ertheilte attestatum zu dancken, sondern auch unterth¨ anigst anzuhalten, das unter Ihre selbst eigenh¨andigen unterschrift und insigel Er der gleichen bekommen k¨onte, damit im Hag die Richter desto mehr reflexion darauf m¨ogten machen; Er wird so gutt sein, und Ihme adresse bei hofe machen und befordern helfen, das Er seine intention erreiche. Der printz von Ploen gehet nach Constantinopel, und hat bereits alle seine leuthe, so das es mit den f¨ urgeschlagenen nicht angehet. Wan ich in dem stande wehre, dergleichen Reise thun zu k¨ onnen, wolte ich Ihn mit mir nehmen. Ich verbleibe im u ¨brigen h...i Saltzdahl. d. 1 Julii 1699.

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1 f. Copialbuch . . . lit. A.: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Kopiar III 167 (Kriegsverlust). Zu N. 25: K , u ¨ berbracht von Graf A. L. A. von Rantzau (vgl. N. 26), antwortet auf N. 23. 12 frauen: Kurf¨ urstin Sophie. 12 attestatum: vgl. den ersten Absatz von N. 23. 14 bekommen k¨ onte: vgl. N. 28. 14 f. Richter . . . reflexion: Zum Prozeß des Grafen Alexander Leopold Anton von Rantzau vgl. I, 16 N. 90 u. Erl. 17 printz: Adolf August von Holstein-Pl¨ on. 18 f¨ urgeschlagenen: wohl J. F. Leopold; vgl. N. 23 Erl.

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26. LORENZ HERTEL AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 3. (13.) Juli [1699]. [27.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXI 1341 Bl. 4–5. 1 Bog. 4o. 2 S. u. 5 Z. Aufschrift. Siegel. — Auf Bl. 5 ro L von N. 27.

Monsieur

`a W. le 3. Juillet

Je n’aurois pas besoins d’accompagner le Cte de Ranzau de mes lettres puisqu’il est muni de celle de S. A. pour le recommender `a vos soins et vous aurez sans cela la bont´e de l’introduire aupres de ceux qui le peuvent presenter `a la Cour et `a S. A. E. si vous ne voulez pas en consideration de S. A. prendre vous mˆeme c´ete peine. c’est un jeun Seigr qui ne manque pas d’esprit ny de vivacit´e, mais la vie du couvent et celle qu’il a men´e ensuite parmy des matelots, ne luy a pas encore donn´e l’air du monde et de sa qualit´e, c’est pourquoy vous voudrez bien l’excuser aupr´es des gens de Cour et l’assister de vos Conseils et avis o` u cela luy pourroit estre necessaire. S. A. vous aura sans doute dit le sujet de ce voyage, o` u le Comte vouloit bien estre incognito, il doit faire principalement la reverence `a Made l’Electrice[,] la remercier de ses graces et en demander la Continuation de Sa protection. je seray venu peut estre avec luy, si Mr R¨ober n’estoit pas absent, et que par l` a je fusse oblig´e d’estre attach´e aupres de notre petit Prince, qui me charge de ses compliments pour vous. Je ne say pas si vous savez la facheuse affaire qui est arriv´e chez Mr Schoulenbourg dans sa Maison ` a Berendorf, entre le Major General et le Schoulenbourg d’Appenburg, on a envoy´e un major des gardes et une citation pour faire venir le Major General `a Berlin, le procureur de l’Electeur en fera son profit. le detail est trop long pour vous le repeter icy. Mr Candor a chang´e son dessein d’aller au Cap et s’est de nouveau engag´e au service de l’academie.

Zu N. 26: K wird beantwortet durch N. 27. 7 muni . . . S. A.: N. 25 von Anton Ulrich an Leibniz. 14 sujet de ce voyage: vgl. ebd. 17 petit Prince: August Wilhelm. 19 facheuse affaire: nicht ermittelt. 20 Berendorf: wohl Betzendorf. 20 Major General: M. J. v. d. Schulenburg. 20 Schoulenbourg d’Appenburg: A. v. d. Schulenburg. 21 major: nicht identifiziert. 22 procureur de l’Electeur: nicht identifiziert. 24 Candor: G. L. Leremite dit Candor. 25 academie: die Wolfenb¨ utteler Ritterakademie.

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J’ay un memoire entre mes main[s] o` u les Caracters du Roy de France[,] de ses Princes et principaux officiers et ministres est d´ecrit fort naturellement. si je savois que vous ne l’eussiez pas encore vˆ u, je vous le feray copier. je vous baise treshumbment les mains et suis 5

Monsieur

votre treshbe et tres Obsst serviteur

Hertel

Je suppose Monsieur que Mr de Jettebrock qui accompagne le jeun Comte ait l’honneur d’estre connu de vous, et que je n’auray pas besoins de vous dire un mot en sa faveur. A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseiller priv´e de S. A. E. `a Hanovre

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27. LEIBNIZ AN LORENZ HERTEL [Hannover, Mitte Juli 1699]. [26. 30.] ¨ Uberlieferung: L Auszug: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXI 1341 Bl. 4–5. 1 Bog. 4o. 3/4 S. auf Bl. 5 ro. — Auf Bl. 4 und 5 ro oben K von N. 26.

Extrait de ma reponse 15

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Je suis bien aise que Mons. Candor a remis son voyage du Cap `a un autre temps, quand je feray celuy de la Chine il me pourra faire l’honneur de faire avec moy la moiti´e du chemin. On nous a envoy´e de chez vous le dessein d’un Epi de Seigle, extraordinaire compos´e environ de 16 ou 17 petits epis sur une mˆeme tige. Il s’est trouv´e je ne s¸cay si sur le rempart de Bronsvic ou sur celuy de Wolfenbutel et on a adjout´e, que Monsgr le Duc Rudolphe luy ayant rendu visite, et l’ayant trouv´e aussi extraordinaire qu’il est, y a establi une sentinelle ` a fin que personne l’empeche de parvenir `a sa maturit´e. Vous s¸caur´es, Monsieur, ce qui en est et aur´es la bont´e de m’en instruire.

1 memoire: Eine Abschrift befindet sich in LH XXIV Bl. 21–30. Vgl. auch Leibniz’ Antwortbrief und N. 31. Zu N. 27: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 26 und wird beantwortet durch N. 30. Hieraus ergibt sich die Datierung. 15 Candor: G. L. Leremite dit Candor. 18 Epi de Seigle: Eine farbige Zeichnung dieser Roggen¨ ahre befindet sich in LBr. 398 (Hertel) Bl. 80.

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Je vous seray tres oblig´e, Monsieur de ces Caracteres de la Cour de France dont vous parl´es, et que je n’ay pas encor vˆ us. On m’a dit icy une chose qui me parut singuliere. C’est que Monsieur le Grand Mareschal de Steinberg alloit faire un voyage en Espagne. Je ne comprends pas bien ce qu’il y pourroit avoir `a faire si ce n’est pour soutenir Mad. la Comtesse de Berleps en faveur de Mad. de Cram, ce qui ne seroit pas mauvais, et pourroit faire pleuvoir ` a Wolfenbutel des reales de plata, et de bons benefices ou Archimandritats; dont Mons. du Heron deviendroit jaloux. Mais si ce voyage se fait, je supplieray Monsgr le Duc Antoine de vous y joindre ` a fin que nous obtenions les veritables caracteres de la Cour d’Espagne. Par malheur Mons. de Bennigsen m’a dit qu’il croit, qu’il n’en est rien. etc.

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¨ 28. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE Hannover, 12. (22.) Juli 1699. [16. 34.] ¨ Uberlieferung: L1 Konzept: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv , Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 220. 2o. 2 S. ¨ Mit zahlreichen Anderungen und Erg¨ anzungen. Eigh. Anschrift: A S. A. E. A Madame ” l’Electrice de Bronsvic ` a Linsbourg.‘‘ 2 o L Abfertigung: Ebd. Bl. 14–15. 1 Bog. 4 . 3 S. Mit wenigen Streichungen und Erg¨ anzungen. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 132–135. A Teilabschrift: London British Library Special Collection King 140 Bl. 55–56. 2 S. (= S. 36 Z. 14 – S. 37 Z. 27 unseres Textes).

Madame Voici M. le Comte de Ranzau, sujet de l’Histoire Romanesque que j’ay eu l’honneur de raconter il n’y a pas long temps ` a V. A. E. C’est Madame la Duchesse de Wolfenbutel sa tante, qui l’a encourag´e ` a se rendre aupres de V. A. E. et `a implorer vostre bont´e pour

1 Caracteres: vgl. N. 26 Erl. 4–6 si ce n’est . . . Archimandritats: vgl. hierzu Leibniz’ Aufzeichnung betr. M. J. G. von Berlepsch von Ende August/Anfang September 1700 (LBr. 46 Bl. 106). Zu N. 28: L2 wurde wohl von Graf A. L. A. von Rantzau in Linsburg u ¨bergeben (vgl. Z. 22), wo sich Sophie zu dieser Zeit aufhielt. Beilagen waren die Zeichnung einer Roggen¨ ahre (vgl. S. 36 Z. 10) und ein Brief Elisabeth Charlottes von Orl´ eans an Kurf¨ urstin Sophie, den Leibniz zuvor von Sophie erhalten hatte (vgl. S. 36 Z. 14). Sophie antwortet mit N. 34. 22 f. Histoire . . . raconter: vgl. I, 16 N. 90. 23 Duchesse: Elisabeth Juliane, Gemahlin Anton Ulrichs.

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obtenir une Attestation dont il se puisse servir dans son proc´es. La genereuse inclination de V. A. E. pour la justice, a fait juger, qu’Elle voudroit bien rendre ce t´emoignage `a la verit´e, en rapportant dans un ´ecrit sign´e de sa main, que la Landini autres fois femme de chambre de la Reine Christine, estant venue `a Hanover avec sa fille qui chantoit dans nos Operas, Vostre Altesse Electorale l’a entendu raconter: d’avoir par ordre de la Reine assist´e la Princesse de Holstein Comtesse de Ranzau dans ses couches `a Rome, et que cette femme de chambre a parl´e de cet accouchement comme on parle des choses certaines sans en marquer le moindre doute. Monsieur de Jettenbrock gentilhomme de Wolfenbutel, charg´e d’assister le jeune comte, souhaitte de faire sa cour avec luy. Voici, Madame, le crayon d’un Epi de se[i]gle, qu’on me dit s’estre trouv´e depuis peu je ne s¸cay si aupr´es de Bronsvic et de Wolfenbutel, et que Monsgr le duc Rudolphe Auguste a fait garder par une sentinelle, ` a ce qu’on m’a racont´e; afin qu’on ne l’empechˆat point de venir ` a sa maturit´e. Je renvoye ` a V. A. E. la lettre de Madame, avec des profonds remercimens. Et1 je suis bien aise d’y remarquer2 que Monseigneur le duc de Chartres est un Prince, qui joint aux grands talens qu’il a fait briller ` a la cour et dans les arm´ees, quelque chose de bien plus que la belle curiosit´e, puis qu’il a luy mˆeme du s¸cavoir et de la penetration. A mon avis, rien ne sied mieux aux princes que cette elevation d’esprit qui les fait entrer dans le fonds des choses. Aussi, Dieu les ayant approch´es plus pr´es de luy, et leur ayant donn´e moyen de le mieux connoistre, en les exemtant des embarras qui detournent les autres le plus souvent de la recherche de la verit´e, il est juste, qu’ils en profitent par reconnoissance et

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Je renvoye hbisi Et hin L2 gestr. von S o p h i e s Handi

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d’y remarquer hin L2 ersetzt von S o p h i e s Hand durch:i d’aprendre

4 fille: Agnesa Landini; vgl. N. 23. 6 Princesse: Dorothea Hedwig von Rantzau-Hohenfeld, geb. von Holstein-Norburg. 10 crayon: Die farbige Zeichnung dieser u ¨bergroßen Roggen¨ ahre befindet sich in LBr. 398 (Hertel) Bl. 80; vgl. auch N. 27. 15 d’y remarquer: In ihrem Brief an Sophie vom 8. Juli 1699 berichtete Elisabeth Charlotte von Orl´ eans u ¨ ber ihren Sohn Philippe II. d’Orl´ eans, duc de Chartres, der gesagt habe, daß alles waß er von den ersten christlichen ceremonien und mistere geleßen lautter ” cabalische mistere sein‘‘ und f¨ ugte hinzu, daß seine conversation dem Herrn Leibnitz nicht mißfallen ” solte, den[n] er rett mit großer netet´ e von waß er weiß undt gar nicht en pedant‘‘ (vgl. Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Hann. 91 Kurf. Sophie Nr. 1 IX, 2 Bl. 387 ro). 23 f. Sophie nahm ¨ diese Anderungen vermutlich in Hinblick auf die Herstellung einer Abschrift f¨ ur Elisabeth Charlotte vor. Auch A setzt mit dem so ge¨ anderten Text ein.

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il est beau qu’ils s’en prevaillent par inclination, et qu’ils contribuent `a tout ce qui sert `a repandre la veritable lumiere encor sur les autres. Et je ne doute point, veu la presente disposition des Esprits, que le genre humain n’allˆ at bien tost bien loin, si plusieurs Princes imitoient le Grand Roy, qui a remis depuis peu dans son lustre, la fameuse Academie des Sciences qu’il avoit ´etablie. Car les modernes ayant surpass´e depuis un siecle tout ce que les anciens avoient fait; je crois que nous nous surpasserions nous mˆemes en peu de temps, et rendrions l’estat du genre humain bien meilleur qu’il n’est, si nous voulions seulement, mais avec assez d’empressement, nous servir de la grace du ciel, en faisant tous les efforts possibles, pour faire des d´ecouvertes dans la nature et dans les arts. Je voudrois mˆeme qu’on le fˆıt par un principe de piet´e, la quelle seroit le fruit d’une science bien entend¨ ue, bien loin d’y estre contraire, et qu’on considerˆ at la belle sentence d’un payen, qui dit qu’on ne pourroit chanter un plus bel hymne `a la Divinit´e, qu’en publiant les artifices surprenans de la nature. Aussi trouve-t-on, que les psaumes de David, et les autres hymnes des anciens Hebreux sont tous remplis des marques de l’admiration des ouvrages de Dieu dans la nature: et que les anciens prestres et Mages estoient les plus grands philosophes et naturalistes. Et il est asseur´e que plus on connoist les grandes Actions de celuy qu’on loue, plus on est capable de le bien louer et de l’aimer et honnorer sans deguisement et sans flatterie. Autrement c’est comme si quelqu’un qui connoist pas la vie d’un grand prince en vouloit faire le panegyrique, ce qu’il fera plustost en flatteur qu’en homme penetr´e des verit´es qu’il debite. Si nous faisions assez de reflexion l`a dessus, la piet´e seroit plus pure et plus effective, et auroit de plus fermes racines dans l’esprit de beaucoup d’hommes, qu’elle n’en a presentement, lors que ce n’est que par imitation et par autorit´e, qu’on se veut mettre ` a aimer Dieu sans connoistre ce qui le rend admirable. C’est pourquoy j’ay trouv´e que la pretension de certain pietistes, qui veulent qu’on aime Dieu avec une certaine cessation des operations de l’esprit, sans avoir ses propriet´es et actions en veue, tend ` a quelque chose d’inconcevable et qu’elle est fort propre `a destruire la veritable piet´e sous pretexte de la porter plus haut. Mais je ne s¸cay par quelle enfilade le zele que j’ay pour la recherche des importantes verit´es, m’a emport´e. L’auteur de la Lettre faite sous le nom d’Hippocrate me paroist

4 remis . . . Academie: Die Neuordnung der Pariser Akademie war von Ludwig XIV. am 26. Januar 1699 gebilligt worden. 12 payen: vgl. Galenos, , 3, 10. 29 Lettre: L e t t r e d’Hypocrate ` a Damagette. Traduction, 1700; vgl. N. 8.

PerÈ qreÐas morÐwn

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avoir sur l’origine des erreurs et sur la propagation de la verit´e en matiere de religion, des pens´ees profondes et qui meritent d’estre poursuivies. Je suis avec devotion, Madame

de V. A. E.

le tres soumis et tres obeissant serviteur

Leibniz.

Hanover 12 juillet 1699

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29. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 15. (25.) Juli 1699. [19. 37.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 47–48. 1 Bog. 4o. 2 S. Bibl.verm.

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Eurer Excellentz habe in h¨ ochster Eil melden sollen, daß ich Ihren brieff vom 9 Julii wol erhalten, und k¨ unfftige woche den brieff nacher Engelland u ¨bersenden wolle. Den brieff von den H. Magister habe mit beylegen sollen, weil mihr selbiger zugeschicket worden. Eingeschlossenen an H. F¨ orstern, buchh¨ andler, bitte gehorsamst, durch ihren diener eiligst zu befordern. Ich verbleibe mit schuldigsten Respect h...i Wolffenb¨ uttel d. 15 Julii 99.

Zu N. 29: K antwortet auf den Z. 8 erw¨ ahnten, nicht gefundenen Leibnizbrief vom 9. (19.) Juli. Beilage waren die Z. 10 und Z. 12 genannten, nicht gefundenen Briefe. 9 den . . . Engelland: nicht identifiziert. 10 brieff . . . Magister: nicht ermittelt. 12 ihren diener: nicht identifiziert.

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30. LORENZ HERTEL AN LEIBNIZ [Wolfenb¨ uttel, Ende Juli 1699]. [27. 31.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 398 Bl. 78–79. 1 Bog. 4o. 2 1/2 S. Eigh. Anschrift. Siegel. — Auf Bl. 78 vo unten und Bl. 79 ro unten L2 von N. 31.

Au retour du Cte de Ranzau Mr de Jettebrock s’est beaucoup lou´e de bons offices que vous leur avez rendu pour expedier leurs affaires. S. A. prendra elle mˆeme l’occasion de vous en remercier. Made L’Electrice a agi avec beaucoup de generosit´e, comme c´ete grande Princesse est accoustum´e de faire en toutes ses actions qui luy attirent l’admiration et la veneration. Si vous voyez les preuves Juridique, que le Sr R¨ober a rapport´e du pays de Holstein, vous seriez surpris des fourberies et tromperie[s] que l’advocat de Made Burckersrodon a employ´e pour ramasser de fausses attestations. un notaire faussaire l’a beaucoup servi en cela et tous deux ont agi comme des infames. Je me souviens bien qu’`a notre retour de Pologne Mr de Steinberg dit un jour en riant, qu’il voudroit bien `a c´ete heure avoir une occasion pour aller en Espagne et qu’il y meneroit avec luy ceux qu’il avoit accompagn´e en Pologne, mais vous savez aussy bien que moy que pour le present nous n’avons gueres de Communication avec c´ete cour l`a. Le fils de Ahasverus Fritschius qui est Dr en droit, et qui demeuroit `a Hambourg sous le pretexte de faire le negoce de fil d’archal que son pere luy envoyoit, a est´e trouv´e de s’estre mel´e ` a faire la fausse monnoye dans un Jardin, que feu Horbius possedoit `a une lieu[e] de Hambourg, ses complices ont est´e surpris, avec les instruments et utensils, mais luy le Docteur est ´echapp´e, on n’a point trouv´e d’argent dans leur fabrique. ils ont monnoy´e argent de Dannemarck[,] de Holstein et de Lunebourg.

9 rapporter K, korr. Hrsg.

16 guerre de K, korr. Hrsg.

Zu N. 30: K antwortet auf N. 27 und wird beantwortet durch N. 31. Daraus und aus N. 28 ergibt sich die Datierung. Beischluß war der S. 40 Z. 7 erw¨ ahnte Brief. 6 affaires: A. L. A. von Rantzau hatte mit einer Empfehlung von Leibniz Kurf¨ urstin Sophie nach dem 22. Juli 1699 in Linsburg aufgesucht (vgl. N. 28), um Unterst¨ utzung in seinen Erbauseinandersetzungen zu erlangen (vgl. I, 16 N. 90). 6 S. A.: Herzog Anton Ulrich. 10 advocat: nicht identifiziert. 11 notaire: nicht identifiziert. 15 Pologne: Dort hatte F. v. Steinberg in Warschau am 4. April 1699 ein Defensivb¨ undnis Braunschweig-Wolfenb¨ uttels mit August dem Starken abgeschlossen; vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 310 f.

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L’epis dont vous me parle[z] Monsieur est sur le rempart de Brounswig ufm Neuen wercke vorm Steinthor [.] on l’a environ´e de que[l]que planches pour empecher aux curieux de la faire desecher par trop de maniement, la sentinelle n’est pas mise l`a expr´es pour la garder, mais elle a sans cela son poste tout aupr´es, c’est un pauvre officiers qui a sem´e un peu de bled dans ce coins l` a o` u elle [est] crˆ ue. Le Prince de Holstein vous est tres oblig´e de votre Souvenir. Mr R¨ ober vous prie d’agr´eer ses respects. je suis h...i Permettez ` a que[l]qu’un des votre[s] de rendre L’incluse, qui vient de Mr de Schoulenbourg `a celuy ` a qui elle est address´e. A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseilier priv´e de Justice de S. A. E. `a Hanovre.

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31. LEIBNIZ AN LORENZ HERTEL Hannover, 21. (31.) Juli 1699. [30. 48.]

¨ Uberlieferung:

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¨ttel Herzog August Bibl. Leibniziana I Nr. 23 Bl. 45–46. 1 Bog. L1 Abfertigung: Wolfenbu 8o. 2 S. (Unsere Druckvorlage.) L2 Auszug: LBr. 398 Bl. 78–79. 1 Bog. 4o. 11 Zeilen unten auf Bl. 78 vo und 79 ro (entspricht S. 41 Z. 1–7 Jamais ... approchans‘‘ unseres Textes). — Auf Bl. 78–79 K von N. 30. ”

Monsieur

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Je suis bien aise que Monsieur le Comte de Ranzau est satisfait de son voyage. Il a pass´e si viste que je ne l’ay point vˆ u` a son retour. Une personne venue de Hambourg, me dit que le fils de feu Monsieur Horbius, avec celuy de M. Ahasverus Fritschius a fait la fausse monnoye et que le premier a est´e attrapp´e. Et quoyque l’autre soit echapp´e, ce ne laissera pas d’estre au grand crevecoeur `a Monsieur Fritschius, qui est un homme de bien, et a ´ecrit des livres bien devots pour un jurisconsulte.

5 Prince: Ernst Leopold von Schleswig-Holstein-Norburg. 7 incluse: m¨ oglicherweise der in N. 31 erw¨ ahnte Brief an Palm. 7 f. Schoulenbourg: wohl M. J. v. d. Schulenburg. Zu N. 31: L1 antwortet auf N. 30. 20 personne: nicht identifiziert.

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Jamais on n’empechera les faux monnoyeurs de faire leur manege, si les Princes ne se resolvent de faire battre de la monnoye de si bon alloy, que la bont´e paroisse d’abord comme celle de la Monnoye fine du Harz. Les Princes pourront tousjours en rabbatre sur le poids sans en gaster l’alloy. Je suis bien aise d’apprendre les veritables circomstances de vostre fameux epy de Bronsvic; dont il seroit bon de faire semer quelques grains pour voir, s’il en produira d’approchans. C’est ce que je vous supplie, Monsieur, d’insinuer. Puisque vous av´es eu la bont´e de me faire esperer de vous mˆeme les caracteres de la Cour de France, je vous supplie de vous en souvenir. Je vous les rapporteray au plus tard `a la foire prochaine. Et vous aur´es en meme temps aussi vostre livre du commerce de Moscovie. Je n’ay pas manqu´e de faire donner d’abord `a Mons. Palm la lettre que vous m’avi´es demand´ee pour luy, et je suis avec Zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

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Leibniz.

Hanover 21 juillet 1699

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32. JOHANN GEORG SIEVERDS AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 21. (31.) Juli 1699. ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 863 Bl. 50–51. 1 Bog. 4o. 3 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Postverm.

HochEdler und Hochgelahrter, Insonders hochzuehrender Herr Geheimter Raht, Hoher Geneigter Patron, E¨ u. Excell. gebe hiemit gehorsamste Nachricht wie daß nunmehr von v¨origer Woche 5 epy: vgl. auch N. 28. 8 caracteres: vgl. N. 26 Erl. 10 foire prochaine: die Braunschweiger Laurentiusmesse. 10 livre: Gemeint ist wohl J. Ph. Kilburger, Mercatura Ruthenica oder Kurtzer Unterricht von den Reussischen Commercien [Ms]. Leibniz hatte die Schrift von Hertel ausgeliehen und eine Abschrift (Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXXIII Nr. 1762) anfertigen lassen (vgl. I, 16 N. 51). 12 f. Je . . . luy: nicht ermittelt. Zu N. 32: Eine Antwort auf diesen Brief, in dem J. G. Sieverds Leibniz u ¨ ber den Stand seiner Abschreibearbeiten f¨ ur den alphabetischen Katalog der Wolfenb¨ utteler Bibliothek informiert, ist nicht gefunden.

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schon her in dem vorgehabten Tomo der Catalogor. mit dem bißherigen schreiben bin in so weit zu ende kommen, es restiren aber nun darinnen noch einige Bogen in der mitten, derer doch u ¨ber 12 Zettelbogen nicht sein werden, weilen H. Reinerding im verwichnen Winter die u ¨brigen mit sich nach Hauß genommen gehabt v. daselbst geschrieben v. ich auch einige davon zu hauße fertig gemacht, als verlangete anietzo wol Dero beliebige ordre, wie mich nun f¨ urder mit s¨olchem schreiben verhalten solle, ob das waß in dem von H. Reinerding ietzo unterhanden habenden Tomo noch u ¨brig, mit ihm theilen soll, oder ob den vorbesagten rest vielmehr auch sofort mit absolviren soll, wie denn zwar schon vor der hand damit den anfang gemacht habe, daß sonsten anietzo sothanes schreiben so ein wenig l¨ angsam von statt gehet, darin bitte sehr, wollen E¨ u. Excell. ein wenig geduld mit mir haben, weilen wie schon offt gegen Derselben erwehnt, daß schreiben auff dem gepapten mir so gar nicht fugen wil, welches eines Theils die uhrsach, andern theils gehet u ¨berauß viel Zeit damit weg, daß man den Nahmen dabey waß soll notiret werden (denn ein rechter autor wovon, ists zum ¨offtern nicht) manchmahl so schwehr erst auff der pagina finden kan, ja zum ¨ offtern ist der numerus paginar. unrecht notiret, daß man gantz umbsonst suchet, gleichwol bringet man die Zeit dar¨ uber zu, zudem weiset gar viel davon in andere Catalogos, da denn, wo man alles solte vorbey gehen, der L¨ ucken zu viel u ¨brig bleiben w¨ urden, u ¨berdaß, wie E¨ u. Excell. auch schon mehrmahls remonstriret, sind offtmahls die nahmen mit s¨olcher ignorantz von den v¨origen Schreibern hineingesetzet, daß man nicht weiß (wenn anderst alles soll mit denen Zahlen in denen Hauptindicibus accordiren), wie man solches solle zu rechte bringen, maßen ohndem sonsten viel vorkomt, so eigendl. nicht wol in die Catalogos k¨ onte gebracht werden, v. zuweilen, Ex. gratia, nur ein nahme ist, so in dem Titel des buchs zuf¨ alliger Weise vorkomt, da man dann erst sich zubesinnen hat, wie dabey noch waß kan geschrieben werden, daß noch einiger maßen eine ahrt hat, s¨olche v. dergl. dinge nun hindern alle mit einander sehr, wie H. Reinerding selbst dar¨ uber klagt, wie es nun komme daß er ein wenig besser damit avancirt, kan ich nicht in allen sogleich wissen, muß eines theils sein, daß es ihm mit dem schreiben auff dem gepapten ein wenig besser fuget, weil er vielleicht eine leichtere Hand hat, anderstheils hat er einen guten Vorsprung im v¨ origen Winter damit bekommen, daß er auch bey der harten K¨ alte dann v. wann noch hat oben schreiben k¨onnen, welches meiner Natur, wenn schon bin zur Stelle gewest, nicht ist m¨ uglich gewesen zu leisten, bin ja sonsten mit dem v¨origen schreiben H. Reinerdingen gleich kommen, anietzo bitte E¨ u. Excell. wolten

11 f. auff dem gepapten: d. h. auf aufgeklebten Zetteln.

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mir hochgeneigt concediren daß instehende Woche m¨oge daß schreiben zu Braunschw. verrichten, nachdem doch von der ietzigen arbeit der Catalogus doppelt da ist, v. einmahl in eintzelnen Hefften bestehet, wie denn auch Dieselbe schon vorhin verg¨onnet haben. ich werde veruhrsacht wegen zweyer in selbiger Woche beym Stieffte einfallenden memorien, mich dort zubefinden, da denn zugleich auch gern die Zeit dort mit anwenden wolte, v. etwaß mediciniren, welches einer gewissen Befindniß halber, auch sehr ben¨ohtiget bin. Hoffe E¨ u. Excell. im ubrigen bald selbst allhier auffzuwarten, Der ich Dieselbe hiemit dem Schutz Gottes mich aber Dero fernern allzeit beharrl. hohen Faveur empfehle E¨ u. Excellence

iederzeit dienstlichst-Gehorsamster

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J. G. Sieverds.

Wolffenb. den 21ten Jul. 1699.

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A Monsieur, Monsieur Leibnitz, Conseiller priv´e de Son Electorale Altesse ` a Hannover.

¨ 33. LEIBNIZ AN DIE GEHEIMEN RATE IN HANNOVER (?) Hannover, 24. Juli (3. August) 1699. [9. 66.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 251 (Fabricius) Bl. 56. 8o. 1 S. Mit einigen Korrekturen.

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Hanover 24 Julii 1699 Es ist meines erinnerns bereits im verwichenen winter die Intention gewesen, daß H. D. Fabritio sowohl als H. D. Schmiden noch etwas zu geleget werden solte. Weilen er mit seiner famili von einem entlegenen orth nacher Helmstadt kommen, und schwehrlich zureichen kan, gleichwohl daran gelegen, daß dißer mann so nicht allein von ungemeiner

4 Stieffte: das Stift St. Blasius in Braunschweig, dem Sieverds angeh¨ orte. Zu N. 33: Die nicht gefundene Abfertigung steht in Zusammenhang mit Leibniz’ Bem¨ uhungen um eine Erh¨ ohung des Gehaltes des Helmstedter Theologen J. Fabricius, Hauptthema der Korrespondenz mit diesem im Sommer 1699. Leibniz hatte sich in dieser Angelegenheit auch direkt an L. Hugo gewandt (vgl. I, 16 N. 128 u. N. 163); nicht auszuschließen ist, daß das Schreiben an diesen gerichtet war. Da das Thema auf der Hauskonferenz besprochen werden sollte, nehmen wir die Geheimen R¨ ate als Adressaten an. 17 im verwichenen winter: Beschluß der braunschweig-l¨ uneburgischen Hauskonferenz zu Engensen vom 14./15. (24./25.) Oktober 1698, vgl. I, 16 N. 128. 19 entlegenen orth: Fabricius war 1697 von der Universit¨ at Altdorf gekommen.

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erudition und moderation, sondern auch guther conversation und besondern gaben, bey uns conserviret werde. Stelle dahin, ob etwa bey gegenwartiger Conferenz der herrn Ministrorum die Sach zur richtigkeit bracht werden k¨onne. Komt nur darauff an, daß man ihm so viel hier und zu Zell verwillige, als H. D. Schmidt erhalten.

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¨ 34. KURFURSTIN SOPHIE AN LEIBNIZ Linsburg, 24. Juli/3. August 1699. [28. 35.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv , Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 237–238. 1 Bog. 4o. 3 1/2 S. — Gedr.: 1. Feder, Sophie, 1810, S. 238–240; 2. Klopp, Werke, 8, 1873, S. 135–136.

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A Linsburg le 24 Julit/3 d’aioust 1699

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J’ay creu qu’en vous envoiant le journal des savants je reconpensois mieux Vos lettres qu’en vous escrivant moy mesme[;] mais comme je n’en tire point d’usure, j’ay creu devoir accompanier ses deux qui vienent d’arriver par ses lignes quoi que Vous n’y trouver´es pas grand chose, je crois que les excertatiens sur la Madel`ene sont faite par un esprit `a la mode de Me de Maintenon qui aparament a la Marie Madalene pour patron, Madame ne ce plaint plus du tabouret qu’elle luy a fait offrir depuis qu’elle a apris qu’elle fait le mesme tr`etement ` a Mad. la Duchesse de Bourgogne, `a Mr le Dophin et `a tous ces enfants[;] ceux cy porte[nt] ses plats quant elle mange avec une serviette sur le bras et luy font plus d’honneur qu’` a une Reyne. vous verr´es par le dernier journal qu’on rant

2 bey gegenwartiger Conferenz: Die n¨ achste Hauskonferenz fand am 26. Juli (5. August) in Engensen statt. Im Protokoll dieser Konferenz (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 22 Nr. 546 Bl. 19) ist die Entscheidung f¨ ur eine Gehaltserh¨ ohung um 100 Taler aufgef¨ uhrt. Vgl. auch N. 66. Zu N. 34: K antwortet auf N. 28 und wird beantwortet durch N. 35. Beilage waren zwei Ausgaben des J o u r n a l des S¸cavans (vgl. Z. 11). 14 sur la Madel` ene: Die Besprechung von C. Anquetin, Dissertation sur sainte Marie-Magdeleine, 1699, erfolgte im J o u r n a l des S¸cavans vom 29. Juni, 6. Juli und 13. Juli 1699 (T. 27, S. 478–486; S. 487–501; S. 507–518 der Amsterdamer Ausgabe). 16 Madame ne ce plaint plus: vgl. Elisabeth Charlottes Brief an Sophie vom 2. Juli 1699; gedr.: Bodemann, Elisabeth Charlotte an Sophie, 1891, S. 370. 17 Duchesse: Marie Adelaide von Savoyen, Duchesse de Bourgogne. 19 dernier journal: Die 1699 in zwei B¨ anden erschienenen Œuvres von Platon sind besprochen im J o u r n a l des S¸cavans vom 20. Juli 1699, S. 527–532 der Amsterdamer Ausgabe.

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Platon bon Christien, si on l’estoit en France comme luy, on ne malteretteroit personne pour la religion, il semble qui[’]i[l] ne sera rien de la negotiation pour contenter le Duc Maxsimilian et j’ay parl´e avec le Duc de Cell de ce que vous m’avez dit touchant les montres qu’on avoit observ´e aller l’une comme l’autre quant on en pendoit deux `a une mesme corde mais comme j’en ay oubli´e les circonstances vous m’obliger´es de me les mender. J’ay envoy´e le desein du segle ` a Madam pour proner l’abondence de ce climat et luy ay envoi´e un fracment de vostre lettre au suject de Mr son fils[.] elle ce prepare pour aller voir Me sa fille, j’espere que le Conte Ransau a est´e contant de moy, je souhaite que vous le soi´es aussi et que vous ay´es lieu pour cela, Msel Choulenburg m’a dit que vous vienderi´es icy, j’en serois fort aise1. S.

1

hAuf Bl. 238 vo unten von L e i b n i z ’ Hand:i Pour estre divine et humaine il faut en jeunesse sentir Tous les plaisirs de Madelaine Et puis apres s’en repentir

2 negotiation: Zu den Bem¨ uhungen Sophies, die Forderung ihres Sohnes Maximilian nach Erh¨ ohung der von Kurf¨ urst Ernst August testamentarisch verf¨ ugten Apanage, durchzusetzen und den sich daraus ergebenden politischen Problemen vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, bes. S. 112–124. 4 montres: vgl. N. 35. 6 desein du segle: vgl. N. 27 und N. 28. 7 fracment . . . lettre: wohl die Passage von N. 28, in der Leibniz den Duc de Chartres r¨ uhmt. 8 fille: Elisabeth Charlotte, Gemahlin des Herzogs Leopold v. Lothringen. 8 Ransau: A. L. A. von Rantzau. 9 Choulenburg: E. M. v. d. Schulenburg.

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¨ 35. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE Hannover, 27. Juli (6.) August 1699. [34. 36.] ¨ Uberlieferung:

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L1 Teilkonzept (oder Teilabschrift?): Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 212–213. 1 Bog. 4o. 1/3 S. auf Bl. 212 ro (= Z. 12–24 unseres Textes). Mit Vermerk von Leibniz’ Hand oben auf Bl. 212 ro: A Madame l’Electrice de Bronsvic‘‘. ” 2 L Abfertigung: Ebd. Bl. 16–17. 1 Bog. 4o. 3 S. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr.: 1. (tlw.) Feder, Sophie, 1810, S. 240–242 (= Z. 13–22 und S. 47 Z. 10–28 u. S. 48 Z. 9–14 unseres Textes); 2. Klopp, Werke, 8, 1873, S. 136–139. l Teilabschrift von L2: Ebd. Bl. 212–213. 1 Bog. 4o. 2 2/3 S. von unbekannter Schreiberhand in Fortf¨ uhrung von L1 (= Z. 24 – Schluß unseres Textes).

Madame

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La remarque que V. A. E. vient de faire sur le dernier journal des S¸cavans, qui parle tant de Marie Madeleine, vaut mieux que tout le journal. On peut appliquer `a ceux qui la prennent pour leur patronne ces vieux vers: Pour estre divine et humaine Il faut en jeunesse sentir Tous les plaisirs de Madeleine Et puis apres s’en repentir.

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Les pens´ees de Platon dont il est parl´e dans le mˆeme journal, valent mieux que ce qu’on dit de cette Sainte. C’estoit un esprit des plus profonds, et en mˆeme temps des plus delicats, ce qui se trouve rarement ensemble. Ses dialogues m’ont tousjours charm´e. Il est vray que chaque siecle a son goust, et qu’il y a des endroits dans cet auteur qui ne sont pas entierement du nostre. Outre qu’il cherche souvent la force des termes de la langue Greque. Les anciens peres de l’Eglise ont d´eja reconnu qu’il est celuy de tous les philosophes qui approche le plus du Christianisme. Ainsi il est plus ais´e de l’habiller en

Zu N. 35: L2 antwortet auf N. 34 und wird beantwortet durch N. 36. Einen Auszug mit den Versen Z. 16–19 schickte Sophie an Elisabeth Charlotte von Orl´ eans (vgl. N. 36). 13 f. journal . . . Madeleine: Die Besprechung von C. Anquetin, Dissertation sur sainte Marie Magdeleine, 1699, erfolgte im J o u r n a l des S¸cavans vom 29. Juni, 6. Juli und 13. Juli. 15 vieux vers: nicht ermittelt. 20 Platon: Platon, Œuvres, 1699; besprochen im J o u r n a l des S¸cavans vom 20. Juli 1699. 25 f. Les anciens . . . Christianisme: vgl. bes. Aurelius Augustinus, De civitate Dei, 8, 5, 1.

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Chrestien que de faire parler Democrite en Juif, comme fait l’auteur de la lettre pretendue d’Hippocrate. Celuy qui a est´e Secretaire de Monseigneur le Duc Christian m’a parl´e dernierement, et m’a dit que ce brave Prince est estim´e merveilleusement, mais qu’il se charge fort de dettes, et qu’il se rend tous les soirs dans certaines assembl´ees de Princes et Princesses, dont le nombre n’est pas petit ` a Vienne, mais qui ne sont pas tous sans doute d’un mˆeme calibre; o` u il y en [a] qui le fortifient dans son dessein ´etrange de vouloir s’attribuer des pretensions ` a la regence contre la primogeniture. Ces sortes de conseils flatteurs sont des poisons mis en confiture. Pour ce qui est des deux horloges ` a pendule, qui battoient tousjours ensemble, et qui se remettoient ` a l’accord, quand on les troubloit: c’est une experience faite par feu M. Hugens de Zulicom inventeur des pendules, dont V. A. E. aura connu le pere et le frere. Il me l’a cont´ee luy mˆeme; et il l’a mˆeme publi´ee dans son ouvrage sur les pendules. Ces pendules estoient tres justes en elles mˆemes, telles qu’on employe pour les observations d’Astronomie, et d’une structure qui faisoit que les battemens ne dependoient gueres des imperfections des roues qui ne faisoient que lever un poids ou ressort destin´e `a remettre la pendule `a sa hauteur. Or deux horloges de cette espece estant attach´ees contre la muraille `a une meme piece de bois, M. Hugens fut surpris de voir qu’elles battoient precisement ensemble; mais il fut encor plus surpris, quand il troubla leur accord, et qu’il les y vit retourner d’elles mˆemes. Enfin il s’avisa de les detacher du mˆeme ais dont elles avoient est´e suspendues; et alors cet accord cessa, quoy qu’elles demeurassent aussi pr´es l’une de l’autre, qu’auparavant. D’o` u il conclut qu’il falloit que les battemens de la pendule eussent fait naistre des tremblemens semblables dans les parties de la piece de bois, lesquelles y resista[ie]nt pour se conformer aussi aux battemens de l’autre pendule, tant que leur battemens ne s’accordoient point; cette resistance a fait que ces pendules ont est´e oblig´ees de se mettre peu ` a peu ` a l’accord pour la faire cesser. Ce qui se pouvoit d’autant plus aisement, qu’` a cause de leur justesse et conformit´e, les battemens de l’une estoient assez ´egaux ` a ceux de l’autre. 1 lettre: vgl. L e t t r e d’Hypocrate, SV; vgl. auch N. 8 und N. 28. 3–9 Celuy . . . confiture: von unbekannter Hand gestrichen. 3 Secretaire: nicht identifiziert. 8 contre la primogeniture: Zum Kampf des Herzogs Christian gegen das Testament Ernst Augusts vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 35–124. 13 ouvrage: Leibniz meint wahrscheinlich Chr. Huygens, Horologium oscillatorium, 1673. Die Beschreibung des gleichen Rhythmus der Schwingung zweier Uhrenpendel findet sich allerdings im J o u r n a l des S¸cavans, 16. M¨ arz 1665, Amsterdamer Ausgabe, S. 148–150 (Huygens, Œuvres, Bd 5, 1893, S. 244).

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J’ay envoy´e aussi ` a Madame l’Electrice de Brandebourg un dessein de l’Epy de bled, tel que j’ay envoy´e ` a V. A. E. et que Madame aura receu maintenant. Je conseilleray `a Monsgr le Duc Rudolphe Auguste d’en faire semer quelques grains pour voir s’ils produiront encor quelque chose d’extraordinaire, quoyque on pretende que les monstres (parmy lesquels on peut mettre cet epy) ne sont point feconds. Le Comte Ranzau, et M. Jettenbrock se louent fort de la genereuse bont´e de V. A. E. on a decouvert plusieurs fourberies que l’Avocat de Madame de Burkersrode soeur du feu Comte a employ´ees pour suborner des temoins dans le Holstein et ailleurs. Puisqu’on fait de si grands honneurs ` a Madame de Maintenon, il ne luy manque que le nom de Reine, et il semble mˆeme que c’est la placer peu `a peu sur le trˆ one. Cette dame seroit oblig´ee ` a Madame, si elle en s¸cavoit les sentimens. Car je me souviens que S. A. Royale a dit plus d’une fois, qu’elle aimeroit mieux la voir Reine declar´ee, pour n’avoir rien `a se reprocher, en luy faisant les honneurs qui luy seroient dˆ us; que de se d´eroger en deferant trop ` a une personne d’un autre caractere. Mons. Hakeman m’est venu voir, et m’a dit qu’on le destine `a estre professeur `a Helmst¨at, o` u l’on s’attend ` a quelque vacance. Il viendra peutestre `a Linsbourg pour remercier V. A. E., dont les recommendations gracieuses ont mis l’affaire en estat de reussir. Je suis avec devotion Madame

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de V. A. E.

le tres soumis et tres ob¨eissant serviteur

Leibniz.

Hanover 27 juillet 1699

¨ 36. KURFURSTIN SOPHIE AN LEIBNIZ Linsburg, 1./11. August 1699. [35. 39.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 239–240. 1 Bog. 4o. 3 S. Oben auf Bl. 239 ro Verm. von Leibniz’ Hand: resp‘‘. — ” Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 139 f.

1 Epy de bled: vgl. N. 27 und N. 28. 7 Avocat: nicht identifiziert; vgl. auch N. 30. 8 feu Comte: Chr. v. Rantzau. 11 Madame: Elisabeth Charlotte v. Orl´ eans. 15 professeur: vgl. N. 17. Zu N. 36: K antwortet auf N. 35 und wird beantwortet durch N. 39. Beilage war die (nicht gefundene) Kopie einer von Elisabeth Charlotte aufgeschriebenen und an Kurf¨ urstin Sophie geschickten Erz¨ ahlung (vgl. N. 39 Erl.).

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A Linsburg le 1/11 d’Aioust 1699 Les Vers dont vous vous estes souvenu si apropos je les ay envoi´e `a Madam pour la recompenser en quelque facon de l’histoire dont je vous envoy copie et qui a donn´e beaucoup de consolation ` a la cour de St Germin o` u l’on en a besoin, je vous prie de le r montrer aussi de ma part ` a M Hortance pour le divertir pendant son mal, dans le journal des scavans vous ne lir´es aparament que l’article du caff´e qui vous fera continuer de vous en servir, Nous avons eu icy un celebre Medesein qui estoit venu tout expres pour me voir, qui est accoucheur de Pere en fils, j’ay creu que c’estoit le Pere que j’avois connu en Hollande et j’estois bien estonn´ee de le trouver si jeune quoi qu’il ait 65 ans, il ne boit que de l’eau[,] de la biere ou du lait, a l’eul vif[,] les dants blanches et ne parroit pas avoir plus que quelque 40 ans[.] je l’ay renvoi´e bien vite puis que mon fils montra un visage reverberatif ` a sa venue et dit que j’aye affaire de cet homme, en suite il estoit fach´e qu’il estoit parti, et que je l’avois envoy´e avec un carrosse `a 6 chevaus `a Nienburg et auroit voulu le ravoir pour guerir les dames des vapeurs mais il estoit trop tart, le Dr ne montra pas beaucoup d’affection pour le Roy Guillaume et me dit qu’on ne l’aimoit plus en Angleterre. Je suis surprise des discours du Secretaire du Duc Christian, car je ne crois pas qu’il soit de sa confidence, pour un qui est judisieux, comme l’est mon fils, je m’ettonne qu’il ce laisse seduire par ceux qui luy donne[nt] du poison au lieu de confitures, cela me chagrine beaucoup, comme aussi qu’on ne veut rien faire du tout pour apaiser le Duc Maximilian car cela les mettroit tous deux `a la raison, Mr Hakeman m’a envoi´e un tres joly livre, touchant la tollerence dont je luy suis oblig´ee[;] je suis bien aise qu’il sera bien establi[.] je mettois aussi adresse `a la source cet `a dire `a Mr Bernsdorf `a parler pour luy[.] je suis bien aise d’avoir reussi.

2 Vers: vgl. N. 35. 4 cour de St Germin: der Hofstaat des abgesetzten und ins franz¨ osische Exil geflohenen englischen K¨ onigs Jakob II. in Saint-Germain. 5 Hortance: B. O. Mauro. 6 article: Besprechung von A. Galland, De l’origine et du progrez du caf´ e. Sur un manuscrit arabe de la Biblioth` eque du roy, 1699, in: J o u r n a l des S¸cavans vom 27. Juli 1699, S. 555–562 der Amsterdamer Ausgabe. 7 Medesein: nicht identifiziert. 11 fils: Georg Ludwig. 16 Secretaire: nicht identifiziert. 16–20 Christian . . . Maximilian: Zur Anfechtung des v¨ aterlichen Testaments durch die beiden S¨ ohne Sophies vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 87–124. 21 livre: nicht identifiziert. 22 bien establi: vgl. N. 35. Hackmann wurde erst 1705 Professor in Helmstedt.

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37. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Braunschweig, 2. (12.) August 1699. [29. 38.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 49–50. 1 Bog. 4o. 2 1/2 S. Links oben auf o Bl. 49 r von Leibniz’ Hand: resp.‘‘. ”

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Habe gestern von Zelle brieffe aus Engeland erhalten, welche anitzo miteingeschlossen u ¨berschicket h¨ atte, wenn ich nicht besorgete, Ewer Excellentz w¨ urden sich heute morgen auf die Reiße nach Wolffenb¨ uttel begeben. Ewre Excellentz werde alßdann ausf¨ uhrlich sprechen k¨onnen, absonderlich wenn Sie Ihrer gethanen Zusage nach, dieße Messe bey meiner Mutter, welche auf den B o l w e g e nahe b e y d e n T e m p e l h o f f wohnet, logiren werden. Stube und Bette habe deswegen schon bereiten lassen, und wenn Ew. Excellentz nicht zu hoffe speißen, w¨ urden Sie auch bey Uns eine K¨ uchin finden, die nach ihren goust etwas zurichten kan. Vor Ihre pferde habe auch schon gesorget, f¨ ur welche man sonst in der Messe k¨ ummerlich futter gemeiniglich anschaffet. Ich verbleibe mit schuldigsten respect h...i Braunschweig d. 2 August 99. Solten Ihre Excellentz dießen brieff noch zu Hannover antreffen, bitte gehorsamst dieße folgende 2 b¨ ucher mit u ¨berzubringen, 1) Wotton of Modern and Ancient learning. 2) Lock of Government against Filmer.

Zu N. 37: K wird beantwortet durch N. 38. 5 brieffe aus Engeland: nicht identifiziert. 6 f. heute . . . Wolffenb¨ uttel: Zum Zeitpunkt von Leibniz’ Reise nach Wolfenb¨ uttel vgl. N. 41 Erl. 9 f. Mutter . . . wohnet: in Braunschweig. 18 Wotton . . . learning: W. Wotton, Reflections upon ancient and modern learning, 1694, 2. erw. Aufl. 1697. 19 Lock . . . Filmer: J. Locke, Two treatises of Government, 1698 (1. Aufl. 1690). Gemeint ist der erste Teil: In the Former, The False Principles and Foundation of Sir Robert Filmer and his Followers, are detected and overthrown. Beide Werke hatte Leibniz im Februar 1699 von Hackmann aus England erbeten (vgl. I, 16 N. 68).

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38. LEIBNIZ AN FRIEDRICH AUGUST HACKMANN Hannover, 4. (14.) August 1699. [37. 46.] ¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Privatbesitz (bis 1931 Wernigerode F¨ urstliche Bibliothek Zm 20 N. 5; seitdem Verbleib unbekannt). 1 Bog. 8o. 2 S. (Unsere Druckvorlage war eine teilweise unleserliche Photographie.) — Gedr.: Ritter, Briefe an Hackmann, 1915, S. 728.

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WohlEdler etc. insonders geehrter H. Wegen des gethan erbietens bedancke mich dienstl., doch weiß nicht ob ich deßen werde genießen konnen, und mich in Braunschweig aufhalten. Dafern sie also Dero Zimmer sonst brauchen, wollen sie es meinet wegen nicht unterlaßen. Die 100 thlr, so von hier aus M. h. H. verwilliget worden, h¨ atten [ausgezahlet] werden [sollen, und w¨ urde ich sie mit] gebracht haben, [wenn sich nicht] befunden, daß Churf. [Durchlt die ordre] deswegen (so zwar schohn ausgefertiget) noch nicht unterschrieben. Ich vermeine zu anfang kunfftiger woche in Wolfenbutel zu seyn, und verbleibe Meines insonders geehrten H. dienstwilligster Diener

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Gottfried Wilhelm Leibniz.

Hanover 4 Augusti 1699

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¨ 39. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE Hannover, 5. (15.) August 1699. [36. 51.] ¨ Uberlieferung: L l A

Abfertigung: Hannover, Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 18–19. 1 Bog. 4o. 4 S. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 140–143. Abschrift von L: Ebd. Bl. 208–209. 1 Bog. 4o. 4 S. von Schreiberhand. Mit Vermerk von Leibniz’ Hand oben auf Bl. 209 ro: A Madame l’Electrice Linsbourg‘‘. ” Teilabschrift: London British Library Special Collection King 140 Bl. 56–57 (= S. 53 Z. 13 – Schluß unseres Textes).

Zu N. 38: L antwortet auf N. 37. 10 f. 100 thlr . . . sollen: Das Geld wurde am 27. August 1699 ausgezahlt, vgl. N. 46. 13 zu . . . woche: vgl. N. 41 Erl. Zu N. 39: L antwortet auf N. 36 und wird zusammen mit N. 51 und einem weiteren nicht gefundenen Leibnizbrief beantwortet durch N. 55. Eine Kopie des vorliegenden Briefes ging an Kurf¨ urstin Sophie Charlotte (erw¨ ahnt in N. 270).

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Madame

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L’Histoire du vieux officier qui apres sa mort regala d’un souflet celuy qu’il avoit invit´e `a diner est aussi plaisante pour nous, que consolante pour la Cour de S. Germain, et pour Mad. Belmont, qui y trouvera seulement `a redire que les Quakers se sauvent aussi bien que les bons catholiques. Cependant j’ay peur que ce deluge de sang dont le conte menace l’Angleterre, ne reveille un peu trop l’id´ee des cruaut´es qu’on avoit excerc´ees contre le parti de Monmouth; ce qui n’est pas avantageux aux Jacobites. V. A. E. voit maintenant un jeune prince, qui augmentera un jour le nombre des Saints de la Maison de Lorraine, de la maniere qu’on en parle. Car on dit qu’il est extremement regulier, et que lors qu’il s’agira un jour de le canoniser, on ne luy fera pas mˆeme l’objection qu’on fit dans le proc´es de S. Fran¸cois de Sales, s¸cavoir d’avoir dans´e. Car on dit que ce jeune Evˆeque, plus exact encor que le vieux Evˆeque de Geneve, evite les bals comme un crime. Son Metropolitain l’Archeveque de Cologne n’est pas du mˆeme sentiment, et Mons. d’Obdam ne le seroit pas non plus, quand il devroit devenir Pape. Le bruit court que la Cour de Vienne fait la cour `a l’Eveque de Munster pour le porter `a faire elire celuy d’Osnabruc, son coadjuteur. Si cela reussit, les gentilshommes seront d´ebusqu´es peu ` a peu des Evesch´es. La visite de Monsgr l’Eveque d’Osnabruc donnera occasion `a V. A. E. de donner `a Madame, nouvelles de Lorraine pour nouvelles de Lorraine. Je tiens que ce qu’on avoit 2 Histoire: Leibniz bezieht sich auf eine fiktive Erz¨ ahlung u ¨ber einen inhaftierten englischen Offizier, der unter Cromwell gedient hatte, im Traum aus dem Jenseits u. a. die R¨ uckkehr Jakobs II. auf den englischen Thron nach blutigen K¨ ampfen vorhersagte und auf den Vorwurf hin, er sei ein Qu¨ aker gewesen, einen Mitgefangenen ohrfeigte. Diese avanture estrange ariv´ ee depuis fort peu en Engleterre‘‘ ” (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Hann. 91 Kurf. Sophie Nr. 1 IX, 2 Bl. 439–441) war von Elisabeth Charlotte von Orl´ eans aufgeschrieben, als Beilage zu ihrem Brief vom 2. August 1699 (Ebd. Bl. 436–438) an Kurf¨ urstin Sophie geschickt und von dieser in Kopie (nicht gefunden) mit N. 36 an Leibniz gesandt worden. 3 Cour de S. Germain: der exilierte Hofstaat Jakobs II. 4 Belmont: Lady Francisca Bellamont, die als Gesellschafterin Sophies am hannoverschen Hof lebte und als Jakobitin galt; vgl. zu ihr Schnath, Geschichte, 4, 1982, S. 56 f. 7 Monmouth: James Scott, Herzog von Monmouth, unehelicher Sohn Karls II. und Kronpr¨ atendent, 1685 unter Jakob II. hingerichtet. 8 prince: Karl Joseph von Lothringen, der neugew¨ ahlte Bischof von Osnabr¨ uck, der sich vom 2. (12.) bis 9. (19.) August in Linsburg aufhielt. Vgl. Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 103 IV Nr. 321, S. 191 f. 13 Archeveque: Josef Clemens von Bayern. 14 Obdam: J. van Wassenaer, heer van Obdam. 15 Eveque: Friedrich Christian von Plettenberg-Lenhausen. 19 Madame: Elisabeth Charlotte von Orl´ eans. 19 nouvelles . . . Lorraine: Anspielung auf die Tatsache, daß sowohl der neue Osnabr¨ ucker Bischof Karl Joseph wie der Schwiegersohn Elisabeth Charlottes, Leopold Joseph, aus dem Hause Lothringen stammten und Elisabeth Charlottes Tochter sich zu dieser Zeit in Lothringen aufhielt, wo sie am 26. August einen Sohn zur Welt brachte.

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debit´e, que Mad. la duchesse de Lorraine vouloit accoucher `a Bar `a fin que l’enfant fut n´e en France, est un conte. Si elle y est all´e[e], c’est peutestre pour estre plus pr´es de Madame. Il est vray que le Barrois passe pour un fief de la France, quoyque l’Empire n’en demeure pas d’accord, et peut estre le duc de Lorraine luy meme; le Parlement de Paris s’estant formalis´e de ce que les officiers de justice du Barrois, parlant du Roy de France l’appelloient Roy Tres Chrestien, au lieu de l’appeller Roy tout court. On pourra faire un recueil de tout ce que M. Hortense a dit ou ´ecrit contre la mule de M. le Comte de Plate, ennemie declar´ee des jambes des gens, car elle a frapp´e d’autres encor justement au mˆeme endroit: et il a fait un registre de tous les maux qu’elle a fait, o` u il y a de quoy la faire condamner au bannissement et `a porter des fardeaux dans quelque pays de montagnes. Cependant son mal passera bientost et ne l’empechera pas d’´ecrire des lettres aussi difficiles ` a lire, que plaisantes `a les entendre. Il semble que Madame la Duchesse de Modene aime les alternatives, et qu’elle veut faire ce que nous appellons en Allemand eine bundte reihe. Elle avoit commenc´e par le plus beau sexe. Je voudrois que la Reine sa soeur, pour varier un peu, fit le contraire. Mais je crois que ce qui est fait, est fait, et qu’il ne sert de rien de faire des voeux pour une chose faite. Il est vray qu’on peut dire en quelque fa¸con le mˆeme de toutes les choses futures, s¸cavoir qu’elles sont d´eja con¸cu ˆes avant que d’arriver, comme un enfant est form´e avant que de naistre. Car, pour monter un peu sur mes grands chevaux de Metaphysique, toute action et tout evenement ´etend sa liaison `a l’infini, tant `a l’egard des lieux, qu’`a l’egard des temps; ainsi comme l’absent est li´e avec le present, de mˆeme l’avenir est li´e avec le pass´e; de sorte qu’on peut dire que le temps present est gros de toutes les choses futures dont le monde accouchera avec le temps. Les voeux et les prieres sans doute ne changent rien de ce qui est resolu, mais elles servent en ce qu’elles marquent la bonne volont´e de ceux qui prient, et il a est´e resolu de tout temps que la bonne volont´e seroit utile, quoyque ce ne soit pas tousjours justement `a ce que nous voulons. Nostre ignorance fait cependant que nous concevons l’avenir comme une chose encor `a regler, et c’est ce qui echauffe nos passions, au lieu que nous serions plus tranquilles si nous considerions assez l’enchainement des choses. Quoyqu’il en soit, je tiens qu’encor les id´ees trompeuses du vulgaire ont leur utilit´e, comme les passions, et que la nature ne les a pas donn´ees

4 f. Parlement . . . formalis´ e: mit seinem Edikt vom 27. Juni 1699; vgl. T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 656 b. 7 Hortense: B. O. Mauro. 13 Duchesse: Charlotte Felicitas, die 1697 ihre Tochter Benedicte, 1698 den Sohn Franz und am 28. Juli 1699 ihre Tochter Amalie geboren hatte. 15 Reine: Wilhelmine Amalie, Gemahlin des R¨ omischen K¨ onigs Joseph.

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pour rien. Et comme il est bon que nos yeux ne soyent point trop per¸cans, autrement nous verrions que tout est plein de vers, de grenouilles, d’araign´ees et d’autres animaux: il est bon de mˆeme que nostre raison ne soit pas tousjours attentive aux grandes verit´es, et qu’elle se laisse tromper agreablement quelques fois, `a peu pres comme M. Molanus a coustume de lire tantost son Breviaire de l’ordre des Cisteaux, tantost quelque Roman; ou pour nommer un plus grand exemple, comme Madame l’Electrice de Brandebourg s’entretient tantost avec M. Stepney sur les erreurs populaires, et regarde le vulgaire de haut en bas, et quittant tantost ces hautes reflexions, se met `a entendre chanter la Gutjahr, dont on dit qu’Elle n’est pas mal satisfaite. En quoy cette grande princesse suit l’exemple de celle dont Elle a re¸cu le jour. Car j’ay vˆ u V. A. E. entretenir aussi aisement les plus grands princes et les plus serieux Ministres d’Estat, que les dames de campagne, avec lesquelles elle ne pouvoit parler que de leur famille. Cette lettre moiti´e badine et moiti´e serieuse sera une image de cette vari´et´e d’entretiens. C’est que n’ayant rien `a dire qui merite d’estre ecrit, j’ay cherch´e de plaire au moins par la variet´e, estant avec devotion Madame

de V. A. E.

le tres sousmis et tres obeissant Serviteur

Leibniz.

Hanover 5 Aoust 1699

40. GIUSEPPE CARLO CONTE GALLI AN LEIBNIZ Linsburg, 7. (17.) August 1699. [81.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 868 Bl. 1–2. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Oben links von Leibniz’ Hand (gestrichen) Sitonis‘‘. ”

9 Gutjahr: Sophie Gutjahr war (Opern-)S¨ angerin am Hofe Sophie Charlottes. Vgl. C. Sachs, Musik und Oper am Kurbrandenburgischen Hofe, Berlin 1910, S. 84, 99. Zu N. 40: K ist der erste erhaltene Brief der Korrespondenz mit G. C. Conte Galli, dem Kammerherrn der Kurf¨ urstin Sophie, und kn¨ upft wahrscheinlich an eine pers¨ onliche Unterredung an. Er steht im Zusammenhang von Leibniz’ Bem¨ uhungen — die in den Briefwechseln mit Sitonis und Reffuge deutli¨ und Arnulphus zu bekommen, deren cher werden —, Texte der Mail¨ ander Chronisten Landulph d. Alt. Handschriften sich unter anderem in der Mail¨ ander Biblioteca Ambrosiana befanden. Von ihnen erhoffte er sich Zeugnisse f¨ ur die Fr¨ uhzeit der Markgrafen von Este. Erste Hinweise hatte er bereits 1697 von Reffuge bekommen (I, 13 N. 377). Vgl. Zey, Liber gestorum recentium, 1993, bes. S. 34 f. Vgl. auch I, 16 N. 402.

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Linsbourgh ce 7me d’Aoust 1699.

Monsieur,

Vous ne pouviez pas tomber en meilleures mains pour estre assist´e en ce que vous souhaittez. Mon frere qui est le Conservateur de la Bibliotequ’Ambrosiane se fairß un tres grand plaisir d’employer ses soins pour le Service de la Serme Maison, et le nostr’aussi en mesme tems sans pour tant que cela tire `a aucune consequence. Je lui en escrirai Vendredy prochain, et vous pouvez hardiment vous promettre de Lui tout ce qui serß dans son pouvoir, et de moi aussi en toutes les occasions qui se pourront pr´esenter pour vostre service ` afin de vous marquer la passion, avec laquelle je suis Monsieur

Vostre tres humbe et tres obeysst Serviteur

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Galli

P. S. S. A. E. Madame a est´e incomod´e, il y a deux Jours, d’une fievre Caus´e par une Rosipere ` a la teste, mais ` apresent par la grace de Dieu elle se porte mieux, et nous esperons que Dimain elle pourrß sortir de son lit, Dieu la conserve longues annees encore.

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A Monsieur Monsieur Leibniz Conseiller priv´e pour la Regence de S. A. E. `a Hannover

41. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ [Hannover, 21. (?) August 1699]. [1. 42.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 9. 4o. 2 S.

Ex quo a nobis Guelferbytum profectus es, nihil apud nos rerum novarum gestum est, praeterquam quod Locumtenens iste, qui hospitem suum interfecit, hac ipsa hora capite plectitur in vallo nostrae civitatis. Domino Wagnero heri missa est Helmstadio prima

3 frere: Giovanni Antonio de Galli, vgl. N. 368. 6 Vendredy prochain: 19. August 1699 n. St. Zu N. 41: K ist der erste von vier aufeinanderfolgenden (von insgesamt acht) Briefen, die Eckhart an Leibniz w¨ ahrend dessen Aufenthalt in Wolfenb¨ uttel und Braunschweig (sp¨ atestens 21. August bis 9. September 1699; vgl. N. 58) schickte. Sie werden beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief von Ende August 1699 (vgl. N. 49). Die Datierung unseres Briefes nach dem 18. und vor den 22., wahrscheinlich auf den 21. August ergibt sich aus N. 42 und N. 248. Beilage war das in S. 56 Z. 8 genannte Schreiben G. Freytags an Eckhart (LBr. 287 Bl. 3), in dem es um Terminprobleme beim Druck von Leibniz’ Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700, geht, die von G. Freytag verlegt und von S. Ammon gedruckt wurde. 18 Locumtenens . . . interfecit: nicht ermittelt. 19 Wagnero: R. Chr. Wagner.

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plagula Tractatus d e E c c l e s i a S u b t e r r a n e a , autore M. Ern. Sal. Cypriano. Dedicatus ille est Illustri Bernstorfio, et mihi elegantia Styli admodum placet: non dubito etiam quin reliqua stylo respondeant, quae nondum vidi. Adamus operi suo diligenter insudat, et eo momento, quo discesseras, petiit ex me, ut concederem, quo machinam secum in domum suam sumeret, sed ego, quantum potui, ei restiti: qua de causa ille proposito suo destitit, et non amplius ea de re mihi molestiam facessit. Bibliopola nondum certi quid, quod sciam, constituit, et ipse videre poteris ex schedula Freitagii quam ad me Brunsvigam discedens scripsit. Ego iterum iterumque peto, ut meam accendas industriam quaerendo mihi quaedam ad historiam, quorum opus est. Citatur saepe Lupoldus de Babenberg, qui de Zelo principum veterum in religione scripsit, et ex locis citatis perspexi illum Witichindum aliosque veteres autores exscripsisse. Vossius eum editum esse primo ex Spirensi Bibliotheca an. 1497. a Jacobo Berchmanno de Olpe Basileae, deinde insertum an. 1566 a Schardio operi de potestate Imperiali et Ecclesiastica dicit. Si putas eum mihi utilem esse posse, fac quaeso, ut nanciscar. Ante omnia vero diplomatum, quorum meministi, quae inter quaedam Quedlinburgensia sunt, non obliviscaris; et, quod ultimum expeto, perge favere h...i

1 Tractatus: E. S. Cyprian, De ecclesia subterranea liber , 1699. 4 Adamus: A. Scherp, seit 1697 f¨ ur Leibniz t¨ atig, vgl. auch I, 14 N. 29, N. 33. 5 machinam: vermutlich die Rechenmaschine, vgl. N. 82. 7 Bibliopola: G. Freytag. 10 Citatur: nicht ermittelt. 10 f. Lupoldus . . . scripsit: Gemeint ist Lupold von Bebenburg und seine 1342 vollendete Schrift Liber de zelo catholicae fidei veterum principum Germanorum. 11 f. Witichindum . . . exscripsisse: Zu den Quellen Lupolds von Bebenburg vgl. H. Meyer, Lupold von Bebenburg. Studien zu seinen Schriften. Ein Beitrag zur Geschichte der staatsrechtlichen und kirchenpolitischen Ideen und der Publizistik im 14. Jahrhundert, in: Studien und Darstellungen aus dem Gebiete der Geschichte 7, 1910, S. 1–240, hier S. 222 f. Widukinds Res gestae Saxonicae sind hier nicht genannt. Wahrscheinlich bezieht Eckhart sich auf Widukind-Zitate, die u ¨ber den Annalista Saxo in den Liber kamen, z. B. Widukind I, 38 = Annalista Saxo a. 933 = Liber c. 12; Widukind II, 42 = Annalista Saxo a. 947 = Liber c. 13. 12 Vossius: G. J. Vossius, De historicis latinis libri III , 1627, 2. Aufl. 1651, S. 460. 12 f. editum . . . Basileae: Editio princeps: [Jacob Wimpfeling (Hrsg.)], Germanorum veterum principum zelus et fervor in christianam religionem deique ministros, 1497. 13 f. insertum . . . Ecclesiastica: Simon Schardius, De jurisdictione, auctoritate et praeeminentia imperiali, ac potestate ecclesiastica, 1566, S. 410–465. 15 f. diplomatum . . . sunt: vermutlich die ottonischen K¨ onigs- und Kaiserurkunden f¨ ur St. Servatius in Quedlinburg, mit denen Leibniz ¨deke, Das Interesse an den ottonischen und Eckhart sich gleichermaßen besch¨ aftigt haben. Vgl. N. Ga Urkunden f¨ ur Quedlinburg im Hannover der Leibniz-Zeit, in: Bene vivere in communitate. Festschrift f¨ ur Hagen Keller, M¨ unster/New York/M¨ unchen/Bern 1997, S. 279–295.

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42. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, [12. (22.)] August 1699. [41. 45.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 6. 4o. 1 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen. Siegel. Textverlust in Datumszeile und Schlußkurialien durch Siegelausriß.

Raptim Hannoverae dh. 1i2 Augusti 1699. Cum Dominus Wagnerus hoc ipso momento se Brunsvigiam proficisci velle mihi nunciaverit, non potui, licet me materia scribendi deficiat, eum sine observantiae erga Te meae testibus Literis dimittere. Dum vero in eo sum, ut scribam, Adamus Tuus me rogat, ut ejus nomine a Te ipsi expetam aliquid pecuniae, a mercede ejus menstrua deinde subducendae. Quoniam, ut ait, vix ac ne vix quidem uno thalero singularum hebdomadum expensis par esse possit. Tu, Excellentissime Domine, me certiorem reddas, oro, quid mihi in hac re faciendum. Licet enim pecunia, quam reliquisti mihi, vix sufficiat, videbo tamen, quomodo possim ei subvenire, si modo te sic volente id fiat. Postremo duo sunt, quae et ego ex Te peto, primum ut subitaneae huic scriptioni ignoscas, deinde ut perceptam semel benevolentiam continues h...i

43. LUDOLF HUGO AN LEIBNIZ Hannover, 12. (22.) August 1699. [44.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 429 Bl. 63–64. 1 Bog. 4o. 1 S. Aufschrift von Schreiberhand. Postverm.

Zu N. 42: vgl. N. 41 Erl. Das Tagesdatum ergibt sich aus der Bemerkung u ¨ber R. Chr. Wagners bevorstehende Reise nach Braunschweig (vgl. N. 45 u. N. 252). 8 Adamus: A. Scherp. Zu N. 43: Der letzte voraufgegangene Brief der Korrespondenz ist I, 15 N. 84. Aus Leibniz’ Bemerkung zu N. 178 l¨ aßt sich m¨ oglicherweise ein weiterer Brief, wohl von Ende Juni 1699, an Hugo erschließen.

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¨neburg i. haus braunschweig-lu Monsieur

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Hannover ce 12 d’Aoust 1699.

Il n’est pas besoing, que vous preniez la peine de chercher dans Munsterus ce passage, que j’ay marqu´e. Je l’ay trouv´e par hazard dans mon edition mesme. je suis Monsieur 5

Votre tres humble tres obeissant serviteur

Hugo.

A Monsieur Monsieur Leibenitz, Conseiller d’Estat et de Justice de S. A. Electorale de Brunsvic Luneburg ` a Braunschweig

44. LEIBNIZ AN LUDOLF HUGO [Braunschweig (?), 25. (?) August 1699]. [43. 84.]

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¨ Uberlieferung: L verworfene Abfertigung: LBr. 349 Bl. 134–135. 1 Bog. 4o. 3 S. Mit Korrekturen und Erg¨ anzungen. Auf Bl. 135 ro unten gestrichen: vertatur‘‘. Auf Bl. 135 vo oben ” gestrichen: P. S. ich h—i soeben d. Locum‘‘. ”

Mon Patron

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in dem H. Hackeman einen tour nach Hanover thut, nehme ich die freyheit ihm dießes mit zu geben; und weilen er mir von dem so er in England gethan, und noch alda zu thun w¨are, umbst¨ andtliche Nachricht mit getheilet, habe Meinem HochzuEhrenden

2 f. ce . . . marqu´ e: Vgl. Leibniz’ Exzerpt zur anhaltinischen Geschichte aus der deutschen Ausgabe ¨nster, Cosmographiae universalis lib. VI , 1550 (Cosmographey, 1628, lib. V, cap. 316) in von S. Mu Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Celle Br. 104 b Nr. 111 Vol. III (dort auch anderes zur Wiederaufnahme des sachsen-lauenburgischen Erbfolgestreits 1699). 6 Braunschweig: Leibniz hielt sich zur Zeit der Laurentiusmesse in Braunschweig und Wolfenb¨ uttel auf, vgl. N. 41 Erl. Zu N. 44: Die nicht gefundene Abfertigung steht in Zusammenhang mit der Vorbereitung einer ¨ erneuten Reise F. A. Hackmanns zur Materialsammlung f¨ ur die Historia domus. Zu den Anderungen am hier vorgetragenen Plan und Reiseziel vgl. z. B. N. 58, N. 59 u. N. 60. Der Brief wurde von Hackmann pers¨ onlich u ¨bergeben; er wird in N. 46 erw¨ ahnt. Daraus ergibt sich eine Datierung zwischen 21. und 27. August, wobei wir, in der Annahme, daß die Hackmann f¨ ur seinen Hannover-Aufenthalt zur Verf¨ ugung stehende Zeit begrenzt war (vgl. N. 46), das vorliegende St¨ uck m¨ oglichst sp¨ at ansetzen. 13 H. Hackeman . . . thut: Hackmann hatte Leibniz w¨ ahrend dessen Aufenthalt wohl noch in Braunschweig aufgesucht; vgl. N. 46 Erl.

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Herrn ViceCanzler folgendes davon hiemit u ¨berschreiben und wie weit in der sach noch etwas thunlich seyn mochte hochvernunfftig zu uberlegen anheim geben wollen. Er erzehlet, daß nicht allein viel Brunsvicensia sondern auch andere uns dienliche Germanica annoch vorhanden. Und habe ich sonderlich reflectiret auff die Acta Richardi electi Regis Romanorum weilen solche just in die Zeiten fallen, da das Collegium Electorum eine gewiße Consistenz zubekommen angefangen, zweifle auch nicht, daß Brunsvicensia einiger maßen damit impliciret in dem bekandt, daß Albertus dux damahls den Erzbischof zu Maynz gefangen bekommen, und solcher mit Englischen Gelde gel¨oset worden. So solte auch meines ermeßens nicht schaden k¨ onnen, daß man ex recentissimis die t Copeyen von denen zu unser Churf¨ urstin Durchl Frau Mutter der K¨onigin in Bohmen Heyrath geh¨ origen Actis zu haben suche, welche er auch zu schaffen vermeinet. Alleine er h¨ alt daf¨ ur, daß nicht allein durch briefe dieß fals wenig auszurichten, weilen alles m¨ undtlich mit beßer manier und mehrerm nachdruck bey denen sonst ohne dem etwas unbeh¨ ulflichen Engl¨ andern geschehen kan; sondern auch niemand gern die m¨ uhe des aufsuchens u ¨bernimt; auch u ¨berdieß die copeyen so correct nicht fallen, und dennoch viel kosten w¨ urden. Daher seine gedancken sind, es w¨ urde nicht soviel zu stehn kommen, wenn man ihn noch eine reise hinein thun ließe (da es doch mit der profession noch nicht an dem) weilen er nunmehr in einen halben jahr, wegen habender sprach und kundschafft mehr ausrichten kan, als sonst in zweyen, auch (welches wohl zu consideriren) der auf ihn gerichtete K¨ onigliche warrant noch gilt, und soviel m¨ uglich in re recenti zu gebrauchen, denn er nicht ohne m¨ uhe erhalten worden. Es mochte sich in der that meines ermeßens,

1 f. weit (1 ) darauff zu reflectieren, (2 ) in . . . uberlegen L

21–60,2 auch . . . werden erg. L

3 f. erzehlet . . . vorhanden: vgl. dagegen Hackmanns Darstellung in I, 16 N. 74. 4 f. Acta . . . Romanorum: vgl. Index of the manuscripts in the British Library, Bd 4, Cambridge 1984, S. 408, s. v. Germany, Emperors of: Richard, Earl of Cornwall, King of the Romans. 7 Albertus dux: Albrecht I., Herzog von Braunschweig u. L¨ uneburg. 7–9 Albertus . . . worden: vgl. Regesta Imperii V. 1, bearb. v. J. F. B¨ ohmer u. J. Ficker, Innsbruck 1881–1882, S. 992, Nr. 5289a. 8 Maynz: Gerhard Erzbischof von Mainz. 11 f. von . . . Actis: vgl. Index of manuscripts in the British Library, Bd 8, Cambridge 1985, S. 324 f., s. v. Rhine, Elector Palatine of the: Frederich V, King of Bohemia, u. ebd. S. 325, s. v. Elizabeth, daughter of James I., afterwards Queen of Bohemia. 11 Churf¨ urstin: Sophie. 19 profession: Hackmann war im Gespr¨ ach f¨ ur eine Professur in Helmstedt, vgl. N. 17, N. 18 u. N. 35.

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solche gelegenheit Braunschw. so wohl als andere ReichsActa aus den Englischen Archivis zu erhalten nicht leicht wieder finden und dermahleins der neglectus regrettiert werden. Er k¨ondte mit dem H. Baron von Sch¨ uz ohne kosten die Reise hinein thun, und selbigen wie er schohn bereits gethan, an statt eines Secretarii anhand gehen; und weilen doch zu Zeiten dem H. Baron ein Secretarius gehalten worden, so st¨ unde dahin, ob man sich nicht gndst resolviren m¨ ochte, solches abermahls, zumahl da diese consideration dazu k¨ame zu thun. Er meinet es k¨ ondte die gndste Herrschafft ein gewisses und gar leidliches dazu deputiren, und die sach also faßen, daß dem Herrn von Sch¨ uz auch damit gedienet w¨ urde. Der Herr von Bernsdorff h¨ atte von dergleichen nicht gar abgeneigt zu seyn geschienen, aber an der Han¨ overischen concurrenz gezweifelt. Weilen ich mich aber erinnere das Mein Hochg. H. ViceCanzler die oberwehnte Puncte in consideration gezogen; so habe dieses alles dero Hochvern¨ unfftigen u ¨berlegen anheim stellen sollen; der ich verbleibe E. Excellenz

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dienstschuldigster

Gottfried Wilhelm Leibniz.

45. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 15. (25.) August 1699. [42. 47.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 7–8. 1 Bog. 8o. 2 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

Hannoverae d. 15 Augusti 1699. 20

Mitto literas ad Te et Wagnerum scriptas. Iis quas numero 3. signavi adjunctus erat fasciculus, quem apud me, donec redeas, retinui. Nuper Dominus Koch quasdam Schedulas mecum communes fecit, quas cum Te nondum forte vidisse putavi, a Bitend¨ ufelio describendas curavi et literis inclusi. Adamus operi suo strenue insudat, et per totum diem ne cibum quidem domi capit, ut nesciam fere quae nova industria hominem incesse3 f. selbigen . . . gehen: Hackmann hatte seine erste Englandreise als Sekret¨ ar des cellischen Geheimen Rates und Gesandten in London H. J. Sinold gen. v. Sch¨ utz unternommen; vgl. dazu Reese, Die Rolle der Historie, 1967, S. 163. Zu N. 45: vgl. N. 41 Erl. Beilage waren Briefe an Leibniz und Rudolf Christian Wagner (nicht gefunden) sowie die in Z. 21 f. genannten, nicht identifizierten Bl¨ atter. 21 fasciculus: nicht identifiziert. 21 Koch: wohl O. C. Koch. 23 Adamus: A. Scherp.

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rit. Dicit autem se maxime eniti velle, quo te redeunte machina si non perfecta sit, saltem tamen, ad perfectionem eam tendere, videri possit. Quod me attinet, morbus meus non ita depulsus est, ut non adhuc sentiam ejus vires. Nausea enim me omnium fere ciborum incessit, quod si aliquot hebdomadas ita permaneam, nescio quorsum evadet. Sed magno mihi solatio erit, si concedes, ut gaudere possim etiam inposterum nomine h...i

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46. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Hannover, 17. (27.) August 1699. [38. 50.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 51–52. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

Eurer Excellentz habe in eile unterth¨anig berichten sollen, daß ich mit den Herrn Vice-Cantzler heute u ¨ber drey stunde zu reden die Ehre gehabt, welches ich Eurer Excellentz Recommendations-brieffen allein zu dancken habe. Der Herr Vice Cantzler ist gar geneigt, daß ich wieder in Engeland gehe, und wil es k¨ unfftigen Sonnabend in der Conferentz proponiren. Donum Electorale ist mir auch heute gezahlet worden, und dancke ebensfals Eurer Excellentz, daß Sie nach Ihrem hohen Verm¨ogen dahin mit cooperiren wollen, welche Ihre gn¨adige Vorsorge und ungemeine G¨ ute gegen Ihren unterth¨anigen diener zu erhalten inst¨andig bitte. Die Chur F¨ urstin sind heute mittag um 1 Uhr wiederkommen; weil aber der Zulauf von Damen und Herrn so groß war, die Sie zu empfangen die Ehre nahmen, habe ich mich heute nicht melden m¨ ogen. Ich hoffe morgen werde der hoff nicht so voll seyn, alßdann ich besser mit Ihrer Churf. Durchl. allein reden kan. 1 machina: vgl. N. 41. 2–4 Quod . . . evadet: Zu Eckharts Gesundheitszustand vgl. auch den Brief von R. Chr. Wagner an Leibniz vom 28. August (7. September) 1699 (LBr. 973 Bl. 28–29); Druck in Reihe III. Zu N. 46: K folgt auf eine m¨ undliche Unterredung zwischen Leibniz und Hackmann (vgl. N. 44). 11 Vice-Cantzler: L. Hugo. 12 Recommendations-brieffen: N. 44. 13 daß . . . gehe: Diesen Vorschlag hatte Leibniz L. Hugo brieflich unterbreitet (N. 44). 13 k¨ unfftigen Sonnabend: 19. (29.) August. 14 Conferentz: Hauskonferenz zwischen Celle und Hannover in Engensen (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 22 Nr. 547). 15 Donum Electorale: vgl. N. 38. 19 Chur F¨ urstin: Sophie. 19 wiederkommen: aus Linsburg.

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¨ Ubrigens werde ich mich alhie biß Sontags aufhalten, weil d. H. Vice-Cantzler es so verlanget. Denn da der Hertzog noch nicht in 8 Tagen reißete, d¨ urffte ich eben nicht eilen. Ich verbleibe h...i Hannover d. 17 Aug. 1699.

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47. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 18. (28.) August 1699. [45. 49.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 12–13. 1 Bog. 4o. 1 S. Siegel. Eigh. Aufschrift. Postverm.

Hannoverae 18. Aug. 1699. 10

An literas meas, quarum tres ad Te misi, acceperis, dubitavi. Nullum quippe, ut alias soles, responsum ad me dedisti. Qua de causa Te etiam atque etiam rogo, ut me certiorem reddas, an priores traditae, et an in posterum ad Te scribendum mihi sit; ne forsitan ego, quod Tibi displiceat, committam. Caeterum Serenissimus Elector heri sub vesperam Heringhusam rediit. Vale h...i

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P. S. Mitto Epistolam ad Te, aliam retinui, quia fasciculo alligata et sine laesione ejus non poterat transmitti, id quod Tibi forte disciplicuisset, praesertim cum nesciam quid fasciculo isto comprehendatur.

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A Monsieur Monsieur de Leibnitz, Conseiller intime de Justice de Son Alt. El. de Brunsvic ` a Wolffenbuttel. Abzugeben in des H. geheimbten Cammer Secretarii M¨ ullers behausung.

2 Hertzog: Georg Wilhelm von Celle. Zu N. 47: vgl. N. 41 Erl. Beilage war der in Z. 15 genannte, nicht identifizierte Brief. misi: N. 41, N. 42 u. N. 45. 20 Cammer Secretarii M¨ ullers: J. U. M¨ uller.

10 literas . . .

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48. LEIBNIZ AN LORENZ HERTEL [Wolfenb¨ uttel, 1. September 1699]. [31.]

¨ Uberlieferung: ¨ttel Herzog August Bibl. Leibniziana I Nr. 80, Bl. 183–184. L1 Abfertigung: Wolfenbu 1 Bog. 4o. 1 S. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr. (teilw.): Burckhard, Historia, 3, 1746, S. 351. L2 Auszug aus L1: LBr. 398 Bl. 44. ca. 10 x 12 cm. 1 S. Datiert 22 Aoust 1699‘‘. Entspricht ” L1 ohne Z. 17 f. u. Z. 4 unseres Textes. — Auf der R¨ uckseite Fragment einer Aufschrift.

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Monsieur Je vous envoye les papiers cyjoints. Ce sont des lettres que je viens de recevoir de M. Magliabecchi et du P. Papebroch. M. Magliabecchi a est´e oblig´e d’envoyer mes novissima Sinica au General des Jesuites, qui se serviront d’un passage de ma preface en leur faveur, o` u je les excuse de l’imputation comme s’ils permettoient l’idolatrie aux nouveaux chrestiens; et on dit que ce proces a est´e maintenant renouvell´e `a Rome. M. Fabretti s’est aussi servi de mon t´emoignage. Mais j’ay peur que l’un et l’autre ne sera pas de grand poids aupres des opposans. Je vous communique aussi la lettre que j’ecris `a Mons. de Schulenbourg `a Turin, vous suppliant de me faire s¸cavoir en la renvoyant, comment on la luy peut envoyer. Enfin je vous supplie de me communiquer encor une fois pour quelques jours l’itineraire de l’oncle de vostre jeune prince, et je suis avec zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz

Zu N. 48: Das Datum entnehmen wir L2. L1 hatte als Beilage N. 262 von D. Papebroch und N. 239 von A. Magliabechi sowie L2 von N. 268. Die Korrespondenz wird fortgesetzt mit einem Leibnizbrief vom 2. (12.) Februar 1700 (Druck in I, 18). 12 General: T. Gonzßles de Santalla. 12 passage de ma preface: Leibniz, Novissima Sinica, 2. Aufl. 1699, Bog. 1, Bl. 7 vo – Bog. 2 Bl. 2 ro. 14 proces: der chinesische Ritenstreit; vgl. N. 281. 15 Fabretti . . . t´ emoignage: vgl. N. 239. 17 lettre: N. 268. 19 f. itineraire: vgl. Schleswig-Holstein-Norburg, Herzog Rudolph Friedrich, SV. (Ms; Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXI 1295; mit Marginalien von Leibniz’ Hand.) 20 oncle: Herzog Rudolf Friedrich von Schleswig-Holstein-Norburg, Bruder von Elisabeth Juliane, Gemahlin Herzog Anton Ulrichs von Braunschweig-Wolfenb¨ uttel. 20 prince: August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenb¨ uttel.

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PS. Le P. confesseur de Munster paroissoit quasi fach´e que j’avois fait mention de sa communication dans ma preface. Il ne prevoyoit pas sans doutes qu’on en seroit un jour bien aise ` a Rome. P. S. Que fait on ` a Salzdalem, je ne suis gueres sorti depuis mon retour de Bronsvic[?]

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49. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 22. August (1. September) 1699. [47. 54.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 15–16. 1 Bog. 8o. 3 S.

Hannoverae 22. Augusti 1699

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Quo magis expectatae, eo magis gratae Tuae mihi literae fuerunt, ex quibus benevolentiam erga me Tuam maximo cum gaudio perspexi. Atque utinam observantia mea par illi esse possem! Nihil certe magis in votis haberem. Cum valetudine mea in gratiam, ut puto, redii, si valere est, a morbo non excruciari. Nihilominus tamen Deo, quod precibus meis quodammodo locum dedit, et Tibi, quod tantam mei curam gessisti, gratias; quas possum maximas ago. Clarissimus Boehmerus humanissimas1 ad me literas scripsit, in quibus mihi nuntiat Junckerum Epistolam de vita et obitu Carpzovii edidisse, atque indicat se ipsum quid de P r i n c i p e J u v e n t u t i s ex nummis commentari velle.

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hVon L e i b n i z ’ Hand zwischen den Zeileni: ut meo nomine rescribat

3 ` a Rome de ce que j’ay dit L2

1 P. confesseur: J. Clerff, der auf Empfehlung E. v. Cochenheims Leibniz das Manuskript J. Soares, Libertas Evangelium Christi annunciandi et propagandi (gedr. in Leibniz, Novissima Sinica, 1697 u. 1699, S. 1–149) geschickt hatte; vgl. I, 13 N. 404 und I, 14 N. 162. Zu N. 49: K antwortet auf ein nicht gefundenes Schreiben von Leibniz an Eckhart von Ende August 1699. 15 literas: nicht ermittelt. 16 Junckerum . . . edidisse: Chr. Juncker, De obitu Friderici Benedicti Carpzovii epistola, 1699. 16 f. indicat . . . velle: J. Chr. Boehmer, Programma, quo orationem de principum iuventutis recta educatione . . . ex promta memoria habendam incidit erschien erst 1711.

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Apud nos rerum novarum aut nihil gestum, aut nihil a me observatum est, praeterquam quod ab uno atque altero civium et inter hos ab hospite meo audivi jam instare tempus, quo Sereniss. Elector Senatum nostrae civitatis ob male administratam Spartam pristina dignitate privare et meliores eo munere ornare velit, mandatumque Ser. Electoris ea de re jam esse confectum: praeterea etiam Senatui injunctum iri, ut duo illa millia, et quod excedit, Vallensium, quae Secretarius Senatus Mederus dilapidavit, restituat. Quoniam monitus ne Medero fideret, tantam pecuniae Summam ei crediderit. Haec an vera sint brevi tempus docebit, ego, ut audivi, ad Te refero, et me tuo favori iterum iterumque commendo. h...i Dno Bitend¨ ufelio describenda dedi, quae mihi misisti.

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50. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Hannover, 22. August (1. September) 1699. [46. 53.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 53–54. 2 Bl. 4o. 3 S.

Eurer Excellentz brieff hat die Chur-F¨ urstin gn¨adigst angenommen, und nach Verleßung desselben mich gefraget, ob Sie nicht bald wieder zu hauß kommen w¨ urden, wonach Ihr sehr verlangete. Der Herr Vice-Cantzler Hugo hat neulich in der Conferentz die proposition wegen einer nochmahligen Reiße in Engeland gethan, und hat der H. von Bernstorff solche gleich approbiret. Der H. von Sch¨ utz hat gemeinet, man th¨ ate besser, daß man mir

2 hospite meo: wohl J. H. von L¨ ude(n). 3–7 Senatum . . . crediderit: Aufgrund des Abschlußberichtes einer von der Landesregierung eingesetzten Kommission von 1698 verlor die Stadt Hannover im Dezember 1699 mit der Absetzung des Rates und der Einsetzung einer vom Kurf¨ ursten abh¨ angigen Magistratsverwaltung ihre Selbst¨ andigkeit. Vgl. U. Florin, Der f¨ urstliche Absolutismus in seinen Auswirkungen auf Verfassung, Verwaltung und Wirtschaft der Stadt Hannover , in: Hannoversche Geschichtsbl¨ atter , N. F. 7, 1954, S. 195–342, hier S. 311–321. 10 quae . . . misisti: nicht ermittelt. Zu N. 50: K wird beantwortet durch N. 53. 14 brieff: nicht gefunden; vgl. N. 51 und N. 55. 15 ob . . . w¨ urden: Leibniz kehrte erst am 9. September nach Hannover zur¨ uck. 17 f. Vice-Cantzler . . . gethan: vgl. N. 46. Die Konferenz hatte am 29. August stattgefunden. 19–66,2 Der . . . k¨ onte: vgl. N. 44. Leibniz hatte urspr¨ unglich vorgeschlagen, man solle Hackmann aus Gr¨ unden der Kostenersparnis als Sekret¨ ar des cellischen Geheimen Rates und Gesandten in London L. J. Sinold gen. v. Sch¨ utz nach England reisen lassen.

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N. 51

f¨ ur meine gantze subsistentz ein gewisses gebe, alßdann ich nach meinen gefallen, und mit gr¨osster menage der Arbeit abwarten k¨ onte; welches auch nunmehr resolviret, daß ich von den H. von Sch¨ utz auf keine weiße dependiren, sondern bloß meine aufgetragen Archiv-Commission fleißig abrichten soll. Ich werde dießen Mittag die Ehre haben mit den H. Vice-Cantzler zu essen, alßdann ich vielleicht vollige Nachricht von meiner Englischen Reiße erfahren werde, welche ich dann Eurer Excellentz k¨ unfftigen Post-Tag u ¨berzuschreiben nicht werde verabseumen. Die b¨ ucher hat der H. von Sch¨ utz nicht mit nach Engeland nehmen wollen, weil er sich excusiret, daß da er u ¨ber Calais gehen w¨ urde, alle uberall keine bagage mit sich f¨ uhren k¨ onte. Ich verbleibe h...i Hannover, d. 22 Aug. 99.

¨ 51. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE Wolfenb¨ uttel, 24. August (3. September) 1699. [39. 55.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 214. 8o. 2 S. — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 144–145.

A Madame l’Electrice de Bronsvic Madame

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Wolfenbutel 24 Aoust 1699

V. A. E. aura receu une de mes lettres `a Linsbourg encor; et une autre que Monsieur Hakeman a eu l’honneur de luy presenter. Comme il y a apparence qu’il retournera en Angleterre, il pourra avoir celuy de recevoir les ordres de V. A. E.

3 f. meine . . . Archiv-Commission: vgl. N. 44. 5 dießen . . . essen: vgl. auch N. 54. 6 f. welche . . . verabseumen: Wahrscheinlich fand statt dessen eine Unterredung Hackmanns mit Leibniz in Hannover statt, jedoch erst nach dem 11. September, als Hackmann seine Reisepl¨ ane bereits ge¨ andert hatte und hierf¨ ur Leibniz’ erneute Unterst¨ utzung erbat, vgl. N. 53 Erl. u. N. 58. 8 b¨ ucher: vgl. auch N. 53 u. N. 58. Zu N. 51: Die nicht gefundene Abfertigung wird zusammen mit N. 39 und einem nicht gefundenen ¨ Brief an Sophie, dessen Uberreichung Hackmann in N. 50 meldet, beantwortet durch N. 55.

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J’ay receu une lettre d’Italie qui me dit M. le prince de Vaudemont a est´e tres satisfait de l’experience de certains sacs pour la poudre `a canon, qui la preserveroient dans les magasins, en sorte que la foudre ou le feu y mis par accident ou par trahison, n’allumeroit que ce sac seulement qu’il perceroit immediatement, ce qui seroit de grand usage. Je ne s¸cay si Monsgr l’Electeur en a appris des particularit´es. On me mande en mˆeme temps qu’il y a un grand proc`es `a Rome entre les Jesuites et d’autres Missionnaires, en ce qu’on accuse les premiers de permettre aux nouveaux Chrestiens de la Chine des Actes d’Idolatrie, en faisant des honneurs excessifs `a Confutius fameux philosophe Chinois qui a vecu avant nostre Seigneur. Et comme j’avois parl´e l`adessus en faveur des Jesuites dans une preface que j’avois mis au devant de certaines nouvelles notices de la Chine, que j’avois fait imprimer il y a quelque temps, le pere General des Jesuites a fait venir ce petit livre, jugeant apparemment que le sentiment d’un homme non suspect pourra servir. Comme je mets en reserve ordinairement `a Hanover plusieurs recherches que je me propose `a eplucher dans les livres de la grande Bibliotheque de Wolfenbutel, cela m’arreste un peu. Cependant je tacheray de me depecher pour avoir l’honneur de me presenter `a V. A. E., et de marquer en personne, avec combien de devotion je suis Madame

de V. A. E.

le tres sousmis et tres obeissant serviteur

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Leibniz

P. S. Quelcun venant de Zell me disoit `a Bronsvic qu’un Envoy´e de V. A. E. estoit venu `a la Cour de Zell, avec une lettre de creance. Monsieur du Cros me dit qu’il va faire imprimer de ses memoires. Je n’en serois point fach´e, si la grande passion o` u je le vois, ne l’y feroit mettre des choses qu’il retrancheroit, s’il ecoutoit les raisons que je luy ay dites.

1 lettre: nicht gefunden; vgl. auch N. 268. 6 On me mande: vielleicht N. 262 mit der Beilage N. 239; vgl. N. 48. 11 notices: Leibniz, Novissima Sinica, sec. ed. 1699. 11 f. pere General: T. Gonzßlez de Santalla. 19 Envoy´ e: Der Kammerjunker G. Chr. v. Braun war als Beauftragter der Kurf¨ urstin mit den Verhandlungen u ¨ ber die Apanage des Prinzen Maximilian Wilhelm befaßt; vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 118–120. 21 memoires: nicht erschienen.

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¨ JOHANN URBAN MULLER ¨ 52. LEIBNIZ FUR Gehaltsquittung. Wolfenb¨ uttel, 24. August (3. September) 1699.

¨ ¨ttel Nieders¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Wolfenbu achs. Staatsarchiv 2 Alt 3989. 2o. 1/2 S. auf Bl. 8 ro. — Unter M¨ ullers Quittierung (auf Bl. 8 vo) von fremder Hand: (19.)‘‘ ” und berechnet‘‘. ”

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Daß der hochf¨ urstl. Geheimte Cammer Secretarius H. Johann Urban M¨ uller mir die noch r¨ uckstandigen Hundert Thaler der in Verwichenem Termino ostern f¨alligen halbjahrigen besoldung heut entrichtet, solches habe hiemit bescheinigen, und ihn dar¨ uber qvittiren sollen. Wolfenbutel den 24 Augusti 1699 Gottfried Wilhelm Leibniz1.

53. LEIBNIZ AN FRIEDRICH AUGUST HACKMANN Wolfenb¨ uttel, 25. August (4. September) 1699. [50. 58.]

¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Privatbesitz (bis 1931 Wernigerode F¨ urstliche Bibliothek Zm 20 N. 6; seitdem Verbleib unbekannt). 4o. 2 S. (Unsere Druckvorlage war eine Photographie.) — Gedr.: Ritter, Briefe an Hackmann, 1915, S. 728–729.

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hAuf Bl. 8 vo von M u ¨ l l e r s Hand:i H. Bibliothecario Leibnitzen 100 thlr —”—

Zu N. 52: Zu ¨ ahnlichen Wolfenb¨ utteler Gehaltsquittungen von Leibniz’ Hand — u ¨ber dieselbe Summe — vgl. I, 14 N. 31. Zu N. 53: L antwortet auf N. 50 und wird beantwortet durch N. 58.

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N. 53

Wohledler, insonders hochg. H.

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Wolfenb¨ utel den 25 Augusten 1699

Es ist mir lieb, daß die negotiation wohl vonstatten gangen; und hoffe ich mit denselbigen entweder in Hanover oder in Braunschweig vor der abreise noch v¨ ollig zusprechen. Den H. von Sch¨ uz hat man mit b¨ uchern freylich nicht zu bem¨ uhen, sondern wird andere gelegenheit dazu außfinden, davon M. h. H. gedancken auch vernehmen werde. Bey u ¨berflußiger zeit, bitte ohnbeschwehrt des briefs so M. h. H. annoch mir etwa zu schreiben und allerhand particularia der vorigen reise und conversation mit gelehrten etc. pro memoria darinn zu notiren u ¨bernommen, nicht zu vergeßen. Denn die neue reise wird neue materi geben. Daß M. h. H. dem Haupt-scopo allein obwarte, ist freylich das beste und sicherste. Auß M. h. H. schreiben kan nicht abnehmen, ob er mit dem H. von Sch¨ uz u ¨ber Calais gehn, oder sich in Holland oder sonsten embarquiren wird. Vermuthlich wird H. von Sch¨ uz bald abreisen oder schohn weg seyn und also M. h. H. ihm erst folgen. Weil ich allerhand zusammen verspahre, umb in den b¨ uchern der Bibliothecae Augustae nachzusuchen, wenn ich hin¨ uber komme, und noch nicht eigentlich weiß, wiebald ich fertig seyn werde, so kan nicht gewiß sagen wenn ich von hier abreisen werde, hoffe doch k¨ unfftige woche wils Gott in Hanover zu seyn. Ich bin seither ich einmahl aus Braunschweig weg reiset, nicht wiederumb weder in der Meße noch nach Salzdahlen kommen; und laße den Hn gerne ihre lustbarkeiten, daran ich eben so großen gusto nicht finde. Und wenn Herrn Herzog Anton Ulrichs mir deswegen reproche machen, so sage ich de gustibus non est disputandum. Verbleibe Meines Hochgn geehrten Herrn Der Churfurstin

Durchlt

dienstergebenster

G. W. Leibniz

schreibe selbst.

2 negotiation: die Zustimmung zu einer erneuten Forschungsreise Hackmanns nach England durch die Hauskonferenz am 19. (29.) August; vgl. N. 44 u. N. 46. 2 f. hoffe . . . zusprechen: Das Treffen hat zun¨ achst wahrscheinlich nicht stattgefunden. Nach N. 56 war Hackmann am 7. September zwar im Begriff, von Hannover aus zu Leibniz zu reisen; nach N. 58 hatte er ihn am 9. September, von Celle kommend, in Braunschweig knapp verfehlt. Zwischen dem 11. und 16. September d¨ urfte es dann aber in Hannover zu einem Treffen gekommen sein (vgl. N. 58 u. N. 59). 6–8 bitte . . . vergeßen: vgl. N. 60. 6 briefs: der von Leibniz schon in N. 18 angemahnte, aber wahrscheinlich von Hackmann nie geschriebene Bericht; vgl. auch N. 60. 10 dem Haupt-scopo allein: vgl. N. 50 Erl. u. N. 58. 23 Churf¨ urstin . . . selbst: Leibniz hatte den Brief an Kurf¨ urstin Sophie (N. 51) bereits am 24. August (3. September) geschrieben.

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54. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 25. August (4. September) 1699. [49. 56.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 17–18. 1 Bog. 8o. 3 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

Raptissime Hannoverae d. 25. Aug. 1699.

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Ex quo nuper ad Te scripsi nihil rerum novarum apud nos gestum praeterquam, quod Dn. Hakemannus huc venit, et Tuum adventum maximo cum desiderio expectat; Ipse enim, ut ex ejus literis percipies, Angliam brevi repetet. Fuit a Dn. Vice-Cancellario ad prandium invitatus; atque ego, ut et hoc dicam, maximam jucunditatem ex ejus colloquiis, quae mecum miscuit, hausi. Jam apud Lubrenium Artificium mnemonicum addiscit. Hoc ipso momento Studiosus quidam, nomine Passaw, amicus meus, mihi ostendit literas a Volckmaro quodam Helmstadiensi studioso ad se scriptas, quarum contenta, cum ipse miratus sim, Tecum communicare ea debui. Forte et ipse miraberis. Nunciatum mihi etiam est Dn. Reiskium, virum Clariss. edidisse quid contra Eggelingii nummum stanneum sub nomine Jani Rutgersii; atque id instinctu nostri Felleri. Sic enim ipse in literis ad amicum professus est. Misit exemplar ad Dn. Abbatem et juniorem Engelbrechtum.

10 mneumonicum K, korr. Hrsg.

Zu N. 54: Beilage war das in Z. 12 erw¨ ahnte Exzerpt. 6 nuper . . . scripsi: N. 49. 8 literis: N. 50. 8 Angliam . . . repetet: Zur weiteren Entwicklung dieser Reise vgl. z. B. N. 59, N. 60, N. 80 u. N. 104. 8 Dn. Vice-Cancellario: L. Hugo. 10 Lubrenium: ein gewisser Libbes (L¨ ubbert) aus Hannover. 10 Artificium: vgl. N. 232. 11 Studiosus: m¨ oglicherweise H. J. Passau aus Hannover, am 7. Oktober 1696 a. St. in Helmstedt immatrikuliert. 12 literas: Ein Auszug von Eckharts Hand aus einem weder an ihn selbst noch an Leibniz gerichteten Brief vom 21. (31.) August 1699 aus Helmstedt u ¨ber eine Predigt Ph. L. B¨ ohmers findet sich in LBr. 228 Bl. 14. 12 Volckmaro: m¨ oglicherweise J. Ph. Volkmar aus Goslar, am 11. Mai 1698 a. St. in Helmstedt immatrikuliert, oder H. C. Volckmer aus Hannover, am 29. Juni 1698 a. St. in Helmstedt immatrikuliert. 14 f. Reiskium . . . Rutgersii: Gemeint ist J. Reiske (J. Rutgers, Pseud.), De Orbe stagneo aut numo potius adulterino seu reprobo Antinoi ad Joh. Henr. Eggelingium epistola, 1699. Der niederl¨ andische Gelehrte Jan Rutgers war bereits 1625 verstorben. 14 f. Eggelingii . . . stanneum: J. H. Eggeling, De orbe Stagneo Antinoi epistola, 1691. 15 literis: nicht gefunden. 16 Dn. Abbatem: G. W. Molanus. 16 juniorem Engelbrechtum: Johann Wilhelm Engelbrecht.

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Cui ultimo misit pariter programma, in quo de Guelferbyto agitur, et se in voce b¨ uttel derivanda ibidem macerat, ut ex Dn. Engelbrechto audivi. Vellem utrumque videre, et gratissimum esset, si mihi hos duos tractatus mitteres. Scis enim quam libenter hisce nugis severiora condiam studia. Nec dubito quin Dn. Reiskius multa praeclara attulerit; ipsemet quippe vir eleganter doctus. Caeterum subitaneae huic scriptioni ignoscas, et me certiorem facias, an porro mihi literae ad Te dandae, ne forte Tibi gravis sim. Deinde inposterum quoque Tua me benevolentia frui, permittas, humillime oro. h...i

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P. S. Dn. Camerae Praeses huc rediit. Fasciculus quoque, in quo duo libri continentur, ad Te missus apud nos est, quem an ad Te Guelferbytum mitti velis, indicabis.

¨ 55. KURFURSTIN SOPHIE AN LEIBNIZ Herrenhausen, 28. August (7. September) 1699. [51.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 235–236. 1 Bog. 8o. 2 S. u. 3 Z. — Gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 145–146.

Herenhausen le 28 d’aioust/7 7ber 1699 C’e[s]t aujourduy que j’ay reseu Vostre troisieme lettre, et je n’aurois pas manqu´e de repondre au[x] deux autre[s], si je n’avois creu que vous seri´es bien tost icy. Pour la premiere, je l’ay trouv´e si belle que je n’ay pas peu m’enpecher d’en envoyer un fracment `a ma fille et ` a Madam. La premiere conjointement avec Mr Stepney ont deja fort aplodi, de l’autre je n’ay pas encore eu responce. elle est for[t] rejouye du fils que Md. sa fille a mis au monde et de la tendresse que Mr son mari luy a tesmoign´e dans ce rencontre dont la conclusion a est´e apres l’acochement, qu’au lieu de Boulion qu’elle devoit prandre elle

1 programma: vermutlich J. Reiske, Commentatio de Wolffenb¨ utteli nomine, 1699. 8 Dn. Camerae Praeses: F. W. v. Schlitz gen. v. G¨ ortz. 8 Fasciculus: nicht identifiziert. Zu N. 55: Mit K , Beischluß zu N. 57, antwortet Sophie auf N. 39, N. 51 und einen weiteren, nicht ¨ gefundenen Brief von Ende August, dessen Ubergabe an Sophie F. A. Hackmann in N. 50 Leibniz mitteilt. 17 premiere: N. 39. 18 fille: Kurf. Sophie Charlotte v. Brandenburg. 18 Madam: Elisabeth Charlotte v. Orl´ eans. 19 fils: Charles, Prinz von Bar. 19 f. fille . . . mari: Elisabeth-Charlotte, Gemahlin von Leopold Joseph v. Lothringen.

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trouva l’esquelle remplie pour deux cent mille escus de Diamants, il est vray que le Sr Braun a est´e mon Envoi´e ` a Cell o` u il a assez bien reussi. je ne scay si je le fer´es de mesme de l’autre cost´e dont je ne scaurois avoir si tost responce, Mr de Boidavit[,] Hamersten et Luc son[t] icy pendant que leur Maitre est `a Loo.

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56. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ [Hannover, 7. September 1699]. [54. 57.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 10–11. 1 Bog. 4o. 3 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

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Cum Dnus Hakemannus praeter Spem et opinionem Te Guelferbyti hoc momento invisere constituit, vel una alteraque linea observantiam Tibi meam ostendere debui: quanquam quod scribam, de caetero nihil habeam. Vellem tamen, si Guelferbyti ad manus esset Surius, ut eum mihi adferres. Extat enim in eo vita Odonis Cluniacensis, qui vixit tempore Hugonis Regis et Alberici, atque inter eos pacem fecit, ut patet ex una alteraque lacinia quam inseruit Baronius Operi suo. Scripta est per Joannem monachum Odonis coaetanei et in itinere Romano socii, ut adeo majorem mereatur fidem et attentionem. Alia magis mihi profutura non jam incidunt, nec incidere possunt. Ipse scis, quam parva messis sit in sterili meo seculo, et, quam nihil inveniatur, ubi maxime quaerenda plurima putes. Latent vero multa in iis libris, quorum saepe titulus nihil nobis promittit, et praeclara non pauca, ex istis monumentis, in quibus omnia potius alia, quam historica esse putes, eruuntur. Quare non parvae mihi laetitiae causa fuisti, cum nuntiasti, mihi

1 trouva . . . Diamants: Dies berichtet Elisabeth-Charlotte v. Orl´ eans im PS. ihres Briefes an Sophie vom 30. August 1699 (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Hann. 91 Kurf. Sophie Nr. 1 IX, 2 Bl. 488 vo – 489 ro). 4 Maitre: Herzog Georg Wilhelm von Celle. Zu N. 56: Die Datierung ergibt sich aus N. 57. Beilage war der S. 73 Z. 22 genannte Brief. 9 f. Cum . . . constituit: Dieses Treffen kam nicht zustande; vgl. N. 53 Erl. u. N. 58. 12 Surius: L. Surius, De probatis sanctorum historiis, T. 1–3, 1570–72, Neuaufl. T. 1–7, 1576–81. 12 vita Odonis Cluniacensis: Johannes Cluniacensis, Vita s. Odonis primi abbatis Cluniacensis, edita a Johanne monacho Italo Libri 3 , in: Surius, a. a. O., T. 6, 1575, S. 414–438. 13 Hugonis Regis: Hugo v. Arles u. Vienne, K¨ onig von Italien. 13 Alberici: Alberich, princeps Romanorum. 14 Baronius: C. Baronio, Annales ecclesiastici, Annus 942 (T. 10, Antverpiae 1618, S. 710). 17 in . . . seculo: Eckhart war mit Arbeiten zum quellenarmen 10. Jh. besch¨ aftigt. 20 nuntiasti: nicht ermittelt.

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Spicilegii gratia Guelferbytum esse proficiscendum. Nihil enim magis in votis habeo, quam pensum meum, quoad possum, exacte, et si id non valeo, diligenter tamen elaborare. Sed hoc, fateor, interdum me male habet, quod exactitudo illa, et diligentia in tam abstrusis rebus et ab antiquitate pene deletis, vix perspicue aliis videri potest, qui non simul mecum scriptores excussere. At quid ego haec ad Te, Illustris et Excell. Domine, qui omnes horum studiorum rationes perspectas habes, et dudum penuriam bonorum et authenticorum scriptorum (nam malorum et ad nos nihil attinentium librorum copia abundamus) ipsemet agnovisti? Quae, nisi fallor, penuria vix aliter tolli potest, quam si variis historicis libris abundans quicquid ex illis usui esse potest, investigem sedulus et deflorem. Mstorum auxilio inprimis destituimur. Quippe quae possidemus, nec ejus sunt aetatis, ut testimonium in antiquis historiis perhibere possint, nec nostra attingunt, nisi raro, et . Dari tamen monumenta manu exarata, quae nos juvare queant, quaeque secula historiae nostrae viderunt, nullus dubito, si Bibliothecas excutere, et ex pulvere antiquario gemmas colligere concederetur. In praesentia de Quedlinburgensibus Mstis aurem tibi vellico, quae multum proderunt in historia Henrici Aucupis, in qua, licet affecta, scrupuli quidam me tamen urgent, quos forte his tollere possumus. Quicquid vero sit, Tuo id omne judicio in nulla non re acerrimo relinquo, et summam votorum meorum me consecutum esse puto, si ut ante hac, ita et in posterum de benevolentia in me Tua certus ero. Vale et fave h...i

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±s ân parìdú

P. S. Literae Tuae recte curatae, reliquae describuntur, quod attinet ad Dn. Gakenholtium ex Di Wagneri literis cognosces.

16 Quedlinburgensibus Mstis: m¨ oglicherweise die Annales Quedlinburgenses, die Leibniz nach der Hs. der S¨ achsischen Landesbibliothek Dresden Q. 133 u. d. Tit. Chronicon Saxonum Quedlinburgense in den Script. rer. Brunsv., T. 2, 1710, S. 272–296, ediert hat. Zu den ottonischen Urkunden aus Quedlinburg vgl. N. 41. 17 Henrici Aucupis: K¨ onig Heinrich I. 21 Literae: vgl. dazu den in der folgenden Erl. genannten Brief. 22 Wagneri literis: Brief von R. Chr. Wagner an Leibniz vom 28. August (7. September) 1699 (LBr. 973 Bl. 28–29; Druck in Reihe III).

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57. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 29. August (8. September) 1699. [56. 82.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 19. 8o. 1 S.

Hanoverae 1699 d. 29. Aug. 5

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Heri per Dominum Hackemannum unas literas ad Te dedi, hodie Epistola Sereniss. Electricis viduae facit, ut alteras ad Te mittam. Si forte et porro literas ad Te dari cupis, me ea de re certiorem facias rogo. Ego injussu Tuo non scribam; sed adventum Tuum quamprimum expectabo. Vale et fave h...i

58. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Braunschweig, 1. (11.) September 1699. [53. 60.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 58–59. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit einigen Erg¨ anzungen u. Korrekturen. Bibl.verm.

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Eingelegte brieffe h¨ atte Eurer Excellentz vergangenen Mitwochen selbst u ¨bergeben, wenn ich das gl¨ uck gehabt, Sie in meiner Mutter Hauße zu sprechen. Denn Sie waren kaum eine halbe Stunde vor mir eingesprochen, da ich von Zell auf einen f¨ ur mihr allein bedungenen extra Wagen alhie ankam, und mich bek¨ ummerte, daß ich Ihrer auf so wenig minuten verfehlet. H¨atte Ihre Excellentz aus vielen Uhrsachen, die ich m¨ undlich vortragen werde, gerne alhie gesprochen: doch hoffe ich, Sie werden auch abwesend meine intention nachdr¨ ucklich secondiren k¨ onnen. Wenn ich das gl¨ uck haben werde, Eure Excellentz k¨ unfftigen Sontag,

Zu N. 57: Beischluß war der Brief der Kurf¨ urstin Sophie (N. 55). 5 literas: N. 56. Zu N. 58: K antwortet auf N. 53. Beischl¨ usse waren die Z. 13 erw¨ ahnten Briefe, darunter wohl auch N. 56. 13 vergangenen Mitwochen: den 9. September 1699. 14 in . . . Hauße: vgl. N. 37. 18 aus . . . ¨ Uhrsachen: Dazu geh¨ orte wohl auch die bereits in diesem Brief angesprochene Anderung der Reiseroute Hackmanns, die Leibniz am 6. (16.) September gegen¨ uber Bernstorff brieflich bef¨ urwortete (N. 59). 20 k¨ unfftigen Sontag: den 13. September 1699.

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so Gott wil, aufzuwarten, werde ich von dießen und u ¨brigen dingen umbst¨ andlich zu reden mihr die Ehre nehmen. Der Herr von Sch¨ utz wird u ¨ber Calais allein gehen, und mich nicht mit nehmen. Habe mich alßo in geringesten nicht nach den selben zu richten, weil man auch ohndem zu Hannover und Zell lieber siehet, daß ich nur allein meiner Commission abwarte, und die Archiven durchsehe, da ich mir dann die h¨ochste freude machen werde, wenn ich nebst den Brunsvicensibus auch ingredientia in tomos Codicis Juris diplomatici finde. Nachdem man nun resolviret, daß ich noch ein gantzes Jahr reißen soll, und ich partem Hannoveranam bereits dazu gezahlet bekommen, ich aber mit den Englischen Archiven in einem halben Jahr fertig werden kan: alß stelle ich Eurer Excellentz zu delib[er]iren anheim, ob ich nicht wol th¨ ate, daß ich das Archivum zu Modena, davon Sie mihr gesaget, erst durchginge und nechst ein klein spicilegium durch Franckreich machte: Solche n¨ utzliche Untersuchung k¨ onte ich in 4 biß 5 Monathen thun; und alßdann das pensum Anglicum absolviren. Eure Excellentz wollen dieße meinen Vorschlag gn¨adigst menagiren, und Ihrer best¨ andigen Gnade w¨ urdig achten h...i

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Braunschweig d. 1 Sept. 99. Meinen Kuffer und u ¨brige Sachen wil ich u ¨ber Bremen nach England schicken, da denn Eurer Excellentz b¨ ucher mitgehen k¨onnen: wenn ich in Italien v. Franckreich gehe, werde ich mich mit einen Felleißen behelffen.

59. LEIBNIZ AN ANDREAS GOTTLIEB VON BERNSTORFF Hannover, 6. (16.) September 1699. ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 349 (Hackmann) Bl. 55. 4o. 1 S. Mit zahlreichen Korrekturen und Erg¨ anzungen. Eigh. Anschrift.

4–6 weil . . . durchsehe: vgl. N. 50. 6 f. wenn . . . finde: zu Hackmanns Suche nach weiteren Quellen f¨ ur Fortsetzungs- bzw. Erg¨ anzungsb¨ ande zu Leibniz’ Cod. jur. gent. dipl., 1693, w¨ ahrend der ersten Englandreise vgl. I, 16 N. 4, N. 34 u. N. 42. Die Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700, befand sich zu diesem Zeitpunkt bereits in Druckvorbereitung (vgl. N. 41 Erl.), jedoch stand der endg¨ ultige Umfang im Dezember 1699 noch nicht fest (vgl. N. 92 Erl.). Zu N. 59: Die nicht gefundene Abfertigung steht in Zusammenhang mit den ge¨ anderten Reisepl¨ anen F. A. Hackmanns und wird in N. 60 erw¨ ahnt. Sie wurde von Hackmann u ¨bergeben. — Der n¨ achste Brief der Korrespondenz (Leibniz an Bernstorff) datiert vom 30. M¨ arz 1700 (Druck in I, 18).

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A Monsieur de Bernsdorf, Premier Ministre de S. A. S. Zell. Monsieur

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Hanov. 6 Septemb. 1699

Comme M. Hakeman ` a son retour a fait une nouvelle ouverture, qu’il croit que Vostre Excellence ne desapprouvera pas[;] j’ay jug´e necessaire d’en ´ecrire `a sa requisition. Il dit qu’il ne pourra pas faire grand chose en Angleterre durant l’hyver, par ce que les jours sont courts, qu’on ne fait point de feu dans les Archives, et que les Anglois ne s’y morfondent gueres. Je luy ay repondu qu’il pourroit donc le differer au printemps. Mais il croit, que pour employer le temps il pourroit bien faire cependant un petit tour en Italie, et en France, et se trouver en Angleterre au printemps, o` u il pourroit tout faire dans une demie ann´ee, et avanceroit tout dans un mois de bonne saison, [mieux] qu’en trois mois d’hyver. Il espere qu’il pourroit encor rendre quelque service chemin faisant, sans demander d’autre secours pour cela. Et je crois en effect, que si on luy vouloit donner entr´ee dans l’Archif de Modene il y pourroit trouver quelque chose de bon, car lors que j’y estois du temps du feu duc, il n’y avoit rien `a faire, au lieu qu’on peut esperer que tout sera maintenant en meilleur ordre. J’avoue aussi que si M. Hakeman fait ce qu’on demande de luy en Angleterre, il n’importe point qu’il y aille un peu plus tard, et apres avoir fait son circuit d’Italie et de France, pourveu qu’il en revienne sain et sauf. Mais comme un voyage de cette nature pourroit estre sujet `a des accidens, je n’ose point m’ingerer ` a donner conseil de peur d’estre responsable des evenemens, et je propose seulement mes considerations que je sousmets `a celles de V. Exce, n’en ayant pas encor parl´e ailleurs. Et je suis avec respect Monsieur

de Vostre Excellence etc.

4 Excellence (1 ) approuvera; (2 ) ne desapprouvera pas L 17 d’Italie et de France am Rande erg. L

16 ce qu’on (1 ) propose (2 ) demande L

3 Comme . . . ouverture: vgl. N. 58 Erl. 14 lors que j’y estois: vom 30. Dezember 1689 bis zum 2. Februar 1690. 14 feu duc: Herzog Franz II. von Modena. 21 ailleurs: Leibniz deutet damit wohl an, daß er sich, anders als bei seiner F¨ ursprache f¨ ur Hackmanns urspr¨ ungliches Reisevorhaben (vgl. N. 44), noch nicht an L. Hugo gewandt hat.

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60. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Celle, 9. (19.) September 1699. [58. 68.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 56–57. 1 Bog. 4o. 4 S.

Habe Eurer Excellentz Brieff den H. Geheimbten Rhat von Bernstorff eingeh¨andiget, welcher sich darauf gleich erkl¨ aret, daß ich das Archiv zu Modena bevor durchsuchen k¨onte, ehe ich nach Engeland ginge. Eure Excelentz ersuche alßo unterth¨ anig die brieffe nach Wien und Italien zu verfertigen, wodurch Sie mihr eine entree nicht allein bey gel¨ahrte, sondern auch zu hoffe zu machen h¨ ochstgeneigt resolviret. Weil der H. Geheimbte Rhat von Bernstorff erst noch ein mahl diser Reiße wegen an Seine Durchl. von Zell nacher Loo schreiben wollen, werde ich wol vor Michael dieselbe nicht antreten k¨ onnen. Indessen wil ich die Relation von meiner Englischen und Holl¨andischen Reiße, und was ich in derselben observiret, aufsetzen, und Ew. Excellentz von hier aus zu schicken, weil ich alhie auf die letzte Erkl¨ ahrung des Hertzogs warten muß. Der H. Hoff-Rhat Schrader ist noch nicht wieder kommen; und wenn die Commission biß Martini wie man hier vermuthet sich trainiren solte, werde ich wol vor meiner Abreiße, umb m¨ undlich mit ihn zu sprechen, nach Schnakenburg gehen. Ich verbleibe h...i Zell d. 9 Sept. 1699.

Zu N. 60: K folgt auf eine m¨ undliche Unterredung, die wahrscheinlich am 13. September stattfand; vgl. N. 58. 4 Brieff . . . Bernstorff: N. 59. 7 brieffe . . . Italien: wohl die in N. 70 in Aussicht gestellten Schreiben an D. v. Nessel, A. Magliabechi und L. Zaccagni. 11 Durchl.: Georg Wilhelm von Celle, der sich auf Einladung Wilhelms von Oranien im September zur Jagd in Het Loo aufhielt. 11 vor Michael: vor dem 29. September a. St. 13 Relation . . . Reiße: Leibniz hatte in N. 18 und N. 53 darum gebeten. 16 f. wenn . . . solte: Ch. Schrader war Mitglied der Kommission zur Beilegung der Streitigkeiten u ¨ber die Elbgrenze zwischen Braunschweig-L¨ uneburg-Celle und Brandenburg; Ergebnis war der Vertrag zu Lenzen vom 7. November 1699. 17 Martini: 11. November a. St. 17 f. werde . . . gehen: vgl. auch N. 322.

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61. JOHANN CHRISTOPH BALCKE AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 12. (22.) September 1699. [64.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 28 Bl. 16. 4o. 1 S.

HochEdler, Vest- und HochgeLahrter, Hochzuehrender Herr 5

Der Glasemeister hat mir doch geantwortet, und werden Ew. Excell. aus einliegend seinem Brieffe ersehen, was ihn fehlet, womit negst G¨ottl. Obhut Beharre Ew. Excell.

gehorsahmer Diner

Johan Christoff Balcke

Wolffb. d. 12ten 7br. 1699.

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P. S. Herr Herzog R. A. Dhl. Befinden sich in Braunsch. Herr Herzog A. U. Dhl. seind noch nicht wider hier nachdehm dieselben den 29ten Aug. weg gereiset.

62. JOHANN THIELE REINERDING AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 12. (22.) September 1699. [63.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Bibl.Akten A 7 Bl. 79 bis 80. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift.

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HochEdler HochgeEhrter H. Geheimbter Raht Diejenigen Autores, worvon nachricht, ob Sie Vorhanden weren, verlanget worden, finden sich sambtlich alhier nicht. Die ubrigen 3. operes kommen hierbey in duplo.

Zu N. 61: K bezieht sich wohl auf einen m¨ undlich erteilten Auftrag w¨ ahrend Leibniz’ letztem Aufenthalt in Wolfenb¨ uttel und wird beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief (erw¨ ahnt in N. 64). Beilage war der Z. 5 f. genannte Brief. Der letzte vorangegangene Brief ist I, 16 N. 73. 5 Glasemeister: m¨ oglicherweise der in N. 103 erw¨ ahnte Glasermeister Seidensticker. 5 f. einliegend . . . Brieffe: nicht gefunden. Zu N. 62: K folgt auf I, 16 N. 49. Beilage waren die in Z. 17 erw¨ ahnten B¨ ucher. 16 Diejenigen Autores: nicht identifiziert. Da Leibniz sich vor kurzem in Wolfenb¨ uttel aufgehalten hatte, geht die Suche wohl auf eine m¨ undliche Anweisung zur¨ uck. 17 ubrigen 3. operes: nicht identifiziert.

N. 63

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H. Freytag hat zwey Medicinische Wercke, alß Bibliothecam Anatomicam, und Theoph. Boneti Medicinam Septentrionalem zur F¨ urstl. Bibliothec gelieffert. H. Doct. Sacer ist vor wenig tagen mit todte abgangen. Welches nebst dienstl. gruß hiermit melden sollen, verharrend M. hg. H. Geheimbten Rahts

dienstfertigster Diener

Reinerding

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Wolffenbl. den 12ten 7bris 1699. A Monsieur Monsieur Leibnitz Conseiller Priv´e de la Cour ` a Hanover .

63. JOHANN THIELE REINERDING AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 19. (29.) September 1699. [62.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 760 Bl. 70. 4o. 1 1/2 S.

H. Legations-Raht Hertel hat gestern wißen laßen, es w¨ urden sich unter denen Schwedischen und D¨ anischen B¨ uchern und Sachen, so nach deßelben wiederkunft aus Schweden, zur F¨ urstl. Bibliothec geliefert worden, einige getruckte Catalogi Librorum befinden, welche Ihm zuk¨ ahmen, Er hette sie dem H. Gehbten R. Leibniz nur communiciret, hetten Ihm wiederum zugeschicket werden sollen, weren aber von ohngefehr auf die F¨ urstl. Bibliothek gebracht worden; Wie nun solches zuglauben kein bedencken habe, und selbige Catalogos nicht f¨ urenthalten k¨ onnen, auch von demselben ein Recepisse unter eigenhand dar¨ uber empfangen, So habe hiermit geh¨ origer maßen referiren und vermelden sollen. Weil fast willens, mit meinem Schwager, hiesigen Handelsman, nacher Leipzig zureisen, welcher dan k¨ unftigen Montag alß den 25ten huius abzureisen gesonnen; So habe

1 Bibliothecam Anatomicam: L. Leclerc u. J. J. Mangetus, Bibliotheca anatomica, 1675. 3 vor wenig tagen: G. W. Sacer war am 8. September (a. St.) 1699 verstorben. Zu N. 63: Der n¨ achste Brief (Reinerding an Leibniz) datiert von Anfang Januar 1700 (Druck in I, 18). Vom 30. Oktober (9. November) 1699 datiert ein von Reinerding geschriebenes Verzeichnis von in der Wolfenb¨ utteler Bibliothek fehlenden Handschriften, deren einige als bei H. v. d. Hardt, die meisten als bei Leibniz befindlich genannt werden (Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl., Ms XLI, 1814, 7, Bl. 98 u. 100), das Leibniz wohl zugeschickt und von ihm mit Ankreuzungen und gelegentlichen Signaturerg¨ anzungen versehen wurde. 11 f. Schwedischen und D¨ anischen B¨ uchern: nicht identifiziert. 12 wiederkunft: im Sp¨ atwinter 1698, vgl. I, 15 N. 32. 13 Catalogi Librorum: nicht identifiziert.

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dienstl. zu bitten, mir hierin zu gratificiren, und so etwas des orts oder zu Halle der H. Geheimbter Raht so m¨ und- alß schriftlich zu expediren hette, mir zu committiren, w¨ urde mir, solches m¨ uglichst außzurichten sehr laßen anbefohlen seyn; wie dan auch, mit solcher occasion, eines oder des Andern Mannes Persohn zu sehen, mir w¨ urde lieb seyn. Meine Gedancken sind zwar, auch vollends nacher Dresden zureisen, weiß aber nicht, obs m¨ochte geschehen k¨ onnen. Werde aber vorhero solches auch alhier geh¨origes orts anmelden, auch H. Sieverts davon nachricht geben. Indeßen empfele M. hg. H. Ghbten Raht G¨ottlicher Obhuet, verharrend h...i Wolffenb. den 19ten 7bris 1699.

64. JOHANN CHRISTOPH BALCKE AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 27. September (7. Oktober) 1699. [61. 67.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 28 Bl. 17. 4o. 2 S.

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Deroselben wehrtes Schreiben, habe erhalten, und den eingeschloßenen brieff an den Glasemeister wohlbestellet; wegen der Siegell aus dem Cl. Michelstein habe ich mich nach iemandten bem¨ uhet, darunter zu dienen, aber noch nicht gewißes außforschen k¨onnen, k¨ unfftigen Sonnabend verhoffe Gewißheit davon zu melden; der Herr von Heimburg ist zu Blanckenb. und wird anizo als Oberhaubtman Tituliret. Herr Herzog Rudolff Aug. Dhl. haben sich eine Zeithero alhie, Braunsch. auch, baldt am Haarz, und Hedwigsburg aufgehalten, mit welchen Reisen Sie sich t¨aglich divertiren, Herr Herzog Anthon Ulrichs

Zu N. 64: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief mit Beischluß. 14 brieff: nicht gefunden. 15 Glasemeister: ein gewisser Seidensticker; vgl. N. 61 Erl. 15 Siegell . . . Michelstein: Bereits fast zwei Jahre zuvor hatte Leibniz Urkundenabschriften aus Kloster Michaelstein bei Blankenburg von J. Schwachheim erhalten; vgl. I, 14 N. 481; I, 15 N. 138 u. N. 253. Die jetzige Anfrage steht im Zusammenhang mit Ch. Schraders Forschungen zum anhaltinischen Wappen im Rahmen des Sachsen-Lauenburgischen Erbfolgestreits. Vgl. Reese, Die Rolle der Historie, 1967, S. 152 f. Nach Material aus Kloster Michaelstein hatte Schrader schon im vergangenen Sommer gesucht (vgl. N. 75). Leibniz’ Anfrage an Balcke steht m¨ oglicherweise in Zusammenhang mit N. 322; vgl. auch N. 84 u. N. 407 sowie den Brief Ch. Schraders an Leibniz vom 22. Dezember 1699 (1. Januar 1700; Druck in I, 18). 17 k¨ unfftigen Sonnabend: den 10. Oktober, vgl. N. 67.

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Dhl. haben nach dero retour stets einige fr¨ ambde Herschafften zu Salzdahlum gehabt, alwo Sie Gestern Abend auch Opera gespielet, und befinden sich noch alda der Herr Herzog von Wirtenb. Bernstadt, die Herzogin von Sachsen Eisenach, und Fr. Abbatissin und Decanissin Dhl. von Gandersh. welches zur dstl. Nachricht melden wollen. h...i Wolffb. d. 27ten Sept. 1699

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65. LEIBNIZ AN JOST HEINE VON HEIMBURG [Hannover,] 27. September (7. Oktober) 1699. [75.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 383 Bl. 1. 4o. 1 S. Eigh. Anschrift.

A Monsieur de Heimbourg, Conseiller d’Estat et Oberhauptman de leur A. Asses, Blankebourg. Wohlgebohrner, etc. insonders Hochg. H.

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27 Septemb. 1699

Weilen vermuthe daß Mein Hochg. H. Oberhauptmann sich zu Blanckenburg befindet; so erk¨ uhne mich solchen dienstlich umb folgende beg¨ unstigung zu ersuchen. Ich habe nehmlich zu behuf Historischer laborum der Abzeichnung einiger Sigillorum vonnothen damit ich die art der alten f¨ urstl. wappen sehe. Und weil das Closter Michelstein von den fursten von Anhalt so sich auch Grafen von Anhalt, Ballenstedt, Ascanien, etc. genennet verschiedene Documenta hat, so habe dafur gehalten, m. h. H. als in der nahe k¨ondten mir da zu behulflich seyn; w¨ urden auch verhoffentlich sich dazu geneigt erfinden laßen.

14–17 Sigillorum (1 ) insonderheit bey den documentis des Closters Michelstein (a) auff (b) vormahls auff (c) wobey (d) vonnothen. Weil (aa) Sie (bb) hnuni h—i solches nicht weit von ihnen, (2 ) vonnothen (a) dergleichen Sie (b) nun sind (3 ) vonnothen . . . ich die (a) alte wappen (b) art . . . von den | fursten . . . Documenta hat oben am Rande erg. | L 1 retour: vgl. N. 7. 3 Herzog . . . Bernstadt: Christian Ulrich I., Herzog von W¨ urttemberg, Julianische Linie. 3 Herzogin . . . Eisenach: Christine Juliane, Frau von Johann Wilhelm, Herzog von Sachsen-Eisenach. 3 f. Fr. . . . Gandersh.: Henriette Christine von Braunschweig-L¨ uneburg-Wolfenb¨ uttel, F¨ urst¨ abtissin zu Gandersheim. Zu N. 65: Mit der nicht gefundenen Abfertigung beginnt diese Korrespondenz, von der außerdem nur noch N. 75, die Antwort auf unser St¨ uck, vorliegt. Leibniz hatte sich zuvor bei J. Chr. Balcke nach der genauen Titulatur Heimburgs erkundigt, vgl. N. 64. 14 zu behuf . . . laborum: zum tats¨ achlichen Zweck der Anfrage vgl. N. 64 Erl. 15–17 weil . . . hat: vgl. N. 75.

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N. 66

Aniezo vor der hand, verlange ich alte sigilla der Grafen und Fursten von Anhalt, Ascanien oder Ballenstadt (so dem closter ein und anders zugewendet); und zwar solche so an diplomatibus, welche vor dem jahr 1400, und bald hernach gegeben worden. Mochte aber gern vorgangige nachricht haben was von gedachten anhaltischen Herren vor sigilla alda vorhanden; den nahmen des H. der das diploma geben, das Datum des diplomatis sowohl als etwa die ingredientia und zierathen und Veranderungen der wappen auff dem Siegel umb hernach da es dienlich es ab[zu]zeichnen zu veranstalten. Meines hochg. H. Oberhauptmanns gegen mich verspuhrte sonderbare guthigkeit macht daß ich die freyheit nehme darumb zu bitten, wunschte gelegenheit es mit einigen dienstbezeigungen erwiedern zukonnen. der ich iederzeit verbleibe meines insonders hochg. H. Oberhauptmanns

dienstergebenster

G. W. L.

¨ DIE GEHEIMEN RATE ¨ 66. LEIBNIZ FUR IN HANNOVER Promemoria f¨ ur die Hauskonferenz. [Hannover, 10. Oktober 1699]. [33. 76.] 15

¨ Uberlieferung: L Aufzeichnung: LBr. 251 (Fabricius) Bl. 26. 4o. 1 S.

Pro Memoria.

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1.) Weilen numehr Michaelis vorbey und H. D. Fabritius als dann zu der perception der von iedem hof etwa verwilligenden Funfzig Thaler zu kommen verhoffet, auch solches wegen vieler bekandten Umbst¨ ande allerdings meritiret, so habe davon erwehnung thun sollen.

2 (so . . . zugewendet) erg. L 2 f. solche (1 ) so (a) umb (b) vor (aa) der (bb) dem (2 ) so . . . vor L 3 hernach (1 ) biß 15 bricht ab (2 ) gegeben L

Zu N. 66: L d¨ urfte das von Leibniz bei seinen Unterlagen zur¨ uckbehaltene Exemplar eines Promemoria sein, das an die Geheimen R¨ ate als Vorlage f¨ ur die Hauskonferenz zwischen Hannover und Celle zu Engensen am 30. September (10. Oktober) 1699 ging. Im Protokoll der Konferenz (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Celle Br. 68 Nr. 55 III Bl. 678) sind alle vier Punkte aufgef¨ uhrt. 17 Michaelis: Freitag, 29. September a. St. 1699. 17–20 Fabritius . . . sollen: vgl. die Korrespondenz mit Fabricius im Sommer und Herbst 1699.

N. 67

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2) Herr Hakeman verlanget seine Reise zu beschleunigen; zweifle also nicht, daß er f¨orderlichst Expedition erhalten werde. Er vermeinet Sontags fr¨ uhe von hier nach Zell zu verreißen. 3) M. Cyprianus zu Helmstadt suchet das ihm die qvalit¨ at eines Professoris extraordinarii beygeleget werde; so er auch wohl meritiret; und weilen dazu incliniret wird, so durffte es nun auff die bewerckstelligung ankommen. 4) H. D. Textor so Professor juris erstlich zu Altorff; hernach zu Heidelberg, und dann bey ChurPfalz HofRath gewesen iezo aber Obersyndicus ist zu Franckfurt am Mayn; suchet die praesentation des Nieder Sachs. Creises bey dem Cammergericht, anstatt des verstorbenen Herrn Assessor Eibens. Sein Merite ist sowohl aus den gehabten bedienungen als aus Schrifften bekand.

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67. JOHANN CHRISTOPH BALCKE AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 30. September (10. Oktober) 1699. [64.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 28 Bl. 18. 4o. 2 S.

Ich habe mich bey dem H. Archivario, alhie wegen der Cl. Michelst. Documenta erkundiget, und erfahren, das selbige noch bey dem Cl. verhanden. Heute bin ich ohngefehr, mit dem H. Rector Magister Reiscio davon zu reden kommen, selbiger l¨ aßet sich gegen Ew. Excell. dienstl. empfehlen, und wolte Er gerne darunter dienen, h¨atte einen freundt an dem H. Prior, daselbst auch den H. Superintendenten zur

1 f. Herr . . . werde: Im Protokoll sind nur die unterschiedlichen Auffassungen bez¨ uglich der Bezahlung vermerkt, die Celle im Gegensatz zu Hannover erst nach Hackmanns Ankunft in England leisten wollte. 4–6 M. Cyprianus . . . ankommen: Auf E. S. Cyprians Bitte hin verwendete Leibniz sich f¨ ur dessen Extraordinariat in Philosophie; vgl. z. B. dessen Briefe an Leibniz vom 29. Juni (9. Juli) 1699 (LBr. 188 Bl. 5–6; gedr.: Oppel, Cyprian, 1978, S. 63–64) und vom 8. (18.) Oktober 1699 (LBr. 188 Bl. 12 bis 13; gedr. a. a. O., S. 68). 7–10 H. D. Textor . . . Eibens: H. v. Eyben; vgl. N. 245 u. N. 315. Zu N. 67: Mit K versucht Balcke, seiner Ank¨ undigung in N. 64 folgend, Leibniz weitere Ausk¨ unfte auf dessen dort erw¨ ahnte (nicht gefundene) Anfrage zu den Urkunden und Siegeln aus Kloster Michaelstein zu geben. — Der n¨ achste Brief der Korrespondenz datiert vom 30. Dezember 1699 (9. Januar 1700); Druck in I, 18. 15 Archivario: Jakob M¨ uller. 15 Cl. . . . Documenta: vgl. N. 64 Erl. u. N. 65. 16 das . . . verhanden: vgl. dagegen N. 75. 19 Prior: A. Gelpke. 19 Superintendenten: N. Sauerwald.

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N. 68

Blanckenb. Der H. Archiv. vermeinet auch, das der H. von Heimb. zur Blanckenb. dergleichen großer liebhaber, und verst¨ andtnis h¨ atte. Was ich weiter darunter verrichten kan, geschiehet herzl. gerne, u. habe ich imzwischen dieses, zur dienstl. Nachricht meldten sollen h...i 5

Wolffenb. den 30ten 7br. 1699 P. S. Herr Herzog Rudolff Aug. Dhl sein zu Hedwigsb. und H. Herzog A. U. Dhl mit dero Fr¨ambden ohne des Herzog von Wirtenb. Dhl noch zu Salzdahl.

68. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Celle, 5. (15.) Oktober 1699. [60. 69.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 60–61. 1 Bog. 4o. 3 S.

Eurer Excellentz habe nebst dinstlichen Gruß von den Herrn Geheimbten Rhat von Bernstorff zu melden, daß Ihm u ¨beraus angenehm seyn w¨ urde, wenn Er mit Ew. Excellentz de Historia Brunsvicensi weitl¨ aufftig zu reden gelegenheit haben w¨ urde. ¨ Ubrigens l¨ asset gedachter Herr von Bernstorff Ew. Excellentz inst¨andig ersuchen, Sie m¨ogten mir doch auf Braunschweig k¨ unfftige nechste post plenissimam instructionem ohnbeschwer u ¨berschicken, darnach ich mich in perlustratione Archivorum zu richten h¨atte. Ich verbleibe h...i Celle d. 5 Octobr. 99.

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Damit man aus England weiter keine brieffe an mich schicken m¨oge; habe ich an den H. Residenten deswegen geschrieben, und zugleich einen brieff an einen von denen Commis in Archiven mit bey geleget. Eure Excellentz wolle so gn¨ adig seyn, und selbige brieffe bey erster gelegenheit fortschicken, weil ich hoffe, Sie werden besser bestellet werden, alß wann Sie in Zellischen paquet mitgehen.

6 f. mit . . . Dhl: vgl. N. 64. 7 Herzog: Christian Ulrich I. Zu N. 68: K wird wahrscheinlich durch N. 69 beantwortet. Beilage waren die unten genannten Briefe und B¨ ucher sowie der extract‘‘. 15 plenissimam instructionem: N. 70. 20 H. Residenten: W. de ” Beyrie. 20 brieff: nicht ermittelt.

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Den letzten extract wegen des feudi, wor¨ uber einer in Franckreich Nachricht verlanget, sende auch hiebey. Beygelegte b¨ ucher geh¨ oren Mr Eccard. 69. LEIBNIZ AN FRIEDRICH AUGUST HACKMANN [Hannover, Mitte Oktober 1699]. [68. 70.]

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¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Privatbesitz (bis 1931 Wernigerode F¨ urstliche Bibliothek Zm 20 N. 8; seitdem Verbleib unbekannt). 1 Bog. 8o. 2 1/2 S. (Unsere Druckvorlage war eine Photographie.) — Gedr.: Ritter, Briefe an Hackmann, 1915, S. 729.

(tit.) Insonders Hochg. H.

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Ich habe noch nicht gelegenheit gehabt von dem bewusten mit dem H. ViceCanzler zu reden, und deßen guthbefinden gem¨aß, meine gedancken zu schicken; zumahl M. h. H. die intention numehr zur gnuge bekand; und die gewinnung der Zeit f¨ urnehmlich zu recommendiren. Ich habe auch H. Professor Hardten von M. h. H. vorhabender reise geschrieben, und ihm anheim gestellet, ob er etwas verlangen wolle. Beziehe mich in ubrigen auf das jenige so mundtlich f¨ urkommen; und nebenst wiederhohlten wundsches einer glucklichen reise verbleibe Meines insonders hochg. Herrn

Dienstergebenster

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G. W. Leibniz.

P. S. Hoffe l¨ angstens aus Wien von M. h. H. glucklicher reise und progress nachricht zu erhalten.

1 f. extract . . . verlanget: nicht ermittelt; m¨ oglicherweise in Zusammenhang mit N. 215. 3 Beygelegte b¨ ucher: nicht identifiziert. Zu N. 69: L antwortet wohl auf N. 68. Unsere Datierung ergibt sich aus der Erw¨ ahnung des Briefes an H. v. d. Hardt vom 6. (16.) Oktober 1699 (N. 333). Der n¨ achste Brief Hackmanns (N. 77) datiert vom 11./21. November 1699. Zuvor erhielt Hackmann noch die von Leibniz entworfene Instruktion f¨ ur seine Reise (N. 70); erst Ende November erreichte ihn in Wien ein Leibnizbrief, der laut Hackmann bereits vom 3. (13.) Oktober datiert (erw¨ ahnt in N. 77, nicht gefunden); vgl. dazu N. 77 Erl. 11 von dem bewusten: m¨ oglicherweise Details des neuen Reiseplans Hackmanns. 11 ViceCanzler: L. Hugo. 12 gedancken: die von Hackmann im Auftrag A. G. v. Bernstorffs bereits angeforderte Reiseinstruktion (N. 70; vgl. N. 68). 17 mundtlich: Gemeint ist wohl die Unterredung Mitte September, vgl. N. 60 Erl.

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N. 70

¨ FRIEDRICH AUGUST HACKMANN 70. LEIBNIZ FUR [Hannover, Mitte Oktober 1699]. [69. 77.]

¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 349 Bl. 1–2. 1 Bog. 2o. 2 1/2 S. Mit einigen Korrekturen. Geringer Textverlust durch ausgerissenen Rand auf Bl. 2 ro.

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Meines ermeßens und soviel ich der Herrn Ministrorum intention begriffen, h¨ atte sich Monsieur Hakeman vornehmlich des Hauptzweckes zu erinnern, welcher auf England gerichtet, alda gewiß daß er etwas nuzliches zu dienst der gndsten Herrschafft außrichten kan, welches anderswo nicht so gewiß. Daher er zweifelsohne die Reisen also anstellen wird, daß er im anfang des Sommers sich in England aufs l¨ angste einfinde. Zu Leipßig wird ihm H. Licentiat Menke, an den ich ihn adressire allerhand guthe adresse geben k¨ onnen. Zu Prage habe ich aniezo keine kundschafft, weilen der H. Baron von Blum, so auß diesen landen, vor einigen Monathen gestorben. Und k¨ ondte nicht schaden sich en passant wegen seiner B¨ ucher und Manuscriptorum zu erkundigen. Zu Wien h¨ atte man sich an den H. von Oberg zu halten, und weilen ich ein Schreiben an den Kayserl. Bibliothecarium Herrn von Neßel mit gebe, der mir vor diesem alle hofligkeit erwiesen, und mit einundandern gewillfahret, so will hoffen, er werde zumahl auf des Herrn von Oberg recommendation sich auch gegen Monsieur Hakeman willf¨ahrig erzeigen. Italien betreffend, werde schreiben an H. Magliabecchi des Großherzogs Bibliothecarium, und H. Lorenzo Zaccagna primo custode della Libreria Vaticana, mit welchen beyden ich kundschafft habe; mit dem ersten aber auch in correspondenz stehe.

Zu N. 70: Die nicht gefundene Abfertigung ist die Instruktion f¨ ur Hackmanns zweite Reise, die dieser im Auftrage A. G. v. Bernstorffs in N. 68 vom 5. (15.) Oktober 1699 von Leibniz angefordert hatte. Daraus ergibt sich der terminus post quem unseres St¨ uckes. Am 7. (17.) Januar 1700 und am 1. (11.) Februar 1700 verfaßte Leibniz f¨ ur Hackmann weitere, mehr ins Detail gehende Instruktionen (Druck in I, 18). 5 der Herrn . . . intention: wahrscheinlich Beschluß der Hauskonferenz in Engensen am 30. September (10. Oktober) 1699. 10 an den . . . adressire: nicht gefunden; vgl. N. 77. 15 f. Schreiben . . . Neßel: nicht gefunden; vgl. N. 77. Leibniz gab Hackmann wahrscheinlich auch ein Schreiben an Bodo von Oberg mit, vgl. N. 394. 20 schreiben: nicht gefunden. 21 Lorenzo Zaccagna: Brief nicht gefunden.

N. 71

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Der Hauptzweck in Italien ist auf Modena gerichtet, umb zu sehen, ob man einigen Aditum zum Archivo, oder Communication darauß erhalten kan. Zu welchem ende man sich haupts¨ achlich an den H. Giannini Secretario di Stato wird zu halten haben. In Franckreich kan vor der hand nichts in specie auftragen, so ist auch noch zeit briefe dahin nachzuschicken. In Genere, recommendire daß man soviel m¨ uglich suche Catalogos Manuscriptorum der Bibliothequen, und designationes diplomatum, darinn die data und wer, auch wem sie gegeben ausgedruckt, zu erhalten, auch wo sie anzutreffen zu notiren, damit man hernach, hwasi etwa guthbefunden war deren copey suchen k¨ onne. Solte man auch leute antreffen, so in diesem genere eruditionis welches auff Historiam mediam illustrandam gehet, etwas ungemeines gethan, wurde deren kundschafft n¨ uzlich seyn. Das beste wird in u ¨brigen seyn, daß man außer Modena, und England nichts von der intention und habenden ordren melde; weilen es zu nichts anders dienet, als nachdencken, jalousie und schw¨ uhrigkeit zu erwecken, auch mehrere kosten zu verursachen; als sonst n¨othig wenn man sich bloß als einen Reisenden auff¨ uhrt, der zu seiner curiosit¨ at und information allerhand, zumahl ad res patrias dienliches zu bemercken trachtet. Schließlich hoffe es werde H. Hakeman zu zeiten dienliche nachricht geben, damit man ihm auch bey zeiten in einem und andern die dießeitige gedancken dar¨ uber zuschreiben k¨ onne.

¨ 71. FRIEDRICH WILHELM VON GORTZ AN LEIBNIZ Clausthal, 10. (20.) Oktober 1699. [72.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 321 Bl. 12. 4o. 2 S.

9–11 Solte . . . seyn erg. am Rande L

3 Giannini: vgl. N. 77 Erl. Zu N. 71: K wird beantwortet durch N. 72. Beilage war der Probeabdruck der S. 88 Z. 2 erw¨ ahnten Medaille.

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¨neburg i. haus braunschweig-lu Monsieur

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N. 72

Clausthall ce 10 de 8bre 99

J’ay trouv´e ` a mon arrivee la medaille toute faite `a la reserve qu’elle n’a pas est´e tremp´ee, ce que l’ouvrier a fait expres, afin qu’il y puisse encore changer quelque chose en cas qu’il fut jug´e necessaire. Come je n’ay pas voulu en decider je vous en envoi l’empreinte par cet exprez Mons. pour vous prier de me mander si vous y trouvez encore quelque chose ` a redire, si non la medaille pourra estre tremp´ee d’abord et envoy´ee `a Hanover. Pour moy je n’y trouve rien ` a redire et la crois tres bien faite hors le soleill qui pourroit avoir des rayons plus longs et en plus grande quantit´e. Je vous prie Mons. de redepescher cet expres le plus tost qu’il sera possible et de me croire passionnement Monsieur

Vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Goertz.

¨ 72. LEIBNIZ AN FRIEDRICH WILHELM VON GORTZ Hannover, 12. (22.) Oktober 1699. [71.]

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¨ Uberlieferung: L verworfene Abfertigung: LBr. 321 Bl. 16. 4o. 2 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen. Eigh. Anschrift.

Monsieur

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Hanover 12 Octob. 1699.

Le coin de la Medaille dont Vostre Excellence m’a fait l’honneur de m’envoyer l’empreinte me paroist tres bien fait; et je ne doute point que le medailleur ne se mette en estat de reussir de plus en plus, et d’acquerir un jour de la reputation. Je crois que le tout paroistra encor bien mieux sur le metal que sur le gyps, parce qu’alors il y aura un poli au fonds, qui rehaussera le reste.

2 medaille: die von Leibniz entworfene Medaille zur Verm¨ ahlung des R¨ omischen K¨ onigs Joseph mit Wilhelmine Amalie von Braunschweig-L¨ uneburg. Vgl. die Abbildung bei Brockmann, Medaillen, 2, 1987, S. 59 (Nr. 663), sowie N. 21 und N. 22. 3 ouvrier: S. Lambelet. Zu N. 72: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 71. Der n¨ achste u ¨berlieferte Brief von G¨ ortz datiert vom 30. Mai 1700 (Druck in I, 18). 17 Medaille: vgl. N. 71 Erl. 18 medailleur: S. Lambelet.

N. 72

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Il seroit pourtant mieux, comme V. E. le juge avec sa penetration ordinaire, qu’`a l’imitation de son propre dessein, le medailleur eˆ ut un peu prolongu´e les rayons du soleil jusqu’`a se perdre insensiblement, en forme d’´eclat qui eˆ ut environn´e cet astre. C’est ce qui pourroit estre adjout´e aisement, si on le juge `a propos. Et peut estre que par la mˆeme raison il eˆ ut est´e bon, que l’arc en ciel, qui est lumineux aussi, eˆ ut jett´e hors de son corps quelque apparence de lumiere, marqu´ee de traits tres foibles. Mais en tout cas, quand cela demeureroit comme il est, il n’y auroit point de mal. J’espere qu’encor l’inscription pour l’autre cost´e de la medaille sera grav´ee comme il faut. Je ne doute point que la belle saison ne contribue `a vostre divertissement, Monsieur, et plus encor la bonne compagnie; mais plus que tout l’abondante raccolte que j’espere que le Harz vous fournira. Et cela joint aux bonnes grives de del` a, et aux bonnes alouettes d’icy mais sur tout ` a vostre bon vin, sera ce qu’on appelle miscuit utile dulci . Je vous souhaitte beaucoup et souvent de ces utilit´es si douces, comme estant Monsieur de Vostre Excellence le tres humble et tres obeissant serviteur Leibniz

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A Monsieur Monsieur le Baron G¨ orz `a Clausthal P. S. Monsieur le Comte de Dietrichstein vient d’arriver ce matin. On dit que la Cour viendra demain en ville pour quelques jours. Ce qui nous a allarm´e assez est un je ne s¸cay quel accident arriv´e ` a la Reine des Romains, qui faisoit craindre. Mais on dit pourtant qu’elle s’est remise. Je viens de l’entendre presentement sans avoir le temps de m’informer des particularit´es. Mais je m’imagine que d’autres vous en ´ecriront, Monsieur, plus distinctement. On dit aussi que 15 vaisseaux de guerre danois se sont post´es `a l’isle de Bornholm, et que cela fait craindre une rencontre avec l’escorte du transport suedois, ce qui seroit le signal d’une rupture dont on se passeroit pourtant volontiers partout comme je crois. Et je crains que cette guerre si on y entroit, ne serve qu’`a donner occasion `a la France d’exercer cette autorit´e qu’elle semble avoir dans le Nord, pour mettre le hol` a.

11 raccolte: Als Kammerpr¨ asidenten oblag F. W. v. G¨ ortz die Aufsicht u ¨ber die Ertr¨ age des Harzbergbaus. 13 miscuit . . . dulci: Q. Horatius Flaccus, Epistulae, 2, 3, 343. 17 Dietrichstein: F. A. v. Dietrichstein, 1691–1699 kaiserlicher Gesandter in Hannover. 19 Reine: Wilhelmine Amalie. 24 transport suedois: die erwartete Verlegung schwedischer Truppen nach Holstein im Vorfeld des Nordischen Krieges.

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73. CHARLES-NICOLAS GARGAN AN LEIBNIZ Herrenhausen, 14. (24.) Oktober 1699. [20.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 298 Bl. 7. 4o. 1 S. Textverlust durch Siegelausriß.

Herrenhausen ce 14e Octob. 1699 5

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Vous saur´es sans doute que Monsieur le Comte de Dietrichstein eut hier audience de L. A. E. et ayant d´elivr´e ` a Madame 2 lettres de l’Imperatrice j’ai besoin de ma Titulature, que je vous supplie Monsieur de donner au porteur de la presente. je vous la renverrai dans deux ou trois jours, [si vous] la souhait´es ravoir et vous pour´es la garder apr`es tant qu’il vous plaira. h...i

74. JOBST CHRISTOPH REICHE AN LEIBNIZ [Hannover, Ende Oktober 1699]. [85.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 762 Bl. 21. 4o. 2 S.

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Ich gebe mir die ehre, hiebey einige Ratisbonensia zu schicken, unter welchen sich in specie auch der schluß wegen des newen Calenderwerckß finden wird. Daß ich eine Zeitlang mit schickung dergleichen Ratisbonensium discontinuiret, ist dahero gekommen, weil ich verschiedentlich, wann ich etwas schicken wolen, vernomen daß Mein Hochgeehrtester Herr Geh. Justiz-Rath verreiset w¨are, und ich vermuhtet, sie w¨ urden, wann sie etwas von dergleichen sachen weiter verlangeten, mir, wie vor diesem

Zu N. 73: Der n¨ achste Brief (Gargan an Leibniz) datiert vom 10. April 1700 (Druck in I, 18). 5 Dietrichstein: F. A. v. Dietrichstein; vgl. N. 72 Erl. 6 L. A. E.: Kurf¨ urst Georg Ludwig und Kurf¨ urstin Sophie. 6 Madame: Sophie. 6 Imperatrice: Eleonore Magdalene Therese von Pfalz-Neuburg. 6 Titulature: Gemeint ist wohl ein (nicht identifiziertes) Titularbuch. Zu N. 74: Beilage zu K waren Relationen vom Reichstag in Regensburg, darunter befanden sich m¨ oglicherweise auch (teilweise) die in N. 76 genannten St¨ ucke. Einen Anhaltspunkt f¨ ur die Datierung liefert die Erw¨ ahnung des Beschlusses der evangelischen Reichsst¨ ande vom 3. Oktober 1699 (vgl. Z. 14). 14 schluß . . . Calernderwerckß: das Conclusum Corporis Evangelicorum‘‘ vom 23. September (3. Okto” ber); vgl. T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 696 f.

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zu geschehen pflegen, nach dero wiederkunfft deshalber bedeutung thun laßen; gestalten ich dann auch, welcher gestalt ich mich ratione futuri darunter verhalten solle, beliebigen befehl erwarten wil. Ich zweifele nicht, sie werden diese sachen, nach dem sie verlesen, mir wiederzukomen zu laßen belieben. Wann es auch gelegen seyn m¨ ogte, mir die von vorige Jahren noch bey sich habende Acta Ratisbonensia und auch Electoralia einst wiederzuschicken, w¨ urde ich daf¨ ur sehr obligiret seyn. Es gilt mir gleich, ob sie in mein hauß oder auf die Cantzelein geschicket werden, und wil ich allezeit parat seyn, sie an einen oder anderen ohrte zu empfangen.

75. JOST HEINE VON HEIMBURG AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 3. (13.) November 1699. [65.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 383 Bl. 2–3. 1 Bog. 4o. 3 S. Bibl.verm.

HochEdler, HochzuEhrender Herr Geheimter Raht. Gleichwie die Ehre, so E¨ uer HochEdl. durch Dero Geneigtes Schreiben, so doch zimlich sp¨at, und allererst f¨ ur 14 Tagen, u ¨ber Wolffenb¨ uttel erhalten, und darin geschehene Versicherung Ihrer G¨ utigen Wolgewogenheit, mir erweisen wollen, sehr hoch zu aestimiren Ursache habe; also beklage um so viel mehr, daß ich so ungl¨ ucklich gewesen, und nach dem einen so wehrten Brieff, den sonder Zweifel wol verwahrlich hingeleget, nicht wieder auffinden k¨ onnen, auch solcher Gestalt behindert worden bin mit der schuldigen Antwort ehender auffzuwarten. So viel mir indeßen auß dem Inhalt beyf¨allig, vermeine, daß E¨ uer HochEdl. nach der bereit im Julio a. c. nacher Zelle begehrten Nachricht, was etwa in des Closters Michelstein Archivo von Anhaltischen Siegeln, ex seculo decimo quinto, verhanden, gleichfals gefraget, diene demnach darauff, daß alles was von dergleichen zusammen zubringen gewesen anno 1690 nach Wolffenb¨ uttel gefordert, und von da,

7 Acta . . . Electoralia: Die Akten dieser Provenienz befinden sich in Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 11 und Cal. Br. 22 XXII. Zu N. 75: K antwortet auf N. 65. 21–23 nach . . . verhanden: vgl. N. 64 Erl. 23–92,1 daß . . . communiciret: vgl. N. 84 Erl.

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wie mir nicht anders wißend, zu der Sachsenlauenburgischen Sache communiciret. Vor jetzo wird nichts mehr u ¨brig sein als noch 3 bis 4 dergleichen Anhaltische Briefe cum sigillis, so sub finem seculi 13, und einer, so mit dem ersten Anfang seculi 14 datiret. Solte E¨ uer HochEdl. damit einiger Gefalle zu erweisen sein, oder sonst etwas hiesiges Orts zu Dero Diensten vorfallen, bitte mir zu befehlen, und gewiß zu glauben, daß ich, mit allem Dero Weltbelobten meriten schuldigem respect, jederzeit beharre E¨ uer HochEdl. meines HochzuEhrenden H. Geheimten Rahts ergebenster Diener Blankenburg, den 3 Novembris, 1699.

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Jost Heine von Heimburg.

¨ DIE GEHEIMEN RATE ¨ 76. LEIBNIZ FUR IN HANNOVER [Hannover, 1. H¨ alfte November 1699]. [66.]

¨ Uberlieferung: L Konzept: Berlin Archiv d. Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Nachlaß Leibniz Nr. 1, Bl. 85. 8o. 1 3/4 S. Mit einigen Streichungen.

1–3 Vor . . . datiret: In einem f¨ ur die Herz¨ oge Anton Ulrich und Rudolf August von BraunschweigWolfenb¨ uttel am 29. Juli 1699 (a. St.) angefertigten Verzeichnis der noch im Kloster Michaelstein be¨ttel Nieders¨ findlichen anhaltinischen Urkunden (Wolfenbu achs. Staatsarchiv 2 Alt 9493) werden f¨ unf Urkunden von 1287, 1290, 1293, 1294 und 1301 genannt. M¨ oglicherweise wurde dieses Verzeichnis aufgrund der Anfrage Ch. Schraders angefertigt. Vgl. auch N. 407. Zu N. 76: Die von Leibniz S. 93 Z. 13–18 angef¨ uhrten Aktenst¨ ucke, die der Helmstedter Theologischen Fakult¨ at f¨ ur ein Gutachten zur Kalenderreform zugesandt werden sollten, waren allesamt Beilagen zu Chr. Schraders Relationen vom Reichstag in Regensburg zwischen dem 16. (26.) September und dem 12. (22.) Oktober 1699. Sie waren (zumindest teilweise) mit N. 74 von J. Chr. Reiche an Leibniz weitergeleitet worden. Die Numerierung entspricht der Beilagenz¨ ahlung in Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 11 Nr. 1285 I und II (starke Wassersch¨ aden). Eine Parallel¨ uberlieferung (f¨ ur die Helmstedter Fakult¨ at angefertigte und nach Hannover zur¨ uckgelangte Abschriften) befindet sich ebd. Cal. Br. 23 Nr. 664 Bl. 1–26. Die letztgenannte Beilage zu einer Relation Chr. Schraders und das Datum des Reskripts an die Helmst¨ adter Theologische Fakult¨ at (vgl. S. 93 Z. 1 Erl.) liefern unter Ber¨ ucksichtigung der Postlaufzeiten Anhaltspunkte f¨ ur die Datierung. Ein weiteres St¨ uck zur Kalenderreform lieferte Leibniz Ende Januar 1700 an die Geheimen R¨ ate (Berlin Archiv d. Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Nachlaß Leibniz, Nr. 1, Bl. 32–33); Druck in I, 18.

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Ich solte vermeinen, der scopus des Rescripti nacher Helmst¨adt, w¨ urde bloß dahin gehen, daß nachdem wegen der Evangelischen Churf¨ ursten, F¨ ursten und St¨ande bey der ReichsVersamlung zu Regenspurg die verbeßerung des Calenders resolviret worden, und selbige fristets Gott den 18 Feb. kunfftiges jahres den anfang nehmen soll, gleichwohl aber ein und anders dabey zu u ¨berlegen seyn m¨ochte, auch zumahlen beliebet worden, daß fernere communication zwischen gelehrten leuten in und außerhalb Reichs, so nicht weniger Canonum Ecclesiae als der Astronomischen wißenschafft kundig, gepflogen werden solle, damit kunfftigen irrthumern vorgebauet w¨ urde, so seyn guth befunden worden, der Theologischen Facult¨ at der Julius Universit¨at, zumahlen da 2 deren membra Mathesin dociret, die beylagen zu communiciren, umb was etwa vor bedencken und considerationes in gedachter Facult¨ at dabey vorkommen m¨ochten, forderlichst zu vernehmen. Solche beylagen k¨ ondten seyn Judicium Mathematicorum Svecorum no 218. Des K¨onigs in Schweden schreiben no 220. Eines gewißen professoris Matheseos gedancken uber der Schwedischen Mathematicorum bedencken no 223. Des Evangelischen Corporis conclusum no 230. 231. Schema des verbeßerten Calenders so von Regensp. eingeschickt worden 240.

2 nachdem versehentl. gestr. L, korr. Hrsg.

6 so versehentl. gestr. L, korr. Hrsg.

1 Rescripti: nicht gefunden. Das Begleitschreiben der Helmst¨ adter Fakult¨ at zu ihrem Gutachten vom 4. (14.) Dezember 1699 nennt den 11. (21.) November als Datum f¨ ur das Reskript; vgl. Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 23 Nr. 664 Bl. 40–41 (Begleitschreiben) und Bl. 42–49 (Gutachten). 9 2 . . . membra: J. A. Schmidt und Chr. T. Wideburg. 13 no 218: Judicium quorundam in Suecia Mathematicorum de reformatione Calendarii circa A. C. 1700 (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 23 Nr. 664 Bl. 3–5). 14 no 220: Brief Karls XII. vom 19. (29.) August 1699 (Abschrift, Regensburg 16. (26.) September 1699; a. a. O. Bl. 1–2). 15 professoris: J. Meyer. 16 no 223: Unvorgreiffliche Gedancken des Professoris Matheseos zu Regensburg u ¨ber die Vorschl¨ age der H. H. Mathematicorum in Schweden, das Calender-Wesen betreffend (a. a. O. Bl. 7–17). 17 no 230. 231: Gemeint sind das Conclusum Corporis Evangelicorum‘‘ vom 23. September (3. Oktober) 1699 und ” die dazu erlassenen Ausf¨ uhrungsbestimmungen (a. a. O. Bl. 19–20 und Bl. 21–22). 18 240: vgl. a. a. O. Bl. 23–26.

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77. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Wien, 11./21. November 1699. [70. 80.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 62–63. 1 Bog. 4o. 4 S.

Wien d. 11/21 Nov. 1699. 5

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Eurer Excellentz h¨ atte ich aus Leipzig geschrieben, wenn ich nicht Ihrer Erinnerung alzu sorgf¨altig w¨are eingedenck gewest, daß ich mit aller geschwindigkeit durch die ¨orter, wo ich nichts ex Archivis oder Bibliothecis zu hoffen h¨atte, passiren m¨ogte. Ich bin alßo nicht l¨ anger alß vier stunde in Leipzig geweßen, und habe mich alda allein mit den H. Licentiat Menken, an welchen Sie mir Recommendation mitgegeben, ergetzet. Er hat mir zwar keine briefe nach Italien mitgeben, dennoch einige Gelehrte, alß den Valettam, Parthenium, Fabretti, Bonanni, Palatium, Bulifon gelobet, bey welche ich mich angeben k¨onte. Wenn ich mir die Zeit nehmen wollen, h¨atte ich vielleicht gute dinge von einen Leipziger Doctore nahmens G¨ otze erfahren k¨onnen, alß welcher erst vor zweene Monathen aus Italien kommen, und u ¨beraus curiose dinge soll observiret haben. Den H. Stryk und Thomasium habe ich zu Halle besuchet, und hat der erste daf¨ ur gehalten, daß wenn man denen Anhaltinis ein st¨ uck geldes praesentirte, Sie sich ihres Rechtes auf das Saxen-Lauenburgische (wie er mihr dann versichert, daß er solches aus des F¨ ursten von Berenburgs munde geh¨ ort) begeben wolten: der ander aber, nemblich der H. Thomas, bedaurete seinen errorem, den er darin begangen, daß er in seinen notis ad Monzambanum etwas zu frey von den Electoratu nono geschrieben.

Zu N. 77: K ist der erste Brief, den Hackmann seinem Auftrag entsprechend (vgl. N. 70) w¨ ahrend seiner zweiten Reise an Leibniz sandte. Er antwortet auf den S. 95 Z. 10 f. erw¨ ahnten Leibnizbrief vom 3./13. Oktober 1699 (nicht gefunden; vgl. N. 69 Erl.) und wird, zusammen mit N. 80, durch Leibniz’ Brief vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700) beantwortet sowie in Leibniz’ Brief an Hackmann vom 1. (11.) Februar 1700 erw¨ ahnt (Druck jeweils in I, 18). 9 Recommendation: nicht gefunden. 13 Leipziger . . . G¨ otze: eventuell der Leipziger Jurist G. Chr. Goetze. 16–18 Sie . . . wolten: vgl. W. Junge, Leibniz und der Sachsen-Lauenburgische Erbfolgestreit, Hildesheim 1965, S. 140. 18 F¨ ursten von Berenburgs: Victor Amadeus von Anhalt-Bernburg. 19 f. notis ad Monzambanum: S. v. Pufendorf, De statu imperii Germanici, 1667. Editio novissima a Chr. Thomasio, 1695. Bemerkungen zur Anzahl der Elektorate finden sich in Thomasius’ Anmerkungen zu Kapitel 4.

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Auf der Reiße nach Wien habe ich einen Edelman angetroffen, welcher ein unglaubliches Arcanum hat; daß er nemlich mit 600 Mann eine gantze Arm´ee von 2– biß 300 000 wil aus den Felde schlagen. Er hat solches dem K¨onig von Pohlen offenbahren wollen, man hat Ihn aber biß dato noch nicht zur Audientz gelassen. Ich habe alle m¨ uhe angewandt, umb etwas von dießen Arcano zu erfahren: Er hat mir aber nichts anders sagen wollen, alß daß ich ein gewisses b¨ ohmisches buch, Straha genant, nachschlagen und aufsuchen solte, worin ich die vestigia zu dießes Arcanum finden w¨ urde. Denn der ber¨ uhmte Hussitarum Dux h¨ atte sich dessen mit großen nutzen und Ruhm bedienet; wiewohl er selbiges nicht in der perfection, wie er es nun weiter ausgedacht, gehabt. Itzt, da ich dieße Seite anfange, empfange ich Eurer Excellentz frantz¨osischen brieff von 3/13 Octobr., daraus ich dann vernehme, daß man zu Wolffenb¨ uttel den Catalogum der Mstorum, welche in Kayserlicher Bibliothec vorhanden, bereits von H. Lambecio eingeschicket, aufhebe. Wenn ich dießes vorher gewust, h¨atte ich viel Zeit und M¨ uhe sparen k¨ onnen. Indessen ist mir lieb, daß ich die Kayserliche Bibliothec genau kennen lernen, welche nun mehr weit anders von den H. Nessel disponiret, alß zu Lambecii Zeiten. Der H. Nessel, welcher Eure Excellentz dienstschuldigst gr¨ ußet, erweißet mir große h¨oflichkeit, welches ich dann Ihrer hochgeneigten Recommendation, wof¨ ur ich nochmahlen unterth¨anig dancke, allein zuschreibe. Das meiste welches ich bedaure ist dießes, daß der H. Nessel propter acutissimos pedum dolores nicht nach der Bibliothec kommen, und mihr selbst anweißung geben kan. Ubrigens werde ich mich nicht l¨ anger alß k¨ unfftigen Mitwochen alhie aufhalten, alßdann ich verhoffe, daß der Herr Gannini, der Premier Ministre des Hertzogen von Modena, mit seinen Recommendation brieffe werde fertig seyn. Es wird derselbe dießen gantzen winter, oder vielmehr, solang die verwitwete Hertzogin Durchl. der K¨onigin Frau

1 Edelman: nicht identifiziert. 2 f. daß . . . schlagen: In einer gestrichenen Partie seines Antwortkonzepts vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700; Druck in I, 18) ¨ außert Leibniz die Vermutung, es handele sich hier um ein Ger¨ ucht. 3 K¨ onig von Pohlen: August II. 8 Dux: Jan Ziska. 11 f. Catalogum . . . Lambecio: P. Lambeck, Commentariorum de Augustissima Bibliotheca Caesarea Vindobonensi liber I–VIII , 1665–1679. 17 Recommendation: nicht gefunden. 21 k¨ unfftigen Mitwochen: 15. November n. St. Tats¨ achlich blieb Hackmann mindestens bis zum 18. November n. St. in Wien, vgl. N. 80 u. N. 394. 22 Hertzogen: Rinaldo III. 23 Recommendation brieffe: vgl. N. 80 u. N. 394. Gefunden wurde nur der Brief A. Gianninis an G. Galliani vom 5. November 1699 (gedr.: Muratori, Scritti inediti, [2], 1872, S. 36). 24 Hertzogin: Herzogin-Witwe Benedicte von Braunschweig-L¨ uneburg. 24 K¨ onigin: Wilhelmine Amalie.

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Mutter sich alhie aufh¨ alt, an Kayserlichen hoffe verbleiben. Er hat mir aber versprochen, daß er meine Sache so nachdr¨ ucklich seinem gn¨adigen Herrn recommendiren wolte, alß w¨are er selbst gegenwertig, und solte ich in geringsten nicht zweifeln, daß mir alle Sachen in Archivo nicht solten gezeiget werden. Denn obgleich dasselbe nicht in der ordnung, wie es billig seyn solte, so w¨ are doch ein gewisser Franciscaner, der die nothwendigsten Sachen zimlich rangiret. Die Hertzogin hat mir auch recommendation versprochen, und, nachdem Sie eine gute Zeit mit mir von der Braunschweigischen Historie geredet, Eure Excellentz h¨ochst ger¨ uhmt. Wann ich die Hertzogin und den H. Jannini nicht alhie erwarten m¨ ussen, w¨are ich schon zu Modena. Denn weil dieße alles an hoff zu Modena durchtreiben k¨onnen, und ich auch an beyde brieffe hatte, w¨ urde ich, wie mir deucht, nicht wohl gethan haben, wenn ich nicht vorher meine Commission bey selbige erst insinuiret. Habe solches so wohl an des H. Graff v. Platen, alß des H. v. Bernstorffs Excellentzen bereits geschrieben. Da ich dann verhoffe, Sie werden dießer Umbst¨ande wegen meine l¨angere Verweilung alhie nicht ungn¨ adig aufnehmen. Zu Venedig und Padua werde ich mich nicht drey tage aufhalten, und u ¨brigens meine Reiße so einrichten, daß ich, wie Eure Excellentz es f¨ ur gut erachten, k¨ unfftigen Sommer, so Gott wil, durch Franckreich in Engeland gehe. Das Journal, dessen Ew. Excellentz gedencken, wil ich zu Modena, alwo ich besser Musse alß alhie, habe aufsetzen, und fein sauber schreiben; da ich dann bey dießer gelegenheit unterth¨ anig bitte, Ew. Excellentz wollen meine geschwinde unleßerliche Schrifft nicht ungn¨ adig aufnehmen. Der H. Professor Hardt ist alzu argwohnisch, und zweifle ich sehr, daß der Hertzog RA. von Ihn disponiret wird, daß man mich chargiret f¨ ur Sie etwas aufzusuchen. Ich

5 Franciscaner: Gemeint ist wohl der Jesuit Gamberti. 7 versprochen: vgl. N. 80 u. N. 394. 11 an beyde brieffe: nicht gefunden; vgl. N. 80. 13 an . . . Platen: nicht gefunden; erw¨ ahnt im Brief Leibniz’ an Hackmann vom 1. (11.) Februar 1700 (Druck in I, 18). 13 H. v. Bernstorffs: nicht gefunden; erw¨ ahnt im Brief Leibniz’ an Hackmann vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700; Druck in I, 18). 16 Zu . . . aufhalten: Am 28. Dezember schreibt Hackmann aus Venedig, wo er bereits einige Tage verbracht hatte (vgl. N. 104). Am 29. Dezember d¨ urfte er von dort aufgebrochen sein, am Neujahrstag kam er in Modena an (vgl. seinen Brief vom 16. Januar 1700; Druck in I, 18). 19 Journal: wohl der von Leibniz erbetene, von Hackmann mehrmals angek¨ undigte Bericht u ¨ ber seine erste Reise nach England und Holland, vgl. N. 53 u. N. 60. 23 Der . . . argwohnisch: m¨ oglicherweise Bezug auf Leibniz’ nicht gefundenen Brief an Hackmann, angeblich vom 3./13. Oktober; vgl. N. 69 Erl. sowie N. 333 und N. 341. 23 f. Hertzog RA.: Herzog Rudolf August von Wolfenb¨ uttel.

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wil dennoch k¨ unfftig an beyde schreiben; da ich dann unterth¨ anig bitte, Eure Excellentz wollen auch mein interesse, so viel es m¨oglich, an dießen ort, hochgeneigt recommendiren. Ich verbleibe mit schuldigsten Respect h...i Bey nechster Post werde wieder schreiben.

78. LEIBNIZ AN HERZOGIN BENEDICTE [Hannover, 23. November 1699]. [79.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. F 24 Bl. 49–50. 1 Bog. 4o. 1 S. auf Bl. 49 vo. — Auf Bl. 49 ro L von N. 389, auf Bl. 50 L N. 79.

A S. A. S. Madame la duchesse de Bronsvic J’espere que V. A. S. sera arriv´ee en parfaite sant´e aupr´es de la Reine sa fille, et que cela contribuera beaucoup ` a son contentement, et `a nostre bonheur. Dieu veuille que nous en recevions bientost des nouvelles ` a souhait. Cependant voici nos voeux en medaille, dont j’ay fourni la pens´ee conformement aux ordres de Monseigneur l’Electeur mon maistre, et `a l’exemple de la Medaille Historique qu’on fit pour le mariage de Madame la duchesse de Modene. On l’a fait de meme icy, et d’un cost´e le temps et lieu du contract du mariage avec les souhaits d’Hanover, dont je suis l’interprete, et de l’autre, il y a une devise. Le papier cyjoint, et plus encor l’inspection de la medaille, serviroit `a mieux connoistre ce qui en est. J’ay adjout´e trois exemplaires de la medaille mˆeme, et suppliant

16 il y a (1 ) la devise de l’arc celeste ou Iris, que Dieu mˆ eme a voulu declarer le symbole du bonheur general des hommes. C’est une des plus grandes merveilles de la nature, mais en recevant de son soleil son supreme ´ eclat, elle donne de l’esperance ` a la terre (2 ) une devise L

Zu N. 78: Die nicht gefundene Abfertigung wird beantwortet durch N. 98. Die Datierung ergibt sich aus L2 von N. 389, die zusammen mit N. 79 und drei Exemplaren von Leibniz’ Gl¨ uckwunschmedaille (vgl. N. 389 Erl.) Beilage zum vorliegenden Brief war. 12 nouvelles: Geburt des ersten Kindes. Die Tochter Maria Josepha wurde am 8. Dezember 1699 geboren. 14 f. Medaille . . . Modene: vgl. diese Medaille bei Brockmann, Medaillen, 2, 1987, S. 56 f., Nr. 660; vgl. auch Leibniz’ diesbez¨ ugliche Korrespondenz in I, 12. 17 papier: vgl. N. 79. 19 f. que Dieu . . . hommes: vgl. 1. Mose 9, 12–17.

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V. A. S. de les agreer et faire ` a la Reine ` a qui j’en ay voulu faire ma cour dans la lettre que j’ay pris la libert´e de luy en ´ecrire; je suis avec devotion Madame de Vostre Altesse Sme le tres sousmis et tres obeissant serviteur Leibniz.

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¨ HERZOGIN BENEDICTE UND KONIGIN ¨ 79. LEIBNIZ FUR WILHELMINE AMALIE Beschreibung einer Medaille anl¨ aßlich der Hochzeit zwischen Wilhelmine Amalie und dem R¨omischen K¨ onig Joseph. Beilage zu N. 78. [79. 98.]

¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. F 24 Bl. 49–50. 1 Bog. 4o. 2 S. auf Bl. 50. — Auf Bl. 49 ro L von N. 389, auf Bl. 49 vo L von N. 78.

Medaille Historique MATRIMONIO CONTRACTO INTER IOSEPHVM ROMANORVM REGEM AVGVSTVM ET WILHELMINAM AMALIAM PRINC. BRVNSVIC. ET LVNEBVRG. MVTINAE XV. IAN. M.DC.IC. 15

QVOD F. F. Q. SIT. —————————— VOTA HANOVERANA

12 f. ROMANORVM (1 ) REGEM (2 ) AVGVSTVM L

1 lettre: N. 389. Zu N. 79: Leibniz wollte zun¨ achst die Erkl¨ arungen zu der von ihm entworfenen Medaille anl¨ aßlich der Hochzeit zwischen Wilhelmine Amalie und dem R¨ omischen K¨ onig Joseph (vgl. N. 78 Erl.) in seinen Brief an Herzogin Benedicte integrieren (vgl. N. 78 Varianten), entschied sich dann aber f¨ ur eine separate Abfertigung (nicht gefunden) des Erl¨ auterungstextes (vgl. ebd.). Eine erweiterte, nicht im Kontext der Korrespondenz stehende Fassung dieser Medaillenerkl¨ arung ist u ¨ berliefert in LH V 4, 3 Bl. 103–103b (Druck in Reihe IV).

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Au Revers il y a la devise de l’arc celeste ou Iris, que Dieu mˆeme a voulu declarer le simbole du bonheur general des hommes. C’est une des plus grandes merveilles de la nature; mais recevant de son soleil son supreme eclat, elle donne de l’esperance `a la terre tout comme nostre grande Reine. C’est ce que marquent ces mots: ACCEPTO PRAEBET SPEM LUMINE TERRIS On voit en bas le Danube en forme d’un Dieu de fleuve, qui d’une main verse en meme temps de l’eau de son urne, et des richesses de sa corne d’abondance sur le beau paysage o` u il serpente; pendant que l’autre bras est soutenu de l’ancre (marque de l’esperance) o` u l’aigle arm´ee de la foudre de Jupiter se voit perch´ee. Voici des vers qui peuvent contribuer `a l’explication:

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Merveilleuse par elle mˆeme Iris de son soleil prend son ´eclat supreme: Et cet heureux aspect de si belles amours Nous fait d’un siecle d’or attendre les beaux jours. Ce distique latin dit apeupres la mˆeme chose:

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Sole suo et proprio Thaumantias alma decore Fulget et in terris omina laeta facit. On en fait encor ce quatrain italien: Miri il sol l’Iri sua, e per diletto Gli colma il vago sen d’aureo tesoro E di fiamme amorose il bell’aspetto Ricondurci promette il secol d’oro.

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Et cet autre Allemand: Iris gl¨ anzt von ihrer Sonne Und mit angebohrner Zier. Dieß bringt hofnung ne¨ uer Wonne Und der g¨ uldnen Zeit herf¨ ur.

1 f. que Dieu . . . hommes: vgl. 1. Mose 9, 12–17.

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80. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Wien, 18./28. November 1699. [77. 104.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 64–67. 2 Bog. 4o. 8 S.

`a Vienne ce 18/28 Nov. 99. 5

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Ayant ce soir recˆ u les lettres de Madame la Duchesse Douairiere de Brounsvic, et de Mr le Comte Giannini, dans les quelles ma commission est recommand´ee `a S. A. S. Monsgr le Duc de Modene; je me prepare de partir d’icy demain apres midy. Afin que je puisse ´etre bientost ` a Modene, je prends la poste extraordinaire avec un Amy, nomm´e Numens, qui ayant l’honneur de Vostre connoissance se recommande `a Vostre bonne Grace. Madame la Duchesse ayant parl´e de Vous avec beaucoup d’avantage et d’estime me chargea de Vous saluer de sa part. Elle me fit la Grace de me dire, que je devois ´etre son Avantcoureur, pour annoncer ` a Madame la Duchesse de Modene, sa fille, l’heureux accouchement de la Reine, qu’on espere en huit jours tout au plus tard. Je Vous prie treshumblement, Monsieur, de m’excuser aupres des Messieurs les Ministres, que je ne puis faire autrement, que d’attendre icy le Premier Confidant de S. A. S. Msgr le Duc de Modene, de luy donner les lettres, que j’avois de S. E. Msr le Comte de Plate; et de luy insinuer ma commission. Car comme il est le Favori du Prince, on peut rien obtenir, dans cette cour sans luy et sans sa Recommandation.

14 vous pris K, korr. Hrsg.

Zu N. 80: K , u ¨ ber die Hofpost gekommen, wird zusammen mit N. 77 durch Leibniz’ Brief vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700) beantwortet und wird in Leibniz’ Brief an Hackmann vom 1. (11.) Februar 1700 (Druck beider Briefe in I, 18) sowie eventuell bereits in N. 83 erw¨ ahnt. Beischluß war der S. 102 Z. 20 erw¨ ahnte Brief an Hackmanns Mutter. 5 lettres: Von diesen Briefen wurde allein das Schreiben C. A. Gianninis an den modenesischen Minister G. Galliani vom 25. November 1699 (vgl. N. 77) gefunden. Die Empfehlungsschreiben sind erw¨ ahnt in N. 394. 5 Madame: Herzogin-Witwe Benedicte. 7 Duc: Rinaldo III. 8 un . . . Numens: vgl. den Brief von Leibniz an Hackmann vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700) (Druck in I, 18) mit der Mitteilung, er sei sich dieser Bekanntschaft nicht bewußt. 12 Madame: Charlotte Felicitas. 13 accouchement . . . Reine: Die R¨ omische K¨ onigin Wilhelmine Amalie stand kurz vor der Geburt ihrer Tochter Maria Josepha (am 8. Dezember 1699). 14 f. Messieurs les Ministres: die Geheimen R¨ ate in Hannover und Celle. 15 le Premier Confidant: C. A. de Giannini.

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Pendant le temps, que j’ay ´et´e icy, je suis presque toˆ ujours occup´e dans la lecture des Manuscrits latins Historiques, desquels ny Lambecius ny un autre a fait l’inventaire. J’ay trouv´e des excellens parmy eux, dont on pourroit tirer beaucoup de lumieres pour nostre histoire, si on avoit une particuliere permission de Sa Majest´e imperiale. Car sans elle Mr de Nessel ne veut permettre d’en prendre des Copies. On va incorporer dans la Bibliotheque publique celle du feu Comte de Kingsky, Chancelier de Boheme, qui contient des Manuscrits fort curieux. Car comme ce Ministre a ´et´e employ´e aux Ambassades dans les premieres Cours de l’Europe, il a eu l’occasion la plus avantageuse du monde d’en faire une bonne provision. J’ay lˆ u d’un bout ` a l’autre les Catalogues des Manuscrits, les plus anciens de la Bibliotheque de l’Empereur, comme celuy de Matthieu Mauchter, de Sebastian Tengnagelius, et de Hugo Blotius, et j’ay trouv´e dans ce dernier une grande exactitude et erudition. Il lo¨ ue entre autres un Chronique de Martin Polonus, et Henry Contractus, dont les caracteres sont admirablement bien ´ecrits. On y parle beaucoup de Henry Lion et sa posterit´e. Pour ce qui regarde l’Archive de l’Empereur, j’ay eu l’honneur de le voir par la Recommandation de Msr le Vice Chancelier de l’Empire, le Comte de Caunitz. Tous

11 Mauchber K, korr. Hrsg.

2 desquels . . . l’inventaire: Zu den Bibliothekaren der Wiener Hofbibliothek und ihren Katalogen ¨ vgl. J. Stummvoll [Hrsg.], Geschichte der Osterreichischen Nationalbibliothek. Erster Teil. Die Hofbibliothek (1368–1922), Wien 1968. 6 Kingsky: Die Bibliothek von F. U. Graf Kinsky wurde der Hofbibliothek 1701 einverleibt. 11 celuy . . . Mauchter: Von Mathias Mauchter liegt ein dreib¨ andiger ¨ Gesamtkatalog der Hofbibliothek vor, dessen erster Band (Wien Osterreichische Nationalbibl., Hs. 13555) auf Bl. 25 ro–80 vo die Bibliotheca Graeca Manuscripta, auf Bl. 85 ro–193 vo die Bibliotheca Latina Ma¨ nuscripta enth¨ alt. 11 f. de . . . Tengnagelius: Wien Osterreichische Nationalbibl., Hs. 9531. ¨ 12 de . . . Blotius: Wien Osterreichische Nationalbibl., Hs. s. n. 4451; vgl. H. Menhardt, Das ¨ alteste Handschriftenverzeichnis der Wiener Hofbibliothek von Hugo Blotius 1576. Kritische Ausgabe der Handschrift Series nova 4451 vom Jahre 1597 mit vier Anh¨ angen, Wien 1957. M¨ oglicherweise hat Hackmann auch das heute nur bruchst¨ uckhaft erhaltene ¨ altere Handschriftenverzeichnis Hs. 13525 eingesehen. 13 Chronique . . . Polonus: Von den Handschriften des Martin von Troppau, Chronicon Pontificum et ¨ Imperatorum kommen in Frage: Wien Osterreichische Nationalbibl. Hs. 343, 390, 3414. 13 Henry Contractus: Gemeint ist wahrscheinlich Hermannus Contractus (= Herimannus Augiensis). Sein Chroni¨ con ist in der Sammelhandschrift Wien Osterreichische Nationalbibl. Hs. 427 (Bl. 42 ro–71 vo) enthalten, die in Blotius’ Katalog von 1597 unter N 4070 aufgef¨ uhrt war.

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les papiers y sont dans la dernier confusion; mais cela non obstant j’y ay remarqu´e beaucoup de papiers, qui nous pourroient ´etre utiles, si on avoit la permission de les copier. Les personnes habiles en matiere de l’Histoire sont icy fort rares, et je n’ay trouv´e que Msr le Comte Comazzi, et Msr Hollander de Berau, qui ont renomm´ee dans ce genre d’´etudes. L’un est Italien, et Historien de l’Empereur, qui publiera bientost l’Histoire de l’Empereur Leopold en latin in folio: l’autre est Envoy´e de la Republique de Schafhusen, qui a invent´e des hypotheses jusques icy inconnues dans l’Astronomie. Le Pere Gabriel recol´e est un homme universel, qui a la connoissance de toutes les langues de l’Europe et de l’Histoire, soit elle profane soit Ecclesiastique. Il travaille au grand reglement du Royaume de Hongrie; et est nomm´e Evˆeque par l’Empereur en consideration de ses rares talents. Ayant de jour visit´e les Bibliotheques, les Archives et les S¸cavans, je n’ay pas oubli´e le soir de frequenter la Cour Imperiale, o` u par la Recomandation de Madame l’Electrice, nˆotre Serenissime Maˆıtresse, j’ay eu un libre acces. J’ay eu l’honneur (ce qu’on [a] refus´e `a tous les etrangers) de voir la Comedie, dont les Acteurs ont ´et´e le Roy, la Reine, l’ArchiDuc et les ArchiDuchesses. Mais je serois trop long, si je voulois Vous ´ecrire les autres choses, que j’ay remarqu´e dans la Cour de l’Empereur. Je suis avec une sincere soˆ umission h...i Je Vous pris tres humblement, Mr, de faire tenir l’incluse `a ma Mere.

6 f. qui . . . folio: wohl G. B. Comazzi, La Morale dei principi osservata nell’istoria di tutti gl’imperatori che regnarono in Roma, 1699. 7 l’autre . . . Schafhusen: Tobias Hollaender von Berau war 3. B¨ urgermeister von Schaffhausen und als Unterh¨ andler seiner Stadt in Wien. 8 qui . . . l’Astronomie: wohl T. Hollaender, Amaltheum Astronomicum, 1697. 8 f. Pere . . . recol´ e: nicht identifiziert. 16 le Roy: Joseph. 17 l’ArchiDuc: Erzherzog Karl. 17 les ArchiDuchesses: Maria Elisabeth, Maria Anna, Maria Josepha, Magdalena Josepha. 20 l’incluse: nicht gefunden; erw¨ ahnt in Leibniz’ Brief an Hackmann vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700; Druck in I, 18).

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81. GIUSEPPE CARLO CONTE GALLI AN LEIBNIZ Billet. [Hannover, Ende November 1699]. [40.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 869 (de Sitonis) Bl. 3–4. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel.

aiant receu hier au soir mes lettres d’Italie, et la reponse de mon frere sur ce que vous souhaitez je suis all´e chez vous pour avoir l’honneur de vous la communiquer, mais justement vous veniez d’entrer chez Mons. le ViceChancellier, si bien que je vous l’envoie presentemt. et comme que Dimain au Matin la Poste part je souhaiterois auparavant avoir l’honneur de vous parler particulierement sur cette affaire, ainsi si vous me vo[u]lez faire la grace de m’attendre je me rendrai chez vous dans une demie heure pour recevoir vos ordres, auxquels mon frere et moi serons tousjours prest `a y obeir. Je suis h...i A Monsieur Monsieur de Leibenitz Conseiller priv´e pour la Regence de S. A. E. `a Hannovre

82. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 21. November (1. Dezember) 1699. [57. 83.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 20–21. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

Zu N. 81: K hatte N. 368 als Beilage. Leibniz, der am 29. November nach Wolfenb¨ uttel reiste, befand sich offenbar noch in Hannover, aber wohl kurz vor der Abreise, da er den Brief G. A. de Gallis erst am 11. (21.) Januar 1700 (Druck in I, 18) beantwortet. Daraus erschließen wir die Datierung. 6 mon frere: G. A. de Galli. 6 f. ce que vous souhaitez: vgl. N. 368. 8 Mons. le ViceChancellier: L. Hugo. Zu N. 82: K ist der erste von sechs erhaltenen Briefen, die Eckhart an Leibniz w¨ ahrend dessen Aufenthalt in Wolfenb¨ uttel und Braunschweig vom 29. November bis zum 28. Dezember 1699 schickte. Mit einer Ausnahme (N. 90) wurden keine Leibniz-Antworten gefunden. — Beischluß war der S. 104 Z. 13 f. erw¨ ahnte Brief, Beilage der S. 104 Z. 15 f. genannte Katalog.

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Raptissime Hanoverae d. 21. Nov. 1699

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Quod nuper ad Te nullas dederim literas, partim Clariss. Wagneri profectio, quae mihi varias occupationes imponebat, partim defectus rerum Tibi scribendarum, in causa fuit: De Correctione vero Codicis diplomatici ut Te certiorem faceret meo nomine, Cl. Wagnerum rogavi, qui sine dubio hujusce rei oblitus fuit. Lente scilicet res typographi procedit, bibliopola vero eam urget, et, quoniam si transmittatur tibi, quam vocant, correctura, lentius adhuc esset processura; ille me vehementer rogat, ne ad Te ablegem. Plagulam itaque integram, dum abfuisti, emendavi, quoad potui, summo cum studio, libentius tamen onus aliqua ex parte in te devoluturus si ita videatur. Interim quid jubeas, expecto. In Ceremoniali Burcardi aliquot plagulae jam sunt absolutae, mihi tamen vix possibile videtur, illud opus integrum prodire posse nundinis Vernalibus Francofurtensibus. Fasciculus aliquot tractatus continens, et filo tantum colligatus ad Te ex Gallia missus, quem cum cursibus publicis an committere deberem, nescirem, hic retinui et sigillo munitas literas ei inclusas interea transmisi. Hospiti nostro schedulam quam ad me fratris illius causa dedisti, ostendi, et reliqua omnia recta curavi. Adjeci hisce literis Freitagii Catalogum, si quid est, quod placeat, indicabis, quo, antequam distrahatur, pro te emi possit. F¨orstero Hamburgo missum est N o v u m D i c t i o n a r i u m L a t i n o - S u e c o Germanicum, Sueco-Latinum et Germanico-Latinum in 8 o. 1 7 0 0. constat 1. thl. 18 gr. Autor carminis in virum ab uxore male habitum est Dn. Hortensius Maurus, ut amici retulerunt, quod te forte etiam non latebit. Quod ad me attinet, ex quo hinc profectus es, non ut ante domi cibum sumsi, sed foris. Et video me exinde de die in die melius valere, quod facit ut jam reliquas molestias atque solicitudines,

11 Vernanibus K, korr. Hrsg.

2 Wagneri: R. Chr. Wagner. 4 Codicis diplomatici: Leibniz, Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700. 5 typographi: S. Ammon. 6 bibliopola: G. Freytag. 10 Ceremoniali Burcardi: J. Burcard, Ceremoniale antiquum sedis Romanae vacantis, in: Leibniz, Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1, 1700, S. 97–155. 11 f. Fasciculus . . . continens: nicht ermittelt. 14 literas: nicht ermittelt. 14 Hospiti nostro: J. H. v. L¨ ude. 14 fratris illius: nicht identifiziert. 15 f. Freitagii Catalogum: nicht gefunden. 19 carminis . . . habitum: nicht gefunden. Es handelt sich dabei wohl um ein in franz¨ osischer, lateinischer und italienischer Sprache vorliegendes Gedicht H. Mauros u ¨ber einen Wiener Ehestreit, der am hannoverschen Hof großes Interesse fand, vgl. N. 396. Ausf¨ uhrlicher berichtet dar¨ uber ¨ ttingen Universit¨ J. C. B¨ ohmer in einem Brief an Eckhart vom 12. (22.) Februar 1700 (Go atsbibl., Hs. Philos. 135, Bl. 34 ro).

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quae anxium hactenus tenuerunt, jam laetiori animo perferam, et firmissime sperem me aliquando ex iis, Te praecipue juvante, emersurum. In praesenti rogarem quaedam ex Te nova literaria, nisi vererer Tibi hoc grave futurum. Vale h...i Adam l¨ aßet Ihre Exc. bitten ihn zu berichten ob die kleinen welb¨ aume woran die f¨ unfeckichten r¨ ader kommen, an welchen mann sehen kann ob das werk recht außgef¨ uhret hat oder nicht, solten l¨ anger gemacht werden. Denn wie bewust sind sie itzo zu kurtz, und stoßt das verschobene werk an die f¨ unfeckten r¨ ader an, und die r¨ ohrgen die in die f¨ unfeckigten r¨ ader gemacht, und in die kleinen welb¨ aume aufgeschoben werden solten, m¨ ochten, wenn das werk gantz fertig und seine proben thut, es wieder unrichtig machen, weil die welb¨ aume fast zu klein sind, und kaum halten werden ein loch hineinzuboren. K¨ onte also, wie er meinte, diesem u ¨bel leicht abgeholffen werden, wenn ihm permission gegeben w¨ urde, die welb¨ aume bey zeiten langer zu machen, als welches er vor sich nicht gerne unternehmen wolte. bitte ich also dienstl. Ihr. Excell. wollen mit ehsten belieben mir hievon part zu geben, damit ich ihn, wie er sich hierinnen verhalten solle, berichten konne.

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83. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 24. November (4. Dezember) 1699. [82. 86.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 22. 1 S. 8o.

Hanoverae 24. Nov. 1699. Mitto literas ad Te datas, Hackemannianae venerunt a Sereniss. Electrice; alteras studiosus hic quidam mihi tradidit. Ad Adami Tui quaesita responsionem quamprimum expecto, et jugem favoris in me Tui continuationem humillima prece expeto. Vale h...i

4 Adam: A. Scherp. 4–15 Adam . . . konne: zur j¨ ungeren Rechenmaschine‘‘ vgl. E. Wilberg, ” Die Leibniz’sche Rechenmaschine und die Julius-Universit¨ at in Helmstedt, Braunschweig 1977, bes. S. 64 bis 90. Zu N. 83: Beischluß waren die zu Anfang erw¨ ahnten Briefe an Leibniz. 20 Hackemannianae: wahrscheinlich N. 80. 20 alteras: nicht ermittelt. 21 quaesita: vgl. N. 82.

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84. LUDOLF HUGO AN LEIBNIZ Hannover, 24. November (4. Dezember) 1699. [44. 100.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 973 Bl. 32–33. 1 Bog. 4o. 4 S.

Hannover 24ten 9br. 1699. 5

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Kan man von Anhaltischen Sigillis etwas erhalten, wird es guht seyn. Wo nicht, m¨ ußen wir es damitt behelffen, waß wir schon haben. Unter deßen muß man woll nicht gar zu groß bruit machen. Von Maiestet-Siegel dunkt mihr etwas geh¨oret zu haben. Ich halte, es m¨ uße das große Canzeley-Siegel verstanden seyn, quasi dicas, Sigillum maius. Herrn Wagener g¨ onne ich alles guhts. Habe ihm auch in genere versprochen zu dienen, wo ich werde konnen. In artibus Mathematicis mag er etwas gethan haben. Scientias Mathematicas finde ich nicht bey ihm, undt kan ihn also zum Professore Matheseos nicht gnugsam qualificirt halten. M. hochgeehrter Herr wird sich erinnern, was solcher wegen

Zu N. 84: K antwortet, wie der Hinweis auf die Siegel vermuten l¨ aßt, wohl auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief. 5 Anhaltischen Sigillis: vgl. N. 64 Erl. W¨ ahrend seines Aufenthaltes in Wolfenb¨ uttel (29. November bis 28. Dezember 1699) ließ Leibniz hierzu Siegel des braunschweig-wolfenb¨ uttelschen Archivs (wohl auf Heimburgs Auskunft in N. 75 hin) abzeichnen; vgl. N. 87 bis N. 89. Wahrscheinlich in diesem Zusammenhang stehen zwei Siegelverzeichnisse, ganz bzw. teilweise von Leibniz’ Hand, die, inhaltlich weitestgehend u ¨ bereinstimmend, je zwei Listen von Siegeln enthalten, deren Abrisse bzw. Originale an Ch. Schrader — wohl Anfang Januar 1700 — geschickt worden waren (Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXIII 47 Bl. 136 bzw. 158). Vgl. dazu Leibniz’ Brief an Schrader (ebd. Ms XXIII 47, ¨ttel Nieders¨ Bl. 160–161, Druck in I, 18). Die Siegel der ersten Liste sind teils in Wolfenbu achs. Staats¨ttel Niearchiv vorhanden, teils befanden sie sich nach Aussage des Findbuches von 1826 (Wolfenbu ders¨ achs. Staatsarchiv 36 Alt 385) damals noch dort; damit kommen sie f¨ ur den genannten Vorgang in Frage. Daß Leibniz damals aber auch anderes Urkunden- und Siegelmaterial vorliegen hatte, l¨ aßt der Brief Ch. Schraders vom 22. Dezember 1699 (1. Januar 1700; Druck in I, 18) vermuten. 8 Maiestet-Siegel: ¨ttel Nieders¨ Gemeint ist wahrscheinlich das Siegel der Urkunde Wolfenbu achs. Staatsarchiv 1 Urk 1 aus der oben genannten Liste (Urkunde Friedrichs I. f¨ ur Heinrich d. L¨ owen von 1154 = MGH Diplomata Friedrichs I. 1, 1980, Nr. 80). 10–13 Habe . . . halten: R. Chr. Wagners von Leibniz unterst¨ utzte Bewerbung um die vakante Professur der Mathematik begegnete Einw¨ anden, die — wie hier — damit begr¨ undet wurden, er sei mehr f¨ ur angewandte als f¨ ur reine Mathematik qualifiziert. Vgl. dazu N. 100, N. 420 und N. 425 sowie Wagners Briefe an Leibniz, z. B. vom 19. (29.) Dezember 1699, 22. Dezember 1699 (1. Januar 1700), 26. Dezember 1699 (5. Januar 1700) (LBr. 973 Bl. 37, 35–36 u. 38–39; Druck in Reihe III).

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verschiedentlich unter uns vorkommen. Ich halte, man werde woll thun, wan man ihn davon destournirt, undt bey Wolffenbuttel, im fall da der turnus, es so incaminirt, das auff ein geschiktes subiectum gedacht werde. Der Calender-Krieg hatt ia verschiedene Leute bekant gemacht. Wan keiner darunter, der uns anstehe, oder dem Helmstadt anstehe, wurden Sie doch etwa jemand vorschlagen konnen. Stelle es zum nachdenken undt verbleibe h...i

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85. JOBST CHRISTOPH REICHE AN LEIBNIZ Hannover, 24. November (4. Dezember) 1699. [74. 101.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 762 Bl. 7–8. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Postverm.

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Meines hochgeehrten H. G. Justiz Rahts Geehrtestes ist mir gestern wol geliefert, und ohnverhalte ich darauf in schuldigster antwort, daß in der sache, behuef welcher ich die verlangete Acta gebrauchen wollen, furerst in terminis dilatoriis rescribiret sey, und es also mit zuruckgebung solcher Acten wol werde zeit haben k¨onnen, biß man sich dorth wird expediret haben. Ich verbleibe mit stetiger ergebenheit h...i

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Hannover d. 24 9br 1699. A Monsieur Monsieur de Leibniz, Conseiller priv´e de Justice de S. A. E. de Brounsvic-Lunebourg, presentemt ` a Wolffenbuttel Franco.

2 turnus: Das Rektorat der Universit¨ at Helmstedt wechselte mit der Jahreswende 1699/1700 von Celle zu Hannover. Zu N. 85: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief. 13 Acta: betr. die Kurw¨ urde sowie Relationen vom Reichstag in Regensburg; vgl. N. 74 und den Brief von Ende Januar 1700 (Druck in I, 18).

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86. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 28. November (8. Dezember) 1699. [83. 90.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 23–24. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen. Bibl.verm.

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Raptiss. Hanov. 28. Nov. 1699. Negotium corrigendi Codicem sic satis bene procedere puto; si enim unam atque alteram literam interdum excipias non ita accurate observatam, reliqua tanta, quanta potui, diligentia emendavi. Sed operae nimium cunctantur, et Freytagius Hildesiam profectus, cum sciret Ammonii supinam negligentiam, ut citius manus operi admoveretur, curare debebat. Ita fortasse fieret, ut non ambo querelis mihi aures obtunderent, hic quod typographus nimium lente procedat, ille quod bibliopola impossibilia ab se extorquere velit. Nulli major molestia ac mihi infertur. Nam et plurimum temporis tuis laboribus, et meis etiam studiis, quae a longo tempore situ laborasse doleo, et angor, hoc modo suffuratur. At mea non curarem, si in tuis egregium quid praestare possem, eo quod ita sperandum a Te aliquando esset, quod meis studiis adjumento futurum esse queat; jam vero cum tota die occupatus nihil ago alia omnia agendo, et Tibi mihique ipsi non placeo; vivo equidem ast vitam extrema per omnia duco. Est enim ipse labor colligendi et combinandi inter se res gestas in eo quo jam sum, loco difficillimus. Omni quippe tempore multi libri evolvendi, et Diogenaea qu[asi] lucerna quaerenda quae ad rem faciant, attamen cum omnia tentavi, ubique manca, ubique mutila et tuo adspectu indigna mea mihi opella videtur. Et licet nullus unquam labor mihi adeo molestus fuerit, cui non colophonem imposuerim, huic omni recreatione destituto, et nihil me in propriis conaminibus juvanti, tamen sufficiens esse vix potuero homo omni re destitutus et literis ad extrema deditus. Ad haec sumtus quos mihi impendis, maximos, et tibi

Zu N. 86: K wird beantwortet durch N. 90. Beilage war ein Teil des (nicht gefundenen) Sortimentkatalogs von N. F¨ orster. Der S. 109 Z. 17 genannte Brief Eckharts an seine Tante war, wie aus N. 90 und N. 91 hervorgeht, irrt¨ umlich nicht beigeschlossen. 6 Codicem: Leibniz, Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700. 11 typographus: S. Ammon. 11 bibliopola: G. Freytag.

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quasi perire et mihi vix sufficere video, ut adeo honeste me hisce angustiis subtrahere, quam tibi sumtuum horum, mihi vero carissimorum studiorum et quietis animi jacturam facere, libentius vellem. Vix enim credas me praeterita septimana, nullo alio cibo, quam pane vixisse domi, ut parcerem pecuniae in alia mihi necessaria impendendae, et tibi molestus minime essem. Stipendio etiam, cujus spes facta, nescio an unquam frui potuero, ita res de die in diem procrastinatur, et nemo est qui mearum rerum praeter te curam gerat, et Deum, qui pro bonitate sua res meas providebit. Haec, ita me Deus adjuvet, ut non nisi invitus effuderim: Tu quae tua est in miserum benevolentia, consilium et auxilium suppeditabis, qui quo me vertam nescio, ita animo post diutinos scrupulos sum desperato. Tuus pro hoc beneficio immenso, qualiscunque sum, totus ero, et manebo, vel ad mortem. Sed aequum puto et pium homini depresso et altiora nihilominus tendenti omni conatu, in tam misero statu adesse, quo lacertos movere possit. Sed jam tandem submisse venia a te petenda est, quod tam aperte et subrustice pene detexerim, quae, si potuissem, nunquam aperire sustinuissem. Quicquid tamen id est, candide tecum egi, et malo per te, quam mala tecum fide, ut antecessores mei, agere. Libros a Freitagii servo afferri mihi feci et mitto jam partem Catalogi Forsteriani. Inclusas ad D. Gerickii conjugem amitam meas, si per Dn. Wagnerum, qui illum novit mihi curare velles, maximo me beneficio afficeres. Vale et ignosce subitae scriptioni h...i

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PS. Quae in mandatis dedisti, curavi.

87. LEIBNIZ AN JOHANN GEORG SCHAETZ Wolfenb¨ uttel, 30. November (10. Dezember) 1699. [88.]

¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Bibl.Akten A 7 Bl. 99 bis 100. 1 Bog. 4o. 1 S. auf Bl. 100 ro. Siegel. Eigh. Aufschrift. — Auf Bl. 99 ro u. 100 vo K von N. 88.

5 Stipendio: Leibniz hatte das Stipendium f¨ ur Eckhart bereits Anfang 1699 beantragt, vgl. I, 16 N. 36 u. N. 39. 15 antecessores mei: Anspielung auf J. F. Feller. 19 mandatis: wohl ein m¨ undlicher Auftrag. Zu N. 87: Leibniz’ letzter brieflicher Kontakt mit dem Geheimen Sekret¨ ar in Wolfenb¨ uttel datiert vom 3. (13.) Januar 1696 (I, 12 N. 216). L steht in Zusammenhang mit Leibniz’ Suche nach anhaltinischen Siegeln, die er, parallel zu Chilian Schrader, in Sachen des sachsen-lauenburgischen Erbfolgestreits unternahm, vgl. z. B. N. 65, N. 84 u. N. 322.

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30 Novemb. 1699 Insonders hochg. Herr

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Weilen Herrn Herzog Anton Ulrichs Durchlt mir in gnaden sagen laßen, daß wegen der Sigillorum w¨are bey Meinem hochg. H. Geheimten Secretario nachzufragen; so ersuche denselbigen dienstl. mir ohnbeschwehrt was gndst resolvirt und anbefohlen, wißen zu laßen. Deswegen verbunden seyn, und iederzeit verbleiben werde, Meines insonders hochg. H. Geheimten Secretarii

dienstergebenster Gottfried Wilhelm Leibniz.

A Monsieur Monsieur Sch¨ az Secretaire d’Estat de leur AA SSmes

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88. JOHANN GEORG SCHAETZ AN LEIBNIZ [Wolfenb¨ uttel, 10. Dezember 1699]. [87. 89.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Bibl.Akten A 7 Bl. 99 bis 100. 1 Bog. 4o. 2 S. auf Bl. 99 ro u. 100 vo. Eigh. Aufschrift. — Auf Bl. 99 vo u. 100 ro L von N. 87.

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S. T. Sonders hochzuehrender Herr geheimbder Justiz-raht,

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Demselben laße in dienstl. Antwort unverhalten seyn, daß Sermi Durchl. mir gndst befohlen denen Archiv-bedienten anzudeuten, daß dieselbe die verlangende sigilla aufsuchen u. zur delineation vorzeigen solten; so morgen fr¨ uhe 9. St. (weil dießen nachmittag niemand im Archivo geweßen) zubestellen nicht ermangeln werde, und verbleibe ich damit jederzeit

Zu N. 88: K antwortet direkt und am selben Tag auf N. 87. Daraus ergibt sich die Datierung. 17 Sermi Durchl.: Herzog Rudolf August bzw. Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenb¨ uttel. 18 Archiv-bedienten: der Archivar Jakob M¨ uller und sein Mitarbeiter August Meyer.

N. 89

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Meines hochzuehrenden Herrn Geheimbden Justiz-rahts

schuldigster diener J. G. Sch¨atz

datum ut supra Cet. salv. dem Herrn geheimbden Justiz-Raht Leibniez etc. dienstl.

¨ 89. JOHANN GEORG SCHAETZ AN JAKOB MULLER Wolfenb¨ uttel, 30. November (10. Dezember) 1699. [88. 95.]

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¨ ¨ttel Nieders¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Wolfenbu achs. Staatsarchiv 36 Alt VI 1 Nr. 1. 1 Bl. 2o. 1/2 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. — Teildr.: Kleinau, Geschichte, 1953, S. 47 (= Z. 13–16 unseres Textes).

Auf Sermorum gndsten befehl habe M. h. H. Schwager hiemit zuvermelden, daß dem H. L e i b n i z die im f¨ urstl. Archivo befindl. alte Sigilla auf 3. biß 400. Jahr zur¨ uck vorgezeiget werden sollen, damit, waß n¨ othig befunden werden wird, derselbe in loco ipso abzeichnen laßen k¨ onne: es wird aber wohl n¨othig seyn, daß entweder der H. Schwager selber oder doch H. Secr. Meyer mit zugegen sey, damit von solchen alten documentis nichts abhanden komme, noch ohne speciale concession abschrifft davon genommen werde. W. d. 30ten 9bris 1699. J. G. Schaetz. dem Herrn Archivario M¨ uller dienstl.

Zu N. 89: Die Anweisung an den Wolfenb¨ utteler Archivar Jakob M¨ uller steht, ebenso wie die an seinen Gehilfen August Meyer (N. 95), in direktem Zusammenhang mit N. 87 u. N. 88. 10 Sermorum: die Herz¨ oge Rudolf August und Anton Ulrich. 11 Sigilla: vgl. N. 87 Erl.

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N. 90

90. LEIBNIZ AN JOHANN GEORG ECKHART Wolfenb¨ uttel, 1. (11.) Dezember 1699. [86. 91.]

¨ ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 228 Bl. 25. 8o. 2 S. Mit einigen Anderungen.

Doctissime domine Eccarde 5

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Wolfenb. 1. Decemb. 1699

Literas Tuas accepi, sed quas ad amitam Tuam inclusas ajebas non comparuere. De querelis vel Bibliopolae vel Typographi non video cur Tu magis solicitus esse debeas, quam quorum interest. Et in universum ubi quisque officium fecit, supervacua est solicitudo. Apparet Te mala Tibi accersere voluntaria, etiam tum cum genium tuum defraudare ais propter nescio quos sumtus necessarios. Scilicet necessitatis nomen laxamus homines aut astringimus prout nobis placet. Certe quae tam subita aut tanta supervenerit a mea absentia necessitas non intelligo. Atque his fortasse aliquod remedium sperem, sed non alteri illi malo, quod intra Te est, nam quietem animi Tibi deesse ais, quam nisi Deus aut instrumentum Dei recta ratio dare non potest. Studiorum etiam Tibi dilectorum jacturam deploras, quae satis ostendunt (nisi aliud subest) affectu Te non ratione agere. Alii putant Historiam omnem sed maxime patriam delectare et prodesse, et ego studia tua esse credidi, quae utiliora essent. Quodsi voluptate aliarum literarum aequo animo carere tantulo tempore non potes, quid Tibi a me velis non apparet, cum Tibi ipsi tecum prius sit transigendum. Itaque sententiam tuam praesens melius intellexero. Stipendium quo minus dudum obtinueris, credo per Te unum stare, an quisquam Tibi ista conficiet nihil moventi? Memineris quamdiu apud me es, nunquam Tibi solicitare hoc a principe beneficium in mentem venisse nisi me

16 agere. (1 ) Ego putabam (2 ) Alii putant L 17 f. essent. (1 ) Quod si poetarum (2 ) Quodsi (a) aliis illis carere tantulo tempore non potes (b) voluptate . . . literarum L

Zu N. 90: Die nicht gefundene Abfertigung von L antwortet auf N. 86 und wird beantwortet durch N. 91. 6 Bibliopolae: G. Freytag. 6 Typographi: S. Ammon. 17 delectare et prodesse: vgl. Q. Horatius Flaccus, Epistulae, 2, 3. 20 Stipendium: vgl. N. 86.

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admonente. Illustrissimus dominus Comes de Plate, visus est in tua commoda pronus, et aequus studiorum Tuorum aestimator. Apud hunc tantum opus est refricari crebro memoriam desiderii Tui, sive literis Tuis, sive sermonibus amicorum quos habes. Sic faciunt qui aliquid serio volunt. Et his nequicquam actis, tum demum Te judice poteris a neglectu absolvi. Haec ego optimo animo, qui velim abesse Tibi dolendi causas, nam ut etiam dolor ipse Tibi et Plautinae vel ab incerto autore scriptae comediae titulus absit, praestare tuum est. Studiis eorum qui merentur favere quantum in me est, semper habui inter primarias curas. Itaque iniquus sim, et a me ipso dissonus, nisi similiter sim animatus erga Te, de quo optima quaeque speravi. Caeterum quod eam quae nunc editur Codicis diplomatici partem attinet, si apparet tantopere Te tardari inspiciendarum operarum cura, videbo an redux eo Te onere levare prorsus possim. Vale.

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91. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 1. (11.) Dezember 1699. [90. 92.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 26–27. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

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Hanoverae 1. Decembr. 1699. Quas nuper ad Te misi literas turbatae mentis aut indices aut proditores, jam faciunt, ut verear, ne in malam partem accipiantur. Audacia certe maxima fuit, fateor, Tibi optime de me merito aures istis naeniis obtudisse, sed eandem si non excusare penitus, mollius tamen ut interpretentur, facere videtur ingens animi dolor, qui et studia et tranquillitatem mentis hactenus mihi tantum non penitus sufflaminavit, atque amplius, ne effluat, non potuit contineri. Nec est, qui animo aegroto medicinam praesentiorem facere et possit, et velit, quam Tu, Vir Excellentissime, cujus benevolentia, quam alibi 1 Comes de Plate: Leibniz hatte einen seiner Stipendiumsantr¨ age f¨ ur Eckhart Anfang Januar 1699 an F. E. Graf von Platen gerichtet (I, 16 N. 36). 7 Plautinae . . . titulus: M¨ oglicherweise gemeint ist: T. Maccius Plautus, Truculentus. 10 f. Codicis diplomatici: Leibniz, Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700. Zu N. 91: K antwortet auf N. 90. Beigeschlossen war der S. 115 Z. 7 genannte Brief. 18 literas: N. 86.

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expertus sum non minimam, dudum mihi hac in re signum ad bene sperandum sustulit. Interea, cum nihil mihi magis praestare videam, quam motos componere fluctus, 5

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in id sedulus incumbo, et quod ipse mihi ferre non possum auxilium, a libris meis historicis et amicis defecatioribus aliqua ex parte expecto. Meministi, credo, quod aliquando dixerim, nos Collegium quoddam amicum hic moliri; id jam affectum est consilium, et singulis Mercurii diebus una atque altera hora convenimus molestias totius hebdomadis, nobis ipsi colloquiis amicis et eruditis abstersuri. Ne vero nihil agamus, historiam hujus seculi, maxime vero Germanicam, elegimus campum in quo discurramus. Quicquid vero negotii est, inter nos partiti sumus, et Engelbrechtus ea quae ad historiam civilem faciunt, explicat; Kochius meus Controversias publici juris ex variis scriptis enucleat; Berckencampius, homo eleganter doctus, Memorias, ut vocant, Scripta Satyrica et id genus alia, in quibus saepius rara quaedam et scitu digna latent, evolvit; Ludemannus varia memorabilia, et Itineraria recenset; Passawius historiam Ecclesiasticam pandit; Geverus, quas omnium optime cognitas habet, Controversias Sacras exponit; mihi historia literaria demandata est, aliis alia incumbunt. Numerus denarius constitutus est amicorum. Et ne quis ex suo ingenio quaedam commentetur, quod multum temporis et operae insumit, et in homine juvene, et rerum multarum inexperto difficile est, singulis vicibus, quisque sociorum librum quendam hanc materiam continentem recenset, et bene dicta excerpit, secus vero scripta, si potest, annotat; si non tantum valet, a sociis ei subvenitur. Atque ita videas si non semper optima, amoenissima tamen proferri; Dum alter alteri cotis vice existit. Haec sunt Vir Excellentissime, quae ad Te submissa mente referre debui, et de quibus enixe Te rogare sustineo, ut nempe indices, an placeant. Neque enim te non omnino annuente hoc negotio, longe licet gratissimo, me immittere, neque aliud quidquam inscio aut inconsulto Te agere mihi proposui. Alia nova hic aut non accidere, aut non in notitiam pervenere hominis libris et museo suo alligati, et alia omnia nihil curantis. Adami domum in civitate nova Corpus fabrorum ferrariorum visitari fecit, ut videat, an quid contra privilegia ejus fecisset, sed cum nihil

3 motos . . . fluctus: vgl. P. Vergilius Maro, Aeneis, 1, 135. 6 id . . . consilium: die im November 1699 gegr¨ undete Societas Conantium‘‘, vgl.: Ex actis Societatis Conantium excerpta, in: Annales ” Academiae Juliae a festo Michaelis A. MDCCXX. ad festum Paschatis A. MDCCXXI , Braunschweig, Helmstedt 1722, S. 159–192, S. 162. Aufgez¨ ahlt sind dort neben den genannten Personen noch R¨ omeling und die Ehrenmitglieder J. Chr. B¨ ohmer und R. C. Wagner, dagegen fehlt Berckencamp. 10 Engelbrechtus: Johann Wilhelm Engelbrecht. 11 Kochius: O. C. Coch. 27 Adami: A. Scherp.

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inventum, discesserunt incassum delegati. Ille interim laetatur quod tantum ejus curam habueris, et infinitas gratias agit, ostensurus diligentia sua, quanti aestimet hoc tuum beneficium. Vale h...i P. S. Pecunia quam reliquisti, consumta est, indicabis ergo, an placeat ut mutuo, tantum, quantum ad reditum tuum sufficit, sumam, et an in posterum literae ad Te mittendae sint. Literas ad Gerickiam, de quibus nuper curandis Te rogare ausus sum, hic ex errore retinui, et jam sequuntur; in Bibliopolio Gruberiano Brunsvigae relinqui possunt. Gruberia enim est D. Gerickii soror.

92. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 5. (15.) Dezember 1699. [91. 94.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 28–29. 1 Bog. 4o. 3 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

Raptim Hanoverae d. 5. Decemb. 1699. Quae nuper in mandatis dedisti, executus sum omnia. Bartholomaeus occupatus est in delineanda machina quam depictam misisti, si perfecta erit, scrire velim, an hic retinenda sit, an vero Guelferbytum transmittenda. Forsterus libros, quos desiderasti Tibi misit, at Raynaldi non nisi totam continuationem vendere vult, si vero placeat tibi se

1 f. quod . . . habueris: Eine entsprechende Passage ist nicht in L von N. 90 enthalten. 7 Literas . . . Gerickiam: vgl. N. 86. 8 Bibliopolio: C. Gruber. 9 Gruberia: M. Gruber. Zu N. 92: K nimmt mehrfach Bezug (Z. 15–17, S. 116 Z. 16) auf eine von Leibniz an Eckhart gegangene Sendung, die sich aus den letzten beiden vorangegangenen Briefen der Korrespondenz (N. 90, N. 91) nicht erschließen l¨ aßt. Da N. 91 eine erste, rasch erfolgte Antwort auf N. 90 darstellt, w¨ are ein Bezug auf nicht u ¨berlieferte Passagen der nicht gefundenen Abfertigung von N. 90 ebenso m¨ oglich wie ein weiterer, nicht gefundener Leibnizbrief. Ob die in Z. 15 angesprochenen Auftr¨ age in einem damit verbundenen Brief oder m¨ undlich u ¨berliefert wurden, l¨ aßt sich nicht mit Sicherheit sagen. Beilage war der S. 117 Z. 9 genannte Katalog. 15 Bartholomaeus: J. B. Knoche. 16 machina: nicht ermittelt. 17 libros: vielleicht aus dem in N. 86 genannten Katalog. 18 Raynaldi: wahrscheinlich O. Raynoldus, Annales ecclesiastici ab anno quo desinit Caes. Baronius 1198 usque ad 1534 continuati, T. 1–8 (= T. 13–20), 1601–1634.

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justo pretio redempturum promittit volumen illud, quod in Bibliotheca habetur. Zacagnii monumenta vetera nuper die Solis pervolvi et quaedam non inelegantia et lectu digna in iis inveni, et praefatio Zacagnii diffusior habet, quod antiquitatum Ecclesiasticarum amatorem delectet. Adamus strenue machinae insudat. At liciatoria ista (die welb¨ aumgen) justo breviora, nihilominus exemit et nova substituit longitudine et crassitie sua durabiliores. Dicit enim possibile quidem esse ut extremitates eorum tubulis muniantur, qui rotas quinque angulos habentes recipiant: at vero fieri etiam vix posse, ut vel minimam vim pati possint, nimium tenuia: ideoque se malle operi consulere, ut firmum stabileque sit, et tamen se brevi tibi quantum in se sit, machinam affectam traditurum. Ammonius Te rogat, ut Brunsvigae emas pondo anthracini coloris, quo uti possit in exprimendis figuris aeri incisis (Kupffer Schw¨ artze) de quibus mentionem ei fecisti. Ego ex te peto ne obliviscaris Gevoldi, et si Mabillonii Secula Benedictina, et Labbei historica opera, aut alii, qui in Chronologia mihi adesse queant, in Bibliotheca Guelferbytana habeantur, mihi afferas. Vellem etiam videre Opera Rosvithae si ibi extent ex editione Conradi Celtis, quibus si non in historia uti possem, privatim in meis rebus illa inspicere velim. Fasciculo literarum quod nuper ad me dedisti insertae erant, ex errore credo ejus, qui tuas Brunsvigam tulit, literae ad Polichium Magistrum Postarum Brunsvici, quas jam remitto. Aulici hybernas molestias fefellerunt heri trahis magnifice instructis, et praemissis buccinatoribus, per civitatem discurrendo. Sereniss. tamen Elector et Princeps haereditarius non interfuere. Velim quoque indices mihi, an praeter duo Gallica scripta, in quorum uno Controversiae Franco-Burgundicae et in altero Franco-anglicae continentur,

4 At licitatoria K, korr. Hrsg.

1 f. Zacagnii . . . vetera: L. A. Zaccagni, Collectanea monumentorum veterum Ecclesiae Graecae ac Latinae, T. 1, 1698. 2 die Solis: am 3. (13.) Dezember. 4 Adamus: A. Scherp. 4 machinae: vgl. N. 82. 12 Gevoldi: vermutlich Chr. Gewold, De Sacri rom. imperii septemviratu commentarius, 1616. 12 Mabillonii . . . Benedictina: A c t a sanctorum ordinis sancti Benedicti, T. 1–9, 1668–1701. 12 Labbei . . . opera: Welches von den zahlreichen historischen Werken Ph. Labb´ es in Frage kommt, ist unklar. 14 Opera Rosvithae: vgl. Hrotsuitha, SV. 17 literae: nicht gefunden. 19 f. Princeps haereditarius: Georg August. 21 uno: Controversiae Franco-Burgundicae, in: Leibniz, Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700, S. 1–61. 21 altero: Controversiae Franco-anglicae, ebd., S. 63–96.

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et Ceremoniale Burchardi plura adhuc imprimenda sint Ammonio. Si enim plura, quaerendus est alius typographus et in partem laboris vocandus, alias nunquam Codex Diplomaticus feriis Paschalibus perficietur. Haec sunt de quibus te certiorem facere partim, partim etiam rogare debui, quibus unicum adhuc addo, ut nempe me tua inposterum quoque benevolentia dignari velis. Hoc enim est, quod in summa felicitatis meae parte computo, a Te amari. Vale h...i

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P. S. Die Frau Ober Hofmeisterin ist in die Pfaltz mit den ihrigen gereiset, und wird glaub ich so bald nicht wieder kommen. Adam hat alle welb¨ aume schon in die Machine fertig, und probiert sie itzo. Hiebey folget das u ¨brige von F¨ orsters catalogo.

93. LEIBNIZ AN HERZOG RUDOLF AUGUST [Wolfenb¨ uttel, 1. H¨ alfte Dezember 1699]. [96.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 923 (F. L. Thomas) Bl. 2. 2o. 1/3 S. — Auf Bl. 2 ro und den oberen zwei Dritteln von Bl. 2 vo L von N. 410.

Monseigneur J’ay receu une lettre qu’un s¸cavant Ecclesiastique d’Ottingue m’a ´ecrite pour avoir quelques informations de la Bibliotheque ducale. Et comme je m’imagine que c’est par la gracieuse bont´e de V. A. que cela m’a est´e rendu, et que d’ailleurs Elle favorise les personnes de s¸cavoir, j’espere qu’Elle souffrira que la cyjointe soit mise dans son paquet.

1 Ceremoniale Burchardi: ebd., S. 97–115. 1–3 Si . . . perficietur: Die Probleme spiegeln sich bereits im Druck der Controversiae Franco-anglicae wider: die letzten 6 Bl¨ atter sind nicht mehr paginiert, sondern foliiert und schließen damit zur Seitenz¨ ahlung des folgenden Textes auf; die letzte Seite ist in einem kleineren, auf der unteren Seitenh¨ alfte nochmals verkleinerten Schriftgrad gesetzt. — Tats¨ achlich erschien die Mantissa erst im Dezember 1700. 7 Ober Hofmeisterin: A. K. v. Harling. 9 catalogo: nicht gefunden; vgl. N. 86. Zu N. 93: Die nicht gefundene Abfertigung hatte N. 410 als Beilage. Die Datumsangaben von diesem und von Leibniz’ n¨ achstem Brief an Rudolf August (N. 96) geben Anhaltspunkte f¨ ur die Datierung. 15 lettre . . . d’Ottingue: N. 387 von F. L. Thomas.

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N. 94

Le Secretaire Reinerding a eu ordre il y a long temps de Monsgr le Duc Antoine Ulric, de marquer les livres doubles qui ont est´e autres fois de sa Bibliotheque de Cabinet. Et je suis avec devotion Monsgr

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de V. A. Sme

le tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz.

94. JOHANN GEORG ECKHART AN LEIBNIZ Hannover, 8. (18.) Dezember 1699. [92.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 228 Bl. 30. 4o. 2 S. Mit einigen Erg¨ anzungen und Korrekturen.

Raptissime Hanoverae 1699. 8. Decembr. 10

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Quanto gaudio acceperim nuntium de reditu tuo jam imminente, vix dici potest. Certe si diutius abfuisses Melancholicum domi tuae invenisses, ita qua de causa nescio, animo fui perturbato. Civitas quoque nostra interea turbata est valde ex fuga clandestina T¨opferi Secretarii sui. Is enim licet jurato promisisset, se loco non cessurum, cum die 8. Decembr. citatus esset ad judicium, ut de administrata male sparta rationem redderet, 5. Decembris excessit, evasit, erupit, uxorem et liberos in maxima miseria relinquens, nec non et creditores, quos multis millibus Imperialium emunxit. Sereniss. Romanorum Reginam dicunt hic certo filiam Regi peperisse, de quo forte tibi constabit. De Medalionibus F¨orstero nihil certi constat, nec in Gleditschii ad eum literis eorum mentio facta, ut adeo metuat, ne quid secus istis acciderit; ego hominem ursi ut apud Gleditschium percontetur hac de re quam fieri poterit, citissime. Bartolus adhuc in machina delineanda occupatur. Est autem mihi de quo venia apud Te petenda. Respondit nuper Dn. Kochius amicus

1 f. Reinerding . . . doubles: vgl. I, 12 N. 2, 4, 5 und 11 sowie N. 96, N. 97 und N. 99 des vorliegenden Bandes. Zu N. 94: M¨ oglicherweise antwortet K auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief, eventuell aber auch auf m¨ undlich u ¨bermittelte Nachrichten. — Der n¨ achste Brief Eckharts an Leibniz datiert vom 12. M¨ arz 1700 (Druck in I, 18). 12 animo . . . perturbato: vgl. N. 91. 14 de . . . sparta: vgl. N. 49. 15 excessit . . . erupit: M. Tullius Cicero, In Catilinam, 2, 1. 15 uxorem: M. E. T¨ opfer, geb. Berkenkampf. 16 f. Sereniss. . . . Reginam: Wilhelmine Amalie. 17 filiam: Maria Josepha, geb. 8. Dezember 1699. 17 Regi: Joseph, R¨ omischer K¨ onig. 17 Medalionibus: nicht identifiziert. 20 Bartolus: J. B. Knoche. 20 machina: vgl. N. 92. 21 Kochius: wohl O. C. Coch.

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meus, ut scis, integerrimus, ad Dn. Wagneri literas, et cum quaedam jocose scripsisset, voluit ut ego eas prius perlegerem. Misit igitur per ancillam et moneri fecit, ut sigillum iis meum imprimerem et titulum inscriberem, ancilla vero de hoc mihi nihil dicente, dum occupatissimus eram, sigillum quidem imprimo, at tituli oblitus ad Te eas ablego. Maxime igitur te rogo ut literas istas Dn. Wagnero restituas[,] eum meo nomine salutes et mihi ignoscas. Itidem quoque iterum rogandus a me est Summe, ut et has ad Gerickiam literas Brunsvigam, si pace tua fieri potest, mittas. Vale h...i

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95. JOHANN GEORG SCHAETZ AN AUGUST MEYER [Wolfenb¨ uttel], 10. (20.) Dezember 1699. [89.] ¨ ¨ttel Nieders¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Wolfenbu achs. Staatsarchiv 36 Alt VI C Nr. 2. 1 Bl. 2o. 1 S. Aufschrift.

Es hat Herr Leibniz sich gegen mir beschwehret, daß M. h. H. gevatter Ihme mit der auf morgen ferner verlangenden inspectione sigillorum zuwillfahren difficultirte, unter dem vorwandt, daß Er erst weiter befehl dar¨ uber haben m¨ ußte. Nun kan ich wohl vermuhten, daß solches daher gekommen, weil dießer Herr auch circa tenorem documentorum etwas curieux geweßen seyn mag, wie ich es denn zum Theil auß seinen discoursen abnehmen k¨ onnen: Nachdem Er aber auf Sermorum concession sich beziehet, welche er darunter auch vielleicht ferner angehen d¨ orffte: so hielte ich daf¨ ur, umb zuverh¨ uten, damit Ihr Durch. deßfalls nicht weiter zubehelligen n¨ othig seyn m¨ochte, und k¨onnte Ihm die verlangende Sigilla ad delineandum wohl gar vorlegen, mit der inspectione documentorum aber defectu concessionis sich entschuldigen. den 10ten Xbris 1699. J. G. S. dem Herrn Secretario Meyer dienstl.

1 Wagneri literas: nicht gefunden. 6 f. has . . . literas: vgl. N. 86 und N. 91. Zu N. 95: Die Anweisung an den Wolfenb¨ utteler Archivgehilfen steht in Zusammenhang mit N. 87, N. 88 u. N. 89.

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96. LEIBNIZ AN HERZOG RUDOLF AUGUST Wolfenb¨ uttel, 12. (22.) Dezember 1699. [93. 97.]

¨ Uberlieferung: L Abfertigung: LBr. F 15 Bl. 6–7. 1 Bog. 4o. 1 S. auf Bl. 6 ro. Eigh. Aufschrift. Siegel. — Auf Bl. 6 ro zwischen den Textpartien und auf Bl. 6 vo K von N. 97.

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Durchle¨ uchtigster Herzog

Gnadigster Herr

Es sind dem Closter Riddagshausen einige B¨ ucher so doppelt vorhanden, aus der Hochf¨ urstl. Bibliothec gn¨ adigst verwilliget worden. Weil mich aber erinnere das E. Hochfurstl. Durchlt ehemahlen davon informiret seyn wollen; so schicke hiebey unterth¨anigst das Register deren, so man ihnen abzufolgen gemeynet wofern ein anders nicht verordnet wird. Und ich verbleibe lebenszeit E. Hochfurstl. Durchlt

unterthanigster diener

Gottfried Wilhelm Leibniz.

Wolfenbutel den 12 Decemb. 1699 P. S. Ich vermeyne vor ende dieser woche wils Gott wieder zu Hanover zu seyn, werde aber zuvor E. D. gndsten befehl erhalten k¨onnen. 15

Dem Durchleuchtigsten F¨ ursten und Herrn Herrn Rudolf Augusten Herzogen zu Braunschw. und Luneburg Meinem gndsten Herrn.

Zu N. 96: L wird beantwortet durch N. 97. Beilage war eine Liste der B¨ ucher, die aus der Wolfenb¨ utteler Bibliothek an die Klosterbibliothek Riddagshausen abgegeben werden sollten (nicht gefunden). 6 f. B¨ ucher . . . verwilliget worden: vgl. I, 12 N. 2.

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97. HERZOG RUDOLF AUGUST AN LEIBNIZ Hedwigsburg, 13./23. Dezember 1699. [96. 103.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. F 15 Bl. 6–7. 1 Bog. 4o. 7 Zeilen zwischen den Textpartien von N. 96 auf Bl. 6 ro und 3/4 S. auf Bl. 6 vo.

Ich bedanke mich f¨ ur dise communication, erwarte die ausgezeichnete b¨ ucher alhir, welche Urban per unum vel duos wolle her¨ ubertragen laßen und bin zufrieden, daß die u ¨brigen b¨ ucher dahin gesand werden, m¨ ochte aber wol wißen, durch weßen veranlaßen diese verwilligung geschehen, auch sehe ich gerne catalogum der Riddagsh¨ ausischen Bibliothec, worin ich fast die meisten b¨ ucher gegeben, und das sie beysamen behalten w¨ urden, denn ich weiß, daß noch bey H. Pestorfs zeit b¨ ucher draus verliehen, welche nach Seinem absterben ausgeblieben, und ob derselbe schon versprochen seine eigene Bibliothec dem Kloster zuschenken, so bald Ihn Gott abfoderte, so ists dennoch damahlen nicht geb¨ uhrend beobachtet worden.

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R. A. Hedwigsbg. den 13/23ten Xbr. Ao 1699. h. 12. m ich w¨ unsche gl¨ uck auff die reise, mitt ersuchen mich bestens zu recomandiren.

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98. HERZOGIN BENEDICTE AN LEIBNIZ Wien, 24. Dezember [1699]. [79.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. F 3 Bl. 15–16. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. — Hinter dem Datum von unbekannter Hand die falsche Aufl¨ osung der schwer lesbaren Monatsangabe: [Nov. 1699]‘‘. ”

Zu N. 97: K antwortet auf N. 96. 6 Urban: J. U. M¨ uller. 10 Pestorfs: der 1693 verstorbene Abt des Klosters Riddagshausen. 15 reise: R¨ uckreise nach Hannover. Zu N. 98: K antwortet auf N. 78 und kreuzte sich mit Leibniz’ Brief vom 26. Dezember 1699 (5. Januar 1700); Druck in I, 18.

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`a Vienne ce 24 de Xbre

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Je suis bien fachee Monsieur Leibnus de n’avoir pa jusques `a cette heure trouver un moment pour vous mander que desque j’eus receus les medailles que vous m’av´es envoy´es je les portes ` a la reine avec vostre lettre[,] l’un et l’autre furent fort agre´e, et je vous assure que la reine ma fille temoigne toutjours beaucoup d’estime pour vostre personne et je vous prie d’estre persuadee que l’on ne scauroit avoir une plus que grande pour vostre merite que j’ay Benedicte. Pour Monsieur Leibnus

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99. HERZOG RUDOLF AUGUST AN LEIBNIZ Hedwigsburg, 15./25. Dezember 1699. [97. 103.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. F 15 Bl. 10–11. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel.

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Ich bedancke mich f¨ ur die nachricht wegen der zu alienirenden b¨ ucher, die wenige so ich daraus notiret, habe empfangen, worunter mir die introductio ad vitam devotam in 12mo sonders wolgef¨ allt, ich habe es schon gantz durchgebl¨ attert, und finde ein groß vergn¨ ugen darin. Sonst scheints das man mitt der ver¨anderung des Calenders große turbam verursachen wird, und kan mich nicht gnugsahm u ¨ber die leute verwundern, welche das instehende jahr dem Newen Seculo zuschreiben, da es doch das letzte von disem ist, in summa es sey wie es wolle, so w¨ unsche ich gl¨ uck zum Newen jahre, und bitte mich bey meiner gn¨ adigen Mama zu Hannover bestens zu recommendiren. Adieu. h...i Hedwigsburg den 15/25ten Xbris Ao 1699. A Monsieur Monsieur de Leibnitz ` a Wolfenb¨ uttel .

3 medailles: vgl. N. 79. 4 reine: Wilhelmine Amalie. 4 lettre: N. 389. Zu N. 99: K nimmt noch einmal Bezug auf N. 96 und wird beantwortet durch N. 103. 14 intro¨ ¸ ois de Sales, Introduction ` ductio: Franc a la vie d´ evote, 1609, bearb. Neufassung 1619; lat. Ubers. 1619 u. ¨ o. 20 Mama: Kurf¨ urstin Sophie.

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100. LUDOLF HUGO AN LEIBNIZ Hannover, 15. (25.) Dezember 1699. [84.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 973 Bl. 34. 4o. 1 S.

Hannover 15ten Xbr. 99. Bey deßelben verhoffender glucklicher wieder anherkunfft, wird mihr lieb seyn, die gefundenen curiosa zu sehen. Wir werden mitt ehistem eine conferenz mitt Zelle haben, da ich die sache wegen des H. Wageners vorgeschlagener maßen zu beobachten nicht ermangeln werde. Verbleibe h...i

101. JOBST CHRISTOPH REICHE AN LEIBNIZ [Hannover, Ende Dezember 1699 (?)]. [85.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Berlin Archiv d. Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften Nachlaß Leibniz Nr. 1, Bl. 84 u. 78. 1 Bog. 8o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegelrest.

Die HH. GR¨ ahte laßen ersuchen, daß M. h. H. GehJustiz Raht belieben m¨ogte, dero gedancken von inwendig benandtem autore deßen H. Forster zur verfertigung der Calen-

Zu N. 100: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief (erw¨ ahnt in N. 420). Der n¨ achste Brief der Korrespondenz datiert vom 1. (11.) Februar 1700 (Leibniz an Hugo; Druck in I, 18). 5 f. die gefundenen curiosa: nicht ermittelt. Vermutlich handelt es sich um Siegelfunde im Wolfenb¨ utteler Archiv; vgl. N. 87, N. 89 sowie N. 84. 6 mitt . . . haben: Die n¨ achsten Hauskonferenzen fanden am 16. (26.) Dezember 1699 und am 30. Dezember 1699 (9. Januar 1700) in Engensen statt. 7 sache: R. Chr. Wagners Professur in Helmstedt, vgl. N. 84. Zu N. 101: Anhaltspunkt f¨ ur die Datierung liefert die Erw¨ ahnung des Kalenderdrucks (Z. 15 – S. 124 Z. 1), der erst nach der Verordnung Georg Ludwigs vom 12. (22.) Dezember 1699 zur Einf¨ uhrung des neuen Kalenders im Kurf¨ urstentum (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 23 Nr. 664 Bl. 50–51) erfolgen konnte, sowie die Tatsache, daß der vorliegende Brief mit der Post geschickt wurde, m¨ oglicherweise nach Wolfenb¨ uttel, wo Leibniz sich zwischen dem 29. November und 28. Dezember aufhielt. Der n¨ achste u ¨berlieferte Brief Reiches datiert von Ende Januar 1700 (Druck in I, 18). 15 autore: G. Kirch, vgl. F¨ orsters Brief an Leibniz vom 1. Juli 1700 (LBr. 277 Bl. 9–10; Druck in I, 18). 15 Forster: der hannoversche Verleger N. F¨ orster.

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der, wor¨ uber er ein privilegium verlanget, sich gebrauchen wil, zu sagen. A Monsieur Monsieur de Leibnitz, Conseiller priv´e de Justice de S. A. E.

102. LEIBNIZ AN HERZOG ANTON ULRICH Wolfenb¨ uttel, 17. (27.) Dezember 1699. [25.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 973 (R. Chr. Wagner) Bl. 30–31. 1 Bog. 8o. 3 1/2 S. Mit einigen Streichungen und Erg¨ anzungen. Bibl.verm. Eigh. Anschrift. — Auf Bl. 31 vo gegenl¨ aufig zum u ¨brigen Text gestrichene Briefpassage von Leibniz’ Hand an einen nicht identifizierten Empf¨ anger (R. Chr. Wagner ?): Je crois qu’il faudra estimer ` a peu pres, ” Monsieur, si le verre au dessous du tuyau n’est peut estre trop plein; en sorte que le vif argent pourroit venir ` a se r´ epandre, s’il descendoit aussi bas qu’il pourra faire. En ce cas, il en faudroit oster de ce verre pour trouver un juste milieu.‘‘

A Mgr le Duc Antoine Ulric.

Wolfenbutel 17 decemb. 1699

Monseigneur

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Le responsum de la Facult´e Theologique de Helmst¨at fait voir, que le Scheme du Calendrier corrig´e qui a est´e envoy´e de Ratisbonne, et suivi pour cette ann´ee par les faiseurs d’Almenachs est defectueux et contraire aux resolutions du Corps Evangelique. C’est pourquoy il sera bon dores en avant qu’on agisse mieux de concert l`a dessus, et comme cette Facult´e Theologique a deux membres, qui ont enseign´e les Mathematiques, et que l’affaire doit estre regl´ee en meme temps sur les canons de l’Eglise et sur les dogmes de l’Astronomie[,] c’est ce qui m’a port´e ` a proposer `a Hanover de la faire consulter et

20–125,1 c’est . . . raison erg. L

Zu N. 102: Der n¨ achste Brief der Korrespondenz datiert vom 4. Mai 1700 (Druck in I, 18). 14 responsum: Der Theologischen Facult¨ at auff der Julius Universit¨ at zu Helmstedt unvorgreifflich bedencken, wie bey Einf¨ uhrung eines verbeßerten Calenders k¨ unfftige Irth¨ umer vorgebauet werden m¨ oge vom 4. (14.) Dezember 1699 (Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Cal. Br. 23 Nr. 664 Bl. 42–49). 14 Scheme: vgl. dieses Schema deß Verbesserten Calenders (o. O. u. J.), a. a. O. Cal. Br. 11 Nr. 1296 Bl. 1–4. 16 resolutions: vgl. die Conclusa‘‘ vom 23. September (3. Oktober) 1699, a. a. O. Cal. Br. ” 23 Nr. 664 Bl. 19–22. 18 deux membres: J. A. Schmidt und Chr. T. Wideburg. 20 proposer ` a Hanover: vgl. N. 76.

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par la meme raison il seroit convenable que d’autres puissances protestantes de l’Empire concourussent ` a charger cette facult´e du soin de cette affaire, en chargeant encor quelques uns des leurs de communiquer avec elle ce qui serviroit `a la reputation de la facult´e et `a la gloire de la maison de Bronsvic. Et V. A. S. y pourroit contribuer soit `a Meinungen o` u est la direction de la Maison ducale de Saxe, soit dans les conferences que les princes vont tenir `a Goslar. Cette Matiere demymathematique me fait souvenir de la profession des Mathematiques qui vaque ` a Helmst¨at. M. le docteur Schmit m’a recommand´e un nomm´e Wagner maistre es arts, qui mˆeme est demeur´e quelque temps avec moy, et que je souhaiterois qu’on employˆat `a enseigner la jeunesse o` u il me paroist fort propre. Mais comme il y a des personnes qui font grande difficult´e l` a dessus, pretendant qu’il n’est pas encor assez fort ny assez profond; et que j’apprehende de la contradiction de leur cost´e, qui feroit naistre une brouillerie inutile, je m’imagine que le meilleur expedient seroit de luy donner maintenant une profession extraordinaire dans la facult´e philosophique, avec une incombance particuliere d’enseigner les Mathematiques ` a la jeunesse. Et ainsi il auroit le loisir de se perfectionner, mais il y faudroit joindre un salaire d’environ 150 ´ecus, au moins, parce que pour enseigner les Mathematiques, il faut un apparat d’instrumens, qui demande de la depense, et qu’ainsi il ne pourroit pas faire comme Mag. Cyprianus qui se contente presentement du simple honneur. Ainsi Monseigneur, ces deux professions extraordinaires pour Wagner et pour Cyprianus pourroient estre pourveues car tous deux les meritent bien; mais comme Wagner est plus ancien maistre ´es arts; je crois qu’il seroit raisonnable de luy donner la preference. Au reste la veuve de feu M. Lauterbach m’a fort pri´e de supplier V. A. S. qu’elle fasse demander ` a son sculpteur le livre Manuscrit de feu son mari, contenant une partie des doctrines Mathematiques, comme fortification, Architecture, Gnomonique etc. que

2 en (1 ) soignant (2 ) commencant nicht gestr. (3 ) chargeant L

6 Goslar: Zu dem von Anton Ulrich initiierten Goslarer F¨ urstenkonvent vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 187–191. 9 Wagner: R. Chr. Wagner. 11 personnes: Zu den Einw¨ anden gegen Wagners Eignung zu einer Mathematikprofessur vgl. N. 84 u. N. 420. 19 Cyprianus: E. S. Cyprian; vgl. N. 66. 24 Lauterbach: J. B. Lauterbach. 25 sculpteur: S. Huggenberg. 25 livre Manuscrit: nicht identifiziert.

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le sculpteur luy avoit demand´e disant que V. A. S. le vouloit voir; afin que ce travail ne se perde, ou afin que un autre ne se l’approprie un jour. J’avois eu dessein de partir hier mais je me trouvois un peu mal, ce qui me l’a fait remettre `a demain ou apres demain. Hier M. Cramer venant de Paris, et allant `a Berlin (c’est celuy qui a est´e informateur du Prince Electoral de Brandebourg et creature de M. Danquelman), m’a dit des merveilles du merite de l’Archeveque de Cambray qu’il a fort connu et qu’il le trouva nullement visionnaire ny d’une piet´e farouche ou austere comme on se l’imagine. Je suis Monseigneur

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de V. A. S. etc.

103. LEIBNIZ AN HERZOG RUDOLF AUGUST Wolfenb¨ uttel, 18. (28.) Dezember 1699. [99.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. F 15 Bl. 8–9. 1 Bog. 4o. 3 1/3 S. Mit einigen Streichungen und Erg¨ anzungen. Eigh. Anschrift.

An H. Herzog Rudolf Augusti Durchlt 15

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Wolfenb¨ utel 18 Decemb 1699

Durchleuchtigster Herzog gndster Herr Die eingefallene K¨ alte, und ein wenig indisposition, haben verursachet, daß ich die abreise noch ein baar tage verschoben, und also E. Durchlt gndst. schreiben noch alhier empfangen. Das Calender wesen ist zu Regenspurg sehr praecipitiret worden, unter dem Praetext des zu Ende nahenden seculi, deßen leztes jahr doch gleichwohl (wie E. Durchlt

1 demand´ e (1 ) comme si V. A. S. (2 ) disant si V. A. S. L, korr. Hrsg. 6 f. Cambray (1 ) Et qv’il est nicht gestr. (2 ) qv’il a . . . trouva L 8 f. Je suis (1 ) avec devotion mais plus tost homme qui s¸cait joindre la science du monde Q. ` a la connoissance (2 ) Monseigneur L

5 Prince Electoral: Friedrich Wilhelm. 6 Archeveque: F´ enelon. 23 Q.: wohl Anspielung auf den Quietismus. Zu N. 103: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 99. Der n¨ achste u ¨ berlieferte Brief dieser Korrespondenz datiert vom 8. April 1700 (Druck in I, 18).

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recht urtheilen) erst das folgende ist, denn jedes seculum (gleich wie das erste) mit 1 anfangen, und mit 0 oder 100 endigen muß. Nun ist zwar nicht ohne daß die aequinoctia in die 11 tage von ihrer stelle abgewichen, und alßo die omission solcher tage zu deren herstellung gereichet, allein ich sehe nicht warumb man nicht kunfftig noch eine zeitlang den 1/12 hatte schreiben konnen wie bisher den 1/11, umb beydes das alte und neue zu bezeichnen. Denn es jezo scheinet, als ob man die ¨anderung aus zwang gethan, da die R¨omische Parthey die unsrige wegen des Calenders hin und wieder gedr¨ ucket; durch welches nach geben aber die gegenparthey nur mehr gest¨arcket und angespohrnet wird, umb zu versuchen ob durch dergleichen weg nicht ein mehrers von uns zu erpreßen. H¨atte man also vielleicht beßer gethan, u ¨ber dieser an sich selbst nicht so gar wichtigen materi sich mit ihnen in handlung einzulaßen, umb ihnen diesen Punct nicht umbsonst zu geben sondern etwas daf¨ ur zu erhalten. Was die beweglichen Feste betrifft ist man noch nicht mit ihnen eins, und hat das Corpus Evangelicum geschloßen, in haltung der ostern, woran die andern hengen, der Astronomischen wahrheit zu folgen. Allein es ist solcher schluß so fort im ersten jahr ubel beobachtet worden. Denn man hat ein Schema des so genanten verbeßerten Calenders vor das jahr 1700 von Regensburg geschickt, so ein privatus nach seinem guthfinden entworffen, und in dem selben hat man auch mit denen festen sich nach dem Gregorianischen Calender gerichtet, so zwar zuzeiten geschehen kan, dießmahl aber (wenn man dem inhalt des Schlußes der Evangelischen st¨ande folgen will) nicht geschehen sollen. Weil nun E. hochfurstl. Durchlt und Dero hohen haußes Universit¨at Helmstadt in ihrer Theologischen Facult¨ at 2 professores aniezo hat, die beyde Mathesin dociret haben, Und weil die sach sowohl aus den Canonibus des großen Concilii zu Nicaea, als den Mathematischen regeln zu entscheiden, habe ich zu Hanover vorgeschlagen daß man an besagte Theologische Facultat rescribiren und ihr aufgeben m¨ochte, ihre Meynung hieruber zu er¨ ofnen, welches auch geschehen; und hat die Facult¨at gar wohl den irrthum des von Regenspurg geschickten Schematis dem die Calenderschreiber bereits blindlings gefolget, bemercket. Woraus denn erscheinet, daß man k¨ unfftig wohl thun w¨ urde erfahrne

20 sollen. | In zwischen sind die Neuen Calender bereits nach diesem Schemate eingerichtet worden erg. und gestr. | L

19 geschehen: vgl. N. 102. . . . vorgeschlagen: vgl. N. 76.

22 professores: J. A. Schmidt und Chr. T. Wideburg.

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leute zu rath zu ziehen ehe man etwas ¨ offentlich vornimt; Und daher guth w¨are, wenn andere Evangelische Stande die ihrige mit der Theologischen Facultat zu Helmst¨adt (als welche obgedachter ursach wegen am bequemsten dazu) hierinn communication pflegen ließen umb allen unrichtigkeiten k¨ unfftig vor zu kommen; welches zu bef¨ordern ich auch alhier unterthanigst eingerathen. Man hat sonst ganze tractaten in teutsch und franz¨ osisch u ¨ber die frage geschrieben te ob das k¨ unfftige nehmlich das 18 seculum mit 1700, oder mit 1701 anfange. In Franckreich sind des wegen große wetten geschehen, und hat man endtlich die Sorbonam sowohl als die Academiam Scientiarum Regiam umb rath gefraget. Sie haben aber einhellig geschloßen wie E. D., daß das erste jahr im kunfftigen seculo das jenige seyn werde, worinen man 1701 schreiben wird, gleich wie man im wehrenden ersten jahre gleich nach Christi geburth als im ersten jahr des ersten seculi hatte schreiben m¨ ußen 1, und gleich wie man sofort nach der geburth eines kindes saget, daß es im ersten jahr seines alters sey. Es findet sich auch daß der Cardinal Baronius und alle andern Annalisten die secula also berechnet. Ich wundsche von herzen daß der allmachtige Gott E. Durchlt nicht nur mit einem fr¨ ohlichen fest, gew¨ undschten Ne¨ uen jahr, und bald darauf glucklichen Ne¨ uen Seculo erfre¨ uen, sondern auch tieff in das selbige hinein, noch viele jahre, zu der unterthanen, des Reichs, und der Kirchen besten, in vollkommener gesundheit und vergn¨ ugung erhalten wolle. Den gruß so mir nach Hanover gndst anbefohlen werde gebuhrend ausrichten Der ich verbleibe lebenszeit E. hochf. Durchlt

Unterthanigster Knecht

P. S. Auch gnadigster H. kan nicht umbhin unterthanigst zu melden daß ich dem jenigen so E. D. die glashutte auff dem Hils dirigirt (deßen nahmen glaub ich Seiden-

6 tractaten: vgl. z. B. Gr¨ undliche und genaue U n t e r s u c h u n g von dem Anfange des herannahenden Jahrhunderts, 1699; La F i n du si` ecle, 1699; Nouvelle d i s s e r t a t i o n sur le si` ecle prochain, 1699. 7–9 In . . . gefraget: vgl. I, 16 N. 46. 14 f. Es findet . . . berechnet: Das ist eben nicht der Fall; vgl. hierzu ausf¨ uhrlich La F i n du si` ecle, 1699, S. 89–95. 14 Baronius: C. Baronio, Annales ecclesiastici, 1588–1607. 24 glashutte: Im Hils, einem bei Holzminden gelegenen H¨ ohenzug westlich der Leine, wurden auf braunschweig-wolfenb¨ uttelschem Gebiet mehrere Glash¨ utten betrieben. Ob ein seit der Mitte des 17. Jahrhunderts nachweisbarer Franz Seidensticker hier gemeint ist, muß offenbleiben; vgl. A. v. Rohr, Lauensteiner Glas 1701–1827. Ein Beitrag zur Wirtschafts- und Kulturgeschichte Niedersachsens, Hannover 1991, S. 34 u. 179. Vgl. auch I, 16 N. 421.

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sticker) etliche mahl geschrieben, und schreiben laßen, wegen einiger glasarbeiten, er hat aber nicht einst geantwortet, daher ich mich erkuhnen muß unterthanigst zu bitten, E. D. wollen gndst geruhen ihm anbefehlen zulaßen, daß er sich beßer bezeige, und was thunlich thue.

104. FRIEDRICH AUGUST HACKMANN AN LEIBNIZ Venedig, 28. Dezember 1699. [80.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 Bl. 68–71. 2 Bog. 4o. 6 1/2 S.

Questa prima lettera, che mi d` o l’honore di scrivere `a V. E. doppo il mio arrivo in Italia, sar`a un parto immaturo di questa lingua, che comincio `a parlare in un paese, affato forestiere. Non h` o dubio, che non sii per riussirgli un puoco horrida, tanto per il stilo, quanto per l’intestura; m`a compatir` a V. Ella, perche non possedo assai quest’idioma; tanto pi` u, che restatami ingombrata la mente dal viaggio disastrozo fatto, non posso perderne la memoria. Onde se leger` a V. E. in essa qualche concetto assai duro, se contenti d’attribuirlo uguali alli Sassi delle Montagne asprissime passate, che coperte di altissime neve s’inabrano fin al Cielo, hora profondandosi in disastrose valli formano tanti precipitii, quanti passi si avanza, quali pure se rendono penosissimi, ne si possono dire, che strade horride et impratticabile tanto per le neve, che per il ghiacio, non servendo alcuna commodit` a di sedia, over` o di Cavallo, m`a un continouato scandere et descendere per quelli Balzi a piede tante per la Stiria et Carinthia fin alla Ponteba, dove tutto mi consolai con il ritrovarmi la State nel mezzo dell’Inverno. M`a per non continuare in rapresentatione cosi nogiosa et attediare d’avantagio V. E., passar`o `a descrivere cio, che in questo puoco, che dimoro in Italia, h`o possuto scoprire degno di lei, massime nel genere dell’houmini virtuosi. H`o trovato qu`ı alcuni, che possono correre sopra il tavoliere; m`a tr`e a mio genio sono di maggior consideratione, un Abbate Scocese, Bibliothecario della publica libraria, che si nomin` a le Thou, il Signor Beregani, et il Signor Abbate Deomadeni, Canonico di Mastrich. 1 geschrieben: vgl. N. 61 und N. 64, wo Balcke m¨ oglicherweise auf eine solche Korrespondenz Bezug nimmt. Zu N. 104: Der n¨ achste Brief der Korrespondenz datiert vom 28. Dezember 1699 (7. Januar 1700; Druck in I, 18). 26 Deomadeni: T. Damaideno.

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Il Primo m’h` a ordinato di portar ` a V. E. li suoi rispetti, in di cui consideratione molto mi h` a honorato. Esso mi h` a condotto tre volte nella publica libraria, et havendomi soggionto, che V. E. haveva preso e seco portato una distenta nota di tutte le memorie della Casa Elettorale, h` o stimato superfluo il fare nova diligenza negl’Manuscritti. Il Secondo scrive un historia dela Guerra passata, h`a gi` a publicato il primo Volume, hora travaglia dietro il secondo. E vero, che vi sono moltissimi Signori virtuosi, che non fanno stima di queste sue fatiche; m`a non havendole io veduto ne letto, non posso formare giducio, ne posso altro dire, che nel discorso suo tenuto lo trovo poco informato dell’historie della nostra Famiglia Serenissima. Il terzo h` a scritto un gran Volume Genealogico-Historico, et parla di nostra Casa Serenissima con grande ampiezza. Non h`a voluto permettermi di legerlo et esaminarlo, ne h`o possuto ricavarne le suoi sentimenti. Havendo inteso da un Virtuoso, nobile Venitiano, esser il Signor Abbate Genealogista Mercenario, et che haveva dedutto l’origine della Casa Farnese da uno delli R`e del Latio vechio per 300 Dobbie, mi serve d’argomento, non havere notitie adequate, concernente l’historia della Casa d’Este. Ma non piu. Domani parto di qu` a e in tre jorni e mezzo, piacendo a Dio, arriver`o `a Modana. Quella citta sar` a mio porto, et ne star`o a l’ancora per tre mese. Volesse Dio, ch’io potessene fare una pi` u richa piscatura delle carte antiche, che St. Pedro in Evangelio di pesci. Augurando ` a V. E. il colmo delle benedittione nel instante secolare anno prego humilmente di conservarmi in buona sua Gratia, come quello chi sara sempre h...i in Venetia d. 28. Decembr. 1699.

5 historia: N. Beregani, Historia delle guerre d’Europa dalla comparsa dell’armi ottomane nell’Hungheria l’anno 1683 , 1698. 11 h` a . . . Genealogico-Historico: Wahrscheinlich gemeint ist T. Damaideno, Augusta decora Romano-Brunsvicensia, (SV.); eine Prachthandschrift dieses Werkes war 1685 nach Hannover gegangen (Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XXIII 287). Vgl. dazu I, 4 N. 415 u. N. 416. 20 Evangelio: Lukas 5, 4–11.

II. ALLGEMEINER UND GELEHRTER BRIEFWECHSEL Mai–Dezember 1699

105. ANTONIO MAGLIABECHI AN LEIBNIZ [Florenz, Anfang Mai (?) 1699]. [239.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 595 Bl. 241–242. 1 Bog. 4o. 3 1/4 S.

Illmo e Dottissimo Sigre mio

Sigre e Padrone Colendissimo

Non sarei stato questa sera ad incomodare V. S. Illma con mie lettere, se non istimassi necessario l’avvisarle come h` o fatto consegnare in Venezzia, a quel Sig. Mercante, senza spesa alcuna, ne di porti, ne di altro, un involtino per V. S. Illma nel quale sono tre Libretti, cio`e la Lettera del Sig. Abate Bianchini, che si degn` o di domandarmi; il Ragionamento delle Masnade, del Sig. Fontanini, ed un opuscolo del Sig. Astori. Stimo che V. S. Illma sia per ricevere il sudetto involtino in breve, e sicurissimo, ed a suo tempo me ne sar`a grata la notizzia.

Zu N. 105: Die Datierung von K ergibt sich aus den Briefen von Leibniz an Magliabechi vom 12. (22.) April 1699 (I, 16 N. 447) und Magliabechi an Leibniz vom 12. August 1699 (N. 239 im vorliegenden Band). Der zweite Brief enth¨ alt mit dem Hinweis auf Magliabechis inzwischen erfolgte Einsichtnahme in das 1699 erschienene Werk R. Fabrettis, das ihm zum Zeitpunkt der Abfassung unseres St¨ uckes noch nicht vorgelegen hatte (vgl. S. 135 Z. 4), einen terminus ante quem. Auch dankt Magliabechi erst mit diesem Schreiben f¨ ur die 2. Auflage der Novissima Sinica. Dieses Werk, das Leibniz ihm mit I, 16 N. 447 hatte u ¨bersenden lassen (vgl. außerdem I, 16 N. 87 u. N. 88), war zur Abfassungszeit unseres St¨ ucks noch bei B. Ramazzini (vgl. Ramazzini an Leibniz 17. Juni 1699, LBr. 755, Bl. 19–20). F¨ ur eine Datierung unseres St¨ ucks im Umfeld von I, 16 N. 447 spricht Magliabechis Aussage in N. 239, er habe Leibniz schon sehr lange nicht mehr geschrieben und vor allem die Tatsache, daß von den erw¨ ahnten Briefen an Magliabechi (S. 134 Z. 3, S. 134 Z. 18 u. S. 135 Z. 6) keiner sp¨ ater als Anfang M¨ arz zu datieren sein d¨ urfte. 8 Lettera . . . domandarmi: Gemeint ist F. Bianchini, De lapide Antiati epistola, 1698, von deren ¨ Erscheinen Magliabechi in I, 15 N. 209 Leibniz Mitteilung gemacht hatte. Wann dieser um Ubersendung eines Exemplars gebeten hatte, bleibt unklar; es d¨ urfte sich dabei um die fehlende Antwort auf I, 15 N. 209 handeln, die vor I, 15 N. 413 anzusetzen w¨ are. 8 f. Ragionamento: G. Fontanini, SV. 9 opuscolo: nicht ermittelt.

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ii. allgemeiner und gelehrter briefwechsel

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Per non mandarle questi quattro versi cosi soli, le scriver`o qualche novit`a Letteraria di Italia, benche alcune puo essere che io gi`a le abbia a V. S. Illma scritte altre volte. L’Eminmo Sig. Cardinal Cornaro, con una sua benignissima Lettera, mi h` a mandata la seguente opera, stampata in carta grande, franca da ogni spesa di porti etc. Prodromus ad Refutationem Alcorani, In quo per quatuor praecipuas verae Religionis notas, Mahumetanicae sectae falsitas ostenditur: Christianae Religionis veritas comprobatur: In quatuor partes divisus. Auctore Ludovico Marraccio e Congregatione Clericorum Regularium Matris Dei: Innocentii XI. gloriosissimae memoriae olim confessario. Patavii 1698 ex Typographia Seminarii . In fol. Refutatio Alcorani, in qua ad Mahumetanicae superstitionis radicem securis opponitur, et Mahumetus ipse gladio suo jugulatur; Sacrae Caesareae Majestati Leopoldi I. Magni Romanorum Imperatoris Dicata ab Auctore Ludovico Marraccio Lucensi e Congregatione Clericorum Regular. Matris Dei, Innocentii XI. Gloriosissimae memoriae olim Confessario. Patavii 1698 ex Typographia Seminarii in fol. Vi `e nella sudetta opera, nel primo luogo, il testo del Alcorano, stampato in Lingua Arabica. Doppo ad ogni capitolo, ne seguita la traduzzione Latina, le Annotazzioni, e le confutazzioni del Padre Marracci. L’Eminmo Sig. Cardinale Cornaro, per maggiormente obbligarmi, mi scrive che il primo esemplare della sudetta opera che sia andato fuora, h` a voluto che l’Abbia io. Il Padre Bonjour, mi scrive di Roma, fra le altre, le seguenti parole, che trascriver`o qui per l’appunto. Le d` o avviso di un mio piccolo saggio, sopra i Monumenti Vaticani della Lingua Egizziana, che deve essere stampato tr` a pochi giorni, sotto questo titolo: In Monumenta Coptica, seu Aegyptiaca, Bibliothecae Vaticanae brevis excercitatio. Non parlo a V. S. Illma dell’importanza di diversi frammenti che h` o inseriti in questo mio saggio, perche

5 Religiones K, korr. Hrsg. zeichnet K

22–135,3 Monumenti . . . etc. als Zitat durch Umrahmung gekenn-

3 Lettera: wohl der Brief G. Cornaros vom 13. Februar 1699 (Florenz Biblioteca Nazionale Ms. Magl. Cl VIII 1159, Bl. 12 ro). 18 scrive: nicht gefunden. Das Schreiben d¨ urfte zwischen den im Corpus der Briefe G. Bonjours an A. Magliabechi (Florenz Biblioteca Nazionale Ms. Magl. Cl VIII 317) aufeinanderfolgenden Briefen vom 13. Dezember 1698 (Bl. 36 ro/40 vo) und vom 7. M¨ arz 1699 (Bl. 37 ro/39 vo) zu datieren sein, wie sich aus den Angaben u ¨ber Drucklegung bzw. Erscheinen des genannten Werkes ergibt. 23 essere stampato: Das Werk erschien 1699.

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h` o speranza che la stampa sar` a finita presto. h` o pensiero di aggiugnere nel fine, una piccola Digressione, sopra le Settimane di Danielle, avendo trovato un modo singulare di spiegarle, che facilmente piacer` a a virtuosi, etc. Nella sudetta Citt` a di Roma, mi scrivono, che sia finita di stamparsi la Raccolta delle Inscrizzioni antiche, fatta dal Sig. Abate Fabretti, m`a qu` a fino ad ora non si `e veduta. Il Padre Giannettasio, mi h` a mandato il seguente suo nuovo libro. Nicolai Parthenii Giannettasii Soc. Jes. Autumni Surrentini. Neapoli apud Jacob. Raillard 1698 . In 8. mi scrive, che adesso, lavora sopra il suo Poema, della Bellica. Di Padova mi `e stata tramessa la seguente vita. Francisci Mauroceni Peloponnensiaci Venetiarum Principis, Gesta, Scriptore Jo. Gratiano Bergomensi D. Patavii 1698 Ex Typogr. Seminarii . In 4. Il Sig. Santagostini, mi h` a mandato il seguente. Novissima Epatta Luni-solare Perpetua della f` u Cristiana Alessandra Regina di Suezzia Depositata a’sacri Piedi di Nostro Sig. Innocenzo XII dal Dottor Tommaso Santagostini Astronomo, e della Famiglia Nobile di sua Maest` a. Aggiunta la Risoluzzione della Controversia sopra il vero Anno, mese, e giorno, dell’Incarnazzione, Nascita, Battesimo e Santissima Passione del Redentore. In Perugia pel Constantini . In 4. De seguenti, mi pare di averle gi` a mandati trascritti i titoli, m`a perche non ne sono certo, le li rimander` o di nuovo. Il Sig. Muratori mi h` a mandato il seguente: Anecdota, quae ex Ambrosianae Bibliothecae Codicibus nunc primum eruit, Notis ac Disquisitionibus auget Ludovicus Antonius Muratorius, in eadem Bibliotheca Ambrosiani Collegii Doctor; Tomus Secundus praeter veterum monimenta Commentarium Continens de Corona Ferrea qua Romanorum Imperatores in Insubribus coronari solent. Mediolani Typis Josephi Pandulfi Malatestae 1698 . In 4. Il Sig. Apostolo Zeno, mi h` a trasmesso il seguente.

2 piccola Digrestione K, korr. Hrsg.

15 Sommaso K, korr. Hrsg.

4 Raccolta: R. Fabretti, Inscriptionum antiquarum quae in aedibus paternis asservantur explicatio, 1699. Vgl. N. 239. 9 Bellica: N. Giannettasio, Bellica, 1699. 18 f. De seguenti . . . titoli: Zum ersten der folgenden Titel ¨ außert Magliabechi sich in I, 14 N. 371.

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Annotazzioni sopra il vocabolario degli Academici della Crusca, Opera postuma di Alessandro Tassoni Modanese, ricontrata, con molti testi a penna. Aggiuntavi una lettera intorno a questa, ed altre opere del Tassoni, con due Indici nel fine, l’uno delle voci poste per entro l’opera, e l’altro degli Autori in essa allegati. Consagrata all’Eminmo Principe il Cardinale Vicenzo Grimani. In Venezzia appresso Marino Rossetti 1698 . In foglio. In principio del Libro, vi `e una Prefazzione a chi legge, che per cosa sicura stimo che sia del sudetto Sig. Apostolo Zeno, benche non vi si vegga il suo nome. In essa con mio sommo rossore h`o veduto, che scrive di me, con lodi da me non meritate; come f`a anche il Sig. Fontanini, in una sua Lettera stampata ancora essa in Principio del sopradetto Libro del Tassoni. Il detto Sig. Fontanini, mi h` a mandato il seguente suo Ragionamento delle Masnade, ed altri servi, secondo l’uso de’Longobardi. Ragionamento di Giusto Fontanini, steso in una lettera all’Illmo Sig. Girolamo de’Puppi. In Venezzia per Girolamo Albrizzi 1698 . In 4. Come in principio h` o scritto, il sudetto Ragionamento, l’h`o mandato a V. S. Illma insieme con Lettera del Sig. Abate Bianchini, e con un Opusculo del Sig. Astori. Con che essendo il foglio pieno, finir` o di tediarla, supplicandola dell’onore de’ suoi stimatissimi comandamenti, riverendola, e riconfermandomi Di V. S. Illma Altmo, Devmo ed obbmo Sers vero

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Antonio Magliabechi

P. S. Fr` a pochi giorni, mander` o a V. S. Illma, alcuni elegantissimi versi Latini, da aggiugnersi, nella nuova edizzione, del suo dottissimo opusculo, delle ossa dell’Elefante.

11 mandato: mit dem Brief G. Fontaninis vom 21. Februar 1699 (Florenz Biblioteca Nazionale Ms. Magl. Cl VIII, 271, Bl. 22 ro–23 ro). 11 Ragionamento: G. Fontanini, Delle Masnade e d’altri servi secondo l’uso de’Longobardi. Ragionamento, 1699. 19 mander` o: Diese Verse Magliabechis sind nicht u ¨berliefert. 20 suo dottissimo opusculo: Gemeint ist eine Schrift u ¨ber den Knochenfund von Gr¨ afentonna. In Frage k¨ ame Leibniz’ eigene, unver¨ offentlicht gebliebene Stellungnahme (I, 14 N. 257). M¨ oglicherweise bezieht Magliabechi sich hier aber auch auf deren Adressaten, W. E. Tentzel, dessen Epistola de sceleto elephantino, 1696, an ihm selbst gerichtet und von ihm brieflich kommentiert worden war (vgl. I, 14 N. 245).

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106. GERHARD MEIER AN LEIBNIZ Bremen, 22. April (2. Mai) 1699. [122.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms IV 469 Bl. 122. 2o. 1 S. (Unsere Druckvorlage.) A Abschrift: Ebd. Bl. 120–121. 1 Bog. 4o. 2 1/4 S. von Schreiberhand. Datiert Bremis die ” 6. Aprilis 1699‘‘.

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S. et off. Amplissime atque Celeberrime Vir Subsequitur nunc dissertatiuncula altera de voce M a d d ad Eruditissimum virum Did. Stadensem missa. Tu haec nostra aequi interpretaberis. Sane enim non Superficiale quid est hoc studium, in quo, dum refertur ad Linguam antiquam hanc Sassonicam, miros divinitatis cujusdam id est reconditae sapientiae recessus usque et usque ingredi atque explicare datur. Magnum nunc glossarium Anglo-Sassonicum excutio: ei operae multae jam nunc septimanae impenduntur. Ante 14 dies Biblia Cambro-Wallica post multas inquisitiones per amicum accepi, ut deviat haec dialectus a Sassonica! Haffnia nunciat Minister verbi divini se Biblia Islandica mihi curaturum, viduam enim Pastoris cujusdam Islandi sub hastam vaenum daturam esse Bibliothecam Mariti. Scripsi provideat ne elabatur manibus nostris. Sed et Resenii Lexicon Skandicum mihi co¨emit quod jam nunc possideo. Plura alia

20 Lexicon Islandicum A

Zu N. 106: K wird zusammen mit I, 16 N. 410 u. mit N. 122 des vorliegende Bandes beantwortet durch N. 145. Die Datierung von A kann als Fehldeutung einer zu VI‘‘ verlesenen 22‘‘ verstan” ” den werden. Beilage war eine (nicht gefundene) Handschrift von Meiers im Rahmen eines Briefes an D. von Stade gesandter Abhandlung De voce MAD, ejusque cognatis, in specimen Etymologicum, gedr.: Leibniz, Collectanea etymologica, 2, 1717, S. 292–305. 15 glossarium: W. Somner, Dictionarium Saxonico-Latino-Anglicum, 1659, vgl. N. 176. 16 Biblia: Es d¨ urfte sich handeln um Y Bibl ¨ Cyssegr-lan, 1620, bzw. um eine der (revidierten) Neuausgaben dieser Ubersetzung, vgl. B i b l i a , SV. 17 Minister: nicht identifiziert. 18 Biblia Islandica: Es kommen die erste oder zweite isl¨ andische Bibel, die Ausgabe von 1584 bzw. ihre revidierte Fassung von 1644 in Frage; vgl. B i b l i a , SV. 20 Resenii Lexicon: G. Andreae, Lexicon Islandicum, 1683.

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exspecto. Sed vereor ne impar sim. Nimio enim emuntur Septentrionales libri. Moscovitica sive Russica Biblia promisit amicus se mihi co¨emturum sed 16 Imperialibus quos in Specie vocant. Non audeo tanti. Add. Nuper in Commentariis quae novellas vocamus, in causa vestra Electorali dicebatur respondisse Imperatorem ad principum quorundam gravamina suum esse titulos et dignitates largiri. Nescio an vobis succurrat quod seculi XII. circa exitum contigerit Almerico Regi Portugalliae in Consilio intimiori, cum Regem se Cypri voluerit nominari, utque major Sanctioris Consilii pars vicerit, Imperatorem sc., qui tum erat Henr[icus] VI. fontem et datorem dignitatum esse exorandum, ut tribuat istam Almerico dignitatem istumque titulum utque eo fine legatio decreta sit. Vale Vir Amplissime et salve a T. T.

G. Meier.

Bremen die 22 Aprilis 1699.

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107. JOHANN FABRICIUS AN LEIBNIZ Helmstedt, 23. April (3. Mai) 1699. [148.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 251 Bl. 48. 4o. 2 S.

Perillustris et excellentissime Vir, Domine et Patrone omni honoris et observantiae cultu prosequende,

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Pro suavissima epistola, Guelphebyti scripta, et optimo in ea dato consilio gratias ago habeoque longe maximas. Necdum vero scripsi ad excellentissimum Dn. ViceCan-

1 vereor ut K, korr. Hrsg.

2 promisit Acoluthus A

2 amicus: vgl. die Variante in A. 7 Almerico . . . nominari: Aimerich von Lusignan, seit 1194 Herrscher auf Zypern, wurde 1197 zum ersten K¨ onig von Zypern gekr¨ ont. Er war allerdings niemals K¨ onig von Portugal. Vgl. zu seiner Bewerbung um die erstgenannte W¨ urde bei Kaiser Heinrich VI. P. W. Edbury, The Kingdom of Cyprus and the Crusades, Cambridge 1991, S. 31 f. Zu N. 107: K antwortet auf I, 16 N. 455. Beilage war das S. 139 Z. 2 erw¨ ahnte Werk von Fabricius. 20–139,1 ViceCancellarium: L. Hugo.

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cellarium, facturus id sequente hebdomada, et pariter transmissurus exemplar qualiumcunque exercitationum mearum. Quarum exemplum et tibi offero, Vir perillustris: quanquam haec nostra alias non merentur virorum tantorum conspectum subire. Sed quod operi decedit, tui in me favoris praestantia et magnitudo compensat, secundum quam tibi vel minima nostra non usque adeo displicent. Gratulabor vero mihi, si hac occasione licebit proficere, et monita correctionesve tuas percipere. Tuo enim judicio, quicquid hujus sit, vel stabit, vel cadet, vel veniam merebitur. Illmus Dn. a Bernstorf ipse rescripsit mihi quoad augmentum, meque, quantum conjicio (integram enim epistolam legere et intelligere nequeo), bono animo esse jussit, et exspectare usque ad proximum Aulicorum congressum. Faxit Deus, ut res bene vortat. Dummodo 50. Imperiales inpetrem, Persarum gazas superare mihi videbor. Vale. Helmstadt a. d. 23. April. 1699. Perillustris Exciae Tuae

perpetuus cultor

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J. Fabricius.

108. ELISABETH SCHERP AN LEIBNIZ Linz, 3. Mai 1699. ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 806 (Schele) Bl. 25. 1/2 Bl. 4o. 1 S. Siegelrest.

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Ihro H. HochEdelgebohrner Herr Herr. Gn¨ adiger Herr auß unbekhandter weiß soll mich zwahr nit unterfangen Eure H. mit dißem brieffl zu beunruhigen, in deme mir mein Eheleiblicher Sohn H a n ß A d a m S c h e r p G r o ß U h r m a c h e r G e s e l l geschrieben, daß ich sein brieffl in Eure H. Cupert

1 f. qualicumcunque K, korr. Hrsg.

2 exercitationum: wohl J. Fabricius, Amoenitates theologicae, 1699; vgl. N. 198. 8 f. conjicio . . . nequeo: Die Handschrift Bernstorffs ist in der Regel nur schwer entzifferbar; Leibniz fertigte deshalb des ¨ ofteren interlineare Transkriptionen an (vgl. z. B. I, 16 N. 28). 10 congressum: Die n¨ achste Hauskonferenz fand am 17. Mai (a. St.) in Engensen statt. Zu N. 108: K ist der einzige vorliegende Brief von E. Scherp, der Mutter von A. Scherp, der als Leibniz’ Gehilfe mit dem Bau der Rechenmaschine befaßt war; vgl. auch I, 16 N. 466. Beilage war der in Z. 20 genannte Brief.

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einmachen erbitten solle, Ihme dißes brieffl zustellen zulaßen, dahero mein dem¨ utige bitt stehet, Eure H. wollen diße Gnad ihme meinen Sohn anthuen, und also nebens G¨ ottl. bewahr in demuth verbleibe in Linz im landt ob der Enß den 3 Maii 1699. Elißath Scherpin Wittib.

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109. MATTHIAS ZABANY AN LEIBNIZ L¨ ubeck, 25. April (5. Mai) 1699. ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 1020 Bl. 11. 4o. 2 S. — Gedr.: J. Miˇ sianik, Listy medzi Slovakmi a Leibnizam, in: Slovenska Literat´ ura XVII, 6, 1970, S. 625.

L¨ ubeck, d. 25 April. 1699

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Perillustris ac Excellentissime Domine

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Patrone mihi Colendissime

Den 11 dito habe ich an Ihr. Excell. mein dem¨ uthiges mit der Post abgeschicket, aus welchen haben Sie ersehen, wie ich sey an diesen Ort arriviret. Ich beklage sehr, daß ich bien hier, aus mangel deß Geldes in großen Elend gest¨ urtzt, weil daß Geldt (wie in vorigen ist gemeldet) schon l¨ angst verzehret ist, daß ich gezwungen bien mein Mantel zu Gelde machen gahr um geringes, ich dachte anfangs nicht, mich hier so lange Zeit auffzuhalten: Auf einem thaler habe ich schaden gelietten 4 mg. und 4 d. weil hier und [in] Hamburg 24 mg. nur gelten 28 L¨ ubschilling. Dahero sehen Sie, daß ich mit dem Geldt kein u ¨berfluß im eßen oder trincken habe gethan. Den H. D. Leopold wolte ich gerne ansprechen, mier etwaß vorzuschießen, ich darff aber nicht thun, ohne Ihren befehl, ich baht meinem Schifer um etzliche thl. mit den beding, daß ich ihn in Stockholm wolte contentiren, excusirte sich, daß er ohne Geldt seye, weil ihn die ladung sehr hoch kostet. Es sind noch keine schiffe von hier nach Stockholm abgangen, wegen den contrairen Windt, sie liegen alle zusammen zu Drave-M¨ unden, und warthen auf einem favorablen Windt, in dem selbigen Orth ist noch the¨ uerer zehren, alß in L¨ ubeck.

Zu N. 109: Der n¨ achste Brief Zabanys an Leibniz datiert vom 10. Februar 1700 (Druck in I, 18). 12 mein dem¨ uthiges: I, 16 N. 86. 19 Leopold: A. D. Leopold. 20 Schifer: J. Schiberßen (vgl. I, 16 N. 86).

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Derowegen E¨ uer Excell. ersuche ich unth¨ arth¨ anigst, Sie wollen mein Flehen und bitten gn¨adig erh¨ oren, mier auß dieser Noht mit etzlichen thl. helffen weil ich hier keinen andern nebst dem Gott als Sie (zu welchem ich meine zuflucht n¨ahmen k¨onte), habe. Daß geldt k¨onte an dem H. D. Leopold adressiret seyn, bey Ihm wolte ich schon ablangen. Ich werde dahin trachten, solches jederzeit mit meinen unw¨ urdigen Diensten zu ersetzen, erwarte mit großen verlangen die gn¨ adigste resolution verbleybe Ihr. Excell.

unterth¨ anigster Diener

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Matthias Zabani.

110. JOHAN GABRIEL SPARWENFELD AN LEIBNIZ Stockholm, 26. April (6. Mai) 1699. [111.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 877 Bl. 53–54. 1 Bog. 4o. 2 S. u. 1 Z. Eigh. Aufschrift. Siegel. Postverm. — Auf Bl. 54 L1 von N. 275.

Monsieur p.

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Stockh. ce 26 d’Avril 99

Je suis bien aise d’aprendre par vostre agreable du 7 du courrant que le gar¸con Hongrois soit en chemin. Par la Lusace je veut dire Lusaticam, qui est un dialecte corrompu de l’esclavon. Je vous envoye ci joint une table telle que je l’ay pˆ u faire `a la haste, vous m’en direz vostre sentiment, et me dresserez, s’il vous plait, de cellecy un modelle, pour bien executer vostre pens´ee, ce qui ne vous sera pas difficile voyant, et ayant examin´e cellecy. Mons. Schilter feroit bien de presser son ouvrage, mais quoy qu’il en soit il aura d[e] la peine d’y reussir, n’entandant pas le vieux Svedois ou l’Islandois, comme nous autres.

Zu N. 110: K antwortet auf I, 16 N. 444 und wird beantwortet durch einen vor dem 25. August (4. September) 1699 abgesandten Brief, dessen Abfertigung verloren ging und in Form des Konzepts als Beilage zu Leibniz’ Brief vom 11./21. Januar 1700 ein zweitesmal auf den Weg gebracht wurde (Druck in I, 18). Beilage zu K war eine Tabelle der slawischen Schriftzeichen mit Angabe ihres Lautwertes (N. 111). 13 le gar¸con: M. Zabany. 15 Par la Lusace . . . Lusaticam: vgl. I, 16 N. 444, S. 721 Erl. 19 Mons. Schilter . . . ouvrage: Gemeint ist J. Schilter, Thesaurus antiquitatum Teutonicarum, T. 1, 1726. Vgl. I, 16 N. 265, S. 423 Erl., und I, 16 N. 444, wo Leibniz Schilters Studium des Isl¨ andischen erw¨ ahnt.

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Le R. P. Pezeron est de mes amis de loin, il m’a visit´e `a Paris avec hBonddanti libraire, quand j’avoy la fievre, c’est l’auteur des antiquit´es du temps, contre qui escrivit un Benedictin la defense du texte Hebreu. ce Pezeron est fort du sentiment de Vossius, pour ce qui est des 70 interpretes. et dans cette opinion de la Cambrobrittanique il suit Boxhornius, et Hornius, comme l’on voit du lexicon Cambrobritanique de ce meme Boxhornius. et quocunque res reciderit, on ne nous s¸cauroit disputer une bonne portion de cette gloire, qu’il attribue au Cambrobritt[anique], puisqu’estant Celtique, ou CeltoScythique, il ne [se] peut qu’il n’y ait beaucoup de vieux Svedois, come j’ay remarqu´e par tout le Lexicon de Boxhornius et nostre Stiernehiellm devant moy. J’ay donn´e sa lettre `a S. E. le C[omt]e B[eng]t Oxenstierna, qui l’envoyera au Rudbek, afin qu’il s’explique touchant les poetes et leurs licences, vous avez grand raison, et Pezeron travaillera en vain, vous le verr´es. Je ne s¸caurois vous recommender personne pour l’apprantisage du dechiffrement, dont vous parlez si juste et si bien. Le gar¸con dont vous demende[z] des nouvelles est pass´e ` a Copenhague, o` u l’on le fait passer pour fol, et s’en divertit `a ce que j’aprehend[e], un peu au depand de nous Suedois, `a ce que l’on m’a dit.

1 ` a Paris: Von August bis Oktober 1689 hielt Sparwenfeld sich in Paris auf. 1 hBonddanti: nicht identifiziert. 2–4 c’est l’autheur . . . interpretes: P. Pezron ver¨ offentlichte 1687 L’Antiquit´ e des tems r´ etablie et d´ efendue contre les Juifs et les nouveaux chronologistes, worin er auf der Grundlage von Traditionen der Ostkirche und Lesungen der Septuaginta, die vom hebr¨ aischen Urtext abweichen, die These verfocht, daß von der Erschaffung der Welt bis zu Christi Geburt mehr als 5500 Jahre vergangen w¨ aren. Gegen die sich hieraus ergebende Chronologie bezog der Benediktiner J. Martianay Stellung: D´ efense du texte h´ ebreu et de la chronologie de la Vulgate, 1689; Pezron antwortete mit seiner D´ efense de l’antiquit´ e des temps, 1691, worauf Martianay nochmals replizierte: Continuation de la D´ efense du texte h´ ebreu et de la Vulgate, 1693. Vorangegangen war die Untersuchung von I. Vossius, De Septuaginta interpretibus eorumque tralatione et chronologia dissertationes, 1661, und die darauf folgende Diskussion, die Vossius mit seiner Appendix ad librum de LXX interpretibus, 1663, abschloß. 4–12 interpretes . . . verr´ es: Sparwenfeld bezieht sich auf Pezrons Brief an Nicaise vom 23. Februar 1699, den ihm Leibniz abschriftlich als Beilage zu seinem Brief vom 17. April 1699 (I, 16 N. 444) mitgeteilt hatte. 4–6 il suit . . . ce meme Boxhornius: Das postum ver¨ offentlichte Werk des M. Z. Boxhorn, Originum Gallicarum liber , 1654, enth¨ alt im Anhang Antiquae linguae britannicae lexicon britannico-latinum, Sparwenfeld bezieht sich jedoch auf den Hauptteil, der eingeleitet wird durch eine Vorrede des Leidener Historikers Georg Horn. 5 Cambrobritanique: Sparwenfeld unterscheidet terminologisch zwischen den im heutigen Sinn keltischen Sprachen ( Cambrobritanique‘‘) und dem umfassenderen Celtique‘‘ oder Celto-Scythique‘‘ (vgl. Z. 7 f.), ” ” ” das neben dem Keltischen im engeren Sinn auch das Griechische, Lateinische und Germanische (und somit das Schwedische) umfaßt. 13 Le gar¸con: vgl. I, 16 N. 22.

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Le Parent de Brenner, qui est avec Fabricius en Perse sera directeur dans une ann´ee, si Dieu veut, c’e[s]t allors que je vous en feray le Detaill, il croit avoir trouv´e beaucoup, mais j’aprehend[e], que la decouverte ne soit pas si extraordinaire, quand on l’examinera de pres, nous verrons. Je n’ay sceu trouver que ces 2 lettres de Cyrille. Je vous baize les mains et attends de vos nouvelles un peu plus souvent; surtout sur cette table que je suis d’avis de bien faire, selon vos loix et la schiagraphie que vous aur´e[s] la bont´e de me prescrire par Exemples Claires, afin que je la comprenne, je suis un peu stupide. je ne suis pourtant pas moins Vostre tresh. et tresobeissant serviteur

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J G Sparwenfeld

Excusez la haste. adieu. mes tresh. baisemains `a M. Schmitte sa fame et ses jolis enfans tous. et qu’il se souvienne de moy et qu’il poursuive ses pans´ee[s] sur l’eau et la terre et qu’il m’en envoye une copie.

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A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseiller Priv´e de S. A. E. de Hanover `a Hannower ses mains propres Unter dienst. Addresse von Jacob Schmit Hamburg 26ten Aprill 1699 .

¨ LEIBNIZ 111. JOHAN GABRIEL SPARWENFELD FUR Tabelle der slavischen Schrift- und Zahlzeichen mit Kommentar. Beilage zu N. 110. [110. 275.] 1 f. Le Parent . . . veut: Auf der R¨ uckkehr aus Persien wurde Henrik Brenner in Rußland vom Ausbruch des Nordischen Krieges u ¨berrascht; er wurde gefangengesetzt und erst nach dem Friedensschluß von Nystad Ende 1721 freigelassen. 10 M. Schmitte: G. D. Schmidt. 11 f. ses pans´ ee[s] . . . terre: vgl. I, 16 N. 265, S. 429 u. Erl. Zu N. 111: Vorlage von A war Sparwenfelds eigh. Abfertigung. Da dieser sein Autograph‘‘ mit ” N. 300 zur¨ uckforderte, um es anhand von Leibniz’ Fragen und Anregungen, die ihn allerdings erst als Beilage zu Leibniz’ Brief vom 21. Januar 1700 (gedr. Wieselgren, Leibniz bref till Sparfvenfelt, 1883, S. 50–56) erreichten, zu bearbeiten, ließ Leibniz die allein nachgewiesene, unserem Text zugrundegelegte Abschrift nehmen. Dies ist vielfach ohne inhaltliches Verst¨ andnis erfolgt, es ist daher nicht immer gelungen, den Wortlaut von Sparwenfelds Original wiederherzustellen. Die Tabelle der Schriftzeichen wird mit Ausnahme der Erkl¨ arungen zum Lautwert ( Potestates‘‘) aus technischen Gr¨ unden als Faksimile ” dargeboten; beim u ¨brigen Text ist insoweit normalisiert worden, als die Durchmischung von Druck- und Schreibschrift sowie die inkonsequente Verwendung von Majuskeln und Minuskeln nicht wiedergegeben wurden. Offensichtliche Schreibfehler wurden stillschweigend verbessert. Zur Erkl¨ arung der am Schluß der Tabelle wiedergegebenen alphabetischen Zahlenschreibweise vgl. A. P. Juschkewitsch, Geschichte der Mathematik im Mittelalter , Basel 1964, S. 357–361.

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¨ Uberlieferung: A Abschrift der nicht gefundenen Abfertigung: LBr. 877 Bl. 80–84 (Bl. 83–84. 80 Tabelle; Bl. 81–82 Kommentar). 1 Bog. u. 3 zusammengeklebte Bl. 2o. 6 3/4 S. von Schreiberhand, mit einigen Korrekturen von Leibniz. Auf Bl. 83 ro Bibl.verm. Sparwenfeld ” de charact. Russ.‘‘. — Auf Bl. 83 vo hat Sparwenfeld am Schluß der Tabelle die folgende Anmerkung erg¨ anzt: Figurae litterar[um] slavonicar[um] quarum Russicae Cyrilli Kiruli” tsa; Harvat[icae] a[utem] et Illyr[icae] Sti Hieronymi Bukvitsa, vel Ghlagholitsa vocantur, et hic quoad possibile, potestates earundem demonstrantur.‘‘

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1. Dividuntur in Vocales et Consonantes. Vocales sunt, vel per se sonantes secundum Smotritsium vel apposititiae ut quarum duae posteriores apposititiae dicuntur, quia sola sonum edere non possunt, adpositae autem ad finem dictionum, ultimam consonam, quidem crassam vel rotundam, autem tenuem et liquidam, faciunt, ut ex usu apparet quoque[.] adeo necessaria haec observatio in lingua Slaveno-Rossijca, ut absque illa confundantur, et genera, et significationes, declinationes, tempora et modi etc. ut in Syntaxi. E. g. frequens, pars vel portio, tectum, sanguis, venenum, esca, cibus, digitus, pulvis, lutum. 2. Vocales longae sunt Breves autem sunt et . Communes autem vel duorum temporum uti dicit Smotritius, sunt , hoc autem in respectu ad metrum. 3. Diphtongi, vel longae vocales a Graecis desumptae sunt: Apud Slavos derelictae sunt etiam excepto . A Latinis habent: Purae autem Slavonicae sunt vel y Polonicum, . 4. Dicuntur autem non solum Diphtongi, ex duabus vocalibus consistentes ut , ut dictum; sed et Triphtongi: etc. et quadriphtongi ut , vel quod non amplius est in usu. Sic quoque obsoleta. ejusque locum obtinet vel .

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22 et duabus A, korr. Hrsg.

¨ 6 Sti Hieronymi: Hieronymus galt bei den west- und s¨ udslavischen V¨ olkern vielfach als Ubersetzer der Bibel ins Slavische‘‘ und damit, analog zur kyrillischen‘‘ Schrift, als Erfinder des glagolitischen ” ” Alphabets. Dieses Mißverst¨ andnis beruht wohl auf einer Kombination seiner Herkunft aus dem dalmatischen Raum und seiner T¨ atigkeit als Bibel¨ ubersetzer. Zur Geschichte dieser Legende vgl. zusammenfassend J. Le Long, Bibliotheca sacra, 1709, P. 2, S. 277–279. 9 Smotritsium: Hier und im folgenden bezieht sich Sparwenfeld auf M. Smotrickij, Grammatiki Slav´ enskia Pravilnoe Sintagma, 1619 bzw. 1648; zu seinem Urteil u ¨ber diese Grammatik vgl. I, 16 N. 303, S. 490–492.

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in prosa, latentibus consonantibus, ante-adjunguntur praecedentem syllabarum natura saepe brevem, reddentes dubiam vel communem. 3. Latentes vel secretae consonantes sunt quia in eadem dictione dubiae communibusque adjunctae vel ambiguis, latent, hoc est syllabam natura brevem communem faciunt. 4. Duplices sunt Consistunt enim quidem a et , a et , a et , et natura brevem syllabam producunt.

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5. Duplices, vel Duplicabiles vel Duplicantes sese dicuntur quia in oratione ligata vim duplicium sumunt. 6. Peregrinae vel alienae sunt: , sic dictae quia a Graecis mutuatae. lingua enim Slaveno-Russica etiam sine illis exprimi potest. NB. Diphtongis utuntur quidem, etsi rarissime, Slavi non tanquam necessariis apud illos, sed solum modo in dictionibus Graecis quae saepe in textu Slavonico occurunt, exprimendis commodioribus. Sicuti in: , , , quae Graecae sunt, non Slavicae. N B.  aliquando ponitur pro ja. e. g. etc. psilon in medio et fine, majus aliquando differt ab psilon, sed plerumque in principio et ad finem in certis casibus, uti usus docebit. aliquando enim effertur ut E vel ¨ a, aliquando ut je, ye vel yay gall. y¨ a, et jest a vulgo. occurrit in p r i n c i p i o nom. proprior. e. g. f [.] in medio dictionum ubi vocalis sequitur ut v. g.

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signum adverbii[,] e. g. . decenter, . juste, . sic, . solummodo. est syllaba, non littera neque diphtongus. semper in principio ponitur, vero et in medio. Item - ponitur in fine ubi accentus est in ultima[,] e. g. Cum autem accentus est super penultimam scribitur vel [:] . illi, . appello, . cui[,] etc. et in compositis e. g. . Chrysostomus, . doctrinatio. ubi autem in una dictione occurrunt 2 vel omnes 3 i. e.: , et . omnes adhiberi debent[,] e. g. , sed vulgo plerumque confunduntur. et Prius, in medio pro vocali latente scriptum syllabam abbreviat. ut f pro . stoboj´ u tecum. In fine autem crassam et fortem rudemque reddit syllabam[,] e.g. . Tschjelowjeck. . Saconn Lex. Jerik autem non nisi in fine ponitur ad faciendam ultimam litteram consonam (non enim nisi consonis additur) liquidam et quasi postposita littera i efferendam ut e. g. quasi Koni, Kosti. hisce carere non potest lingua Slava, Russica, Bohemica et Polonica, quamquam priorem multi, praesertim autem Bohoritius, neglexerint, neque in Harvaticis Glagholiticis Primi Truberis invenitur neque in psalterio Illyrico Venetiis impresso cernitur, quae omnia arguunt negligentiae vel ignorantiae eorum auctores. Fatendum quidem est linguam Slavam purissimam inveniri apud Slaveno-Rossos, in libris eorum Ecclesiasticis, jam dudum ante secula aliquot, e graeco translatis, quorum bonum numerum ad manus habeo. Je indifferenter scribitur in principio, medio et fine, ubi sonus occurrit. Est et signum adverbii in fine ubi aeque bene ac poni solet [e. g.] et . et etc. Dativo et ablativo plerumque in fine adhaeret, item praepositionibus in et ad, et [:] ad me. in me. ubi Nota Elisio fit - - vel vocal. - - sequente una consona solum, sequentibus autem duabus non apostrofatur. Sed etiam

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14 postpositi A, korr. Hrsg.

16 Bohoritius: A. Bohorizh, Arcticae horulae succisivae, 1584. 17 Harvaticis: zu P. Tru¨ bers Bibel¨ ubersetzung und Ubertragungen religi¨ oser und elementarp¨ adagogischer Literatur vgl. M. Rupel, Primus Truber. Leben und Werk des slowenischen Reformators, M¨ unchen 1965. 17 psalterio: B r e v i a r i u m Romanum Slavenico idiomate, 1561.

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si - solummodo scriptum sit, tamen effertur vocalis - . Sic quoque in vel , cum, e. g. , mecum[,] , tecum. autem vel regit instrumentalem casum. J´ u monosyllaba finalis scribitur ubi ultima producitur vel accentuatur. E. g. . sto, . taceo, . video. in principio scribitur semper excepto in partibus corporis enuntiandis: ubi vel obtinet. ut . lingua etc.[,] quae et in medio semper obtinet ut e. g. , jawljajusj¨ a[,] manifesto me. valet aliquando i , aliquando w , e. g. . hyacintus, . Ewarist. ut y autem est in Graecis, ut e. g. Cyrillus, Babylon, Presbyter, vel hymni, hypostasis. et apud Slaveno-Russos confunduntur vi[ce ver]sa. a Graeco patet. quando Russi dicunt Phert et Phita, scribendum est enim [,] non autem [,] non . semper est finalis, vel in medio, numquam in principio[;] pronuntiatur rotundo ore sursum curvata lingua et nusquam in palato tangente extremitate sua, quasi monosyll. non nisi audita discitur, at omnium difficillima Germani[s], Ital., Gall., Hisp., Angl.; Polonis autem y familiaris. Cavendum ergo est ne in Declinationibus et Conjugationibus scribatur: pro , et contra, pro et contra, nec pro et contra, nec pro et contra, nec loco vel , aut loco aut vice versa, sicuti ab exemplis videndum. ne[c] pro nec pro nec in Graecis pro . Nomina adjectiva in exeuntia dupplici scribi debent ut: , , , , [ ] , i. e.: externus humilis sincerus certus legalis miser. Participia autem ab adjectivis derivata uno solum modo scribuntur. e. g. Smir´eny . humiliatus, . certus factus, [ ] infelix redditus. N. B. ob neglectum vel oblivionem harum literarum Cyrillico-Slaveno-Russicarum in Illyrico, Dalmat., Croat., aliis Slavonicis et ritui Romano addictis nationibus et Ecclesiis, alium modum scribendi excogitantibus, et literas antiquas geminas, Latinis reddere conantibus, multa irrepuere aequivoca, obscura, imperfecta, et varia et diversimoda legendi et scribendi ratio, pro varietate dialect. in linguis vulgaribus quae confusio non nisi

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per restitutionem literaturae Cyrulicae tolli potest. E. gr. versio Biblior[um] Dalmatica Georgii Dalmatini, latinis literis impressa, loco v[el] tsch utitur ZH . loco vel semlia utitur S . loco utitur I, pro ch reddit h, pro difficillima ponit sh, pro g, pro c, pro sh[,] Slovo, ss, etc. In Textu Bulgarico R. P. Petri Diodati Baxii ord. min. observ. et Bulgar. custodis inque meditationibus S. Bonaventurae Slavonice literis latinis impressi[s] adhibentur pro X latin. vel x , pro sc, pro z , pro cz , pro ch, pro c vel ¸c etc. Ragusaei ponunt z latin. pro , sc pro , c pro , sc pro , ch pro nec usquam observatur insignis illa differentia inter et y vel i neque inter et . alii ponunt: ch pro , sc pro [,] x pro , h pro . Grammatica illyrica ponit cc vel ch, c pro , pro ¸c , pro f et multas habet literarum transpositiones. alii ponunt pro sz vel sg, pro cch, alii pro sgi . Patet ergo, omnibus gentibus communem Evangeliorum librum edere qui in omnibus individuis arrideat impossibile esse, hoc modo confuso supra notato, ideoque necessario tenendam esse Scripturam antiquam Cirulicam vel Slaveno-Russicam, quam si quis perfecte didicerit et per spatium 2 vel 3 dierum exercitaverit, inoffenso pede semper poterit progredi, in omnibus Scriptis Slavonicis, sive dialecto pura sive corruptissima concinnatis. Omnium autem adulterinarum scriptionum, probabilior et usitatior est Polonica et Boemica[,] non tamen omnibus obvia absque ulteriore informatione et sedula exercitatione, ita ut res semper eodem recidat, nempe: praestare ab initio didicisse fideliter Cirulicas.

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1 f. versio . . . impressa: B i b l i a , tv ie, Vse svetu pismu, Stariga inu Noviga Testamenta, Slovenski, tolmaz hena, skusi Juria Dalmatina, 1584. 5 f. In Textu . . . impressi[s]: G. F. Bonaventura, Meditationes S. Bonaventurae. To yest bogoliubna razmiscglianya ad otaystva odkupglienya covi¸canskoga . . . pzenesena u yezik Slovinski, trudom P. O. F. Petra Bogdana Baksichia, 1638.

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Potestates

[1] A clarum Ital. Gall. Polon. Hung. uti Aze, azur , azile Gallic. etc.

[2] Gall. Ital. Polon. et Turcic.

L

non Germ. ut p neque w .

[3] ut ¯ waw . conson. Pol. Germ. non tamen fortiter labia collineendo, evitando lit. b et f ante alteram dua[ru]m consonan[tium].

5

[4] ¨ ghain Arab. Hispan. minime autem uti effertur ab Italis, Gallis, aut Polon. etc. etc. ante a. o. e. i. u. l. r. h. autem debet esse unitum cum g aspirato. [5]

X

dal . ut in Gall. Ital. Polon. Bohem. Illyr.



[6] J¨e et je Germ. yay, yo Gall. Je Polon. Ge Boemic. vulg. apud Russos j˘ a vel yaa. gall. yost, est. 

[7] Tale j conson. 3. punctis notatum adhibet Meninskius ad exprimend[um] Persicum 



j je proferturque ut j conson[ans] ante e et i apud Gallos in diction. e. g. j’ay. jour. jamais. het hic valde quod ut,i valetque Polon. ´z z˙ et Boh. idque utique etiam ante omnes consonantes sicut et vocales quasi.

4 collindendo A, korr. Hrsg.

11 Meninskius: F. Meninski, Thesaurus linguarum orientalium, 1680.

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[8] Sch. vel G. Gall. lenissimum vel G. Ital. lene. proprius convenit ad G. Gall. in General . [8 + 9] Sjelo et Zemlja valent s lenissimum atque ex Hebr. f sain, vel Pol. et Gall. z [.] ita legunt Belgae[,] Boh. Pol. et Rabini in Germ. paraphrasi et ut z Gall. in zel´e et Pol. Zabet. Zabit et ut z apud Meninski. [10] Ut in f i n i s , a German. Pol. Ital. Galli[s] in fine et medio vocis.

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[11] J vel jota conson. Ja, Je, Jo Germ. ya. ye. Gall. Hispan.

[12] ut K Germ. et Pol. Qu. Gall. in quasi .

[13] L Germ. Gall. Ital. ut Gall. Lam Arab.

«ê respond. ut l cancellatur Polon. et -«ì ut ll Hisp. et -il

[14] Mim Arab. vel Germ. et Ital. etc. etc. M .

[15] N Germ. Ital. et

­ì: nasch jerrik ut n˜ Hisp.

[16] ut ˚ a Suet. au Gall. vel eau.

[17]P Gall. Polon. Germ. sed ne confundatur cum b Germ.

[18] Sonum habet ut apud German. Ital. etc. etc.

13 confunditur A, korr. Hrsg.

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[19] Ital. Polon. et Gallicum initiale in Il sera[,] sar` a.

[20] T Ital. Polon. ut a d longe abeat finiendo fortiter lingua dentes superiores

[21]U semper vocal. num[quam] consona ut o u Gallic. Eadem pronuntiatio.

[22]

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¢ w . profertur ut u German. Ital. Polon. et

q autem plerumque initiale

5

fe valet ph vel f Gall. Ital. Polon.

[23] Exprimit Turcicam

p

chy, quasi ch Germ. sed aliquanto liberius. velut j jota vel G.

[24] Est syllaba[,] valet Gallic. aut vel eaut.

[25] Duplex valet zz Italic. vel ts Germ. vel c Polon. Germ. ts Gallic. etc.

[26] Tsch Germ. C Italic. ch anglic. et Hispan. Polon. cz . [27] Sch Germ. Sc ital. Sh Angl. ch Gall.

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ˆ

Turcic. schin. Pol. ss.

ç

[28] Compositum a sch et tsch valetque German. sch-tsch Ital. scc`e Angl. shche. ante vocales et consonantes semper eadem. Polon. sscza.

2 finiendo . . . superiores: vgl. M. Tullius Cicero, De natura deorum, 2, 149.

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[29] Jorr in fine superaddita ad omnes consonantes crassas et rotundas eas facit[.] vide orthograph[iam]. [30] Est y Polon. quasi Uy German. curvata lingua, et numquam palatum attingente, non nisi ex usu et auditu adeoque ex diuturno exercitio discitur. [31] Jerik , vel jer minor ultimam consonam ad quam superadditur liquidam facit quasi in -j terminaretur. applicata lingua ad Palatum superius ut in ni˜ no hisp. valetque quod nn Hisp. aut g n gall.

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[32] Je est syllaba. je Germ. ye Gall. ye Hisp. ye boh.

[33] E ital. ay Gall. vel E apertum h—i absque ulla mixtura lit. j in pr[incipio] ut in yest supra notata sexta. usus ex grammat[ica] patet.

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[34] you Gall. syllaba est[.] yu Hispan. you Angl.

w ⮬ê

[35] eau[,] au Gall. pro vocativo vel de latin. de illo. Idem significat, usum pro de ex orthogr[aphia] et grammatica, cum differentia, [et] quomodo adhiberi debent.

[36] Syllaba ya Gallic. ¨ıa germ. ya Hisp.

[37] x lat. in Alexander . valet ks.

6 f. valetque post N. N. Hispan. a g n Gall A, korr. Hrsg.

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[38] ps in Psalmus.

[39] th Gra[e]c. th Angl. þ Goth.

f¨â  hac.

[40] Graec.: u Gall., sed proprius ad i consonat. plerumque valet in dictionibus Graecis, vel a Graecis desumptis.

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¨ 112. LEIBNIZ AN KURFURSTIN SOPHIE CHARLOTTE VON BRANDENBURG Hannover, 27. April (7. Mai) 1699. [270.] ¨ Uberlieferung: 5

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A 10

Konzept: LBr. 389 (Helmont) Bl. 140–141. 1 Bog. 8o. 3 S. Mit Korrekturen und Erg¨ anzungen. Eigh. Anschrift. (Unsere Druckvorlage.) — Am oberen Rand von Bl. 140 ro Helmont‘‘ ” sowie 27 Apr. 99‘‘, auf Bl. 141 vo der abgebrochene Satz Dn. Eccardus rogatur ut‘‘ von ” ” Leibniz’ Hand. — Regest: Grua, Textes, 1948, S. 100. Abschrift: Ebd. Bl. 142–143. 1 Bog. 2o. 3 1/2 S. von D. E. Barings Hand. — Oben auf Bl. 142 ro Lettre de M. L e i b n i z ` a Me l’Electrice de Brandebourg, o` u il plaisante sur ” les Reveries de feu M. de H e l m o n t.‘‘ von J. D. Grubers Hand.

Madame

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Une des plus grandes joyes que je puisse avoir eu est d’avoir trouv´e Mad. l’Electrice de Bronsvic ` a mon retour de Wolfenbutel, en aussi bonne sant´e que jamais. Et j’espere que ce sera pour long temps. J’aurois est´e trop heureux, s’il m’avoit est´e permis de pousser mon voyage jusqu’` a Berlin, et de voir dans un si petit intervalle de temps les deux plus admirables princesses de la terre. Plus la bont´e de V. A. E. est grande pour moy plus je suis touch´e du malheur qui m’empecha d’en profiter ass´es. J’en serois au desespoir, si je ne me figurois qu’il ne durera pas. Quand j’estois ` a Wolfenbutel, il y arriva un jeune Comte de Ranzau dont la naissance a est´e fort disput´ee. Son pere qui s’estoit rendu Catholique Romain avoit epous´e une Princesse de Holstein, soeur de Mad. la Duchesse de Wolfenbutel la quelle ayant aussi quitt´e la religion protestante et son Abbaye de Gandersheim alla `a Rome pour y soliciter

14 retour ` a L, korr. Hrsg.

Zu N. 112: Die nicht gefundene Abfertigung unseres Briefes hatte eine franz¨ osische Fassung von I, 16 N. 90 (vgl. S. 161 Z. 2) als Beilage. 14 retour: 27. April (7. Mai) 1699. 20 ` a Wolfenbutel: Leibniz war am 11. (21.) April nach Wolfenb¨ uttel gereist. 20 jeune . . . Ranzau: Alexander Leopold Anton v. Rantzau. 21 pere: Christoph Graf v. Rantzau. 22 Princesse de Holstein: Dorothea Hedwig v. Holstein-Norburg. 22 Duchesse de Wolfenbutel: Elisabeth Juliane.

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le Pape de l’assister et y accoucha d’un fils qui disparut apres la mort de la mere et du pere, mais qui a est´e retrouv´e. V. A. E. en verra le detail dans la relation cy jointe, mais on en donnera une plus ample au public avec les pieces justificatives. Quelques curieux m’ont demand´e des particularit´es de la vie de Mons. Helmont. Je crois qu’il faudra avoir recours pour cela ` a M. le Prince regent de Sulzbac qui le connoist de plus loin. Si le bon homme avoit continu´e de vivre et d’ecrire, il auroit eu une guerre formelle avec les Theologiens. Quelqu’un entre eux a deja donn´e une Theologie Helmontienne dans une dissertation imprim´ee ` a Helmstat, o` u il ne parle pourtant que de la religion du pere, Jean Baptiste van Helmont, fameux Medecin, et Chymiste qui avoit mel´e aussi la Religion avec la physique. Mais comme le fils l’a fait incomparablement d’avantage, ce mˆeme auteur qui a ecrit contre le pere, mena¸coit le fils d’une pareille dissertation; en ce cas je luy aurois conseill´e de faire une alliance avec Monsieur le Raugrave. Comme de l’autre cost´e j’aurois voulu procurer des Alli´es `a Monsieur Helmont. Car il n’y a pas long temps qu’on a imprim´e un petit livre ` a Paris sous le titre de Meditations Metaphysiques qui tend `a ´etablir aussi la Transmigration des ames. C’est dommage que cette grande guerre qui nous auroit fourni un opera, est tomb´ee par la mort du bon homme. Je ne s¸cay si c’est un ecoulement de son ame comme il disoit, mais je s¸cay tousjours que c’est son id´ee qui nous donne encor du plaisir. Je vous en souhaitte Madame des plus grands et plus durables que ceux que vous donnoit sa conversation qui avoit quelque chose de relev´e, mais qui n’estoit pas tousjours ass´es vive. Il vous faudroit tousjours un Envoy´e d’Angleterre tel que M. Stepney. Je suis avec devotion Madame

de vostre Serenit´e Electorale

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le tres sousmis et tres obeissant serviteur Leibniz.

A Sa Serenit´e Electorale Mad. l’Electrice de Brandebourg Hanover 27 Avril 1699

1 Pape: Innocenz XI. 2 relation: I, 16 N. 90. 3 plus ample . . . justificatives: nicht erschienen. 4 curieux . . . Helmont: vgl. z. B. O. Menckes Brief an Leibniz (I, 16 N. 340). 5 Prince . . . Sulzbac: Herzog Christian August von Pfalz-Sulzbach. 8 Quelqu’un . . . Helmontienne: J. A. Schmidt, Helmontii de statu integritatis errantes ignes, 1696. 13 Raugrave: Karl Moritz v. Pfalz-Simmern. 15 livre: Abb´ e de Lanion (G. Wander, Pseud.), M´ editations sur la m´ etaphysique, 1678.

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´ 113. LEIBNIZ AN JACQUES-BENIGNE BOSSUET [Wolfenb¨ uttel, 8. Mai 1699]. [408.]

¨ Uberlieferung:

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L1 Konzept: LH I 19 Bl. 399–400. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit zahlreichen Streichungen, Korrekturen und Erg¨ anzungen, die teilweise erst nach der Niederschrift von L2 eingetragen wurden. (Unsere Druckvorlage.) — Rechts oben auf Bl. 399 ro von Leibniz’ Hand: chang´ e et fait ” plus ample‘‘. L2 Konzept auf der Basis von L1, um einen dem Abschnitt Mais pour vous en faire ... faire ” un heretique‘‘ in L3 (= S. 166 Z. 13 – S. 169 Z. 18 unseres Textes entsprechenden Passus erweitert: LH I 19 Bl. 524–525. 1 Bog. 2o. 4 S. halbbr¨ uchig beschrieben. Mit umfangreichen Erg¨ anzungen, Streichungen und zahlreichen Korrekturen. — Teildr.: Foucher de Careil, Œuvres, 2, 1860, S. 254–256; 2. Aufl., 2, 1869, S. 258–260 (entspricht S. 163 Z. 2 – S. 166 Z. 14 unseres Textes; irrt¨ umlich zusammengezogen mit dem Ende eines in LH I 19 Bl. 413 bis 414 u ¨berlieferten undatierten Leibnizbriefes an Bossuet aus der 2. H¨ alfte 1701). L3 Reinschrift des 1. Teils von L2: LH I 19 Bl. 397–398. 1 Bog. 2o. 4 S. halbbr¨ uchig beschrie¨ ben. Mit einigen Korrekturen und Anderungen. Rechts oben auf Bl. 397 ro von Leibniz’ Hand: A Monsieur l’Eveque de Meaux‘‘. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr.: 1. Foucher ” de Careil, Œuvres, 2, 1860, S. 262–268; 2. Aufl., 2, 1869, S. 266–272; 2. Bossuet, Correspondance, 11, 1920, S. 312–318; 3. Gaquere, Dialogue ir´ enique, 1966, S. 195–199. — Teil¨ ubers.: Riley, Political writings, 1972, S. 189–191 (= S. 167 Z. 1 – S. 168 Z. 26 unseres Textes). L4 Reinschrift des 2. Teils von L2 (= S. 170 Z. 10 j’avois allegu´ e‘‘ – Schluß unseres Textes): ” LH I 19 Bl. 401–402. 1 Bog. 2o. 3 2/3 S. halbbr¨ uchig beschrieben. Mit geringf¨ ugigen ¨ Korrekturen und Anderungen. Rechts oben auf Bl. 401 ro von Leibniz’ Hand: A Monsieur ” l’Eveque de Meaux‘‘. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr.: 1. Foucher de Careil, Œuvres, 2, 1860, Correspondance, 11, 1920, S. 359–364.

Das Konzept L1 wurde durch umfangreiche Erg¨ anzungen und Korrekturen in L2 wesentlich umgearbeitet. Danach entschloß sich Leibniz, den nunmehr sehr lang gewordenen Brief in 2 Teilen abzuschicken ¨ und fertigte L3 und L4 an, in denen das Konzept L2 durch leichte Uberarbeitung zu zwei eigenst¨ andi3 4 gen Briefen umgeformt wurde. L und L entsprechende Reinschriften (nicht gefunden) lagen offenbar N. 2 f¨ ur Herzog Anton Ulrich bei und sollten von Wolfenb¨ uttel aus abgefertigt werden. Wir datieren diesen sp¨ atestens bis zum 3. Mai entstandenen Doppelbrief auf den 8. Mai 1699, das Datum von L4, zu dem die Sendung vermutlich abgefertigt wurde. Weder Leibniz noch Bossuet gehen in ihren n¨ achsten Briefen vom 11. Dezember 1699 (N. 408) bzw. 9. Januar 1700 (Druck in I, 18) auf den Inhalt unseres St¨ uckes ein. Zur fehlenden Reaktion Bossuets vgl. die Briefe von Leibniz an Du Heron von Mitte Februar 1700 bzw. Du Heron an Leibniz vom 15./25. Februar 1700 (Druck in I, 18).

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hL1i Monseigneur Vous aur´es receu la lettre que je me suis donn´e l’honneur de vous ´ecrire il y a plusieurs semaines. Mais comme elle n’estoit que preliminaire; je vous diray maintenant que je n’ay point manqu´e d’en donner part de tout ` a Monsieur l’Abb´e de Loccum, et (suivant ce que nous avons jug´e necessaire tous deux) de proposer l’affaire `a nostre Cour pour avoir son agr´ement. Mais l’estat present des affaires publiques, et les divisions que le quatri`eme article de la paix de Riswick a fait naistre dans l’Empire, qui a reveill´e extremement les jalousies de parti, font qu’on est extraordinairement reserv´e chez nous presentement sur ces matieres pour ne point donner prise aux calomnies, ny paroistre tiede aux uns, ou passionn´e aux autres. Quoyque j’aye pˆ u donner des asseurances, Monseigneur, de vostre retenue, qui nous est conn¨ ue deja par le pass´e, pour ne rien dire des Ministres du Roy, par les mains des quels doit passer la communication; j’ay pourtant remarqu´e qu’on n’a pas encor pˆ u se resoudre, quoyqu’on ne refuse rien, et qu’on se tienne fort honnor´e d’une telle communication et que j’espere qu’on se determinera `a la fin suivant ce que je souhaitte. Cependant considerant combien l’affaire est importante et le temps pretieux, et que c’est un point de conscience, de laisser tomber, ou du moins refroidir une negotiation si bien recommenc´ee et si bien appuy´ee, j’ay voulu hazarder un expedient, qui nous fera gagner le temps (en attendant qu’on puisse faire des plus grands pas), et qui nous exemte de nostre cost´e de la necessit´e de faire des demarches qui ne me sont pas encor permises dans la conjoncture presente. C’est de vous supplier de reprendre le fil du commerce precedent, et de nous communiquer vos lumieres sur ce que j’eus l’honneur de vous

8 dans l’Empire erg. L1 9 de parti, (1 ) et fait (a) qve l’Electeur est oblig´ e (b) qv’on est oblig´ e chez nous d’estre (2 ) font L1 10 donner . . . , ny am Rande erg. L1 15 communication (1 ) . Surtout M. l’Abb´ e de Loccum fait scrupule de s’ouurir d’avantage, sans une permission expresse. (2 ) | et qve (a) j’aye sujet d’esperer (b) j’espere ... souhaitte. am Rande erg. | L1 21–164,4 C’est . . . mal employ´ ee erg. L1

3 lettre: I, 16 N. 341. 5 donner part: Leibniz’ Brief an Molanus I, 16 N. 370. 6 proposer . . . Cour: vgl. I, 16 N. 75. 7 f. quatri` eme article . . . Riswick: Dieser Artikel besagte, daß die r¨ omisch-katholische Religion auch in den Gebieten, die von Frankreich restituiert wurden, beibehalten werden sollte. 12 retenue: von Bossuets Zur¨ uckhaltung zeugen z. B. I, 7 N. 127 und I, 8 N. 92. 14 f. se resoudre . . . souhaitte: Eine kurf¨ urstliche Stellungnahme zu I, 16 N. 75 ist nicht u ¨berliefert.

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envoyer[,] que nous avions attendues alors, mais dont l’interruption du commerce caus´ee par le malheur des temps nous avoit frustr´e. Car il nous est tousjours permis d’apprendre en attendant et de profiter de vos lumieres, et vous pouv´es bien vous asseurer que cette bont´e que vous aur´es comme j’espere de nous eclaircir ne sera pas mal employ´ee. Vous vous souven´es, Monseigneur, que la derniere communication entre nous qui se fit il y a quelques ann´ees, estoit ven¨ ue de [ce] cost´e cy: car Mons. l’Abb´e Molanus vous envoya un ´ecrit assez ample, qui entroit dans le detail de quelques controverses, pour venir `a une conciliation solide l` a dessus, et moy demeurant encor pour cette fois dans les bornes o` u il faudra enfin se tenir dans certains points moins importans mais inaccordables, qu’il sera necessaire de mettre ` a l’ecart si ces negotiations pacifiques doivent avoir un effect, n’estant point possible de convenir preallablement de tout, et de faire tout relacher[,] je vous envoyay suivant vos ordres l’Acte en forme qui fut fait entre les deput´es du Concile de Bˆale, et ceux des Estats de Boheme et de Moravie que j’avois deterr´e chez des auteurs catholiques[,] vous suppliant de juger, si l’Eglise Romaine ne pourroit et ne deuvroit faire pour les Protestans ` a l’´egard du Concile de Trente, ce qu’on fit alors pour les Bohemiens `a l’egard de celuy de Constance; en suspendant le Concile quant aux opposans et se sousmettant d’un commun accord ` a la decision d’un autre, qui ne soit point sujet aux mˆemes contestations et dont on ne puisse point mettre l’autorit´e en compromis `a l’egard

7 f. pour . . . la dessus am Rande erg. L1 8–11 demeurant . . . relacher am Rande erg. L1 13 f. qve . . . catholiqves am Rande erg. L1 14 f. pourroit et ne deuvroit faire pour les Protestans (1 ) faire ` a l’egard des Protestans, dont le parti qvi embrasse plusieurs Royaumes et nations, est incomparablement plus considerable (a) qve des (aa) simpl bricht ab (bb) rebelles, hcoi bricht ab (b) qu’une (aa) nation (bb) seule province, qvi n’estoit pas mˆ eme unie, (2 ) et ne devroit accorder (3 ) et ne deuuroit faire (a) envers les (b) pour les Protestans (aa) dont le parti (bb) ` a l’egard (cc) ` a l’egard du Concile L1

5–7 derniere communication . . . ample: Leibniz’ letzter Brief I, 10 N. 90 und die gleichzeitig u ¨ bersandte Explicatio ulterior von G. W. Molanus, der auch noch Teile der Disquisitiones de gradibus unitatis Ecclesiae sive Liquidationes controversiarum beigef¨ ugt waren; vgl. I, 10 N. 90 Vorbem. und ebd. S. 138 Erl. 6 f. Molanus . . . envoya: Den Erhalt des pacquet de Mr de l’abb´ e de Locom‘‘ best¨ atigt ” M. de Brinon, die die darin enthaltene Explicatio ulterior an Bossuet weiterleitete, am 12. August 1694 (I, 10 N. 94). 12–14 envoyay . . . catholiques: Die Executoria Legatorum Concilii Basileensis super Compactatis data Bohemis, 1436 , (gedr.: Leibniz, Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700, [2], S. 150–153) u ¨bersandte Leibniz in I, 7 N. 152 und nach Bossuets Nachfrage I, 10 N. 80 wohl nochmals als Beilage zu I, 10 N. 90 (bzw. zu Molanus’ Explicatio ulterior , vgl. Vorbem. ebd.). Leibniz hatte den Text in den Werken u ¨ber die b¨ ohmische Geschichte von B. Balbinus und M. Goldast gefunden (vgl. I, 10, S. 140 Erl., u. SV.).

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de la forme et des conditions requises. J’alleguay qu’il est seur que les peres de Bˆale ne tenoient pas moins le Concile de Constance pour oecumenique que vous ten´es pour tel celuy de Trente [...] hDer hier ausgelassene Text entspricht S. 170 Z. 12 – S. 171 Z. 4 und S. 171 Z. 13 ( D’ailleurs vous avi´es remarqu´e‘‘) – S. 173 Z. 20 unseres Textes.i ” Et je suis avec respect etc.

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hL3i Monseigneur Vous aur´es receu la lettre preliminaire que je me suis donn´e l’honneur de vous ´ecrire il y a plusieurs semaines: je n’ay point manqu´e depuis, suivant l’avis de Monsieur l’Abb´e de Loccum et le mien, de demander l’agr´ement de nostre Cour, pour continuer de Vous communiquer les sentimens de ce Theologien, accompagn´es de quelques reflexions de ma part, touchant ce qui paroist convenable pour travailler `a la paix de l’Eglise: mais j’ay honte de voir qu’apres avoir paru vous sommer il y a quelques mois, il semble que je recule maintenant moy mˆeme, et j’ay peur de passer pour un homme qui fait le difficile et le pretieux. J’espere pourtant que vous me rendr´es justice, Monseigneur, et il sont arriv´e des choses, que je n’ay eu garde de prevoir. L’Estat present des affaires publiques, et les Divisions que le Quatriˆeme Article de la Paix de Riswic qui a reveill´e extremement les jalousies de parti, a fait naistre dans l’Empire, font qu’on est extraordinairement reserv´e chez Nous presentement sur ces matieres, pour ne point donner prise aux calomnies, ny paroistre tiede aux uns ou passionn´e aux autres. Et quelques asseurances que j’aye pˆ u donner de vostre retenue qui nous est conn¨ ue par le pass´e, pour ne rien dire des Ministres du Roy, par les mains des quels doit passer la communication: j’ay remarqu´e qu’on n’a pas encor pˆ u se resoudre, bien qu’on ne refuse rien, et qu’on se tienne fort honnor´e d’une telle ouverture. Ce qui me fait esperer, qu’on se determinera `a la fin comme je le souhaitte.

9 preliminaire erg. L3

9 lettre preliminaire: I, 16 N. 341. 10 l’avis: vgl. I, 16 N. 371. 11 demander: I, 16 N. 75. 22 retenue: vgl. Erl. zu S. 163 Z. 12. 24 resoudre: vgl. Erl. zu S. 163 Z. 14.

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Cependant considerant, combien l’affaire est importante, et le temps pretieux, et que ce seroit un point de conscience, de laisser tomber ou du moins refroidir une negotiation si bien recommenc´ee et si bien appuy´ee; j’ay voulu hazarder un expedient, qui nous fera gagner le temps, en attendant, et qui nous exemte de ce cost´e cy de faire des demarches, qui ne me sont pas encor permises dans la conjoncture presente. C’est que, ne vous pouvant rien envoyer de nouveau de nostre cost´e, jusqu’`a ce que Monsieur l’Abb´e Molanus en ait la permission; je vous supplie, Monseigneur, de vous expliquer sur nos derniers ´ecrits du temps pass´e, demeur´es sans replique, et de nous donner sur ce que j’eus l’honneur alors de vous envoyer, les lumieres que nous avions attendues il y a long temps, mais dont l’interruption de la correspondance caus´ee par le malheur des temps nous avoit priv´e. Car il est tousjours permis d’apprendre, et de profiter de vos instructions. Et vous pouv´es bien vous asseurer, que cette bont´e, que vous aur´es, comme j’espere de nous ´eclairer, ne sera pas mal employ´ee. Mais pour vous en faire mieux revenir les idees, apres un ass´es grand intervalle, il faut faire une petite recapitulation.

13 f. employ´ ee | ny divulg´ ee erg. | (1 ) Vous vous souuiendres, Monseigneur, qve la derniere communication entre nous, qvi se fit il y a qvelqves ann´ ees estoit ven¨ ue de ce cost´ e-cy Car Mons. l’Abbe Molanus vous envoya un ecrit assez ample, qvi entroit dans le detail de qvelqves controverses pour venir a une conciliation solide la dessus. Et moy (a) demeurant (b) je demeuray | (aa) pour cette fois l` ` a (bb) encor alors erg. | dans les bornes | dans les bornes gestr . | ou il faudra (aaa) enfin se | dar¨ uber qui paroissent. | (bbb) aussi bien se tenir (aaaa) dans (bbbb) enfin ( ) dans ( ) sur certains points | moins importants mais presentement gestr . | inaccordables, ( ) qu’il ( ) autant qu’il paroist apresent mais | qvi se trouuent versehentl. nicht gestr. | estre heureusement les moins importans; les quels ( ) qu’il sera necessaire de mettre ` a l’´ ecart si les negotiations pacifiqves doivent avoir un effect, n’estant point possible de convenir preallablement de tout, et de faire tout relacher | Mais pour mieux prouuer qve ces points peuuent demeurer en suspens ` a l’egard des protestans sans empecher la reunion, qvoyqv’ils paroissent decid´ es chez vous erg. | Je vous envoyay suivant vos ordres (2 ) Mais pour vous en faire revenir plus aisement les id´ ees apres un intervalle assez considerable, il faut faire une petite recapitulation Or Vous s¸caves Monseigneur, qve la derniere communication entre nous, qvi se fit il y a qvelques ann´ ees estoit ven¨ ue de nostre cost´ e et qve vous n’aves pas encor repondu ` a (a) certains ´ ecrit assez amples de Monsieur l’Abb´ e Molanus, et (b) un certain ecrit assez ample de M. l’Abbe Molanus, (aa) et moy je vous envoya (bb) et ` a ce qve j’avois ecrit et envoy´ e aussi de mon cost´ e. (3 ) Mais . . . recapitulation L2

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7 derniers ´ ecrits: I, 10 N. 90 und G. W. Molanus, Explicatio ulterior und Ders., Disquisitiones de gradibus unitatis Ecclesiae sive Liquidationes Controversiarum.

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Vous vous souviendr´es, Monseigneur, qu’on avoit jug´e, qu’il falloit joindre t r o i s v o y e s pour venir ` a une reunion pacifique. L a p r e m i e r e e s t l a v o y e d e l ’ E x p o s i t i o n sur certaines controverses, en faisant voir, que lors qu’on s’entend bien, on y peut estre d’accord. Et ces controverses sont verbales dans le fonds, quoyqu’elles soyent prises bien souvent pour reelles, et ayent fait bien du bruit, et bien du mal. Et c’est en quoy vous av´es d´eja donn´e, Monseigneur, des excellens essais, comme on a aussi contribu´e quelque chose de ce cost´e-cy, particulierement en matiere de justification et autres qui s’y rapportent. L a s e c o n d e v o y e e s t c e l l e d e l a D e f e r e n c e lors qu’un parti cede ` a l’autre, et luy accorde quelque chose en certains points. Si ce sont d e s d o g m e s , cela ne se peut obtenir que par des bonnes preuves; mais c’est o` u nostre dessein n’est pas d’entrer presentement. Si ce sont d e s p r a c t i q u e s on peut et on doit ceder quelques fois l’un `a l’autre, en faisant ce qui paroist le meilleur pour l’edification et pour la paix. Nous croyons que nos Docteurs peuvent ceder en quelques dogmes receus parmi eux, et les vostres aussi, mais il se trouve que ces dogmes ne sont point ´etablis ny re¸cus universellement chez les uns, ny chez les autres. Et nous sommes aussi d’avis, qu’on doit aussi tost qu’il sera possible, retourner `a l’Hierarchie et gouvernement du corps de l’Eglise visible, en reconnoissant la direction de son chef; et se conformer autant que de raison, aux p r a c t i q u e s e d i f i a n t e s qui sont en usage chez vous. Comme nous tenons, que de vostre cost´e on doit aussi s’appliquer fortement ` a abolir certaines p r a c t i q u e s a b u s i v e s , qui ne sont bien souvent que trop ´etablies publiquement en quelques endroits, particulierement `a l’egard

1 jug´ e | de nostre cost´ e gestr. | L2 1 joindre (1 ) deux (2 ) trois L2 8 f. L a s e c o n d e e s t l a v o y e d e l a c e s s i o n L2 9 et . . . chose fehlt L2 10–13 obtenir qu’en les prouuant (1 ) par l’ecriture (a) saint bricht ab (b) ou (2 ) par la lumiere ou experience naturelle, ou par la revelation soit de la Sainte ´ ecriture (a) ou par la tr bricht ab (b) ou de la tradition de l’Eglise catholiqve (aa) qvand elle peut estre verifiee (bb) lors qu’on la peut verifier; ` a qvoy servent particulierement les canons des Conciles oecumeniqves. (aaa) Or nous tenons icy (bbb) S i c e s o n t d e s p r a c t i q u e s , on | peut gestr . | peut (aaaa) ceder l’un ` a l’autre pour le bien de la paix, h—i meme (bbbb) et on doit ceder quelques fois l’un ` a l’autre dans les choses adiaphores ou indifferentes en faisant L2 14 et | peut estre gestr. | les vostres L2 14 trouue heureusement L2

1 f. souviendr´ es . . . v o y e s : vgl. G. W. Molanus’ Cogitationes privatae, Beilage zu I, 7 N. 117 u. N. 119. 6 essais: J.-B. Bossuet, De scripto cui titulus: Cogitationes privatae, Beilage zu I, 8 N. 97, wie auch Ders., Exposition de la doctrine de l’Eglise Catholique, 1671. 7 contribu´ e . . . cost´ e-cy: vgl. Erl. zu S. 168 Z. 28 – S. 169 Z. 1.

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du culte des creatures; mais qui sont desapprouv´ees chez vous mˆemes par des personnes sages, et quelques fois mˆeme par des reglemens. Et l’occasion de la Reunion avec les Protestans pourra servir ` a des personnes autoris´ees et bien intentionn´ees chez vous (parmy les quelles je comprends sur tout un pape zel´e comme il faut) `a obtenir ce que les Courtisans de Rome avoient elud´e autresfois par leur manege dans le Concile de Trente, c’est `a dire `a purger l’Eglise de plusieurs abus: `a quoy contribuera beaucoup la libert´e qu’on laissera cependant aux nostres de ne les pas admettre. Ce qui paroistra d’autant moins extraordinaire, que les Grecs, les Maronites et autres orientaux reconcili´es avec l’Eglise Romaine ont gard´e leur Rites, et que le Concile de Florence y a donn´e les mains. La troisieme voye est celle de l’abstraction, ou susp e n s i o n , en faisant abstraction de certains points, dont on ne peut convenir, ou sur les quels on ne pourra s’accorder si tost; en les mettant `a l’´ecart, soit pour tousjours, quand ils sont moins importans, soit jusqu’`a la Decision d’un Concile Oecumenique futur. Et cette voye doit venir au secours des deux autres, en certains cas permis, pour abreger leur longueur. Car nous convenons, qu’il faut poser pour le fondement de toute la Negotiation, cette grande Maxime: que chacun doit faire icy de son cost´e le plus extreme effort sur soy mˆeme qui luy est possible sans blesser sa conscience; en faisant voir pour les autres la plus grande condescendence qu’on peut avoir sans offenser Dieu: `a fin d’avancer le grand oeuvre de la Reunion autant qu’il se peut, pour obvier `a d’aussi grands maux que ceux que le Schisme a fait naistre, c’est `a dire `a la perte de tant de milliers d’ames, et ` a tant d’effusion de sang chrestien, sans parler d’autres miseres, que ce Schisme a caus´e, et pourra causer encor s’il n’est arrest´e. Et qu’ainsi on pourra se reunir sous une mˆeme Hierarchie, avant mˆeme, que tous les Dogmes exig´es ordinairement par les vostres, soyent accord´es, ou que tous les abus desapprouv´es par les nostres soyent redress´es: pourveu qu’on fasse certaines d´emarches essentielles, dont on se peut contenter au commencement de la Reunion. Or nos derniers ´ecrits ass´es amples, qu’on vous envoya, Monseigneur, entroient dans toutes ces voyes! Mais l’´ecrit de Monsieur l’Abb´e [de] Loccum s’´etendoit particulierement

3–6 (parmy . . . a ` dire am Rande erg. L3 7–10 admettre chez eux. (1 ) h— — —i (2 ) L a 2 troisieme L 10 f. o u s u s p e n s i o n erg. L3

28–169,1 l’´ ecrit . . . Dogmes: G. W. Molanus, Disquisitiones de gradibus unitatis in Ecclesia, sive Liquidationes controversiarum; zu den u ¨ bersandten Teilen vgl. I, 10 N. 90 Erl., u. J.-B. Bossuet, Œuvres posthumes, 1, 1753, S. 335 f.

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sur la conciliation solide de certains Dogmes, en quoy il a continu´e depuis. Et `a l’egard des autres points, o` u il paroist que la conciliation ne s¸cauroit encor avoir lieu, et que le Concile de Trente s’est un peu trop hast´e ` a nostre avis de decider, il se trouve heureusement, que ce ne sont pas les plus importans, comme par exemple l’egalit´e de l’autorit´e de tous les livres de la Bible, dont Judith, Tobie, les Maccab´ees, et autres n’estoient pas receus generalement pour canoniques mais seulement pour Ecclesiastiques et edifians au sentiment de S. Jerˆ ome et d’autres anciens Peres, au lieu que le Concile de Trente les veut faire passer pour egaux aux autres livres dont l’autorit´e divine est reconnue; sans que nous puissions voir le moyen de nous ranger de son cost´e, ny remarquer aucune necessit´e d’y venir, puisqu’il n’y a aucun article de foy, qui depende de l’autorit´e de ces livres: Sans parler d’autres points de pareille nature. D’ailleurs il paroist impossible d’obtenir que le Concile de Trente sujet ` a tant de difficult´es que vous s¸cav´es, soit re¸cu par les Protestans dispos´es comme il[s] sont, pour regle de la foy. C’est pourquoy j’ay monstr´e par un exemple ´eclatant, que l’Eglise pour empecher ou lever un Schisme peut suspendre `a l’egard des opposans la reception d’un certain concile qui passe pour oecumenique `a Rome et ailleurs; mais que ces opposans ne reconnoissent point, se fondant sur des raisons ass´es apparentes pour faire croire que ce qu’ils font n’est pas par opiniastret´e, la quelle est pourtant requise ordinairement pour faire un heretique. C’est `a ce dessein, que je vous envoyay, Monseigneur, suivant vos ordres, l’Acte en forme, pass´e par les Deput´es du Concile de Bˆale et ceux des Estats de Boheme et de Moravie sur un cas pareil, ayant trouv´e cet Acte chez des Auteurs Catholiques Romains. Et je vous suppliay de juger, si l’Eglise Romaine (suppos´e qu’on puisse gagner les Protestans par une telle demarche) ne pourroit et ne deuvroit mˆeme faire maintenant pour eux `a l’´egard du Concile de Trente, ce qu’on fit alors pour les Bohemiens `a l’´egard du Concile de Constance: en suspendant le Concile quant aux opposans; pourveu que ces opposans se soˆ umettent par avance avec toute la deference, qu’on a droit d’exiger d’eux, aux decisions futures d’un autre concile legitime oecumenique, qui ne soit point sujet `a des pareilles difficult´es, et dont on ne puisse point mettre l’autorit´e en compromis sur le manquement

22 f. Romaine . . . demarche erg. L2

26 par avance erg. L3

7 S. Jerˆ ome: vgl. Hieronymus, Prologus in Libro Regum, wo allerdings die erw¨ ahnte terminologische Scheidung ( canonique‘‘ vs. eccl´ esiastique‘‘) nicht vorgenommen wird. 14 exemple: das Basler ” ” Konzil. 19–21 l’Acte en forme . . . Romains: vgl. Erl. zu S. 164 Z. 12–14.

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de la forme et des conditions requises. Et c’est, comme je crois, l’unique moyen, que Dieu nous monstre presentement, pour lever le Schisme par des voyes pacifiques. Pour eviter la longueur de cette lettre, j’acheveray dans une autre la recapitulation que je crois utile pour vous faire souvenir de ce qui nous avoit fait attendre d´eja autres fois vos ´eclaircissemens que j’espere presentement, et je suis avec veneration et zele Monseigneur

Vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz

hL4i Monseigneur

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Pour achever la recapitulation de ce qui s’est pass´e auparavant entre nous commenc´ee dans ma precedente, j’avois allegu´e autresfois qu’il est seur que les Peres de Bˆale ne tenoient pas moins le Concile de Constance pour Oecumenique, que Vous ten´es pour tel celuy de Trente, et que les Protestans ont des raisons aussi apparentes pour le moins `a alleguer contre celuyci, que les Bohemiens en pouvoient avoir contre celuy l`a; et qu’ils sont dans une ignorance ou erreur (selon Vous) aussi invincible `a cet ´egard, que ces Bohemiens. Comme il est seur aussi que le Concile de Bˆale approuva ce que ses deput´es avoient fait, et estoit encor alors dans l’estat o` u l’Eglise de France le reconnoist pour legitime et universel. En effect le chef de cette deputation estoit un Prelat Fran¸cois, s¸cavoir l’Eveque de Coˆ utance. J’adjoutay que ce qui a est´e fait legitimement se peut et se doit faire encor, lorsque les circomstances le demandent suivant cette grande maxime mise dans ma precedente, que dans une matiere aussi importante que celle d’apresent, o` u il s’agit de procurer le bien eternel de tant de millions d’ames, et de faire cesser tant de miseres et tant d’effusion de sang, chacun doit aller au devant de l’autre, autant que sa conscience le peut permettre, et avancer jusqu’aux bords extremes de la condescendance chrestienne. Et que le Parti Protestant, qui embrasse tant de nations, et plusieurs Royaumes, et qui

16–18 pour legitime . . . Coˆ utance am Rande erg. L2 1 et font perir erg. u. gestr. | L

22 d’ames | qve ces divisions scandalisent

3 autre: L4 unseres St¨ uckes. 10 precedente: L3 unseres St¨ uckes. 10 allegu´ e: vgl. z. B. I, 7 N. 151; I, 8 N. 87; I, 9 N. 96 u. I, 10 N. 90. 17 Prelat: Philibert de Montjeu. 20 precedente: L3 unseres St¨ uckes.

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est ainsi incomparablement plus considerable, que cette poign´ee de gens qui prenoient alors la qualit´e des Estats de Boheme et de Moravie, sans avoir aucune puissance legitime `a leur teste, merite aussi par des raisons incomparablement plus fortes, qu’on fasse pour luy maintenant autant et mˆeme plus, s’il le falloit, que ce qu’on a fait alors. Or l’Acte de l’Accord fait voir qu’on laissa aux Bohemiens leur opinion, que la Communion sous les deux especes estoit command´ee, quoy que le Concile de Constance eˆ ut defini le contraire, parcequ’ils se soˆ umettoient `a ce qu’un autre Concile decideroit l` a dessus. Ce qui est justement le cas des Protestans qui pourroient estre prests `a se reunir en gardant quelques opinions rejett´ees ` a Trente, et qui auroient la mˆeme sousmission pour un Concile tel qu’il faut. Il est vray que la Raison du droit divin et humain ordonneroit d’y venir en faveur des Protestans, et de les recevoir par avance en attendant le Concile futur, quand il n’y auroit point d’exemple d’un tel proced´e; mais puisqu’il y en a, la chose est d’autant plus faisable. D’ailleurs vous avi´es remarqu´e vous mˆeme, Monseigneur, et mis dans son jour, avec cette Erudition et ce jugement que vous faites paroistre par tout: qu’il est arriv´e plusieurs fois, que pour le bien de l’Eglise plustost que de faire ou fomenter un Schisme, on a jug´e ` a propos de laisser en suspens l’autorit´e, ou pour dire ainsi l’oecumenicit´e legitime de quelques Conciles `a l’egard de ceux qui avoient crˆ u de bonne foy d’avoir des grandes raisons pour ne le pas reconnoistre, ny en permettre l’introduction ou publication chez eux. Et encor presentement, on s¸cait que le dernier Concile de Lateran passe pour oecumenique `a Rome, et non pas en France. Sans parler d’autres. D’o` u je concluois, qu’on en doit faire autant `a l’egard du Concile de Trente, et cela pour plusieurs grandes raisons, qui luy sont particulieres, que je touchay en partie, et dont je repeteray quelques unes. Car pour ne se point arrester apresent `a plusieurs considerations qui furent allegu´ees de la part des Princes et Estats protestans contre le proced´e de ce Concile, tout Italien, et tout dependant de Rome, ny ` a ce qu’on peut tirer de Fra Paolo sur ce qu’il a publi´e

8 estre prests erg. L2 13–15 et mis . . . par tout am Rande erg. L1 19–21 eux. Danach am Rande erg.: Et encor presentement l’on s¸cait . . . d’autres. | Mais qvand il n’y auroit point d’exemple la raison ordonneroit de commencer cepend bricht ab, gestr. | L2

13 remarqu´ e: vgl. etwa J.-B. Bossuet, De scripto cui titulus: Cogitationes privatae, P. 2, Coroll. (gedr. Bossuet, Œuvres posthumes, 1, 1753, S. 129–139). 26 Fra Paolo: Pietro Sarpi (Servito Paolo), Historia del Concilio Tridentino, 1619.

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des Archives de Venise; non plus qu’` a ce qu’il y a dans les lettres du Fiscal Vargas Consulteur de l’Ambassade Espagnolle ` a Trente publi´ees depuis peu en Angleterre sur les originaux; pour faire voir avec quelle precipitation, et par quelles cabales les protestans furent condamn´es sans estre ouis: je remarquois, qu’il suffit de considerer la protestation de l’Ambassade de France d’alors, fond´ee sur des raisons que la France mˆeme quand elle se retracteroit, ne s¸cauroit annuller ou effacer apr`es coup, ny changer le fait. Je joignois `a cela, que ce Concile n’a pas encor est´e receu en plusieurs pays Catholiques Romains, ny reconnu pour Oecumenique en France par aucun Acte de la Nation, que les tentatives que le Cardinal du Perron a faites pour cet effect dans l’assembl´ee des Estats Generaux du Royaume pendant la minorit´e du feu Roy, ont est´e inutiles: et que ce n’est pas seulement `a l’egard de la discipline, puisque j’ay prouv´e par le proc´es verbal de la reconciliation de Henri le Grand, que les Prelats de France, qui l’instruisirent, trouverent `a propos de rayer dans la Profession de Foy, qu’ils firent faire `a ce prince (et qui est l’ordinaire, dress´ee par le Pape Pie IV.) les deux endroits o` u il est fait mention du Concile de Trente. Preuve manifeste que non obstant qu’ils eussent en France la mˆeme foy que ce Concile enseigne, ils ne reconnoissoient point ce Concile pour regle de la foy. Et par ce retranchement, ils rendirent cette profession incomparablement plus recevable. En effect, on ne s¸cauroit d´ementir ses yeux en matiere de fait, quelque soˆ usmission qu’on aye: et il importe pour l’Eglise Catholique mˆeme et pour toute la Posterit´e que par trop de complaisance ou de foiblesse en admettant des Conciles de trop bas alloy, on n’affoiblisse l’autorit´e des Conciles en General, et que par cette fausse demarche on ne leve un si grand secours ` a l’Eglise de Dieu. C’est `a la France sur tout, d’y veiller. Puisque c’est elle qui a eu la gloire jusqu’icy, d’empecher que plusieurs abus et dogmes outr´es

9 f. effect dans l’assembl´ ee des Estats (1 ) de l’an 1614 du (2 ) Generaux du Royaume am Rande erg. L2 10 pendant la minorit´ e (1 ) de Louis XIII (2 ) du feu Roy am Rande erg. L2 11 f. par (1 ) l’abjuration de Henry IV (2 ) la reconciliation de Henri le Grand L2 19 qv’on ait | pour (1 ) le h—i bricht ab (2 ) l’Eglise gestr. | L1

2 publi´ ees . . . Angleterre: F. de Vargas Mej´ıa, The council of Trent no free assembly, 1697; eine ¨ franz¨ osische Ubersetzung erschien 1699 unter dem Titel Lettres et m´ emoires touchant le Concile de 4 remarquois: I, 9 N. 96, S. 121. 4 protestation: vgl. J. Dupuy, [Hrsg.] Trente; vgl. auch N. 179. Instructions et lettres concernant le Concile de Trente, 1654, S. 21–26. 11 j’ay prouv´ e: vgl. I, 9 N. 96, bes. S. 142 f. In der Mantissa Cod. jur. gent. dipl., 1700, druckt Leibniz den Text unter dem Titel A c t a absolutionis Henrici IV. ab (S. 374–380).

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ne soyent devenus absolument regnans. Et c’est particulierement `a Vous, Monseigneur, qu’on reconnoist sans Vous flatter pour un des plus grands docteurs que l’Eglise de France a jamais eus, de travailler l` a dessus: mettant, comme vous le marqu´es tous les autres respects ` a part, et profitant des lumieres et du zele d’un si grand Roy, qui joint `a l’Empereur en cela pourroit donner aux hommes un bien si souhaitt´e et dont on ne doit point desesperer: puisqu’il depend ainsi apres Dieu de la volont´e serieuse et forte de tres peu de personnes, et puisque les dispositions sont presentement les plus belles du monde, sans qu’on soit bien asseur´e qu’elles dureront. Voil` a, Monseigneur, la recapitulation de ce que je Vous avois d´eja mand´e et deduit plus amplement en plus d’une lettre. Vous ayant protest´e particulierement sur la difficult´e, que vous avi´es mise alors en avant, que nostre intention n’estoit pas de pretendre que pour la reunion il falloit que ceux qui ont reconnu le Concile de Trente y renon¸cassent, mais seulement qu’ils n’exigeassent point des Protestans de le reconnoistre aussi. Apres quoy nous avions attendu vostre ´eclaircissement qui viendra maintenant bien `a point, pour remplir le vuide de la correspondance, o` u nous sommes reduits de nostre cost´e; en attendant que nous soyons en estat d’avancer aussi, comme je l’espere bientost. Je puis vous asseurer cependant que la consideration de la conscience et du bien de l’Eglise me fera tousjours faire aussi, comme j’ay fait tousjours, tout ce qui me sera possible, sans aucune veue ny ` a droit ny ` a gauche, pour me servir de vostre expression. Je suis avec veneration Monseigneur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz.

Hanover ce 8 May 1699

2 f. qv’on peut appeller sans vous flatter, une des plus grandes lumieres de l’Eglise de France; de travailler L1 4–9 Roy, qvi peut (1 ) seul (2 ) contribuer luy (3 ) presqve plus contribuer luy seul (a) ` a un (b) au grand bien qve nous souhaitons qve tous les autres ensemble. Absatz Voil` a, Monseigneur L1 19 v¨ ue mondaine ny L1

10 protest´ e: vgl. I, 9 N. 114. 10 f. difficult´ e . . . mise: vgl. I, 9 N. 104 sowie den Schluß von J.-B. Bossuet, De scripto cui titulus: Cogitationes privatae, 1692.

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114. LEIBNIZ AN JAMES CRESSETT Hannover, 28. April (8. Mai) 1699. [117.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 183 Bl. 65–66. 1 Bog. 4o. 2/3 S. auf Bl. 66 ro zwischen und unter der Schlußformel von I, 16 N. 448. Mit zahlreichen Korrekturen.

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Monsieur J’ay receu icy l’honneur de la vostre; et cependant un Allemand revenu d’Angleterre m’a apport´e une lettre fort obligeante de Mons. l’Eveque de Salisbury, o` u il demande plus d’´eclaircissement sur l’affaire de question, s¸cavoir si elle doit estre purement politique; ou si elle doit estre Ecclesiastique. J’avois crˆ u m’estre assez expliqu´e dans ma precedente. Mais je voy que cela n’est point, j’ay donc voulu le faire dans la cyjointe, que je prends la libert´e de vous adresser, vous suppliant de la faire tenir. C’est cette obscurit´e ou difficult´e impourveue, qui doit estre cause selon la lettre de Mons. l’Eveque de Salisbury, que la matiere n’a pas encor est´e mise sur le tapis. Et j’ay peur que ce sera maintenant trop tard, `a cause que le depart du Roy approche. J’ay parl´e avec Mons. le Grand Mareschal de Steinberg que la Cour de Wolfenbutel a envoy´e en Pologne. Il dit qu’il est difficile de juger comment ira l’affaire d’Elbing. Il semble pourtant que le Roy de Pologne luy mˆeme croit qu’on ne viendra pas si tost aux extremit´es, s’il se propose de faire un tour en Saxe apres la diete du Royaume, comme il a dit luy meme ` a Mons. de Steinberg. Les Polonnois le pressent extremement de renvoyer les trouppes Saxonnes, et il semble qu’il y sera reduit. Il en fait venir quelques regimens aux environs de Warsovie pour y travailler `a un parc, ou je ne s¸cay quel autre ouvrage. C’est apparemment que le Roy a pris ce pretexte de les y tenir pour sa seuret´e au temps de la diete, mais on doute si les Polonnois les y souffriront, et cela pourroit causer la rupture de la diete, dont la Cour peutestre ne seroit point fach´ee. Vous aur´es peut estre vˆ u, Monsieur, ` a Hambourg Monsgr le Prince ain´e de Wolfenbutel avec Mons. Imhof le quel revenu de Vienne va maintenant en Suede. Wolfenbutel et Holstein Gluckstadt ont

Zu N. 114: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 448 und wird beantwortet durch N. 117. Beilage war I, 16 N. 467. 6 Allemand: F. A. Hackmann. 7 lettre: I, 16 N. 359 von G. Burnet. 8 l’affaire: die Unionsversuche der protestantischen Kirchen. 9 precedente: Leibniz meint hier I, 16 N. 268. 14 depart du Roy: Wilhelm III. reiste am 11. Juni nach Holland. 16 d’Elbing: vgl. I, 16 N. 448 Erl. 25 Prince ain´ e: August Wilhelm. 25 Imhof: R. C. v. Imhof.

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requis les deux Couronnes interess´ees dans la paix de Westfalie s¸cavoir France et Suede de garantir cette paix contre le 9me Electorat qu’ils pretendent y estre contraire. Mais jusqu’icy leur autres alli´es n’ont point voulu y prendre part. Mons. le Chancelier Probst sera aussi maintenant `a Hambourg pour la Commission de Meclenbourg, apres s’estre mari´e ` a Salzdalem avec la Soeur de Messieurs Imhof. On ne s¸cait encor rien de positif du retour de Mons. de Goriz.

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Hanover 28 Avril 1699

115. LE THOREL AN LEIBNIZ Paris, 8. Mai 1699. [124.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 554 Bl. 20–21. 1 Bog. 8o. 4 S. Am linken oberen Rand von Bl. 20 ro von Leibniz’ Hand: resp. vid. tamen adhuc de Dno Bolduc Chymico.‘‘ — Auf ” dem unteren Drittel von Bl. 21 vo L von N. 124.

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A Paris ce 8e may 1699 Non Monsieur vous ne m’aviez point fait l’honneur de repondre `a ma derniere; ce que vous me dites des sentimens du R. P. Verjus pour moy n’est reppetition que par rapport `a luy. ce sont des honnetetez qu’il m’avoit deja faites et fait faire plus d’une fois et qui

5 mari´ ee L, korr. Hrsg.

1 Suede: Schweden wies als Garantiemacht des Westf¨ alischen Friedens diesen Vorstoß sowohl in Stockholm als auch beim Reichstag zu Regensburg zur¨ uck. Vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 183. 4 Probst: Ph. L. Probst v. Wendhausen. 4 Commission: die in Hamburg zusammengetretene Kommission der Reichsst¨ ande zur Beilegung der mecklenburgischen Erbstreitigkeiten. Vgl. M. Hamann, Das staatliche Werden Mecklenburgs, K¨ oln und Graz 1962, S. 33. 5 Soeur: Marie Elisabeth Freiin von Imhof. 5 Imhof: R. C. und A. A. v. Imhof. 6 Goriz: zu F. W. v. Goertz’ Mission nach D¨ usseldorf vgl. I, 16 N. 365 Erl. Zu N. 115: K antwortet auf I, 16 N. 431 und wird beantwortet durch N. 124. 11 Bolduc: Von der Korrespondenz zwischen Leibniz und Boulduc (Simon, † 1729, oder dessen Sohn Gilles-Fran¸cois, † 1742 ?) ist nur N. 301 u ¨berliefert. 14 derniere: Um einen Bericht u ¨ber Verjus’ Brief an Leibniz, der erst vom 4. M¨ arz 1699 datiert, bittet Le Thorel in I, 16 N. 431 und geht in I, 16 N. 389 nochmals darauf ein. 15 dites: bezieht sich wohl auf die (nicht gefundene) Abfertigung von I, 16 N. 431.

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auront tel effet qu’il plaira au Seigneur. mais quoy que ce soit qu’elles produisent[,] je vous assˆ ure Monsieur que je n’oublieray jamais les bontez de la grande Princesse qui s’en est mˆelˆee ny les vˆ otres. je me prepare ` a tenter la fortune d’un autre cot´e sous les auspices de S. A. E. vous scavez o` u c’est. Si vous pouviez m’y procurer quelque connoissance utile, ce seroit mettre le comble ` a tant d’obligations que je vous ay dˆeja. Je pars dans dix jours. Je me suis inform´e comme de moy mˆeme, si, et comment on vous communiquera les matieres de votre Academie. il est sˆ ur qu’on vous les communiquera, Mr Boulduc qui est un des pensionnaires chymistes de cette compagnie et qui a pour vous une estime plus qu’ordinaire sans en etre connu, offre de se charger luy mˆeme de vous donner part de ce qui s’y proposera, et d’y proposer en votre nom ce qu’il vous plaira luy envoyer. quant `a l’expedient de cette communication c’est ce qu’on ne scait point encore[,] il faut apparemment que ces Messieurs en deliberent; je ne doute point qu’en vous envoyant votre brevet d’association avec la reponse `a la lettre que vous leur avez ecritte dont ils sont tres satisfaits, ils ne vous donnent sur cela tous les ecclaircissemens que vous desirez; je souhaitte que les belles lumieres de tant d’esprits choisis se puissent ˆetendre jusqu’`a songer aux moyens de vous en faire part sans vous etre `a charge. je viens de la campagne o` u j’ay rest´e quelques jours. j’ay trouv´e `a mon retour une lettre du R. P. Malebranche qui m’engage ` a l’aller voir, nous parlerons de vous. Voila comme vous dites Monsieur le livre de Mr de Cambray foudroy´e, ses autres ecrits en deffense, ne pouvoient etre traittez de mˆeme sans donner de trop injurieuses atteintes aux plus venerables autheurs que nous ayons dans l’echole, ny sans decrediter l’authorit´e des p.p. de l’Eglise les plus incontestablement suivis; cet amour desinteress´e dont vous parlez semble difficile, mais il n’est pas impossible puisque plusieurs Saints en ont brˆ ul´e comme on voit par leurs ecrits, vous ne me paroissez point eloign´e de cette opinion l`a en mettant comme vous faites notre propre bien dans la gloire de Dieu qui ne peut ˆetre jamais plus glorifi´e par rapport `a l’homme que lors que l’homme se soumet absolument `a sa volont´e divine quelle qu’elle puisse etre. Cette bulle n’a pas fait tout

2 Princesse: Kurf¨ urstin Sophie. 4 o` u c’est: Le Thorel ging nach Wien; vgl. N. 124 Erl. 7 Academie: Gemeint ist die Pariser Acad´ emie des sciences. 13 brevet: Leibniz’ Aufnahmediplom ´nelon, datiert vom 13. M¨ arz 1700 (LH XLI, 8). 13 reponse . . . lettre: nicht gefunden. 19 livre: Fe Explication des maximes des saints, 1697. 27 bulle: Cum alias ad apostolatus vom 12. M¨ arz 1699.

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le bruit icy ny tout l’effet qu’on a cru d’abord. Le S. P. y avoit inser´e un motu proprio comme vous scavez qui en a presque toute ot´e la force[,] en un mot le Vatican n’a point grond´e assez haut pour etre bien entendu d’icy. Je suis Monsieur

votre tres humble et tres obeissant serviteur

Le Thorel.

116. HERMANN VON DER HARDT AN LEIBNIZ Helmstedt, 1. (11.) Mai 1699. [333.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 366 Bl. 166–168. 1 Bog. 1 Bl. 4o. 6 S.

Perillustris atque Excellentissime Domine, Devoto cultu prosecutus sum Tuas, omni Theologorum sapientia superiores. Turris Babylonicae operarios in nostras haudquaquam pertrahis regiones, nec Mosaicos generis humani propagatores1 proavos nostros admittis. Quibuscum plane sentio. Siquidem Moses non tam universi orbis gentes et origines, quam unius solum gentis orientalis, quae Judaeis originem dedit et cognationem, commemorare instituit. Nec enim Moses Historicum agere voluit, cum in deserto scriberet, sed populi sui, Judaici nempe sive Israelitici, legislatorem, gubernatorem, principem, qui jura et fata gentis, quam duceret, demonstraret, et a principio revocaret. Chinenses lucem rebus affundere posse, itidem non dubito. Ut illorum res Tecum anxie expectem. Graecam, Latinam et Germanicam, cognatas linguas, parum vel nihil affinitatis habere cum plerisque orientalibus, manifestum, adeoque origines Mosaicas non referunt, multo minus turris Babylonicae vestigia prae se ferunt. Moses Nimrodum, inquit, urbem condidisse, et turri, hoc est turribus urbem munivisse altissimis, in aerem prominentibus. Ut solebant olim urbes muniri. Et revera confusio nil aliud notat, quam seditionem. Siquidem et vox Babel per se ipsam notat seditionem. Quae omnia et scopo Mosis exacte congruunt. Qui enim cum exercitibus suis in limitibus

1

hInterlineare Anmerkung von L e i b n i z ’ Hand:i nihil tale scripsi, sed verba mea huc accepit.

1 Le S. P.: Innocenz XII. Zu N. 116: K antwortet auf I, 16 N. 460.

20 Moses . . . inquit: 1. Mose 10, 8–12.

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terrae Canaan positus erat, cum scriberet in deserto, fundamenta regiminis positurus demonstrare constituerat, quid finitimi populi, omnes atque singuli, juris vel haberent vel praetenderent aut praetexerent in terram Canaan. Ut scirent posteri, quomodo se gererent. Quod igitur jam tempore Abrahami, Assyrii et Sinearitici vel Babylonii Canaanem infestassent, non poterat non pro informandis Israelitis, simul ostendere universa Babylonis fata ipsasque origines. Ut, cognito primaevo Chamitarum adversus Semitas odio, unde subnata urbs infelix, etsi potens, Babel, cavere discerent Babyloniorum potentiam; sed et meminissent, Babylonios nullo nomine, nisi prisci odii, ex vindicato incestu Chami, Semitas, adeoque et israeliticam gentem, aversari. Nihil juris Babyloniis esse in Judaeos, sed meram vindictae cupidinem, ex detecto incestu Chami, indelebilis odii esse causam. Ut adeo perpetuo Israelitae Babylonios timere habeant. Quod boni gubernatoris ac politici erat, monere, ac posteris subindicare. Ceterum linguarum nullam fuisse confusionem, sed nudam seditionem, ante me agnovere Batavi, praeter Aben Esram, Spanhemius, et fuse Vitringa in observationibus suis sacris. Diluvio Mosaico particulari, Palaestinam propius attingente, seposito, orbem hunc undis totum aliquando fuisse tectum, praeter Mosen, aliunde luculenter videbitur constare. Sed quando de genere hominum fit sermo, nondum pervideo, quid de viris feminisque marinis dicam, quos hodie itineraria recentissima passim magna asseveratione referunt. Illinc homines terrenis priores, an posteriores? Sunt omnino et cetera animalia in mari et in terra non dissimilia. Sed quae priora? Dein vero prope fit simile, homines non prorsus erectam staturam prae se tulisse in principio, quam ars et usus dein contulerint. Sed haec et somniis haud fuerint dissimilia. Eamus ergo recti, quia assueti. Nec opus est, in manus pedesve unquam cum simiis relabamur, qui rectius ire recti didicimus. Interim multa, quoad rerum, adeoque et gentium, et porro linguarum origines, in occulto manere, non dolebimus, cum et majoribus rimari nefas fuerit. Elementa Graeca ideo nostris dedi Studiosis, quibus informationis negotium aliquando credendum, quod Welleriana methodus, ceteris omnibus melior, discentium memoriae et captui minus adhuc apta hucusque sit deprehensa. Siquidem numerus regu-

28–179,1 numero regularum K, korr. Hrsg.

13 Aben Esram: bezieht sich wohl auf den Thora-Kommentar des Abraham ben Meir ibn Esra. 13 Spanhemius: vgl. F. Spanheim, Introductio ad Historiam et Antiquitates sacras, 1675, S. 48. 26 Elementa: H. v. d. Hardt, Studiosus graecus, 1699. 27 Welleriana methodus: J. Weller, Grammatica graeca, 1635.

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larum, quae nec necessariae, nec utiles, nec verae, discentium memoriam praeter necessitatem onerat, et docentes inculcando fatigat. Deinde origines et rationes formationis, commoda memoriae et judicii praesidia, Wellerus cum ceteris praeterit. Credidi proinde consultum, et nostrae hujus Academiae Studiosis suggerere viam methodumque breviorem, sed et aptiorem atque faciliorem. Quantum enim in me, nollem hanc Academiam aliis esse inferiorem, sed optarem et confiderem vel parem vel superiorem. Quod ergo mea primum essent Graeca, antequam in Collegam Ritmeierum devolverentur, his praeludendum putabam. Ad quas scenas ingens Studiosorum confluxit numerus, ut suum in literas testarentur amorem. Atque ita Graecis jam valedixi, alterius circulos minime turbaturus. Vale, Mecaenas Magne ac amare perge Perillustris Domine

Excellentiae Tuae

Helmst. in Ac. J. A. 1699 d. 1. Maji.

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devotum cultorem ac servum H. v. d. Hardt.

117. JAMES CRESSETT AN LEIBNIZ Hamburg, 3. (13.) [Mai] 1699. [114. 135.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 183 Bl. 52–53. 1 Bog. 4o. 3 S. Eigh. Anschrift.

Monsieur

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`a Hambourg ce 3e 1699.

J’ay differ´e de repondre ` a la lettre que vous m’avez fait l’honneur de m’ecrire de e Wolfenbutel le 12 du mois pass´e, en attendant votre retour `a Hannover, et present´ement je me trouve endett´e d’une autre que j’ay receue du 28e d’Avril, vous agreerez mes remerciments pour toutes les deux ensemble. J’envoyay hier votre lettre `a l’Evˆeque de Sarum vous rendant graces de la communication. Vous agissez en homme de probit´e de ne vous point laisser rebuter dans vos bons desseins, par le proced´e froid et indifferent, de ceux qui devroient prendre ces affaires plus `a coeur que vous, comme y etants plus interess´es. Les Eclesiastiques protestants sont tr`es mauvais politiques s’ils ne veulent pas

Zu N. 117: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 12. (22.) April 1699 (vgl. Z. 18) und auf N. 114 und wird beantwortet durch N. 135. Die von Cressett vergessene Monatsangabe ergibt sich aus den Daten der erw¨ ahnten Leibnizbriefe. 18 retour: Leibniz war vom 21. April bis 7. Mai in Wolfenb¨ uttel. 20 lettre: I, 16 N. 467 an G. Burnet.

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songer `a leur commune seuret´e pendant qu’il est encore temps, la ruine de la Reformation est autrement infaillible selon les apparences humaines. Le papisme devient insolent et insupportable par tout, et l’on voit si clairement le manege qu’il creve les yeux. On se vente d’avoir cass´e la tˆete ` a Luter en Saxe (c’est le terme de la Cabale) et l’on pretende d’avoir trouv´e le secret de rattraper les biens secularis´es en dedommageant l’Electeur Roy de Pologne. S’il fait un tour en Alemagne `a cette fin l` a l’on ne peut pas etre surpris. Monsieur de Steinberg pouvoit vous dire qu’il est revenu re infecta, n’ayant rien obtenu contre vos cours de Zell et Hannover. Le Roy etoit habill´e en Scaramouche quand il donna audience de cong´e ` a cet Envoy´e l` a. Nos gens de Pinnenberg font grande compassion icy, le Danemarc s’en mocque ouvertement. Le Duc de Holsteyn fera bientot un tour en Suede, je souhaitte que cela puisse avancer ses affaires, qui sont dans une tr`es desagreable situation pour luy. Il y en a qui disent que le Prince de Wolfenbutel pourra bien manquer de voir le Roy de Suede `a Stockholm, au moins sa Majest´e ne prendra point une femme de la main du Duc Antoine; `a propos de ce Prince inquiet et ennemi de son propre repos, j’ay o¨ uy dire qu’il va `a la Haye pour s’aboucher avec Monsr Bonrepos. N’est ce pas jouer un plaisant personnage! Fustemberg a-t-il fait d’avantage! Je vous souhaitte toutes sortes de bien, et je suis avec une veritable estime Monsieur

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votre tr`es humble et tres obeissant serviteur

Cressett.

L’on ne scait pas encore si le Roy mon maitre passera la mer ou non cet et´e. Monsr Leibnitz.

5 trouver K, korr. Hrsg.

7 rien obtenu: Vielmehr war das Ergebnis dieser Mission ein am 4. April geschlossenes Abkommen zwischen Wolfenb¨ uttel und August d. Starken zu einer Defensivallianz. Vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 310. 10 Pinnenberg: In Pinneberg fanden seit dem 24. August 1696 Verhandlungen u ¨ ber einige zwischen Holstein-Gottorp und D¨ anemark strittige Souver¨ anit¨ atsrechte statt. 13 Prince: August Wilhelm v. Braunschweig-Wolfenb¨ uttel. 17 Fustemberg: Anspielung auf die Rolle des Straßburger Bischofs Franz Egon v. F¨ urstenberg bei der Eroberung der Stadt durch Frankreich. 20 Roy: Wilhelm III. von Großbritannien.

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118. LEIBNIZ AN JOHANN CHRISTOPH VON LIMBACH Hannover, 4./14. Mai 1699. [178.]

¨ Uberlieferung: ¨ L1 Konzept: LBr. 562 Bl. 46. 4o. 2 S. Mit zahlreichen Anderungen u. Erg¨ anzungen. — Auf Bl. 46 ro quer zum Text L von N. 119. Eigh. Anschrift. L2 Abfertigung: Frankfurt a.M. Freies Deutsches Hochstift No. 1077. 1 Bog. 4o. 3 S. (Unsere Druckvorlage.)

5

(tit.) Insonders Hochgeehrter Herr Gesandter, Werther G¨onner Meines Hochgeehrten Herrn Gesandten sehr angenehmes habe zu recht, doch he¨ ut erst erhalten. Denn weil ich wegen unterhabender arbeiten zu zeiten nach Wolfenb¨ utel reisen muß; so habe mich die feyertage u ¨ber alda aufgehalten, und bin erst he¨ ute wieder alhier angelanget: Da ich dann nicht s¨aumen sollen, zu beobachtung meiner schuldigkeit mit dieser morgenden Post zu antworten, und dienstl. zu bitten, Mein Hochg. H. wolle bey dem Herrn Baron von Seilern meine respectueuse empfehlung ohnbeschwehrt ablegen, auch diesen f¨ urnehmen Ministrum versichern, wie ich mirs f¨ ur eine hohe Ehre sch¨aze, daß Sie mich einiges befehls w¨ urdigen wollen, dabey meine Vergn¨ ugung vollkommen seyn w¨ urde, wenn ich das gl¨ uck haben m¨ochte etwas zu dero absehen beyzutragen. Es ist nicht ohne, daß ich von vielen jahren hehr mit einigen gelehrten Le¨ uten in Franckreich in correspondenz gestanden, die mir viel, sowohl zu der Histori des Hauses Braunschweig als auch sonst zu den Reichssachen selbst dienliches zu erlangen gelegenheit gegeben. Ob nun schohn deren ein guthes theil verstorben, so sind doch einige noch u ¨brig:

Zu N. 118: L2 antwortet auf I, 16 N. 473 und wird beantwortet durch N. 178. Beilage war ein Empfehlungsschreiben von Leibniz an G. Brice (N. 119); vgl. S. 183 Z. 6. 11 Wolfenb¨ utel: Wie aus den Absendeorten von N. 112 und N. 114 hervorgeht, war Leibniz sp¨ atestens am 7. Mai wieder in Hannover.

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Und wo des Herrn Barons jungen Herrn Vettern mit deren Kundschafft gedienet, will ich gern an meinem wenigen orth dazu verhelffen. Was politiorem literaturam anbelanget, welche ins gemein vornehmlich auff die Histori und Sprachen ankomt, so weiß ich niemand jezo in Franckreich, der dem Herrn Bischof von Avranches, so unter Huetii nahmen bekand, und sich zu Paris anjezo insgemein aufh¨ alt, in antiqua Historia et linguis eruditorum sonderlich Graeca et Romana vorgehe. Ich habe mit ihm von langer Zeit hehr Kundschafft; alleine briefe wechsele ich gemeiniglich mit Herrn Pinsson einem gelehrten Avocat au Parlement, der auch viel correspondenz mit andern gelehrten Leuten hat. Solte man aber auff die sogenante galante franz¨ osische Gelehrsamkeit mit zielen, so habe die Ehre noch leztens gehabt von der Fr¨ aule von Scuderi die durch so viel wercke ber¨ uhmt ein schreiben zu erhalten; Und Mons. de Fontenelle, so die dialogues des morts, und andere belobte wercke gemacht, hat einige Kundschafft mit mir durch die andere hand, ob ich schohn keine briefe selbst mit ihm gewechselt. Die Severiorem Historiam betreffend darauf zum ¨offtern die Rechte der Potentaten sich gr¨ unden, und welche aus den Archiven, und gleich- oder doch nahe-zeitigen monumenten gehohlet wird; so sind einige trefliche Le¨ ute zu Paris, welche darinn nachricht geben k¨onnen. Nehmlich der Pater Mabillon, der H. Baluze (welche beyde auch in Historia Ecclesiastica vortreflich) und der M. d’Hozier, juge general des armoiries de France, so ein vortreflicher Genealogist mit welchen allen ich bekand bin. Weil aber auch einem jungen Cavallier offt jemand nothig, mit dem er freyer umbgehen k¨onne, so habe ich unterschiedene, nicht ohne ihrem Nuzen mit dem H. Abb´e Brice, auteur de la description de Paris, bekand gemacht, welcher viel guthe notitias hat, dabeneben in Historicis, Geographicis, und sonst mit angenehmen Nachrichtungen an hand zu gehen, auch wohl gewiße stunden zu geben pfleget. Dabey auch ferner zu wackern Le¨ uten bringen kan, und in sonderheit mit dem P. Mabillon wohl bekand. Da nun die intention ferner vernehme, will ich gern nach m¨ ugligkeit mit schreiben an begehrte orthe oder auff andere weise anhand gehen, und nichts an meiner schuldigsten Dienstfertigkeit

1 deren (1 ) Notiz (2 ) Kundschafft L1

13 f. die dritte hand L1

1 Vettern: J. F. de Keuckelier, seit 1697 (durch Adoption) Freiherr v. Seilern. 3 politiorem literaturam: vgl. I, 16 N. 473. 12 schreiben: I, 16 N. 363. 13 f. andere hand: u ¨ ber J. P. Bignon.

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ermanglen laßen. Mein Hochg. H. wird mich auch allezeit mit dergleichen befehlichen sehr verbinden. Und ich verbleibe jederzeit Meines Hochgeehrten Herrn Gesandten und f¨ urnehmen werthen G¨onners Dienst verbundenster

Gottfried Wilhelm Leibniz

Hanover 4/14 Maji 1699

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P. S. Hiebey schicke ein briefgen an den Herrn Abb´e Brice sub sigillo volante, eventualiter. Er wird bey dem Buchh¨ andler der die description von Paris in zwey duodez b¨ anden den Curiosen, sonderlich frembden, zur nachricht verleget, und davon der H. Abb´e mir ohnl¨ angst ein exemplar geschickt, darinn viel guthes finde; leicht zu erfragen seyn. Denn seine Adresse ist mir weiter nicht bewust als daß unser Resident die briefe an ihn liefern l¨aßet.

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119. LEIBNIZ AN GERMAIN BRICE [Hannover, 14. Mai 1699]. [228.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 562 (Limbach) Bl. 46. 4o. 14 Zeilen auf Bl. 46 ro quer zum 1 ¨ Text von L von N. 118. Mit vielen Anderungen.

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Monsieur S¸cachant combien on peut profiter de vostre connoissance et de vos lumieres accompagn´ees de ces manieres obligeantes dont mes amis se louent tant j’ay crˆ u, que je ne pouvois mieux recommander qu’` a vous ce jeune gentilhomme distingu´e qui a l’honneur d’appartenir de pres ` a Mons. le Baron de Seileren, un des Ministres de l’Empereur tres consider´e par ses grands emplois et negotiations et qui a est´e un des Ambassadeurs de Sa Mt´e Imperiale pour la paix de Riswick. Vous assister´es son parent de vos bons avis, vous obliger´es un ministre d’importance et si cela vaut la peine d’estre adjout´e, vous obliger´es infiniment Monsieur

vostre etc.

Leibniz.

7 Buchh¨ andler: N. Le Gras. 9 exemplar geschickt: vgl. I, 16 N. 376 Erl. 10 Resident: Chr. Brosseau. Zu N. 119: Die nicht gefundene Abfertigung ging als Beilage zu N. 118 an J. Chr. von Limbach (vgl. Erl. dort) und wird in N. 178 erw¨ ahnt. Dies ist der Anhaltspunkt f¨ ur unsere Datierung. 20 Seileren: vgl. N. 118 Erl.

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120. JOHANN THEODOR HEINSON AN LEIBNIZ Aurich, 5. (15.) Mai 1699. [129.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 386 Bl. 18–19. 1 Bog. 4o. 2 S. Bibl.verm. — Auf Bl. 19 ro L von N. 10.

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Monsieur Je me sers de l’occasion pour assurer Vˆotre Excellence de mes Respets et pour me recommander dans les bonnes graces et dans le favorable souvenir de toute la Cour: et de m´eme que je tiendray toujours en fraiche m´emoire le bienfait de V. E., j’ay une confiance tres-humble en sa bont´e pour moy, ´esperant et suppliant qu’Elle ´epouse toujours mes interets, et qu’Elle se souvienne ` a toute occasion `a me maintenir dans les bonnes Graces de Leurs Altesses Electorales. L’entr´ee y a ´et´e heureuse par la sage conduite de V. E.; La possession m’en sera assur´ee, tant qu’Elle me conservera sa faveur, et tant qu’Elle aura la bont´e de veiller ` a ma Conservation: Pour moy je n’oublieray jamais mon voeu, et mon ardeur, `a maintenir l’honnorable place, qui m’a ´et´e donn´ee dans les bonnes graces de Leurs Altesses Electorales, ne ralentira jamais, et elle sera aussy violente, que celle, que j’ay fait voir pour l’obtenir. Mais sans un Maecenas `a quoy sert un Auguste, les graces des Souverains ne se distribuant que par les fidelles mains de leurs Ministres: Votre Excellence a l’oreille de Leurs Altesses Electorales: Son Credit et sa Presence peuvent tout ce que je me pourray souhaiter, et sur tout dans l’affaire presente, dont l’Incluse que je recommende sous l’addresse de V. E., agit. L’affaire des Pietistes vous ´etant connu¨e je ne la veux point repeter icy, c’est assez pour vous porter `a prendre mon party que d’avoir `a faire avec des Enthusiastes: Si mes services n’ont pas assez de forces pour meriter tant de faveur de V. E. la justice de ma cause m’acquirera du merite, et au reste mon Respect, ma gratitude et mon Z´ele seront toujours extremes, et ma volont´e sera partout, o` u mes

Zu N. 120: K wird beantwortet durch N. 129 und hatte die Z. 19 genannte Beilage. 14 f. l’honnorable place . . . Electorales: 1698 wurde Heinson auf Empfehlung der Kurf¨ urstin Sophie die Generalsuperintendentur in Ostfriesland u ¨bertragen; vgl. dazu auch T. D. Wiarda, Ostfriesische Geschichte, Bd 6, Aurich 1796, S. 411 f. 19 l’Incluse: Heinsons Brief vom 5. (15.) Mai 1699 an Sophie (gedr.: Klopp, Werke, 8, 1873, S. 125–127). 20 L’affaire des Pietistes: zu Heinsons erbittertem Kampf gegen die Pietisten in Ostfriesland vgl. Wiarda, a. a. O., S. 411 ff.

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forces se peuvent ´etendre, aussy passion´ee, que la Generosit´e, avec laquelle V. E. m’a receu en sa faveur a ´et´e liberale. Je suis Monsieur

De vˆ otre Excellence

le tres-obeissant et tres-r´econnoissant serviteur

Aurich ce 5 May l’an 99.

J. Th. Heinson D.

P. S. Je prie tres-instamment V. E. d’avoir la bont´e de me renvoyer par Monsr Salder Secretaire de S. A. S. Madame la Duchesse d’Ost-Frise les tables chronologiques: Si V. E. les desire, quand je m’en auray servy pour quelque peu de tems, elles-seront fort volontiers au grand Service de V. E. aussy bien que tout ce que j’ay de livres. V. E. se souviendra aussy des Manuscrits lesquels on m’a fait redemander.

121. LEIBNIZ AN FRANZ ANTON VON BUCHHAIM Hannover, 6./16. [Mai] 1699. [126.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: LH I 10 Bl. 89–90. 1 Bog. 4o. 3 S. Eigh. Anschrift. Mit einigen ¨ Anderungen und Erg¨ anzungen.

No 14 A Mons. l’Eveque de Neustat

Hanover 6/16 Avril 1699

Monseigneur Vostre Excellence aura receu une ample lettre no 13 de ma part, adress´ee par le moyen de nostre juif ` a Mons. Lohner, banquier ` a Nurenberg, dans laquelle j’ay eu recours `a la genereuse bont´e de V. E. sur une affaire qui me regarde en mon particulier. J’espere que

6 tables chronologiques: F. Tallents, A view of universal history, [1680] u. ¨ o.; vgl. auch I, 14 N. 426 ¨ und I, 16 N. 270. 9 Manuscrits: nicht identifiziert; ihre Ubersendung an Leibniz hatte Heinson in I, 16 N. 270 (vgl. Erl. dort) angek¨ undigt. Zu N. 121: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 426 und wird beantwortet durch N. 139. Bei der Datumsangabe irrte sich Leibniz offensichtlich im Monat. Die fortlaufende Numerierung ¨ der Korrespondenz mit Buchhaim, die Erw¨ ahnung einer Sendung vom 6./16. Mai durch den Ubermittler L¨ onner in N. 140, sodann die S. 186 Z. 13 erw¨ ahnte Reise und der Bezug in Z. 17 auf den sicher datierbaren Brief N. 13 vom 27. April (I, 16 N. 462) erlauben, von einer Abfassung am 16. Mai auszugehen. 18 juif: Lefman Berens. 18 Lohner: J. H. L¨ onner.

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V. E. l’aura pris[e] en bonne part, et qu’elle n’aura pas desapprouv´e les marques de mon zele et de ma devotion, soit qu’il y ait lieu de faire reussir l’affaire ou non. Je souhaitte d’apprendre premierement si la lettre a est´e bien rendue et quel en est le jugement de V. E. et puis en cas qu’Elle trouve ` a propos de sonder le gu´e, j’en pourray s¸cavoir `a sa commodit´e le resultat, ou du moins les apparences du pour ou du contre pour me regler un peu l` a dessus. Vostre Excellence a tousjours fait voir des sentimens si relev´es, et si dignes d’un Seigneur du premier rang, que j’ay cru, ne me pouvoir mieux adresser qu’`a Elle. Et je me flatte qu’elle sera persuad´ee au moins de ma bonne volont´e. Je pense `a vous envoyer Monseigneur, des exemplaires de mon Codex juris gentium diplomaticus par le moyen d’une fille de Chambre de la Reine qui est encor malade icy, mais qui ira `a Vienne aussi tost que sa sant´e le luy permettra. En attendant je croy qu’on en trouvera quelque exemplaire ` a Vienne, aumoins pour le faire voir `a M. le Comte de Harrach. La derniere de V. E. m’a est´e rendue un peu tard `a cause d’un voyage que j’ay fait. Je suis bien aise de voir que Mons. le Cardinal Spada a ecrit luy mˆeme, pour donner des bonnes esperances sur l’affaire de question. Et je ne doute point de l’effect. Elle est de si grande consequence, qu’il ne faut point s’etonner si elle va d’un pas lent. Sat cito si sat bene. Il est vray pourtant qu’il ne faut pas aussi la trop trainer en longueur, et il faut battre le fer pendant qu’il est chaud. C’est beaucoup que la brouillerie qui estoit entre le Prince de Lichtenstein, et le Marquis de Villars a este termin´ee de si bonne fa¸con, car j’ay vˆ u la teneur du compliment que le Prince a fait ` a l’envoy´e, qui me paroist fort tolerable, et sans aucun prejudice. Et puisque la France apres tant de bruit s’est content´ee d’une pretendue satisfaction si legere, c’est une marque, qu’elle n’est pas encor en humeur de venir aux extremit´es. Ainsi il y a lieu de croire que Brisac sera rendu aussi et que les affaires de Reinfels et des chanoines de Cologne s’accommoderont `a l’amiable. La seule affaire du Palatinat me donne de l’apprehension de quelque voye de fait. Car la Cour de France menace, que si on ne paye point ` a Mad. la Duchesse d’Orleans les 200.000 fl. stipul´es par an dans le trait´e de Riswic on se fera raison par force. Cependant Monsgr l’Electeur Palatin demande 10 fille de Chambre: Mademoiselle de Villiers, vgl. N. 260. 10 Reine: Wilhelmine Amalie. 13 derniere . . . rendue: I, 16 N. 426. 13 voyage: Leibniz war vom 21. April bis 7. Mai in Wolfenb¨ uttel. 16 f. Sat . . . bene: vgl. M. Porcius Cato, Dicta memorabilia, 80 (Jordan). 19 brouillerie: wegen einer Protokollfrage am Wiener Hof; vgl. T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 546. 24 Brisac: vgl. I, 16 N. 406 Erl. 24 f. affaires . . . Cologne: zu diesen Restitutionsproblemen nach dem Friedensschluß von Rijswijk vgl. T h e a t r u m Europaeum, a. a. O., S. 393 und S. 618. 25 affaire du Palatinat: vgl. N. 16 Erl. 28 l’Electeur Palatin: Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg.

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une pleine redintegration du Palatinat en consequence du meme trait´e, avant que d’estre oblig´e de payer. Il seroit bon que d’autres puissances, interposassent leur offices pour cela, et le Pape y seroit propre, parce qu’il doit estre superarbitre en vertu du trait´e. Mais estant brouill´e apresent avec l’Ambassadeur de l’Empereur, la communication ne va pas bien, `a moins que l’Electeur Palatin n’implore luy mˆeme les bons offices du pere commun. Les Anglois ont est´e allarm´es du bruit d’une descente que le Roy Jaques et les Fran¸cois vouloient faire; et cela les a fait sentir que le Roy avoit raison de demander plus de Trouppes. Mais l’allarme estant dissip´ee maintenant, ils sont revenus `a leur premiere nonchalance. On commence ` a douter si le Roy passera la mer cette ann´ee. Il est seur que les Anglois souhaittent fort qu’il demeure maintenant chez eux. Le Roy de Pologne a dit ` a quelques Ministres Etrangers, qu’il iroit faire un tour en Saxe, si cela luy sera possible, apres la ten¨ ue de la diete. Et quelques uns s’imaginent qu’il pourra changer le Stadthalter , et y mettre `a sa place le Prince Lubomirsky, beaufrere de son beaufrere. Mais on ne s¸cait comment ira la diete en Pologne, les esprits estants fort aigris, et le Cardinal primat a jett´e de l’huyle dans le feu par son Mandement Pastoral plein d’expressions qui marquent son m´econtentement. La confirmation de la grossesse de la Reine nous donne beaucoup de joye, Dieu la conserve et la rejouisse con tutta l’Augustissima padronanza. Mais je dois finir, et je suis avec respect Monsgr

de vostre Excellence etc.

P. S. Je remercie V. E. de la decision du Pape de l’affaire de l’Archeveque de Cambray, quoyque la France l’ait fort solicit´ee, on doute pourtant que le parlement de Paris la voudra enregistrer et laisser publier `a cause de la Clause: m o t u p r o p r i o , et semblables expressions, qui ne sont point au gr´e des Fran¸cois.

3 Pape: Innocenz XII. 4 Ambassadeur: Georg Adam Graf Martinitz; vgl. auch I, 16 N. 337 Erl. 8 f. Roy . . . Trouppes: zum Widerstand Wilhelms III. gegen eine vom Parlament beschlossene Truppenreduzierung vgl. I, 16 N. 365 u. Erl. 10 On . . . douter: vgl. N. 117. 14 Stadthalter : Anton Egon Graf von F¨ urstenberg. 16 Cardinal: M. St. Radziejowski, Erzbischof von Gnesen. 16 Mandement Pastoral: vom 31. M¨ arz 1699; vgl. T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 633. 18 Reine: Wilhelmine Amalie. 21 decision: vgl. I, 16 N. 426. 21 Archeveque: F´ enelon.

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122. GERHARD MEIER AN LEIBNIZ Bremen, 6. (16.) Mai 1699. [106. 145.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 627 Bl. 214. 4o. 1 S.

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Cum Amplissimo Mastrichtio loquutus sum; ei gratae fuere curae Tuae circa Placcianum opus. Mira de isthoc opere narrat et cistam plenam esse a chartis et earum vastitate factam. Nunc illud Te rogo ut si qua alia collegisti molitionibus meis ornamentum futura ea transmittas. Est occasio qua cum redeuntibus civibus nonnullis obtineam. In aedibus Reverendissimi Dni Abbatis aperietur commoditas Bremam mittendi, si quae voles transmissa. Caeterum id inprimis oro ut Ordnung der Killfer mark 1, quam jam semel communicasti, denuo mittas. Excerpseram aliquid, quod deperditum est incuria quadam. Vale h...i Bremis die 6 Maji 1699.

1

hUnterhalb des Briefschlusses von L e i b n i z ’ Hand:i ist was mir des seel. Hn von Voß Erben communiciret, so wird es aufzufinden [sein]. Habe dem Hn D. Meyer nach Bremen geschickt ein teutsch alt Ms. in membrana. Sunt laudes B. Virginis carmine scriptae[,] incipit Ich bon de[r] lof der reinester vrowen. primae paginae inscriptum: liber domus S. Barbarae in Colonia ord. Carth. de laudibus B. M. Virg. est satis amplus in 12mo. habe auch geschickt copie de la lettre de l’abb´e de la Charmoye. it. Sperlingii De crepidis veterum.

7 cum redeuntis K, korr. Hrsg.

Zu N. 122: K wird zusammen mit I, 16 N. 410 u. N. 106 des vorliegenden Bandes beantwortet durch N. 145. 4 f. Placcianum opus: zu Leibniz’ u. G. von Mastrichts Beitrag zu V. Placcius, Theatrum anonymorum et pseudonymorum, postum 1708 erschienen, vgl. I, 16 N. 447 S. 733 u. N. 261 des vorliegenden Bandes. 8 Dni Abbatis: G. W. Molanus. 9 Ordnung . . . mark : vgl. auch N. 145, S. 230 Z. 11–14. 12 f. was . . . communiciret: vgl. N. 145. 14 teutsch . . . Ms.: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms I 81, vgl. N. 145, S. 209. 17 copie: von I, 16 N. 475.

N. 123

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123. JOHANN JACOB JULIUS CHUNO AN LEIBNIZ Berlin, 9. (19.) Mai 1699. ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 185 Bl. 2–3. 1 Bog. 4o. 4 S. Eigh. Anschrift. Bibl.verm. — Auf Bl. 2 ro oben links Notiz von Leibniz: respondi‘‘. ”

Monsieur

de Berlin ce 9e de May 1699

J’ay et´e extremement ravi d’aprendre par l’honneur de votre reponce du 30 Mars que malgr´e l’interruption de notre correspondence vous m’avez toujours conserv´e votre amiti´e. J’auray soin Monsieur de la cultiver avec plus d’empressement et de me la conserver comme un bien que j’estime infiniment, mais que je n’ay pas eu lieu de meriter non plus que les sentimens avantageux que Vous faites paroitre `a mon egard. Je suppleeray cependant ` a tout, par une passion sincere pour Votre service, et ce sera toujours avec plaisir que j’en embrasseray les occasions. Les Reflexions que vous faites sur ma charge d’apresent et sur mon etat sont si bien fond´ees et si conformes `a ce que [j’]en ay toujours pens´e, que je remarque parl` a Monsieur que c’est le Coeur qui parle dans Votre felicitation. Je vous suis fort oblig´e de la part que Vous prenez `a cette affaire, et me feray un plaisir Monsieur d’y pouvoir contribuer quelque chose `a Votre Codex diplomaticus. Je feray choix des pieces curieuses qui pourront y entrer de nos archives quand elles me tomberont entre les mains dans les recherches ordinaires. Et apres que j’en auray une petite collection, je demanderay la permission de la Cour pour Vous les communiquer. Je suis fach´e d’aprendre que Vous ayez et´e fort incommod´e cet hiver. J’espere avec vous que le beau tems fera entierement passer le reste de votre fluxion, Et que nous aurons

5 de (1 ) Mars (2 ) May K

Zu N. 123: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 30. M¨ arz (9. April) 1699, der seinerseits auf einen nicht gefundenen Brief Chunos antwortete (vgl. Z. 6 reponce‘‘). Beilage waren ein ” Auszug aus Chr. Mentzels Clavis Sinica (vgl. S. 191 Z. 13) und wohl Jacob Bernoulli, Quadratura (vgl. S. 190 Z. 16 f.). Brief und Beilage gelangten mit einem paquet‘‘ (vgl. S. 190 Z. 14) J. G. Rabeners an ” Leibniz. Der n¨ achste Brief der Korrespondenz datiert vom Juli 1700; Druck in I, 18. 13 charge: Chuno wurde nach dem Sturz E. Chr. B. v. Danckelmans Leiter des brandenburgischen Kabinettarchivs. 16 Codex : f¨ ur einen der geplanten Folgeb¨ ande zu Leibniz, Cod. jur. gent. dipl., 1693.

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l’honneur de vous voir icy. Tous ceux qui ont l’honneur de vous connoitre soit de face ou de reputation s’en font une sensible joye et pour moy j’en seray ravi. Quoy que je desespere de voir l’erection de l’observatoire, on pourroit `a votre arriv´ee tacher de remettre l’affaire sur le tapis, et si la paix quoy qu’elle ne soit pas encore fidellement execut´ee, continue, au moins, comme elle se trouve present[ement], on aura une conjoncture plus favorable qu’on n’a point encore e¨ ue. La pens´ee de l’espion du grand Seigneur sur le remede `a prevenir les troubles dont l’Europe est menac´ee du cot´e de L’Occident, est fort jolie. Il est vray cependant qu’une personne charitable pourroit par un petit pech´e garantir l’Europe d’un grand carnage et desolation, qui redondera de cette source sur tous les voisins d’un Roy ambitieux et esclave d’un clerg´e rem¨ uant. Amoins que le Bon Dieu ne resiste aux desseins de la F. nous verrons tomber `a sa discretion cette grande succession d’E. sans que personne soit capable de Luy en ravir, que ce qu’elle voudra bien en ceder de gr´e. Mr Rabner dans le paquet duquel vous recevrez cette lettre vous rendra compte de celle que je luy ay donn´ee de votre part. Mr Bernoulli vous fait ses complimens et vous remercie de votre bont´e. Il repond icy joint `a Mr Son Frere, duquel il a receu les deux lettres qui ont pass´e par vos mains. Mr Chauvin a son journal pret du tems qu’il ne paroit plus, mais le petit secours que l’on donnoit autrefois ` a l’imprimeur, et qui ne suit plus, retarde l’impression. Mr Cramer est `a Paris presentement, mais il n’y fera plus guere de sejour apres la lettre que je luy ay ecrite il n’y a que peu de postes. Messieurs Teissier et de Larroq continuent `a travailler le premier ` a quelques traductions qu’il a entre-pris de son chef et le dernier `a

3 observatoire: vgl. bes. I, 14 N. 346 und N. 440. 4 pas . . . execut´ ee: bezieht sich wohl auf die noch ¨ ausstehende Ubergabe Breisachs durch Frankreich an den Kaiser gem¨ aß Art. 20 des Rijswijker Friedens. 6 f. pens´ ee . . . Occident: wohl [G. P. Marana], L’Espion dans les cours des Princes Chr´ etiens, T. 1 bis 6, 1696–1699. 14 f. Rabner . . . part: J. G. Rabeners Sendung an Leibniz und Leibniz’ Brief an Rabener wurden nicht gefunden. 16 Bernoulli: Jacob Bernoulli. 16 bont´ e: die Weiterleitung der nachfolgend genannten Briefe durch Leibniz. 16 icy: Wahrscheinlich ist hier der Artikel von Jacob Bernoulli, Quadratura zonarum cycloidalium demonstrata in: A c t a erud., September 1699, S. 427 bis 428, gemeint, von dem ein Manuskript wohl Beilage zu unserem Brief war. 17 deux lettres: die in einem Leibnizbrief an Joh. Bernoulli vom 16. (26.) Mai 1699 erw¨ ahnten, nicht gefundenen Briefe Johann Bernoullis an seinen Bruder Jacob, die Leibniz weitergeschickt hatte; vgl. Gerhardt, Math. Schr ., 3, 1856, S. 587. 18 journal: Nouveau J o u r n a l des S¸cavans. 20 Cramer: Johann Friedrich Cramer. 22 traductions . . . chef: A. Teissier hatte in seiner Funktion als brandenburgischer Historiograph zwei Werke S. Pufendorfs ins Franz¨ osische u ¨ bersetzt (vgl. SV.); hier d¨ urfte an Teissiers Instructions, 1699, bzw. seine Lettres choisies de Calvin, 1702, gedacht sein.

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son Histoire d’Angleterre. Il seroit ` a souhaiter que Mr Chapuzeau fust second´e dans son vaste travail par Mr de la Crose, mais je ne crois pas que le tems soit favorable `a luy faire obtenir quelque pension pour cela. Mr de Prinzen est de retour de Moscovie depuis peu de jours, il s’est dabord rendu ` a Potsdam o` u notre cour sejourne presentement que l’on bˆatit au Chateau. Je luy parleray au retour de la cour pour luy demander les Curiosit´es du pais et de la Chine. Dans ses relations il n’a rien mand´e de la mort de l’Empereur de la Chine. En cas qu’il ne puisse pas me donner satisfaction sur cet article j’en ecriray `a Mr Reiher. Nous avons presentement en Moscovie un homme qui y fait nos affaires; que Mr Reiher connoist, par lequel il se pourra informer. Je suis avec passion Monsieur

Votre tres humbl. Servit.

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Couneau

`a Mr de Leibniz Voicy un petit extrait de La Clavis Sinica Manuscripta Menzelii afin que vous puissiez juger des progres qu’il fait dans cette langue[.] Ce bon homme languit et agonize presque.

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124. LEIBNIZ AN LE THOREL Hannover, 12./22. Mai 1699. [115. 260.]

¨ Uberlieferung: L

A

Auszug: LBr. 554 Bl. 20–21. 1 Bog. 8o. 15 Zeilen am unteren Blattrand von Bl. 21 vo. — Auf Bl. 20 u. 21 K von N. 115. — Teildr.: Grua, Textes, 1, 1948, S. 143 (= S. 192 Z. 3–6 unseres Textes). Abschrift von der Abfertigung: LBr. 349 (Hackmann) Bl. 139–140. 1 Bog. 4o. 3 1/4 S. von F. A. Hackmanns Hand.

1 Histoire: Die hier wohl angesprochenen Anecdotes du regne de Charles II, roi d’Angleterre hinterließ D. Larroque als Manuskript; sie wurden nicht gedruckt. 1 Chapuzeau: S. Chappuzeaus Dictionnaire historique, geographique, chronologique et philologique blieb unvollendet und erschien nicht. 7 mort de l’Empereur: vgl. zu diesem Ger¨ ucht auch I, 16 N. 299, N. 316 und N. 468. 9 homme: nicht identifiziert. 13 extrait: Ein handschriftlicher Auszug aus Chr. Mentzels nicht erschienener Clavis Sinica (Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Ms. Diez A Fol. 27) befindet sich in LBr. 641 Bl. 10. Zu N. 124: Die erste (nicht gefundene) Abfertigung unseres Briefes, der auf N. 115 antwortet, ging irrt¨ umlich an F. A. Hackmann, der A an Leibniz schickte (vgl. N. 17 u. N. 19).

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hLi Extrait de ma reponse

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Je crois que si on s’entendoit sur le pur amour il n’y auroit gueres de difficult´e. Le plaisir propre qu’on se propose dans le bien, bonheur et perfection d’autruy est de l’essence de l’amour. Et lors que nous aimons Dieu sur toutes choses nous mettons nostre plaisir principal dans sa gloire et dans la connoissance de ses perfections. Je seray oblig´e `a Mons. Boulduc de sa communication, et vous supplie de luy faire mes complimens. Il y a dans les memoires de l’Academie que M. Brand inventeur du phosphore est mort. Cependant je viens de recevoir une lettre de luy. Cela merite d’estre redress´e par occasion.

hAi Monsieur

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Nous n’avons pas pˆ u assez bien juger, si vostre voyage d’Allemagne va `a un lieu eloign´e, ou proche de nous. Je doute, que cette lettre Vous trouve encor, cependant je Vous ´ecris celle ` a tout hazard, tant pour Vous souhaiter un heureux voyage, que pour Vous dire, que Vous m’obligeri´es, si Vous me pouv´es apporter un petit livre, intitul´e D o u t e s d e M o n s i e u r B e r n i e r s u r l a P h i l o s o p h i e. Je n’ose point Vous charger d’autres livres, s¸cachant, combien cela doit incommoder un particulier, qui voyage. Madame l’Electrice n’est pas presentement icy. Elle est all´e[e] `a Brockhausen, qui est un lieu de Monseigneur le Duc de Zell, o` u Madame la Princesse d’OstFrise se trouvera aussi. Ainsi je ne s¸caurois Vous rien mander de la part de cette Princesse. Je vous remercie de ce que Vous av´es sond´e un peu sur la Communication de ce qui se passera ` a l’Academie, et j’en seray bien oblig´e `a Monsieur Boulduc, `a qui je Vous

¨ 3 amour: vgl. zu dieser Thematik I, 16 N. 317. 7 Boulduc: vgl. auch N. 115, Uberlieferung u. Erl. 8 memoires: W. Homberg, Mani` ere de faire le phosphore brˆ ulant de Kunkel, in: M ´ emoires de Mathematique et de Physique, 1692, S. 74–79 (zu Brand vgl. S. 75). 8 Brand: vgl. dazu H. Breger, Notiz zur Biographie des Phosphor-Entdeckers Henning Brand, in: Studia Leibnitiana, 19, 1987, S. 68 bis 73. 9 lettre: der letzte u ¨ berlieferte Brief Brands an Leibniz datiert vom 28. Oktober (7. November) 1698 (LBr. 107 Bl. 5; Druck u. a. bei Breger, a. a. O.). 12 voyage: nach Wien; vgl. N. 260. 15 livre: F. Bernier, Doutes sur quelques-uns des principaux chapitres de son Abr´ eg´ e de la philosophie de Gassendi, 1682. 20 Princesse: F¨ urstin Christine Charlotte v. Ostfriesland.

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supplie de faire mes Complimens, et de luy dire, qu’il y a une petite erreur de fait dans les Memoires de l’Academie, o` u l’on dit, que Mr Brand, inventeur du Phosphore est mort. Cependant il vient de m’´ecrire une lettre. Cela meritera d’´etre redress´e un jour par occasion. Au reste je Vous offre mes petits services dans les rencontres, o` u ils Vous pourront estre de quelque utilit´e, et je suis avec zele. Monsieur

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Vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Hannover 12/22 May P. S. Je crois, que si on s’entendoit sur le pur amour, il n’y auroit gueres de difficult´e. Le plaisir propre, qu’on se propose dans le bien, bonheur et perfection d’autruy est de l’essence de l’amour.

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125. SAMUEL CHAPPUZEAU AN LEIBNIZ Bruchhausen, 12. (22.) Mai 1699. [157.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 150 Bl. 60–61. 1 Bog. 4o. 2 S. — Auf Bl. 61 ro Fragment ” d’une lettre ´ ecrite depuis peu de jours en Hollande‘‘ von Chappuzeaus Hand.

Monsieur, La continuation des soins que vous prenez si genereusement en ma faveur, et dont vous me donnez de nouvelles marques par la derniere lettre que vous m’avez fait l’honneur de m’´ecrire du 6e du courant, m’oblige ` a vous continuer aussi mes tres humbles remercimens, et `a vous assurer que j’en auray toute la reconnoissance que je dois. Sur ce que vous me mandez de Monsieur Koch, j’ay crˆ u qu’il ne seroit peut ˆetre pas mal `a propos que je luy ´ecrivisse un mot de civilit´e, et je prens la libert´e, Monsieur, de vous adresser la lettre sous cachet volant, afin qu’elle ne luy soit rendu¨e, qu’au cas que vous le jugiez necessaire. J’y joins une demi douzaine de cahiers, o` u je traite de matieres assez curieuses, et d’une tout autre maniere qu’elles ne se trouvent dans Moreri; particulierement aux articles

Zu N. 125: K , wohl Beilage zu N. 15, antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 6. (16.) Mai 1699. Beilage war ein Brief Chappuzeaus an O. C. Coch (?) (vgl. Z. 21) mit den Z. 23 – S. 194 Z. 3 erw¨ ahnten Beilagen. 23 cahiers: Artikel f¨ ur sein geplantes und nicht erschienenes Dictionnaire historique, g´ eographique, chronologique et philologique.

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Civique, Classe, Claude (Jean)[,] Clefs de S. Pierre; `a ceux des Papes Clement VII. VIII. et IX.[,] `a l’Antipape Clement dit VII.[,] ` a Clement Jean dit le Coutelier, et `a Clement Marot. Quand mon dit Sieur Koch aura achev´e ce qu’il veut bien faire `a v´otre priere en ma faveur, vous m’obligerez, Monsieur, d’avoir la bont´e de retirer mes Manuscrits, avec un autre papier volant qui les accompagne, et la lettre de Mr Bayle, et de les remettre entre les mains de Monsieur de Montguibert, qui aura soin de me les renvoyer. J’ose ajoˆ uter au feuillet qui suit, la coppie de la fin d’une R´eponse que j’ay ˆet´e oblig´e de faire depuis peu de jours ` a une lettre que j’ay re¸cu ˆ¨e de Hollande, et qui donne de nouveau en peu de mots une id´ee de la grande difference de mon Ouvrage d’avec celuy de Moreri. Je vous demande pardon de me rendre si importun en vous d´erobant quelques momens, que vous employeriez plus utilement et plus agr´eablement ailleurs; mais je me persuade que vous avez quelque indulgence pour celuy qui est avec beaucoup de respect et de zele Monsieur

Votre tres humble et tres obe¨ıssant serviteur

Chappuzeau

`a Brukhausen 12e May 99. 15

Dans l’article IX. et dernier des Nouvelles de la Rep. des Lettres, on r´ejouit le public par l’esperance qu’on luy donne d’une Histoire de la Maison de Brunswic-Lunebourg, qui doit sortir de la plume de Monsieur de Leibniz, qui n’´epargne rien pour ramasser de bons materiaux.

1 ` a coux K, korr. Hrsg.

3 Koch . . . veut . . . faire: nicht ermittelt. 4 f. Manuscrits . . . papier . . . lettre: vgl. I, 16 ¨ N. 459. 7 coppie: Dieses Fragment‘‘ (vgl. Uberl.) eines Briefes von Chappuzeau an einen unbe” kannten Empf¨ anger (vielleicht P. Bayle?) enth¨ alt nochmals eine Darlegung der bereits mehrfach erw¨ ahnten Vorz¨ uge seines projektierten Lexikons gegen¨ uber Moreris Grand Dictionnaire historique. 15 Nouvelles . . . Lettres: Mai 1699, S. 597.

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126. FRANZ ANTON VON BUCHHAIM AN LEIBNIZ Wien, 23. Mai 1699. [121. 139.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LH I 10 Bl. 46–47. 1 Bog. 4o. 2 1/4 S. Eigh. Aufschrift. Siegel.

Ricevo in una volta due gentilissime di VS Illma l’una no 9 delli 13 di Gennaro l’altra no 13 delli 17 d’Aprile n´e mi posso imaginare, dove la prima s’`e tanto ritardata essendomi per`o capitata senza lesione del sigillo overo minimo sospetto di qualche frode, io intanto corrispondendo con altretanta secretezza, alla confidenza che ha compiacciuta farmi VS Illma, li prometto e giuro che di questo affare non si parler` a con anima vivente se non con chi trovar`o essere necessario per giungere all’intento, io ho fatto varie volte mentione della qualificatissima e degnissima persona di VS Illma a S. M.[,] al Conte Kaunitz e Mansfeld quali sono deputati per conferire meco del consaputo negotio anzi se stimato necessario (sii sotto questo o altro pretesto come ella giudicar` a aproposito) di chiamarla da parte dell’Augustissimo nostro, et aspettando di momento in momento la risolutione di Roma circa il nostro congresso, non si mancher` a darne parte a S. A. E. e con questa occasione farli conoscere che S. M. avrebbe a caro di parlare con VS Illma, ove ella avr` a poi campo di farsi conoscere a questi primi Ministri, et io non mancher` o far le mie parti, di servirla in tutto ci`o che mi sar` a possibile, et ella mi comander` a, il suo foglio sar`a riposto, nel pi` u remoto nascondiglio ch’io abbia, e restituito, ad ogni suo cenno, coll’ordinario venturo di Roma potr` o darle pi` u distinta informatione del nostro negotio, se per`o VS Illma circa l’affare suo confidatomi abbia a suggerire qualche cosa, la supplico di comandarmi e prevalersi della mia persona tutto consacrata al di lei impareggiabilissimo merito, il mio

6 s` e tanto ritardata K, korr. Hrsg.

Zu N. 126: K , wohl Beischluß zu N. 140, antwortet auf I, 16 N. 300 und N. 462 und wird zusammen mit N. 139 des vorliegenden Bandes beantwortet durch N. 166. 15 congresso: Buchhaims Reunionsgespr¨ ach mit Leibniz und G. W. Molanus Anfang September 1698 in Loccum. 17 primi Ministri: F. B. v. Harrach. 18 foglio: I, 16 N. 406.

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Theologo resuscitato da grave malattia, la riverisce humilmente et io con inchinarmi resto di tutto Cuore leale e sincero h...i Vienna li 23 di Maggio 1699

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A Monsieur Monsieur le Baron Leimbnitz Conseillier Intime de Son Altesse Electorale de Brunswick Hannover. franco. no 12.

127. LEIBNIZ AN — (?) Hannover, 14. (24.) Mai 1699.

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¨ Uberlieferung: L Konzept oder verworfene Abfertigung: LH XXXIX Bl. 27. 2o. 1 2/3 S. (Kriegsverlust; unsere Druckvorlage war eine f¨ ur die Akademie-Ausgabe angefertigte Transkription.)

Monsieur

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Puisque vous me demand´es mon sentiment sur un petit livre de Rhetorique imprim´e ` a Paris et qui se vend ` a Bruxelles, suivant le titre qui porte: E l o q u e n c e F r a n ¸c o i s e e n s e i g n ´e e ` a u n e d a m e d e q u a l i t ´e , e t a c c o m p a g n ´e e d e q u a n t i t ´e d e m o t s e t d e p e n s ´e e s i n g e n i e u s e s p a r M r. ∗ ∗ d e l ’ A c a d e m i e F r a n ¸c o i s e 1 6 9 9 p a g e s 2 0 9 ; Je vous diray, que je ne crois pas que l’auteur du livre soit de l’Academie Fran¸coise, et encor moins qu’il puisse estre de ceux qu’on appelloit Messieurs de Port royal, comme on a crˆ u. Car les livres de Port royal sont par tout d’un grand serieux, aulieu que nostre auteur affecte par tout de faire le galant; et Messieurs de l’Academie n’auroient garde `a mon avis de tomber dans des badineries, qui ont quelque chose de plat, et dont la pointe est emouss´ee. Il a voulu imiter les Entretiens de la pluralit´e des mondes o` u M. de Fontenelle a egay´e la matiere par quelques Apostrophes ` a sa Marquise, mais qui viennent tousjours bien `a propos, au lieu que nostre auteur n’a pas le talent d’y reussir. Je vous en marqueroy

1 Theologo: A. Streit; vgl. I, 16 N. 108 und N. 406. Zu N. 127: Der Adressat dieses St¨ uckes konnte nicht ermittelt werden. Templery, SV.

13 livre: vgl. J. Leven de

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quelques exemples. Il debute d’abord par dire pag. 2, que la Rhetorique n’a pas moins de fleurs qu’on en voit sur le visage de sa dame. En parlant (p. 27.) des discours incroyables, il luy dit: ils sont aussi eloign´es de la vraisamblance, que si l’on disoit que vous av´es de l’amour pour moy. Et p. 44. on vous accuse d’avoir fait des sermens, car je connois des malheureux qui disent que vous av´es jur´e leur perte. Et p. 161 Avou´es, Madonte, qu’il y a dans ce billet autant d’impertinences qu’on en puisse souhaitter si l’on peut faire des souhaits pour une m´echante chose. Et p. 87. Enfin, Madonte il y a beaucoup d’honneur a vous aimer, du plaisir point du tout. D’ailleurs un membre de l’Academie Fran¸coise ` n’auroit point parl´e de la sausse au verjus dans le chapitre des allusions, et n’auroit eu garde de mepriser l’illustre Bassa de Mdlle de Scuderi, dans le chapitre des descriptions. Et un auteur grave tel que ceux de port Royal n’auroit jamais rapport´e le Conte des oeuvres de Cujas qui se trouve p. 156. Il me semble aussi qu’il se pouvoit passer p. 26. et p. 131 de blamer quelques hyperboles de Mons. de Balzac, par ce qu’on voit bien qu’il ne les avoit employ´ees que pour rire en ´ecrivant `a M. de Bois Robert ou `a quelque autre ami. Et s’il a dit qu’un homme peut persuader avant que d’ouvrir la bouche, il n’y a pas tant d’hyperbole, que l’auteur paroist croire p. 27. En un mot Mons. de Balzac merite bien qu’on ne le critique pas legerement pour quelque pens´ee detach´ee qui pourroit sembler mauvaise quand elle est hors d’oeuvre, et qui fera peut estre un bel effect l` a o` u elle est enchass´ee. Je ne s¸cay si M. de S. Evremont a jamais dit ce que l’auteur luy attribue p. 81 qu’Aristote n’a pas compos´e ses ouvrages pour instruire les esprits, mais seulement pour les exercer et qu’il a fait comme ces poissons qui troublent l’eau de peur d’estre pris. Mais quand M. de S. Evremont l’auroit avanc´e en parlant peut estre de la physique ou metaphysique d’Aristote, on ne devroit pas le rapporter sans distinction dans un ouvrage de rhetorique estant certain que celle d’Aristote, est un ouvrage des plus beaux et des plus instructifs que l’antiquit´e nous ait laiss´es. Malgr´e tout ce que je viens [de] dire je ne laisse pas de trouver ce livre de l’Eloquence Fran¸coise fort beau et fort utile. Le dessein d’´eclaircir la rhetorique par des exemples choisis, et par des belles pens´ees, e[s]t tres bon et me paroist bien execut´e icy le plus souvent. De sorte qu’on en pourroit faire un bel ouvrage par le seul retranchement de

12 oeuvres: M. Menage raporte que Cujas, ce fameux Juriconsulte, avoit une fille tres jolie et ” tres coquete, qui cajol´ ee par un Ecolier de son pere, brisa contre cet ´ ecueil qui est si dangereux aux filles: Surquoy quelque plaisant disoit par allusion, que cet Ecolier avoit comment´ e les oeuvres de Cujas.‘‘ (a. a. O.) 22 physique: Aristoteles, . 23 metaphysique: Aristoteles, . 24 celle: Aristoteles, .

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quelques endroits, qui ne valent rien et qu’on pourroit soub¸conner de venir d’une autre main. Je suis avec Zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz

Hanover 14 May 1699.

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128. LEIBNIZ AN MARIE DE BRINON Hannover, 15. (25.) Mai 1699. [326.] ¨ Uberlieferung: l Abschrift der Abfertigung: LH I 19 Bl. 809–810. 1 Bog. 4o. 4 S. von Schreiberhand. Korrekturen, Anschrift, Unterschrift mit gestrichenem Datum Hanover 15 May ” 1699‘‘ von Leibniz’ Hand (Lil). — Gedr.: Grua, Textes, 1948, S. 208–210.

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Hannover 15 May 1699 L’honneur que j’ay, Madame, de vostre connaissance et commerce, m’est d’un si grand prix, que je souhaiterois de le pouvoir meriter et conserver par quelque chose de meilleur que ce que mes lettres peuvent fournir. Nostre admirable Reine continue d’estre heureuse. Dieu fasse que ce soit pour long temps, et que son bonheur se repande sur le general. En effect son mariage ne pouvoit estre fait dans une meilleure constellation que celle de la paix generale, o` u l’on pourroit appliquer ce mot VBIQVE PAX, qui se trouve sur une medaille de Gallienus ou Galliene, la quelle est maintenant le sujet d’une grande dispute entre les Antiquaires de France, o` u je ne prends gueres de part; non plus qu’` a celle, qui s’est ´em¨ ue entre les Genealogistes de Paris, s¸cavoir si un certain titre, en vertu du quel Messieurs de Bouillon pretendent de descendre en ligne droite masculine des Anciens Comtes d’Auvergne est vray ou suppos´e. Pour moy j’ay tousjours du panchant ` a croire les choses bonnes tant qu’on ne prouve point

Zu N. 128: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 302. 14 Reine: Wilhelmine Amalie, Gemahlin des R¨ omischen K¨ onigs Joseph. 17 medaille: Zur Beschreibung der Medaille vgl. ¨ ldi, Zur Kenntnis der Zeit der r¨ A. Alfo omischen Soldatenkaiser , in: Zeitschrift f¨ ur Numismatik , 38, 1928, S. 156–205, bes. S. 177 u. 183–187. 18 dispute: vgl. dazu neben P. Le Lorrain de Vallemont, Nouvelle explication d’une m´ edaille d’or , 1698, auch A. Gallands Besprechungen im J o u r n a l des S¸cavans vom 7. Juli 1698 und 31. August 1699. 19 celle: vgl. I, 16 N. 112. 20 pretendent: vgl. dazu N. 292.

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qu’elles sont mauvaises. Apropos de disputes: je suis bien aise que celle qui estoit entre M. de Meaux, et M. de Cambray, est vuid´ee, j’ay ´ecrit il y a deja long temps `a un ami qui me demandoit mon sentiment, que je n’estois pas trop en estat de juger du fonds de la chose, mais que j’aurois tousjours grande opinion de la Justesse de Monsieur de Meaux, et de la droiture de Mons. de Cambray. L’evenement paroist avoir verifi´e ma conjecture. Il semble que le plaisir entre essentiellement dans la n o t i o n d e l ’ a m o u r : en sorte que celuy qui aime veritablement d’un amour pur, met son plaisir dans le bien, bonheur, perfection, d’autruy. Ainsi le pur amour peut estre detach´e de nostre interest mercenaire, mais non pas de nostre bien. Et il est manifeste en Consequence de cette definition de l’amour, q u ’ a i m e r D i e u s u r t o u t e s c h o s e s d ’ u n a m o u r p u r o u d e b i e n v e u i l l a n c e est mettre son plaisir principal, c’est `a dire son b o n h e u r , dans le bien, bonheur[,] perfection ou gloire de Dieu. Vous av´es raison, Madame, de dire que la certitude du salut ne se trouve ny dans vostre religion, ny dans la nostre: Car on peut estre damn´e dans toutes les deux; Et Mad. l’Electrice dit fort bien, que ce n’est pas la religion (seule s’entend) qui nous sauve, mais la foy vive et accompagn´ee de la charit´e. Plusieurs mˆeme entre vos docteurs pretendent, qu’on est sauv´e par la charit´e quand on ignoreroit invinciblement les articles de la foy. Vous av´es raison aussi de dire, que vostre Eglise peut estre bonne, quoyqu’elle ait des enfans mauvais; pourveu qu’elle n’autorise pas elle mˆeme ce qui est mechant. Si elle le fait ou non, c’est un proc´es o` u je n’entre point: et comme j’ay dit cy dessus, j’ay tousjours du panchant d’excuser, de prendre en bonne part, et de regarder du bon cost´e tout ce qui en est susceptible. Je ne m’en repents point, quoyque par l` a j’aye deplˆ u le plus souvent de part et d’autre. Les nostres ont est´e fach´es, que je ne voyois pas l’Antichrist chez vous, et les vostres n’estoient pas contents que je defendois fort et ferme nostre parti contre l’imputation de l’heresie. En un mot je seray tousjours ravi, si vos Messieurs nous fournissent un moyen d’excuser vostre Eglise, et s’ils laissent une petite porte ouverte

6 entre erg. Lil

17 de foy l, korr. Hrsg.

1 celle: der Quietismusstreit. 2 M. de Meaux: J.-B. Bossuet. 2 M. de Cambray: F. de Salignac de La Mothe F´ enelon. 2 ´ ecrit: Gemeint ist wohl die Beilage f¨ ur C. Nicaise vom 9./19. August 1697 (gedr. Gerhardt, Philos. Schr ., 2, 1879, S. 576–580). 3 demandoit: vgl. Nicaises Brief an Leibniz vom 27. Juni 1697 (LBr. 685 Bl. 90–92; Druck in Reihe II). 13 dire: I, 16 N. 302. 15 dit: Kurf. Sophie an M. de Brinon vom 2. Januar 1699 (gedr. Foucher de Careil, Œuvres, 2, 1860, S. 227–229; 2. Aufl., 2, 1869, S. 231–233).

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pour la paix ou reunion, dont la posterit´e pourra profiter, si nostre temps n’est pas assez heureux pour cela. Il seroit bien raisonnable en effect, qu’on profitat du regne de deux Princes aussi grands et aussi sages que l’Empereur et le Roy, tous deux bien intentionn´es pour cela mˆeme. Et pour parler avec M. Pellisson, on ne voit `a quoy cela tient. La mort de cet excellent homme n’a pas est´e un des moindres empechemens. Pour moy j’ay deux maximes: l’une de mettre tout en oeuvre pour contribuer `a quelque bien; l’autre d’estre parfaitement content quand je ne reussis pas, estant persuad´e qu’en ce cas c’est pour le mieux, que Dieu ne le veut pas presentement. Je fais le mien tant qu’ il y a de l’esperance, et je suis content du sien quand il n’y en a plus. J’approuve l’Apologie que Mons. Arnaud a faite pour certains Catholiques d’Angleterre. Mais il a fait sagement de ne pas toucher `a d’autres, et sur tout de ne parler point de la conjuration des poudres, qui n’est que trop veritable, mais cela ne fait rien `a vostre Eglise. Madlle de Scudery m’a fait l’honneur de me faire s¸cavoir qu’elle pense `a faire donner un recueil de certaines po¨esies de feu Mons. Pellisson avec un abreg´e de sa vie. J’en suis ravi, cependant je luy ay ´ecrit, que je souhaitte qu’elle soit encor long temps en estat de fournir des memoires de la sienne propre. La Reine des Romains s’estant abbaiss´ee jusqu’`a faire un mot de reponse aux marques de mon zele, j’ay sujet de l’en remercier; et ce que vous av´es ´ecrit `a son sujet, fournira la meilleure et la plus agreable partie de ma lettre. Madame l’Electrice se trouve apresent `a quelques lieues d’icy `a une Maison de chasse de Monsgr le Duc de Zelle, o` u Madame la Princesse d’Ostfrise s’est trouv´ee aussi, mais

9 en erg. Lil

4 avec M. Pellisson: nicht ermittelt. 12 conjuration: vgl. auch den in den Erl. zu I, 16 N. 302 zitierten Brief der Kurf¨ urstin Sophie an M. de Brinon. 14 Scudery: vgl. I, 16 N. 363. 16 ´ ecrit: I, 16 N. 393. 18 reponse: Der letzte Brief von Wilhelmine Amalie datierte vom 6. Januar 1699 (I, 16 N. 40). 19 marques . . . zele: Leibniz’ Gedichte Dodecastichon ad Augustum Romanorum Regem Sponsum, 1698, und Dodecastichon cum designata Romanorum Regina esset filia Johannis Friderici quondam inclyti Ducis, 1698. 19 f. ´ ecrit . . . lettre: bezieht sich vor allem auf einen Brief von M. de Brinon an Sophie vom 18. Dezember 1698 (gedr. Foucher de Careil, Œuvres, 2, 1860, S. 212–215; 2. Aufl., 2, 1869, S. 216–219); vgl. auch I, 16 N. 248 u. N. 302. Ein entsprechender Brief von Leibniz an Wilhelmine Amalie ¨ wurde nicht gefunden, vgl. jedoch die Uberlieferung und die Erl. zu N. 144. 21 Maison de chasse: Jagdschloß Bruchhausen. 22 Princesse: die am selben Tage verstorbene Christine Charlotte von Ostfriesland; vgl. auch N. 135.

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qui est tomb´ee malade d’une Pleuresie. On croit que l’Electeur y viendra aussi, et mˆeme M. l’Eveque d’Osnabruc, car le lieu n’est pas fort eloign´e. On loue fort la piet´e de ce jeune Prince. Les Ecclesiastiques de quelques pays ont besoin d’un tel exemple et les Seculiers aussi. Vous en av´es un vivant des plus grands et des plus edifians dans Madame l’Abbesse de Maubuisson. Dieu prend soin d’opposer la vertu eclatante de quelques Personnes de cette elevation ` a la Corruption du Si`ecle, comme une espece de digue. Ainsi l’Eglise et le public se trouvent interess´es dans sa conservation et longue vie. Je la souhaiterois quand l’interest de son admirable soeur ne se trouveroit pas joint `a celuy du public. Je souhaite aussi que toutes les deux jouissent long temps d’une personne aussi pretieuse, que la vostre et Je suis avec zele Madame

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

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Leibniz

A Madame de Brinon religieuse ` a Maubuisson.

129. LEIBNIZ AN JOHANN THEODOR HEINSON Hannover, 15. (25.) Mai 1699. [120. 159.]

¨ Uberlieferung: L Konzept: Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Dep. 84 A Nr. 180 Bl. 229–230. 1 Bog. 4o. 4 S. Eigh. Anschrift. Mit mehreren Korrekturen und Erg¨ anzungen. — Gedr.: 1. Feder, Sophie, 1820, S. 205–208; 2. Klopp, Werke, 8, 1873, S. 129–132 (S. 203 Z. 19 f. du d´ etail ... donni´ es‘‘ fehlen). ”

A Monsieur Heinson Surintendant General et Conseiller Ecclesiastique de S. A. S. d’Ostfrise Aurich Monsieur

Hannover 15 May 1699

Vostre lettre ayant est´e rendue ` a Madame l’Electrice, cette Grande Princesse m’a ordonn´e de vous dire: que vous vous dev´es attacher plustost aux loix et coˆ utumes ´etablies

2 l’Eveque: Karl Joseph von Lothringen. Zu N. 129: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 120 und wird beantwortet durch N. 159. Unser Brief lag sous cachet volant‘‘ N. 16 an Kurf¨ urstin Sophie bei und wurde wohl von deren Se” kret¨ ar Gargan an Heinson weitergeschickt. 22 lettre: Heinsons Brief an Kurf¨ urstin Sophie vom 5. (15.) Mai 1699 (vgl. N. 120 Erl.). 23–202,3 ordonn´ e . . . Loccum: vgl. N. 10, N. 11 und auch N. 159.

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en Ostfrise, et ` a la practique raisonnable de vos predecesseurs, qu’`a ce qui pourroit estre en usage `a Hanover. Ainsi Mad. l’Electrice ne croit pas, que vous vous puissi´es rapporter `a Monsieur l’Abb´e de Loccum. C’est pourquoy chaque Prince estant Pape, ou si vous voul´es chef d’Eglise dans son pays S. A. E. juge que le meilleur parti que vous puissi´es prendre, en cas qu’il y ait quelque pietiste qui vous choque, sera de proposer vostre sentiment `a vostre Prince, mais d’une mani`ere pleine de respect et de moderation, et mˆeme, si cela se peut, en particulier, pour eviter toute sorte d’ i m p e g n o. Et apres cela si le Prince est content de la personne de question vous le dev´es estre aussi, ayant satisfait `a vostre conscience et au devoir de vostre charge. Lors que Madame l’Electrice me donnoit ces ordres, Elle n’avoit pas encor vˆ u Madame la Duchesse, ny s¸cu ˆ les circomstances du fait, non plus que le jugement de S. A. S. l` a dessus, qui vous doit servir de regle, tant cette Princesse est sage et eclair´ee, outre qu’elle a de la bont´e pour vous. Pour moy, je ne trouve pas qu’on puisse rien dire de plus solide que ce que S. A. E. vous fait dire. Il n’y a point de Canon de l’Eglise, ny decision de Concile qui soit plus infallible, que la regle qu’Elle vous donne pour vostre repos. N’estant pas ass´es instruit du fait, je ne s¸caurois entrer dans un plus grand detail. J’ay vˆ u ce que M. Brenneisen a fait touchant le droit des princes dans les matieres Ecclesiastiques, qui ne sont pas determin´ees par des loix superieures. Ce discours ne paroist pas venir d’un fanatique: et il semble qu’il est trop homme d’esprit pour donner dans les visions des Enthusiastes. Pour ce qui est des Assembl´ees de piet´e selon les uns, ou de pietisme selon les autres: il y a deux choses ` a considerer: L’une est si ces assemblees sont defendu¨es par vos ordonnances ou non. Si elles sont defendu¨es; Vous pouv´es, Monsieur, soliciter Monseigneur le Prince sous main, d’y tenir la main et de faire executer ces ordres. Mais si S. A. S. a des raisons pour fermer les yeux l` a dessus, puisqu’en effect ces assembl´ees en elles mˆemes n’ont rien de contraire ` a la loy de Dieu, vous pourr´es le dissimuler aussi. Par plus forte raison pourr´es vous dissimuler, si ces Assembl´ees ne sont point defendu¨es par vos ordonnances. L’autre chose, qu’on peut consid´erer icy est, s¸cavoir si dans ces assembl´ees on fait quelque chose d’impie ou d’illicite, car en ce cas il faudroit s’y opposer, quand mˆeme

7 toute de L, korr. Hrsg.

16 Brenneisen: Chr. Thomasius [Praes.], De jure principis circa adiaphora. [Resp.:] E. R. Brenneysen, 1695. 23 Prince: Christian Eberhard von Ostfriesland.

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les assembl´ees de devotion seroient permises en elles mˆemes. Mais comme on ne s’y peut opposer efficacement que par le bras seculier; vous voy´es bien, Monsieur, que c’est tousjours au Prince qu’il faut avoir recours. Et comme il y a des maux qu’on surmonte plus ais´ement par le repos, que par les remedes, vous voy´es, qu’il se peut que la prudence ordonne quelques fois au prince de dissimuler certains maux, de peur de les aigrir, ou de tomber dans des plus grands inconveniens. Les sectes (suppos´e que le Pietisme en soit une) sont de cette nature. Elles ressemblent `a un flambeau, qui s’allume d’avantage par l’agitation. Vous s¸cav´es ce beau vers d’Ovide: Vidi ego jactatas mota face crescere flammas, Et vidi nullo concutiente mori . Sans l’excommunication du Pape Leon X Luther ne seroit pas all´e si loin, et sans une mani`ere d’inquisition, dont on s’avisa ` a Leipzic, contre certains Maistres ´es arts qui attiroient du monde chez eux, on ne seroit point venu `a ce bruit qui se fait maintenant dans nos Eglises, sous pretexte de Pietisme. S’il estoit vray, comme vous dites, Monsieur, dans vostre lettre ` a Madame l’Electrice, que ce chancre s’est saisi chez vous des plus nobles parties de l’Estat; il ne seroit pas `a propos de le vouloir arracher par la violence. Car voudri´es vous conseiller au Prince de detruire les parties nobles de l’Estat[?] Mais j’espere ou que le mal ne sera pas all´e si avant, ou que le mal en luy mˆeme ne sera pas si grand. C’est tout ce que je puis dire sans estre instruit du detail. Si vous voul´es, Monsieur, que je vous serve, il faut que [vous] me donni´es des meilleures informations. Cependant je suis avec zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz.

7 ressemblement L, korr. Hrsg.

9 f. Vidi . . . mori: P. Ovidius Naso, Amores, 1, 2, 11–12. 12 inquisition: Leibniz meint wohl die Auseinandersetzungen der Jahre 1689–91 um die pietistischen Konventikel in Leipzig.

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130. LEIBNIZ AN LAURENS RANGO Hannover, 16. (26.) Mai 1699. [131.]

¨ Uberlieferung: L 5

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¨ Konzept: LBr. 756 Bl. 6. 4o. 2 S. Mit einigen Anderungen und Erg¨ anzungen sowie einer Randnotiz (vgl. Textnote zu S. 205 Z. 2). Eigh. von Leibniz der Datumsvermerk Hanover ” 16 Maij 1699‘‘ und die Anschrift A Monsieur Monsieur Laurent Rango JCte celebre Syndic ” de la Pomeranie ulterieure, et President du Scabinat ` a Colberg‘‘. verworfene Abfertigung: Ebd. Bl. 4–5. 1 Bog. 4o. 3 S. von Schreiberhand. Mit einigen ¨ Korrekturen und Anderungen von Leibniz’ Hand (Lil). Anschrift (oben auf Bl. 4 ro: An ” H. Laurentium Rango LandSyndicus und Praesident des Scabinats zu Colberg‘‘), letzter Teil der Schlußkurialie ( dienstverbundenster gehorsamster‘‘) und Unterschrift eigh. von ” Leibniz. (Unsere Druckvorlage.)

HochEdler, Vest und Hochgelahrter Insonders HochgeEhrter Herr und f¨ urnehmer G¨onner 15

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Weilen ich nicht gern ein leeres Schreiben abgehen laßen wollen, so habe meine schuldigkeit in etwas verschieben m¨ ußen, biß ich selbst eine Reise nacher Wolfenbuttel thun k¨onnen, umb alda wegen des geschlechts der Herren Rangoni, so eines der beruhmtesten in Italien, erkundigung einzuziehen, und Meinem Hochgeehrten Herren da von bericht zu erstatten. Welches hiemit schuldigster maßen verrichte, zu vor aber mich wegen des sch¨ohnen praesents der Pommerischen Histori h¨ ochlich bedancke, und diese sonderbare guthigkeit erwiedern zu k¨ onnen w¨ undsche. Ich sch¨ atze zumahl die Schrifften hoch, da man nicht nur, wie vor alters, aus den alten Monumenten und Documenten etwas nach seinem belieben nimt, und sich darauff beziehet, sondern dieselbige selbst darstellet, damit sie vom untergang behutet, dem leser zu selbst beliebigen Untersuchen und nachdenken auch ferneren entdeckungen offen stehen.

Zu N. 130: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 235. Beilage war N. 131. Die Datierung entnehmen wir L. 16 Reise: Der letzte Aufenthalt in Wolfenb¨ uttel (bzw. Braunschweig) vor unserem Brief datiert vom 21. April bis 7. Mai. 18 bericht: vgl. N. 131. 20 Histori: M. Rango, Origines Pomeranicae, 1684.

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Die arbeit eines gelehrten Mannes bey ihnen, darinn die adelichen Geschlechter beschrieben werden, ist auch sehr dienlich1. Weilen aber zu besorgen, daß dergleichen werck, wenn es gar zu groß, ohne beyh¨ ulffe schwehrlich einen Verleger finden werde, so w¨are zu w¨ undschen, daß wenigstens deßen Kern in druck gegeben, die alten Siegel und die neue wappen in Kupfer bracht auch allerhand sonderbare denckw¨ urdigkeiten beygefuget, das u ¨brige aber in dem vollst¨ andigen werck bey den Lands-Archiven wenigstens beybehalten w¨ urde. Herr D. Gerhard Meyer sehr gelehrter Theologus in Bremen hat sich auff mein anhalten an ein Glossarium Saxonicum gemacht, und bringet viel sch¨ one sachen zusammen. Es w¨ urde dazu unter anderen n¨ othig seyn, die Vocabula Provincialia oder Landwohrte hin und wieder zusamlen, welche nehmlich in gewißen Teutsch-Sachsischen Provincien gebrauchlich, nicht aber durchgehends angenommen seyn. Es ist nicht zu zweiffeln, daß auch Pommern viel der gleichen habe, Derowegen wan etwa ein liebhaber solche Worthe gesamlet h¨ atte, oder durch Meines Hochgeehrten Herren anregen noch samlen wolte, w¨ urde damit so wohl diesem gelehrten Mann, als dem gemeinen besten vor welches Er arbeitet, gedienet seyn. Es w¨ are aber guth, daß bey der Samlung die Jenigen worthe so wendischen ursprungs (dergleichen vermuthlich nicht wenig seyn werden) von den andern durch einig zeichen oder auff andere weise unterschieden w¨ urden. Solte sich etwas anhand geben, darinn Meinem Hochgeehrten H. ich dienen k¨ ondte, w¨ urde selbiges f¨ ur eine sonderbare Ehre sch¨atzen, und an meinem fleiß nichts erwinden laßen, der ich iederzeit verbleiben werde, Meines Hochgeehrten Herrn und f¨ urnehmen G¨onners dienstverbundenster gehorsamster

Gottfried Wilhelm Leibniz.

1

hIn L Randnotiz von L e i b n i z ’ Hand:i Abr. Elzovii Speculum Nobilitatis Polonicae et Principatus Rugiae expectatur[,] Hartknochorius Pomm. § 20 18 zeichen anderwerts l, ¨ andert Lil

1 Mannes: A. Elzow; vgl. I, 16 N. 235. 9 Glossarium: nicht erschienen. 25 Hartknochorius: Chr. Hartknoch, Respublica Polonica duobus libris illustrata. His adjecta est dissertatio historica De originibus Pomeranicis, 1678; 2. Aufl. 1687, S. 1025.

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N. 132

¨ LAURENS RANGO 131. LEIBNIZ FUR Schriften und Erw¨ ahnungen von Mitgliedern der Familie Rango in der Bibliotheca Augusta. Beilage zu N. 130. [130.]

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¨ Uberlieferung: l Konzept: LBr. 756 Bl. 7. 4o. 1 S. quer beschrieben von J. Th. Reinerdings Hand. Mit einer Erg¨ anzung von Leibniz’ Hand (Lil).

1.) Werbung die Bapst Clemens VII. ao 1533. an Churf. Joh. Frid. zu Sachsen, eines Concilii halber, zu Weymar, durch seinen Abgesandten, neben Keyserl. Maj. Oratore, hat bringen laßen. mit dießer verteutschten Unterschrifft. Hugo Rangon Graffe, Bischoff zu Reß und F¨ urst, auch B¨apstlicher Nuntius. ist enthalten im Hortleder vom Teutschen Kriege, Libro I. cap. 15. 2). Illustrium Urbis et Imperii Conditorum Romuli et C. J. Caesaris Vitae, Autore M. Conrado Tiburtio Rangone, Colberga-Pomerano. Frf. ad Od. 1661. in 4to. 3). Lettere scritte a Pietro Aretino, da Claudio Rangone, Guido Rangone, Lodovico Rangone, et Ginevra Rangona de Gonzaga, in 8o. 1552.

¨ 132. FRIEDRICH SIMON LOFFLER AN LEIBNIZ Leipzig, 16. (26.) Mai 1699. [229.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 571 Bl. 128. 4o. 2 S. — Links oben auf Bl. 188 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp‘‘. ”

8 verteutschten erg. Lil

Zu N. 131: l diente Leibniz wohl als Grundlage, um die Anfrage L. Rangos in I, 16 N. 235 bez¨ uglich der Schriften und Nachrichten von Mitgliedern seiner Familie in der Wolfenb¨ utteler Bibliothek zu beantworten. In welcher Form Leibniz dieser Bitte in der nicht gefundenen Abfertigung nachkam, bleibt unklar. 13 Lettere: Gemeint ist hier der zweite Band dieses Werks; vgl. L e t t e r e , SV. Zu N. 132: K antwortet, wie aus S. 207 Z. 3 u. S. 207 Z. 17 f. hervorgeht, auf einen nicht gefundenen ¨ Leibnizbrief und wird durch einen solchen von Ende Juli 1699 beantwortet (vgl. die Uberlieferung u. N. 229).

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Avuncule observanter colende

Quae Vestra Illustris Excellentia in proximis literis a me curanda esse significavit, ea omni dexteritate peregi et non tantum literas inclusas tabellario Martisburgensi ad Dn. Hoflerum perferendas tradidi, sed etiam Dn. Foersterum de exemplis Codicis Diplomatici recensendis monui, qui suam inserviendi promptitudinem libenter hac in re se testaturum esse promisit, ut nullius dubitem quin et exemplaria integra collectione instituta in fasces singulares collegerit, et cum Gleditschio, qui extra nundinas suarum rerum curam gerit, de iisdem locutus sit. Conditio quam Bibliopola in vendenda nova Historiae Concilii Tridentini editione constituerat, concernebat pretium 6. grossorum, quo iis vendetur, qui ante primum Martii diem illud solvissent, sed conditio illa opere absoluto expiravit et ipse promissis non stetit, dum ab illis quibuscum inierat pactum, adhuc tres petierit grossos; jam vero ille liber duobus thaleris venditur. Quos novos his nundinis Lipsiae vidimus libros praeter nundinalem catalogum et hi Vestram Excellentiam docebunt. Inter praecipuos fuerunt Natalis Alexandri Opera conjunctim excussa, Clerici Harmonia Evangeliorum et Catalogus Mstorum Angliae quae cum in publicis tum in privatis ejus regni bibliothecis habentur, quem possidet Ittigius, apud quem etiam nuper recentissimam Athanasii editionem vidi. Caeterum quae de promotione mea in patria Vestra Excellentia praedicit, ea divinae comitto providentiae, jam enim adhuc ignoratur, quibus munera Ecclesiastica sint demandanda; Deum vero maximum summopere rogo atque invoco ut Vram Magnif. in omni prosperitate conservet, qui sum Vestrae Illustris Excellentiae

humillimus cliens

Fr. Sim. Loefler

Lips. d. 16. Maj. A. 1699.

3 f. literas . . . perferendas: nicht ermittelt. 4 f. Codicis Diplomatici: Leibniz, Cod. jur. gent. dipl., 1693. 8–12 Conditio . . . venditur: vgl. I, 16 N. 296. 8 Bibliopola: M. T. Heybey. 8 f. nova . . . editione: P. Sarpi, Historia Concilii Tridentini libris octo exposita, SV. 13 nundinalem catalogum: C a t a l o g u s universalis, sive Designatio omnium librorum, qui hisce Nundinis Vernalibus Francofurtensibus et Lipsiensibus ... prodierunt, 1699. 14 Natalis Alexandri . . . excussa: N. Alexandre, Historia ecclesiastica, 1699; vgl. I, 16 N. 449 Erl. 15 Clerici Harmonia Evangeliorum: J. Leclerc, Harmonia evangelica, 1699. 15 Catalogus . . . Angliae: E. Bernard [Hrsg.], Catalogi librorum manuscriptorum Angliae et Hiberniae, 1697; vgl. I, 16 N. 296 Erl. 16 quem possidet Ittigius: zum Exemplar von Thomas Ittig vgl. I, 16 N. 296 Erl. 16 f. apud quem . . . vidi: Die Ausgabe erscheint im Auktionskatalog der Ittigschen Bibliothek, vgl. Th. Ittig, Bibliotheca Ittigiana, 1711, prior pars, S. 57, Nr. 131–133. 17 recentissimam Athanasii editionem: Athanasios, ϑ , 1698.

>A anaÓou t€ eÍri ìmena pˆnta

ToÜ ân gÐois paträs ™mÀn

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N. 133

133. LEIBNIZ AN JOHANN ANDREAS SCHMIDT [Hannover, Ende Mai 1699]. [134.] ¨ Uberlieferung: L Auszug aus der nicht gefundenen Abfertigung: LBr. 818 Bl. 136–137. 1 Bog. 4o. 1 S. — Auf Bl. 136–137 ro K von I, 16 N. 469.

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Ex responsione: Cursus Mathematicus novus sive Germanica sive Latina lingua conscribendus digna res est de qua deliberemus. In eo qui planus sit, putem non tantum jungi debere instrumenta vel machinas cum praxibus; sed etiam quantum satis sit ad rationes intelligendas. An, ergo non tantum objecto, quam gradu et mole dari possent differentes? Nempe 1o. E n c h i r i d i u m , quod facillime posset circumferri duodecima quam vocant vel ad summum octava forma, in quo regulae practicae et quicquid ad usum facit, memoriae causa consignarentur demonstrationibus omissis. Hic libellus non tironibus tantum sed et provectis in praxi versantibus esset utilis. Nam etsi tantos progressus fecissent, ut per se possent invenire regulas, tamen quia indagatio illa tempore et meditationibus opus habet mavolent eas consignatas habere. Huic Enchiridio possent inseri Tabulae quaedam utiliores, nec facile computo supplebiles. 2o. C u r s u s M a t h e m a t i c u s Minor uno in quarta forma volumine comprehendendus deberet explicare causas fontesque inventionum, et practicis ita conjungere rationes, ut ingenio, judicio et industria praeditus facile progredi ulterius possit. Denique 3o. C u r s u s M a t h e m a t i c u s Major aliquot in folio voluminibus quicquid pulchri ubique extat complexu suo comprehenderet. Huic posset adjungi 4o. Volumen Tractatuum Mathematicorum continens complures Tractatus egregios sed fugientes aut in paucorum manibus versantes. Ex iis quae dedit optimus Weigelius noster p. m. non agnosco ipsi notam fuisse satis rationem qua veteres ad inventa sua pervenere. Cui magnum accedit indicium quod nihil

Zu N. 133: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 469 und wird beantwortet durch N. 134. F¨ ur die Datierung kommt der gesamte Zeitraum zwischen diesen beiden Briefen in Frage; die Tatsache jedoch, daß Schmidt in seiner Antwort nur kurz auf unseren Brief eingeht und eine ausf¨ uhrlichere Er¨ orterung auf die Zeit nach seiner R¨ uckkehr aus Jena verschiebt, macht eine Abfassung Ende Mai kurz vor N. 134 wahrscheinlich. 24 quae dedit: Vermutlich denkt Leibniz hier u. a. an E. Weigel, Idea Matheseos universae cum speciminibus inventionum mathematicarum, 1669.

N. 134

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alicujus momenti addidit, cum tamen fontes noscentibus id sit facillimum. Prima propositio Euclidis nimis facilis est et obvia ut in exemplum proponi vix mereatur. Longe artificiosior est altera illa qua modum ostendit ad datum punctum ponere aequalem rectam rectae datae; non transferendo circino, sed sola illa adhibendo postulata quae praemiserat. Haec si cui facienda proponas non ostensa methodo Euclidis, fortasse haerebit nonnihil. Caeterum ex quatuor illis partibus investigationis quam meministi, sufficit habere primam Inventionem scilicet analyticam quaesiti, inde enim facile caeterae ducuntur. Analyticam intelligo non tantum in Calculo literali, sed et in figuris.

134. JOHANN ANDREAS SCHMIDT AN LEIBNIZ Helmstedt, 18. (28.) Mai 1699. [133. 136.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 818 Bl. 142. 4o. 1 S. — Auf Bl. 142 vo L2 von N. 136.

Vir Excellentissime Rem mihi longe gratissimam in literis Tuis legi, quando Tuas de cursibus mathematicis meditationes meis qualibuscunque conformes esse deprehendi. Redux factus ab itinere Jenensi, quod proximo Lunae die suscipiendum erit, nisi grave fuerit, ulteriorem ea de re collationem Tecum instituam. Interea si quid Jenae vel in vicinia a me expeditum vis, ut proximo Saturni die id mihi significes rogo. Natalis opera Lipsiae etiam fuisse visa et in folio VIII voluminibus et in 8o forma. Itali pictoris delineationem hucusque cum Wagnero expectavi, ut eo melius dijudicare

1 f. Prima propositio: Euklid, Elementa, I, 1. 3 altera: ebd., I, 2. Zu N. 134: K antwortet auf N. 133 und wird beantwortet durch N. 136. 17 proximo Saturni die: 30. Mai. 18 Natalis opera: N. Alexandre, Historia ecclesiastica Veteris Novique Testamenti, 1699. 19 Itali pictoris delineationem: bezieht sich auf die noch ausstehenden Kupferstiche f¨ ur den Gedenkband zu Ehren des verstorbenen Kurf¨ ursten Ernst August M o n u m e n t u m Gloriae Ernesti Augusti (SV.), f¨ ur die Tomaso Giusti Entw¨ urfe anfertigte; vgl. auch N. 136. 19 Wagnero: R. Chr. Wagner.

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possemus quae structuris et loco in eadem convenirent. Anxie licet de Felleri transitu et aliis quaesiverim, nihil tamen percipere potui. Vale et fave Excellentissimi Nominis

Tui cultori

J. A. Schmidt

Helmst d. 18 Maii 1699. 5

Hucusque impressa typis Wagnero ad Te perferenda tradam.

135. LEIBNIZ AN JAMES CRESSETT Hannover, 19. (29.) Mai 1699. [117. 160.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 183 Bl. 67. 8o. 2 S. Mit einigen Streichungen und Korrekturen. Eigh. Anschrift. — Auf Bl. 67 vo quer ein Textfragment von Leibniz’ Hand: La raison ” qui m’oblige de supplier maintenant Vostre Excellence‘‘.

A Monsieur Cresset Envoy´e du Roy de la Grande Bretagne Hambourg Monsieur

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Hanover 19 May 1699

Je viens d’apprendre par des gentilshommes venus de Wolfenbutel que Mgr le Duc Antoine y est attendu aujourdhuy de retour de son voyage o` u je ne comprends rien, car je ne voy pas quelle grande affaire il ait pˆ u avoir `a la Haye; puisqu’il me semble qu’il n’a pas besoin de Monsieur de Bonrepos pour communiquer avec la Cour de France. Il m’a fait l’honneur de m’´ecrire, que si Monsieur d’Opdam passoit icy, je luy fisse un compliment de sa part, en marquant que S. A. S. esperoit estre de retour assez `a temps pour jouir de sa presence ` a Salzdahlem. C’est ce que j’ay execut´e, et Mons. d’Obdam part demain d’icy pour aller ` a Brockhausen, trouver Monsgr le Duc de Zell, et de l`a il ira `a Wolfenbutel. Mad. la Princesse d’Ostfrise arrivant `a Brockhausen, et descendant du carosse, tomba evanouie, on la porta au lit, et on luy trouva une pleuresie avec une grosse fievre,

5 impressa typis: nicht identifiziert; es handelte sich wohl um Teile des o. a. Gedenkbandes. Zu N. 135: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 117. 14 voyage: vgl. N. 7. 17 m’´ ecrire: N. 7. 17 Opdam: J. van Wassenaer, heer van Obdam. 20 Brockhausen: Bruchhausen.

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qui l’a emport´ee bien viste. Mad. l’Electrice en est fort touch´ee, car elle l’aimoit et elles s’ecrivoient souvent. Ce triste accident fait que Mad. l’Electrice qui n’avoit voulu revenir qu’immediatement avant les festes, reviendra deja lundi. Vous av´es grande raison, Monsieur de remarquer combien le zele du parti de Rome est ardent, en comparaison de nostre froideur. Il semble qu’il y a de la fatalit´e. Cependant cela ne doit pas nous rebuter, car on ne s¸cait pas encor ce qui est conclu l` a haut. Dieu aide ceux qui s’aident. Ma maxime est de faire le mien, tant qu’il y a de l’esperance, et d’estre content du sien quand il n’y en a plus. Nous verrons cependant ce que dira Mons. de Salisbury. Je suis avec zele Monsieur

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136. LEIBNIZ AN JOHANN ANDREAS SCHMIDT Hannover, 19. (29.) Mai 1699. [134. 150.] ¨ Uberlieferung: L1 Abfertigung: Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Ms. Lat. qu. 551 Bl. 64–65. 1 Bog. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Postverm. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr.: Veesenmeyer, Epistolae, 1788, S. 79–81. L2 Teilabschrift von L1: LBr. 818 Bl. 142. 4o. 1 S. auf Bl. 142 vo (leicht ver¨ anderte Fassung ohne das PS. von L1). — Auf Bl. 142 ro K von N. 134.

Vir Maxime Reverende et Celeberrime

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Fautor Honoratissime

Iter Jenense felix faustumque precor, atque imprimis rogo, quod jam petieram, ut curiose indagare velis reliquias ingenii Weigeliani; ne inventa ejus consiliaque etiam imper-

6 haut. | Tout est journalier icy bas, jusqv’` a erg. u. gestr. | (1 ) Multos alterna revisens Lusit et in soli bricht ab (2 ) Ma maxime est (3 ) Ma Maxime est, Dieu fait tout pour le mieux mais cependant (4 ) Dieu L

1 emport´ ee . . . viste: Christine Charlotte v. Ostfriesland starb am 25. Mai. Vgl. N. 20. 3 festes: Pfingsten fiel auf den 28. Mai (7. Juni). 3 lundi: 1. Juni 1699. 22 f. Multos . . . in soli: P. Vergilius Maro, Aeneis, 11, 426 f. 8 f. Mons. de Salisbury: G. Burnet. Zu N. 136: L1 antwortet auf N. 134 und wird beantwortet durch N. 150. 20 jam petieram: I, 16 N. 458.

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fecta licet et immatura pereant. Magni semper in eo feci voluntatem consulendi publico bono, etsi vir optimus non semper optimas ingressus sit vias. Sed et quousque producta fuerint consilia ejus in Collegio Mathematicorum Caesarea autoritate instituendo, et quinam socias cum ipso operas contulerint, et quo denique omnia nunc sint loco, quidve inde porro speretur, haec quam distinctissime sciri e re putem. Pro Frontispicio Exequiali nondum quicquam ab Italo pictore delineatum est. Venit mihi in mentem posse arcui praestrui peristylii genus quod Itali vocant Columnatam, qualis Romae visitur ante aedem Vaticanam; finge AB esse basin arcus triumphalis, circulos vero esse bas[es] columnarum. His columnis ad exemplum Trajanae insculpi poterunt quae videbuntur, praeter ea quae in ipso arcu. Spatium cd apertum vacuumque manebit. nisi illic collocare placeat minorem arcum. Dispiciendum jam de imaginum forma et distributione. Natalis Alexandri opera huc sunt allata in folio, ut vocant. Dn. Wedelium insignem virum ut a me officiose salutes rogo. Video illum jam scribere . Sed vereor ne plerique nobis illuserint, qui Adepti censentur. Ego certe non uni larvam detraxi. Vale et fave. Dabam Hanoverae 19 Maji 1699

qhmikwtèrws

deditissimus 20

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G. G. Leibnitius

P. S. Si Jena scribere aliquid ad me operae pretium putes, plurimum me obstringes. Interea fac quaeso ut sciam qua ratione curandae sint literae si quid ipse ad Te dare velim. A Monsieur Monsieur Schmidt Abb´e de Marienthal Docteur en Theologie et Professeur celebre Helmstadt franco

18 Hanoverae (1 ) 18 (2 ) 19 Maji L1

6 Frontispicio: f¨ ur den Gedenkband zu Ehren des verstorbenen Kurf¨ ursten Ernst August M o n u m e n t u m Gloriae Ernesti Augusti (SV.). 6 pictore: Tomaso Giusti; vgl. auch I, 16 N. 80. 15 opera: vgl. N. Alexandre, Historia ecclesiastica Veteris Novique Testamenti, 1699.

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137. LEIBNIZ AN LOUIS BOURGEOIS DU CHASTENET Hannover, 20./30. Mai 1699. ¨ ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 218 Bl. 3. 8o. 2 S. Mit Anderungen. Eigh. Anschrift.

A Monsieur Chastenet avocat en Parlement ` a Francfort am Meyn chez M. Lersner pr`es le Rossmark

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Vir Egregie Literas tuas doctas et elegantes et plenas humanitatis Lipsia longo circuitu et lato post exitum demum nundinarum et ut verbo dicam nudius tertius accessit, cum facile et promte huc recta Francofurto proficisci potuissent. Itaque vereor ut Te inveniant istae meae, per quas respondere quantum possum festino: facilis jactura literarum, si irritae mittantur; sed magno fructu meo si in tempore perlatae prima benevolentiae Tuae specimina, mihi propius firment. Non jam amplius irascor Burcardo, quod nonnullorum imperitorum hominum in me odia concitavit, id enim quicquid est criminis Te uno conciliato delevit. Non videris accepisse quicquam de Codice juris Gentium diplomatico a me edito, vel de Accessionibus Historicis cum alia inedita, tum Alberici trium fontium Monachi Chronica complexis. alioqui, opinor non solius Burcardi mei meminisses. Bellum fecit, ut nihil fere horum hactenus in Galliam penetrarit. Codice diplomatico continentur multae Tabulae rerum publice gestarum, foedera[,] Testamenta, Sententiae Arbitrales, Descriptiones solemnes aliaque Acta selecta ad res variarum gentium, et in illis Gallicas quoque spectantia, pleraque ante inedita. Hujus exempla Bibliopola in Galliam missurus libenter alios ex Gallia reciperet libros quanquam ego ipse parata secunda [occasione] redemturus sim

22–214,1 quanquam . . . praebeat am Rande erg. L

Zu N. 137: Die Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 445. Damit bricht die Korrespondenz ab. 8 nundinarum: die Leipziger Fr¨ uhjahrsmesse. 13 Burcardo: Gemeint sind die Ausz¨ uge aus J. Burchards Tagebuch, die Leibniz 1696 u. d. Tit. Specimen historiae arcanae und wiederum unver¨ andert 1697 u. d. Tit. Historia arcana sive de vita Alexandri VI Papae ver¨ offentlicht hatte. 13 f. quod . . . concitavit: Als einziges Werk von Leibniz wurde die Historia arcana auf den Index librorum prohibitorum gesetzt; vgl. F. H. Reusch, Der Index der verbotenen B¨ ucher. Ein Beitrag zur Kirchen- und Literaturgeschichte, Bd 2. 1, Bonn 1885, S. 157. 21 Bibliopola: S. Ammon.

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multo plures, si quis Bibliopolarum vestrorum se aequum praebeat. Erunt Francofurti, qui opus Tibi monstrare poterunt, si non Bibliopolae, certe eruditi, qualis celeberrimus Ludolphus. Hiatus in Burcardo non ex Msi antiquitate sed ex eo venere, quod excerpta tantum habui, non opus integrum. Interea tamen gratissima mihi compositio erit lymphae, qua literae fugientes revocari possint. Ni fallor solutio Gallarum aliquid praestat. Prudentissime dicta sunt quae habes de tuenda etiam inter dissidentes moderatione, recteque judicasti eandem mihi mentem esse. Utilem fore unius praesidis directionem in universali Ecclesia negari non debet, et dudum professi sunt viri praeclari et pacis amantes inter nostros, pontificis Romani autoritatem agnosci posse si modo illa tolerabiliter utatur. Varillasium Tibi avunculum fuisse libenter intelligo. Fuit in illo viro magna vis ingenii nec minor elegantia in dicendo. Passim festinatione et memoria lapsum, atque etiam ingenio saepe indulsisse negari non potest, puto tamen multa ipsi Historiam semper debituram. Et fortasse supersunt adhuc, posthuma ejus edi digna, quod nemo Te melius novit. Quod Linguae Germanicae studium, Tibi ille dissuasit non miror, nam nimis ea dissidet a vestra. Unde vobis difficilis est, nec nisi eis in Gallia magnopere prodesse potest, qui Origines rerum et verborum indagant, fontes enim plerarumque rerum Europaearum (si a Romanis abeas) apud Germanos quaeri debere non dubium puto. Si quid imposterum jubebis, poteris literas mihi destinatas Francofurti committere cursori publico, hoc tantum inscripto: A Leibniz Conseiller d’Estat de S. A. E. ` a Hanover . Vale et fave. Dabam Hanoverae 20/30 Maji 1699. Deditissimus

Godefridus Guilielmus Leibnitius.

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138. LEIBNIZ AN JOHANN FRIEDRICH PFEFFINGER [Hannover, Mai 1699]. [143.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 725 Bl. 29–30. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit einigen, auf Bl. 30 vo zahlreichen Streichungen und Erg¨ anzungen.

Monsieur Je vous dois des grands remercimens de vostre Vitriarius enrichi, n o t i s d o c t i s , J u p i t e r , e t l a b o r i o s i s. On auroit grand tort, si l’on n’estimoit pas vostre s¸cavoir diffus. Et je suis fach´e qu’au lieu de vous attacher ` a un tel auteur, vous n’av´es pas fait plus tost un ouvrage dont l’honneur vous eˆ ut appartenu entierement. Mais cela marque que vostre modestie ne cede pas ` a la doctrine. Vos recherches d’Histoire me paroissent encor fort belles. J’ay crˆ u que les Peres Henschenius et Papebroch sont trop habiles et trop sinceres pour soˆ utenir le combat de S. Pierre avec le Magicien, et les lettres attribu´ees `a S. Jerome et au Pape Damase. Il me semble que j’ay copi´e moy mˆeme d’un Ms de Cuspinianus qui est `a la Bibliotheque de l’Empereur le premier Catalogue des Papes que ces Peres ont publi´e. Il y a un savant refugi´e nomm´e Mons. Des Vignolles, `a qui j’ay envoy´e ces choses avec quelques autres pour les joindre ` a une nouvelle Edition de Martinus Polonus, et avec

Zu N. 138: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 420 und I, 16 N. 452 und wird beantwortet durch N. 143, woraus sich der Terminus ante quem ergibt. Der urspr¨ unglich als PS. gedachte Text auf Bl. 30 vo ging wahrscheinlich nicht in die Abfertigung ein. Diese Annahme wird gest¨ utzt durch die gestrichenen PS.-Vermerke (vgl. Varianten) und durch I, 16 N. 471 an O. H. Becker, wo Leibniz eine inhaltlich ¨ ahnliche Passage f¨ ur die Abfertigung ausklammerte. Dieser Text war aber Grundlage f¨ ur das wohl in die Abfertigung eingegangene PS. auf Bl. 30 ro quer zum Haupttext. Aus N. 143 geht hervor, daß Leibniz vergaß, die S. 216 Z. 21 erw¨ ahnte Zeichnung (I, 16 N. 85) unserem Brief beizulegen. 6 Vitriarius: Ph. R. Vitriarius, Vitriarius illustratus, T. 2, 1699. 7 d o c t i s . . . l a b o r i o s i s : Q. Valerius Catullus, Carmina, 1, 7. 13 soˆ utenir: vgl. I, 16 N. 420. 15 f. j’ay copi´ e . . . Papes: W¨ ahrend ¨ seines Aufenthaltes in der Kaiserstadt 1688–1689 ließ Leibniz aus dem Codex Wien Osterreichische Nationalbibl., Cod. 3416 (aus dem Besitz von J. Cuspinian, vgl. H. Ankwicz von Kleehoven, Documenta Cuspiniana, in: Archiv f¨ ur ¨ osterreichische Geschichte 121, 3. Heft, 1955, S. 123, Nr. 43) Ausz¨ uge anfertigen, darunter den sog. liberianischen Papstkatalog (LH VII Bl. 20–21, entspricht in der Vorlage Bl. 44b–46a), vgl. I, 5 N. 198 u. Erl. 17 j’ay envoy´ e: vgl. I, 13 N. 152 u. Erl. 18 Martinus: Martin von Troppau, Chronica pontificum et imperatorum.

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un livre intitul´e Flores Temporum, cit´e souvent par les defenseurs de la Papesse Jeanne, dont j’ay eu un exemplaire Ms. Mais il tarde beaucoup `a donner ces choses au public. Ce devroit estre: v o l u m e n s c r i p t o r u m r e s t i t u t o r u m , qui avoient d´eja paru en quelque fa¸con, mais qu’on donneroit en meilleur estat. J’ay voulu qu’on y joignit aussi un Catalogue des Papes tir´e ex P o m a r i o R i c o b a l d i i n e d i t o. J’ay vˆ u le Bileam depech´e de Monsieur Sturm, et la reponse de Mons. Hanneman. Mais si je disois de les avoir lˆ us, je ne dirois pas la verit´e. Il me semble qu’on pourroit decider icy comme l’Empereur Claudius dans les vers satyriques de Seneque: una tantum parte audita immo et neutra Car l’Astrologie judiciaire, et tout le reste de l’attirail des arts divinatoires, n’est sans doute qu’un jeu d’esprit, ou qu’une tromperie. La physiognomie, qui n’est pas entierement ` a mepriser n’est pas tant une divination du futur, qu’une observation des dispositions presentes qui se trouvent jointes `a certaines marques. Bien qu’il faille avouer aussi, que la physiognomie nous abuse bien souvent, et un poete fran¸cois a eu raison de dire: un grand trompeur est le visage. Je vous remercie, Monsieur, de vostre representation de vos parhelies du 7me Avril. Apparemment vostre premiere figure, que vous dites avoir est´e vˆ ue d`es les cinq heures du matin, n’a est´e vˆ ue au commencement qu’en partie, le soleil n’estant pas encor lev´e alors. Voicy ce qu’on a vˆ u icy le meme jour et le meme temps assez different de vostre spectacle, de sorte qu’il faut que nostre air ait est´e dispos´e d’une maniere approchante, mais pourtant differente de celle du vostre. Av´es vous vˆ u, Monsieur, vos Parelies vous mˆeme, ou est ce par raport? Ce que je vous envoye a est´e trac´e par un de mes amis, `a l’oeil. Il faut que cette temperature de l’air se soit ´etend¨ ue bien loin `a l’egard des temps 25 ce soit L, korr. Hrsg. 1 f. Flores . . . Ms.: Von den F l o r e s temporum (vgl. I, 12 N. 295, S. 454 u. ebd. N. 348, S. 539) ist in Hannover nur eine in Leibniz’ Auftrag angefertigte Abschrift vorhanden: Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XIII 757a, 4; sie diente als Vorlage f¨ ur den Druck bei J. G. Eckhart, Corpus historicum medii aevi, T. 1, 1723, Sp. 1551–1640; vgl. dort Sp. 1609 die Erz¨ ahlung von der P¨ apstin Johanna. 5 Catalogue: vgl. Ricobaldo da Ferrara, Pomerium, in: J. G. Eckhart, a. a. O., Sp. 1189–1221. 6 Bileam: L. Chr. Sturm, Bileams Abfertigung oder Gr¨ undliche Wiederlegung der Astrologie, 1699. 6 reponse: J. L. Hannemann, Verth¨ adigung der Astrologie, 1699. 9 f. una . . . neutra: vgl. L. Annaeus Seneca, Apocolocyntosis, 12, 3. 17 un . . . visage: nicht ermittelt. 18 representation: I, 16 N. 453. 24 un . . . amis: M. Raisson.

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et des lieux; puisqu’on a vˆ u aussi trois soleils dans le pays de Meclenbourg environ au mˆeme temps, et que j’ay trouv´e dans la gazette de Hambourg article de Moselstrohm 25 Avril 1699, que le jour de Paques et lundi apres qui est le deuxi`eme jour de cette feste, on y a vˆ u trois soleils. C’est le neuf et le dix du mois, au lieu que les nostres estoient du Sept. Dirons nous que nostre air pouss´e par un vent de Nord est all´e vers la Moselle pendant cet intervalle de temps? Ne vous ay je pas envoy´e une lettre pour Mons. d’Eiben dans le temps mˆeme qu’il devoit passer chez vous? J’avois dessein de le faire, mais je ne s¸cay si je l’ay execut´e. Si je l’avois fait, vous le s¸cauri´es. Si je ne luy ay pas souhait´e un heureux voyage, je pourray le feliciter maintenant de l’avoir fait. Je n’ay pas ` a apresent de correspondance avec M. Erasmi, mais si vous luy voul´es ´ecrire, je ne laisseray pas de luy faire tenir vostre lettre. Av´es vous chez vous une personne qui enseigne bien les langues? J’en connois un qui est tres habile et tres estim´e, qui veut quitter le lieu o` u il est ` a cause de certains d´egousts. Et veut mˆeme quitter l’Allemagne, o` u je voudrois le pouvoir retenir. Il est non seulement bon pour le Fran¸cois et Italien, mais il parle encor l’Anglois, et entend comme je crois l’Espagnol. Je suis avec Zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

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Leibniz

P. S. Av´es vous vˆ u L’Instructorium de M. Linker Professeur en droit `a Jena? On m’a appris qu’il y a l` a dedans une Critique assez desobligeante contre plusieurs, et particulierement contre un petit livre intitul´e M e t h o d u s j u r i s , que je publiay fort jeune, et qui fut fort applaudi alors. Je ne s¸cay si son Instructorium le sera tant.

2 j’ay trouv´ e: Leibniz notierte sich auf einen Zettel (LBr. 725 Bl. 34 vo): Moselstrohm 25 April ” 1699[.] Am heiligen O s t e r n u n d O s t e r m o n t a g hat man den doppelten Regenbogen mit den 3 verschiedenen Sonnen am Firmament gesehen[.] War der 9/19 und 10/20 April‘‘. 2 gazette . . . Hambourg: nicht ermittelt. 7 d’Eiben: Chr. W. v. Eyben. Ein Brief, auf den sich Leibniz hier beziehen k¨ onnte, wurde nicht gefunden. 13 un: G. Leremite dit Candor. 18 Instructorium: N. Chr. v. Lyncker, Instructorium forense, 1698. 18 On: Fr. L¨ offler in I, 16 N. 222; vgl. auch I, 16 N. 471. 20 petit livre: Leibniz, Nova methodus discendae docendaeque jurisprudentiae, 1667.

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Quand je fis mon livre intitul´e Methodus Nova docendi discendique juris, j’estois un fort jeune homme, et avec tout cela plusieurs excellens JCtes et Politiques et meme des grands Princes en firent cas. Et il y a l` a dedans des pens´ees propres `a approfondir les choses et `a donner des nouvelles ouvertures, dont la meilleure partie peut passer encor. Mais je vois, que Mons. Lincker en a si mal us´e encor envers d’autres et particulierement envers M. Brunneman et Stryk, qu’il semble que c’est plustost par l’effect d’une mauvaise coustume et par des airs magistraux qu’il se donne, que par mauvaise volont´e. Je n’ay point le loisir d’examiner son Instructorium, et de voir s’il a raison de contredire `a ce que j’avois donn´e, et s’il y a mieux reussi. Cependant j’ay trouv´e des fautes `a l’ouverture de son livre, qui marquent qu’il devroit estre reserv´e `a blamer les autres; et j’ay rencontr´e en feuilletant des endroits, o` u il m’a copi´e sans me nommer. Feu Mons. Woldenberg JCte celebre `a Rostock m’´ecrivit un peu apres que mon petit livre avoit parˆ u, et me manda qu’un jeune JCte Professeur extraordinaire de cette Universit´e, mais mort un peu trop tost, avoit eu dessein `a le faire reimprimer avec des remarques, et qu’il avoit mˆeme fait l` a dessus un index fort exact qu’il m’envoya, mais il ne put m’envoyer les remarques, parce qu’il ne les avoit pas encor mis par ´ecrit. Plusieurs me soliciterent ` a le reprendre en main moy meme, et feu M. Placcius me temoigna qu’il en faisoit un Estat particulier. Mais mes voyages et autres emplois et travaux ne me l’ont point permis: quoyqu’on en auroit peut estre pˆ u faire quelque chose de bon.

1 f. Nach Leibniz Absatz und | P. S. gestr. | (1 ) On m’a (a) a bricht ab (b) appris qve M. Linker professeur (aa) en dr bricht ab (bb) en droit ` a Jena a parl´ e (aaa) h—i (bbb) dans son i n s t r u c t o r i u m j u r i s d’une maniere desobligeante d’un petit liure qve j’auois publi´ e ( ) dans ma jeunesse ( ) autres fois sous titre: M e t h o d u s d i s c e n d i d o c e n d i q u e j u r i s j’estois ` a lors (2 ) | P. S. gestr. | Qvand je fis mon liure intitul´ e Methodus Nova docendi discendique juris j’estois (a) fort jeune. je le publiay qvelqves ann´ ees apr bricht ab (b) un fort jeune L 7 volont´ e. (1 ) On dit qv’il y (a) a une guerre (b) a une guerre entre luy et Mons (c) | y nachtr¨ aglich gestr . | a commenc´ e la guerre avec M. Stryk. (d) a declar´ e la guerre ` a Mons. Stryck. Si ces disputes estoient accompagn´ ees de ciuilit´ e, et ne mˆ eloient rien de personnel elles pourroient estre utiles et agreables Absatz (aa) Lors qve mon liure qvi (bb) un peu apres qve ma Methode | eˆ ut erg. u. gestr. | eut parue, feu Mons. Woldenberg premier ICte ` a Rostock (aaa) eut (bbb) la trouua fort ` a son gr´ e et me fit s¸cauoir qv’on (2 ) je n’ay point L

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5 f. Lincker . . . Brunneman et Stryk: vgl. I, 16 N. 222 Erl. 8 contredire: vgl. I, 16 N. 222 Erl. 12 Woldenberg: vgl. zum Folgenden I, 1 N. 320, S. 477. 13 Professeur: J. B. Zinzerling. 15 index: vgl. II, 1, S. 107 f. 17 Placcius: vgl. dazu auch in II, 1 N. 126, S. 260, wo Leibniz sich auf V. Placcius, De scriptis et scriptoribus anonymis atque pseudonymis syntagma, 1674, S. 34 f. (Nr. CXXIII) u. S. 37 (Nr. CXXXI) bezieht.

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139. FRANZ ANTON VON BUCHHAIM AN LEIBNIZ Wiener Neustadt, 30. Mai 1699. [126. 166.] ¨ Uberlieferung: k Abfertigung: LH I 10 Bl. 48. 2o. 1 1/2 S. von Schreiberhand. Schlußkurialien und Unterschrift von Buchhaims Hand.

M’`e ricapitata La compitissima di VS. Illma no 14. per via del Sigr Lehner quest’ordinario, e come ripette l’intentione di VS. Illma communicatami in quella del no 13. cos`ı mi riferisco medesimamente alla mia del no 12. scritta Li 23. del corente, e star`o attendendo Li di Lei ordini precisi per esseguirli con ogni punttualit` a. Circa poi il nostr’affare spero in breve qualche risolutione favorevole da Roma della quale non mancar` o darne subito parte tanto `a VS. Illma, quanto al nostro compitissimo r Sig Abbate, ` a cui prego portar i miei humilissimi ossequii, e come non havendo materia per adesso di scriverli e sapendolo affacendato in altri importantissimi negotii, cos`ı tralascio d’incomodarlo. Quanto poi al suo codice diplomatico m’obligar` a infinitamente di mandarmi due `o tr`e essemplari, perch´e sono asai stimati per il suo valore e gi`a che s`o di certo ch’il defontto Sigr Conte Kinschi non L’habbia dato ` a Sua Mt`a, cos`ı ne far`o Legar uno e Lo presentar`o io medemmo ` a Cesare colla quall’occasione havr` o campo di darli pi` u ampio raguaglio del ma merito di VS. Ill . Speriamo in breve L’aggiustamento dell’Ambre Cesao con Sua St`a per interpositione del Gran Duca, e Duca di Modena, e quel che ne resultar`a non mancar`o comunicarlo. L’Inviato nostro destinato per andar in Franza h` a havuto ordini di non andarci, anzi si crede che La nostra Corte non ne vogli mandare segno manifesto che ella teme L’inevitabile rottura con il R`e di Francia manca fede.

22 anci si k, korr. Hrsg.

Zu N. 139: k antwortet auf I, 16 N. 462 und N. 121 im vorliegenden Band und wird zusammen mit N. 126 beantwortet durch N. 166. 5 no 14: N. 121. 5 Lehner: J. H. L¨ onner. 11 Abbate: G. W. Molanus. 15 f. defontto Sigr Conte Kinschi: Franz Ulrich Graf Kinsky starb am 27. Februar 1699. 19 Ambre: Georg Adam Graf Martinitz; vgl. auch I, 16 N. 337 Erl. 20 Gran Duca: Cosimo III. von Toskana. 20 Duca: Rinaldo I. (III.) von Modena. 21 L’Inviato: nicht ermittelt.

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N. 140

Non haverebbe mai VS. Illma potuto penetrare il fine della Lega fatta tr`a il R`e di Francia e quello di Svetia? della quale havevo sentito susurare qualche cosa mentre che io ero in Amburgo. La gravidanza della Nostra Regina continua con ogni prosperit`a, Iddio gle La faci terminare con altretanta, con che facendoli profondissima riverenza resto. h...i Neistat 30 Magio 1699. ¨ 140. JOHANN HEINRICH LONNER AN LEIBNIZ N¨ urnberg, 20. (30.) Mai 1699.

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LH I 10 Bl. 44–45. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Papiersiegel. Postverm.

Monsieur

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1699 ad 20 May in N¨ uremberg

Nebst accompagnirung der Innlage von Tit. H. Baron von Liechtenwerth, deßen sich Ihro Excell. zubedienen, sage in gehorsamer Antwort dero hochgeehrtesten von 6/16 corre, daß wir bißhero allezeit, also auch dasjenige Ihro Excell. Schreiben, welches Sie durch den Juden Leffmann an hochged. H. Baron mir addressiren laßen fleißigst ricapitirt worden, wie presumirlich mit dißem vernehmen werden. Sonsten ist auch Ihro Excell. lezteres beh¨ orig bestellt, und sobald Antwort drauff erfolgt, werds mit erster Post an Sie befordern. Worinn vaglire, bitte mich die Gnade Ihro Excell. Befehlen zu w¨ urdigen, alß deme der sich professirt Ihro Excellenz

Unterth¨ anig Erger

Joh. Heinrich L¨onner.

A Monsieur Monsieur Le Baron Leibniz Conseiller Intime de Son Altesse Electorale de Brunchvik Hanover. franco Cassel .

1 f. Lega . . . Svetia: Zur Erneuerung der Allianz zwischen Schweden und Frankreich im Jahre 1698 vgl. T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 460. 3 Amburgo: Nach den Loccumer Gespr¨ achen reiste Buchhaim vermutlich am 6. September 1698 (vgl. I, 15 N. 509) nach Hamburg ab; vgl. auch I, 15 N. 525. ¨ Zu N. 140: Uber L¨ onner lief aus Geheimhaltungsgr¨ unden ein großer Teil der Korrespondenz zwischen Leibniz und Buchhaim. 12 Innlage: wohl N. 126. 12 Liechtenwerth: F. A. von Buchhaim. 13 f. dero . . . corre: nicht gefunden; zur Sendung vom 6. (16.) Mai 1699 vgl. N. 121. 14 f. Schreiben . . . Baron: I, 16 N. 462; vgl. auch N. 121. 15 Leffmann: vgl. Berens, PV. 17 lezteres: N. 121.

N. 141

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141. OTTO MENCKE AN LEIBNIZ Leipzig, 20. (30.) Mai 1699. [226.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 636 Bl. 132. 1 Bl. 2o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Postverm. — Auf Bl. 132 ro u ¨ ber der Anrede von Leibniz’ Hand: wegen accessionum monen” dum, inepte mihi attribui Chronicon Franckebergense, it. monendum de Alberici patria.‘‘

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Tit. Sonders hochgeehrter Patron. Der Einschluß ist mir neulich zugekommen, welchen ich hiemit ubersende. Das buch aber ist noch nicht eingelaufen. Mein Sohn wirds wol mitbringen. So bald es arriviret, sende ichs, geliebts Gott. Die relation ad Acta wird mein Hochgeehrtester Patron wol selbst ubernehmen, weil von dessen eigenen inventis viel vorkommen wird. An Hn. Prof. Knorren zu Wittenberg haben unsere Acta viel verlohren, undt weiß ich fast nicht, wie der abgang wieder zu ersetzen seyn werde. H. Sturm hat eine grosse relation ad Acta wieder M. h. Herrn Patron eingesant, welche aber sehr h¨ oflich eingerichtet undt jetzo unter der presse ist. Er defendiret seine Meinung. Ich verliere von neuen einen ungemeinen adjutanten bey unsern Actis an Hn. Baumeister Carpzovio, welcher in agone lieget, undt seinem ¨ altisten bruder also bald folget. H. F¨orster hat mir einige Hofnung gemachet, ob wurde M. h. Herr Patron unß diesen Sommer besuchen. Wolte Gott, daß wir diese freude bald geniessen solten. Es hat Mein hochgeehrtester Patron gleichwol alhier noch einige von alten Freunden am leben, welche solcher Freude theilhaftig seyn

Zu N. 141: K lag der Z. 8 erw¨ ahnte Einschluß bei. 5 Chronicon Franckebergense: Christ. Lud. Kotzebue, Chronicon Coenobii Montis-Francorum Goslariae, 1698. 5 Alberici patria: In seinem Vorwort zum Chronicon des Albericus (gedr. in: Leibniz, Accessiones historicae, T. 2, 1698) schreibt Leibniz u ¨ ber Albericus: In Leodiensi tamen dioecesi vixisse judico‘‘; dies greift O. Mencke in seiner ” (anonym erschienenen) Besprechung des Chronicon in: A c t a erud., August 1698, S. 353–355, auf. Zur Sache vgl. noch I, 16 N. 357. 8 Einschluß: nicht ermittelt; er betraf vielleicht J. Wallis, Opera mathematica, T. 3, 1699, denn das Werk wurde von J. B. Mencke aus England mitgebracht und von Leibniz in den A c t a erud. vom Mai 1700, S. 193–198, rezensiert. 9 Sohn . . . mitbringen: Johann Burkhard Mencke hielt sich in England auf; vgl. I, 16 N. 340. 13 relation: J. Chr. Sturm, De Deo in creaturis corporeis operante, in: A c t a erud., Mai 1699, S. 208–224. 16 Carpzovio: Friedrich Benedict Carpzov starb am 20. (30.) Mai 1699. 17 bruder: Johann Benedict Carpzov starb am 23. M¨ arz (2. April) 1699. 18 besuchen: Leibniz reiste nicht nach Leipzig.

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N. 142

w¨ urden. In derer aller nahmen bitte ich die reise zu beschleunigen undt verbleibe unter Gottes Schutz M. H. Herrn und hochgeschetzten Patrons

ergebenster diener

L. O. Menckenius

Leipzig d. 20 Maji 1699. 5

A Monsieur Monsieur Leibnitz Conseilier priv´e de S. A. Electorale de Hannovre ` a Hannovre franco Braunschweig.

142. CHILIAN SCHRADER AN LEIBNIZ Celle, 21. (31.) Mai 1699. [188.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 349 (Hackmann) Bl. 45–46. 1 Bog. 4o. 3 S. Oben links o auf Bl. 45 r Vermerk von Leibniz’ Hand: wegen Feller‘‘. ”

Monsieur

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`a Zel ce 21 May 99.

Je vous remercie fort du recit que vous av´es eu la bont´e de me faire de la faveur dont vous us´es envers Mr Hakman. Il m’en a racont´e les particularit´es, et j’en suis dautant plus aise puis que c’est moy qui l’a recommand´e et introduit chez Monsieur de Bernstorff, et je vous laisse juger vous mˆeme si je ne souhaite de tout mon coeur qu’il soit employ´e convenablement. Vous pouv´es faire fond sur une belle medaille pour Monsr d’Hozier. Il y a quelque temps qu’on l’a ordonn´ee et Monsieur de Bernstorff la croit mˆeme toute prete, Mr Bonn le C¨ ammerer n’est pas i¸cy, autrement je vous en pourrois mander certitude. Vous aur´es la bont´e Monsieur d’excuser que j’ay retenu si long temps les Mssts dont vous faites mention. J’en ay encore ` a faire pour quelques semaines, `a cause du proc`es

Zu N. 142: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief (vgl. Z. 12 recit‘‘). 10 Feller: ” Leibniz bat Ch. Schrader in einem nicht gefundenen Brief vom Juni 1699 wohl um die Vermittlung einer neuen Stelle f¨ ur den von ihm entlassenen J. F. Feller. Vgl. Schraders Antworten N. 188 und N. 224. 17 medaille: vgl. N. 9. 18 Bonn: nicht identifiziert. 20 Mssts: Ob es sich um die S. 223 Z. 1 erw¨ ahnten documents‘‘ handelt, ist nicht sicher. 21–223,1 proc` es pour Reinstein: Prozeß um Besitzanspr¨ uche ” an der Grafschaft Regenstein (Reinstein) im Harz zwischen Brandenburg und dem Welfenhaus; vgl. Hannover Nieders¨ achs. Hauptstaatsarchiv Celle Br. 112 Abt. I u. Cal. Br. 35 Abt. I.

N. 143

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pour Reinstein. Je fais copier les documents que Mr Magirus a autrefois communiqu´e et vous les aur´es aussitˆ ot que le chanceliste [les] aura achev´es. Je suis avec zele et respect Monsieur

votre tres-humble et tresobeissant serviteur

C. Schrader.

143. JOHANN FRIEDRICH PFEFFINGER AN LEIBNIZ L¨ uneburg, 21. (31.) Mai 1699. [138. 319.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 725 Bl. 36-37. 1 Bog. 4o mit Goldschnitt. 3 S. Bibl.verm. — Links oben auf Bl. 36 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp.‘‘. ”

Monsieur

21 May 1699 Luneb.

Je n’ay pas vu les parhelies du 7me d’Avril moy mˆeme, les ayant copi´e seulement du plan, que celuy qui les remarqua, en presenta `a Mr de Nettelhorst, Commandant au Kalckberg icy. Du commencement il n’en apparut que le premier arc, et apres que le soleil fut lev´e, on vit le second arc avec 3 soleils; en suite de cela `a 8 heures on vit le dernier phenomene de 5 parhelies. Sans doute Monsieur, le plan de ce qu’on avoit vˆ u le meme jour dans votre horizon, et que Vous m’avez fait la grace de me marquer dans votre derniere de me l’avoir envoy´e avec, s’est oubli´e chez Vous, puisceque je n’en ay rien re¸ceu. Quant ` a la superstition, aussy les plus clairvoyants des Catholiques Romains, ne manquent fort souvant pas de soutenir des choses ridicules et qu[’]i[ls] s¸cavent mieux eux mˆemes. Monsr des Vignolles obligera beaucoup le Public en mettant au jour s o n V o l u m e S c r i p t o r u m r e s t i t u t o r u m.

1 documents: vgl. die Korrespondenz mit J. Magirus in I, 10, besonders N. 131. Zu N. 143: K antwortet auf N. 138. 9 parhelies: vgl. N. 138. 15 oubli´ e: vgl. N. 138 Erl. 17 superstition: bezieht sich auf die legendenhaften Berichte zur fr¨ uhen Kirchengeschichte bei Henschen und Papebroch; vgl. I, 16 N. 452 u. N. 138 des vorliegenden Bandes. 20 f. s o n V o l u m e : Es handelt sich um das gemeinsame Editionsprojekt von Leibniz und A. Des Vignoles, Scriptores historici ” restituti‘‘, das nicht u ¨ber die Vorbereitungen hinauskam. Vgl. dazu die Korrespondenz mit Des Vignoles in I, 12.

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Vous ne m’avez rien envoy´e Monsieur, pour Mr d’Eyben, mais demand´e seulement dans votre penultieme du 3e de Mars, s’il avoit deja quitt´e alors la Cour de Zell? Monsr Schilter m’envoya l’autre jour Mantissam ad Comment. de Natura successionis feudalis 2 F. 50 , pour luy, que je luy envoyeray aujourd’huy. Je n’ay rien ` a ecrire ` a Mr d’Erasmi sinon que je voudrois bien avoir le catalogue de tous les Princes, Marquis, Comtes, Barons, et gentilshommes, que l’Empereur Leopold a cr´e´e; je ne s¸cay Monsieur si j’ose bien en supplier Mr Erasmi, que je n’ay pas l’honneur de connoitre. Je serois bien aise, pour mon particulier, si nous avions un homme icy, qui s¸ceut parler tant de langues, que Vous ditez Monsieur, mais il auroit de la peine `a subsister icy, n’ayant pas des gens curieux icy. Toute la Ville ne consiste qu’en Gentilshommes soubsal´es, Saltzjuncker , qui aiment mieux de passer leur temp `a manger et `a boire et `a se divertir `a la saline, qu’` a se donner de la peine de se rendre qualifi´es; et en bourgeois qui ne s’en soucient pas de cela. Notre poign´ee des gentilshommes de St Michel est oblig´ee de combattre sans quartier, la pauvre logique, le latin, et ce que je leurs montre dans la Mathematique. Il y a aussy un Maitre de langue icy de la part de S. A. Monseigr le Duc, nomm´e Mr Jans, Ministre Reform´e, et fort honnete homme, mais qui n’avance gueres notre jeunesse. Je n’ay pas vu l’Instructorium de Mr Lincker. Il n’y a rien de plus facile que de faire les grima¸ces de Momus, mais quand il s’agit d’inventer quelque chose le premier, c’est alors que le loup s’arrete. Mr de la Motte, Brigadier General et Commandant icy, me dit hier, d’avoir re¸ceu la nouvelle de Hollande, que le Roy d’Espagne est mort. Je suis avec beaucoup de respect Monsieur

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votre tres humble et tres obe¨ıssant valet

Pfeffinger.

Quand il Vous plaira d’envoyer quelque chose `a Mr d’Eyben, disposez librement de moy, Monsieur! Que dit on chez Vous de l’assassinat du duc de Suerin, qu’il commit et

20 f. s’est alors K, korr. Hrsg.

1 d’Eyben: Chr. W. v. Eyben. 2 penultieme: vgl. I, 16 N. 385. 16 Duc: Georg Wilhelm von Celle. 22 Roy . . . mort: K¨ onig Karl II. starb erst am 1. November 1700. 26 assassinat: vgl. auch N. 195, N. 319 sowie Versuch einer zuverl¨ aßigen Nachricht von dem kirchlichen und politischen Zustande der Stadt Hamburg, T. 4, [Hamburg] 1736, S. 357.

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fit achever par ses domestiques ` a Hamb. le 13 de ce mois, en la personne de Mr Salmuth, Capitaine dans nos trouppes, contre qui il perdit 6000 ecus, il n’y a pas long temps. ¨ 144. LEIBNIZ AN KONIGIN WILHELMINE AMALIE [Hannover, Ende Mai 1699]. [389.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. F 27 (Sophie Charlotte) Bl. 170. 8o. 1 S. Mit zahlreichen Korrekturen und Streichungen. — Am rechten oberen Blattrand von Leibniz’ Hand: wegen ” Mad. Brinon.‘‘

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Madame Quelque heureuse que soit Vostre Majest´e et quelque bonheur que le Ciel semble promettre encor, il ne s¸cauroit surpasser ny mes voeux ny le merite de cette vertu eclatante, que nous avons eu l’honneur d’adorer de pr´es, avant que ce soleil est mont´e `a l’elevation que le Ciel luy destinoit. Plus un bien se repand au dehors, plus il doit satisfaire. Celuy de V. M. est accompagn´e du contentement public, et il semble que le temple de Janus a est´e ferm´e avec son mariage. On ne pouvoit souhaitter de plus belles circomstances, et si j’avois fait d´eja le Roman de l’Histoire `a venir dont je crois avoir parl´e autres fois pour divertir V. M. aussi bien que Madame l’Electrice, pouvois je feindre ou imaginer quelque chose de plus avantageux pour V. M. que ce que le ciel a fait? Il ne laissera pas son ouvrage imparfait, et sa coustume est d’achever les grandes destin´ees.

9 soit (1 ) V. A. S. (2 ) Vostre Majest´ e L 9 f. Ciel (1 ) vous promette (2 ) semble promettre L 10 voeux ny (1 ) vostre merite, ny celuy de cette grande Reine dont nous avons ador´ e (2 ) le merite . . . eclatante L 12 destinoit. (1 ) Ce qvi doit relever cette felicit´ e est celle (a) de (b) des peuples (c) qve les peuples (aa) h—i (bb) commencent ` a gouster en mˆ eme temps par une paix universelle. (2 ) Plus L 15 fait (1 ) autres fois (2 ) d´ eja le Roman (a) de l’avenir (b) de l’Histoire ` a venir L 16 V. M. (1 ) avec Madame la Duchesse et (2 ) aussi L 16 ou imaginer erg. L

Zu N. 144: Wir datieren L auf Ende Mai 1699, da Leibniz am 25. Mai (vgl. N. 128) an M. de Brinon schreibt, er wolle Amalie antworten und ihr dabei auch die freundlichen Bemerkungen M. de Brinons mitteilen. Dem n¨ achsten Brief von Leibniz an Wilhelmine Amalie (N. 389) ist zu entnehmen, daß eine Abfertigung von L wohl nicht erfolgt ist. Die Varianten zu Z. 9 u. Z. 10 legen nahe, daß unser St¨ uck sich zun¨ achst an Herzogin Benedicte wandte. 6 f. wegen Mad. Brinon: vgl. dazu I, 16 N. 248, N. 302 und N. 128 im vorliegenden Band. 13 f. temple . . . ferm´ e: Anspielung auf den Friedensschluß von Karlowatz vom 26. Januar 1699. 15 Roman . . . ` a venir: vgl. I, 13 N. 44.

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145. LEIBNIZ AN GERHARD MEIER [Hannover, Ende Mai – Anfang Juni 1699]. [122. 176.] ¨ Uberlieferung: L 5

E

Konzept: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms IV 469 Bl. 123–124. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit ¨ zahlreichen Anderungen. (Unsere Druckvorlage.) Erstdruck: Leibniz, Collectanea etymologica, 2, 1717, S. 283–288; danach: Dutens, Opera, 6, 2, 1768, S. 167–169.

Vir Max. Reverende et Celeberrime

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Fautor Honoratissime

Quid sit Ordnung der Kilfer marck , quam olim Tibi a me missam ais, et nunc iterum desideras non memini. Mitto vero aliud quod Tibi non ingratum puto. Liber est Germanicus Msus in membrana non sane recens, quem mihi transmisit amicus. Laudes sunt Beatae Mariae Virginis carmine scriptae. Vel vox d r e c h t i n (quod alias druthin) pro domino, quae pagina ultima occurrit[:] d a t h e l f h i r u n s i r t r e c h t i n , de antiquitate testatur. Multum fateor esse probabilitatis in tua Sassonum vel Saxonum Etymologia. Agnosco hodie inferioris Saxoniae dialecto ss saepe usurpari ubi ab aliis x . Unum maxime obstat, quod aliter Beda et alii veteres ex ipsa gente. S a x pro genere armorum usurpatum dubitare non debes, ob testimonium vetus de Anglo-Saxonibus, qui in Episcopum quendam insurgentes inter se dicebant: n e m e t j u e s a x e n.

13 u n s i r d r e c h t i n E 14 testatur. | [Eum librum nunc accepit Cl. Eccardus] erg. | E 19 saxen. | Sumite sicas vestras erg. | E 19 Hinter s a x e n. 1 1/2 Zeilen unleserlich gestr. L

Zu N. 145: Die nicht gefundene Abfertigung von L antwortet auf I, 16 N. 410 sowie N. 106 und N. 122 des vorliegenden Bandes und die Abhandlungen Meiers De voce MAD und De voce ERB-EXEN ; vgl. I, 16 N. 410 u. unten S. 230 Z. 11 u. Erl. sowie N. 106 im vorliegenden Band. Sie wird beantwortet durch N. 176. Diese und N. 106 sind die Anhaltspunkte unserer Datierung. Beilage war eine Abschrift von I, 16 N. 475, die Z. 10 f. genannte Handschrift und O. Sperling, De crepidis veterum (vgl. S. 228 Z. 22). Die Sendung wurde durch G. W. Molanus vermittelt, vgl. N. 122. 9 Ordnung . . . marck : vgl. S. 230 Z. 11. 11 Msus: Gemeint ist das von Leibniz am Rande von N. 122 genau beschriebene Ms I 81 in Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl., das in erster Linie das Rheinische M a r i e n l o b enth¨ alt. 11 amicus: E. Benzelius, vgl. I, 16 N. 439. 13 pagina ultima: Bl. 137 vo. 17–19 S a x . . . s a x e n : vgl. I, 16 N. 410, S. 673 u. Erl. 20 [Eum librum . . . Eccardus]: vgl. J. G. Eckhart [Hrsg.], Incerti monachi Weissenburgensis Catechesis theotisca, 1713, S. 111.

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Verissimum est literam h, naturaliter significare elevationem quae ipsi pronuntianti inest, et valde probabile est hoch, heben heaven, hevet, haupt, caput, hinc fluxisse. Quin et Hebraeis d`b Gaha altum esse. xad Habar siderum observator, xd Har mons Graecis Russis gora. Sed tamen vicissim et K naturali quodam valore ex pronuntiatione ducto naturaliter, ut (ni fallor) itidem scripsi, significat obstaculum, adhaesionem, uncum quae in efferendi apparent usui, haken, Zacken, , zinke, sica, sichel, camp, , flecto, cyclos, scapha, scyphus, curvus, krum, gyrus, quer, quern, querl, cubitus, (unde Ancona), Angulus, eng, Angli, arcus, arctus, , caelare, celare, occultus, ; sk caph curvatura[,] stk caphaph curvare, cavus, cappa, capere, capulus, caput, Kopf, haupt, , cophinus, cofre, cupa. Etiam malum, nempe curvum oppositum recto, . Haec comparare non injucundum, et velut venari occultantem se veritatem. Sed certi aliquid eligere difficile. Optima sunt quae habes de shire divisione. Interim nobis etiam schur, schower, schier , subitum, quod de pluvia transitoria et febrili frigusculo solemus usurpare. An autem id quod subitum significat, ejusdem originis sit cum eo quod divisionem notat, amplius deliberandum. Sane subdivisa atque adeo tenuia etiam mobiliora. Reh de equo cantherio per accidens dici ais. Esto. Plurimae derivationes per accidens factae. Sufficit dici. Est enim reh, fatigatus, lassatus, et debilitatus, impotens. Inde translatum ad animalia mascula impotentia et Eunuchos. Angelum ex nostro petere non ausim, sed malim contra. Idque veritati consentaneum puto, et verenda praeterea hominum judicia arbitror. Per se satis iniqui sunt hujusmodi laboribus, quid futurum putas, si nos ipsi speciosos ipsis praetextus carpendi nostra praebeamus. Ego mirifice faveo Graeca ex Scythico fonte petentibus, sed tamen est modus

îros

zˆgklh

koØlos

kefal  trÐa kˆppa kˆkia

kˆmptw Šgkwn krÔptw

kakäs

1 ipsi pronuntiationi ¨ andert E 2 Hinter inest 1 1/2 Zeilen unleserlich gestr. L 5 naturaliter fehlt E 6 adhaesionem, quae in efferendo apparent; ut in uncus Haken ¨ andert E 7 L, korr. E 8 unde urbs erg. E 18–20 Reh . . . Eunuchos fehlt E 21 Hinter contra 1/2 Zeile unleserlich gestr. L 24 Scythico | vel Celto-Scythico erg. | E

zˆgklh

trÐa

kˆkia

5

12 ... : sprichw¨ ortlich, vgl. Suidas, Lexicon, hrsg. von A. Adler, Leipzig 1928–1938, s. v. ∆ 1262 u. K 324, und Aurelius Augustinus, Regulae, in: H. Keil [Hrsg.], Grammatici Latini, Bd 5, Leipzig 1868, S. 501. 24–228,1 est . . . rebus: Q. Horatius Flaccus, Saturae, 1, 1, 106.

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in rebus. Non negem esse a radice quae apud nos supersit. Interea Engel nobis non puto usurpatum nisi Graecorum aut Latinorum imitatione. Dubitare me ais Ris, Reisen, Reis (surculus) Rise Gigas, ab eodem[.] non memini. Reisen et risen non distinguo, nisi dialectis. Tuo ort-stein pro lapide angulari, addo ort und ende, item ort idem quod canton in Helvetia et Suevia. Praeclarus labor suscipietur in legibus antiquis Germanorum vel mediis illustrandis. Sed cum non omnia per Te possis, ob rerum copiam, recte devolves in amicos. Dn. Schilterum ajunt non optime valere. Magna jactura foret si quae in linguam veterem Germanicam molitur, non absolverentur. Capitulum Cathedrale Magdeburgicum in communicandis Msis difficile esse non miror. Ita mos est ab antiquo, praesertim apud non intelligentes aut non examinantes. Copiam Tibi facio Epistolae Galli docti, cujus consilia ut vides a nostris non abhorrent: p e t o u t r e m i t t a s. Dudum putavi Scythas vel Celtas veteribus Titanum et Gigantum in Deos id est Graeciae Asiaeque cultioris tunc Reges, pugnantium nomine intellectos. Prometheus (qui Titan appellatur Horatio aliisque) ad Caucasum alligatus quid nisi Scythae Caspiis portis exclusi. Sed dubito an statim ista etiam ad Celtas; qui tunc puto jam Asia egressi. Ex Poetis veram Historiam mythici temporis emere desperatum mihi. Nolim tamen ideo deterrere quenquam[.] Difficile etiam Noachigenas in scriptura memoratos, nostris connectere populis. Caeterum Celtae communes sunt Germanis et Gallis. Mitto dissertatiunculam Ottonis Sperlingii viri docti De crepidis veterum ab autore acceptam. Ridebis curiositatem. Risit et dux Rudolphus Augustus cui per me destinarat. Disquirit inter alia de origine Pantouflorum. Budaeus dixit quasi totos ex

pantofelloÌs

5 quod | Kante erg. | E 9 f. Dn. Schilterum . . . absolverentur fehlt E 12 non intelligentes aut fehlt E 13–21 Copiam . . . Gallis fehlt E 19–21 difficile . . . Gallis erg. L 23 Ridebis . . . destinarat erg. L

3 ais: vgl. I, 16 N. 410, S. 674. 3 non memini: In der Tat hatte Leibniz nichts dergleichen behauptet, vgl. I, 16 N. 324, S. 536. 9 ajunt: vgl. auch I, 16 N. 444, S. 723. 13 Galli: P. Pezron; vgl. I, 16 N. 475. 16 Titan . . . Horatio: nicht bei Horatius; Leibniz denkt m¨ oglicherweise an die mehrfach von ihm zitierte Stelle bei D. Junius Juvenalis, Saturae, 14, 35 (vgl. etwa I, 16 N. 444, S. 724). ´, Commentarii linguae Graecae, 1548, S. 213, zit. bei G. Me24–229,1 Budaeus . . . Lascarim: G. Bude nage, Dictionnaire ´ etymologique, 1694, Sp. 551.

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subere, secutus Janum Lascarim. Schilterus antiquis ba[i]n esse pedem, tofel tabulam. An ex eo potius quod staufen et stiefel est capacitas cui manum vel pedem inserimus, unde erit wand staufel , calciamentum domesticum, ut soccus ex Wand , id est panno laneo vel alio molli. Porro scis stoffel et toffel aequipollere ut in Christophoro. Stauffe superioribus Germanis est quod inferioribus muff. Stiefel ex eodem fonte. Generaliter stauffe de re capaci cui quid inseras, ideo Stauffe etiam scyphum significat superioribus Germanis, unde St¨ ubichen. Haec animi gratia et per lusum. Serio enim nimis talia tractari nolim. Animadversiones in Cartesium meas recte receptas nec inutiliter relegi. Quaedam enim correctione indigebant, quaedam clarius exprimenda visa sunt. In summa rei nihil mutatum. Expecto Dubitationes Bernerianas, quibus satisfacere spero. Elegantissima sunt quae disseris de voce: mat. Solent saepe inter se permutari potentia, scientia et voluntas. mat nobis est debilis seu potentia destitutus, sed matto Italis destitutus cognitione et judicio. Sic arg olim homo inutilis Longobardis ut et Graecis, hodie sumitur pro malo. Itaque ut olim pro eo cujus imperfectio consistit in potentia et intellectu, hodie pro eo cujus vitium est in voluntate. Sic t¨ ogen, degen (id est held ), olim de viribus et robore, prorsus ut latinum virtus; sed hodie tugend (ut et virtus) magis de rectae voluntatis habitu. Probus homo, preud-homme nunc de viro forti, nunc de viro bono. Quemadmodum viri strenui et nobiles olim gute mannen boni homines dicebantur quae expressio hodie in contemtum abiit. An mat pro socio et mad vel matt pro debili[,] stulto ab eodem? Haereo. Sane m i t , , muthen (occurere), meeting[,] mate (unde matelot) conveniunt; quemadmodum ab altera parte modde (pro limo), maza (pro cibo), massa, mad pro molli, debili, matte (polster ). Sed ammazzare, mattar puto esse a massa[,] massue, streitkolben; cui nomen

met€

4 Porro . . . Christophoro erg. L 4 f. Stauffe . . . muff fehlt E 7 St¨ ubichen. | Saxones inferiores dicunt ein Stoop erg. | E 8–10 Animadversiones . . . spero fehlt E 13 Longobardis | , (apud Paulum Diaconum) erg. | E 14 in | ipsius erg. | E 19 Hinter abiit eine Zeile unleserlich gestr. L 21 , | metten erg. | E 22 modde, | mudde erg. | E

met€

228,24–229,1 Budaeus . . . tabulam: vgl. Menage, a. a. O. 1 Schilterus: vgl. Menage, a. a. O., der das Glossaire alleman‘‘ entweder auf Grund einer pers¨ onlichen Mitteilung Schilters oder eines nicht ” ermittelten Probedrucks zitiert, denn erst 1728 erschien dessen Thesaurus, T. 3, mit dem Glossarium ad Scriptores Linguae Francicae et Alemannicae Veteris (dort Sp. 73a mit der zitierten Etymologie). 8 Animadversiones: vgl. Leibniz, Animadversiones in partem generalem Principiorum Cartesianorum (gedr. Gerhardt, Philos. Schr. 4, 1880, S. 350–392). 10 Dubitationes Bernerianas: vgl. F. Bernier, SV. 25 f. (apud . . . Diaconum): Paulus Diaconus, Historia Langobardorum, 6, 24.

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a crassitie vel massa sua in extremo. Nempe ut bovem ita et damnatum ictu massae, id est clavae occidebant, et tale quid Italis hodieque superest. Forte transitus factus a m i t vel medio ad massam quales medullae. Non ausim tamen quicquam affirmare. In vocibus aliquot hujusmodi specimen dari inquisitionis (Claubergii exemplo) non inutile putem. An vestras Sikius adhuc agit in Batavis? Est in Suecia vir egregius doctrina, munere et itineribus celebris, qui multa Msa habet Arabica quae attulit ipse ex Oriente, nomen est Sparwenfeldii. Is cum intellexisset a me quantum in his studiis praestiterit Sikius rescripsit, si Sikio liberet excurrere in Sueciam; illic aliquandiu et suo et publico fructu ut agere possit, se facile rationem reperturum. Fac quaeso ut hoc intelligat mentemque aperiat suam. Legens quae habes de Erf-aexen, jam recordor quid Ordnung der Kilfermark , nempe quod Tibi miseram ex communicatione haeredum Domini de Voss Camerae nostrae directoris. Nescio quo nunc loco jaceat. Sed ubi ubi sit latere non potest, repertum certo mittam. 146. LEIBNIZ AN JOACHIM MEIER Hannover, 22. Mai (1. Juni) 1699. [154.] ¨ Uberlieferung: l Abschrift der Abfertigung (?): LBr. 646 Bl. 1–2. 1 Bog. 4o. 4 S. von Schreiberhand. Korrekturen, eine Erg¨ anzung (Lil) und Adresse eigh. von Leibniz.

Vir Nobilissime et Consultissime 20

Fautor et compater honoratissime

Fasciculum Tuum rite pertuli ad Serenissimam Electricem, cui grata fuit opera Tua in memoriam inclyti quondam Electoris nostri, quam et praelegi sibi jussit. Jam hinc 5–10 An . . . suam fehlt E | quam iterum petis erg. | E

11–14 Legens . . . mittam am Rande erg. L

11 Kilfer marck,

4 (Claubergii exemplo): vgl. J. Clauberg, Ars etymologica Teutonum, 1663. 8 rescripsit: vgl. ¨ I, 16 N. 303, S. 493. 11–13 Legens . . . directoris: Zur betreffenden Handschrift und ihrer Ubersendung an Meier ist nichts ermittelt. Kilfer‘‘ steht wohl f¨ ur Kilver‘‘, heute Landkreis Herford. Ausz¨ uge aus der ” ” Schrift finden sich in G. Meiers Brief De voce ERB-EXEN , in: Leibniz, Collectanea etymologica, 2, 1717, S. 288–292. Zum Nachlaß von Heinrich Voß und Meiers Interesse daran vgl. I, 11 N. 431; I, 12 N. 470 und I, 13 N. 308. 13 ubi . . . potest: vgl. P. Terentius Afer, Eunuchus, 295. Zu N. 146: Die (nicht gefundene) Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 464 und wird beantwortet durch N. 154. 20 Fasciculum Tuum: J. Meier, Sr. Churf¨ urstl. Durchl. zu Braunsw. und L¨ uneb. Ernesti Augusti Geschichts-Calender , 1699.

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est absens nec nisi proxime ante pentecostes festum reditura. Quod ubi factum erit, ego porro occasionibus commendandi Tui, non sum defuturus. Venit in mentem labor aliquis, quo et de nostris, et de Tua etiam fama bene mereri possis. Anni sunt aliquot, ex quo personatus aliquis scriptor sub nomine Caesarei Turriani librum edidit in quarto, cui titulum fecit, Glorw¨ urdiger Adeler , in quo juris postarum, Taxiis haereditario feudo ab imperatoribus concessi, Hyperaspisten agit; Sed eadem opera in jura Electorum et principum Imperii, protestantiumque totum corpus petulantissime invehitur. Ei nuper respondit aliquis Halae JCtus, cui ni fallor Ockelio nomen. Sed praeterquam quod de solo postarum negotio agit, atque hoc ipsum brevi tantum dissertatione perstringit iniquas hominis criminationes non repulit. Praeterea scripsit Latine atque ita ut vix nisi eruditos et Academicos Lectores sit habiturus; cum personatus ille Turrianus Germanico sermone (admistis tamen integris paginis Latinis) sua sparserit in vulgus. Sed nec Ockelii principia satis ubique tuta videntur. Itaque consultum foret aliquem libro Germanico Germanicum opponi librum, qui pede collato adversarium premat, singulaque, quae curam mereri videbuntur, revocet ad examen. Hoc cogitanti mihi Tu in mentem venisti, qui utraque lingua scribendo vales, et juris historiarumque studia conjunxisti. Consultum erit quidem nomen Tuum in ipso libri Titulo non exprimi diserte; mox tamen emanaturum in homines credibile est, neque Tibi pudendus labor erit. Scribo haec ad Te non jussus, sed meopte impulsu: ut tamen rem esse video, non poterit non Aulis nostris grata esse opera illa Tua, quae nec adeo prolixa aut diffusa esse poterit, ut Te nimium moretur. Quodsi Turriani librum aliosque ad rem pertinentes, Hornigkii primum, deinde, Ackoldi contrarium, tum Turriani et nunc postremo Ockelii non habes ad manus; ego Tibi eos transmittam. Caeterum quia de re delicatissimae inquisitionis agitur, limitibus scilicet quibus imperatoria potestas, et principum Statuumque jura dirimuntur; non poteris meo judicio tutius versari in hac tractatione, quam si hominis argumenta refutes[;]

12 (admisto . . . Latini) erg. Lil, korr. Hrsg.

1 absens: in Bruchhausen. 1 ante . . . reditura: vgl. N. 135. 3 Venit in mentem: Zu Leibniz’ Besch¨ aftigung mit der Frage des Postregals vgl. I, 12 N. 34 u. N. 71. 4 personatus . . . scriptor: C. P. v. ¨ rnigk, Tractatus PoliZimmermann. 8 nuper respondit: vgl. Z. 22 Erl. 21 Hornigkii: L. von Ho tico-Historico-Juridico-Aulicus de Regali Postarum Jure, 1639. 22 Ackoldi contrarium: [A. Ockel], Gr¨ undlicher Unterricht Von dem Aus Landes-F¨ urstlicher Hoheit herspringenden Post-Regal, 1685. 22 Turriani: Caesareus Turrianus, Glorw¨ urdiger Adler , 1694. 22 postremo Ockelii: A. Ockel, Discursus juridico-politici, De Regali Postarum Jure, (1698).

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id enim sufficit praesenti instituto. Certas autem regulas proferre, et fundamenta ponere jure tam lubrica et diversis hominum studiis tantopere agitata, neque facile neque necesse est. Facies ut sententiam tuam intelligam, sed rem tamen omnem premes penitus[.] si qua subinde Tibi offerantur apta notari in Methodum illam meam juvenilem, ea consignari non inutile erit donec aliquando liceat uti. Vale[.] Dabam Hanoverae 22 Maji 1699. Deditissimus

G. G. L.

An H. Licentiat Meyern JCtum, und professorem zu G¨ ottingen.

147. JOHANN EISENHARDT AN LEIBNIZ Helmstedt, 22. Mai (1. Juni) 1699. [192.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 236 Bl. 15–16. 1 Bog. 4o. 3 S. — Auf Bl. 16 vo L von N. 192. — Teildr.: Grua, Textes, 2, 1895, S. 661 (= Z. 13–18 unseres Textes).

Nobilissime et Excellentissime Domine

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Patrone honoratissime

Proximo solenni mercatu Brunsvicensi Dn. Collegae meo D. Smidio dedi exemplar mearum Institutionum moralis Scientiae Tuae Excell. reddendum. Nunc mitto comitem illius libelli iteratam editionem Institutionum Juris naturalis, quas anno 1684 primum edidi, et nunc in cap. XIV et XV quibusdam locis emendavi: In prolegomenis quoque respondi objectionibus cujusdam novitii scriptoris, qui meas quasdam sententias reprehendere in animum induxerat. Paucis autem omnia ista absolvi, ob penuriam temporis quod ordinarii labores totum sibi vindicant. Sed hi tamen licet assidui sint, non sufficiunt necessariis impensis quas numerosior et novem liberis aucta familia mea efflagitat. Dura profecto haec est mea conditio, de qua apud Te queri saepe cogitavi, qui et antiquam erga me benevolentiam geris, et proximus es iis qui afflictis docentium rebus mederi possunt.

4 meam invenitem l, korr. Hrsg.

4 Methodum: Leibniz, Nova methodus discendae docendaeque jurisprudentiae, 1667. Zu N. 147: K wird beantwortet durch N. 192. Beilage war das Z. 15 erw¨ ahnte Buch. 13 mercatu: Lichtmeß-Messe. 13 Smidio: J. A. Schmidt.

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Majorem itaque in modum a Te peto ut hac de re cum illustri Dn. ViceCancellario loquaris, meaque studia commendes, et mihi significes num mihi spes esse possit obtinendi augmentum salarii: Quod quidem Tua commendatione me consecuturum spero, si exposueris tale beneficium mihi jam quinque et viginti continuos annos in Acad. Julia publice docenti, haud immerito dari. Deum precor ut Te diu servet incolumem, Excell. Tuae addictissimus

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Johan Eisenhart D.

Helmstadij 22 Maii 1699

148. JOHANN FABRICIUS AN LEIBNIZ Helmstedt, 22. Mai (1. Juni) 1699. [107. 172.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 251 Bl. 49–50. 1 Bog. 4o. 3 S.

Interea rescripsit D. Donauerus, significans, se non rudem esse praxeos forensis, ac multa hactenus eo facientia expedivisse Altorfi, ita ut hoc nomine etiam notus fieret aulae Nassovicae, et Consiliarii dignitate inde ornaretur. Et quanquam ad consiliariatum Reip. Nordlingensis jam abeat, non tamen se aspernaturum professionem academicam, si suo tempore ei talis offerenda sit: academicam enim, quam practicam vitam, sibi suaviorem esse. Tam laute vero is Nordlingae, ubi etiam pretium rerum satis est tolerabile, alitur, ut mirarer, si stationem istam cum alia commutaret. Ego ab excellmo Dn. Hugone generalem studii sui promissionem obtinui, specialiorem vero ab illustrisso Dno a Bernstorff, quippe qui me expectare jussit usque ad proximum Aulicorum congressum. Non rogo Exciam tuam, ut sua commendatione desiderium juvet meum, quum id abunde jam factum, neque opus sit, currenti calcar addere. Perillustri Dn. Hugoni aperui, contentissimum me fore, si binae Aulae augmento 50. Imperialium me beaverint. nihil tamen hoc ipso

21–234,1 Perillustri . . . praescribere unten auf Bl. 49 vo erg. K

1 ViceCancellario: L. Hugo. Zu N. 148: K wird beantwortet durch N. 172. 11 Donauerus: vgl. I, 16 N. 342 und N. 348. 19 proximum . . . congressum: Die n¨ achste Hauskonferenz fand am 23. Juni a. St. in Burgdorf statt.

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me praescribere. Hosemannus, Pastor Cellensis, in scripto Germanico Observationum in Expositionem Clerici alteriusque in Genesin, Hardtium nostrum, sed tecte, refutavit, quoad sententiam de Cherubim paradisiacis, quam ille in epistola ad Heinsonium, quae hujus disputationi inserta fuit, expresserat, statuens, Cherubim illos fuisse homines fortes, robustos et potentes, qui aliis aditum ad paradisum armis suis praecluserint. Ea tamen moderatione usus est, ut neque suam sententiam aliis obtruderet, neque communem de angelis condemnaret. Vale. Helmstadii d. 22. Maji 1699. h...i

149. ANDREAS HOMBORG AN LEIBNIZ Helmstedt, 22. Mai (1. Juni) 1699. [236.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 421 Bl. 1–2. 1 Bog. 4o. 3 S. — Auf Bl. 2 vo L von N. 236.

Illustri atque Excellentissimo Domino Leibnitzio, eruditorum Principi. S. P. D. Andreas Homborgius

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Diu haesitavi, num mihi ignoto, qui in pulvere Scholastico versor, liceret Te, Vir illustris, literis meis incomtis compellare. Tandem haesitantem confirmavit summa, qua Te, Orbis eruditi Decus, usque huc merito jure tacitus prosecutus sum, veneratio, quae nunc exundat et erumpit, meque diutius silere non patitur. Solet enim plerumque ita esse comparatum, ut quo magis tegitur honoris et venerationis sensus, quo de Republica literaria praeclare meritos complectimur viros, eo magis gliscit ac, si poetae verbis id exprimere fas est, crescit occulto velut arbor aevo. Idem mihi nunc contingere sentio, qui diutius intra pectoris penetralia cohibere nequeo Tui cultum, venerationemque. Quare eo facilius veniam me esse impetraturum spero, quod Te gravissimorum negotiorum mole districtum interpellem, summo enim venera-

1 scripto: vgl. J. Lightfoot, SV. 3 epistola: In der Dissertation J. Th. Heinsons De Paradiso ejusque amissione et custodia, 1698 (vgl. J. Fabricius, SV.), ist nach § CXXVI ein Brief H. v. d. Hardts und von diesem eine Brevis Enarratio loci Gen. III, 24 abgedruckt. Zu N. 149: Mit K beginnt die Korrespondenz; Leibniz antwortet durch N. 236. Beilage waren die im PS. angedeuteten und von Leibniz in einer zugeh¨ origen Notiz einzeln genannten Schriften Homborgs. 20 crescit . . . aevo: Q. Horatius Flaccus, Carmina, 1, 12, 45.

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tionis affectu abreptus id feci. Deinde, si fateri licet, me ad hoc impulit ardens, quo inflammatus sum, desiderium potiundi patrocinio tuo, quod omnes literati, quos inter ego minimus sum, magnopere expetunt. Quamvis autem reliquis ad unum omnibus, qui amplissimo patrocinio tuo se committunt, scientia et eruditione longe cedam, nulli tamen amoris et honoris cultu atque sincera erga Te fide ullo unquam tempore cessurus sum. Potius omnes intendam nervos; ut mea in Te, quem inter aevi nostri prae caeteris suspicio, summa venerationis cultusque debiti officia constent. Interim ex animo voveo, ut summum Numen Te, Vir Excellentissime, diu salvum et incolumem conservet in Principum, Patriae et Reipublicae literariae commodum. Vale praesidium et dulce decus meum, meque patrocinio tuo dignare. Scribebam in Acad[emia] Julia XI Kl. Junii MDCXCIX.

kal€ ‚gˆlmata

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P. S. Munus chartaceum1, quod hisce junxi, ut serena accipias fronte, etiam atque etiam rogo.

150. JOHANN ANDREAS SCHMIDT AN LEIBNIZ Helmstedt, 22. Mai (1. Juni) 1699. [136. 156.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 818 Bl. 161–163. 1 Bog. und 1/2 Bl. 4o. 2 1/2 S. und 3 Zeilen (3. PS.) Eigh. Aufschrift. Schwarzer Siegelrest. Geringf¨ ugiger Textverlust durch Siegelausriß. — Oben auf Bl. 161 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp‘‘. ”

Quae circa Weigeliana monuisti, observabo sedulo, et redux B. C. D. fideliter referam. Frontispicium exequiale nunc longe alia prodibit facie, quam retulit Wagnerus noster. Magis mihi placent posteriores cogitationes. In arcu ipso loculi sive quadrata ornari

1

hAuf Bl. 2 vo von L e i b n i z ’ Hand:i Disp. de contractu socidae. Programma de compendiari[a] juris discendi ratione. Oratio de necessariis jurisprudentiae adminiculis. Panegyricus ad Georgium Ludovicum de victoriis tergeminis in Hungaria

Zu N. 150: K antwortet auf N. 136 und wird beantwortet durch N. 156. 20 Frontispicium: f¨ ur den Gedenkband zu Ehren des verstorbenen Kurf¨ ursten Ernst August M o n u m e n t u m Gloriae Ernesti Augusti (vgl. SV.).

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possunt variis figuris, columnis vero insculpi possunt aliae actiones ad modum columnae Trajani, quae inventio mihi perplacet. Si modo leviter arcus a pictore fuisset delineatus, Crausius adhibitis personalibus frontispicium omne exornare facile posset et delineationem ejus proximis Nundinis Brunsvicensibus ad approbationem mittere. Deprehendi aliquoties hos homines, libertate data, cuncta felicius disponere. Personalia mecum deferam Jenam, ut ex ea commode Augustam deferri possint, si ita forte indicaveris. Interea mea qualiacunque conferam. Superioribus diebus per DN. Wagnerum ad Te direxi excerpta epistolarum Augustanarum, in illis pretium statuitur, ni fallor, trium foliorum, quae majori constant labore. Quibusdam videbitur hoc pretium magnum, sed, si artificem ejusque in hac re studium cogito, mihi illud excedere non videtur operam. Jenam si quid volueris ad me dare literarum, erunt illae deferendae ad aedes Superintendentis (in der Superintend[ent]ur abzugeben). Octavo demum Junii die eandem relinquere constitui. h...i Helmst d. 22 Maj 1699

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P. S. Matheseos universalis principia, faciliori methodo tradita, anxie apud Nos expectari DN. Wagnerus referet. P. S. Excerptum literarum Jenensium, quas DN. Wagnerus quoque vidit, Tecum communicare nolim. Cum impetum horum hominum diutius ferre nolim, hac ipsa occasione Jenenses reddam securos de reddendis circa festum Michaelis toties desideratis Mstis et tantis arcanis. Scripsi ea de re etiam ad DN. Schraderum Consil., qui tempore isto ea, quae adhuc habet, mittere vult. Interea temporis, quae Hannoverae sunt, ulterius perlustrari possunt, ad illud us[que] momentum, quo Jenensibus illa reddere constitui. P. S. Cellam cum scriberem superiori hebdomade et DN. Schradero Consiliario iter meum notum facerem, ut me ap[ud] Sermum Directorium excusaret, respondit pridie

6 si . . . indicaveris am Rande erg. K

3 Crausius: J. U. Kraus. 5 Personalia: vgl. Leibniz, SV. 7 excerpta: Es handelt sich um Ausz¨ uge aus Briefen von J. U. Kraus und J. A. Schmidts Bruder (LBr. 973 Bl. 145 u. 146). Vgl. auch R. Chr. Wagners Brief an Leibniz vom 19. (29.) Mai 1699 (LBr. 973 Bl. 403–404; Druck in Reihe III). 15 Matheseos . . . principia: I, 16 N. 255 Erl. 20 Mstis . . . arcanis: bezieht sich, wie aus dem Antwortbrief hervorgeht, auf den Nachlaß des C. Sagittarius. 20 Schraderum: Ch. Schrader. 24 Directorium: Das Direktorium der Universit¨ at Helmstedt lag 1699 bei der Celler Linie des Gesamthauses Braunschweig-L¨ uneburg.

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et inclusas ad me dedit deferendas ad Fellerum, quem Vinariae nunc degere putat Vir excellentissimus. An ita se habeat res, proximis experiar diebus. Haec significare Tibi volui etc. A Son Excellence Monsieur Leibniz Conseiller priv´e de S. A. E. de Brounsvic et Lunebourg ` a Hannover. par ami.

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151. LEIBNIZ AN CONRAD BARTHOLD BEHRENS Hannover, 24. Mai (3. Juni) 1699. [164.] ¨ Uberlieferung: L Abfertigung: LBr. 46 Bl. 100–101. 1 Bog. 4o. 1 S. Eigh. Aufschrift. Siegel.

Vir Nobilissime et Experientissime

Fautor Honoratissime.

Memineris aliquando misisse me relationem de Hemicrania et rogasse, ut Ephemeridibus vel Miscellaneis naturae curiosorum inseri curares. Id equidem factum puto, peto tamen ut indices quo factum loco, ut Domino Rabenero Regiminis in Pomerania Electorali consiliario, a quo acceperam significare possim. Is interim haec ad me scripsit: Relationem meam de Hemicrania spero jam missam esse ad Societatem Na” turae curiosorum inclytam. Oblitus sum in ea meminisse, illum morbum cum sanguine traductum in filium Ernestum Rabanum, qui vix duodecennis, graviter eo est excruciatus, subductus tamen male post triennium morte immatura, quam in Academia obiit, pulchris destinatis florentissimus. Opto ut hoc Praeteritum Domino Collectori Relationum communicetur, pertinet enim ad naturam morbi singularis altius penetrandam.‘‘

18 pulchris destinabis L, korr. Hrsg.

5 ami: R. Chr. Wagner. Zu N. 151: L bezieht sich auf I, 15 N. 178 und wird beantwortet durch N. 164. 10 aliquando misisse: vgl. I, 15 N. 178. 13 haec: nicht gefunden. 14 Relationem . . . Hemicrania: Joh. Gebh. Rabener, Historia de hemicrania periodica singulari ejusque curatione; gedr. in: M i s c e l l a n e a curiosa . . . sive Ephemeridum . . . , Decuria III, Annus V et VI (1697–98), Appendix, 1700, S. 137–146.

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Haec ille quae putem utiliter occasione data Dominis Collectoribus Ephemeridum Leopoldinae societatis communicari posse beneficio Tuo. Quod superest vale et fave. Dabam Hanoverae 24 Maji 1699 deditissimus 5

Godefridus Guilielmus Leibnitius.

A Monsieur Monsieur Behrens Medecin celebre Hildesheim Franco.

152. GERHARD WOLTER MOLANUS AN LEIBNIZ Loccum, 24. Mai (3. Juni) 1699. [153.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LH I 8, 2 Bl. 174–175. 1 Bog. 4o. 2 S. und 7 Zeilen. Siegel. Eigh. Aufschrift. — Auf Bl. 175 ro L von N. 153.

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Excellente et Nobilisse Dn. Leibnitz

amice honorate

Literae Dni Tenzelii, jacent Hannoverae in musaeo meo, atque adeo absens ego, et in coenobio meo constitutus, ad illas respondere nondum possum. In antecessum autem significo, aut me nihil videre in re nummaria aut omnes illos nummos, quorum is mihi copiam ex piscina glutine transmisit, non autoritate publica, sed a quodam sculptore, ausu cusos privato, exemploque aeque illaudabili, ac qui hodie ex ingenio nummos sibi fingunt Noribergae, Augustae Vindelicorum, adderem et Gothae, nisi parcerem Omeisio. Id certum est, nisi coerceatur denique haec licentia, de autoritate Medallionum hujus Seculi actum esse, posteris discernere non valentibus an genuini sint, et historiis probandis idonei, an vero originem suam debeant cuidam artifici, aut auri fabro, h. e. hominibus indoctissimis. Redux Dn. 236 Tenzelio satisfaciam V. D. Tu vero vir Exme Vale et salve a. T.

G. A. L.

Lockum d. 24 May 1699 P S[.] Benedicti Picteti Theologi Genevensis dissertationem hodie legi, de consensu inter Reformatos et Augustanae Confessionis Fratres. Sunt in illis bona nonnulla, sunt

Zu N. 152: K wird beantwortet durch N. 153 und erw¨ ahnt in N. 167. 11 Literae: Gemeint ist wohl der Brief I, 16 N. 449 von Tentzel an Leibniz, der eine von Leibniz zu u ¨bermittelnde Bitte an Molanus enth¨ alt. 16 Omeisio: M. H. Omeis.

N. 153

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et quae mihi non probantur, et in his proximis quod Fecial[i]a Puffendorfii tantopere commendet, non facturus si cum diligentia legisset librum illum, vidissetque dogma de absoluto decreto in fundamentalibus ab ipso censeri, certe ad systema suum talia docentes non pertinere. Vellem et a te legi et judicari an non opus sit per Epistolam amici ad amicum dissertationem illam censeri cum aliquo fructu in conatus nostros Irenicos cum Ref[ormatis] suo tempore redundaturo. Vale.

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A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseiller intime de S. A. Elector l de Br. et Lun. ` Hannover . a

153. LEIBNIZ AN GERHARD WOLTER MOLANUS [Hannover, Anfang Juni 1699]. [152. 360.]

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¨ Uberlieferung: L Konzept: LH I 8, 2 Bl. 174–175. 1 Bog. 4o. 10 Zeilen quer auf Bl. 175 ro. — Auf Bl. 174–175 K von N. 152.

Medalliones privata autoritate cusi, praesertim si publicos simulent, habent aliquid vicinum monetae adulterinae, et mererentur monetalibus edictis comprehendi. Picteti Theologi Genevensis dissertatio Irenica mihi visa frigida et superficiaria. Cantat veteres naenias, quibus rigidiores nostri vicissim crambem centies coctam reponent. Quod hi Pufendorfiano Faeciali non respondent causam esse puto, tum quod nolunt luctari cum larvis, tum quod nolunt sibi rem esse cum hominibus maledicis qui velut factionem formant. Sed puto non diu duraturos hos vulgi plausus, quos Faecialis ille habuit, praesertim si quando solidiora producantur de quo plura coram. Vale etc.

1 Fecial[i]a: S. v. Pufendorf, Jus feciale Divinum, 1695. Zu N. 153: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 152. Wir nehmen an, daß Leibniz seine Antwort unmittelbar nach Erhalt dieses Briefes verfaßte.

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N. 154

154. JOACHIM MEIER AN LEIBNIZ G¨ottingen, 25. Mai (4. Juni) 1699. [146. 155.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 629 Bl. 97. 4o. 2 S. Bibl.verm.

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Vir Per-Illustris, Dne Patrone et Compater maximo honoris cultu venerande. Maximas non quantas debeo sed quantas possum Tibi ago gratias, pro favore illo singulari, quo non tantum temeritatem meam in mittendo fasciculo illo in bonam interpretari partem, sed et Serenissimae Dnae Electrici perferre illum voluisti. Rem mihi gratissimam, Vir Per-Illustris facies, si commodo tempore, non quidem lucri caussa quod ambire non soleo, sed gratiosae recordationis, memoriam mei Dnae Electrici injeceris. Ex hoc quoque favorem Tuum agnosco singularem, quod me personato illi Turriano antagonistam opponere volueris. Accipio lubens negotium, in primis cum de Postarum Electoribus et Principibus Imperii debitarum negotio, adminicula habeam fortasse non contemnenda. Non tamen mihi Hornigkii, neque Ackoldi neque ipsius Turriani vel Ockelii copia est. Hoc igitur quoque addes gratiae, ut mihi illos transmitti cures autores, finito negotio remittendos. Nomen meum in fronte libri supprimere maxime mihi placet, nec curo an in homines emaneat necne, cum satis mihi sit, Turriani petulantiam repressisse, et hoc ipso Electoribus et Principibus protestantibus, nec non Tibi, Vir Per-Illustris, placuisse, quod haut in minima felicitatis meae parte sum positurus. Facias igitur ut quam primum ante memorata adminicula ad me transmittantur, quo de ordiendo opere ocyus citius cogitare possim. Vale et favere perge Per-Illustris nominis Tui

Cultori humillimo

Meiero

Gottingae d. 25 Maji 1699.

Zu N. 154: K antwortet auf N. 146 und wird von zwei nicht gefundenen Leibnizbriefen beantwortet, vgl. N. 235. Beilage war N. 155. 7 fasciculo: J. Meier, Sr. Churf¨ urstl. Durchl. zu Braunsw. und L¨ uneb. Ernesti Augusti Geschichts-Calender , 1699. 11 illi Turriano: Caesareus Turrianus, Glorw¨ urdiger ¨ rnigk, Tractatus, 1639. Adler , 1694. 14 Hornigkii: L. v. Ho 14 Ackoldi: [A. Ockel], Gr¨ undlicher Unterricht, 1685. 14 Ockelii: A. Ockel, Discursus juridico-politici, 1698.

N. 156

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¨ LEIBNIZ 155. JOACHIM MEIER FUR Liste der erbetenen Titel zu Fragen des Postregals. Beilage zu N. 154. [154. 235.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 629 Bl. 80. 4o. 1 S.

In Quarto Emeran Ackolds Gr¨ undlicher Unterricht von dem Post-Regal der Chur und F¨ ursten des H. R. Reichs. Andreae Ockeli Discursus de Regali Postarum Jure Electorum Principumque Imperii . An die Romische Kaiserliche auch zu Hungarn und Boheim Konigl. Majest¨ at Ferner weites Allerunterth¨ anigst und hochflehentliches Nothgedrungenes Ansuchen und Bitten der vier Erbaren Reichs St¨ adte Augstburg, N¨ urnberg, Ulm und Lindau Contra Herren Sebastian Franzen Grafen von Taxis als Postmeistern zu Augspurg. Caesarei Turriani Glorw¨ urdiger Adler . In Octavo. Ludovici von H¨ ornigk Tractatus de Regali Postarum Jure. h...i

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156. LEIBNIZ AN JOHANN ANDREAS SCHMIDT Hannover, 26. Mai (5. Juni) 1699. [150. 199.] ¨ Uberlieferung: ¨ L1 Konzept: LBr. 818 Bl. 141. 8o. 2 S. Mit wenigen Anderungen. Oben auf Bl. 141 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: Ad Dn. D. Schmidium, Theologum Helmstadiensem Jenam 26. Maji ” 1699‘‘.

14 Turniani K, korr. Hrsg.

Zu N. 156: L2 antwortet auf N. 150 und wird beantwortet durch N. 199.

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L2 Abfertigung: Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Ms. Lat. qu. 551 Bl. 78 und Bl. 66 (PS.). 8o. 2 2/3 S. Bibl.verm. auf Bl. 66 ro: geh¨ ort zu dem brief v. 26. Maii, 1699.‘‘ (Unsere ” Druckvorlage.) — Gedr.: Veesenmeyer, Epistolae, 1788, S. 81–83. A Teilabschrift von L2: Halle Univ.- und Landesbibl. Yg 8o 23, D Bl. 1. 3/4 S. (= Z. 18 bis S. 243 Z. 6 unseres Textes) von einer Hand des 18. Jhs, aus der Sammlung von Joh. Fr. Pfaff.

Vir Maxime Reverende et Celeberrime

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Fautor Honoratissime

Itionem feliciter confectam non dubito, reditum quoque faustum et felicem precor. Ob Domini Baronis de Gorz Camerae nostrae praesidis absentiam, expectatumque indies adventum, placuit Dominis ministris Aulae nostrae differre conclusionem circa pretium Chalcographi. Puto tamen si quid (ut arbitror) egregium ab eo sperari possit, perficiatque delineationes ad mentem nostram, 100 Vallenses quos postulat, in Tabulam, impetraturum, comprehenso Frontispicio. De Emblematibus supervacua fuit dubitatio Crausii, facile enim intelligi poterat, certae magnitudini nos non esse astrictos. Caeterum de dispositione eorum ipsa aliquid certi praescribetur. Italus pictor, qui debebat delineationem Frontispicii Exequialis praetentare, nuper aliquandiu ab urbe abfuit. Quod consilia confers, gratias ago. Cum Executor voluntatis ultimae Dni Sagitarii piae mem. ipsis ejus Tabulis sis constitutus; meo judicio, non est cur cujusvis vocibus movearis et poteris expectare, dum aliquid publica autoritate ad Te perveniat, ac tum demum offerre Te non ad deferendum pium erga defunctum officium (quod fiet si omnia in aliorum manus tradas), sed ad communicandum cum eo quem volent Tibi adjungi. Praeterea poterit mitti qui inspiciat, quae demum sint arcana illa tantopere jactata, ut ab iis quae edi possunt separentur. Nam quae conscripsit Vir doctissimus de rebus Thuringicis aliisque ut ederentur, in illis magna arcana non fore facile apparet. Si Weigeliana vel affecta vel destinata non prorsus intercidant, et curiositati nostrae et utilitati fortasse publicae consuletur. Vale et fave. Dabam Hanoverae 26 Maji 1699 deditissimus

G. G. Leibnitius.

11 pretium: f¨ ur die Kupferstiche des Gedenkbandes zu Ehren des verstorbenen Kurf¨ ursten M o n u m e n t u m Gloriae Ernesti Augusti (SV.). 14 Crausii: J. U. Kraus. 16 pictor: T. Giusti. 24 Thuringicis: Die Manuskripte von C. Sagittarius zur Th¨ uringischen Geschichte erschienen auszugsweise in der zweiten H¨ alfte des 18. Jhs; vgl. I, 13, S. 352 Erl. und C. Sagittarius, Antiquitates (SV.).

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P. S. Etsi Dominus Linckerus JCtus Jenensis et Consiliarius Intimus Vinariensis non ita egerit mecum, ut solent illi qui sunt ad humanitatem mansuetudinemque facti; ego tamen quae in ipsum scripta fuere a nescio quibus stylo satyrico, probare non possum. Dn. Strykius asseveravit erga amicum quendam meum, sibi quoque illa nec cognita nec grata fuisse. Ajunt aliquid a Dn. Lynkero contra Strykianas de jure sententias editum in nundinis Lipsiensibus haberi non potuisse.

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157. SAMUEL CHAPPUZEAU AN LEIBNIZ Bruchhausen, 26. Mai (5. Juni) 1699. [125. 196.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 150 Bl. 62–63. 1 Bog. 4o. 2 S. Bibl.verm.

`a Bruchause le 26e May 1699 Je ne doute point, Monsieur, que vous ne vouliez bien achever l’ouvrage que vous avez commenc´e en ma faveur; de quoy je vous suis d’autant plus oblig´e, que vous avez eu la bont´e de me prevenir, et de m’offrir vos services. Par les deux dernieres lettres que vous m’avez fait l’honneur de m’´ecrire depuis que nous sommes `a Bruchause, vous me marquez que l’affaire est en bon train, et m´eme que je pourrois prendre la libert´e d’en ´ecrire un mot ` a S. Exce Monsieur le Comte de Plate. C’est, Monsieur, ce que je fais par la lettre cy jointe, suivant v´ otre bon conseil, la laissant ouverte, afin que vous ayez la bont´e de la luy rendre ferm´ee, si vous jugez qu’elle soit bien comme elle est. A n´ otre retour de Bruchause j’iray ` a Hannover pour faire la reverence `a Son Excellence, et vous rendre en m´eme tems tres humbles graces des bons offices que vous me rendez avec tant de generosit´e. Je suis h...i

2 egerit mecum: zu Leibniz’ Auseinandersetzung mit N. Chr. v. Lyncker vgl. I, 16 N. 222, N. 325, N. 471 und N. 138 des vorliegenden Bandes. 3 quae . . . fuere: vgl. N. 336. 5 aliquid . . . contra Strykianas: N. Chr. v. Lyncker (Carolus Sylbindus Nicaeus, Pseud.), Monita plusquam quinque millia, 1699, gegen S. Stryck, Tractatus de actionibus forensibus investigandis, 1697. Zu N. 157: K antwortet auf zwei nicht gefundene Leibnizbriefe. Beilage war ein Brief Chappuzeaus an Graf Franz Ernst v. Platen (vgl. Z. 17 f.). 11 ouvrage: Leibniz’ F¨ ursprache f¨ ur Chappuzeaus Lexikonprojekt.

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N. 158

La nouvelle edition que vous me marquez, Monsieur, qu’on veut faire `a Paris du Dict. de Moreri, ne peut porter aucun prejudice `a mon Ouvrage, qui est, comme vous s¸cavez, tres different en toutes manieres de celuy-l`a, ou pl´ utˆ ot, qui luy est tres oppos´e. J’ay un article du Clerg´e en general, et particulierement du Clerg´e Romain, que j’ay de l’impatience de vous faire voir, pour en avoir votre sentiment. Ce sera `a mon premier voyage `a Hannover.

158. CHRISTIAN WILHELM VON EYBEN AN LEIBNIZ Gottorp, 29. Mai (8. Juni) 1699. [227.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 247 Bl. 22. 8o. 2 S.

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Monsieur

de Gottorp ce 29 May 99.

Je m’ay veˆ u trop mis en confusion pour observer tout ce que j’avoue ingenument d’etre de mon devoir aupres de mes Amis, que j’ay ´et´e oblig´e de quiter par mon depart de Cell, et principalement aupres de Vous Monsieur, me flattant de Votre bont´e, que Vous ne dedaignerez pas d’y prendre le premier rang, non obstant cet eloignement, auquel mon fatum m’a enfin forc´e de consentir; De ma part je ne soufriray jamais aucun amoindrissement du respect et de l’estime sincere que je Vous ay sacrifi´ee et que je Vous porteray durant ma vie, Vous protestant seulement de me conserver Votre chere amiti´e aussi entiere et inviolable dans ce coin du monde, que Vous m’avez fait l’honneur de m’en assurer lorsque je pouvois encor jouir de Votre voisinage moins eloign´ee, et de Vous servir de Votre droit sur moy sans exception, si Vous aurez quelques ordres `a executer dans ces quartiers-cy. Au reste je Vous presente enfin le chronicon de K¨onigshofen, dont Mr Schilter Vous a regal´e, il y a quelques mois, lequel paquet ne m’estant rendu, qu’avant trois jours, je n’ay voulu permettre, qu’il s’arrˆetoit plus long temps chez moy.

1 nouvelle edition: L. Moreri, Le grand dictionnaire historique, 1674; nouvelle ´ edition 1699. 2 Ouvrage: Chappuzeaus nicht erschienenes Dictionnaire historique, g´ eographique, chronologique et philologique. Zu N. 158: K lag das Z. 21 genannte Buch bei. 12 depart: Eyben, der seit 1696 Hofrat in Celle war, wurde 1698 schleswig-holsteinischer Staatsrat. 21 chronicon: J. Twinger v. K¨ onigshofen, Die Alteste Teutsche Chronicke, hrsg. v. J. Schilter, 1698.

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Votre Ditmarus paroitra ` a la fin en public, de meme que je crois, que les restes de Vos occupations n’empecheront point la continuation des accessiones histor. et moy je suis avec bien de zele Monsieur

Votre tresh. et tresobeiss. Serv.

Chr. W. E.

159. JOHANN THEODOR HEINSON AN LEIBNIZ Weener, 30. Mai (9. Juni) 1699. [129. 222.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 386 Bl. 20–21. 1 Bog. 4o. 4 S. Bibl.verm. Links oben o auf Bl. 20 r von Leibniz’ Hand: resp‘‘. ”

Als mir gestern Meines Gdsten Herrn Durchl. gn¨ adigst befohlen, ehe ich anhero auff die visitation gienge an Ew. Excellence gehorsahmst zu schreiben, und, nach Vermeldung eines gar Gn¨ adigen Grußes von Meinem Herren, dieselbe fre¨ undlichst zu bitten, doch sonder schwer eine Trauer-M´edaille zu erdencken, die besagte Durchl. auff den herben Todes-fall dero numehro h¨ ochstsehligsten Fraw Mutter, k¨onten dem Gebrauche nach m¨ untzen laßen. Und wird es Ew. Excellence nicht ung¨ utig de¨ uten, daß solche Bitte hier auff dem dorffe ` a grande hˆ ate gar dienstl. verrichten, und umb eine kleine Hochgeneigte Antwort hiemit gehorsahmst bitten muß. Vor die M¨ uhe so Ew. Excellence nehmen wollen in kundmachung der Gn¨ adigsten Meynunge Unserer Durchlauchtigsten Churf¨ urstinn, dancke so hertzl. als der unterth¨ anigste Respect ist, womit alles dasjenige dem¨ uhtigst annehme, was von solcher großen Princesse k¨ ombt. Es ist aber weit von mir daß ich mich anders auff den Herren Abt Gerhard beziehe, als in so weit er ein so vortrefflicher großer Theologus ist, auff deßen Judicium 1 Ditmarus: Zu Leibniz’ Ditmarus restitutus vgl. auch I, 14 N. 274. Zu N. 159: K antwortet auf N. 129 und wird beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief oder durch N. 222. 9 Herrn Durchl.: F¨ urst Christian Eberhard. 10 visitation: im Rahmen des Heinson 1698 u ¨ bertragenen Amtes des Superintendenten. 12 Trauer-M´ edaille: vgl. N. 163 Erl. 13 Todes-fall . . . Mutter: F¨ urstin Christine Charlotte v. Ostfriesland war am 15. (25.) Mai 1699 gestorben. 20 Gerhard: G. W. Molanus. 21–246,1 Judicium . . . hat: In I, 15 N. 467 teilt Molanus Leibniz mit, daß Christine Charlotte von Ostfriesland ein judicium‘‘ zu zwei pietistischen Streitschriften erbitte. ” Bei Molanus’ Stellungnahme handelt es sich wohl um das in J. D. Winckler, Anecdota Historico-Ecclesiastica, T. 1, Braunschweig 1757, S. 93–125, unter dem Titel Des seeligen Abts Gerhard Walter Molani zu Lockum Bedenken u ¨ber des seel. Past. Funckens im Jahr 1698 herausgegebene Entdeckung einiger Kennzeichen der Neulinge, und Lic. Brenneisens darauf ausgefertigte so genannte abgen¨ othigte Schreiben gedruckte St¨ uck. Es ist unklar, wann Leibniz und Heinson dieses judicium‘‘ erhielten. ”

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von denen Pietisten (das Mein Gdster Herr schrifftl. von demselben in H¨anden hat) sich Durchlauchtige Personen woll und sicher verlaßen k¨onnen, und deßen Fleiß, M¨ uhe, Directorium und Anordnung im regimine Ecclesiastico derogestalt l¨oblich, daß mich nicht alleine gl¨ ucklich sch¨ atze, davon einige notice zu haben, sondern mich auch verpflichtet achte in aller Unterth¨ anigkeit Meinem Gdsten Herrn (nach deme es demselben Gn¨ adigst gefallen die Inspection deren Kirchen meiner Wenigkeit auffzutragen) als zum Modele den Herrn Abt mit seinen Anordnungen im Churf¨ urstenthum Hannover vorzustellen, ohne daß ich entweder eiteler Weiße mit einem so großem Manne in Comparaison zu kommen verlange, oder von andern k¨ onne geachtet werden, daß ich durch diese Imitation auch fort solch Ansehen affectire. Bey weitem und gar nicht: es kann ein jedes gantz woll alleine bestehen, und ist nicht n¨ ohtig daß solche imitatio mit besagter affectation, als von welcher mich allerdings frey weiß, verkn¨ upffet sey. Ferner, so kann mich an solcher imitation nicht hindern die practique meiner Vorfahren, als welche zum theil wegen der 14 J¨ahrigen vacance unbekant, mich doch auch in allen meinen bißherigen Actionen und Unternehmungen kr¨afftig sch¨ utzet, so daß es nur jetzo darauff ank¨ ombt, da Mon Prince est Pape dans son Pays, daß dieselbe gn¨ adigst determiniren, ob Ich mein Ambt exerciren solle wie laut vieler Schrifften meine Vorfahren gethan, und zu Hannover, Zelle, Wolffenb¨ uttel und anderer Orten (in so weit sie eine Gleichheit mit einander haben) geschicht, oder ob Ihro Durchl. befehlen wollen daß es anders solle verrichtet werden, mit beygef¨ ugtem modo darinnen die discrepantz enthalten. Und binn ich dabey der g¨antzlichen Meynung daß ich eintzig und allein auff diese Aart k¨ onne eviter toute sorte d ’ i m p e g n o , auch nicht beßer oder sicherer thuen k¨ onne, als daß ich sage: Gn¨adigster Herr so geschicht dies oder jenes zu Hannover, Zell, Wollffenb¨ uttel, Oßnabr., was befehlen Ew. Durchl. Eben so habe ichs auch gemachet mit denen also genanten Pietisten, und habe davon d’une maniere pleine de respect et de moderation meine Meynung (die ich nicht etwa mir alleine gelaßen erdacht; sondern selbst aus dem Munde des Hn Abts und anderer großen Theologorum theils m¨ undl. theils schrifftl. geh¨ oret) gegen meine Gdste Herrschafft, und auch gegen das Consistorium gesprochen. Weil aber dieses letzte besetzet mit dem H. Vice-Cantzler als Pr¨ aside und Herrn BrennEisen, die dann der Welt vor Pietisten genueg Leider! bekant, auch mit ihren Meynungen die u ¨brigen beyden Herrn Regierungs-R¨ahte (ich schreibe

6 f. Modele . . . Hannover: vgl. N. 11 und N. 129. 15 f. Mon . . . Pays: vgl. auch N. 11. 21 toute . . . d ’ i m p e g n o : vgl. N. 129. 28 Vice-Cantzler: H. Avemann. 30 beyden . . . Regierungs-R¨ athe: nicht identifiziert.

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alles im Vertrauen, zur Nachricht bey Ihro Churfrl. Durchl.) mehrentheils schon entweder gantz inficiret, oder doch in solcher Furcht haben, daß die M¨ anner nicht anders wie Sie reden d¨ urffen, sehen Ew. Excellence gar leichte, daß ich im Consistorio auch meine gelindeste opinion nicht ohne collision k¨ onne loß werden. Wie dann auch der H. vice Cantzler mir w¨ urckl. deswegen 2 mahl so vor den Kopff gefallen im Consistorio, daß es eine Schande ist daran zu gedencken, und ich dieses von dem gueten Herrn Aveman gar nicht leiden kann noch will, wie ich Ihm auch ins Gesichte gesaget, und zu exempeln vorgeschlagen den H. Abt und vice-Canzler Hugonem von Hannover, wie die ihren Assessoribus und Collegen als Praesides ein jeder in seinem Collegio begegnet; und wie das Manier w¨ are, so praetendirte ich auch von Ihm begegnet zu seyn, wann wir Fre¨ unde bleiben wolten, und Er solte mir so woll meinem Eide nach mein Gewißen beobachten und guete Meynung halten laßen, als ichs ihm g¨onnen m¨ uße, zu meinen was Er wolte etc. etc. Und wann diesem gueten Herrn von denen anderen Herrn R¨ahten auch so die Meynung h¨offlich gesaget w¨ urde, solte sichs woll schicken mit Ihm. So viel als ich auch von Serenissimo verstehe, hat er gar keinen Gn¨ adigen Gefallen an solchem groben und r¨ uden proceduren oder Begegnen, womit mich dieser H. Vice-Canzler etliche Mahl entreteniren wollen, wor¨ uber sich Ew. Excellence wundern sollen, wann ichs einmahl erz¨ahlen werde. Und wolte ich zu dem Ende woll inst¨ andigst von dem Hn Abt gebeten haben umb die Nachrichten aus dem Hann¨ overischen Consistorio, worinnen das Ambt der Gen. Superint. die Consistoriales mit seyn, bestehe, als welches die Hochsehlichste Herzoginn diesmahl von der Churfrl. Durchl. auch dem Herzoge von Zelle aus Ihren Consistoriis begehren wollen. Was von Hn BrennEisen und der andern Pietisten sache zu halten sey, werden Ew. Excellence sehen aus der Schrifft so er wieder Gottlieb Stoltzen gemachet, welche nebst andern schrifftlichen Sachen woll communiciren will, wann Sie mirs in beliebiger antwort befehlen wollen. Biß wohin ich verbleibe h...i Wehner den 30ten Maji 1699.

23 Schrifft: E. R. Brenneysen, Ausf¨ uhrliche Antwort auff Johann Gottlob Stoltzens Anmerckungen uber einige Lehr-S¨ atze, 1698; vgl. I, 15 S. 632 Erl.

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160. JAMES CRESSETT AN LEIBNIZ Hamburg, 31. Mai (10. Juni) 1699. [135. 175.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 183 Bl. 68. 4o. 2 S. Eigh. Anschrift.

`a Hambourg ce 31. de May 1699. 5

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Je scais que vous ne serez pas fach´e d’etre charg´e de cette incluse pour Madame l’Electrice. S. A. E. apparrament vous communiquera le contenu qui regarde la presente situation des affaires en Angleterre. Le Roy mon maitre sera en Hollande dans quelques jours. Le Duc de Holsteyn ira en Suede dans quinze jours. Je suis h...i Monsr Leibnitz.

161. CHARLES LE GOBIEN AN LEIBNIZ Paris, 10. Juni 1699. [186.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 541 Bl. 12–13. 4o. 3 S. Eigh. Anschrift. — Gedr.: Widmaier, China, 1990, S. 96–98.

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Monsieur

`a Paris le 10. Juin 1699.

C’est avec bien du chagrin que j’apprens que vous n’av´es point receu le livre de l’histoire de l’Edit de l’Empereur de la Chine en faveur de la Religion Chrestienne, que je vous ay envoi´e il y a cinq ou six mois; le R. Pere Verjus le mit avec ceux qu’il envoia

Zu N. 160: Beischluß zu K (vgl. Z. 5 incluse‘‘) war ein nicht gefundener Brief (Cressetts?) an Kur” f¨ urstin Sophie. 7 Roy: Wilhelm III. 9 Duc: Friedrich IV. von Holstein-Gottorp. Zu N. 161: K antwortet vermutlich auf I, 15 N. 425 und wird beantwortet durch N. 186. Beilagen waren die S. 249 Z. 3 erw¨ ahnten, aber nicht identifizierten petits ´ ecrits‘‘, der S. 250 Z. 17 genannte Brief ” sowie C. Le Gobien, Lettre sur les progrez de la religion ` a la Chine, 1697 (vgl. N. 186 u. Erl.). Die Sendung ging u ¨ber Chr. Brosseau mit der Hofpost an Leibniz; vgl. N. 194.

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a` Munster, mais soit qu’il fust confondu avec les autres ou qu’on ne se soit pas expliqu´e ass´es clairement il n’est point parvenu jusqu’`a vous. C’est pour suppl´eer `a cette perte que je vous renvoie celuy cy avec quelques autres petits ´ecrits qui regardent les Missions de la Chine, aux quelles vous av´es la bont´e de vous interesser. Je ne me fieray plus `a personne et je vous envoirai moy mesme doresnavant les nouvelles qui nous viendront de ce pays l`a et les livres que je composerai. Je vai[s] imprimer dans un mois l’histoire des Isles Marianes connu¨es autrefois sous le nom des Isles des Larrons. Il y a des choses curieuses et ´edifiantes dans cette histoire. Voici les dernieres nouvelles que nous avons rece¨ ues de la Chine. La lettre est de Canton le 20 Sept. 1697. L’Empereur est all´e cette ann´ee a Nimhia. C’est une ville qui a deux lie¨ ues de tour et 40 mille familles. Elle est `a 38 degr´es 35 min. de latitude et `a trois lie¨ ues du Hoamho ou rivi´ere jaune, qu’il faut passer pour y aller. Ce fut en y allant qu’on luy amena le fils du Caldan ag´e de 13. ans et qui paroist encore plus jeune. Son P´ere l’avoit envoi´e aux Peuples de Cami pour les retenir dans son ob´e¨ıssance en les asseurant qu’il les d´efendroit, mais ceux cy aimant mieux s’assujetir eux mesmes ` a l’Empereur, le sont venus livrer. L’Empereur le voulut voir, et l’envoia ensuite ` a Pekin, o` u il est gard´e. Si son pere meurt les armes `a la main, les coutumes de l’Empire veulent qu’on le fasse mourir aussi, affin qu’il ne puisse pas un jour venger la mort de son pere. Le Caldan estoit encore `a deux mois de chemin de Nimhia. Plusieurs de ses gens ne laiss´erent pas de venir se rendre ` a l’Empereur avec toutes leurs familles. Luy mesme luy ´ecrivit `a la fin une lettre de soumission o` u il prioit l’Empereur de luy marquer distinctement de quelle maniere il seroit receu. Deux corps d’arm´ee que l’Empereur envoioit contre luy par divers chemins et deux deput´es qu’il luy envoia aussi pour le porter ` a se rendre l’obligerent sans doute `a cette resolution. Sa Majest´e laissa le fameux Sosan en sa place pour presser et pour achever cette affaire et reprit le chemin de Pekin. Peu de jours apr´es on luy apporta l’heureuse nouvelle que le Caldan avoit pris du poison et qu’il estoit mort le mesme jour. Tanguillan Generalissime des Elouths mandoit qu’il venoit luy mesme se soumettre `a l’Empereur

10 Nimhia: Ning(h)sia. 12 Hoamho: Huang Ho. 13 fils: Septen Bailsur. 13 Caldan: ¨ oten). Galdan, K¨ onig der Eleuthen (Ol¨ 14 Peuples de Cami: Gemeint sind wohl die Bewohner der Stadt Ha-mi; in einem Brief an Leibniz vom 10. September 1705 spricht J. de Fontaney von Hami, ou ” Cami‘‘ (gedr.: Widmaier, China, 1990, S. 229). 26 Sosan: So-san (Songotu). 28 Tanguillan: wohl Galdans Neffe Dantsila.

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et qu’il amenoit le corps du Caldan et toute sa nation avec luy. L’Empereur entra triomphant dans Pekin apres avoir heureusement termin´e cette guerre, qui le rend maitre paisible de toutes les vastes contr´ees qui sont depuis l’Yarcan et les estats du grand Lamas jusqu’` a la mer Orientale. La Nation de Coucounor s’est aussi assujetie ` a l’Empereur. Ces Peuples demeurent entre Sinin et le Royaume du grand Lamas. Le R. Pere de Fontaney qui a ´ecrit cette lettre nous marque qu’il est all´e `a Canton par l’ordre expr´es de l’Empereur qui l’y a envoi´e pour aller au devant du Pere Bouvet qu’il attend avec une grande impatiance. Si le Pere Bouvet arrive heureusement `a la Chine, comme nous avons lieu de l’esperer, l’Empereur sera content car il a fidelement execut´e les ordres dont il luy avoit fait l’honneur de le charger. On nous marque encore dans la lettre dont je vous envoie un extrait qu’en quinze jours de Caravanes on va de Sotcheou ville de la Chine `a Cami, en 20. de Cami `a Tourfan. En pr´es de deux mois de Tourfan ` a Yarcan et en un mois d’Yarcan `a Samarcand, il n’est pas necessaire de prendre par Yarcan qui est trop au nord. Voila Monsieur tout ce que cette lettre contient de curieux. Je joins `a tout cecy une lettre que Madame Constance qui a une vertu d’ange, escrit `a son confesseur qui apres avoir est´e longtemps dans les fers ` a Siam est aujourdhuy avec le R. Pere Taschard `a Chandernagor au Royaume de Bengale. Si les Missionnaires ne peuvent se retablir `a Siam, ils ont dessein d’ouvrir une nouvelle mission au Royaume d’Orixa qui est voisin de celuy de Bengale, le P. Taschard nous mande qu’il y a en ce Royaume l`a des Academies de Scavans, dont on pourra peutestre tirer de bonnes lumieres. Ce Pa¨ıs est fort peupl´e

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3 l’Yarcan: Yarkand (Jarkend). 4 Coucounor: Koko Nor (Kokunor, K¨ ake-na ur). 5 Sinin: Hsi-ning. 9 f. Bouvet . . . Chine: Bouvet, der sich am 6. M¨ arz 1698 in Frankreich einschiffte, erreichte bereits im Oktober 1698 Macao. 11 ordres: J. Bouvet hatte Peking als Gesandter des Kaisers am 8. Juli 1693 verlassen, um diplomatische Verbindungen zwischen Paris und Peking anzubahnen und insbesondere die Entsendung gelehrter franz¨ osischer Jesuiten zwecks Errichtung einer chinesischen Akademie der Wissenschaften zu veranlassen. Vgl. C. von Collani, Joachim Bouvet S. J. Sein Leben und sein Werk , Nettetal 1985, S. 22–24. 13 Sotcheou: Chiu-ch’ u ¨an. 17 lettre: gedr.: Widmaier, China, 1990, S. 98–100. 19 Chandernagor: Tschandernagar. 20 Orixa: Orissa, Provinz an der Nordostk¨ uste Indiens. 21 Taschard: G. Tachard.

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et la langue de la Cour et des Seigneurs aproche fort de la langue persienne. Je suis avec bien de l’attachement et du respect Monsieur

Vostre tres humble et tres obe¨ıssant serviteur C. Le Gobien de la Compagnie de Jesus.

Permett´es moi de saluer ici le R. P. Kostkanki.

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A M. Leibniz.

162. LEIBNIZ AN JACOB HENDRIK HILDEBRAND [Hannover, 12. Juni 1699]. [328.] ¨ Uberlieferung: L verworfene Abfertigung: LBr. 405 Bl. 5–6. 1 Bog. 4o. 2 3/4 S. Eigh. Anschrift. Mit Korrekturen.

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A Monsieur Hildebrand secretaire de Suede `a Vienne Monsieur J’ay bien re¸cu ˆ l’honneur de vostre lettre, aussi bien que les paquets que Mons. Block vous avoit mis en main, tant celuy qu’un Courrier m’apporta, que le dernier dont Monsieur de Bothmar a bien voulu se charger. Je vous en dois des grands remercimens, Monsieur, et je n’aurois point manqu´e de vous en faire, d`es la reception du premier, si j’avois est´e assez inform´e de la peine que vous avi´es prise en cela. Je souhaiterois de pouvoir meriter vos faveurs par quelque service; mais je me trouve reduit aux simples expressions d’une bonne volont´e et d’une reconnoissance perpetuelle. Cependant de toutes les obligations que j’ay `a l’honnestet´e de Mons. Block, celle de m’avoir donn´e l’avantage

11 A Monsieur (1 ) Block (2 ) Hildebrand L

5 Kostkanki: A. A. Kocha´ nski. Zu N. 162: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 450 und wird beantwortet durch N. 328, der wir unsere Datierung entnehmen. 13 paquets: vgl. I, 16 N. 450 und M. G. Blocks Brief vom ¨ m, in: 30. Okt. 1698 (LBr. 75 Bl. 21–24; gedr.: Leibniz och Magnus Gabriel Block , hrsg. v. J. Nordstro Lychnos 1965/66, S. 207–209).

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de vostre pretieuse connoissance, est sans doute la plus grande, et je seray d’autant plus empress´e `a cultiver ce que j’ay si peu de droit de pretendre. Mons. Block m’´ecrit quelques fois de Stockholm. J’ay appris aussi de Mons. de Sparwenfeld, qu’on l’y estime. C’est de quoy je suis bien aise. Car ses lettres, et vostre bont´e pour luy, et la bonne opinion qu’on avoit de luy `a Florence, mais particulierement feu Mons. le Baron de Bodenhausen, qui l’a marqu´ee par sa derniere volont´e, font assez connoistre son m´erite. On avoit est´e allarm´e extremement par une fausse nouvelle de la mort du Roy d’Espagne, dont la cause avoit eu quelque chose de ridicule. Un courrier de la Cour de France, allant trouver l’Ambassadeur de France `a Londres, arrive je crois `a Douvres, et souhaitant d’estre expedi´e promtement par le maistre de poste, qui n’estoit pas fort diligent `a luy fournir des chevaux; feignit d’estre press´e pour porter une grande nouvelle telle que la mort du Roy d’Espagne. Mais cette feinte eˆ ut un effect tout contraire `a son intention. Le Maistre de poste crˆ ut qu’il seroit bon que le Roy son maistre en fut inform´e plus que l’Ambassadeur, et depechant un expr´es `a la Cour, amusa cependant le Courrier. Cela fit que ce faux bruit se repandit d’abord, et ne fut dissip´e, que lors que l’auteur ´etonn´e de l’effect de son invention le detruisit par son arriv´ee. On peut juger cependant par l’effect que cette fausse nouvelle avoit fait sur les esprits, ce que pourroit faire un jour la verit´e, qui n’est que trop ` a craindre. Il n’y a que l’Empereur qui conserve ses trouppes sur pied, et il a grande raison de le faire, car il est le plus interess´e. Cependant toute l’Europe l’estant assez par le contrecoup que la revolution d’Espagne pourroit faire; il semble qu’on en devroit faire une negotiation generale plus tost pour prevenir le mal que pour l’addoucir un jour par quelques trait´es quand il ne sera presque plus temps. Apres avoir fait son devoir, on auroit raison d’abandonner le reste ` a la providence. Je vous recommande `a sa protection, et je suis avec zele Monsieur

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Vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz

P. S. Vous s¸cav´es, Monsieur, qu’on delibere `a Ratisbonne sur la correction de l’Almanach. Plusieurs opinent pour la reception du Calendrier Gregorien; mais le Ministre de Suede y trouve encor de la difficult´e; et il me semble que ce n’est sans raison. Car

3 Block m’´ ecrit: Der Druck dieser Korrespondenz erfolgt in Reihe III. 3 appris: vgl. I, 13 N. 382, S. 640. 6 derniere volont´ e: vgl. I, 16 N. 265. 10 Ambassadeur: C. d’Hostun, Comte de Tallard. 29 Ministre: G. F. Snoilsky.

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suppos´e que le style Gregorien soit meilleur, il est tousjours raisonnable que les princes protestans avant que de s’y engager procedent avec ordre, et d’une maniere qui garde le decorum. C’est pourquoy il me semble qu’il seroit `a propos qu’on consultˆat auparavant les Professeurs de Mathematique des Universit´es protestantes, et qu’on fit les choses suivant l’avis des personnes entend¨ ues. On pourroit mˆeme se servir de quelques restrictions et precautions, en se reservant le droit de faire examiner les choses de temps en temps, puisqu’on n’est pas asseur´e, que le calcul Gregorien r´epondra tousjours au ciel. Et on pourra establir des surveillans pour cet effect. Outre qu’il y a des disputes dans l’Eglise Romaine mˆeme sur le temps de la Pˆ aque qu’il faudroit examiner, il n’est point necessaire qu’on se precipite ` a cause de l’approche de la fin du siecle; estant tousjours temps de venir `a la correction apres une meure deliberation: car quelques ann´ees de plus ou de moins ne font rien.

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163. FRIEDRICH VON WALTER AN LEIBNIZ Aurich, 2. (12.) Juni 1699. [173.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 976 Bl. 51–52. 1 Bog. 4o. 3 S. Bibl.verm.

Monsieur

Aurich ce 2me Juin 1699.

Comme S. A. Sme Mgr le Prince vous a d´eja fait prier par Mr F¨olger d’avoir la bont´e de vouloir bien songer ` a trouver un embleme d’un cot´e et une inscription de l’autre

7 f. Et . . . effect am Rande erg. L

Zu N. 163: K wird erw¨ ahnt in N. 173. 17 Prince: Christian Eberhard von Ostfriesland. 17 fait prier . . . F¨ olger: nicht ermittelt. 18 embleme . . . inscription: Die bei T. D. Wiarda, Ostfriesische Geschichte, Bd 6, Aurich 1796, S. 375, beschriebene silberne Sterb-Medaille‘‘ auf F¨ urstin Christine ” Charlotte zeigt ein Schiff, welches ausgeladen ist, und die Seegel niedergelassen hat, mit der Umschrift: ” Secuta laborem vera quies‘‘ und greift damit einen fr¨ uheren Medaillenentwurf von Leibniz auf (vgl. I, 13 N. 213); die Umschrift (auf der anderen Seite der M¨ unze ist neben den Lebensdaten der F¨ urstin der Satz Animam coelo, famam orbi, memoriam veneranti filio reliquit‘‘ eingepr¨ agt) stimmt mit den von ” Leibniz 1696 gemachten Vorschl¨ agen nicht u ¨ berein (vgl. noch I, 13 N. 294). Zur Sterbemedaille vgl. auch N. 159.

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contenant le jour de la naissance et de la mort etc. de feu Me la Duchesse sa Mere: il me commande aussy de vous re¨ıterer la meme priere de sa part pour la consideration que vous av´es to´ ujours eue pour la Sme Defunte. Je vous prie en m´eme t´ems Monsieur de me renvoyer par un lacquais ` a moy qui est ch´es Mr Hinuber les actes que je vous ay laiss´es sur les pretensions de Saxe Eisenach contre Wirtemberg avec v´otre sentiment `a un amy, qui ne le fera voir ` a personne. Je reconnoitray to´ ujours cette grace avec tout le respet et toute la reconnoissance que je suis depuis si lont´ems et que je seray toujours Monsieur

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v´ otre tres-humble et tres-obe¨ıssant serviteur

De Walter L’a´ın´e.

164. CONRAD BARTHOLD BEHRENS AN LEIBNIZ [Hildesheim,] 3. (13.) Juni 1699. [151.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 46 Bl. 102–103. 1 Bog. 4o. 3 S. Eigh. Aufschrift. Schwarzes Siegel. Papierverlust durch Siegelausriß. — Oben auf Bl. 102 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp.‘‘. ”

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Illustris atque Excellentme Domine

Patrone Colendissime

Observationem, de qua Ill. T. Excell. monet, tum temporis, una cum quibusdam meis de Ippecoanna, aliisque materiis, per mercatorem nostratem Dnnum Schlue ad nundinas Lipsienses misi, qui more suo illic mercatori cuidam Norimbergensi tradidit, Excellmo Directori Wurffbainio porrigendas. Occurrent autem illae omnes in anno quinto miscellaneorum, qui proximis vernalibus nundinis prodiit, nec dum tamen ad manus meas

1 Duchesse: Christine Charlotte von Ostfriesland war am 25. Mai 1699 gestorben. 4 Hinuber: vermutlich A. J. Hin¨ uber. 4 f. actes . . . Wirtemberg: nicht ermittelt. Zu N. 164: K antwortet auf N. 151. 16 Observationem: J. G. Rabener, Historia de hemicrania periodica (vgl. N. 151 u. SV.). 16 f. meis de Ippecoanna: Eine Arbeit von Behrens u ¨ber die Ipecacuanha-Wurzel wurde nicht ermittelt; nicht auszuschließen ist, daß Behrens seine in der Erl. zu Z. 19 genannte Arbeit u ¨ber den cortex Peruvianus‘‘ meint. 17 Schlue: Chr. Schluen. 19 anno quinto: ” Rabeners Aufsatz erschien im genannten Band der M i s c e l l a n e a (vgl. SV.); von Behrens finden sich die folgenden Beitr¨ age in diesem Band: De seri in sanguine lentescentia; De recidiva febris, cortice Peruviano fugatae, arte procurata; De calculosa constitutione; De membranis per anum secedentibus; De flatibus in intestinis quaedam phaenomena; De experientiae Hippocraticae autoritate.

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pervenit, quapropter etiam Bibliopolae F¨ orstero hac occasione scripsi. Caeterum meretur casus continuationem, scribamque prima occasione ad Dn. Directorem, forte etiam futura hyeme et longis vesperis cogitata mea circa hunc casum plenius explicata Dnn. Collectoribus communicabo. De coetero mortuus ante aliquot septimanas apud nos est, Affinis meus, Dn. D. Hilpertus, qui inter alia officia etiam Praefecturae Coppenbruggensis administrationem, quoad jurisdictionalia, nomine Sermae Principis viduae Nassovicae, Leewardae Frisiorum Residentis, ac natae ex domo Anhaltino Dessavica, gerebat, vocabatur vulgo Canzeley Director . Hoc ipsum munus cum inter plures a[lios] competitores nemini magis optem, quam fratri meo, Ludolpho Andreae Behrens, Episcopalis nostri Dicasterii Assessori, hinc non potui non sciscitari, an Ill. T. Excelltiae, aut alterius alicujus primarii in Electorali Aula ministri recommendatione id obtineri possit. Scrupulus quidem adhuc is apud me superest, an Serma Princeps illa, quae cum Electorali regimine ratione territorii sine dubio lites gerit, quempiam ex hujus loci commendatione in Directorem suum eligere possit, verum cum propter multos alios hujus loci competitores, mihi nulla via commodior appareat, statui eandem experiri. Praestabit se frater meus erga istum, qui ejus rationem habiturus sit, re ipsa pro seculi genio gratissimum. T. autem Excellentiae id ipsum ut rogare audeam, memoria veteris jam et usque continuati patrocinii efficit, quo ipso ut in perpetuum frui liceat, etiam atque etiam rogo, Ill. T. Excllae

Observantissimus

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C. B. Behrens.

d. 3. Jun. 1699. A Son Excellence, Monsieur de Leibniz, Tres illustre Conseiller d’Etat pour S. A. Electeurale de Bronsvig Lunebourg ` a Hannovere. Cito.

5 f. Coppenbruggensis . . . jurisdictionalia: vgl. dazu Schnath, Geschichte, 1, 1938, S. 622. 6 viduae: Henriette Amalie von Anhalt-Dessau, Witwe des 1696 verstorbenen Heinrich Kasimir II. von Nassau-Oranien. 9 f. Ludolpho . . . Assessori: 1698 ernannte ihn der F¨ urstbischof von Hildesheim, Jobst Edmund von Brabeck, zum Hofgerichtsassessor, 1703 wurde er B¨ urgermeister von Hildesheim; das hier angesprochene Amt wurde ihm nicht u ¨bertragen.

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165. DANIEL ERNST JABLONSKI AN LEIBNIZ Berlin, 3. (13.) Juni 1699. [203.] ¨ Uberlieferung:

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K Konzept: Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Nachlaß A. H. Francke, K. 11, 2 (D. E. Jablonski), Fasz. D, S. 21–22. E Erstdruck nach der nicht gefundenen Abfertigung: Kapp, Sammlung, 1745, S. 44–47. (Unsere Druckvorlage.) — Weiterer Druck: Guhrauer, Schriften, 2, 1840, S. 95–98.

HochEdler Herr Insonders hochgeehrter Herr Geheimbder Regierungs- und Justitien-Rath, hochgeneigter G¨onner, 10

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Nachdem meine Pohlnische Reise gegen das vergangene H. Osterfest, gl¨ ucklich abgeleget, h¨atte meine Schuldigkeit erfodert, schon l¨ angst mit einem gehorsamen Schreiben aufgewartet zu haben: es haben aber mancherley F¨ urf¨ alligkeiten, weiß nicht wie, mich allemahl divertiret und gleichsam eingeschl¨afert, bis Dero geehrtes j¨ ungstens mich wiederum nicht sonder Schamr¨othe erwecket: dahero meiner Saumlichkeit geneigten Pardon gehorsamst erbitte, auch von M. Hochgeeh. Herrn G¨ utigkeit erwarte. Bey meiner Wiederkunft fand vor mir ein Schreiben von Hrn. Steinberg aus Paris, dessen Formalia diese: Ill. Spanhemius Tibi salutem dicit plurimam etc. Aperuit mihi Vir Illustris, verum esse, quod ipsemet Ill. Dn. Leibnitzii apud supremum Praesidem de Danckelmann habuerit mentionem in locum defuncti Dn. Puffendorffii substituendi, eundem quoque huic propositioni manum dedisse, hac una exceptione, quod Ill. Leibnitzius pro praesentis temporis statu non ultra 1600. Imperial. salarii nomine posset frui, cum D. Puffendorffius p. m. habuerit 2000. An vero Sereniss. Elector aliquid hac de re resciverit, se ignorare, exposuisse se haec omnia Ill. Dn. Fuchsio ante discessum suum, ad quem, si Tibi libuerit, se hac de re scripturum esse mihi pollicitus est, dignum enim (quod et tu facis) virum incomparabilem arctiore cum aula nostra coniunctione judicat.

19 substituendo E, korr. Hrsg.

Zu N. 165: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief. 10 Pohlnische Reise: vgl. I, 16 N. 329. 16 Steinberg: H. A. Steinberg, brandenburgischer Legationsprediger in Frankreich. 22 Elector: Friedrich III. von Brandenburg.

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Hierauf schrieb ich so fort zur¨ uck, und bat Hr. Steinbergen bey dem Hrn. von Spanheim allerdings dahin es zu richten, damit selbiger in sothaner Sache an den Hn. von Fuchs schreiben m¨ ogte. Habe seit dem ein Schreiben von Hrn. Steinberg gehabt, darinnen aber selbige Sache nicht ber¨ uhret worden, und erwarte ehistens n¨ ahere Nachricht. In unserm grossen Negotio hat nicht so sehr anf¨ anglich meine Abwesenheit als best¨andig die grosse Affairen-Last, welche den Herrn von Fuchs dr¨ ucket, gehindert, daß darinnen seithero nichts gethan worden. Der Herr von Fuchs hat sich einmahl vorgenommen die Schrift erst selbst durchzulesen, kan aber dazu nicht wohl kommen, und indem er es von einem Tag auf den andern aufschiebet, verstreichen indeß Wochen und Monathe. Und muß ich bekennen, daß ich selbst dergestalt bishero vinculirt gewesen, daß diesen grossen Minister nicht so fleißig, als wohl geschehen sollen, habe poußiren k¨onnen. Werde jedoch suchen diese Scharte bestens auszuwetzen. Inzwischen melde nicht ohne besondere Freude, daß die friedliche Controvers zwischen dem D. Sterke zu Lausanne und Herrn Sculteto zu Hamburg mit besonderer Moderation und Freundlichkeit continuiret wird. Und kan man von dieser mehr als einiger, seit dem gemachten Schismate Hoffnung haben, daß dadurch die Wahrheit merckliches Licht bekommen werde, weil die Passiones beyderseits nicht erreget, sondern mehr und mehr ged¨ampft und beyseit gethan werden. Es ist eine gn¨ adige Providenz, daß, da an unserm Ort man bem¨ uhet ist, die Controvers zu componiren, zugleich am andern Ort Leute erweckt werden, selbige gr¨ undlich aber doch friedfertig zu untersuchen, damit bey dem Bau dieses Frieden-Tempels die einen zwar s¨agen und schneiden, die andern aber zusammen f¨ ugen und cementiren. Herr Bentley ist so gl¨ ucklich nicht in seiner Controvers, welche ihm nicht moviret worden, um einige Wahrheit zu entdecken, sondern allein seiner Person Tort zu thun. Seine Thesin, daß Phalaridis Epistolae supposititiae seyn, darff selbst sein Gegner nicht leugnen, leugnet nur, Bentley habe diese Thesin nicht gnugsam erwiesen, spricht: seine Argumenta seyn nicht zul¨ anglich, er sey ein unh¨ oflicher Mann, ein Plagiarius etc. Jammer, daß u ¨ber so unn¨ othige Privat-Animosit¨ aten so viel Ingenii muß verderbet werden.

5 Negotio: die innerprotestantischen Unionsbem¨ uhungen. 8 Schrift: Leibniz und G. W. Molanus, Unvorgreiffliches Bedencken. 13 Controvers: vgl. Schrecker, Lettres et fragments, 1934, S. 43. 22 Controvers: Gegen R. Bentleys Dissertation upon the Epistles of Phalaris, Themistocles, Socrates, Euripides, and others, 1697, verfaßte Ch. Boyle u. a. Dr. Bentley’s Dissertations on the Epistles of Phalaris examin’d, 1698. Zu dieser Auseinandersetzung vgl. auch I, 16 N. 413. Jablonski erfuhr davon durch einen Brief G. Burnets vom 29. Januar (8. Februar) 1699 mit einem PS. vom 23. Februar (5. M¨ arz), von dem sich Leibniz einen Auszug anfertigte (LBr. 132 Bl. 86–87).

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Das Buch les doutes de Bernier habe ich nicht; doch hat ein Freund mir Hoffnung gemacht, selbiges herbey zu schaffen. Geschichts, so werde damit zu dienen suchen. Man flattiret sich hiesiges Orts, als solten wir in kurtzem der verwittweten Churf¨ urstin von Hannover Durchl. und in Dero Geleit M. Hochgeehrten Herrn mit allhier zu erwarten haben. Gott lasse es wahr werden, damit M. H. Herrn hochgeehrte Person sich einmahl cognito allhier auff¨ uhren k¨ onne, welches je zu vielem solte dienlich seyn. Ich verharre in solchem Wunsch. Meines hochgeehrten Herrn

Gebeth- und Dienstergebenster Diener

Berlin den 3 Jun. 1699. 10

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D. E. Jablonski

P. S. Es schreibet mir eine sichere Person aus Amsterdam, es verlaute daselbst, ob suchte man von Hannover aus alldort einen Correspondenten: wozu dann selbte Person nicht allein ihre unterth¨ anige Dienste pr¨ asentiret, sondern auch mich ersuchet, selbige aufs Tapet zu bringen. Wanns denn sine crimine auch sonst citra invidiam geschehen k¨ onnte, so wolte melden, daß der oben gemeinte Sebastian Petzold ein hiesiges Landes-Kind ist, der seine theologische Studia absolviret, aber aus sicherer Gelegenheit derer Functionum sacrarum, zu welchen solche Candidati zu adspiriren pflegen, sich begeben, und sein Werck gemacht, allerhand B¨ ucher aus der Engell¨ andischen, Holl¨ andischen, Deutschen Sprache zu u ¨bersetzen, auch libros imprimendos zu corrigiren: wie er sonderlich bey der neuen Edition Bibliorum criticorum gethan, da die Dedicatio sein Gem¨acht ist, und daraus sein Stylus kan beurtheilet werden. Ist sonst ein vern¨ unftiger und erfahrner Mann, der vermuthlich gute Dienste thun w¨ urde: so man derselben etwa sich gebrauchen wollte. Dem sey aber, wie ihm wolle. Ich bitte nur, mir diese K¨ unheit nicht u ¨bel zu deuten.

polupragmo×nhs

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1 Das . . . Bernier : G. Meier suchte lange ohne Erfolg nach diesem Werk, vgl. I, 16 N. 124, S. 210, und N. 176 des vorliegenden Bandes. 19 neuen Edition: Critici Sacri, 1698; vgl. B i b l i a , SV.

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166. LEIBNIZ AN FRANZ ANTON VON BUCHHAIM [Hannover,] 4./14. Juni 1699. [139. 243.] ¨ Uberlieferung: L Konzept: LH I 10 Bl. 49–50. 1 Bog. 8o. 4 S. Mit einigen Streichungen und Erg¨ anzungen. Eigh. Anschrift.

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A Mons. L’Eveque de Neustat Monseigneur

4/14 Juin 1699

J’ay receu les deux pretieuses lettres de Vostre Excellence dont la premiere r´epondoit a` la mienne de no 13, et l’autre ` a celle de no 14. Commen¸cant par la premiere je remercie tres humblement V. E. de ses offres gracieux et favorables et laisse le tout `a sa disposition et jugement, si elle trouvera ` a propos d’en toucher un mot au premier Ministre ou ailleurs, pourveu que ce soit comme si elle le faisoit d’elle mˆeme, et avec cette precaution, que la chose ne soit pas event´ee. La premiere lettre m’est venue sous couvert de M. Lohner, et estoit bien ferm´ee, la seconde venoit par la poste et estoit ferm´ee au dehors mais le dedans ne l’estoit point, sans doute par megarde. Mais outre que cela ne paroissoit pas, et qu’ainsi on ne s’en sera pas apper¸cu ais´ement, le meilleur est, qu’elle ne contenoit rien qui pouvoit estre sujet `a des reflexions. J’ay pourtant voulu prendre la libert´e de faire mention de cette circomstance pour plus de seuret´e et de precaution. Je suis tousjours d’opinion que si Dieu conserve le Roy d’Espagne la paix pourra encor durer. L’ajustement du differend avec le Marquis de Villars me paroist fait d’une maniere que la France ne s¸cauroit s’en glorifier beaucoup, puisque la declaration du Prince de Liechtenstein aboutit `a dire qu’il

13 event´ ee | (1 ) pour les liures (2 ) j’envoyeray des exemplaires du Codex diplomaticus, aussi tost que je trouueray une occasion favorable pour cela gestr . | L 17 libert´ e | d’en versehentl. nicht gestr. | L 17 f. de cette circomstance erg. L 20 f. France (1 ) | n’en versehentl. nicht gestr. | s¸cauroit tirer beaucoup d’avantage (2 ) ne scauroit . . . beaucoup L, korr. Hrsg.

Zu N. 166: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 126 und N. 139. 9 no 13: I, 16 N. 462. 9 N. 121. 11 premier Ministre: Ferdinand Bonaventura Graf von Harrach. 13 chose: Leibniz’ Bem¨ uhungen um eine Stellung am Kaiserhof. 13 Lohner: J. H. L¨ onner. 19 differend: vgl. N. 121. no 14:

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n’a voulu rien faire contre le respect dˆ u au Roy T. C. Ainsi le Marquis de Villars ayant eu ordre de se contenter de cela, il semble que la France ne se presse pas de venir `a une nouvelle rupture. J’ay meme du panchant `a croire que la restitution de Brisac suivra pourveu qu’on tombe d’accord sur quelques difficult´es incidentes. Mais les entreprises des Fran¸cois dans le Palatinat et sur le Hunsruk et ailleurs quoyque color´ees par la pretension de Madame d’Orleans, et par le pretexte de la manutention du quatrieme article de la paix de Riswick ne deuvroient point estre souffertes si paisiblement, car ce sont des voyes de fait, et si nous faisions des entreprises semblables sur le territoire de la France, elle le prendroit pour une rupture. Ainsi il faudroit que les autres puissances interess´ees dans la paix de Riswick fussent solicit´ees ` a faire cesser ces turbations par leur bons offices et r je m’´etonne que Mg l’Electeur Palatin n’y a pas recours. L’Envoy´e du Roy de Pologne, qui estoit `a la cour de France en est revenu infructueusement autant qu’il paroist au dehors, au moins l’affaire de Danzic n’a point pˆ u estre accommod´ee. Pour ce qui est de l’alliance de la Suede avec la France, dont parle V. E., tout ce qu’on a appris lors qu’elle fut faite, estoit qu’elle fut con¸cu ¨e en termes fort generaux, pour maintenir la paix, mais elle pourra servir de pretexte un jour `a quelque addition ou ´eclaircissement, qui pourroit estre tourn´e selon le temps. Et comme la Suede a aussi renouvell´e quelque alliance avec les Estats Generaux il semble, qu’elle veut encor demeurer comme en balance pour se faire considerer et courtiser des deux cost´es. Et on croit que tant que le Chancelier Oxenstirn sera maistre des affaires, la Suede ne precipitera rien en faveur de la France. On m’´ecrit de Hambourg que le Duc de Holstein Gottorp beaufrere du Roy va faire un tour en Suede. Comme le Roy l’aime fort, et que ce Prince paroist bien intentionn´e, estant uni avec cette maison Electorale par interest et par inclination, j’espere qu’il contribuera beaucoup ` a confirmer la Cour de Suede dans les bons sentimens, o` u elle paroist estre jusqu’icy. Il semble aussi tousjours que l’affaire d’Elbing ne sera point port´ee aux extremit´es. Mons. d’Opdam qui va ` a Berlin de la part de Messieurs les Estats des Provinces Unies des

12 Envoy´ e: K. G. von Jordan. 13 affaire de Danzic: bezieht sich auf die Weigerung der Stadt im Herbst 1697, den Prinzen Conti als Kronpr¨ atendenten mit seiner Flotte landen zu lassen. 23 On m’´ ecrit: J. Cressett in N. 160. 23 Roy: Karl XII. von Schweden. 28 affaire d’Elbing: vgl. I, 16 N. 191. 29 d’Opdam: J. van Wassenaer.

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Pays bas a pass´e dans nos cours, o` u je luy ay parl´e. Il doit travailler `a l’accomodement de l’affaire d’Elbing, et aussi ` a maintenir la Cour de Brandebourg dans les bons sentimens envers Mess. les Estats, la bonne intelligence de ces puissances entre elles et avec l’Angleterre estant fort necessaire pour prevenir s’il est possible la fatale revolution qu’on doit craindre si le Roy d’Espagne venoit ` a mourir. Puisque la reponse de Rome ne consistera apparemment encor qu’en termes generaux, et ne tendra qu’` a une plus ample et plus expresse Commission je crois qu’elle viendra `a temps. Et il ne faut point l’impatienter. Je suis bien aise que cette negotiation demeure secrete ` a Rome, car jusqu’icy je ne vois point que personne en parle. C’est un effect des mesures pleines de prudence que V. E. a prises. Mons. l’Abb´e de Loccum est presentement `a son Abbaye, mais il en est attendu et `a lors je luy feray le compliment dont V. E. l’honnore. Il m’avoit charg´e plusieurs fois d’asseurer V. E. de ses respects, et on peut tousjours compter sur ses bonnes intentions. Je voudrois que les miennes fussent accompagn´ees d’un pouvoir qui me mist en estat de marquer effectivement avec combien de zele je suis Monseigneur

de vostre Excellence

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le tres humble et tres obeissant serviteur Leibniz.

167. LEIBNIZ AN WILHELM ERNST TENTZEL Hannover, 5. (15.) Juni 1699. [205.]

¨ Uberlieferung: 1

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L2 A

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Konzept: LBr. 915 Bl. 140–141. 1 Bog. 4 . 3 S. auf Bl. 140 v (¨ uber u. unter dem Schlußteil ¨ von K zu I, 16 N. 449) u. Bl. 141. Mit Anderungen u. nachtr¨ agl. Erg¨ anzungen nach L2. Abfertigung: Gotha Forschungs- u. Landesbibl. Chart. B 199 Bl. 450–451. 4o. 2 S. Mit ¨ einigen Anderungen. Eigh. Aufschrift. Postverm. (Unsere Druckvorlage.) Auszug nach L2: Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Ms. lat. fol. 311 C, Bl. 65 vo. Nr. 58. 1 S. 8o. von der Hand von Chr. G. v. Murr (entspr. S. 262 Z. 4–11 u. S. 263 Z. 12 bis 17 unseres Textes).

11 Abb´ e: G. W. Molanus. 12 dont V. E. l’honnore: vgl. N. 139. Zu N. 167: L2 antwortet auf I, 16 N. 449 und wird beantwortet durch N. 205.

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Fautor Honoratissime

Literas Tuas gratissimas, cum Benzelianis, et Mso Codice Germanico non prorsus spernendae antiquitatis recte accepi et Tibi pro transmittendi cura gratias ago. Multi prodeunt libri fateor, sed pauci occurrunt, unde aliquid solidi et profuturi discamus. Ego nihil facile sperno et si quid non vulgare producatur applaudo, plurimum tamen illis tribuo studiis, quibus vel meliores fiunt homines, vel miranda Dei opera magis deteguntur[,] minime vero illorum probo vel superbiam vel simplicitatem ne dicam ignaviam, qui negligere bonas artes pietatis putant. Quin contra pium arbitror omni conatu aliquid agere quo vera doctrina, et quod hinc sequitur Dei gloria augeatur. Mirum dictu est, quam nunc ubique invalescunt qui singularem quandam pietatem loquuntur. Utinam praestent! Nihil foret seculo nostro felicius. Wetsteinium quem ais plurimos libros Francofurtum attulisse, mihi quidam narravit, pene in eo esse ut deserta taberna libraria Poireto sese conjungat. Arnoldi librum sunt qui mihi valde laudant. Sed vereor ut satis operae attulerit ad Historiam Ecclesiasticam ex genuinis fontibus derivandam nam ea res multum laboris et doctrinae postulat. Id videtur egisse ut narratis aspergeret monita, quibus homines ad antiquam virtutem primitivae Christianitatis excitentur. Id si praestitit, qua par est modestia et moderatione animi, laudo. Sin, ut Tibi videtur, odio flagrat in ordinem Ecclesiasticum, etiam optime dictis adimet fructum fidemque. Desertam a Te menstruae Recensionis literariorum operum curam, doleo, reipublicae causa. Nunc quid agas (vix etiam otio tempus teres) nosse pervelim. Magliabechii literas cum gratiarum actione remitto. Ubi libellum Fontanini nactus fueris delle Masnade ed altre servitu secondo l’uso de’ Longobardi , eum ut communices mecum occasione data, peto. Ex nundinis aliquando mihi mitti poterit, et proximis nundinis a me remitti. Habebis adhuc libellum quem Thevenotius olim ediderat Mexicanae Historiae figuris scriptae. Is quoque aliquando ubi commodum erit, ad me redire poterit. 2 f. Literas . . . ago fehlt L1 12 f. Wetsteinium . . . conjungat fehlt L1 20–22 Desertam . . . remitto fehlt L1 22–25 Statt Ubi libellum . . . remitti bietet Libenter aliquando videbo librum Fontanini delle Masnade. L1 2 Benzelianis: I, 16 N. 439. 2 Codice: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms I 81 mit dem Rheinischen M a r i e n l o b ; vgl. dazu I, 16 N. 439 Erl. 13 Arnoldi librum: G. Arnold, Unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie, T. 1, 1699. 20 Desertam . . . curam: vgl. I, 16 N. 449. 25 f. libellum . . . scriptae: M. Thevenot [Hrsg.], Relations de divers voyages, 1696; darin: Histoire de l’empire mexicain present´ ee par figures.

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Dominus Abbas Molanus hinc abest. Respondit mihi ex coenobio suo, nummos de quibus a Te quaesitum, videri sibi cusos privato ausu, quod genus parum curat, nec immerito, censetque si licentia ista nummos privatos cudendi de republica non refrenetur, actum fore apud posteros de numismatum fide et autoritate. Vale et fave. Dabam Hanoverae 5 Junii 1699 deditissimus

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G. G. Leibnitius

P. S. In Octobris Tui nummis Henricum Regem puto esse secundum, et Chuonradum ejus successorem. Bernardi duo Duces Saxoniae fuere, Billinganae gentis, pater et filius, nam Benno nihil aliud quam Bernardus, et sic quoque alicubi appellatur. Alteruter ergo intelligi poterit in nummo, modo ne Bernardus Ascanius multo utique posterior, designetur. Quem pag. 908 in eodem mense memorasti Baro de Chaos, is est, qui projectione tincturae aurum Chemicum fecisse creditur coram Ferdinando III unde cusum ajunt nummum cujus passim in libris habetur forma aere excusa; ipse mihi nondum occurrit. Certe opinio projectionis fecit, ut homo sortis mediocris ad insignem in Caesaris aula dignitatem perveniret. Apud Electorem Moguntinum divum Johannem Philippum idem postea praestare visum accepi ex ore ipsius Electoris. Maderiani Anonymi de Papae Clementis origine narrationem (de qua iterum in Octob. Tuo p. 930) meliore autoritate firmabo corrigamque aliquando. Multa sunt bonae frugis in Pagii Epistola quam excerpsisti in Novembri Tuo, quae habet de cognatione Mathildis cum Henrico III vel IV me non fugerunt. Sententiam Guillimanni et aliorum

19 firmabo (1 ) et correctionem ejus (2 ) corrigere possu bricht ab (3 ) corrigam | in versehentlich nicht gestr . | Brunsvicensibus (4 ) corrigam aliquando L1

1 Respondit mihi: N. 152. 7–11 In Octobris . . . designetur: vgl. Tentzel, Monatl. Unterr., Oktober 1698, S. 888. 16 Apud Electorem: 1658 ließ sich Johann Philipp vom Freiherrn von Chaos eine Umwandlung von 4 Unzen Quecksilber zu Gold demonstrieren, vgl. H. Kopp, Die Alchemie in ¨ alterer und neuerer Zeit, Heidelberg 1886, Bd 1, S. 141, u. I, 3 N. 90. 18 Maderiani . . . narrationem: Die ¨ttel Herzog August Bibl. Cod. Guelf. 115 C r o n i c a ducum de Brunswick , u ¨berliefert in Wolfenbu Extrav., erschien im Druck zuerst bei J. J. Mader, Antiquitates Brunsvicenses, 1661, S. 1–22, wiederholt bei Leibniz, Script. rer. Brunsv., T. 2, 1710, S. 14–18 (dazu Korrekturen in der Introductio, ebd. S. 4 f.). Vgl. MGH Deutsche Chroniken, 2, 1877, S. 577–587; dort § 5 zu Clemens’ II. Herkunft. 20 Pagii Epistola: A. Pagi, Lettre (SV.) 20 in Novembri Tuo: Tentzel, Monatl. Unterr., November 1698, S. 1010 f. 21 Sententiam Guillimanni: vgl. F. Guillimann, De vera origine, 1609.

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N. 168

de Conradi Salici origine Saxonica dudum revici apud amicos, Lutitii, quos in Meclenburgico locat Pagius magis ad hodiernam Pomeraniam pertinent. Perplexam Paparum chronologiam primo Berengario in Italia regnante examinavi et plerosque nodos solvi. De eadem re Pagius apud Te p. 1016. 5

A Monsieur Monsieur Tenzel Historiographe de Saxe Gotha franco Cassel

168. ANASTASIO JANULLI AN LEIBNIZ [Hannover (?), Mitte Juni 1699].

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 107 (Brand) Bl. 28. 4o. 1 S. Geringf¨ ugiger Textverlust durch Papierabbruch.

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Illmo Sigre Pne singolarisso Il lattore della presente `e quell’huomo, c[he] mi disse che il nostro Mercurio essendo a casa sua allogiato un giorno avvant del suo arresto. Hebbe un duccato d’orro, e lo tagli` o in piccoli pezz[i], il giorno poi seguente fecce la composizione `a casa mia `e lo get`o dentro, lei l’interoga che lo sapr` a e cio ci servir` a di sicurezza d’esser[e] in questa Maniera defraudatti, conche m’humilio semp. serve

De Janullii.

1 Lutitii: vgl. Tentzel, Monatl. Unterr., November 1698, S. 1013 f. Zu N. 168: K , dessen Verfasser sp¨ ater selbst als Alchimist t¨ atig war (vgl. G. Scheel, Leibniz, die Alchimie und der absolute Staat, in: Theoria cum praxi. Akten des III. Internationalen Leibniz-Kongresses, Hannover, 12. bis 17. November 1977 , Bd 1, Wiesbaden 1980, S. 273), steht in Zusammenhang mit N. 184, dem Brief, den der zwei Wochen zuvor arretierte Goldmacher Hans Ernst Reins am 20. (30.) Juni 1699 an Leibniz schrieb. Aus Leibniz’ Kommentar dazu geht hervor, daß es sich dabei um die von Janulli beschriebene Person handelt. Daraus ergeben sich unsere Datierung und Lokalisierung.

N. 170

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169. JOHANN WILHELM HEUSCH AN LEIBNIZ Berlin, 6./16. Juni 1699. [181.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 403. Bl. 54–55. 1 Bog. 4o. 3 S. Bibl.verm.

Monsieur Il y a long temps que j’ay entre les mains les 200 exemplaires, que vous m’avez ordonn´e de faire tirer de la taille douce de feu S. A. E. Nostre Maitre, je n’attens que vos ordres Monsieur touchant ce que j’en dois faire. je joins icy le compte de Mr de Blesendorff pour 250 exemplaires qu’il a tir´es, et pour le papier qu’il y a fourni; si vous vouliez avoir la bont´e de retirer ces 5. escus et 10 gg. de la chambre, et de les faire seulement payer `a Mr Lefman Behrens, je vous en serois fort oblig´e; qui suis d’ailleurs avec toute sorte de respect Monsieur

votre tres humble et tres obeissant serviteur

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Heusch.

Berlin ce 6/16 Juin 1699 ¨ LEIBNIZ 170. SAMUEL BLESENDORFF FUR Quittung. Beilage zu N. 169.

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 73a Bl. 4. 4o. 1 S. quer beschrieben.

Auff beg¨ aren des Herrn Rath Liebnitz 50 Exempl. von Ihro Churffl. Dhl. zu Hannovr Pourt. drucken lassen, so auch nach Hannov. gesandt worden. Wiederumb 200 st¨ uck drucken lassen, ist zusammen vor papir und druckerlohn 5 thlr 10 g. S. Blesendorff. ist richtig bezahlet worden den 28 Mart. 99.

Zu N. 169: K wird beantwortet durch N. 181. Beilage war die Z. 7 erw¨ ahnte Rechnung von S. Blesendorff (N. 170). 6 taille douce: vgl. I, 16 N. 154. Zu N. 170: Wie aus N. 181 hervorgeht, wurden die Druckkosten f¨ ur den Kupferstich des Kurf¨ ursten Ernst August (vgl. I, 16 N. 154 Erl.) von J. W. Heusch vorgeschossen.

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N. 171

171. LEIBNIZ AN CHARLES-FRANC ¸ OIS DE CARADAS DU HERON Hannover, 9./19. Juni 1699. [179.] ¨ Uberlieferung:

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¨ L1 Konzept: LH I 19 Bl. 502. 4o. 1 S. Uberschrift: A Monsieur du Heron Envoy´ e de France‘‘. ” 2 L Abfertigung: Paris Archives des Affaires Etrang` eres, Correspondance Politique Brunswick-Hanovre 35 Bl. 280. 4o. 2 S. (Unsere Druckvorlage.)

J’ay de la confusion de la hardiesse que j’avois prise et je vous en demande mille pardons. Par bonheur j’appris de Mons. Ludecke qui venoit de Salzdalem que Mgr le Duc me faisoit reponse, et que je me pourrois epargner la peine d’y aller. Mon dessein estoit de luy recommander pour le prince qui ira `a Constantinople, un jeune homme qui est Medecin et Mathematicien, qui desseigne bien, et pourra faire des bonnes observations sur la route, dont peutestre on ne seroit point fach´e dans l’Acad´emie Royale des Sciences. Monseigneur le Duc me fit r´eponse ` a un billet, que j’avois d´eja ´ecrit sur ce sujet, que cela se pourroit faire peutestre, mais qu’on ne pouvoit pas encor donner reponse. Je crois pour bien des raisons qu’une personne de ce caractere devroit estre cherch´ee pour une telle occasion, si elle ne se trouvoit ` a la main. Au reste je vous diray, Monsieur, que Monsieur l’Evˆeque de Salisbury informateur du Duc de Glocestre, connu autresfois sous le nom du docteur Burnet a ecrit `a Madame l’Electrice, qu’on croit que le Concile de Trente sera receu en France. Mais considerant les lumieres supremes du Roy, je ne s¸caurois croire que sa Majest´e veuille faire sans necessit´e

14–16 Je crois . . . main. fehlt L1 l’Electrice L1

17–19 qv’encor Mons. l’Eveqve de Salisbury ´ ecrit ` a Mad.

Zu N. 171: L2 wird beantwortet durch N. 179. 7 hardiesse: bezieht sich wohl auf einen nicht gefundenen Brief. 9 reponse: wohl die Z. 13 erw¨ ahnte, nicht gefundene Antwort. 10 prince . . . homme: Gemeint ist, wie der Brief Anton Ulrichs vom 1. (11.) Juli 1699 (N. 25) zeigt, die Reise des Prinzen Adolf August v. Holstein-Pl¨ on, der aber seine Begleitung schon vollst¨ andig hatte und deshalb f¨ ur den von Leibniz Vorgeschlagenen, bei dem es sich vermutlich um J. F. Leopold handelt (vgl. auch N. 23), keine Verwendung mehr sah. 13 r´ eponse: nicht gefunden. 13 billet: nicht gefunden; im PS. von N. 23 an Anton Ulrich greift Leibniz seinen Vorschlag wieder auf. 18 ecrit: Vermutlich handelt es sich um den in I, 16 N. 352 erw¨ ahnten Brief, den J. Cresset als Beilage an Leibniz zur Weitersendung an Kurf. Sophie schickte.

N. 172

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un pas si desavantageux ` a l’Eglise et ` a son Royaume. Cependant comme la religion de sa Majest´e pourroit estre surprise par l’artifice de quelques personnes preven¨ ues ou interess´ees, je souhaite que des remonstrances `a temps puissent donner occasion `a des reflexions necessaires, pour prevenir ce que je considere comme un des grands maux qui pourroient arriver ` a la Chrestient´e. Je me remets `a vostre prudence, et `a vos bonnes intentions, et je suis avec zele Monsieur

vostre tres humble et tres obeissant serviteur

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Leibniz.

Hanover 9/19 juin 1699

172. LEIBNIZ AN JOHANN FABRICIUS Hannover, 9. (19.) Juni 1699. [148. 193.]

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¨ Uberlieferung: L Abfertigung: Kopenhagen Kongelige Bibliotek Thott 4o 1230 Nr. 32. 1 Bl. o 4 . 1 S. Mit Unterstreichungen von Fabricius’ Hand. — Teildr.: Kortholt, Epistolae, [1], 1734, S. 53 (= Z. 18 – Schluß unseres Textes); danach Dutens, Opera, 5, 1768, S. 247.

Vir Maxime Reverende et Celeberrime

Fautor Honoratissime

Significare volui a nostris in Tui gratiam ad Cellenses scriptum esse. Itaque suaserim ut ad Dn. Consiliarium Aulicum Schraderum1 des literas, quo si commode fieri potest, una quaeque Aula Tibi 50 addat vallenses. Domini Hosemanni2 scriptum contra Clericum et Dn. Hardtium nostrum non vidi. Non admodum refutationes quaerere aut legere soleo, et de rebus hujusmodi judicium suspendo.

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hvon F a b r i c i u s ’ Hand unterstrichen:i Schraderum hunterstrichen:i Hosemanni

Zu N. 172: L antwortet auf N. 148 und wird zusammen mit N. 193 beantwortet durch N. 198. 15 scriptum: vgl. I, 16 N.455 und N.107 im vorliegenden Band. 18 scriptum: vgl. J. Lightfoot, SV.

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N. 173

De Dno Donauero3 suo tempore merito cogitari poterit, sed tecum vereor ut apud nos invenire possit, quibus cum fructu pensentur quae illic habet. Quod superest vale et fave. Dabam Hanoverae 9 Junii 1699 deditissimus

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G. G. Leibnitius.

173. FRIEDRICH VON WALTER AN LEIBNIZ Norderney, 9. (19.) Juni 1699. [163. 253.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 976 Bl. 53–54. 1 Bog. 4o. 3 S.

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M’´etant d´eja donn´e l’honneur de vous prier de la part de S. A. Sme Mgr le Prince d’icy, d’avoir la bont´e de songer `a un embleme `a faire graver sur une medaille d’enterrement pour feue Me la Duchesse sa Mere et une inscription de l’autre cot´e de l’an de sa naissance et de sa mort etc. il m’[a] ordonn´e `a cette heure de nouveau d’avoir recours `a vous pour savoir si apr´es la mort de feu Mgr l’Electeur les conseillers et autres ministres ont port´e de long manteaux, ` a la cour et en allant au conseil et `a des visites serieuses, et combien de t´ems on en a us´e ainsy ` apres le dec´es de feu Mgr l’Electeur. S. A. Sme m’ordonne bien des complimens pour vous, et vous nous obliger´es de nous instruire au pl´ ut´ot sur cecy, et de me renvoyer par un lacquais que j’ay `a Hannover les actes avec vos sentimens, afin que je puisse conseiller ` a S. A. Sme Me la Duchesse douairiere d’Eisenach la jeune pour son mieux, et qu’Elle vous puisse aussy avoir de l’obligation comme feue Me sa soeur, qui vous aimoit tant. Je suis `a grand hate mais de tout mon coeur h...i Ile ce 9me Juin 1699.

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hunterstrichen:i Donauero

Zu N. 173: 8–11 prier . . . mort: vgl. N. 163. 8 Prince: Christian Eberhard von Ostfriesland. 10 feue . . . Mere: Christine Charlotte. 12 feu Mgr l’Electeur: Kurf¨ urst Ernst August war am 23. Januar (2. Februar) 1698 gestorben. 16 actes: nicht ermittelt; vgl. N. 163. 17–19 Duchesse . . . sa soeur: Sophie Charlotte von Sachsen-Eisenach, geb. Prinzessin v. W¨ urttemberg, Stiefschwester von Christine Charlotte. 20 Ile: Norderney wurde gel¨ aufig nur als Eiland‘‘ bezeichnet, vgl. z. B. G. Schnath [Hrsg.], ” Ostfriesische F¨ urstenbriefe aus dem 17. Jahrhundert, Aurich 1929, S. 18 u. S. 24.

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174. ERIC BENZELIUS AN LEIBNIZ Utrecht, 9./19. Juni 1699. [261.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 49 Bl. 17–18. 1 Bog. 4o. 3 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Postverm. Geringf¨ ugiger Textverlust im Postskriptum auf Bl. 18 durch Siegelausriß. Auf Bl. 17 ro oben links Vermerk von Leibniz’ Hand: respondi‘‘. — Gedr.: 1. (teilw.) Feder, ” Comm. epistol., 1805, S. 180–183; 2. A. Erikson u. a. [Hrsg.], Erik Benzelius’ Letters to his learned friends, G¨ oteborg 1983, S. 19–21.

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Perillustri et Excellentissimo Viro Dn. Godefrido Guilielmo Leibnizio, Ericus Benzelius Er. filius, s. p. d. Francofurti litteras ad Te dedi cum in procinctu starem itineris in Hollandiam, perbreves erant, vellem tamen mature accepisses, et quem una misi codicem msstum membranaceum; si quem operae Cl. Dn. Meieri praestiterit usum, non parum laetabor, sin minus vel inde perspicies Tibi inserviendi studium meum. In catalogo Thesauri Antiquitatum Teutonicarum Ampliss. Schilteri, video et R h y t h m u m i n L a u d e m B. M a r i a e V i r g i n i s , nec dubito eundem esse cum priori ejusdem codicis parte. Non pauco[s] codices manusc. in nundinis illis Francofurtensibus investigavi, Cassiodori Ep[istulas] perquam vetustas et nitidas: Formulae Cassiodori calci adjectae sunt, quae an unquam lucem viderint non dum intelligere potui; certe Dn. Cave, Le Blount, Fabricius,

Zu N. 174: K nimmt noch einmal Bezug auf I, 16 N. 439 und wird zusammen mit diesem Brief durch N. 261 beantwortet. Beilage war die Nachbildung einiger M¨ unzen (S. 270 Z. 18 ectypus‘‘) und ein ” Brief an C. C¨ orber in Helmstedt (vgl. S. 272 Z. 9). 10 litteras: I, 16 N. 439. 11 codicem: Ms I 81 in Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. mit dem Rheinischen M a r i e n l o b ; vgl. I, 16 N. 439 Erl. 13 f. catalogo . . . Schilteri: Ein entsprechender Probedruck mit Angabe des geplanten Inhalts hat auch Leibniz vorgelegen (vgl. I, 16 N. 265), ist bislang aber nicht ermittelt; in J. Schilters Thesaurus Antiquitatum Teutonicarum, erst 1726–1728 postum erschienen, ist kein Marienlob enthalten. 17 calci adjectae: In Wahrheit lag Benzelius offenbar ein verst¨ ummeltes Exemplar von Cassiodors Varia vor: Die gegen¨ uber den Epistulae der u ¨brigen 10 B¨ ucher Formulae u ¨berschriebenen B¨ ucher 6–7 bilden hier den Schluß, wie dies bei einer Klasse der Varia-Manuskripte der Fall ist, vgl. in Th. Mommsens Ausgabe, MGH Auctores Antiquissimi, 12, 1894, S. XLVII–LVII; LXXXVII–LXXXIX. 18 Cave: W. Cave, Scriptorum ecclesiasticorum historia litteraria a Christo nato usque ad Saeculum XIV , T. 1–2, 1688 bis 1698. 18 Le Blount: d. i. Th. P. Blount, Censura celebriorum authorum, 1690, ed. nova 1694. 18 Fabricius: G. Fabricius, Poetarum veterum Ecclesiasticorum opera Christiana, 1564.

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de iis nihil memorant; Editio vero operum Cassiodori Parisiensis non est ad manus. Operum item Mathematicorum Boethii vetustissimas accepi membranas, quibus edita non parum juvari possunt; Patrum etiam Particulas varias. Ex nuperrimis optimi Patris mei litteris cognovi Paulinum et Bazium tandem allatos esse, quod quantum gaudeo, tantum doleo tam sero missos esse; Jubet Pater meus ut plurimam ipsius nomine salutem dicam PerIllustri Dignitati Tuae, et quaevis officia sua Tibi deferam. In magna sum exspectatione Tomi Tertii Atlantices Cl. Rudbeckii, item Cocklaei vitae Theodorici , unde varia de migrationibus et coloniis Populorum Septentrionalium certiora me habiturum spero. Etsi non sit hoc studiorum meorum stadium, magno tamen me sibi devincit amore, et quascunque suffurari possum horas, Historiae tribuo Septentrionali, tam quod turpe esse putem, Patriae res gestas ignorare, quam quod et illas ab eruditissimis Exterorum aestimari videam; Nuperrime apud Bombinum in Breviario Rerum Hispanicarum Enn. I. Libr. IV. p. 85. ed. Venetae, vidi in publico Concilio factum esse sub finem seculi XI, ne in Hispania Gothicis litteris in posterum in publicis tabulis locus esset, simile quid apud Marianam me et legisse memini. Quae erant hae litterae Gothicae? Ne ignorare me illud sinas Vir Excellentissime. Arnstadii apud Celsissimum Comitem A n t h o n i u m Gu ¨ n t h e r u m , copia mihi facta est nummorum quorundam argenteorum, characteribus insignitorum ignotis, quidam Runis nostris non absimiles sunt, ut ectypus hic, quem Tibi mitto monstrabit. Coepi arbitrari ex Runis esse Hispanicis, per Gothos in terras illas illatis, nihil vero adhuc certi constat. Fidem dedi Celsissimo Comiti, me in rem hanc accuratius inquisiturum; quare magna me sollicitudine liberabis si quae de veteri characterum Hispanicorum forma communices. Quod si nihil constiterit, eos tamen aeri incidi curabo, et Commentario de Nummis Gothicis Cl. Brenneri nostri adjungam. Sic enim arbitror rectissime fieri, ut non ea mox, quae a nobis non intelliguntur, spernamus vel occultemus, sed aliorum vel et posteritatis exponamus judicio. Unus Nummus, Inscriptio

1 Editio . . . Parisiensis: Fl. Magn. Aur. Cassiodorus Senator, Opera, 1588. 2 Mathematicorum: Neben A. M. T. S. Boethius, De institutione arithmetica denkt Benzelius wohl an die diesem irrt¨ umlich zugeschriebene Geometria. Eine Liste der bekannten Handschriften der Institutio bei M. Masi, Boethian Number Theory, Amsterdam 1983, S. 58–63. 4 Paulinum: L. Paulinus, Historiae Arctoae Libri Tres, 1636. 4 Bazium: J. Baaz(ius), Inventarium ecclesiae sveo-gothorum, 1642. Vgl. I, 15 N. 155. 4 allatos: vgl. I, 16 N. 334. 7 Tomi Tertii: O. Rudbeck, Atland eller Manheim, P. III, 1698. 13 f. in publico . . . esset: vgl. N. 261 Erl. 15 Marianam: J. Mariana, Historiae de rebus Hispaniae, 1592 u. 1605. 18 ectypus: nicht gefunden. 23 Commentario: Die Neuausgabe von E. Brenner, Thesaurus nummorum sueo-gothicorum, erschien erst postum 1731.

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una, si quam notam vocem adscriptam habuerint, omnes hos suis restituent. De Inscriptionibus quibusdam in Italia haud ita pridem repertis, characterum pariter ignotorum, coram quaedam dixisti; optarem certius scire an prodierint. Forsan illarum aliqua nos juvabit. Credam ne esse illas in corpore Inscriptionum Antiquarum Raphaelis Fabretti, quod nuper Romae editum esse heic jam constare coepit? Lento admodum pede Libri ex Italia in has Terras deferuntur; omnes sumus in magna expectatione editionis illius Patavinae Alcorani. Litterae Orientales jam certe reflorescere videntur, prodeuntibus in lucem praestantissimorum horuncce operum versionibus. Nam et integra Mischna cum Commentariis nunc Amstaelodami cura Dni Syrenhausen excuditur, ut nosti, et omnia Maimonidis opera, eorundemque Versiones Latinae cura ejusdem Dn. Syrenhausen proximo anno a Judaeis Amstaelodamensibus excudentur. Qua ratione et mihi novae curae incumbunt retractandi versionem meam Tractatus de Siclis ejusdem Maimonidis; quam nondum octavum decimum annum ingressus Upsaliae publicavi. Veteres enim Interpretationes ubique servantur, reliquas Syrenhausius adornabit. Splendidum Historiae Byzantinae Corpus proximo anno recudet Fran. Halma Amstaelodami, quorsum hoc mense migrabit. Nova in illa editione habebimus varia. Bonaventurae Vulcanii notas, nunquam editas, in Omnia opera Procopii; item emendationes ejus Versionis Latinae Maltretanae; Genesii Libros Quinque, qui tam diu in Bibliotheca latuere Paulina Lipsiensi; Illos Dn. Neocorus in Latinam transferet, et Notis illustrabit. Georgii Phrancae Chronicon integrum de ultimis Orientalis Imperii temporibus, et Sultanorum Osmanidarum origine. Georgii Pisidae Historia[m] de Heraclio et aliis Imperatoribus C[onstantino]Politanis. Alii

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5 nuper . . . editum: 1699. 7 Alcorani: Alcorani textus universus, 1698, vgl. K o r a n , SV. 8 Mischna: M i s c h n a sive totius Hebraeorum juris, rituum, antiquitatum, ac legum oralium systema, 1698–1703. 9 f. omnia . . . opera: nicht erschienen. 12 f. versionem . . . publicavi: G. Peringer [Praes.], Siclus Judaicus; id est Rabbi Mosis Majemonidis tractatus de siclis. [Resp.:] E. Benzelius, 1692. 14 f. Historiae . . . Corpus: Die geplante Textsammlung ist nicht zustande gekommen. 16 f. Bonaventurae . . . Procopii: Mit der geplanten Prokopios-Ausgabe blieben B. Vulcanius’ Notae de Procopio (Leiden Universiteits-Bibliotheek , Cod. Vulc. 21) ungedruckt. 17 Versionis . . . Maltretanae: Prokopios, Historiarum sui temporis libri VIII. interprete C. Maltreto, 1662–1663. 18 Genesii . . . Lipsiensi: Joseph Genesios’ , einzig u ¨berliefert in Leipzig Universit¨ atsbibl. Cod. gr. 16 Teil IV ¨ (Bl. 248–285) blieben bis 1733 ungedruckt. 19 Neocorus: L. K¨ uster; die angek¨ undigte Ubersetzung

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Qrìnikon

erschien nicht. 19 f. Georgii . . . origine: Georgios Phrantzes’ blieb bis 1796 ungedruckt. 21 Georgii . . . C[onstantino]Politanis: Die hier wohl gemeinten historischen Gedichte des Georgios Pisides und wurden erst 1777 Gegenstand einer Werkausgabe.

EÊs t˜n kat€ PerÃn âkrateÐan

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item bibliopolae Ams[taelo]damenses novam Omnium operum Augustini editionem se daturos pollicentur. Quatuor Tomi ultimi Thesauri Antiquitatum Romanarum Cl. Graevii hisce diebus prodierunt. Cl. Tollii Epistolas Itinerarias heic excudi, ex aliorum litteris sine dubio dudum intellexisti. Circa initium Augusti mensis in Angliam discedere constitui, et sic quod Tuo jussu transtuli Hodoeporicon Rolambianum Ampliss. Dn. Smitho absque mora tradam. Si litteris me interim Tuis beare velis, mittantur Amstaelodamum ad Dnn. David Gilles, Fredrich d’Orvilles, et tuto in manus meas pervenient. Vale.

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Ultrajecti ad Rhenum ad Diem 9/19 men. Junii CI I CXCIX.

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Humillime p[raecor] ut litteras hasce inclusas Celeberr. Dn. C¨orbero curare velis. Iterum vale. PerIllustri et Excellentissimo Viro, Dn Gotfrido Guilielmo Leibnitio, Serenissimi Electoris Hannoverani Consiliario intimo, Patrono meo magno, tradantur. Hannoveram 175. JAMES CRESSETT AN LEIBNIZ Hamburg, 10. (20.) Juni 1699. [160. 208.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 183 Bl. 69. 4o. 2 S. Eigh. Anschrift.

`a Hambourg ce 10e de Juin 1699.

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Apres avoir bien cherch´e en Angleterre, j’ay trouv´e votre fait en matiere de correspondence dans ce pays l` a. C’est un celebre vertueux, spirituel, et scavant Theologien de profession, et appartenant au Comt´e de Nottingham. Il s’appelle Wotton, et se trouve presentement engag´e dans la grande controverse des anciens et des Modernes. Vous n’aurez qu’`a commencer en luy ecrivant ce que vous souhaittez de luy et si vous m’envoyez la lettre, je la luy feray tenir en attendant [que] je vous puisse donner son adresse plus particuliere. Je suis h...i Mr Leibnitz.

1 Omnium operum: Aurelius Augustinus, Operum tomus primus (— undecimus), ed. nova nebst Appendix Augustiana, Antwerpiae 1700–1703. 5 Hodoeporicon: C. R˚ alamb, Kort Beskriffning, 1679. Zu N. 175: K antwortet auf eine nicht gefundene Anfrage von Leibniz (vgl. Z. 17). 22 lettre: Der erste u ¨berlieferte Brief von Leibniz an W. Wotton datiert vom 25. April 1702 (LBr. 1016 Bl. 1).

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176. GERHARD MEIER AN LEIBNIZ Bremen, 11. (21.) Juni 1699. [145. 189.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 627 Bl. 215. 220. 216–219. 3 Bog. 4o. 11 S. Links oben auf Bl. 215 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp.‘‘ ”

Gratissimae mihi fuerunt literae Tuae multis sane nominibus. Promittis enim remissionem Scriptiunculae der Kilever Marckordnung. Sane eodem in loco iisdemque scriniis Vossianis plura repperiri arbitror, quae ad scopum meum collineent. Tum meis studiis publicaeque utilitati vigilabis. Gratias deinde habeo transmissorum in B. Virginem versuum. Liber et antiquus et non exigua habet vetustatis suae argumenta. Scias vero eodem fere die me ab Amico quodam Codicem membranaceum adsequutum esse qui itidem totus B. Mariae laudibus occupatus est. In hoc vero Manuscriptorum genere nihil mihi gratius contingere potest, quam quae ad res fori seu juridiciarias pertinent. Talia enim antiquiorem Germaniae statum mire repraesentant. Et sane non improbabile est, cum a saeculo XIII quodlibet fere oppidum seu W i k b i l l d peculiares constitutiones suas scriptis complexum sit, multis adhuc locis latitare quae egregiam accendere tenebris nostris lucem queant, quaeque pertineant ad Corpus Juris Saxonici Perficiundum. Ego cum videam multo hoc opus usui fore conquiram statuta civilia inque aliis maritimas leges, quas antiquissimas Bremenses nostri possident, egoque nuper repperi. Ea fini ut perficiatur videlicet tantum opus, exspecto reditum in patriam doctorum quorundam juvenum, quos compaginando huic operi adhibebo. Recte scribis probabile Tibi admodum videri Sassones a Satz denominatos esse. Idem video alios jam subodoratos esse. Ecce enim dum Spatenii (quod quaeso viri genuinum nomen esse [ju]dica, talem enim se quatenus membrum est der Fruchtbringenden gesellschafft vocitat) Lexicon pervolvo. repperio p. 2038 A S a ß e n d i c u n t u r Saxones die Sachsen, quasi Aborigines et

22 nomen est K, korr. Hrsg.

Zu N. 176: K antwortet auf N. 145 und wird zusammen mit N. 210 u. N. 219 beantwortet durch N. 284. 6 f. scriniis Vossianis: zum Nachlaß von H. Voß vgl. N. 145, S. 230 Z. 11–14 Erl. 8 f. transmissorum . . . versuum: das Rheinische M a r i e n l o b , vgl. N. 145 Erl. 10 Codicem: nicht identifiziert. 22 f. Spatenii . . . Lexicon: C. v. Stieler, Teutscher Sprachschatz , 1691.

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terrarum dominii (sc. ad tit. Saß der saße sedens retulerat) quare frustra sunt ii, qui nobilissimos hos populos dictos volunt a sacis vel a saxo vel a longis cultris quos antiquitus s a x vocitaverint. Dux Saxo-Lauenburgicus veterum more adhuc scribitur Herzog von Saßen-Lauenburg etc. Non addo alia. Quod interim reverentia quadam duci vis nominis Scriptorum Anglosassonicorum Bedae item Alberti Stadensis nostri etc. credo equidem, verum id velim ut cogites quam omnia fere, quibus origines gentium describuntur aniles fabulas oleunt. Ad illas refero originem Saxonum qui Thuringos expulsuri eosque trucidaturi inter se signum quoddam irruptionis statuerint verba haec n ´e m e t j u v v e s a x e s. Quam vero Jejuna sit ista recitatio patet ex ipsa historiola impressa apud Alb. Stad. p. 209 edit. Boeclerianae, unde Celeb. Boeclerus in Indice rerum ad p. 209 hanc posuit rubricam[:] Fabulosa Saxonum origo. Addo non categorice unquam talia adserere Scriptores rerum Sassonicarum. Ita enim loquuntur[:] Quidam a e s t i m a n t ; D i c u n t alii. I n v e n i t u r e t i a m[.] re ita loquitur Alb[ertus] qui recitat ut hi Saxones cum suis S a x , venerint ex Alex[andri] Magni exercitu. Sed haec et alia prolixius, Deo volente, instanti hieme a me declarabuntur, idem dissertationibus quibusdam, quibus voces quaedam Saxonicae dubiae et incognitae significationis, explicabuntur quales sunt A d e l. n o b i l i s , Arrvexen. As b ´ o k. Wik m o d. Longobardi Langeb¨ orderß Satz Saßen. Morsatz Marsati Tacito, uti egregie notavit Ampliss. Altingius Consul Groninganus in Descript. Frisiae, B´ ar. B`er . verres. porcus. (non nobis a p e r. Est scilicet vox generalissimi sensus). Hoc vero vel inprimis me jucunditate mira perfudit, quod Tibi non displicuerint quae ad Nobilissimum Stadenium scripseram Stadas ratione vocis M a d e. Matt etc. quemadmodum nec minus me affecerunt quae eleganter ad conceptus meos adnotasti novissimis Tuis. Id fere oblitus eram me in S c h a t e n i o p. 409 Hst. Westf . legisse

9 f. apud . . . Boeclerianae: J. H. Boecler [Hrsg.], Aeneae Silvii Historia Rerum Friderici Tertii imperatoris, 1685. 10 in Indice: s. v. Saxonia, mit Verweis auf S. 208. 13 I n v e n i t u r e t i a m : a. a. O., S. 208. 16 dissertationibus: nicht erschienen; zur Abhandlung u ¨ber Erb-Exen (Arrv-exen) 18 Tacito: P. Cornelius Tacitus, Historiae, 4, 56 (Marsaci). 19 Altingius . . . vgl. N. 145 Erl. Frisiae: M. Alting, Descriptio Agri Batavi et Frisii, 1697, S. 93. 22 quae . . . Matt: vgl. N. 145 Erl. 24–275,1 in S c h a t e n i o . . . repperiri: N. Schaten, Historia Westfaliae, 1690, berichtet a. a. O. von einem noch in Fulda vorhandenen Evangeliencodex (= Fulda Hess. Landesbibl. cod. Bon. 2; vgl. die Beschreibung in H. Broszinski [Hrsg.], Die Handschriften der Hessischen Landesbibl. Fulda, Bd 1, Wiesbaden 1992, S. 7–10, bes. S. 8), der bei der Ermordung des Bonifatius von einem Sachs‘‘ durchbohrt worden ” sei (so die Tradition der Vita altera Bonifatii, c. 15, hrsg. von W. Levison, 1905, S. 73 [MGH Scriptores rer. Germ., 57]); von einem etwaigen Vorhandensein dieses Sachs‘‘ ist hingegen keine Rede. ”

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Fuldae antiquum Sachs seu cultrum seu genus armorum Saxonicorum repperiri. Non dubito quin amicos Fuldae possideas quo fit ut Te rogem opere maximo, ut vel ipsius cultri ad tempusculum aliquod usuram, ut a me delineetur, petas, vel delineationem cultri id est figuram m a g n i t u d i n e m q u e h(m)i transmitti Tibi desideres. Ego in ea opinione sum fuisse primitus adhibitum d e r S a c h s ad messoriam rem id est fruges demetendum eundemque esse semicirculi figura cultrum qui nobis adhuc hodie de Sese falx etc. Confirmor quia in gloss. A[nglo]-S[axonico] lego Seax ferrum. e t m o x Sex cultellus S a e x culter. et in Gl[ossario] A e l f r i c i — Gladius Swyrd — Sica. little Swyrd adde handsex etc. Sed et item de caeteris armorum generibus demonstravi. Observas de litera K ipso naturali quodam valore significare adhaesionem ut u n k u s. H a k e. Respondeo ita est. atque id ex figura graphica literae K comparet (velim enim mecum et in hasce considerationes ingrediaris figuras ipsas pictas literarum exprimere naturam literae. ita vid. in Runis occurrit ut observavit Wormius) Sc. haec figura K. composita est ex trunco |. qui notat firmitudinem et angulis seu Haken de der annhaket ) adtrahunt )). sic confirmatur doctissima Tua opinio. ) Placent Tibi quae adduxeram de S c h i r e , addis vero etiam notare nobis subitum. Quaeris igitur an S c h i r et quae ita dicuntur ad eandem radicem pertineant. Respondeo Affirmando. Sed nolo nunc haec deducere latius. Interim cum in hisce vocum etymologiis intima lateat sapientia veterum patet ratio transitorii Sch´ ur. Schir et divisionis[:] S c h `e r e n , avvsch`eren Sch`erwand [.] sc. pluviam notat transitoriam id est aliquid quod facile divisibile, quod inconstans quod mutabile est. Taliter de Schure incidunt pluviae transitoriae[.] Taliter alia quae pauxillis momentis se nobiscum conjungunt indeque facile a nobis dividuntur seu separabuntur. Puto me in prioribus literis adnotasse cur talis pluvia non per i sed u efferatur. ex communissimo sc. illo principio quod obscuritatem et tenebras secum talis pluvia ferat[.] Ergo propter accidens hoc i . in u ut symbolum tenebrosi erat transmutandum. S c h ´ı r k l ß r S c h u ` r obscurum. Sc. inde traxerunt hoc suum obscurum Latini.

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7 f. in gloss. . . . culter: vgl. W. Somner, Dictionarium Saxonico-Latino-Anglicum, 1659, s. v. Seax, Saex ; s. v. Sex wird lediglich auf Seax verwiesen, eine Deutung ferrum‘‘ findet sich in keinem der ” genannten Eintr¨ age. 8 in . . . A e l f r i c i : vgl. W. Somner, SV. 8 f. Gladius . . . Swyrd: a. a. O., S. 633 s. v. Gladius und Sica. Allerdings ist Meier beim Abschreiben eine Zeile tiefer gerutscht, Aelfric schreibt an beiden zitierten Stellen sweord‘‘ (Transkription des Hrsg.). 13 ut . . . Wormius: ” O. Worm, [R´ unir], seu Danica Literatura Antiquissima, ed. sec. 1651, S. 2. 23 in prioribus literis: nicht gefunden.

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Metuis ne si Graeca ad origines suas id est Gothico-Sassonicas referam acerba admodum judicia experiri necesse habeamus. Et recte facis. Interim cum Respublica nostra et civitas Sassorum longe antiquior sit Republica Graecorum et Septentrio ex primis sit habitatis terris, nostrique majores recte arbitrante Tacito, aborigines sint, adhuc in nostra Lingua pateant vocum rationes exstentque quae nec in Latina nec Graeca Linguis repertu sunt, unde etiam tot oriantur Doctissimorum virorum male fundatae opiniones acerbissimaeque lites et controversiae de originibus vocum Latinarum graecarumque, quaeque praeterea stultitiis adhaerent quod ex Agellii multis locis patet et Macrobii libris etc. certe versamur in causa optima. Illud sane quod in Linguam Latinam idem in graecanicam cadere debet, ut cum illa tum haec itidem suos natales ex Scythica dialecto petere debeat. Verum enim videbis me haec omnia ita moderaturum esse, ut quantum licet, effugiamus censuras mordentes. Neque enim dubium est quin Orbis Criticus adversus nos se armatus sit erecturus. Praestruenda est via quodam modo P h i l o s o p h i a q u a d a m G r a m m a t i c a ; in qua ad modum Euclidaeum ex primis principiis et simplicissimis composita deducantur. Sed et communicanda Tecum est methodus mea, qua citra cujuspiam injuriam non impeditus stadia mea decurram. Abstraho nimirum ab deductione vocis alicujus ex alia Lingua. An vid. vox E n n g e l sit ex Graeco, Latino, Arabico etc. an vero Graecum et ejus ratio a nobis sit repetenda scilicet subsisto meque et Linguam nostram termino in primis et domesticis principiis, qua vid. ratione de ß k. H ß k e. ´e k e q u e r c u s etc. disseruimus et si quidem Enng angustiae cum parangiare non tam persica quam sassonica voce disserendum est, dico voci E n n g in Graeco, Latino, Arabico, Persico Scythico etc. analogam esse vocem parangiare, beren analogiam esse cum Latinorum f e r r e atque ita in mille aliis. vg. J u d a e m o r t e m (de cujus genere acerbissimimae lites fuerunt inter Saldenum et juniorem Gronovium) exprimi simili Graecae voce apud nos Sassones. Ita existimo non transire nos limites nostros nec inique laturos viros eruditos si conferamus saltem voces et quarum in obscuro causa est, ea in apertum ex Scythico-Sassonica nostra proferatur, quod tamen ita fiet ut clarissima in luce nostrae demonstrationes, ut opinor, collocentur. Addo principium quod jam olim aperui: Nempe: hujus vocis (cujus sc. ratio domestica in Lingua non patet)

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4 Tacito: P. Cornelius Tacitus, Germania, 2, 1. 8 Agellii: A. Gellius, Noctes Atticae. 8 Macrobii: A. Th. Macrobius, De differentiis et societatibus graeci latinique verbi. 24 Saldenum: nicht ermittelt. 24 juniorem Gronovium: Jac. Gronov, Exercitationes academicae de pernicie et casu Judae , 1683.

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radix seu etymologia exstat hodie in L[ingua] Gothica, vel Vandalica, Hebraea, Arabica. Ita nemini offensionis materia praebebitur. Mentionem facis Ampliss. Schilteri. Ita est decubit ex podagra, et cum hoc morbo conflictatur multas saepe hebdomadas, quia, quemadmodum ille apud Plinium queritur, tortoris instar et durissimi eum carnificis tractat. Certe ex obitu viri haud leve damnum res nostrae germanicae passurae essent. Miror interim, quid Hikkesio Anglo Grammaticae Anglicae scriptori in mente acciderit, quod ad Suecos quosdam, qui mihi honorem visitationis habuerunt, juvenes doctissimos, dixerit, velle se ne Dnus Schilterus operam diesque suos porro tribuat studiis Sassonicae seu Alamannicae Linguae. omnia enim haec frustranea esse. Se ex Junianis edendis inprimis glossario certum esse evanituros et in fumum abituros esse Schilteri conatus. Mirabor si filia matrem devoraverit. Monstrarunt mihi iidem libri Hikkesiani principium id est novae editionis Grammaticae Suae A[nglo-] S[axonicae]. Certe superbit titulus et pollicetur vir ille se de singulis Sassonicae Linguae dialectis acturum. Sane maxima haec est viri praesumtio sed exspectandum est quid parturiat quidve enasciturum sit. Sane levis est opera qua non ita pridem A[nglo-]S[axonica] edunt, neque enim vel versio vel notulae illustratoriae adjectae sunt. Rectius Nobilissimus Spelmannus in [Glossario] Archaeologico suo hortatur Anglos suos ut ad Sassonicam veterem se usque referant. Pergo ad Capitulum Cathedrale Magdeburgicum et dico Capitulum quidem Rev. Abbati Bergensi copiam fecisse manuscriptorum, sed ea lege ne tantus scil. thesaurus extra urbis abeat moenia. Hoc cum intelligerem, auctor fui Amplisso Procancellario Meiero, ut exoraret Abbatem Bergensem Wollfhardum quo pagella una alterave ex singulis codicibus communicaretur. Ita videlicet ex ungue me Leonem facile esse cognosciturum. Fecit Procancellarius obtinuitque quod quaerebam et transmisit. Sunt vero ridiculi muris partus, qui prodeunt. Interim cum ex ipsis sterquiliniis margaritae petendae sint velim mecum communicari codicem, vel ad octiduum unicum. Sin voti compos non fuerim,

4 apud Plinium: vermutlich Anspielung auf C. Plinius Caecilius Secundus, Epistulae 1, 12, 5. 6 f. Hikkesio . . . scriptori: G. Hickes, Institutiones Grammaticae Anglo-Saxonicae, 1688–1689. 7 Suecos: nicht identifiziert. 10 ex . . . glossario: Gemeint sein d¨ urfte das Dictionarium Septentrionale, das aus verschiedenen Glossaren altgermanischer Sprachen des F. Junius kompiliert und zum Druck vorbereitet wurde, aber nicht erschien; vgl. I, 16 N. 444 Erl. 12 novae editionis: G. Hickes, Linguarum Vett. Septentrionalium Thesaurus, Bd 1, 1703. 17 Spelmannus . . . hortatur: H. Spelman, Glossarium Archaiologicum, 1687, Praefatio, Bl. d vo. 21 Meiero: N. von Meyer. 23 ex ungue . . . cognosciturum: sprichw¨ ortliche Redensart seit der Antike, vgl. Plutarchos, , 3. 24 f. ridiculi . . . partus: vgl. Q. Horatius Flaccus, Epistulae, 3, 139.

PerÈ tÀn âkleloipìtwn qrhhrÐwn

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arbitrabor incendiis et ruinis Magdeburgensibus etiam hasce quisquilias fuisse absorptas. Epistolam Abbatis Galli remittam. Miror adhuc repperiri qui non contenti iis quae prope pedes jacent, ad ipsas mediae noctis tenebras se inferre conantur. Adhuc magis miror Gallos id occupare studium, quod (cum despectui habeant Linguas nostras id est earum noscendarum studiis non ducantur) inaccessum inviumque ipsis omnino manet. Ita fit ut les Gomariens sint Cimmeriens, et Celtae atque Gaulois sint vaillants seu valereux . Nolo morari Tua meaque hisce studia. Ego totus in tua castra concedo. Caeterum quae de Gigantomachia memoras et per gigantes et Titanes vis intelligi Scythas Celtasque qui in Deos id est Graeciae Asiaeque cultioris tunc reges arma sumserint, ea suis relinquo locis. Video equidem P r o m e t h e u m ab audacia et ferocitate nomen accepisse (vermeten audax) video itidem plurima Scytharum veterum nomina origines nostras sapere. Credidi vero usque huc quemadmodum mythica veterum et fabulae Ovidii Horatio etiam allega[n]tur v. g. Saturnina secula, diluvia, etc. ita et gigantomachiam ex Scripturis Moysis esse petita, notareque in Deum rebellionem postdiluvianorum exstructa turri tentatam. Gratias ago missae Sperlingianae dissertationis De crepidis veterum pantoflisque. Merito Celsissimus Princeps tecum has ineptias ridet. Haene sunt primitiae typographicae Regis Danorum? Malum vero omen de secunditus sequuturisque tertiis etc. eae ferunt. Res omnis eo redit ut vera pateat orthographia. Kilianus quidem retinet pronunciationem per p. alii per b b a n d efferunt. Altera pars vocis composita est t u v v e l , duvvel — et pertinet ad d u v v. Sed et observo majores nostros omissa syllaba p a n n d simpliciter per tuvvel. tuvel. duvvel pronunciare. Dico verbo in re inani posse esse vocem pand idem quod w a n n d quod idem itidem est cum Lat. pannus. Sed in specie pertinet ad wannd quod adhibetur ad crepidas, quia segmentum est panni vom wannde hinc recte pronunciatur p a n n d. Sc. vox pannd Saxonis est segmentum deß wannds in quadrum fere concisum hinc in vestimentis v`erpannde, sch` otpannde. Quo refero quod latifundii legitima portiuncula et determinata, dicatur dit ovv datt pannd et: m´ın pannd iß so grot., cum agelli et rerum similium limitatam et sectam quasi capacitatem inmorimus. quo pertinet itidem illud Columellae l. 5 c. 1 1 incendiis . . . Magdeburgensibus: Gemeint sein d¨ urfte in erster Linie der Brand Magdeburgs bei der Erst¨ urmung der Stadt durch Tillysche Truppen am 20. Mai 1631. 2 Epistolam: I, 16 N. 475. 2 Abbatis Galli: P. Pezron. 6 les Gomariens ... valereux : vgl. I, 16 N. 475. 9 in Deos . . . reges: vgl. N. 145. 17 Princeps: Herzog Rudolf August. 18 Regis Danorum: Christian V. von D¨ anemark. 19 Kilianus: vgl. C. van Kiel, Etymologicum Teutonicae linguae, 1577, S. 394. 29 illud Columellae: L. Junius Moderatus Columella, De re rustica, 5, 1, 6.

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Galli semijugerum a r i p e n n e m vocant id est portionem terrae discisam, dissectam, determinatam. Ita patet qualis fuerit materies crepidarum en pand vonn wannd , quod et hodie nostratibus Bremano ritu incedentibus solemne est. Tufel Tuffel. Duvv Duvvel . (sunt enim, quod apertum est t et d permutatoriae literae) notat duvv aliquid quod porosum est. hinc duvvst`ein. gegaten w e r c k v a n d u v v s t e i n. Wassemberg Embrica p. 17. Hinc et Germani superiores nobiscum in usu habent Toff . seu (quia f non agnosco.) dovv. duvvstein. pumex tophus. et toffigt. dicunt lokkerigt wi ein toff seu bimmstein. prorsus tophinus. tophaceus. Volebant enim levibus calceis crepidisque majores nostri indui, ut ad saltationes, quae ipsis primae voluptates erant, tanto agiliores promtioresque accederent. Hinc Male Budaeus ita dividit ut prima vocis pars sit — alterum suber. secunda enim ita erat vox ut esset et significaret nostrum p a n n d et tuff — toff — duffst´en etc. Sikio tuam et Amplissimi Sparwenfeldii mentem seu voluntatem aperui[,] quid responsurus sit communicabitur. Incidit dum Sparwenfeldii mentionem facimus, Legatos ab Urbe nostra ad Regem Sueciae ituros. Sunt illi in affinium meorum numero, quod si itaque quid eo nunciandum vel transferendum habes cura ut sciam. Quod si itidem putas e re mea fore ut ad Ampliss. Sparwenveldium vel alios scribam Tuum esto arbitrari. Les doutes de Bernier nondum ex quopiam loco excutere potui. Scripsi proinde ad Sikium ut Ultrajecto exemplar mittat. Finio Teque valere jubeo. Dabam Bremis die 11. Junii 1699 h...i

tä pantofelläs

pan

panto

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felläs tofelläs

20 des Bernier K, korr. Hrsg.

8 f. toffigt . . . bimmstein: vgl. C. von Stieler, Teutscher Sprachschatz , 1691, Sp. 2347, s. v. Tug. 19 f. Les . . . Bernier : vgl. F. Bernier, SV.

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177. CHRISTOPH JOACHIM NICOLAI VON GREIFFENCRANTZ AN LEIBNIZ Esens, 12. (22.) Juni 1699. [183.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 327 Bl. 114. 4o. 2 S. — Oben links auf Bl. 114 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp.‘‘ ”

Monsieur

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A Esens le 12 de Juin 1699.

Je n’ay pas pˆ u partir d’icy, sans vous advertir de ce propos. Mon Cong´e des Services d’Oostfriez, que j’avois desja obtenˆ u le 13. d’Avril. 1697. a traisn´e jusques icy. Mais j’avois des raisons trop pressantes, pour y insister; Et je suis `a la fin `a la veille de mon depart. Il pourroit peut-´etre encore traisner une dixaine ou quinzaine de Jours; et je serois ravy de me voir encore honor´e de vos ordres, avant mon ADieu. J’espere que vostre pretieuse amiti´e me sera continu´ee, non obstant ce changement. Vous me l’avez accord´ee avant que j[e] fusse entr´e en Oostfrieze. Vous me la conserverez, sans que j’y reste. Je viens de recevoir une lettre de Monsr d’Hozier, du 25. May, que mon Neveu, fils de ma Soeur, m’adresse; qui se loue extremement de ses obligeantes manieres. Je luy avois donn´e une Lettre d’adresse ` a luy, qui a eu tout le bon effect, et je vois, qu’il n’a point chang´e l’affection, d’ont il m’a autrefois honor´e; quoy qu’il y ait 18. `a 19. ans, que je ne l’aye vˆ u, ny luy donn´e de mes nouvelles: les troubles entre la France et l’Empire, aussy bien, que mes continuels Employs dans les affaires publiques m’ayant defendˆ u toute correspondence. Je reconnois cette Continuation, comme un Effet de vos bontez: Vous en avez par fois eu, de le faire resouvenir de moy. Je ne vous s¸caurois pas encore mander au juste mes propos: si non, que le premier est, de partir pour la Suede, o` u je suis appell´e, par Son Exce Monsr le Comte de Guldenstolpe, et o` u mes affaires domestiques veulent que j’aille. Mais je n’auray jamais form´e un dessein

24 m’auray K, korr. Hrsg.

Zu N. 177: K wird beantwortet durch N. 183. 7 Cong´ e: vgl. auch I, 14 N. 190. von H¨ opken. 16 Lettre: vgl. N. 292. 23 Guldenstolpe: N. Gyldenstolpe.

14 Neveu: D. N.

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fix´e, sans vous en advertir: Vous conjurant en attendant, de me conserver l’honneur de vos cheres faveurs, et de me croire avec Zele et Respect, Monsieur

Votre tres-humble et tres-obe¨ıssant Serviteur

C. J. de Greiffencrantz

P. S. Mon dessein jusques icy encore n’est autre, pourvˆ u que Dieu le ve¨ uille ainsy, que de me retirer sur une petite terre, que j’ay dans le pays de Mecklenbourg; per y lasciar (comme dit le proverbe Italien), andar trenta d`ı per un mese, et mangiar il mio pane.

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178. JOHANN CHRISTOPH VON LIMBACH AN LEIBNIZ Regensburg, 12. (22.) Juni 1699. [118. 214.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 562 Bl. 68 u. 47. 2 Bl. 4o. 4 S. Auf Bl. 68 links oben durchgestrichener Vermerk von Leibniz: Den andern brief mit beylagen habe dem H. Vize” Canzler geschickt‘‘.

Das beliebte vom 4. huius hat den H. Baron von Seilern undt mich hoch erfreuet undt vergnuget weßhalben hretroi aus befehl undt vor mich gantz schuldigsten danck hiemit abstatte, daß M. h. Herr undt Patron die muhe nehmen undt dero vortreflichen rath fur deß jungen Hn v. Seilern wohlfarth mitheilen; ingleichen auch e i n r e c o m m e n d a t i o n S c h r e i b e n an d e n H. A b b ´e B r i c e a n f u ¨ g e n undt zu einem mehrerem sich erbieten wollen. Wohlged. H. von Seilern wirdt gelegenheit seine Vergnugung undt Hochachtung, nebst der danckbarkeit contestiren zu konnen. Der parens ist itzo noch zu Utrecht bey dem H. Graevio; undt h a t v o n d a n n e n r e c t `o i n F r a n c k r e i c h g e h e n s o l l e n , w e i l a b e r die conjuncturen sich ziemlich verschlimmern undt metus novae rupturae bevorstehet, so soll er vor erst nach Strasburg zum H. Schiltero undt dortigen Jesuitis sich begeben umb nach befinden so dann weiter in

19 ist ist K, korr. Hrsg.

Zu N. 178: K antwortet auf N. 118 und wird beantwortet durch N. 282. Beischluß war offenbar ein Brief mit Beilagen an den Vizekanzler L. Hugo. 16 r e c o m m e n d a t i o n : N. 119. 19 parens: J. F. de Keuckelier, seit 1697 Freiherr v. Seilern.

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Frankreich zugehen oder von dar desto sicherer revociret werden zuk¨onnen. Ich weis nicht, aus was fur einer Sorgnus er dieses also anfuhret, dann obwohl viele vermuthen die Frantzo[s]ische Kriegsschiffe auf Irland gehen m¨ochten; so wollen doch andere glauben, das Rom. Reich in ruhe bleiben werde. Wie es Unß in der Chursache noch immer viel Zeit undt Kosten verursache, daß Wolfenb¨ utel primum opponentem abgiebet, undt was Unß zu guth glucklich negotiiret, durch allzu fruhe zeitige propalation schwerer gemachet wirdt, will aus dem dortigem concursu relationum bekandt seyn. Bey ereignender gelegenheit bitte indeßen bey Unserer gnadigsten Churfurstin Dhlt meine demuthige Empfehlung ohnschwer zumachen undt zuglauben daß Ich mit aller ergebenheit seye h...i Reg. den 12. Junij 1699

179. CHARLES-FRANC ¸ OIS DE CARADAS DU HERON AN LEIBNIZ Wolfenb¨ uttel, 26. Juni 1699. [171.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 220 Bl. 7–8. 1 Bog. 4o. 2 1/2 S. — Links oben auf o Bl. 7 r von Leibniz’ Hand: Extrait de la lettre de Mad. Brinon‘‘. Bibl.verm. ”

Je voy Monsieur peu d’aparance qu’aucun prince de la maison de Brunswick aille faire le voiage de Constantinople, si quelqu’un d’eux s’y determinoit, il seroit heureux d’avoir aupres de lui une personne telle que celle que vous av´es propos´e `a M. Le duc Anthoine Ulrick. Le bruict de la publication du concile de Trente en France se repand et me revient de plusieurs endroits, j’ay de la peine ` a croire que la cour se determine `a une demarche 5 Chursache: zu den Verhandlungen in dieser Zeit vgl. Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 153–168 u. S. 181–186. Zu N. 179: K antwortet auf N. 171; der folgende Brief der Korrespondenz datiert vom 3. (13.) Februar 1700 (Druck in I, 18). 15 lettre . . . Brinon: bezieht sich auf I, 16 N. 302. 16 f. prince . . . Constantinople: vgl. N. 171. 18 personne . . . propos´ e: J. F. Leopold; vgl. N. 171. 20 bruict de la publication: 1699 erschienen in franz¨ osischer Sprache die von dem zum Protestantismus konvertierten Emigranten M. Le Vassor hrsg. Lettres et m´ emoires de Fran¸cois de Vargas touchant le Concile de Trente (vgl. Vargas Mej´ıa, SV.) sowie die 3. Aufl. der von A.-N. Amelot de La Houssaye besorgten ¨ Ubersetzung der antipapistischen Histoire du Concile de Trente von P. Sarpi. 21–283,1 cour . . . Rome: vgl. N. 171.

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si considerable, je ne voy pas que celle de Rome puisse presentement lui donner quelque chose de reel qui vaille la complaisance qu’on auroit pour elle. Ne croiri´es vous point qu’il y ait un peu d’affectation dans le soing qu’on prend de rendre cette nouvelle publique[?] j’ai fait, sur ce chapitre ce que vous m’av´es conseill´e; je fairois toujours bien si j’estois conduict par un si bon guide. Lorsque vous escrir´es en Angleterre souven´es vous s’il vous plaist de la priere que je vous ai fait. L’histoire des variations de M. de Meaux n’est pas bien trait´ee dans la preface de celle de l’eglise de M. Banage. J’aprehande que l’enuie de se defendre ne l’occupe trop et qu’il n’ait pas toute l’aplication qu’il devroit avoir pour une affaire plus importante. J’ai l’honneur d’estre Monsieur au del` a de tout ce que je peus vous marquer vostre tres humble et tres obeissant serviteur `a Wolffembutel le 26. de Juin 1699

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du Heron.

180. HIOB LUDOLF AN LEIBNIZ Frankfurt, 17. (27.) Juni 1699.

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 587 Bl. 111–112. 1 Bog. 4o. 2 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. Am Kopf des Briefes von Leibniz’ Hand: resp.‘‘. ”

Jobus Ludolfus Amplisso Viro G. G. Leibnitio S. P. D. Diuturnum meum silentium, Amice honoratisse! mirari noli, veniam potius impertire in edendis libris meis occupato. Neque nunc multis tecum agere possum, quia typothetae me urgent; Hoc tamen mense praelum sistam; residua cuncta ita parabo, ut etiam

4 conseill´ e: vgl. N. 171. 6 priere: In seinen Briefen vom 12. April (?) 1700 (LH I 19 Bl. 390 bis 391 bzw. LBr. 220 Bl. 10; Druck in I, 18) wiederholt Du Heron die Bitte um Urkundenabschriften aus England. 8 L’histoire . . . de Meaux: J.-B. Bossuet, Histoire des variations des ´ eglises protestantes, T. 1. 2., 1688. 8 f. preface . . . Banage: J. Basnage de Beauval, Histoire de la r´ eligion des ´ eglises reform´ ees, 1690, Bd 1, S. I – IV. Zu N. 180: K antwortet auf I, 16 N. 432 und best¨ atigt vorderhand (eine detaillierte Antwort folgt mit Ludolfs Brief an Leibniz vom 14. April 1700; Druck in I, 18) den Empfang von I, 16 N. 229, N. 230 u. N. 409 (vgl. S. 284 Z. 16–18; Beilage war die S. 284 Z. 21 erw¨ ahnte Quittung). K wird beantwortet durch einen Brief von Leibniz vom 6. M¨ arz 1700 (Druck in I, 18).

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post mortem meam imprimi possint; ut autem scias quid hucusque egerim, te tanquam amicum id celare nolo. Annales Orbis usque ad annum 1630. inclusive vernacule composui, nomine eines Mitglids Collegii Imperialis Historici, reticere nomen meum volui, quia de familiis florentibus et viris notis scribo, et paulo liberius interdum loquor. Sic enim nemo me facile reprehendere poterit. Titulum libro Bibliopola me inscio dedit: Allgemeine Schaub¨ uhne der Welt. Deinde quae peculiariter talenti mei sunt, in lucem edere volui. Nimirum Lexicon atque Grammaticam linguae Amharicae, quae Habessinorum vernacula est, pro instituenda cum illis conversatione et amicitia. Praeterea Lexicon meum Aethiopicum duplo vel triplo priore auctius jam fere absolutum est. Psalterium quod Habessini praecipue amant, Aethiopice imprimi curabo in Aethiopiam deferendum, atque inibi gratis distribuendum; Cuncta meis sumtibus. Nullus enim Bibliopola talibus sumtus, ut putant, perdere voluerit. Epistolae, quas mecum communicasti, mihi fuerunt gratissimae. Magnus est conatus; Abbatis de la Charmoye opus commendabit artificem, ubi elaboratum fuerit; nec enim facile de eo judicare poterimus antequam hoc fiat. Proxime pluribus de reliquis literarum tuarum argumentis tecum agam. Ut autem scias, quas epistolas a te acceperim. Binas mense Decembri Anni superioris non emaculatas; partim etiam arctissime scriptas accepi, ut non nisi subsultim eas legere potuerim. Aliam clariorem die 21. Martii, denique ultimam librarii manu exaratam d. 3. Aprilis adeptus sum. Omnibus in tempore respondebo, ut et F. Guilielmo Bonjourio, qui de magnis suis promissis nihil repetit. Postremo hic chirographum tuum pro restituto Bohorizhio recipies. Hisce vale, mihique favere perge. Dabam Francofurti die XVII. Junii. A. 1699. A Monsieur Monsieur G. G. Leibnitz Conseillr de S. A. Elle de Brunsvig Luneburg etc. ` a Hanover .

3 eines . . . Historici: Seit 1690 war Ludolf Pr¨ asident des Collegium Historicum Imperiale. Vgl. I, 13 N. 55, S. 75 Erl. 5 Bibliopola: der Verlag von J. D. Zunner. 7 Lexicon: H. Ludolf, Lexicon amharico-latinum, 1698. 9 Psalterium: H. Ludolf, [Psalterium Davidis Aethiopice], 1701. 13 conatus: vgl. I, 16 N. 475. P. Pezron war 1697–1703 Abt der Abbaye de La Charmoye. 14 opus . . . artificem: vgl. Sirach 9, 24. 20 Bonjourio: vgl. I, 16 N. 409. G. Bonjour hatte u. a. brieflich weitreichende Untersuchungen zur Entstehung der Septuaginta angek¨ undigt, vgl. Ludolfs Brief an Leibniz vom 23. November 1697 (I, 14 N. 425). 21 chirographum . . . Bohorizhio: Nach vielf¨ altigen Bem¨ uhungen (vgl. I, 14 N. 208, S. 340, Z. 5 f. Erl.) hatte Leibniz durch Ludolf A. Bohorizh, Arcticae horulae, 1584, in Frankfurt ausfindig gemacht (vgl. I, 15 N. 337 u. N. 399), f¨ ur J. G. von Sparwenfeld entliehen (f¨ ur den von M. Zabany in Leibniz’ Auftrag eine Kopie des Buches angefertigt wurde, vgl. I, 16 N. 265) und mit I, 15 N. 442 eine Ausleihquittung an Ludolf gesandt (nicht gefunden).

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181. LEIBNIZ AN JOHANN WILHELM HEUSCH Hannover, 18. (28.) Juni 1699. [169. 206.]

¨ Uberlieferung: l verworfene Abfertigung: LBr. 403 Bl. 56–57. 1 Bog. 4o. 4 S. von Schreiberhand. Datum, Schlußkurialien, Unterschrift sowie einige Korrekturen und Erg¨ anzungen (Lil) von Leibniz’ Hand.

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Monsieur L’attente d’une Resolution de nostre Cour sur le pourtrait `a graver de feu Mgr l’Electeur m’avoit fait differer de vous ´ecrire. Et il s’est peu fallu, que je n’aye fait moy mˆeme un tour ` a Berlin, ce qui m’avoit encor fait differer de parler des exemplaires tir´es du petit pourtrait en Taille douce, dont vostre derniere lettre m’a fait souvenir. Je ne manqueray pas, Monsieur, de vous faire rendre par Lefman Behrens les cinq ´ecus dix gros que vous av´es avanc´es pour tirer les 250 exemplaires, et vous aur´es la bont´e de vous servir de quelque occasion pour m’en envoyer les 200 qui vous restent encor. Maintenant j’ay tant fait, qu’au retour de Monsieur le Baron de G¨orz on a enfin pris une resolution sur le pourtrait en grand qui doit estre grav´e tant pour servir au livre des Funerailles que pour estre encor employ´e ailleurs. Voicy une feuille que je vous envoye icy jointe, o` u la grandeur de la Taille douce, et celle de l’ovale dans la Taille douce, sont marqu´ees, avec la disposition de tout. Le nom sera dans un cerceau `a l’entour de l’ovale, et commencera comme on l’a marqu´e, afin qu’il tombe mieux d’abord sous les yeux. Il est vray que plusieurs le mettent ` a present en bas du pourtrait. Mais on a crˆ u qu’il estoit mieux de menager la place pour des beaux ornemens, que Monsieur Blesendorf y adjoutera conformement ` a ce dont on conviendra. On pourra mettre en bas d’un cost´e des armes, trophees, esclaves Turcs enchain´es; et de l’autre cost´e les vertus regnantes et les vices abbatus. Ainsi un cost´e sera pour le Civil, l’autre pour le militaire. Au dessus du pourtrait on pourra mettre le bonnet Electoral soutenu d’un cost´e par la figure de

Zu N. 181: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 169 und wird beantwortet durch N. 206. Beilage war eine (von Leibniz entworfene?) Vorlage (vgl. Z. 16 feuille‘‘) f¨ ur einen großforma” tigen Portraitkupferstich. 15 livre: M o n u m e n t u m Gloriae Ernesti Augusti, SV. Das Portr¨ at von Ernst August in Großfolio weist P. Drevet als Stecher aus und ist aus dem Jahr 1704 datiert.

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la Victoire qui porte un rameau de palme et de l’autre cost´e par la paix qui porte une branche d’olivier; en faisant repondre la victoire au cost´e o` u sont les armes en bas, et la paix au cost´e des vertus et vices. L’ovale sera enferm´ee `a l’ordinaire in ein palm-gewechs, accompagn´e de feuillages[,] fruits et ornemens semblables. Reste le point principal qui est la somme de 300 ecus que Mons. Blesendorf demande. Elle a paru excessive ` a nos Messieurs, et des personnes se sont engag´ees de faire faire un tres beau pourtrait pour une somme tres moder´ee. Mais j’ay tousjours est´e pour Mons. Blesendorff, parce qu’ayant assez bien reussi dans le petit, j’ay cru que cela nous devoit estre un gage, pour le Grand. Quoyqu’il en soit, on m’a charg´e de conclure avec luy `a des conditions les plus raisonnables qu’on pourra et je vous prie Monsieur, de prendre ce soin de convenir avec luy; ` a fin qu’il s’y puisse mettre au plus tost; le temps d’est´e estant plus prop[r]e `a ces sortes d’ouvrages. Vous aur´es la bont´e de m’informer du resultat, et je suis avec Zele Monsieur

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vostre tres humble et tres obeissant serviteur

Leibniz.

Hanover 18 Juin 1699

¨ 182. LEIBNIZ AN PHILIPP MULLER Hannover, 18. (28.) Juni 1699. [200.] ¨ ¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 671 Bl. 21–22. 1 Bog. 8o. 4 S. Mit einigen Anderungen. Eigh. Anschrift. Bibl.verm.

Hanoverae 18 Junii 1699

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Vir maxime Reverende et Amplissime

Fautor Honoratissime

Spero Te valere ex sententia et praeclara consilia prosequi. Ex Teutonicis metro

1 f. Victoire qui porte (1 ) une branche (2 ) un rameau . . . branche Lil pourtrait (2 ) un . . . est´ e Lil

6 f. faire (1 ) un tres beau

Zu N. 182: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf I, 16 N. 332 und wird beantwortet durch N. 200.

N. 182

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servato Hymnos Graecos pergratos sibi fore dixit Serenissimus Dux Rudolphus Augustus, qui magni facit quae a Te veniunt. Si quid Cella desideres, poteris literas dare ad Dn. De Bernsdorf, Primarium illic rerum Administrum, et adjicere scriptum breve interpres desiderii Tui. Ego conabor efficere, ut qua pote Tibi faveatur. Ipse Illmus Bernsdorfius his inquisitionibus delectatur. R. P. Papebrochius volet librum antequam promissionem reddat, scripsi tamen ut mihi transmittat, syngrapham Tuam retinendam apud me, donec Codicem accipiam. Videbo an sit hoc temperamentum probaturus. Illum quem nosti, dimittere plus quam necessarium fuit. Eousque processerat ut occulte libellos memoriales contra me ad Principes missitaret, qui rem ipsi mihi aperuere, jussereque ut mihi ab homine caverem. Quis credat ingratitudinem tantam in juvenem studiis liberalibus imbutum cadere posse. Janae Leade mulieris Anglae scriptum breve habeo inter farraginem librorum indigestorum, sed Germanicum in Batavis editum credo ex Anglico versum. Inspicienti olim nihil occurrit magni, nisi verba et promissa. Nunc non reperio neque enim adhuc digerere vacavit illam molem. Aeternum Evangelium nactum est refutatorem. Videtur id agi ut Origenis sententia resuscitetur de poenis creaturarum non nisi temporalibus. Eadem Socinianorum mens est, qui ideo impiorum animas delent. Et memini videre typis editam qualibus libri Socinianorum solent Soneri Philosophi Altorffini demonstrationem contra aeternitatem poenarum. Sed sententia de extinctione animarum naturalem quoque mentium immortalitatem destruit, quam Origines conservabat. Praestaret talia non agitari in vulgus.

15 f. Nunc . . . molem erg. L 18 nisi (1 ) emendatoriis (2 ) temporalibus L 19–22 animas (1 ) delent, quae sententiam naturalem (2 ) delent. | Et . . . naturalem erg. | quoque mentium immortalitatem (a) delet (b) destruit L

3 Dn. De Bernsdorf: A. G. von Bernstorff. 5 inquisitionibus: vgl. N. 200. 6 f. R. P. Papebrochius . . . accipiam: zur Entleihung der Handschrift der A n n a l e s Magdeburgenses vgl. I, 16 N. 263, S. 409 Erl. 9 Illum quem nosti: J. F. Feller. 10 libellos: I, 16 N. 474. 13 f. Janae . . . editum: vgl. J. Leade, SV. 17 Aeternum Evangelium: [J. E. Petersen], Das ewige Evangelium Der allgemeinen Wiederbringung Aller Creaturen, 1698. 17 nactum . . . refutatorem: Auf wen Leibniz sich bezieht, bleibt unklar; zu den erschienenen Gegenschriften vgl. I, 16 N. 332 Erl. 17 Origenis sententia: Zu Origenes’ Stellung zum Problem der Apokatastasis vgl. die Zusammenfassung bei P. D. Huet, Origeniana, 1685, liber II, quaestio 11, §§ 16–18. 19 f. typis . . . demonstrationem: E. Sonner, Demonstratio Theologica et Philosophica, 1654.

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Cameracensis Archiepiscopus videtur commodius sensisse quam scripsisse. Impossibile est substantiam intelligentem posse deliberato agere nisi boni sui causa; hujus curam exuere pios perfecta in Deum resignatione res est quae nec fieri potest, nec si posset deberet. Interea datur amor purus, qui divinae bonitatis, perfectionis, felicitatis[,] gloriae fruitione delectatur; non exuendo propriae felicitatis et perfectionis studium, sed in divinae sensu collocando. Nam essentiale amori est delectationem propriam invenire in perfectione rei amatae. At mercenarius amor Amati bonum quaerit certe mediate; non ut bonum per se et immediate et per accidens vel ut constitutivum, sed ut instrumentum sui boni; non quia delectat, sed quia prodest, non quia jucundum, sed quia utile. Veluti si quis egregia signa, aut praestantissimorum pictorum Tabellas expeteret, non ut illis animum pascat, sed ut habeat quod cum fructu revendat. Ego totam hanc controversiam jam olim evolvi paucis in praefatione Codicis Diplomatici , dum obiter fontes justitiae aperio. Explicationem doctrinae sanctorum ab ipso Autore Archiepiscopo latine versam recudi curavit typographus aliquis credo Coloniensis, Romanam libri condemnationem praeveniens. Sed vellem haberentur et quae postea autor dedit, in quibus crudius dicta temperat, et inter affectum mercenarium purumque curatius distinguit; observans in vitae aeternae gaudiis separari posse id quod ex sensu divinae perfectionis per se fluit ab addititiis praemiis a Deo in beatos cumulatis; quasi insinuans, illis non nisi cum ipso divino amore renuntiari posse, sed in his summam desiderii nostri collocare, mercenarii affectus esse. etc. Dn. Philippo Mullero Theologo insigni Praeposito S. Mariae in Magdeburg

7 f. quaerit, (1 ) non (2 ) | certe mediate; non . . . vel erg. | ut constitutivum L

1 Cameracensis Archiepiscopus: F. de Salignac de La Mothe F´ enelon. 12 in . . . Diplomatici: Leibniz, Cod. jur. gent. dipl., 1693, Praefatio, Bl.(∗) 3 vo f. 13 f. Explicationem . . . Coloniensis: ¨ ´nelon, Explication des maximes des saints, 1697, Die einzige nachweisbare lat. Ubersetzung von F. Fe erschien 1699 bei Th. Fritsch in Frankfurt/M.: Placita Sanctorum explicita. 14 f. Romanam . . . ´nelons Explicatio verurteilte, datiert vom 12. M¨ praeveniens: Das Breve Papst Innocenz’ XII., das Fe arz 1699. 15 quae . . . dedit: vgl. I, 16 N. 332 Erl.

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183. LEIBNIZ AN CHRISTOPH JOACHIM NICOLAI VON GREIFFENCRANTZ Hannover, 20. (30.) Juni 1699. [177. 195.] ¨ Uberlieferung: l Abschrift der Abfertigung: LBr. 327 Bl. 115–116. 1 Bog. 4o. 3 2/3 S. von Schreiberhand. Anschrift, Datum und einige Korrekturen von Leibniz’ Hand.

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A Mons. de Greiffencranz Ministre d’Estat d’Ostfrise Monsieur

Hanover 20 Juin 1699

C’est une grace singuliere que vous me faites, lors que vous me donn´es part de vostre resolution. Je prie Dieu de faire que tout tourne `a vostre plus grande Satisfaction, et qu’il vous donne sur tout une sant´e ferme et constante. C’est le fondement de tout le reste: apre[s] cela il est bon d’avoir des occupations qui ne nous ostent pas trop `a nous mˆemes, `a fin qu’on puisse gouster la vie. C’est un assez grand voyage que celuy de la Suede mais outre que vous paroiss´es graces ` a Dieu en estat de n’en estre pas incommod´e; je me figure que vous y trouver´es de la satisfaction. Vous y av´es dˆeja des grandes habitudes. Vous y trouv´es encor un premier Ministre dont le jugement est solide, les intentions droites et les connoissances extraordinaires. C’est justement comme il vous en faut. Monsieur Schmit qui y a est´e envoy´e de nostre part, et qui a est´e relev´e par le jeune Mons. Grote, fils de celuy qui estoit cydevant un de nos principaux Ministres, ne se peut lasser d’en dire du bien. Je ne s¸cay, si vous y trouver´es encor le prince hereditaire de Wolfenbutel mais je m’imagine tousjours que vous y trouver´es le duc de Holstein Gottorp, dont la Cour a eu autres fois l’avantage de vous posseder[,] on dit que ce Roy l’aime, et il a raison, puisque le duc a de si bonnes qualit´es et luy estant ami de Sang et d’interest.

15 est vocide l, korr. Hrsg.

21 posseder un git l, korr. Hrsg.

Zu N. 183: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 177. Sie hat jedoch, wie aus N. 212, N. 255 und N. 281 hervorgeht, den Empf¨ anger nicht erreicht. Deshalb wiederholte Leibniz einige seiner Hinweise auf schwedische Gelehrte und seiner Bitten zur Materialbeschaffung in N. 281. 15 premier Ministre: B. Oxenstierna. 16 Schmit: G. D. Schmidt. 19 prince hereditaire: August Wilhelm von Braunschweig-Wolfenb¨ uttel. 21 Roy: Karl XII.

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J’ay un ami ` a Stockholm, qui est au premier rang entre les gens de merite en Suede. C’est Mons. de Sparwenfeld, tres grand voyageur qui a est´e jusqu’en Barbarie chercher des monumens des anciens Gots et Vandales et qui connoist la Moscovie `a fonds, possedant `a merveilles la langue de[s] Russes et ayant apport´e une infinit´e de notices de ce pais-l`a. Sa charge `a la Cour est ce me semble d’introduire les Ambassadeurs. Je crois que sa connoissance ne vous deplaira pas. Monsieur Rudbeck (dit-on) a publi´e le troisieme Tome de son Atlantica. Il y aura sans doute quantit´e de bonnes pens´ees car c’est un genie extraordinaire `a qui il faut pardonner, que[l]ques saillies un peu chimeriques en faveur des excellentes choses, qu’il donne. Comme il a encor un grand fonds de connoissances physiques et mathematiques, je voudrois qu’il ne les laissat point perir et qu’en les publiant il rendit service egalement `a sa nation ` a la quelle il fait honneur, et au genre humain qu’il enrichiroit. Si vous le voy´es Monsieur en passant peutestre ` a Upsal ay´es la bont´e de luy faire une exhortation l` a dessus, et de vous informer un peu des belles decouvertes qu’il a faites dans la physique et mecanique, qui n’ont pas encor vˆ u le jour. J’ay connu autresfois ` a Paris un gentilhomme suedois, nomm´e Mons. Rolam fils d’un senateur du Royaume nomm´e Clas Rolam. Ce gentilhomme estoit extremement curieux, on dit qu’il est ordinairement ` a la Campagne, mais si vous le rencontri´es par hazard vous m’obligeri´es Monsieur, de luy temoigner que je luy ay ecrit un jour, mais que je ne s¸cay pas s’il a eu ma lettre. Mons. le Comte d’Oxenstirn m’avoit fait esperer quelques pieces curieuses touchant les affaires du siecle pass´e tir´ees de l’Archif de Suede pour mon Codex diplomaticus. J’en souhaiterois seulement quelques unes pour pouvoir dire d’en avoir eu de l’Archif de Suede. Ainsi ce ne seroit pas une affaire. J’ay appris de certaine science que feu Mons. le Comte de la Gardie fils du Chancelier Magnus a eu un Ms. de trait´es et autres Actes publics considerables que son pere, ou quelque autre ministre avoit fait ramasser. Quand il estoit `a Pirmont quelque peu avant sa mort il me le fit esperer. Mais il ne vit pas long temps apres. Je ne s¸cay s’il y auroit occasion de le deterrer.

2 jusqu’en Barbaire l, korr. Hrsg.

7 (dit-on): vgl. I, 16 N. 257. 19 ecrit: I, 12 N. 149. 21 fait esperer: vgl. dazu I, 9 N. 394. 27 ` a Pirmont: Der Graf de La Gardie hielt sich im Sommer 1693 in Pyrmont auf; vgl. I, 9 N. 365.

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Mais tout cela Monsieur ne soit dit qu’`a condition, que cela ne vous embarasse en aucune fa¸con et que vous n’y pensi´es qu’autant que les rencontres et vostre propre curiosit´e vous en fournissent l’occasion.

184. HANS ERNST REINS AN LEIBNIZ [Hannover (?)], 20. (30.) Juni 1699.

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 107 (Brand) Bl. 26–27. 1 Bog. 4o. 4 S. Mit Bemerkungen von Leibniz’ Hand.

HochEdler1 Vester undt Hohgelahrter sonders hohgebieetender H. HoffRaht Demselben laße gantz dienstlich wißen was gestalt ich vor wenig tagen, an Ew. Excellentz, dem H. General Major De Herleville geschrieben, das ich biß 14 tage so miserabel crepiren m¨ ußen, item mein armes Weib undt 3 Kleinen Kinder im gleichen in die Eußerste Durfftigkeit stecken laßen m¨ uste, undt gestern wiederumb ansuchung thun laßen, durch dem H. hGewelgeri das ich keine lebens mittel hette. Alß hatt ihn woll gebohren Excell. hochgedachter H. General Majoor, diese resolution geben, das mein gn¨ adigster Chur F¨ urst undt Herr expresse gesagt hatt, das er mitt meiner sachen nihts zu schaffen hette, mihr auch niht in arrest nehmen laßen, imgleichen der H. General Major, dem H. Secretario Nullii andeutten laßen will, mihr meine verpflegung zu verschaffen, oder

1

hAm oberen Rand von L e i b n i z ’ Hand:i Er ist ein betrieger. Man ist dahinter kommen, daß er einen ducaten in st¨ ucke geschnitten. Wird er zweifels ohne etwas davon in den tiegel geworffen haben als er auß 2 ducaten 3 gemacht welches Herr Janulli Greco di Zante sich nicht einbilden konnen, und vermeinet ihm wohl auff die h¨ ande achtung geben zu haben aber sich durch des Kerls so scheinende Einfalt einnehmen haben und an die gioci di mano del Scotino und dergleichen nicht gedacht.

Zu N. 184: K ist der einzige u ¨berlieferte Brief von H. E. Reins, der in Zusammenhang mit seiner T¨ atigkeit als Goldmacher arretiert worden war (vgl. N. 168). — Hannover als wahrscheinlicher Absendeort ergibt sich aus den Stationierungsorten der Infanteriebataillone des Generalmajors H. d’Herleville, vgl. Sichart, Armee, 1, 1866, S. 251. 17 Secretario: wohl A. Janulli, vgl. N. 168. 23 gioci . . . Scotino: Anspielung auf den Taschenspieler Girolamo Scotino.

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aber das ich auß dem arrest komme soll, was will mihr dem H. Secretario seine hfernerei Verpflegung helffen, da ich mihr bey Seelen Seelig verschworen, in hiesigen arrest nichts zu communiciren, sinttemahl Er an mihr nihts schaffen wirtt, und mitt beßer raison von mihr was erfahren k¨ onnen, (1) habe ich wollen auff unkosten deßen in arrest bleiben, so mihr setzen laßen, so hatt Er mihr auß- undt von sich selbsten Kostgelt gegeben das ich ihm niht abgefordert hab, und solches wieder zu geben niht schuldig bin, (2) habe ich pr¨ astiret, was ich promittiret, (3) die proba ohne meinen Consens undt vorschlag zum andern ein gesetzet, da Er wuste das ich nihts aus laboriren wolte, viell weniger was comm. bis ich erstlich liberiret w¨ urde, (4) so einen schimpflichen brieff bringen laßen, mit großen drohungen, da vor ich mihr nihts f¨ urchte, kein Mensch kan einen Ehrlichen Menschen seine wißenschafft abn¨ othigen, (7) heißet es niht, einen Ehrlichen menschen antasten zu laßen, alß eine Malefitz persohn man muß wißen, das man gewiß ein w¨ urcklicher u ¨belth¨ater sey, so mein hoh Edler herr alß eine Christliche undt hohverst¨andige Persohn, beßer als ich verstehe, (8) die proba so mit ⊕ imbibiret wahr, bin ich auch mihr niht sch¨ uldig auß zu laboriren in dem ich wie ihm bewust begehrte, bis weillen darnach zu sehen, so Er aber niht hatt biß dato haben wollen, bin also Excusiret (9) hatt sein junge gesagt das mein hoh Edler H. hoffraht auch eine proba von 10 Ducaten einsetzen wolte2, das ich niht solte wißen undt meinen, alß ob sie seinem H. wehre (10) will ein discipul, es sey in was sachen es auch immer sein mag, es per force begehren zu wißen, n¨amblich das jenige so der Meister weiß, muß Er ja noht wendig erstlich sich weisen undt lernen laßen von dem, der es beßer kan, wie kan nuhn der H. Secretarius von mihr begehren, das Er das Arcanum machen will, ohne handt anlegung meiner, wan Er es niht erstlich selber von mihr siehet undt lernet, Er will sich ja niht warnen laßen, ich bin niht Gott, das ich ihm gl¨ uck- undt verstandt geben kan, ein mensch muß durch mitteldinge einen andern helffen, und gla¨ ube mein hohEdler H. HoffRaht, so wahr Gott Gott ist, das ich dem H. Secretario mitt guter raison wan Er mihr in sein logir genommen, niht allein aus Ehrlichen- undt getrewen hertzen ein unvergleichlich arcanum communiciren wollen, sondern, es soll ihn undt mihr in wehrender Zeit ein Ehrliches eingebracht haben, mein hohgeneigter H. observire alle vorgesetzte puncta, Christlich, so wirt derselbe, als ein

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hAm Rande von L e i b n i z ’ Hand:i: ist nicht wahr.

14 ⊕: Das Zeichen ist nicht eindeutig zu interpretieren, wahrscheinlich ist Gr¨ unspan gemeint.

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gewißenhaffter und hohverst¨andiger H. Keine unbilligkeit darinnen finden, sondern dem H. Secretario ein beßers unterweisen. Ich recomendire mich gantz gehorsambst in Seine hohe affection und verbleibe jederzeit, Meines hohEdlen H. HoffRaht, den 20 Junii ao 1699.

tre¨ uwilligster diner

Hanß Ernst Reinß,

burger- und einwohner auß Osteroda,

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jetzo noch arrestant.

185. DAVID MAZEL AN LEIBNIZ London, 20./30. Juni 1699. ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 622 Bl. 1. 4o. 1 S.

Monsieur,

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Le souvenir de la conversation si honorable, si douce et si utile que j’eus avec Vous, dans Vostre maison, ` a Hannover, il y a pr´es de trois ans, me fait prendre la libert´e de me donner l’honneur de Vous ´ecrire, pour Vous asseˆ urer de mes respects et de ma reconnoissance. Que ne puis-je, Monsieur, avoir occasion de faire ´eclater ma gratitude et la grande consid´eration que j’ay pour Vostre Personne! Je fais des voeux bien ardens pour tout ce qui Vous regarde; et je Vous offre mes services avec un tres-grand z´ele. Je suis ´etabli `a Londres depuis deux ans; j’y suis pasteur d’une Eglise fran¸coise. Honorez-moy, Monsieur, je Vous en conjure, de Vos ordres, si je puis Vous estre utile en quelque chose: et favorisez-moy, je Vous supplie, de Vostre affection, que je mets `a un si haut prix. Je suis avec respect, Monsieur,

Vostre tres-humble et tres-ob´e¨ıssant Serviteur,

Mazel; Ministre.

A Londres le 20./30. de Juin 1699. Mon adresse est; Mazel Ministre de l’Ancienne Patente, in Soho, in Barrvick-Street.

Zu N. 185: K ist das einzige u ¨berlieferte St¨ uck dieser Korrespondenz.

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N. 186

186. LEIBNIZ AN CHARLES LE GOBIEN [Hannover, Ende Juni 1699 (?)]. [161.]

¨ Uberlieferung: L Auszug: LBr. 541 Bl. 17. 4o. 1 1/2 S. — Gedr.: Widmaier, China, 1990, S. 100–102.

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Extrait de ma lettre au R. P. Gobien Jesuite J’ay receu enfin ce que vous av´es eu la bont´e de m’envoyer de vos ouvrages tres utiles dont je vous suis bien oblig´e. Si ce que vous m’av´es envoy´e la premiere fois est pass´e `a Munster, il se peut qu’on l’ait supprim´e. Car il ne se passe pas une trop bonne correspondance presentement entre cette Cour et la nostre, quoyque, `a mon avis, cela ne doive point empecher les devoirs de l’honnestet´e. Je suis fach´e de voir par un extrait de ma preface que vous av´es fait imprimer mon R. P. que vous n’avi´es pas eu d’exemplaire de mes novissima Sinica, que par emprunt. Si je l’avois s¸cu ˆ, je l’aurois envoy´e par la poste. Le bruit de la mort de l’Empereur de la Chine nous estoit venu par deux voyes s¸cavoir par la Moscovie et encor par un vaisseau Anglois venu des Indes orientales, mais je suis le plus ravi du monde, de ce que cela ne continue point. J’espere que le R. P. Bouvet se souviendra de mes demandes. Une de mes curiosit´es seroit d’obtenir les situations et les langues des peuples de la Scythie ou Tartarie, pour juger par l` a de leur cognation, j’attends aussi plus de lumieres sur l’Analyse des caracteres chinois, et sur la critique de leur anciennes Histoires. Je suis bien aise d’apprendre ce que vous me mand´es mon R. P. des derniers exploits des Chinois contre les Elouths. Je souhaiterois fort une maniere de carte des pays entre

Zu N. 186: Die (nicht gefundene) Abfertigung antwortet auf N. 161 und wird beantwortet durch einen Brief vom 18. Februar 1700 (Druck in I, 18). Ob Leibniz N. 161 postwendend beantwortete oder vielleicht erst im Verlauf der zweiten H¨ alfte des Jahres 1699, ist nicht ermittelt. 6 ce que . . . ouvrages: C. Le Gobien, Lettre sur les progrez de la religion ` a la Chine, 1697; vgl. Z. 12 Erl. 7 ce que . . . fois: C. Le Gobien, Histoire de l’edit de l’empereur de la Chine, 1698. 8 f. Car . . . la nostre: M¨ unster z¨ ahlte zu den entschiedensten Gegnern der Verleihung der Kurw¨ urde an Hannover. 12 par emprunt: vgl. C. Le Gobien, Lettre, 1697, S. 1; es folgt ein Extrait de la Pr´ eface der Novissima Sinica. 14 bruit: vgl. bes. I, 16 N. 299. 15 vaisseau Anglois: nicht identifiziert. 17 Bouvet . . . demandes: vgl. bes. I, 14 N. 470.

N. 187

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la Chine, la mer Orientale, les Moscovites[,] les Usbecs, les Indes; afin de mieux entendre les relations. J’espere que par le moyen de cette Victoire vos peres pourront prendre par terre un chemin que le P. Grimaldi avoit tent´e inutilement, qui seroit d’aller `a la Chine par la Perse et par les Usbecs, c’est ` a dire par Bochara, car je crois que c’estoit cette guerre des Elouths qui l’avoit empech´e de passer. Je vous remercie encor de la lettre de Mad. Constance, qui marque une vertu Heroique. Si le R. P. Tachard trouve des Academies des S¸cavans dans le Royaume d’Orixa, je ne doute point qu’il n’en tire des lumieres. Car l’Epoque sinoise que Mons. de la Loubere avoit apport´ee marque bien qu’il y avoit autres fois des fort habiles gens dans ce pays l`a. Si la langue de Cour de ces peuples d’Orixa approche de la persienne, j’en conclus que c’est une ancienne colonie ou conqueste plus tost, des Usbecs. Il y a long temps que je n’ay rien appris du R. P. Kochanski, mais vostre compliment pour luy me donne sujet de luy ´ecrire de nouveau. Il est fort ˆag´e, cependant j’espere qu’il sera encor en vie. Je souhaiterois de meriter vos presens par quelque service. etc.

187. LEIBNIZ AN FRANC ¸ OIS PINSSON [Hannover, Ende Juni/Anfang Juli (?) 1699]. [216.] ¨ Uberlieferung: L Teilkonzept: LBr. 728 Bl. 36 (beschnitten). ca. 16 x 11 cm. 1 1/4 S.

4 chemin . . . Grimaldi: Grimaldis Versuch, auf dem Landweg nach China zu gelangen, scheiterte an der Weigerung des Zaren, ihm die Durchreise zu gew¨ ahren. Vgl. bes. I, 10 N. 211, und Widmaier, China, `re, Du 1990, S. 102 Anm. 5. 5 Bochara: Buchara. 9 f. l’Epoque . . . Loubere: vgl. S. de la Loube royaume de Siam, 1691. 12 Orixa: Orissa. 14 long temps . . . Kochanski: Der letzte u ¨ berlieferte Brief Kocha´ nskis an Leibniz datiert vom 11. Juni 1698 (I, 15 N. 410); ein sp¨ aterer Brief von Leibniz an Kocha´ nski ist nicht ermittelt. Zu N. 187: Die nicht gefundene Abfertigung wird zusammen mit dem nicht gefundenen Leibnizbrief vom 3./13. April 1699 (vgl. N. 216) wohl beantwortet durch N. 216. Die Datierung st¨ utzt sich auf die Annahme, daß Pinsson mit dem Vorschlag zur B¨ ucherkommission in N. 216 bereits auf unseren Brief eingeht, sowie auf Leibniz’ Angabe in N. 240, er habe Pinsson il y a plusieurs semaines‘‘ geschrieben. ” Aus N. 240 ergibt sich, daß das vorliegende Konzept nicht den vollst¨ andigen Brief wiedergibt. — Beilage war ein Catalogue‘‘ (vgl. S. 296 Z. 11). ”

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Ayant receu trop tard l’avertissement sur l’intention de M. Dezallier, je n’ay point eu moyen d’envoyer ` a temps ` a la foire de Francfort des exemplaires de mon Codex diplomaticus; comme je croy mˆeme vous avoir marqu´e dans ma precedente j’avois esper´e qu’on en auroit pˆ u trouver chez les libraires de Francfort; et j’avois donn´e ordre d’en chercher pour luy mais j’ay appris que les libraires avoient d´eja vendu ceux qu’ils avoient eus. Pour les Accessiones Historicae; il en aura pˆ u trouver autant d’exemplaires qu’il en aura voulu. Je vous avois suppli´e, Monsieur, de penser en ma faveur, `a un libraire de qui on pourroit prendre des livres ou qui se chargeroit du soin de les amasser [par] consequent pour quelque reconnoissance. Je prends donc la libert´e de vous envoyer le Catalogue cyjoint et je vous supplie de charger quelqu’un de marquer ceux qu’on en peut trouver avec le prix, et on les payera argent contant, si le prix est raisonnable, comme je l’espere. Le prix de quelques uns est marqu´e suivant les catalogues des libraires, mais le prix des autres n’est point marqu´e encor. Ay´es la bont´e de me faire s¸cavoir si je puis esperer ces faveurs de quelqu’un par vostre intercession.

188. CHILIAN SCHRADER AN LEIBNIZ Kulpin, 21. Juni (1. Juli) 1699. [142. 224.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 829 Bl. 157–158. 1 Bog. 4o. 3 S.

Colpin. 21. Juin. 99.

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A peine suffis je de vous faire ces lignes, `a cause d’une fluxion fort acre sur les yeux. Il y a trois semaines que je suis i¸cy pr´es de Ratzebourg, o` u j’ay receu l’honneur de la

3 f. j’avois esperois L, korr. Hrsg.

1 avertissement: in I, 16 N. 356.

3 precedente: Leibniz’ nicht gefundener Brief vom 3. (13.) April

1699. Zu N. 188: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief von Anfang Juni; vgl. auch N. 142 Erl.

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votre: Pour ce qui est de cette personne dont votre lettre parle, je ne la connois que de nom. Il ne m’a pas ecrit, ny et´e ` a Zell: au moins ne l’y ay je jamais vˆ u. Mais comme on souhaitoit quelque part un bon Registrateur et que je me souvenois que vous m’avi´es lou´e celuy l`a, je luy ay ´ecrit et le sond´e s’il vouloit que je le recommandasse: mais il ne m’a pas repondu. J’envoye votre lettre pour Mr Hakman `a Brounvic `a sa mere, ne scachant pas o` u il est. Je suis h...i 189. GERHARD MEIER AN LEIBNIZ Bremen, 24. Juni (4. Juli) 1699. [176. 210.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 627 Bl. 221. 4o. 1 1/2 S. Oben auf Bl. 221 ro Vermerk von Leibniz’ Hand: resp.‘‘. ”

Non dubito quin ante octiduum scriptas recte acceperis. Praesentium occasio ab ornatissimorum Juvenum pari mihi est suppeditata. Audiverant me in Tuis esse amoribus, hinc quas rogitabant literas ad Te facillime exorarunt. Sed et ipsi se suis ex virtutibus ornatos Tibi prolixe commendabunt, eritque in uno eorum Celeberrimi Parentis Dn. Menkenii memoria Tibi gratissima. Scripsi in aliis novissime me restitutionem descriptionis der Killver marck efflagitare. Dabis itaque hanc mihi gratiam ut chartarum istarum compos fiam. Addo ut Menagii Origines L. Gallicae in promtu reponas, ut cum ex vobis Bremam quis admigraverit ei concredas libellos. Biblia Islandica mihi comparata per amicum Haffnia exspecto. Codicem des Saßenspiegels membranaceum recepi, quem hisce doctissimis Juvenibus commonstravi. Est ille antiquissimae manus cujusdam et a Misni1 cette personne: wahrscheinlich J. F. Feller, vgl. N. 142 u. N. 224. 4 ´ ecrit: nicht ermittelt. 6 votre lettre: nicht gefunden. Der Brief kann nicht identisch sein mit dem von Hackmann in N. 29 erw¨ ahnten, da dieser vom 19. Juli 1699 datierte. Zu N. 189: K diente als Empfehlungsschreiben f¨ ur zwei junge Gelehrte, die (vgl. Z. 16 f.) mit J. B. Mencke und dessen Freund F. W. Sch¨ utze zu identifizieren sind. Diese kehrten 1699 von einer Reise durch Holland, Frankreich und England zur¨ uck und besuchten Meier unterwegs. Vgl. Menckes Holl¨ andisches Journal, Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Ms. germ. oct. 82 fol. 89 vo. Leibniz’ Antwort (vgl. Z. 12) ist nicht gefunden. 13 scriptas: N. 176. 17 aliis: vgl. N. 122 u. N. 176. 19 Menagii Origines: G. Menage, Dictionnaire ´ etymologique, 1694. 20 Biblia Islandica: vgl. N. 106 Erl. 21 amicum: nicht identifiziert. 21 Codicem: nicht identifiziert.

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N. 190

cismis, quibus impressa volumina scatent liber, id est purum refert idioma Sassonicum, matrem filiae, id est L. germanicae, qualem vocamus, superioris. Berniers doutes de la philosophie exquirit Ultrajecti Doctissimus Sikius. Expecto responsum. Vale Vir Aplsse meque ama h...i 5

Bremis d. 24. Jun. 1699

190. CHRISTIAN EBERHARD OTTEN AN LEIBNIZ Bremen, 24. Juni (4. Juli) 1699.

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 700 Bl. 1. 4o. 2 S.

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S. T. Ihro Excellentz werden nicht u ¨bel deuten, daß Dero gehorsamster Knecht seine schuldigste Auffwartung pers¨ohnlich nicht abstatten k¨ onnen. Ich bin von unserm H. GeneralSuperintendenten Heinson befehliget worden eingeschloßene Ausf¨ uhrliche Antwort, des Herrn Rahts und Advocati Generalis Brenneysens, selbst einzuh¨andigen, wie auch eingeschloßene 2. Reichsthaler von dem H. Baron de Walter, bin aber davon unvermuthet verhindert und also gezwungen worden, solche mit der Post zu u ¨bersenden. Ich lebe der Hoffnung es werde solches nicht ung¨ utig genommen werden, der ich nechst Empfehlung G¨ottlichen Obhuts verbleibe Ew. Excellentz

gehorsamster Knecht und willigster Vorbitter bey Gott Christian Eberhard Otten

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Bremen d. 24. Junii 1699.

Pastor Beerdumensis.

Zu N. 190: K ist der einzige Brief Ottens an Leibniz. Beilage war E. R. Brenneysen, Ausf¨ uhrliche Antwort auf Johann Gottlob Stoltzens Anmerckungen u ¨ber einige Lehr-S¨ atze, 1698 (vgl. Z. 12) und die Z. 14 erw¨ ahnte Geldsumme von Friedrich von Walter (vgl. auch N. 253).

N. 191

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191. NICOLAAS WITSEN AN LEIBNIZ Amsterdam, 5. Juli 1699.

¨ Uberlieferung: k Abfertigung: LBr. 1007 Bl. 27–29. 1 Bog. 1 Bl. 4o. 3 1/2 S. von Schreiberhand. Aufschrift. Eigh. Unterschrift. Schwarzes Siegel. Postverm. ( 4gg.‘‘, franco Aurich‘‘). ” ” Bibl.verm. — Auf Bl. 27 ro oben links Notiz von Leibniz’ Hand: petit Nomenclateur‘‘. — ” Gedr.: 1. Leibniz, Collectanea etymologica, 2, 1717, S. 367–369; danach 2. Dutens, Opera, 6, 2, 1768, S. 202 f.; 3. (nur das PS.) Guerrier, Leibniz , 1873, T. 2, S. 45 f.; 4. (nur das PS.) Foucher de Careil, Œuvres, 7, 1875, S. 458 f.

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Monsieur Suivant ma promesse, je vous envoye trois nouvelles Oraisons Dominicales que j’ay re¸cu¨es, dont l’une est [en] langue C e r e m i s s e , et les deux autres en langues S a m o j e d e , toutes deux differentes de celle que je vous ay ci-devant envoi´ee; et ainsi differentes entr’elles, parce que l e p a ¨ı s d e s S a m o j e d e s e s t f o r t ´e t e n d u , et que les Nations qu’il renferme dans le voisinage de la Mer, ont un differend langage, et vous verrez dans ma Carte en quel endroit sont situez les pa¨ıs de ces deux Nations dont le titre est au haut des Oraisons Dominicales. Je suis Monsieur

Vostre treshumble et tresobeissant serviteur

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N. Witsen

D’Amstm ce 5 Juillet 1699 P. S. A l’occasion, Monsieur, de ce que vous dites d’une certaine coˆ utume Moscovite, qui sent un peu la Scythique, je ne peux me dispenser de vous dire, que je me souviens d’avoir est´e en un certain lieu qui n’est pas loin de la Ville de Novogorod en Moscovie,

Zu N. 191: k folgt auf I, 16 N. 428. Beilage waren (vgl. Z. 10–12) Vaterunser-Versionen in zwei verschiedenen samojedischen Dialekten (LBr. 1007 Bl. 61; gedr.: Leibniz, Collectanea etymologica, 2, 1717, S. 370–372; danach Dutens, Opera, 6, 2, 1768, S. 203) und in tscheremessischer Sprache (ebd. Bl. 62; gedr.: Leibniz, a. a. O., 1717, S. 369 f.; danach Dutens, a. a. O., S. 203). Die Korrespondenz wird fortgesetzt mit einem Leibnizbrief vom 6. (16.) Februar 1700 (Druck in I, 18). 5 petit Nomenclateur: bezieht sich wohl auf Leibniz’ mehrfach ausgesprochene Anregung, neben Vaterunser-Texten auch kleine Vokabularien entlegener Sprachen zusammenstellen zu lassen, so in seinen Briefen an Witsen I, 14 N. 272, I, 15 N. 313 und dem vom 6. (16.) Februar 1700 (s. o.); vgl. ferner N. 275. 12 ci-devant: vgl. I, 15 N. 456. 15 ma Carte: N. Witsen, Nieuwe Lantkaarte van het Noorder en Oosterdeel van Asia en Europa, 1687.

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N. 192

o` u je rencontray une Montagne appell´ee C h o l o b g o r a , c’est `a dire M o n t a g n e d e s E s c l a v e s , et au pied de cette montagne une petite riviere appell´ee Cholobreca, ou R i v i e r e d e s E s c l a v e s ; Et lors que je m’informay de la raison et origine de ce nom, les gens du pa¨ıs me racont´erent qu’autrefois les hommes de ce lieu ´etoient sortis pour aller faire la guerre en des Pa¨ıs fort ´eloignez, et qu’apr`es une longue absence, les femmes aiant contract´e amiti´e avec les Esclaves ou Valets de leurs maris, tˆach´erent de s’opposer ` a l’entr´ee dans le pa¨ıs, de ceux-ci, lors qu’ils retourn´erent; mais que les maris avoient batu et chass´e ces valets sans se servir d’autres armes que de leurs fou¨ets; En un mot, ils me cont´erent toute l’Histoire qu’on trouve dans Justin, touchant les Esclaves Scytes qui disput´erent l’entr´ee du pa¨ıs `a leurs Maitres. Cependant il faut savoir, Monsieur, que ces gens l` a n’entendent ni Grec ni Latin, n’aiant aucune connoissance des Histoires du vieux tems: D’o` u je conclus que ce Pa¨ıs autour de Novog[o]rod a est´e une partie de l’ancienne Scitie, comme vous le remarquez. A Monsieur Monsieur Leibniz Conseiller priv´e de S. A. E. de Hanover Hanover

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192. LEIBNIZ AN JOHANNES EISENHARDT Hannover, 26. Juni (6. Juli) 1699. [147.]

¨ Uberlieferung: L Konzept: LBr. 236 Bl. 15–16. 1 Bog. 4o. 1 S. auf Bl. 16 vo. — Teildr.: Grua, Textes, 2, 1948, S. 661 (= Z. 19 – S. 301 Z. 3). — Auf Bl. 15–16 ro K von N. 147.

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Utrasque Institutiones Tuas, moralis scilicet doctrinae et jurisprudentiae naturalis sibi mutuo opem lucemque foenerantes rite accepi, et pro munere egregio gratias debitas ago. Cum videam plerosque nunc qui juri dant operam a novitiis doctoribus ad naturae fontes revocari, et rationum promissarum spe impleri, quod ego si spes illae impleantur, adeo non reprehendo, ut plurimum sim gratulaturus, eo magis operam dandam censeo iis qui philosophiam cum diuturno recepti juris usu conjunxere, ut extent scripta non minus

9 Justin: vgl. M. Junianus Justinus, Historiae Philippicae, 2, 5. Zu N. 192: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 147. Der n¨ achste Brief (Eisenhardt an Leibniz) datiert vom 18. November 1701 (LBr. 236 Bl. 17). 19 Utrasque Institutiones Tuas: J. Eisenhardt, Institutiones moralis scientiae, 1699, sowie Ders., Institutionum juris naturalis in moralis Philosophiae doctrina repraesentatio, 2. Aufl. 1699.

N. 193

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solida quam clara et plausibilia, quod a Te inprimis et praestari et porro sperari posse censeo. E re esset, modestam institui recensionem librorum praesertim recentiorum hujus generis; memorando in usum lectorum, nondum fortasse subactorum, tum quid in illis vitandum, tum vero maxime, quid sit in unoquoque praestitum peculiariter ad scientiae juventutisve profectum. Sed optandum esset Tecum, ut qui possunt succurrerent difficultati temporum, quo liceat viris eruditis esse solutioribus a rerum domesticarum cura; nec despero posse effici aliquid captatis occasionibus, sine quibus vix quicquam cum fructu agas. Ego certe eas quae offerent sese non temere e manibus amittam. Injeci mentionem prout jussisti, et faciam porro. etc. Hanoverae 26 Junii 1699

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193. LEIBNIZ AN JOHANN FABRICIUS Hannover, 26. Juni (6. Juli) 1699. [172. 198.] ¨ Uberlieferung: L1 Abfertigung: Kopenhagen Kongelige Bibliotek Thott 1230. Nr. 33. 4o. Mit Unterstreichungen von Fabricius’ Hand. (Unsere Druckvorlage.) — Gedr. (teilw.): 1. Kortholt, Epistolae, 1, 1734, S. 54 (= S. 302 Z. 4–16 unseres Textes); danach 2. Dutens, Opera, 5, 1768, S. 248. L2 Auszug aus L1: LBr. 251 Bl. 51. 8o. 1 S. (entspricht S. 302 Z. 4–12 unseres Textes von L1). ¨ Uber dem Text von Leibniz’ Hand: Ex meis ad Dn. Fabricium Theologum Helmestadi” ensem. Hanoverae 26 Junii 1699‘‘. L3 Auszug: LBr. 251 Bl. 52. 8o. 1 S. (Unsere Druckvorlage.)

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hL1i Vir Maxime Reverende et Celeberrime

Fautor Honoratissime

Significasse nuper memini a nostris Cellas1 scriptum, ut de augmento constituatur 1

hVon F a b r i c i u s ’ Hand unterstrichen:i a nostris Cellas

Zu N. 193: L1 wird zusammen mit N. 172 beantwortet durch N. 198 und hatte den S. 302 Z. 12 erw¨ ahnten Beischluß. Da die Abfertigung L1 und der zweite Auszug L3 in der Formulierung stark voneinander abweichen, bringen wir beide Texte zum Abdruck. 25 Significasse: mit N. 172.

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N. 193

cujus spes Tibi dudum facta. Intelligo consilium fuisse ut Cellensium interventu cum Guelfebytanis2 ea de re communicaretur sed ni fallor jam Guelfebytani rem suam egere. Itaque apud illmum Dn. de Bernsdorf fortasse porro non inconsulte insistes. Memini a Te quaesitum aliquando, quis autor Latinae versionis Historiae3 Concilii Tridentini, a Paulo Sarpio Servita conscriptae? Is tunc non succurrebat, nunc forte inter antiquas meas schedas reperi, eum credi Adamum Neutonum Scotum, qui fuit Ephorus studiorum Principis Henrici, filii primogeniti Jacobi regis magnae Britanniae, et postea Decanus Sarisberiensis, idque notasse Deuberum istum in oratione funebri extincto Andrea Riveto habita, qui Neutono aliquando Praeceptore in Gallia fuerat usus. Sed credo, sero4 id jam ad te perscribo. Prodiit enim, ut intelligo, editio Lipsiensis, quanquam nondum pervenerit ad manus meas, ut adeo scire non possim, an, qui eam curavere, nomen autoris indicarint5. Quod superest, vale et inclusum6 reddi quaeso jube. Dabam Hanoverae 26 Junii 1699. deditissimus

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G. G. Leibnitius

P. S. Pro praeclaris exercitationibus ago gratias7. Nihil a te nisi doctum, amoenum, profuturum.

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hunterstrichen:i hunterstrichen:i hunterstrichen:i hunterstrichen:i hunterstrichen:i hunterstrichen:i

cum Guelfebytanis autor . . . Historiae sero indicarint inclusum ago gratias

1 consilium: die braunschweig-l¨ uneburgische Hauskonferenz zu Engensen am 23. Juni (3. Juli) 1699. Die endg¨ ultige Entscheidung u ¨ber Fabricius’ Gehaltsangelegenheit erfolgte erst auf den Hauskonferenzen vom 26. Juli (3. August) und 30. September (10. Oktober) 1699; vgl. N. 33 und N. 66. 4 Memini: M¨ oglicherweise liegt hier eine Verwechslung mit J. A. Schmidt vor, der am 21. Februar (3. M¨ arz) 1699 ¨ nach dem Namen des Ubersetzers gefragt hatte, vgl. I, 16 N. 367. 4 Latinae versionis: vgl. P. Sarpi, SV. 7 Principis Henrici: Prinz Heinrich Friedrich. 7 Jacobi regis: Jakob I. 10 intelligo: Dies hatte Leibniz durch F. S. L¨ offler erfahren, vgl. I, 16 N. 296 sowie N. 132 im vorliegenden Band. 12 inclusum: nicht ermittelt. 15 exercitationibus: J. Fabricius, Amoenitates theologicae, 1699.

N. 194

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hL3i Ex meis literis ad Dn. Fabritium Theologum Helmestadiensem

Jun. 1699

Quaerebas a me non ita pridem an mihi compertus autor versionis Latinae Historiae Concilii Tridentini a Paulo Servita conscriptae. Et tunc quidem non succurrebat nomen. Sed nuper in excerptis meis forte reperi esse Adamum Neutonum Scotum, qui fuerat Ephorus Henrici filii Jacobi Regis Scotie, deinde magnae Britanniae primogeniti, et postea decanus Sarisberiensis. Quod memorat Dauberus JCtus [in] oratione funebri in obitum Andreae Riveti, qui Neutoni fuerat discipulus.

194. CHRISTOPHE BROSSEAU AN LEIBNIZ Paris, 6. Juli 1699. [265.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 119 Bl. 281. 4o. 2 S. Eigh. Anschrift. Oben auf Bl. 281 ro von Leibniz’ Hand: repondu‘‘. ”

Paris ce 6e de Juillet 1699. Les deux exemplaires du Livre intitul´e Albericus ne sont pas pour moy, Monsieur, mais pour Mr Breget Intendant de S. Emce Mgr le cardinal de Furstemberg, c’est pourquoy Je vous prie si vous trouvez une ocasion favorable de me les faire tenir icy, de me marquer en mˆeme tems leur prix, et ce qu’ils auront coust´e de port. Je communiqueray ce que vous me mandez sur leur sujet dans vostre lettre du 22e de l’autre mois au dt Sr Breget affin, Monsieur, qu’Il connoisse mieux ce que c’est que ce Livre, et qu’Il vous en sache gr´e. Si les doutes de Bernier sur la Philosophie se peuvent trouver chez Michalet o` u vous me marquez qu’ils ont est´e imprimez en 1682[,] vous ne devez pas douter que je ne me fasse un tres grand plaisir de vous les envoyer. Vous devez avoir receu depuis peu un assez gros pacquet du Rd P. Le Gobien que je vous ay fait adresser sous le couvert de

Zu N. 194: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 22. Juni 1699 (vgl. Z. 18). Eine Antwort erfolgte m¨ oglicherweise mit Leibniz’ nicht gefundenem Brief vom 14. August, der in N. 265 erw¨ ahnt wird. 14 Albericus: Albericus Monachus Trium Fontium, Chronicon, in: Leibniz, Accessiones historicae, Bd 2, 1698. 15 Furstemberg: W. E. von F¨ urstenberg. 24 pacquet: Gemeint sind wohl die Beilagen zu N. 161.

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N. 195

Made nostre Electrice. Dans ce moment le Rd Pere Verjus sort d’icy o` u Il m’a bien pri´e de vous faire mille tres humbles baisemains de sa part, et de vous dire qu’un vaisseau parti du port Louis pour la Chine il y a six mois y est heureusement arriv´e `a Canton. on sera soigneux de vous informer de toutes les nouvelles qui nous viendront de ces quartiers l`a. celle de la mort du Roy de la Chine que vous aviez rece¨ ue par la voye de Moskou ne s’est pas trouv´ee vraye; c’en est une, Monsieur, qui l’est constament que je suis le plus humble et le plus obeissant de tous vos serviteurs. Brosseau. M. de Leibnitz

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195. CHRISTOPH JOACHIM NICOLAI VON GREIFFENCRANTZ AN LEIBNIZ Hamburg, 27. Juni (7. Juli) 1699. [183. 202.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 327 Bl. 117–118. 1 Bog. 4o. 2 1/2 S. Mit einigen Korrekturen. Eigh. Aufschrift. Siegel. Am Kopf des Briefes Vermerk von Leibniz’ Hand: repondu‘‘. ” — Auf Bl. 118 ro L von N. 202.

A Hambourg le 27. de Juin 1699.

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Je me suis donn´e l’honneur de vous advertir de mes Adieux, ´etant `a la veille de mon depart d’Esens. Maintenant je vous diray, que j’en suis party le 22. de ce mois; et que le vent (car j’en partis par eau) seconda si favorablement mon voyage, que j’arrivay en 24. ou au plus 26. heures ` a Melau, qui est une petite terre pr`es de Stade, o` u j’ay dessein de laisser ma petite famille, pendant que je feray le voyage de Suede, o` u je suis appell´e tant par mes propres affaires, que par Ordre de ceux, auxquels je dois quelque deference. En arrivant ` a Melau, j’appris que deux-jours auparavant, Son Exce le Gouverneur du pays de Bremen, avoit fait arrester sur la riviere de l’Elbe 13. ou 14. Vaisseaux-

5 celle . . . Moskou: vgl. I, 16 N. 299. Zu N. 195: K wird beantwortet durch N. 202 und nochmals erw¨ ahnt in N. 281. Beischluß war der S. 306 Z. 5 genannte, nicht gefundene Brief an Bodo v. Oberg. 17 advertir: mit N. 177. 21 petite famille: Greiffencrantz’ Frau Margaretha Constantia und sein Sohn Christian Albrecht Friedrich Philipp. 22 ceux: vgl. N. 177. 23 Gouverneur: N. Gyllenstierna.

N. 195

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marchands de Hambourg, pour procurer de la Satisfaction, au nomm´e K¨onig, qui avoit reclam´e la justice du Senat de Hambourg, contre le Banqueroutier nomm´e de Borstelen, sans ´etre ´ecout´e. Vous s¸caurez sans doute, que ce K¨onig est commissaire Suedois, et Marchand de Stockholm. Ces vaisseaux sont en suite relax´es `a la reserve d’un seul, qui est charg´e, `a ce que l’on tient, de plus de 100000 ´ecus de vaillant de marchandises. Le Secretaire Schafshouse fˆ ut Samedy pass´e `a Stade, pour cette affaire; mais Son Exce le renvoya d’abord, et luy fit comprendre, qu’il n’y avoit point `a marchander, et que Sa Mt´e entendoit absolument, que son sujet devoit ´etre dedommag´e, et les frais pay´e, puisque le Senat avoit fait, litem suam etc. L’on croit, que la ville se flate, que l’Empereur se pourra interesser, pour la libert´e de la riviere: Mais il y a bien des autres, qui augurent, que sa Mt´e Imple ne voudra point arreter le cours de la justice, et le Droict de Repressailles, dont sa Mt´e de Suede se prevaut, contre une injustice ou refus de justice assez manifeste. Le triste accident arriv´e icy, il y a quelque temps, je veux dire, l’assassinat du pauvre Salmouth, a donn´e sˆ ujet ` a Sa Mt´e de Suede, d’en faire faire inquisition, comme `a une violation de l’hostel de son Ministre. Il y a 2. Assesseurs de Wismar deputez pour ce sˆ ujet, qui examineront l’affaire conjointement avec Mr de Lissenheim, qui est icy de la part de Sa Mt´e pour les affaires de Holstein et de Mecklenbourg; et l’on me dit tout `a l’heure que demain Monsieur le Resident de Suede, et toute sa famille, deposeront Jurati sur ce qui s’y est pass´e. On pourroit conclure de l` a, qu’un jour sa dite Mt´e de Suede, seroit dispos´ee, ` a se ressentir de l’insulte fait `a la maison de son Caracteris´e. Je vous supplie h...i P. S. Si vous me voulez honorer de quelque reponse, je ne vous en s¸caurois pour `a present donner d’adresse plus seure, que celle `a Mr le VChancelier de Celle, Fabricius, qui est quasi toˆ ujours icy, et qui s¸caura par quelle voye me les faire tenir. Oserois-je vous supplier, d’assurer Son Exce Monsieur le Comte de Platho de mes tres-humbles Respects,

2 Barqueroutier K, korr. Hrsg.

1 procurer: Zum Verlauf des Gerichtsstreits zwischen H. K¨ onig und J. v. Bostel vgl. Versuch einer zuverl¨ aßigen Nachricht von dem kirchlichen und politischen Zustande der Stadt Hamburg in den neuen Zeiten, T. 4, [Hamburg] 1736, S. 339–341. 6 Samedy pass´ e: 24. Juni a. St. 13 l’assassinat: vgl. N. 143. 15 2. Assesseurs: des schwedischen Obertribunals in Wismar. 17 les affaires . . . Mecklenbourg: die Auseinandersetzungen zwischen Holstein-Gottorp und D¨ anemark um die mecklenburgische Erbschaft. 18 Monsieur le Resident: H. G. v. Rothlieb.

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comme aussy Monsr le Baron de Goertz. Excusez, que je vous adresse l’icy jointe. C’est un trait de mesnage, je l’advou¨e: Cel` a m’´epargne quelques sols `a la poste: mais ´etant Exil´e, ou reduit ` a l’Etat du proverbe Italien, Lasciar andar trenta d`ı per un mese, et mangiar il suo picciolo bene; il faut commencer peu `a peu a` devenir un peu chiche. Mais raillerie `a part; J’ay crˆ u que cette lettre, pour le cher Monsr d’Oberg, passeroit plus seurement par vostre adresse. Il luy manque une, `a ce qu’il me mande, que j’avois donn´e `a la poste. Et celle-cy m’importe. A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseiller Priv´e de la Justice, `a la Cour de Sa Sert´e Ele de Brounswich. ` a Hannovre.

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196. SAMUEL CHAPPUZEAU AN LEIBNIZ Celle, 28. Juni (8. Juli) 1699. [157.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 150 Bl. 64–65. 4o. 2 S. Bibl.verm.

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La charge que j’ay en nˆ otre Cour ne me permettant pas de faire une longue absence, et n’ayant pˆ u trouver l’occasion de faire la reverence `a Son Excellence Monsieur le Comte de Platen que le Dimanche ` a neuf heures du matin; dans la crainte que j’eus de perdre le chariot, qui part ce jour l` a` a dix, je ne pˆ us vous aller rendre compte de ce que j’avois fait `a Hannover depuis le Jeudi au soir que je fus vous rendre mes respects. Je vous diray donc, Monsieur, en peu de mots, pour ne vous pas faire perdre du tems `a lire une longue lettre, que Samedi dernier, allant pour la premiere fois de ma vie voir les Jardins d’Hernhause, que j’examinay seul curieusement durant deux heures, Sa Serenit´e Electorale qui le s¸cut, non seulement me fit l’honneur d’ordonner qu’on me donnˆ at `a manger, mais encore de me faire venir apres le repas dans la chambre de Madame l’Electrice, o` u je fus so´ ufert durant une heure. Sur la fin, l’entretien tomba sur mon Ouvrage; et sa Serenit´e Electorale me t´emoigna tres obligeamment qu’elle desiroit d’en voir la fin; ce qui suffisoit pour lors. Etant revenu tard d’Hernhause, je ne pus aller `a Linde que le lendemain Dimanche,

Zu N. 196: Der n¨ achste u ¨berlieferte Brief datiert vom 21. (31.) Januar 1700 (Druck in I, 18). 13 charge: die eines Pagenhofmeisters. 15 Dimanche: 5. Juli n. St. 23 Ouvrage: Chappuzeaus nicht erschienenes Dictionnaire historique, g´ eographique, chronologique et philologique.

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o` u Son Excellence, qui fut ßvertie de mon arriv´ee, et ´etant en robe de chambre, me fit d’abord entrer. Mon d´ebut fut sur les beautez des Jardins d’Hernhausen, et sur celles du lieu o` u j’´etois alors, o` u je m’´etois promen´e quelque tems avant que d’entrer dans la maison. En suite la conversation roula toute sur mon Dictionaire, et je dis sur cela `a son Exce tout ce qu’il falloit, outre ce qu’il en avoit d´eja appris par la bont´e que vous aviez eu¨e, Monsieur, de l’en instruire, et par le rapport que Mr Cocke luy en avoit fait. Pour conclusion, Son Exce me promit d’en parler au pl´ utˆ ot, et de la bonne maniere, `a Sa Serenit´e Electorale, pour la porter ` a m’accorder quelque secours, ne doutant point, Monsieur, que cette promesse n’ait son effet, et que je n’aye bientˆot lieu de vous faire de tres humbles remercˆımens de vos genereuses sollicitations en ma faveur. C’est une chose que je n’oubliray de ma vie, et dont le public vous doit tenir compte, si Dieu me fait la grace, comme je l’espere, de finir bientˆ ot ce grand ouvrage par le secours que j’attens. Je suis h...i `a Cell le 28e Juin 99.

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197. ISABELLA VON MOTZFELD AN LEIBNIZ Terborg, 28. Juni (8. Juli) 1699. [274.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 389 (Helmont) Bl. 131–132. 1 Bog. 4o. 3 S. Bibl.verm. (Unsere Druckvorlage.) — Auf Bl. 132 vo L von N. 274. A Abschrift von K : Ebd. Bl. 133–134. 1 Bog. 2o. 4 S. von D. E. Barings und J. D. Grubers ¨ Hand mit erheblichen sprachlichen Eingriffen und der Uberschrift: Me de Merode promet ” d’avoir soins des Mss de son Cousin et demande ` a M. Leibniz son livre des Revolutions‘‘.

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Monsieur Si ma reponce ` a L’honneur de la derniere votre n’a Etez rendue, je vien par ce mot reiterer la Contenue des Remerciements de Condolence, et singulierement L’honneure de 1 Excellence: F. E. v. Platen. 7 Cocke: O. C. Coch? Zu N. 197: K antwortet auf I, 16 N. 262 und wird beantwortet durch N. 274. 23 livre des Revolutions: Gruber scheint f¨ alschlich an das anonym erschienene Werk Helmonts De revolutione animarum humanarum, 1690, zu denken.

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L’amiti´e que Madame L’Electrice de Bronsvic a la bont´e de temoigner en ceci pour mon parent le Baron de Helmont, Et qui a s’etendue mˆeme sur moy. Je prie tres humblement la grace de Continuation ` a Notre Egard pour son Respects. Selon Votre Avis Monsr J’ai fait mˆeme le Voiage D’Hollande pour trouver quelque personne de ses Amis propre ` a recueillier ce qui se trouve dans ses papiers, et aussi ce que les dernieres sepmaines de son sejour ch´e nous il m’a dit de bouche, son dernier Ecrit ne sont que preludes parsem´ee niantmoins de plusieurs profondes considerations[.] Afin que rien n’en soit inutile et aussi que l’on cherche par tout pour encor trouver ce que l’un ou l’autre tien, J’ai ´et´ee trouver un homme di[s]cret et honˆete de ses grands Amis pour soign´ee ceci; s’il peu-estre je ne reviendrai pas de Ma Couche fort aprochante. Si toute fois il plaira au Seigneur et maistre de la vie de continuer la mienne J’en ferai precicement mon fait. J’ai eu beaucoup des attaques des Juifs et Autres touschant les sentiments de Mr le Baron de Helmont. Je les ay renvoiez de m’en montrer le Contraire par veritables epreuves. Et come la pluparts a mal Con¸cu ses pens´ee, J’ai eu occasion de leur en donner des pens´ee Juste et sans Contradiction Du d’Estre contre les sentiments de Nos Theologiens ici. cette Autorit´e ne prouve rien `a mon Avis, mais bien plus probable paroissent les sentiments du B. de Helmont ayant L’Hautorit´e de L’Ecriture[,] de la Nature et de la raison. Je cherche un livre Ecrite En latin Contenant 400. passages de L’Ecriture Ste pour prouver la revolution, que feu Mr de Helmont avoit pour le faire imprimer; et comme je n’en pˆ u rien apercevoir par nos Endroicts je pense de le trouver ch´e Vous Monsieur ou du moins quelque nouvel si vous l’avez v´ u par ce que la dernier tour en Alemagne Mon Cousin l’a e´ u avec promesse de le restituer ` a son proprietaire qui ´etant une persone Illustre m’en recherche. Outre que J’ai tres bonne occasion de le faire translater et imprimer pour servir `a plusieurs qui recherchent comme empress´ee les sentiments du Bar. de Helmont. Vous me ferez grand plaisir Monsieur s’il vous est cognue de m’en donner Nouvelles[.] Il

16 c’et Autorite K, korr. Hrsg.

4 Avis: vgl. I, 16 N. 262.

23 la eu K, korr. Hrsg.

9 un homme: nicht identifiziert.

24 en imprimer K, korr. Hrsg.

19 livre: nicht ermittelt.

N. 198

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me souvien d’En avoir ouie parler mon Cousin mais l’endroits o` u il sera imprim´ee m’est Echap´ee de memoire. Dans cette attante je vous souhaite le vray bien et suis Monsieur

Votre humble et tres oblig´ee servante

Is v M dit Motzfeldt.

Borg le 28. Juin 1699

198. JOHANN FABRICIUS AN LEIBNIZ Helmstedt, 29. Juni (9. Juli) 1699. [193. 207.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 251 Bl. 53–54. 1 Bog. 4o. 3 S.

Debita erga Te mea quotidie magis magisque augentur, dum fortunae meae promovendae, quasi propriae, immo fere plus quam propriae, invigilas. Ex summo isto favore, pro quo gratias me debere intelligo, sed verba ad eas exprimendas apta et sufficientia non invenio, natae sunt binae tuae ultimae, optima mihi consilia suppeditantes, quae et diligenter secutus, bis scripsi ad Dn. Schraderum, primo quidem, ut si fieri commode potest, a duabus Aulis C. addantur unciales, deinde ne desiderii mei causa scribatur ad tertiam, quae symbolam suam jam contulit, meque novo mactavit beneficio. Caeterum omnino grata mihi fuere, quae de Autore versionis Historiae Concilii Tridentini a Paulo Sarpio concinnatae ex uberrima eruditionis tuae penu depromsisti, mihique benevole communicasti: quamvis enim ex novae illius libri editionis frontispicio discere liceat, autorem ejus esse Neutonum, nihil tamen amplius de eo refertur, ita ut lector, nisi aliunde edoctus, nesciat, ater, an albus ille fuerit. Qualemcunque exercitationum mearum librum boni consules, et, quid in eo hic et illic desiderandum sit, pro tuo in nos et veritatem affectu, suo tempore, spero, monebis. Multa in eo hactenus reperi errata, quae typotheta, quamvis jussus, non correxit, ut p. 767. lin. 28. K i l o n i e n s i s pro R o s t o c h i e n s i s. Ita et in programmate isto reliquit vocem c o m p o n a n t u r pro p r a e c i d a n t u r , quam

1 mon Cousin: vielmehr wohl Onkel, vgl. N. 274. Zu N. 198: K antwortet auf N. 172 u. N. 193. 8 f. fortunae meae promovendae: Fabricius’ Gehaltsangelegenheit. 12 Dn. Schraderum: Chilian Schrader. 13 a duabus Aulis: Hannover und Celle. 13 tertiam: Wolfenb¨ uttel. 17 novae . . . editionis: Leipzig 1699. 19 nesciat . . . albus: vgl. Q. Valerius Catullus, Carmina, 93, 2. 19 librum: J. Fabricius, Amoenitates theologicae, 1699. 21 typotheta: G. W. Hamm.

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ego data opera reposueram, quum meum, ut hominis privati et inter docentes minimi, non sit componere controversias, licet ratione officii forte monstrare possim ac debeam, quo illae modo minui queant et praecidi. Atque in hoc studio horis subcisivis quotidie progredior, et semper aliquid reperio, quod Paradoxis addi possit, neque hactenus, quod praefiscine scriptum esto, illud hominum genus mihi iratum habeo, quod pacificos et moderatiores persequi et excommunicare solet, et spirituales dici volunt, quamvis Dei spiritu minime agantur. Vale. h...i In illustri Julia 29. Jun. 1699.

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199. JOHANN ANDREAS SCHMIDT AN LEIBNIZ Helmstedt, 29. Juni (9. Juli) 1699. [156. 211.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 818 Bl. 143–144. 1 Bog. 4o. 3 S.

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Ex itinere Jenensi redux ad Tuas Tibi debeo plures responsiones. Ut a Weigelio initium faciam, praeter ea quae typis evulgavit de calendario corrigendo et collegio artisconsultorum instituendo nihil amplius in schedis ejus invenerunt haeredes. B. Weigelii successori DN. Hambergero aliquoties in mandatis dederunt Serenissimi Saxoniae Duces, Academiae Jenensis Nutritores, ut rem calendariographicam Ratisbonae prosequeretur, sed deficientibus sumtibus hoc opus aggredi non vult vir laudatus. Interea Ratisbonae

4 Paradoxis: Dissertatio de Paradoxis theologicis, S. 371–589 im genannten Werk. Zu N. 199: K antwortet auf N. 156, geht aber auch auf fr¨ uhere Briefe ein (I, 16 N. 458 u. N. 136 im vorliegenden Band) und wird zusammen mit N. 211 beantwortet durch N. 223. Beilage war eventuell ein Brief von J. U. Kraus an Schmidt (vgl. N. 211). 12 itinere Jenensi: vgl. N. 134. 12 Weigelio: Bereits am 15. (25.) April 1699 hatte Leibniz Schmidt brieflich gebeten (vgl. I, 16 N. 458), nach Aufzeichnungen E. Weigels zum Collegium Artisconsultorum zu forschen. Vor Schmidts Abreise nach Jena am 30. Mai 13 f. quae . . . 1699 bat er ihn erneut, er m¨ oge sich nach dessen Nachlaß erkundigen, vgl. N. 136. ¨ling, Erhard Weigel (1625–1699). instituendo: vgl. die Bibliographie der Schriften E. Weigels bei H. Schu Materialien zur Erforschung seines Wirkens, Giessen 1970, hier z. B. die Nrn 96, 117, 123, 124, 131, 148 (Collegium) bzw. 18, 122, 128–130 (Kalenderreform); vgl. auch ebd. S. 122–124. Zur Verbindung Kalenderreform — Collegium Artisconsultorum vgl. auch T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 691 bis 696. 15 Serenissimi Saxoniae Duces: Die Aufsicht u ¨ber die Universit¨ at Jena lag beim ernestinischen Gesamthaus. 16 prosequeretur: Weigel war noch kurz vor seinem Tode am 21. M¨ arz 1699 (a. St.) in Regensburg f¨ ur die Kalenderreform t¨ atig.

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hoc negotium urget Gymnasii Professor DN. Mejerus. Successum sequentes monstrabunt menses. Collegium artisconsultorum ex intentione B. Viri erat connexum cum calendario. Illorum enim fuisset calculum praeter alia in Astronomicis suscipere. Delineationem collegii, ut audivi, Noribergae edidit et in manuscripto reliquit catalogum collegarum, quibus et Te et meam tenuitatem inseruit. Ex posthumis nihil promittunt haeredes, cum praeter schedas male digestas nihil invenerint. Machinas paucas habuit perfectas. Matrices globorum heraldicorum forte vendentur, cum Pancosmo nondum perfecto. Adeo hujus Viri circulos mors turbavit! In literis Tuis deprehendo, nomen Artisconsultorum Tibi non admodum placere. Rem gratam mihi facies, si rationem indicaveris, et praeterea quaenam optaveris extare a Weigelio olim promissa, ut post hac distinctius per literas ex DN. Hambergero sciscitari de iis possim. Scriptum quoddam prodiit contra Strykium, cui 5000 errores imputantur, sed Lipsiae statim exemplaria fisco fuerunt adjudicata et ne alia adportentur cautum fuit. Ut idem Sermi Saxoniae Duces in terris suis facerent Elector Brandenburgicus petiit, sed nullo hucusque successu. Instantiis Sermi Ducis Isenacensis et Ducissae Viduae vix satisfacere potui, et timeo earundem repetitionem. Artis erit his se retibus extricare. Fellerus Vinariae adhuc erat, ut nuper scripsi. Festinante cursore alia tempore alio promitto. Vale et fave h...i Helmst. d 29 Jun 1699

1 DN. Mejerus: Johann Meyer. 5 edidit: m¨ oglicherweise E. Weigel, Unmaßgebiger Vorschlag: Die Zeit-Vereinigung auf das f¨ uglichste zu treffen; Sammt einem Verzeißn¨ uß des grossen Nutzens ¨ling, im H. R¨ omischen Reich, von der Bestellung eines Collegii Artis-Consultorum, o. O. 1699 (Schu a. a. O., S. 57, Nr. 131). Vgl. Brather, Akademie, 1993, S. 37. 5 catalogum: Weigel hinterließ zwei Personenverzeichnisse zum Collegium Artis Consultorum, heute Nieders¨ achs. Staats- und Universit¨ ats¨ ttingen Ms. philos. 60, Bl. 155–157 bzw. Bl. 237–239. In beiden ist Leibniz aufgef¨ bibliothek Go uhrt, im ersten auch Schmidt. 9 Pancosmo: vgl. die Beschreibung im T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 108–110. 10 In literis: vgl. I, 16 N. 458 und sp¨ ater N. 223 im vorliegenden Band. 14 Scriptum: N. Chr. v. Lyncker (Carolus Sylbindus Nicaeus, Pseud.), Monita plusquam quinque millia, 1699, vgl. N. 156. 16 Elector Brandenburgicus: Kurf¨ urst Friedrich III. 18 Ducis Isenacensis: Johann Wilhelm Herzog zu Sachsen-Eisenach. 18 Ducissae Viduae: wohl Sophie Charlotte, Witwe des 1698 verstorbenen Herzogs zu Sachsen-Eisenach Johann Georg II. 20 scripsi: vgl. N. 150.

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¨ 200. PHILIPP MULLER AN LEIBNIZ Magdeburg, 29. Juni (9. Juli) 1699. [182. 286.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 671 Bl. 23–25. 1 Bog. 1 Bl. 4o. 5 1/2 S. Am Kopf des Briefes Vermerk von Leibniz’ Hand: respondi‘‘. ” 5

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1. Cum tuearis, Domine Excellentissime, clientelas fideles, quarum quotacumque portio sum, dignum Virtute Tua praeeminente facis, procul simulacris umbratilis affectionis. Tanto fidentius ad Ipsam recipere me et curas levare audeo, fessus tot molestiis pravae generationis, quae nomine Lutherano barathrum malitiae obvelant. 2. Redii hoc ipso die Dresda et Witeberga, in privato meorum negotio occupatus, obiter visa metamorphosi status et fabulae mundi, cujus actus et scenas explicare nequeo. Sategi ut dissidio Pietist. et chiliastico consuleretur per cordatam Deputationem Politicorum: in horas heic isto malo affligor; et pessum it ecclesia scandalis foedata. Feceris magnum parque animo excelso opus, adductis Principibus ut nunc tandem conferant consilia et diem statuant partibus. Teque deprecor obtestorve ne cuncteris, Deoque hanc vicem gratiosam reddas, immortalis meriti in consortes fidei conscientiam servaturus. Edictis tam non prosit, quam non Excommunicationum et Banni fulmina Evangelium oppressere. Scis me rectius, interfore admodum, si invidia alio resultet, ac liquide pateat, quam juste coherceantur novatores pruritu ambitiosae reformationis acti: simul cleri vitiis epidemicis fibula imponatur. Vestros quidem Principes jam ante affecit hoc in communem, nec extinctum putetur, gliscentibus ingeniis et emendationem aucupatis. me dum servavi medium, ne quid jure excipi adversus me possit in conciliando. utrinque supersunt viri veteri amicitia mecum juncti, ut indoleam vehementer, ullatenus divelli nos, honestis studiis concordes. cessant vero et officia humanitatis, nedum charitatis, et Christi toga, imo viscera distrahuntur. Vitam Tibi, Domine Excellme debebo, reus voti tam necessarii, mecum tot ecclesiae, quibus salubriter consulueris, ut Reipublicae. 3. Porro monito Tuo adeundi Illmum Dn. a Bernsdorf intentus, en preces ad heroem, quas vialibus faustis dignaberis tueri ac indicium successus impertiri. libellum de

Zu N. 200: K antwortet auf N. 182 und wird beantwortet durch N. 286. Beilage waren ein Brief an ¨ller, K¨ A. G. v. Bernstorff u. ein Vorabexemplar von Ph. Mu urtzliche Vorstellung von dem Christlichen Memorien-Rechte, 1698 (1699), vgl. auch N. 224.

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Jure hoc inspice sis et judica, autor meliorum nec enim nisi ansam eo porrectum, ut melior Autor id digne exequatur. Scireve amo, 1. An caussae responderim. 2. quid corrrigi, quave parte, 3. ubi suppleri, 4. an Documenta apponi dum debeant? usu mihi venit ut impensam vix recuperem, ac praeda fiam, si monueris, cuinam Potenti utiliter dedicetur, parebo. devotio quidem ad Fratrum Sereniss. par, in scriptis Notis Conscientiariis meis, incassum fuit, adeo ut nec verbo dignus sim habitus. nec ego pro mercali oblationum ferculo notescere amem. Dn. Papebrochii fiduciae omnino desidero respondere, ac oro ut hoc benigne effectum des. Sane senesco, ignarus cui talia, ac mea, probe destinem, ab idoneis hominibus semotus et exul ab omni terrena patria. Felleri pravum animum horrens adspicio, cui tam propense optavi consultum; eram et in eo ut hominem mecum haberem. sensi tamen inquies ingenium, ac capistro egens, serius heic et Hannoverae monitus, ne praesidio sese et favore Dei excuteret. Satanae doli sic grassantur, ne quid integri supersit in bene natis: sicubi istum reducere ad frugem licebit, non deero, hactenus . Leadae et hamaxarii vicini portenta refelli vidi a Wolfio hujate, nec incommode. Feminae scriptum perquiram. Alterum omnium religionum fanaticum etiamnum desidero ad serium examen trahi, ut redargutus abstineat sese a corruptelis simplicium, quos dementat. Ea curae pars foret quam tetigi. Soneri Altorfici vetus philosophema memini vidisse: tales sensu Dei et metu carent, curiosi somniis ϑ pravae abrepti. uti Berolini novissime imposuerant, viro caeteroquin optimo et docto, ut prudenti. Fenelonii Cameraceni scripta non habeo mecum; quod notas, hoc recursu viae inspexi. Probe censes, incautius loqui virum. caruisse videtur commercio nostratium insonti ad talia. Vetus secta schismaque est Sadoci, Deum sui, non nostri caussa bonove, amandum. licet ipse suis cultoribus bene indulgeat, citra meriti respectura

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5 Fratrum . . . par: Rudolf August und Anton Ulrich von Braunschweig-Wolfenb¨ uttel. 5 Notis: nicht ermittelt. 8 fiduciae: betr. die Entleihung der Handschrift der A n n a l e s Magdeburgenses; vgl. I, 16 N. 263 Erl. 15 ... : vgl. Homeros, , 1, 242. 16 hamaxarii: J. W. Petersen. 16 refelli: J. J. Wolf, Kurtze Anmerckungen, 1699. 16 Wolfio hujate: J. J. Wolf(f), Diakon an St. Ulrich in Magdeburg. 17 scriptum: [J. E. Petersen], Das ewige Evangelium, 1698. Zur Zuschreibung an J. Leade vgl. I, 16 N. 332 Erl. 18 fanaticum: m¨ oglicherweise P. Poiret, vgl. N. 286. 20 philosophema: E. Sonner, Demonstratio Theologica et Philosophica, 1654. 21 : wohl ´nelon, Explication des maximes des saints, Ph. J. Spener. 25 f. Vetus secta . . . amandum: vgl. Fe 1699, S. 1 f., ferner Zedler, Universallexicon, T. 33, 1742, Sp. 315 s. v. Sadduc¨ aer .

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salutaria. nec abhorret, Creaturam perpeti ejus gratia ultima quaevis: quamvis Revelatio omnem Dei amorem innectat fortunae remuneratrici, ut sui amor rectus (de quo ante 40. annos Jenae disputasse me memini) non exuit curam sospitandi et perficiendi sese. Quaestio de Aureolis sane secreta est a communi successu, esca zeli in bonum, ne careat labor eximius solatio eminenti, ut recte cum Daniele c. 12. profitemur. ac Tuae Excelliae pars non modica ostentatur, nisurae in publici egregii vindicias, quas animari jam petii. Opus Codicis J. G. Diplom. nondum nactus sum, in hac barbarie et temporis inops per infinitas pro Coenobio molestias, citra gratiam et gloriam. Sic pereo nulli bono. Eripiat me ϑ pro infinita sua bonitate; Te longaeviorem et vegetum servet, ut Senectute liber, florescas indies felicius, ita precor voveoque.

eäs ‚g nwr

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Tuae Excellentiae

servus obnoxiae fidei

Philip. M¨ ullerus.

Monaster. Mariano Magdeburg. d. 29. Jun. 1699.

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P. S. Quando, Excellme Domine, confirmas voluntatem professam juvandi me, perpetra sis, ut comes ire possim et minister Sereniss. Ducis Guelpherbytani, ad seculare Festum Romanum, ut cognoscam desiderata, et abstergam taedia vitae, animo reformato in studia quae puer juvenisque colui. Jam literas supplices ad Principem eo nomine misi. sperem, non inutilem me vigilem fore, ut reduci, vivo an mortuo agantur gratiae. B. V.

201. THOMAS BURNETT OF KEMNEY AN LEIBNIZ Oxford, 29. Juni (9. Juli) 1699.

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 132 Bl. 95–96. 4o. 3 1/4 S. Eigh. Aufschrift. An der Faltkante geringf¨ ugiger Textverlust.

3 disputasse: S. Chr. Olpe [Praes.], Disputatio ethica de amore sui. [Resp.:] Ph. M¨ uller, 1659. 15 Sereniss. Ducis: wohl Anton Ulrich. 16 Festum Romanum: Das Jubeljahr wurde am 18. Mai 1699 ausgeschrieben. Zu N. 201: K wird zusammen mit I, 16 N. 372, N. 413 und N. 414 beantwortet durch einen Leibnizbrief vom 12. Februar 1700 (Druck in I, 18).

N. 201

ii. allgemeiner und gelehrter briefwechsel Tres-Hon. Et tres Cher Monsr

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Oxon. 29 Jun. 1699

Je vous ay ecrit il y a plus de deux mois dernierement. Depuis le printemp je n’ay receu aucune des votres. je ne puis devin´er la raisone que Vous m’obliez tellement; j’espere que ce n’ˆet pas d’aucun manquement de ma part qui a publi´e en touts lieus vˆotre juste merite. je vous assure le caractere que j’ay donn´e de vˆotre savoir et honˆetet´e singuliere (de ma propre connoissance de vˆ otre personne) n’a pas manqu´e de assur´er le[s] savants ici del etendu des vˆ otres connoissances, aussi bien que del honˆetet´e des vos principes, et della bont´e du vˆ otre temperament encore plus qu’ils ne furent informez jusqu’allors. il y a environs 7 semaines que ayant pass´e quelques jours `a Salisbury `a l’occasione de ce livre posthume de feu Monsieur Puffendorf j’ay l’entendu[,] l’Eveque mon cusin p a r l ´e r p u b l i q u e m e n t d e s i n f o r m a t i o n e s q u ’ i l a e u q u e V o u s f u s s i e z u n d e s m e l l i e u r s c h r e t i e n s aussi bien que le plus eclair´e del Alemagne. je n’ay pas manqu´e (al’occasione) de Vous inform´er de tout ce qui Vous regarde, je ne sais pas si Vous en soyez offens´e ou non; mais je voudrois bien savoir si je puis faire quelque chose ` a vˆ otre gr´e, ou si je n’ay pas fait quelque deplaisir, quel obstacle a interrumpu la course de Vˆ otre amiti´e. j’ˆespere aprˆes ayant receu celleci Vous m’eclaircicerez toutes mes doubtes de vˆ otre sant´e, l’absance del Alemagne, ou del oblis de moy. Docteur Bentley m’a dit qu’il a fait mentione de Vˆotre merite al Archevˆeque de Canterberry bien amplement selon ce que je l’avois desir´e auparavant: Et je suis inform´e depuis mon arriv´e ici, que le primat Vous connoˆıt `a cette heure par vos propres lettres. je trouvois les primiers semaines Monsieur Turrell ici, je le fis encore connoitre de nouveau, Vˆotre dessein, merite, et Vˆ otre desir quand `a Vˆotre Code diplomatique. il m’a dit qu’il alloit `a Londres o` u il seroit fort prompt de Vous servir des manuscripts della librarie Cottonienne ou autres memoires si Vous me vouliez faire savoir Vˆotre desir sur ce que

25 memoires s’il K, korr. Hrsg.

2 Je . . . ecrit: vgl. I, 16 N. 413. 2 f. Depuis . . . votres: vgl. I, 16 N. 313. 10 livre . . . Puffendorf: S. von Pufendorf, De rebus gestis Friderici Wilhelmi, 1695. 10 f. Eveque mon cusin: G. Burnet. 19 f. Archevˆ eque de Canterberry: Th. Tenisson. 22 Monsieur Turrell: J. Tyrell. 23 Code diplomatique: Gedacht ist an eine geplante Fortsetzung von Leibniz’ Cod. jur. gent. dipl., 1693. 24 manuscripts: Zu den Handschriften der Cotton Library vgl. Th. Smith (SV.).

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ii. allgemeiner und gelehrter briefwechsel

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Vous doit ˆetre envoy´e. Il a imprim´e une 2o tome del histoire anciene del Engleterre etc. et achev´e `a Oxford. Nous log[e]ames ici ` a Oxford dans la meme maison, Et j’espere de le retrouv´er `a Londres (selon son adresse) dans peu des jours, aprˆes avoir ˆet`e charm´e parmi les plaisirs della conversatione de ce lieu icy et les milles honˆetet´es particulieres receues pendant plus de deux mois. je faisois un tour par le pais occidentale de ce Royaume avec baucoup du plaisir, immediatement aprˆes la derniere que je Vous ecrivis des Bains. La Sant´e en fˆ ut baucoup retablie par l’exercice, et le[s] longes voyages principalement `a cheval; je trouve ces exercices et surtout quelque agreable amusement, ou l’entertien d’ˆesprit m’ont fait plus de bien cette ann´e ici, que non pas les eaux minerales, et les chalib`ees; Et trop d’occupatione del esprit et della pens´ee me sont toujours mal: Mais quels moyens souvent pour en lev´er les occasiones. Je fus l’autre jour avec John Wallis qui etudit, lit, ecrit, et discourt encore tout le jour come s’il fˆ ut jeun[e]. il a pass´e l’age de 82 et pourtant apr´es ces ans tout fraishement a mit au jour une editione nouvelle de deux volumes en 4to de ces oeuvres Mathematiques tout prouv´es, aussi bien que reveus de nouvau. il acheve un 3sieme tome de ces oeuvres theologiques. il m’a mend´e de Vous ecrire (avec ses baisemens des mains) le dessein qu’il a de Vous en faire envoyer (l’impressione finie) touts ses oeu[v]res, je le parlois de Vˆ otre machine Arithmetique. je le parleray encore devant partir, des archives del universit´e dont il ˆet le Guardien. J’ay mille autre choses `a Vous ecrire. Mais je voudrois savoir si mes letres Vous vient trouv´er assez seurement. Si Vous souhaitez que je Vous donne mes relationes des livres ou quelques choses semblables, Vous me marquerez la maniere de Vous adress´er les letres punctualement, Et vous m’´ecrirez par l’adresse de (my lady Barnet in Parkstreet Westminster by the Royal Cockpit) ou par cellci, (chez Mr Obadiah Burnet merchand in London in Threadneedlestreet),

1 f. Il a imprim´ e . . . Oxford erg. K

18 f. a Vous Vous K, korr. Hrsg.

1 Il a . . . Engleterre: Der zweite Band von J. Tyrell, The General History of England, 1696 bis 1704, war, obwohl er das Erscheinungsdatum 1700 tr¨ agt, f¨ ur die Michaelismesse 1699 angek¨ undigt und wohl auch im November erschienen; vgl. E. Arber [Hrsg.], The Term Catalogues, 1668–1709. A Contemporary Bibliography of English Literature, London 1903–06, Bd 3, S. 148 u. 197. 6 la derniere . . . des Bains: I, 16 N. 134. 9 chalib` ees: Stahlb¨ ader. 13 f. editione . . . Mathematiques: J. Wallis, Opera mathematica. Es erschienen 1693–1699 drei B¨ ande. 15 oeuvres theologiques: Eine mehrb¨ andige Sammlung von J. Wallis’ theologischen Schriften existiert nicht. Vielleicht meint Burnett den eben erschienenen 3. Bd der Opera mathematica, 1699. 18 Guardien: J. Wallis war seit 1658 Kustos des Oxforder Universit¨ atsarchivs.

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ou, chez Mr. Henry Mills ou Miln in Dukestreet St. James’s at the blue balconie. ou chez Mr Barham Gentleman pensioner forgainst the plough in Leitchford-street by Lisser Fooles. Aucunes des ces directiones serviront egalement. Et je vous supplie de m’otter la suspence si je Vous dois envoy´er quelques livres, et m’ecrivez immediatement `apr`es avoir receu celleci pour cette fois ici: j’ay un des letres de Monsr Lock pour Vous. Tout `a cete heure ˆet sortie une autre contre l’Evˆeque de Woster qui ˆetans si Longue que toutes les autres ensemble. je ne puis pas Vous dire les differens sentimens de ce dernier coup devant que j’entend Vˆ otre sentiment particulier de ce que Vous avez leu de ce dispute; et si mes letres Vous aggr´eent. je Vous dit seulement que tout le discours `a Londres roule sur ce derni´er livre de Monsr Lock, sur un pamphlet intitul´e T h e H i s t o r y o f s t a n d i n g A r m i e s i n E n g l a n d etc. Et sur les cabales, et les desseins, des Deists pour propag´er leur Atheisme. Tantum Religio potuit — Quantit´e des petits livres et pieces volantes sortent touts les jours. Entre autres Ane Answer to Mr Olivers sermon before the lord Mayor intitul´e Ane Roland for ane Oliver , The Tolleratione efter the way of Holland etc, Voyage to London by Monsieur Sobriere; (c’ˆet une burlesque du Voyage de Dr Leister un de la Societ´e Royale qui a depuis peu mis au jour An jurney to Paris. il s’en alla avec My Lord Portland.[)] The liffe of Mr John Milton in 8vo, et une infinit´e d’autres qui ont enfin produits une pamphlet upon the Regulating of the presse. Dr Patrick Evˆeque d’Ely a mis au jour son comentaire sur Numbers; il ne lui reste `a cette heure que [le] Deuteronome. Le catalogues des touts les Manuscripts della bibliotheque bodlienne, et toutes les autres bibliotheques d’Oxford, Cambridge, et toutes les autres bibliotheques d’Engleterre, et Irelande sont deja imprim´es au theatre d’Oxford dans une

5–7 un des letres . . . ensemble: In der seit 1697 zwischen Locke und Stillingfleet ausgetragenen Kontroverse u ¨ber die Trinit¨ atslehre schrieb Locke dem Bischof einen ersten Brief 1697, einen weiteren Antwortbrief 1697 und auf dessen neuerliches Schreiben einen dritten Brief 1699 (vgl. SV.). 10 pamphlet: J. Trenchard, A Short History of Standing Armies, 1698. 12 Tantum . . . potuit: T. Lucretius Carus, De rerum natura, 1, 101. 13 f. Ane answer . . . Oliver : Es handelt sich um die anonym erschienene Gegenschrift A R o w l a n d for an Oliver , 1699, zu E. Olivers A Sermon preach’d before the Lord Mayor , 1698. 14 f. The Tolleratione . . . Holland: nicht ermittelt. 15 Voyage: W. King (S. de Sorbiere, Pseud.) A journey to London, 1698. 16 f. Leister . . . Paris: M. Lister, A journey to Paris in the year 1698 , 1699. 17 The liffe . . . Milton: J. Toland, The life of John Milton, 1699. 18 pamphlet: A L e t t e r to a Member of Parliament: shewing the Necessity of regulating the Press, 1699. 19 comentaire: S. Patrick, A Commentary upon the Forth Book of Moses, called Numbers, 1699. Der Kommentar zum F¨ unften Buch Mose (Deuteronomy) erschien 1700. 20 catalogues: E. Bernard, Catalogi librorum manuscriptorum, 1697. 22 theatre d’Oxford: Bis 1713 war die Oxford University (Clarendon) Press im oberen Teil des Sheldonian Theatre untergebracht.

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grande folio. Voila deja la glace Rompue, c’ˆet une bonne exemple aux autres quoique encore imparfaite dans la primiere editione. Mr Grabe le Ministre Lutherien et en grande estime ici pour son savoir dans les p´eres, et encore plus pour sa piet`e. il demeure encore chez Dr Mill. je les [ay] veu touts deux l’autre jour, Et tout ce que je pouvois connoitre del edition de son testament etc., fut qu’il verroit le jour bien tˆot; come on a dit ces ann´es pass´es. Monsieur Grabe mˆet au jour son primier Volume des pieces des peres des 3 primieres siecles qui ne furent encore imprim´es[,] en 3 Vol en 8vo avec des notes. il a travaill`e jour et nuite sur les manuscrits della bibliotheque bodliene pour en achev´er l’impressione qu’il doit faire present alla Nouvelle Ann´e au D e a n o f C h r i s t s c h u r c h , qui en fera un present d’un livre `a touts [les] fellows, qui sont les (socii ) de ce College, selon le coutume. au mˆeme temp sortira le 2d volume en 8vo del M u s a e a n g l i c a n a e qui contient des pieces latines les plus aprochantes celles des Virgiles et Homer’s del antiquit´e. S’il me sera permis je voudrois soucrire mes tres humbles et tres deues reconoissances de mes tres profondes respects et Veneratione, et aussi mes pri´eres pour la persone del illustre Electrice douariere de Hanover Et toute la maison Electorale. Et je suis Monsieur

Vˆotre `a comand´er

A Monsieur Leibniz conseillier priv´e de S. A. E. de Brunswick

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Burnett. Hanover

202. LEIBNIZ AN CHRISTOPH JOACHIM NICOLAI VON GREIFFENCRANTZ [Hannover, 10. Juli 1699]. [195. 212.] ¨ Uberlieferung: L Auszug aus der (nicht gefundenen) Abfertigung: LBr. 327 Bl. 117–118. 1 Bog. 4o. 1/2 S. quer auf Bl. 118 ro. Mit einigen Korrekturen. — Auf Bl. 117–118 K von N. 195.

5 testament: vgl. B i b l i a (SV.). 6 f. primier Volume . . . des 3 primieres siecles: J. E. Grabe, Spicilegium SS. Patrum, 3 Bde, 1698–1699. 9 f. D e a n o f C h r i s t s c h u r c h : J. E. Grabe widmete Seculi II. Tomus I. seines Spicilegium H. Aldrich. 11 volume: vgl. A n a l e c t a (SV.). Zu N. 202: Die nicht gefundene Abfertigung antwortet auf N. 195 und wird beantwortet durch N. 212, woraus sich die Datierung ergibt. In N. 255 nimmt Greiffencrantz noch einmal Bezug auf unser St¨ uck. Der Brief ging u ¨ber den cellischen Vizekanzler W. L. v. Fabricius.

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Les circomstances de la mort du pauvre M. Salmouth sont si extraordinaires, et de si mauvaise consequence, qu’on a sujet de les approfondir. Je ne doute point que Monsgr le Duc de Sverin ne souhaite luy meme que le fait soit eclairci pour faire taire la medisance. Ne trouv´es vous pas, Monsieur, la multiplication des Altesses Royales bien extraordinaire[?] Non seulement le Grand Duc, mais encor le Duc de Lorraine dit on, le pretendent. La Duchesse est petite fille d’un Roy de France, pour le Duc je ne s¸cay si c’est pour la pretension sur Jerusalem ou Sicile ou autrement. Les Anglois donnent souvent ce titre `a Mad. l’Electrice de Bronsvic. Elle est petite fille du Roy de la Grande Bretagne et de plus des plus prochains ` a la Couronne. Mais ayant maintenant l’Altesse Electorale, elle peut s’en contenter, puisque par un renversement de la signification des Mots l’Altesse Electorale va devant la royale. L’ArchiDuc Leopold Guillaume prenoit le plaisant titre d’Altesse Imperiale.

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203. DANIEL ERNST JABLONSKI AN LEIBNIZ Berlin, 1. (11.) Juli 1699. [165. 273.] ¨ Uberlieferung: E Erstdruck nach der nicht gefundenen Abfertigung: Kapp, Sammlung, 1745, S. 48–51; danach Guhrauer, Schriften, 2, 1840, S. 98–100.

Von des Bernier ehemals gedachten Werck kan nun so viel melden, daß ein sicherer hiesiger Freund mir communiciret hat ein Buch, dessen Tittul: Abreg´e de la Philosophie de Gassendi en VII Tomes. Par Fr. Bernier, Docteur en Medecine de la Facult´e de Montpellier. Seconde Edition ` a Lyon 1684 . 12. Der zweyte Tomus von diesen VII hat a pag. 379. ad fin. einen Appendicem von 100 Paginis, davon der Tittel lautet: Doutes sur

19 Gessendi E, korr. Hrsg.

3 Duc de Sverin: Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin. 5 Grand Duc: Großherzog Cosimo III. von Toskana. 5 Duc de Lorraine: Leopold Josef, Herzog von Lothringen. 6 la Duchesse . . . Roy de France: Elisabeth Charlotte, Herzogin von Lothringen, war eine Enkelin Ludwigs XIII. von Frankreich. 8 Mad. l’Electrice . . . Grande Bretagne: Kurf¨ urstin Sophie war die Enkelin Jakobs I. von England und Schottland. Zu N. 203: Die nicht gefundene Abfertigung wird beantwortet durch N. 273.

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quelques uns de[s] principaux chapitres de ce Tome. Es sind dieser Dubiorum insgesamt XV. Doute I. Si l’Espace de la maniere que Mr. Gassendi l’explique, est soutenable? II. Si l’on peut dire que le Lieu soit l’Espace? III. Si l’on peut dire que le Lieu soit immobile? IV. Si le Mouvement se peut, ou se doit definir? V. Si l’on peut raisonnablement demander la cause de la continuation du mouvement dans les choses qui ont est´es jett´ees, ou lanc´ees. VI. Si dans la Doctrine des Atomes l’on ne pourroit point ´etablir ces quatres Regles generales du Mouvement? VII. Si la Reflection se doit attribuer ` a la Vertu Elastique? VIII. Si la mesme quantit´e de Mouvement demeure toujours dans la nature? IX. Si le Nisus[,] l’effort ou le poussement des Atomes dans les Compositions solides est soutenable? X. Si la vertu de Ressort, ou la vertu Elastique se doit attribuer au mouvement interieur et continuel des Atomes? XI. Si la Lenteur du Mouvement tire son origine des petits Repos interceptez. XII. Si le Temps est quelque espece du Flux eternel, et uniforme? XIII. Que l’Eternit´e n’est point un Flux eternel, et uniforme? XIV. S’il n’y auroit rien ` a ajouter ` a ce qui a est´e dit de la cause des Montagnes etc. XV. Si l’Opinion des Anciens touchant l’Essence de la matiere se peut accorder avec les mysteres de la Religion. Ich habe dieses also weitl¨ auftig anf¨ uhren wollen, damit mein Hochgeehrter Herr desto bequemer urtheilen m¨ oge, ob dieses das eigentlich gemeinte Werck sey, und werde ich desselben geneigten Befehl hier¨ uber nach Belieben ferner erwarten. Der Herr von Fuchs hat bereits vor 3 Wochen versprochen gehabt, die bewuste Schrift ohnverz¨ uglich denen u ¨brigen committirten Theologis auszuantworten: es ist aber damahls nicht geschehen. Ehegestern hat er das Versprechen wiederhohlet, und werde ich Sorge tragen, daß es je eher je besser bewerckstelliget werde. Herr D. Spener hat noch vor wenig Tagen sich entschuldiget, daß seine anderweitige Verrichtungen denselben gehindert, an sein l¨ angst projectirtes Iudicium, u ¨ber das Tentamen, letzte Hand anzulegen: Zugleich aber hat er versprochen, es dennoch ehestens zur Perfection zu bringen, und mir auszuantworten. Da dann an meinen Hochgeehrten Herrn selbiges zu bringen, ich nicht ermangeln werde. Das Beichtwesen macht den geringsten Bruit nicht mehr. Es wird diese Ceremonie gem¨aß dem Churf¨ urstl. Mandat in denen Kirchen der Stadt Berlin und C¨olln verrichtet: jedoch finden sich gar sehr wenige, welche der ertheilten Freyheit sich gebrauchen, und

20 Schrift: Leibniz’ und G. W. Molanus’ Unvorgreiffliches Bedencken. 24 Iudicium: Jablonski u ¨bersandte Ph. J. Speners Reflexiones super tentamen irenicae expositionis mit N. 382. 24 f. Tentamen: Leibniz, Tentamen expositionis irenicae. 28 Beichtwesen: vgl. I, 16 N. 210 Erl. und N. 228.

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nicht beichten wollten. Also, daß die Herren Geistlichen vielmehr Ursache haben, mit der Verbesserung ihres Salarii vergn¨ ugt zu seyn, als u ¨ber einiges widrige (davon nicht mehr geh¨oret wird) sich zu beklagen. Ich habe vor einigen Tagen des D. Bentley Beantwortung der Boylischen Schrift erhalten, und muß bekennen, daß es ein ohnvergleichlich Scriptum. Er hat die Personalia in der Praefation, die Haupt-Fragen von der streitigen Sache aber in dem Tractat selbst dergestalt ausgef¨ uhret, daß wohl schwerlich etwas mit einigem Schein dagegen wird aufgebracht werden k¨ onnen. Gewiß wird er durch diese Schrift den Titul eines unvergleichlichen Critici erwerben. Ich habe dieser Tagen die ohnverhoffte Vergn¨ ugung gehabt, daß von dem Herrn D. Fabricio zu Helmst¨adt ein sch¨ on Buch, nebst einem sehr angenehmen Schreiben, in welchem des Autoris friedfertig Gem¨ uth deutlich zu sehen, erhalten habe. Gleichwie meinem hochgeehrtesten Herrn diese neue Vergn¨ ugung alleinig zu danken habe, also bekenne mich zu dieser mir hierdurch angelegten Obligation, und werde mir angelegen seyn lassen, diese neuangelegte Correspondence bestens zu cultiviren, und zu unterhalten. Ich empfehle hiermit meinen hochgeehrtesten Herrn in g¨ottl. gn¨ adige Obhut, und bey Versicherung meines gehorsamsten Respects verharre h...i

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Berlin, den 1 Jul. 1699

204. ERBPRINZ FERDINAND VON TOSKANA AN LEIBNIZ Florenz, 11. Juli 1699. [221.]

¨ Uberlieferung: k1 k2

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Konzept: Florenz Archivio di Stato Arch. Mediceo Filza 5903 Nr. 388. 1 Bl. 1 1/2 S. von Schreiberhand. Abfertigung: LBr. F 35 Bl. 17. 2o. 1 S. von Schreiberhand. Eigh. Unterschrift. Anschrift. (Unsere Druckvorlage.)

3 Beantwortung: R. Bentley, A Dissertation upon the Epistles of Phalaris, 1699. 4 Schrift: Ch. Boyle, Dr. Bentley’s Dissertation on the Epistles of Phalaris, and the Fables of Aesop, 1698. 10 Buch: Wahrscheinlich handelt es sich um J. Fabricius, Amoenitates Theologicae, 1699. 10 Schreiben: Dieser Brief (nicht gefunden) wird erw¨ ahnt in Jablonskis Antwortbrief an J. Fabricius vom 4. (14.) Juli 1699 (Berlin Staatsbibl. Preuß. Kulturbesitz Nachlaß A. H. Francke, K. 11, 2 (D. E. Jablonski), Fasz. D, S. 31). Zu N. 204: k 2 antwortet auf I, 16 N. 312 und N. 407 und wird beantwortet durch N. 221.

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Monsieur Leibniz

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J’ai retard´e jusqu’`a present ` a r´epondre `a vos deux lettres, l’une du 18.e Mars, et l’autre sans datte sur le fait de l’Art Memorative, `a cause que le jeune homme, que j’avois en ve¨ ue pour vous envoyer pour la lui faire apprendre ayant ´et´e malade tout ce temps, a fait, que je n’ai pas pˆ u resoudre. Apresent qu’il se porte mieux, et qu’il peut ˆetre bien-tˆot en ´etat de voyager, je vous prierai de me faire s¸cavoir ce que je pourrois donner pour le regal, qu’il faudra faire ` a qui lui enseignera ce bel Art; en quoi je veux m’en rapporter `a vˆotre bon jugement, faisant ´etat de remettre en vos mains le susdt present, `a condition qu’il lui enseignera la methode d’espliquer toutes sortes de chifres; Je vous ferai mˆeme tenir ce present en mˆeme temps que je vous envoyerai l’Ecolier, qui est un jeune homme, qui entend parfaitement la Langue Latine, et est bien instruit dans la Geometrie, et enfin capable de bien reussir. Je vous remercie cependant de ce que vous avez oper´e en cette affaire, et vous fais souvenir que je serai toˆ ujours prest `a m’employer en tout ce qui vous regardera selon l’estime, que je fais de vˆotre Personne; `a qui je prie Dieu, qu’il veuille donner tout contentement. De Florence ce 11. Juillet 1699. A Vˆotre Plaisir

Le Prince de Toscanne.

Monsr Leibniz. A Hannover

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205. WILHELM ERNST TENTZEL AN LEIBNIZ Gotha, 2. (12.) [Juli] 1699. [167. 225.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 915 Bl. 142–143. 1 Bog. 4o. 2 S. Eigh. Aufschrift. Siegel. — Auf Bl. 143 ro L2 von N. 278.

¨ 3 l’autre sans datte: I, 16 N. 312 fehlte in der Abfertigung das Datum (vgl. Uberlieferung dieses Briefes). 3 jeune homme: nicht identifiziert. 7 qui . . . enseignera: ein gewisser Libbes (L¨ ubbert); vgl. I, 16 N. 152 Erl. Zu N. 205: K antwortet auf N. 167 und wird zusammen mit N. 225 beantwortet durch N. 278. Zusammen mit K wurde die S. 323 Z. 3 erw¨ ahnte Schrift u ¨ bersandt. K ist falsch datiert: S. 323 Z. 2 spricht Tentzel von quinto superioris mensis‘‘, doch N. 167 datiert vom 5. (15.) Juni; das homagium Jenense‘‘, ” ” (vgl. S. 323 Z. 19) ad diem .X. hujus mensis‘‘ datiert, fand dagegen am 10. Juli st. v. 1699 in Jena statt. ” Wir korrigieren entsprechend.

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Excellentissime Patrone, Quas quinto superioris mensis die ad me dederas, in tempore quidem accepi, sed respondere nolui, donec Fontanini libellum delle Masnade transmittendi commodam nactus essem occasionem; quam praebet nunc Amplissimus Weizius, Medicus et Consul apud nos primarius, Tibi jampridem ab annis Academicis notus, qui Tuo etiam apud Vos patrocinio frui cupit. Henricus ipse Wetstenius Francofurti non aderat, sed frater ejus; ut tanto magis credam, veram esse famam, quam refers, eum ad Poiretum accessurum: et novi alium Bibliopolam in Germania satis celebrem, qui jam ante aliquot annos simile Mennonistis se conjungendi animum prae se tulit; an exequuturus sit, tempus aliquando docebit. Sic isti homines externae pietatis, aut potius superstitionis, specie capti, relinquunt ordinariam suam functionem, in quam a Deo collocati sunt. Judicium meum de Arnoldi libro verum esse comperies, si aliquot saltem horas ei perlustrando, in hujus potissimum et superioris saeculi controversiis, impendere volueris. Ex Thevenotii libello depingi curabo aliquot columnas, ut instantibus nundinis Brunsvicensibus redire ad Te queat: nam longe alius est a Lambeciano, cujus figuras Nesselius repetiit. Recensioni litterariae menstruae non prorsus nuntium misi, sed tantum Colloquiis: illam vero alia methodo cum anno Jubilaeo ordiar, si meliorem Bibliopolam sumtus facientem reperero. Rmo Abbati Molano misi nuper schediasma meum novissimum de nummis Saxonicis Baptismalibus, quod mox aliud de Homagialibus sequetur, destinatum homagio Jenensi, ad diem X. hujus mensis futuro. Illius exemplum Tibi destinatum non dubito quin acceperis, hujus aliud proxima accipies occasione: ac forte etiam tertium de Numismatibus in equestres ludos ordinesque a Saxoniae Principibus cusis. Nuperrime historiam Agnesae Abbatissae Cuedlinburgen-

4 f. Weizius . . . notus: J. Weitz, F¨ urstlich- S¨ achsisch-Gothaischer Rat und Leibmedikus, B¨ urgermeister von Gotha seit 1699; Bakkalaureus und Magister an der Universit¨ at Leipzig im Wintersemester 1693. 6 frater ejus: Johann Lucas Wetstein. 11 Judicium meum: vgl. I, 16 N. 449. 11 Arnoldi libro: G. Arnold, Unparteyische Kirchen- und Ketzer-Historie, T. 1, 1699. 13 Ex Thevenotii libello: Histoire de l’empire mexicain, in: M. Thevenot, Relations de divers voyages, 1696. 15 Lambeciano: P. Lambeck, Commentariorum liber octavus, 1679, S. 660. 15 Nesselius: G. D. Nessel, Catalogus, Sive Recensio specialis, 1690, P. VII, Tafel H. 15–17 Recensioni . . . ordiar: vgl. I, 16 N. 449. Tentzels Curieuse Bibliothec verzichtet auf die in seinen Monatlichen Unterredungen gepflegte Dialogform. 18 schediasma meum: W. E. Tentzel, Als der Durchlauchtigste F¨ urst am 14. April 1699 mit einem Durchl. Printzen gesegnet, [1699]. 19 f. aliud . . . futuro: W. E. Tentzel, Ged¨ achtniß-M¨ untzen . . . Als der Durchlauchtigste F¨ urst die Erbhuldigung zu Jena den 10. Juli 1699 eingenommen, [1699]. 21 f. etiam . . . cusis: W. E. Tentzel, Chur- und F¨ urstliche S¨ achsische Medaillen auf Ritter-Ordens und Ritter-Spiele, 1700.

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sis (quae ex domo Misnensium Marchionum fuit, Conradi Magni filia, et circa confinia saeculi XII. et XIII. vixit), scrutatus in eam incidi conjecturam, palmae ramos, qui in ejus aliarumque coaevarum et juniorum Abbatissarum manibus reperiuntur bracteatis impressi, non continentiae et virginitatis, sed ordinis Teutonici, cui illae addictae fuerint, symbolum esse. Eo duxit me Papebrochius, misso specimine secundi Tomi mensis Junii, qui jam sub prelo fervet, cui impressa erat particula epistolae Olearianae de nummis bracteatis Heiligenstadii repertis, quas Te curante ante aliquot annos accepimus. Putat autem Papebrochius, palmam in Agnesae manu interpretandam esse ex illorum more, qui eas ex terra sancta retulerunt, cum iisdem sepulti. Sed quoniam non constat, neque fas fuit, Agnesam aliamve Abbatissam in Orientem proficisci, ad eum, quem dixi, modum correxi. Si quid nosti rectius istis, candidus imperti. Caeterum Billinganam Genealogiam ad manus jam non habeo: si vero Bennones dicti fuerunt Duces, quos allegas, utique non Bernardi sed Benedicti pleniori nomine appellabantur; illos enim abbreviate Bernones vocabant. Baro de Chaos plenius a me commemoratus est anno 169 Colloquiorum pag. Gratissima autem mihi erunt, si mecum dignaberis communia esse, quae pro confirmanda Anonymi Maderiani de Clemente II. relatione invenisti. Halberstadio enim, ubi saepius quaesivi diploma ab Anonymo illo commemoratum, nihil adhuc accepi. Forte tibi licuerit illic esse feliciori, si animum studiumque per amicos attenderes. Vale.

nn

Gothae II. Junii CI I CIC. 20

Celeberr. Nom. T.

Cultor addictiss.

W. E. Tenzelius.

A Monsieur Monsieur Leibniz, Conseiller priv´e de la Justice de S. A. E. de Brounswig a Hannover. par Amy biß Braunschweig. `

14 anno 169

Jahreszahl fehlt K

14 f. Colloquiorum pag.

Seitenzahl fehlt K

5–7 Papebrochius . . . repertis: Gemeint ist A c t a Sanctorum, Juni T. 3, 1701, wo S. 91–93 ein Brief von J. Chr. Olearius u ¨ber den Heiligenst¨ adter M¨ unzfund abgedruckt ist, vgl. I, 10 N. 333 Erl. 7 quas . . . accepimus: vgl. I, 10 N. 347. 7 f. Putat autem: vgl. A c t a Sanctorum, a. a. O., S. 93 B, mit Bezug auf Olearius ebd. S. 92 C/D, der entgegen Papebrochs Behauptung die Palme jedoch nicht als symbolum virginitatis Deo oblatae‘‘ interpretiert. 11 correxi: nicht ermittelt. 14 f. anno . . . ” pag.: Tentzel, Monatl. Unterr., Juni 1692, S. 450–454. 16 relatione: vgl. N. 167 Erl.

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206. JOHANN WILHELM HEUSCH AN LEIBNIZ Berlin, 4./14. Juli 1699. [181. 217.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 403 Bl. 58, 61 u. 59. 2 Bog. 4o. 6 S. — Auf Bl. 60 l von N. 217.

J’ay bien receu la lettre que vous m’avez fait l’honneur de m’escrire du 18 du pass´e, j’ay parl´e `a Mr de Blesendorff touchant la taille douce que l’on voudroit faire faire de feu S. A. E. nostre Maitre suivant le modele que vous avez envoy´e, il veut l’entreprendre mais il n’est point d’humeur de rabbattre rien des 300 escus qu’il a demand´es, il promet en eschange un ouvrage achev´e pour sa propre gloire, il n’approuve pas les ornements que vous propos´es, parce dit il qu’il n’y auroit point de proportion entre la taille douce et les ornements, par exemple dit il, il faut que le bonnet Electoral soit `a proportion de la teste de la taille douce, mais les figures qui doivent estre la victoire et la paix, et qui soutiendroient le dit bonnet, ne pourroient estre que petites, et n’auroient aucune proportion avec le bonnet; je l’ay pri´e de vouloir vous mander par escrit son sentiment, il l’a fait y ayant joint quelques tailles douces pour exemples, le pacquet estant trop grand, je l’envoye par la poste du chariot qui part demain, et qui sera dimanche matin `a Hannovre. Je ne manqueray pas de vous envoyer par la premiere commodit´e qui se presentera les 200 exemplaires que j’ay fait tirer de la petite taille douce de feu S. A. E. et suis h...i Berlin ce 4/14 Juillet 1699

Zu N. 206: K antwortet auf N. 181 und wird beantwortet durch N. 217. 14 f. mander . . . exemples: Brief nicht gefunden; die Kupferstiche gingen an Blesendorff zur¨ uck (vgl. N. 217 und N. 218). 16 dimanche: 9. (19.) Juli 1699. 18 200 exemplaires: vgl. N. 169 und N. 170.

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207. JOHANN FABRICIUS AN LEIBNIZ Helmstedt, 7. (17.) Juli 1699. [198. 242.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 251 Bl. 55. 4o. 1 1/2 S.

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Ne nesciat Excia Tua, quid rescripserit ad petitionem meam Patronus ille Cellensis, ad quem me amandasti, paucis id exprimam. Nimirum confundit ille augmentum primum, quod impetravi A. 1697. cum novo, quod peto, aitque, ejus causa scriptum esse ad Wolffenbuttelenses A. 1697. d. 7. Aug. et iterum d. 21. Octobr. ac rursum 22. Junii hujus, videlicet ut augmentum 100. uncialium mihi conferant. Hodie autem denuo ei significavi, primitias hujus novi beneficii degustasse me jam sub finem superioris anni, humiliterque petere, ut et in solutione Hannoverana, quae singulis semestribus fit, augmenti rivulus quidam paullo amplior in me derivetur, adeoque non esse opus, ut mei causa scribatur Wolffenbuttelium. Me singulis semestribus Hannovera augmenti nomine accipere 16. unciales cum totidem grossis, optimum Collegam Schmidium 41. cum 16. grossis: Saltem igitur ei me cupere aequiparari, quippe qui non minus indigeam isthoc beneficio, licet eruditione ac meritis inferior. Itaque a parte Hannoveranorum et Cellensium novum hoc beneficium ascenderet ad summam 50. uncialium, qui ipsis parvi, mihi vero magni quid erunt. Quodsi in tempore, ut opto, haec res perficitur, desiderati beneficii istinc particeps fieri possem festo Micha¨elis, prima quidem vice. Vale, mihique favere perge. Scrib. Helmstadt a. D. 7. Julii 1699. h...i

Zu N. 207: K wird zusammen mit N. 242 beantwortet durch N. 251. 4 f. Patronus . . . amandasti: wahrscheinlich A. G. v. Bernstorff, in Frage k¨ ame aber auch Chilian Schrader. An sie hatte Leibniz Fabricius zur Vermittlung von dessen Gehaltsforderung am Celler Hof verwiesen, vgl. I, 16 N. 455. 5 f. augmentum primum . . . cum novo: die Fabricius’ bereits 1697 zugestandene Gehaltserh¨ ohung von 300 auf 400 Taler, zu der jetzt weitere 100 Taler hinzukommen sollten, vgl. Leibniz’ Korrespondenz mit Fabricius in I, 14 sowie sein Promemoria I, 14 N. 25. 6 scriptum: nicht ermittelt. 9 sub finem superioris anni: vgl. I, 16 N. 8. 13 Schmidium: J. A. Schmidt. 18 festo Micha¨ elis: am 29. September (a. St.).

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208. JAMES CRESSETT AN LEIBNIZ Hamburg, 8. (18.) Juli 1699. [175. 244.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 183 Bl. 70–326 71. 4o. 3 S. — Auf Bl. 70 ro oben Vermerk von Leibniz’ Hand: repondu‘‘. ”

`a Hambourg ce 8e de Juillet 1699. Je ne vous aurois pas sitot remerci´e de l’honneur de votre derniere lettre, si ce n’etoit pour vous tirer de l’incertitude de ma demeure, en cas qu’il arrive quelque chose pour votre service, ou ` a l’egard de Monsieur Wotton, ou pour tout ce qui vous plaira, en quoy je vous puisse etre utile. je n’ay point d’ordre encore de partir d’icy, et je commence `a apprehender que le voyage du Duc de Holsteyn en Suede n’aye gat´e le mien pour Loo; bienque je sois tr`es persuad´e que les Danois n’entreprendront rien contre le Duc, pendant son sejour aupr´es du Roy de Suede, reponde qui voudra de l’avenir apres son retour. la France et la Suede se font la cour l’une ` a l’autre, et par consequence le Duc de Gottorf y est mesl´e par sa malheureuse situation ` a la Loraine. Il y a des habitants du Holsteyn qui font transporter leurs meilleurs effets, ayants vu que les troupes du Duc quittent leurs quartiers, pour se poster ` a la port´ee de Touninghen, mais ces gens l`a apparremment n’en auront que la peur. Vous avez raison de n’etre pas trop content de nos Messieurs en Angleterre puisqu’ils ne le veulent pas l’etre de rien. je crois qu’il faut pardonner quelque chose aux insulaires; et je laisse `a penser ` a vous autres vertueux si les vents ne rendent pas leurs esprits plus changeants que ceux de terre ferme. l’on remarque que les Ecclesiastiques ne sont pas de grands politiques, et nos Teologiens ne travaillent point `a nous desabuser de cette observation. il est constant que l’impiet´e triomphe `a Londre, o` u l’on se mocque de ce qu’on appelle les bonnes moeurs, et selon mes petites lumieres on aura beau se dechirer dans ce pays l` a, par des livres, et des sermons sur les matieres differentes de religion, pendant qu’on a si peu de soin de corriger la morale. j’aime ma nation mais je suis assez depays´e pour connoitre ses defauts.

Zu N. 208: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief und wird beantwortet durch N. 248. 10 voyage du Duc: vgl. T h e a t r u m Europaeum, 15, 1707, S. 609b. Zur Krise um Holstein-Gottorp vgl. auch Schnath, Geschichte, 3, 1978, S. 311 f.

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J’ay et´e en peine du petit accident qui est arriv´e `a S. A. S. le Duc de Zell, et je suis bien aise d’apprendre qu’il est gueri. je crois qu’il y va beaucoup de l’interest de la Maison d’Hannover, que de conserver la vie du Duc de Zell long temps, afin qu’elle puisse prendre des measures pour se guarantir contre ses ennemis. Je suis h...i

209. ACHILLES DANIEL LEOPOLD AN LEIBNIZ L¨ ubeck, 8. (18.) Juli 1699. [213.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 551 Bl. 6. 4o. 1 S. quer beschrieben. Eigh. Aufschrift. Siegelrest. Postverm.

Lub. d. 8. Julii 99.

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HochEdelgebohrner, Sonders HochgeEhrter H. Geh. R.

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Hoher G¨onner,

Es erforderte zwahr itzo meine Schuldigkeit, die continuation von unsern novis literariis M. h. H. Raht zu zu fertigen, in dem selbige biß auf den junium schon heraus seyen. Ich habe aber das herze nicht, selbige ehender zu senden, bevor Ich weiß, daß M. h. H. Raht damit noch nicht providiret sey, und daß alßdan Anweisung habe, selbige gratis, und ohne postgeld u ¨bersenden zu k¨ onnen, weil Sie sonsten d¨ urften zu kostbahr fallen. Mit beforderung meines Sohns an bewusten ohrt wil es nicht re¨ ussiren, weil selbiger H. incognito, und nicht mehr alß mit dem hofmeister und diener accompagniret sich auf den weg begeben wird: Ich verwundere mich fast, daß, indem Ich meines Sohns halber nicht mehr alß die freye Reise verlange, dennoch keine occasion finden kan, ihn unterzubringen, da doch manchen Diener ein mehres muß gegeben werden. F¨ allt meinen h. H. Raht etwas f¨ ur, bitte es nicht zu vergessen, Si non, mag Er mein Sohn sehen, wie Er mit eigener menage seinen zwegk erreiche, und wil solchen fall mein voriges bitten repetiret

1 petit accident: vgl. N. 243. Zu N. 209: K antwortet auf I, 16 N. 422 und wird zusammen mit N. 213 beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief (vgl. N. 249). 12 f. novis literariis: die von A. D. Leopold seit 1698 herausgegebenen N o v a literaria Maris Balthici. 17 meines Sohns: J. F. Leopold. In I, 16 N. 417 hatte sein Vater an Leibniz die Bitte gerichtet, ihm eine Stelle als Reisebegleiter eines Adligen zu vermitteln. 17 f. selbiger H.: Gemeint ist wohl Adolf August v. Holstein-Sonderburg-Pl¨ on, vgl. I, 16 N. 421.

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haben, daß nemblich Mein h. H. Raht in mit solcher general recommendation versehen wolle, alß er von dem H. D. Wagenseil bekommen hat, sampt einer Liste derjenigen guten Freunde, mit welchen M. h. H. Raht in Italien, Franckreich, Engell. und Holland in correspondence stehet, umb daß Er mein Sohn solchen dieses Meines h. H. Rahts litteras commendatitias uberreichen, und sich dadurch einen aditum verschaffen k¨onne, hat M. h. H. Raht dabey ihm etwas zu befehlen, so wil f¨ ur deßen getreuer Ausrichtung gehalten seyn, der Ich stets verharre,

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Meines Sonders h. H. Rahts, und hohen G¨onners gehors. Diener A. D. Leopold D. A Monsieur Mons. le Conseillier de Leibn¨ utz ` a Hannover .

210. GERHARD MEIER AN LEIBNIZ Bremen, 12. (22.) Juli 1699. [189. 219.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 627 Bl. 222. 224. 223. 1 Bog. 1 Bl. 4o. 5 S. Aufschrift. Siegel. Geringf¨ ugiger Textverlust durch Siegelausriß. Am Kopf des Briefes Vermerk von Leibniz’ Hand: resp.‘‘. Z. 23 – S. 330 Z. 2 quibus . . . suam‘‘ f¨ ur die Anfertigung von A1 in eckige Klam” ” mern gesetzt von Leibniz’ Hand. (Unsere Druckvorlage.) ¨ ping Stifts- och Landsbibl. Hs Br. 33 Nr. 119. Bl. 232–233. A1 Teilabschrift von K : Linko ¨ 1 Bog. 8o. 2 S. u. 5 1/2 Z. mit auf Leibniz zur¨ uckgehenden stilistischen Anderungen u. Korrekturen von Schreiberhand; entspr. Z. 23 – S. 330 Z. 19 ... videtur‘‘ unseres Textes ” ohne die von Leibniz in K eingeklammerte Partie. 2 1 A Abschrift von A : Uppsala Universitetsbibl. Cod. G 264 Bl. 40–41. 2o. 1 S. von Schreiberhand.

Nudius tertius a Cl. Sikio responsorias abstuli, quibus ille scribit Bernerii se librum Ultrajecti in bibliopoliis sed nequicquam quaesivisse, atque ideo, ut nobis fiat satis, eo fine Bibliopolis Ultrajectinis in mandatis dedisse, ut Amstelodamo expetant, atque ita fore ut

2 alß . . . hat: vgl. I, 16 N. 417. Zu N. 210: Meiers Wunsch (vgl. S. 330 Z. 18) entsprechend ließ Leibniz den H. Sikes pers¨ onliche ¨ Lage und Vorhaben betreffenden Passus (Z. 23 – S. 330 Z. 19, vgl. aber die Uberlieferung) abschreiben (A1) und sandte diesen mit N. 275 an Sparwenfeld (zu dessen Reaktion vgl. N. 300). 23 Bernerii . . . librum: Zu Leibniz’ Suche nach F. Bernier, Doutes de Mr Bernier , 1682, vgl. bereits I, 16 N. 124 sowie N. 176 und N. 203 im vorliegenden Band.

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libri votique compotes reddamur. Addit explicatam mentem circa vocationem atque in Sueciam abitionem suam. Sententia haec ejus est. Quoniam de Excellentis. Dno Sparwenfeldio ejusque singulari doctrina atque eruditione spoliisque ex Oriente relatis ditissimis multa audiverit, nuperque admodum Eruditissimus gente Suecus Ericus Benzelius, quem ego Sikio Ultrajectum abeuntem commendaveram, ipsi confirmaverit et in aliis aliqua, quae ex Arabum ore Alexandriae Sparwenfeldius exceperat, demonstraverit, paratum se esse ad iter in Septentrionem. Scilicet quanquam Ultrajecti honestis vivat conditionibus atque Viri Illustres doctique ibidem commorantes ipsius informationibus utantur, ita tamen vivendum sibi esse ne desideriis suis, juvandi Rempublicam Eruditam atque ex antiquitatibus orientis in publicum proferendi quae hucusque latent et maximi tamen momenti sunt, excidat. Itaque si id et mihi ita consultum videatur, se obsecundaturum esse votis nostris, dum honestis conditionibus, quibus commoda vivendi ratio in aliis ipsi concedatur, et ita quidem (NB.) ut liceat majorem temporis partem studiis suis id est promovendo Antiquitatum orientis conatui suo impendere. Quod equidem credo perlubenter ei ab Amplsso Sparwenveldio concessum iri, immo hunc potissimum finem esse evocationis Sikianae. Hoc equidem praevideo si adserere se studiis hisce queat Sikius, ita ut informatione aliorum privata non abstrahatur nimium multa ipsum eximia esse prolaturum. Tuum itaque erit Excellentissimo Dn. Sparwenveldio haec renunciare Salute mea humanissima ipsi perlata, si ita videtur. Subjicit Sikius H a l m a B i b l i o p o l a m parare novam editionem C o r p o r i s Byzantini atque ea fine admigraturum Amstaelodamum. Misit ideo specimen operis seu syntomem omnium librorum seu Auctorum ex quibus Corpus illud vastissimum componetur. Addidit ineditum Auctorem Graecum Celeb. Graevius, quem Bosius ex Lipsiensi bibliotheca excerptum secum communicaverat olim, cujus versionem cum notis molitur N e o c o r u s. Promisit in annos singulos Halma Sikio 800 florenos praemium laboris correctorialis, hic vero operam istam a se amovit. addita hisce verb[is] ratione: s e d h i s c e q u i d e m D e u s p r o v i d e b i t : e g o in[quit] a d nihil aliud anhelo, quam ut studiis orientalibus sepolta (ut ille ajebat) s e d p l u r i m a e t i a m n o v a o r b i l i t e r a t o p r o m a m. 28 p r o m a t K, korr. Hrsg. 19 f. H a l m a . . . Byzantini: vgl. auch N. 174; die geplante Ausgabe kam nicht zustande. 22–24 Addidit . . . N e o c o r u s : Wie aus Benzelius’ parallelem Bericht hervorgeht, handelt es sich um Joseph Genesios’ , einzig in einer Leipziger Handschrift u ¨berliefert (vgl. N. 174 Erl.); L. K¨ usters ¨ (Neocorus) Ubersetzungsprojekt zerschlug sich ebenso wie J. A. Boses urspr¨ ungliches Editionsvorhaben.

Ba leØai

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Illud unicum moneo quod et indicandum Aplsso Sparwenveldio censeo, si et idem Tibi ita videtur, quoniam totus Sikius est in meditationibus suis, non ita quidem excultum esse moribus, qualis hodierna vivendi ratio accuratior postulat; neque tamen sordidus nec rusticus plane est, quin viri doctissimi in Belgio libenter ei confabulantur eumque ferunt. Mentionem feceram Neocori id est Custeri. Is Ultrajecto abiit vocatus ab Serenissimo Electore Brandeburgico, commendatore Cl. Ezech. Spannhemio, qui in Italas gallicasque eum terras publicis expensis emittet atque itineribus exactis certae provinciae admovebit. Utinam similes Electoris Brandeb. Principes plures haberemus, atque ut Illi perpenderent quantum auctoritatis atque splendoris aulae huic Serenissimae ab Eruditis Viris accederet! Neocorus visitationis mihi honorem habuit. Vir est et doctissimus et modestissimus. Quaerebam numquid Hannoveram petiturus esset, cui ille, festinandum sibi esse ut Berolinum quantocius advolaret, respondit. Quod si transmissionem foliorum, quibus Corporis Byzantini syntome profertur, desideras libens transmittam. Celeb. Winkelmannum octuagenarium hesterna nocte in tumulum comitati sumus. Haeredes equidem multa nobis spondent, sed vereor ne divitiae in solis promissis consistant, mihi enim semper visus est judicii vim tenuem admodum possidere. Sed sufficiat juvandi publica propositum, quod in eo vehemens usque fuit. Infelix interim fuit quod cum Princibus Serenissis Hasso-Darmstatinis ab officiis inque eorum Ministeriis fuerit, tum salario multorum annorum carere coactus fuerit ob temporum injurias aerario penitus exhausto. Illud unicum addo Sik[ium] solum continuaturum menstruos recensus quos Bibliothecam vocant. Petiit ut Salmasianas ad Cl. Neumannum Epistolas secum communicem, quod faciam. Sunt enim momenti alicujus. Addam item vocatorias Regis Christianissimi ad Salmasium, proh quam honorificas! item aliam epistolam, qua,

‚nekdìtous

15 Winkelmannum: J. J. Winkelmann. 15 hesterna nocte: Sofern das f¨ ur Winkelmann angegebene Todesdatum 13. (23.) Juli 1699 zutrifft, folgt daraus, daß Meiers Brief nicht am 12. (22.) Juli bereits abgegangen sein kann. F¨ ur eine sp¨ atere Fortsetzung des Briefes spricht auch, daß mit dem Text von Z. 15 ff. Bl. 223 beginnt. 16 Haeredes: Gemeint ist wohl der sp¨ atere braunschw.-l¨ uneburgische Amtmann und Rat A. G. Winkelmann (vgl. Z. 17 den bezeichnenden Singular visus est‘‘). ” 19 Princibus: Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt. 22 Bibliothecam: B i b l i o t h e c a librorum novorum, T. 1–5, 1697–1699. 22 Salmasianas . . . Epistolas: Meiers Quelle ist nicht ermittelt. F¨ unf Briefe von C. de Saumaise an Arnold Neumann aus den Jahren 1645–1647 sind gedruckt bei L. Chr. Mieg, Monumenta pietatis et literaria, 1701, T. 2, S. 170–176.

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dum Salmasius diutius pactis Parisiis moratur, solliciti curatores Academiae Lugdunensis in Batavis ejus reditum sollicitant. Vale h...i Bremis die 12. Julii 1699.

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A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseiller priv´e de S. A. E. de Brunsvic L¨ uneburg ` Hannover a

211. JOHANN ANDREAS SCHMIDT AN LEIBNIZ Helmstedt, 13. (23.) Juli 1699. [199. 223.] ¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 818 Bl. 147–148. 1 Bog. 4o. 2 S. — Auf Bl. 148 ro L von N. 223.

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Tibi fuisse redditas superiores meas nullus dubito. Misi etiam Crausii responsum, quod sine dubio vestris desideriis respondit. Ex bibliotheca Jenensi DN. Praepositus ab Hardt proxime accipiet aliquot Msta ad Concilium Constantiense et Basileense facientia, et Boleslai Bohemi librum de antithesi Christi et Antichristi, figuris variis illustratum et lingua Bohemica conscriptum; nec non monumenta quaedam alia de autoritate Concilii Basileensis. DN. Prof. Hambergerus me rogavit, ut et Tua exquirerem cogitata de collegio artisconsultorum et consilia de eodem tum cogendo tum stabiliendo. Eidem valde arrisit facillima Tua methodus, quam in mathesi universali consignare coepisti. Mecum ejusdem non duntaxat continuationem sed totius quoque operis perfectionem impense desiderat. Typis tunc excudi debebat, imo nunc excusa est Sermae Abbatissae Quedlinburgensis responsio, Electoris Brandenburgici deductioni opposita. Ad revocandam Academiae Jenensis tranquillitatem meditantur quidam Aulici et Professores concilium

Zu N. 211: K wird zusammen mit N. 199 beantwortet durch N. 223. 10 Crausii responsum: nicht gefunden; vgl. N. 199. 12 Msta: nicht ermittelt. Im Registerbd. zu H. v. d. Hardt, Constantiense Concilium, T. 7: Index generalis, bearb. v. G. Chr. Bonnstedt, 1742, ist Jena nicht als Handschriftenort verzeichnet. 13 librum: nicht ermittelt. 17 Tua methodus: vgl. I, 16 N. 187 u. N. 255. 20 responsio . . . opposita: Welche der zahlreichen Deduktionen und Eingaben der F¨ urst¨ abtissin von Quedlinburg Anna Dorothea von Sachsen-Weimar und des Kurf¨ ursten Friedrich III. von Brandenburg von 1699 in Sachen der brandenburgischen Vogtei u ¨ber das Stift bzw. dessen Reichsunmittelbarkeit gemeint ist, l¨ aßt sich nicht ermitteln. Vgl. Deduktions-Bibliothek von Teutschland nebst dazu geh¨ origen Nachrichten, Bd 3, N¨ urnberg 1781, S. 1274 f.

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aliquot virorum, qui defectus subito notare et quidem vel occurrere vel medelam ex aula afferre possent. Nostrum in Aulis rerum academicarum directorium ubique probant et simile quid jam olim ibidem fuisse tentatum referunt. Epistolae Reinesii et Bosii mutuae sub prelo sudant, quemadmodum et B. Dannhaueri politica biblica lucem brevi videbit me curante. Sermus Isenacensis a Sermo A[.] U. petiit, ut me dimitteret, sed rem omnem fuisse declinatam audivi. Vale et fave h...i

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Helmst. d. 13 Jul. 1699.

212. CHRISTOPH JOACHIM NICOLAI VON GREIFFENCRANTZ AN LEIBNIZ Hamburg, 13. (23.) Juli 1699. [202. 255.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 327 Bl. 119–120. 1 Bog. 4 o. 3 S. Aufschrift von Schreiberhand. Am Kopf des Briefes Vermerk von Leibniz’ Hand: repond.‘‘ ”

A Hambourg. le 13. de Juil. 1699. Je viens de recevoir la vostre du 30. du pass´e. Elle m’est rendu¨e ce matin `a Melau (qui est une petite terre, pr´es de Stade) dans le moment, que je montais en Carosse, pour passer icy. Celle, dont elle parle, qui m’a du ´etre rendue avant mon depart d’Ezens, me manque encore; et je suis en peine d’apprendre, qui sont ces Amys en Suede, d’ont vous m’y avez fait l’honneur de me parler, et en quoy vous m’avez jug´e capable de vous y rendre service. Je vous supplie, de me re¨ıterer ces advis, et de donner de l’exercice `a mon zele.

13 le (1 ) 23. (2 ) 13. K

2 Nostrum . . . directorium: Direktorium des Gesamthauses u ¨ber die Universit¨ at Helmstedt, das im Turnus an einen der drei H¨ ofe ging. 4 Epistolae . . . Bosii: J. A. Schmidt [Hrsg.], Thomae Reinesii et Jo. Andr. Bosii Epistolae mutuae, 1700; vgl. I, 16 N. 423. 4 f. Dannhaueri: J. K. Dannhauer, Politica biblica, 1701. 5 Sermus Isenacensis: Johann Wilhelm Herzog zu Sachsen-Eisenach. 5 Sermo A[.] U.: Herzog Anton Ulrich von Braunschweig-L¨ uneburg-Wolfenb¨ uttel. Zu N. 212: K antwortet auf N. 202 und wird, zusammen mit N. 255, beantwortet durch N. 281. 16 Celle: N. 183.

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Je suis tres ravy d’apprendre le bon succez de vos affaires `a Bonne. Je ne doute nullement, que le reste, suivera ce bon Exemple, et que tous les opposans plieront en suite. On se lasse de toutes choses, meme des oppositions, sur tout, quand elles sont si mal fond´ees. Ce sera (comme j’eus l’honneur d’entretenir sur ce chapitre Son Exce Mons. le Comte de Plathe, il y a 4. ans) une 5me faite `a un Nouvel Electeur, et d’un meme succez, qu’ont ´et´e les 4 autres. les Contradictions, que souffrit l’Electeur de Baviere en 1623 et les ann´ees suivantes, ne furent pas moindres. Les lettres tres-fortes, que les Electeurs de Saxe et de Brandenbourg envoyerent ` a l’Empereur, sur ce sujet, que l’on a inser´ees dans le Theatrum Europaeum nous le marquent assez. La Fermet´e surmonte tout. Et dulcius impetrantur, diu desiderata, et aliquo labore parta. Pourvˆ u que l’Empire, et ses Etats ouvrent `a la fin les yeux ` a leurs veritables Interests, ils s’applaudiront d’avoir donn´e les mains `a une chose, dont ils peuvent et doivent esperer tant d’avantages. Je croy mˆeme, que la plus part de ceux, qui se sont cabrez ne l’ont fait, qu’in Spem futuri Non-Successus. La Mt´e de Suede a fait faire icy l’Examen, touchant la mort du pauvre Salmouth, `a ce que je viens d’apprendre, sur 164. points. L’on n’en s¸cait encore des particularitez; et c’est par-l` a, qu’on en parle fort differemment. L’on me dit icy, que les affaires de Holstein ne se traittent plus; mais que celles de Mecklenbourg, seront reprises vers la St Jacques. le Voyage de S. A. S. de Gottorp en Suede, ne laisse pas de donner de l’Ombrage, `a la Cour de Dennemarck. Vous avez raison de dire, que le tiltre d’Altesse Royale appartenoit avec bien du droit `a Sa Sert´e Madame l’Electrice, fille et petite fille d’un Roy, et proche heritiere d’une Couronne: Et ces Messieurs Anglois, qui le luy ont comparty avant qu’elle obtint celuy, qui est plus eclatant, et plus solide, d’Ase Electorale, ont fait une espece de reproche `a ceux, qui le luy avoient refus´e. Mais c’est le torrent de la Coutume, qui regne dans le

1 vos affaires ` a Bonne: Im Zusammenhang der Bem¨ uhungen um die Introduktion ins Kurkolleg hatte der hannoversche Beauftragte, A. Steffani, erste Erfolge gegen den Widerstand der katholischen Kurf¨ ursten in Verhandlungen mit dem k¨ olnischen Kurf¨ ursten zu Bonn erzielt. 6 Contradictions: die ¨ sich bis 1648 hinziehenden Widerst¨ ande gegen die Ubertragung der pf¨ alzischen Kur auf Maximilian I. von Bayern 1621/23. 7 Electeurs: die Kurf¨ ursten Johann Georg I. von Sachsen und Georg Wilhelm von Brandenburg. 8 envoyerent: Brief vom 21. M¨ arz 1623. 8 Empereur: Ferdinand II. 8 inser´ ees: T h e a t r u m Europaeum 1, 1643, S. 729 f. 9 f. Et . . . parta: vgl. H. Walther, Proverbia sententiaeque latinitatis medii ac recentioris aevi, N. S., Bd 7, G¨ ottingen 1982, Nr. 36437c. 17 affaires de Holstein: die Auseinandersetzungen zwischen Holstein-Gottorp und D¨ anemark. 17 f. celles de Mecklenbourg: der Erbfolgestreit um Mecklenburg-Schwerin. 18 St Jacques: 25. Juli (a. St.). 18 S. A. S. de Gottorp: Friedrich IV., Herzog v. Holstein-Gottorp.

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Ceremoniel, et qui en dispose. Je me souviens `a cette occasion d’un Distyche, qui s’y laisseroit assez bien appliquer, Quod meritis fortuna Tuis inimica negavit, Infertur domui nunc Diadema Tuae. Les Princes, qui ambitionnent ce tiltre d’Ase Royale, auront apparemment encore de la peine `a y faire condescendre les autres. Je partiray, s’il plaist ` a Dieu, Lundy prochain pour Stockholm; Mais Monsr le Conseiller Priv´e Fabricius, qui m’a envoy´e aujourdhuy la vostre, aura la bont´e de me faire tenir vos Ordres, ` a Stockholm. Je l’en prieray demain; il ne me refusera pas cette grace; et s¸caura toˆ ujours o` u me les adresser. Je vous prie seulement, de m’en honorer; et de me continuer vostre chere et precieuse Amiti´e, dont je feray toujours gloire; et qui me garantira celle de vos Amys en Suede. Je suis avec zele h...i

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A Monsieur Monsieur de Leibnitz Conseiller Priv´e de Justice de S. A. Ele de Bronswick, `a Hannovre.

213. ACHILLES DANIEL LEOPOLD AN LEIBNIZ L¨ ubeck, 14. (24.) Juli 1699. [209. 249.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 551 Bl. 7. 4o. 3/4 S. Eigh. Aufschrift. Siegelrest.

Lub. d. 14. Julii 99. Weil es sich eben f¨ uget, daß Bringer dieses, des H. Graf Oxenstirns geweßener Legations-prediger zu Wien dorten passiren wird, umb die Cur zu Pyrmont zu gebrauchen,

13 de (1 ) S. Ase (2 ) S. A. Ele K

3 f. Quod . . . Tuae: nicht ermittelt. 7 Lundy prochain: den 16. (26.) Juli 1699. 8 Fabricius: der cellische Vizekanzler W. L. v. Fabricius. 8 la vostre: N. 202. Zu N. 213: K wird zusammen mit N. 209 beantwortet durch einen nicht gefundenen Leibnizbrief. ¨ Beilage war das in S. 336 Z. 1 genannte Faszikel. Die Ubermittlung erfolgte durch den in Z. 20 genannten Geistlichen. 19 Graf: wohl G. Th. Oxenstierna. 19 f. Legations-prediger: nicht ermittelt.

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habe nicht ermangeln wollen; den Monat junium von unßern novis mit zu senden, und zu erwarten, ob M. h. H. Raht den vorigen Monat Majum schon habe, oder, an welchen selbigen izt und kunftig senden sol, umb postfrey einliefern zu k¨onnen. Beziehe mich sonst auf mein voriges, wegen meines Sohns, und verbl. jederzeit h...i 5

A Monsieur Mons. le Conseillier Leibnitz ` a Hannover. par Mons. et Amy.

214. JOHANN CHRISTOPH VON LIMBACH AN LEIBNIZ Regensburg, 16. (26.) Juli 1699. [178. 215.]

¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 562 Bl. 48–49. 1 Bog. 4o. 2 1/4 S. Am Kopf des Briefes Vermerk von Leibniz’ Hand: respondi‘‘. ”

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S. T. Aus sonderbahrem Zutrauen habe nicht unterlaßen konnen, einen extractum deßienigen, so an einem pro perpetua foeminarum exclusione in Palatinis, aufgesetzet, zu communiciren, bevorab darinn die quaestio. Ob Hertzog Henrich zu Sachsen, mit seiner gemahlin die Pfaltz ererbet; oder auch dieße hinwieder durch seine tochter an Herzog Otten in Beyern kommen? Oder ob nicht beyderley Anfalle ex mera Caesaraea benevolentia et beneficio geschehen? enthalten. Davon das Letztere der warheit naher zutreten scheinet. Wie aber hieruber Meines Hochgeehrten Herrn undt Gonners hochvernunftige gedancken mir himit dienstl. ausbitte. Also bin hinwieder in aller gelegenheit. h...i Regensb. den 16. Jul. 1699

1 novis: N o v a literaria Maris Balthici. 4 voriges: N. 209. 4 Sohns: J. F. Leopold. Zu N. 214: K wird zusammen mit N. 178 beantwortet durch N. 282. Beilage war N. 215 (vgl. Z. 11 f.); auf diese Schrift vor allem bezieht sich Leibniz’ ausf¨ uhrliche Antwort. 11 f. deßienigen . . . aufgesetzet: Die urspr¨ ungliche Schrift, aus der Limbach seinen Extractus zieht, wurde nicht ermittelt. 13 Hertzog Henrich: Heinrich Pfalzgraf bei Rhein, der Sohn Heinrichs d. L¨ owen. 14 gemahlin: Agnes, Tochter Konrads, Pfalzgraf bei Rhein. 14 tochter: Agnes, verheiratet mit Otto II., Herzog von Bayern.

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¨ LEIBNIZ 215. JOHANN CHRISTOPH VON LIMBACH FUR Extractus Scripti pro Exclusione filiae Palatinae. Beilage zu N. 214. [214. 282.] ¨ Uberlieferung: k Abfertigung: Hannover Nieders¨ achs. Landesbibl. Ms XVIII 1011 Bl. 4 bis 9. 3 Bog. 2o. 12 S. halbbr¨ uchig beschrieben von Schreiberhand. Mit Unterstreichungen, ¨ Korrekturen, Erg¨ anzungen (Kik ) und Uberschrift von Limbachs Hand.

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Extractus Scripti pro Exclusione filiae Palatinae etc. etc. Tradunt non nulli, Laudatum Imperatorem ex more pristino certis Principatibus in perpetuum contulisse septem Imperii Officiorum dignitatem; ac in specie Comitem Palatinum Rheni quasi substituisse in locum veterum Comitum, primorum Palatii vel praetorio Praefectorum. Conring. in censura dipl. Ludov . p. 109. qui ipsemet alibi in tr. de Judic. §. 89. putat in locum Franconiae Palatinatus Rheni Palatinatum venisse, huncque eundem cum illo fuisse. Sed hoc certius est jam ante diu floruisse Comites Palatinos et Fridericum I. Imperatorem non solum Ottonem filium Comitem Palatinum Burgundiae fecisse, Golutus L. 2. Rr. Sequan. c. 37. du Fresne in voce Comitatus Palatinus.

8 etc. etc. erg. Kik

Zu N. 215: Bereits 1698 (I, 15 N. 372 u. 474) spricht Limbach von seiner handschriftlich vorliegenden Abhandlung De foeminarum successione in Palatinatu ex actis publicis et domesticis‘‘, die er Leibniz ” zur Verf¨ ugung stellen wolle. Die Formulierungen des Begleitschreibens zum Extractus‘‘ (N. 214) legen ” aber nahe, daß dieser Auszug erst jetzt angefertigt wurde. 9 Imperatorem: Friedrich I. 13 Conring: H. Conring, Censura diplomatis quod Ludovico Imperatori fert acceptum coenobium Lindaviense, 1672, tats¨ achlich S. 199. Der vorangehende Absatz gibt diesen Text teilweise w¨ ortlich wieder. 15 tr. de Judic.: H. Conring, Exercitatio de iudiciis reipublicae Germanicae, 1647, § 89, Bl. 4 ro. 18 Ottonem: Otto, Pfalzgraf v. Burgund. 19 Golutus: nicht identifiziert; Limbach u ¨bernimmt die Angabe wohl von Du Cange (s. folgende Erl.). 20 du Fresne: Ch. Dufresne Sieur Du Cange, Glossarium ad scriptores mediae et infimae latinitatis, T. 1, 1678, tats¨ achlich s. v. Comites Palatini, hier Sp. 1085.

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sed etiam post Henricum et Hermannum veteres Palatinos Rheni extinctos, ut de ultimo refert Chron. Mont. Sereni ad an. 1156. Palatinatum Rheni, prout eundem Mosellani tam in dignitatis quam potestatis amplexu habuerant, fratri suo C o n r a d o D u c i S u e v i a e , f e u d i J u r e noviter concessisse Radev. Hist. Lib. I. c. 34. Factum id circa annum 1155. juxta documenta in Archivo Palatino reperta de anno 1156. 1161. et sequ. Spen. Oper. Herald. L. 3 c. 27. §. 9. quamvis inter dictos fratres postea magnae fuerint enatae discordiae, quibus componendis Abbas Laureshamensis Monasterii se interposuit. Conradus ut Palatinus exercuit Jura Advocatiae in Lauresham. Chron. Lauresh. Mon. pag. 92. 8 prout k juxta korr. Kik 1 Henricum et Hermannum: Heinrich IV. Jasomirgott und Hermann III. von Stahleck. 3 Chron. Mont. Sereni: C h r o n i c o n Montis-Sereni, hrsg. v. J. J. Mader, 1665, S. 30. 5 Conrado D u c i S u e v i a e : Friedrichs I. Halbbruder Konrad. 7 Radev.: Gemeint ist der auch unter dem Namen Radevicus laufende Fortsetzer Rahewin der Gesta Friderici I. imperatoris des Otto von Freising, wobei Buch III hier separat als Buch I der Fortsetzung gez¨ ahlt wird. Limbachs Vermutung beruht wohl auf einer falschen Interpunktion der von ihm benutzten Ausgabe, der editio princeps des J. Cuspinian: Ottonis Phrisingen. Episcopi, De gestis Friderici Libri duo, item Radevici Phrisingen. ecclesiae Canonici Libri duo, prioribus additis, de eiusdem Friderici Imperatoris gestis, beigedr. Ottonis Phrisingensis Episcopi, Rerum ab origine mundi ad ipsius usque tempora gestarum, Libri Octo, 1515, l. III, c. XXXIV, Bl. L vo. Die dort wiedergegebene Passage Conradus Palatinus Comes de Rheno, germanus ” imperatoris, et dux Suevorum. Fridericus cum Suevis‘‘ ist richtig zu lesen: Conradus palatinus comes de ” Rheno, germanus imperatoris, et dux Suevorum Fridericus, cum Suevis‘‘, so Ottonis et Rahewini Gesta 3 Friderici I. imperatoris, MGH Scriptores rer. Germ., 1912, l. III, c. XXXVIII, S. 211. 10 Spen. . . . §. 9.: Ph. J. Spener, Historia insignium illustrium seu operis heraldici pars specialis, 1690, S. 669. Die dort erw¨ ahnten Urkunden tragen die Jahreszahlen 1155, 1161 und 1163. Zum Problem der Datierung des Beginns von Konrads Pfalzgrafschaft vgl. B. Brinken, Die Politik Konrads von Staufen in der Tradition der Rheinischen Pfalzgrafschaft, Bonn 1974, S. 38–42. 12 Abbas: Zur fehlgeschlagenen Vermittlung Abt Heinrichs von Lorsch von 1166 vgl. Regesta Imperii IV. 2. Die Regesten des Kaiserreiches unter Friedrich I. 1152 (1122)–1190 bearb. v. J. F. B¨ ohmer u. F. Oppl. Zweite Lieferung, 1980, Nr. 1579. Zum Zerw¨ urfnis zwischen Friedrich I. und seinem Bruder vgl. auch ebd. Nr. 1430. 13 exercuit: zu Konrads Vogtei u ¨ber Lorsch vgl. M. Schaab, Geschichte der Kurpfalz , 1, Stuttgart 1988, S. 53. 14 Chron. . . . 92.: C h r o n i c o n Laureshamense, hrsg. v. M. Freher, Germanicarum rerum scriptores, T. 1, 1624, S. 56–98 (MGH Scriptores, 21, 1869, S. 334–447).

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aliaque antecessoribus competentia. Uxorem habuit juxta aliquos Cunonis D. Franconiae filiam vel Irmgardem Henrici ultimi C. Palatini natam. Certe in literis quibus Conradus anno 1189. feudum suum rectum castrum Staleck et Advocatiam in Bacherach, Philippo Archi-Episcopo Coloniensi resignatam pro se atque jugali sua recepit, haec Irmgardis nominatur, simulque filia Agnes; diciturque I l l i s j u r e f e u d a l i c o n c e s s i o nem factam esse, accepto ab ipsis Dominabus hominio, ut dum vixerint pariter possiderent, et si una aut altera deces serit, quaecunque illarum superstes in beneficium haberet Vid. Lit. ap. Freher. Orig. Pal . p. 1. c. 11 pag. 92. Add. Helmold. Lib. 3. c. 9. Hunc Conradum an. 1192. defunctum atque in Monasterio Sch¨onaugiense sepultum in Epitaphio talem inscriptionem habuisse: C o n r a d u s C o m e s P a l a t i n u s R h e n i D u x S u e v i a e , D o m i n u s i n G e m i n o p o n t e. refert Freh. d. l. c. 10. Ipsemet tamen confitetur tale quid non vidisse sed tantum ex aliis audivisse; Et certe annus Conrado Mortalis non 1192. sed 1195. fuit.

2 vel erg. Kik

1 Uxorem: Konrads Frau Irmgard war die Tochter Bertholds I. von Henneberg, Burggraf von W¨ urzburg. 1 aliquos: u ¨ berliefert durch Ph. J. Spener, a. a. O., S. 669 f. 2 literis: vgl. Die Regesten der Erzbisch¨ ofe von K¨ oln im Mittelalter 2. (1100–1205 ), bearb. v. R. Knipping, 1901, S. 267, Nr. 1337. 3 f. Philippo . . . Coloniensi: Philipp I. v. Heinsberg, Erzbischof von K¨ oln. 5–9 I l l i s . . . h a b e r e t : Der hervorgehobene Text zitiert die Quelle teils w¨ ortlich, teils sinngem¨ aß, jedoch mit einigen signifikanten Abweichungen. Statt Si una . . . haberet‘‘ heißt es dort: Si unus aut duo decesserint, ” ” quicunque illorum superstes fuerit, sine omni contradictione idem beneficium haberet.‘‘ 10 Freher: M. Freher, Origines Palatinae, P. 1, 1613. 11 Helmold: tats¨ achlich in der Fortsetzung von Helmoldus Bosoviensis, Chronica Slavorum durch Arnoldus abbas Lubecensis, L. III, c. 9; vgl. Chronica Slavorum Helmoldi presbyteri et Arnoldi abbatis Lubecensis, hrsg. v. H. Bangert, 1659, S. 319 (MGH Scriptores 21, 1869, S. 152). Limbach, der im folgenden nach dieser Ausgabe zitiert, hat die Angabe wohl direkt aus einer Randnote bei Freher u ¨ bernommen. 13 f. C o n r a d u s . . . p o n t e : die nach Freher, a. a. O., S. 79, zitierte Inschrift lautet dort: comes in Gemino ponte‘‘. Zur Diskussion um den ” ¨ hlmann, Regesten der Grafen von Zweibr¨ einstigen Wortlaut vgl. C. Po ucken, bearb. durch A. Doll, Speyer 1962, S. 7, Nr. 17 sowie M. Huffschmid, Beitr¨ age zur Geschichte der Cisterzienserabtei Sch¨ onau bei Heidelberg (2), in: Zeitschrift f¨ ur die Geschichte des Oberrheins 46, 1892, S. 69–103, hier S. 76–79.

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Godofr. Mon. eod. an. Itaque in inscriptione praedicta si unquam fuit, pro numero II. numerus V. legi debebat qualis lapsus saepe contingit. Adscribitur Conrado filius Aequivocus, post Patrem anno 1198. defunctus Spen. L. 3. c. 27. §. 9. Sed hic sine dubio Patrem morte praevenit, quia ejus nulla in allegato documento fit mentio, et Palatinatus jam anno 1197. in manus Henrici D. Saxoniae pervenerat Arnold Lub. Lib. 5. c. 4. Godofr. Mon. p. 263. ut mox apparebit. Henricus Leo Dux Saxoniae a Friderico I. Imperatore an. 1180. exutus Ducatu Saxoniae non deposuerat animum eundem recuperandi. Miserat ad illius successorem Henricum VI. Imperatorem, filium aequivocum, Henricum Juniorem, ut ab ejus latere non recederet donec terram Transalbinam ad minimum recuperasset. Sed in vanum! I t a q u e Princeps nobilis virtute, speciosus forma, ac validus corpore quoniam quod Pater volebat precibus obtinere non poterat aliam quaesivit viam, quo ipse saltem in gratiam Imperatoris veniret, Aulamque Conradi Palatini adi i t. q u i h a b i t a n e c e s s i t u d i n i s i n t e r P a r e n t e s r a t i o n e f i liam Agnetem desponderet nuptiis in Castro Stalecke hab i t i s. Arnold Lub. Chron. Slav . L. 4. c. 20.

1 Godofr. Mon.: Godefridus Monachus S. Pantaleonis, Annales, hrsg. v. M. Freher, Germanicarum rerum scriptores, T. 1, 1624, S. 239–303, hier S. 261 (u. d. Tit.: Chronica Regia Coloniensis, MGH Scriptores rer. Germ., 1880, hier S. 158). 3 filius Aequivocus: Bezeugt ist nur ein sp¨ atestens 1189 verstorbener Sohn namens Friedrich. 5 Spen.: Spener, a. a. O., S. 670. 7 Henrici D. Saxoniae: Zur Problematik des Herzogtitels beim welfischen Pfalzgrafen Heinrich vgl. E. Schubert, Politik, Verfassung, Wirtschaft vom 9. bis zum ausgehenden 15. Jahrhundert, in: Geschichte Niedersachsens II, 1, Hannover 1997, S. 3–904, hier S. 500–503. 8 Arnold Lub.: Arnoldus abbas Lubecensis, Chronica Slavorum, wie Erl. zu S. 339 Z. 11 (MGH Scriptores 21, 1869, S. 208 = L. V. c. 28). 9 Godofr. Mon.: in der MGH -Edition S. 161. 12–21 Miserat . . . habitis: vgl. Arnoldus abbas Lubecensis, a. a. O., S. 418 (MGH Scriptores 21, 1869, S. 197, L. V. c. 20).

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Cujus tamen notator Bangertus in hoc fallit quando Ricksam Leonis filiam Friderico hujus Conradi Palatini filio addictam esse scribit; cum Fridericus Conradi Imperatoris filius fuerit. Hieronym. Hennings in fam. Ducum Brunswic. pag. 118. Henricus Imperator, utcunque primum de hujus matrimonii absque suo consensu contracti vinculo argueret Conradum: tamen cum tunc secundam in Apuliam coepisset expeditionem ipseque Henricus Dux Junior in omnibus ad placitum ejusdem deserviret Dux deinde supremus Exercitus factus Berithum coepisset et apud Joppen aliquot Millia Turcarum profligasset, n o n e i d e m t a n t u m g r a t i a m s u a m , et consensum in matrimonium, sed et omnem dignitatem C o n r a d i S o c e r i s u a m a n u c o n t u l i t J u r e b e n e f i c i a r i o. Arnold cit. Loco. Non ergo ipsa Agnes attulit Palatinatum, nec de eo investita; sed potius Henricus Dux Saxoniae sua virtute promeruit atque in beneficium accepit; quod anno 1195. factum esse censent qui Godofr. Mon. in Henr. VI. Imper. sequuntur scribentem: Conradus Palatinus Comes de Rheno obiit cujus dignitates atque beneficia, Henrico filio quondam Ducis Saxoniae cesserunt: Urspergensis diem mortalem Conradi in an. 1197. ponit. Godofredus nominat Conradum solum modo Comitem Palatinum Rheni quia saltem de hujus translatione dicere volebat: Quod autem Ducatum Sueviae ab eodem Conrado possessum attinet iste ex beneficio Henrici VI. Imperatoris, fratri Philippo postea Regi obvenit. Esto autem amorem cognationis merita Henrici bellica juvasse, et eo tendere verba Godofredi: Is enim filiam Conradi unicam duxerat. 1 Bangertus: ebd., S. 419. 1 Ricksam: Nicht Heinrichs d. L¨ owen Tochter Richenza, sondern ihre Schwester Gertrud war mit dem Schwabenherzog Friedrich IV., dem Sohn K¨ onig Konrads III., verheiratet. 4 Hieronym. Hennings: H. Henninges, Theatrum genealogicum, T. 4, 1598. 6–11 tunc . . . b e n e f i c i a r i o : vgl. Arnoldus abbas Lubecensis, a. a. O., S. 418 (MGH Scriptores 21, 1869, a. a. O.). 8 Berithum: Beirut. 8 Joppen: Jaffa. 17 f. sequuntur . . . cesserunt: w¨ ortliches Zitat nach Godefridus Monachus S. Pantaleonis, a. a. O., S. 261 (MGH, a. a. O., S. 158) mit der Abweichung, daß die Vorlage beneficia Henrico, filio Henrici quondam ducis‘‘ bringt. 18 Urspergensis: Wahrscheinlich ” wird Pfalzgraf Konrad hier mit seinem Neffen, dem Schwabenherzog Friedrich V. (Konrad) verwechselt, u ¨ber dessen Tod Burchard v. Ursberg berichtet; vgl. Burchard von Ursperg, Chronicon, 1515, ad a. 1196 (MGH Scriptores rer. Germ., 1916, S. 74). 20–22 Quod . . . obvenit: zur Entstehung dieser — unrichtigen — Vermutung vgl. oben Erl. S. 338 Z. 7. 23 verba Godofredi: Godefridus Monachus S. Pantaleonis, a. a. O., S. 261 (MGH, a. a. O., S. 158).

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certum tamen beneficia et dignitates praedictas non in Uxorem sed Maritum collata fuisse. Auctor postea Henricus fuerat ut frater ejus Otto, Henrico VI. Imperatore extincto, contra Philippum ex Ducibus Sueviae ab aliis electum, anno 1198. Rex renunciaretur, Ottonis IV. nomine insignis Arnold d. Chr. L. 6. c. 1. et 2. quem quoque armis juvare aliquamdiu voluit. Cum ergo in his amicum haberet atque assistentem Johannem Archi-Episcopum Trevirensem ex tractu, quem ditione tenebat ad Mosellam, beneficia annua atque in specie Advocatiam Civitatis Trevirensis ab Hermanno Mosellano et Conrado Socero possessam et ad se jure Palatinatus devolutam, cum omnibus appendicibus tam feudatis quam non feudatis; nec non omnia annualia servitia quae praedecessores sui in villis Episcopi sitis in Pago Trechere alias Rechere supra Mosam habuerat ao 1198. eidem resignavit. Vid. Diplo. apud Kyriandr. Com. p. 15. pag. 124. Castrum tamen Turunum post resignationem obtinuit et ex illo partes fratris ulterius tutatus est. Kyriandr. d. l. p. 15. pag. 122. Idemque p. 17. pag. 202. Idem Henricus cum se anno 1197. ad bellum Sacrum denuo accingeret pro habendis pecuniis Henrico Alberto atque Godofredo Comitibus de Sponheim, Cometiam in Meinfelde ad Mosellam, itemque Villas Engelstadt et Hedensheim pro 650. Marcis oppignoravit. Vid. Docum. ap. Freher. p. 1. c. 11. 3 f. Auctor . . . renunciaretur: vorsichtige Zweifel an dieser — heute nicht mehr vertretenen — Behauptung ¨ außert Leibniz in seinem Antwortbrief N. 282. 6 Arnold: Arnoldus abbas Lubecensis, a. a. O., S. 449–451 (MGH Scriptores 21, 1869, S. 213 f.). 8 Johannem: Johann I. Erzbischof von Trier. 9 f. Hermanno Mosellano: wohl Hermann III. von Stahleck, der aber nicht explizit im Urkun¨ hlmann, a. a. O., S. 9, Nr. 21. dentext genannt wird. 13 ao 1198: tats¨ achlich 1197, vgl. Po 14 Diplo. apud Kyriandr.: W. H. Kyriander, Annales sive Commentarii de origine et statu antiquissimae civitatis Augustae Treverorum, in der Ausgabe von 1603 S. 162 f; vgl. Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien, Bd 2, bearb. v. H. Beyer, L. Eltester, A. Goerz, Koblenz 1865 (Nachdr. Hildesheim 1974), S. 757 f., Nr. 804. 15 Turunum: Burg Thurant/Turon bei Alken an der Mosel. 15 obtinuit: Dies geht hervor aus sp¨ ateren Beurkundungen (von 1218 bzw. 1248); vgl. Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien, Bd 3, bearb. v. L. Eltester, A. Goerz, Koblenz 1874 (Nachdr. Hildesheim 1974), S. 83 f., Nr. 83 bzw. S. 723 f., Nr. 965. 17 Kyriandr.: ebd. S. 161. 18 Idemque: Stelle nicht identifiziert. 23 Docum.: Freher, a. a. O., S. 93 f.; vgl. Urkundenbuch zur Geschichte der mittelrheinischen Territorien, Bd 2, S. 759, Nr. 897.

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Ubi autem Suasu Ludovici Bavari, Ottocar Dux Bohemiae ad deserendum Ottonem fuisset inductus Chron. Aug. ad. an. 1205. Causa Ottonis maxime vulnerabatur; Minis ergo Philippi Imperatoris ipsi Palatinatum Rheni nisi a fratre recederet (ex capite feloniae) ablaturi vel fratris Ottonis IV. ingratitudine adactus hoc relicto ad Philippum transiit Arnold. d. l. 6. c. 6. Notatu dignum est; quod ibidem dicitur Noluisse tolerare Philippum, quod rebus Palatii gravaretur quas ipse atque non alius dispensare haberet. Itemque quod Henricus fratrem Ottonem ita allocutus ut: Frater ego quidem servire tibi dupliciter teneor et jure consanguinitatis et fide Regiae Majestatis; sed quia durum est mea in servitio fratris expendere, et neglecto Philippo Palatii dignitatem perdere, civitatem Brunswig et Castrum Lichtenberg mihi dari peto. Non autem impetrans sive deliberatione, sive necessitate, relicto fratre abiit Arnold d. l. quae omnia feudalitatis nexum plenius ostendunt. Postquam deinde Philippus anno 1208. occisus erat, Otto IV. habenas Imperii tenuit, usque dum Innocentius III. P. P. eundem excommunicaret et Principes Imperii ad defectionem et novi Regis Electionem impelleret. Et enim studiis et auctoritate Ottocari Regis Bohemiae, Ludovici D. Bavariae, Bernardi D. Saxoniae aliorumque Fridericus II., Henrici VI. filius impubes ex Sicilia evocatus, ao 1213. contra Ottonem Electus fuit. Ursperg. ad an. 1213. Chron. August. ad an. eundem.

1 Ludovici Bavari: Ludwig I. v. Wittelsbach, Herzog v. Bayern. 3 Chron. Aug.: Ex C h r o n i c a Augustensi excerptum ab Anno Domini DCCCCLXXIII. usque ad annum MCIV., hrsg. v. M. Freher, Germanicarum rerum scriptores, T. 1, 1624, S. 343–383, hier S. 365. 4 Philippi Imperatoris: Philipp I. von Schwaben, der aber nicht den Kaisertitel trug. 7 Arnold: Arnoldus abbas Lubecensis, a. a. O., S. 459. 10–13 Frater . . . peto: vgl. Arnoldus abbas Lubecensis, a. a. O., S. 459 (MGH Scriptores 21, 1869, S. 217). Zur Vorgeschichte — der f¨ ur Pfalzgraf Heinrich ung¨ unstigen Landesteilung unter den S¨ ohnen Heinrichs d. L¨ owen im Paderborner Vertrag von 1202 — vgl. G. Pischke, Die Landesteilungen der Welfen im Mittelalter , Hildesheim 1987, S. 12–34, v. a. S. 32 f. 20 f. Bernardi D. Saxoniae: tats¨ achlich nicht der Askanier Bernhard Herzog von Sachsen, sondern Bernhard II. Herzog von K¨ arnten. 23 Ursperg.: Burchard von Ursperg, Chronicon, 1515. ad a. 1212 (MGH Scriptores rer. Germ., 1916, S. 108 f.). 24 Chron. August.: wie Erl. Z. 3, ad a. 1212 (S. 366).

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quo anno Henrici Palatini filiolus vita defunctus Schonaugiae sepelitur, cujus Epithaphium referente Frehero p. 1. c. 10. tale fuit: Anno ... Cal. Maii obiit Illustris Princeps, Dominus Henricus Comes Palatinus Rheni Dux Saxoniae, Conradi ex filia Nepos; quod inepte corrigere et Nepotem in Generum mutare voluit editor Freheri in margine. Item alia refertur inscriptio ap. eundem Henricus Princeps Magnificus Comes Aulae gloria Rheni . Superstites eidem duae filiae, Irmgardis et Agnes fuerunt. Major natu venit in manus Hermanni IV. Badensis. Altera et minor autem Ottoni Ludovici D. Bavariae filio desponsata. Hic nascendi ordo videtur inter eas fuisse, si diploma Erectionis Ducatus Brunswicensis de anno 1235, sequendum est. ap. Meib. Rer. Germ. t. 3. p. 20. Quamvis idem Meibomius in historia dictae Erectionis p. 204. Agnetem asserat majorem. Fridericus ergo et officii a Ludovico in Electione sui singularis et praestiti jam olim majoribus obsequii memor, virtutem bellicam et prudentiam insignem viri perpe[n]dens, eundem evehere: Idem vero Leonis posterorumque aemulationis recordatus, Henricum, qui fratri studebat et Regalia insignia Caesarea, post mortem illius extradere renuebat, deprimere annitebatur. Fridericus Inde, Imperio sibi in Comitiis Moguntinis per exacta juramenta fidelitatis firmato, Ottonem repulit, omnemque ad Rhenum Germaniam sibi subjecit. Ludovico vero D. Bavariae Palatinatum Rheni in Conventu Ratisbonensi ao 1215. in tutelam atque fidem commisit, qui postea Palatinatum vindicare intendit. Avent. Lib. 7. p. 662.

1 quo anno: Heinrich d. J¨ ungere, seit 1212/13 Pfalzgraf am Rhein, starb wohl erst im Jahre 1214. 3 Frehero: Freher, a. a. O., S. 80. 8 ap. eundem: ebd. Zur Kritik der Inschriften vgl. Huffschmid, a. a. O., S. 77–80. 12 diploma: MGH Constitutiones, 2, 1896, S. 263–265. 14 Meib. . . . 20.: ¨ tats¨ achlich H. Meibom d. Alt., Erectionis Ducatus Brunsvicensis Historia, in: H. Meibom d. J., Rerum ¨ Germanicarum Tomi III , T. 3, 1688, S. 201–214, hier S. 206 f. 26 commisit: Zur Ubertragung der rheinischen Pfalzgrafschaft an die Wittelsbacher vgl. Schaab, a. a. O., S. 62 f. 27 Avent.: J. Turmair gen. Aventinus, Annalium Boiorum libri VII , 1554, in der Ausgabe von 1627 S. 406.

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Atque dum ad Palatinos proficiscitur et incautius oppida atque Castra invadit, ab incolis capitur, magna pecunia redimendus. Avent. d. l. Post haec tamen pax rediit, cum Ludovici Ducis Bavariae filio Ottoni, Henrici filia Agnes desponsata, nuptiis Straubingae circa an. 1223. institutis Avent. L. 7. p. 675. Hund. in metrop. h ... Adelzr. p. 1. L. 23. n. 26. Ludovicus ergo per sua merita verus acquestor Palatinatus fuit, atque eundem reapse ante tenuit, quam filius Otto, Agnetem duceret, ut testantur diplomata de annis 1215. 1216. 1221. 1224. apud Hund. im bayrischen Stambuch p. 2. pag. 24. 28. Chron. Crembsm¨ unster L. 2. c. 13. Meibom. L. 2. Rer. Germanicarum p. 377. in subscriptione quibus seipsum laudavit Palatinum, et ab aliis laudatum videmus. dd. Diplomatibus. utut deinde praescindendae inimicitiae modium nuptiae cum Agnete, adderent. Falluntur ergo qui dotis loco Palatinatum ad Bavaros venisse, vel Agnetem ut haeredem patris Trithem. Chron. Idemque in Geneal. Bavar. Andr. Presb. Ratisb. L. 8. Freh. Orig. Pal . p. 1. c. 3. §. 12. 1 f. Atque . . . redimendus: vgl. Turmair, a. a. O. (in der Ausgabe von 1627, S. 406). Es handelt sich dabei wohl um eine Verwechslung mit Ludwigs Gefangenschaft am Niederrhein in Zusammenhang mit dem Thronstreit zwischen Otto IV. und Friedrich II. 5 circa an. 1223.: tats¨ achlich 1225. 6 Avent.: Turmair, a. a. O. (in der Ausgabe von 1627 S. 408). 7 Hund: bei W. Hund, Metropolis Salisburgensis, 1582, nicht gefunden. An der angegebenen Stelle (S. 95 f.) ist eine Urkunde von 1220 abgedruckt. 8 Adelzr.: J. Vervaux (Ferveaux), Boicae gentis annalium partes III , 1662, S. 639. 1710 erschien eine neue Ausgabe unter dem Pseudonym J. Adlzreiter von Tettenweis mit einem Vorwort von Leibniz. 12 Hund.: die Urkunden von 1216, 1222 (korr. aus 1210) bei W. Hund, Bayrisch Stammen Buch. T. 2, 1586; in der Ausgabe von 1636, S. 25 f., S. 28 f. 13 Chron. Crembsm¨ unster: nicht ermittelt. 14 Meibom.: H. Meibom d. J., Rerum Germanicarum Tomi III , T. 2, 1688, S. 377 f. mit der Urkunde von 1216. 19 Trithem. Chron.: J. Trithemius, Chronicon insigne monasterii Hirsaugiensis, 1559, S. 233. 20 Idemque: J. Trithemius, Chronicon successionis Ducum Bavariae et Comitum Palatinorum, in: Ders., Opera historica, P. 1, 1601; 4, S. 100–120, hier S. 110. 21 Andr. Presb.: Andreas presbyter Ratisbonensis, Chronicon de ducibus Bavariae, hrsg. von L. Bauholtz, 1602, S. 67 (ohne Buchz¨ ahlung). 22 Freh.: Freher, a. a. O., S. 21.

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Spen. Syllog. Gen. p. 181. Adelz. p. 1. L. 23. n. 27. Schilt. Inst. Jur. Publ. L. 1. t. 21. p. 224. Palatinas terras marito attulisse. Dubium reddidit Aventinus Freherum, ut idem Orig. Pal. p. 1. c. 12. confitetur. Sed Spenerus agnovit errorem quando. Op. Herald. L. 3. c. 27. §. 9. sic scribit: Henrici filia Agnes, sive Gertrudis Ottoni Wittelsbachio nupsit. Nec tamen ab ea Palatinatus Bavariae illatus est, sed jam ante ao 1215 . pater ipsius Ludovicus de Principatu Investitus. et privilegium de Metallis ao 1219. ab Imperatore Friderico II. obtinuit. Fallunt quoque illi, qui credunt Henricum D. Saxoniae atque Comitem Palatinum Rheni Leonis Filium; anno 1213. obiisse. Decepit hos Freherus Orig. Pal. p. 1. c. 10. haec tradens: Henricus mortuus est ao 1213. et Schonaugiae sepultus, quum constet, Henricum filium Juniorem Palatinum hic cum Henrico Patre confundi, atque hujus cineres Brunswigae ao 1227. reconditas ad S. Blasium esse. Hieron. Hennings in Genealog. Brunsw. p. 118. Nec quenquam turbare, debet 1) quod Episcopus Wormatiensis Castrum Heidelberg cum Burgo et Comitia Stahlb¨ uhl Ludovico Duci Bavariae et Comiti Palatino Rheni, itemque Agneti Uxori et filiis ejus, anno 1225. in feudum dederit. Freh. Or. Pal. p. 1. ubi dipl. recenset. Itemque 2) quod Irmingardis major, marito Badensi Durlach, Pforzheim et Etlingen attulisse dicitur Spen. in Syllog. gen. fam. Bad. p. 617. Schurzfleisch de reb. Bad. §. 3. 1 Spen.: Ph. J. Spener, Sylloge genealogico-historica, 2. Aufl. 1677. 2 Adelz.: J. Vervaux, a. a. O., S. 640. 3 Schilt.: J. Schilter, Institutionum juris publici Romano-Germanici tomi duo, 1696. 5 idem: Freher, a. a. O., S. 97. 9–12 Henrici . . . obtinuit: vgl. Spener, Historia insignium illustrium seu operis heraldici pars specialis, 1690, S. 670. 11 privilegium: Urkunde Friedrichs II. vom 26. November 1219; vgl. Regesta Imperii, V. 1. Die Regesten des Kaiserreiches unter Philipp, Otto IV, Friedrich II, Heinrich (VII), Conrad IV, Heinrich Raspe, Wilhelm und Richard 1198–1272 , bearb. v. J. F. B¨ ohmer, J. Ficker u. E. Winkelmann, Bd 1, 1881–1901, Nr. 1074. 14 Freherus: Freher, a. a. O., S. 80. 18 Hieron. Hennings: Henninges, a. a. O. 19 Episcopus Wormatiensis: Heinrich II. von Saarbr¨ ucken. 22 Freh.: Freher, a. a. O., S. 81. 25 Spen.: Spener, a. a. O. 26 Schurzfleisch: C. S. Schurzfleisch, Dissertatio de rebus Badensibus, hrsg. v. J. B. Majus, 1677, Bl. B 2 vo.

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Etenim ut etiam in feudo foeminae concesso masculi descendentes semper excludunt muliebrem sexum: ita verba investiturae dictae ap. Freher. d. l. expresse; saltem successores illorum, qui per Masculinum sexum descendunt, vocatos esse testantur; imo dum et Ludovici et Agnetis successores distincte vocantur, illius, si quos habuisset praeter Ottonem, posteri succedere potuissent, sicut in confirmatione Capituli solummodo Agnetis haeredes vocantur masculi. Quod autem quaedam bona Badensibus ex Palatinatu obvenere id ex speciali Friderici II. (qui tunc ut dictum Henricum Saxonem, tanquam sibi adversantem, et insigniis Caesareis detentis ad Curiam Moguntinam non comparentem, bonis exuerat) facto, itemque Statuum in publicas tabulas relato consensu venit, Spen. Syll. Gen. fam. Badens. p. 617. et ad exemplum trahi nequit. etc.

216. FRANC ¸ OIS PINSSON AN LEIBNIZ Paris, 27. Juli 1699. [187. 240.]

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¨ Uberlieferung: K Abfertigung: LBr. 728 Bl. 31–32. 1 Bog. 4o. 4 S.

Paris ce 27e Juillet 1699. Je ne doute pas Monsieur que vous ne trouviez fort `a dire `a mon silence depuis le temps que j’ai receu la votre du 3/13 Avril dernier mais quand vous scaurez que je n’ai differ´e, que pour s¸cavoir de Mr Dezallier s’il s’etoit charg´e de vos ouvrages vous cesserez sans doute de vous plaindre de mon silence que j’ai et´e oblig´e de garder jusqu’`a son retour qui n’est que depuis quinze jours. ainsi vous voyez Monsieur que je ne pers point de temps ` a repondre ` a la votre et surtout `a ce qui en fait le capital c’est `a dire

8 ut dictum erg. Kik

13 etc. erg. Kik

3 Freher.: Freher, a. a. O., S. 81. 10 facto: vgl. Regesta Imperii V. 1, Bd 1, 1881–1901, Nr. 2060. 12 Spen.: Spener, a. a. O. Zu N. 216: K antwortet auf einen nicht gefundenen Leibnizbrief vom 3./13. April 1699 und wird beantwortet durch N. 240.

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a` vos ouvrages dont ce libraire qui vient d’Hollande m’a dit qu’il n’avoit trouv´e `a la foire de Francfort aucun Libraire qui fut charg´e de vos livres dont par consequent il n’a peu s’accommoder. ainsi Monsieur pour satisfaire l`a dessus `a ce qu’il semble que vous exigez de moi je vous dirai que sur la proposition que je lui en ai faite il m’a dit que vous n’aviez qu’` a lui en envoyer vingt cinq exemplaires de chacun de vos ouvrages c’est `a dire du codex Diplomaticus et des deux volumes des Accessiones Historicae[.] il les fera afficher et debiter s’il y a moyen. comme vous ne mettrez point d’autres livres dans ces balles de livres vous ne devez point apprehender rien de facheux de la part des officiers de la Douanne ni du magistrat de police d’icy n’y aiant rien de contrebande[,] vous n’aurez qu’` a les addresser au Sieur Dezallier marchand Libraire `a Paris rue Saint Jacques qui vous en tiendra un tres bon compte. nous verrons ensuitte `a vous envoyer les livres que vous desirerez[.] il y a long temps que je vous ai demand´e deux exemplaires du chronicon Alberici qui est monachi trium fontium qui est asseurement en Champagne du Dioceze de Chaalons et non pas de Liege quoique votre exemplaire le porte ainsi mais il se pouroit faire fort bien que Diocesis Leodiensis se rapporteroit `a Albericus mesme qui pouroit etre n´e au dioceze de Liege et ce qui leveroit toute la dificult´e qui paroist etre en le faisant rapporter ` a l’Abbaye qui est constamment du Dioceze de Chaalons et non pas de Liege comme Dom Mabillon[,] Mr Baluze et tous autres gens habiles demeurent d’accord[.] mais c’est trop s’arreter l` a dessus. Il est bon de vous marquer que j’ay fait vos complimens et ` a ce scavant Pere Benedictin qui est tres satisfait de votre ouvrage et de vos honestetez et m’a charg´e de nouveau de vous en remercier aussi bien que Mr l’Abb´e Baluze ` a qui j’en ai temoign´e autant de votre part. vous n’ignorez pas qu’il est le deffenseur de la maison de Bouillon avec ce tres docte Benedictin[.] je vous en ai mesme envoy´e la deffense imprim´ee de sa part. Mr le cardinal de Bouillon vient de lui faire un present considerable digne de lui[,] c’est un Prieur´e proche de Lyon appell´e Talluis qui vaut 4000 de rente dependant de Clugny dont il le vient de gratifier[.] jugez par l` a du plaisir qu’il y a de rendre un service si considerable `a cette Eminence. Au reste ce nouvel Abb´e et tous nos scavans se feront un fort grand plaisir de voir l’impression des Actes du concile de Constance pourveu qu’elle soit sincere et qu’il n’y ait rien qui en puisse empecher icy l’entr´ee[.] Mr Baluze m’a encore assur´e qu’il n’avoit point receu la

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12 je . . . demand´ e: vgl. I, 16 N. 356. 18 Mabillon: vgl. I, 16 N. 357. 24 deffense imprim´ ee: E. Baluze, Letre, 1698; vgl. I, 16 N. 112 u. N. 356. 29 Actes . . . Constance: H. v. d. Hardt, Magnum oecumenicum Constantiense concilium, 1697–1700.

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lettre que vous me mandez avoir pris la peine de lui ecrire pour lui[.] il medite donner dans peu son second volume des conciles. il court mesme icy un bruit depuis peu de jours que Messieurs du clerg´e penseront tout de bon dans leur prochaine assembl´ee de charger quelqu’un d’une nouvelle edition des conciles plus parfaitte que celles qui ont paru jusqu’alors. Comme vos complimens s’etendoient encore `a Mrs L’Abb´e Baudrand, Picques et de Larroque je n’ai pas manqu´e de satisfaire au devoir que vous m’imposiez `a leur egard[.] vous voulez bien aussi Monsieur que je vous marque la reconnoissance qu’ils en ont et l’estime qu’ils font d’etre dans votre souvenir heureux si ces trois personnes jointes ensemble dans votre souvenir y pouvoient ˆetre encore. mais quoique le proverbe dise funiculus triplex difficile rumpitur [,] il n’arrive neantmoins que trop souvent qu’il se rompe et l’experience nous le vient de confirmer trop vivement en la personne de Mr Picques mon ami particulier si connu dans les pays etrangers par les liaisons qu’il y entretenoit avec ceux qui se faisoient distinguer comme vous dans les sciences et dans la connoissance des langues orientales qui nonobstant un temperament assez bien dispos´e est mort icy le 9e may dernier ` a neuf heures du soir ag´e de 62 ans en sept jours de pleuresie. son frere ain´e aussi docteur de la maison de Navarre etoit mort quelques jours auparavant c’est ` a dire le 28e avril precedent ag´e de 64 ans[.] peutetre n’avez vous pas sceu encore cette mort d’un ami qui m’etoit tres cher et dont vous m’aviez [de]mand´e quelques eclaircissemens sur sa famille dans vostre precedente `a l’occasion de Mr Picques son cousin qui avoit et´e resident aupres de la Reyne de Suede apres le depart de Mr Chanut. voila Mr ce que j’ai creu vous devoir marquer `a l’egard d’[un] cher ami deffunt. venons `a Mr l’abb´e Baudrand qui vous remercie fort des avis que je lui ai donnez de votre part de ce qui s’imprime en vos quartiers sur la Geographie dont il vous est tres fort oblig´e et vous remercie aussi bien que Mr De Larroque qui est presentement dans la ville de Saumur o` u son merite distingu´e le fait fort considerer de toutes les personnes de merite et de distinction. ensorte que nous esperons dans peu qu’on poura lui appliquer dans peu cette devise faite pour une personne qui avoit et´e mise `a couvert et en seuret´e clarior e tenebris, en attendant l’accomplissement de cette prophetie[.] il me charge de

1 vous me mandez: vgl. I, 16 N. 356 Erl. 2 second volume: E. Baluze, Nova collectio conciliorum, 1707 (s. C o n c i l i a SV.). 11 funiculus . . . rumpitur : Ecclesiastes 4, 12. 13 Mr Picques: Louis Picques. 17 frere: nicht identifiziert. 21 cousin: Pierre Pi(c)ques; vgl. auch I, 16 N. 151 u. N. 356. 28 f. devise . . . tenebris: vgl. A. Chassant; H. Tausin, Dictionnaire des devises historiques et h´ eraldiques. Suppl´ ement, Paris 1895, Bd 1, S. 74. 28 personne: nicht identifiziert.

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vous temoigner combien il est redevable ` a votre souvenir qui n’a fait qu’augmenter dans sa disgrace. Je souhaitte que Mr Morel ait trouv´e tout le soulagement qu’il pouvoit desirer aux eaux de Boheme qu’il a et´e chercher[.] je vous prie de lui temoigner [que] je n’ai peu voir depuis la votre Mr de Spanheim ainsi je n’ai peu m’informer de lui de ce que vous m’ordonnez mais je ne doute nullement qu’il n’ait repondu `a la votre dont vous me paroissez etre en peine. Pour repondre exactement au contenu de la votre il ne me reste plus en finissant qu’` a vous dire que je viens de remettre entre les mains de Mr Brosseau avec celleci un paquet qu’il vous enverra par la premiere commodit´e qui se presentera dans lequel vous trouverez les lettres de Pline c’est `a dire la description des deux maisons de ce consul par Mr F e l i b i e n q u i c o u t e n t 3 avec deux lettres addressees aux Peres Benedictins au sujet de l’Edition du Saint Augustin qui coutent 20 S. j’ay joint `a cela un paquet que notre ami Mr l’abb´e Nicaise m’a address´e depuis peu pour vous avec un P o e m e l a t i n qui vous est address´e comme membre de l’Academie Royale des Sciences fait p a r Mr T h i b o u s t Imprimeur Libraire et fondeur de lettres pour faire recevoir dans son corps un curieux de cet Art avec une o r d o n n a n c e d u R o y p o u r prendre un s i x i e m e ` a l a c o m e d i e e t `a l ’ o p e r a e n f a v e u r d e s p a u v r e s avec une t h e s e d e t h e o l o g i e nouvellement soutenue icy le 23e du courant chez les chanoines reguliers de Ste Genevieve de cette ville et un catalogue des cartes qu’a fait graver jusqu’` a present et vend le Sieur Chevillard Historiographe de France et Genealogiste du Roy; Sans oublier le catalogue des bibliotheques des deffunts Mr s D u F r e s n o y et de M o n t g r i s o n qui viennent d ’ e t r e v e n d u e s `a laquelle vente Mr de Spanheim et Mrs les Etrangers qui etoient icy ont et´e fort assidus et

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2 disgrace: D. Larroque hatte f¨ unf Jahre im Gef¨ angnis gesessen; vgl. I, 11, S. 525 Erl. 9 paquet: vgl. auch N. 265 von Brosseau. 10 lettres: J. F. Felibien, Les plans et les descriptions de deux maisons, 1699. 11 lettres: Neben der bereits in I, 16 N. 356 erw¨ ahnten Schrift von J. B. Langlois, Lettre de l’abb´ e de ∗ ∗ ∗, 1699, ist vielleicht noch eine der anonymen Schriften L e t t r e d’un abb´ e commendataire aux RR. PP. b´ en´ edectins de la Congregation de Saint-Maur , 1699, oder L e t t r e d’un b´ en´ edictin non r´ eform´ e aux RR. PP. b´ en´ edictins de la congregation de Saint-Maur , 1699, gemeint. 12 Edition: Aurelius Augustinus, Operum tomus primus (–decimus), 1679–1700. 13 paquet: vgl. 14 P o e m e : C.-L. Thiboust, Regiae scientiarum Academiae, N. 265 von Brosseau an Leibniz. 1699. 16 f. o r d o n n a n c e : vom 25. Februar 1699 portant qu’il sera lev´ e au profit de l’Hˆ ospital ” G´ en´ eral un sixi` eme en sus sur le prix des entr´ ees ` a l’Opera et aux Com´ edies‘‘, vgl. Catalogue g´ en´ eral des livres imprim´ es de la Biblioth` eque Nationale. Actes royaux, T. 3, Paris 1946, S. 1011, Nr. 19564. 18 t h e s e : nicht identifiziert. 19 catalogue: nicht ermittelt. 21 catalogue: C a t a l o g u e des Bibliotheques de defunts Mrs D. F. et D. M., [1699].

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en ont beaucoup achept´e. j’y joins aussi une autre affiche d ’ u n c a b i n e t d e Mr B o u c o t qui consiste en une bibliotheque fort nombreuse et plus de 13000 estampes qui se vendra apres la St Martin et dont on fera imprimer le catalogue avant la vente que je pourai vous envoyer quand il paroitra[.] le reste consiste [en] agates[,] tableaux, bronzes[,] Pieres gravees et non gravees de couleurs etc etc hqu’oni vendra mardi prochain 28e du courant. Le papier ne me permet pas de dire davantage neantmoins je ne puis me dispenser de vous dire que j’ai veu aujourd