Lehren aus dem Amoklauf - Ärztlicher Kreis- und Bezirksverband

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13. Mai 2017 | Ausgabe 10 Lehren aus dem Amoklauf Wie sich Münchens Kliniken für Ausnahmesituationen rüsten Spätestens seit den Terroranschlägen von ...

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13. Mai 2017 | Ausgabe 10

Lehren aus dem Amoklauf Wie sich Münchens Kliniken für Ausnahmesituationen rüsten Spätestens seit den Terroranschlägen von Paris, Brüssel und Berlin und dem Amoklauf von München müssen sich auch Kliniken Gedanken machen, wie sie mit solchen Ausnahmesituationen umgehen wollen. Neun Monate nach dem Amoklauf sprachen die MÄA mit Dr. Stephan Prückner, Mitglied des Arbeitsgemeinschaft Katastrophenschutz der Münchner Krankenhäuser und geschäftsführender Direktor des Instituts für Notfallmedizin und Medizinmanagement am Klinikum der Universität München. Herr Prückner, wie gut sind die Krankenhäuser Münchens derzeit auf einen größeren Notfalleinsatz oder eine Katastrophe vorbereitet? Ich denke, wir sind insgesamt gut gerüstet, weil wir uns bereits für die FußballWM von 2006 gut auf einen möglichen Massenanfall von Verletzten vorbereitet haben. Schon damals haben sich viele von uns über mögliche Einsatzpläne Gedanken gemacht. Aber natürlich müssen diese Pläne fortgeschrieben werden, und natürlich haben sich in den letzten mehr als zehn Jahren manche Dinge auch verändert. Unter anderem ist das Personal in den Kliniken heute deutlich knapper. Vor allem außerhalb der Regelarbeitszeit kann es damit ganz schön eng werden. Der Amoklauf in München passierte am 22. Juli 2016, an einem Freitagabend. Wie einfach war es, das Personal zu diesem Zeitpunkt in die Kliniken zu rufen? Ich selbst war an diesem Abend innerhalb von 15 Minuten als Einsatzleiter am Klinikum in Großhadern, und wir haben die Abläufe an diesem Abend auch entsprechend ausgewertet. Da es erst kurz vor 18 Uhr war, als der Notruf bei uns eintraf, standen uns erstaunlich viele Kolleginnen und Kollegen zur Verfügung – insgesamt über 500 zusätzliche Personen. Anhand unserer Statistik sehen wir, dass sich innerhalb von 30 bis 40 Minuten fast 80 Prozent aller Kolleginnen und Kollegen, die wir über unser internes Alarmierungssystem angesprochen haben, im Klinikum einfanden. Vom Klinikum rechts der Isar und anderen Kliniken weiß ich, dass sie ebenfalls sehr schnell ihre Personalkapazitäten hochfahren konnten, sodass wir alle schließlich weit über das Erforderliche hinaus mit Personal versorgt waren. Sind Sie also zufrieden damit, wie alles an diesem Abend verlief?

Nicht ganz. Durch den Ausfall des öffentlichen Nahverkehrs und die unklare Lage bis nach Mitternacht hatten wir beispielsweise Probleme, unser Personal wieder nach Hause zu bekommen. Weil wir lange keine Freigabe von der Polizei bekamen und einige unserer Mitarbeiter am nächsten Morgen um sechs Uhr wieder zum regulären Dienst antreten mussten, haben wir ihnen Übernachtungsmöglichkeiten im Klinikum angeboten. Rein medizinisch war der Vorfall für uns keine so starke Belastung, denn der Anfall von Verletzten war am Ende sogar geringer als an anderen, gewöhnlichen Freitagabenden. Wäre der medizinische Einsatz aus Ihrer Sicht zu einem anderen Zeitpunkt ähnlich gut verlaufen? Mitten in der Nacht oder später am Wochenende hätte es sicher etwas länger gedauert, bis sich alle eingefunden hätten. Aber unsere Probealarmierungen zeigen, dass wir auf unsere Mitarbeiter zählen können, wenn sie über unser Alarmierungssystem auf ihren Telefonen angerufen werden. Auch zu „schlechteren“ Zeiten hatten wir bislang eine gute „Rücklaufquote“. Wie ist der genaue Ablauf bei einer Ausnahmesituation wie einem Amoklauf oder einem Terroranschlag? Die Rettungsleitstelle ruft in solchen Fällen in den Kliniken an und gibt durch, welche PVM-Stufe wir haben. PVM steht für Patienten-Verteilungs-Matrix. Je nach Stufe können wir anhand einer Liste in den Kliniken nachvollziehen, wie viele Schwerverletzte ungefähr erwartet werden. In diesem Plan wurde für die Münchner Kliniken festgelegt, wie viele Patienten jede Klinik sofort zu jeder Tages- und Nachtzeit aufnehmen kann. Zusätzlich muss jede Klinik für sich überlegen, ob sie in einer konkreten Ausnahmesituation –

Dr. Stephan Prückner (Foto: INM, Klinikum der Universität München)

nach der ersten Meldung der Lage durch die Leitstelle – über ein Alarmsystem viel Personal rekrutiert oder ob sie ein paar Mitarbeiter auf dem kleinen Dienstweg hinzuzieht. Bei uns kann man z. B. über ein webbasiertes System Alarmgruppen anklicken, die dann mit einem automatischen Text angerufen werden. Derzeit haben die meisten Kliniken allerdings nur eine „Ganz-oder-Gar-nicht-Option“. Dabei wäre es wichtig, größere Abstufungen vorzunehmen. Denn wir haben gesehen, dass es in manchen Fällen womöglich besser ist, nicht alle Mitarbeiter auf einen Schlag zu alarmieren, sondern eher blockweise vorzugehen – auch aus Gründen des Mitarbeiterschutzes. Der Amoklauf hat uns gelehrt, dass nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig auf der Straße unterwegs sein sollten. Und falls eine Ausnahmesituation länger dauern sollte, braucht es Kräfte, die die erste Schicht ablösen können. Wie könnten die verschiedenen Abstufungen aussehen, und was wäre dabei wichtig? Denken Sie an ein Szenario wie am 13. November 2015 in Paris, als im Konzerthaus Bataclan über viele Stunden hinweg scharf geschossen wurde, während an anderen Stellen der Stadt Bomben explodierten. Eine solche Situation ist sehr

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Münchner Ärztliche Anzeigen komplex. Viele Krankenhausmitarbeiter konnten damals nicht an ihre eigentlichen Arbeitsstellen gelangen. Da in Paris aber fast alle Kliniken in staatlicher Hand sind und verwaltungstechnisch zentral geleitet werden, konnten die Mitarbeiter damals auch in andere Kliniken fahren und dort helfen. Bei uns wäre das bei den verschiedenen Trägern der Kliniken – Universitäten, Stadt, Kirchen oder Wohlfahrtsverbände – derzeit natürlich schwierig. Doch auch bei uns sollte das bei einer größeren Katastrophe möglich sein. Für die Zukunft wollen wir in unserer Arbeitsgruppe über Schritte nachdenken, mit denen wir das bewerkstelligen könnten. Sind alle Kliniken Münchens im Netzwerk vertreten? Die größeren Kliniken sind alle dabei. Das Netzwerk bildete sich damals aus dem Runden Tisch Notfallversorgung, der aufgrund der allgemeinen Überlastung in den Notfallambulanzen gegründet wurde. Daran waren und sind 14 Münchner Kliniken beteiligt, die etwa 90 Prozent der Notfallversorgung in München abdecken. Spezifische Fachkliniken wie Herzzentren sind nicht dabei, da sie in akuten Situationen wie einem Amoklauf oder Terroranschlag selten sofort beteiligt sind. Gibt es Kontakte zu Kliniken außerhalb Münchens? Wir tauschen uns mit den Kliniken rund um München gut aus, etwa mit den Kliniken in Rosenheim und Murnau. Und ich war neulich zum Bericht über den Münchner Amoklauf beim Arbeitskreis der kli-

nischen Katastrophenschutzbeauftragten in Nürnberg eingeladen. Außerdem gibt es in Bayern die Trauma-Netzwerke, mit denen wir immer wieder Kontakt haben. Die Themen dieser Netzwerke und unsere überlappen sich, und wir haben bereits intensiv darüber gesprochen, wo wir noch Defizite sehen und was man noch verbessern könnte. Auch aus Berlin haben wir Informationen aus erster Hand, und bei Kongressen wurden die Situationen in Paris oder Brüssel besprochen. Wie lief die Zusammenarbeit mit anderen Münchner Institutionen beim Münchner Amoklauf? Die Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst funktionierte reibungslos, wie im Alltag auch. Ein Problem war aber, dass wir vom Gefahrenabwehr-Lagezentrum (GAL), das sich um die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr kümmert, über Stunden hinweg keine aktuellen Informationen bekamen. Von 18 Uhr bis ein Uhr morgens wussten wir nur, was wir aus den Medien oder sozialen Netzwerken erfuhren oder uns selbst zusammenreimen konnten. Wir brauchen in solchen Fällen zwar keine Details von den Einsätzen, aber es wäre wichtig, eine Größenordnung zu haben: Liegen irgendwo noch 500 Verletzte, oder ist seit Stunden nichts mehr passiert? Mit Aussagen darüber hätten wir unsere Personalplanung besser steuern können. Als Ende der Versorgungskette für Verletzte, auch für verletzte Beamte, müssen wir solche Informationen einfordern. Ich weiß, dass die Polizei ihren Einsatz damals

aufarbeitet und versucht, Lehren daraus zu ziehen. War dies das einzige Problem während des Einsatzes? Nein. Für uns Kliniken war auch die Sicherheitslage in unseren Häusern ein großes Fragezeichen. Wir hörten von über 60 Polizeieinsätzen in der Stadt und bekamen Meldungen, dass am Stachus und am Sendlinger Tor geschossen werde. Auch wenn dies nicht stimmte und es sich nur um Panikreaktionen der Bevölkerung handelte: Wir konnten sehen, dass auf der Lindwurmstraße vor dem Hauner’schen Klinikum bewaffnete Menschen unterwegs waren und wussten nicht, dass es Polizisten waren. Auch Angehörige der Patienten in der Kinderklinik haben dies beobachtet und sich an die Polizei gewandt – woraufhin ein Sondereinsatzkommando, auch in der Kinderklinik, die Lage klären musste. Eltern versuchten, sich mit den Kindern zu verstecken, was traumatisierend für alle Beteiligten war. Das Personal des Klinikums in der Nussbaumstraße hat sich teilweise in die Kellerräumen des Klinikums zurückgezogen. Im Nachhinein haben wir bei der Polizei nachgefragt, ob es künftig für die Notaufnahme in irgendeiner Form Polizeischutz geben könne. Das wurde leider verneint. Wir müssen uns also für die Zukunft Konzepte überlegen, wie wir unser Personal durch Absperrmaßnahmen oder Zugangskontrollen selbst schützen können. Wie könnte ein Schutz der Kliniken aussehen? In Ländern, in denen solche Bedrohungsszenarien häufiger vorkommen, werden die Kliniken abgeriegelt und die Rettungswagen kontrolliert, damit sich da­ rin niemand mit Waffen oder Sprengstoff verstecken kann. Zudem gibt es vor den Kliniken Scharfschützen. Unsere Klinikleitungen sagen, dass sie dafür keine Mittel haben. Eine Klinik muss aus meiner Sicht aber genauso als kritische Infrastruktur betrachtet werden wie jedes Kraftwerk. Jedes Kraftwerk ist gesichert, aber unsere Kliniken kann jeder einfach so betreten. Haben Sie Kontakte zu Ländern, in denen es Sicherheitssysteme für Kliniken gibt?

Einsatzleitung am Klinikum der Universität München am Abend des Amoklaufs (Foto: Dr. M. Lazarovici, INM)

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Ja, wir haben Kontakte nach Israel und Frankreich, wo diese Vorgehensweisen, wie in den USA, derzeit umgesetzt werden. In Deutschland sind wir davon noch weit entfernt. Wir als Ärztinnen und Ärzte und

13. Mai 2017 | Ausgabe 10 pflegerisches Personal sehen uns nicht in der Lage, die Kliniken mit Waffen oder Absperrungen zu schützen. Wir werden aber künftig versuchen, den Zu- und Abstrom zu den Kliniken, so gut es geht, über die Zufahrten und Türen zu regulieren, indem unsere Haustechniker zum Beispiel manche Eingänge schließen und indem wir die Anfahrt in die Notaufnahme nur noch für Rettungswagen ermöglichen, damit wir eine bessere Übersicht bekommen. Haben Sie als Kliniken und als Arbeitskreis noch etwas aus dem Amoklauf gelernt? Ja, zunächst wollten wir uns im Arbeitskreis nur unter uns Krankenhausbeauftragten für Katastrophenschutz austauschen. Wir haben aber gemerkt, dass es so viele Schnittstellenthemen zu Feuerwehr, der Leitstelle und der Polizei gibt, dass wir nun auch Vertreter dieser Institutionen zu vielen unserer Treffen einladen. Unsere Einladungen werden auch angenommen. Es waren schon mehrfach Vertreter von Polizei und Feuerwehr bei den Treffen anwesend, und sie haben uns wertvolle Hinweise gegeben. Wie sind Sie hinsichtlich der Versorgung von Schuss- oder Stichverletzungen nach dem Amoklauf auf künftige Ereignisse dieser Art vorbereitet? Medizintechnisch haben wir uns für sogenannte „penetrierende Traumata“, also Schuss- und Stichverletzungen sowie Verletzungen durch Explosionen, neu ausgerüstet: Sowohl im Rettungsdienst als auch in den Kliniken wurden sogenannte „Tourniquets“ zum Abbinden von Wunden, Beckenschlingen und spezielle blutstillende Verbände angeschafft. Schwieriger und

langwieriger ist es, die operativen Strategien für diese ungewohnten Verletzungsmuster anzupassen. Unsere chirurgischen Kollegen spezialisieren sich ja stark – in Bauch-, Thorax-, Neurochirurgie etc. Und wenn dann an einem Abend oder Wochenende nur ein oder zwei spezialisierte Kollegen Dienst haben, ist es für sie schwierig, komplexe Verletzungsmuster zu versorgen. Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) unterstützen ihre Mitglieder derzeit, indem sie neue Versorgungskonzepte entwickeln und einen Austausch mit Militärärzten organisieren, die damit Erfahrung haben. Chirurgen und auch wir werden derzeit u. a. in „damage control surgery“ und „damage control resuscitation“ geschult. Das bedeutet, dass wir zunächst nur die Blutung stillen und die Patienten stabilisieren, damit niemand verblutet, und erst in einem zweiten Schritt die Definitivversorgung sicherstellen. Gibt es sonst noch Änderungen, die sich aus dem Amoklauf ergeben haben? Wir werden künftig versuchen, uns selbst die nötigen Informationen zu beschaffen. Bei der Feuerwehr und der Leitstelle soll es einen Kontaktmann als Ansprechpartner für uns Kliniken geben. Wir werden uns auch mit der Polizei regelmäßig austauschen, wissen aber, dass wir für unsere Sicherheit selbst sorgen müssen. Wir müssen unsere Versorgungsstrategien an die Verletzungsmuster anpassen. Außerdem müssen wir uns verstärkt Gedanken über unseren Nachschub an Materialvorräten machen. Derzeit werden wir ja von Logistikzentren kurzfristig, „on demand“, mit Material versorgt. Wenn das wegen der

HIER ENTSTEHT ZUKUNFT MIT VIEL FREIRAUM FÜR ÄRZTE

Sicherheitslage, einem Stromausfall oder ähnlichem zwei oder drei Tage lang nicht geht, wird das Material knapp. Vorratshaltung kostet aber natürlich auch Geld, und wir haben gelernt, dass wir die Kosten für die Vorbereitung solcher Szenarien, für Alarmierungspläne etc. nirgends geltend machen können. Daher gibt es noch offene Fragen zur Finanzierung. In den DRGs bilden sich solche Vorbereitungen nicht ab. Wurde die Traumatisierung für Ärztinnen und Ärzte nach dem Amoklauf noch aufgearbeitet? Beim Einsatzkonzept unserer Klinik wird vom Alarmsystem eine psychosoziale Notfallversorgung sowohl für Mitarbeiter als auch für Angehörige von Patienten mit angefordert. Am Abend des Amoklaufs wurde sie auch genutzt. Von der Situation mit dem Sondereinsatzkommando in der Kinderklinik haben wir erst Tage später erfahren. Unsere Seelsorger, die Erfahrung mit Krisenintervention haben, haben später einige Mitarbeiter nachbetreut. Was würden Sie sich wünschen, wenn Sie drei Wünsche frei hätten? Ich würde mir wünschen, dass die Vorbereitungen, vor allem Übungen, finanziert werden, denn es ist immer schwierig, komplexe Vorbereitungen vom Schreibtisch aus zu treffen. Außerdem würde ich mir wünschen, dass die Kommunikation unter den Beteiligten noch besser wird, damit wir alle gemeinsam ein Konzept entwickeln können, wie ein solcher Einsatz ablaufen könnte. Und ich würde mir für solche Situationen mehr Sicherheit für unsere Mitarbeiter wünschen. Das Gespräch führte Stephanie Hügler

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