Leitfaden für Deutsche und Chinesische Aussteller zum - IFA Berlin

Leitfaden für Deutsche und Chinesische Aussteller zum - IFA Berlin

Leitfaden für Deutsche und Chinesische Aussteller zum Schutz geistigen Eigentums auf Messen 展会知识产权保护 中德参展商指南 Gliederung I. Einführung ...

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Leitfaden für Deutsche und Chinesische Aussteller zum Schutz geistigen Eigentums auf Messen 展会知识产权保护 中德参展商指南

Gliederung I.

Einführung ...............................................................................................................................................................................................................

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II. IP-Schutzstrategien ...........................................................................................................................................................................................

5

1. Feststellung des Status der Schutzrechte am Ausstellungsprodukt .....................................................................

5

2. Kategorien der IP-Schutzrechte ......................................................................................................................................................

5

2.1 Technische Schutzrechte ............................................................................................................................................................

5

2.2 Markenschutz ....................................................................................................................................................................................

6

2.3 Geistige Schutzrechte ..................................................................................................................................................................

6

3. Dokumentation der IP-Schutzrechte am Ausstellungsprodukt ...................................................................................

7

4. Kenntnis vom IP-Schutzrechtssystem am Messestandort .............................................................................................

8

III. Check-Liste IP-Strategie vor der Messe ............................................................................................................................................. 10 1. Check-Liste für die präventive IP-Strategie .......................................................................................................................... 10 2. Check-Liste für eine pro-aktive IP-Strategie ........................................................................................................................ 10 IV. Maßnahmenkatalog bei IP-Konflikten auf der Messe ................................................................................................................. 11 V. Wichtige Informations-Kontakte ............................................................................................................................................................... 12 1. Deutschland ................................................................................................................................................................................................. 12 2. China ................................................................................................................................................................................................................ 12

指南结构 I.

引言 ............................................................................................................................................................................................................................ 13

II. 知识产权保护策略 .......................................................................................................................................................................................... 14 1. 确认展品受保护权利的情况 ........................................................................................................................................................ 14 2. 受保护权利列表 ..................................................................................................................................................................................... 14 2.1 技术性权利 ...................................................................................................................................................................................... 14 2.2 商标权 ................................................................................................................................................................................................. 15 2.3 其他知识产权 ................................................................................................................................................................................. 15 3. 展品受保护的知识产权证明文件 ............................................................................................................................................. 15 4. 了解展会举办地的知识产权保护制度 .................................................................................................................................. 16 III. 展会开始前的知识产权策略清单 ........................................................................................................................................................ 18 1. 预防性知识产权策略清单 ............................................................................................................................................................... 18 2. 进攻性知识产权策略清单 .............................................................................................................................................................. 18 IV. 针对展会知识产权纠纷的措施列表 .................................................................................................................................................. 19 V. 重要联络方式 ..................................................................................................................................................................................................... 20 1. 德国 .................................................................................................................................................................................................................. 20 2. 中国 .................................................................................................................................................................................................................. 20

Vorwort Dieser Leitfaden soll deutschen und chinesischen Unternehmern zur Einführung in Fragestellungen zum Schutz von Rechten des geistigen Eigentums (Intellectual Property Rights, im Folgenden: IP) auf Messen in Deutschland und China dienen. Die in diesem Leitfaden enthaltenen Informationen stellen keine Rechtsberatung dar und ersetzen keine auf den Einzelfall bezogene fachliche und rechtliche Prüfung. Der Leitfaden beruht auf allgemein zugänglichen Informationen, die aus dem Blickwinkel eines IP-Experten aufgearbeitet wurden. Da sich der Rechtsbereich des IP in einem ständigen Wandel befindet, die Gesetze einer ständigen Novellierung unterliegen und an den einzelnen Messestandorten abweichende Regelungen gelten, sollten die jeweiligen IP-Experten in dem spezifischen Fach- und Rechtsbereich im Einzelfall konkret um Rat ersucht werden. Eine Verbreitung des Inhalts dieses Leitfadens ist unter Verwendung eines ordnungsgemäßen Urheberrechtsvermerks erwünscht.

前言 本指南旨在向中德企业家介绍在中德两国举办展会期间的知识产权保护问题的基本情况。 本指南中的信息并非法律咨询,亦不能代替针对个案进行的相关专业和法律审查。 本指南是由知识产权保护专家对公开信息进行整理、撰写而成。由于知识产权保护的法律领域不断发 展变化,相关法律不断进行修订,各展会举办地又适用不同的规则,因此,应当根据个案涉及的专业 与法律领域,咨询相关的知识产权专家。 如按照规定注明著作权,欢迎对本指南中的信息予以推广。

I. Einführung Messen haben eine überragende Bedeutung, insbesondere um einen Zutritt auf einen internationalen Markt zu erlangen. Sie bringen die Anbieter einer Branche zusammen, so dass auf ihnen sowohl der gegenwärtige Entwicklungsstand als auch die zukünftigen Versionen wie unter einem Brennglas detailliert studiert werden können. Aussteller können auf der Messe nicht nur ihre Produkte vermarkten, sondern zudem eine Wettbewerbs- und Marktanalyse der Branche vornehmen, eigene und Wettbewerbsprodukte vergleichen sowie Ideen und Anregungen aufnehmen. Zugleich sind Messen die Orte, an denen am häufigsten Nachahmungen auffallen und daraus Konflikte zwischen Rechtsinhabern resultieren. Das Risiko zum Zielobjekt von Schutzrechtsverletzungen zu werden, geht damit einher, da hier erstmalig Details eines Produktes offen gelegt werden. Konsequenterweise sollte die Vorbereitung auf eine Messe, als einem globalisierten Marktplatz, nicht nur die Erstellung einer Produkt- und Vermarktungsstrategie, sondern auch die Erarbeitung einer IP-Schutzstrategie umfassen.

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II. IP-Schutzstrategien 1. Feststellung des Status der Schutzrechte am Ausstellungsprodukt Der effektive Schutz des geistigen Eigentums an eigenen Ausstellungsprodukten ist der Grundstein jeder IP-Strategie. Deutsche sowie chinesische Aussteller gehen dabei von den gleichen rechtlichen Rahmenbedingungen aus, da sowohl Deutschland als auch China Mitglied der Weltorganisation für Geistiges Eigentum (WIPO) sowie der WTO sind und das TRIPS-Abkommen ratifiziert haben. Damit ist die Grundlage dafür gelegt, dass deutsche und chinesische Aussteller prinzipiell in beiden Ländern in identischen Schutzkategorien denken und handeln können. Daraus resultieren die folgenden rechtlichen Fragestellungen zum Ausstellungsprodukt: •

Bestehen an dem Ausstellungsprodukt eigene Schutzrechte?



Bestehen an dem Ausstellungsprodukt Schutzrechte Dritter?



Sind die Schutzrechte Dritter ordnungsgemäß lizenziert?



Sind die eigenen Schutzrechte ordnungsgemäß registriert und zeitlich gültig?



Sind die eigenen oder lizenzierten Schutzrechte auf das Land der Messe wirksam erstreckt?



Bestehen an dem Ausstellungsprodukt nicht registrierbare Schutzrechte?



Sind die nicht registrierten oder nicht registrierbaren Schutzrechte ordnungsgemäß dokumentiert?

Die Fragestellungen sind nicht abschließend und sollten im Vorfeld einer Messe mit einem fachkundigen IP-Berater gemeinschaftlich geklärt werden.

2. Kategorien der IP-Schutzrechte In Abhängigkeit von der Art eines IP-Schutzrechtes bestehen unterschiedliche Voraussetzungen zur Erlangung eines effektiven Schutzes am Ort der Messe.

2.1. Technische Schutzrechte Unter technischen Schutzrechten werden Patente, Gebrauchsmuster sowie auch der Designschutz (Geschmacksmuster) gefasst. Alle drei Schutzrechte sind sowohl in Deutschland als auch in China registrierbar. Grundsätzlich entfalten registrierte Schutzrechte nur Schutz im Land ihrer Registrierung - Grundsatz der Territorialität der Schutzrechte -. Damit die Schutzrechte im Land der Messe Geltung beanspruchen, müssen sie rechtzeitig innerhalb des Prioritätszeitraums - über das Land der Anmeldung hinaus auf das Drittland erstreckt werden. Dies wird im Bereich der Patente durch das PCT-Abkommen wesentlich erleichtert, das sowohl in Deutschland als auch in China Gültigkeit beansprucht. Für Patente kann Rechtsschutz durch Registrierung eines einheitlichen Europäischen Patents erlangt werden. Für ein Design besteht ein Schutz bereits ohne Registrierung mit dem Zeitpunkt der Veröffentlichung/Ausstellung, jedoch begrenzt auf drei Jahre; deshalb ist die Registrierung eines europäischen Designrechts angeraten.

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Die Aussteller am Messestandort in China haben zu beachten, dass ohne eine Registrierung der Schutzrechte in China - bzw. ihre Erstreckung auf China - eine rechtliche Durchsetzung nicht möglich ist. In China besteht für die rechtliche Durchsetzung als Alternative zum gerichtlichen Verfahren die Möglichkeit der Durchführung eines Verwaltungsverfahrens; zuständig für die Durchsetzung der im chinesischen Patentgesetz geregelten Schutzrechte Patent, Gebrauchsmuster und Design sind das staatliche Amt zum Schutz des geistigen Eigentums (SIPO) sowie seine lokalen Behörden.

2.2. Markenschutz Marken gehören ebenfalls zu den registrierbaren Schutzrechten. Sowohl deutsche als auch chinesische Aussteller können durch die Registrierung ihrer Marken ein Schutzrecht erwerben, das auf das jeweilige Land der Messe zu erstrecken ist. Eine internationale Registrierung ist sowohl in Deutschland als auch China über das Madrider System für Internationale Markenregistrierung der WIPO möglich. Die Aussteller am Messestandort Deutschland können sich auch auf den regionalen europäischen Schutz aufgrund einer Europäischen Marke berufen. Die Aussteller am Messestandort in China haben zu beachten, dass in China ein Markenschutz - im Gegensatz zu Deutschland - nicht bereits durch die Benutzung einer Marke entsteht, sondern grundsätzlich erst die Eintragung einer Marke ihren Schutz begründet. Ausnahmen gelten nur für die sogenannten „berühmten“ Marken, was aber auf die wenigsten Marken tatsächlich zutrifft. Daneben besteht sowohl in Deutschland als auch in China ein Schutz von Unternehmenskennzeichen ohne Registrierung, der durch dessen Gebrauch entsteht. In beiden Staaten wird ein Unternehmenskennzeichen durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb geschützt, wenn es wettbewerbswidrig - u.a. durch Nachahmung der Aufmachung einer bekannten Ware - verwendet wird. Grundsätzlich gilt für deutsche und chinesische Aussteller gleichermaßen, dass ein Unternehmenskennzeichen am Besten durch eine registrierte Marke geschützt ist. Während in Deutschland der Rechtsschutz einer Marke gerichtlich durchzusetzen ist, besteht in China für die rechtliche Durchsetzung als Alternative zum gerichtlichen Verfahren die Möglichkeit der Durchführung eines Verwaltungsverfahrens; zuständig für die Durchsetzung ist das chinesische Markenamt (CTMO) und ergänzend für Markenverletzungen, die vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb erfasst werden, die staatliche Behörde für Industrie und Handel (SAIC) sowie ihre lokalen Büros (TMO/AIC).

2.3. Geistige Schutzrechte In den Bereich der Geistigen Schutzrechte fallen die Urheberrechte und die sogenannten Nebenrechte, mit dem weiten Schutzbereich für Literatur, Musik, Kunst, Fotographie, Film etc. Hierbei handelt es sich grundsätzlich um Rechte, deren Schutz sich auch ohne Registrierung entfaltet.

Für Aussteller am Messestandort in China bestehen die Besonderheiten, dass eine freiwillige Registrierung eines Urheberrechts möglich ist - die Registrierung dient lediglich Beweiszwecken, ohne den Schutz zu begründen - und Software durch das Urheberrecht in Verbindung mit einer Verordnung über den Schutz von Computersoftware geschützt ist. Grundsätzlich können auch Know-How und Betriebsgeheimnisse geschützt sein. Dies betrifft insbesondere den Be-

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reich von Forschung und Entwicklung sowie Fachwissen, welches durch jede Veröffentlichung Dritten offengelegt werden kann. Ein faktischer sowie rechtlicher Schutz kann für diesen Bereich nur durch eine dokumentarische und technische Geheimhaltung sowie - im Falle der Offenbarung gegenüber Dritten - durch eine pönalisierte und vollstreckbare Geheimhaltungsvereinbarung bewirkt werden. Know-How-Schutz und Betriebsgeheimnisse sind sowohl in Deutschland als auch in China durch das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb geschützt. Während in Deutschland der Rechtsschutz gerichtlich durchzusetzen ist, besteht in China für die rechtliche Durchsetzung als Alternative zum gerichtlichen Verfahren die Möglichkeit der Durchführung eines Verwaltungsverfahrens; zuständig für die Durchsetzung eines Urheberrechts ist das Nationale Amt zur Urheberrechtsverwaltung (NCAC) und, soweit Rechtsverletzungen vom Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb erfasst werden, die staatliche Industrie-und Handelskammer (SAIC) sowie ihre lokalen Büros (NCA/AIC).

3. Dokumentation der IP-Schutzrechte am Ausstellungsprodukt Die Klärung von Schutzrechtskonflikten ist in dem kurzen Zeitraum einer Messe oftmals nicht möglich, wenn die IP-Schutzrechte an den Ausstellungsprodukten nicht detailliert dokumentiert sind. Deshalb sind zum einen die eigenen IP-Schutzrechte am Ausstellungsprodukt festzuhalten, zum anderen muss ggf. der Nachweis der berechtigten Nutzung der Schutzrechte Dritter, die am selben Ausstellungsprodukt bestehen, ordnungsgemäß geführt werden. Eine ordnungsgemäße IP-Schutzrechtsdokumentation sollte prinzipiell die folgenden Unterlagen umfassen: •

Registrierungsdokument des Schutzrechts;



Nachweis des Fortbestands der Gültigkeit des Schutzrechtes;



Nachweis der Inhaberschaft am Schutzrecht.

Derartige Dokumente sollten im Original oder in einer notariell beglaubigten Abschrift - in China zusätzlich legalisiert - dem Aussteller auf der Messe zur Verfügung stehen; ggf. sind auch Übersetzungen dieser Dokumente mitzuführen. Soweit die IP-Schutzrechte in über das Internet zugänglichen Registern abgebildet und diese am Messestandort zugänglich sind, kann eine aufwendige notarielle Beglaubigung/Legalisierung der Dokumente - jedoch nur in Deutschland - unterbleiben, die den Bestand und den Status des IP-Schutzrechts dokumentieren. Daneben ist von überragender Bedeutung der Berechtigungsnachweis darüber, dass der Aussteller bzw. das Unternehmen des Ausstellers Inhaber des IP-Schutzrechtes ist und/oder über das IP-Schutzrecht eines Dritten ordnungsgemäß verfügen darf. Diese Dokumente sollten auf jeden Fall im Original oder in einer notariell beglaubigten Abschrift - in China zusätzlich legalisiert - zur Messe mitgenommen werden. Im Falle nicht registrierter IP-Schutzrechte können aussagekräftige Dokumente zum Rechtsinhaber sowie zum Zeitpunkt der erstmaligen Veröffentlichung - u. a. datierte Kataloge mit Nennung des Rechtsinhabers - zur Glaubhaftmachung des IP-Schutzrechts nützlich sein. Aussagekräftige Dokumente können zur Abwehr eines Verletzungsvorwurfs sowie auch für die Fälle der Nachahmung eines eigenen Ausstellungsproduktes mit wettbewerbsrechtlicher Eigenart, aufgrund dessen ein Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb vorliegen kann, als prima facie Beweis dienen. Soweit der Aussteller am Ort der Messe seine IP-Schutzrechte rechtlich geltend machen will, ist es daneben zweck-

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mäßig, auch eine notariell beglaubigte Vollmacht zur Ausübung der Rechte aus dem IP-Schutzrecht präventiv verfügbar zu haben.

4. Kenntnis vom IP-Schutzrechtssystem am Messestandort Deutsche und chinesische Aussteller sollten sich grundsätzlich mit den am Messestandort bestehenden rechtlichen Maßnahmen zum IP-Schutz vertraut machen. Dies gilt unabhängig davon, ob der Aussteller eine präventive oder eine pro-aktive IP-Strategie am Messestandort verfolgt. Denn Grundlage des wirtschaftlichen Erfolges des Ausstellers während der Messe sind die störungsfreie Präsentation seiner Produkte und ein reibungsloser Messeauftritt. Aussteller in Deutschland und in China können grundsätzlich mit den gleichen Maßnahmen konfrontiert werden, z. B. Aufforderung zur Unterlassung von Verletzungshandlungen, Beschlagnahme und/oder Vernichtung von Ausstellungsprodukten, Verhängung von Geldstrafen, Ausschluss von der Messe. In China besteht die Besonderheit, dass Messen mit einer Laufzeit von mehr als drei Tagen ein Beschwerdecenter für Aussteller einrichten, das von Beamten der lokalen Behörde zum Schutz des Geistigen Eigentums geleitet wird. Diese Beamten können Maßnahmen ergreifen, um Verletzungshandlungen zu unterbinden und Beweise zu sichern. Sollte sich auf der Messe kein derartiges Beschwerdecenter befinden, so kann unmittelbar die jeweilige zuständige Behörde zum IP-Schutzrecht tätig werden. Der Vorteil eines derartigen IP-Verwaltungsverfahrens im Vergleich zu einem Gerichtsverfahren besteht in der Möglichkeit einer zeitnahen und gleichzeitig kostengünstigeren Entscheidung. Die Durchführung eines gerichtlichen Verfahrens im Anschluss bleibt daneben möglich. Am Messestandort Deutschland bestehen keine mit den Beschwerdecentern vergleichbaren Einrichtungen. Die Messestandorte bieten in der Regel einen unentgeltlichen Informationsservice sowie die Benennung eines fachkundigen Rechtsanwalts an. Aufgrund einer Initiative der EU-Kommission und des Chinesischen Handelsministeriums sowie mit aktiver Unterstützung durch die Deutsche Messe AG werden oftmals Schlichtungsstellen an deutschen Messestandorten zur Wahrung der Interessen von u. a. deutschen und chinesischen Ausstellern eingerichtet. Die Schlichtungsstelle kann kostenlos in Anspruch genommen werden. Sie verfügt jedoch im Gegensatz zu den chinesischen Beschwerdecentern über keinerlei Befugnisse zur Maßnahmenergreifung. Am Messestandort Deutschland erfolgt der IP-Schutz über das gerichtliche System, d. h. durch zivil- und/oder strafrechtliche Verfahren. Dem zivilrechtlichen Verfahren kann zunächst eine Abmahnung einer Rechtsverletzung, verbunden mit einem Verpflichtungs- und Unterlassungsbegehren vorausgehen. Wird die begehrte Verpflichtungs- und Unterlassungserklärung nicht abgegeben, kann bei dem zuständigen Zivilgericht eine einstweilige Verfügung auf Unterlassung der Verletzungshandlung, ggf. unter Anordnung der Beschlagnahme des Verletzungsgutes, ergehen. Dazu muss die Rechtsverletzung glaubhaft gemacht werden. In Ausnahmefällen kann eine einstweilige Verfügung auch ohne vorherige Abmahnung einer Schutzrechtsverletzung beim zuständigen Zivilgericht erwirkt werden. Unter normalen Umständen ergeht sie innerhalb von ein bis zwei Tagen. Die einstweilige Verfügung dient jedoch lediglich der vorläufigen Sicherung des Anspruchs, eine endgültige Entscheidung ergeht damit nicht. Die Beschlagnahme potentiell verletzender Ausstellungsprodukte ist daneben aufgrund eines strafrechtlichen Verfahrens möglich, sofern die Strafverfolgungsbehörden den Anfangsverdacht einer vorsätzlichen Rechtsverletzung annehmen. Da das strafrechtliche Verfahren im Regelfall über die zuständige Staatsanwaltschaft eingeleitet wird, kann dies jedoch wesentlich mehr Zeit in Anspruch nehmen und bedarf oft einer Vorlaufzeit. Als präventive Maßnahme gegen die vorbezeichnete einstweilige Verfügung in zivilrechtlichen Verfahren ist die Hin-

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terlegung einer Schutzschrift bei dem zuständigen Zivilgericht möglich. Durch diese erhält das Zivilgericht die Möglichkeit, vor Erlass der einstweiligen Verfügung auch die in der Schutzschrift dokumentierte Rechtsposition des potentiellen Verletzers zu prüfen, so dass die Entscheidung des Zivilgerichts nicht allein auf den einseitigen Darlegungen des potentiell Verletzten beruht. Obwohl für das strafrechtliche Verfahren Schutzschriften nicht vorgesehen sind, kann es im Einzelfall sinnvoll sein, präventiv Schriftsätze mit entsprechendem Inhalt der zuständigen Staatsanwaltschaft zur Kenntnis zu bringen. Ergehen zivil- oder strafrechtliche Maßnahmen zu Unrecht, so können dem Verletzten Entschädigungsansprüche zustehen. Durch den Zoll sind in Deutschland und in China Beschlagnahmen von potentiell IP verletzenden Ausstellungsprodukten möglich. Für Aussteller am Messestandort in China ist von Bedeutung, dass der chinesische Zoll auf Antrag des Schutzrechtsinhabers Produkte beschlagnahmen kann, wenn eine Registrierung der IP-Schutzrechte beim Zoll durchgeführt wird. Die Zollbeschlagnahme erfolgt in Fällen offensichtlicher Schutzrechtsverletzungen. Die Freigabe der Produkte kann dann durch die Einleitung eines Verfahrens vor den jeweiligen zuständigen Behörden zum IP-Schutzrecht oder durch die Einleitung eines gerichtlichen Verfahrens innerhalb von 20 Tagen verhindert werden. Für Aussteller am Messestandort in Deutschland besteht die Besonderheit, dass entsprechend dem Antrag des Rechtsinhabers die Zollverwaltung entweder nach dem nationalen deutschen Recht oder dem EU-Recht tätig wird; insofern sollte sich der Rechtsinhaber im Vorfeld der Messe mit den Unterschieden der beiden Verfahren befassen. Beide Verfahren führen zu einer Beschlagnahme IP verletzender Ausstellungsprodukte und können die Vernichtung der beschlagnahmten Produkte zur Folge haben, sofern der Eigentümer/Besitzer der Produkte nicht zumindest einen Widerspruch im Rahmen des Verfahrens einlegt. Grundsätzlich ist für Aussteller in Deutschland und China zu beachten, dass die Messegesellschaften für den Fall nachweislicher IP-Schutzrechtsverletzungen im Ausstellungsvertrag ihre Berechtigung regeln können, Ausstellungsprodukte vom Messestand zu entfernen und den Aussteller von der Messe entschädigungslos auszuschließen.

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III. Check-Liste IP-Strategie vor der Messe Aussteller sollten vor der Messe ihre IP-Strategie bestimmen. Eine präventive Strategie dient dazu, einen wirtschaftlich erfolgreichen und störungsfreien Messeauftritt zu gewährleisten. Eine pro-aktive Strategie kann dazu dienen, eigene IP-Schutzrechte gegenüber potentiellen Schutzrechtsverletzern während der Messe durchzusetzen.

1. Check-Liste für die präventive IP-Strategie Eine präventive Strategie umfasst u. a. die folgenden Aspekte: • Umfassende schriftliche und ggf. notariell beglaubigte/legalisierte Dokumentation der eigenen IP-Schutzrechte; • Prüfung der Rechtsgültigkeit der IP-Schutzrechte an den Ausstellungsprodukten am Messestandort; • Prüfung der Neuheitsschädlichkeit der Ausstellung der Produkte auf der Messe vor Registrierung; • Vorbereitung einer justiziablen Vertraulichkeitsvereinbarung; • Prüfung der vertraglichen Grundlage der Messeteilnahme bezogen auf Regelungen zum IP-Schutz; • Prüfung der Verfügbarkeit einer Schlichtungsstelle oder eines Beschwerdecenters am Messestandort; • Zusammenstellung von Kontaktadressen am Messestandort für juristische Hilfestellungen zum IP Schutz;

2. Check-Liste für eine pro-aktive IP-Strategie • Umfassende schriftliche und ggf. notariell beglaubigte/legalisierte Dokumentation der eigenen Schutzrechte; • Prüfung der Liste der erwarteten Aussteller und deren Produktpalette bezogen auf potentielle Verletzungs- tatbestände; • Fertigung von Kopien und ggf. Übersetzungen von rechtskräftigen Entscheidungen gegen potentielle IP-Schutz- rechtsverletzer; • Kontaktierung eines Rechtsberaters zur Vorbereitung rechtlicher Schritte zur Durchsetzung eigener IP-Schutz-

rechte am Messestandort;

• Kontaktierung des Zolls und Antrag auf eine Zollbeschlagnahme hinsichtlich potentiell verletzender Ausstellungsprodukte; • Sammlung geeigneter Beweismittel - Kataloge/ Abbildungen/ Zeugen - zur Durchführung von rechtlichen

Maßnahmen während und/oder nach der Messe;

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IV. Maßnahmenkatalog bei IP-Konflikten auf der Messe Die Checkliste für die Konfliktstrategie sollte alle Maßnahmen enthalten, um auf begonnene IP-Konflikte reagieren zu können. Insbesondere sind folgende Maßnahmen empfohlen: •

es ist der leitende Verantwortliche des Ausstellers am Messestand als Ansprechpartner zu benennen;



es ist ein Gespräch zur Klärung der Sach- und Rechtslage in einer ruhigen und freundlichen Atmosphäre zu

organisieren; •

es sind alle Dokumente - z. B. Beschlüsse zur Durchsuchung oder Beschlagnahme - im Original oder in



beglaubigter Kopie oder in Ablichtung in Besitz zu nehmen sowie zu prüfen;



es ist möglichst immer ein Zeuge für alle Maßnahmen heranzuziehen;



es ist möglichst ein IP-Experte zu Prüfungszwecken heranzuziehen;



es besteht immer das Recht, bei förmlichen Vernehmungen einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen;



es ist eine Stellungnahme gegenüber der anderen Partei grundsätzlich schriftlich und nur in Ausnahmefällen



mündlich abzugeben;



es ist bei Beschlagnahmen ein Verzeichnis über alle beschlagnahmten Gegenstände, Dokumente etc.



aufzustellen, bei Computern sind Datensicherungen und bei wichtigen Dokumenten Kopien vor deren



Beschlagnahme zu fertigen;



es ist bei Beschlagnahmen kein Widerstand zu leisten, der leitende Verantwortliche des Ausstellers sollte bis



zum Abschluss der Maßnahme anwesend sein;



es ist bei Beschlagnahme ein Widerspruch zu erheben, der Ort der Verwahrung unverzüglich in Erfahrung zu



bringen sowie eine Zustellungsadresse möglichst im Land der Messe anzugeben, u.a. für eine Rückgabe nach



der Messe.

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V. Wichtige Informationskontakte 1. Deutschland Deutsches Patent und Markenamt (DPMA) Zweibrückenstr. 12 80331 München T +49 89 2195-0 F +49 89 2195-2221 www.dpma.de

Bundesfinanzdirektion Südost Zentralstelle Gewerblicher Rechtsschutz Sophienstrasse 6 80331 München T +49 89-59952313 F +49 89-59952317 www.ipr.zoll.de

2. China Staatliche IP Behörde (SIPO) No. 6, Xitucheng Lu, Jimenqiao Haidian District, Beijing City 100088 Beijing www.sipo.gov.cn

Staatliche Behörde für Industrie und Handel No. 8, Sanlihedonglu, Xicheng District 100820 Beijing www.saic.gov.cn

Staatliche Zoll Behörde No.6 Jianguomennei Avenue, Dongcheng District, Beijing 100730 Beijing www.customs.gov.cn

Autor: Prof. Dr. Frank A. Hammel Chinese-German IP Law Institute NNU Nanjing Herausgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, Deutsch-Chinesisches Programm Rechtswesen

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I. 引言 展会具有突出的意义,特别是可以藉此跻身国际市场。它将某一行业的供货商们汇集一堂,犹如一面 放大镜,可以借此对发展现状及前景进行详细的研究。参展商在展会上不仅能够推销自己的产品,而 且还能对这一行业进行竞争和市场分析,将自己的产品同竞争对手的产品进行比较,吸收他人的想 法,得到启发。 与此同时,展会也是最常发生仿冒的地方,从而导致权利人之间发生纠纷。 由于展会上产品细节的公开,就存在展品被侵权的危险。 因此,展会作为一个国际化的市场,参展商在进行相关准备时,不仅应当制订产品和销售策略,还应 当制订知识产权保护策略。

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II. 知识产权保护策略 1. 确认展品受保护权利的情况 对自己展品实施有效的知识产权保护是任何一项知识产权保护策略的基石。中德两国参展商面临的是 相同的法律框架条件,因为中国和德国同为世界知识产权组织和世界贸易组织成员国,也都签署了 “与贸易有关的知识产权协议”。这就为中德参展商在两国原则上可以遵循相同的思维与行为保护范 畴奠定了基础。 由此针对展品提出下列法律问题: • 展品自身有哪些知识产权权利? • 展品有来自第三方的受保护权利吗? • 展品是否按规定取得第三方权利人的授权许可? • 展品自身权利是否按规定进行了登记?是否超过保护期限? • 展品自身权利或经许可权利的有效性是否延伸至展会举办国? • 展品是否有无法登记的受保护权利? • 未登记或者无法登记的受保护权利是否按照规定进行了文件记录? 上述问题不是最终性的,展会前,应同专业知识产权咨询人共同澄清。

2. 受保护权利列表 根据知识产权的不同类型,在展会举办地获得有效保护的前提条件各不相同。

2.1. 技术性权利 技术性权利包括专利权、实用新型以及工业设计(外观设计)。这三种权利在中德两国均可登记。 原则上,登记取得的权利仅在登记国受到保护,即权利保护的地域性原则。权利若想在展会举办国受 到保护,就必须及时,也就是说在优先期内将其保护范围由申请登记国延伸至第三国。在专利领域, 专利合作协议提供了极大的便利,中德两国均适用该协议。 德国有一个不同于中国的特殊之处,即通过欧洲外观设计的相关规定,未登记的外观设计自首次公布 之日起享有三年的临时性保护。 中国的特殊之处在于,上述三种工业产权由《专利法》进行了统一规制,统称为“专利”。 在中国参展的参展商须注意,受保护的权利如未在中国进行登记或其效力未延伸到中国,就不能申请 法院执行。 在中国,除了通过司法程序,还可以通过行政程序对权利进行保护。能够通过行政程序对中国知识产 权法里规定的专利权、实用新型以及工业设计(外观设计)进行保护的是国家知识产权局(SPIO)及 地方知识产权部门。

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2.2. 商标权 商标同样属于可登记取得的权利。中德两国的参展商均可通过注册其商标,获得可以延伸至展会举办 国的商标权。通过世界知识产权组织(WIPO)商标国际注册马德里体系,中德两国均可进行商标国际 注册。参展商在德国可根据欧洲商标的规定享有地区性保护。 在德国,可以通过使用取得商标权,而在中国,商标登记注册之后方可获得保护。“驰名商标”属于 例外,中国国家工商行政管理总局定期公布驰名商标的认定名单。 此外,中德两国均对未经登记的商业标记予以保护,对其保护经使用产生。违背竞争原则,模仿知名 产品外包装等的行为中德两国均通过反不正当竞争法对商业标记进行保护。对于中德参展商来说,原 则上通过登记商标的方式对商业标记予以保护均为最佳选择。 在德国,对商标的法律保护是通过司法程序进行的。而在中国,除了通过司法程序还可以选择行政程 序。具体的相关执行单位有国家行政管理总局商标局(CTMO)、负责处理由不正当竞争引起的商标 侵权案件的国家行政管理总局(SAIC)以及地方工商局(TMO/AIC)。

2.3. 其他知识产权 知识产权还包括著作权及其邻接权,其保护范围宽泛,包括文学,音乐,艺术,摄影,电影和软件 等,均为不可登记的权利。 中国的特殊之处在于,可以对著作权进行自愿登记,但登记不构成取得保护的前提,仅发挥证据作 用。软件 的著作权保护还要结合对电脑软件保护的相关条例。 除此之外,技术秘密及经营信息也受保护,特别是研发成果及可以通过发表向第三方公开的专业知 识。对该领域的有效保护只能通过文件和保密设置实现,防止对第三方泄漏的情况,可通过签署包含 处罚措施并可加以实施的保密协议进行保护。中德两国均通过反不正当竞争法对技术信息和经营信息 予以保护。 在德国,对商标的法律保护是通过司法程序进行的。而在中国,除了通过司法程序还可以选择行政程 序。具体的相关执行单位有国家版权局(NCAC)、负责处理由不正当竞争引起的侵权行为的国家行 政管理总局(SAIC)以及地方版权局和地方工商局(NCA/AIC)。

3. 展品受保护的知识产权证明文件 如果展品受保护的知识产权没有详细记录,通常很难在展会举办的短时间内澄清围绕受保护权利发生 的纠纷。 因此,一方面应将展品本身享有的权利进行记录,另一方面,必要时必须按规定提供第三方权利人的 权利证明。 原则上,符合规定的知识产权记录应当包含以下文件: • 权利的登记注册文书; • 权利有效性的证明; • 权利人所有权的证明。

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参展者应有此类文件的原件,或者是经公证的副本,必要时,亦应提供上述文件的翻译件。如果权利 在因特网上有注册登记,并且可以在展会举办地查阅,则可以不必对记录该权利存在及情况的文件进 行耗资不菲的公证,该做法仅限于德国。 此外,证明参展商或者参展商所属企业为知识产权权利人或按规定可以使用第三方知识产权的文件极 为重要,任何情况下均须携带上述文件的原件或者经公证的副本参展。 如系未登记的知识产权,例如著作权,进行创作活动时具有说服力的文件,例如带有著作人证明并注 明日期的目录对增加权利的可信性是有帮助的。这同样适用于仿冒自己展品的情况,有可能触犯反不 正当竞争法时便可以提供初步证明。 此外,如果参展商想通过法律手段在展会举办地主张自己的权利,就应当预防性地对知识产权全权实 施授权书进行公证。

4. 了解展会举办地的知识产权法律制度 一般来说,中德参展商都应当了解展会举办地有关知识产权保护的现行法律规定。这与参展商在展会 举办地奉行预防性还是进攻性知识产权策略无关,因为参展商在展会上是否取得经济上的成功取决于 他们能否在展会上展出自己的产品,以及展会期间会不会发生影响企业本身成功参展的事情。 在中国和德国,参展商一般来说都有可能被采取相同的措施,如,请求停止侵权,没收和/或销毁展 品,处以罚款以及逐出展会。 中国的特殊情况在于:如果展会的展期超过三天,将由当地知识产权保护部门的官员领导设立投诉接 待站。这些官员可以采取措施,要求停止侵权,保全证据。如果展会没有设立此类投诉站,各地方的 知识产权保护部门可直接采取行动。同司法程序相比,中国此类知识产权行政程序的优点在于能够迅 速做出决定,采取行动,且成本较低。此外,仍可启动司法程序。 德国展会举办地没有类似于投诉站这样的机构,一般情况下,展会举办地会提供免费的信息服务,并 指定专业律师。现在,根据欧盟委员会和中国商务部的倡议,在德意志展览股份公司的积极支持下, 可以在德国展会举办地成立调解机构,主要是为了维护中德参展商的利益。在2009年3月举办的汉诺 威国际信息及通迅技术博览会上,首次成功设立了这样的机构。该调解机构提供免费服务,但与中国 展会上的投诉站不同,这些调解机构无权采取措施或阻止侵权行为。 德国展会上亦可通过司法程序保护知识产权,即通过民事和/或刑事诉讼。在启动民事诉讼程序之前, 可以提出侵权警告,责令相关方履行义务,停止侵权。如果其未根据要求发表义务声明书和停止侵权 声明书,可向有管辖权的民事法院申请临时禁令,请求停止侵权,根据规定没收侵权产品。其前提是 侵权事实必须明确。在例外情况下,亦可在事先未就侵权行为提出警告的情况下,向有管辖权的民事 法院申请临时禁令,一般一至两天法院便可做出决定。但是临时禁令只能暂时性地要求停止侵权,并 不意味着法院作出了最终判决。

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如果检察机关认为侵权存在故意,可以通过启动刑事诉讼程序没收涉嫌侵权展品。不过,由于刑事诉 讼程序须由有管辖权的检察机关来启动,这种方式耗时要长得多,需要提前大约一周的时间。 针对上面提到的民事诉讼程序中的临时禁令,可以采取的预防性措施是向有管辖权的民事法院提交保 护信。根据提交的保护信,民事法院就可以在颁布临时禁令之前对保护信中记载的涉嫌侵权人的法律 地位进行审查,这样一来,民事法院的判决就不会完全以可能的被侵权人单方面的陈述为依据。尽管 刑事诉讼程序中没有保护信的规定,但在个案中,预防性地将包含相关内容的文件提交给有管辖权的 检察机关可能起到重要作用。如果法院经民事诉讼程序或刑事诉讼程序做出的判决不正确,被侵权人 可以请求赔偿。 此外,中德两国均可由海关对涉嫌侵犯知识产权的展品予以没收。在中国举办展会时,中国海关可根 据权利人的申请没收产品,前提是该权利事先在海关进行过备案登记。侵权行为明显的情况下,海关 可以没收展品。在这种情况下,通过知识产权主管部门启动相关程序或者在二十天之内启动司法程 序,可以阻止相关产品通关。在德国举办展会时,海关可以按照德国法律或是欧盟法律来处理可能被 侵权人的申请;所以著作权人应在展会举办之前就对两种法律程序的不同之处有所了解。这两种法律 程序都规定可以对侵权展品予以没收并销毁,只要产品著作权人至少不在法律程序中提出抗议。 需要注意的是,展览公司可在展览合同中做出规定,如果可以证明侵犯知识产权,展览公司有权将展 品撤出展台,将参展商逐出展会且不予赔偿。

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III. 展会开始前的知识产权策略清单 参展商应在展会前确定自己的知识产权策略。预防性策略有助于参展商获得经济上的成功且不受任何 干扰展示产品。进攻性策略则有助于针对展会期间可能的侵权人维护自己的知识产权。

1. 预防性知识产权策略清单 预防性策略主要包括以下内容: • 自己知识产权书面记录文件,必要时也包括经公证/经使馆认证的文件; • 检查展品知识产权在参展地的法律效力; • 检查登记前产品在展会上展出对新颖性的影响; • 准备法律保密协议; • 结合知识产权保护的相关规定,对参展的合同基础进行审查; • 审查展会地点是否设有调解部门或者投诉站; • 归纳汇总展会举办地为知识产权保护提供法律帮助的联系部门。

2. 进攻性知识产权保护策略清单 • 有关自身权利的详细书面文件,必要时亦包括经公证/经使馆认证的文件; • 结合可能发生的侵权行为对潜在参展商名单及其产品目录进行审查; • 针对潜在侵权人制作具有法律效力的裁定复印件,必要时制作翻译件; • 联系法律顾问,用以准备采取法律措施在展会举办地维护自己的知识产权; • 联系海关部门,针对可能侵权的展品,向海关提出没收申请; • 收集适当的证据,如目录/插图/证人,以便在展会期间及展会后采取法律措施。

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IV. 针对展会知识产权纠纷的措施列表 用于预防性知识产权策略的检查清单应包括所有措施,以便对发生的知识产权纠纷做出反应。特别建 议采取以下措施: • 指定展台参展方负责人为联系人; • 组织对话,心平气和且友好地澄清事实情况和法律情况; • 获取并审查所有文件的原件、经公证的副本或者影印件,例如,搜查或者没收的决定; • 采取措施时,应尽可能有证人在场; • 应尽可能请知识产权专家参加审查过程; • 正式讯问时,应有一名律师在场; • 表态原则上应采取书面形式,仅在例外情况下采取口头形式; • 没收时,须制定所有被没收物品和文件的目录,如没收电脑,应在没收前做备份,没收重要文件,

应复印文件;

• 没收时,不得进行反抗,参展方负责人在相关措施结束前应一直在场; • 没收时,应立即告知扣押地点,注明寄送地址,地址应尽可能位于展会举办国,以便展会结束会返

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还被扣物品。±

V. 重要联络方式 1. 德国 德国专利商标局 (DPMA)

联邦金融署东南局

Zweibrückenstr. 12

工业产权保护总局

80331 慕尼黑

Sophienstrasse 6

电话: +49 89 2195-0 传真: +49 89 2195-2221 www.dpma.de

80331 慕尼黑 电话: +49 89-59952313 传真: +49 89-59952317 www.ipr.zoll.de

2. 中国 国家知识产权局 (SIPO)

国家工商行政管理总局 (SAIC)

100088

100820

北京市海淀区蓟门桥西土城路6号

北京市西城区三里河东路八号

www.sipo.gov.cn

www.saic.gov.cn

中华人民共和国新闻出版总署(国家版权局)

国家海关总署

100052

100730

北京市宣武区宣武门外大街40号

北京市东城区建国门外大街6号

www.gapp.gov.cn

www.customs.gov.cn

20

Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH

德国国际合作机构 (GIZ)

Deutsch-Chinesisches Programm Rechtswesen

中德法律合作项目

Dr. Jörg Binding Programmleiter

Dr. Jörg Binding 雅客 博士 项目主任

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