LIEBE spENdERINNEN, LIEBE spENdER, LIEBE - Paul Metzener

LIEBE spENdERINNEN, LIEBE spENdER, LIEBE - Paul Metzener

Sommer 2017, Bericht aus Nele Liebe Spenderinnen, liebe Spender, liebe Freunde «Wenn wir uns verantwortlich, betroffen, engagiert fühlen, dann bring...

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Sommer 2017, Bericht aus Nele

Liebe Spenderinnen, liebe Spender, liebe Freunde

«Wenn wir uns verantwortlich, betroffen, engagiert fühlen, dann bringt uns das dazu, ein tiefes Gefühl, einen grossen Mut zu empfinden.» XlV Dalai Lama

In Nele muss niemand mehr im «Shelter» leben. Mit viel Freude und Stolz dürfen wir euch heute die Resultate unserer Arbeit in Nele präsentieren. Die vor anderthalb Jahren ge­ planten Arbeiten sind weitestgehend abge­ schlossen und übertreffen all unsere Erwar­ tungen. Aber unsere Hilfe ist weiterhin nötig, weshalb könnt ihr in diesem Bericht lesen. Für eure Unterstützung bis jetzt und in Zukunft danken wir euch im Namen der Bevölkerung von Nele ganz herzlich! EIN BLICK ZURÜCK Im Frühling 2015 gab es zwei schwere Erd­ beben in Nepal, über eine halbe Million Familien in zum Teil sehr abgelegenen Berg­ regionen verloren damals ihre Häuser. Das Projekt Wiederaufbau in Nele wurde von Käthi Flühmann und Paul Metzener zusam­ men mit ihrem lokalen Partner Lok Thapa ge­ startet. Es begann im Oktober 2015 mit der privaten Spendensammelaktion für den Wie­ deraufbau des Dorfes Nele im Solu Khum­ bu Distrikt. Auf unserer ersten Reise vom 26. November bis am 20. Dezember 2015 haben wir die Bedürfnisse und die Möglichkeiten der betroffenen Bevölkerung abgeklärt und auf­ grund unserer Erkenntnisse erste 65 Familien für den Wiederaufbau mobilisiert.

GROSSEs VERTRAUEN Die Leute sahen keine Chance auf Hilfe und es bestand die Gefahr, dass sie in das unver­ meidliche Elend mit all den schwerwiegen­ den Folgen für Land und Leute abrutschen. Diese schwer geprüften Menschen schenk­ ten uns ihr uneingeschränktes Vertrauen und begannen eigenhändig ihre Häuser wie­ der aufzubauen. Weil sie erdbebensicherere Häuser wollten beachteten sie sehr genau unsere Vorgaben. Und alle begannen mit dem Bau ohne vorher Geld von uns zu erhal­ ten. Auch die Handwerker warteten jeweils geduldig auf unseren Besuch.

Die Häuser wurden im traditionellen Baustil mit Erbebenverstärkung gebaut.

Alle 253 Familien sind mit dem Wiederaufbau fertig.

Es gibt in Nele keine Maschinen, alles ist reine Handarbeit. UNSERE REISEN NACH NEPAL Jedes Mal, wenn wir Nele und seine Men­ schen besucht haben, wurden unsere Erwar­ tungen um ein Mehrfaches übertroffen, in allen Belangen. Die Reisen nach Nele dauern in der Regel zwei bis drei Wochen. Meistens sind Käthi und Paul gemeinsam mit Lok Thapa vor Ort. Die Haupttätigkeit besteht darin, Familie um Familie in diesem sehr weitläufigen und ge­ birgigen Gebiet zu besuchen. Bei diesen Be­ suchen wird die Familie als erstes mobilisiert, also über das erdbebensichere, traditionelle Bauen und über die Projektbedingungen ori­ entiert. Danach werden Baufortschritt und Qualität jedes einzelnen Hauses kontrolliert und wo notwendig korrigiert. Alle Zahlun­ gen werden von Käthi oder Paul direkt an die Begünstigten und immer erst nach zu­ friedenstellender Fertigstellung ausgerichtet. Zu jeder Familie gibt es Fotos, welche sie vor, während und nach dem Bau zeigen. Bis heute sind wir insgesamt 6 Mal nach Nele gereist. Die Reise vom Februar – März 2016 zeigte, dass das gewählte Vorgehen mit Einbezug der betroffenen Familien (ow­ ner driven) sehr gut funktioniert. Die mobi­ lisierten Leute haben alle mit dem Bau be­ gonnen und haben uns vertraut, dass wir sie finanziell und technisch, wie versprochen,

unterstützen. Auf dieser Reise konnten wir bereits 16 fertiggestellte, wiederaufgebaute Häuser begutachten und die entsprechen­ den Zahlungen ausrichten. Dazu haben wir 70 weitere Familien mobilisiert. Auf der dritten Reise im Mai – Juni 2016 ­waren bereits über 100 Häuser fertiggestellt und es wurden weitere 80 Familien mobili­ siert. Hoch motiviert haben die Leute zusam­ men mit einem gut qualifizierten Mauerbau­ er (Maurer/Zimmermann) und Helfern aus

Der Tag der Geldübergabe war jeweils wichtig für unsere Beneficiaries. Die sonst so scheuen und wortkargen Leute zeigten dann oft einige rührende Emotionen. Jede Familie, die sich an die Vorgaben gehalten hat, erhielt 2000.– Franken. dem Dorf ihre Häuser wieder aufgebaut. Das oberste Ziel, ein sichereres Haus im traditi­ onellen Baustil, wird von den allermeisten Familien erreicht. Im November – Dezember 2016, unsere vierte Reise, waren bereits 190 Häuser fertig und alle Betroffenen von Nele im Projekt einbe­ zogen. Mittlerweile gibt es Mauerbauer, wel­ che bis zu 20 Häuser gebaut haben und über eine enorme Erfahrung im erdbebensicheren Bauen mit Steinen und Holz verfügen.

Auch alleinerziehende Mütter schafften den Wiederaufbau perfekt.

«WORK AND TREK» Vom 26. November bis am 10. Dezember 2016 fand die von Käthi Flühmann mit Lok Thapa organisierte «Work and Trek»-Reise statt. Das einwöchige Trekking von Kath­ mandu über Jiri nach Nele führte den Teil­ nehmenden die Erdbeben- und Wiederauf­ bauproblematik in Nepal eindrücklich und spürbar vor Augen. In der ersten Nacht erlebten wir tatsächlich sogar ein kurzes Erdbeben. Der Weg führte uns durch zahlreiche von den schweren Erd­ beben zerstörten Dörfer. Höhepunkt des eigentlichen Trekkings war die Besteigung des 4070 Meter hohen Pike Peak mit einem grandiosen Blick auf die höchsten Berge der Welt unter anderem den Mount Everest. Danach konnten die 24 begeisterten Teil­ nehmenden aus der Schweiz unser Wieder­ aufbauprojekt in Nele besuchen und selber Hand anlegen. Es wurde gegraben, getra­ gen, gesägt, gehobelt und viele der Häuser im Bau besucht. Auf dieser einmaligen Reise hatten die Gäste die Möglichkeit, sehr nah an die lokale Bevölkerung heranzukommen, das war ein tolles Erlebnis für alle. Die meis­ ten Trekker sind auch Spender, so konnten sie sich persönlich von der Qualität des Pro­ jektes vor Ort überzeugen. «Glismet’s» für das neue Bébé. DAS HAUSPROJEKT IST ABGESCHLOSSEN Die fünfte Reise im Februar – März 2017 zeigte, dass effektiv fast alle Familien schon bald mit dem Bau ihrer Häuser fer­ tig sind. Wir stellten fest, dass die Leute entspannt und fröhlich sind, und dass sie sich nun wieder voll ihrer Selbstversor­ gung widmen können. Im Mai 2017 waren Käthi Flühmann und Paul Metzener nochmals in Nele und konnten den letzten 14 Familien ihr Geld übergeben. Somit konnten mit dem ge­ spendeten Geld aus der Schweiz insge­ samt 253 Familien den Wiederaufbau ihrer Häuser realisieren. In Nele lebt nun niemand mehr in ­einer Notunterkunft !

Spenden macht glücklich.

Bretter sägen ist harte Arbeit.

SO HABEN WIR FRÜHER GEBAUT! Auf einer unserer Baustellen haben wir die­ sen Mann angetroffen. Er ist 74-jährig und arbeitet als Zimmermann. Er sagte uns stolz: «genau so haben wir früher die Häuser gebaut; und diese stehen alle noch!» was für ein Kompliment für unser Projekt …

NELE IST ZURÜCK IN DER NORMALITÄT Fast das Wichtigste und Eindrücklichste ist die Tatsache, dass die Menschen in Nele ihre Nor­ malität wieder gefunden haben. Auf unserer letzten Reise im Mai konnten wir sehen, die Terassenfelder werden wieder bewirtschaftet, überall wird emsig gearbeitet, die Leute sind fröhlich, entspannt und gesprächig. Es ist eine wunderbare, fast intakte, authentische Welt, so wie es vielleicht bei uns vor vielen Generationen auch noch gewesen ist. Noch weitgehend ohne modernen Fortschritt, mit allen Vor- und Nachteilen…

Dokumentation Die meisten Häuser in Nele wurden beim Erdbeben stark beschädigt und waren nicht mehr bewohnbar. Die neuen, verstärkten Häuser machen einen stabilen Eindruck. Wir konnten die meisten Familien und ihre Häuser vorher und nachher fotografieren. Es ist eine eindrückliche Bilderserie entstanden. Weitere Fotos und Informationen zum ­Wieder­aufbau finden Sie auf unserer Internetseite: www.paulmetzener.ch

vorher…

…nachher

DIE SPENDENGELDER SIND ANGEKOMMEN Wir durften im Laufe des Projektes vom ­Oktober 2015 bis heute von rund 600 Spend­ erinnen und Spendern insgesamt 630 000.– Franken entgegennehmen. Bis auf rund 7000.– Franken ist das Geld jetzt aufge­ braucht. Wir konnten den Wiederaufbau von 253 Häuser realisieren, diverse Unterstüt­ zungsbeiträge für Familien in Not ausrichten und ein Schulhaus für 220 Kinder mit Lehrer­ haus und Toiletten bauen. Die ­direkten H ­ ilfe­leistungen betragen rund 96%. 4% wurde für Logistik, lokale Mit­arbeit, Übersetzung, Bauführung etc. verwendet; indirekt ist auch dies eine Unterstützung für Nepal. Käthi Flühmann und Paul Metzener haben gemeinsam mindestens 240 Arbeitstage für das Projekt aufgewendet. Darin enthal­ ten sind alle Reisen; ca. 100 private und öffentliche Vorträge mit dazugehöriger Vor­ bereitung; ca. 10 Presseartikel; die Projekt-­ Dokumentation; das Führen der Webseiten; Projektadministration- und Buchhaltung, Spendenverdankung; etc. Sämtliche Arbeiten haben wir gerne freiwillig und unentgeltlich geleistet.

Dieses ältere Ehepaar wollte zunächst nicht bauen, da sie zu alt seien… aber sie haben den Wiederaufbau selber organisiert und sind nun sehr glücklich.

DIE NEUE SCHULE IN NELE Im Juni 2016 entstand die Idee, zusätzlich ein Schulhaus mit 11 Schulräumen und 6 Toiletten für 220 Kinder wieder aufzubauen, da sich in der Schweiz rasch zwei Haupt­ sponsoren finden liessen, sagten wir zu und begannen mit der Planung der Bauten und der Bauzeit. Ende November 2016 begannen wir zusam­ men mit den «Work and Trek»-Gästen das Schulhaus auf dem neu erworbenen Grund­ stück auszustecken. Danach durften die ­Eltern der Kinder und die Beneficiaries un­ seres Hausprojektes die Schule gemeinsam bauen. Purna, der Baumeister organisierte und beaufsichtigte die Bauarbeiten, welche auch im traditionellen, erdbebensicheren Stil realisiert wurden. Chuda, der Wardchef mobilisierte die Frauen und Männer, welche jeweils für Hilfs- oder Bauarbeiten benötigt wurden. Es war uns ein Anliegen, dass die Commu­ nity, also die Menschen von Nele, beim Bau auch mithelfen können. Das gab ihnen die Möglichkeit zu einem Verdienst. Für unge­ lernte Arbeit bezahlten wir den Beneficiaries 10.– Franken pro Tag, für gelernte/qualifi­ zierte Arbeit 12.– Franken pro Tag. Auf unserer Reise im Mai 2017 durften wir feststellen, dass auch dieses Projekt auf gutem Weg ist. Die Bauarbeiten sind zu ca. 90% abgeschlossen und werden etwa Mitte Juli fertig sein. Während dem Monsun werden noch neue Schulbänke und Tische geschreinert und dann dürfen die 220 Kin­ der und ihre 11 Lehrer die Schule in Betrieb nehmen. Im Oktober wird dann die Schule definitiv eingeweiht, dazu werden die beiden Haupt­ donatoren (Richard von Tscharner von der Fondation Carène, und Igor Ustinov von der Sir Peter Ustinov Stiftung) und Namensgeber für die Schule mit uns nach Nele reisen.

die 220 kleineren Kinder die private «Ever­ est-Carène-Ustinov-Schule» gebaut haben. Leider gibt es zuwenig Geld um genügend Lehrer für die 400 Kinder anzustellen. Wir unterstützen deshalb die Schule seit etwa einem Jahr mit 2 zusätzlichen Lehrern, was sich sehr bewährt hat. Der Lohn für die bei­ den zusammen beträgt ca. 7000.– pro Jahr. Wir haben versprochen, diese Löhne 5 Jahre lang zu bezahlen. Unterstützung Frauenhaus Wir wollen für die Frauen ein «community center» bauen, ein Haus bestehend aus einem

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Unterstützung für Schulen Unterstützung der Government-School in Nele. In dieser Schule gehen etwa 400 Kinder zur Schule, die Regierungs­ schule ist uns sehr dankbar, dass wir für

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 nterstützung für Familien U Direkte Unterstützung für 5 Familien, welche alle während unserer Projektdauer durch den Tod eines Elternteils in Not geraten sind. Die Frauen konnten danach die Kinder nicht mehr ernähren und in die Schule schicken, sie mussten einige Kinder weggeben… das ist etwa so wie früher bei uns die «Verding­ kinder». Unter der Bedingung, dass die Kin­ der zurück zur Familie nach Nele kommen, wollen wir ihnen einen jährlichen Unterstüt­ zungsbeitrag geben. Um 4 Kinder in Nele zu ernähren und das Schulgeld zu bezahlen braucht es etwa 70.– Franken im Monat oder 840.– Franken im Jahr.

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ES BRAUCHT UNS NOCH! Wir haben Nele und seine Leute nun sehr gut kennen gelernt. Ihre Art und ihr Leben hat uns schon sehr berührt. Das Projekt war und ist eine Herzensangelegenheit. Wir ­ haben einige schwierige Situationen miterlebt und möchten deshalb, dort wo es noch wirklich nötig ist, weiter Unterstützung leisten. Bitte helfen sie mit, wir brauchen dafür nochmals ungefähr 70 000.– Franken.

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5 x 6m Raum und einem ­kleinen Lagerraum, in welchem sich die Frauen aus ihren abge­ legenen Häusern zum Schwatzen und zum gemeinsam Arbeiten treffen können. Dieses Bedürfnis besteht und wir sind überzeugt, dass ein solches «Frauenhaus» der ganzen Gemeinschaft sehr viel bringen wird. Die Kos­ ten dafür betragen ca. 12 000.– Franken. Nun hoffen wir auf weitere Unterstützung von euch! Wer gerne noch einmal etwas spendet kann dies auf das bestehende ­Projektkonto «Unterstützung für Nepal» tun. HERZLICHEN DANK!

Kontoinhaber Spenden für Nepal adresse Unterbächli 170, 3857 Unterbach Bank Raiffeisenbank Haslital-Brienz



IBAN CH19 8084 3000 0016 9657 9

Zahlungen vom Ausland Swiftcode RAIFCH22843

Unser Projekt Team: Käthi, Lok und Paul Unser gemeinsames Engagement basiert auf grossem Vertrauen. Die Kosten für Arbeit, Reisen und Spesen tragen wir persönlich. Jeder Franken kommt direkt den Erdbeben­ opfern zugute. Lok Thapa erhält einen Lohn für seine Arbeit am Projekt.

Käthi Flühmann Bergführerin aus Unterbach Käthi setzt sich mit viel Energie und persönlichem Engagement für die betroffenen Menschen ein, sie zeigt viel Mitgefühl und freut sich an den vielen positiven Erlebnissen in Nele. Kontakt: [email protected]

Lok Thapa Trekkingguide aus Kathmandu Lok ist ein verlässlicher, einfühlsamer, umsichtiger und kluger Freund sowie Projektpartner. Er kennt die Leute im Dorf und er kennt auch unsere Welt. Er ist unser Vermittler und Übersetzer zwischen den Kulturen.

Paul Metzener Architekt aus Brütten

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Paul steuert mit seiner Erfahrung und Tatkraft das Projekt, er motiviert und unterstützt die Begünstigten mit Respekt und grossem Einsatz. Kontakt: [email protected] www.paulmetzener.ch