Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer,

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer,

Foto:Wald Waldund undHolz HolzNRW NRW Foto: Jan Preller, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, wenn das Wetter ...

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Foto:Wald Waldund undHolz HolzNRW NRW Foto: Jan Preller,

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Liebe Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, wenn das Wetter nur etwas von der landläufigen Erwartung

unsere Angebote für den Waldbesitz. Am 15. September

abweicht, klingeln bei uns die Telefone und Journalistinnen

erwartet Sie zum Beispiel der erfolgreiche Zehnkämpfer

und Journalisten möchten von unseren Forstleuten eine

Frank Busemann. Er hat uns viel über die Gemeinsam-

Einschätzung. Nach der gefühlt ewigen sommerlichen Re-

keiten von Forstleuten, Waldbesitzern und Zehnkämpfern

genperiode sprach einer unserer Förster ins Reportermi-

zu sagen.

krofon: Ich wünsche mir jetzt noch sechs weitere Wochen Regen! Und fügte dann nach einer Kunstpause verschmitzt

In unserem Waldkompetenzstandort Arnsberg haben wir

hinzu: Natürlich nur nachts- und tagsüber Sonnenschein.

am 25. und 26. Oktober dann eine weitere Möglichkeit,

Tatsächlich war

miteinander ins Gespräch zu kommen und interessante

der späte ergiebi-

Vorträge von Forstexperten zu hören. Auf dem dies-

ge Regen für viele

jährigen Arnsberger Waldforum sprechen wir vor dem

Waldbesitzerinnen

Hintergrund des Klimawandels über das Thema „Wälder

und Waldbesitzer

brauchen Vielfalt“. Fast zeitgleich findet in Bonn die Welt-

ein Segen.

klimakonferenz statt. Dort diskutieren die Wissenschaftler

Anders als bei-

vor allem über die Klimaentwicklung in den nächsten 20

spielsweise in

Jahren. Wir haben den ZDF Wetter und Klimaexperten

Bayern, haben

Dr. Gunther Tiersch gebeten, uns auf dem Arnsberger

die Borkenkäfer

Waldforum Einblicke in die Klimaszenarien für den Wald

bei uns in NRW

der nächsten 60 bis 100 Jahre zu geben. Ich würde mich

nicht so viel Wald

freuen, Sie auch dort begrüßen zu können.

schädigen können, Andreas Wiebe (Foto: Wald und Holz NRW)

wie dies nach dem

trockenen und warmen Frühsommer zu befürchten war.

So sehr wir uns also über den Regen für den Wald freuen,

Jetzt wünsche ich Ihnen aber zunächst viel Freude beim Lesen dieser aktuellen Waldblatt NRW Ausgabe. Ihr Andreas Wiebe

für die drei Tage vom 15. bis zum 17. September wünsche ich uns sonniges Spätsommerwetter. An diesen Tagen freue ich mich, Sie auf den DLG Waldtagen in Brilon zu begrüßen. In einem großen Zelt informieren wir Sie über

Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, Krewelstraße 7, 53783 Eitorf E-Mail: [email protected], Telefon: 02243 / 9216 - 0

Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Inhalt DLG Waldtage ...................................................................... 3 Mehr Akzeptanz für Forstwirtschaft im urbanen Wald ..... 5 Rückblick auf das erste Halbjahr 2017 ............................... 7 Visuelle Baumkontrolle ....................................................... 8 Gemeinschaftswald: Privatwald-Besitzende im Fokus .... 12 Wald und Holz NRW unterstützt Förderprojekt ................ 14 Erlebnisausstellung im Nationalpark-Zentrum Eifel ........ 1 5 Bodenlehrpfad Königsforst ............................................... 1 7 Kurzmitteilungen „Wälder brauchen Vielfalt“ Arnsberger Waldforum ......... 19 Wald und Holz NRW erweitert das Dienstleistungsangebot der Visuellen Baumkontrolle ............................. 20 Nachhaltige Holzerzeugung ............................................. 21 Seminarangebote für forstlich Interessierte ................... 22 KWF Tagung – wir machen das Büro der Zukunft ........... 23 Kohlenstoffinventur 2017 .................................................. 24 Mein Wald. Unser Wald ...................................................... 24 Herbstkalkung läuft an ..................................................... 25 Erhebung des Waldzustandes (WZE) 2017 ...................... 25 Aus Ihrem Regionalforstamt ......................................... 26

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

DLG-Waldtage 2017 Wald und Holz NRW als Projektpartner Vom 15. - 17.09.2017 finden unter der Schirmherr-

l Waldbau unter dem Druck des Klimawandels –

schaft von Umweltministerin Christina Schulze

fahren wir gegen die Wand, ohne Forstbaum-

Föcking und Herrn Philipp zu Guttenberg, die zweiten

schulen?

DLG-Waldtage in Brilon-Madfeld statt.

l Waldkalkung wirkt!

Auf unserem 240 m² großen Messestand informieren wir über unsere Arbeit und das Dienstleistungsangebot von Wald und Holz NRW. Für alle Fragen rund um den Wald stehen wir Ihnen an allen drei Tagen zur Verfügung und freuen uns auf interessante Gespräche.

Der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen ist dabei, neben der DLG, der Stadt Brilon und dem Waldbauernverband Nordrhein-Westfalen, Projektpartner.

Nachdem bei der erfolgreichen Premiere 2015 bereits knapp 10.000 Besucher gezählt werden konnten, möchten die rund 200 Aussteller in diesem Jahr auf einem vergrößerten Ausstellungsgelände gern noch mehr Interessierte begrüßen. Die Messe wird diesen Freitag, den 15.09.2017 um 10:00 Uhr eröffnet. Ab 13:00 Uhr beginnt das 12. Briloner Waldsymposium im Messezelt der DLG. Am Freitag und Samstag werden in diesem Rahmen aktuelle Themen rund um den Wald vorgestellt und diskutiert.

Unter dem Titel „Wald und Wahrnehmung – Konkurrierende Blicke auf die Forstwirtschaft“, zeigt Wald und Holz

Einblick in das Messezelt (Animation: Wald und Holz NRW)

Ein weiteres Highlight sind sicher die sogenannten „Specials“. Bei diesen handelt es sich um praktische Vorführungen innovativer Techniken und Arbeitsverfahren auf dem Außengelände, Wald und Holz NRW zeigt in diesem Rahmen das „Spacing“. Dabei handelt es sich um eines der fortschrittlichsten Verfahren in der Jungbestandspflege“.

NRW in seinem Beitrag die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Wald mit möglichen Konflikten und deren Lösungen auf.

Weitere Foren beschäftigen sich mit folgenden Themen: l Waldbau konkret: Wohin in Zeiten des Klimawandels, ökologischer und ökonomischer Herausforderung und Rohstoffverknappung? l Erfolgreiche Weihnachtsbaumproduktion – Voraussetzungen, Chancen, Risiken Jungbestandspflege mit dem Spacer (Foto: Wald und Holz NRW)

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In der manuellen Holzernte müssen Bäume häufig unter zu Hilfenahme einer Seilwinde gefällt werden, um die gewünschte Fallrichtung sicher zu stellen. Das Seil vorher optimal am Baum zu befestigen, ist oft gar nicht so einfach. Unter dem Motto „Holzernte in komplexen Waldstrukturen“ stellt Wald und Holz NRW daher verschiedene Seilanschlagsverfahren vor. Ausserdem werden technische Hilfsmittel präsentiert, mit denen die Risiken bei der Holzernte in strukturreichen Beständen gesenkt werden können.

Verschiedene Werkzeuge für die Seilanschlagsverfahren (Foto: Wald und Holz NRW)

Für die von Wald und Holz NRW betreuten Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer besteht die Möglichkeit zu einem vergünstigten Eintrittspreis Onlinetickets zu erwerben. Sprechen Sie uns bei Interesse gerne an! Die Kontaktdaten Ihres Regionalforstamtes finden Sie unter www.wald.nrw.de/regionalforstaemter/

Wir freuen uns auf Ihren Besuch bei den DLG-Waldtagen!

Kontakt: Sebastian Kuhlmann Tel: 02952/973525

Manchmal ein Drahtseilakt: Das richtige Befestigen (Seilanschlag) des Seils am Baum (Foto: Wald und Holz NRW)

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Waldwirtschaft zur Erfüllung gesellschaftlicher Ansprüche Mehr Akzeptanz für Forstwirtschaft im urbanen Wald Das Verständnis und die Akzeptanz für forstliche Maßnahmen nehmen vor allem im urbanen Raum stark ab. Mit der üblichen forstwirtschaftlichen Argumentation kommen Waldbewirtschaftende oft nicht mehr weiter. Burkhard van Gember, Experte für Forstwirtschaft im urbanen Raum, stellt einen alternativen Ansatz für forstliche Öffentlichkeitsarbeit vor.

Burkhard van Gember hat für Wald und Holz NRW das Aufgabengebiet „Urbane Wälder“ inne und hat seinen Sitz im Regionalforstamt Ruhrgebiet. Er ist zunehmend im Bereich der Stadtentwicklungsplanung aktiv, wobei

Nicht allein der waldbaulichen oder finanziellen Zielsetzung dient die Holzernte, sondern auch einer Förderung gesellschaftlicher Ansprüche. (Foto: Wald und Holz NRW)

neben der Einbindung alter Wälder in die Stadtplanung die Thematik „Industriebrachenentwicklung“ besonders

erfahrenen oder erlernten Erkenntnissen mag man bekla-

im Ruhrgebiet eine große Rolle spielt.

gen. Wir können auch nicht jedes vorgefertigte Vorurteil über den von uns verursachten „Eingriff“ ändern.

Das Problem

Dazu kommt, dass über soziale Medien Informationen

Wenn Holz im Wald genutzt wird, gehört es zunehmend

viele Menschen völlig aus dem Zusammenhang gerissen

zum Arbeitsalltag der Forstleute und Waldbesitzenden,

erreichen. Und auch Redaktionen verfügen über immer

sich mit kritischen Bemerkungen oder gar Anfeindungen

weniger Zeit und Geld zur vollumfänglichen Recherche.

auseinandersetzen zu müssen. Vor allem im urbanen

In diesen Zeiten steht die Forstbranche auf verlorenem

Raum fehlt häufig das Verständnis für Baumfällarbeiten.

Posten, wenn sie in solchen Fällen Holznutzung mit Fach-

Das ehemals vorwiegend positive Berufsbild des Revier-

argumenten „verkaufen“ will.

försters entwickelt sich dort in der öffentlichen Wahrnehmung zum Bild des Waldvernichters – zu einem Bild eines

Ein alternativer Ansatz

Störers von Heimat. Wald vor der Haustür ist für viele

Holzökonomische Gründe für Waldnutzung werden also

Menschen ein Ort der Stabilität, der Unveränderlichkeit.

nicht überkommen. Anders könnte es aufgenommen und

In solchen Situationen hilft nicht unsere dann vorgetra-

verstanden werden, wenn wir sozioökonomische Gründe

gene Argumentation einer notwendigen Kronenpflege

anführen. Seit den siebziger Jahren zeigen wir mit der

oder einer dringenden Vorbereitung der Naturverjüngung.

Waldfunktionskartierung die besonderen Leistungen des

Schon gar nicht die Notwendigkeit, auch Geld mit dem

Waldes auf. Vor zwei Jahren hat sich Wald und Holz NRW

eigenen Wald verdienen zu müssen. Dies alles sind Argu-

auf den Weg gemacht, eine aktuelle Waldfunktionskar-

mente, die unserem waldbaulichen oder betriebswirt-

tierung in digitaler Form zu erstellen. Soziale Leistungen

schaftlichen Selbstverständnis entsprechen. Für eine uns

des Waldes werden viel besser anerkannt – sie dienen

zunehmend kritisch beobachtenden Stadtbevölkerung

schließlich dem Wohlbefinden. Holznutzungen sind aber

sind sie oft nicht nachvollziehbar.

nachgewiesenermaßen oftmals Voraussetzung, all diese Sozialleistungen zu erbringen. Dies als Begründung für

Diese Entfremdung gegenüber uns selbstverständlich

Holzeinschlag vorzubringen, kann eher Akzeptanz finden.

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Eine Inwertsetzung (im Sinne von Wertschätzung) von Dienstleistungen kann natürlich auch erst initiiert werden, wenn sie als solche wahrgenommen wird. Das gelingt sicher umso mehr, als wir in der Auseinandersetzung mit kritischen Beobachtern diese auch als Argument heranziehen.

Burkhard van Gember

Insbesondere im urbanen Raum wird in der Waldfunktionskartierung der gesellschaftliche Dienstleistungsauftrag der Forstpartie deutlich. (Grafik: Wald und Holz NRW)

Insbesondere im urbanen Raum wird in der Waldfunktionskartierung der gesellschaftliche Dienstleistungsauftrag der Forstpartie deutlich. Erholungswald erfordert strukturierte Bestände, Lichtkegel, Ausblicke, Abwechslung in der Bestockung. Klimaschutzleistungen des Waldes erfordern eine hohe CO2-Bindung des verarbeiteten Holzes und großkronige Bäume. Sicht- und Lärmschutzwald entfaltet seine volle Wirkung, wenn sich ein vielschichtiger Wald wie eine Wand der Lärmquelle entgegenstellt. Abgesehen von Prozessschutzwald, verlangt auch der Biotop- und Artenschutz in der Regel offenere Wälder, manchmal sogar halboffene Vegetationsgesellschaften.

Alle diese Leistungen erfordern beständig Holznutzungen. Dies nachhaltig sicherzustellen ist Aufgabe der Forstpartie. Damit kommt Holznutzung beim kritischen Betrachter aus der „Schmuddelecke des Landschaftsnutzers“ und wechselt in die „Kuschelecke des Landschaftsschützers“.

Diese Erkenntnis gewinne ich zunehmend aus der Erfahrung im Umgang mit urbanen Waldbesuchern und mit Institutionen, die sich der Nichtnutzung von Holz als heilende, beschützende Variante der optimalen Waldbehandlung verschrieben haben. Eine solche Betrachtung unseres Wirkens im Walde holt uns auch aus der verteidigenden Erklärungsbedürftigkeit heraus. Waldbesitzer und Förster sind eben Dienstleister für gesellschaftlich hochwertige und nachgefragte Leistungen.

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Rückblick auf das erste Halbjahr 2017 Guter Eichenmarkt aber harter Start für Forstkulturen Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW, ein erhöhtes Borkenkäferaufkommen im Nadelholz. Kälteeinbruch und starke Regenfälle im Frühsommer nahmen dem Nadelholz den anfänglichen Trockenstress und förderten die Widerstandsfähigkeit der Fichten gegenüber dem Borkenkäfer. So kam es zwar zu einem geringeren Käferaufkommen. Aber die erwarteten Ausfälle blieben aus.

Die Waldbesitzenden in NRW können somit die NadelHeiß begehrt: qualitativ hochwertiges Eichenholz (Foto: Stefan Befeld, Wald und Holz NRW)

holzsägewerke mit gutem Fichtenstammholz beliefern, welches ebenfalls verstärkt nachgefragt wird. Die Bau-

Gefühlt ist das Jahr schon wieder vorbei. Von daher wagen wir einen Rückblick auf die erste Hälfte 2017. Während das trockene Wetter endlich die Gelegenheit

industrie, die durch die geänderten Bauvorschriften im Bereich Holzbau und dem allgemeinen Neubauaufkommen profitiert, befeuert die Nachfrage erheblich.

bot, Holz aus nassen Ecken herauszurücken, brachten die niederschlagsarmen Monate Forstkulturen im ganzen Land in Bedrängnis.

Der Industrieholzmarkt, der schlechtere Holzqualitäten und Restholz aus den Sägewerken abnimmt, ist derzeit sehr gut, wenn nicht sogar überversorgt. Dies wird in

Die vier Wertholzversteigerungen von Wald und Holz NRW in den Regionalforstämtern Ostwestfalen-Lippe, Hochstift, Münsterland und Rhein-Sieg-Erft, bestätigten zum Jahresbeginn einen bundesweiten Holztrend. Die

dem geringen und stagnierenden Holzpreis deutlich. Der niedrige Preis des Industrieholzes wird allerdings in gepflegten Beständen meist durch die guten Preise im Stammholz kompensiert.

Baumart, die derzeit als Möbel in keinem Haushalt fehlen darf, ist die Eiche. Eichenholz wird seit Ende 2015 stark nachgefragt und dominiert den Möbelmarkt. Dieser Trend hält nach wie vor an und macht sich in den guten

Positives Fazit für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in NRW: Der Absatz in den Massen- und Wertholzsortimenten stellt sich als problemlos dar.

Holzpreisen in allen Sortimenten bemerkbar. Um die Nachfrage an Eiche bedienen zu können, wurden und

Friedrich Krächter, Regionalforstamt OWL

werden aus nachhaltig bewirtschafteten Beständen verstärkt Eichen eingeschlagen. Die im Frühjahr gepflanzten Kulturen mussten mit einer langen Trockenphase kämpfen, was teilweise zu größeren Ausfällen in der Pflanzung führte. Gerade Erstaufforstungen auf Sandböden, unter anderem auch mit Eiche, litten besonders.

Aufgrund der trockenen Witterung erwarteten Waldbesitzende, die holzverarbeitende Industrie und auch die

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Visuelle Baumkontrolle im Privat- und Kommunalwald Wald und Holz NRW etabliert Dienstleistungsangebot Das Angebot der visuellen Baumkontrolle hat sich seit den ersten Pilotprojekten 2013 inzwischen sehr gut etabliert. Alleine im Regionalforstamt Ruhrgebiet wurden seit 2013 rund 30 Privat- und Kommunalwaldbetriebe mit knapp 350 km Waldrand auf ihre Verkehrssicherheit durch speziell ausgebildete Baumkontrolleure überprüft.

Auch die weiteren Visuellen Baumkontrollen wurden von den Privat- und Kommunalwaldbesitzern nach Erreichen des Kontrollintervalls bei Wald und Holz in Auftrag Zu spät für die Kontrolle – eine Linde lehnt auf einem Hausdach. (Foto: Wald und Holz NRW)

Wer Grundeigentum hat trägt Verantwortung und somit Haftung für bestimmte Gefahren, die von seinem Grundstück ausgehen. Dies trifft insbesondere auch für solche Gefahren zu, die vom Wald ausgehen können, beispielsweise entlang von Verkehrswegen oder an der Bebauung.

gegeben. Bei der Stadt Hamm geht Wald und Holz NRW inzwischen in die vierte „Runde“.

Schwerpunkte der Nachfrage nach der Visuellen Baumkontrolle sind die Regionalforstämter Bergisches Land, Märkisches Sauerland, Ostwestfalen-Lippe, Soest-Sauerland und Ruhrgebiet.

Denn hier sind die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer verkehrssicherungspflichtig.

So müssen Waldbesitzende nach der geltenden Rechtsprechung das Gefährdungspotenzial ihres Waldes in diesen Bereichen ermitteln, bewerten und ggf. Handlungsempfehlungen hieraus ableiten, diese durchführen und dokumentieren. Oft fehlt ihnen jedoch die Zeit, das Know-how oder sie wohnen weit entfernt von ihrem Waldeigentum. Oder: „Das macht mein Förster/meine Försterin.“

Vor diesem Hintergrund bietet Wald und Holz NRW privaten und kommunalen Waldbesitzenden als Dienstleistung die „Visuelle Baumkontrolle“ an. Diese bezieht sich nicht nur auf die Kontrolle der Stand- und Bruchfestigkeit. Auch andere Parameter, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können, wie beispielsweise tote Äste, Lichtraumprofil über Fahrbahnen und Gehwegen, werden betrachtet.

Akutgefahr eingerissener Zwiesel an Roteiche

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Was ist „Visuelle Baumkontrolle“? Bäume haben viel mehr zu bieten als die meisten anderen

fizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Wald und

Pflanzen. Das trifft ganz besonders für Waldbäume zu. Sie

Holz NRW darauf kontrolliert, inwieweit diese Verände-

verbessern unter anderem mit ihren vielfältigen Funktio-

rungen zu einem verkehrsgefährdenden Zustand führen

nen als Einzelbäume oder als Wald unseren Lebensraum.

können.

Sie helfen zum Beispiel dabei, die durch den Klimawandel hervorgerufene Erwärmung abzumildern und wandeln

Grundsätzlich bedürfen alle Bäume entlang von gewid-

Kohlendioxid in Sauerstoff um.

meten und damit öffentlichen Verkehrswegen oder an einer Bebauung einer regelmäßigen Kontrolle, um die An-

Doch viele verschiedene Umwelteinflüsse beanspruchen

forderungen an die Verkehrssicherungspflicht zu erfüllen.

sie stark und diese Beanspruchung wird mit der Klima-

Hier genügen so genannte „Regelkontrollen“.

veränderung auch noch zunehmen. Das kann natürlich Auswirkungen auf den Gesundheitszustand nicht nur

Nach der herrschenden Rechtsprechung bedeutet

des Baumindividuums, sondern auch der Bäume im und

„Regelkontrolle“ die „fachlich qualifizierte Inaugenschein-

am Waldrand haben. Die zunehmend milden und meist

nahme des Baumes vom Boden und von allen Seiten aus

feuchten Winter machen sie anfälliger gegen Krankheits-

zur Überprüfung der Verkehrssicherheit“. Dabei wird

erreger wie holzzersetzende Pilze und andere Schadorga-

jeder Baum einzeln und von allen Seiten im Kronen-, im

nismen.

Stamm-, im Wurzelanlauf und im Wurzelbereich und unter Einbeziehung des Baumumfeldes visuell kontrolliert. Die

Biologische Veränderungen des Zustands von Bäumen,

Baumkontrolleurinnen und Baumkontrolleure bedienen

die zu einer Gefährdung der Verkehrssicherheit führen,

sich hierbei einfacher Werkzeuge wie Schonhammer,

gehen mit wenigen Ausnahmen langsam vonstatten.

Sondierstab oder Fernglas.

Eine Ausnahme ist beispielsweise der Befall mit dem Brandkrustenpilz bei der Linde oder der Rosskastanie.

Treten bei dieser Kontrolle Schäden oder andere verdäch-

Aber der Baum kann sich in gewissen Grenzen auch ge-

tige Umstände zu Tage, werden diese dokumentiert und,

gen „Angriffe von außen“ wehren.

wenn nötig, Handlungsempfehlungen zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit vorgeschlagen. Bestehen nach dieser Regelkontrolle Zweifel über die Stand- und Bruchfestigkeit oder die zu treffenden Handlungsempfehlungen, sind so genannte „Eingehende Untersuchungen“ erforderlich.

Fachliche Qualifikation Die mit der Visuellen Baumkontrolle befassten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Wald und Holz NRW verfügen neben ihrer forstfachlichen Qualifikation über eine Befall mit Brandkrustenpilz an der Wurzel einer Rosskastanie

weitere Ausbildung. Entweder über eine zweitägige interne Schulung in Anlehnung an die VTA-Methode –

Und hier setzt das Dienstleistungsangebot der Visuellen

Visual Tree Assessment nach Prof. Dr. Claus Mattheck

Baumkontrolle an: Die Bäume werden an den Bereichen,

oder seit kurzem als FLL-zertifizierter Baumkontrolleur.

für die eine Verkehrssicherungspflicht besteht, von quali-

Hierbei handelt es sich um eine fünftägige externe Weiter-

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bildung auf der Grundlage der Baumkontrollrichtlinien

getestet hat, wurde die neueste Version dieser Software

der FLL und der ZTV-Baumpflege mit abschließender

2016 von der Firma Carneios gekauft und 2017 zur Doku-

schriftlicher und mündlich-praktischer Prüfung zur

mentation und Auswertung eingeführt.

Erlangung des begehrten FLL-Zertifikats.

In diese neueste Version sind viele der Verbesserungsvor-

1

2

schläge von den Mitarbeitenden von Wald und Holz NRW Weitere Informationen zu den Methoden finden Sie unter

eingeflossen. Durch einen Support-Vertrag mit Carneios



www.mattheck.de

ist sichergestellt, dass immer die neueste Programmver-



www.fll.de

sion zur Verfügung steht. Wald und Holz NRW ist damit



Passende Suchbegriffe: „Baumkontrolle“, „VTA“,

immer „up to date“.

„FLL“ Eine Kurzmeldung zur FLL-Zertifizierung finden Sie auf

Wie läuft so eine Baumkontrolle ab?

Seite 20 dieser Ausgabe.

Waldbesitzende müssen zunächst einen BaumkontrollVisuelle Baumkontrolle

vertrag mit ihrem Regionalforstamt abschließen. Benö-

„lernt“ man nicht „mal

tigen sie hierzu Beratung, erhalten sie diese selbstver-

eben“. Dazu gehört

ständlich im Rahmen von Rat und Anleitung kostenfrei.

neben einer gründlichen

Erst wenn sie sich dazu entschließen, die Visuelle Baum-

fachlichen Ausbildung

kontrolle durch das Regionalforstamt ihres Vertrauens

eine gehörige Portion

durchführen zu lassen, schließen sie entsprechend der

Neugier, Wissensdrang,

Entgeltordnung einen Baumkontrollvertrag.

Verständnis für das Lebewesen Baum und das

Im Forstamt wird aus diesem Auftrag und den Waldbe-

gesamte Baumumfeld,

sitzerdaten programmgesteuert ein Projekt in KISSB

um die richtigen Schlüsse

generiert und die Daten an den Förster vor Ort geschickt.

aus der „Baum-Körpersprache“ für die „Baum-

Dieser übernimmt die Daten in sein ToughPad, den

Beurteilung“ zu ziehen.

„Computer für draußen“, und kann dann mit der Kontrolle

Geschädigte Buche mit „Durchblick“

beginnen. Die wie oben beschrieben erfassten Daten

Die professionellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von

inklusive der Handlungsempfehlungen werden anschlie-

Wald und Holz NRW stehen mit ihrem Wissen und ihrem

ßend wieder zurück an das Forstamt geschickt.

fachlichen Können dafür ein, dass die Visuellen Baumkontrollen als Regelkontrollen sach- und fachgerecht

Dort erfolgt dann die Übernahme in die eigentliche

durchgeführt werden.

KISSB-Datenbank. Diese liegt zentral und gegen Zugriff von außen bestens geschützt auf einem Server von

Baumkontrollprogramm KISSB

Wald und Holz NRW. Aus dieser Datenbank wird im Forst-

Doch was wäre eine visuelle Inaugenscheinnahme ohne

amt die Dokumentation für den Auftraggebenden und

Dokumentation? Nachdem Wald und Holz NRW drei

eine Zusammenfassung der vorgeschlagenen Handlungs-

Jahre lang das Baumkontrollprogramm KISSB (Kataster

empfehlungen erstellt.

Informations- und Statistiksystem Baum) ausgiebig

Bei der Auslieferung der ausgewerteten Daten erhält der

1

Baumkontrollrichtlinien – Richtlinien für Regelkontrollen zur Überprüfung der Verkehrssicherheit von Bäumen, Ausgabe 2010, Forschungsgesellschaft Landschaftsentwick lung Landschaftsbau e. V. (FLL), Friedensplatz 4, 53111 Bonn

2

ZTV-Baumpflege „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Baumpflege“, Ausgabe 2006, Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e. V. (FLL), jetzt: Friedensplatz 4, 53111 Bonn

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Auftraggebende neben einer ausführlichen mündlichen

Die Visuelle Baumkontrolle am Waldrand erfolgt als soge-

Erläuterung der Ergebnisse der Visuellen Baumkontrolle

nanntes „Negativ-Kataster“. Es werden alle Bäume am

folgende Unterlagen in schriftlicher und elektronischer

Waldrand im Fallbereich kontrolliert. Aber nur Bäume für

Form:

die eine Handlungsempfehlung zur Wiederherstellung der

l Kontrollbericht einschl. Anlagen – hier sind allgemeine Dinge zur Visuellen Baumkontrolle

Verkehrssicherheit ausgesprochen wird, werden in die Datenbank übernommen.

und Besonderheiten niedergelegt l Dokumentation der Bäume, bei denen

Im „Positiv-Kataster“ werden alle Bäume mit und ohne

Feststellungen über verdächtige Umstände

Auffälligkeiten erfasst. Das kann beispielsweise in Bebau-

gemacht worden sind und die zu einer

ungen oder an Straßen sinnvoll sein. In einem Pilotprojekt

Handlungsempfehlung geführt haben

wurde so ein Kataster vom Regionalforstamt Ruhrgebiet

l Auswertung – hier werden die Handlungs-

bereits für eine Kirchengemeinde angelegt. Diese ist

empfehlungen übersichtlich und nach Maßnah-

Mitglied in einer FBG und ließ beispielsweise Bäume rund

men getrennt noch einmal aufbereitet

um die Kirche kontrollieren.

l Karten – auf den Karten sind die Bäume mit Nummer aufgrund von GPS-Koordinaten verortet

Warum Wald und Holz NRW mit der Visuellen Baum-

dargestellt

kontrolle beauftragen?

l Dokumentation der Durchführung der Hand-

Wald und Holz NRW verfügt über qualifizierte und erfah-

lungsempfehlungen – hier kann der Auftragge-

rene Fachleute zur Visuellen Baumkontrolle. Daneben

bende oder derjenige, der die Maßnahmen aus

besteht für die Waldbesitzenden meist bereits ein großes

den Handlungsempfehlungen abarbeitet, die

Vertrauensverhältnis zu „ihrem“ Förster, „ihrer“ Försterin

Durchführung der empfohlenen Maßnahmen

oder deren Vertreter aus dem Nachbarrevier. Diese

dokumentieren.

kennen die forstlichen Belange der Waldbesitzenden und können diese zum Teil gut mit der Wahrnehmung der

Wichtig für den Auftraggebenden ist, dass er die ausge-

Verkehrssicherungspflicht verknüpfen.

händigten Unterlagen 10 Jahre lang aufbewahrt. Die Firma Carneios bietet zudem eine Viewer-Lizenz. Mit dieser

Wald und Holz NRW hat im Interesse eines umfassenden

kann man zwar keine Daten mehr ändern. Aber die elek-

Dienstleistungsangebots an den Waldbesitz in seine

tronischen Daten der Baumkontrolle kann man auf seinem

Mitarbeitenden investiert. Wir freuen uns, dass wir

Computer zu Hause weiter auswerten oder ansehen.

Ihnen mit fachlich qualifizierten, hoch motivierten und engagierten Mitarbeitenden auch die Dienstleistung „Visuelle Baumkontrolle“ auf professioneller Basis anbieten können.

Bei Interesse melden Sie sich direkt bei Ihrem zuständigen Förster oder Regionalforstamt. Die Kontaktdaten finden Sie unter www.wald.nrw.de/regionalforstaemter

Reinhart Hassel Regionalforstamt Ruhrgebiet, Wald und Holz NRW VBK-Karte

Fotos: Reinhart Hassel, Wald und Holz NRW

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Gemeinschaftswald- und Klein(st)privatwald-Besitzende im Fokus Beratungsstelle für den Gemeinschafts- und Klein(st)privatwald eingerichtet Die Wälder Nordrhein-Westfalens nehmen eine Gesamt-

privatwaldbesitzenden bei der Bewirtschaftung ihrer

fläche von 935.000 Hektar ein. Davon befinden sich 63

Wälder zu unterstützen. Zu diesem Zweck wurde das

Prozent im Eigentum von 152.000 privaten Waldbesitze-

Team „Gemeinschaftswaldgesetz“ bei Wald und Holz

rinnen und Waldbesitzern.

NRW eingerichtet.

Der Gemeinschaftswald ist mit ca. 17.000 Waldbesitzen-

Das Team

den und ca. 42.000 ha vertreten, was einem Anteil von

Die Nachfolge der ehemaligen „Schwerpunktaufgabe Ge-

etwa 4,5 Prozent Gesamtwaldfläche entspricht.

meinschafswaldgesetz“ treten nun die beiden Forstleute

Zum Gemeinschaftswald zählen zahlreiche altrechtliche

Martin Kempkes und Julia Böning an.

Waldgemeinschaften. Diese wurden 1975 durch das

Herr Kempkes arbeitet seit August 2016 in der ehemali-

Gemeinschaftswaldgesetzes NRW (GemWaldG NRW)

gen Schwerpunktaufgabe. Im Juli wurde das Team um

unter der Bezeichnung „Waldgenossenschaften“ zusam-

Frau Böning ergänzt. Bereits während ihres zweijährigen

mengefasst. Die Besonderheit des Gemeinschaftswaldes

Referendariats im Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein

besteht darin, dass den Anteilberechtigten einer Waldge-

lernte sie die Waldgenossenschaften kennen.

nossenschaft das Eigentum an allen Waldflächen gemeinschaftlich, in Form von ideellen Anteilen, zusteht.

Beim Klein(st)privatwald handelt es sich hingegen um Realeigentum. Der Begriff Kleinstprivatwald umfasst Waldeigentum mit einer Fläche bis 5 ha. Kleinprivatwald bezeichnet Waldeigentumsflächen von 5 -20 ha. In NRW zählen rund 265.000 ha bzw. 39 Prozent der Gesamtwaldfläche zu diesen beiden Kategorien. Bemerkenswert ist, dass ca. 122.000 Waldbesitzende weniger als 2 ha ihr Eigentum nennen. Das heißt: mehr als 80 Prozent der Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer fallen in die Kategorie „Kleinstprivatwald“.

Team Gemeinschaftswaldgesetz: Martin Kempkes und Julia Böning. (Foto: Martin Kempkes)

An der Seite der Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer Insbesondere für Waldbesitzende des Gemeinschafts-

Beratung für den Klimaschutz

und des Klein(st)privatwaldes ist das Team Gemein-

Eine nachhaltige Bewirtschaftung dieser vielen „Mini-

schaftswaldgesetz Anlaufstelle für kostenlose Beratung.

Waldgrundstücke“ gestaltet sich oft schwierig. Ergebnis:

Die Kernaufgaben des Teams sind die Bekanntmachung

es findet nur eine geringe Holznutzung statt. Im Sinne

und Umsetzung der Inhalte und Aufgaben aus dem

des Klimaschutzes gilt es diese Hemmnisse zu über-

GemWaldG NRW. Zudem sollen sie die Idee der gemein-

winden. Denn ein gepflegter Wald kann sich entfalten,

schaftlichen Waldbewirtschaftung in ganz NRW in die

mehr sägefähiges Holz produzieren und dadurch mehr

Diskussion bringen und zunehmend umsetzen.

CO2 binden. Entsprechend des Koalitionsvertrages ist

Herr Kempkes betreut die nach GemWaldG NRW an-

eine verbesserte Holzmobilisierung erklärtes Ziel der

fallenden Aufgaben. Darunter fallen die Erteilung von

Landesregierung. Konkret bedeutet dies, die Klein(st)-

Genehmigungen für Satzungen, Lagerbücher und Grund-

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stücksveräußerungen, aber auch die Durchführung von

Vertiefende Information

Neugründungs-, Zusammenlegungs- und Auflösungsver-



Gemeinschaftswald

fahren von Waldgenossenschaften.



Gemeinschaftswaldgesetz



Projekt GemWaBewirt

Frau Böning entwickelt bestehende Modelle der gemein-

Kontakt

samen Waldbewirtschaftung weiter. Dabei unterstützt sie Klein(st)privatwaldbesitzende und Zusammenschlüsse

Martin Kempkes

bei Etablierung und Entwicklung der Modelle auf der

Vormwalder Str. 9

Fläche. Hierzu zählen unter anderem Waldpflegeverträge,

57271 Hilchenbach

regionale Waldpartnerschaften und Waldflurbereini-

Telefon: 02733 / 8944-22

gungen.

Mobil: 0171 / 58715-22 [email protected]

„Wenn Ihr Interesse geweckt ist oder Fragen bestehen, freuen wir uns auf ein Gespräch mit Ihnen.“, lädt Julia

Julia Böning

Böning Klein- und Kleinstwaldbesitzende ein.

Kurt-Schumacher-Str. 50 b

„Wir informieren Sie auch vor Ort über die verschiedenen

59759 Arnsberg

Möglichkeiten der gemeinschaftlichen Waldbewirtschaf-

Telefon: 0251 / 91797-276

tung und unterstützen Sie bei konkreten Vorhaben.

Mobil: 0151 / 58021-276

Sprechen Sie uns an!“.

E-Mail: [email protected]

Literaturverzeichnis Landesregierung Nordrhein-Westfalen. (2012). Landeswaldbericht 2012. Bericht über Lage und Entwicklung der Forstwirtschaft in Nordrhein-Westfalen. Düsseldorf.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Wald und Holz NRW unterstützt Förderprojekt Das Branchenbuch Wald und Forst bringt Waldbesitzende und Dienstleistende in Kontakt Jüngere „urbane” Walderben und -erbinnen von kleineren

Besonders die 10-jährige Erfahrung, im Rahmen der

Waldflächen, welche diese aktiv bewirtschaften möchten,

öffentlich-privaten Partnerschaft „Privatwaldförderung

aber keine Erfahrung damit haben, stoßen auf verschie-

Thüringen” in Kooperation mit Thüringen Forst AöR, fließt

dene Hürden. Die erste und wichtigste ist, die passenden

in diese neuartigen IT-Lösungen mit ein.

Ansprechpartner vor Ort zu finden. Das soll in Zukunft

wwm begrüßt es daher, dass Wald und Holz NRW das

einfacher werden.

Projekt unterstützt und eine Plattform bietet, um die Akzeptanz des Branchenbuches in einer Pilotregion zu testen. Hierüber werden Sie zeitnah weiter informiert werden. Neben dem Branchenbuch für die Wald- und Forstwirtschaft, werden im Rahmen des Projektes verschiedene andere digitale Hilfswerkzeuge für Kleinprivatwaldbesitzende und Forstbetriebsgemeinschaften entwickelt. Beispielsweise ein online basiertes Instrument zur vereinfachten Verwaltung ehrenamtlich geführter Forstbetriebsgemeinschaften „FBG-Online”.

Verschiedene Online-Werkzeuge für Kleinstprivatwaldbesitzende und ehrenamtlich geführte Forstbetriebsgemeinschaften (Grafik: wald-wird-mobil.de)

Um dies zu ermöglichen, entwickelt www.wald-wirdmobil.de (wwm) ein online verfügbares Branchenbuch für den Wald und Forst Sektor. Erstmalig in einem bundesweiten Branchenbuch, können unterschiedliche Forstdienstleistende regionalspezifisch ihre Dienstleistungen anbieten und somit einfach gefunden werden. Diese, sowie weitere geplante Funktionen, ermöglichen

Das Team von wwm (Foto: wald-wird-mobil.de)

es Waldbesitzenden und Dienstleistenden schnell und

Das Team von wald-wird-mobil.de ist immer an neuen

unkompliziert zusammen zu finden.

Erkenntnissen bezüglich der Bedürfnisse und Hürden von

Seit 2015 wird wwm aufgrund eines Beschlusses des

Waldbesitzenden und Forstdienstleistenden interessiert.

Deutschen Bundestags vom Bundesministerium für Ernäh-

Auf www.waldhilfe.de recherchiert wwm in einer Testphase

rung und Landwirtschaft (BMEL) und dem Bundesministe-

Forstdienstleistungen in der von Ihnen gewünschten

rium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Region. Dort können Sie auch an Umfragen teilnehmen.

(BMUB) gefördert. Im Rahmen des Verbundprojektes

Darüber hinaus ist das Team von www.wald-wird-mobil.de

„Klimaschutz durch Kleinprivatwald – für Eigentümer

immer sehr an Ihrem Feedback und Verbesserungsvor-

und Gesellschaft (KKEG)” vom Waldklimafonds

schlägen interessiert.

www.waldklimafonds.de entwickelt wwm Online-Werk-

Wenden Sie sich dazu bitte an folgende E-Mail-Adresse:

zeuge für Kleinprivatwaldbesitzende und ehrenamtlich

E-Mail: [email protected]

geführte Forstbetriebsgemeinschaften.

Autor: wald-wird-mobil.de

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ im Nationalpark-Zentrum Eifel Große und kleine Entdecker herzlich willkommen Mit modernen Inszenierungen werden nicht nur die Besonderheiten des Nationalparks Eifel, sondern auch die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ und der Wert der biologischen Vielfalt vor Ort und weltweit vorgestellt.

Die FBG „Drachenfelser Ländchen“ besucht mit ihrem Vorsitzenden Dr. Christoph Abs die Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ des Nationalpark-Zentrums Eifel (11.05.2017). (Foto: Geschäftsführer Herbert Schmitz)

Am 10. September 2017 feierte das NationalparkZentrum Eifel mit seiner barrierefreien Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ sein einjähriges Bestehen.

Die Ausstellung „Wildnis(t)räume“ lädt auf 2.000 Quadratmetern zum Staunen und Entdecken ein. (Foto: R. Hövel)

Grund zur Freude war auch die an diesem Tag stattfindende Auszeichnung zum UN-Dekade-Projekt „Biologische Vielfalt“, zu der Repräsentanten des Landes und der Region sowie die Öffentlichkeit geladen waren.

Von der Ausstellung eingenommen war auch die Forstbetriebsgemeinschaft „Drachenfelser Ländchen“, die bei ihrer diesjährigen Waldlehrfahrt am 11. Mai den Nationalpark Eifel und die Ausstellung besucht hat. Denn die „Wildnis(t)räume“ bieten auf 2.000 Quadratmetern eine Entdeckungsreise für alle Sinne und laden zum Erkunden

(Foto: R. Hövel)

und Staunen ein. Neben den vielfältigen ökologischen Verknüpfungen eines Nahrungsnetzes, kann in einer 3-DAnimation die unbeeinflusste Entwicklung von Grasland zu Wald auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz der „Dreiborner Hochfläche“ erlebt werden. Dabei werden verschiedene Entwicklungsstadien und deren typische Begleitpflanzen in einem stereoskopischen Film gezeigt. Darüber hinaus gibt es Insektenmodelle und Tierpräparate zum Anfassen. Highlight der Ausstellung ist der „Zauber der Wildnis“, eine neuartige Bild- und Klangkulisse die die Besucherinnen und Besucher in ihren Bann zieht. (Foto: S. Jansen)

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Die Themen reichen von der Artenvielfalt des Buchenwaldes und den Lebensgemeinschaften der Gewässer über die Darstellung natürlicher Kreisläufe bis hin zu aktuellen Fragen des Umweltschutzes. Die Ausstellung will Freude an der Natur wecken und für mehr Akzeptanz gegenüber der „Wildnis“ als Schutzziel der Nationalparke weltweit werben. Dabei orientiert sie sich an den Leitbildern der Bildung für nachhaltige Entwicklung und des globalen Lernens.

Und dies an einem außergewöhnlichen Ort mitten im

(Foto: R. Hövel)

Nationalpark Eifel. Das Gelände der ehemaligen national-

Per Telefon oder E-Mail (Kontakt siehe unten) können

sozialistischen „Ordensburg Vogelsang“ hat sich nach der

sich Interessierte beraten lassen. Weitere Informationen

Aufgabe des späteren Truppenübungsplatzes zu einer

rund um die Ausstellung, zu speziellen Angeboten und

Begegnungs- und Bildungsstätte entwickelt. Heute steht

Veranstaltungen sind unter www.nationalparkzentrum-

dieser „Internationale Platz“ (IP) für Toleranz, Weltoffen-

eifel.de zu finden.

heit und einen respektvollen Umgang mit der Natur und ist – nicht zuletzt aufgrund des faszinierenden Panorama-

Kontakt und weitere Informationen:

blicks über den Urftsee – zu einem beliebten Ausflugsziel

Wald und Holz NRW

geworden. Neben der Erlebnisausstellung des National-

Nationalparkforstamt Eifel

park-Zentrums bietet das „Forum Vogelsang IP“ ein

Fachgebiet Nationalpark-Zentrum Eifel

Besucherzentrum mit Informationen zur Region, eine

Vogelsang 70, 53937 Schleiden

NS-Dokumentation zur Historie des Standortes und eine Gastronomie mit Aussichtsterrasse. Im direkten Umfeld

Buchungshotline:

sind weitere Standortpartner wie das Deutsche Rote

Telefon Verwaltung: 02444-91574-0

02444-91579-11

Kreuz, das NABU-Naturschutzhaus und die Kirche im Nationalpark mit ihren Ausstellungen und Angeboten so-

E-Mail: [email protected]

wie Übernachtungsmöglichkeiten zu finden.

Web: www.nationalparkzentrum-eifel.de

Die Ausstellung „Wildnis(t)räume“ ist jeden Tag von 10 bis

Dr. Kerstin Oerter

17 Uhr geöffnet (Weihnachten und Silvester von 10 bis 14

Nationalparkforstamt Eifel

Uhr). Täglich finden um 14 Uhr (an Samstagen, Sonntagen

Fachgebietsleitung Nationalpark-Zentrum Eifel

und Feiertagen auch um 11 Uhr) Führungen für einen geringen Aufpreis zum Eintrittspreis statt. An diesen kann ohne Voranmeldung teilgenommen werden. Führungen, die auf verschiedene Altersgruppen oder besondere Anlässe ausgerichtet sind, sowie Schulklassenprogramme sind nach Absprache buchbar.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Wald und Boden als Lebensgrundlage des Menschen erleben: Bodenlehrpfad Königsforst im Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft instandgesetzt. Kenntnisse über den Boden sind für die forstliche Bewirt-

sind der Hainsimsen-Buchenwald, der Stieleichen-

schaftung besonders wichtig. Deshalb wurde der bereits

Hainbuchenwald auf lehmigen Böden, Eichenwälder auf

im Jahr 2007 eingerichtete Bodenlehrpfad Königsforst

Sand und Erlen-Eschen- sowie Weichholz-Auewälder auf

nach nunmehr 10 Jahren Standzeit komplett erneuert.

nassen Böden. Geschützte Vogelarten wie der Schwarz-

Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind herzlich einge-

specht, der Mittelspecht, der Grauspecht und der

laden, hier einen Blick „unter die Kulisse“ zu werfen.

Wespenbussard sind Zeichen für die hohe ökologische Qualität der Flächen.

Im Regionale-Portal Forsthaus Steinhaus erhalten Waldund Bodeninteressierte Wanderer die ebenfalls neu herausgegebene, kompakte Begleitbroschüre für den Bodenlehrpfad Königsforst. Damit geht es anschließend selbstständig oder fachkundig geführt auf den ca. fünf Kilometer langen Rundparcours mit insgesamt fünf Bodenprofilen des Bodenlehrpfades. Der Einstieg gelingt am besten oberhalb des alten Bahnhofes Königsforst mit Carsten Schilli und Thilo Simon vom Geologischen Dienst NRW erklären den Seminarteilnehmer-/innen am 28. Juni 2017 ein Bodenprofil auf dem Bodenlehrpfad Königsforst.

dem Profil Nr. 1 in einem Roteichenbestand zu dem ein gut ausgebauter Wanderweg von einem Wanderparkplatz herunterführt. Der Wanderparkplatz ist von Bensberg

Der Geologische Dienst Nordrhein-Westfalen und das

kommend vor dem Ortseingang Forsbach rechts gelegen.

Regionalforstamt Rhein-Sieg Erft realisierten die NeuInstandsetzung gemeinsam. Der Bodenlehrpfad zeigt im Wuchsgebiet Bergisches Land und im Wuchsbezirk Bergische Heideterrasse die Böden im Übergangsbereich zwischen Rheinebene und Bergischem Land. Neben einem Einblick in die Vielfalt der Böden zeigen die neu gestalteten Hinweistafeln an den Bodenprofilen, wie der Boden als Waldstandort genutzt wird. Denn Waldbesitzende und Forstleute interessiert besonders, ob die „richtigen“ standortgerechten Bäume auf dem Boden wachsen oder wie man ihn noch besser nutzen könnte.

Jürgen Greißner, zuständiger Förster des Forstbetriebsbezirks Broichen-Steinhaus, RFA Rhein-Sieg-Erft, erläutert im Seminar die Entstehung und geplante weitere Bewirtschaftung eines Roteichenbestandes am Profil 1 des Bodenlehrpfades im Königsforst.

Farbige Profilaufnahmen und Beschreibungen geben einen anschaulichen Überblick über die örtlichen Boden-

Zur Orientierung enthält die Broschüre des Bodenlehr-

und Waldstandortverhältnisse.

pfades eine gut lesbare, farbige Übersichtkarte. Ein Besuch der 80 Quadratmeter großen Ausstellung

Der Königsforst ist seit 1997 als Waldnaturschutzge-

„Natur nutzt - Ressource“ in der renovierten Scheune des

biet ausgewiesen. Schützenswerte Waldgesellschaften

Forsthauses Steinhaus zum Thema sei hier ausdrücklich

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

vor oder nach dem Begang des Bodenlehrpfades emp-

Für Wald-Profis und die die welche werden wollen:

fohlen! Denn in dieser wird neben dem Boden auch noch

Seminarangebote des forstlichen Bildungsprogramms

die Ressource Wald im Hinblick auf Klimaschutz, Lebens-

finden Sie unter

raum für Pflanzen und Tiere, Wasserfilter- und Speicher

www.wald-und-holz.nrw.de/fortbildungsangebote/

und der Rohstoff Holz „zum Anfassen und Erleben“ präsentiert.

Das Portal Forsthaus Steinhaus finden Sie unter

Wald und Holz NRW führt regelmäßig in Kooperation mit

www.wahnerheide-koenigsforst.de/

dem Geologischen Dienst NRW Aus- und Fortbildungs-

und unter

veranstaltungen zum Thema Wald und Boden auf dem

www.wald-und-holz.nrw.de/wald-erleben/infozentren/

Bodenlehrpfad im Königsforst durch. Die Premiere nach

wiz-steinhaus/

der Renovierung des Pfades fand am 28. Juni 2017 mit einem Seminar im Rahmen des Forstlichen Bildungs-

Mark Mevissen,

programms statt. Die Seminarreihe „Standortkunde,

Wald und Holz NRW Serviceteam Aus- und Fortbildung

Weiserpflanzen und Waldbau“ dieses Programms wird in 2018 mit einer entsprechenden Fortbildungsveranstaltung auf dem Bodenlehrpfad Hürtgenwald-Raffelsbrandt in der Eifel mit typischen Böden und Mooren des Hohen Venns fortgesetzt. Die Seminarteilnehmer-/innen erfahren hier, welche potentielle, natürliche Waldgesellschaft sich an dem jeweiligen Ort entwickeln würde und welche Möglichkeiten der standortgerechten Baumartenwahl sich bieten. Neben forstgeschichtlichen Sachverhalten werden auch vergangene sowie geplante forstwirtschaftliche Maßnahmen erläutert und mit den Seminarteilnehmer-/innen diskutiert.

Informieren Sie sich vor Ort über die Ressource Wald und Boden und nehmen Ideen und Erkenntnisse für Ihren eigenen Wald mit. Erkunden Sie den neu gestalteten Bodenlehrpfad Königsforst und das Regionale Portal Forsthaus Steinhaus, oder die weiteren nordrhein-westfälischen Bodenlehrpfade Hürtgenwald-Raffelsbrand in der Eifel und Hohenroth im Rothaargebirge.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

„Wälder brauchen Vielfalt“ Arnsberger Waldforum 2017

Erziehung konkurrenzstarker, stabiler, produktiver und zugleich vielfältiger naturnaher Mischwälder mit hohem Anpassungspotential (Foto: Dr. Leder)

Das Arnsberger Waldforum, in diesem Jahr eine Veranstaltung zum 30-jährigen Bestehen der Einrichtung Waldbau und Forstvermehrungsgut (ehem. Forstgenbank NRW), wird am 25. und 26. Oktober unter dem Titel „Wälder brauchen Vielfalt“ stattfinden. Die Veranstaltung greift das Zusammenwirken von Waldbau und Generhaltung auf und spiegelt durch Fachvorträge den Wissenstransfer und die Vernetzung zwischen Wissenschaft und Praxis wider. Aktuelle Forschungsprojekte zum Themenbereich Waldbau und Forstvermehrungsgut werden durch Poster

Baumartenvielfalt zur Risikovorsorge (Foto: Dr. Leder)

dargestellt. Im Rahmen einer Exkursion werden die Zulassung und Behandlung von Eichen-Saatgutbeständen, die natürliche Wiederbewaldung von Sturmwurfflächen sowie der praktische Umgang mit der Douglasie im Waldbau behandelt.

Programm: www.wald.nrw.de/arnsbergerwaldforum Anmeldung: bis zum 18.Oktober 2017 unter [email protected]

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Wald und Holz NRW erweitert das Dienstleistungsangebot der Visuellen Baumkontrolle Zwölf Mitarbeiter erfolgreich FLL-zertifiziert Vom 24. bis zum 28. Juli 2017 wurden zwölf Mitarbeiter von Wald und Holz NRW zu FLL-zertifizierten Baumkontrolleuren fortgebildet. Nach erfolgreicher schriftlicher und mündlich/praktischer Prüfung erfolgte durch Übergabe der Zertifikate die Bestätigung der besonderen Fachkunde zur Durchführung von visuellen Baumkontrollen entsprechend den Baumkontrollrichtlinien der Forschungsgesellschaft Landesentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL e. V.).

Schwefelporling an Roteiche (Foto: Reinhart Hassel, Wald und Holz NRW)

Für die Schulung konnte das Sachverständigenbüro Jochen Brehm aus Bestensee bei Berlin gewonnen werden. Mit einem Team aus drei Ausbildern, die auch praktisch in der Baumkontrolle arbeiten, wurde die Schulung und die Prüfung ausgesprochen qualifiziert und äußerst fachkundig durchgeführt. Mehr zur Verkehrssicherungspflicht für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer finden Sie unter www.wald.nrw.de/verkehrssicherung.

Gerne können Sie auch Ihre Försterin oder Ihren Förster vor Ort ansprechen.

Reinhart Hassel, Teilnehmer und Dozenten (Foto: Kirstin Nieland, SV-Büro Nieland)

Regionalforstamt Ruhrgebiet, Wald und Holz NRW

FLL-Teilnehmer Von oben nach unten und von links nach rechts: Erste Reihe: Christof Schäfer, RFA Märkisches Sauerland Dr. Andreas Plietzsch, SV-Büro Brehm Jochen Brehm, SV-Büro Brehm Christian Pfeiffer, RFA Niederrhein Kirstin Nieland, Büro Nieland Zweite Reihe: Jens Nusch, RFA Soest-Sauerland Martin Langkamp, RFA Ruhrgebiet Markus Rübsamen, RFA OWL Sebastian Nafe, Büro Brehm

Dritte Reihe: Uwe Brakensiek, RFA OWL Ralf Seipp, RFA OWL Jörg Dommermuth, RFA Ruhrgebiet Vierte Reihe: Stefan Springer, RFA Bergisches Land Matthias Müller, RFA Ruhrgebiet Fünfte Reihe: Reinhart Hassel, RFA Ruhrgebiet Martin Scholz, RFA Soest-Sauerland

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Nachhaltige Holzerzeugung: Wald und Holz NRW startet Versuchsanbau

Startschuss für das Projekt im Arnsberger Wald: v.l. MdB Cajus Caesar, Dr. Norbert Asche (Wald und Holz NRW), Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann und der Leiter von Wald und Holz NRW, Andreas Wiebe (Foto: Wald und Holz NRW)

Wald und Holz NRW pflanzt ab Herbst 2017 im Rahmen eines Forschungsprojekts auf Versuchsflächen im Sauerland elf Baumarten an, die ursprünglich aus Südosteuropa, Asien oder Amerika stammen und dort auf vergleichbaren Standorten leben. Insgesamt elf Baumarten sollen auf ihre Vitalität, Wuchsleistung und Konkurrenzverhalten zu heimischen Baumarten untersucht werden. Es handelt sich dabei um mögliche Ergänzungen zu den heimischen Baumarten im Angesicht der aktuellen und kommenden Umweltveränderungen. Ähnliche Versuchsflächen hat Wald und Holz NRW im Juni 2017 zusammen mit dem Landesverband Lippe auf Standorten im Lipper Bergland eingerichtet. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) im Rahmen des Förderprogramms Nachwachsende Rohstoffe (FNR) unterstützt. Am 26. Juli wurde das Projekt gemeinsam mit MdB Cajus Caesar, Staatssekretär Dr. Heinrich Bottermann und Andreas Wiebe im Arnsberger Wald der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mehr zum Projekt: www.wald-und-holz.nrw.de/aktuelle-meldungen/2017/ neue-baeume-fuer-den-wald-von-morgen/

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Seminarangebote für forstlich Interessierte Empfehlungen zur naturnahen Bewirtschaftung von Stiel- und Traubeneichenbeständen in NRW – 12. Oktober 2017 Ein Konzept zur Bewirtschaftung wird in Theorie und Praxis auf einem Schulungsparcours im Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald vorgestellt. Ziel der Bewirtschaftungsempfehlungen zur naturnahen Bewirtschaftung der Eiche in NRW ist es, Hilfen für eine Effizienzsteigerung zu geben, den Anteil der Eichen zu sichern und zu vermehren. Ort: „Altes Gasthaus Spindeldreher“ in Arnsberg-BreitenAlles über und rund um den Wald – im Forstlichen Bildungsprogramm von Wald und Holz NRW (Foto: Wald und Holz NRW)

Wald und Holz NRW bietet jedes Jahr zahlreiche Seminare für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer an. Bei den nachfolgenden Angeboten handelt es sich nur um einen Auszug. Das vollständige Bildungsprogramm finden Sie unter

bruch und umliegende Wälder Gebühr: 85,00 €/Person inkl. Verpflegung und MwSt. www.wald-und-holz.nrw.de/fortbildungsangebote/ fortbildung/fb/show/Fortbildung/empfehlungenzur-naturnahen-bewirtschaftung-von-stiel-undtraubeneichenbestaenden-in-nrw-anspruechepotenziale-und-empfe/

www.wald.nrw.de/fortbildung. Dort finden Sie auch das Anmeldeformular sowie Kontakt-

Pflanzenschutzsachkundenachweis – 10. Oktober 2017

daten.

Fort- und Weiterbildungsmaßnahme zum weiteren Erhalt der Pflanzenschutzsachkunde 2017

Besteuerung in der Forstwirtschaft – 14. Nov. 2017

Zielgruppe: Inhaber des Sachkundenachweises

Schwerpunktthema 2017: Kleinprivatwald und forstwirt-

Pflanzenschutz, die dieses Jahr eine turnusmäßige Fort-

schaftliche Zusammenschlüsse (Forstbetriebsgemein-

bildung besuchen müssen

schaften, Waldgenossenschaften)

Ort: Forstliches Bildungszentrum für Waldarbeit und

Dr. Klaus Hillebrand gibt einen kurzen allgemeinen Über-

Forsttechnik NRW, Arnsberg

blick über steuerliche Regelungen in der Forstwirtschaft.

Gebühr: 85,00 €/Person inkl. Verpflegung und MwSt.

Dabei werden die aktuellen Neuerungen mit Bezug zur Forstwirtschaft (pauschale Gewinnermittlung für kleinere LuF-Betriebe nach § 13a EStG ab WJ 2014/15, Beförsterungsverträge mit dem Landesbetrieb nach der neuen

www.wald-und-holz.nrw.de/fortbildungsangebote/ fortbildung/fb/show/Fortbildung/ pflanzenschutzsachkundenachweis-fort-undweiterbildungsmassnahme-zum-erhalt-derpflanzenschutzsachkunde-2017/

Entgeltordnung, Besteuerung von FBG) behandelt. Kontakt für Rückfragen Bei rechtzeitiger Mitteilung (bis 15.10.2017) besteht die

Wald und Holz NRW

Möglichkeit, konkret eingereichte Themenwünsche und

Serviceteam Aus- und Fortbildung

Fragen der Teilnehmenden zu behandeln.

Albrecht-Thaer-Straße 34

Zielgruppe: FBG-Geschäftsführer/innen, Vorstände von

48147 Münster

Forstbetriebsgemeinschaften, Waldbesitzer/innen

Tel: 0251-91797-403

Ort: Tagungsstätte „Freischütz“ in Schwerte

E-Mail: [email protected]

Gebühr: 40,00 €/Person inkl. Verpflegung und MwSt.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

KWF Tagung – Wir machen das Büro der Zukunft Die KWF-Thementage finden am 27.-28.9.2017 in Paaren/ Glien unter dem Motto: „IT-Lösungen in der Forstwirtschaft“ statt. Wald und Holz NRW zeigt dort mobile Apps, welche die vielfältigen Aufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch mobil und offline unterstützen. Ziel ist es die Forstleute zurück an Ihren eigentlichen Arbeitsplatz, den Wald zu bringen.

Abies offline - Poltereingabemaske mit ForstGIS-Schnittstelle (Foto: G. Hernandez, Wald und Holz NRW)

Weitere mobilen Anwendungen sind die „Wildlife-App“ zur Erfassung der Daten für das Verbissgutachten, die „Biotopbaum-App“ zur Kartierung von Biotopbäumen und ForstGIS offline als mobiles und offline-fähiges „RevierGIS“ zur benutzerspezifischen Erfassung, Dokumentation und Visualisierung von Geodaten im Revier.

ForstGIS offline – Forstbetriebskarte (transparent vor dem aktuellen Luftbild) (Foto: G. Hernandez, Wald und Holz NRW) Förster mit dem Toughpad bei der Arbeit (Foto: R. Oberhäuser, Wald und Holz NRW)

Der Förster vor Ort kann die fachlich erforderlichen Daten

Mit der Einführung der Panasonic Toughpads für alle

einfach erfassen und nach der Rückkehr ins Büro die

Forstbetriebsbezirke wurde eine Plattform für die Ent-

Daten per Knopfdruck synchronisieren.

wicklung von mobilen Apps geschaffen. Dabei sollen diese Apps an das 10 Zoll große Toughpad-Display angepasst sein und möglichst gut die spezifischen Geschäftsprozesse abbilden. Eine enge Anbindung an das vorhandene Geoinformationssystem (ForstGIS) und an die Holzbuchverwaltung „Abies NG“ war dabei eine Grundanforderung.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017 Kohlenstoffinventur 2017 – die Aufnahmeteams sind unterwegs Bis zu sechs Teams aus freiberuflichen Forstexperten

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Mein Wald. Unser Wald. Neuer Nachhaltigkeitsbericht beleuchtet besonders Privatwald

untersuchen gerade mit modernsten Messgeräten die Wälder in NRW. Dabei werden insgesamt etwa 15.000 Bäume analysiert. Ziel ist, Aussagen zum Kohlenstoffhaushalt in unseren Wäldern treffen zu können. Dieses Vorhaben wird zeitgleich in allen Bundesländern durchgeführt.

Die Hälfte der Stichprobenpunkte ist schon untersucht worden. Die weiteren werden bis Ende Oktober 2017 abgearbeitet sein. Nach der Auswertung durch das Thünen-Institut für Waldökosysteme wird mit Ergebnissen für NRW voraussichtlich Ende 2018 gerechnet werden können.

Bei der Präsentation des neuen Nachhaltigkeitsberichts am 1. August im Waldinformationszentrum Steinhaus in Bergisch Gladbach: (v. l.) Reinhard Krebber (Waldbauer), Andreas Wiebe (Leiter Wald und Holz NRW) und Eckhard Remter (Revierförster) (Foto: Wald und Holz NRW)

Anfang August ist der neue Nachhaltigkeitsbericht von Wald und Holz NRW erschienen. Unter dem Titel „Mein Wald. Unser Wald.“ geht es diesmal vor allem um die Personen, denen der Wald gehört. Warum besitzen sie Wald? Was bedeutet ihnen der Wald? Welche Perspektiven sehen sie für ihren Wald. In sieben Reportagen werden sieben verschiedene Geschäftsmodelle vorgestellt. Ferner gibt es einen Rückblick auf das Jahr 2016 – in Bildern, Daten und Fakten.

Der Nachhaltigkeitsbericht kann online bestellt werden Inventur im Wald (Foto: Wald und Holz NRW)

unter www.wald-und-holz.nrw.de/publikationen. Oder einfach herunterladen unter

Ansprechpartner

www.wald.nrw.de/nachhaltigkeitsbericht.

Lutz Falkenried Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald Schwerpunktaufgabe Waldplanung, Waldinventuren Telefon: 02931/7866-179 E-Mail: [email protected]

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Waldblatt NRW - Herbst 2017 Herbstkalkung läuft an Die Ergebnisse der letzten Bodenzustandserhebung zeigen zwar eine leichte Verbesserung des Zustands der Waldböden in Nordrhein-Westfalen auf, Entwarnung gibt er jedoch noch nicht. Die aktuellen Einträge überschreiten immer noch die kritischen Werte.

Darum beteiligen sich das Land Nordrhein-Westfalen, der Bund und die Europäische Union weiterhin mit bis zu 90 Prozent an den Ausgaben für die Bodenschutzkalkung. Bei der anstehenden Herbstkalkung werden wieder fast 5.000 ha Wald in Nordrhein-Westfalen gekalkt. Darunter befinden sich auch Flächen, die bereits einmal gekalkt wurden. Oft ist die Säurebelastung des Bodens so hoch, dass eine Wiederholungskalkung bereits nach sieben Jahren angezeigt ist.

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Erhebung des Waldzustandes (WZE) 2017 2017 wird zum 33. Mal der jährliche Waldzustand erfasst. Zum Start der Aufnahmen zur WZE fand am 25. Juni eine Auftaktveranstaltung in Waldbeständen bei Rösrath unter Beteiligung von Umweltministerin Christina SchulzeFöcking und Pressevertretern statt. Dabei konnte praktisch demonstriert werden, wie die Untersuchungen durchgeführt werden.

An fast 10.000 Bäumen werden neben dem Nadel- und Blattverlust vielschichtige Indikatoren in den Baumkronen untersucht. Die Aufnahmen werden Ende August 2017 abgeschlossen sein. Die Veröffentlichung ist für Mitte November 2017 vorgesehen.

Eine Bodenschutzkalkung von Standorten mit eintragsbedingter Versauerung und mächtigen Humusauflagen ist weiterhin empfehlenswert.

Wenn Sie nun sagen, das wäre auch etwas für meinen Wald, dann beteiligen Sie sich an den nächsten Kalkungsmaßnahmen im Frühjahr

. Wenden Sie sich gerne

an Ihr zuständiges Regionalforstamt. Dort erfahren Sie mehr zu Bodenbeprobungen, der Auswahl von Lager- und Hubschrauberladeplätzen oder dem Vergabeverfahren. Informationen über die forstliche Förderung in NordrheinWestfalen erhalten Sie unter www.wald.nrw.de/foerderung

www.wald-und-holz.nrw.de/wald-in-nrw/waldzustand/ Ansprechpartner Lutz Falkenried Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald Schwerpunktaufgabe Waldplanung, Waldinventuren Telefon: 02931/7866-179 [email protected]

Sprechen Sie Ihre Försterin oder Ihren Förster vor Ort an oder melden sich bei Ihrem zuständigen Regionalforstamt. Dieses finden Sie unter www.wald.nrw.de/regionalforstaemter

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Sehr geehrte Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer, sehr geehrte Kunden und Freunde des Regionalforstamtes Rhein-Sieg-Erft, der September hat begonnen und beim Umblättern des

Eichenbeständen zu durchforsten. Die Eiche war sehr

Kalenderblattes ist klar geworden, dass das Jahr 2017

gut nachgefragt und die Chance des hohen Preises sollte

nun in seine finale Phase geht und das letzte Jahresdrittel

man nutzen. Neben einem guten Holzerlös tut man auch

schon angebrochen ist. Im Wald ist das die Zeit, wo man

dem Wald etwas Gutes. Denn Eichenbestände kompen-

sich für die kommende Laubholzeinschlagssaison rüstet.

sieren Durchforstungsrückstände nur sehr langsam und

In einigen Forstbetrieben hat der Laubholzeinschlag

leider oft auch gar nicht. Die Kronen der Eichen reagieren

schon begonnen, da es – vor allem für zeitig eingeschla-

nicht so plastisch wie z.B. Buchenkronen, die sich nach

gene Buche – eine „Frühlieferprämie“ gibt. Die holzverar-

jahrelangem Dichtstand auch im höheren Alter noch re-

beitende Industrie versucht dadurch, möglichst früh im

generieren können. Fazit: bitte schauen Sie einmal in Ihre

Jahr mit Frischholz versorgt zu werden um die Produk-

Laubholzbestände, vor allem in die Eichen, und sprechen

tion mit „Vollgas“ starten zu können.

Sie die betreuende Försterin oder den Förster an.

Auch im Nadelholzeinschlag geht es in den kommenden Monaten weiter. Viele Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer sind unter anderem durch die steigenden Fichtenpreise motiviert worden, im Wald arbeiten zu lassen. Die momentan recht hohe Zahl an eingeschlagenen Festmetern belegt dies. Auch aus den Sägewerken kommen keine Klagen über mangelnde Holzversorgung. Weiterhin sollten Sie aber auch – wie im letzten Waldblatt angesprochen – auf die Borkenkäfer achten und im Schadensfall schnell handeln. Zögern Sie bitte nicht, im Falle des Erkennens von Käferbäumen laut zu geben – hier ist Eile geboten und das Aufarbeiten der „Käfernester“ rangiert vor dem normalen Frischholzeinschlag!

Vielleicht helfen Ihnen die Hinweise zur Holzmarktsituation ja auch, den positiven Entschluss zu einer Durchforstung – ggf. auch im nächsten Jahr – zu fassen.

Neben diesen Hinweisen zu Holzernte und Holzpreisen haben wir in dieser Waldblattausgabe einen Artikel Jörg Fillmann (Foto: Wald und Holz NRW)

über einen forstlichen Erfahrungsaustausch mit einer Forstkollegin aus Wales. Unser Kollege Marc Redemann,

An dieser Stelle möchte ich gerne noch einmal etwas

Revierleiter im Revier Ittenbach, war eine Woche in Wales

Werbung für den Laubholzeinschlag machen. Wenn wir

und hat dort Erfahrungen gesammelt. Darüber wird in

das Vorjahresniveau der Eichenpreise einigermaßen bei-

einem Artikel berichtet.

behalten können, bietet es sich auf jeden Fall an, in den

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Das Porträt eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin stellt Berthold Münzer vor. Er arbeitet seit über 40 Jahren im Forstamt und ist im Dienstgebäude Bonn das „Urgestein“ im Holzbüro. Aus dem Bereich des landeseigenen Forstbetriebes haben wir in dieser Ausgabe einen Beitrag, der sich mit dem Thema „Jagd“ beschäftigt. Und wie in jeder Ausgabe des Waldblattes finden Sie wieder einige kurze Mitteilungen unter „Aktuelles/Neuigkeiten“.

Ich hoffe, dass Sie sich durch die Informationen im überregionalen Teil und durch die Artikel aus dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft gut informiert fühlen.

Mit herzlichen Grüßen aus Eitorf

Ihr Jörg Fillmann

Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft Fachgebietsleiter Privat- und Kommunalwaldbetreuung Krewelstraße 7,

Eitorf

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Aktuelle Holzmarktsituation Jörg Fillmann, Fotos: Jörg Fillmann In diesem „Waldblatt“ möchte ich Ihnen wieder einige

Die Nachfrage aus den Sägewerken nach Fichtenstamm-

Informationen zur aktuellen Holzmarktlage zukommen

holz war sehr rege. Meist funktionierte die Abfuhr

lassen. Ich hatte bereits geschrieben, dass wir im Be-

reibungslos und die Verweilzeit des eingeschlagenen

treuungssektor bisher in 2017 einen im Vergleich zu den

Holzes im Wald war kurz.

Vorjahren hohen Holzeinschlag bewegt haben. Sicherlich hat die für die Waldbewirtschaftung – vor allem für Holzrückearbeiten – länger andauernde günstige Witterung dazu beigetragen. Achtgeben müssen wir derzeit – wie bereits im letzten Waldblatt erwähnt – auf die Borkenkäfer. Immer wieder tauchen bei den Reviergängen und -fahrten Käfernester auf, die zu schneller Handlung zwingen. In Bayern, Kärnten, Tschechien und Polen sind rund 13 Millionen Festmeter Sturmholz angefallen. Aus den süddeutschen Regionen kommen zusätzlich auch große Mengen an Käferholz auf den Markt. Daher müssen wir vor dem Ein-

Eingeschnittenes Fichtenholz

schlag auf entsprechende Vermarktungsmöglichkeiten achten. Die Schadholzaufarbeitung hat definitiv Vorrang

Die Preissituation des Leitsortiments in der Fichte

vor dem „normalen“ Frischholzeinschlag!

Stammholz 2b (= 25 bis 29 cm Mittendurchmesser) beträgt in der Güteklasse B/C bei Werksvermessung rund 94 Euro und ist damit im Laufe des Jahres 2017 wieder etwas angestiegen. Zertifiziertes Papierholz erzielt 31 Euro je Raummeter, Spanholz lediglich rund 18 Euro je Raummeter.

An dieser Stelle ein Hinweis auf die Dimensionen beim Fichtenstammholz: Viele Sägewerke haben eine maximal problemlos zu verarbeitende Holzdimension von 65 cm Durchmesser. Daher wird Holz, das dicker als 65 cm ist, mit geringeren Preisen bewertet. Bitte schauen Sie doch Entrindetes Fichtenstammholz

einmal in Ihre Fichtenbestände und messen die dicken Bäume am Stammfuß. Sollte Ihr Zollstock in Richtung

Die überwiegend sehr zufriedenstellende Holzpreissitua-

65-cm-Marke ausgeklappt werden, bietet sich ein Anruf

tion hat in den vergangenen Monaten dazu beigetragen,

bei Ihrer Betreuungsförsterin bzw. beim Betreuungs-

dass einige noch unentschlossene Waldbesitzende einer

förster an.

Durchforstung zugestimmt haben.

Aber Achtung!!: zuerst sollten unbedingt die Käfernester

Daher hier einige Hinweise zu den Hauptbaumarten und

aufgearbeitet werden.

deren Vermarktungsmöglichkeiten:

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Stark dimensionierte Fichten

Eichen aus dem Frühjahrseinschlag

Die Saison des Kieferneinschlages hat noch nicht richtig

Unser waldbauliches Sorgenkind ist momentan wegen

begonnen, daher sind die Kiefernpreise noch nicht ge-

des Triebsterbens die Esche. In vielen Forstbetrieben

sichert. Erfahrungsgemäß liegen diese zwischen 20 bis

werden Sanitärhiebe geplant und auch zeitnah durchge-

25 Euro unter den Fichtenpreisen. Ich werde im „Winter-

führt. Ziel ist es, die am stärksten von der Krankheit be-

Waldblatt“ noch einmal auf die Vermarktung der Kiefer

fallenen Eschen zu entnehmen und noch gesunde Eschen

eingehen.

zu fördern. Trotz dieser Situation wird für die Esche ein Preis auf dem Vorjahresniveau erwartet.

Die Planung des Laubholzeinschlages läuft momentan an und erste Gespräche mit Laubholzsägewerkern haben

Bei den übrigen Laubbaumarten liegt der Schwerpunkt

stattgefunden. Die Einschätzung der Laubholzvermark-

klar auf den sehr guten Exemplaren, die dann über die

tungsmöglichkeiten war dabei zwischen potentiellen

Submissionen verkauft werden. Im Regionalforstamt

Käufern und Verkäufern sehr eng beieinander.

Rhein-Sieg-Erft ist die Wertstammholzsubmission traditionsgemäß am ersten Mittwoch im Februar –

Bei der Buche wird eine ähnliche Markt- und auch Preis-

das ist in 2018 der 7. Februar.

situation wie im Vorjahr erwartet. Die C-Holz-Preise in der

Bitte melden Sie sich bei den Kolleginnen und Kollegen

4. Stärkeklasse liegen im Bereich von 60 Euro und kön-

im Betreuungsbereich, wenn Sie Stämme in Ihrem Wald

nen durch die „Frühlieferprämie“ – je nach Zeitpunkt der

haben, von denen Sie glauben, dass man sie auf der Sub-

Bereitstellung – um bis zu 11 Euro aufgestockt werden.

mission anbieten könnte.

Auch bei der Eiche wird eine dem Vorjahr ähnliche sehr gute Nachfrage erwartet. Die C-Holzpreise in der 4. Stärkeklasse lagen über 150 Euro, die D-Holzpreise immerhin noch über 80 Euro. Auch hier noch einmal der von mir auf etlichen FBG-Versammlungen geäußerte Appell: „Bitte schauen Sie in die Eichenbestände! – Wenn nicht jetzt, wann dann?“.

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Forstwirtschaft in Wales – ein interessanter Erfahrungsaustausch Marc Redemann, Leiter FBB Ittenbach, Fotos Marc Redemann In der Zeit vom 7. Mai bis zum 14. Mai 2017 hatte ich das große Glück, das liebliche Llandovery im schönen Land Wales besuchen zu dürfen.

Walisische Landschaft nahe Llandovery

Wales weitestgehend in privater Hand, obwohl es einen Llandovery

Dieses geschah im Rahmen eines geförderten Fachkräfteaustausches für den Forstbereich. Für eine gute Woche konnte ich Einblicke in die Arbeitsweise des größten privaten Forstunternehmens des

Staatswaldanteil von immerhin 41 Prozent gibt. Auf diesen Flächen wird aber ebenfalls ausschließlich mit privaten Firmen, wie Till Hill, gearbeitet. Die staatlichen Mitarbeiter führen hauptsächlich administrative Tätigkeiten aus bzw. erfüllen Kontrollaufgaben.

Königreiches, der Firma Till Hill bekommen. Im Gegenzug hat eine Mitarbeiterin der Firma Till Hill, Frau Sonia Winder, eine Woche lang das Regionalforstamt Rhein-SiegErft besucht. Die gesamte Organisation des Austausches sowie die Abrechnung der Fördermittel hat freundlicherweise Frau Winder übernommen, wofür ich sehr dankbar bin. Mit der Reise ging für mich ein Kindheitstraum in Erfüllung. Seit ich in meiner Kindheit einen Roman gelesen habe, der in Wales spielte, wollte ich dieses Land besuchen. Das reale Wales erreichte ich schließlich mit dem Bus, dem „National Express“ der mich von London Heathrow nach Swansea beförderte, wo Frau Winder mich abholte und in das beschauliche Llandovery brachte.

Hier befindet sich eines der Büros der Fa. Till Hill, „the UK`s leading forestry and Timber harvesting company“. Die Firma bewegt einen Jahresumsatz von rund 1,2 Millionen Festmetern. Die Forstwirtschaft liegt in

Sitkafichtenwald

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Von den 309.000 ha Wald in Wales sind 49 Prozent Nadel-

die Sitkafichte eben außerordentlich rasch und kann nach

und 51 Prozent Laubwald. Gewirtschaftet wird sowohl im

30 bis 35 Jahren geerntet werden.

Privat- als auch im Staatswald aber hauptsächlich im

Nach der Holzernte erfolgt in der Regel eine Bodenbe-

Nadelholz. Die wichtigste Wirtschaftsbaumart ist die

handlung mit einem kleinen Bagger, der Pflanzplätze

Sitkafichte, die gängige Holzerntemethode ist der Kahl-

vorbereitet. Gepflanzt wird von Hand, wobei Vorsicht

schlagbetrieb.

geboten ist, da die Pflanzen gegen Insektenbefall mit

Eine wie in Nordrhein-Westfalen per Landesforstgesetz

Nikotin behandelt werden und daher ohne Handschuhe

vorgeschriebene maximale Kahlschlagsgröße von zwei

nicht berührt werden dürfen. Das folgende Foto zeigt

Hektar gibt es in Wales nicht. Kahlschläge bis zu 50 ha

eine Besonderheit: Nach erfolgtem Kahlschlag wurde

am Stück sind auch im Staatswald keine Seltenheit.

die Fläche mit Traubeneichen aufgeforstet. Die Trauben-

Das sogenannte „Thinning Out“, was einer Durchforstung

eichen stehen in Wuchshüllen zum Schutz gegen Kanin-

nahe kommt, befindet sich noch in den Kinderschuhen

chenverbiss.

und findet derzeit kaum Anwendung. Laubbäume werden im allgemeinen forstlichen Sprachgebrauch unter „broadleafe trees“ zusammengefasst und finden in forstwirtschaftlicher Sicht ebenfalls kaum Beachtung.

Kahlschlag von Sitkafichte, aufgeforstet mit Traubeneiche

Ein großes Problem stellt das Lärchensterben in Wales dar. Die Lärche, ehemals eine der wichtigsten Wirtschaftsbaumarten, ist nahezu komplett ausgefallen. Daher nährt sich auch die Sorge darum, was passieren könnte, wenn die Sitkafichte durch biotische oder abiotische Schäden stark in Mitleidenschaft gezogen würde, was bisher aber nicht der Fall ist. Um dem zu begegnen, wird über die Einführung weiterer Nadelbaumarten, wie z. B. der mazedonischen Kiefer, der japanischen Zeder oder des Küsten„broadleafe trees“

mammutbaumes nachgedacht. Zusätzlich bemüht man sich in Forschungsprojekten um

Die aus unserer Sicht vielleicht etwas gewöhnungsbe-

genetische Veränderungen der in Wales vorkommenden

dürftige Wirtschaftsweise erklärt sich durch das spezielle

Baumarten oder Kreuzung verschiedener Baumarten.

walisische Klima. Bei Niederschlägen jenseits der 2500

Bei all diesen Überlegungen steht immer der wirtschaft-

mm im Jahr und ausgeprägt atlantischem Klima wächst

liche Aspekt im Vordergrund.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Man kann davon halten was man will, aber hier wird eben Forstwirtschaft betrieben, wie sie auch in vielen anderen Ländern üblich ist. Umso verwunderter kann man nur sein, wenn man sich vor Augen hält, auf welchem Niveau in Deutschland oft Kritik an der Forstwirtschaft geübt wird. Mir ist jedenfalls wieder ins Bewusstsein gerückt, dass die Bewirtschaftung von Dauerwald und die multifunktionale Forstwirtschaft Errungenschaften sind, die es zu schützen gilt. Vielleicht wird ja irgendwann einmal ein vorbildlich bewirtschaftetes Altwaldgebiet in Deutschland zum Weltkulturerbe erklärt, anstatt zum Weltnaturerbe.

Marc Redemann in einer Hybridpappelkultur

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Portrait Berthold Münzer Holzsachbearbeiter im Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft, Standort Bonn Uwe Schölmerich Auf 42 Jahre und 213 Tage Arbeit für Wald und Waldbe-

Seine Aufgaben haben sich im Zuge der Veränderungen

sitzer wird Berthold Münzer am 30. November 2017

in der Forstverwaltung sehr gewandelt. Über Jahre, hat

zurückblicken, wenn er durch Erreichen der Altersgrenze

er sich mit allem befasst, was mit seiner kaufmännischen

in den Ruhestand überwechseln wird. Unter der Regie von

Ausbildung zu machen ist und sich immer wieder in neue

vier Forstamtsleitern hat er in drei verschiedenen Forst-

Themen eingearbeitet.

ämtern, aber immer am gleichen Ort in Bonn-Röttgen, für die Forstverwaltung gearbeitet.

33 Jahre hat er die Waldarbeiterangelegenheiten im Forstamt Kottenforst bearbeitet. Über das Berechnen der Löhne hinaus bedeutete dies vor allem: Ansprechpartner sein in allen Lebenslagen für die ursprünglich 38 Waldarbeiter des Forstamtes Kottenforst.

22 Jahre verkaufte er Holz für alle Waldbesitzarten. Er kennt sich gut aus in der Holzwelt, egal um welche der vielen Holzarten oder Holzsortimente es sich handelt. Da verlangt das Forstamt Rhein-Sieg-Erft mit seinen vielen verschiedenen Baumarten schon besonderes Interesse und Engagement. Wer ihn kennt, weiß, mit welcher Passion er hinter seiner Aufgabe steht. Ob es sich um Industrieholz handelt oder um Wertholz, das früher durch Berthold Münzer (Foto: Wald und Holz NRW)

eine Versteigerung, später durch Submission seine Käufer finden sollte: Herr Münzer sorgt für den gut orga-

Nach Ausbildung und Tätigkeit bei der Basalt-Union in

nisierten Ablauf der Verkaufsveranstaltung und eine

Bonn Beuel hat er am 1. Mai 1975 im damaligen Forstamt

korrekte Abrechnung.

Kottenforst angefangen. Aus seinem forstlichen Elternhaus – sein Vater war der Stadtförster in Rheinbach und

Die Vergabe von Fördermitteln, Kompensationskalkung,

ein bis heute bekannter Schweißhundeführer – war ihm

Betriebsbuchführung und viele andere Projektaufgaben

das Forstamt mit seinen Aufgaben schon vertraut.

wurden im Laufe der Jahre von ihm erledigt.

Die Zahl der Revierförsterinnen und -förster, mit denen

Ein besonderes Feld war die Mitwirkung an Innovationen

er zusammengearbeitet hat, kann man kaum ermitteln.

und Reformprojekten. So hat er die gesamte Entwicklung

Ebenso wenig die Zahl der vielen Kunden, die von Herrn

der EDV-Systeme im Holzverkauf von der Targon 88 –

Münzer bedient wurden. Holzmengen kann man nur

einem eher klavierähnlichen Computer – bis hin zum

schätzen: Es werden rund 2 Millionen Festmeter gewesen

Programm ABIES in Arbeitsgruppen begleitet und seine

sein im Wert von etwa 70 Millionen Euro, die im Laufe

lange Erfahrung im Sinne des Betriebes eingebracht.

der vielen Jahre über seinen Schreibtisch „abgewickelt“ wurden.

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Rückblickend meint er: „Die Arbeit machte mir von Anfang an mit wenigen Durststrecken immer Spaß. Wald und Holz sind einfach interessante Arbeitsfelder, abwechslungsreich, nachhaltig und produktiv.“ Im Personalrat hat er über lange Jahre die Belange der Beschäftigten vertreten.

Im privaten Bereich war Herr Münzer über Jahrzehnte bei den St.-Georg-Pfadfindern aktiv. Seit 2002 arbeitet er ehrenamtlich bei der AIDS-Hilfe in Bonn mit.

Im Urlaub zieht es ihn regelmäßig in die Berge zu ausgedehnten Wandertouren. Seine Verbundenheit mit der Natur hat ihm einen „grünen Daumen“ beschert, dessen Spuren man an den „Tagen der offenen Gartenpforte“ in Berthold Münzer – originelle Kopfbedeckung (Foto: Jörg Fillmann)

seinem Haus in Bonn ansehen kann.

In der Forstamtscrew kann man ihn bei gemeinsamen Veranstaltungen immer schnell erkennen – er hat ein Faible für originelle Kopfbedeckungen.

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Jagd im Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft Armin Hübinger Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft ist durch die Lage

Die Erhebungen beweisen, dass z. B. Eiche ohne Schutz-

im südlichen Rheinland und den Städten des Bergischen

maßnahmen aus der Verjüngung herausselektiert wird.

Landes urban geprägt. Es ist mit einer arrondierten Jagd-

Schäden durch Rot- und Damwild spielen zurzeit nur

fläche von ca. 24.000 ha das zweitgrößte staatswaldbe-

eine untergeordnete, auf Teilbereiche beschränkte Rolle.

wirtschaftende Forstamt bei Wald und Holz NRW.

Das o. g. Schälschadensmonitoring deckt sich mit dieser Aussage.

Der konsequente Wechsel vom Alterskassenwald hin zur naturnahen Bewirtschaftung hat den Wald verändert.

Gut organisierte und aktive Hegegemeinschaften können

Das Ergebnis sind stark strukturierte, biodiversitätsrei-

Grundlage für eine am Zuwachs orientierte Bewirtschaf-

che Mischwälder. Milde Winter, erhöhte Belichtung und

tung sein. Jährliche Bestandseinschätzung z. B. durch

hohe Stickstoffeinträge steigern die Wuchsleistung der

Scheinwerfertaxation sorgen neben den oben beschrie-

Vegetation und die Fruktifikation der Bäume. Somit ist

benen betrieblichen Weisern für eine objektive Abschuss-

auf vielen Flächen Deckung äquivalent mit Äsung. Der

planung.

Bewegungsradius vor allem des Rehwildes sinkt, damit sinkt auch die Beobachtbarkeit und der Bejagungsauf-

Schwarzwild verursacht im Wald vernachlässigbare

wand wird erhöht.

Schäden; im Gegenteil – die Tiere wühlen den Mineralboden frei und ermöglichen punktuell das Aufkeimen

Einschätzung von Wildbestandsdichten und daraus

verschiedenster Bäume.

resultierender Äsungsdruck

Das Schwarzwild findet in der klimatisch begünstigten

Die vorkommenden Schalenwildarten als Teil der natür-

Rheinebene die optimalen Lebensbedingungen, die

lichen Biodiversität des Waldes üben insbesondere durch

zu jährlichen Zuwächsen von bis zu 350 Prozent des

das Äsen von Samen und Sämlingen, durch Verbiss oder

Gesamtfrühjahrsbe-

Schäle großen Einfluss auf die Baum- und sonstige Wald-

standes führen. Bei

vegetation aus. Die Folge ist eine unerwünschte Verar-

der Bejagung spielt

mung der natürlichen Artenvielfalt.

daher die Seuchenprophylaxe im Hinblick

Zur Einschätzung des Konfliktpotentials Wald/Wild ist es

auf die klassische

notwendig, mit geeigneten Erhebungen einen integralen

bzw. amerikanische

Ansatz – Wildbiologie, Waldbau und Betriebswirtschaft –

Schweinepest die vor-

als Handlungsempfehlung für die Praxis zu erarbeiten.

nehmliche Rolle.

Aus diesem Grunde führt Wald und Holz NRW ein flächendeckendes Verbiss- und Schälschadensmonitoring durch.

Schwarzwildrotte (Foto: Norbert Happ)

Ergänzt durch die Anlage von Weisergatter sind weitest-

Als Konsequenz für das Bejagungskonzept ergibt sich

gehend grundlagengleiche Situationsaussagen möglich.

daher eine auf die Hauptwildart, Rehwild, ausgelegte

Das auf ganzer Fläche vorkommende Rehwild nimmt

Bejagungsstrategie. Der Rehwildabschuss ist stetig zu er-

durch Fegen und Verbiss Einfluss auf die Vegetation.

höhen und durch optimale, sich permanent verändernde

Neben der Verdämmung durch Begleitvegetation, ist

jagdliche Infrastrukturen auf dem nötigen, hohen Niveau

dieser Faktor oft Grund ausbleibender Naturverjüngung.

zu halten.

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Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Die herbstlichen Drückjagden (= Waldschutzjagden) ergänzen das Streckenergebnis.

Rehwildstrecke im RFA Rhein-Sieg-Erft (Grafik: Armin Hübinger)

Des Weiteren entsteht aus der beschriebenen Situation die Verpflichtung zur intensiven Schwarzwildbejagung im Winterhalbjahr. Hochwildhegegemeinschaften dürfen in ihren Zielen der betrieblichen Orientierung nicht entgegenlaufen.

Ende einer Waldschutzjagd (Foto: Wald und Holz NRW)

Optimaler Weise endet die Jagd Mitte Dezember. Zum Ziele und Grundlagen der Bejagung

Wohle der Tiere sind in der Zeit des herabgesetzten

Um die Multifunktionalität des Waldes im bevölkerungs-

Stoffwechselhaushalts Beunruhigungen möglichst zu

reichsten Bundesland zu erhalten, bedarf es praxisorien-

vermeiden.

tierter Ziele, um eine langfristige Besitzsicherung und die Vermarktung des Rohstoffs Holz zu garantieren.

Die Intervalljagd bildet einen Kompromiss aus wildbiolo-

Eine Beeinträchtigung durch hohe Wilddichten ist nur

gischen und jagdwirtschaftlichen Anforderungen sowie

sehr eingeschränkt hinnehmbar. Die Jagd ist ein waldbau-

den wirtschaftlichen Zielinteressen des Betriebes.

liches Werkzeug zur allgemeinen Zielerfüllung.

Insgesamt hängt der Bejagungserfolg sehr stark von der Witterungssituation im Jahresverlauf und dem Mastan-

Aus der langfristigen Analyse der Streckenergebnisse

hang bei Eiche und Buche ab. Auch bei der Drückjagd

und der Kenntnis wildbiologischer Zusammenhänge

spielen Wind und Wetter am Jagdtag eine entscheidende

ergibt sich eine dem Aktivitätsrhythmus angepasste

Rolle.

Bejagungsintensität im Jahresverlauf: die sogenannte „Intervalljagd“.

Gejagt wird auf ganzer Fläche mit einem Schwerpunkt an den verbissfähigen und waldbaulich relevanten Verjüngungsflächen. Eine entsprechende jagdliche, permanent optimierte Infrastruktur ist Grundvoraussetzung für den Erfolg. Aus der natürlichen Aktivitätskurve des Rehwildes im Jahresverlauf ergeben sich 3 Jagdintervalle: (April)/ Mai, Mitte Juli bis Anfang August und September.

Gutes Ergebnis einer Waldschutzjagd (Foto: Peter Mann)

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Aktuelles aus dem Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft Jörg Fillmann Neuer Auszubildender in der Forstamtszentrale

Der Vorgänger von Sascha Degenhardt, Herr Raphael

Das Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft ist sehr aktiv in der

Bönisch, wird das Forstamt nach bestandener Prüfung

Ausbildung junger Leute. In jedem Jahr wird mindestens

als Kaufmann für Büromanagement verlassen und bei der

ein neuer Forstinspektoranwärter bzw. eine -anwärterin

Bezirksregierung Köln ein duales Verwaltungsstudium

sowie ein Referendar bzw. Referendarin ausgebildet.

beginnen. Für die tatkräftige Unterstützung des Forst-

Im Bereich der Forstwirte werden jährlich bis zu 10 neue

amtsteams bedanken sich alle Kolleginnen und Kollegen

Auszubildende für die praktische Arbeit im Wald einge-

bei Raphael Bönisch. Wir wünschen ihm alles Gute auf

stellt.

seinem weiteren Lebensweg – gerne hätten wir ihn in unseren Reihen behalten.

Aber auch für die Arbeit „hinter den Kulissen“ gibt es einen Ausbildungsplatz im Forstamt. Der Ausbildungsgang

Forstwirtausbildung in den Revieren

heißt Kaufmann bzw. Kauffrau für Büromanagement.

Wie oben bereits erwähnt, wird auch in den Förstereien

Seit 1. August 2017 ist dieser Ausbildungsplatz mit Herrn

jungen Leuten die Gelegenheit zu einer fundierten Aus-

Sascha Degenhardt besetzt.

bildung zu Forstwirtin bzw. zum Forstwirt gegeben. Aus den Bewerbungen wurden sechs Männer und eine Frau ausgewählt, die – über das gesamte große Forstamtsgebiet verteilt – die Ausbildungsplätze besetzen.

Neun Auszubildende haben im Sommer 2017 erfolgreich die Abschlussprüfung zur Forstwirtin bzw. zum Forstwirt abgelegt, sieben davon erhalten bei Wald und Holz NRW einen Zeitvertrag.

Ein wichtiger Hinweis: bis zum 15. September 2017 können noch Bewerbungen für die Forstwirt-AusbildungsSascha Degenhardt (Foto: Jörg Fillmann)

plätze (Ausbildungsstart ist der 1.8.2018) hier im Forstamt abgegeben bzw. zugeschickt werden!

Herr Degenhardt soll im Laufe seiner dreijährigen Ausbildung alle Arbeitsplätze im Sachbearbeitungsbereich des

Der Vollständigkeit halber sei an dieser Stelle noch er-

Innendienstes kennenlernen – KFZ-Wesen, Verlohnung,

wähnt, dass wir auch Bundesfreiwilligendienst-Interes-

Förderung, Holzverbuchung, Beschaffung, Postein- und

sierte vorhalten. Zwei junge Männer werden im Revier

Postausgang sowie die Arbeit am Telefon und im Be-

Rodder den Bundesfreiwilligendienst ableisten.

sucherbereich der Forstamtszentrale sind nur einige Beispiele für diese sehr vielseitige Ausbildung.

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Waldblatt NRW - Herbst 2017

Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft

Broschüre „Notrufmöglichkeiten für forstlich allein arbeitende Personen“ Alleinarbeit im Wald ist ein ausgesprochen gefährliches Unterfangen. Unfälle sind oft derart gestaltet, dass niemand etwas davon mitbekommt und die Organisation einer Rettungskette schwierig bzw. unmöglich wird. Hilfe kommt dann verzögert und oft auch nur durch glückliche Zufälle.

Broschüre „Notrufmöglichkeiten für forstlich allein arbeitende Personen“

In dieser Broschüre werden wertvolle Hinweise gegeben, wie sich alleinarbeitende Personen im Vorfeld technisch absichern können. Es werden Argumente zur Risikoabwägung angeführt.

Herausgeber: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e.V. (DGUV)

Glinkastraße 40 10117 Berlin Tel.: 030 288763800 Fax: 030 288763808 E-Mail: [email protected] Internet: www.dguv.de

DGUV Information 212-140 zu beziehen bei Ihrem zuständigen Unfallversicherungsträger oder unter www.dguv.de/publikationen

An- und Abmeldungen für das „Waldblatt“ senden Sie bitte formlos per E-Mail an [email protected]

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