Mai 04 fr PDF - Die Apis

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Inhalt 2 Persönliches Wort 3 Zur geistlichen Grundlegung Gott loben 8 Unsere Sonntagstexte 2.Mose 22,20–30; 23; 24; 25, 1–22, 29,43-46; Psalm 96 14 Persönliches 14 Aus unserem Verband Die Landesmitarbeiter – Matthias Hanßmann 16 Schwerpunktthema Musik und Gemeinschaft Die Bedeutung von Singen und Liedgut für die Persönlichkeitsentwicklung Lied des Monats/ unser Liederkalender Musik als Brücke zum Leben Musik von Anfang an Christsein im Angesicht des öffentlichen Kulturlebens Musikgruppen zum Lob Gottes Gemeinschaftsarbeit und Christliche Gemeindemusikschule 26 Aktueller Buchtipp Rolf Scheffbuch: Nicht aus eigener Kraft 27 Lebenslieder Du stehst am Platz, den Gott dir gab 28 Neues vom Schönblick Entscheidender Schritt nach vorne Tasten tasten 29 Freie Plätze auf Freizeiten 30 Vermischtes 31 Unsere Veranstaltungen Unser Titelbild: »Früh übt sich ...« – »Alte mit den Jungen sollen loben den Namen des Herrn« (Ps 148,12.13). Foto: Patrick Hanßmann

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Singet dem Herrn ein neues Lied; singet dem Herrn, alle Welt! Singet dem Herrn und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil! Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern! Denn der Herr ist groß und hoch zu loben, mehr zu fürchten als alle Götter. Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der Herr hat den Himmel gemacht. Psalm 96,1–5

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Er weckt mich alle Morgen (GL 632) Liebe Brüder und Schwestern, liebe Freunde, wie gern erinnere ich mich an Kindheitstage, als wir im Elternhaus, vor allem am Sonntagabend und bei Familienfesten, mit Harmoniumbegleitung viele Lieder sangen. Unvergessliche Eindrücke! Dabei wurde »so nebenbei« manches Lied auswendig gelernt, was mir bis heute ein unaufgebbarer Schatz geworden ist. Das Stichwort »Harmonium« ruft freilich heute hier und dort ein müdes Lächeln hervor und wird als »altmodisch« abgehakt. Doch weit gefehlt! Es war eine äußerst fortschrittliche Tat, dass in vielen »Stundenfamilien« (ja, in den meisten!) ein Harmonium stand und die Kinder reihenweise die Liedbegleitung erlernten. Eine solche Breitenwirkung der Hausmusik gab es sonst nicht. Es war der sichtbare Ausdruck dafür, dass im Pietismus die Musik und das geistliche Liedgut einen hohen Stellenwert hatten und gepflegt wurden. Freilich: Total vom Glauben, vom Evangelium her motiviert – und alle hatten ihren Segen. Das Familien- und Gemeinschaftsleben wurde dadurch (mit)geprägt. Alle lernten »serienweise« Lieder und erhielten dadurch einen Schatz, den man heute noch bewundernd bei älteren Geschwistern vorfinden kann. Welche Verarmung trifft man dagegen heute in Familien (auch bei gläubigen) an, wenn nur das »Gedudel« oder gar erschlagend laute Musik (Radio, Kassetten, CD ...) konsumiert und selbst so wenig gesungen und musiziert wird. Der Glaube wächst, wenn wir in geistlichen Liedern (Kol 3,16) zu Hause sind. Sie sind befreiender Ausdruck des Gebets und des Gotteslobs, der Verkündigung, der Gemeinschaftspflege und: »Man kann den Kummer sich vom Herzen singen ...«. Wenn das noch vielfältig instrumental begleitet wird – welch großartige Sache. Diese Ausgabe ist schwerpunktmäßig dem Thema »Musik und Gemeinschaft« gewidmet. Sie soll die Gottesgabe der Musik anstrahlen und mithelfen, den reichen Schatz des (alten und neuen) geistlichen Liedgutes zu entdecken und auch neu das Erlernen von Instrumenten zur Ehre Gottes (!) zu fördern. Natürlich gibt es heute viel Ersatz für das Harmonium von einst. Ich wünsche mir aber etwas mehr von diesem geistlich geprägten fortschrittlichen Denken. Und noch eins: Singen Sie bitte regelmäßig das Lied des Monats, und merken Sie sich vor, im Herbst auf alle Fälle den Liederkalender 2005 (siehe Seite 18f.) zu kaufen und zu verschenken. Auf viel gemeinsames Singen an allen Orten freut sich Ihr

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Gott loben Referat von Pfarrer Volker Gäckle beim Mitarbeitertag am 13. März 2004 in Leinfelden-Echterdingen

Gott loben – um Gottes willen ... weil Gott Gott ist! Dieser Gedanke mag sich im ersten Moment merkwürdig anhören, aber ich will das erklären. Wir neuzeitlichen, postmodernen Menschen können gar nicht anders, als uns selbst in den Mittelpunkt unseres Weltbildes zu stellen. Und wenn diese Mittelpunktstellung in Frage gestellt wird, reagieren wir ganz empfindlich mit Protest und Gegenkritik: Wer nimmt sich das Recht heraus, mich in Frage zu stellen? Wer hat das Recht, mir Vorschriften zu machen? Wer hat das Recht, von mir die Verehrung zu verlangen? Wie sich unser Verständnis verändert hat, kann man an unserem Umgang mit Autoritäten ablesen. Eine Autorität wird von uns erst dann als eine solche anerkannt, wenn sie bewiesen hat, dass sie etwas drauf hat, dass sie kompetent ist. So sind wir Menschen es heute auch gewöhnt, religiöse Überzeugungen und Bekenntnisse begründen zu müssen. Als Christen werden uns kritische Fragen gestellt: Woher weiß ich, dass es Gott gibt? Wieso hat dieser Gott ein Recht, über mein Leben zu bestimmen? Warum sollte ich mich nach diesem Gott richten? Das sind ganz moderne Fragen, mit denen sich jeder Christ irgendwann einmal herumschlagen muss. Für den antiken Menschen waren das ganz unvorstellbare Fragen, und zwar nicht nur für antike Juden oder Christen, sondern auch für die Ägypter, Assyrer, Babylonier, Perser, Griechen und Römer. Für den antiken Menschen war es keine Frage, dass es Gott bzw. Götter gab, und es war keine Frage, dass diesen Göttern Lob und Ehre gebührt. In der ganzen Bibel wird nicht ein einziges Mal die Frage gestellt, ob es Gott gibt. Es wird auch nicht ein einziges Mal die Frage gestellt, ob Gott oder die Götter ein Anrecht haben auf unser Leben und unsere Verehrung und Anbetung. Die Frage in der Bibel ist vielmehr, wer der wahre Gott ist. Und es war vollkommen klar, dass wenn der Gott, der sich uns in Jesus Christus offenbart hat, der wahre Gott ist, ihm dann auch die Anerkennung, Eh-

re und Anbetung gebührt. Dass Gott die Ehre gebührt, war für den antiken Menschen ganz selbstverständlich. Und jetzt merken Sie vielleicht, wie weit wir uns davon heute entfernt haben. Es gibt nicht wenige Menschen, die die Existenz Gottes glauben (siehe die einschlägigen Umfrageergebnisse), aber nur ein Bruchteil davon kommt auf die Idee, diesen Gott anzubeten und ihm die Ehre zu erweisen. Und Christen passen sich diesem Denken manchmal an, indem wir versuchen, den Glauben an Jesus wie Sauerbier anzupreisen; indem wir versuchen, Jesus zu einem attraktiven Produkt zu machen nach dem Motto »Glaube an Jesus, und dann wirst du reich, gesund und glücklich!« Einmal davon abgesehen, dass das nicht stimmt, sollen wir doch nicht deshalb an Jesus glauben, weil es uns etwas bringen könnte. Das tut es natürlich auch, sehr viel sogar. Nein, wir sollen deshalb an Jesus glauben, weil er der Herr aller Herren ist, weil er der Sieger über Hölle, Tod und Teufel ist. Weil ihm das erste und das letzte Wort gehört. Weil er die Schlüsselfigur der Weltgeschichte ist. Und wir sollen Gott loben, nicht nur weil es eine therapeutische Wirkung für unsere Seele hat oder weil es uns stimmungsmäßig nach oben bringt – das auch, keine Frage –, sondern weil Gott Gott ist. Für den antiken Menschen war das eine Selbstverständlichkeit. Wir müssen uns das immer wieder klar machen. ... weil Gott Wunder tut! Wir loben den Gott, der Wunder tut. Mit diesem Bekenntnis tun sich viele Christen heute schwer. Das mag einmal mit dem oft sehr vollmundigen Bekenntnis charismatischer Christen zusammenhängen, wo scheinbar überall und ständig Wunder passieren, wo sie auch fast schon passieren müssen und wo sich manchmal echtes Christsein an der Frage erlebter Wunder entscheidet. Und es hängt andererseits mit der wissenschaftlichen und historisch-kritischen Wunderkritik zusammen, die nach der naturwissenschaftlichen Beweisbarkeit von Wundern fragt. Wir geben deshalb oft häufiger Erklärungen ab, wa-

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rum Gott heute oder auch in unserem Leben keine Wunder tut, als dass wir fröhlich und frei den Gott loben, der Wunder tut. Wir sollten uns das nicht nehmen lassen! Gott tut Wunder, das gilt für die biblische Zeit genauso wie für heute. Ganz viele von uns könnten jetzt von großen oder kleineren Wundern Gottes berichten, aber alle von uns können von den biblischen Wundern berichten. Jeder von uns kann erzählen, was Gott an Abraham, Mose und David getan hat. Jeder kann von den Wundern Jesu berichten. Jetzt sagen Sie vielleicht: »Aber ich kann’s doch nicht beweisen!« Erstens: Was glauben Sie, wie viele unbewiesene Dinge wir Menschen tagtäglich glauben. Zweitens: Es steht geschrieben! Gottes Wunder sind bezeugt in Dokumenten mit einem historischen Anspruch. Deshalb loben wir den Gott, der Wunder tut. Wir tun das nicht unkeusch, wir gehen damit nicht hausieren, wir blähen uns darüber nicht auf, aber wir lassen uns das Bekenntnis auch nicht nehmen. Wir loben den Gott, der Wunder tut. Er hat sie zu Zeiten Abrahams und Moses getan, er hat sie bei Elia und Elisa getan, er hat sie in und mit Jesus getan, und er tut sie auch heute. Nicht immer gleich, nicht überall, manchmal verborgen. Aber ihm gebührt das Lob über den vielen Wundern. ... weil Gott gut ist! Wir loben Gott auch einfach deshalb, weil er gut ist, weil er »gnädig und barmherzig, geduldig und von großer Güte« ist. Und weil er gleichzeitig mächtig und stark ist; ein Gott der Berge versetzen kann. Auch hier zögern wir manchmal, weil wir uns vor dem kritischen Einwand fürchten: »Wieso ist Gott gut, wenn er so viel Böses zulässt?« Ich kann und will auf diese Frage jetzt nicht eingehen, nur so viel dazu: Dass es viel Leid und Dunkelheit in dieser Welt gibt, auch viel unerklärliches Leid, auch viel Ratlosigkeit über die Wege Gottes, das wussten auch schon die Menschen in biblischer Zeit. Aber dennoch haben sie niemals gezögert, den Gott zu loben, der uns alle guten Gaben gibt, dem wir alles verdanken, was wir sind und haben. Wer immer wieder grüblerisch an dieser Frage nach der Güte Gottes angesichts des Leides stehen bleibt, der sollte sich einmal dazu zwingen, alle guten Gaben und alle Wohltaten Gottes aufzuzählen. Wir sind ja manchmal in einer negativen Blickrichtung richtig gefangen. Wer Gott lobt, weil er gut ist, der wird auch ein anderes Verhältnis zu ihm bekommen. Wer Gott lobt, weil er gut ist, erhält auch neue Augen für die Wirklichkeit Gottes und in der Folge auch neue Augen für die Wirklichkeit dieser Welt.

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Gott loben – um meiner selbst willen ... weil das Gotteslob meine Bestimmung ist! Es war der Grundgedanke meines Schöpfers und Erlösers, dass ich etwas sei zum Lobe seiner Herrlichkeit (Eph 1,12). Es ist der Sinn und die Bestimmung meines Lebens, Gott durch mein Leben hindurch zu loben und zu verherrlichen. Das ist der Sinn der gesamten Schöpfung. In den Psalmen ist ja oft davon die Rede, wie die Natur Gott lobt in ihrem Sein. Sie ist dazu geschaffen, um den Schöpfer zu verherrlichen, und für uns Menschen gilt genau dasselbe. Paulus schreibt dazu im Kolosserbrief: »Alles, was ihr tut mit Worten und mit Werken, das tut im Namen des Herrn und dankt Gott, dem Vater, durch ihn.« Unsere ganze Existenz soll auf den dreieinigen Gott hin ausgerichtet sein. Das ist der fundamentale Unterschied des christlichen Glaubens zum Humanismus. Der Humanismus ist ganz und gar auf den Menschen und sein Wohl hin ausgerichtet. Der christliche Glaube ist ganz und gar auf Gott und sein Lob hin ausgerichtet. Ist der christliche Glaube deshalb unmenschlicher? Wer Gott recht kennen und lieben gelernt hat, der wird Gott lieben von ganzem Herzen ... und seinen Nächsten wie sich selbst. Wer Gott kennen gelernt hat, der hat seine Liebe erfahren, und diese Liebe verleiht uns ein ganz neues Verhältnis zum Menschen. Diese Liebe kennt der Humanismus so nicht, und deshalb bleibt er immer im Rahmen einer menschlich machbaren Sympathie und Liebe. Der Humanismus singt das Loblied auf den Menschen, der christliche Glaube singt ein Loblied auf Gott und den Menschen. Das ist das Interessante in Psalm 8: »Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt« (Ps 8,5f.). Mir ist das wichtig, dass wir das nicht vergessen. Gerade in der Arbeit mit jungen Menschen ist es mir wichtig, dass sie ein positives Selbstbild bekommen: Ich bin ein herrliches Geschöpf. Ich bin eine großartige Erfindung des Schöpfers. Darf ich das einmal als Hausaufgabe stellen: Achten Sie darauf, dass Sie jedem Satz über die Schuld und Sünde des Menschen einen Satz über seine Herrlichkeit gegenüberstellen. Im Pietismus wissen wir oft viel über Schuld und Sünde des Menschen zu sagen, aber das, was Psalm 8 hier tut, das vergessen wir zu oft.

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In Psalm 8 ist nun aber interessant, dass das Lob des Geschöpfes nicht der letzte Horizont ist. Das ist ja das Problem der modernen Vergötterung des Menschen, dass das Lob über den jungen, schönen Menschen absolut dasteht. In Psalm 8 sind dagegen der erste und der letzte Vers ein Lobpreis des Schöpfers dieses Menschen: »Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen ...!« Über dem Lob des Menschen soll ich zum Lob des Schöpfers kommen. Das ist meine Bestimmung. Durch das Lob Gottes behält der Mensch auch ein letztes Maß im Auge, das ihn vor der Selbstvergötzung schützt. Wer Gott lobt, wird immer daran erinnert, dass es noch einen Größeren und Mächtigeren gibt als ihn selbst. Das ist besonders für alle, die in großer Verantwortung stehen, ein entscheidender Punkt. Wenn ich in meinem Leben nun aber nicht zum Lob Gottes durchdringe, dann bedeutet das ja in der letzten Konsequenz, dass ich dann die Bestimmung und den Sinn meines Lebens verfehle. Dann bedeutet das, dass ich nicht zu meiner Identität finde; denn meine Identität ist es, dass ich etwas sei zum Lobe seiner Herrlichkeit. Das wird in der Bibel immer wieder deutlich. Dort wird »loben« oft mit »leben« gleichgesetzt. Wer Gott lobt, der lebt auch. Umgekehrt gilt das aber auch: Wer aufgehört hat, Gott zu loben, der lebt auch nicht mehr, auch wenn er biologisch noch völlig intakt ist. In Jes 38,19 heißt es: »Denn die Toten die loben dich nicht, und der Tod rühmt dich nicht, und die in die Grube fahren, warten nicht auf deine Treue; sondern allein, die da leben, loben dich so wie ich heute.« Wer lebt, der lobt! Das ist die biblische Grundformel. Das ist der Hintergrund der Geschichte vom verlorenen Sohn, als der Vater bei der Heimkehr seines Sohnes sagt: »Dieser mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden.« Faktisch war dieser ja die ganze Zeit quicklebendig, aber in dem Moment, in dem er die Beziehung zu seinem Vater abgebrochen hat, war er in den Augen des Vaters tot. Und in dem Moment, in dem er wieder nach Hause kommt, ist er wieder lebendig. Wenn ein Mensch mit dem Lob Gottes aufhört, ist er in den Augen Gottes tot, weil er an seiner Bestimmung vorbeigeht. Leben heißt, Gott loben. Wenn das so ist, dann ist die Identitätskrise einer ganzen Kultur, die in der milliardenfachen Identitätskrise einzelner Menschen zum Ausdruck kommt, eine Krise des Gotteslobs. Eine ganze Kultur hat ihre Mitte verloren und damit die Orientierung.

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Wenn das Lob Gottes die Bestimmung unseres Lebens ist, dann gibt es keine Heilung einer Gesellschaft oder einer Gemeinschaft jenseits dieser Gottesbeziehung. Indem ein Mensch zum Lob Gottes durchdringt, wird er wieder seine eigene Mitte finden, wird er Orientierung und Halt finden, wird er Werte finden, wird er Sinn und Hoffnung finden. Das hat vor über 1600 Jahren der große Kirchenvater Aurelius Augustinus (354–430 n. Chr.) gemerkt. Er hatte ein sehr bewegtes Leben hinter sich. Er kam aus der tiefen Gottlosigkeit und hatte eine Wende geschafft zu dem Vater aller Dinge. Er schreibt in seinen Bekenntnissen: »Wir sind zu dir hin geschaffen, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.« ... weil das Gotteslob mein Leben in die Weite führt! Im Bengel-Haus haben wir jeden Mittwoch ein Gebetsfrühstück und an den anderen Wochentagen eine Gebetsgemeinschaft. Dabei geht es meistens um sehr persönliche Anliegen: um Prüfungen und Examina, die anstehen, um Krankheiten, von denen Einzelne oder ihre Angehörigen betroffen sind, um Probleme mit diesem und jenem, also um die Dinge, die unseren Alltag prägen. Und bei mir persönlich ist es oft nicht anders: die Familie, die Kinder, Spannungen und Schwierigkeiten mit diesem und jenem, der volle Terminkalender, usw. Das alles hat ja auch vor Gott seinen Platz, und das Ganze hat auch in den Psalmen seinen Platz. Aber – und darauf kommt es mir jetzt an: nicht am Anfang! Am Anfang steht das Lob, z. B. Psalm 27: »Der Herr ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?« Wer die Größe und Herrlichkeit Gottes lobt, der erhebt sich gleichzeitig über die Enge und Muffigkeit unserer Sorgen und Ängste. Wer mit dem Lob beginnt, der bleibt nicht in der Kleinkariertheit unserer Alltagsbelange hängen. Wer mit dem Lob beginnt, der lernt sein Leben unter dem weiten Horizont eines großen Gottes zu sehen. So ist das bei den Psalmen. In vielen Psalmen ist von Ängsten und Sorgen die Rede, und dennoch erschallt fast in jedem Psalm auch das Lob Gottes und meistens am Anfang. Was könnte sich verändern in unserem Leben, wenn wir jeden Tag neu mit dem Lob Gottes beginnen – und durch das Lob diesen Weitblick gewinnen würden! Von der Größe und Herrlichkeit Gottes her bekomme ich die richtige Sicht für die großen und kleinen Probleme meines Lebens. Nur von diesem Horizont der Ewigkeit her kann ich die Dinge meines Alltags richtig einordnen. Marie Schmalenbach, eine Frau, die die längste Zeit

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ihres Lebens sehr krank war, hat das in einem ihrer Lieder auf den Punkt gebracht. Dort dichtet sie: »Ewigkeit, in die Zeit leuchte hell hinein, dass uns werde klein das Kleine und das Große groß erscheine, sel’ge Ewigkeit.« Vielleicht fragen Sie: Was ist der Unterschied, ob ich es so oder so sehe? Meine Probleme bleiben doch die gleichen! Nein, es ist ein Unterschied, ob ich glaube, dass der Verlauf meiner Krankheit von der Kunst und dem Wissen der Ärzte abhängt, oder von Gott, der mein Heil ist. Es ist ein Unterschied, ob ich glaube, dass die Sicherheit meiner Kinder nur von ihrer Verkehrserziehung und der Aufmerksamkeit der Autofahrer abhängt, oder von dem guten Hirten, der von Ewigkeit her jeden ihrer kleinen Schritte kennt. Es ist einen Unterschied, ob ich glaube, dass das Gelingen meiner Beziehung zu meinem Ehepartner, meinen Schulkameraden oder Geschäftskollegen von meinem Charme und meiner Charakterstärke abhängt, oder von der Gnade und Barmherzigkeit Gottes, die er mir tagtäglich erweist. Es ist ein Unterschied, ob ich glaube, dass meine Sicherheit von der Bundesregierung und ihrer Besonnenheit oder der Polizei und ihren Möglichkeiten abhängt, oder von dem Hüter Israels, der nicht schläft und nicht schlummert und dessen Auge Tag und Nacht über mir wacht. Mein Leben und meine Lebensfragen sehen anders aus, wenn mein Leben vom Lob Gottes geprägt ist. Dann wird vieles klein, was mir so wichtig vorkommt und das, was wirklich mein Leben ausmacht, rückt dann in den Mittelpunkt. Das Lob Gottes führt in die Weite! ... weil das Gotteslob mich aufblicken lässt! Das Lob Gottes hat auch eine therapeutische Wirkung. Wir erleben in unseren Tagen eine grassierende Zunahme von psychischen Erkrankungen und Depressionen. Daniel Goleman schreibt in seinem Bestseller über Emotionale Intelligenz: »Die Jahrtausendwende leitet eine Epoche der Melancholie ein, so wie das 20. Jahrhundert eine Epoche der Angst war. Aus internationalen Untersuchungen ergibt sich das Bild einer Epidemie der Depression, die mit der Anpassung an die moderne Welt Hand in Hand geht. Seit Beginn des Jahrhunderts hat sich weltweit für jede neue Generation gegenüber der Elterngeneration das Risiko erhöht, im Laufe des Lebens irgendwann an einer schweren Depression zu erkranken, und das heißt, nicht bloß traurig zu sein, sondern an lähmender Lustlosigkeit, tiefer Niedergeschlagenheit, Selbstmitleid und einem überwältigenden Gefühl der Hoffnungslosigkeit zu leiden.« (Da-

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niel Goleman, Emotionale Intelligenz, München 1995) Und er zählt in diesem Buch einige Ursachen auf und lässt einige Wissenschaftler zu Wort kommen, u.a. den amerikanischen Psychologen Martin Seligman von der Universität in Pennsylvania: »In den letzten dreißig bis vierzig Jahren hat der Individualismus zugenommen, während die religiösen Überzeugungen und die verlässliche Unterstützung durch die Gemeinschaft und die Großfamilie zurückgegangen sind. Damit sind Möglichkeiten, die einen bei Rückschlägen und Misserfolgen auffangen können, verloren gegangen. Wenn man einen Misserfolg als etwas nicht mehr rückgängig zu Machendes empfindet und derart aufbläht, dass er das ganze Leben vergiftet, ist man in Gefahr, eine momentane Niederlage zu einer dauerhaften Ursache von Hoffnungslosigkeit zu machen. Wenn man dagegen eine weitere Perspektive hat, indem man beispielsweise an Gott und ein Leben nach dem Tode glaubt, ist der Verlust des Arbeitsplatzes bloß eine temporäre Niederlage.« Das Lob Gottes ist kein Allheilmittel. Aber das Lob Gottes lehrt mich das Aufblicken und damit automatisch auch das Wegblicken von mir selbst. Das Lob Gottes hilft mir auch, die Niederlagen, Enttäuschungen und Frustrationen meines Lebens richtig einzuordnen. Nicht dass wir die Niederlagen unseres Lebens nicht ernst nehmen, aber welcher Platz gebührt ihnen im Licht der Ewigkeit? Das wird vielleicht an niemand anderem greifbarer als an Hiob. Sie kennen diesen Vers bestimmt alle sehr gut. Als ihm diese ganzen Hiobsbotschaften überbracht werden, da antwortet er mit diesem Wort: »Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gelobt!« (Hiob 1,21) Wir müssen darauf achten, dieses Wort nicht isoliert zu betrachten, aber mir kommt es hier nur auf diesen einen Punkt an: In den Tiefen des Lebens hat nicht nur die Klage einen wichtigen, auch therapeutischen Sinn. Auch das Lob Gottes kann mir helfen, mit den schweren Aufgaben meines Lebens fertig zu werden.

Gott loben – um der Gemeinde willen ... weil das Lob uns stark macht und eint! Ich will das an einem Beispiel verdeutlichen. Wir hatten im vergangenen Semester einen türkischen Pastor einer christlichen Gemeinde zu uns ins Bengel-Haus eingeladen. Er hat uns viel über die türkische Kultur und türkische Sichtweisen erzählt. Alles stand unter dem Motto: Wie können wir türkischen Mitbürgern

Im Gottesdienst und im Gotteslob stimmen wir heute schon in den Choral der Engel vor Gottes Thron ein. das Evangelium weitersagen? Dann hat einer unserer Studenten ihn gefragt, woher denn eigentlich dieses türkische Selbstbewusstsein und dieser unbändige Nationalstolz komme, der uns Deutschen so völlig abhanden gekommen ist. Dann erzählte der Pastor, dass alle türkischen Schüler jeden Morgen vor Schulbeginn eine Art Lobeshymnus auf die Türkei sprechen, und wenn man so etwas zehn oder zwölf Jahre lang macht, dann ist man am Ende überzeugt davon. Das Gleiche kennt man auch aus den USA: Viele ziehen da jeden Morgen die Fahne hoch, und ständig wird die Nationalhymne gesungen. Das macht eine Nation stark. Damit will ich sagen, dass das regelmäßige Lob Gottes unseren Glauben und unsere Einheit stark macht. Wenn wir jeden Morgen ein Loblied auf Gott singen und die Fahne Gottes hochziehen – um einmal im Bild zu bleiben –, dann wird das unser Leben prägen und unsere Einheit stärken. Wir Menschen begreifen viele Dinge erst dann, wenn wir sie oft genug getan haben. Manchmal muss ich jahrelang etwas tun, bevor ich es in seiner Tiefe verstehen und begreifen kann. Mit dem regelmäßigen Lob der Gemeinde ist das so. ... weil das Lob uns fest macht! Unter dem römischen Kaiser und grausamen Christenverfolger Diokletian erging um das Jahr 300 n.

Chr. die Anordnung, dass jeder für sich privat Christ sein kann, aber dass keine Versammlungen mehr geduldet werden. Es gab lange Beratungen in den Gemeinden: Reicht es nicht im stillen Kämmerchen? Schließlich kam man zu dem Ergebnis: Nein! Die Gemeinde und das gemeinsame Gotteslob sind so etwas wie die Hauptschlagader des Christseins. Diese Hauptschlagader kann man nicht abbinden, ohne dass der Mensch zugrunde geht. Als dann die Christenverfolgungen einsetzten, haben sich viele doch ins stille Kämmerchen zurückgezogen und die Christenverfolgung überlebt, aber ihr Glaube hat nicht überlebt. Die Gemeinde ist nicht irgendein beliebiger Verein. Sie ist der Tempel Gottes, in dem das Lob Gottes erschallen soll – auch um ihrer selbst willen, damit sie fest wird und auch in der Verfolgung treu bleibt. ... weil das Loben unsere Zukunft ist! Die Offenbarung des Johannes gewährt uns einen kleinen Einblick in die himmlische Welt, und da merken wir, dass dort vor dem Thron Gottes heute schon Gottesdienste gefeiert werden. Wenn wir heute uns im Lob Gottes versammeln, dann haben wir heute schon Anteil an dieser himmlischen Welt Gottes, auch wenn sie uns noch nicht offenbar ist. Aber im Gottesdienst und im Gotteslob stimmen wir heute schon in den Choral der Engel vor Gottes Thron ein und vereinen uns mit dem himmlischen Chor.

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Sonntag, 2. Mai 2004

2.Mose 22,20–30 Hilfen zum Überleben des erretteten Volkes Gottes

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m vergangenen Jahr haben wir in zwei Etappen den ersten Teil des 2. Buches Mose durchgenommen. Das Grundgesetz Gottes für das errettete Volk ist der besondere Höhepunkt in der Vorbereitung für die Zukunft, das große Geschenk für das Volk, damit es gottgewollt überleben und in geordneten Bahnen seinen Weg ziehen kann. Die Rettung hat das Volk »ohne Verdienst und Würdigkeit« von Gott empfangen. Jetzt gilt es, sich auf diesem Weg zu bewähren, um ans Ziel zu kommen. In den Kapiteln 21–23 wird diese Ordnung im Einzelnen entfaltet. Es entspricht dem Wesen Gottes, dass er sich des Schwachen und Bedürftigen annimmt. Vergleichen Sie Hes 34,16; Röm 14,1; 15,1; 2.Kor 1,27; Ps 6,3; 71,9 u.a. Unter den Schwachen sind hier die Fremdlinge, die Witwen und Waisen, die Armen und Bedürftigen gemeint. Am Schluss wird das alles auf den tragenden Grund gestellt: »Ihr sollt mir heilige Leute sein.« So schon beim Bundesschluss Kap 19,9: »Ihr sollt mir ein heiliges Volk von Priestern sein.« So auch 3.Mose 11,45 und 19,2, ebenso im Neuen Testament in 1.Petr 2,9. Beim Volk Gottes ist nicht eine menschlich-sittliche Qualität der Maßstab, noch viel weniger die Umgebung von anderen Völkern und Religionen, sondern die Heiligkeit und Ehre Gottes. Unser Abschnitt besteht aus zwei Teilen mit je vier Anweisungen: Wie geht man im Volk Gottes mit den Fremdlingen um? Rücksichtsvoll sollen sie behandelt werden. Sie leben außerhalb ihrer Sippe und ihres Stammes ohne Landanteil und ohne eigene Rechtsvertretung. Sie sind auf Gastfreundschaft angewiesen. Darum sollen sie nicht übervorteilt werden. Diese schwache Seite darf nicht ausgenutzt werden. Da denken wir an die Millionen Fremdlinge in unserem Volk. Vor allem auch an die Asylanten. Wir können diese Situation mit der damaligen nur bedingt vergleichen. Aber das Grundanlie-

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gen unseres Textes dürfen wir in bestimmten Fällen nicht übersehen (3.Mose 19,33; Jer 22,3). Wie gehen wir mit den Witwen und Waisen um? Sie sind das Bild derer, denen der Rechtsschutz des Mannes bzw. des Vaters fehlt. Ihre schwache Stelle soll nicht ausgenutzt werden. Gott, der ein Vater der Witwen und Waisen ist (Ps 78,6), wird sich in seinem Zorn für sie rächen, denn die Rache ist sein (vgl. 5.Mose 10,18; 27,9; Ps 146; Jak 1,27). Wie gehen wir mit denen um, die darauf angewiesen sind, sich Geld zu leihen? Was im alten Orient übliches Zinsnehmen war, ist im Verkehr mit den armen Volksgenossen nicht erlaubt. Kein Wucher! Hier wird dem »Kapitalismus«, durch den die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden, ein Riegel vorgeschoben. Auch Demokratie und Sozialismus sind nicht am Platz. Die Gaben Gottes im Volk sollen den Bedürftigen zugute kommen (vgl. Ps 15,1.5; 1.Kor 4,7). So ist es auch beim Mantel, der von dem Armen als Pfand gegeben wird. Weil er kein Geld zum Bezahlen hat, ließ er seinen Mantel als Pfand zurück. Der Mantel war zugleich seine Bettdecke. In den kühlen Nächten kann er Schaden an seiner Gesundheit nehmen. Auch da will Gott das Schreien des Bedürftigen hören und sich für ihn einsetzen. Vier weitere Anweisungen auf einer anderen Ebene: Wie gestalten wir unser Verhältnis zu Gott und den Obersten des Volkes? Gott darf nicht gelästert werden. Da schneiden wir uns ins eigene Fleisch. Das ist Auflehnen und Widerspruch durch Wort und Tat. Darauf stand später die Todesstrafe (vgl. 3.Mose 24,11.14.15; 4.Mose 15,30). Ein Mensch, der sich etwas anmaßt, was Gott allein zusteht, der lästert ihn. Den Obersten soll auch nicht geflucht (Verwünschung und Beschimpfung) werden. Gemeint waren damals die 12 Stammesvertreter in ihrer Verantwortung in ganz Israel. Im Neuen Testament wird nicht nur davon abgeraten, sie zu lästern, sondern Paulus gebietet, für sie zu beten. Siehe 1.Tim 2,1–2; Röm 13,1; Apg 23,5; Röm 12,14.

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Wie soll Israel umgehen mit dem Ertrag, den Gott schenkt auf den Feldern und Weinbergen? Die Weisungen sind hier noch sehr allgemein gehalten, aber die späteren Kultabgaben werden hier schon angesprochen. Das berührt unseren Geiz und unsere Habsucht. Das betrifft alle, die irgendein Einkommen haben. Habe ich von dem, was Gott mir zukommen lässt, eine offene Hand für andere? Das Erste ist immer ein Angeld des Ganzen Durch seine Darbringung wird das Ganze Gott geweiht. Wir sind vor Gott Verwalter (Lk 16,9f.). Der erste Sohn soll nicht geopfert werden. Es geht um die Frage: Wem gehören unsere Kinder? Menschenvergötzung passt nicht zur Heiligkeit Gottes. Beim Fleischessen von zerrissenen Tieren geht es nicht um unreines Fleisch, sondern um Fleisch, das nicht in erforderlicher Weise (koscher) beim Schlachten ausbluten konnte. Schluss: Die Begründung aller dieser Anweisungen liegt in der Heiligkeit Gottes: Ihr sollt mir heilige Leute sein. Fragen zum Gespräch: ● Wie und wo können wir uns heute für Arme und Rechtlose einsetzen? ● Wie gehen wir mit dem um, was uns Gott als monatliche Einnahme anvertraut? Wilhelm Fiedler, Freudenstadt Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene: Ein Rechtsschutzversicherungsheft (z. B. vom ADAC) mitbringen und erklären, warum man diese Versicherung abgeschlossen hat. Heute geht es um einen Text, in dem Gott eine Rechtsschutzversicherung abschließt. Hören wir heraus für wen? Speziell für die Schwachen. Achtung: Die Begründung für all diese Anweisungen liegt in der Wesensart Gottes. Wir sollen Gottes Wesen widerspiegeln (auch an den folgenden Sonntagen zu beachten)! Konkretes Beispiel (V. 20): Fremde bei uns. Impuls: Ein ausländisches Kind erzählt, was es erlebt hat, als es nach Deutschland kam. Oder deutsche Kinder erzählen, was sie mit Ausländerkindern erlebt haben. Oder: Wer von den Älteren war Flüchtlingskind und kann Erfahrungen erzählen? Lieder: 632, 575, 576, 581

AUF UNSERE

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Sonntag, 9. Mai 2004

2.Mose 23,1–13 Themen, die Gott am Herzen liegen: Gerechtigkeit, Wahrheit, Feiern und Erquickung V. 2: Auch Mehrheiten können irren. Hier ist eine Grenze der Demokratie. V. 6: Interessant, dass schon so früh vorausgesetzt wird, was Jesus auch später sagt: Arme gibt es immer. Aber sie stehen unter Gottes besonderer Fürsorge, und für Gott sind auch gesetzliche Regelungen eines Ausgleichs selbstverständlich, wie die ErlassjahrsRegelungen zeigen: 3.Mose 25. V. 7: Wie gut, dass Gott so klar und hilfreich redet. Gibt es Handlungsbedarf? Vers 8: Sind wir bestechlich? Auf den ersten Blick natürlich nicht. Aber fallen unsere Entscheidungen privat und in der Gemeinschaft »ohne Ansehen der Person«? V. 9: Hier gibt Gott dem Volk Israel im Nachhinein einen Schlüssel für das Verständnis der ganzen Leidenszeit in Ägypten: Jetzt können sie Menschen in ähnlichen Lebenslagen verstehen! Dies kann uns ein Schlüssel sein für viele schwere Führungen in unserem Leben! In unserer Multi-Kulti-Gesellschaft sind Fremdlinge ein zunehmendes Problem für die Politik. Aber lassen wir uns davon nicht anstecken. Für Jesus-Leute stellt sich die Frage ja noch ganz anders: Gott schickt Fremdlinge aus praktisch allen Ländern der Erde in unsere Betriebe, Universitäten und Asylantenheime. Viele können sogar Deutsch. Welche Chance, wenn sie hier Jesus kennen lernen oder wenigstens Freundschaften mit Christen schließen. Was wäre das, wenn Türken, Kurden, Russen und andere als Jesus-Zeugen in ihre Länder zurückkehren!? V. 10: Das Sabbatjahr: Ein echter Vertrauenstest! Aber Gott lässt sich nicht »lumpen«: Wer ihm vertraut, wird im Jahr vorher mit einer Extra–Portion beschenkt: 3.Mose 25,20–21. Wie wurde es praktiziert? Wir wissen nichts Genaues, aber fast 900 Jahre später erinnert sich das Volk Israel unter Nehemia (10,32) daran, und auch in der Makkabäerzeit und in Qumran, also zur Zeit von Jesus, wird es erwähnt! Die Begründungen sind vielfältig und modern: 1. Es geht ganz ökologisch um die »Nachhaltigkeit« der Landwirtschaft. 2. Wir werden erinnert: Alles Eigentum ist uns nur von Gott geliehen. Es gehört ihm allein: 3.Mose 25,23.

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3. Die Armen stehen unter Gottes besonderer Fürsorge. Lange Zeit vergessen, wird das Thema »Sabbatjahr« heute wieder neu entdeckt: Einzelne legen ein persönliches oder berufliches Sabbatjahr ein; Gemeinden und Gemeinschaften ebenfalls. Der Sabbat: Auch er wird verschieden begründet: 1. Gott selbst ruht aus. Dabei ist aber nicht gemeint, dass Gott nach der Schöpfung erschöpft ausruhen muss, sondern es ist ein feierndes Ruhen: Die Schöpfung ist zum Ziel gekommen, vollendet und gut. Jetzt kann und soll gefeiert werden 2.Mose 20. 2. Der Sabbat soll ein Tag der Erinnerung sein nicht nur an die Schöpfung, sondern auch an die Erlösung: 5.Mose 5,15. 3. Die Erholungspause soll der gesamten Schöpfung zugute kommen: Mitmensch, Tier und Natur werden einbezogen. »Feiern« V. 12: Nicht nur Gebet und Gottesdienst, sondern auch das gemeinsame Festessen ist in der jüdischen Sabbatfeier bis heute ganz wichtig! Gelten diese Gebote im Neuen Bund für uns heute noch? Zwei Testfragen: 1. Was wird von Jesus und den Aposteln wiederholt? 2. Was wird im Apostel-Konzil Apg 15 für die Heidenchristen vereinbart? Der Sabbat kommt da nicht mehr vor. Wenn Jesus sich selbst als Herrn über den Sabbat bezeichnet, schafft er ihn zwar nicht ab, aber er deutet an: In seinem Kommen wird nicht mehr die Vollendung der alten Schöpfung gefeiert, sondern der Beginn der Neuschöpfung, ja, der Beginn der endzeitlichen Sabbatruhe (Hebr 4,9). (Heiden)christen feiern nicht den Sabbat, den siebten Tag, sondern den ersten Tag der Neuschöpfung, den Sonntag, nämlich den Auferstehungstag. Trotzdem können wir vieles vom Reichtum des Sabbats auf den Sonntag übertragen, nicht als Gesetz, sondern als Segenslinie: Viele berichten, wie sie am Sonntag auf Arbeit verzichten und dadurch nicht ärmer, sondern gesegnet werden. Testfrage für die Sonntagsgestaltung: Wie viel Zeit für Gott, für mich, für andere? Unser Text erinnert vor allem ans Feiern und Erquicken: Da sind die Bedürfnisse der verschiedenen Mitglieder der Familie oft total gegensätzlich: Der Vater, der die ganze Woche auf dem Bürostuhl saß, will raus und Action. Die Mutter, die ganze Woche im Haushalt hin und her, will nichts als ein Sofa. Hier brau-

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chen wir Kreativität und Liebe. Bloß keine Langeweile! Bloß keine Gesetzlichkeit! Vor allem müssen wir uns in Alleinstehende hineinversetzen: Wie geht es ihnen den ganzen Sonntag? Niemand soll ungewollt einsam sein! Wer mit dem Albverein wandern geht, hat den ganzen Sonntag Gemeinschaft. Und bei uns? Fragen zum Gespräch: ● Zu V. 9: Reden Sie darüber, wie Sie sich vorkamen,

als Sie einmal fremd waren. Das hilft Ihnen, die Fremden an Ihrem Ort besser zu verstehen und ihnen Gottes Liebe zu bringen. ● Feiern wir den Sonntag optimal? Haben wir alle im Blick? Neue Ideen? Pfarrer Matthias Adt, Aldingen Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene: Aufgabe für die älteren Kinder: V. 1–9 in ihr heutiges Umfeld übersetzen. Zum Beispiel V. 1: »Du sollst über deinen Lehrer (Mitschüler) nichts Unwahres herumerzählen! Wenn einer abgeschrieben hat, verteidige ihn nicht oder lüge gar für ihn …«. Anschließend vortragen lassen. Lieder: 632, 438, 580, 595

Sonntag, 16. Mai 2004

2.Mose 24,1–18 Der Sinai-Bund

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ottes Wort gilt. Seine Zusagen sind verbindlich. Wenn Gott redet, dann ist das kein Geschwätz. Seine Worte sind von Gewicht. Erde und Himmel werden vergehen, aber sein Bund bleibt bestehen. Das Wort Gottes auf den Berg Sinai Berge haben in der Heilsgeschichte Gottes eine besondere Stellung. Sinai steht für den Bundesschluss Gottes mit Israel. Hier offenbarte er sich und gab seinem Volk die Gesetze und Weisungen zu einem rechten Leben mit ihm und untereinander. Von Sinai bis Golgatha und darüber hinaus gab es viele »Bergerlebnisse« von Menschen mit dem sich offenbarenden Gott. Wohl allen, die mit den Leuten von damals sagen: »Alle Worte, die der Herr gesagt hat, wollen wir tun« (V. 3+7). Dazu auch V. 15, Stichwort: Anbetung.

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Das Zeichen des Bundes Das »Blut des Bundes« von den Opfertieren (V. 8) ist Zeichen des Sühnopfers, der Stellvertretung, der Versöhnung. Dadurch wird Gemeinschaft im Alten Bund zwischen Gott und Menschen ermöglicht. Die »Blutbesprengung« (V. 6+8) ist Zeichen der Reinigung. Altar und Volk werden besprengt, und das Volk bekommt Anteil am Heil Gottes. (Was wäre das, wenn auch wir beten würden: »Sein Blut komme über uns«!) Die Mahlgemeinschaft Versöhnte dürfen »Gott schauen« (V. 11b). Wie es auch immer gewesen sein mag: Es und Er bleiben unbegreiflich und unsichtbar auch für die Versöhnten. Für alle und für uns heute bleibt die Verheißung, dass wir ihn einmal sehen werden, wie er ist. Die, die reines (gereinigten) Herzens sind, werden Gott schauen. Die Weisungen Gottes Die Schrift von Gott, seine Handschrift, ist weise und gilt für alle und für immer. Die letzte Herrlichkeit des Herrn ist uns noch verhüllt. Aber in Jesus Christus ist der Menschheit das Wort Gottes von seiner Gnade und Herrlichkeit geoffenbart. Im Neuen Bund haben wir die Erlösung durch sein Blut und die Vergebung unserer Sünden. Gemeinschaft mit ihm für Zeit und Ewigkeit. Was er sagt, das wird er tun. »Erd und Himmel kann vergehn, sein Bund bleibet feste stehn« (GL 487,7). Fragen zum Gespräch: ● Welche Motive des Alten Bundes finden sich im Neuen Bund wieder? ● Was unterscheidet den Alten vom Neuen Bund? ● Was verbindet und unterscheidet Gesetz und Evangelium? Dieter Höfig, Freudenstadt Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene: Wir zeigen zwei Puzzleteile, die nicht zusammenpassen. Impuls: Auch wir passen, so wie wir sind, nicht zu Gott. Gott ist heilig und voller Licht. In uns dagegen steckt viel Dunkles, und wir tun immer

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wieder Böses. Wie gut, dass Gott selbst die Verbindung herstellt: im AT, indem er von seiner Seite einen Bund mit den Menschen schließt, bei dem ein Tier für die Menschen stirbt – und im Neuen Testament, indem Jesus am Kreuz für unsere Sünde stirbt. Das Kreuz Jesu ist das »Verbindungsstück«, das uns mit Gott passend macht (s. Skizze Puzzle)! Lieder: 632, 171, 270, 387

Sonntag, 23. Mai 2004

2.Mose 25,1–22; 29,43–46 Die Bundeslade

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ott offenbart sich in der Verhüllung. Wenn er redet, wird es konkret. Mitten unter seinem Volk will Gott wohnen. Eine »unglaubliche« Mitteilung von ihm und für das Volk. Der unnahbare, unsichtbare, verborgene Gott will nicht irgendwo, sondern mit seinem Volk unterwegs sein. Die »Hütte Gottes« Zeichen seiner Gegenwart inmitten seines Volkes. Er bittet um freiwillige Gaben zum Bau der Stiftshütte. Menschen sollen ihm nach seinem Plan eine »Wohnung« bauen. Das Volk ist unterwegs. Nicht mehr in Ägypten und noch nicht im verheißenen Land. Aber Gott ist mit ihnen unterwegs. Der unsichtbare und unabbildbare Gott gibt ihnen mit der Stiftshütte ein Zeichen seiner Gegenwart. Bauplan und Baumaterial sind nach Gottes Anweisungen zu verwirklichen. Gott ist gegenwärtig Der Bundesgott vom Sinai wandert mit seinem Volk. Er ist der Herr der Geschichte und gegenwärtig unter seinem Volk. Gott ermöglicht Begegnungen (25,22; 29,43). Er gibt sein Wort, erteilt Weisungen, ermutigt es, korrigiert und straft es, vergibt, begnadigt. Man kann mit ihm zusammen leben. Er bietet Gemeinschaft an. Herrlich und heilig Die Gegenwart Gottes ist geoffenbarte und verborgene Herrlichkeit. Gott ist auch heilig. Seine Priester und sein Volk sind darum auch zur Heiligung gerufen. Heiligung ist Gabe und Aufgabe. Sein Volk ein priesterliches Königreich, geführt aus dem Knechtshaus Ägyptens durch die Wüsten dieser Welt, hinein in die herrliche Freiheit seines Reiches.

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Das Ziel vor Augen Die Geschichte geht weiter im Neuen Bund. »Das Wort Gottes wurde Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit« (Joh 1,14). Dieser Herr ist bei uns und mit uns und bringt seine Gemeinde ans Ziel. »Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen …« (Offb 21,3). Unsere Aufgabe in diesem Leben ist (u. a.) nichts anderes, als das Auge des Herzens heilen zu lassen, mit dem Gott gesehen wird (Augustin). Alles Elend kommt daher, dass wir nicht sehen, wie nahe Er uns ist (Theresa von Avila). Fragen zum Gespräch: ● An welchen Zeichen erkennen wir, dass Gott mit uns, unter uns und für uns ist? ● Wo haben oder hatten wir Begegnungen mit ihm? ● Was hilft uns auf den Wegen durch die »Wüste«? Dieter Höfig, Freudenstadt Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene: Impulsfrage zu Kap. 29,45f.: Wo wohnt Gott? Dalli-Klick-Spiel: Für den Tageslichtprojektor werden Folien mit entsprechenden Symbolen vorbereitet (im Internet unter www.agv-apis.de/main.jsp? navid=625), dazu ein Deckblatt aus Papier mit eingeschnittenen Teilen, die nach und nach aufgedeckt werden. Wer errät den jeweiligen »Wohnort« Gottes (Herz, Himmel …)? Was sagt die Bibel darüber, wo Gott wohnt? Lieder: 632, 270, 272, 273

Pfingstfest 30./31. Mai 2004

Psalm 96 Singt ein Lied von Gott

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salm 96 sprengt alle Grenzen. Wie ein ins Wasser geworfener Stein immer weitere konzentrische Kreise zieht, so fängt zunächst Israel an, ein Lied zu singen, das, von den Völkern übernommen, schließlich die ganze Schöpfung mit sich reißt. Gott, der Herr, als Schöpfer und Richter wird hier besungen. Gott wird als König über alles angebetet. Martin Luther hat ganz selbstverständlich diesen Psalm auf Christus hin ausgelegt. Er sagt: »Der 96. Psalm ist eine Weissagung vom Reich Christi in aller Welt, darin eitel Freude und Loben sein soll.«

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Dieser Psalm gehört mit einer Gruppe anderer Psalmen zu den so genannten Thronbesteigungspsalmen (z. B. Ps 47, 93, 97, 99). Allen diesen Psalmen ist die frohmachende Aussage zu entnehmen: »Der HERR (Jahwe) ist König geworden«. War der freudige Jubel schon bei der Thronbesteigung irdischer Könige so, »dass die Erde erbebte« (1.Kön 1,40), so war es bei dieser Thronbesteigung des Herrn klar, dass alles im Zeichen höchster Freude existiert (V. 11+12). Das Volk Israel lebte in der Erwartung des Kommens Jahwes (des Herrn). Wenn Jahwe das Reich antritt, dann ist die ganze Schöpfung dem Segen und dem Heil Gottes zugeführt. Von dieser eingetretenen Weltenwende weiß zunächst nur die erwählte Gemeinde; das ist ihre Begnadigung und zugleich ihr Auftrag. Daraus erwächst eine doppelte Pflicht: die des Lobpreises und die der Verkündigung an die Welt. Beides gehört untrennbar zusammen. Der Lobpreis Die Gemeinde soll das »neue Lied« singen. Gott, der Herr, hat sein Reich angetreten. Das ist das entscheidend Neue. Diese Botschaft ist unausschöpfbar und muss deshalb in jeden neuen Tag hineingesungen werden (V. 2b). Alle anderen Lieder bleiben unter der Erkenntnis von Pred 1,9 (»... es geschieht nichts Neues unter der Sonne«). Es fällt auf, dass der Psalm über die Leiden und Rätsel dieser Welt gar nichts zu sagen hat. Dieses Absehen ist nicht Schwärmerei oder Selbstüberwindung, sondern vielmehr eine Geborgenheit. Hat Gott sein Reich angetreten, weiß man endgültig, wer Herr im Hause dieser Welt ist. Dann ist alles entschieden, dann ist alles gut! Jeder rechte Lobpreis lebt aus der Gewissheit des endzeitlichen Reiches Gottes. Über allem, was uns jetzt noch kränkt, wird einmal Lobpreis sein. Darin ist die irdische Gemeinde mit der himmlischen Gemeinde verbunden. Wir stehen vor Gottes Thron und verkündigen voller Freude, dass Gottes Herrlichkeit die ganze Erde ausfüllt. Alle echte Freude borgt von dieser endzeitlichen Gewissheit, dass der Herr König ist. In der

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Auslegung muss unbedingt diese gewisse und große Freude bezeugt werden; denn dies ist unsere Bestimmung als Gemeinde. Sicherlich würde die Freude durch das Hören des »großen Halleluja« von Händel unterstützt. Auf jeden Fall ist es wichtig, dass Lieder und musikalische Beiträge sorgfältig ausgewählt werden. Die Verkündigung an die Welt Die Gemeinde steht mit dieser Glaubenserkenntnis allein in der Welt. Daraus ergibt sich der Weltberuf der Gemeinde: die Verkündigung dieser Botschaft. Zunächst soll das erste Gebot als Protest gegen das Produzieren und Proklamieren von Göttern bezeugt werden. Die Völker sind fortwährend damit beschäftigt, sich Götter zu machen. Ohne Götzen hält es wohl kein Volk, kein Mensch aus; diese Götter aber sind letztlich »Nichtse«. Allein Gott hat die Welt erschaffen. Es bleibt die eine Alternative: Götzen oder der lebendige Gott. Gerhard von Rad bemerkt an dieser Stelle Folgendes: »Israel hat sich nicht, wie es die meisten Völker taten, religiös abgekapselt und in seinem Mythus eingesponnen; es wusste genau um das Phänomen der Völker, der Weltgeschichte und der anderen Religionen, und es wusste um die Kräfte, die sich auf diesem Felde tummeln – und hat an seinem Weltberuf festgehalten. Möge die christliche Gemeinde allezeit das gute Gewissen haben, auch darin den Schatten ihrer selbst zu erkennen.« Weil Gott, der Herr, König ist, wird er kommen und die Welt richten. Dieses Kommen ist lauter Freude. Das Gericht Gottes ist geradezu eine Befreiung. Der Herr richtet mit Gerechtigkeit und Wahrheit. Dass dies auf Erden durch uns Menschen nicht gelingt, wurde mir unlängst bei der Evangelisation »Gott erlebt« mit Friedhold Vogel bewusst. Ein junger Jurist kam täglich in die Veranstaltungen. Er sagte: »Hier wird die Wahrheit gesagt. Deshalb bin ich hier. Ich leide unter meinem Beruf sehr, weil ich als Jurist zur Unwahrheit gezwungen bin.« Weil aber der Herr in Gerechtigkeit und Wahrheit richten wird, ist sein Gericht lauter Freude. Immer wieder werden wir in diesem Psalm aufgerufen, zu singen, zu loben, fröhlich zu sein. Wie werden wir darauf reagieren? Lasst uns einstimmen in das neue Lied, denn der Grund liegt in Gott, dem Herrn. Der Grund ist, was er getan hat in Israel und in Jesus Christus, was er getan hat als Schöpfer der Welt (V. 5+10), und was er tun wird in der Vollendung (V. 13).

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Fragen zum Gespräch: Themen/Strophen bestimmen das »neue Lied« der Glaubenden? ● Worin begründet sich das Lob Gottes? ● Wie leben wir den »Weltberuf« (Verkündigungsauftrag) eines Christen? ● Jesus ist König – was bedeutet das für den Ablauf der Weltgeschichte? Was bedeutet dies für die Gemeinde Jesu? Was für mich persönlich? Martin Scheuermann, Schönblick ● Welche

Impulse zur Veranschaulichung für Kinder und Erwachsene: Anhand von V. 3 die Verbindung zur Pfingstgeschichte herstellen. Erzählen, wie dieser Auftrag damals umgesetzt wurde (s. Apg 2). Die Jünger damals und wir heute können das nicht aus eigener Kraft, wir brauchen Gottes Geist dazu. Anschauungsbeispiel: Einen Handschuh auf den Tisch legen und Befehle geben: »Öffne das Fenster, schließ die Tür, gib mir die Hand …« Der Handschuh kann von sich aus nichts tun. Erst eine lebendige Hand im Handschuh gibt ihm Kraft! Lieder: 632, 131, 135, 9, 221, 250

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omm, guter Gottesgeist, führe uns in die Richtung, die dir gefällt und unsere Füße auf festen Grund stellt, gib, dass wir dir neu zur Verfügung stehen und wir auf deinen guten Wegen gehen. Komm, guter Gottesgeist, entzünde in uns Glaube, Liebe, Hoffnung, schenke uns eine echte Begeisterung, dass, wenn dieser Geist uns erfüllt und durchweht, noch viel Hoffnung und Segen von uns ausgeht. Komm, guter Gottesgeist, und stärke uns im Glauben durch deine Kraft, dass sie uns verändert, Neues in uns schafft und in schweren Tagen stets zur Seite steht, wenn wir nicht mehr wissen, wie es weitergeht. Komm, guter Gottesgeist, und tröste uns, wenn wir am Boden liegen oder uns gar noch in Selbstmitleid wiegen, wirke Mut machend auf unser Leben ein, gib neue Freude, ein Gotteskind zu sein. Jakob Abrell (aus: Glaube und lebe, D&D Medien GmbH, 88287 Grünkraut, 2003

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Geburt Maika, Tochter von Jürgen und Margit Hinderer, Berglen

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Wir wünschen Gottes Segen und grüßen mit Ps 118,29: »Danket dem Herrn, denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewig.«

Hochzeit Raphael Ruhland, Großbottwar, und Viktoria Leibel, Merklingen

Eiserne Hochzeit Otto und Anna Kleiß, Bempflingen

Heimgerufen Maria Schott, Mössingen, 89 Jahre Lina Melber, Elpersheim, 85 Jahre

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Paul Bleher, Böhringen, 60 Jahre Albert Schelling, Nehren, 90 Jahre Klara Grözinger, Lindenfirst (früher Eberdingen), 94 Jahre Anna Conzelmann, Albstadt-Tailfingen, 89 Jahre Wir grüßen die Angehörigen, denen wir unsere herzliche Teilnahme aussprechen, mit 1.Joh 2,25: »Das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben.«

Übrigens ... Der am 29. März 2004 verstorbene Schauspieler und UNICEF-Botschafter Sir Peter Ustinov wurde am 17. Juli 1921 auf dem Schönblick vom damaligen Hausvater Friedrich Braun getauft. Immer wieder hat er dies in Interviews und auch in seinen Memoiren erwähnt. 1986 besuchte er den Ort seiner Taufe, dabei wurde er von Helmut Bentz herzlich begrüßt.

Die Landesmitarbeiter – ganz persönlich Die Serie mit der Vorstellung der Mitglieder des Landesbrüderrates ist auf großes Interesse gestoßen. Es folgt nun eine Fortsetzung mit der Vorstellung der Landesmitarbeiter. Matthias Hanßmann ist als »Musikus« in unserem Verband bestens bekannt. Was aber nicht jeder weiß, er hat auch einen »richtigen« Beruf erlernt, nämlich Krankenpflege. Anschließend absolvierte er eine theologische Ausbildung in Unterweissach. In den Jahren 1996–2000 studierte er berufsbegleitend Popularmusik an der Kirchenmusikhochschule Tübingen/Esslingen und schloss dieses Studium in etlichen Fächern mit B-Diplom ab. Seit Oktober 1993 ist er in unserem Verband angestellt: die ersten drei Jahre als Gemeinschaftspfleger im Bezirk Backnang und seit 1996 als Lan-

desbeauftragter für Musik- und Jugendarbeit. Er wohnt mit seiner Frau Isolde und drei Kindern in Herrenberg-Haslach. Matthias, du bist seit elf Jahren ein (überzeugter) Api und kommst in deiner jetzigen Aufgabe viel im Land herum. Was gefällt dir an den Apis? Die klare biblisch-geistliche Linie ist ein unschätzbarer Wert. Wir können in Bibelstudien Auseinandersetzungen führen (was auch nötig ist), wissen jedoch alle um die lebendige Kraft des Wortes Gottes. Diese geistliche Mitte erhält und fördert die Hoffnung, dass uns die

integrative Arbeit über die Generationen hinweg von Gott weiterhin geschenkt wird. Kurz: Wir sind eine Familie, die um den Schatz der Generationen weiß und auch darum ringt. Das ist klasse! Du bist musikalisch auch sehr kreativ und arbeitest dann gerne mit Kindern. Was macht dir daran besondere Freude, und was fällt dir bei Kindern auf? Es gäbe sehr viel Erfreuliches zu erzählen. Besonders: Kinder sind unglaublich offen für das Evangelium. Kindersingwochen gestalte ich daher vorwiegend zu biblischen Geschichten und nicht zu Themenreihen. Gott hat uns darin wirklich beschenkt. Persönlich staune ich immer wieder, dass im Singen und Beten der Kinder die Sicht Jesu heute Wirklichkeit wird: »Du hast dir aus dem Mund der Kinder ein Lob (eine Macht) zugerichtet.« Das Gebet und das Lied der Kinder haben wirklich erstaunliche Kraft!

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Mit großem Engagement förderst du die Christliche Gemeindemusikschule, die du initiiert hast und deren »Kopf« du bist. Welche »Früchte« erwartest du für den Verband aus diesem Arbeitszweig? Es wird ein Glaubensschritt nach dem anderen zu gehen sein. Das Thema der geistlichen und entwicklungsbezogenen Persönlichkeitsentwicklung wird uns auf allen Ebenen vermehrt gestellt. Die Begleitung des Einzelnen wird zunehmend gebraucht. Musikunterricht durch christliche Musiker (Fachkräfte) kann ungeahnte Dienste am Einzelnen leisten. Die CGS ist auf musischem Wege ein Lebensbegleiter und Lebensberater. Neben der Reflektion über die von Gott geschenkten Gaben und Begrenzungen wird zu einem persönlichen Leben mit Jesus eingeladen. Vernetzungen und Angebote je nach Alter werden dabei eine große Rolle spielen. Die Gaben der Einzelnen CGS-Schüler/ Schülerinnen werden wiederum in die Gemeinschaft vielfältig eingebracht. Jede Gemeinschaft oder Gemeinde in der es eine CGS gibt, wird in wenigen Jahren davon etwas erleben können. Aus meiner Sicht gibt es kaum eine Initiative, welche eine so hohe integrative Kraft ausüben wird. Unterschiedliche Musik- und Frömmigkeitsstile sorgen da und dort auch in unseren Kreisen für Konfliktstoff. Was empfiehlst du, wenn es unter den Generationen an Verständnis für eine jeweils andere Prägung mangelt? Wir müssen erkennen, dass jede Generation ihre »Lebenslieder« braucht und davon geprägt wird. Es ist nicht in erster Linie ein »Liedgut«, sondern ein »geistliches Gut«, welches sich bei den Einzelnen ansammelt und als eine Art Ressourcen abrufbar wird.

A US

UNSEREM

V ERBAND

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Wenn Jesus sagt, dass der Heilige Die Jugendarbeit ist jetzt vor alGeist uns »erinnern« wird, dann lem das Arbeitsgebiet von Jochen müssen wir auch erkennen, dass er Baral. Dir ist noch die Begleitung in sprachlosen Dürrezeiten unsere der Teenies übertragen. In der ReRessourcen auspacken wird – so gel ist dieses Alter eine sehr wir denn welche haben. Dann schwierige Lebensphase. Worauf spricht Gott durch Bibelverse, Me- ist besonders zu achten, damit dielodien und Liedverse zu uns. Des- se Altersgruppe sich nicht vom wegen ist es, im Bild gesprochen, christlichen Glauben abwendet? wichtig zu wissen, was wir auf die Über Jochen bin ich sehr froh. Er »Festplatte« ablegen (auswendig hat eine ausgesprochen starke Belernen, im Leben damit umgehen), ziehungsgabe. Genau dies haben damit es zu gegebener Zeit in den wir uns gewünscht und von Gott »Arbeitsspeicher« transportiert erbeten. Er trägt auch die Gesamtwerden kann. Weh verantwortung in tut mir die Diskusder Jugendarbeit. sion um InstruWir haben mente und Sound. schnell festgeWenn man sachstellt, dass wir lich darüber disbeide sowohl mit kutieren kann, Teens als auch dann macht jedes mit jungen ErGespräch Sinn wachsenen zu und ist zu begrütun haben. Das ßen. Wenn wir jeist in unserem doch diese Dis»kleinen« Verkussion geistlich band durchaus Matthias Hanßmann überhöhen (nach berechtigt. Desder Melodie: »Das wegen rede ich Schlagzeug kann nicht von Gott sicher für uns beide, wenn ich von gewollt sein«), dann wird es sehr, einem Geschenk der Teenagergesehr schwer, Verständnis füreinan- neration rede. Teenager wollen der zu finden. echte 1:1-Verkündigung, die sich Schließlich erlebe ich immer wie- mit dem Leben deckt. Die Anlaufder, dass wir in geistlicher Verant- zeit, um über tiefe Glaubens- und wortung drei Liederformen in al- Lebensfragen zu reden, ist molen Stilen und Generationen pfle- mentan sehr kurz. Umso mehr leigen und fördern sollten (wo mög- de ich darunter, wenn Jugendangelich auch gemeinsam einen Brü- bote an dieser Stelle sehr »vorsichckenliederschatz aufbauen): 1. die tig« mit den Teenagern umgehen, Gebetslieder (Lieder, die im »Du« um sie nicht zu »verprellen«. zu Jesus Christus, dem Vater und Nein, zurzeit gilt: Ein Wort mehr dem Heiligen Geist stehen); 2. die gewagt, lohnt sich meist. Verkündigungslieder (Lieder, die im »Du« zum Hörer stehen und ih- Wovon träumst du im Blick auf nen die Heilstaten Gottes verkün- deine Arbeit? digen); 3. die Bekenntnislieder Ein Teenagermusical zu kompo(Lieder, die uns gegenseitig durch nieren und mit missionarisch bedas vergewissernde, reinigende, geisterten Teens auf Tour gehen. ermutigende und zusprechende Wort zu einer Gemeinschaft for- Die Fragen stellte Gerda men). Schumacher.

Musik und Gemeinschaft Die Bedeutung von Singen und Liedgut für die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen

pie. Auch die sprachliche Ausdrucksfähigkeit wird sehr gefördert.

Allgemein wird heute oft beklagt, dass immer weniger gesungen wird. Veröffentlichungen in pädagogischen Fachzeitschriften weisen darauf hin; den Tageszeitungen können entsprechende Notizen entnommen werden; Chöre und Gesangvereine beklagen dies. »Immer weniger sind wir eine singende Kirche« (Kirchenmusikdirektor Siegfried Bauer). Warum ist Singen von so grundlegender Bedeutung? Dazu einige Gedanken:

Singen fördert das richtige Atmen. Jeder Mensch atmet etwa 20 000mal am Tag. »Wer 20 000-mal falsch atmet, schadet damit 20 000-mal seiner Gesundheit, denn die Lunge ist die Zentrale für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxyd zwischen Atemluft und Blut. Beim Singen atmen wir unwillkürlich tiefer. So wird der Organismus mit zusätzlichem Sauerstoff versorgt, wir fühlen uns frischer, kommen aber gleichzeitig auch zur Ruhe« (Schwäbischer Sängerbund). Deshalb ist es auch besonders wertvoll, wenn mit Chorsingen eine Atemschulung verbunden wird – was ja regelmäßig der Fall ist.

Singen ist Ausdruck des allgemeinen menschlichen Befindens. Singen tut »der Seele gut«, fördert das Wohlbefinden und hilft, der Seele Luft zu verschaffen. Vor allem Menschen, die im harten Berufsleben stehen, bringt Singen den dringend benötigten Ausgleich und Stressabbau. Singen hat »heilende« Kräfte. Singen ist Lernverstärker. Wer singt, lernt leichter. Der Inhalt wird durch die Verknüpfung von Melodie und Rhythmus, von gleichzeitigem Reden und Hören leichter, lernbereiter und vertieft aufgenommen. Vor allem aber wird durch das Singen die Konzentrationsfähigkeit sehr gefördert. Forschungen haben ergeben, dass Kinder, die von klein auf viel singen und Musik betreiben, eine höhere Lernfähigkeit besitzen als andere Kinder. Deshalb sagt auch Martin Luther: »Ein Schulmeister muss singen können.«

Singen schafft ein gutes soziales Klima. »Wo man singt, da lass dich nieder, böse Menschen haben keine Lieder.« Es ist erwiesen, dass Singen die sozialen Fähigkeiten stärkt und eines der besten Mittel gegen Gewaltbereitschaft ist. Man lernt durch das gemeinsame Singen auf den anderen zu hören, den anderen zu achten und ihm etwas »mitzuteilen«. Singen fördert Sprache und Stimmbänder. Auf einem Kongress der Hals-, Nasen- und Ohrenärzte wurde darauf hingewiesen, dass Kinder immer kürzere Stimmbänder haben. Die Erklärung ist einfach: Weder zu Hause noch im Kindergarten wird viel gesungen. Volkslieder sind in Vergessenheit geraten, christliche Lieder werden zu Mangelware ... HNO-Ärzte verweisen deshalb bei Stimm- und Sprachstörungen immer mehr auf das Singen als die wichtigste Thera-

Singen wehrt der Konsumhaltung. Ein Mensch, der musiziert und singt, wird geistig aktiviert. Er ist mit Aufmerksamkeit bei der Sache und lässt sich nicht nur voll laufen, und das mit zum Teil sehr unqualifizierter Musik. Singen bedeutet Hilfe im Alter. Für Menschen im dritten Lebensabschnitt ist Singen geradezu eine hervorragende Voraussetzung für körperliche und geistige Ausgegli-

chenheit, für die Kräftigung der Stimmmuskulatur, für anhaltende geistige Leistungsfähigkeit und damit auch für das gesamte Wohlbefinden. Auch das Musizieren hat die entsprechende Wirkung. Singen ist Lebensberatung. Es erhält zunächst eine positive Grundeinstellung zum Leben. Auf intellektueller Ebene verinnerlicht es wesentliche Inhalte des Glaubens und Lebens. Auf seelsorgerlicher Ebene hilft Singen, sich zu artikulieren und auch Glaubensgewissheit zu erhalten. Wenn wir singen, erfahren wir Geborgenheit im Glauben. Wir haben viele bewährte Lieder für alle Lebenssituationen und damit wertvollste Lebensberatung (ohne teure psychologische Behandlung!). Singen ist Ausdruck des Glaubens. Der Inhalt des Glaubens wird

durch das Lied weitergegeben: »Singet dem Herrn ein neues Lied! Singet dem Herrn, alle Welt, verkündiget von Tag zu Tag sein Heil« (Ps 96). Gemeinsames Singen kann andere Menschen vor Gott stellen und zu ihm führen. In jedem Fall ist es ein Bekenntnis vor Gott und für Gott. Zudem wird durch Singen das Gespräch mit Gott in einer sehr tiefen und innigen Weise zum Ausdruck gebracht. Dabei sind die Psalmen ein wunderbarer Ausdruck des Glaubens im Gottesvolk des Alten Bundes. Christen singen andere Lieder. Sie haben Lieder mit Ewigkeitswert, die nicht angewiesen sind auf vordere Plätze in den Hitparaden dieser Welt. Deshalb ist die Liedauswahl auch von allergrößter Bedeutung.

Probleme: • Jede Generation singt nur noch ihre Lieder. Dadurch geht einerseits das gemeinsame Singen verloren, andererseits kann man sich immer weniger durch Lieder seelsorgerliche Hilfe sein. Was will ein junger Mensch am Sterbebett seines Großvaters singen, wenn man kein gemeinsames Liedgut mehr hat? Heute können 25-Jährige mit 14-Jährigen oft nicht mehr singen, weil sie kein gemeinsames Liedgut haben. So notvoll heute die Tendenz zum »Lebensabschnittspartner« ist, so stark ist die Tendenz zu den »Lebensabschnittsliedern« unter uns. • Heute wird eine Unmenge von Liedern produziert – doch was bleibt? Vor allem: Welche Lieder tragen im Leben und am Sterbebett? Welche Lieder kann man einander wirklich zusprechen? Welche Lieder begleiten einen durchs ganze Leben? Es geht darum, mehr zu singen, mehr (tragende) Lieder zu lernen und ein gemeinsames Liedgut aufzubauen. Deshalb hat unser Gemeinschaftsverband das Lied des Monats und den Liederkalender initiiert (s. S. 18f.). Otto Schaude

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S CHWERPUNKT M USIK

UND

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Lied des Monats/ unser Liederkalender Seit einigen Jahren gibt es in unserem Gemeinschaftsverband ein »Lied des Monats«. In den Jahren 2002 und 2003 haben wir dazu einen sehr schön gestalteten Liederkalender herausgegeben, der für das Jahr 2005 wieder erscheinen wird. Monatlich wird ein Lied in den Mittelpunkt gestellt. Eine Fülle von Gesichtspunkten veranlasst uns, diesem »Lied des Monats« große Bedeutung beizumessen:

1. Zunächst einmal geht es darum, das Singen zu fördern. Es soll in unseren Familien, Gemeinschaften, Gruppen und Kreisen einen hohen Stellenwert erhalten. Über die Bedeutung des Singens: siehe vorausgehenden Artikel (S. 16f). 2. Wir transportieren Inhalte. Die Botschaft des Evangeliums soll durch das Lied verstärkt – im eigenen Leben verankert und – anderen zeugnishaft weitergegeben werden. Singen hat neben der geistigen und seelischen Bedeutung auch einen wichtigen geistlichen Stellenwert. Singen ist ein wesentlicher Bestandteil – der Verkündigung: Hinwendung zu den Menschen – des Gebets: Hinwendung zu Gott – der Gemeinschaft: Integration der verschiedenen Personen und Generationen. 3. Wir wollen ein gemeinsames Liedgut aufbauen,

– damit die Generationen wieder mehr miteinander singen können und – wir für unsere Gemeinschaften und Konferenzen ein gemeinsames Liedgut haben. Wir achten deshalb auf eine gute Abwechslung zwischen – bewährtem altem Liedgut (Chorälen ...) und – wertvollen neuen erwecklichen Liedern. Unser Gemeinschaftsliederbuch »Jesus unsere Freude« ist von dieser guten Mischung geprägt. Deshalb übernehmen wir daraus das Liedgut. Es wird ergänzt durch wenige andere Lieder (beispielsweise Kinderlieder, Lieder zu besonderen Anlässen ...). ● Auswahlkriterien für das Lied des Monats sind: unser Textplan;

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der Jahresverlauf und die Tageszeiten; das Kirchenjahr (dadurch werden die großen Taten Gottes vertieft beachtet); Jubiläen von Liederdichtern und Komponisten. 4. Damit wollen wir zugleich auch helfen, dass man neues Liedgut für sich selbst, seine Familie und Gemeinschaft entdeckt. Die Frage der Liedauswahl beim gemeinsamen Singen ist auch eine Frage der Liebe: Habe ich nicht nur »meine« Lieder im Auge, sondern mühe ich mich auch darum, die von anderen (Generationen) gern gesungenen Lieder zu entdecken? Durch das Lied des Monats/Liederkalender wollen wir auch erreichen, dass – die junge Generation den Wert bewährter alter Lieder entdeckt. Gerade beim Liedgut muss die junge Generation von heute mehr Offenheit lernen. – die ältere Generation den Wert der neueren Lieder entdeckt. Ich bin freilich oft darüber erstaunt, wie gerade Ältere neues Liedgut gerne aufnehmen (sie haben wohl

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durch ihre Lebenserfahrung ein Gespür für den Wert und die Schönheit von Liedern). – die mittlere Generation nicht nur auf ihrem Liedgut sitzen bleibt. – ein fruchtbares Gespräch über das Liedgut entsteht. Es ist eine geistliche Verarmung, wenn jede Generation nur »ihre« Lieder singt. 5. Lieder sind ein geistlicher Schatz fürs Leben. Wir können nicht nur unser Gotteslob spontaner zum Ausdruck bringen, wenn wir ein entsprechendes Lied kennen, sondern vor allem auch Nöte und Lasten: »Man kann den Kummer sich vom Herzen singen.« So können Lieder Begleiter sein in Krisenzeiten (vgl. auch unsere Rubrik »Lebenslieder«, Beispiel Seite 27). Nicht zuletzt ist das geistliche Liedgut für das Alter ein unglaublicher Schatz, wenn man nicht mehr lesen oder Neues aufnehmen kann. Welche Armut, wenn man dann keine

wertvollen Lieder »in sich trägt«. Es ist auch bekannt, welche Bedeutung Lieder an Sterbebetten haben: Menschen, die nicht mehr ansprechbar sind, reagieren auf bekannte Bibelworte und Lieder. Freilich: Man muss sie vorher aufgenommen haben und in sich tragen. Übrigens: Wussten Sie schon, dass der Schwäbische Sängerbund seit kurzem in einer hohen Auflage

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ebenfalls einen Liederkalender für Grundschulklassen herausgibt? Er hat zugleich eine gemeinnützige Stiftung gegründet »Singen mit Kindern«, um das gemeinsame Singen in der Familie zu fördern. Ob der Schwäbische Sängerbund es bei uns abgeschaut hat, wissen wir nicht, aber begriffen wurde es allemal! Wir sollten es noch überzeugter aufgreifen, weil wir die wertvollsten Inhalte damit transportieren. Otto Schaude, Reutlingen

Schlussgedanke: Unser Gemeinschaftsverband leistet mit der Einrichtung »Lied des Monats« und dem damit verbunden Liederkalender eine Pionierarbeit, wie uns viele bestätigen. Wir sollten dies aber noch mehr nützen und intensivieren. Deshalb: – das Lied des Monats bei allen Gelegenheiten in dem betreffenden Kalendermonat als eine Selbstverständlichkeit aufgreifen, singen, erläutern, abschnittweise auswendig lernen usw. – den Liederkalender 2005 im Herbst erstehen und überall aufhängen. Er soll ein wertvoller Gefährte durch das Jahr sein. – alles tun, um die Lieder liebevoll, wirkungsvoll und nachhaltig rüberzubringen und zu vertiefen – den Segen entdecken, der uns dabei zufließt.

Musik als Brücke zum Leben Ich bin eine junge und glücklich verheiratete Frau und lebe mit meinem Mann zurzeit in Italien. Im Laufe dieses Jahres werden wir wieder nach Deutschland zurückkehren. Als wir vor einem Jahr aufbrachen, hatten wir neben vielem anderen auch die »Singtour« aufgegeben. Dieser Jugendchor hatte mich acht Jahre begleitet. Gemeinsam erlebten wir Höhen und Tiefen persönlicher wie auch musikalischer Natur. Die Musik war schon immer wichtig in meinem Leben. Ich erinnere mich noch gut an die Lie-

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der, die meine Mutter mit uns Kindern gesungen hat. Schon mit vier Jahren besuchte ich die musikalische Früherziehung im Musikverein Murrhardt. Dann lernte ich Flöte spielen und entschied mich schließlich für die Klarinette. Es machte mir Spaß, andere Kinder kennen zu lernen und schließlich bei den »Hit-Kids« mitzuspielen. Später spielte ich in der »Jugendkapelle« und danach in der »aktiven Kapelle«. Ich fand Freunde und spielte an den Wochenenden immer öfters auf

Bierzeltfesten mit. Es war schön, aber ich lernte auch ziemlich früh und heftig den Alkohol kennen. Neben diesem Hobby besuchte ich auch regelmäßig die Jungschar und ließ natürlich kein Zeltlager aus. Meine Jungscharleiter waren wichtige Vorbilder, die ich liebte. Außerdem sangen sie mit uns viele tolle Lieder, z. B. »Vergiss es nie: Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir …« Ich verstand, dass mir die Lieder etwas sagen wollten. Im Zeltlager lernte ich auch meine heute noch besten Freundinnen kennen. Zusammen mit unseren Geschwistern ent-

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schlossen wir uns, eine Band zu gründen. Damals waren wir zwischen 6 und 11 Jahre alt. Wir nannten uns die »6 animals«. Aus vollem Herzen sangen wir an Gemeindefesten und Geburtstagen unsere Jungscharlieder. Bald versuchten wir auch eigene Lieder zu dichten. Wir verpackten alles, was uns zu dieser Zeit beschäftigte, in Texte. Es entstanden Lieder über Freundschaft, unsere Träume und Gott. Schließlich lernte ich als 15-Jährige auf einer Skifreizeit meinen heutigen Mann kennen. Er erzählte mir, dass es in Backnang bald einen neuen Chor geben sollte, und lud mich ein, mitzusingen. Selbstverständlich hatte ich Lust dazu, und selbstverständlich brachte ich auch die restlichen fünf »animals« mit. Etwas unsicher erschienen wir zur Probe. Doch kaum standen wir etwas ratlos im Raum, kam auch schon der Chorleiter auf uns zu und unterhielt sich eine Weile mit uns. So lernte ich Matthias Hanßmann kennen! Die Probe hatte mich total begeistert. Wir sangen tolle Lieder, der Pianist war total witzig und konnte soooo gut Klavier spielen! Nach den nächsten drei Proben waren wir »6 animals« davon überzeugt, den besten Chor überhaupt gefunden zu haben! Die Proben fanden einmal im Monat an einem Samstag statt. Und weil Singen verbindet, sind Freundschaften entstanden, die mir mehr bedeuteten als nur gemeinsam etwas zu unternehmen. Dafür bin ich heute noch sehr dankbar. Im Nachhinein weiß ich auch, dass die Lieder, Konzerte, Freunde, geistlichen Impulse von Matthias Hanßmann und die Gespräche mir Jesus viel näher gebracht haben, als es mir in dieser Zeit bewusst war. Dennoch gab es

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Caroline Baessler: Jesus machte mir ein Angebot zum Leben während meiner Singtourzeit auch persönliche Tiefen. Nach etwa vier Jahren hatte sich aus der Singtour eine Band herauskristallisiert, in der ich die alleinige Sängerin war. Wir hatten einige Auftritte, waren beliebt, und es machte großen Spaß. Ich war stolz auf die Band und fühlte mich als etwas Besonderes. Nach etwa einem Jahr blieb mir dann die Stimme weg, und wir mussten unser größtes Konzert absagen! Die Befunde der Ärzte waren negativ. Es war unklar, ob ich jemals wieder so singen könnte wie vorher. Schließlich entschied ich mich gegen eine Operation und für eine Stimmtherapie. Mit Unterstützung einer Logopädin und einer Gesangslehrerin begann ich ganz vorsichtig wieder zu singen. An die Band oder Singtour brauchte ich aber ein Jahr lang nicht mehr zu denken. Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum diese – für mich – Katastrophe passieren musste. Erst viel später

bekam ich die Antwort. Während einer zweiwöchigen Sommerfreizeit mit der Singtour auf dem Tauernhof in Österreich verstand ich, dass Jesus mehr von mir möchte, als nur ein bisschen mit ihm leben und mich an seinen Liedern erfreuen. Ich verstand, dass er mir das Angebot machte, mein Leben in seine Hände zu nehmen. Ich verstand auch, dass es bei ihm keine halben Sachen gab. Sein Angebot stand, und ich musste mich entscheiden. Ich muss zugeben, dass mir diese Entscheidung nicht leicht fiel und mich viele Tränen gekostet hat. Aber es war auch das Beste, was mir in meinem Leben bisher passiert ist. Jesus hat in der Bibel versprochen, dass er mir alles, was ich ihm gebe, hundertfach zurückgeben wird. Darauf habe ich vertraut und tue es immer noch. So hat er mir auch meine Stimme zurückgeschenkt und mir klar gemacht, dass ich die Lieder über seine Herrlichkeit und Gnade nur für ihn singen soll. Caroline Baessler, Turin/ Italien

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Musik von Anfang an Singen und Musizieren im Kleinkindalter Vielleicht ist der eine oder andere von Ihnen überrascht und stutzt beim Lesen dieser Überschrift – ist das überhaupt eine Frage bei Kindern bis zu drei Jahren? Die müssen doch erst einmal sprechen lernen, und mit zwei Jahren schickt man auch kein Kind zum Klavierunterricht – oder ist das Ganze gar wieder ein neues verrücktes pädagogisches Konzept zur Züchtung kleiner Genies? Um nichts von alledem soll es hier gehen, sondern vielmehr darum, zu entdecken, was Gott uns für ein wunderbares Geschenk mit der Musik gemacht hat – und zwar für alle Altersstufen, also auch für Kleinkinder. Die bekanntesten Beispiele dafür, dass Kleinkinder und Babys positiv auf Musik reagieren, sind die in allen Kulturen vorhandenen Wiegenlieder sowie Kniereiterspiele (wie »Hoppe, hoppe, Reiter«), von denen Kinder selten genug bekommen können. Erst in den letzten Jahren aber hat man durch Forschungen herausgefunden, dass die Wirkung von Wiegenliedern, »Hoppe, hoppe Reiter« und überhaupt von Musik eine viel tiefer gehende ist als bloß »Spaß« und Freude für die Kinder. Musik ist eine nonverbale Sprache (Sprache ohne Worte). Sie kann deshalb auch dort verstanden werden, wo die Sprachfähigkeit noch nicht oder nicht mehr oder aus anderen Gründen nicht zur Verfügung steht. Der Säuglingsforscher Daniel Stern kommt zu dem Ergebnis, dass ein Kind gar nicht zuerst den Inhalt, das »Was« einer Botschaft versteht, sondern das »Wie«, die begleitenden Affekte. Er nennt sie »Vitalitätsaffekte«, weil sich das Wesen des Lebens selbst darin zeigt. Die Fähigkeit, diese Vitalitätsaffekte zu verste-

hen, hält er für angeboren, und sie werden durch jede menschliche Begegnung ausgelöst. Er beschreibt sie mit Adjektiven, wie stärker oder schwächer werdend, schneller oder langsamer werdend, lauter oder leiser werdend, näher kommend oder sich entfernend, heftig, plötzlich, sich beruhigend oder fließend … Das Interessante ist nun, dass sich Musik genau in den gleichen Vitalitätsaffekten ereignet, sodass durch Musikhören und später dann das eigene Singen und Spielen für die Kinder »das Leben« erfahrbar, dadurch erfassbar und dadurch bewältigbar erscheint. Dadurch wiederum gewinnen die Kinder Vertrauen und Selbstbewusstsein. In meinem Unterricht mit 1–3-jährigen Kindern (plus Elternteil) fasziniert es mich immer wieder, zu beobachten, wie durch das Singen und Musizieren die Sprachentwicklung gefördert wird – manchmal scheint sie förmlich zu explodieren. Es steht fest, dass durch aktives Singen und Musizieren (angefangen beim Kniereiten bis hin zu Musik- und Tanzspielen im Kindergarten) die Gehirnzellen besser miteinander verknüpft werden, weil die Sinneswahrnehmungen der Kinder verbessert und im Gehirn besser koordiniert werden können, was inzwischen allgemein als unverzichtbare Grundlage für die Entwicklung von Intelligenz angesehen wird. Nach anderen Forschungen scheint das Musizieren neben der Sprachentwicklung auch das mathematische Denken zumindest in Teilbereichen zu fördern. Singen und musizieren können ist auch in folgender Hinsicht ein einzigartiges Geschenk Gottes an uns: Es bindet alle Beteiligten in

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eine einzigartige Gemeinschaft und Kommunikation ein, in der alle gleichzeitig mitmachen können, ohne dass Chaos entsteht. Für alle und für jeden Einzelnen ist Platz, und es entsteht ein übergeordnetes Ganzes, das so das Leben im Leib Jesu widerspiegeln kann. Durch Singen und Musizieren auf einfachsten Instrumenten wie Rasseln und Trommeln nehmen schon kleinste Kinder Lebensregeln auf, wie Leben in der Gemeinschaft oder Gruppe gemeistert werden kann – Regeln, die heute weniger denn je selbstverständlich sind, wie z. B. gemeinsam beginnen und enden – hervortreten und zurücktreten – laut sein und leise sein – dran sein und schweigen – im richtigen Moment handeln – sich konzentrieren – Spannungen aushalten – sich einordnen – sich mit anderen oder der Gruppe identifizieren – zusammen arbeiten und ge-

stalten – zuhören – sich äußern – Gefühle angemessen ausdrücken ... Man könnte sagen, dass uns die Musik einerseits die Lebensordnungen widerspiegelt, in die wir teilweise einfach hineingestellt sind, die wir teilweise aber auch erlernen müssen. Andererseits wird sie genau dadurch im wahrsten Sinne des Wortes selbst zur Lebenshilfe. Wo gibt es sonst ein Mittel oder Ding, was gleichzeitig so einfach wie vielschichtig ist (bis hin zur Kunstmusik), was

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Jung und Alt so viel Spaß machen kann und Gemeinschaft erfahrbar macht und vertiefen kann, was »einfach so« jung hält und Intelligenz fördert, was körperlich und seelisch therapeutisch wirksam ist und obendrein etwas von Gottes Größe und Herrlichkeit aufleuchten lässt und uns die Möglichkeit gibt, ihn zu loben und andere mit

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seiner Freude »anzustecken«? Deshalb brauchen auch unsere Kleinkinder das Musizieren schon in der Familie. In vielen Familien fehlt das aber, weil z. B. die Eltern keine Zeit übrig haben und keine Großeltern für »so etwas« im Hintergrund haben, oder weil es gar kein richtiges Familienleben mehr gibt. Hier sehen wir eine grundle-

Christsein im Angesicht des öffentlichen Kulturlebens Wenn ich über die Musik, die wir Christen machen, in Verbindung mit dem öffentlichen Kulturleben nachdenke, dann sind mir drei Aspekte wichtig, die ich im folgenden Artikel vorstellen möchte: 1. Musik ist Gabe Gottes, ihn zu loben Es ist ein Ausdruck gelebter christlicher Kultur, dass in Gottesdiensten, Gemeinschaftsstunden und anderen Veranstaltungen miteinander gesungen wird. »Ermuntert einander mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern ...« (Eph 5,19). Mir ist kaum eine andere öffentliche Gruppierung bewusst (außer vielleicht Musik- oder Wandervereine), in der so selbstverständlich und bei allen Gelegenheiten gesungen wird. Denken Sie doch an eine politische Veranstaltung oder an ein großes Sportereignis. Es wird

zwar viel Lärm gemacht, vielleicht gibt es dann auch mal etwas, was man zusammen singt, möglicherweise aber doch nur als Ausdruck einer gehobenen Stimmung. Wir Christen singen, weil wir in jeder Lebenssituation den Grund kennen, Gott zu loben und zu danken: Jesus Christus. »Macht sein Lob herrlich!« (freie Übersetzung), so die Einladung und auch Aufforderung in Ps 66,2, »Gott wohnt unter den Lobgesängen seines Volkes« (oder: thront über den Lobgesängen ...) in Ps 22,4, und »Rühmet laut den Herrn, ihr Nationen« (Ps 117) sind Bibelworte, die etwas über das Wesen und die Wirkung der Musik aussagen. Die Musik hat die Möglichkeit, Nationen zum Lob Gottes zu motivieren, und das laut und klar. Nun gibt die Bibel auch Auskunft über die Abgründe der Musik. »Tu weg von mir das Geplärr deiner Lieder ...« (Am 5,23). Wann tritt dieser Fall ein? Wenn Paulus davon spricht: »Singt und spielt dem Herrn in euren Herzen« (Eph 5,19), dann meint er nicht, dass christliche Musik eine stille, unhörbare Musik zu sein hat, sondern dass Musik vielmehr Her-

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gende Aufgabe unserer Gemeindemusikschule im Elementarbereich: junge Eltern anzuleiten, mit ihren Kindern zusammen ohne jeden Leistungsdruck zu singen und zu musizieren und den Kindern gleichzeitig Gottes Liebe, die im ganzen Leben und darüber hinaus trägt, ins Herz zu singen. Angela Zeitz, Schönblick zenssache ist, dass unser Leben, unser Glauben und unser Lied eine Botschaft vermitteln, die sich entsprechen muss. Wenn sich die Botschaft des Liedes nicht mit dem Leben deckt, dann entsteht eine Spannung, die Gott im Herzen zeigt. Die Versuchung ist sehr groß, diese Stimme im Herzen zu ignorieren. Auch christliche Künstler und Musiker kommen in den Machtbereich der Eitelkeiten und Überheblichkeiten, müssen sich immer wieder bewähren und neu entscheiden, ja umkehren. Für mich ist es ein besonderes Zeichen der Güte Gottes, dass diese wirklich vorhandenen Abgründe manchmal gar nicht oder nur kaum auffallen und Gott trotzdem viele Menschen segnet. Es entsteht aber dann im Inneren immer mehr ein Vakuum, und das Wort des Propheten Amos ist ein eindringlicher Appell, sich von Gott erneuern zu lassen und eben nicht mit Musik und einem ungeheiligten Herzen zu Gott zu kommen. »Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach« (Am 5,24), so der folgende Vers. Es gibt Situationen im Leben, wo Musik erst einmal verstummen muss, sie wird dann nach der Buße in neuer Kraft geschenkt. 2. Interesse am öffentlichen Kulturleben Wie zu allen Zeiten gibt es Berei-

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che in der Unterhaltung und der Kunst, die eine prägende Wirkung auf das Zusammenleben der Menschen mit ihren Gedanken, Gefühlen und Wünschen haben. Gerade heute werden Grundwerte der Ethik und Glaubensinhalte im Kulturbereich in den Schmutz getreten. Hier ist es nötig, dass Christen dies wahrnehmen, beten und auch, wo es möglich ist, die eigene Stimme erheben, widerstehen, aber auch sich mit ihrer eigenen Kunst einbringen. Es gab Zeiten, in denen Christen in diesen Bereichen führend waren (Zeitalter der Reformation, Zeiten während des Barock ...). So konnten ganze Gesellschaften mit biblischen Wahrheiten geprägt werden. Das heißt nicht unbedingt, dass das Zeiten waren, in denen es den Menschen einfach nur gut ging, aber dass die biblische Botschaft im Bewusstsein der Menschen präsent war. Ich denke z. B. an das Wirken von Heinrich Schütz (1585–1672) und von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809–1847). Heinrich Schütz hat es verstanden, Werke für große Besetzungen zu komponieren und konnte mit großen finanziellen Mitteln diese Werke aufführen. Es gab aber auch Zeiten in Not und Krieg (Dreißigjähriger Krieg), in denen nur Kleinstbesetzungen realisiert werden konnten, wie z. B. »Kleine Geistliche Konzerte« (1636). Mendelssohn gelang es, die biblische Botschaft in großen Oratorien wie »Paulus« und »Elias« und anderen Werken sowie mit der ersten Wiederaufführung von Bachs Matthäuspassion (Berlin 1829) mit biblischen Texten im öffentlichen Konzertleben (nicht mehr im Raum der Kirche) zu verankern. Es ist uns wichtig, dass biblische Inhalte für das Publikum aufgeschlossen werden und es nicht beim »Kunstgenuss« bleibt. Wir

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nehmen wahr, dass die großen zum Herzen der Menschen, die sie Oratorien der Klassik auch im hören und lieben. Und so ist es Zeitalter der Popmusik Jahr für auch klar, dass aus den christliJahr Tausende von Menschen an- chen Familien und Gemeinden ziehen. Mit unserer Veranstal- Menschen heranwachsen, die sich tungsreihe »Bibel und Musik« auf in besonderer Weise der Musik dem Schönblick möchten wir des- widmen. Nun sind in den verganhalb gern ein tieferes Verständnis genen Jahren die Unterschiede in für diese Werke und ihr Umfeld den Musikstilen immer größer gevermitteln. Im Advent 2003 hatten worden, und es ist schwieriger gewir eingeladen, um über die bibli- worden, etwas Objektives im Besche Linie und die Komposition reich der Musik zu sagen. Der eine »Der Messias« von Georg Fried- liebt diese Richtung und würde rich Händel (1685–1759) nachzu- sich die andere Richtung niemals anhören wollen, denken. Am der andere geEnde der Wonau umgekehrt. che war dann Es ist erforderein bewusstelich, dass die unres Hören der terschiedlichen musikalischen Gaben im Reich Aufführung Gottes Platz hamöglich. Am ben, denn Gott, ersten Advent der Geber aller 2004 wollen Adventskonzert »Der Messias« Gaben, freut wir der Kantate 140 »Wachet auf, ruft uns die sich, wenn wir diese Gaben zu seiStimme« von Johann Sebastian nem Lob einsetzen. Im Leib Christi (auch als Bild zu verwenden für Bach auf die Spur kommen. Durch die regelmäßige Konzertar- die Vielfalt in der Musik) findet jebeit in der Vielfalt der Musikrich- de Gabe ihre Platzanweisung zum tungen, mit der wir unterschied- Dienst. lichste Menschen zu erreichen su- Ein entscheidender Schritt im chen, möchten wir mehr und mehr Rahmen der Musikarbeit unseres im öffentlich kulturellen Bewusst- Verbandes war die Gründung der sein präsent sein. Dabei ist es Christlichen Gemeindemusikwichtig, dass die veranstaltende schule (CGS). Wir sehen die große Gemeinde die Menschen im Blick Herausforderung, dass Menschen hat und ihnen nachspürt. Mit unse- durch diese regelmäßige und berem Leben und Arbeiten möchten ständige Arbeit das Zeugnis Jesu wir dazu beitragen, dass Jesus wahrnehmen und zu einem Leben Christus in den Bereichen Kunst im Glauben an Jesus im Raum von und Kultur geehrt wird. Gemeinde und Gemeinschaft finden. 3. Christen bringen sich ein mit Im Lied und in der instrumentalen ihren Gaben im Bekenntnis Musik eröffnet sich ein weites an Jesus Christus, übernehmen Kommunikationsfeld, das für GeVerantwortung und werden meinde und Gemeinschaft noch pädagogisch aktiv lange nicht ausgeschöpft ist, und Es gibt viele erfolgreiche Musik- manchmal denke ich, es entsteht richtungen in unserer Zeit. Jede eine Musik, die die Sehnsucht der Musikrichtung hat in ihrer Eigen- Menschen nach Gott selbst weckt. art einen besonderen Schlüssel Stefan Zeitz, Schönblick

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Vielfältig und kreativ – Musikgruppen zum Lob Gottes Zum Beispiel Kinderchor Donnerstagnachmittag, 17 Uhr! Etwa 50 bis 70 Kinder zwischen 4 und 17 Jahren sammeln sich in der Ebhauser Kirche und stellen sich bei den Altartreppen auf: die »Singing Kids« vom CVJM Ebhausen. Entstanden ist dieser Kinderchor im Januar 2002. Bis dahin gab es die »Singing Kids« im Schülerferienprogramm bzw. als Projektchor für kleine Kindermusicals. Den meisten Kindern und Eltern war dies jedoch nicht genug, und es wurde der Wunsch nach einem wöchentlich stattfindenden Kinderchor laut. Auf diesen Wunsch haben wir uns eingelassen und können jetzt schon auf zwei Jahre zurückblicken. Es ist faszinierend, wie wir durch Kinder / Kinderlieder ganze Familien mit der Guten Nachricht erreichen können. Jedoch gehören nicht nur KallauchSchlager oder andere Hits für Kinder zum Liedgut, sondern auch schöne alte Choräle, pfiffig gesungen. Auftritte haben wir hauptsächlich in den Gottesdiensten in Ebhausen oder hin und wieder mit einem Konzert. Am Gründonnerstag 2004 haben wir mit einem russischen Kinderchor auf dem Kamelhof in Rotfelden und am Ostersonntag im Familiengottesdienst in Ebhausen gesungen. Es ist auch für uns Chorleiterinnen immer wieder ein motivierendes Erlebnis, die singenden Kinder in Aktion zu sehen. Jutta Feuerbacher, Ebhausen Zum Beispiel Gemischter Chor Wir haben Margarete Schaal, Chorleiterin des Gemischten Chores (Evangelischer Sängerbund) der Stuttgarter Gemeinschaft, ge-

fragt: Warum singt ihr, und was zeichnet eure Chorarbeit aus? »Ich freue mich auf Montagabend«, so höre ich oft aus dem Munde meiner Chorsänger. Es ist tatsächlich Vorfreude auf die allwöchentliche Chorstunde. Wer müde kam, geht meist erfrischt wieder nach Hause, denn das Evangelium singend zu sagen, ist eine der schönsten Aufgaben im Reich Gottes. Gott loben verändert, zieht zu Gott hin – mitten im Alltag. Margarete Schaal Ein Musikprojekt Am Anfang stand der Wunsch, einmal wieder ein Konzert mit unserem jungen Chor zu gestalten. Allerdings: Konnten wir so etwas wagen mit nur 14 Sängerinnen

und Sängern? Klein musste es sein – und so planten wir dann auch. Die äußere Form: eine Api-Stunde und eine Auswahl der Lieder aus dem Musical »Hoffnungsland« (von J. Nitsch, Thema: Der Wüsten-Durchzug des Volkes Israel).

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Zutaten: unser Chor und ein Probenwochenende. Geschmacksverstärker: Matthias Hanßmann als Pianist, ein Jung-Schlagzeuger, ein selbst einstudierter Tanz von Chormitgliedern und Bilder, die passend zu den Liedtexten an die Wand gebeamt wurden. So ergab sich trotz relativ kurzer Vorbereitungszeit eine abwechslungsreiche musikalische Stunde – bestimmt nicht perfekt, aber sicherlich zur Zuhörer- und Sängerfreude. Schön, dass viele bei diesem kleinen Projekt mitgearbeitet haben, sodass die Arbeit für jeden überschaubar blieb. Als kleines Highlight im Chorjahr zur Nachahmung empfohlen! Claudia Roos, Freudenstadt Chorleiterin von »Multiple Joy«

Zum Beispiel Band Die Band GottLOB besteht aus acht jungen Musikern, die mit ihren Liedern Gott loben und preisen und dabei alle mit hineinnehmen wollen. Das gelingt ihnen mit fetzigen, aber auch ruhigen und einfühlsamen Songs, mit Texten, die direkt aus dem Herzen kommen. Uns ist es wichtig, dass die junge Generation zum Gotteslob ermutigt und geführt wird. Dafür setzen wir uns in Jugendgottesdiensten und »PraiseNight«, beim Api-Landesjugendtreffen und generationsübergreifenden Veranstaltungen (Jugend- und Familientag und Api-Monats-Happening) ein. Stefan Kuhn, Brackenheim/Stuttgart

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Zum Beispiel »SingTOUR« »SingTOUR« ist ein großer und kreativer Jugendchor im Bezirk Backnang, Wir haben Ute Zisik, eine junge Mitarbeiterin, gefragt, wie man zu solch einem Chor kommt: Ute: »Der hat dem gesagt, dass es da irgendwo einen Jugendchor gibt, der fetzige Lieder singt – sogar mit Band –, und die hat gesagt, ihre Schwester kennt jemanden, der uns zur nächsten Probe mitnehmen würde …« Hoppla …! So oder so ähnlich kann man zur »SingTOUR« kommen, um dort zu bleiben, zu verweilen, oder teilweise weiterzuziehen – vor allem aber um wieder einzuladen. Einzuladen – zu was eigentlich? Wir sind ein bunt gemischter Chor, bei dem wirklich jede und jeder herzlich willkommen ist.

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Hier wird vor allem viel gesungen und gelacht, und bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen lässt es sich auch prima reden. Wir »touren« durch den Bezirk Backnang, treffen uns ein Mal im Monat an einem Samstag an jeweils verschiedenen Probeorten. Unser Anliegen ist es, nicht nur für unsere Lieder und unsere Musik zu begeistern, sondern auch zu einem Leben mit Jesus einzuladen. Ute Zisik, Jugendchor Backnang

Gemeinschaftsarbeit und Christliche Gemeindemusikschule

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Zum Beispiel Jungbläserarbeit Ist die Bläserarbeit noch aktuell? In Württemberg ist die Bläserarbeit im Evangelischen Jugendwerk in Württemberg zusammengefasst. Viele unserer Gemeinschaftsmitglieder sind in Posaunenchören beheimatet und beteiligen sich an deren Diensten. Die Jungbläserarbeit ist die umfangreichste Jugendarbeit in der Kirche. Tausende von Kindern und Jugendlichen erlernen ein Blasinstrument. Auch in Haslach wurde solche eine Gruppe begonnen. Hier gibt es bisher keinen Posaunenchor – sodass diese Gruppe irgendwann zu einem Chor heranwachsen kann. Die Leitung liegt bei Dagmar Sohn (spielt auch bei Apibrass) und Fritz Hanßmann. Matthias Hanßmann

nicht einfach eine Musikschule mit einem guten Angebot sein. Die CGS braucht an jedem Ort, wo sie Die Christliche Gemeindemusikschule ist Gemeinschaftsarbeit – sonst tätig ist, ihre innere Berufung aus hat sie keine Berechtigung! Dies ist kein wagemutiger Satz, sondern der örtlichen Gemeinschaft und/ eines der Fundamente der CGS (Christliche Gemeindemusikschule). oder dem Bezirk. Die Gaben der Warum? Einzelnen sollen sich in den Veranstaltungen und Angeboten der Die CGS ist aus einer geistlichen unserem Land Gemeinschaft wiErkenntnis heraus gewachsen der zunehmenderspiegeln. Die Musik ist eine wesenseigene den SpracharPlötzlich gibt es GiAusdruckskraft jedes Menschen. mut immer wetarrenspieler in der Jeder Mensch macht Musik und niger gesungen Jungschar, die Famisingt Lieder. Vergleichbar ist hier und aktiv musiziert wird? Uns lienstunde bekommt wieder Klaetwa das Essen. Jeder Mensch wurde klar: Wir möchten eine Mu- vierspieler oder eine Combo. Festnimmt Nahrung zu sich. Musik ist sikschule gründen, die in jeglicher liche Mitarbeiterabende bekomeine Schöpfungsgabe Gottes an je- Hinsicht »christlich« ist und ihrem men Musik aus der eigenen Reihe, den Menschen. Wenn diese Gabe Auftrag gemäß arbeitet. Durch das und chorische Angebote werden mit dem Glauben an den allmäch- Musizieren wird der Einzelne be- plötzlich wieder realisierbar. Dies tigen Schöpfer, mit Jesus, dem Er- gleitet und – so hoffen und beten sind nur wenige Beispiele. löser, und dem Heiligen Geist ver- wir – durch Jesus verändert. knüpft wird, dann erstrahlt sie in Die missionarische Ausrichtung einem Licht mit Ewigkeitsbezug. Die CGS ist Teil und Dienstbote braucht immer eine Einbettung Dies verändert einzelne Menschen der Gemeinde und Gemeinschaft in eine geistliche Gemeinschaft und ganze Gemeinden. Wie aber Integration gelingt kaum so stark hinein fördern wir diese Gabe, wenn in wie über die Musik. Wir möchten Die CGS ist ein Platz, an dem

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gläubige Menschen durch die Pflege und Wahrnehmung ihrer Gaben im Glauben wachsen. Sie ist jedoch auch missionarisch. Nicht dass die Unterrichtseinheiten einer »Missionsstunde« gleichen würden – nein! Es sind die Gespräche zwischen Lehrkraft und Schüler, es ist der Einsatz der Musiker an Verkündigungsorten, es sind unsere Gebete für die Schüler, es ist die Integration und Beheimatung in die Gemeinschaft, die irgendwann zu einem bewussten Schritt und Leben mit Jesus führt! Deswegen muss Gemeinschaft die Arbeit der CGS wollen und sagen: »Die CGS – das sind wir!« Beheimatung der Mitarbeiter Wo möglich, wünschen wir uns eine geistliche Beheimatung der Lehrkräfte (dies hängt oft vom Wohnort der Lehrkräfte ab). Hauptamtliche Lehrkräfte der CGS stellt der Verband nicht als Musiker an, sondern als pastoral beauftragte Hauptamtliche im

Rolf Scheffbuch: Nicht aus eigener Kraft. Aus den Anfängen Korntals, Band 2 Hrsg.: Ludwig-Hofacker-Vereinigung, Saalstraße 6, 70825 Korntal 160 Seiten, 5 Euro Prälat i. R. Rolf Scheffbuch hat in einer dankenswerten »Fleißarbeit« im Korntaler Archiv studiert und dabei vieles an Zeugnissen lebendigen Glaubens zutage gefördert und »staunend wahrgenommen an Korntaler Impulsen, die mir bisher unbekannt gewesen waren«. Es ist

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AGV. Der Arbeitsschwerpunkt liegt in der Musik. Andere Hauptamtliche haben ihren Schwerpunkt etwa in der Frauenarbeit, Jugendarbeit o.a. Von daher ist es selbstverständlich, dass sich die Hauptamtlichen der CGS in der Gemeinschaft beheimaten. Deswegen muss die CGS vor Ort sagen wollen: »Die Gemeinschaft – das sind wir!«

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Erfolg? Die Gemeinschaftsarbeit ruft zur Nachfolge Jesu. Sie lädt zu einem Leben mit Jesus ein. Sie will Menschen allen Alters eine Heimat bieten. Hier kann man im Glauben wachsen. Dieses Ziel der Gemeinschaftsarbeit ist nicht mit Zahlen zu messen. Das Reich Gottes wird nicht in Zahlen, sondern in Namen bewertet. Jesus freut sich über jeden Menschen – über jeden Namen – der eine Heimat findet, die »Gemeinschaft der Heiligen« genannt werden kann. Jeder bewusste Schritt in der Verkündigung ist ein Glaubenschritt. Dies gilt auch

für die CGS. Wir dürfen sie nicht anders bewerten als die Gemeinschaftsarbeit an sich! Heute unterrichten wir in Herrenberg-Haslach, Stuttgart, Pfullingen, Reutlingen und Schwäbisch Gmünd (Schönblick). Hinter jedem Namen eines Mitarbeiters und eines Schülers steckt eine Lebensgeschichte Gottes. Andere Orte sind an dieser Arbeit interessiert und prüfen einen Start. Wir gehen Schritt für Schritt voran – betend – hoffend – arbeitend – musizierend. Meist macht es Spaß (was vieles erleichtert, jedoch nicht maßgebend ist), manchmal ist es mühevoll. Die Dienstgemeinschaft unter den Hauptamtlichen und Verantwortlichen ist ein Geschenk. Die Verbandsleitung bringt uns sehr viel Vertrauen entgegen. Das tut gut! Und für jede Gabe und jedes Gebet aus dem Lande sind wir dankbar und sehen dies als Bestätigung Gottes: »Geht weiter!« Matthias Hanßmann, Herrenberg

bereits der zweite Band, der uns »Aus den Anfängen Korntals« berichtet: lebendig geschriebene Berichte von Vätern und Müttern des Glaubens. Neues von bereits bekannten Persönlichkeiten (z. B. Sixt Carl Kapff, Evangelist Eugen Zimmermann u. a.) – jedoch auch andere, weithin unbekannte Personen kommen in den Blick, vor allem auch die Ehefrauen der bedeutenden Persönlichkeiten im Reich Gottes. Es werden Bewährungen des Glaubens in unterschiedlichen Lebenssituationen beschrieben, sichtbarer Segen und tiefe Nöte in

Familien und im Reich Gottes. Besonders wertvoll ist das Kapitel über den »Begräbnisgarten«, wie die Gründer von Korntal ihren Friedhof genannt haben. Hier erfahren wir komprimiert Wertvolles über solche, »die durch den Glauben noch reden, obwohl sie gestorben sind« (Hebr 11,4). Besonders als Geschenk für Geburtstage, Jubiläen und dergleichen zu empfehlen, jedoch vor allem für jene, die Interesse an der Reichgottesgeschichte und ihren Zusammenhängen haben; aber auch für alle, die einfach ein glaubensstärkendes Zeugnis brauchen! Und wer ist das nicht? Ich habe von dem Büchlein viel profitiert. Otto Schaude

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Du stehst am Platz, den Gott dir gab In meinen Teenagerjahren ist mir dieses Lied zum ersten Mal begegnet. Seitdem hat es mich nie wieder losgelassen. Zu unterschiedlichen Zeiten hat schon jede Strophe in mein Leben und meine Lage hineingesprochen. Zu einigen Punkten habe ich mit Gott so manchen Dialog geführt – manchmal auch ein Duell! Eigentlich wollte ich von Kind auf in einen vollzeitlichen Dienst für Gott gehen. Doch innerlich war ich wie blockiert, und ich sah nicht wie und wo. So absolvierte ich eine Bürolehre und dann eine Ausbildung zur Krankenschwester. Wenn ich mutlos werden wollte über Gottes scheinbares Schweigen, sang ich mir Trost und Mut zu mit dem Lied: »Du stehst am Platz, den Gott dir gab, dem Platz, den er dir zugedacht.« Ich wollte lernen anzunehmen, dass mein Platz zu diesem Zeitpunkt von Gott gewollt war. Dann endlich fiel die innere Blockade, und ich wusste, dass jetzt eine Bibelschulausbildung dran war. Fröhlich konnte ich singen: »Will er dich segnen, sucht er dich nicht in der ganzen weiten Welt. Er sucht dich nur an deinem Platz, dem Platz, wo er dich hingestellt.« Danach, als es in die »ganze weite Welt« hinausging und Gott uns klar zum Stamm der Irayas auf die Philippinen führte, konnte ich jubeln: »Ja, auf dem Platz, den er

dir gab, da jauchze du ihm fröhlich zu, dass jeder sieht, sein Wille ist dir Leben, Herrlichkeit und Ruh.« Aber aus meinen Vorstellungen, Gott zu dienen und Menschen ihm zuzuführen, wurde vorerst nichts. Zuerst kam das mühsame Sprachstudium, später beim Iraya-Stamm Wunden versorgen, Streit schlichten, Behördengänge machen, für die Leute Einkäufe erledigen, eigene Krankheiten überstehen usw., während andere Missionare Scharen von Menschen zum Glauben führen durften. Da musste ich mir sagen lassen: »Blick auch nicht seufzend rechts und links, scheint er (dein Platz) verborgen, irdisch, klein. Auf diesem Platz, den Gott dir gab, will er

durch dich gepriesen sein.« Auch im persönlichen und im Familienleben gab und gibt es immer wieder Situationen, dass ich am liebsten davonlaufen würde. Dann höre ich: »Bleib auf dem Platz, den Gott dir gab, und halte da in Treue aus: Ist es ein Kreuz, steig nicht herab, ist’s Schmelzerglut, weich ihr nicht aus.« Inzwischen hat Gott mir immer wieder neue Plätze zugewiesen, und oft habe ich erst tief durchatmen müssen, ehe ich mir sagen lassen konnte: »Bedenk’s, den Platz, den Gott dir gab, kann niemand füllen als nur du. Es ist nicht gleich, ob du dort stehst, denn grade dich braucht er dazu.« Und heute, wo es mir täglich mehr bewusst wird, dass es dem wiederkommenden Herrn entgegengeht, darf ich fröhlich singen: »Sieh, wenn er kommt, sucht er auch dich nicht in der ganzen weiten Welt. Er sucht dich dort nur sicherlich, wohin er selber dich gestellt. Und dann – o selger Freudentag! Wenn er an deinem Platz dich fand, versetzt er dich, gibt dir den Platz auf seinem Thron im Heimatland.« Doris Elsäßer, Löwenstein

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Herzliche Einladung zum Jahresfest an Himmelfahrt, 20. Mai

Entscheidender Schritt nach vorne »Gott erlebt« vom 7. bis 14. März: Erlebtes bei der Seelsorge In einem Wohnzimmer sitzen sie erstmals in der Runde zum Glaubenskurs: eine Mutter, die in wenigen Wochen ihr drittes Kind erwartet, ein Oberfeldwebel der Bundeswehr, ein angehender Banker, ein Unternehmer mit seiner Frau, ein Jurist und eine Angestellte, die durch eine schwere Lebensphase geht. Die meisten waren bei der missionarischen Veranstaltung »Gott erlebt« mit über 120 anderen beim Aufruf des Evangelisten Friedhold Vogel zu dem schlichten Holzkreuz »nach vorne« gegangen. Nun berichten sie, wie sie Jesus erlebten. Manche kennen Jesus schon seit vielen Jahren: »Ich wurde christlich erzogen, besuchte Gottesdienste und christliche Veranstaltungen, ich war nah bei ihm – aber erst in der letzten Woche wurde ich im Theater im Unipark in Schwäbisch Gmünd ein Kind Gottes«. Eine andere Stimme: »Als ich das Übergabegebet gesprochen hatte, fiel eine schwere Last von mir. Nun weiß ich mich durch Jesus befreit.« Andere besitzen noch keine eigene Bibel. Viele haben Fragen. »Soll man zu Gott beten oder zu Jesus?« »Welche Übersetzung ist die richtige Bibel?« Es ist spannend, mit »neugeborenen« Christen zusammen zu sein. Während der Evan-

Anspiel bei »Gott erlebt«

gelisation stand auf dem Schönblick und im Unipark ein Team von Seelsorgern zur Verfügung. Sie kamen reichlich zum Einsatz: bei der Hilfe zum Neuanfang im Glauben, bei Problemen im Leben als Christ, zur Beichte und Bekehrung. Es ist erstaunlich, wie viele Menschen in der Gmünder Region auf die Einladung zum Glauben an Jesus gewartet haben. ER erweckt auch heute noch »geistlich Tote« in großer Zahl zu neuem Leben. Jeder, der den Schritt zum Kreuz wagte, wurde zu einem sechsteiligen Glaubensgrundkurs eingeladen. In diesem Kurs werden Grundlagen des Christseins vermittelt. Die Teilnehmer praktizieren christliche Gemeinschaft: Jeder wird wahrgenommen, man steht füreinander ein und betet ganz konkret füreinander. In der Regel münden die Glaubenskurse in einen Hauskreis. Diese kleinen Gemeinschaften sind wichtiger Bestandteil der Gemeindearbeit. Dort wird die Bibel gelesen, füreinander gebetet, Gemeinschaft gepflegt und gefeiert. Hans-Martin Richter, Schönblick

10 Uhr Gottesdienst mit Reinhard Holmer, Bad Blankenburg 11.30 Uhr Informationen vom Schönblick, anschließend gemeinsames Mittagessen 14.30 Uhr Musical mit Siegfried Fitz und Gerhard Barth: »Mit Abraham unterwegs« – Abschluss mit Kaffeetrinken und Hefezopf

TASTEN tasten Eine außergewöhnliche Ausstellung mit besonderen Akzenten vom 12. bis 27. Juni Die Christliche Gemeindemusikschule Schönblick (CGS) veranstaltet in Zusammenarbeit mit dem Musikhaus Rudert, Freudenstadt, eine Ausstellung von Tasteninstrumenten. Im Rahmen der Ausstellung wird es auch eine Projektwoche der CGS geben. Spezieller Gast: Franz Mohr, New York (16. bis 18. Juni). Mohr (74) war fast 30 Jahre Chefkonzerttechniker für die Klavierfabrik Steinway & Sons. Er sorgte für die Harmonie des Klangs etwa bei Horowitz, Rubinstein, Gould. Einzelne Akzente: 12. Juni, 19 Uhr, Vernissage Ab dem 13. Juni wird Stefan Zeitz an Tasteninstrumenten J. S. Bach als Lehrer der Musik vorstellen 16. Juni, 19.30 Uhr, Franz Mohr erzählt aus seinem Leben 17. Juni, 16 Uhr, Franz Mohr in der Ausstellung 19. Juni, 20.30 Uhr, Konzert mit Klavieren, Cembali und Orgeln mit Hans Bernd Bockting (Bezirkskantor) und Stefan Zeitz 21.–25. Juni, CGS-Projekttage 26. Juni, 20.30 Uhr, Openair-Konzert am Schönblick, Klavierabend mit Pavlos Hatzopoulos

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Seite im 12.–26.9. Transsibirische Eisenbahn 62 Freizeit- 17.–24.10. Dialyse-Freizeit, Thiersee/Tirol Prospekt (Österreich) 64 Ferienspaß für Kinder und Jungscharler 2.–5.12. Advent im Erzgebirge 65 30.5.–5.6. Pfingstzeltlager 23 1.–5.6. Schnupper-Kinder-Freizeit, 55 plus – junge und ältere Senioren Mühlhausen 20 15.–22.5. Einkehrtage für Ehepaare und 13.–27.8. Mädchen-Reitfreizeit, Alleinstehende, Schwäbisch Gmünd 70 Lahntal-Kernbach/Hessen 30 5.–11.7. Senioren-Freizeit, Schwäbisch 15.–22.8. Kinder-Freizeit, Murrhardt 21 Gmünd 71 21.–28.8. Abenteuer-Jungschar-Freizeit, 21.6.–3.7. Begegnungs- und Wandertage, Sonnenbühl-Erpfingen 26 Oberstdorf/Allgäu 71 28.8.–4.9. Kinder-Freizeit, Berg b. Ravensburg 22 2.–5.12. Advent im Erzgebirge 65 28.8.–4.9. Mädchen-Krea(k)tiv-Freizeit, Radelstetten bei Ulm 27 Frauen und Mütter unter sich (alle Schw. Gmünd) 14.–18.6. Fitness für Frauen 77 Erlebnisurlaub vom Teenager bis zum 6.–10.9. Mutter-Kind-Freizeit 77 jungen Erwachsenen 20.–30.9. Frauen-Freizeit 78 16.–28.5. Greek Getaway (Griechenland) 34 15.–17.10. Wochenende für Mütter 75 22.5.–5.6. Kletter- und Abenteuerfreizeit, 8.–12.11. Erholungstage für Frauen 79 Sardinien (Italien) 35 12.–14.11. Wochenende für Mütter 75 24.–27.6. Sport- und Abenteuercamp, 19.–21.11. Freizeit für junge Frauen 80 Spital am Pyhrn (Österreich) 36 22.–26.11. Erholungstage für Frauen 79 30.7.–13.8. Erholungs-Freizeit, Side (Türkei) 37 26.–28.11. Freizeit für junge Frauen 80 1.–15.8. Teenager-Strand-Urlaub, 3.–5.12. Adventswochenende 80 Marina di Masse (Italien) 30 6.–15.8. Activ-Life-Camp, Sachsen 38 Erholung für Menschen mit Behinderungen 13.–23.8. Mädchen-Reitfreizeit, 13.–23.9. Freizeitzentrum Schönblick, Lahntal-Kernbach/Hessen 30 Schwäbisch Gmünd 84 5.–11.9. Erlebnispädagogische Teen-Freizeit, 29.10.–7.11. Thomashof, Karlsruhe 84 Schladming (Österreich) 32 Musik – Musik – Musik Alles für Ehe und Familie 21.–28.5. Begegnungs-Freizeit für Streicher, 29.7.–10.8. Familien-Freizeit, Rathen/Sachsen 92 Pferschtal/Südtirol (Italien) 48 25.–27.6. API-Singers-Wochenende, 8.–18.8. Familien-Freizeit, Lendorf/Kärnten Schwäbisch Gmünd 87 (Österreich) 51 11.–25.8. Musik- und Austauschfreizeit, 14.–28.8. Familien-Freizeit, Smilovice (Tschechien) 93 Vallecrosia/Riviera (Italien) 52 26.9. Kindersingtag, Brettheim 86 3.–6.9. Kurzurlaub für Paare um die 19.–21.11. Krea(k)tiv-Wochenende, Pensionsgrenze, Schwäbisch Gmünd 42 Schwäbisch Gmünd 91 17.–19.9. Seminar für junge Ehepaare, 26.–28.11. Orchester- und Kantatenwochenende, Schwäbisch Gmünd 43 Schwäbisch Gmünd 94 22.–24.10. Wochenende für »uns zwei«, Rettenbach/Allgäu 41 Seminare/Rüstzeiten/Tagungen 26.–28.11. Ehe im Umbruch, 14.–16.5. Spezial-Seminar für Kinder- und Schwäbisch Gmünd 44 Jungscharmitarbeiter, Sulz 97 9.–13.6. Erlebnispädagogisches Seminar Bunte Urlaubspalette – Singles – Ehepaare für Teenager- und Jugendkreis8.–10.7. Drei-Tages-Bergtour, Allgäu/Lechtal 58 Mitarbeiter, Bad Liebenzell 97 11.–25.8. Musik- und Austauschfreizeit, weiter nächste Seite Smilovice (Tschechien) 93

Freie Plätze auf Freizeiten

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G EMEINSCHAFT 18.–20.10. Fortbildungs- und Rüsttage für examinierte Pflegekräfte, Schwäbisch Gmünd 29.–31.10. Seminar für Frauenarbeit, Schwäbisch Gmünd 29.–31.10. Impulse für die Gemeinschaft, Schwäbisch Gmünd 4.–7.11. Seminar für »Neueinsteiger« in der Kinder- und Jungschararbeit, Sulz 5.–7.11. »Api-MiniBibelSchule«, Schwäbisch Gmünd 5.–7.11. Wochenende für Männer, Schwäbisch Gmünd

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106 102 102 98 98 108

Wohnung zu vermieten Im Gemeinschaftshaus in Göppingen wird ab August 2004 eine Wohnung frei: 1 1/2 Zimmer DG-Wohnung, 34 qm, Küche, Bad, Kellerverschlag, Kfz-Abstellplatz, Zentralheizung, KM 250 Euro. Interessenten wenden sich an: Thorsten Müller, Rosenplatz 7, 73033 Göppingen, Telefon 07161/290662, E-Mail: [email protected]

Freizeiten – Wochenenden 3.–7. Mai: 3.–13. Mai: 4.–15. Mai: 7.–9. Mai: 15.–22. Mai: 16.–28. Mai: 19.–23. Mai: 21.–28. Mai: 22. Mai–3. Juni: 24.–29. Mai: 23. Mai–6. Juni: 24. Mai–6. Juni: 27. Mai–6. Juni: 28. Mai–3. Juni: 30. Mai–5. Juni:

Schönblick, Mutter-/Kind-Freizeit (Silke Erzinger und Team) Schönblick, Seniorenfreizeit (Walter Hug) Oberstdorf/Allgäu, Erholung für Menschen mit Behinderungen (Kurt und Monika Stotz) Loßburg, Wochenende für Verliebte und Verlobte (Michael und Birgit Gruhler) Zavelstein, Einkehrtage für Ehepaare und Alleinstehende (K. Beck, C. Haefele, R. Thomen) Griechenland, Freizeit für junge und jung gebliebene Erwachsene (Thomas Wingert und Team) Schönblick, Begegnungsfreizeit mit Sächsischem Gemeinschaftsverband Rathen/Sachsen, Begegnungsfreizeit für Streicher (Margarete Schaal, Michael Wittig) Izola/Slowenien, Familienfreizeit (Marianne Gruhler, Andreas Schäffer) Berg/Ravensburg, Jungscharfreizeit (Gisela Schlumpberger und Team) Israel, Fest- und Begegnungsreise (Georg Terner, Walter Schechinger) Türkei, biblische Studienreise durch Kleinasien (Otto und Brigitte Schaude) Reudnitz/Thüringen, Erholung für Menschen mit Behinderungen (Kurt und Monika Stotz) Elba/Italien, Radfreizeit (Gerhard und Margrit Schmid) Hohenlohe, Pfingstzeltlager (Andreas Weiß und Team)

»gemeinschaft« – 91. Jahrgang – Herausgeber: Altpietistischer Gemeinschaftsverband e. V., Furtbachstraße 16, 70178 Stuttgart, Telefon 07 11/9 60 01-0, Fax 07 11/9 60 01-11, E-Mail: [email protected] · Internet: http://www.agv-apis.de – Der Verband ist als gemeinnützig anerkannt und arbeitet ausschließlich auf Opfer- und Spendenbasis innerhalb der Evangelischen Landeskirche. Konten: Landesbank Baden-Württemberg 2 922 928 (BLZ 600 501 01); Stuttgarter Bank AG 234 490 004 (BLZ 600 901 00); Postbank Stuttgart 168 98-700 (BLZ 600 100 70) – Api-Schönblick-Stiftung, Konto: Volksbank Brackenheim 16 775 007 (BLZ 620 914 00). – Schriftleitung: Otto Schaude, Reutlingen. Redaktionsteam: Richard Kuppler, Herrenberg, Harald Brixel, Knittlingen, Hermann Dreßen, Malmsheim, Gerda Schumacher, Stuttgart – Gestaltung/Satz: Grafisches Atelier Arnold, Dettingen/Erms – Fotos: Stefan Kuhn (14); Schönblick (16-23, 25); Thomas Ixner (24); Thomas Wingert (27); übrige: Albrecht Arnold; privat – Druck: Offizin Chr. Scheufele, Stuttgart – Abdruck ohne Erlaubnis nicht gestattet – Bestellungen und Zuschriften sind an den Herausgeber zu richten. Freizeit- und Erholungszentrum Schönblick, Willy-Schenk-Straße 9, 73527 Schwäbisch Gmünd, Telefon 0 71 71/97 07-100, Fax 0 71 71 / 97 07-172, E-Mail: [email protected], Internet: www.schoenblick-info.de

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Wir laden ein und danken für alle Fürbitte

Monatsstunden, Bezirks-Konferenzen und -Brüderstunden Beginn jeweils 14 Uhr, Text nach Textplan – wenn nicht anders angegeben. 1. Mai: 2. Mai: 4. Mai: 8. Mai: 9. Mai: 12. Mai: 13. Mai: 14. Mai: 15. Mai: 16. Mai: 19. Mai: 20. Mai: (Himmelfahrt) 22. Mai: 23. Mai: 29. Mai: 30. Mai: 31. Mai:

Regionale Jugend- und Familientreffen: Brackenheim, Freudenstadt, Kochersteinsfeld, Lonsingen (siehe »gemeinschaft« 4/04, S. 30); Rutesheim; Würtingen Erlacher Höhe, 14.30 Uhr; Göppingen, Oetingersaal; Ilshofen, 10.30 Uhr Jugendtreffen; Immenhausen, Kirche; Plattenhardt; Owen, Gde.Haus; Sondelfingen, 19.30 Uhr; Wildenstein, Konf., bei Fam. Schwaderer; Wurmberg, 16.30 Uhr Nagold, 20 Uhr Frauenabend, Zellerstift Merklingen und Woringen, 9.30 Uhr regionale biblische Studientage; Stuttgart, Kindersing-Impulstag; Öhringen, 18 Uhr »punkt 6« Aalen-Unterrombach, Familien- und Gemeinschaftstag, 10 Uhr (Christuskirche) und 14 Uhr (Dietrich-Bonhoeffer-Haus) mit Einführung von Matthias und Annette Stahl; Creglingen, 11 Uhr Sonntagstreff; Dornstetten, Konf.; Neubulach Schrozberg, 9 Uhr Frauenfrühstück Ingelfingen, 20 Uhr Bez.Brd.Std. Altensteig, 20 Uhr Männervesper Dettingen/A., 19.30 Uhr Bez.Brd.Std.; Wilhelmsdorf, 14.30 Uhr Bez.Brd.Std., Gde.Haus, 1.Joh 5,1–12 Hüttenbühl, 17.30 Uhr Scheunengottesdienst; Ingelfingen, 17 Uhr »punkt 5«; Kniebis, Begegnungstag »Dienet einander e.V.«; Mägerkingen; Öschelbronn, 14.30 Uhr bei Fam. Kirchdörfer; Weikersheim, 20 Uhr bibl. Vortrag; Weissach; Willsbach Altenburg, 20 Uhr Bez.Brd.Std. Bad Wildbad; Bernhausen, Konf.; Grömbach, Konf.; Ingelfingen, Konf.; Kleinaspach, Kirche; Kleingartach, Steinbruch; Berglen, 14.30 Uhr, Königsbronnhof; Marschalkenzimmern, 14.30 Uhr Konf.; Meidelstetten, Familientag; Schönblick, 10 Uhr Jahresfest (siehe Seite 28); Unteraspach, 10.30 Uhr Konf.; Woringen, Konf. Pfullingen, 20 Uhr Bez.Brd.Std. Bernhausen, 17 Uhr Sonntagstreff; Beuren, Gde.Haus; Gerabronn, neues Gde.Haus; Tieringen, Hörnlefest Denkendorf, 9.30 Uhr Bez.Brd.Std., Altenheim; Gschwend, 20 Uhr Bez.Brd.Std.; Hülben, 13 Uhr Konf. Edelfingen, 14.30 Uhr, Gde.Haus Buoch, 14.30 Uhr; Gerlingen; Gomadingen; Heidenheim; Ilsfeld, Konf.; Nabern, Kirche; Öhringen, Konf.; Sontheim, Kirche; Tübingen, 9.30 Uhr, Gde.Haus Lamm

Bibeltage – Bibelwochen – Seminare 5.–9. Mai: 14.–16. Mai: 17.–19.Mai: 28.–31. Mai:

Dornhan, Kinderbibelwoche Sulz-Bergfelden, Seminar für Kinderund Jungschararbeit (Birgit Schneider und Team) Backnang, Bibeltage (Thomas Maier u.a.) Schönblick, Bibelseminar »Bibel konkret«, Teil C (H. Brixel, Dr. S. Kettling, H. Schmid, St. Kern, J. Hägele, G. Weik)

1. Mai: Regionale Jugendtage 9. Mai: Begegnungstag mittlere Generation 12. Mai: Vorstandssitzung 15. Mai: Landesbrüderrat und Gesellschafterversammlung Schönblick 17. Mai: Landesmitarbeiterkonferenz

Jahreslosung 2004

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© Matthias Hanßmann/2004