mattheiser brief august 2006 - Abtei St. Matthias

mattheiser brief august 2006 - Abtei St. Matthias

MATTHEISER BRIEF AUGUST 2006 Dieser Brief, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinschaft in Trier und auf der Huysburg, zeigt auf der Vorderse...

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MATTHEISER BRIEF

AUGUST 2006

Dieser Brief, liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinschaft in Trier und auf der Huysburg, zeigt auf der Vorderseite das Scheibenkreuz auf unserem Mönchsfriedhof im Schatten der Matthias-Basilika. Zu den für uns prägendsten Erfahrungen des vergangenen halben Jahres gehören das Abnehmen der Lebenskraft und der Tod unseres Bruders Elias. So finden Sie in dieser Ausgabe Texte und Bilder zu seinem Leben und Sterben. Gerahmt werden diese Beiträge von zwei größeren Artikeln: Zum einen eine Auslegung von Bruder Athanasius zu Kapitel 72 der Benediktsregel „Vom guten Eifer der Mönche“. Zum anderen eine Neuauflage des „Who is Who“, die Ihnen erstmals alle Brüder der Gesamtgeminschaft nach dem Zusammenschluss im Jahr 2004 einzeln vorstellt. Zum Schluss des Briefs wie immer einige Nachrichten aus Abtei und Priorat unserer Gemeinschaft. Sowohl bei den die traurigen als auch bei den freudigen Ereignissen waren uns die Beteiligung und die Anteilnahme so vieler Menschen eine stärkende Erfahrung. Die folgenden Zeilen und Bilder wollen dazu beitragen die, Verbundenheit unsererseits auszudrücken. Für das Redaktionsteam Bruder Jakobus

Versammlung der Brüder

Basilika St. Madeleine in Vezelay

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Gemeinsam zum ewigen Leben

Bruder Athanasius Polag OSB Den anderen ertragen. Die Geduld im Umgang miteinander ist für das Gemeinschaftsleben unentbehrlich (vgl. Röm 15,1-2; Gal 6,2). Benedikt nennt ausdrücklich die Eigenheiten im Verhalten. nicht nur die körperlichen Schwächen. Im Alltag stellt sich immer wieder die Frage, wann es berechtigt ist, die Geduld an eine Grenze kommen zu lassen. Das Kriterium dazu ergibt sich aus dem Auftrag der Gemeinschaft. Wenn die Gemeinschaft daran gehindert wird, das zu tun, was ihr vom Herrn aufgetragen ist, sind die Verantwortlichen verpflichtet einzuschreiten (vgl. RB 23; 28).

Die Kapitel in der Benediktsregel haben ein unterschiedliches Gewicht. Einige haben das, was wir benediktinische Tradition nennen, stärker geprägt als andere. Zu den hervorragenden Texten gehört das Kapitel 72 „Der gute Eifer der Mönche“. Das nachfolgende Kapitel 73 ist zwar der formelle Schluss der Regel, inhaltlich aber ist das Kapitel 72 die Zusammenfassung dessen, was Benedikt wichtig war. Darum wurde es bisweilen als Testament des Abtes von Montecassino bezeichnet. Am Anfang des Kapitels klingt die Lehre von den zwei Wegen an, die in der frühen Kirche fester Bestandteil der Taufunterweisung war. Das Ziel des Lebens wird klar vor Augen gestellt: Gott finden. Das bedeutet, Jesus Christus von Angesicht zu Angesicht begegnen und in ihm das neue und ewige Leben finden.

Im gegenseitigen Gehorsam sollen sie miteinander wetteifern. Das Anliegen des anderen wahrnehmen. Benedikt verwendet das Wort oboedientia „Gehorsam“ hier im übertragenen Sinn: Aufmerksamkeit füreinander. Wenn es in einer Gemeinschaft eine Kultur des Zuhörens gibt, ist dies von unschätzbarem Wert. Denn man wird dann in der Lage sein, auch schwere Konflikte und Krisen zu bewältigen, weil eine Grundvoraussetzung für den Prozess der Konsensfindung gegeben ist.

Durchgehend durch die Regel ist das Bemühen Benedikts festzustellen, in den Weisungen sehr konkret zu sein. Wenn es nun darum geht, den guten Eifer in die Tat umzusetzen, überrascht es doch, dass anders als in Kapitel 4 als erstes nicht die Liebe Gottes genannt wird, sondern die Beziehung der Brüder zueinander. Es werden fünf Verhaltensweisen genannt, die mit Begeisterung angestrebt werden sollen, ferventissimo amore „mit glühender Liebe“.

Keiner achte auf das eigene Wohl, sondern mehr auf das des anderen. Dem anderen den Vorzug geben. Jeder Mensch ist von Natur aus in Sorge, dass er zu kurz kommen könnte. Diese Sorge angemessen zu begrenzen ist eine der wichtigsten Ziele des geistlichen Lebens. Dies ist möglich, wenn im Herzen das Vertrauen verwurzelt ist, von Jesus geliebt zu werden. Die Weisung Benedikts fordert zum Glauben an die Verheißungen Jesu heraus. Sie geht noch über die Worte des Apostels Paulus hinaus: „Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das des anderen“ (Phil 2,4). In den wenigen Worten quod magis alio „mehr für den anderen“ liegt eine unglaubliche Provokation. Wenn sich die Brüder ihr stellen, kann dies das Klima in einer Gemeinschaft mit Mut und Zuversicht erfüllen.

Sie sollen einander mit gegenseitiger Achtung zuvorkommen. Den Bruder ehren (vgl. Röm 12,10-11; 1 Kor 12). Benedikt beginnt mit der Höflichkeit im Umgang. Die Verwirklichung der Weisungen Jesu steht auf schwachen Füßen, wenn es daran mangelt, den anderen wahrzunehmen und zu achten. Wer den Menschen ehrt (vgl. RB 4,8), ehrt auch den, der ihm diese Würde verliehen hat. Ihre körperlichen und charakterlichen Schwächen sollen sie mit unerschöpflicher Geduld ertragen. 3

für die Brüder zugewiesen hat. Er darf nicht alleingelassen werden. Man fragt sich unwillkürlich, warum der Abt nicht vorher bei den Brüdern erwähnt wird. Das hängt damit zusammen, dass es sein Auftrag ist, das Angebot Gottes und seine Verheißung den Brüdern nahezubringen. Als Verwalter des Hauses Gottes macht er die Sorge Gottes für die Brüder erfahrbar. Darum wird er erst hier bei der Erwähnung Gottes genannt.

Die Bruderliebe sollen sie einander selbstlos erweisen. Lieben ohne Nebenabsicht. Das lateinische Wort castus bedeutet nicht nur keusch hinsichtlich der Sexualität, es bezeichnet eine Reinheit im weiteren Sinn. In der Zuwendung zum Bruder können sich leicht eigene Interessen einschleichen, sie soll aber nicht mit Bedingungen, die der eigenen Person zugute kommen, verbunden sein. Die fünf Elemente spannen einen Bogen von der Ehre zur Liebe. Sie mögen wegen ihres Bezugs zum Alltag unscheinbar wirken, vermitteln aber etwas von der Lebenserfahrung Benedikts. Ohne theoretische Erwägungen sind sie in hohem Maß geeignet, eine Atmosphäre der Anteilnahme im Zusammenleben zu schaffen. Das Interesse am anderen, Offenheit für ihn und Großzügigkeit ihm gegenüber setzen eine innere Stärke voraus. Darauf zielt die provokative Kraft dieser wenigen unscheinbaren Worte.

Christus sollen sie überhaupt nichts vorziehen. Er führe uns gemeinsam zum ewigen Leben.

Aus dem Erfahrungsraum der Gemeinschaft heraus richtet Benedikt den Blick anschließend auf den, dem diese Gemeinschaft dient.

Das letzte Wort des Kapitels im lateinischen Text ist perducat „er führe hin“. Es ist ein Gebetswort, eine Fürbitte für die Brüder, und zugleich ein Bekenntnis des Glaubens, dass der Herr als derjenige erfahren werden kann, der uns führt, und zwar gerade auch in dieser Weltzeit. Er ist es, der als der Auferstandene uns durch sein Evangelium den Weg zu seinem Zelt weist (RB Prol 22), zur Vollendung im Reich Gottes.

Den Abschluss bildet der Aufruf, Christus ohne Einschränkung zu lieben. Damit verbunden ist der Ausblick auf das Ziel des Lebens, das ewige Leben. Dies wird den Brüdern gemeinsam geschenkt: die Starken und die Schwachen mögen gemeinsam das Ziel erreichen. Ohne dieses pariter „zusammen“ kann es keinen echten Dienst für den Herrn geben, und darum prägt es auch die Hoffnung.

In Liebe sollen sie Gott fürchten. Die Gottesfurcht, das Bewusstsein der Gegenwart Gottes, ist sozusagen die Grundlage für alles. Sie ist für Benedikt die eigentliche Verwirklichung von Religion. Damit verbindet er die Liebe. Wie es seine Sprache zulässt, kann er in drei Worte fassen, was ihm wesentlich ist: amore deum timeant. Er verwendet bezeichnenderweise das Wort amor, das die gemüthafte und begeisterte Liebe meint. Mit dieser Verbindung der Begriffe erinnert er an das Wort der Heiligen Schrift: „Die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht“ (1 Joh 4,18).

Der Blick auf Christus und die Hoffnung auf das ewige Leben und das Vertrauen in das Aufgenommensein in der Gemeinschaft der Brüder durchwirken die Benediktusregel und geben diesem Buch seine Strahlkraft.

Ihrem Abt seien sie in aufrichtiger und demütiger Liebe zugetan. Benedikt vergisst den Abt nicht, dem er in seiner Regel eine umfassende Verantwortung

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Zum Tod unseres Bruders Elias Rolf Eßer

Ich freute mich, als man mir sagte: „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Psalm 122,1

18.10.1969

Geboren als Sohn der Eheleute Juliana und Ludwig Eßer. Er hat vier Geschwister; die Familie lebt in Kreuzau-Drove bei Düren; seine Eltern haben ein Malergeschäft

1976-1988

Schulausbildung mit Abschluss der Höheren Handelsschule in Düren

1988-1991

Ausbildung zum Krankenpfleger und seitdem Berufstätigkeit in den Städtischen Krankenanstalten Düren

ab 1984

Mitwirkung in Rettungsdiensten und umfangreiche Vereinsarbeit, unter anderem: Deutsches Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehr Kreuzau/Drove, Fanfarenzug Kreuzau, Maigesellschaft Drove, Jugendlicher Volksspiel Club Drove 03 e.V., Karnevalsverein Löstige Jrömmele Drove 1905 e.V.

ab 1999

Ehrenamtlicher Organist

ab 2001

Mitglied der Sankt Matthias Bruderschaft Drove und regelmäßige Teilnahme an der Wallfahrt nach Trier

ab 2002

Mitglied des Pfarrgemeinderats in Drove

05.11.2003

Beginn der Kandidatur in der Abtei St. Matthias in Trier

Sommer 2004

Kurz nach der Entscheidung, in absehbarere Zeit in die Abtei einzuziehen, wird bei ihm Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium festgestellt. Er wird operiert und anschließend mit Chemotherapien behandelt

20.01.2005

Eintritt in die Abtei St. Matthias

01.05.2005

Einkleidung zusammen mit Bruder Ambrosius Krause

Oktober 2005

Die letzte Chemotherapie greift nicht mehr und wird abgesetzt

05.01.2006

Feierliche Profess

12.03.2006

Bruder Elias stirbt in der Abtei St. Matthias.

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Ansprache im Requiem am 16.03.2006

Abt Ignatius Maaß OSB

Liebe Brüder, liebe Schwestern, liebe Frau Eßer, liebe Familien Mauel und Eßer, liebe Freunde und Kolleginnen von Rolf, von Bruder Elias, am vergangenen Sonntag ist er gestorben, 36 Jahre alt, zu jung und zu früh ist er uns genommen. Wir alle haben uns gewünscht, dass er viel länger und in Gesundheit unter uns wäre. Aber er selbst hat uns durch sein Beispiel gelehrt, mit der todbringenden Krankheit zu leben, mit ihr umzugehen, sie wahrzuhaben und die Tür des Glaubens immer wieder zu öffnen, die Tür zum Glauben an die unbedingte Annahme durch Gott. „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ heißt es im Wallfahrtspsalm 122, den Bruder Elias als seinen Psalm gewählt hat. Im Haus des Herrn ist er nun angelangt. Jesus selbst hat angesichts seines Todes dieses Bild vom Haus gebraucht, um seinen Freunden, den Jüngerinnen und Jüngern, eine Hilfe zu geben, um ihnen die Tür zum Glauben zu öffnen. „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ sagte er. „Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten“ (Joh 14,2) Das Bild vom Haus mit den vielen Wohnungen will besagen: Für jeden und jede ist Platz. Keiner kommt zu kurz. Niemand geht verloren. Jesus versucht das Vertrauen zu stärken, dass der Tod nicht wie eine Tür ist, die ins Nichts führt, in ein Niemandsland und den Sturz in eine bodenlose Leere bedeutet. Der Tod, so gibt Jesus zu verstehen, ist wie ein Tor, das hineinführt in einen neuen Raum, eine neue Dimension, in der der Mensch in einem letzen Sinn gut aufgehoben und geborgen ist, neue Heimat, bleibende Heimat hat. „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Bruder Elias ist am Ziel des Pilgerweges angelangt in der Wohnung Gottes. Vor einigen Jahren gab es einen Aufbruch in seinem Leben. Immer schon hatte er sich engagiert und eingebracht, Initiativen gestartet. Ich denke etwa an die Jugendfeuerwehr und die Maigesellschaft. Neues hat er auf die Beine gestellt, Bewährtes mitgetragen - in der Gemeinde und in der Pfarrei, im Beruf und in den vielen Vereinen. Aber dann gab es einen Aufbruch eigener Art. Bruder Elias fand zur Matthiaswallfahrt und fing an, nach einer grundlegenden Widmung für sein Leben zu suchen. Sein persönlicher Pilgerweg war in Gang gekommen und führte ihn schließlich in unsere Gemeinschaft. Rolf wollte Mönch werden in Mattheis. Für viele seiner Bekannten und Freunde eine überraschende Wendung. Damit hatte keiner gerechnet. Er lange ja auch nicht. Aber der Weg ins Mönchtum hat sich bewahrheitet und als echt erwiesen. Am 5. Januar hat er seine Profess abgelegt. Am Samstag darauf im Dankamt waren viele von Ihnen dabei. Sein Weg hat sich als echt erwiesen, gerade in der enormen Herausforderung der plötzlich zu Tage getretenen Erkrankung. Wie der neu entdeckte Glaube den Lebensweg gewendet hatte, so war der Glaube auch die Kraft, mit der Krankheit umzugehen. Und die Krankheit wiederum war es, die den Glauben herausforderte und vertiefte. Es soll kein verklärtes Bild von Bruder Elias gezeichnet werden. Es war ihm nicht einerlei, er kämpfte und er hatte seine Krisen, er war traurig und es war ihm schwer, wenn er nicht überall dabei sein konnte. Zuweilen war er unleidlich, aber nicht lange. Vor allem aber: es war schließlich keine Verzweiflung in ihm, sondern Klarheit. Wenn er ärgerlich und energisch gewesen war, entschuldigte er sich sofort. Mitfühlend blieb er die ganze Zeit, und das Wohl der Menschen um ihn herum lag ihm 6

immer am Herzen. Manchen hat er über deren Wehwehchen hinweggeholfen, anderen hat er Mut gemacht. Beeindruckend war aber vor allem, dass in ihm nicht Verzweiflung war, sondern Klarheit. Jeder und jede von uns hat seine, hat ihre Eindrücke, Erinnerungen und Bindungen an Bruder Elias, an Rolf. Am stärksten und längsten sind sie natürlich in der Familie. Darum gilt Ihnen, liebe Familie Eßer, unser Mitgefühl besonders. Für uns, die Brüder in St. Matthias, war die gemeinsame Wegstrecke vergleichsweise kurz. Aber in dieser kurzen Zeit ist Bruder Elias ganz einer von uns geworden, hat er sich uns eingeprägt, hat er unsere Gemeinschaft mitgeprägt. Weihbischof Leo Schwarz sagte bei seinem Besuch am Matthiasfest: Bruder Elias ist jetzt der wichtigste Mann. Nicht weil er die meiste Fürsorge bräuchte, sondern weil er zum Wesentlichen führt, zum notwendig Menschlichen und notwendend Göttlichen. Bruder Elias hat uns und viele beeindruckt durch sein Nicht-Verzweifeln, durch sein Gottvertrauen. Und er hat uns beschenkt. Ich will nur wenig nennen. Ich erinnere an seinen Humor und seine Hilfsbereitschaft. Und ich will die vielen guten Menschen nennen, mit denen er uns zusammengebracht hat. Seine Familie, für uns ein Beispiel für treue Sorge und selbstverständlichen Beistand. Ich nenne die Ärztinnen und Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, die ihm und uns verlässlich zur Seite standen. Diesen Schatz von Menschen, den es in Trier gibt, und den es in Drove und sonst gibt, hat Bruder Elias uns erschlossen. Dafür sind wir dankbar. „Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern.“ Am Ziel seins Pilgerweges angelangt ist Bruder Elias nun wie einer, der uns erwartet. Zunächst war er auf dem Weg des Glaubens hinterher gegangen und hatte den Anschluss gesucht an die, die schon glaubten. Dann ist er ein gutes Stück mitgegangen, Schulter an Schulter, wie es in einem Prophetenwort heißt. Jetzt ist er uns voraus. Wir haben einen, wir kennen einen, der das Stück vor uns bereits abgeschritten hat, so dass wir selbst dieses Wegstück vielleicht getroster angehen können. Bruder Elias ist nun wie einer, der uns erwartet. Ich möchte schließen mit Worten aus seiner Patientenverfügung. Man kann sagen, dass es starke Worte sind, denen er vielleicht nicht immer ganz entsprochen hat, nicht jeden Tag und nicht in jeder Befindlichkeit. Aber auf weite Strecken und im Grunde hat er ihnen entsprochen. Bruder Elias am 12. November 2005: „Ich glaube, dass es ein Leben nach dem Tod gibt und dass das Sterben zum Leben dazu gehört. Das irdische Leben ist eine Vorbereitung auf das Leben nach dem Tod. Deswegen habe ich keine Angst zu sterben, höchstens vielleicht vor dem >wie<. Ich glaube, dass Gott den Weg den ich gehen soll bestimmt und dabei seine Hand über mich hält und mich begleitet. Ich glaube, dass ER Gründe hat, mich in so jungen Jahren zu sich zu holen.“ „Ich glaube, dass man Trauer zulassen darf, schließlich fehlt einem ja ein sehr geliebter Mensch, der einen auf der Erde begleitet hat. Im Grunde müsste man sich aber freuen, endlich das ‚ewige Leben’ bei Gott erreichen zu dürfen.“ „Mir sind zwei Psalmen(verse) in den letzten Jahren sehr wichtig geworden: Psalm 122: Ich freute mich als man mir sagte: Zum Haus des Herrn wollen wir pilgern. Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte ... und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.“ Amen.

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Erinnerungen an unseren Bruder Elias

Ich danke Dir – für das Gebet, die Umarmung, das Gespräch, das Lächeln, das Verständnis, den Spaziergang, das Miteinanderschweigen, das Augenzwinkern, das Schimpfen, den hilflosen, verstohlenen Blick, die Tränen, das Lachen, den schönen Abend bei einem Glas Bier, den Händedruck, das Da-Sein. Auch wenn es mir hier und da noch ein bisschen schwer fällt, so freue ich mich doch auf den nun vor uns liegenden Weg. Ich hoffe, dass ich Dich durch meine Brüder noch besser kennen und erfahren lerne, und dass wir eine sehr intensive Zeit miteinander verbringen, bis ich dann ganz zu Dir komme. In großer Dankbarkeit – Dein Elias

Als Magister habe ich Bruder Elias zweieinhalb Jahre begleitet. Ich habe mich in dieser Zeit von ihm immer wieder beschenkt gefühlt. So erging es mir auch mit einem Gebet, das er Ende Oktober 2005 schrieb, als sich abzeichnete, dass auch die letzte Chemotherapie nicht mehr griff. Es spricht für sich selbst. Bruder Eucharius Lieber Gott! Ich glaube, es wird Zeit, Dir einmal Danke zu sagen. In meinem Leben war ich mit Sicherheit nicht der Bravste und es haben sich eine ganze Reihe von Sünden angesammelt. Und trotzdem lässt Du mich nie alleine, sondern begleitest mich auf meinem Weg. So möchte ich mich jetzt einmal bedanken, dass Du mich durch Deine Gnade in die Gemeinschaft von St. Matthias aufgenommen hast, wo ich ohne Ausnahme von einer ganzen Menge lieber Brüder umgeben bin. 8

Abgeben können ! Seit dem Oktober 2005 machte Br. Elias jeden Tag Eintragungen in eine Dokumentationsmappe. Diese Mappe hatte Elias selber per Computer angelegt und jeden Tag akkurat geführt. Als versierter Krankenpfleger war er mit den einzutragenden Daten vertraut. Nun führte er diese Mappe für sich selbst. Es war etwa einen Monat vor seinem Tod. An einem Sonntagabend klappte Br Elias seine Mappe zu. Ihm war klar geworden, dass er nicht mehr „Herr der Lage“ war, seiner Lage. Er, der Krankenpfleger, gab sich mehr und mehr in die Hände anderer, die ihm beizustehen versuchten. Dazu zählte auch seine liebe Mutter, die bis zum Ende bei ihm blieb. Wieder gab er etwas aus der Hand, diesmal seine Entscheidungsvollmacht – ohne zu klagen. Er hatte schon vieles aus der Hand geben müssen. Seit dem unanfechtbaren Befund wurde ihm nach und nach alles aus der Hand genommen. Er hatte die innere Kraft, das nicht nur passiv geschehen zu lassen. Nachdem er die Mappe zugeklappt hatte, sagte er: Es geht nicht mehr. Über zwei Jahre musste er dies immer wieder sagen. Er hat abgeben gelernt. Er verkümmerte dadurch innerlich nicht. Er blieb auch beim „Abgeben“ der Handelnde. Das, was dann noch möglich war, hat er gelebt. Bis zu seinem Tod. So wird er mir in Erinnerung bleiben. Er hat mir – er hat uns – vorgelebt, was „Abgeben“ bedeutet. Bruder Hubert

nebeneinander stehen, beginnen rings um uns die Feuerwerkskörper in den Trierer Nachthimmel zu steigen und unter uns die Glocken zu läuten. Mit einer freundschaftlichen Geste wünschen wir einander ein gesegnetes neues Jahr – gleichsam wissend, dass uns nicht mehr so viel gemeinsame Zeit bleiben wird. Und während ich meine Beklommenheit mühsam herunterzuschlucken versuche, glimmt neben mir eine Zigarette auf. Bruder Simeon

Elias ist noch ganz außer Atem. Gemeinsam sind wir auf den Mattheiser Kirchturm gestiegen, um hier oben das neue Jahr 2006 zu begrüßen. Ich hatte ja versucht, ihm diesen strapaziösen Aufstieg auszureden, aber er wollte unbedingt hinauf. Typisch Elias, denke ich. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann zieht er es auch durch. So war es schon bei seinem Entschluss, Mönch von St. Matthias zu werden. Wie wir nun schweigend 9

„Who is Who“

Unsere Gemeinschaft in Trier und auf der Huysburg

Abt Ignatius Maaß (*1957, Profess 1988) stammt aus dem Saarland und war bei seinem Eintritt – nach dem Theologiestudium in München und Trier – bereits Priester der Diözese Trier. Von 1989 bis 2000 war er als Cellerar für die Verwaltung der Abtei verantwortlich und in der Exerzitienarbeit als Geistlicher Begleiter tätig. Nachdem er anderthalb Jahre auf der Huysburg als Subprior und in der Pfarrseelsorge verbracht hat, war er von September 2002 bis August 2005 Pfarrer der Pfarrei St. Matthias. Im August 2005 wählte ihn die Gemeinschaft zum Abt von St. Matthias. Außerdem ist er als Magister (Novizenmeister) für die Einführung und Ausbildung der neuen Brüder verantwortlich.

Bruder Matthias Vogt (*1967, Profess 1992) aus Düsseldorf machte eine Ausbildung als Maler im väterlichen Betrieb. In St. Matthias schloss sich eine Lehre als Schreiner bei Bruder Valerius an. Seit August 2005 ist er Prior unserer Gemeinschaft in Trier. Als Cellerar ist er für die Instandhaltung von Haus und Hof und für den Einkauf zuständig. Br. Matthias ist auch verantwortlich für unseren liturgischen Gesang. Außerdem kümmert er sich um die Gästegruppen im Selbstversorgerhaus “Roter Igel“. Ein besonderes Engagement gilt einem Arbeitsweltprojekt mit Schülern einer Trierer Sonderschule.

Bruder Antonius Pfeil (*1951, Profess 1975) ist gebürtiger Westerwälder und studierte in Bonn und Trier Theologie und Politikwissenschaft. Zehn Jahre wirkte er als Cellerar. Ab 1993 war er leitender Pfarrer der drei Gemeinden, die inzwischen die eine neue Pfarrei St. Matthias bilden. Seit September 2002 ist Bruder Antonius auf der Huysburg, seit August 2005 dort als Prior. Er arbeitet mit in der Pfarrseelsorge, ist tätig in der Begleitung der Gäste (auch Einzelexerzitien) und beteiligt sich an der Kursarbeit im Gästehaus „Ekkehard-Haus“. 10

Bruder Petrus Becker (*1914, Profess 1952) ist aus Merzig im Saarland. Nachdem er zunächst einige Jahre als Priester in der Diözese Trier gewirkt hatte, konzentrierte sich sein Schaffen nach dem Eintritt in St. Matthias auf mittelalterliche Geschichte. Seine zahlreichen Publikationen fanden ihren Höhepunkt in einem fast 1000seitigen Werk über die Geschichte unserer Abtei, das im Jahr 1996 erschien.

Bruder Bernhard Haverkamp (*1932, Profess 1954) stammt aus Westfalen. Viele Jahre war er als Religionslehrer an Hauptschule und Gymnasium und als Vikar in der Pfarrei St. Matthias und als Pilgerpfarrer tätig. Im Frühjahr 2004 ist er von seiner mehr als 14 Jahren ausgeübten Tätigkeit als Krankenhausseelsorger im „Mutterhaus“, dem Trierer Krankenhaus der Borromäerinnen, in den wohlverdienten Ruhestand getreten. Im Konvent ist er Sprecher und Motor des Arbeitskreises „Liturgie“, der die liturgischen Texthefte erstellt und überarbeitet und damit unser Stundengebet prägt.

Bruder Clemens Willems (*1937, Profess 1958) kommt aus der Umgebung von Trier und hat bereits während seiner Maurerlehre im damaligen Jugendwohnheim der Abtei gewohnt. Auch heute ist er auf unserem Gelände in Trier eigentlich ständig mit den anfallenden Maurerarbeiten beschäftigt. Außerdem sorgt er sich im Vestiar um das Waschen und die Pflege unserer Kleidung. Er betreut unsere Obstbäume und kümmert sich um die Lagerung der Äpfel im Winter. 11

Bruder Athanasius Polag (*1939, Profess 1959) stammt aus Frankfurt/Main. Nach weiterführenden Studien und Promotion im Fach Neues Testament hat er die Abtei St. Matthias in Trier von 1969 an 12 Jahre lang als Abt geleitet. Danach war er Pfarrer der beiden Pfarreien St. Matthias und St. Valerius. Von 1993 bis August 2005 leitete er als Prior den inneren und äußeren Aufbau der Huysburg. Er ist verantwortlich für die Baumaßnahmen und die damit verbundenen wirtschaftlichen Angelegenheiten der Huysburg. Darüber hinaus arbeitet er seit langem an verschiedenen Projekten der Benediktusregel-Forschung und Auslegung mit, hält Exerzitien für einzelne und Gemeinschaften und ist in einer vielfältigen Vortragsarbeit tätig im Bereich von Spiritualität, Pastoral und Ökumene. Bruder Johannes Lütticken (*1938, Profess 1960) wuchs in Kleve, Wittlich und Bitburg auf und studierte Theologie in Innsbruck, Trier und Oxford. Danach war er im Rahmen des ökumenischen Dienstes der Abtei – speziell im Bereich des anglikanisch/römisch-katholischen Dialogs – tätig; in der Gemeinschaft engagierte er sich u. a. durch die Komposition zahlreicher liturgischer Gesänge. 1987 bis 2003 diente er als Vikar in der Pfarrseelsorge. Seit Frühjahr 2004 arbeitet er mit im Seelsorgeteam der Krankenanstalt „Mutterhaus“ in Trier. In der Gemeinschaft nimmt er zur Zeit die Dienste des Scriba Capituli (Schriftführer) und des „Pressesprechers“ wahr und beteiligt sich weiterhin an verschiedenen ökumenischen Initiativen.

Bruder Valerius Boesen (*1931, Profess 1965) kommt von der Obermosel und hat sein Leben lang als Schreiner gearbeitet, bis 1997 als Leiter des klostereigenen Betriebes in Trier, und jetzt bei den verschiedenen Schreinerarbeiten in der Abtei. Heute ist er vor allem im Garten tätig, wo er Blumen für den Schmuck der Kirche anbaut. Daneben gilt sein Interesse der Kunst; so verwaltet er unsere Kunstschätze. 12

Bruder Ansgar Schmidt (*1945, Profess 1967) wuchs in Frankfurt auf und studierte in Münster, Tübingen, München und Trier Theologie. Er hat lange Jahre - zunächst als Cellerar und ab 1981 als Abt - die Hauptverantwortung für die wirtschaftlichen Belange sowie die bauliche Gestaltung und innere Entwicklung der Abtei getragen. Ein besonderes Tätigkeitsfeld war das Schammatdorf, das er mitgeplant und von Anfang an wesentlich geprägt hat. Außerdem hat er von 1991 an die Gemeinschaft des Priorates Huysburg als Administrator begleitet. Im August 2005 beendete er seinen Dienst als Abt. - Im September 2004 wurde er für 8 Jahre zum Abtpräses der Kongregation von der Verkündigung gewählt. In Trier leitet er weiterhin als Geschäftsführer die „Mattheiser Offizin GmbH“, in der die Wirtschaftsbetriebe von St. Matthias und der Abtei St. Scholastika in Dinklage zusammengefasst sind.

Bruder Hubert Wachendorf (*1947, Profess 1970) stammt aus Aachen. Nach dem Theologiestudium in Münster und Trier wirkte er zunächst in der Pfarrei St. Matthias. Seit 1989 ist er als Pilgerpfarrer für die Wallfahrt zum Grab des Apostels Matthias verantwortlich; er empfängt die Pilger, betreut ihre Bruderschaften und bietet Exerzitien und Bibelkurse an. Im Konvent war er von 1981 bis 1997 Prior; als Infirmar sorgt er sich um die kranken und alten Brüder, mit Bruder Daniel zusammen ist er bei der Aufnahme von Gästen tätig.

Bruder Paulus Hauke (*1915; Profess 1977) verbrachte seine Jugend in Breslau, wo er auch zum Priester geweiht wurde und während der ersten Jahre seines priesterlichen Dienstes wirkte. Nach dem Krieg kam er in das heutige Bistum Magdeburg und war als Pfarrer zuletzt in Dommitzsch (Kreis Torgau) tätig. Als einer der ersten Brüder verstärkte er die Neugründung von P. Alfred Göbel auf der Huysburg, dessen Nachfolger als Superior und Prior er 1982 bis 1989 wurde. Heute unterstützt er das Gebet der Gemeinschaft in den Anliegen und Nöten der Welt und der vielen Menschen, mit denen er verbunden ist. 13

Bruder Benedikt Morawez (*1937; Profess 1979) wurde in der schlesischen Grafschaft Glatz geboren. Aufgrund von Krieg und Vertreibung kam er nach Wernigerode ins Harzvorland. Zunächst wurde er Priester im Bistum Magdeburg. Stationen seines Wirkens waren Blankenburg, Dessau, das St.-Elisabeth-Krankenhaus in Halle, Zeitz und Merseburg. Nach seinem Eintritt auf der Huysburg war er Pfarrer und in der Nachfolge von Bruder Paulus Prior. Er steht zu Seelsorgsaushilfen bereit, hält viele Führungen und engagiert sich in der dezentralen Akademiearbeit des Bistums, in der er das Albertus-Magnus-Forum Nordharz, eine Vortragsreihe in regelmäßigem Turnus, mit aufgebaut hat und bis heute leitet.

Bruder Eucharius Wingenfeld (*1958, Profess 1982) stammt aus Hessen und studierte Jura in Würzburg und Trier. Er hat eine Stelle als Richter am Amtsgericht in Trier, wo er Zivil- und Nachlass-Sachen bearbeitet. Im Lauf der Jahre war er Gästebruder, Prior und als Magister (Novizenmeister) für die Einführung und Ausbildung der neuen Brüder verantwortlich. In der Verwaltung der Abtei ist er als Cellerar für die Finanzen und für das Personalbüro zuständig. Außerdem ist er der Ansprechpartner der Abtei für das Schammatdorf.

Bruder Reinhard Mechela (*1944; Profess 1983) ist Bautzener. Bevor er für fünf Jahre Küster des Bautzener Doms wurde, hatte er eine Fräserlehre (Metallbearbeitung) gemacht. Nach der Ausbildung zum Caritasfürsorger arbeitete er als Arbeitstherapeut in einer kirchlichen Behinderteneinrichtung. Auf der Huysburg ist er hauptsächlich Sakristan. Darüber hinaus hat er den Überblick über Wäscherei und Vestiar, verwaltet das Lager von Hausrat und Gebrauchsgegenständen. Nicht zuletzt kümmert er sich auch um die Blumen und Pflanzen im und um das Kloster. 14

Bruder Josef Neuhäuser (*1935; Profess 1985) stammt aus einer ländlichen Gegend des Sudentenlands und kam nach 1945 in die Niederlausitz. Nach Abitur und Landwirtschaftsstudium in Mecklenburg führte sein beruflicher Weg über eine kurze Tätigkeit als Agronom in der praktischen Landwirtschaft in die Verwaltung sehr verschiedener Landwirtschaftsbetriebe. Auf der Huysburg überwacht er seit zwei Jahrzehnten die Finanzen und den Zahlungsverkehr des Klosters. Ein weiterer Bereich seiner Tätigkeit ist der Empfang von Besuchern und Touristen: Seit vielen Jahren hält er den Großteil der Kirchenführungen.

Bruder Petrus Henke (*1945; Profess 1986) aus dem Sudetenland verbrachte kriegsbedingt seine Kindheit und Jugend in der Harzstadt Thale. Er ist Diplom-Physiker und arbeitete zunächst im Eisen- und Hüttenwerk Thale in der Forschungsabteilung. Nach seiner Priesterweihe für das Bistum Magdeburg, war er Studentenseelsorger und Vikar in Merseburg. Auf der Huysburg arbeitet er – nachdem er nach Bruder Benedikt für einige Zeit Prior gewesen war – als leitender Pfarrer der dem Kloster anvertrauten Gemeinden und als Dechant des Dekanates Halberstadt. In der Gemeinschaft auf der Huysburg ist er Cellerar.

Bruder Amos Schmidt (*1950, Profess 1989) stammt aus der Nähe von Saarbrücken. Er studierte Theologie und Germanistik in Trier und promovierte an der Theologischen Fakultät im Fach Neuere Philosophie. Schwerpunkt seiner geistigen Interessen bildet nach wie vor die Beschäftigung mit Philosophie sowie mit Themen aus dem Umkreis der Benediktsregel. Beruflich ist er Seelsorger im Trierer Senioren- und Pflegeheim „An der Härenwies“; außerdem besucht er in unserer Pfarrei die Alten und Kranken. In der Gemeinschaft ist er zusammen mit Bruder Hubert Infirmar und Sprecher des Arbeitskreises, der für unsere Beziehung nach „Mirfield“ verantwortlich ist. 15

Bruder Thomas Hochhausen (*1963, Profess 1990) kommt aus der Nähe Aachens und war nach seiner Lehre als Elektroinstallateur bei einer Werksfeuerwehr. Nach seinem Eintritt in Trier bildete er sich in liturgischen Fragen fort und ist seit Jahren als Zeremoniar für den Ablauf der Gottesdienste und die Auswahl der Texte verantwortlich. Sein Hauptarbeitsbereich ist jedoch das Sekretariat des Abtes. Außerdem arbeitet er in der Sakristei und hält die meisten Führungen in St. Matthias.

Bruder Gregor Eschenbacher (*1967, Profess 1990) ist in Südhessen aufgewachsen und absolvierte sein Theologiestudium in Mainz und Trier. Einige Jahre leitete er unseren Klosterladen. Von 1996 bis 2006 war er als Seelsorger in der Pfarrei St. Matthias tätig und unter anderem für die Vorbereitung der Erstkommunion und den Religionsunterricht an der Grundschule verantwortlich. Im August 2006 zieht er auf die Hyusburg, um im dortigen Konvent mitzuleben und Aufgaben in der Pfarrseelsorge zu übernehmen.

Bruder Jakobus Wilhelm (*1967, Profess 1992) kommt auch aus Südhessen. Er ist ausgebildeter Paramentensticker und promovierter Kunsthistoriker. Im November 2006 wechselte er auf die Huysburg. Dort arbeitet er in der Organisation des EkkehardHauses mit und ist verantwortlich für die Gestaltung des liturgischen Gesangs. Zusammen mit Bruder Simeon kümmert er sich überdies um den Informationsaustausch zwischen den Konventen auf der Huysburg und in Trier. 16

Bruder Augustinus Jünemann (*1968, Profess 1998) aus Osnabrück absolvierte sein Theologiestudium in Bonn und Münster und promovierte an der Theologischen Fakultät Trier im Fach Dogmatik. Seit September 2005 ist er der Pfarrer der Pfarrei St. Matthias.

Bruder Daniel Blau (*1976, Profess 2001) ist in Trier in der Pfarrei St. Valerius aufgewachsen. In Trier lernte er auch bei der Lokalzeitung den Beruf des Bürokaufmannes und leistete im Krankenhaus der Borromäerinnen seinen Zivildienst. Dann ging er für zwei Jahre nach Regensburg, wo er in der Verwaltung eines Altenheims arbeitete. Hauptberuflich ist Bruder Daniel nun im Mattheiser Klosterladen beschäftigt. In der Gemeinschaft ist er Gästebruder und zusammen mit Bruder Hubert verantwortlich für die Betreuung der Gäste.

Bruder Simeon Friedrich (*1975, Profess 2003) stammt aus Oberwinter am Rhein. Nach dem Abitur und Zivildienst in Bonn studierte er an der Universität Kaiserslautern Raum- und Umweltplanung. Als Diplom-Ingenieur arbeitet er nun im Stadtplanungsamt der Stadt Trier. In unserer Abtei ist Bruder Simeon für die Pflege des Mönchsfriedhofs zuständig und erstellt die Vorlagen für die Gottesdienst-Texthefte. Zusammen mit Bruder Jakobus kümmert er sich um den Informationsaustausch zwischen den Konventen in Trier und auf der Huysburg. 17

Bruder Leo Wittenbecher (*1970, Profess 2003) wuchs in Wittlich auf. Er promovierte 2001 in Moraltheologie. Nach einer Zusatzausbildung im Pastoralpsychologischen Institut Trier erwarb er im Herbst 2005 das Zertifikat der Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächspsychotherapie (GwG) in personenzentrierter Beratung. Bruder Leo arbeitet im Mutterhaus der Borromäerinnen als Leiter der Krankenhausseelsorge. Er ist dort auch für den Bereich der medizinischen Ethik verantwortlich. Seit November 2005 übernimmt er zudem auch einzelne Aufgaben in der Pfarrei St. Matthias. In der Gemeinschaft ist Bruder Leo zuständig für den Getränkekeller.

Bruder Markus Watrinet (*1960, Profess 2003) kommt aus St. Augustin, und studierte Theologie in Bonn und Würzburg. Nach der Priesterweihe war er Kaplan in Düsseldorf und Zülpich und von 1995 sieben Jahre Pfarrer an St. Simon und Judas in Hennef. Nach seinem Klostereintritt im September 2002 und dem Noviziat folgte eine zweijährige Tätigkeit als Religionslehrer am CusanusGymnasium in Wittlich Nun arbeitet er als Seelsorger in der Pfarrei St. Matthias.

Bruder Ambrosius Krause (* 1951, Profess 2006) hat seinen Weg als Mönch auf der Huysburg begonnen. Nach dem Zusammenschluss der beiden Gemeinschaften im September 2004 machte er sein Noviziat in Trier. Er wuchs in Halle an der Saale auf; in Dresden studierte er Elektroniktechnologie, in Berlin evangelische und in Erfurt katholische Theologie. Als Priester wirkte er in Greifswald und Berlin. 18

Bruder Helmut Hammes (*1941; Triennalprofess 2000) kommt von der unteren Saar. Jahrzehntelang war er dort – im Großraum Trier – als Bundesbahnbeamter in der Personalverwaltung und in der Sozialbetreuung tätig. Seinen Weg im Mönchtum begann er in der Abtei Münsterschwarzach bei Würzburg, wo er die Einführung in das klösterliche Leben erhielt. Später kam er auf die Huysburg. Hier betreut er Telefon und Pforte, steht also für Auskünfte zur Verfügung und vermittelt ankommende Telefonate und Besucher. Weitere Tätigkeitsbereiche sind die Konventküche und Führungen.

Aus Abtei und Priorat

Die Geistlichen Tage am Beginn der Österlichen Bußzeit (7. –9. März) standen unter dem Thema „Ökumene“. Prof. Walter Euler von der Trierer Theologischen Fakultät legte aktuelle Fragestellungen in der Ökumene dar und zeigte Wege auf, wie er sich ein Vorankommen auf dem Weg zur Einheit der Kirche vorstellen kann. Daneben stand der Austausch unter uns Mönchen über Erfahrungen in der Ökumene und unsere theologische Position im Mittelpunkt.

Am 1. Mai 2006 legten die Brüder Simeon Friedrich und Leo Wittenbecher ihre Feierliche Profess im Rahmen des Konventamts ab und versprachen darin für die Dauer ihres Lebens Beständigkeit, ein Leben nach der Regel des Hl. Benedikt und Gehorsam. Die Mönchsgemeinschaft zeigte durch den Friedensgruß, dass sie die Brüder aufnimmt. Zu diesem Fest waren die Brüder der Huysburg und viele Gäste gekommen und erlebten einen frohen Festtag.

Das Frühjahrskapitel unserer Gesamtgemeinschaft tagte vom 20. bis 23. März 2006 in Trier. Einen Schwerpunkt bildeten die Überlegungen, wie die Verbundenheit der einen Gemeinschaft, die an zwei Orten lebt, vertieft werden kann, und wie wir dafür hilfreiche Formen gestalten. 19

Am 2. Mai 2006 legte Bruder Ambrosius Krause seine Zeitliche Profess ab und band sich dadurch für drei Jahre an die Gemeinschaft. Bruder Leo Wittenbecher wurde am 18. Mai 2006 durch Weihbischof Schwarz zum Diakon geweiht.

Für den Katholikentag in Saarbrücken war in Zusammenarbeit mit dem Ordensreferat des Bistums Trier eine Präsentation unseres klösterlichen Lebens erstellt worden. Am Katholikentag selbst nahmen aus unserer Gemeinschaft Abt Ignatius und die Brüder Clemens und Daniel freitags nach Christi Himmelfahrt als Tagesgäste teil.

Die Baumaßnahmen in der MatthiasBasilika gehen – nach einer Unterbrechung durch Ostern und die Pilgerzeit – weiter voran. Derzeit werden die Treppen von den Seitenschiffen zu den Querhausarmen umgebaut. Die nächste größere Aufgabe besteht im Schließen der Decke über der Krypta. Auch die Arbeiten am Ekkehard-Haus auf der Huysburg besonders der Ausbau und die Neugstaltung des Innern - machen gute Fortschritte. Ein Eindruck des Äußeren vermittelt die Abbildung auf der Rückseite dieses Briefes.

Am 25. Juni 2006 gestalteten der Hornist Michael Klamp und der Konzertorganist HansDieter Karras - beide aus Braunschweig - ein Benefizkonzert auf der Huysburg zugunsten des Ekkehard-Hauses. Im Anschluss an das Konzert bestand für die zahlreichen Besucher die Möglichkeit, den aktuellen Stand der Bauarbeiten zu besichtigen. In allen Gottesdiensten der Pfarrei St. Matthias wurde am ersten Julisonntag der Pastoralplan „In Bewegung sein – In Begegnung sein“ vorgestellt. Der Pfarrgemeinderat hatte ihn in in den letzten anderthalb Jahren erarbeitet. Er enthält biblische Anstöße, Schwerpunkte für die Gemeindearbeit und Projekte, die in den nächsten beiden Jahren in Angriff genommen werden sollen.

Unsere Huysburger Brüder beteiligten sich am regionalen Ökumenischen Kirchentag in Halle, der unter dem Motto „Ihr seid das Salz der Erde“ zwischen 12. und 14. Mai 2006 stattfand. In der Moritzkirche gestalteten sie im Wechsel mit anderen Geminschaften und Kommunitäten das Tagzeitengebet und anschließende Gespärchsmöglichkeiten.

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In unserer Basilika: Die kleine Kirche vor der Trennwand....

... und ein Blick hinter die Kullisse: der ausgegrabene und neu gestaltete Teil der ottonischen Krypta.

Rückseite: Haupteingang des Ekkehard-Hauses auf der Huysburg Tagungs- und Gästehaus des Bistums Magdeburg

BILDNACHWEIS: S. 2: http://www.romanes.com/Vezelay/Basilique_Sainte_Madeleine_de_Vezelay_0126.html am 11.08.2006; Alle weiteren Abbildungen: Archive Abtei St. Matthias in Trier und Priorat Huysburg (Foto: B. Veith, Trier: S. 5,16; W. Thomas, Oschersleben: S. 10) Der Mattheiser Brief ist eine Gabe unserer Gemeinschaft an ihre Freunde. Das Redaktionsteam: Br. Antonius Pfeil, Br. Jakobus Wilhelm, Br. Daniel Blau, Br. Markus Watrinet Herausgeber: Abtei St. Matthias, Matthiasstr. 85, D-54290 Trier, www.abteistmatthias.de, Druck: Druckerei Beck, Trier. Pax-Bank e.G. (BLZ 370 601 93) Kto 3000 129 010 (BIC: GENODED1PAX-IBAN: DE55 3706 0193 3000 129 010)

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