Mission Leben Akademie

Mission Leben Akademie

Jahresbericht 2015/2016 Mission Leben Mission Leben ist ein Unternehmen der Stiftung Innere Mission Darmstadt. Beide sind der Evangelischen Kirche i...

7MB Sizes 2 Downloads 10 Views

Recommend Documents

Altenpflegeheim Martinsstift - Mission Leben
Wir alle wollen unser Leben möglichst selbstbestimmt gestalten. Mission Leben und das. Altenpflegeheim Martinsstift mö

Wendepunkt - Mission Leben
17.08.2015 - Haus für Frauen in Wohnungsnot. Nahestraße 7, 55118 Mainz. Telefon 06131 275 55 0. Heinrich-Egli-Haus. Ei

Praktikum und FSJ - Mission Leben
im Heinrich-Egli-Haus oder im Wendepunkt. Integrierte Praktika für angehende Sozialarbeiter/-innen an der Katholischen

gemeinsam für das leben: mission und - Mission Respekt
Leben spendendes Wirken, das es uns ermöglicht, an seiner Mission in der ..... Dazu gehört zum Beispiel, dass wir patria

Den Jahren Leben geben - Akademie der Generationen
ruhe-Rüppurr soll sie jetzt wieder fit gemacht werden – für die Rückkehr nach Hause, für ein Leben, das sie im Idealfall

Stationäre und ambulante Hilfen - Mission Leben
25.03.2014 - Was ist das Kinder- und Jugendhilfe- zentrum Haus Waldfrieden? Haus Waldfrieden ist eine verlässliche Anla

Mit der Vergangenheit leben - Liebenzeller Mission
28.10.2015 - Egelkraut. Burundi: Zucker und. Mission? Ecuador: Neubeginn nach dem Ehebruch? Japan: .... Ich hielt inne u

Akademie Akademie - primavera akademie
03.11.2011 - DUFT UND STUDIENREISEN. Rosenreise ins Taurusgebirge und an die türkische Riviera. Reise nach Südtirol zu

Das Leben der Anderen - Akademie für Sozialethik und Öffentliche
zentrale ein und verfolgt fortan das Leben des Künstlers und seiner Lebensgefährtin ... rufsverbot belegten Freundes Alb

Mission 2016 - Mission EineWelt
12.03.2016 - Dr. G. Hoerschelmann und Pfr. H. Hoerschelmann in der St. Nikolai-Kirche. 19.30 Uhr Konzert mit Judy Bailey

Jahresbericht 2015/2016

Mission Leben

Mission Leben ist ein Unternehmen der Stiftung Innere Mission Darmstadt. Beide sind der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau zugeordnet und Mitglieder im Diakonischen Werk.



Gott hat uns gegeben den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.

Inhaltsverzeichnis 3

Bericht der Geschäftsführung

6

Standorte von Mission Leben

7

Unternehmensstruktur und Einrichtungen von Mission Leben

8 Reportage

Unter Tränen lachen

10

Seniorinnen und Senioren

14

Menschen mit Behinderung

18

Menschen in sozialen Notlagen

22

Kinder und Jugendliche

26

Akademie für Pflege- und Sozialberufe

30

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

33

Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015

36

Schlusswort des Stiftungsrats Gesellschaften Stiftung Innere Mission Darmstadt und ihre Organe

38 Historie 40 Impressum

2

2. Timotheus 1,7

Bericht der Geschäftsführung

Bericht der Geschäftsführung

Geschäftsführung von Mission Leben: v. l. Gerd Brückmann (Finanzen) und Dr. Klaus Bartl (Sprecher)

Im vergangenen Jahr haben die Fliehkräfte unserer Gesellschaft unserem Eindruck nach zugenommen. Diese Tendenz, so ist zu befürchten, wird noch anhalten. Wir leisten einen praktischen Beitrag, dem entgegenzuwirken: Mission Leben bringt die verschiedensten Menschen zusammen, fördert sowohl Inklusion und Integration als auch das wohnortnahe Zusammenleben im Alter. Das vergangene Jahr hat uns in dieser Richtung deutlich vorangebracht. Das herausragende Einzelereignis im Berichtsjahr war allerdings ein Personalwechsel in der Führungsspitze. Dietmar Motzer, Vorstand Finanzen der Stiftung Innere Mission Darmstadt sowie Geschäftsführer Finanzen der Mission Leben gGmbH, hat uns zum Ende des Jahres 2015 verlassen, um noch einmal eine neue Aufgabe in einem wesentlich größeren diakonischen Unternehmen zu übernehmen. Wir haben Dietmar Motzer ungern, aber voller Verständnis und vor allem voller Dankbarkeit ziehen lassen. Dietmar Motzer gehörte zwölf Jahre zu unserem diakonischen Unternehmen. Elf Jahre war er als kaufmännischer Geschäftsführer bzw. als Vorstandsmitglied für uns tätig. Sowohl die anfängliche wirtschaftliche Sanierung des Hessischen Landesvereins für Innere Mission (HLIM) als auch die neu entwickelten Strukturen und Prozesse der heutigen Mission-Leben-Gruppe, in die der HLIM 2007 umgewandelt wurde, tragen ganz wesentlich auch seine Handschrift. Nicht zuletzt die weit überdurchschnittliche Professionalität, die wir inzwischen in den kaufmännischen oder auch

IT-Instrumenten erreicht haben, verdanken wir seinem Engagement und seinen Impulsen. Außerdem war es ein besonderer Glücksfall für uns, dass es Dietmar Motzer ein Anliegen ist, alle Entscheidungen und Gestaltungsfragen auch theologisch zu reflektieren, zu diskutieren und zu verantworten. Wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Dankenswerterweise hat der Stiftungsrat hervorragend für die Neubesetzung dieser wichtigen Position des Geschäftsführers Finanzen gesorgt. Nach einer nur kurzen Vakanz ist Anfang April der Staffelstab an Gerd Brückmann übergegangen. Gerd Brückmann ist als ehemaliger Geschäftsführer des Kreisverbands Korbach-Bad Arolsen des Deutschen Roten Kreuzes ein ausgezeichneter Kenner unserer Arbeitsfelder. Darüber hinaus ist er ein versierter Fachmann in wirtschaftlichen Fragestellungen. Er übernimmt nun fast nahtlos die gut sortierten Aufgabenfelder, und es entwickelt sich bereits eine ausgezeichnete kollegiale Zusammenarbeit.

3

Bericht der Geschäftsführung

Bereits zum 1. März wäre die Neubesetzung der vakanten Position der Geschäftsführung unseres großen Geschäftsfelds „Leben im Alter“ erfolgt, wenn nicht ganz überraschend die designierte Person aus gesundheitlichen Gründen wenige Tage zuvor abgesagt hätte. Die Vakanz dieser operativen Geschäftsführungsposition, die bereits seit September 2014 besteht, konnte bislang hervorragend kompensiert werden, indem nicht nur die Geschäftsführer der Mission Leben gGmbH mit anpackten, sondern vor allem, weil die Prokuristin Claudia Hahn einen unglaublichen und außerordentlich dankenswerten Einsatz zeigte. Angesichts der anstehenden Herausforderungen insbesondere in diesem Geschäftsfeld – zum Beispiel beim Stichwort: Pflegestärkungsgesetz 2 – haben wir uns jetzt dennoch entschlossen, bis zur endgültigen Besetzung eine überbrückende Geschäftsführung zu verpflichten. Seit Anfang April verstärkt Edmund Fröhlich, ein sehr erfahrener Experte in diesem Feld, als Interimsgeschäftsführer das Leitungsteam des Geschäftsfelds. Nicht zuletzt dank einem starken Team in der zweiten Führungsebene – unseren Abteilungsleitungen in der Zentrale und unseren Einrichtungsleitungen vor Ort – konnten ungeachtet der Personalwechsel an der Spitze bzw. der Vakanz in einer operativen Geschäftsführung unsere Ziele weiter verfolgt und Schritt für Schritt konkretisiert werden. In den Geschäftsfeldern ging die Entwicklung und der Um- bzw. Ausbau existierender Standorte in Richtung Quartiersorientierung bzw. Inklusion und Integration klar voran. In drei großen Umbauprojekten wird das Angebot unserer Häuser genau auf den Bedarf der Senioren/-innen vor Ort – „im Quartier“ – zugeschnitten: Rüsselsheim, Alzey und Groß-Gerau.

Dietmar Motzer (r.) bei seiner Verabschiedung durch Dr. Klaus Bartl. Das prächtige Weihnachtsstern-Bäumchen ist selbstredend von der Gärtnerei Aumühle.

4

Die beiden größeren Zentren für Kinder und Jugendliche einerseits (Waldfrieden, Butzbach) und für Menschen mit Behinderung (Aumühle, Darmstadt-Wixhausen) andererseits, gehen beide konsequent den Weg der Dezentralisierung mit kleinen Einheiten in die Kommunen bei gleichzeitiger Weiterentwicklung der Standorte als jeweilige Kompetenzzentren. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt ist in der ersten Jahreshälfte 2015 glücklicherweise doch noch auf unser Angebot zurückgekommen, das von uns als Altenpflegeheim stillgelegte Wilhelm-Röhricht-Haus zu erwerben, um es als Flüchtlingsunterkunft zu nutzen. Darüber hinaus engagieren wir uns in einem eigenen Gebäudeteil für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Wir leisten einen praktischen Beitrag gegen Ausgrenzung und Abschottung. Einen solchen Beitrag zur Integration und Vielfalt sind wir aus eigener christlicher Überzeugung auch als Arbeitgeber schuldig. Zugleich brauchen wir für die Personalgewinnung mehr denn je sowohl ein gemeinsames und explizites Fundament von verbindenden Werten als auch die Anerkennung unserer christlichen Identität. Auf dieser Basis wird die dringend notwendige interkulturelle Öffnung möglich. Mission Leben ersetzt deshalb seit Anfang des Jahres 2016 bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den formalen Zwang zur Kirchenmitgliedschaft durch die verbindliche Verständigung auf einen Kodex, der die Anerkennung unseres christlichen Fundaments und die Zustimmung zu unseren darauf aufbauenden menschlichen Werten im Umgang mit anderen Menschen umfasst. Im Blick auf die Qualität unserer Arbeit und auf die Gewinnung von guten Kräften ist die Personalentwicklung und -qualifizierung von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grund haben wir das bisherige Geschäftsfeld „Berufliche Bildung“ zur „Akademie für Pflege-

Bericht der Geschäftsführung

und Sozialberufe“ umfirmiert und herausgehoben. Sie wird nun noch konsequenter auf die Bedürfnisse der Mission Leben sowie der anderen Mitgesellschafter ausgerichtet. Gleichzeitig richtet die Akademie selbstverständlich nach wie vor ihr Angebot auch an Dritte. Sowohl in das Thema Personalgewinnung und -bindung als auch in den Zusammenhang Wirtschaftlichkeit gehört unser Einsatz für eine der Branche Altenhilfe gemäße und wettbewerbsfähige Vergütungs- und Tarifstruktur. Alles, was innerhalb des kirchlichen „Dritten Weges“ und erst recht was in Gesprächen mit der Gewerkschaft ver.di bisher erreicht wurde, ist unbefriedigend und auf Dauer nicht zukunftsfähig. Wir werden die Bemühungen innerhalb und außerhalb der entsprechenden Gremien fortsetzen. Für unser Innovationsprojekt „Labor für Diakonisches Unternehmertum“ (LaDU) haben wir den Managementpreis für soziale Innovationen auf der Sozialmesse „ConSozial“ erhalten. Jetzt gilt es, dieses gemeinsam mit Professor Dr. Andreas Schröer von der Evangelischen Hochschule Darmstadt entwickelte Konzept durch eine Öffnung für Dritte auf eine breitere Basis – und damit auf Dauer – zu stellen, Lerneffekte zur Wirkung zu bringen, sowie es intern durch ein Ideenmanagement zu ergänzen. Denn wir haben auch erkennen müssen: Der Ansatz des Unternehmertums in den eigenen Reihen – des Arbeitnehmers als Intrapreneur – ist so neu, dass es noch weiterer Unterstützer bedarf. Für unsere Klientinnen und Klienten ist das Leben nicht immer leicht und heiter. Auch unsere Mitarbeitenden bleiben trotz aller Professionalität nicht unberührt von den vielen Schicksalen, denen sie begegnen. Doch wer glaubt, der Alltag in unseren Einrichtungen sei trist und freudlos, irrt zutiefst: Es gibt bei uns viele Anlässe, frisch und frei zu lachen, zu schmunzeln und den Moment zu genießen. Am liebsten gemeinsam, niemals ausgrenzend oder verletzend, sondern integrierend. Lachen befreit und stärkt. Der letzte Grund zum Lachen zeigt sich an Ostern: Mit der Auferstehung Jesu Christi wird der Tod verspottet und ausgelacht. Das Osterlachen und all seine vielen Verwandten können gar nicht oft genug geübt werden. Wir haben dem Lachen deshalb das Querschnittsthema des Jahresberichts gewidmet. Unsere Momentaufnahmen in den Kapiteln erzählen davon.

Die bayerische Sozialministerin Emilia Müller überreichte den Managementpreis für soziale Innovationen für unser Projekt LaDU.

Nicht minder gilt der Dank all unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Viele haben gerade im vergangenen Jahr mit turbulenten Veränderungen und spontanen Aktionen und Anfragen, die durch die Flüchtlinge entstanden sind, einen unglaublichen Einsatz und eine wunderbare Identifikation mit unserem Auftrag an den Tag gelegt. Nicht minder gilt dies für alle, die unter knappsten Bedingungen ihre Arbeit zugunsten unserer Bewohner/-innen und Klienten/-innen tun. Glücklich sind wir über die unzählig vielen ehrenamtlich engagierten Menschen. Ihre tatkräftige Unterstützung hilft enorm und stiftet wertvolle Beziehungen. Wir sind ihnen sehr dankbar. Aus ihnen allen spricht ganz oft die Losung des Monats Januar 2016: Gott hat uns gegeben den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 2. Timotheus 1,7 Es ist offenbar ein Geist mit wenig Macht. Und wenn, dann ist es die Macht der Liebe und des langen Atems. Mehr gibt es nicht. Damit müssen wir auskommen. Weniger aber auch nicht. Möge uns dieser Geist auch im nächsten Jahr durchtragen und die Menschen zusammenführen an allen Orten – ganz gleich, woher sie kommen und welche Sprache sie sprechen. Pfingsten, im Mai 2016

Dieses Jahr gilt unser Dank noch mehr als sonst unserem ehrenamtlichen Stiftungsrat. Er hat sich der wichtigen Personalfrage souverän angenommen und uns stets mit Rat und Aufsicht den Rücken gestärkt. Das gilt in ganz besonderer Weise für Dr. Harald Jung, der den Vorsitz innehat.

Pfarrer Dr. Klaus Bartl Sprecher der Geschäftsführung Mission Leben gGmbH

Gerd Brückmann Geschäftsführer Finanzen Mission Leben gGmbH

5

Standorte von Mission Leben

Bildlegende:

6

Hilfen für Kinder und Jugendliche

Wohnen und Pflegen im Alter

Hilfen für Menschen in sozialen Notlagen

Ambulante Betreuung

Akademie für Pflege- und Sozialberufe

Hilfen für Menschen mit Behinderung

Zentrale

Stand 05/2016

Unternehmensstruktur Stiftung Innere Mission Darmstadt

Mission Leben Geschäftsfeld Leben im Alter

Geschäftsfeld Soziale Arbeit 2 Standorte

Wohnen und Pflegen im Alter

Hilfen für Menschen in sozialen Notlagen

16 Einrichtungen

6 Einrichtungen

Wohnen mit Service

Hilfen für Menschen mit Behinderung

Dienste für soziale Einrichtungen 9 Wohnanlagen

Ambulante Betreuung 2 Ambulante Dienste

LaDU 2.0

3 Einrichtungen

Hilfen für Kinder und Jugendliche

Zentrum für Social Intrapreneurship

inklusive Hilfen für jugendliche Flüchtlinge 5 Einrichtungen

Einrichtungen von Mission Leben Alzey Altenpflegeheim Haus Michael Altenpflegeheim Haus Tabea

Bad Nauheim Tagesaufenthalt Fürstenpavillon

Butzbach Kinder- und Jugendhilfezentrum Waldfrieden

Darmstadt Aumühle – Hilfen für Menschen mit Behinderung: Wohnen und Arbeiten Übergangswohngruppe Darmstadt und Wohngruppe Darmstadt Akademie für Pflege- und Sozialberufe Zentrale

Dieburg Seniorenzentrum Haus Priska Wohnanlage mit Service

Friedberg Schule für Erziehungshilfe Kinder- und Jugendhilfezentrum Waldfrieden – Verselbstständigungsgruppen Karl-Wagner-Haus – Hilfen für Menschen in sozialen Notlagen

Gedern Altenpflegeheim Haus Vogelsberg Wohnanlage mit Service Pflegedienst Gedern

Gießen Oase – Hilfen für Frauen in sozialen Notlagen

Groß-Gerau Altenpflegeheim An der Fasanerie Wohnanlage mit Service

Ingelheim Altenzentrum Im Sohl Wohnanlage mit Service Pflegedienst Ingelheim

Langen Aumühle – externe Wohngruppe

Limburg Alten- und Pflegeheim Wichernstift Alten- und Pflegeheim Theodor-Fliedner-Haus Wohnanlagen mit Service

Mainz Altenpflegeheim Martinsstift Wohnanlage mit Service Evangelische Wohnungslosenhilfe Mainz:

• Heinrich-Egli-Haus – Hilfen für Männer in sozialen Notlagen • Psychosoziale Beratung und Tagesaufenthalt • Wendepunkt – Hilfen für Frauen in sozialen Notlagen

Neu-Isenburg Altenpflegeheim Am Erlenbach Altenpflegeheim An den Platanen Haus An der Königsheide, Wohngruppen für Menschen mit Demenz

Obertshausen Altenpflegeheim Haus Jona Wohnanlage mit Service Jugendhilfeteam Kreis Offenbach

Pfungstadt Altenpflegeheim Pfungstadt

Rüsselsheim Altenpflegeheim Martin-Niemöller-Haus Wohnanlage mit Service

Seeheim Altenzentrum Seeheim

Wiesbaden Akademie für Pflege- und Sozialberufe

7

Reportage

Unter Tränen lachen In der Trauerarbeit in der Aumühle hat auch das Lachen seinen Platz.

Die Grabstätte der Aumühle auf dem Friedhof in Wixhausen: Für Marion Ploner (l., Leiterin Wohnen) und Christina Thomas-Krehle (Leiterin Tagesstruktur), die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Mitarbeitenden ist sie ein gern besuchter Ort zum Erinnern – auch an viele heitere Erlebnisse mit der oder dem Verstorbenen.

Trauerarbeit hat in unserer Einrichtung Aumühle für Menschen mit Behinderung ihren festen Platz. Dabei sind alle Menschen willkommen und alle Gefühle erlaubt. Es wird bald Frühling. Zumindest zwitschern die Vögel auf dem Wixhäuser Friedhof, was das Zeug hält. Die ersten Primeln zieren das Grab der Aumühler, das hier unter den Bäumen liegt. Mehrere kleine Grabsteine, ein Weg, der auch mit dem Rollstuhl befahren werden kann, Kerzen, ein Teddybär, der an einem Stein lehnt – die relativ große Grabstätte macht einen ganz lebendigen Eindruck. „Genau das ist sie auch“, sagt Einrichtungsleiterin Marion Ploner. „Ein Ort der Erinnerung, der von vielen unserer Bewohner regelmäßig besucht wird.“ Denn hier liegen Freunde, Bekannte, Mitbewohner/-innen – Menschen, die oft einen großen Teil ihres Lebens in der Aumühle ver-

8

bracht haben, hier zu Hause und in der Gemeinschaft aufgehoben waren. Seit 2013 gibt es dieses Grab wie auch die aktive Trauerarbeit in der Aumühle. Die erste Generation Menschen in der Aumühle ist alt geworden. „In den letzten fünf Jahren wurde Sterben bei uns ein Thema“, erzählt die Leiterin der Tagesstruktur Wohnen Christina Thomas-Krehle. Sie ist so etwas wie die „Expertin für Trauer“ in der Aumühle, hat sich intensiv mit Sterbebegleitung und Trauerarbeit befasst. In einem festen Gruppentermin und in Einzelgesprächen bietet sie den Menschen in der Aumühle die Möglichkeit, ihre Gefühle und Ängste rund um die Themen Tod und Verlust zu bearbeiten. Und auch wenn die Anlässe traurig sind: Der Umgang mit dem Sterben hat viele Gesichter. „Wir weinen, weil wir traurig sind, und wir lachen, wenn wir uns an einen lustigen Moment mit dem Verstorbenen erinnern“, erzählt Christina Thomas-Krehle. „Lachen und Weinen liegen oft ganz nahe beieinander – beides befreit die Seele.“

Reportage

Trauer hat in der Aumühle ihre festen Rituale und einen Platz mitten im Leben. Stirbt ein Aumühler, wird das in einer Versammlung bekannt gegeben und ein Trauertisch wird aufgebaut, auf den Freunde, Mitbewohner/ -innen und Mitarbeitende dann Erinnerungsstücke und Gaben legen. Ein selbstgemaltes Bild, ein Foto, ein Geschenk. Der Tisch zeigt, was der Verstorbene mochte, gibt Anlass zum Gespräch und zur gemeinsamen Erinnerung. Ganz ähnlich ist es beim Trauergottesdienst, dem ein christlicher Pfarrer vorsteht. Lieblingsgegenstände, Fotos, Utensilien, die vom Leben des Verstorbenen erzählen, werden am Sarg aufgebaut. „Wir erinnern uns an gemeinsam Erlebtes, an die Eigenheiten und guten Seiten des Menschen. Wir singen die Lieder, die wir gerne zusammen gesungen haben. Und wir lachen miteinander – auch unter Tränen“, veranschaulicht Christina Thomas-Krehle die Trauerzeremonien.

Eltern sterben? Wie wird es, wenn ich alt werde, wenn meine Kräfte schwinden? „Reden ist ganz wichtig“, weiß Christina Thomas-Krehle. „Aber auch Vertrautheit und Nähe. Oft sitzen wir hier zusammen in unserem Entspannungsbereich. Wir machen es uns gemütlich und sitzen so, dass man sich trösten kann, wenn jemand weinen muss. Viele Menschen hier haben so etwas wie eine lebenslange Trauer in sich, die manchmal schon in der Kindheit begründet liegt. Oft braucht es nur einen Auslöser, um das wieder an die Oberfläche zu spülen.“ Dass sich Christina Thomas-Krehle für Trauerarbeit begeistern kann, war nicht immer so: Früher fand sie dieses Thema eher schwierig. „Aber es hat mich beeindruckt, wie hier mit Trauer umgegangen wird: offen, einfühlsam, tröstlich. In der Trauer ist man so verletzlich. Das darf hier jeder zeigen, ob Bewohner oder Mitarbeitender.“

Die ersten Trauergottesdienste dieser Art gab es in der Aumühle vor vielen Jahren, und anfangs haben sie bei manchen Gästen durchaus Befremden ausgelöst. Lachen bei einer Trauerfeier? Fröhliche Lieder im Angesicht des Verlustes? Kuscheltiere und Kekse rund um den Sarg? Doch gerade das hohe Maß an Feinfühligkeit und Empathie macht die „Aumühlen-Trauerfeiern“ zu etwas Besonderem, das inzwischen über die Einrichtung hinaus bekannt und anerkannt ist. „Wir kennen die Menschen und ihre Biografien hier ganz intensiv“, begründet Marion Ploner eine wichtige Qualität ihrer Trauerarbeit. „In unseren Trauerfeiern holen wir die Verstorbenen noch einmal ins Leben, in unsere Mitte.“

Das liegt auch an der Erfahrung im Umgang mit Trauer. Ob Freund oder Familienmitglied – fast jeder Mensch in der Aumühle hat bereits einen nahestehenden Menschen verloren und weiß, worum es geht, wenn von schwerer Krankheit, Alter, Tod und Sterben die Rede ist. Dass ein Abschied kommt, dem man ins Auge sehen muss, dass eine Grabstätte gefunden werden muss. Genau aus diesem Gedanken heraus ist die gemeinsame Grabstätte entstanden, die auf dem Wixhäuser Friedhof, ganz nah dem Gelände der Aumühle, liegt. Viele Bewohner möchten hier begraben werden. Sie wollen sich das, was nach ihrem Tod ist, nicht an einem anderen Ort vorstellen. Das liegt daran, dass ihnen die Aumühle Lebensmittelpunkt und Zuhause ist. Das liegt aber auch daran, dass hier niemand vergessen wird. Dass die Erinnerung an die Verstorbenen in der Aumühle ihren festen Platz im Leben hat. Ein klitzekleines Stück Unsterblichkeit. Gemeinsam lachen – über den Tod hinaus.

Akute Sterbefälle waren ursprünglich der Anlass für das Entstehen der Trauergruppe in der Aumühle. In den regelmäßigen Treffen werden inzwischen aber auch andere Verlustängste besprochen. Was wird, wenn meine

Die um den Sarg aufgebauten Gegenstände erzählen von einem Menschen und seinen Leidenschaften: Hier von einem verstorbenen Bewohner, der viel Rad fuhr und für Traktoren schwärmte. Er spielte Schlagzeug und ging nie ohne seine Kappe aus dem Haus. Als Beschäftigter in der Gärtnerei mähte er immer die Wiesen der Aumühle.

9

Seniorinnen und Senioren

Lebensqualität im Alter schaffen Das Umfeld

Das haben wir erreicht

Mission Leben betreibt 16 Altenpflegeheime, sechs Wohnanlagen für Wohnen mit Service und zwei ambulante Dienste im Großraum Rhein-Main. Die Auslastung unserer Einrichtungen ist gut. Auch dort, wo wir uns dem Wettbewerb durch andere Anbieter stellen müssen, sind unsere Plätze begehrt. Im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen Zwängen und den Anforderungen der von uns betreuten Menschen gehen wir einen werteorientierten Weg, der in unseren Einrichtungen die Lebens- und Arbeitsqualität in den Mittelpunkt stellt.

Im Jahr 2015 war die Leitung dieses Geschäftsfelds nicht besetzt. Wir haben trotzdem Projekte in Angriff genommen und uns auf die vielfältigen Herausforderungen in unseren Einrichtungen konzentriert. Dass wir das große Schiff Altenpflege trotzdem so gut auf Kurs halten konnten, zeugt von der Kompetenz und Einsatzbereitschaft unserer Mitarbeitenden.

Dauerthema in der Altenpflege ist der Fachkräftemangel, der gerade in den Ballungsgebieten dramatisch ist. Als großer Träger mit eigenem Bildungsbereich ergreifen wir die Chance, möglichst viele Nachwuchskräfte selbst auszubilden und mit hochwertigen Bildungsangeboten an unser Unternehmen zu binden. So möchten wir langfristig nicht nur die Zahl sondern auch die Qualität der Mitarbeitenden sichern.

Das bieten wir an Seit mehr als 50 Jahren bietet Mission Leben Hilfeleistungen für Seniorinnen und Senioren an. Unsere lange Erfahrung in der Altenpflege macht uns zu einem fachkundigen und verständnisvollen Partner für unsere Bewohnerinnen und Bewohner und deren Angehörige. Wir wissen, dass Hilfeleistungen im Alter so vielfältig sein müssen wie die Lebenssituationen der betroffenen Menschen. Wir betreiben große stationäre Einrichtungen und verstärken zunehmend unser Angebot an kleinräumigen, quartiersbezogenen Serviceleistungen. Dazu gehören Wohnen mit Service, ambulante Betreuung oder Tagespflege. An einigen Standorten haben wir bereits eine durchgängige Kette an Leistungen für jede Phase des Alterns anzubieten. Wir arbeiten intensiv daran, dieses Spektrum an immer mehr Standorten zu ermöglichen. Erstmals werden wir uns an einem Standort auch im Bereich Hospizarbeit engagieren.

10

Wohnen mit Service ist für viele Menschen im Alter eine gute Wohnform, in der sie selbstbestimmt mit relativer Versorgungssicherheit leben können. Dieses Angebot ist deshalb rege nachgefragt, und wir bauen es Zug um Zug aus. Im Oktober 2015 haben wir mit dem Bau von zwölf entsprechenden Wohnungen in Rüsselsheim begonnen. Das Projekt soll im Juli 2016 abgeschlossen sein. Auch in Mainz und Alzey entstehen entsprechende Angebote. 2015 trat das neue Pflegestärkungsgesetz in Kraft. Damit haben jetzt auch Menschen ohne erhebliche Alltagseinschränkung einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung. Wir konnten durch die gesetzliche Änderung mehr Personal einstellen, das aber ausschließlich den sozialen Dienst unterstützt. Gleich drei Jubiläen feierten unsere Einrichtungen im Jahr 2015: Das Haus Im Sohl in Ingelheim beging sein 30-jähriges Bestehen mit vier Jubiläumswochen, jede davon war einer Zielgruppe gewidmet: Bewohnerinnen und Bewohner, Mitarbeitende, ehrenamtlich Engagierte und Angehörige wurden je sieben Tage lang zu Ausflügen, Vorträgen, Konzerten und festlichem Miteinander eingeladen. Das außergewöhnliche Konzept bescherte außergewöhnliche Erlebnisse und viel Lob von allen Seiten. Eher klassisch, aber ebenso feierlich begingen das Martin-Niemöller-Haus in Rüsselsheim sein 25-jähriges und das Haus Am Erlenbach in Neu-Isenburg sein 15-jähriges Bestehen. Abends auszugehen ist Lebensqualität. Für pflegebedürftige Menschen ist das nicht selbstverständlich.

Seniorinnen und Senioren

Schönheit und Selbstbewusstsein

Schönheitssalon im

Die Freude daran, sich hübsch zu machen, einen tollen Nagellack, einen verwegenen Hut und auffallenden Schmuck zu tragen, hört auch im Alter nicht auf. Zum Glück! Im Altenpflegeheim MartinNiemöller-Haus in Rüsselsheim treffen sich Bewohnerinnen (und hin und wieder auch Bewohner) deshalb einmal im Monat zum Schönheitssalon. Mit Unterstützung des Sozialdienstes gibt es ein Make-up, Farbe auf die Nägel, eine hübsche Frisur und die passenden Accessoires. Hier geht es nicht um Perfektion für den Laufsteg, sondern um Spaß am Leben und die Gewissheit, dass sich Schönheit nicht um Falten kümmert.

Martin-Niemöller-Haus, Altenpflegeheim, Rüsselsheim

11

Seniorinnen und Senioren

Im Haus Jona in Obertshausen haben wir 2015 ein Nachtcafé für Menschen mit Demenz eingerichtet. Zwischen Abendessen und Schlafenszeit werden dort Beschäftigung, kleine Snacks und Getränke angeboten. Das Angebot kommt so gut an, dass auch für die anderen Bewohner/-innen des Hauses schon ein Nachtcafé in Planung ist.

im vergangenen Jahr intensiv beschäftigt und ein Konzept erstellt, auf dessen Grundlage wir nun Schulungen vor Ort in den Einrichtungen machen. Wir möchten unsere Mitarbeitenden für das Thema sensibilisieren und das offene Auge schulen. Dabei beziehen wir auch das Thema Gewalt gegen Mitarbeitende ein.

Das Martin-Niemöller-Haus in Rüsselsheim kann auf der Basis von Sachspenden jeden Monat einmal einen kostenlosen Schönheitssalon für Bewohnerinnen und Bewohner organisieren. Es sind überwiegend Besucherinnen, und sie genießen den Termin, bei dem sich alles um ihr gepflegtes Äußeres dreht. Das gute Aussehen wirkt direkt positiv auf das Wohlbefinden.

Das haben wir vor

Die Hospiz Stiftung Rotary Rodgau ist in Gesprächen zu verschiedenen Grundstücksangeboten, um ein stationäres Hospiz für den Kreis Offenbach zu errichten. Betreiber wird Mission Leben sein. In vielen Gesprächen mit ambulanten Hospizgruppen wurde deutlich, dass dieses Angebot sehr begrüßt wird. Die Rodgauer Stadtverordnetenversammlung hat dazu ihr Einverständnis gegeben. Auch der hessische Sozialminister wurde bereits über das Vorhaben informiert. Im Jahr 2015 haben wir unsere Pflegedokumentation in allen unseren Einrichtungen umgestellt. Die neue Software unterstützt Mitarbeitende darin, etwaige pflegerische Risiken frühzeitig zu identifizieren und zu reduzieren. Dazu wurden über 90 Prozent der Mitarbeitenden geschult und an die neue prozesshafte „Denke“ des Programms herangeführt. Durch die enge Begleitung ist die Umstellung gut gelaufen. Für alle unsere Einrichtungen der Altenhilfe haben wir im vergangenen Jahr übergreifend ein neues Ausbildungskonzept erarbeitet. Ziel ist es, die Ausbildung zu verbessern und die Einrichtungen zu unterstützen. Wir möchten damit die Zahl der „Abbrecher“ weiter reduzieren, die Auszubildenden stärken und an uns binden. Mit diesem eigenen konstruktiven Ansatz möchten wir langfristig dem Mangel an Fachkräften begegnen und uns als gute Adresse für hochwertige Ausbildung in der Altenpflege positionieren. Das Konzept startete im Januar 2016 und wird nach einem Jahr im Einsatz evaluiert. Gewalt ist auch in Pflegesituationen ein Thema. Gerade unter Stress und Zeitnot kann sich Gewalt Bahn brechen, auch wenn es vielleicht „nur“ verbal ist. Wo fängt Gewalt an? Wo ist Gewalt in der Altenpflege ein Thema? Mit diesen Fragen haben wir uns

12

In Alzey wird das bestehende Hochhaus von Haus Michael teilabgerissen und kernsaniert. Wir werden neben 50 Pflegeplätzen dann auch in Alzey zwölf Wohnungen mit Service anbieten. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant. Auch im Haus An der Fasanerie, Groß-Gerau, ist im Frühjahr 2016 ein umfangreiches Modernisierungsprojekt angelaufen, mit dem wir unsere Angebote erweitern und an die veränderten Bedürfnisse alter Menschen und ihrer Angehörigen anpassen. So werden unter anderem die Wohnbereiche zu Wohngemeinschaften umgebaut, und es wird mehr Wohnungen mit Service geben. Die Bundesregierung startete 2013 ein Modellprojekt zur Entbürokratisierung der Pflegedokumentation. Ziel ist es, im Pflegealltag weniger Zeit mit Bürokratie zu verbringen. Nach einem erfolgreichen Pilotprojekt startete 2015 das bundesweite Implementierungsprojekt der neuen Dokumentation in der Pflege. Für die Teilnahme am Projekt haben wir eine unserer Einrichtungen ausgewählt, sodass wir hier wichtige Erfahrungen sammeln können. Der neue Pflegebedürftigkeitsbegriff aus dem Pflegestärkungsgesetz II wird uns im kommenden Jahr stark beschäftigen. Wie Pflegebedürftige in Zukunft eingestuft werden, lässt sich derzeit noch nicht genau sagen. Vor allem bei den Betroffenen und ihren Angehörigen wirft das natürlich viele Fragen auf – wir werden darauf frühestens im zweiten Halbjahr 2016 erste Antworten bekommen.

Seniorinnen und Senioren

Wohnen und Pflegen im Alter in Zahlen 2015 Wohneinheiten im Wohnen mit Service (zusätzlich im Bau: 31)

101

16

2

Altenpflege-Einrichtungen Anzahl stationärer Plätze Beschützende Wohnbereiche für Menschen mit Demenz Tagespflege-Einrichtungen

1.365

2.713

Ambulante Pflegedienste Betreute Menschen

196

davon Tagespflege

4

2.185

davon im Wohnen mit Service davon vollstationär

3

228

davon ambulant

104 314

Essen auf Rädern Einrichtungen und Plätze

Bewohnerinnen und Bewohner, Klientinnen und Klienten

Standorte unserer Leistungsangebote

13

Menschen mit Behinderung

Herausforderungen in der Behindertenhilfe mit konti nuierlichem Wandel begegnen Das Umfeld In und um die Aumühle leben erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung. Im Gegensatz zu früheren Generationen arbeiten nicht mehr alle Bewohner/-innen auch in einem unserer Arbeitsbereiche. Jüngere Menschen, die heute in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe wohnen, haben meist einen höheren Hilfebedarf als früher. Sie können deshalb oft nicht bei uns arbeiten, sondern benötigen die Betreuung in einer Tagesförderstätte, die wir noch nicht anbieten. Unsere Arbeitsangebote – sowohl die der Werkstatt als auch unsere Außenarbeitsgruppen – werden entsprechend häufiger von Menschen mit Behinderung wahrgenommen, die außerhalb der Kerneinrichtung wohnen, jedoch von der Aumühle betreut werden. Neue Mitarbeitende zu gewinnen, ist in unserem Bereich nicht einfach. Es gibt im Moment zu wenige qualifizierte Fachkräfte, die bereit sind, auch im Schicht-, Wochenend- und Feiertagsdienst zu arbeiten. Trotzdem halten wir an unseren hohen Ansprüchen für die fachliche und persönliche Eignung fest. Im Gegenzug haben wir Arbeitsplätze anzubieten, an denen eigenverantwortliches Arbeiten und berufliches Fortkommen möglich sind. Die Gewinnung geeigneter Mitarbeitenden braucht längeren Atem – dann sind wir erfolgreich.

Das bieten wir an In unserem Wohnverbund leben insgesamt circa 170 Menschen. Insbesondere das selbstständige, Ambulant Betreute Wohnen in Darmstadt, Wixhausen, Kranichstein, Arheilgen und Langen ist sehr begehrt – die Menschen wachsen daran und wir unterstützen diesen Wunsch nach Selbstständigkeit. Unsere Arbeitsangebote weiten wir in kleinen, aber erfolgreichen Schritten innerhalb und außerhalb der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) Aumühle kontinuierlich aus. Im Werkstattbereich bieten wir unseren

14

Beschäftigten in einer Gärtnerei, einer Wäscherei und mit verschiedenen industrienahen Dienstleistungen sowie in unseren Außenarbeitsgruppen insgesamt knapp 180 Arbeitsplätze an. Ob im Arbeitsleben, bei der Wohnungssuche auf dem freien Wohnungsmarkt oder im Urlaub: „Aumühler“ sind gern gesehen – darauf sind wir stolz. Unsere Klienten/-innen verfügen über alle sozialen und kulturellen Kompetenzen, die es für ein angenehmes Miteinander und ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben in unserer Gesellschaft braucht. Unsere Einrichtung hat eine gute Größe: familiär genug, um sich zu kennen und ein reges Miteinander zu pflegen, und groß genug, um von vielfältigen Freizeitund Bildungsangeboten profitieren zu können. Bei uns ist immer etwas los – das schätzen nicht nur die Menschen, die in der Aumühle leben, sondern auch Externe sehr.

Das haben wir erreicht Insgesamt drei Schul- und Kindergarten-Mensen in Neu-Isenburg und Gravenbruch werden durch Beschäftigte der WfbM Aumühle betrieben. Seit das Projekt „Schulkantine 2013“ in der Gartenvilla gestartet wurde, kamen noch das Kinderzentrum und das Familienzentrum hinzu. Die Beschäftigten können hier mit ihren sozialen Kompetenzen punkten. Geduldig und freundlich bewirten zwölf Beschäftigte der Aumühle täglich immerhin rund 460 Kinder. Seit Jahren richtet die Aumühle im Wechsel der Jahreszeiten Veranstaltungen und Feste aus, die immer gut besucht und in Wixhausen sehr beliebt sind: Blumenbasar, Frühlings- und Kreativmarkt oder auch der Wixhäuser Weihnachtsmarkt, der auf unserem Gelände stattfindet. Im Frühjahr 2015 haben wir zusätzlich das kunstWERK in Wixhausen eröffnet: eine Mischung aus Atelier und Galerie, vor allem aber ein offener Künstlertreff und ein integratives, kreatives Angebot

Menschen mit Behinderung

Leben und feiern

Projekt Instandsetzung der

„Aumühler“ leben zusammen, sie arbeiten und lachen zusammen. Und oft genug passiert das gleichzeitig. Wie hier: Die Aumühle hat den in die Jahre gekommenen Grillplatz in Wixhausen gepachtet und will ihn wiederbeleben. Gemeinsam haben Beschäftigte aus der Gärtnerei gerade erfolgreich das Gelände von Ästen, Unkraut und meterdicken Brombeerhecken befreit. Ein guter Grund, stolz zu sein! Jetzt kommt Vorfreude auf: so viel Platz für gemeinsames Feiern! Es fehlen noch die selbst gebauten Tische und Bänke, und dann heißt es: „Angrillen!“. Freuen dürfen sich darüber auch die Wixhäuser: Es gibt im Ort wieder einen schönen Grillplatz mit Grillhütte im Grünen.

Grillhütte in der Aumühle, Darmstadt-Wixhausen

15

Menschen mit Behinderung

Unsere Gärtnerei hat 2015 zum ersten Mal Weihnachtsbäume verkauft, und das sehr erfolgreich. Unsere Mitarbeitenden konnten zeigen, was wir „Aumühler“ unter gutem Service verstehen – die Kunden hat’s gefreut. Im September 2015 haben wir ein neues, höheres Gewächshaus in Betrieb genommen, in dem besonders große Pflanzen unserer Kunden/-innen überwintern können. Die meisten davon haben vor zig Jahren als kleine Pflänzchen bei uns angefangen und jeden Winter die liebevolle Pflege unserer Gärtnerei genossen. Mit den Pflanzen ist auch die Kundenbindung gewachsen. Das neue Gewächshaus ist ein gutes Symbol für die Kraft von Kontinuität und Weiterentwicklung. Unser „Urlaubskatalog“ 2015 – ein Heft mit verschiedenen mehrtägigen, begleiteten Urlaubsfahrten – kommt nun im neuen Look mit Bildern und leichter Sprache verständlich daher. Wir stärken damit, ebenso wie mit dem Katalog für unsere arbeitsbegleitenden Angebote, das Wunsch- und Wahlrecht unserer Klienten/-innen bei Bildung und Teilhabe.

Ganz oben: Das neue, über vier Meter hohe Gewächshaus bietet Kundinnen und Kunden Überwinterungsplätze für ihre Kübelpflanzen an. Oben: Die Vernissage zum Heimspiel 1.0 des kunstWERK war gut besucht.

für alle Interessierten. Im kunstWERK finden regelmäßig Kunstkurse statt, die von Menschen mit und ohne Behinderung besucht werden: Künstler/-innen aus der Region vermitteln Techniken und Freude am Kreativsein. Die erste Ausstellung fand im November 2015 statt. „Go for Gold“ hieß es für die Fußballmannschaft der Aumühle, als sie bei den 1. Landesspielen von Special Olympics Hessen in Marburg antrat. Vom feierlichen Einzug ins Stadion bis zur Übernachtung in der Sporthalle war dieses Turnier für unsere Fußballer ein großartiges Erlebnis. Am Ende stand – wir haben uns riesig gefreut – tatsächlich Gold für die Aumühlen-Fußballer. Dies ist besonders dem langjährigen „Erfolgstrainer“ und Wixhäuser Rainer Lutz zu verdanken, der „seine Jungs“ seit ganz langer Zeit wöchentlich trainiert. Unsere Wäscherei hat die Versorgung der Darmstädter Erstaufnahmeeinrichtungen für Flüchtlinge mit Bettwäsche übernommen. Wir stellen der Stadt seitdem sehr flexibel Kapazitäten zur Verfügung und haben in Spitzenzeiten schon mehr als vier Tonnen Wäsche am Tag bewältigt.

16

Das haben wir vor Im neuen großen Gewächshaus plant die Aumühle, über den Sommer, im dem das Überwinterungshaus leer steht, eine sogenannte Lehrbaustelle für den Garten- und Landschaftsbau. Die Beschäftigten des Werkstattbereichs Gärtnerei sollen hier ihre Fähigkeiten weiter erproben und vertiefen. Zusätzlich soll auch die Kooperation mit Schulen und Kindergärten ausgebaut werden. Das Gewächshaus eignet sich für Projekttage auch bei schlechtem Wetter. Ab diesem Jahr steht in Wixhausen der Grillplatz am sogenannten „Liederkranzeck“ wieder gepflegt zur Verfügung. Das ein Hektar große Gelände haben wir gepachtet. Es wurde von Beschäftigten der WfbM Aumühle saniert und kann für Feiern über die Aumühle angemietet werden. Die Bedarfe der Menschen in der Aumühle verändern sich, unter anderem durch älter werdende Bewohner/ -innen. Wir arbeiten deshalb intensiv an einem Konzept, um unsere Angebote weiterzuentwickeln und dabei die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse nach intensiverer Unterstützung auf der einen und größerer Selbstständigkeit auf der anderen Seite zu berücksichtigen. Dazu sind wir sowohl mit dem Landeswohlfahrtsverband als auch mit einem Architekturbüro im Gespräch.

Menschen mit Behinderung

Hilfen für Menschen mit Behinderung in Zahlen 2015 Beschäftigte im Bereich Arbeiten/Werkstatt (Gärtnerei, Wäscherei, Industriedienstleistungen)

177

6 26

davon Außenarbeitsplätze

132

davon Menschen in der Berufsbildung Menschen im Stationären und Stationär Begleiteten Wohnen

13

davon in der externen Wohngruppe davon in der Tagesstruktur*

19

38

Menschen im Ambulant Betreuten Wohnen

* Angebote für Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht mehr in der Werkstatt beschäftigt sind. innerhalb der Aumühle

außerhalb der Aumühle

Standorte unserer Leistungsangebote

17

Menschen in sozialen Notlagen

Unterstützung dort, wo sie gebraucht wird Das Umfeld Im Großraum Rhein-Main sind bezahlbare Wohnungen knapp, und die Konkurrenz darum ist groß. Unsere Klienten/-innen haben bei der Wohnungssuche schlechte Chancen. Die Zahl unserer Klienten/-innen war in den letzten Jahren weitgehend konstant, wir betreuen aber zunehmend mehr psychisch kranke oder junge Menschen, darunter auch immer wieder Mütter mit Kindern. Bislang haben sich nur wenige Flüchtlinge in unseren Einrichtungen gemeldet. Wir gehen aber davon aus, dass sich das ändern wird. Erst ein anerkannter Asylantrag berechtigt zum Bezug unserer Hilfeleistungen. Das dauert in der Regel sechs bis acht Monate. Wir erwarten deshalb, dass geflüchtete Menschen, die keine andere Alternative finden, in den nächsten Monaten bei uns ankommen. Das stellt uns zusätzlich vor sprachliche und kulturelle Herausforderungen, denen wir uns engagiert stellen werden. Dabei können wir unsere Erfahrungen nutzen, die wir derzeit in unserer Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen sammeln.

Das bieten wir an Männer und Frauen in sozialen Notlagen erhalten in unseren Einrichtungen in Mainz, Gießen und Friedberg einerseits Beratung und andererseits konkrete Hilfeleistungen. Zur ersten Stabilisierung in Notlagen bieten wir an allen Standorten eine leicht erreichbare Infrastruktur an: Koch- und Waschgelegenheiten sowie die Möglichkeit, Mahlzeiten zu sich zu nehmen oder zuzubereiten. In Mainz kümmern wir uns mit Wohnheim und Herberge im Heinrich-Egli-Haus, der Psychosozialen Beratungsstelle und unserer Einrichtung für Frauen, dem Wendepunkt, um Menschen in sozialen Notlagen. Im Wendepunkt bieten wir unter anderem für Mütter mit kleinen Kindern derzeit zwei Plätze an, die Nachfrage ist aber wesentlich größer.

18

In Friedberg betreuen wir wohnungslose Menschen im Rahmen stationärer und ambulanter Angebote im Karl-Wagner-Haus, in Bad Nauheim im Tagesaufenthalt Fürstenpavillon sowie – ebenfalls ambulant und stationär – in Gießen in der Hilfeeinrichtung für Frauen Oase. Wichtige präventive Arbeit leistet unsere Beratungsstelle Wohnraumsicherung für den Wetteraukreis, die Klienten-/innen dabei unterstützt, drohenden Wohnraumverlust zu verhindern. An allen Standorten unterstützen wir Menschen, die in ihrem eigenen Wohnraum leben, aber Schwierigkeiten mit den Aufgaben des Alltags haben.

Das haben wir erreicht Das Heinrich-Egli-Haus in Mainz war und ist sehr stark ausgelastet. Viele unserer Klienten könnten zwar alleine leben, bezahlbarer Wohnraum ist jedoch schwer zu finden. Umso stärker macht sich bemerkbar, dass das Gebäude seit einiger Zeit eine Dauerbaustelle ist. Im vergangenen Jahr konnten wir den Sanitärbereich eines Flügels grundsanieren, derzeit arbeiten wir an der Elektrik und verbessern den Brandschutz. Eine junge Gruppe von Bewohnern hat sich zu einer festen Fußballmannschaft zusammengetan und in diesem Jahr an den Straßenfußballmeisterschaften in Herzogsägmühle in Bayern teilgenommen. Das Projekt schweißt zusammen und spornt an, da es an den Ressourcen der Menschen ansetzt. Die nächsten Meisterschaften stehen schon auf der Agenda. Gartenmöbel aus Paletten und eine Kräuterspirale – das war das tolle Ergebnis eines sehr aktiven Tages in unserer Psychosozialen Beratungsstelle in Mainz. Im Rahmen der Initiative „MUMM! Mainzer Unternehmen machen mit!“ legten Mitarbeiter der KPMG Hand an. Unterstützung bekamen sie von einem Gärtner der Aumühle, unserem Hausmeister und – selbstverständlich – von den Klienten/-innen, denen die Wertschät-

Menschen in sozialen Notlagen

Dabei sein und anfeuern

Stadionbesuch mit Klientinnen

Die Welt kann rau sein. Unsere Einrichtungen für Frauen und Männer in Wohnungsnot sind Brückenbauer in ein selbstbestimmtes Leben in der Gesellschaft. Glücklicherweise gibt es nach wie vor viele Menschen, die uns dabei unterstützen und unseren Klienten/innen signalisieren: Ihr gehört zu uns. So hatte Lotto RheinlandPfalz beispielsweise Klienten/-innen, Mitarbeitende und ehrenamtlich Engagierte des Tagesaufenthalts zum Bundesligaspiel Mainz 05 gegen Bayer Leverkusen in die VIP-Lounge eingeladen. Ein unglaubliches Erlebnis – gemeinsam essen und trinken und vor allem natürlich mitfiebern, anfeuern, singen, rufen, applaudieren und lachen. Danke!

und Klienten der Evangelischen Wohnungslosenhilfe Mainz

19

Menschen in sozialen Notlagen

zung durch das Projekt und das selbstverständliche Miteinander unglaublich gut taten. „Gemeinsam gegen die Kälte“ – unter diesem Motto wurde am Nikolausabend 2015 ein Benefizkonzert veranstaltet. Cellist Thomas Beckmann engagiert sich mit einer bundesweiten Konzertreihe für wohnungslose Menschen. Eine seiner Stationen war die evangelische Altmünstergemeinde in Mainz. Die Eintrittsgelder kamen unserer Psychosozialen Beratungsstelle zugute. Empfänger/-innen von Sozialleistungen hatten freien Eintritt, weshalb auch einige Klienten/-innen von uns dabei waren und die Musik sehr genossen.

Am Freiwilligentag „Make a Difference Day“ der KPMG entstanden im Tagesaufenthalt in Mainz

dem das gemeinsame praktische Arbeiten in unserer Holzwerkstatt, das gegenseitige Verständnis und somit die Förderung sozialer Kompetenz im Mittelpunkt stehen. Die Holzwerkstatt wird seit Anfang 2016 von einem unserer pensionierten Mitarbeiter fest betreut. Wir freuen uns, dass wir jetzt fünf bis sechs Klienten regelmäßig eine Arbeitsstruktur anbieten können. Mehr Selbstständigkeit beim Wäsche waschen: Mit drei Waschmaschinen und drei Trocknern haben wir im Karl-Wagner-Haus das Wäschereinigungssystem individualisiert. Das Projekt läuft noch besser als erwartet – es besteht ein großer Wunsch nach Selbstständigkeit. Das gilt prinzipiell auch für unsere Küche, die in ihrem Rahmen alle gesundheitlich oder religiös bedingten Besonderheiten bei den Essgewohnheiten bedient. Unsere sogenannte Verselbstständigungsgruppe im Haus hat allerdings nur begrenzte Plätze. Flexiblere Möglichkeiten zur Kombination von Selbstund Gemeinschaftsversorgung für alle wären wünschenswert, weshalb wir derzeit klären, wie wir das in unseren Räumlichkeiten realisieren können. Große Begeisterung löste eine Spende des Mittelhessischen Druck- und Verlagshauses GmbH & Co. KG aus: Unsere Klienten bekamen Tickets für eine Vorstellung des Zirkusvarietés Flic-Flac und haben diesen besonderen Abend sehr genossen.

Palettenmöbel und eine Kräuterspirale.

Das Projekt „Stromsparfonds“, bei dem in bedürftigen Haushalten Stromfresser gegen energieeffiziente Geräte getauscht werden, läuft sozusagen mit voller Energie. Durch eine Spende der Mainzer Stiftung für Klimaschutz und Energieeffizienz konnten bereits sieben alte Kühlschränke ausgetauscht werden. Es entsteht eine echte „Win-win-Situation“: kleinere Stromrechnung für unsere Klienten/-innen plus Klimaschutz für alle. Für unsere Arbeit im Wendepunkt können wir erfreulicherweise immer wieder Förderer gewinnen. Mit Hilfe der Soroptimistinnen, der GE-Bank und Organtec & Friends e.V. beispielsweise haben wir 2015 Herd und Waschmaschine ersetzen können und in einer „Mosaik-Aktion“ die Terrasse verschönert. Sie ist jetzt ein einladender Ort für die warme Jahreszeit, den auch die Kinder, die fest oder zu Besuch bei uns sind, zum Spielen nutzen können. Im Karl-Wagner-Haus haben wir unsere Kooperation mit der beruflichen Johann-Philipp-Reis-Schule auch in diesem Jahr wieder fortgesetzt. „Brücken bauen – von- und miteinander lernen“ heißt das Projekt, in

20

Das haben wir vor Im Wendepunkt in Mainz feiern wir in diesem Jahr unser 25-jähriges Bestehen. Wir werden bei den Feierlichkeiten auch viele unserer Upcycling-Handarbeiten, die wir teils in Zusammenarbeit mit hANDCRAFT e. V. fertigen, zum Verkauf anbieten. Für die Oase in Gießen, unserer Einrichtung für Frauen, stehen Veränderungen an: Wir suchen eine neue Liegenschaft. Zimmer, Sanitärbereiche und Büros im alten Haus sind viel zu klein; die Auslastung ist aber konstant hoch. Außerdem würden wir gerne neue Angebote machen, zum Beispiel für Mütter mit kleinen Kindern. Das Projekt „Hunde(T)raum“ der Psychosozialen Beratungsstelle in Mainz geht 2016 in die konkrete Umsetzung. Im Hunde(T)raum wollen wir Hundebesitzerinnen und -besitzern die Betreuung ihres Hundes durch Klientinnen und Klienten anbieten. Einige von ihnen bringen viel Erfahrung und Feingefühl im Umgang mit Hunden mit. Davon können Hundebesitzerinnen und -besitzer profitieren, die ihr Tier zeitweise unterbringen müssen.

Menschen in sozialen Notlagen

Hilfen für Menschen in sozialen Notlagen in Zahlen 2015

3.150 Ambulant betreute Menschen (Straßensozialarbeit, Beratung, Tagesaufenthalt, Psychosoziale Hilfen) davon Frauen

720

438

130

Menschen in der Herberge davon Frauen Menschen im Betreuten Wohnen davon Frauen Menschen im Wohnheim davon Frauen

stationäre Angebote

183

87

43

50 (+ 2 Kinder)

ambulante Angebote

Standorte unserer Leistungsangebote

21

Kinder und Jugendliche

Hilfen für Kinder und Jugendliche – ganz gleich, woher sie kommen Das Umfeld Die Zahl an Flüchtlingen, die in Deutschland Asyl suchen, hat 2015 stark zugenommen, und der Zugang wird, nach einem vorübergehenden Rückgang, wahrscheinlich weiter anhalten. Wir haben vor diesem Hintergrund unsere Angebote für Kinder und Jugendliche ausgebaut. Im Landkreis Offenbach, in Darmstadt und im Wetteraukreis haben wir neue Angebote für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge aufgebaut. Darüber hinaus betreuen wir noch einzelne jugendliche Flüchtlinge in regulären Wohngruppen. Der plötzliche Anstieg der Betreuungszahlen stellte uns – wie alle Beteiligten – vor die Herausforderung, schnelle Lösungen zu finden und dabei weiterhin unserem professionellen Anspruch gerecht zu werden: Wir möchten uns jedem einzelnen Kind und Jugendlichen in unserer Obhut angemessen widmen. Bei aller Herausforderung: Es war eine schöne und ermutigende Erfahrung, wie groß die Bereitschaft und Leidenschaft der Mitarbeitenden war, ohne Vorlaufzeit in allen Fällen gute Lösungen auf die Beine zu stellen. Auch wenn das Thema Flüchtlinge 2015 die öffentliche und manchmal auch die interne Diskussion dominierte: Der Großteil unserer Aufmerksamkeit richtet sich weiterhin auf den Alltag in unseren Einrichtungen. Unsere „Zielgruppe“ sind schutzbedürftige Kinder- und Jugendliche – ganz gleich, woher sie kommen.

Das bieten wir an Im Wetteraukreis bieten wir die ganze Bandbreite unserer Leistungen an: von ambulanten Angeboten wie Sozialpädagogischer Familienhilfe und Betreutem Wohnen bis zu den stationären Angeboten Inobhutnahme, Tagesgruppe und Heimerziehung. In Friedberg haben wir noch eine Klasse zur Erziehungshilfe mit neun Plätzen; wir betreiben hier außerdem Wohngemeinschaften zur Verselbstständigung.

22

Im Landkreis Offenbach sind wir nun vor allem mit Betreutem Wohnen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aktiv. Außerdem haben wir in begrenztem Umfang Sozialpädagogische Familienhilfe angeboten. Eine neue Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge haben wir in Darmstadt 2016 eröffnet und unterstützen sie dort mit einem größeren stationären Angebot.

Das haben wir erreicht Stationäre Heimerziehung und Inobhutnahme waren im vergangenen Jahr gut ausgelastet. In der Inobhutnahme fanden im vergangenen Jahr 90 Mädchen und Jungen Schutz. Unsere Tagesgruppen sind weitgehend stabil geblieben. Die Sozialpädagogische Familienhilfe entwickelt sich jedoch rückläufig, erschwerend kommt hinzu, dass qualifiziertes Personal nicht refinanziert wird. Im Osten des Wetteraukreises, in Gedern, eröffnen wir im Frühsommer 2016 eine weitere Inobhutnahmegruppe mit sieben Plätzen. Wir haben dazu – was nicht einfach war – eine Liegenschaft erworben, die wir umgebaut und renoviert haben. Wir versorgen mit diesem Angebot auch eine Region, die dieses bis dahin nicht hatte. Die meisten der von uns betreuten Jugendlichen haben schwierige Biographien – das ist bei den hier beheimateten Mädchen und Jungen nicht anders als bei minderjährigen Flüchtlingen. Dennoch bringen junge Menschen, die Krieg oder Vertreibung und eine manchmal jahrelange Flucht hinter sich haben, andere Probleme mit als Jugendliche in Deutschland. Sie sind oft traumatisiert und mit Sorgen um ihre Familien belastet. Und sie kommen mit hohen Erwartungen, die sich nicht immer erfüllen lassen. Auch die kulturellen Unterschiede sind herausfordernd. Es sind aber auch viele Jugendliche dabei, die lernhungrig sind und schnell eine Perspektive entwickeln. Viele Aufgaben, die diese jungen Menschen an uns stellen, sind neu.

Kinder und Jugendliche

Normalität und Alltag

Unbegleitete minderjährige

Arbeiten mit jugendlichen Flüchtlingen, die ohne Eltern nach Deutschland gekommen sind, das bedeutet ganz viel Alltag begleiten: zur Schule, zum Sprachkurs gehen, Lebensmittel einkaufen, Geschirr spülen, Sport treiben, miteinander reden. Für uns ganz normal. Für einen geflüchteten Jugendlichen weniger. Das Erlebte ist oft unaussprechlich und kann auch nicht einfach „weggelacht“ werden. Und dennoch: Unbeschwertheit, Blödeln und Lachen haben ihren Platz in unseren Einrichtungen für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge. Denn das bedeutet auch ankommen, das Gute annehmen, Hoffnung schöpfen und – einen selbstvergessenen Moment lang – Teenager sein zu dürfen.

Flüchtlinge in einer betreuten Wohnung, Kreis Offenbach

23

Kinder und Jugendliche

95 Mädchen und Jungen wurden im letzten Jahr stationär von uns betreut.

Unsere Mitarbeitenden meistern sie dennoch ausgezeichnet – zum Teil mit großem persönlichen Einsatz. Wir haben in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Jugendämtern unter anderem in Butzbach, Darmstadt, Friedberg, Gedern und im Kreis Offenbach für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge neue Angebote konzipiert, Unterkünfte geschaffen und alles so eingerichtet, dass sich die Jugendlichen gut versorgt und aufgehoben fühlen. Wir haben dazu in kurzer Zeit das Jugendhilfeteam Südhessen mit eigener Einrichtungsleitung aufgebaut, sodass nun auch Jugendliche in dieser Region durch uns betreut werden können. Wir freuen uns, dass wir dafür viele neue Fachkräfte gewinnen konnten, die neben großem Elan vor allem auch Erfahrungen mitbringen. In Darmstadt starteten wir im März 2016 mit zwei Gruppen minderjähriger Flüchtlinge in unserem ehemaligen Wilhelm-Röhricht-Haus. Das Haus wurde 2015 an die Stadt Darmstadt verkauft; wir betreuen in einem Teil des Gebäudes im Auftrag des Jugendamts jugendliche Flüchtlinge in unterschiedlichen Betreuungssettings.

24

Das haben wir vor Durch den Abbau von Plätzen in den Schulen für Erziehungshilfe im Wetteraukreis in den letzten Jahren sind wir am Standort Kinder- und Jugendhilfezentrum Waldfrieden in Butzbach personell geschrumpft. Das wirkt sich auf unsere Angebotspalette – zum Beispiel im Freizeitbereich – nachteilig aus. Wir denken jetzt darüber nach, das Gebäude allmählich in ein Kompetenzzentrum zur Förderung von Kindern und Jugendlichen zu wandeln bei gleichzeitigem Ausbau dezentraler Angebote. Eine konzeptionelle Schärfung steht daher an. Dabei behalten wir auch die Option privater Schulangebote im Auge. Unsere Ideen haben wir zusammengetragen und uns bereits erste fachliche Beratungen für bauliche Umgestaltungen geholt. Im Kreis Offenbach wollen wir neben dem Angebot des Betreuten Wohnens auch stationäre Angebote aufbauen. Dazu sind wir mit dem Jugendamt im Gespräch. Auch in Darmstadt und Umgebung wollen wir neben den neuen Wohngruppen weitere ambulante und stationäre Angebote aufbauen.

Kinder und Jugendliche

Hilfen für Kinder und Jugendliche in Zahlen 2015 Schülerinnen und Schüler in der Schule für Erziehungshilfe

55

24

Familien in der Sozialpädagogischen Familienhilfe Jugendliche im Betreuten Wohnen

davon Flüchtlinge

Kinder in der Tagesgruppe

36

14

Jugendliche in Verselbstständigungsgruppen

davon Flüchtlinge

Kinder und Jugendliche in der Inobhutnahme

19

14 90

Stationär betreute Kinder und Jugendliche/ Heimerziehung/Notunterbringung

(teil-)stationäre Angebote

7

davon Flüchtlinge

ambulante Angebote

95

54

Standorte unserer Leistungsangebote

25

Akademie für Pflege- und Sozialberufe

Mission Leben eröffnet Akademie für Pflege- und Sozialberufe

Das Umfeld Nachwuchs für die Altenpflege wird dringend gesucht, das Berufsimage ist aber nach wie vor schwierig. Die Anforderungen sind beachtlich und fordern viele Teilnehmer/-innen sehr. Ausbildung ist heute nicht nur auf das Fachliche gerichtet. Sie muss sich auch auf den Ausbau der Allgemeinbildung und der sozialen Kompetenzen konzentrieren, eine große Herausforderung – auch für unsere Fachlehrer/-innen. Ein wichtiges Thema wird in den kommenden Monaten die generalistische Pflegeausbildung sein, die voraussichtlich ab 2018 in Deutschland eingeführt wird. Ein neuer, gemeinsamer Pflegefachberuf mit Schwerpunktbildung macht diesen Beruf attraktiver und international anschlussfähig. Als Schulträger kommt damit insbesondere eine veränderte Form der Zusammenarbeit mit den Ausbildungsbetrieben auf uns zu.

Das bieten wir an Die Akademie von Mission Leben bildet Fach- und Hilfskräfte für die Altenpflege und Fachkräfte für die Heilerziehungspflege aus. Neben den Ausbildungsgängen machen wir ein breites Angebot an Fortbildungen und staatlich anerkannten Weiterbildungen. Sie werden von Mission Leben selbst, aber auch von anderen Trägern wahrgenommen.

Das haben wir erreicht Wir sind die Drehscheibe für berufliche Bildung bei der Mission Leben. Seit Mai 2016 haben wir alle unsere Bildungsangebote unter dem neuen Namen

26

„Akademie für Pflege- und Sozialberufe“ zusammengeführt. Die Altenpflegeschulen sowie die Fachschule für Heilerziehungspflege bleiben unter diesem neuen „Dach“ bestehen. Wir sorgen damit intern und extern für eine bessere und eindeutige Wahrnehmung. Parallel zur Namensänderung haben wir den Darmstädter Standort der Akademie verlegt: Sie befindet sich nun in einer größeren Liegenschaft. Dort haben wir auch die Klassen unserer Altenpflegeschule Groß-Gerau integriert. An unserem neuen Standort haben wir die Präsentationstechnik in den Klassenräumen erneuert und die Software besser an die Bedarfe einer modernen Pädagogik angepasst. In Wiesbaden haben wir unseren Standort 2015 erweitert, da die Zahl unserer Schülerinnen und Schüler stark gestiegen ist. Außerdem bieten wir seit dem zweiten Halbjahr des Berichtsjahres neue Ausbildungsformate für die Altenpflege an wie eine „TurboAusbildung“ und eine Ausbildung im 1:1-Modell, die für eine besondere Anerkennung von Eingangskompetenzen und Ausbildungszeiten für zuvor im Ausbildungsfeld Berufstätige sorgt. Alle Modelle werden sehr gut nachgefragt, und die guten Abschlussergebnisse der ersten Kurse bestätigen diesem neuen Weg. Erneut gab es eine Lernwerkstatt für Hauptschülerinnen und -schüler, die sich mit dem Beruf des Altenpflegers vertraut machen möchten. Zur Freude von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften haben wir jetzt kostenloses WLAN im Haus. Damit alle von der verbesserten technischen Ausstattung an beiden Standorten profitieren, haben unsere Lehrkräfte 2015 eine Anwenderschulung absolviert. Auch das E-Learning wird in der Lehre zukünftig eine größere Rolle spielen; eine erste Schulung fand zum Ende des Berichtsjahres statt.

Akademie für Pflege- und Sozialberufe

Miteinander lernen und lachen

Unterrichtspause in der

„Wir haben gerade Pause und sind ziemlich gut drauf. Nicht, weil der Unterricht hier so schrecklich ist, sondern weil wir eine richtig gute Truppe sind. Das gilt eigentlich für alle Klassen, wir sind da keine Musterschülerinnen und -schüler. Das liegt sicherlich daran, dass die Klassen klein sind, die Lernatmosphäre super ist und die Schulen ein gutes Händchen bei der Auswahl der Schülerinnen und Schüler haben. Hier entstehen viele Freundschaften, die auch nach unserer Ausbildungszeit anhalten. Das erzählen uns zumindest alle Lehrkräfte. Die können übrigens auch gut miteinander, wollten sich dabei aber nicht fotografieren lassen. Wir schon.“

Fachschule für Heilerziehungspflege, Darmstadt

27

Akademie für Pflege- und Sozialberufe

Das haben wir vor

81 Prozent der Teilnehmenden in der beruflichen Ausund Weiterbildung würden wieder ein Bildungsangebot bei Mission Leben wählen – so das erfreuliche Ergebnis einer von uns durchgeführten Onlinebefragung. 565 Personen wurden befragt, die Rücklaufquote war mit 46 Prozent sehr gut. Besonders gelobt: die Möglichkeit zur persönlichen Weiterentwicklung. Das freut uns, weil es genau der Zielsetzung unserer Arbeit entspricht.

Sukzessive werden wir in das E-Learning einsteigen, das die Möglichkeiten sowohl in der Ausbildung als auch in der Weiterbildung erweitert. Außerdem nehmen wir am Projekt „Integriertes Fach- und Sprachlernen in beruflicher (Anpassungs-)Qualifizierung von Pflegefachkräften“ der Universität ErlangenNürnberg teil, eine Weiterbildung für Lehrende im Rahmen des Förderprogramms des Bundes „Integration durch Qualifizierung (IQ)“.

Wiederholt konnten wir zum Schuljahr 2015/16 in der Fachschule für Heilerziehungspflege in Darmstadt mit zwei Klassen starten. Die dadurch erforderliche Aufstockung der Lehrkräfte kommt der Qualität und der Vielfalt des Angebots zugute: So haben wir die Projektwoche 2015 mit diesmal 65 Teilnehmenden auf mehrere Themen wie Theater, Biografie-Arbeit, Sozialraumorientierung und Inklusion ausgeweitet.

„Altenpflegeausbildung im Ambulanten Setting“ geht in die zweite Phase, die bis 2018 dauert: Unter der Leitung der Akademie der Mission Leben erarbeitet das Projektteam aus verschiedenen ambulanten Diensten, wie der Lernort „Ambulanter Pflegedienst“ optimal gestaltet ist, und setzt spezifische Ausbildungsaufgaben und -methoden um.

Rund 50 Seminare und Kurse in den Bereichen Altenpflege und Heilerziehungspflege: Das Bildungsprogramm 2016 der Akademie ist umfassend und am Bedarf der Praxis ausgerichtet. Neu ist zum Beispiel das Thema Gewaltprävention. Insgesamt aber zeigen die Fort- und Weiterbildungsangebote Kontinuität. Besonders stark nachgefragt wurde 2015 der Kompetenzerwerb zur Verbesserung von Kommunikation und Kon-

Sie haben 2015 ihre Ausbildung zur Altenpflegehilfe erfolgreich gemeistert: Die Absolventinnen und Absolventen einer unserer Wiesbadener Klassen.

28

fliktbewältigung – Themen also, die übergreifend in vielen Arbeitssituationen wirken.

In unseren Altenpflegeschulen lernten 2015 insgesamt 375 Frauen und Männer, in der Fachschule für Heilerziehungspflege waren es 125. Fort- und Weiterbildungsangebote wurden im letzten Jahr von 500 Menschen wahrgenommen. Stark nachgefragt waren vor allem unsere Inhouse-Fortbildungen. Das große Interesse an unseren Angeboten führen wir auf unser öffentliches Engagement und die Teilnahme an Förderprogrammen der Arbeitsagentur zurück, aber auch auf die Qualität unserer Veranstaltungen: Viele neue Kunden/-innen kommen aufgrund von persönlichen Empfehlungen.

Ambulante Pflege stellt andere Ansprüche als stationäre, das muss sich in der Ausbildung spiegeln. Wie sie aussehen muss, haben wir 2015 in einem Projekt mit acht Diakoniestationen erarbeitet. Im ersten Teil wurden das Kompetenzprofil „Ambulante Pflege“ und notwendige Ausbildungsstrukturen erarbeitet.

Wir wollen unsere Bildungsangebote kontinuierlich verbessern. Dazu erarbeiten wir 2016 messbare Indikatoren für die Qualität unserer Lehre. Dabei kommt es uns vor allem darauf an, dass Anregungen und Rückmeldungen direkt in den Verbesserungsprozess einfließen können. Denn nur dann nutzen sie den Teilnehmenden und der Lehre. Das Projekt soll im zweiten Quartal 2017 abgeschlossen sein.

Akademie für Pflege- und Sozialberufe

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Aus- und Weiterbildungen 2015 Qualifizierung: Betreuungskräfte

375

Ausbildung: Altenpflege

davon Fachkräfte



davon Altenpflegehelferinnen und -helfer

125

Ausbildung: Heilerziehungspflege Seminare

70

500

davon Inhouse-Seminare

80

295

Weiterbildung für (angehende) Leitungskräfte

40

370 Standorte unserer Leistungsangebote

29

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Innovative Wege zu guter Arbeit Das Umfeld Wir sind in unserer Region ein großer Arbeitgeber für soziale Berufe. Rund 1.800 Menschen arbeiten bei Mission Leben, 70 erwerben bei uns ihre Berufsausbildung. Die meisten Mitarbeitenden beschäftigen wir im Geschäftsfeld der Altenhilfe. Fachkräfte sind in unserer Branche dringend gesucht. Dem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zu begegnen, ist deshalb das wichtigste Anliegen unserer Personalpolitik. Dabei setzen wir auf einen Mix an Maßnahmen: Wir möchten Mitarbeitende gewinnen und mit verschiedenen Maßnahmen an unser Unternehmen binden. Wir versuchen noch mehr junge Menschen auszubilden und erfolgreich in ihr Berufsleben zu begleiten. Und wir achten auf eine adäquate Selbstdarstellung, die uns als attraktiven und innovativen Arbeitgeber im Markt positioniert. Dafür sind wir regelmäßig auf Berufsmessen präsent und pflegen intensiv unsere Zusammenarbeit mit den Jobcentern.

Das haben wir erreicht Seit wir im Jahr 2014 am Audit der Stiftung berufundfamilie teilgenommen haben, wurden unter diesem Dach etliche Projekte bei Mission Leben angestoßen. Eines der zentralen Themen ist die „Erhöhung der Dienstplansicherheit in der Altenhilfe“, die für unsere Mitarbeitenden eine wichtige Rolle bei der Gestaltung ihres Familien- und Freizeitlebens spielt. Dazu haben wir intern Best-Practice-Beispiele gesammelt und ausgewertet und setzen derzeit ein Pilotprojekt auf. Wir verwerten hier auch die Erfahrungen aus dem Altenpflegeheim An den Platanen, wo wir in einem einjährigen Modellversuch ein Jahresarbeitszeitkonto für die Mitarbeitenden eingeführt haben. Die Resonanz war positiv, weil sich die Flexibilität für die Mitarbeitenden ohne Mehrbelastung der Kolleginnen und Kollegen spürbar erhöht hat. Weitere kleinere Themen im Rahmen von berufundfamilie waren die Teilnahme an einer Corporate-Benefits-Plattform und unsere Notfallmappe für Mitarbeitende.

30

Im Rahmen unseres Familienbudgets wurden im Jahr 2015 insgesamt 94.000 Euro an 256 Antragsteller ausgeschüttet. Wir mildern damit finanzielle Belastungen, wenn Mitarbeitende familiär, zum Beispiel durch die Pflege von Angehörigen, besonders gefordert sind. Beim Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) sind alle Pilotprojekte abgeschlossen, und wir starteten 2016 mit dem Echtbetrieb. Wir freuen uns, dass wir hier mit allen Beteiligten ein Konzept gefunden haben, das jeden BEM-Fall individuell betrachtet und passende Maßnahmen einleitet. In Zusammenarbeit mit dem Bereich Altenhilfe haben wir 2015 ein Ausbildungskonzept entwickelt, das die Praxisausbildung strukturiert. Bislang war die Ausbildung den einzelnen Einrichtungen überlassen und daher uneinheitlich organisiert. Das soll sich ab 2016 ändern. Ziel ist es, den Praxisanleitern die Arbeit zu erleichtern, optimale Lernbedingungen für Azubis bei ihren Praxiseinsätzen zu schaffen und eine einheitliche Ausbildungsqualität in allen unseren Einrichtungen zu sichern. Im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe sind wir durch die Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge in kurzer Zeit sehr schnell gewachsen. Wir hatten hier erfreulicherweise keine Probleme, Fachkräfte zu finden. Allein in Darmstadt konnten wir 20 neue Mitarbeitende begrüßen. Zu Jahresbeginn 2016 wurde in unserem Unternehmen der sogenannte Wertekodex eingeführt. Uns sind Mitarbeitende, die unsere Werte teilen und unsere christliche Identität respektieren, sehr willkommen. Sie können und sollen am diakonischen Auftrag mitarbeiten, unbeschadet ihrer eigenen Religions- oder Kirchenzugehörigkeit. Diese Werteorientierung wird mit allen neuen Mitarbeitenden ausführlich besprochen und mit Unterschrift bestätigt. Wir werden damit unserem diakonischen Auftrag in einer pluralistischen Gesellschaft besser gerecht.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Kontakt und Wertschätzung

Willkommenstag 2016

Über 40 Einrichtungen in 19 Städten und Gemeinden hat Mission Leben, die meisten davon sind 24-Stunden-Betriebe: Da ist es gar nicht so leicht, zusammenzukommen, sich auszutauschen und als Einheit zu begreifen. Mission Leben hat deshalb im Jahr zwei Veranstaltungen ins Leben gerufen, wo sich Geschäftsführung und Mitarbeitende treffen können: den Dialog mit der Geschäftsführung in allen Einrichtungen, zu dem alle Mitarbeitenden des jeweiligen Hauses eingeladen sind, und den Willkommenstag für neue Mitarbeitende. Dabei lernen die neuen Kolleginnen und Kollegen die Geschäftsführung kennen, informieren sich über die verschiedenen Tätigkeitsfelder, die Weiterentwicklung und die Mitarbeitendenvertretung der Mission Leben. Das ist geballte Information auf einmal. Aber es ist uns wichtig – und wie man sieht, gefällt es den „Neuen“ auch.

für neue Mitarbeitende, Darmstadt

31

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Im Jahr 2015 haben wieder über 500 ehrenamtlich Engagierte den Alltag der von uns betreuten Menschen bereichert. Diese persönlichen Beziehungen bringen echte Gemeinschaft ins Leben und haben für unsere Bewohnerinnen und Bewohner einen großen Wert. Dafür bedanken wir uns herzlich.

In verschiedenen Einrichtungen werden wir 2016 Gesundheitstage für unsere Mitarbeitenden durchführen. Sie sollen zukünftig regelmäßig an allen Standorten stattfinden.

Das haben wir vor Neben der Dienstplansicherheit steht im Rahmen von berufundfamilie das wichtige Thema „Leiten und Führen“ auf dem Programm. Delegieren, Zeitmanagement und strategisches Denken sind in sämtlichen leitenden Positionen wichtige Kompetenzen. Wir wollen die Weiterbildung in diesem Bereich unterstützen und dafür die Bildungsangebote unserer Akademie stärker mit den Anforderungen aus unseren Einrichtungen verzahnen. Im vergangenen Jahr haben wir zahlreiche Projekte – berufundfamilie, BEM und Ausbildungskonzept Altenhilfe – angestoßen, deren Ziel es ist, unser Unternehmen für Mitarbeitende attraktiv zu machen und die Verbundenheit mit Mission Leben weiter zu stärken. Mit Beginn des neuen Jahres werden viele dieser Projekte sozusagen in den Realitätscheck überführt. Wir werden 2016 stark mit der Umsetzung beschäftigt sein und angestoßene Maßnahmen weiterführen und vertiefen.

Unsere Teams bewähren sich auch auf ungewohntem Terrain ... Hier der Betriebsausflug unserer Bildungseinrichtungen im Sommer 2015.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Zahlen 2015

1.782

Mitarbeitende davon Mitarbeitende in Teilzeit davon Auszubildende Ehrenamtlich Engagierte

1.092

68

563 32

Mission Leben gGmbH, Darmstadt Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2015 (Auszug) Angaben zum Geschäftsverlauf im abgelaufenen Geschäftsjahr



Das Eigenkapital zum 31. Dezember 2015 hat sich aufgrund des Jah-

resfehlbetrages von 10,1 Mio. € auf 9,8 Mio. € verringert. Die Eigenkapitalquote einschließlich der Sonderposten beträgt 57,9 % (Vorjahr: 56,9 %).

Ertragslage Das Geschäftsjahr 2015 schließt mit einem Jahresfehlbetrag von 233,5 T€



(Vorjahr: Jahresüberschuss von 194,9 T€).

zusehen.

Die Gesamtleistung (Umsatzerlöse und sonstige betriebliche Erträge) beträgt 74,0 Mio. € (Vorjahr: 72,2 Mio. €) und gliedert sich wie folgt:

Insgesamt ist die Vermögens- und Kapitalstruktur als geordnet an-

Für ungewisse Verbindlichkeiten und erkennbare Risiken wurden im

erforderlichen Umfang Rückstellungen gebildet. Die weitere Entwicklung der Finanz- und Vermögenslage wird noch als stabil eingeschätzt.

2014

2015

Mio. €

Mio. €

44,9

45,1

Mission Leben – Seniorendienste gGmbH

1,9

2,9

verbundes Mission Leben genügt aus unserer Sicht nach wie vor nicht, um

Diakonie Limburg gGmbH

5,0

5,1

eine nachhaltig stabile Unternehmensentwicklung zu gewährleisten.

Mission Leben – Im Alter gGmbH

Mission Leben – Ambulant gGmbH

Risikobericht Das im Berichtsjahr erreichte wirtschaftliche Ergebnis des Unternehmens-

0,7

0,5

13,6

14,1

Mission Leben gGmbH

8,7

9,1

Mission Leben – Lernen gGmbH

2,1

2,2

gen verhandelt werden und entsprechend hoch sind, haben beide Faktoren

DSE Dienste für soziale Einrichtungen GmbH

5,5

6,1

im Berichtsjahr nicht ausgereicht, um in allen Einrichtungen ein positives

–10,2

–11,1

Ergebnis zu erreichen. Eine weitere Steigerung der Entgeltsätze wird zwar

72,2

74,0

Mission Leben – Jugend- und Behindertenhilfe gGmbH

abzüglich Konsolidierungen Summe



Das wirtschaftliche Ergebnis des Unternehmensverbundes Mission

Leben wird wesentlich vom Geschäftsfeld Leben im Alter beeinflusst. Obwohl die Auslastung gut und die Entgeltsätze überwiegend in Einzelverhandlun-

angestrebt, ist aber voraussichtlich nicht in allen Fällen umsetzbar. Unsere Heimentgelte befinden sich bereits jetzt regelhaft im oberen Viertel im Vergleich zum jeweiligen Einzugsgebiet.



Die Personalaufwendungen betragen im Berichtsjahr 48,4 Mio. € (Vor-

jahr: 47,4 Mio. €). Die Vergütung erfolgte im Berichtsjahr nach den Arbeits-



vertragsrichtlinien der Diakonie in Hessen und Nassau (AVR.HN). Bei der

sind die im Branchenvergleich bei gleichem Personaleinsatz überdurch-

Mission Leben – Seniorendienste gGmbH richtet sich die Vergütungsstruktur

schnittlich hohen Personalkosten, die in unserem nicht marktkonformen

nach branchenüblichen Regelungen, bei der DSE Dienste für soziale Einrich-

Vergütungssystem begründet sind. Eine Änderung dieser Situation ist in-

tungen GmbH nach gewerblichen Tarifwerken. Im Jahresdurchschnitt wa-

nerhalb unseres Systems von Diakonie und Kirche anzustreben. Als ein

ren bezogen auf Vollzeitkräfte 1.196 (Vorjahr: 1.241) Mitarbeitende beschäf-

positives Signal kann das Ergebnis der Vergütungsverhandlungen für das

tigt. Darin sind 146 Führungskräfte enthalten (Vorjahr: 143).

Jahr 2015 und Folgejahre in der Diakonie des Kirchengebiets der Evangeli-

Die Hauptursache für die unbefriedigende wirtschaftliche Situation

schen Kirche in Hessen und Nassau für den Bereich der Altenhilfe gewertet

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen betragen im Berichtsjahr

werden.

13,4 Mio. € (Vorjahr 11,1 Mio. €) und enthalten im Wesentlichen Pacht-, Wartungs- und Instandhaltungsaufwendungen.



Zur raschen und aktuell notwendigen Personalkostenbegrenzung

wurde der innerhalb der AVR.HN einzig mögliche Weg der Anwendung einer Öffnungsklausel zur Reduzierung der Personalkosten bei einer Reihe

Finanz- und Vermögenslage

von Einrichtungen im Geschäftsfeld Leben im Alter angewendet (sog. Not-

Im Berichtsjahr wurden in Sachanlagen und immaterielle Vermögensge-

lagenregelung). Dies hat das Jahresergebnis im Berichtsjahr in signifikan-

genstände insgesamt 0,6 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €) investiert.

ter Höhe entlastet.





Der Bestand an liquiden Mitteln beträgt 6,8 Mio. € (Vorjahr: 7,2 Mio. €).

Vor diesem Hintergrund bleibt die Sicherung einer hohen Auslastung

Die Gesellschaften des Unternehmensverbundes der Mission Leben waren

und einer hohen Pflegekennziffer durch ein professionelles Belegungs- und

stets in der Lage, ihren Zahlungsverpflichtungen nachzukommen und wer-

Einstufungsmanagement und dessen professionelle Anwendung dauerhaft

den auch im kommenden Berichtsjahr bei gleich bleibendem Geschäftsver-

von hoher Bedeutung. Gleiches gilt für das konsequente Durchführen von

lauf allen laufenden finanziellen Verpflichtungen nachkommen können.

Entgeltsatzverhandlungen. Die Zusammenarbeit mit einem in Entgeltsatzfragen spezialisierten Beratungsunternehmen werden wir weiter fortsetzen.

33



Ein Schwerpunkt des Kostenmanagements in den Geschäftssegmen-

ten wird auch zukünftig in der flexiblen und bedarfsgerechten Steuerung

grundeliegende Risiko aufgrund struktureller Veränderungen nur noch für zurückliegende Zeiträume bestand.

des Personaleinsatzes in allen Einrichtungen bestehen. Dennoch ist abzusehen, dass die kostensenkenden Maßnahmen im Personalbereich zur Erhaltung der wirtschaftlichen Stabilität in einer Reihe von Einrichtungen

Prognosebericht

auch im Jahr 2016 und darüber hinaus fortgeführt werden müssen.

Durch die Eigenständigkeit der einzelnen Geschäftsfelder Leben im Alter und Soziale Arbeit sowie die Aktivitäten im Querschnittsbereich Berufli-



Die Situation am Arbeitsmarkt für qualifizierte Mitarbeiter hat auch

che Bildung im Konzern Mission Leben sollen vorhandene eigene Wachs-

im Laufe des Jahres 2015 weiter an Brisanz hinzugewonnen. Trotzdem

tumsmöglichkeiten – insbesondere im Bereich der Altenhilfe, der Kinder-

konnte die Fachkraftquote im Berichtsjahr gut gehalten werden.

und Jugendhilfe sowie der Behindertenhilfe – identifiziert und konsequent genutzt werden. Durch dieses angestrebte organische Wachstum sollen



Im Zusammenhang mit Verzögerungen bei der Errichtung eines

auch das derzeit vorhandene Ungleichgewicht in der wirtschaftlichen

Pflegeheims wurde im Vorjahr eine Forderung von 0,6 Mio. € seitens des

Größe und Bedeutung der einzelnen Segmente verringert und Synergien

Investors geltend gemacht, die sich auf die Behauptung gründet, die Ver-

noch besser genutzt werden.

zögerungen seien zum Teil von der Gesellschaft verursacht worden. Nach Auffassung der Geschäftsführung ist der geltend gemachte Anspruch un-



begründet und ohne jegliche Substanz. Sie stützt sich dabei auch auf

schäftsfeld Leben im Alter mit einem schwierigen Umfeld. Aufgrund bereits

Aussagen eines mit der Abwehr des Anspruchs beauftragten Anwalts. Die

erreichter Sanierungserfolge sowie der Inanspruchnahme der tariflichen

Gesellschaft macht ihrerseits eine Forderung gegen den Investor aus ei-

Öffnungsklausel (Notlagenregelung) in mehreren Einrichtungen der Alten-

ner Vertragsverletzung geltend. Derzeit finden Gespräche zur einver-

hilfe gehen wir gleichwohl von einem ausgeglichenen Jahresergebnis aus.

Für das Jahr 2016 rechnen wir – insbesondere für unser größtes Ge-

nehmlichen Regelung der Angelegenheit statt. Im Jahresabschluss 2015 wurde deshalb weder eine Rückstellung gebildet noch eine Forderung



erfasst.

dene neue Einrichtungen und Dienstleistungen fortgeführt, die unsere

Im Geschäftsfeld Leben im Alter werden die Planungen für verschie-

Marktposition sichern bzw. ausbauen werden. Dabei werden wir uns an

Im Geschäftsfeld Soziale Arbeit ist die Auslastung in den Bereichen

den zukünftigen Bedarfen an den jeweiligen Standorten orientieren, die

der Kinder- und Jugendhilfe überwiegend gut. In den meisten Bereichen

wir vor allem in quartiersbezogenen Heimen sehen sowie in weiteren, am

der Kinder- und Jugendhilfe sind die Anfragen stabil. Insbesondere im Be-

Leitbild der biografischen Begleitung orientierten Angeboten (insbeson-

reich Hilfen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge gab es hohe Be-

dere Wohnen mit Service und ambulante Pflege).

darfe. Im Kreis Offenbach wurde daher das Angebot eines Betreuten Wohnens für jugendliche Flüchtlinge neu aufgebaut, außerdem gab es über den



Winter eine Notunterbringung für diese Zielgruppe in Gedern. Mit dem

Jugendhilfe weiter stark von gesellschaftlichen Veränderungen sowie

Jugendamt Darmstadt wurde eine Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge

übergeordneten Entscheidungen in der Politik und deren Finanzierungs-

geplant und vorbereitet. Für die neue Inobhutnahme in Gedern wurde

potenzial durch die örtlichen Jugendämter in Landkreisen und Kommunen

durch die Stiftung Innere Mission Darmstadt eine Liegenschaft erworben,

ab. Durch die hohen Flüchtlingszahlen im Berichtsjahr eröffneten sich für

die derzeit umgebaut wird und nach Fertigstellung von einer Konzernge-

die Träger allerdings neue Möglichkeiten.

Im Geschäftsfeld Soziale Arbeit hängt das Angebot der Kinder- und

sellschaft angemietet wird. Der Bereich Schule für Erziehungshilfe wurde weiter abgebaut. Die stationäre Einrichtung im Kreis Offenbach sowie die



Sozialpädagogische Familienhilfe in Gießen sind weiter in Planung, konn-

darf nach Hilfen zur Erziehung. Eine Ausweitung des Dienstleistungsange-

ten aber im Berichtsjahr noch nicht aufgebaut werden.

bots im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe unter dem Fokus der Dezen-

Den Anfragen nach zu schließen, gibt es weiterhin einen hohen Be-

tralisierung wird weiter verfolgt. Insbesondere geht es hierbei um die

Im Bereich Behindertenhilfe ist die Auslastung gleichbleibend hoch.

auszuweitenden ambulanten und neu aufzubauenden stationären Ange-

Das Angebot des ambulant betreuten Wohnens wurde auch im Berichts-

bote im Kreis Offenbach, für die derzeit die Liegenschaftssuche läuft, sowie

jahr weiter ausgebaut. Aufgrund einer kontinuierlich guten Nachfrage

in Gedern, im Kreis Gießen sowie in Darmstadt und Umgebung. Der Be-

wurden weitere Wohnungen für betreutes Wohnen angemietet. Der Be-

reich Schule für Erziehungshilfe wird sukzessive aufgelöst, da Kommunen,

rufsbildungsbereich wird weiterhin stark nachgefragt, somit ist die Bele-

Schulbehörden und das Land Hessen aufgrund der grundsätzlichen Bestre-

gung weiterhin konstant hoch. Das Reaudit zur AZAV wurde mit Erfolg

bungen nach Inklusion diese Schulform aufgeben möchten. Die Auswir-

abgeschlossen. Die Industriedienstleistungen einschließlich Aktenver-

kungen für Kinder und Jugendliche in Bezug auf eine adäquate Beschulung

nichtung konnten im Berichtsjahr weiter ausgebaut werden. Die Wäscherei

wird mit Skepsis beobachtet.

hat sich insbesondere im Bereich der Wäscheversorgung der Flüchtlingsunterkünfte in Darmstadt und Umgebung einen Namen gemacht. Auf-



grund der hohen Nachfrage zur Überwinterung von großen Pflanzen,

gibt es Anfragen von Menschen mit zusätzlichen, erworbenen hirnorgani-

wurde ein weiteres, größeres Gewächshaus gebaut. Im Zuge von Angebo-

schen Schädigungen sowie von älteren Menschen mit einer geistigen Be-

ten im Rahmen der Inklusion wurde das kunstWERK – Galerie und Atelier

hinderung und Pflegebedarf, für die tagesstrukturierende Maßnahmen

der Aumühle – aufgebaut.

vorgehalten werden müssen. Der Aufbau einer Tagesförderstätte wird da-

Der stationäre Bereich der Behindertenhilfe ist ausgelastet, vermehrt

her zusätzlich zu den bestehenden Möglichkeiten geplant. Bauliche Verän

Die im Zusammenhang mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung

derungen im Bereich der Behindertenhilfe zur Deckung der pflegerischen

zwischen einer ehemaligen freien Mitarbeiterin und der Deutschen Ren-

und sonstigen Bedarfe werden derzeit mit dem Kostenträger beraten. In-

tenversicherung im Jahr 2012 gebildeten Rückstellung von 340 T€ wurde

nerhalb der Werkstatt werden die Angebote über den bestehenden Stand-

in den Jahren 2013 bis 2015 jeweils zu einem Drittel aufgelöst, da das zu-

ort hinaus ausgebaut.

34



Das Projekt Labor für Diakonisches Unternehmertum (LaDU), das

Konzern Mission Leben – Bilanz

zum 31.12.2015

zusammen mit der Evangelischen Hochschule Darmstadt zur Innovationsförderung bei der Mission Leben ins Leben gerufen wurde, hat seine Arbeit im Jahr 2015 fortgeführt und den ersten Durchlauf abgeschlossen. Ziel des

Aktiva

T€

Projektes ist es, Ideen für neue soziale Dienstleistungen, die zum Dienst-

Immaterielle Vermögensgegenstände

leistungsangebot von Mission Leben passen, zu Geschäftsmodellen zu ent-

Sachanlagen

13.795,1

wickeln und diese dann auch umzusetzen. Mitarbeitende von Mission Le-

Finanzanlagen

1.590,6

ben haben als „Intrapreneure“ eine Reihe von vielversprechenden Ideen in Workshops und mit Hilfe externer Berater zu Geschäftsmodellen ausge-

Vorräte

45,1

320,1

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

4.991,9

ten Projekte befinden sich derzeit in der Umsetzung. LaDU selbst soll als

Flüssige Mittel

6.825,9

ein Zentrum zur Förderung von Intrapreneurship fortgeführt, in einem

Rechnungsabgrenzungsposten

erweiterten Netzwerk verankert und für externe Teilnehmer geöffnet wer-

Bilanzsumme Aktiva

baut. Die 2015 prämierten und mit einer Anschubfinanzierung ausgestatte-

58,2 27.626,9

den, um die Innovationsfähigkeit des Unternehmens dauerhaft zu fördern.

Wir sind überzeugt, dass auch zukünftig der diakonische Auftrag,

nämlich die Erbringung von diakonischen Dienstleistungen und die Wach-

Passiva Eigenkapital

T€ 9.843,6

samkeit für entstehende neue Bedarfslagen, auch unter den Bedingungen

Unterschiedsbetrag aus der Kapitalkonsolidierung

des politisch gewünschten Sozialmarktes wirksam und wirtschaftlich er-

Sonderposten

6.132,9

füllt werden kann. Dazu wird allerdings sowohl die Ausschöpfung der im

Rückstellungen

3.274,8

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

2.812,2

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

1.369,0

Abschluss eines kirchengemäßen Tarifvertrages, erforderlich sein. Daher

Übrige Verbindlichkeiten

4.182,9

wird ergänzend zu allen innerbetrieblichen Anstrengungen die Personal-

Bilanzsumme Passiva

diakonischen Arbeitsrecht verankerten Maßnahmen zur Reduzierung der Personalkosten bzw. zur berufsspezifischen Gewährung von Zulagen notwendig sein, als auch die Entwicklung von Alternativen, etwa durch den

11,5

27.626,9

kostenproblematik, die insbesondere für die Altenhilfe ein Schlüsselthema darstellt, aktiv innerhalb der entsprechenden Gremien von Kirche und Diakonie – insbesondere in Arbeitsrechtlichen Kommissionen – angegangen und andererseits die Forderung nach einer besseren Finanzierung insbe-

Konzern Mission Leben – Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 01.01. 2015 bis 31.12.2015

sondere der Altenpflege mit Nachdruck erhoben. T€

Nachtragsbericht

Umsatzerlöse

64.756,7

Es sind keine einzelnen Vorgänge von besonderer Bedeutung bekannt, die

Sonstige betriebliche Erträge

nach dem Schluss des Berichtsjahres eingetreten sind und wesentlichen

Zinsen und Erträge aus Wertpapieren

Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmensverbundes

Summe Erträge

74.039,5

Materialaufwand

11.025,2

Personalaufwand

48.421,3

9.249,5 33,3

der Mission Leben haben könnten. T€ Darmstadt, den 15. April 2016 Mission Leben gGmbH

Abschreibungen

Die Geschäftsführung

Sonstige betriebliche Aufwendungen Zinsaufwand Summe Aufwendungen

Dr. Klaus Bartl

Gerd Brückmann

(Sprecher der Geschäftsführung)

(Geschäftsführer Finanzen)

Jahresfehlbetrag

1.333,2 13.372,7 120,6 74.273,0

–233,5

35

Schlusswort des Stiftungsrats Die Stiftung Innere Mission Darmstadt ist Alleingesellschafterin der Mission Leben gGmbH. Der Stiftungsrat beaufsichtigt und berät den Vorstand der Stiftung. Darüber hinaus nimmt er sowohl die Aufgaben der Gesellschafterversammlung als auch die des Aufsichtsrats der Mission Leben gGmbH wahr.

Dr. Harald Jung, Vorsitzender des Stiftungsrats

Im vergangenen Jahr ist es trotz knapper Ressourcen gelungen, große Modernisierungsprojekte zu starten, sich intensiv jungen Flüchtlingen zu widmen, die hier ohne Eltern zurechtkommen müssen, und für das auch zukünftig ganz wichtige Thema Personal Weichen zu stellen.

Wir danken allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Mission Leben für ihre hingebungs- und liebevolle Arbeit. Sie sowie die vielen, die sich freiwillig engagieren, leisten wahrlich etwas Wertvolles und Wesentliches für die Menschlichkeit in unserer Gesellschaft.

Wir brauchen für die Personalgewinnung mehr denn je ein explizites gemeinsames Fundament von verbindenden Werten und eine Anerkennung unserer christlichen Identität. Dringend notwendig ist aber auch eine interkulturelle Öffnung, die auf dieser Basis möglich wird. Mission Leben ersetzt deshalb seit Anfang des Jahres 2016 bei der Einstellung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den formalen Zwang zur Kirchenmitgliedschaft durch die verbindliche Verständigung auf einen Kodex, der die Anerkennung unseres christlichen Fundaments und die Zustimmung zu unseren darauf aufbauenden menschlichen Werten im Umgang mit anderen Menschen umfasst.

Sie alle haben unsere hohe Anerkennung, und wir danken ihnen sehr.

Nicht minder wichtig wie interkulturelle Öffnung und Wertorientierung ist die Personalentwicklung und -qualifizierung. Das Umfirmieren der bisherigen beruflichen Bildung zur „Akademie für Pflege- und Sozialberufe“ spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie wird nun noch konsequenter auf die Bedürfnisse der Mission Leben sowie der anderen Mitgesellschafter ausgerichtet, wodurch ein großer Beitrag zur Gewinnung und Bindung von guten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet wird. Ende des Jahres 2015 hat Dietmar Motzer, Vorstandsmitglied der Stiftung sowie Geschäftsführer Finanzen der Mission Leben gGmbH, unser Unternehmen nach zwölf Jahren Zugehörigkeit verlassen, um in einem wesentlich größeren Unternehmen seine Arbeit fortzusetzen. Dietmar Motzer hat sich große Verdienste bei dem gesamten Um- und Aufbau der Mission Leben insgesamt erworben, und wir sind ihm zu großem Dank verpflichtet. Wir freuen uns, dass wir mit Gerd Brückmann bereits Anfang April 2016 einen kompetenten Nachfolger haben finden können, der seine Aufgaben mit großem Engagement übernommen hat.

Dr. Harald Jung Vorsitzender des Stiftungsrats der Stiftung Innere Mission Darmstadt

Mission Leben gGmbH Mission Leben – Im Alter gGmbH

Diakonie Limburg gGmbH

Mission Leben – Seniorendienste gGmbH

Mission Leben – Ambulant gGmbH Mission Leben – Jugend- und Behindertenhilfe gGmbH Mission Leben – Lernen gGmbH DSE Dienste für soziale Einrichtungen GmbH

36

Stiftung Innere Mission Darmstadt und ihre Organe Stand 1. Juni 2016

Stiftungsrat

Vorstand

– Diakonie Hessen, Frankfurt:

– Pfarrer Dr. Klaus Bartl (Vorsitzender)

Dr. Harald Clausen

– Gerd Brückmann

– Ulrike Döring, Wiesbaden

– Walter Karl

– Evangelische Kirche in Hessen und Nassau, Mainz: Propst Dr. Klaus-Volker Schütz – Heinrich Fülberth, Beerfelden – Dr. Harald Jung (Vorsitzender), Frankfurt a. M. – Dr. Rudolf Kriszeleit, Frankfurt a. M. – Dr. Christa Larsen, Frankfurt a. M. – Oliver Quilling, Dietzenbach – Dr. Hubertus von Poser, Frankfurt a. M. – Harald von Waitz, Kahl am Main

Gesellschaften Stand 1. Mai 2016

Geschäftsführungen

Gesellschafter

%

Dr. Klaus Bartl, Sprecher Gerd Brückmann, Finanzen

Stiftung Innere Mission Darmstadt

100

Dr. Klaus Bartl

Mission Leben gGmbH

100

Dr. Klaus Bartl

Mission Leben gGmbH Förderverein Diakonie Limburg e.V.

80 20

Dr. Klaus Bartl

Mission Leben gGmbH

100

Dr. Klaus Bartl

Mission Leben gGmbH

100

Dr. Klaus Bartl Maike Henningsen

Mission Leben gGmbH

100

Dr. Klaus Bartl Martina Werner-Ritzel

Mission Leben gGmbH EVIM Evangelischer Verein für Innere Mission in Nassau Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie

60 20 20

Gerd Brückmann

Mission Leben gGmbH Dussmann Beteiligungs- und Managementgesellschaft mbH

80 20

37

Historie Rund 170 Jahre alt ist Mission Leben. Im Zeitraffer stellen wir hier die wesentlichen Stationen und Entwicklungen dar.

1849: Gründung von zwei Vereinen als „Vorgänger“ von Mission Leben / Darmstädter Hofprediger Ferdinand Bender übernimmt die Geschäftsführung 1851: Eröffnung der ersten Einrichtung: „Rettungs- haus zu Hähnlein“ für Jugendliche 1892: Eröffnung der Erziehungsanstalt Aumühle, Darmstadt-Wixhausen 1899: Verein erhält seinen endgültigen Namen „Hessischer Landesverein für Innere Mission“ (HLIM) und die erste Vereinssatzung 1927: Pfarrer Wilhelm Röhricht übernimmt die Geschäftsführung 1933 Enteignung fast aller Einrichtungen durch –45: die Nationalsozialisten 1945 –59:

Übernahme und Eröffnung zahlreicher Einrichtungen, u. a. Kinderheim Haus Waldfrieden in Butzbach und Altenpflege- heim Martinsstift, Mainz (beide 1956)

1947: Übernahme der Trägerschaft des Heinrich- Egli-Hauses, Einrichtung für wohnungslose Menschen in Mainz 1958: Übernahme des Karl-Wagner-Hauses in Friedberg, Einrichtung für Menschen in Wohnungsnot

2007

2007

38

1899

1959: Pfarrer Dr. Dr. Heinz Klett übernimmt die Geschäftsführung 1960 Bau von Altershilfeeinrichtungen an den –85: Standorten Darmstadt, Gedern, Alzey, Groß-Gerau, Seeheim, Neu-Isenburg und Ingelheim 1971:

Dr. Gabriele Brauckschulze übernimmt als erste Frau die eigenständige Leitung einer Einrichtung im Altenpflegeheim Haus Michael, Alzey

1974: Pfarrer Gottfried Goldberg übernimmt die Geschäftsführung 1977: Aumühle in Darmstadt-Wixhausen wird zur Einrichtung für Menschen mit Behinderung 1983: Aumühle erhält ein Wohnheim und eine Werkstatt 1985: Umzug der Zentrale in den Roquetteweg 8 / 363 Mitarbeitende, drei Auszubildende und 22 Zivildienstleistende im HLIM 1987: Streetwork und Beratung in Friedberg für von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen 1988: Sozialpädagogische Familienhilfe im Haus Waldfrieden / HLIM hat 1.300 Betreuungsplätze und 500 Mitarbeitende / Pfarrer Klaus Müller übernimmt die Geschäftsführung

2008

1947

1977

1994: Eröffnung der Oase in Gießen, Einrichtung für Frauen in Wohnungsnot / Beratungsstelle für Menschen in Wohnungs- not im Fürstenpavillon, Bad Nauheim / Tagesbetreuung und Schule für Erziehungs- hilfe im Kinder- und Jugendhilfezentrum Haus Waldfrieden 2000: Betreutes Wohnen im Altenpflegeheim Haus Vogelsberg, Gedern 2002: Pfarrer Dr. Klaus Bartl übernimmt die Geschäftsführung 2005: Gründung der Gesellschaft für Berufliche Bildung in der Diakonie mbH / Evangelische Wohnungslosenhilfe Mainz: Übernahme von Wohnheim und Herberge für Frauen, Psychosozialer Beratungsstelle und Tagesaufenthalt 2007: Nieder-Ramstädter Diakonie wird Mitgesell- schafterin des Tochterunternehmens Mission Leben – Lernen / Integration der Fachschule für Sozialwirt- schaft mit der Fachrichtung Heilerziehungs- pflege in die Mission Leben – Lernen / Gründung des Instituts für Fort- und Weiter- bildung, Darmstadt / Eröffnung der neuen Wäscherei der Behinder teneinrichtung Aumühle 2008: Strukturreform und Namensänderung: HLIM wird zur Mission Leben

1994

2010: Zwei neue Klassen für Erziehungshilfe in Friedberg 2011: Einstieg in neues Geschäftsfeld Ambulante Dienste / Publikation der Leitsätze von Mission Leben 2012: Gründung des Pflegeteams Gedern / Eröffnung des Altenpflegeheims Haus Tabea in Alzey 2013: Jugendhilfeteam Kreis Offenbach / Eröffnung Haus An der Königsheide, Wohn- gruppen für Menschen mit Demenz, Neu- Isenburg / Eröffnung des Seniorenzentrums Haus Priska, Dieburg / Integration der Diakonie Limburg 2014: Start des Innovationsprojekts LaDU 2015: Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge 2016: Wohnanlage mit Service, Rüsselsheim / Modernisierung Haus An der Fasanerie, Groß-Gerau / Inobhutnahme in Gedern / Wohngruppe und Übergangswohngruppe Darmstadt für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge / Eröffnung der Akademie für Pflege- und Sozialberufe

2009: Inobhutnahme in Butzbach

2012

2013

2016

39

Wie gelingt das diakonische Unternehmen Mission Leben? Im Spannungsfeld von Kirche, Markt und Sozialstaat folgen wir dem christlichen Gebot der Nächstenliebe, indem wir professionell und wirksam Leistungen anbieten und Beziehungen stiften. Wir kennen Kraft und Grenze des Lebens. Unseren christlichen Auftrag bedenken wir immer wieder neu. Die verschiedenen Ansprüche, die unser tägliches Handeln bestimmen, tarieren wir zugunsten der Hilfe suchenden Menschen so gut wie möglich aus.

Impressum Herausgeber: Mission Leben gGmbH Schöfferstraße 12 64295 Darmstadt Telefon: 06151 40 90 -0 [email protected] www.mission-leben.de V. i. S. d. P.:

Zum Titelbild: So sehen Sieger aus! Die Fußballmannschaft der Aumühle holte bei den 1. Landesspielen von Special Olympics Hessen im Sommer 2015 Gold.

Dr. Klaus Bartl Sprecher der Geschäftsführung

Text: Dorothee Bönsch Darmstadt Redaktion: Axel Wenderoth, Martina Kloss Unternehmenskommunikation Layout: Alice Mattheß Unternehmenskommunikation Satz: 2+ Design Stefan Dorzok Wiesbaden Bilder:

Mission Leben Special Olympics (Titelfoto) Hospiz Stiftung Rotary Rodgau (S. 4)

www.facebook.com/aumuehledarmstadtwixhausen

www.facebook.com/altenpflegeschulen.missionleben

www.facebook.com/hep.missionleben