Mundartforscher in Wildbad Kreuth - Bayerische Akademie der

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AKADEMIELEBEN TA G U N G Mundartforscher in Wildbad Kreuth VON EDITH FUNK A lle drei Jahre findet die internationale Tagung zur Bairischen Dialekt...

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AKADEMIELEBEN

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Mundartforscher in Wildbad Kreuth VON EDITH FUNK

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lle drei Jahre findet die internationale Tagung zur Bairischen Dialektologie statt (wenn von „Bairisch“ etwa im Gegensatz zu „Fränkisch“ oder „Schwäbisch“, also z.B. von der Sprache die Rede ist, schreibt man es mit –i–). Diesmal war die Kommission für Mundartforschung Gastgeberin. Als Mitveranstalterin gewann sie die Hanns-Seidel-Stiftung, die ihre vornehmen und zugleich heiteren Räume im ehemaligen Klosterbad Wildbad Kreuth zur Verfügung stellte – und zwar zu erstaunlich niedrigen Preisen, was auch zahlreichen Studenten, Doktoranden und osteuropäischen Kollegen die Teilnahme ermöglichte. Highlights und Schwerpunkte

In seinem Eröffnungsvortrag verband der Allgäuer Stefan Kleiner die sprachphilosophische Einsicht, dass jede Sprache ein ihr je eigenes Weltverstehen, eine ganz bestimmte Interpretation von Welt vorgibt, mit den Folgen der feministischen Linguistik und mit den (vielleicht oft beabsichtigten?) Implikationen einer unscharfen Verwendung der Begriffe „Bairisch“ und „Bayerisch“. Die politischen, sozialen und kulturellen Folgen der daraus resultierenden Identitätskonflikte der nicht-bairischen Bayern (Franken, Schwaben und Alemannen) werden sowohl in der Sprach- und Geschichtswissen-

schaft als auch in der öffentlichen Diskussion schlicht verdrängt. Unter den schmunzelnd vorgebrachten Demonstrationsbeispielen bekam auch das „Bayerische Wörterbuch“, zuständig für die bairischen Mundarten, ein bisschen Fett ab. Hier kann nicht auf alle ca. 60 Vorträge eingegangen werden; es fiel jedoch auf, dass der Einsatz neuer Technologien in der germanistischen Forschung wie bei den Vortragspräsentationen heute selbstverständlich ist. So demonstrierte Alfred Lameli aus Marburg die „Implementierung sprachwissenschaftlicher Daten in geographische Informationssysteme“ und Rosi Spannbauer aus Passau den „Sprechenden Sprachatlas von Niederbayern“. Sprachatlas und Wörterbuch

Ein Schwerpunkt waren die Sprachatlanten, denn für die sechs Teilprojekte des „Bayerischen Sprachatlas“ sind die Fördermittel ausgelaufen. Trotzdem wird z.T. ehrenamtlich noch an der Druckfertigstellung gearbeitet. Bei einer Feierstunde in den Akademieräumen, bei der auch der Vorsitzende der Hanns-SeidelStiftung, Staatsminister Dr. h.c. Hans Zehetmair, und Akademiepräsident Prof. Dr. Dr. Heinrich Nöth teilnahmen, konnten zahlreiche schwergewichtige Atlanten, aber auch der preiswerte „Kleine Bayerische Sprachatlas“ (erscheint 2005 bei dtv) präsentiert werden. Seine bunten Karten und die spannenden Kommentare sind v.a. für Laien

GISELA MODROW

I N T E R N AT I O N A L E FA C H TA G U N G Z U R B AY E R I S C H E N U N D B A I R I S C H E N D I A L E K T O L O G I E VOM 22. BIS 25. SEPTEMBER 2004.

gedacht. Alle am „Bayerischen Sprachatlas“ beteiligten Universitäten haben ihr Material für das in Augsburg erarbeitete Projekt zur Verfügung gestellt.

Präsident Nöth (links) mit Prof. Rowley (rechts), dem Leiter des Bayerischen Wörterbuchs, und Dr. Hochholzer, Universität Regensburg.

Bei der Feier wurde außerdem die 10-reihige Fernsehserie zu den Dialekten in Bayern vorgestellt, bei der auch Mitarbeiter des „Bayerischen Wörterbuchs“ mitgewirkt haben. Natürlich durfte ein Bericht über den Fortgang des „Bayerischen Wörterbuchs“ nicht fehlen. Sprachatlas- wie Wörterbucharbeit ist Grundlagenforschung, die das Material bereitstellt für angewandte Forschungen zu den Mundarten, zu Fragen des Sprachwandels, des Sprachsystems und ganz allgemein zu Fragen der Struktur und Theorie von Sprache und Sprechen, zu Geschichte und Entwicklung von Dialekten, aber auch der Hochsprache, deren Geschichte letztlich nichts anderes ist als die Geschichte der deutschen Dialekte, aus denen sie ja hervorgegangen ist. 

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