Nach Farbbeuteln fliegen Steine Kampf dem Chaos - Kiez und Kneipe

Nach Farbbeuteln fliegen Steine Kampf dem Chaos - Kiez und Kneipe

MONTIS CRUCIS NOCTES LONGAE SUNT Lokalblatt und Wirtschaftszeitung . Von Nachbarn für Nachbarn November 2017 . 13. Jahrgang Und das steht drin Vom Ur...

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MONTIS CRUCIS NOCTES LONGAE SUNT

Lokalblatt und Wirtschaftszeitung . Von Nachbarn für Nachbarn November 2017 . 13. Jahrgang Und das steht drin Vom Urban zum Alex Portrait – S. 2 10 Jahre Stadtteilmütter S. 3 Jubiläum im DODO S. 10 Grüße aus Salzwedel S. 13

Kreuzberg ist kein Schäferspiel Es könnte einem Ludwig der XVI. in den Sinn kommen, der mit seiner Frau Marie Antoinette im Park von Versaille mit Schäferspielchen das Leben der armen Franzosen imitierte. Wie das endete, hat die Geschichte gezeigt. Man muss schon ziemlich hartleibig veranlagt sein, in einem Kiez ein Hotel zu errichten, in dem Wohlbetuchte für eine Nacht mehr Geld bezahlen, als der durchschnittliche Bewohner im Monat zur Verfügung hat. Dass der Besitzer auch noch das Kreativpotential Kreuzbergs als Verkaufsargument preist, ist mehr als zynisch. Gerade das Kreativpotential ist doch eine Folge von niedrigen Mieten und geringeren Kosten für den Lebensunterhalt. Das Orania wertet die Gegend auf, die Mieten werden steigen – noch mehr steigen. Verdrängung wird die Folge sein. Dass dafür ausgerechnet der Herbergsvater des G7-Gipfels in Schloss Elmau verantwortlich zeichnet ist für viele in SO 36 unerträglich. Sie wetzten wieder die Pflastersteine. Peter S. Kaspar

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Nach Farbbeuteln fliegen Steine Der Protest gegen das Hotel »Orania« nimmt nicht ab

Hier irrt die Bezirksbürgermeisterin. »Es hätten auch Luxuslofts sein können«, kommentierte sie das noble Hotel »Orania«, das seine Pforten im Sommer am Oranienplatz geöffnet hat und seither immer wieder Ziel unerfreulicher Aktionen ist. Mal fliegen Farbbeutel, zuletzt gar Pflastersteine. Und warum irrt die Bürgermeisterin? Weil es natürlich ein Loft im Dachgeschoss gibt, das das Orania so bewirbt: »354 qm Loft im Dachgeschoss inklusive Orania.45 Suite + Orania.60 Juniorsuite + Orania.Salon, eigener Bar, Küche, Leinwand mit Beamer für TV & Kino, Steinway B Flügel, Bibliothek, offenem Kamin, 2 Esstische, drei franz. Balkone und große Fensterfront mit Balkon und herrlichem

ÄRGER UMS HOTEL: das neue Orania. Ausblick über die Skyline von Kreuzberg & Berlin. Kapazität 10 bis 150 Personen.« Wer es etwas kleiner mag, kann auch eine 86 Quadratmeter große Suite beziehen. Kostenpunkt 1889,25 Euro – pro Nacht. Das alles ist in einem Haus zu haben, in dem vor wenigen Jahren noch ein Discounter angesiedelt war, der am Ende aufgeben musste, weil er am 1. Mai immer

Foto: psk

wieder gerne mal ausgeräumt wurde. Dass in Kreuzberg immer wieder Farbbeutel oder Schlimmeres gegen Gebäude fliegen, die für Gentrifizierung stehen, ist nichts Neues. Bisher war das Lieblingsziel das Carloft in der Reichenberger Straße. Vielen galt es als der Gipfel der spießbürgerlichen Dekadenz und Symbol für den GentrifizierungsWahnsinn. Die Luxus-

herberge am O-Platz hat nun alle Möglichkeiten, den Carlofts den Rang abzulaufen. Noch immer ist SO 36 der Hotspot für Spontis und Autonome. Sie betrachten einen Edelschuppen am Oranienplatz als Einbruch in ihr ureigenes Territorium. Nun besteht SO 36 nicht nur aus Autonomen und Spontis. Für gutwilligere Nachbarn gibt es regelmäßig Konzerte. Der Besitzer, Dietmar Müller-Elmau wollte ganz bewusst ein Hotel im kreativen Zentrum Berlins. Dass er ausgerechnet auch noch Schloss Elmau besitzt, in dem 2015 der G7-Gipfel statt fand, macht die Situation nicht gerade einfacher. Gentrifizierungs- und Globalisierungsgegner gehen meistens Hand in Hand. Fortsetzung auf Seite 2

Kampf dem Chaos

SO  soll ein neues Verkehrskonzept erhalten Ein wenig Chaos gehört einfach zu SO 36, aber ob es wirklich so viel sein muss? Der Bezirk macht sich zumindest Gedanken und plant ein neues Verkehrskonzept für die südliche Luisenstadt. Dazu lud Baustadtrat Florian Schmidt im Oktober zu drei Stadtspaziergängen ein, die in drei ganz unterschiedlichen Bereichen die Situation beleuchten sollten. Los ging es am 7. Oktober am Wassertorplatz. Das Thema hier: Historische Grünzüge. Aus dem ehemaligen Luisenstädtischen Kanal ist eine grüne Meile geworden, die vom Urbanhafen bis

zum Wassertorplatz und vom Oranienplatz in Richtung Engelbecken schon einen gewissen Erholungswert besitzt. Zwischen Wassertorplatz und Oranienplatz ist der grüne Streifen allerdings bestenfalls von Trampelpfaden durchzogen, die weder Fußgängern noch Radfahrern besondere Freude bereiten. Zudem wird auch der Mariannenplatz in die Überlegungen miteinbezogen. Die Markthalle in der Eisenbahnstraße und die umliegenden Wohngebiete standen bei der zweiten Begehung am 10. Oktober im Mittelpunkt. Laut Bezirk wird es hier »um die weitere

Aufwertung von Straßen und Plätzen im Einklang mit den vielfältigen Nutzungen« gehen. Schon der Ausdruck »Aufwertung« könnte in diesem Komplex einigen Sprengstoff bergen, denn nicht wenige wittern bei diesem Wort auch schnell Gentrifizierung und Verdrängung. Der Görlitzer Bahnhof war am 12. Oktober Ausgangspunkt für den letzten Kiezspaziergang. Hier ging es die Oranienstraße hinunter bis zum Oranienplatz. Thema: »Szenenmeile rund um die Oranienstraße« war der Titel dieser Veranstaltung. Hinter der etwas sperrigen Be-

schreibung: »Umgang mit den vielfältigen Nutzungen und Nutzungskonkurrenten auf engem Raum« verbirgt sich eines der größten alltäglichen Probleme in SO 36: das sich immer wiederholende und kaum zu bändigende Verkehrschaos. Stehender Lieferverkehr, Durchgangsverkehr und jede Menge Radler sorgen für nicht versiegenden Konfliktstoff. Dieses Problem dauerhaft zu lösen, wird vermutlich die anspruchsvollste Aufgabe des gesamten Verkehrskonzeptes werden. Die Bürger sollen jedenfalls eng einbezogen werden. kuk

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Seite 2 Am Tresen gehört Dass die Kneipe ein kommunikativer Ort ist, dürfte aus den bisherigen Beiträgen dieser Kolumne ja bereits hinreichend belegt sein. Und anders als vielleicht sonst im Leben, treffen hier idealerweise auch unterschiedliche Generationen aufeinander – wie etwa die 44Jährige, die da kürzlich von einem Endsechziger zu ihrem Stresslevel befragt wurde: »Das soll ja zwischen 30 und 45 besonders hoch sein.« – »Oh, ein Glück, dann habe ich ja nur noch ein Jahr.« – »Genau, dann setzt die Altersweisheit ein.« – »Hmm, Altersstarrsinn geht so langsam los, von Weisheit habe ich noch nichts bemerkt. Wie war das denn bei dir?« – »Keine Ahnung, habe ich vergessen.«

Impressum K  K erscheint monatlich in einer Auflage von ca. 3000 Exemplaren Herausgegeben von Peter S. Kaspar Chefredakteur (verantwortlich für den Textteil): Peter S. Kaspar Chef vom Dienst: Cordelia Sommhammer Redaktionelle Mitarbeit: Manuela Albicker Jutta Baumgärtner Claudia Bombach Almut Gothe Michael Kranz Ninell Oldenburg Robert S. Plaul Philipp S. Tiesel Stefan Schmidt Cordelia Sommhammer Siegfried v. Trzebiatowski Anzeigen: [email protected] Verwaltung: Manuela Albicker Adresse: K  K Fürbringerstraße 6 10961 Berlin Telefon 030-42 00 37 76 [email protected] www.kiezundkneipe.de Druck: KOMAG mbH Töpchiner Weg 198/200 12309 Berlin-Lichtenrade Telefon 030-61 69 68 - 0 [email protected]

November 2017

Der Großvater von »Babylon Berlin« Peter S. Kaspar erinnert an Alfred Döblin

Die Zwanziger Jahre sind wieder in – spätestens seit der Megaproduktion »Babylon Berlin«. Der Titel mag vielleicht auch eine kleine Reminiszenz an Alfred Döblin sein, der mit seinem Roman »Berlin Alexanderplatz« ein umfangreiches Sittengemälde des Berlins der Zwanziger Jahre zeichnete und in dem die »Hure Babylon« die Stadt versinnbildlicht. Und noch etwas fällt auf: »Babylon Berlin« ist voller kaputter Typen, ganz wie »Berlin Alexanderplatz«. Allerdings kam Döblin mit den Vorbildern seiner Protagonisten zunächst gar nicht am Alex in Berührung, sondern in Kreuzberg, im Krankenhaus am Urban. Dorthin kehrte der damals 30-Jährige nach seinem Medizinstudium in Freiburg und ersten Anstellungen in Regensburg und Buch zurück nach Berlin, wo er acht Jahre zuvor in Friedrichshain sein Abitur gemacht hatte. Im Urban arbeitete er als Irrenarzt, und das hatte ungeahnte Folgen, wie sich Döblin erinnert: »Mein ärztlicher Beruf hat mich viel mit Kriminellen zusammengebracht. Ich hatte auch vor Jahren eine

Beobachtungsstation für Kriminelle. Von da kam manches Interessante und Sagenswerte.« Auch in Buch und in Regensburg hatte er

ALFRED DÖBLIN. Foto: Dt. Hist. Museum schon als Irrenarzt gearbeitet. Doch die Figuren für seinen bekanntesten Roman entstanden erst hier. Zwei Jahre lang blieb er am Urban, ehe er sich in der Nachbarschaft, in der Blücherstraße 18, als Kassenarzt niederließ. Er arbeitete dort als Nervenarzt, Internist und Geburtshelfer. Außerdem übernahm er weiterhin Nachtwachen im Urban. Seine Zeit in Kreuzberg endete mit dem Ausbruch des ersten Weltkrieges. Er meldete sich freiwillig als Sanitätsoffizier, um einer Einberu-

fung zu entgehen. Allerdings wäre er für einen direkten Fronteinsatz auch denkbar ungeeignet gewesen, denn Döblin war Zeit seines Lebens fürchterlich kurzsichtig. In der Schule musste er deshalb auch stets in der ersten Reihe Platz nehmen. Nach dem Krieg verlegte er seine Praxis in die Frankfurter Allee. Neben seiner Arbeit als Arzt hatte er aber schon immer geschrieben. Sein erstes Werk datiert von 1896 (»Modern – Ein Bild aus der Gegenwart«), sein erster Roman, »Jagende Rosse« von 1900. Während des Weltkrieges wurde er für »Die drei Sprünge des Wang-lun« mit dem Fontane-Preis ausgezeichnet. Döblin war also durchaus schon ein anerkannter Autor, als ihm mit »Berlin Alexanderplatz – Die Geschichte vom Franz Biberkopf« sein größter Erfolg gelang. Kritiker verglichen es mit »Ulysses« von James Joyce, was ihm zunächst schmeichelte, ihn später aber ärgerte, hatten ihm doch einzelne Kritiker vorgeworfen, von Joyce abgekupfert zu haben. Zwei Jahre später brachte Regiesseur Piel Jutzi »Berlin Alexanderplatz«

erstmals auf die Leinwand. Mit Heinrich George als Franz Biberkopf und Bernhard Minetti als Reinhold waren zwei der größten Akteure jener Zeit in der Hauptrolle zu sehen. Zwei Jahre später musste der gebürtige Jude und Kommunist fliehen. Einen Tag nach dem Reichstagsbrand entkam Döblin den Nazis denkbar knapp. Das Exil führte in die Schweiz, nach Frankreich und in die USA. Nach dem Krieg kehrte er für kurze Zeit nach Deutschland zurück, ließ sich aber dann in Frankreich nieder. Er starb 1957. 23 Jahre nach seinem Tod nahm sich der wichtigste Vertreter des Neuen Deutschen Films, Rainer Werner Fassbinder, »Berlin Alexanderplatz« vor und sorgte mit seiner 14-teiligen Fernsehserie für einen ähnlichen Zwanzigerjahre-Hype wie heute »Babylon Berlin«. Die Besetzungsliste liest sich wie ein Whois-Who der deutschen Schauspielszene. »Babylon Berlin« beruht allerdings nicht auf »Berlin Alexanderplatz« sondern auf den Gereon-Rath-Romanen von Volker Kutscher. Döblin dürfte aber als »Großvater« der Serie gelten.

Gegner planen Daueraktionen Mit Plakaten gegen das Hotel

Fortsetzung von Seite 2 Über 200 Millionen Euro hatte das Spektakel in den bayerischen Alpen damals gekostet, der Löwenanteil ging dafür drauf, die Globalisierungs- und Gipfelgegner so weit wie möglich von Schloss Elmau fernzuhalten. So ganz fern liegt der Gedanke da nicht, dass der eine oder andere nun vielleicht noch eine Rechnung begleichen will, die seit dem Som-

mer 2015 in seinen Augen noch offen ist. Zunächst war das Hotel nur Opfer von Farbbeutelwerfern geworden. Mitte Oktober hat sich das Bild nun geändert. Erstmals wurden die großzügigen Scheiben mit Pflastersteinen attackiert. Für Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann ein Unding. Sie sagt, der Kampf gegen die Gentrifizierung könne nicht mit Pflastersteinen vollzogen werden. Doch das wird

die Gegner des Hotels am Oranienplatz kaum abschrecken, denn die hatten sich schon nach den ersten Farbbeutelwürfen mit Bekennerschreiben zu Wort gemeldet. Darin stellten sie Überlegungen an, wie sie den »Investor aus dem Kiez jagen können«. Auch von Daueraktionen ist schon die Rede. Das Unbehagen über das Hotel Orania ist aber nicht nur bei Autonomen und Spontis

groß. Auch viele Nachbarn fürchten die langfristigen Folgen für den Kiez, wovon etliche Plakate rund um den Oranienplatz zeugen. Allerdings weist der Bezirk auch darauf hin, dass das ehemalige Kaufhaus lange leergestanden habe. Immerhin, so sagen viele, sei kein Hostel eingezogen. Die Zahl der Easy-Jetter sollte wohl in der Tat durch die neue Nobelherberge in Kreuzberg nicht steigen. Auch irgendwie ein Trost. psk

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November 2017

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DasLabor zeigt schlagkräftige Kunst Kulturmanagerin aus Kreuzberg präsentiert »modern talking«

In der Kunstszene Berlins ist Christine Balbach eine feste und bekannte Größe. Die Kreuzbergerin, die am Marheinekeplatz wohnt, ist nicht nur in den Kunstszenen der Schmelztiegel Kreuzbergs und Neuköllns bestens bekannt. In den 1980igern begleitete sie die Kreuzberger Künstlergruppe »Kunst Guerilla«, ließ sich zu Beginn des neuen Jahrtausends als Kulturmanagerin weiterbilden, organisierte u.a. das Kunstfestival »Kunstkreuz« mit und war als Gründungsmitglied der Galerie »Coaching Culture Gallery« in der Alten Kindl Brauerei Neukölln aktiv. Balbach ist seit Jahrzehnten vom Kunstvirus befallen und hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Als Tochter des kürzlich verstorbenen Kunstschmieds und Metallbildhauers Eduard Balbach hat sie früh einen unmittelbaren Bezug zu kreativen Ausdrucksmöglichkeiten bekommen. Die diplomierte Ethnologin und Mutter zweier erwachsender Kinder hat Erfahrung mit der Darstellung moderner Kunst und ist sehr umtriebig.

KURATORIN CHRISTINE BALBACH präsentiert der Galerie DasLabor die Austellung »modern talking«. Foto: Thomas Grünholz Vom 21. Oktober bis 16. November präsentiert sie jetzt im vor kurzem wiedereröffneten, legendären »DasLabor - der Experimentalraum« die Ausstellung »modern talking« von drei Künstlern, die sich gerade thematisch mit der Digitalisierung und deren Veränderungen bzw. Auswirkungen der Geschwindigkeit und den damit verbundenen Auswirkungen auf die Zeit und deren Wahrnehmungen beschäftigen.

Kuratorin Balbach zu K  K: »Ich habe mit allen drei Künstlern schon zusammengearbeitet, die Präsentation von Malerei, Objekten und moderner Installation entspricht dem Galeriekonzept«. Eine sehenswerte Ausstellung, die den Blick freigibt auf die Situation der Kunst im digitalen Zeitalter. Der Maler Nicolas Nicopol: »Ich reagiere mit meinen Bildern auf die von der globalen Gesellschaft insze-

nierte ‚Allgegenwart der Unmittelbarkeit‘, der Suggestion des permanent Aktuellen, die ein Gefühl erzeugt, immer vor Ort zu sein und alles miterleben zu können.« Der in Mannheim geborene und in Kreuzberg lebende Objektkünstler π aka Peter Ehrentraut setzt sich mit den immer alltäglich werdenden Bildern von Krieg und Zerstörung auseinander, indem er Gold und Stahl mittels plastischen Sprengstoffen zu kleinen

Pop-Ikonen vereinigt. Die finnische Installationskünstlerin Aino Onia, der man täglich eine Stunde beim Arbeiten am Werk live zuschauen kann: »Mein Projekt ‚My First Million‘ ist eine Zeitreise von Nummer eins bis zur Nummer eine Million, die die Form einer Zeichnung annimmt und deren Geschwindigkeit die Sprache bestimmt.« Die Galeristin Balbach ist zudem auch Coach für Künstler im Zuge ihrer Tätigkeit für »ETBK. Erfolgsteam bildende Künste«. Das geförderte Projekt im Rahmen des Berliner KuWiQProgramms unterstützt bildende Künstler, sich individuell auf dem Kunstmarkt zu positionieren. Balbach zu ihrer Motivation: »Ich habe generell Spaß an der Begleitung und Förderung unbekannterer Künstler sowie deren originellen und interessanten Kunstprojekten.« mk DasLabor daslabor-berlin.de Fuldastr. 56 Nähe U-Bhf, Rathaus Neukölln facebook.com/DasLaborBerlin

Die Stadtteilmütter feiern Jubiläum

Zehn Jahre Unterstützung für Familien mit Migrationshintergrund Die Heilig-Kreuz-Kirche am Blücherplatz ist sowohl von außen als auch von innen ein sehr beeindruckendes Gebäude. Doch fand dort noch eine tolle Veranstaltung statt, die das Glück potenziert (und ein bisschen auch die Ehrfurcht). Am 19. Oktober begingen hier die Stadtteilmütter aus Kreuzberg feierlich ihr zehnjähriges Jubiläum. Doch wer sind eigentlich die Stadtteilmütter? Das Projekt startete relativ klein mit der Qualifizierung von 30 arbeitslosen Frauen zu sogenannten Stadtteil-

müttern. Deren Aufgabe ist es, Familien mit Migrationshintergrund in Bildungs- und Erziehungsfragen zu unterstützen. Ziel ist es, Familien mit Migrationshintergrund frühzeitig zu erreichen, zu integrieren und besonders die Bildungschancen der Kinder nachhaltig zu erhöhen. Dass diese Idee mit großem Erfolg umgesetzt wurde, zeigt sich an der Bilanz der Stadtteilmütter: seit 2008 konnte 5.900 Familien geholfen werden. Die mittlerweile 136 Frauen der Stadtteilmütter sprechen ins-

gesamt sieben Sprachen, was eine enorme Erleichterung der Kommunikation darstellt. Und nicht nur für die Familien sind die Stadtteilmütter ein riesiger Gewinn. Von den Frauen, denen so aus der Arbeitslosigkeit geholfen wurde, haben einige einen Arbeitsvertrag, andere erwerben einen staatlich anerkannten Berufsschulabschluss und sechs befinden sich sogar in einem Studium oder haben bereits den Bachelor. Das Ziel sei es, so Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann, die

EIN GRUND ZUM FEIERN in der Heilig-KreuzKirche. Foto: no unter den Stadtteilmüttern wegen ihres Einsatzes sehr beliebt ist, noch mehr Arbeitsmög-

lichkeiten zu schaffen. Na dann: auf die nächsten zehn Jahre! no

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Seite 4 Termine Termine für den Dezember bitte per EMail mit Veranstaltungsort, Datum, Uhrzeit des Veranstaltungsbeginns und Titel der Veranstaltung bis zum 22.11.2017 an [email protected] senden.

Anno ’64

Fr/Sa 22:00 DJ Nights 04.11. 21:00 Kalle Kalkowsky 18.11. 21:00 Sizer 25.11. 21:00 Captain Crap www.anno64.de

Bad Kreuzberg

So 20:15 Tatort 06.11. 21:00 Pub-Quiz 16.11. 20:00 Taucherstammtisch www.bad-kreuzberg.com

Ballhaus Billard

Mo 17:00-21:00 Blue Monday 02.,08.,14.,20.11 19:30 Hausturnier www.ballhaus-billard.de

BKA-Theater

Mo 20:00 Theatersport Berlin – Das Match Di 20:30 Unerhörte Musik Sa 18:00 Cyrill Berndt – Berlin! Ick liebe Dir So 17:00 Theatersport Berlin – Die Stimme 01.,03.,04.11. 20:00 Arnulf Rating – Tornado 04.11. 23:30 Jurassica Parka Late Night – Paillette geht immer 05.11. 20:30 Erik Lehmann – Uwe Wallisch, der Frauenversteher 08.11. 20:00 Ades Zabel & Company – Edith Schröder – ganz pur 09.11. 20:00 Carolin Fortenbacher – ABBA macht glücklich 10.11. 20:00 Denis Fischer – Sommer in der Stadt 11.11. 20:00 Stefan Danziger – Was machen Sie eigentlich tagsüber? 11.11. 23:30 [email protected] 12.11. 20:30 C. Heiland & Band – Jetzt mit richtiger Musik 15.-18.11.,22.-25.11. 20:00 Wildes Berlin 19.11. 20:30 Jurassica Parka & Chrsitian Radke – Elvira auf Gran Canaria 25.11. 23:30 Destiny Drescher – Die Fahrkarten!!!... Bitte! 26.11. 20:30 Zärtlichkeiten mit Freunden – Weihnachtsfeier 29.,30.11. 20:00 Ades Zabel & Company – Wenn Ediths Glocken läuten Vol. 14 Weitere Termine: www.bka-theater.de

Buchhandlung Moritzplatz

11.11. 19:00 Elnathan‘s Boat mit Petina Gappah – Lesung und Gespräch www.buchhandlung-moritzplatz.de

Buddhistisches Tor

05.11. 10:00 Sanghatag-Feier 24.11. 19:00 Young People Treffen www.buddhistisches-tor-berlin.de

Dodo

Fr 20:00 Open Stage 07.11. 20:00 Offene Lesebühne 09.11. 20:00 Pianlola 10.11. 20:00 5 Jahre DODO 11.11. 20:00 Trans Blas 14.11. 20:00 Film-Fete »Deckname Jenny« 16.11. 20:00 Steve Size & Friends 18.11. 20:00 Nadja feiert Geburtstag 23.11. 20:00 Goodies & Brains 25.11. 20:00 Und das Meer so blau 30.11. 20:00 Rock‘n‘Rollf & Gäste www.dodo-berlin.de

Eintracht Südring

10.11. 19:00 Musikquiz 18.11. 17:00 Gänseskat www.bsc-eintracht-suedring.de

English Theatre Berlin

03.11. 20:00 Olam Haba: The next world 06.11. 20:00 Thomas Chatterton Wiliams 21.11. 20:00 Ariel Levy reads from »The rules do not apply« 23.11. 20:00 Hela 24.11. 20:00 Songs at the theatre 25.11. 20:00 Improv Comedy Showcase www.etberlin.de

Galander

So Pianoabend mit wechselnden Pianisten www.galander-berlin.de

Gasthaus Valentin So 20:15 Tatort

www.valentin-kreuzberg.de

House of Life

Di 14:00 Ukulelenunterricht mit Hardo 10.11. 16:30 Vocal Workshop mit Jocelyn B. Smith 10.11. 19:30 Shine A Light – Konzert mit Jocelyn B. Smith www.house-of-life.net

Moviemento

03.-12.11. The First Reel: Philippine Film Festival 06.11. 20:00 Machines (OmU) Premiere 23.11. 20:30 Überleben in Neukölln – Premiere mit Juwelia www.moviemento.de

Pony Saloon

Mo Blue Monday 17–20 Uhr Do Kicker for free

Theater Thikwa

3.11. 20:00 Tanzabend 4 – Identität ist sowieso Quatsch 09.-18.11. No Limits – internationales Theaterfestival 10.11. 19:30 Der Tag an dem Kennedy ermordet wurde. . . (Premiere) 11.11. 19:30 Der Tag an dem Kennedy ermordet wurde. . . 15.-18.11. 20:00 Tanzabend 4 – Identität ist sowieso Quatsch www.thikwa.de

unterRock

03.11. 20:00 Wouter Hodgers and Support 06.11. 20:00 Jazz Monday 09.11. 20:00 Cris Rellah 10.11. 20:00 Minous Blues Trio 11.11. 20:00 Jasmin 13.11. 20:00 Redvers Bailey 14.11. 20:00 Open Mic Stage 15.11. 20:00 Berlin Artists Revue 16.11. 20:00 Sean Nagata 17.11. 20:00 Jenda 18.11. 20:00 Anna Neale 20.11. 21:00 Jazz Monday 23.11. 20:00 Noha Klein 24.11. 20:00 The Blackheart Orchestra 25.11. 20:00 The Black Cubes 28.11. 20:00 Open Mic Stage 30.11. 20:00 Lea Moonchild 01.12. 20:00 Neofarius www.unterrock-berlin.de

WollLust

Fr 16:00 Stricken à la Carte wolllust-berlin.de

Yorcks Bar

Fußball live auf Großbild

www.yorcks-bar.de

Yorckschlösschen

03.11. 21:00 K.C. Miller Trio 04.11. 21:00 Berlin Metropol Orchestra 05.11. 11:00 Swinging Seagulls 08.11. 21:00 Blues Power 09.11. 21:00 Berlin Jazz Jam Night 10.11. 21:00 SUGARjazz 11.11. 21:00 The Love Gloves Weitere Termine: www.yorckschloesschen.de

Kontakt zur KUK pony-saloon.de

Sputnik

02.-06.11. 7th Litauisches Kino goes Berlin 16.-19.11. Eesti Filmipidu – Estnisches Filmfest 2017 24.-26.11. Neues slowenisches Kino III www.sputnik-kino.com

Tanzschule taktlos

November 2017

Mi 20:30 Mittwochsüben im TOM 11.11. 21:00 Tanzparty Standard-Latein in der Nostizstraße 6-7 www.taktlos.de

Redaktion und Geschäftsstelle: Fürbringerstraße 6 10961 Berlin Telefon 030 - 42 00 37 76 E-Mail: [email protected] Anzeigenannahme in der Geschäftsstelle und im Netz bei www.kiezundkneipe.de Die KK per Post nach Hause kostet € 2,00 pro Monat (Porto/Verpackung) www.kiezundkneipe.de

Die nächste Ausgabe erscheint am 1. Dezember 2017.

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November 2017

Bingo mit den Gegenpäpsten Das DODO feiert sein 5-Jähriges

Es ist kaum zu glauben – aber es ist wirklich schon 5 Jahre her, dass der komische, eigentlich ausgestorbene Vogel mit dem großen Schnabel und dem eingängigen Namen sein Nest im Souterrain der Großbeerenstraße 32 bezogen hat. Seit Rolf Jungklaus und Harald Haefker das ehemalige »Sieben Stufen« übernommen haben, ist viel passiert. »Der erste wirklich absurde Abend war wohl die Gegenpapstwahl«, lacht Rolf und erinnert sich an 12(!) Kandidaten und einen goldenen Thron. Themenabende wie diesen gab es in den letzten Jahren immer wieder, außerdem legendäre Partys (nicht nur zu Halloween), Bingo, Kiezquiz, Kabarett und immer wieder Musik. Die handverlesenen Donnerstags-

DIE BEIDEN DODOWIRTE mit ihrem Namenspatron. Foto: DODO konzerte rekrutieren sich teilweise aus den besten Neuentdeckungen von der freitäglichen Open Stage, und teilweise aus der großen lokalen Musikerszene – ein Highlight im November vermutlich das Duo Pianlola am 9. November, bei dem Berliner Lieder auf argentinische Tangos treffen. Aber auch, wenn mal nichts Spezielles

ansteht, ist das DODO immer einen Besuch wert, nicht zuletzt wegen der »wilden bunten Mischung« des Publikums, wie Rolf sagt, »von Alt bis Jung, von Bauarbeiter bis Anzugträger« – echt Kreuzberg eben. Die Feierlichkeiten zum 5-jährigen Jubiläum finden im Rahmen einer Open Stage am 10. November statt. cs

50 Shades of Green

Ausstellung »Im grünen Bereich« von Erwin Otto im k-salon Die Farbe Grün hat als Mischfarbe eine beinahe unbegrenzte Skala von Nuancen, Schattierungen und Tönen, zwischen kaltem Blau und warmem Gelb. Sie kann deshalb eine starke, kontrastreiche emotionale Wirkung evozieren (z.B. giftig – gesund). Die Variationsbreite spiegelt sich in den Namen der Künstlerfarben und den überaus zahlreichen umgangssprachlichen Bezeichnungen für die Fülle der Farbtöne. Interessanterweise

denkt man bei Grün niemals an seine Komponenten, wie es bei Violett und Orange der Fall ist, d.h. man sagt nicht Blaugelb oder Gelbblau, deshalb gilt Grün in älteren Farbtheorien häufig als Primärfarbe. Grün wird mit dem Weiblichen assoziiert. Sie ist Farbe der Venus und der Liebe und taucht entsprechend in verschiedenen Sprachen als weiblicher Vorname auf (Hürrem, türk.; Cleo, altgr.; Midori, jap.; Klorinde, althochdt.; Vi-

ridiana, lat.; Cui, mandarin). Für seine Ausstellung im k-salon (Bergmannstraße 54) hat der Künstler Erwin Otto neben älteren Arbeiten in einer Reihe von Bildtafeln Formen der Natur mit Zitaten aus der Gartenarchitektur kombiniert und teilweise mit Ornamentformen und Schriftmaterial zur Gliederung des Bildraums ergänzt. Die Ausstellung wird am 10. November eröffnet und ist bis zum 1. Februar zu sehen. pm

Cartoon: Bert Henning

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November 2017

Stranger in a strange land Marcel Marotzke erweitert seinen Horizont

»Bist du sicher«, fragte mich Julia, »dass du im Iron-Maiden-T-Shirt in den KitKatClub gehen willst?« Ich war mir noch nicht einmal sicher, dass ich überhaupt dorthin gehen wollte. Weder in den KitKatClub, noch in sonst irgendeinen Club. Als ich das letzte Mal in einem war, hieß sowas noch Disko, so lange ist das schon her. »Was spricht gegen Iron Maiden?«, fragte ich zurück, »ist doch ’ne tolle Band.« »Du weißt aber schon, dass das ein Techno-Club ist, ja?« Julia schien mich für ein bisschen schwer von Begriff zu halten. Dabei war das ja ihre Idee gewesen, nicht meine. Sie wollte da unbedingt mal hin und hatte sich in den Kopf gesetzt, dass ich der ideale Begleiter und, im Zweifelsfall, Beschützer wäre. Und

jetzt stand sie bei mir in überwiegend durchsich- das Iron-Maiden-Shirt der Küche und nörgelte tige Oberteilchen ent- gegen ein schlichtes an meinem Outfit. hüllte, hätte sie eigentlich schwarzes T-Shirt. »Besser »Mir ist sogar klar, dass auch gleich nackt gehen so?«, fragte ich. »Können die meisten Menwir jetzt los?« schen dort weit Julia schaute weniger tragen mich schon wieals Jeans und Tder fassungslos Shirt«, sagte ich. an. »Spinnst du? »Aber du wolltest Es ist noch nicht doch einen Bodymal Zehn. Was guard. Meinst du denkst du denn, nicht, ein Bodywann das da losguard im Metalgeht?« Shirt ist vielleicht Das hatte ich überzeugender vergessen. Die als einer mit jungen Leute Netzhemd und von heute geNippel-Piercings UND WARUM HAST DU keine Maske hen eigentlich und so?« auf? Für jeden Anlass die richtige Kleidung. erst dann feiern, Julia seufzte. Foto: Xetal_gm (CC BY-SA 4.0) wenn alte Säcke »Da sind auch wie ich schon ganz normal gekleidete können, und so ent- längst wieder zu Hause Menschen«, erklärte sie schlossen wie sie ihrem sind. Vermutlich, dachte mir. »Aber eben nicht im Abenteuer KitKatClub ich, sogar genau desweIron-Maiden-Shirt.« entgegenfieberte, konnte gen. Ich schaute an ihr herab. man nicht ausschließen, »Hast recht«, sagte ich. Der Hauch von Nichts, dass das auch noch pas- »Und nun?« den sie unter der offenen sieren würde. Und ich »Vorglühen«, erklärte Winterjacke trug, wirkte sollte auf sie aufpassen. mir Julia. auf mich alles andere als Na schönen Dank. »Ja, stimmt, aber ich normal. So viel, wie das Entnervt wechselte ich habe nichts zu saufen

da.« »Oh Mann.« Julia schien die Geduld mit mir zu verlieren. »Dann müssen wir wohl zum Späti.« »Der hat Urlaub.« »Nee, oder?« »Wollen wir nicht einfach auf ein paar Bier runter in die Kneipe?«, fragte ich vorsichtig. »Bevor wir dann nachher weiterziehen?« Julia nickte. »Das wird aber etwas schwierig«, erklärte ich und deutete auf ihre nur spärlich verhüllte Vorderseite. Julia verstand. »Du meinst, es gibt da in der Kneipe einen Dresscode?« »Ja«, sagte ich, »man sollte dort …ähh… Kleidung tragen.« Wir konnten das Problem zum Glück lösen. Und ich muss sagen, dass ihr mein Iron-MaidenShirt ganz ausgezeichnet stand.

Epimenides und der amerikanische Präsident Wie Rolf-Dieter Reuter lernte, Trumps Lügen schätzen zu lernen

Gerade nochmal gutgegangen. Als aufrechter Verschwörungstheoretiker habe ich vor kurzem noch mal schwer durchgeatmet. Ich weiß noch, wie Donald Trump versprach, jetzt endgültig alle Akten des KennedyAttentates freizugeben. Ich war für einen Moment schreckensstarr. Die letzten geheimen Dokumente sollten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Und jetzt?, dachte ich. Was, wenn sich nun herausstellt, dass Lee Harvey Oswald wirklich ein Einzeltäter war? Dass es keine Verschwörung von CIA, FBI, Kuba oder Mafia gab? Wenn sich selbst der KGB als unschuldig wie ein Baby entpuppen würde? Die Konsequenzen wären ja unvorstellbar. Hieße das dann etwa auch automatisch, dass die Amerikaner wirklich

auf dem Mond waren, dass es nie einen Tonking-Zwischenfall gab und die Area 51 nicht für Kaffeekränzchen mit Aliens genutzt wird? Dabei war ich mir eigentlich inzwischen ganz sicher, dass Trump vermutlich selbst irgendein Produkt der Area 51 ist, also ein Versuch der Aliens, die Welt zu übernehmen, nachdem sie die Area 51 mittels eines Doubles übernommen haben und nach der gleichen Masche jetzt … ich schweife ab. Also, kurzerhand, wenn die Mutter aller Verschwörungstheorien auf dem Spiel stand, dann standen alle Verschwörungstheorien auf dem Spiel. Man stelle sich das mal vor: Wie öde wäre doch eine Welt ohne Chemtrails. Oder nehmen wir die Reichsbürger. Ein solch perfider Schritt von Trump hät-

te sie doch in eine tiefe Identitätskrise gestürzt. Apropos Trump und Identitätskrise: Was wäre denn dann aus seinen eigenen Verschwörungstheorien geworden? Was,

WAR ER’S? Lee Harvey Oswald mit Schießprügel. Foto: US-Gov. wenn die Papiere beweisen würden, dass sich der Vater von seinem Erzfeind Ted Cruz eben nicht mit Lee Harvey Oswald getroffen hätte? Würde das etwa im Rückschluss bedeuten,

dass selbst seine eingefleischtesten Anhänger erkennen würden, dass er im Grunde ein rechtes Lügenmaul ist? Als ich an diesem Punkt angekommen war, atmete ich erleichtert auf. Wenn Trump nur halbwegs bei Verstand war, dann würde er die Kennedy-Akten unter Verschluss halten. Doch kaum war ich so weit gekommen, musste ich lesen, dass 27 amerikanische Psychiater und Psychologen Donald Trump für verrückt halten. Sollte das bedeuten, dass Trump in einem selbstzerstörerischen Akt die Akten doch freigeben würde? Immerhin fußt ja seine Präsidentschaft auf der Idee der Verschwörungstheorie. Kurze Zeit später bescheinigte sich Trump im TV selbst, sehr intelligent zu sein. Das beruhigte mich jetzt nicht

wirklich. Denn es ist ja bekannt, dass Trump lügt, wenn er den Mund aufmacht. Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich ihn an dieser Stelle gefragt: »Mr. President, wie stehen sie persönlich zum Paradoxon des Epimenides?« Vermutlich hat ihn das tatsächlich jemand gefragt, denn einen Tag später sprach er davon, die Opiat-Epidemie zu bekämpfen. Dafür würden auch keine zusätzlichen Mittel zur Verfügung gestellt. Nein, Mr. President, Epimenides hat nichts mit Epidemie zu tun. Epimenides war ein Kreter, der behauptete: »Alle Kreter sind Lügner« – dämmert’s? Am entscheidenden Tag verkündete Trump: Die Kennedy-Akten bleiben unter Verschluss. Gott sei Dank, er hat wieder mal gelogen.

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Wenn der Traumjob zum Alptraum wird Peter S. Kaspar liest mit Vergnügen den »Drink des Mörders«

Es gibt ja Leute, die dort arbeiten dürfen, wo andere Menschen Urlaub machen müssen. So ergeht auch auch Colin Duffot, dem Tanzlehrer aus Mittelengland, dessen Wege mit Leichen gepflastert sind. Er darf als Aushilfstanzlehrer auf einem Kreuzfahrtschiff anheuern. Was nach einem Traumjob klingt, entwickelt sich sehr schnell zu einem Alptraumjob. Es beginnt schon mit seiner Freundin Lucy, die partout nicht verstehen will, warum sie Colin nicht auf der Kreuzfahrt begleiten kann. Auf dem

Schiff angekommen erweisen sich einige Gäste als zumindest strapaziös. Da ist zum Beispiel der schottische Lakritz-Fabrikant. Dieses Problem löst sich allerdings noch während der Überfahrt, denn der Lakritzfabrikant wird nicht lebend in Southampton ankommen. Und wieder mal ist Colin in einen Mordfall verwickelt. Leider weiß der Schiffsarzt um Colins Talent, in Mordfälle zu geraten, um sie dann aufzuklären. Er wirft sich dem Tanzlehrer als sein Dr. Watson an den Hals. Derweil ermittelt der

Rest von Colins Team in der schottischen Heimat des Opfers. Und wo ist eigentlich die eifersüchtige Lucy abgeblieben? Bislang hat Colin nur im vergleichbar unwirtlichen Mittelengland ermittelt. Da funktionierte der sprichwörtliche britische Humor schon qua Geographie ganz gut. Doch auch auf hoher See im mondänen Umfeld einer Kreuzfahrt schlägt sich Colin sehr wacker. Warum auch nicht? Die Königin des englischen Krimis, Agatha Christie hat ihren Meisterdetektiv Hercule Poirot schließlich auch

auf den Nil und in den Orientexpress geschickt. Der dritte Fall von Miriam Rademachers Colin-Duffot-Reihe ist nicht weniger vergnüglich zu lesen als die beiden Vorgänger. Waren in Teil eins Tänze und im Teil zwei die Farben des Mörders der Rote Faden, sind es dieses Mal die Drinks. Zur Lektüre empfiehlt die Autorin einen »Kuss der schwarzen Witwe«. Das Rezept wird mitgeliefert. »Der Drink des Mörders« Carpathia Verlag Berlin 328 Seiten, 14,90 Euro ISBN 978-3-943709-20-9

Besser Singen mit Jocelyn B. Smith

BKA

keit, mit dem Bühnnenstar Jocelyn B. Smith ihre Singstimme zu entwickeln und zu verbessern. Hier werden Menschen

JOCELYN B. SMITH Foto: Nils Conrad

BERLINER KABARETT ANSTALT

unterschiedlichen Alters, mit unterschiedlichen Vorerfahrungen sowie mit unterschiedlichen Sprachkenntnissen und mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen einbezogen. Ein weiteres musikalisches Highlight ist das anschließende »Shine a light«-Konzert. Die in Berlin lebenden NewYorkerin Jocelyn B. Smith wird dabei durch ihren Partner und Produzenten Volker Schlott am Saxophon unterstützt.

Miriam Rademacher stellt ihren neuen Roman am 25. November um 19 Uhr im Mehrgenerationenhaus, Gneisenaustraße 12 vor.

Zehn Jahre glücklich lesen

Workshop und Konzert im House of Life

KiezCommunity lädt zu einem Workshop und einem Konzert (barrierefrei) mit der Jazz- und Soulikone Jocelyn B. Smith. Am 10. November von 16:30 bis 18 Uhr (Vocal Workshop) bzw. 19:30 bis 20:30 Uhr (»Shine A Light« Konzert). Die Veranstaltung findet im House of Life, einer Langzeitpflegeeinrichtung für jüngere Erwachsene in der Blücherstraße 26b statt. An diesem Spätnachmittag haben die Besucher die Möglich-

Lesung in der Gneisenau 12

Die Vereine mog 61 Miteinander ohne Grenzen e.V. und namu Art for Life Network e.V. werden »Shine A Light«Botschafter. Workshop: 20 Euro, Konzert: 20 Euro, Kombiticket: 30 Euro. Wir bitten, wegen des großen Interesses um eine verbindliche Zusage. Per Mail unter [email protected] oder telefonisch unter 030 30645594 (AB). Ansprechpartner: Antje Lange, [email protected] pm/kuk

Vor zehn Jahren eröffneten Eleni Efthimiou und Susan Pfannstiel die Buchhandlung Leseglück in der Ohlauer Straße, damals noch in dem kleineren Laden gegenüber dem heutigen in der Nummer 37. Auf 75qm bieten die Buchhändlerinnen internationale Belletristik und ausgewählte Kinderbücher, aber auch Lyrik und Graphic Novels. Zum Jubiläum Ende Oktober gab’s ein kleines Fest mit den Kunden und Freunden der Kiezbuchhandlung. Glückwunsch! rsp

www.bka-theater.de s da tierische hauptstadt musical

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wildes berlin 15. - 18. & 22. - 25. November, jeweils 20 Uhr

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2 1 Otherland Bergmannstraße 2 Antiquariat Bergmannstraße 3 Buchhandlung Ludwig Wilde Körtestraße 4 Bilder-Buch-Laden Zossener Straße 5 Leseglück Ohlauer Straße 6 Hammett Friesenstraße 7 Berliner Büchertisch Gneisenaustraße 8 Lesung bei WollLust Mittenwalder Straße 9 Buchladen Schwarze Risse Gneisenaustraße 10 Buchhändlerin Eleni Efthimiou 11 ZLB in der Amerika-Gedenkbibliothek Blücherplatz

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Fotos: Gothe, Hoffmann, Oldenburg, Plaul

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Das klingt jetzt gut

In der MarktWirtschaft geht es mit Musik viel besser

G E M I S C HTE R C H O R mit weltlichem Schwerpunkt, donnerstags 19 –21.30 Uhr. conforza.de &&&

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Eigentlich scheint die Lage perfekt: Eine Kneipe in der Markthalle mit viel Platz für die Stühle und Tische draußen zur Bergmannstraße hin. Das sollte eigentlich ein Selbstläufer sein. Doch Wolfgang Lampen schüttelt den Kopf. »Die Leute rennen vorbei in die Markthalle, und wenn die abends um acht zumacht, ist hier alles tot. Da spielt sich dann alles unten in der Bergmannstraße ab.« Im dritten Jahr betreibt er mit seiner Frau Gisela nun die MarktWirtschaft. Die, die achtlos an dem kleinen Bistro vorbeigehen, verpassen allerdings eine ganze Menge. So lohnt sich zum Beispiel ein Blick in die sehr umfangreiche Weinkarte. Kleine Küche gibt es auch und die Spezialität des Hauses ist »Kalter Hund« – mit Rum! So langsam sprechen sich allerdings die Vorteile der zwar kleinen, aber sehr gemütlichen Kneipe herum. Außerdem: Mit Musik geht alles besser. So ist zum Beispiel ein Besuch

ALLER ANFANG WAR SCHWER, doch so langsam belebt die MarktWirtschaft den abends leblosen Teil der Bergmannstraße. Foto: psk von Peter Subway für den Musiker ein echtes Heimspiel, denn er wohnt gerade um die Ecke. Wenn er spielt, hat er meist auch noch einen Kollegen dabei. Im Sommer auf der Terrasse lockte das eine Menge Gäste an. Ein bis zwei Mal in der Woche wird Musik gemacht. Am Freitag gibt es dezente Bar-Musik, was ein wenig an Billy Joels »Pianoman« denken lässt. Nach den harten beiden Anfangsjahren geht es

nun so langsam bergauf. Wolfgang plant auch schon mal für die Zukunft. Die soll sich dann auch ein Stockwerk tiefer abspielen. Dort baut er den Keller nämlich zu einem Partyraum um. Doch auch jetzt schon kann die gesamte MarktWirtschaft auch für geschlossene Gesellschaft angemietet werden. Das tote Ende der Bergmannstraße könnte also bald ziemlich lebendig werden. psk

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Vollstationäre Pflege • Vier Wohnbereiche, davon ein Wohnbereich speziell für Menschen mit Demenz (zertifiziert) • Pflegeoase für schwerstpflegebedürftige Menschen mit Demenz • Senioren-Wohngemeinschaft

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Seniorenwohnungen • Ein- und Zwei-Zimmer-Apartments mit Balkon Tabea Tagespflege, Mo – Fr 8 bis 16 Uhr • Tagsüber professionelle Betreuung & Pflege • Fahrdienst von zu Hause & zurück • Kostenfreier Probetag Café Bethesda, So – Fr 12 bis 17 Uhr • Mittagstisch, Kaffee & Kuchen www.bethanien-diakonie.de

Vortrag: „Konflikte und Spannungen in der Pflege“ Mi. 15.11., 17:30–19 Uhr Haus Bethesda Eintritt frei, Vorherige Reservierung erforderlich unter T (030) 690 00 20 Dieffenbachstr. 40 10967 Berlin T (030) 690 00 20

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Graefe-Süd geht wählen

Quartiersrat und Aktionsfondsjury werden am 16. November neu gewählt Das Quartiersmanagement Düttmann-Siedlung startet zum siebten Mal seine Wahlkampagne, um Bewohnervertreter*innen für den Quartiersrat und die Aktionsfondsjury zu gewinnen. Der Auftakt war das Bewohner*innenforum am 12. Oktober. Unter dem Motto »Einsichten und Aussichten« stellte das Quartiersmanagement-Team Ziele und Strategien der Gebietsentwicklung vor. Über die Umsetzung der Maßnahmen und Na c h b a r s c h a f t s p r o jekte informierten die Partner*innen des Quartiersmanagements. »Geld ist nur Geld – Es hätte keine Wirkung ohne die zahlreichen Menschen, die das Förderverfahren Soziale Stadt mit ihren Ideen und Projekten umsetzen und den Kiez zum Erleben bringen«, so Angelika Greis, Leitung des Quartiersmanagements.

BEWOHNER DER DÜTTMANNSIEDLUNG informieren sich über die anstehenden Wahlen. Foto: nhu Der Anlaufpunkt für alle Nachbar*innen aus Graefe-Süd sollen der Dütti-Treff und die Dütti-Werkstatt am WernerDüttmann-Platz werden. So steht es im Leitbild des Treffpunkts: »Unser Treff steht allen Menschen offen, egal, zu welchem Gott sie beten, welches Land sie ihre Heimat nennen, ob sie Mann oder Frau, jung oder alt sind.« Dies war und ist ein zentrales Anliegen der Bewohner-

Kiezspaziergang Arbeitsgruppen gebildet

Am Samstag, den 7. Oktober 2017 fand ein gemeinsamer Spaziergang durch den »Gneisenau-Kiez statt«, initiiert von der BürgerGenossenschaft Südstern e.V., Miteinander ohne Grenzen mog 61 e.V. und dem Nachbarschaftshaus. Er führte auf vier verschiedenen Routen durch den Kiez, ausgehend vom U-Bahnhof Mehringdamm, dem Marheinekeplatz, der Blücher-/ Ecke Baerwaldstraße und dem Südstern. In allen Spazier-Gruppen waren Menschen unterschiedlichen Alters dabei, Mitglieder verschiedener Initiativen, Bewohner*innen mit dem Rollstuhl. Die Teilnehmenden sahen aus ihrer jeweiligen Perspektive auf den Kiez – vor allem mit Blick darauf, wie lebenswert und be-

wegungsfreundlich er gestaltet ist. Beim anschließenden Nachgespräch im Mehrgenerationenhaus Gneisenaustraße bildeten sich Arbeitsgruppen, in denen Anwohner*innen künftig verschiedene Themen behandeln möchten: Barrierefreiheit im Kiez, Grünflächen, Verkehrsprobleme sowie öffentliche Sitzgelegenheiten. Die Arbeitsgruppen werden von Mitarbeiter*innen des Nachbarschaftshauses und des Mehrgenerationenhauses begleitet. Weitere Interessierte sind herzlich eingeladen, an den Gruppen teilzunehmen und bei der Gestaltung des Kiezes mitzuwirken. Kontakt: Markus Runge und Carla Miranda, [email protected] de, Tel.: (030) 28508440. nhu

vertreter*innen aus dem Quartiersrat und der Aktionsfondsjury. Hierfür engagieren sich viele Partner*innen und Bewohner*innen in der Nachbarschaftsarbeit und in den Bewohner*innengremien. So werden im Quartiersrat Entwicklungen im Gebiet besprochen, Herausforderungen diskutiert und Lösungsansätze gesucht. Die Aktionsfondsjury entscheidet über An-

träge von engagierten Menschen, die ihre Ideen für und mit der Nachbarschaft umsetzen möchten, Nachbarschaft in Bewegung bringen, sich einmischen und mitmischen. »Mein Kiez ist Dein Kiez« steht am Eingang des DüttiTreffs. Das wird auch das Motto der nächsten zwei Jahre sein. Am 16. November wird im Dütti-Treff (Urbanstraße 48e) von 18:30 bis 21 Uhr gewählt. Alle Nachbar*innen aus dem Fördergebiet sind eingeladen, sich zur Wahl zu stellen und ihre Bewohner*innenvertretung zu wählen. Die Wahlparty mit Nachbar*innen bringt darüber hinaus auch viel Spaß, versichert das QuartiersmanagementTeam. Weitere Infos beim Quartiersmanagement ([email protected], Tel. 9212500-0). nhu

Spurensuche

Schreibwerkstatt im Dütti-Treff In einem zweitägigen Workshop laden wir dazu ein, sich auf Spurensuche zu begeben und mittels kreativen Schreibens die eigenen Ressourcen im Lebenslauf deutlich zu machen. Dabei wird das eigene Leben reflektiert und nach Sinnzusammenhängen durchleuchtet. Ziel ist es, die Einsicht zu fördern, Regisseur des eigenen Lebens zu sein und dass Gegenwart und Zukunft nicht starr oder vorgegeben sind. Diese wichtige Fähigkeit soll gestärkt werden, um das eigene Leben selbstwirksam und handlungsorientiert zu gestalten und Krisen auch als Chance für Veränderung anzunehmen. Ausgewählte Schreibübungen dienen als Schlüssel, um Tore zu vergessen geglaubten Träumen zu öffnen und daraus neue Perspektiven zu entwickeln.

Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Auch geht es nicht darum, literarische Texte zu verfassen. Vielmehr soll dem inneren Gefühl Ausdruck verliehen werden. Dies kann in jeder Muttersprache erfolgen. Grundkenntnisse der deutschen Sprache zum besseren Verständnis der Aufgaben sind von Vorteil, aber nicht zwingend. In entspanntem Rahmen kommen wir am 17. November von 17 – 20 Uhr und am 18. November von 14 – 18 Uhr im Dütti-Treff zusammen. Geleitet wird der Workshop von Urs Küenzi (Student MA Biografisches und Kreatives Schreiben) und Briska Shaways (Sozialpädagogin und Schreibtherapeutin). Anmeldung und Infos: [email protected], Tel. 0176 / 432 459 35 oder 030 / 311 66 00 77 nhu

Protestaktion mit Erfolg! Alles fing damit an, dass sich zwei Kundinnen der Deutschen Bank Filiale am Hermannplatz über den fehlenden barrierefreien Zugang beschwerten. Diese Beschwerde, die zuerst ignoriert wurde, mündete im Sommer in eine Demonstration gegen die Diskriminierung von Bewohner*innen und Kund*innen mit Mobilitätseinschränkung vor der Bank-Filiale. (Wir berichteten in der August-Ausgabe der KK.) Zu dieser Protestaktion hatten neben den Beschwerdeführerinnen auch die Initiative »Barrierefreie Nachbarschaft«, die Antidiskriminierungsberatung der LV Selbsthilfe Berlin e.V., das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. und die Beauftragten für Menschen mit Behinderung von Neukölln und FriedrichshainKreuzberg aufgerufen. Sie forderten einen barrierefreien Zugang zu der Filiale der Bank am Hermannplatz. Dieser Protest war erfolgreich! Das Beschwerdemanagement der Deutschen Bank in Frankfurt am Main kündigte in einem Schreiben eine Lösung des Problems bis Ende November 2017 an. Anscheinend haben sich nun alle beteiligten Parteien (Vermieterin, Tiefbauamt und so weiter) geeinigt und dem Bau einer festen Rampe am Eingang zugestimmt. Das ist ein großer Erfolg dieser gemeinsamen Aktion und der Beharrlichkeit der beiden Beschwerdeführerinnen sowie der Solidarisierung von Nachbarschaft, Vereinen und dem Bezirk. Herzlichen Dank für dieses Engagement! nhu

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Tresencharts Die Top 10 der Kneipendiskussionen

kommt das spanisch vor? Chaos um katalonische Unabhängigkeit 1 (-) Wem war einmal Air Berlin Flug von Keflavík 2 (4) EsLetzter ist die harte Nuss ...und mit der FDP wird’s auch nicht leichter 3 (1) Schwarz-Grün am Bosporus? Menschenrechtler Peter Steudtner ist frei 4 (-) Hoffnungszeichen Wahl-Wahn geht weiter Österreich und Niedersachsen wählen 5 (-) Der Holland fahr’n wir zur WM Und die Türkei ist auch nicht dabei 6 (-) Ohne der Gravitations-Erfolgswelle Erst der Nobelpreis, dann das Spektakel 7 (-) Auf Relativitätstheorie Hollywoods Starproduzent und der Sexismus 8 (-) Weinsteins haut dich um Jede Woche ein anderer Sturm 9 (5) Das Letzter Gruß vom Blueberry Hill Domino ist tot 10 (-) Fats

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»Jugend forscht« in Österreich Der stürmische Himmel über Berlin

Einige Katalanen wollen unabhängig sein, andere nicht, die Regierung in Madrid will nicht verhandeln. Alles irgendwie verworren – es kommt einem eben spanisch vor. Der letzte Flug von Air Berlin landete zwar offiziell von München kommend in Tegel. In Keflavík auf Island steckt noch ein Flieger fest, weil Air Berlin die Flughafengebühren nicht mehr zahlen konnte. Ach, wie schön wäre es in Jamaika. Da hätte es jetzt 30 Grad und das Leben wäre relaxed und easy – also genau das Gegenteil von dem, was sich bei den Sondierungsgesprächen abspielt. Wenigstens gibt es etwas Positives aus der Türkei

zu vermelden. Ist ja selten genug. Der Berliner Menschenrechtler Peter Steudtner ist frei. Auch im Oktober wurde fleißig gewählt. In Niedersachsen gewann die SPD dank eines Mitleidsbonus. Österreich hält es mit dem alten Grönemeyer-Song: »Kinder an die Macht«. Und der fesche Herr Kurz probierts mal mit den Rechten. Die Stimmung ist eh nicht gut in Österreich. Die WM in Russland ham‘s verpasst. Aber, geh‘, d‘Holländer und d‘Türken ham‘s aa verpasst. Anfang Oktober gab‘s den Nobelpreis für die Entdeckung der Gravitationswellen, und nur zwei Wochen später

krachen in der Galaxie NGC 4993 zwei Neutronensterne ineinander und produzieren Gravitationwellen. Gutes Timing – der Crash passierte vor 130 Millionen Jahren. Hollywood-Produzent Harvey Weinstein fand sein Tun relativ harmlos. Andere nennen es Vergewaltigung. Sexismus ist endlich ein Thema in Hollywood und nicht nur dort. Stürme treffen Berlin inzwischen im Wochentakt. Manche sind Überbleibsel der Hurrikans in der Kabrik. Da ahnt man, wie schlimm es dort gewesen sein muss. 2005 verlor Fats Domino seine Habe an »Katrina«, jetzt ist er mit 89 Jahren gestorben. psk

Düster und extrem traurig

In Kreuzberg erlebte Nick Cave seine punkigen Zeiten Geheimnisvoll und düster ist die Comic-Biografie, in der der Berliner Illustrator Reinhard Kleist Nick Cave portraitiert – zwei Adjektive mit denen ein jeder Cave-Fan sein Idol verbindet. Ursprünglich in Australien geboren, zieht der Sänger erst nach São Paulo, später nach London, Berlin und Brighton. Obwohl er dort bereits ein Kind hat, das fortan bei Mutter und Vater abwechselnd lebt, liebt und genießt er die Zeit in Kreuzberg und Schöneberg. Dort treibt sich Cave oft im Ex’n’Pop herum, im DschungelClub und im Risiko in der Yorckstraße. In Berlin erlebt Cave seine lauten und punkigen Zeiten, orientiert sich an der Berliner Undergroundszene und lässt sich von den befreundeten Einstürzenden Neubauten, die ein großes Vorbild für ihn sind, beeinflussen. Mit deren Sänger Blixa Bargeld gründet er bald die mittlerweile sehr berühmte Band The Bad Seeds, in deren Begleitung man Cave noch heutzutage oft auf der Bühne antrifft.

Doch schon früh stellt er klar, dass in ihm mehr schlummert als nur Musik. Im Jahr 1989 ist er erstmals Co-Autor und Darsteller des Filmes »Ghosts … of the Civil Dead«. Und trotz seiner Heroinabhängigkeit schafft es Cave, im gleichen Jahr seinen ersten Roman »And the Ass Saw the Angel« zu veröffentlichen.

Nelli hört Musik Ninell Oldenburg geht den Kreuzberger Nächten und ihrer musikalischen Untermalung auf den Grund.

Nach dem Umzug in die Küstenstadt Brighton wird Cave ruhiger. Er gründet zusammen mit seiner Frau Susie Bick, die ihn aus der Sucht rettete, eine Familie und gibt sich zusammen mit den Bad Seeds immer mehr den Einflüssen von Blues, Gospel und Country hin. Nach anderen Projekten, wie Soundtracks, weiteren Drehbüchern, einem zweiten Roman und vielen Alben, wird Cave 2007 in

die ARIA Hall of Fame aufgenommen und spätestens nachdem er sogar mit einem seiner Idole, Johnny Cash, ein Duett aufnimmt und 2015 zum Mitglied der National Academy of Design gewählt wird, erlangt er weltweiten, verdienten Ruhm. Doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere erleidet Cave einen tragischen Schicksalsschlag: Im Alter von 15 Jahren stürzt sein Sohn Arthur unter Einfluss von LSD von einer der Klippen an der Küste von Brighton in den Tod. Dieser Verlust stellt einen unvorstellbaren Schmerz in Caves Leben dar, der fortan ein Teil des Sängers und seiner Musik ist. Auch der Film »One More Time With Feeling«, der im letzten Winter auch in den deutschen Kinos lief und die Entstehung des neuen Seeds-Album »Skeleton Tree« dokumentiert, hinterlässt beim Zuschauer eine zutiefst düstere und zugleich extrem traurige Stimmung. Eine Stimmung, die auch seine Musik vielleicht nie wieder verlassen wird.

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Kreuzberg greift ein

Bezirk verhindert Hausverkauf an Investor Dies ist ein weiteres, richtiges und wichtiges Zeichen an alle Bewohner von FriedrichshainKreuzberg. Der Bezirk nutzte kürzlich sein Vorkaufsrecht, um günstige Mieten in der Cuvrystraße 44/45 zu sichern. Die landesseigene Wohnungsbaugesellschaft Mitte (WBM) kaufte das Haus mit 30 Wohnungen für 1,9 Millionen Euro. Nach dem Tod des Eigentümers hatte die Erbin das Haus an einen privaten Investor veräußern wollen. Dieses Vorhaben wurde nun gestoppt. Der Bezirk wehrt sich seit Jahren gegen soziale Ungerechtigkeiten und rein profitorientierte Investoren. Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) erklärt dazu: »Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg macht es sich zur Aufgabe, die Zahl der Vorkäufe von Jahr zu Jahr substantiell zu erhöhen, um breite Teile der Wohnbevölkerung vor Verdrän-

FLORIAN SCHMIDT bei der Ernennung zum Bezirksstadtrat im Dezember 2016. Foto: rsp gung zu schützen.« In der Cuvrystraße seien viele Haushalte auf günstigen Wohnraum angewiesen. Mit steigendem Verdrängungsdruck würden viele Anwohner wegziehen. Schmidt weiter: »Dies hat zur Folge, dass die geschaffene öffentliche Infrastruktur, die optimal auf die Gebietsbevölkerung zugeschnitten ist, nicht mehr in gleicher Weise ausgelastet ist, während sie an anderer Stelle neu geschaffen werden müsste.« Die Cuvrystraße 44/45

ist der neunte Fall, in dem der Bezirk sein Vorkaufsrecht in Anspruch genommen hat. In zehn weiteren Fällen sind Abwendungsvereinbarungen abgeschlossen worden, die die Käufer verpflichten, für 20 Jahre auf Luxussanierungen und Umwandlung in Eigentumswohnungen zu verzichten. Der potenzielle Käufer hatte diese jedoch ausgeschlagen. Weitere Vorkaufsrechte für andere Objekte im Bezirk werden derzeit geprüft. mk

Ein Gruß aus Salzwedel Wohin einen Lesebühnen bringen können

Kreuzberg ist eine Hochburg der Lesebühnenkultur. Das ist schön, weil Lesebühnen für junge begabte Autoren eine Chance darstellen können. Aber sie können sich auch als Gefahr entpuppen, wie wir letzthin erfahren mussten. Jüngst erreicht die Redaktion ein Text von der Stadtschreiberin von Salzwedel. Nun sind die Bezüge von Kiez und Kneipe zur Altmark nicht eben stark entwickelt. Doch dann erfuhren wir, dass jene Stadtschreiberin von Salzwedel eigentlich eine lebenslustige junge Kreuzbergerin ist. Seither fragen wir uns, welch eigenartige Volten das Schicksal geschlagen hat, um eine junge Frau aus dem Herzen Kreuzbergs in die Altmark zu verpflanzen. Natürlich

werden wir versuchen, diesem Geheimnis auf den Grund zu gehen und aufzudecken, ob dahinter ein triumphaler Erfolg oder eine grausame Strafe stecken. Juliane Powalla, die Stadtschreiberin von Salzwedel, hat schon in

JULIANE POWALLA Stadtschreiberin von Salzwedel. Foto: priv

Täglich wechselnde Mittagsgerichte

Naturwein Olivenöl Bioprodukte Catering Öffnungszeiten: ab 10:00 Uhr bis ? Samstags & Sonntags Brunch Mittenwalder Str. 13, 10961 Berlin I Tel. 50 56 91 25 nonneundzwerg.com I facebook.com/nonneundzwerg

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Individuelle Beerdigungen, Beratung, Begleitung in und um Berlin

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Aussicht gestellt, uns dabei zu unterstützen. Vorab mal ein kleiner Text vom Südstern: Südstern Als ich mit dem Fahrrad an der Ampel halte, den Knopf drücke und mich am Pfahl festhalte, um nicht absteigen zu müssen, sehe ich daran einen weißen Flyer hängen: »Wie Beziehungen gelingen«. Frage mich, welcher selbsternannte Guru sich dahinter verbirgt und fühle mich ertappt, als mich der Radfahrer neben mir mit deutlichem Anglo-Akzent anspricht: »Das hilft nichts.« »Ach«, sage ich verwundert, »hast du den schon gemacht?« – »Das ist nur für blinde Menschen« – sagt er. Und im Davonfahren begreife ich, dass er den Ampelknopf meinte.

 

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Wege aus der Krise

Kreuzberger Filmprojekt dokumentiert neue Formen des gesellschaftlichen Zusammenlebens in Griechenland Seit Fred Plassmann 1994 das erste Mal nach Kreta reiste, um als Praktikant im Architekturbüro von Jenny Mavraki zu arbeiten, hat sich Griechenland radikal verändert: Die Wirtschafts- und Staatsschuldenkrise erfasste 2010 auch Kreta, und ihn erreichten dramatische Berichte von Mavraki und ihrem Bekanntenkreis. Sehr viele Menschen sind seitdem in existentielle Notlagen geraten. Staatliche Einrichtungen sind nahezu kallobiert. So kam der Kreuzberger 2013 erneut nach Kreta und begann, Interviews zu führen: Mit Jenny Mavraki und mit ihren Freun-

den und Bekannten, die sich zu einer »parea« zusammengefunden haben, einer Wahlgemeinschaft von Menschen, die sich verbunden fühlen und sich gegenseitig im immer schwieriger zu bewältigenden Alltag unterstützen. Bei ihren wöchentlichen Treffen diskutieren sie Wege aus der Krise. Es entstanden Initiativen für soziale Einrichtungen und Netzwerke, um den Ausfall der staatlichen Fürsorge auszugleichen. Doch bei dem einen Besuch auf der Insel blieb es nicht: Jedes Jahr ist Fred Plassmann seitdem auf Kreta und hat in unzähligen Gesprächen eine Art Chronik der politischen

und gesellschaftlichen Veränderungen in der griechischen Gesellschaft erstellt. Dabei geht es aber nicht nur um eine Dokumentation der Folgen des langjährigen Spardiktats der Troika, sondern auch um die Entwicklung einer alternativen Sozialökonomie mit Agrar- und Produktionskooperativen und sozialen Krankenhäusern, die sich abseits der medialen Aufmerksamkeit gebildet haben. Im Sommer 2017 machte er gemeinsam mit seinem Sohn Jaromir eine Tour quer durch Griechenland und besuchte 17 solcher Gruppen und Kooperativen. Unter dem Arbeitstitel »Reactivate Greece

VATER UND SOHN in der selbstverwalteten Baustofffabrik Vio.Me. Foto: urbanfilmlabs.org by the Greek« und gemeinsam mit Fred Plassmanns gemeinnützigem Verein urbanfilmlab e.V. soll daraus jetzt ein Dokumentarfilm entstehen. Das Projekt wird dafür allerdings noch einige

Tausend Euro benötigen, etwa für Untertitel und Postproduktion. Wer dem Projekt finanziell unter die Arme greifen möchte, findet weitere Informationen unter urbanfilmlab. org. rsp

Brutstätte für Independents

Robert S. Plaul besuchte das 12. Pornfilmfestival im Moviemento

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IM AB 16.11.

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Als Benjamin Teske seine Coming-of-AgeKomödie »Strawberry Bubblegums« beim 12. Pornfilmfestival Berlin (PFFB) einreichen wollte, musste er schon ein wenig Überzeugungsarbeit beim Koproduzenten NDR leisten, erzählt er in der Fragerunde nach dem Screening. Denn auch elf Jahre nach der ersten Ausgabe haftet der Veranstaltung mit dem provokanten Namen ein Schmuddelimage an, das ihr kaum gerecht wird und das ehrenamtlich organisierte Festival wohl für alle Zeiten für öffentliche Fördergelder disqualifiziert. Doch »lieber arm, aber unabhängig«, sagt Mitorganisatorin Manuela Kay, hauptberuflich L-Mag-Chefredakteurin und Siegessäule-Geschäftsführerin. 2016 waren es über 8.000 Besucher, die sich nicht abschrecken ließen und ins Moviemento kamen,

NICHTS FÜR JEDEN, aber ehrlich und ungefiltert. Filmstill: »My body, my rules« das dem Festival seit Jahren trotz des immer akuter werdenden Platzmangels zur Heimstätte geworden ist – 2017, verlängert um einen Tag, könnte die 10.000er-Marke geknackt worden sein. Mit gewissem Stolz beobachten die Veranstalter, dass es nicht nur immer mehr ähnliche Events in Deutschland und Europa gibt, die sich mehr oder weniger direkt auf das Berliner Festival berufen, sondern auch, dass immer

mehr unabhängige Filmprojekte auf dem PFFB ihre »Brutstätte« haben, erzählt Kay. Für viele Filmemacher, wie etwa Dauergast Shine Louise Houston, Gründerin des queeren Porno-Studios »Pink and White Productions« aus San Francisco, ist das Event inzwischen zum jährlichen Motivationsschub geworden. Und auch Benjamin Teske hatte die Inspiration für seine Porno-Komödie vor fünf Jahren auf dem PFFB.

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Kaffeeklatsch mit Tante Ilse

Süßes gegen den Novemberfrust Pumpkin Pie ist ein klassicher Nachtisch aus Amerika

Pumpkin Pie (Kürbiskuchen) kommt vermutlich ursprünglich aus England und wurde in Amerika zu einem echten Klassiker weiterentwickelt, der insbesondere als Nachtisch zu Halloween, Thanksgiving und Weihnachten serviert wird. Zutaten für den Teig: 250 g Mehl 1TL Salz 150 g kalte Butter 60 ml Eiswasser Für die Füllung: 150 g weißer Zucker ½ TL Salz 1TL Zimt, gemahlen ½ TL Ingwer, gemahlen ¼ TL Nelkenpulver ½ TL Piment, gemahlen ¼ TL Muskat, gerieben 2 große Eier 440 g Kürbisfleisch (Hokkaido oder Butternut) 350 ml Kondensmilch Schlagsahne oder Vanilleeis zum Servieren Mehl für die Arbeitsfläche Fett für die Form Ich fürchte, der Winter ist nah … Da! Was? Das heißt: »Da!« Nein, ich sagte nah! Bei welcher Staffel hängst du denn fest? Staffel von was? Ich verstehe gar nichts. Na, »Game of Thrones«. Das heißt jetzt, der Winter ist da! Ach, so etwas schaut ihr in eurer Freizeit? Schauten! Schauten! Jetzt müssen wir ja noch anderhalb Jahre auf die Auflösung warten. Wird eine verdammt harte Zeit. Also, dass ausgerechnet ihr so etwas anschaut …

Zubereitung: Den Kürbis würfeln und mit wenig Wasser auf kleiner Flamme dünsten, bis er weich ist. Dann pürieren und auskühlen lassen. Für den Teig in einer Schüssel Mehl und Salz vermischen, Butter in Stücken hineingeben. Nach und nach esslöffelweise das eiskalte Wasser hinzugeben. Mit einer Gabel den Teig so lange schlagen, bis er sich zu einem Ball formen lässt. Den Teig für 30 Minuten im Kühlschrank kalt stellen. Jetzt den Ofen auf 220° C, wenn möglich Unterhitze (sonst Ober/Unterhitze), vorheizen. Die Eier in einer großen Schüssel verschlagen. Das Kürbispüree, Zucker, Salz und die Gewürze hinzugeben und verrühren. Die Kondensmilch nach und nach dazugeben und alles gut vermischen. Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche

mit einem Nudelholz zu einem Kreis von ca. 25 cm Durchmesser ausrollen und in eine gefettete Pie- oder Springform (23 cm) geben, dabei einen Rand hochziehen. Die Kürbismischung vorsichtig in die Form gießen. Den ganzen Segen jetzt für 15 Minuten bei 220° backen. Dann die Ofentemperatur auf 175° reduzieren und den Pie für weitere 40 bis 50 Minuten backen. Wenn ein Holzstäbchen in die Mitte des Kuchens gesteckt sauber heraus kommt, ist der Pie fertig und ihr könnt ihn aus dem Ofen nehmen und in der Form auf einem Kuchengitter komplett auskühlen lassen. Danach bitte sofort servieren – Schlagsahne und/oder Vanilleeis passen prima dazu. Gutes Gelingen und einen ebensolchen Appetit wünscht Eure Tante Ilse

das irritiert mich dann schon etwas. Eigentlich wollte ich doch aufs Wetter raus.

Die einen sagen so, die anderen so. Also in Winterfell zu Beispiel.

Dann sag das doch gleich. Was missfällt Dir denn jetzt wieder am Wetter? Ist doch ganz spannend. Es gibt Leu-

Und wieder Antworten auf Fragen, die keiner gestellt hat te, die zahlen in Vergnügungsparks viel Geld dafür, dass sie angepustet und nassgespritzt werden. Also jammere hier nicht rum. Aber ich habe die Nase voll von all den Xaviers, Ophelias und Herwarts. Kalt und nass und dunkel. Ich krieg jetzt ja schon meine Winterdepression, dabei hat der Winter noch nicht mal angefangen.

Lass mich doch mit Winterfell in Ruhe. Da ist es immer kalt. Ha – ertappt. Du schaust auch Game of Thrones. Ich hab da nur mal so … beim rumzappen … Na klar, Du hast auch noch nie bei McDonald’s gegessen oder die BildZeitung gelesen. Das sind immer die anderen. Na ja, trotzdem. Ich finde, überhaupt, man sollte weniger fernsehen und mehr lesen. Gerade bei diesem Wetter. Stimmt. Wir hätten da einen tollen Tipp: »Ein Lied von Eis und Feuer«. Oh, toller Tipp, kauf ich mir!

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