nachrichten - LGLN - Land Niedersachsen

nachrichten - LGLN - Land Niedersachsen

NACHRICHTEN der Nfedersächsischen Vermessungs- und Kataste rveiwaltung Hannover Nr. 4 48. Jahrgang 4. Vierteljahr 1998 H 6679 11 Niedersachsen Die...

26MB Sizes 0 Downloads 0 Views

Recommend Documents

Nachrichten - LGLN - Land Niedersachsen
01.01.2012 - Iris Osterwald Domänenverwaltung – Mehr als Domänen verwalten. Helmut Meyer Die Katasterämter in Niede

frs TI - LGLN - Land Niedersachsen
ist die geordnete Aktenführung über die Programm-Bibliothek, über Programme ... verwaltungsamt eine als Original best

Archiv-Nachrichten Niedersachsen
auch im Demminer Regionalmuseum deponiert. Ähnlich ist die Lage im Amt. Bützow-Land. Hier wurde angegeben, dass zwar e

Nachhaltigkeitsstrategie für Niedersachsen - Land Niedersachsen
verbände und der Rat für nachhaltige Entwicklung als unabhän- giges Beratungsgremium der Bundesregierung. Mittlerweile v

1998
von vielen – dem Staatsarchiv in Hannover eine Liste vor, auf der Aktentitel erschie- nen wie 'Festung ...... Stadthag

Präsident - LGLN
Geodatenmanagement. Alois Ipe. Geodatenmanagement. Thomas Schaefer. Geodatenmanagement. Günther Ehrhardt. Geodatenmanage

Legende - LGLN
Legende. AK5/AP25, farbig. Flurstücke. Flurstücksgrenze. Grenzen. Gemeindegrenze. Landkreisgrenze, Regionsgrenze, Gren

4 Behinderung - Land Niedersachsen
19.05.2011 - sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt. Prof. Dr. Reinhard Turre, *1941, ehem. Direktor des Diakonische

Unsere Nordsee - Land Niedersachsen
96 Prozent der Eissturm vögel durchschnittlich 25. Plastikteile im Magen haben. Müll im Meer ist zu einer großen. Her

Berichte - Land Niedersachsen
M. W ulf und H.-J. Keim: Zur Bedeutung „historisch alter Wälder" für den Naturschutz- ... J. Brunet: Der Einfluß vo

NACHRICHTEN der Nfedersächsischen Vermessungs- und Kataste rveiwaltung

Hannover Nr. 4 48. Jahrgang 4. Vierteljahr 1998 H 6679

11 Niedersachsen

Die Kunden- und Mitarbeiterinnen- und Mitarbeiterbefragung als lnstrument des Qualitätscontrollings in der Niedersächsischen Vermessungs- und Katasterverwaltung - ZWISCHENBERICHT -

Von Wolf-Erich von Daack

Vorbemerkung

ln den Projektberichten zu KOLEIKAT ist ausgeführt worden zu lndikatoren und lndikatorenbenutzung, daß Erstere anzeigen sollen, inwieweit die nicht unmittelbar wirtsChaftlichen Ziele erreicht werden können. Für Zwecke des Verwaltungscontrollings lassen sich unterscheiden extern orientierte lndikatoren, die das Verhältnis Verwaltung Bürger (,, Kunde") widerspidgeln, und intern orientierte lndikatoren, in denen die Beziehungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu ihrer Arbeitsumwelt zum Ausdruck kommen.

ln Fortsetzung von KOLEIKAT ist ein weiteres Kooperationsprojekt ,,Kundenzufriedenheit und Qualitätsmanagement im Vermessungs- und Katasterwesen" mit der Professur für Betriebswi rtschaftslehre/Rechnu ngswesen der Universität Oldenburg vereinbart worden. Die Aufgabenstellung umfaßt im wesentlichen: Grundklärungen zu Qualitätsmanagement und Kundenzufriedenheit bei öffentlichen Dienstleistungen, Kon kretisieru ng d ieser Sachverha lte f ü r das Vermessungs- und Katasterwesen,

Qua litätscontrollings a ls Teilsystem des Controllings lassen sich nun wiederum alle o.g. Systeme mit dem Begriff ,,Qualität' belegen, wobei die Aufgaben des Qualitätscontrollings

sich vornehmlich ergeben aus lnformationsversorgung (Auf-

bereitung der lnformationen in Form komprimierter übersichtlicher Darstellungen), sowie Planung, Kontrolle und Koordination (Bewertung von Handlungsalternativen in den Entscheidungsbereichen hinsichtlich der Qualität zur Erreichung eines Qualitätsoptimums). Nach Wesen, Zielen und Aufgaben des Controllings und des Qualitätscontrollings sind die Dimensionen der Dienstleistungsqualität zu klären. Eine diesbezügliche Qualitätseinschätzung kann von drei Qualitäten ausgehen:

Potentialqualität Bearbeitungszeit, zeitliche und räumliche Zugänglichkeit, Ausstattung mit personellen und technischen Ressourcen, fachlich und soziale Kompetenz des Personals, Orga n isationsstru ktu r, Prozeßq ua lität

Ganzheitliche individuelle Betreuung und Beratung, kompetente und zuverlässige Bearbeitung, Kooperation mit den Kunden, Transparenz von Verfahren und

Durchführung der Studie zur Kundenzufriedenheit in

Ha nd I u ngsanweisu

Zusammenarbeit mit sechs Katasterämtern (Bremervörde, Oldenburg, Osnabrück, Osterh olz, Syke und Varel).

Ergebnisqualität Richtigkeit, Rechtmäßigkeit und Vollständigkeit der Lei-

Das Projekt hatte einen Zeitumfang von sechs Monaten. Es wird von der Universität Oldenburg wissenschaftlich aufgearbeitet und in einem Abschtußbericht zusammengefaßt. Die abschließenden Ergebnisse sollen abgewartet werden,

stung, Nachvollziehbarkeit und Kontrollmöglichkeiten

bevor das Projekt als !nstrument eines Qualitätscontrollings

bei den Katasterämtern generell und ggf.darüber hinaus eingesetzt wird. Die Rücklaufquote (je Katasteramt sind 1 000 Fragebögen versandt worden) lag bei fast 17 o/o und ist erfahrungsgemäß als repräsentativ anzusehen. Von etwa 400 Bediensteten haben 52 o/o an der Befragung der Mitarbeiterinnen/ M ita rbeiter tei lgenommen.

ngen,

der Leistu ng, zügige Bearbeitung (Leistungserbringung), Preis-Leistungs-Verhältnis, technische Qualität. Entsprechend den drei Qualitäten ist der Fragebogen in entsprechende Fragen gegliedert worden.

2

Ausgestaltung der Fragebögen

Die Befragungen gehen von einer Notenskala von

1

(sehr gut) über 4 (mittelmäßig) bis 7 (sehr schlecht) aus oder der Skalierung 1 bis 7 (äußerst wichtig, wichtig, unwichtig). Entsprechend der Themenstellung teilt sich das Projekt in

eine Kundenbefragung und in eine Befragung der Mitarbei-

1

terinnen und Mitarbeiter auf. Allgemeines

Die Verwaltungsreform in Niedersachsen im allgemeinen und die Steuerungsinstrumente hierzu im besonderen enthalten neben einigen anderen lnstrumenten auch die Kunden- und Qualitätsorientierung. Controlling ist als zentrales lnstrument der Unterneh-

mensführung anzusehen. !n Wechselwirkung

zum

Controlling lassen sich weitere Systeme unterscheiden, so z.B. Organisations-, Personalführungs-, Planungs- sowie Kontroll- und lnformationssysteme. Basis all dieser Systeme ist letztlich das Ausführungssystem. Hinsichtlich des 146

2.1 Kundenbefragung Der Fragebogen umfaßt

l4 Fragen.

Die Fragen betreffen zunächst die Kundengruppe (privater Bereich, öffentlicher Bereich, Notar und Rechtsanwalt usw.) sowie die Häufigkeit und die Form der Kontakte mit dem Katasteramt (schriftlich, persönlich, telefonisch). Der Hauptteil der Fragen bezieht sich auf die Zufriedenheit mit den Leistungen des Katasteramtes, die in Fragestellungen mün-

den, ob das Katasteramt bei Bedarf wieder aufgesucht oder das Amt weiterempfohlen wird. Die Kriterien umfassen im

Kern die zeitliche und örtliche Erreichbarkeit, die technische und personelle Ausstattung, das Auftreten des Personals, die fachliche Beratung, die Bearbeitungsdauer, die Verständlichkeit der Bescheide, die Genauigkeit und Vollständigkeit der Bescheide, bis hin zum Preis-Leistungs-Ver-

hältnis. Bei einigen Fragen ist zudem eine Rangfolge der Kriterien anzugeben.

Ein weiterer großer Fragenblock ist den Befindlichkeiten gewidmet, so z.B. über arbeitsteilige Kooperationsbeziehungen, Zusammenarbeit mit Kolleginnen/Kollegen und Vorgesetzen, Betriebsklima, Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Beförderungschancen, um nur einige zu nennen.

Der Fragenkatalog schließt mit einem Bereich, der betrifft und mit einem Block, der die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus Kundensicht antworten läßt, KOLEIKAT

indem sie sich in den Kunden hineinversetzen sollen.

2.2 M itarbeiterinnen- und M itarbeiterbefragung

3

Der Fragebogen umfaßt 60 Fragen.

Entsprechend der Gesta ltu ng des Fragebogens teilen sich die Auswertung und die Darstellung der Ergebnisse in die allgemeine Analyse der Dienstleistungsqualität und die leistungsspezifische Analyse der Dienstleistungs-

Ein Großteil der Fragen bezieht sich - neben allgemeinen Fragen - zunächst auf die einzelnen Aufgabengebiete (2.8.

Durchführung von Vermessungen, Anfertigung von Lageplänen), die auf dem Leistungsartenkatalog KOLEIKAT basieren. Dabei sind generell zwei Fragestellungen zu beantworten: Welche Kriterien beeinflussen nach lhrer Meinung die Qualität der Antragsannahme am stärksten? (Angabe einer Rangfolge) Wie sind diese Kriterien in lhrem Katasteramt verwirklicht?

Zu den Kriterien zählen z.B. Anzahl des

Personals,

Bearbeitungszeit, Ausbildung des Personals, technische Ausstattu ng etc.

Auswertung der Kundenbefragung

q ua

lität

im Katasteramt. Die allgemeine Analyse beginnt mit der Darstellung der allgemeinen Zufriedenheit mit dem jeweiligen Amt. Dabei

sind die Noten 1, 2 und 3 (1: sehr zufrieden bis 7: sehr o/o

der sich geäußerten Kunden vergeben worden. Eine weitere Folie enthält die Beurteilung von

unzufrieden) von 85

18 Qualitätsmerkmalen (Genauigkeit, Vollständigkeit, Einhaltung von Zusagen, Bearbeitungsdauer, Wartezeit, Hilfsbereitschaft des Personals, örtliche und zeitliche Erreichbarkeit u.ä.) nach Wichtigkeit geordnet und jeweils fur das Amt sowie für den Durchschnitt der Amter ausgewiesen (Abb. 1). Die Benotung umfaßt im wesentlichen den

Beurteil ung der Qual itätsmerkmale mit Hilfe des arithmetischen

Mittels für das Katasteramt nach absteigender Wichtiirkeitsrangfolge (i.Vgl. zum Durchschnitt aller untersuchten Amter) Genau(7keit Elnhatten von Zusagen

voil§;digkeit Prel§-l-ei§u ngsverhältnis facfrlfo*re Beratung

Bearbeitungsdauer Kommunikation Hiftsbereitschatt d. Personals Veatändlir*rkeit der Bescfreide itdnirfu elle Kundernvü nsctre zeiüicfie Eneicfiba rkeil Antragsformutare Wartezeit

khre Zuständbkeir örüiche Eneir*rbarkeif Auftrsten des Personals

teclnibcfie Arsstattung Gestarhrng der Rllume

4,5

Abb.

1

'147

Bereich 2 bis 3. Daß das Kriteriuffi ,,Preis-Leistungs-Verhältnis" für den (zahlenden) Kunden etwa die Note 4 erhält, ist aus der Situation heraus erklärlich.

Eine weitere Auswertung betrifft die Portfolioanalyse der Wichtigkeit und Beurteilung der 18 Qualitätsmerkmale. Beide Parameter sind hierbei mit ihrem Notenbereich von 1

bis 7 auf einer horizontalen und vertikalen Achse aufgetragen (Abb.2). Die 4 Quadranten versinnbildlichen: 1 .) Strateg ische Nachteile: 2.) Strateg ische Vorteile: 3.) akzeptable Nachteile

4.) i rrelevante Vortei

M

it Priorität zu verbessern

ha

lten/ausbauen

le.

Portfolioanalyse der Wichtigkeit und Beurteilung der Qualitätsmerkmale mit Hilfe des arithmetischen Mittels für das Katasteramt

Sfategisdre MclT tei le: Mt PrioritäitverBsern

a?'zsptaH e !\.ladrte i I e

E,,

tr -=



a-

#r L .J

-

o

o

I

o

j

on r ohrto o

rjSe I

offio g

*tl s. c ob

§rategische Vorteile: lulteilausbauen

indevante Vorteile

4 UVichtigkeit

Legende: a) Auftreten des Personals b) Hilfsbereitschaft des Personals c) fachliche Beratung d) Berucksichtigung indiv. Kundenwünsche e) Gestaltung der Antragsformulare Kommunikation 0 Abb. 2

148

g) Einhalten von Zusagen h) Verständlichkeit der Bescheide i) P reis-Leistu ngsverhä ltn is j) Bearbeitungsdauer

m) örtliche Eneichbarkeit n) zeitliche Eneichbarkeit

k) Genauigkeit

q) technische Ausstattung

l) Vollständigkeit

r) Wartezeit

o) kla re Zuständigkeiten p) Gestaltung der Räume

Vennessung \ron Grurdstücken

2,6

Vermessttng votl Gebätden

Auskünfte über Grundstücke und Gebäude Ausäige aui Lirgenschaftsbttch und -lorte Ersfellung von

tagffinen

2,5

für einen Bamntrag

Ersilellurq von Unterlagen für Bauleitpläne

Erstellurp votl Verketrrsrvnrtgrutachten B

oden richtwerta uskü n ft e

Abb. 3

Beu rtei| u n§ der Q u ä I ltät§me rkryalÖ fü r dielEA1"yermesgu ng vo n Gebä ude n " (nach ab lefiyende r Wdltigkeit sortie rt). I

VGüüdar EiürtsrvqrZ§.gGn

Cqaiddt Pr:is.tcisfng$rtrüris

lGrrnrfültn läctücrr Ecrlfng

acrOaUfAr Irffirftt*citdrBco#tb llrDanatrffitd Prrcü üüdcrtcr:eürgsnüm.rr hrlväplo

.

l(l.]ürÜrEfi

umdr

rf:Arürlglclt AfüuErrbcffi zrilcrr BrulctilEf

tclnisd:Asslüng

üIclrErddüdd Ccstafrn(kRllrrp

Abb.4 149

c0 C

e o 1n a

c0

C)

,o l-

e o

c)

8tr e,

7c :'i c) :-o t't C)

c,

v-2

C.)

,o -o t- C,

Ol-

l<

''9 tt, €

!co 'H

t< H

)

:§.o G

I

a

= O

:(ll

{ra

=((l)

o

;J

3Gl

+.)

oIl

-c§ )CY 15

O

\o

J

rft

a ct

H

-)

-a .H

ltst

q)

+, cr)

a? ??l

o

l.-

M

J

o

CH

o a

C,)

L q)

rO .o)

11 H

"J .a< -a4

L.

c.) = UA A

()

-I-

3r) za

.eE -oc Gc)

C)-o i tf

Abb. s 150

'

t

O0 lf)§

A

a)

§ta -

olr!

t

:el ar,

lrr'

-' -

O

J

-) --c) {rJ

q)

i

o

ets

bo

§:«l

GI

co

q)

o0

trt =b o

Die Merkmale sind im Sinne einer Handlungsempfehlung Die Abfrage ist wiederum in ihrem Notenspektrum von 1 - 7 als fuaß der Zustimmung zu den einzelnen Kriterien zu der werten und als tvtittelbildung für das einzelne Amt sowie für alle sechs Amter gestaltet.

zu verstehen. Ergebnis: Die Mehrzahl der Qualitätsmerkmale liegt in Zone 2: ,,Strategische Vorteile: halten/ausbauen."

Der Notenbereich liegt überwiegend zwischen 2 und 4,

ln einer weiteren Auswertung sind wichtige Leistungs- selten besser als 2. Hinsichtlich der Beförderungs- und arten (8 insgesamt) mit Hilfe gewichteter Durchschnitte in Höhergruppierungschancen ist aber auch eine Note vergeihrer Beurteilung durch den Kunden dargestellt worden ben worden, die knapp unter 5 liegt. (Abb. 3). Die durchschnittliche Bewertung bei den sechs Der Vergleich jeweils zweier Amter überschreitet nur Amtern: 2,6.Daß auch einzelne ausgewählte Leistungsarten, z.B. ,,Vermessung von Gebäuden", dargestellt werden können, zeigt ein Balkendiagramm, bei dem die Noten für die 18 Qualitätsmerkmale aufgetragen worden sind (Abb. 4). Schließlich werden jeweils zwei Katasterämter in der Beurteilung der Leistungsarten gegenübergestellt und verglichen - eine Auswertemöglichkeit, die durch die beschriebene Vorgehensweise bedingt ist. Eine Gegenüberstellung von Kosten und Qualität zeigt die Abb. 5. Eine Studentengruppe hat für zwei Katasterämter ei-

selten den Umfang zweier Noten.

5

Vergleich der Kundenbefragung mit der Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Einen interessanten Vergleich bildet die Gegenüberstellung

der Einschätzung durch die Kunden des Katasteramtes einerseits und durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter andererseits. Bezugsgrößen sind zum einen die acht wich-

nen Vergleich mit weiteren durchgeführten Kunden- tigsten Leistungsarten (Aufgabengebiete) (Abb.8), befragungen (auf der Grundlage von 7 Qualitätsmerkmalen) dern die fünf Qualitätsmerkmale (Abb. 9)

in der öffentlichen Verwaltung angestellt, und zwar Befragungen bei den Städten Hannover, FrankfurUMain, Stuttgart und Dortmund. Dabei sind die beiden Katasterämter mit der Note 2,3 Spitzenreiter

-

zum an-

zeitliche Erreichbarkeit, fachliche Beratung,

Auftreten des personals,

Bearbeitungsdauer, Berücksichtigung individueller Wünsche. Die Zensuren bewegen sich generell im Bereich zwischen 2 und 3. Die Abweichungen zwischen eigener Bewertung und 4 Auswertung der Mitarbeiterinnen-/Mitarbeiter- der der Kunden übersteigen selten eine ganze Note. befragung Eine Portfolioanalyse gibt auch hier wiederum Handlungsempfehlungen mit den Möglichkeiten (Abb. 10) Entsprechend der Gestaltung des Fragebogens teilen sich - Vorteile, die gehalten werden müssen (A), die Auswertung und die Darstellung der Ergebnisse in die - Kostenverbesserung anstreben (B), - Analyse der Leistungsarten und die - Qualitätsverbesserung anstreben (C), - Analyse der Organisations- und Motivationsfragen. - Qualitäts- und Kostenverbesserung anstreben (D). Ein weiteres Kapitel befaßt sich mit der vergleichenden Tabellen mit den entsprechenden Zahlenwerten ergänzen Analyse zwischen jeweils zwei Katasterämtern. die graphischen Darstellungen, um detailliertes Material Die erste graphische Darstellung zeigt den Vergleich für weitere Untersuchungen zur Verfügung zu haben. des arithmetischen Mittels (der Qualitätseinschätzung) der auf '15 Aufgabengebiete zusammengefaßten Leistungsarten aller sechs Amter zu den des jeweiligen Amtes (Abb. 5). Die Notenwerte liegen zwischen 2 und 3, nur in wenigen Fällen über der Note 3. Die Abweichungen zum arithmetischen Mittel aller sechs Amter betragen in den meisten Leistungsarten (Aufgabengebieten) weniger als eine halbe Note. ln einer weiteren Tabelle werden die 15 Aufgabengebiete den Noten für die Qualitätskriterien - Anzahl des Personals - Ausbildung des Personals - Bearbeitungszeit - technische Ausstattung gegenübergestellt. Ebenso die Noten des arithmetischen Mittels der vier genannten Qualitätskriterien mit der Mittelbildung aller Amter. Ergebnis der Mittelbildung: Noten zwischen 2,5 und 3. Die Analyse der Organisations- und Motivationsfragen umfaßt die aggregierten Punkte: - Arbeitsverteilung und Aufgabenerfüllung - Arbeitsteilige Kooperationsbeziehungen - Zusammenarbeit mitden Kolleginnen/Kollegen - Meinungsverschiedenheiten/Spannungen - Betriebsklima - Beförderungs- und Höhergruppierungschancen sowie die Beurteilung der Behördenleiter/in und Dezernatsleiter/innen (Abb. 7).

151

Vergleich des arithmetischen Mittels der Leistungsarten

EI

rr

AIle Amter

'2r45

LA I bts 4: Annehme

YoE

Anträgen euf

Vcmcssungslcistungen

LA I

2§s

bls 4: I)urchfährung der Vermssung 2§8

LA I bls 4: Auswcrtung der Verrncssungsergcbnlssc

2ril

LA 5 bls 7: Bereltstcllung von Vcmcssungruntcrlrgcn IÄ t btr lt: tlbcrnehmc der l)etcn ln des IJcgc nr che fts krt estc r LA 17.33 und 34-: Auskirnftc, Beretungshlstungcn rorh Errtcllung votr Auszügcn

7S

2JO 7

LA 14 nnd 16: Didbllslerung der Liegcnrcheftrkertc I"A 12 und 13: Etnrlchtug und Erhaltung dcs Fcrtpunldfeldcg LA 4e bb

422

Fortführung dcr IrcK 5

IÄ 19: Durchllihnug Pmgrrmres

dcs Bodenschutz-

LA 2Oz AusrcrfiDg der Bodenschltzcrgcbnlsse LA 26. 27 and

3Oz Keufprclssemmlung

und

Bodenr{chtwcrtc

LA 28 ünd 29: Gutechtenerstellung LA 3l und 32: iftulDrelssimdn'g r- I Bodcr

rtchtrertruikänftc LA 36 und 37: Antregsennehm atr l,egcptep und Plenuntc rlegenc rrt3ll rrng LA 35 und 37: Anfcrtlgung von Lrgcplincn und Plenuntcrlegcn

1,75 2,002,25 2,502,75 3,00 3,25 3,50 arithmetisctres Minel

Quetle: Auswertung der Fragen 3'19 der Mitarbeiterbefragung in Abb.6

"152

f

arithm-

I[ittel

der Beurteilung

l Ttrstimmung

rrithm. Mittel der Beurteilung / Zustimmung über Differcnz alle Amtcr

Arbeitsverteilung und Aufga benerfällu ng Entsprechende Qualifikation E i eenverantwortlictßeit

Zeitmaneel

ffie

Uneleichmäßi ge Arbeitsyerteihmg Überflossige Afteitsschrine ÜfUernahme yon arsätzlichcn Arbeiten

-

222 22e 3.12 3.33 3.50

225

0,03

2,02 3,53

$27

3,31

4.02 4.43

2.96

3,07 3,18

5,43

s21

2,39

2,50 4,08 2.92 3.66

0,41

022

4,lg

Arbcitsteilige Kooperation sbezieh u ngen Datenarverlä§gkeit Motivation Ansprechbarteit Information$rrese

Fle§bilitat

4J4 322 3.57 3,70

0.I I

4.66 4,30 0.09

32r

4A9

Zusammenarbeit mit Kolleglnnen Hilßbeßeitschaft

GuteZMmitKollegeo

3,y

2.79

2.07

1,80

{.55 {.27

Zufriedenstellende I"eistung vorgelagerter Stellen Korzentration auf eigenes Aufgabeogebiet Unverstärdlictrkeit der Anwei$msen

3.69

3-30

4.39

4,30

{.48 43s

Gute Zusammenarbeit mit Teamve,rantwortlichen

3,14

3,82 2.73 2-50

321

4.64

Meinungsverschiedenheiten / Spannungen Mangel an Informationsaustausch avischen deo Kollegen

4,35

2-89

Itlangel an krformationsaustausch zu'ischen Voryesetzten rurd

4,89

+,66

{,46 {.22

42r

Personal Unangenressenes

Arüeitsvertalt€n

[email protected] Magelnde Auahfikation Kompetenztlberschreitungen

Koordinationsrobleme

[email protected]

Mangelnde Bereitschaft anr Persönliche Antipathien

2§O

z-39

3,85 3.92 3,15

3-t7

4,6t

3,09

4-83

2,'ll

4,4.

4A6

3-98

{,48

4-08 3,73

3-35

4,73\

321

{3e

3.93

3,32

{),61

5.1I

4.95

{).16

{,70

Betriebsklimq allgemein Betriebsklima

Bcldrderungs- und Hö hergmppienrngschancen Beßrderungs- und

[email protected]

Dezematsleiter/in Bclasbarkeit Motivation

3.81

3.17

2.96

3,05

0.09

@it

3,82

-l,17

Motivationsfähiekeit Einhattung von Absprachen Eigenvermtwortlictrkeit

4,82

2,65 4,06

3,38

2,81

3.il

2,86

4,5-l 4.78

Kritilf,ähigkeit Förderung der beruflichcn Ennrickhms

3,50 4,41

3,05

4,45

427

{,14

Belastbarkeit Motivation Ansprechbarkeit

2,U

323

0.39

2,12 3.48

2.89

o.T7

3.13

{).35

Motivat i onsfätri gliei t

4,96

4.67

429

Einhaltung von Absp,rachen

3,96 3,68 4.13 4-74

320

4.76

3.59

{).09

4J6

Bchördenleiter/in

E i genverannvortl

ictrkei t'

Kritilcfahiskeit f örderung der beruflichen

Enttickluns

4.1'I

0,04

4,35

4,39

Auswertung der Organisations- und Motivationsfragen Abb. 7

-

153

Vergleich der Leistungsarten firr das Katasteramt

B

odonrich twrrQru

rf O nftr

-Bcurtcllung

Ertrlung ron

Vertdr,!rartguhchtan Errtrlun g voa U ntrrlegro f0r Eeuloitpllno Er3t.Iung von Legoglln.a fOr Seurntrag. Aus:ilgc eur drm Lbgrnrcheltcöuch Aucl0ntlc 0bcr

(irundrtockr und Geoludr

Vrrm c3rung von G cblu
Vcrmettung G

Abb.

von

rundstilcleir

I

Vergleich der Wichtigkeit der Qualitiusmerkmale für das Katasteramt

Ecfrtigteit

ft*nSOara idviü.dr tOrülürcnc

Büüdcicrtgrrg

q5

tffit f.rt-ol

Abb.9

154

Portfolioanalyse der Wichtigkeit und Beurteilung der Qualitätsmerkmale aus Kunden- und Mitarbeitersicht mit Hilfe des arithmetischen Mittels für das KatasteramtE

5

E') tr a r

.I

-

Oe\, {r, L a

o

E

1

3

Wichtigkeit

Leqende:

Kunden r Mitarbeiter

o

a) zeitliche Erreichbarkeit b) fachliche Beratung c) Aufireten des Personals

d) Bearbeitungsdauer e) Berücksichtigung ind. Wünsche

Abb.

10

155

Doppelter Katasternachweis im Amt Neuhaus Von Michael Heyer

Am 30.06.1993 wurden die spätere Gemeinde Amt Neuhaus und einige weitere Gemarkungen von Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen umgegliedert. Durch diesen Umstand wurden das Gebiet des Landkreises Lüneburg und damit der Zuständigkeitsbereich des Katasteramtes Lüneburg um 263 km2 vergrößert. Damit stellte sich für das Amt die Aufgabe der Eingliederung der Katasterunterlagen der ehemaligen DDR in den Katasternachweis mit den bekannten Problemen des Katasters und der Grundstückswirtschaft in der ehemaligen DDR. Diese aus der gesamten ehemaligen DDR bekannten Sachverhalte sollen jedoch nicht Gegenstand dieser Darstellung sein, sondern es kam für uns ein weiteres Problem hinzu, welches zumindest in Niedersachsen einmalig ist: I Dem Katasteramt standen nunmehr zwei sich teilweise widersprechende Nachweise für dasselbe Gebiet zur Ver-

fügung

!

Der nachfolgende Beitrag befaßt sich mit der Entstehung dieses doppelten Nachweises, mit dem (rechtlichen) Verhältnis beider Nachweise zueinander, sowie mit dem Umgang damit bei der Katasterführung und bei Grenzfest-

stellungen.

1 1

.1

Historische Entwicklung Zustand vor 1945

Die östlich der Elbe gelegenen Gebiete des heutigen Landkreises Lüneburg gehörten bis auf die Gemarkung Niendorf bis zum 08.05.1945 zur preußischen Provinz Hannover. Das zuständige Katasteramt

mit allen Katasterunterlagen

befand sich in Lüneburg.

Wie im übrigen Preußen auch waren die Flurkarten bei der Katasteranlegung 1867 -7 1 tei ls aus Verkoppelungskarten (1:21 33, 1:3200, 1:3840), teils aus Forstkarten (1:5000) abgeleitet worden, oder durch Grundsteuer-Neumessung neu erstellt worden (1 :1 000, 1 :2000). Die Grundbücher für die Gemarkungen Bleckede, Garge, Stiepelse und Wendischthun befanden sich beim Amtsgericht Bleckede (westlich der EIbe). Für alle übrigen Gemarkungen beim Amtsgericht Neuhaus/EIbe (östlich der EIbe). Niendorf gehörte zu Mecklenburg-Schwerin. Das zuständige Katasteramt und das zuständige Grundbuchamt befanden sich in Hagenow. Die Flurkarten 1:4000 entstammen einer Neuvermessung von 1885.

1

.2 Entwicklung 1945-1993

Nach dem zweiten Weltkrieg fielen die östlich der Elbe gelegenen Teile der preußischen Provinz Hannover an die Sowjetische Besatzungszone, später an die DDR. Ein Austausch der Kataster- und Grundbuchunterlagen fand nicht statt, so daß der DDR zunächst nur die beim Amtsgericht Neuhaus befindlichen Grundbuchunterlagen zur Verfügung standen. Die DDR hat zunächst versucht, sich bei verschiedenen Stellen Lichtpausen der Flurkarten zu besorgen. !n der erha ltenen Besta ndsa uf na h me f inden sich zeitgesch ichtlich interessante Aussagen wie I ,,Gemarkung S. Karten nicht vorhanden. Bürgermeister hat gute Beziehungen zum Kataster Lüneburg und will auf lnterzonenpaß Karten besorgen." Dort, wo dieses nicht gelang, wurden Neuvermessungen (,,Schnellmessungen") durchgeführt, meist durch das Vermessungsbüro Arndt.

Der Erläuterungsbericht hierzu stellt fest: I ,,Anlaß für die Neuaufnahme war die Wirtschaftsflächenerhebung, für die dringend Unterlagen beschafft werden mußten. Eine Wiederherstellung der grundbuchamtlichen Grenzen wurde nicht durchgeführt." lnfolgedessen wurde grundsätzlich der vorhandene Besitzstand aufgemessen; eine Grenzverhandlung fand zumeist nicht statt (Ausnahme: Neu-Bleckede). Da auch die preußischen Vermessungszahlen nicht zur Verfügung standen, konnten vorhandene Grenzsteine nur dort verwendet werden, wo sie örtlich vorgefunden wurden. Ansonsten erfolgte das Aufmaß topographisch oder nach Vorzeigen durch die Eigentümer. Gebietsweise wurden auch großflächige Neuaufteilungen vorgenommen. Dies gilt insbesondere fur die Aufteilung großer Güter im Rahmen der Bodenreform (Domänenflächen, Gut Junker-Wehningen, Rittergut Preten). Da das Grundbuchrecht in der DDR auch weiterhin Gül-

tigkeit hatte und alle Verhandlungen mit Niedersachsen zum Austausch der Kataster- und Grundbuchunterlagen aus politischen Gründen scheiterten, wurde um 1 957 durch das Katasteramt Hagenow aus den vorhandenen Daten ein neuer Katasternachweis erstellt. Hierzu wurden neue Flurkarten auf der Basis der Lichtpausen der preußischen Flurkarten oder auf der Basis von Schnellmessungen (1:2000, 1:5000) erstellt. Die Flächen wurden dagegen aus den beim Amtsgericht Neuhaus/Elbe vorhandenen preußischen Grundbüchern übernommen. Nur dort, wo diese fehlten oder in Bodenreformgebieten er-

folgte eine Neuberechnung Ahnlich wie in Preußen aus dem Steuerkataster nachträglich ein Eigentumskataster wurde, wurde hier aus dem Wirtschaftsf lächen kataster ein E igentu mskataster. 1s5

Grundbücher wurden fur die beim Amtsgericht Bleckede gefuhrten Flurstücke nur dort neu angelegt, wo der Eigen-

Das entspricht auch den Auffassungen des Katasteramtes Hagenow. Auch nach Anlegung des DDR-Katasters stieß

tümer in der DDR ansässig war. Die überwiegend in Bleckede im Westen ansässigen (nicht geflüchteten) Eigentümer waren jedoch vielfach bekannt und wurden in Fortführungsrissen und Flurbüchern und sogar im lntegrationsregister genannt.

man bisweilen auf abweichende Lüneburger Unterlagen und hat daraufhin die eigenen Nachweise berichtigt. 199093 wurden dann bei Bedarf Kopien der preußischen Unterlagen beim Katasteramt Lüneburg angefordert.

2.2 Grundbuch 1

.3 Zustand

seit 1993

Mit Wirkung vom 30.06.1993 wurden die heutige Einheitsgemeinde Amt Neuhaus sowie die Gemarkungen NeuBleckede und Neu-Wendischthun vom Land MecklenburgVorpommern in das Land Niedersachsen umgegliedert. Die Gemarkungen Neu-Bleckede und Neu-Wendischthun wurden (wieder) in die Stadt Bleckede eingegliedert. Mit der Gemarkung Niendorf wurde neben den vor 1945 hannoverschen Gebieten auch eine zuvor mecklenburgische Gemeinde niedersächsisch, da diese von der DDR in die vormals hannoversche Gemeinde Sumte eingemeindet worden war. Die Kataster- und Grundbuchunterlagen der DDR wur-

Das Problem der doppelten Nachweise besteht nicht nur beim Katasteramt, sondern auch beim Grundbuchamt, Die Grundbücher des früheren Amtsgerichtes Bleckede für die Gebiete östlich der EIbe wurden vom Amtsgericht Lüneburg auch nach 1945 fortgeführt, bis diese Praxis 1965 durch ein Urteil des Niedersächsischen Staatsgerichtshofes

untersagt wurde.

den kurz darauf an das Katasteramt Lüneburg bzw. das Amtsgericht Lüneburg übergeben, so daß dort nunmehr jeweils sowohl die preußischen als auch die DDR-Unterla-

ln einem Urteil des Landgerichtes Schwerin vom 26.10.1992 (A2.5 T 58/92) wird dagegen festgestellt : I Auch die preußischen Grundbücher sind weiterhin gültige Grundbücher im Sinne der Grundbuchordnung, da sie durch die DDR niemals formell für ungültig erklärt wurden ! Soweit dieselbe Fläche in einem preußischen und in einem DDR-Grundbuch gebucht ist, handelt es sich demnach um eine Doppelbuchun§f, die nach den Regeln der Grundbuch-

gen vorhanden sind.

verfügung zu beseitigen ist.

2

Verhältnis von preußischem Nachweis und DDRNachweis zueinander

2.1 Katasternachweis

Diese sieht in §Eg grundsätzlich vor, daß alle alten Grundbücher zu schließen sind und ein neues Grundbuch für das betreffende Grundstück oder den Grundstücksteil anzulegen ist. ln den Schnellmessungsgebieten ist das Katasteramt jedoch aus technischen Gründen nicht in der Lage die Überschneidungsflächen von preußischem Kataster und DDR-Kataster ohne umfangreiche Vermessungen hinrei-

chend genau zu bezeichnen. Wegen der eingeleiteten Nach dem Einigungsvertrag zwischen BRD und DDR bleiben

durch die DDR neugeschaffene Eigentumsverhältnisse grund-

sätzlich zunächst bestehen. Lediglich für den Fall der rechtsstaatswidrigen Enteignung ist die Rückgabe durch die Amter für offene Vermögensfragen möglich. Das bedeutet, daß zunächst einmal die Katasterunterlagen der DDR auch heute den amtlichen Katasternachweis bilden. Damit ist die DDR-FIurkarte auch weiterhin amtliche Flurkarte und sie wird ausschließlich fortgeführt. Eine Einarbeitung der Fortführungsvermessungen 1945-1993 in die preußischen Flurkarten findet nicht statt. Der Buchnachweis der DDR (lntegrationsregister) wurde unverändert in das ALB überführt. Für den Umgang mit den Katasterunterlagen ergeben sich die folgenden Grundsätze : I Dort wo der Wille der DDR auf Eigentumsänderung oder Neuanfang erkennbar ist, müssen die preußischen Katasterunterlagen als ungültig (historisch) angesehen werden.

I

Dort wo die DDR offenbar den preußischen Katasternachweis fortsetzen wollte, sollten die preußischen Katasterunterlagen weiterhin als Bestandteil des amtli-

chen Nachwerses angesehen werden. Dabei haben die DDR-Flurkarten nicht nur in den einzelnen Gemarkungen und Fluren eine unterschiedliche Entstehun§f, z.T. sind sogar innerhalb einer Flurkarte Teile unterschiedlicher Entstehung zusammengefaßt. Deshalb ist jeweils eine

Flurbereinigungsverfahren wäre es auch nicht sinnvoll einen solchen Aufwand zu treiben. Das Grundbuchamt kann die Forderungen der Grundbuchverfügung deshalb z.T. nicht erfüllen.

2.3 Bodenschätzung Auch das Finanzamt kennt das Problem der doppelten Nachweise. lm gesamten Bereich des Amtes Neuhaus erfolgte bereits vor 1945 d ie Schätzu ng nach dem Reichsbodenschätzungsgesetz von 1934. Obwohl nur einige Fluren davon bis 1945 ins Kataster übernommen wurden, blieben die Schätzungsbücher bei der OFD Hannover erhalten. Da das Reichsbodenschätzungsgesetz auch in der DDR (zunächst) weiter galt, erfolgte in den 50er Jahren eine erneute Schätzung. Abweichungen von bis zu 15 Bodenpunkten zwischen beiden Schätzungen treten auf. Wegen der umfangreichen Meliorationsmaßnahmen der DDR erfolgt zur Zeit eine Neuschätzung durch das Finanz-

amt. Die Finanzverwaltung geht dabei von der preußischen Schätzung aus, da die (der DDR unbekannten) Musterstükke vor 1945 amtlich festgelegt, und durch die DDR nie für ungultig erklärt wurden.

Einzelfa I lbetrachtung erforderl ich.

157

3

Fehlerquellen, die zu Abweichungen zwischen amtlicher Flurkarte (DDR) und Buchnachweis (AtB) geführt

-

Nr.33)

haben

in Siedlungsgebieten

Wegen der unterschiedlichen Entstehung der Flurkarten der DDR und der zum Teil als Grundlage verwendeten preußischen Flurkarten müssen insgesamt 7 Fälle unterschieden

in der DDR: (Liegenschaftsvermessungsordnung,

I

werden.

D=0,002*5+0,20[m] in Landgebieten D = 0,004

*

S

+ 0,30 [m]

wobei S = Strecke Flächengenauigkeit (Grenzwert DF bei graphischer

Flächenermittlung): Übersichtskarte siehe Anlage 1. Die allgemein bekannten Fehlerquellen der preußischen - in Niedersachsen : (LiegVermErl, Anlage 10, 2.3.3.) DF = 9,9993 * F + 1,2 * Wurzel (F) [m'] Flurkarten, die auch westlich der Elbe auftreten, sind selbstverständlich auch hier möglich. - in der DDR : (Liegenschaftsvermessungsordnung, Nr. 37) lm Folgenden werden nur die durch die spezielle EntsteDF = 0,0012 * M * Wurzel (F) [m'z] hung des DDR-Katasters im Amt Neuhaus bedingten Widerwobei F = Fläche, M = Maßstabszahl der Flurkarte sprüche besonders dargestellt. Bei dem häufigsten'Kartenmaßstab von 1:2000 sind die Fehlergrenzen der DDR etwa doppelt so hoch wie in Nie3.1 Mecklenburgisches Kataster (Bereich 1) dersachsen.

Gemarkung Niendorf. ln der Übersichtskarte schwarz. Die Flurkarten 1:4000 entstammen offenbar einer Neuvermessung von 1885. Vermessungszahlen hiervon sind nicht

vorhanden. Die Karten enthalten kein Netz und

Polygonpunkte.

keine

Da sich jedoch die Katasterunterlagen durchgehend

und

3.2.1 Bodenreformgebiete

(Bereich 2)

ln der Übersichtskarte rot dargestellt. Hierunter verstehe ich nicht nur die Aufteilungen großer Güter im Rahmen der Bodenreform 1945-49, sondern auch andere großflächige Neuaufteilungen aus den 50er

vollständig in Mecklenburg befanden kann ein einheitlicher Nachweis mit Ableitung der im ALB nachgewiesenen Jahren. Flächen aus den Flurkarten vermutet

werden.

Bei kleineren und unzusammenhängenden Bodenreformgebieten (2.8. Rittergut Preten) wurde auf die Anlegung eines Polygonnetzes und neuer Karten verzich-

3.2 Flurkarten aus Neuvermessungen (meist

Arndt)

Schnellmessung tet.

Die einzelnen lnseln wurden über kartenidentische Punk-

te (zumeist topographische Punkte) in die

vorhandenen Flurkarten eingepaßt. ln den Neuvermessungsgebieten wurden meist sogenannte I Hier ist der Wille der DDR nach einer Neuregelung offenkundig. ,,Schnellmessungen" durchgeführt. Es wurde ein Polygonnetz gemessen und als örtliches I Die Unterlagen der DDR sind maßgeblich. Die preußiSystem. in Soldner-Koordinaten, in Mecklenburgischen schen Unterlagen sind historisch ! Landeskoordinaten oder in Gauß-Krüger-Koordinaten im lnfolgedessen wurden auch bei Anlegung des DDR-KataSystem des DHDN gerechnet. Die Koordinaten der Polygon- sters neue Flurstücke gebildet. Die Flächen wurden graphisch aus der neuen oder ergänzten Flurkarte abgegrifpunkte sind meist vorhanden. Die Objektpunkte wurden darauf aufgemessen (Ortho- fen. gonal- oder Einbinde-Verfahren; unkontrollierte Vermes- lnwiefern ein Summenabgleich mit den preußischen ,,Einsung; Grenzverhandlung nur für Neu-Bleckede vorhanden). wurfsflächen" stattfand ist nicht bekannt.

Darauf aufbauend wurden neue Flurkarten kartiert

(meist 1:2000, seltener 1:2500, 1:5000). Auch bei Fortführungsvermessungen wurde die Verbindung zum Polygonnetz der Schnellmessung hergestellt. Spezielle Katastervorschriften oder Dienstanweisungen für die Durchführung und Genauigkeit dieser Arbeiten liegen nicht vor. Einen Eindruck vermitteln die Vorgaben der 1989 gültigen Liegenschaftsvermessungsordnung der DDR; die Schnellmessungen und Kartierungen werden sicherlich nicht genauer sein : I Messgenauigkeit (Größte zulässige Abweichung D bei der Grenzermittlung) : - in Niedersachsen: (LiegVermErl, Anlage 3, 1.-3.1.) Vermessungen seit 1986 D = 0,04

m

Kontrollierte Vermessungen vor 1986

D=1.5*(0,05+0,0003*5+0,008*Wurzel

tml Grundsteuer-Vermessungen D = 0,002 * 5 + 0,3 [m] Grundsteuer-Vermessungen

D=0,003*5+0,4[m] 't58

(S))

(günstig) (ungünstig)

Fehlerbehebung: Aufgrund der Entstehung sollten Kartendarstellung und Flächenangabe übereinstimmen. Treten dennoch unzulässige Abweichungen auf, können die Flächenangaben v.A.w. berichtigt werden. Hierbei sind die Fehlergrenzen der DDR anzuhalten. Eine Berichtigung auf den preußischen Zustand ist für Fläche und Karte ausgeschlossen ! Lediglich im Rahmen einer Grenzfeststellung ist eine Berichtigung im Wege des Aufnahmefehlers denkbar, wenn die Örtlichkeit noch der preußischen Flurkarte entspricht. 3.2.2 Gebiet des früheren Amtsgerichtes Bleckede (Bereich 3)

Gemarkungen Neu-Bleckede, Neu-Garge, Neu-Wendischthun, StiePelse' ln der Übersichtskarte gelb. ln diesen Gebieten standen der DDR weder die Katasternoch die Grundbuchunterlagen aus Preußen zur Verfügung.

lnfolgedessen wurde der Bereich durch Schnellmessung neuvermessen und es wurden neue Katasterkarten und -bücher

lm Fall a) ist wie unter 3.2.2. von einer Übereinstimmung zwischen Flurkarte und Flächenangabe im Kataster auszu-

erstellt. I Hier ist davon auszugehen. daß die DDR einen Neuan-

gehen.

I I

fang machen wollte.

Deshalb sind die DDR-Unterlagen allein maßgeblich. Die preußischen Unterlagen sind historisch ! Auch hier wurden die Flächen graphisch aus den neuen Flurkarten abgeleitet. Ein Flächenabgleich mit den preußischen Flächen kann nicht stattgefunden haben. Beispiel siehe Anlage 2. Für diesen Bereich wurden von der DDR nur für die in der DDR ansässigen Eigentümer neue Grundbücher ange-

legt. Das Amtsgericht Lüneburg sieht auch die preußischen Grundbücher weiterhin als gültig an. Da aber die DDRKatasterunterlagen weiterhin den amtlichen Katasternachweis bilden, mußten die Grundbücher zur Herbeiführung der Übereinstimmung mit dem Katasternachweis auf das DDR-Kataster zurückgef ührt werden. Dazu wurden die in den preußischen Grundbüchern enthaltenen preußischen Flurstücke soweit möglich durch die ähnlich gelegenen Flurstücke des DDR-Katasters ersetzt.

Fehlerbehebung: Aufgrund der Entstehung sollten Kartendarstellung und Flächenangabe übereinstimmen. Treten dennoch unzulässige Abweichungen auf, können die Flächenangaben v.A.w. berichtigt werden. Hierbei sind die Fehlergrenzen der DDR anzuhalten. Eine Berichtigung auf den preußischen Zustand ist für Flurkarte und Fläche ausgeschlossen !

ln den Fällen b) und c) ist mit größeren Differenzen zu rechnen, da die Flurkarte aus der Schnellmessung stammt, während die Flächenangabe dem preußischen Kataster entstammt. Beispiel siehe Anlage j. Fehlerbehandlung : Die weitgehende Weiterverwendung von preußischen Flurstücksnummern und/oder Flächenangaben im neuen DDR-Kataster macht deutlich, daß die DDR hier die Absicht hatte, den 1945 bestehenden Rechtszustand zu erfassen und beizubehalten. I Deshalb bildet grundsätzlich die Gesamtheit der Katasterunterlagen aus Preußen und aus der DDR den maßgeblichen Katasteinachweis. Widersprüche zwischen den Darstellungen in den preußischen und den DDR-Unterlagen

I

sind als

,,Widersprüche

in den Angaben

des

Liegenschaftskatasters" entsprechend 5.2.3. LiegVermErl

I

I

zu betrachten und zu behandeln. Andererseits wurden durch die Schnellmessung in der Regel die Nutzungsgrenzen erfaßt. Es ist daher bei Abweichungen zwischen preußischer und DDR-FIurkarte zu vermuten. daß die Flurstücke langjährig in Übereinstimmung mit der amtlichen Flurkarte (= Flurkarte DDR) genutzt wurden. Eine ,,Buchersitzung" nach § 900 BGB oder ein ,,Gutgläubiger Erwerb" nach § 891 BGB oder entsprechenden DDR-Gesetzen sind deshalb wahrscheinlich. Eine Berichtigung der Flurkarte auf den preußischen

Zustand ist deshalb nur mit Zustimmung aller beteilig-

3.2.3 Gebiet des früheren Amtsgerichtes

Neuhaus/Elbe

(Bereich 4)

ten Grundeigentümer und des Grundbuchamtes möglich (ähnlich Aufnahmefehler). Da aber ein häuslicher Vergleich zwischen preußischem Ka-

ln der Übersichtskarte blau. ln diesen Gebieten standen der DDR zwar die preußischen Grundbücher, aber keine oder ungeeignete Katasterkarten zur Verfügung. Deshalb wurde dieser Bereich ebenfalls durch Schnellmessung neu vermessen und es wurden neue Katasterkarten erstellt. Bei der Anlegung der Katasterbücher jedoch ist man offenbar uneinheitlich vorgegangen : a) ln einigen Gebieten wurden die Flächen wie in den Bereichen 2 und 3 graphisch aus der neuen Flurkarte abgegriffen und die neu numerierten Flurstücke wurden mit neuer Flächenangabe in Kataster und Grundbuch übernommen (2.8. Zeetze 5). b) ln anderen Flurkarten weisen die in den DDR-Flurkarten auftauchenden preußischen Flurstücksnummern schon daraufhin, daß hier die preußischen Flurstücke aus dem Grundbuch übernommen wurden (2.B. Wilkensdorf 2, Laake 2).

taster und DDR-Nachweis meist nicht möglich ist (fehlende Verbindung zwischen Schnellmessung und preußischen Vermessungen), kann dieses in der Regel nur im Rahmen einer örtlichen Grenzermittlung oder Grenzfeststellung erfolgen. Soweit keine Einigung der Beteiligten über den maßgeblichen Grenzverlauf erzielt werden kann, wäre bei einer rein häuslichen Bearbeitung die Fläche des ALB v.A.w. zu berichtigen. Durch einen Textzusatz im ,,Freien Text" des ALB ist auf den Sachverhalt hinzuweisen, um Eigentumsänderungen durch ,,Gutgläubigen Erwerb" für die Zukunft auszuschließen. Beispiel : Wi dersprüch I i che F lächena nga be n : Fläche laut - amtlicher Flurkarte

(DDR)

618 m'z

preußischer Flurkarte 1 180 m2 lm Rahmen eines Grenzfeststellungsverfahrens wäre der ,,Besondere Vermerk" nach § 2(1) der DVO zum NVerm KatG einzutragen und die Beteiligten sind auf den Rechtsweg vor den Zivilgerichten hinzuweisen. -

c) Aber auch dort, wo die

Flurstücke in den DDR-Flurkarten der Schnellmessung vollständig neunumeriert

wurden, wurden bisweilen die preußischen Flächenangaben aus dem Grundbuch ins Kataster übernommen (2.8. Sückau 8, Vockfey 2). Die drei Fälle a - c können in einer Flur gemischt auftreten. Es ist nicht bekannt, nach welchen Kriterien bei der Entscheidung vorgegangen wurde (gab es Fehlergrenzen für die Differenz zwischen neuberechneter und Buchfläche ?).

3.3 Flurkarten aus preußischen Flurkarten hochgezeichnet

ln der Übersichtskarte grün. ln diesen Gebieten ist es dem Katasteramt Hagenow gelungen, sich auf verschiedenen Wegen Lichtpausen der preußischen Flurkarten zu besorgen. Durch Hochzeichnen entstanden die neuen DDR-Flurkarten. Die preußischen Flächenangaben wurden aus dem Grundbuch übernommen. 159

Teilweise gibt es auch in diesen Gebieten Schnellmessungen,

die aber zu keinen Veränderungen in Buch und Flurkarte führten (2.8. Rosien). Auf den ersten BIick wäre hier also eine Übereinstimmung von Karte und Buchfläche auf der Basis des preußischen Katasters zu vermuten, soweit sich nicht durch Fortführungen nach 1945 Veränderungen ergeben haben. Leider sind jedoch bei der Herstellung und Fortführung Fehler aufgetreten, die zu z.T. gravierenden Abweichungen der DDR-Flurkarte von der preußischen Flurkarte geführt haben. Das ist vor allem daraut zurückzuführen, daß die Lichtpausen der preußischen Reinkarten, die dem Katasteramt Hagenow zur Verfügung gestanden haben müssen, offenbar teilweise veraltet oder unleserlich waren.

Folgende Fehler treten auf

Fehlerbehandlung : I Die grundsätzliche Beibehaltung des preußischen Katasters durch die DDR macht deutlich, daß hier keine generelle Veränderung der preußischen Eigentumsgrenzen beabsichtigt war. Gelegentlich ist das Katasteramt Hagenow selbst nach der Katasteraufstellung auf weitere preußische Unterlagen gestoßen. Das DDR-Kataster wurde in diesen Fällen berichtigt. I Die Abweichungen sind deshalb als unbeabsichtigte Fehler anzusehen. I lnfolgedessen bildet hier die Gesamtheit der Katasterunterlagen aus Preußen und der DDR den gültigen Katasternachweis. Widersprüche zwischen den preußischen und den DDR-Unterlagen sind deshalb als,, Widerspruch in den Angaben des Liegenschaftskatasters" entsprechend 5.2.3. LiegVermErl zu betrachten und zu beha ndel n.

:

a),,Wandernde Flurstücke". lnsbesondere Splißflurstücke, bisweilen auch Wege und Gewässer (2.8. Gutitz 5) tauchen in der DDR-Flurkarte häufig an anderer Stelle auf, als in der preußischen Flurkarte. Trotzdem sind FIurstücksnummer, Fläche und Eigentümer identisch mit dem preußischen Kataster. Beispiel siehe Anlage 6. b) Fehlende Fortführungsvermessungen. Manchmal fehlen Fortführungsvermessungen von vor 1945 in der DDRFlurkart€, während die fortgeführten FIächen aus dem

Grundbuch übernommen wurden (2.8. nach Straßenvermessu ngen). Zwei Fälle treten auf

I

Graphik von vor der Fortführung mit Flurstücksnummer von nach der Fortführung in der DDR-Flurrte. Beispiel siehe Anlage 4. Graphik und Flurstücksnummer von vor der Fortführung in der DDR-FIurkarte. ln beiden Flächen weist das ALB die Fläche von nach

der Fortführung auf

c)

!

Grenzen an völlig neuer Stelle. ln einigen Fällen treten

in der DDR-Flurkarte auch Flurstücksgrenzen an völlig veränderter Stelle auf, für die es keine Erklärung gibt. Trotzdem sind im DDR-Kataster die preußische Flurstücksnummer und die preußische Fläche nachgewiesen. Besonders in derartigen Fällen sind schon Abweichungen bis zu 1800 m2 Bauland aufgetreten ! Beispiel siehe Anlage 5. d) Fehlerhafte Fortführungsvermessungen. Dem Katasteramt Hagenow fehlte auch der komplette Zahlennachweis des preußischen Katasters.

Es kommt deshalb vor, daß bei

Fortfuhrungsvermessungen der DDR die alten Grenzen grob fehlerhaft ermittelt wurden (vorhandene preußische Grenzsteine wurden nicht vorgefunden oder vorgefundene fa lsch

i

(im Grenztermin, mit schriftlichem Erläuterungsschreiben oder besonderem Erörterungstermin vor Ort). Sie werden dabei aufgefordert zu erklären, ob sie eine Berichtigung der amtlichen Flurkarte (- DDR-Flurkarte) auf den preußischen Zustand oder eine Berichtigung der Flächenangabe im ALB entsprechend der amtlichen Flurkartendarstellung wünschen.

:

ka

I

Fehlertypen a - c ln den Fällen a - c liegt zunächst einmal eine Nichtübereinstimmung zwischen Buch und Karte vor. Die Beteiligten werden über den Sachverhalt informiert

Beantragen alle Beteiligten die Berichtigung der Flurkarte, so erfolgt dieses nach Zustimmung des Grundbuchamtes (Einigung).

Gibt es keine Einigung der Beteiligten über die maßgeblichen Grenzen, so ist bei rein häuslicher Bearbeitung ein Vermerk im ,,Freien Text" des ALB aufzunehmen, um zumindest für die Zukunft einen,,Gutgläubigen Erwerb" zu verhindern (wie bei 3.2.3.). lm Rahmen eines Grenzfeststellungsverfahrens wäre der ,,Besondere Vermerk" nach § 2(1) der DVO zum NVermKatG

in die Flurkarte

zu übernehmen. Die Beteiligten sind auf den Rechtsweg vor den Zivilgerichten zu verweisen. Fehlertyp d)

!m Falle d) liegen zwei sich widersprechende, aber bestandskräftige Grenzfeststellungen vor (die preußische wurde durch die DDR nicht aufgehoben, da keine Veränderung beabsichtigt war !). Dieser Fall

wird praktisch nur im Rahmen eines

Grenzfeststellungsverfahrens aufgedeckt werden können. Die Beteiligten sind im Grenztermin über den Sachverha

lt a ufzu

klä ren.

Einigen sich die Beteiligten über den maßgeblichen Grenzverlauf, so ist die widersprechende Grenzfeststellung

nterpretiert).

Differenzen bis zu mehreren Metern können auftreten, wenn heute die preußischen und die DDR-Grenzen er-

a

ufzu heben.

Die Folge sind fehlerhafte Flächen beim Trennstück und

Kommt keine Einigung zustande, so'llte m.E. wie zuvor auch hier die Grenzfestellung unterbleiben, und der,Besondere Vermerk" in die Flurkarte eingetragen werden.

beim Reststück. Beispiel siehe Anlage

3.3.1 Grundsteuergebiete

mittelt werden

!

6.

(Bereich 5)

Hier ist neben den,,Neuhaus-Fehlern" mit den üblichen Ungenauigkeiten zu rechnen.

160

3.3.2 Verkoppelungsgebiete

(Bereich

5)

Um diesen Mißstand zu beseitigen wurden für den gesam-

ten

Bereich des Rückgliederungsgebietes FlurbereiniNeben den mit der Anlegung des DDR-Katasters zusam- gungsverfahren eingeleitet. menhängenden Fehlerquellen treten auch hier die allgeAuf diese Weise wird nach deren Rechtskraft wieder ein mein bekannten Probleme auf. einheitlicher und widerspruchsloser Katasternachweis entDas Problem wird dadurch verstärkt, daß es sich im Amt stehen.

Neuhaus z.T. um besonders alte und besonders ungeometrische Verkoppelungskarten handelt (2.8. Tripkau 1791, Konau und Popelau 1792).

3.3.3

Auch hier ist neben den ,,Neuhaus-Fehlern" mit den

4

Erläuterungen zu den Anlagen

5.1 Anlage

Forstkartengebiete(Bereich 7)

chen Ungenauigkeiten und Fehlern zu

5

rechnen.

übli-

1

Übersichtskarte über die Bereiche unterschiedlicher Entstehung der amtlichen Flurkarten ( = DDR-Flurkarten).

5.2 Anlage 2

Ergebnisse Schnellmessung aus Bereich 3.

Preußische Flurkarte: Blechede Flur 2 1:3840 Wie sich aus den vorhergehenden Darstellungen ergibt, ist DDR-Flurkarte: Neu-Bleckede Flur 1 1:2000, eine pauschale Aussage über die Maßgeblichkeit der preuverkleinert auf 'l :3840. ßischen oder der DDR-Unterlagen nicht möglich; die Entscheidung muß sich immer nach den Gegebenheiten des Einzelfalles richten. Die auftretenden Fehler lassen sich auch nicht in die 5.j Anlage 3 bekannten Schablonen des ,,Aufnahmefehlers" oder des .,Zeichenfehlers" einordnen, so daß analog zu bekannten Schnellmessung aus Bereich 4. Preußische Flurkarte: Hitzacker-Elbwerder Flur 2, BeiRegeln zum Umgang mit diesen Fehlern neue Wege zum Umgang mit diesen ,,Neuhaus-Fehlern" gefunden werden blatt'l 1:2000 (Neuaufteilung aus den 30erJahren).

mußten.

DDR-Flurkarte: Herrenhof Flur

5

1:2000.

Die zuvor beschriebenen Regeln und Verfahren stellen Bei der Schnellmessung wurde der Läuferstein aus der preußischen Aufteilung in der Grenze zwischen Flurstück 44 und m.E. einen gangbaren Weg hierzu dar. Eine systematische Durchmusterung der Nachweise auf 45 örtlich vorgefunden und falsch interpretiert.

,,Neuhaus-Fehler"

hat bisher nicht stattgefunden.

Ein

Berichtigungsverfahren wurde nur dort eingeleitet, wo die5.4 Anlage 4 se aus gegebenem Anlaß aufgedeckt wurden I im Rahmen von Liegenschaftsvermessungen; I bei Nachfragen von Eigentümern bei offensichtlichem Bereich 5. Preußische Flurkarte: Stapel Flur'l 'l 1:2000 (GrundsteuWiderspruch zwischen amtlicher Flurkarte und Fläche; I bei der Erforschung der Flurstückshistorie für das Amt er); Abzeichnung der Reinkarte. Bei einer Straßenfür offene Vermögensfragen (zur Rückgabe enteigneter vermessung wurde die B'195 verlegt. DDR-Flurkarte: Stapel Flur 1 1 1:2000 (Stand 30.5.1993). Grundstücke). Die bisherigen Erfahrungen zeigen, daß private Grundei- Sie ist grundsätzlich eine Kopie der preußischen Flurkarte. gentümer durchweg die preußischen Katasterunterlagen Die Grenzen der Bundesstraße entsprechen der preußischen als maßgeblich anerkannt haben. ln der Regel werden die Flurkarte vor der Straßenvermessung; gleichzeitig sind jepreußischen Unterlagen von ihnen automatisch als,,rich- dochdiefortgeführtenpreußischenFlurstücksnummernvortig" und die DDR-Unterlagen als ,,falsch" angesehen. lnso- handen. fern besteht eher ein gewisses Unverständnis darüber, daß Die Flurstücke 9212und250185 a (Gebäudenutzungsrecht) derartige Fehler nicht von Amts wegen berichtigt werden. entstanden erst in der DDR. Bei der örtlichen Vermessung Dies gilt insbesondere, wenn eine Berichtigung wegen ei- wurden die preußischen Grenzsteine derStraßenvermessung nes ,,unbekannt verzogenen" Nachbarn mangels Zustim- vorgefunden und angehalten. Durch das Einpassen derVermung nicht erfolgen kann. messung in die DDR-Flurkarte sind die Trennstücke verschoLediglich Gebietskörperschaften (Gemeinde. Land) be- ben dargestellt. stehen bisweilen auf der Maßgeblichkeit der DDR-Flurkarte. lm Rahmen einer Zerlegungsvermessung im Jahre '1998 konnte festgestellt werden, daß die preußischen Grenzsteine großenteils noch vorhanden sind und die B195 noch 4.1 Flurbereinigung heute da liegt. wo sie nach der preußischen Vermessung dargestellt wurde. lm Rahmen der Kollektivierung ist vielfach ein völlig neues Wege- und Gewässernetz geschaffen wurden. lnfolgedes- 5.5 Anlage 5 sen stimmen die Nutzungsgrenzen in vielen Gebieten weder mit der preußischen noch mit der DDR-Flurkarte über- Bereich 6. ein. Preußische Flurkarte: Stapel Flur 5 1:2133,3 (Verkopplung); Abzeichnung der Reinkarte (nur Endzustand 8.5.1945). 161

DDR-Flurkarte: Stapel Flur 5 1:2133,3 (Stand 30.5.1993). Sie ist grundsätzlich eine Kopie der preußischen Flurkarte.

Die Flurstücke 8611 (aus 86 und 87), 8911 und 9011 entstanden 1982 durch Verschmelzung. Obwohl die Flurstücksnummern (ebenso Eigentümer und Flächen) übereinstimmen, erscheint eine völlig neue Grenze zwischen den Flurstücken 389/90 und 8611 in der DDRFlu rka rte.

5.6 Anlage 6 Bereich 7. Preußische Flurkarte: Neuhaus Flur'8 1 :5000 (Forstkarte);

Neukartierung 1 :1000. DDR-Flurkarte: Neuhaus Flur 8 1:5000 (Stand 30.5.1993);

Neukartierung 1:1000. Sie ist grundsätzlich eine Kopie der preußischen

Fl urkarte. Hier erfolgte 1938 eine Baulandaufteilung. Diese wurde bis 1945 offenbar nicht mehr verwirklicht, so daß die meisten Flurstücke nach 1957 wieder verschmolzen wur-

den.

ln der DDR-Flurkarte erscheinen die Flurstücke

109/3

und 11913 an anderer Stelle, als die preußischen Flurstücke (mit gleichem Eigentümer und gleicher Fläche). Bei der Bildung des Flurstückes 316 1949 wurden je ein Grenzstein von nördlich und südlich des (preußischen) Flurstückes 109/3 vorgefunden und angehalten.

Die Flurstücke 3141 und 3149 sowie 3143 und 3lM entstanden 1969 und 1983 durch Zerlegung der Flurstücke

162

1 10/3 und 12013. Dabei wurde in der Nordwestecke von Flurstück 11013 der falsche Grenzstein vorgefunden und angehalten. Ansonsten wurden die alten Grenzen lediglich topographisch aufgemessen und der Zerlegung zugrundegelegt. Förmlich festgestellt wurden nur die neuen Gren-

zen. Das Flurstü ck 3146 (KIärwerk) wurde 1979 ausschließlich aus dem verschmolzenen Baugebiet herausgetrennt. Bei

der Neukartierung stellte sich heraus, daß es auch bis in das angrenzende FIurstück 3151 hineinreicht. Nach dem Aufdecken der Fehler im Rahmen einer Zerlegungsvermessung wurde die Sachlage in einer Eigentümerversammlung erörtert. Diese führte zu den folgenden Ergebnissen: I Eine Zurückverlegung der ,,Wandernden Flurstücke" 1091 3 und 11913 auf ihre preußische Position scheiterte am Widerspruch der Gemeinde (Eigentümer). f Es wurde jedoch Einigkeit darüber erzielt, daß die preußischen Vermessungszahlen ansonsten Grundlage der Vermessung und der neu anzulegenden Flurkarte 1:1000 sein sollte. I Das Klärwerksflurstück bleibt so wie es ist, und ragt künftig in das Flurstück 3/51 hinein. Wesentlich wichtiger als diese Abweichungen war für die meisten Eigentümer eine grundsätzliche Regelung der Grenzen, da die Nutzungsgrenzen weder mit den preußischen noch mit den DDR-Grenzen übereinstimmen, wie sich aus dem Gebäudebestand erahnen läßt.

tr

o E o J L

= lLta L=

OG t-c

ea =z otr

E+t

Ei tr=

F N .r'r t LÄ .C .C, .C .C, .C

.9 .9 .9 .9 ooooo

.s

LLLLL

ooooo 86060

tt lr

lrl.=

Abb.

1

153

\

Anlage 2 a: Preußische Flurkarte

1

: 3840

Anlage 2 b: DDR-Flurkarte

Anlage 3

164

1

: 2000 verkleinert auf 1 : 3840

b: DDR-Flurkarte 1 :

2000

l*

2/7

27

216 2.§

p

«,

%? ,\dj - )"

273 &. 92

222 ,t8

o

\ \ t\

a

\ \ ,/'

I ,

'/"a!rr'/',

6o

i*? i----=--

4§,,/to

4tz

\

.2 -r?

J,st \ x..zr= , 2JJ lT ?D-.

19

?rtr

#'}t i.{e*--\

\

!');\1h"0 t _

23* . _. ,e2

i /a

2es

\

Anlage 4 a: Preußische Reinkarte

1:

2000 165

I

I

f..L.

;fi/

t-tl il "'

I

I

!'

i-

/\

IJ::-..L.IÜIE'

\-\

::::.L[q/r'\\] Hr'* \,i'

\

i/"':''',, :ä",- -.'.,. ',

,'"i

ä?/

).--,i\*Xlst"'.\

iI

: l\

I

(,,rö:r t \1 fl

t

l\

\

II II

'1.".. " t.

t__l.-l-. \,,r t-,..t',..'"

k/H l:.l .*,

§'

'.

:-

§Ki;i

Abb. 4b: DDR-Flurkarte 166

1:

2000

I ..tilfi lt" ll \{...

\ Anlage 5 a: Preußische Reinkarte

I : 2133,3

(Abzeichnung)

Anlage 5 b: DDR-Flurkarte

1

: 2133,3

167

ureg

Anlage 6 a: Preußisches Kataste

168

r, Neukartierung 1 : 1000

% ftt

Anlage 6 b: DDR-Kataster, Neukartierung

1

: 1000 159

N fn

.\t -l

€ § ,e ,o l€

IE Itu

la

Anlage 6 c: Aktuelle Flurkarte 170

1

:

1000

Flexible Arbeitszeit durch Telearbeit von Rüdiger Melzer

,/

1

, ."

Einleitung

tm Rahmen der Verwaltungsreform Niedersachsen wird in der Landesverwaltung eine auf zwei Jahre befristete Erprobung von alternierender Telearbeit durchgeführt. Für die Arbeit an bis zu vier Tagen zu Hause und an einem Tag in der Dienststelle hatten sich ca. 200 Beschäftigte beworben, von denen 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt wurden. Die Vermessungs- und Katasterbehörde Rotenburg/ Stade, Katasteramt Bremervörde, beteiligt sich mit einer Ver.rnessungstechnikerin seit dem Fruhjahr 1998 an diesem Pilotprojekt. Ziel ist es vor allem, für dieses Arbeitsverfahren Erfahrungen bei der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit,

den Zielvereinbarungen, den Ergebniskontrollen, den arbeitsphsychologischen Auswirkungen und den Konsequenzen im privaten Umfeld für die am Pilotprojekt teilnehmenden Beschäftigten zu sammeln. Mögliche Vorteile wie Steigerung der Produktivität und der Leistungsbereitschaft, mehr Zeitsouveränität durch flexiblere Arbeitszeiten, höhere Selbständigkeit beim Arbeiten, Erhalt der Qualifikation nach oder während einer Erziehungspause, bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und der Wegfall von Fahrzeiten sollen durch eine arbeitswissenschaftliche Begleitung der Universität Hannover untersucht werden. Auch die Beurteilung möglicher Nachteile durch die Telearbeit wie die Gefahr der lsolation und mangelnder Kommunikation, Höhe der Kosten, eventueller Probleme bei der Arbeitsmotivation oder fehlender Trennung zwischen Beruf und Privatleben ist Bestandteil der Pilotphase.

2

Kriterien für die Einrichtung eines Telearbeitsplatzes

Bereits vor der Realisierung der Telearbeit muß der Arbeits-

platz einen hohen Grad an Dv-Unterstützung haben. Arbeitsplätze, die diese Voraussetzung erfüllen, lassen sich leichter auf Telearbeit umstellen. 2.2

Pensönl iche

Anforderu ngen

Grundvoraussetzung ist ein Vertrauensverhältnis zwischen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der/dem Vorgesetzten. Vorteilhaft ist eine ausreichend lange Zugehörigkeit zur Dienststelle, in der das notwendige gegenseitige Vertrauen gewachsen ist. Die Telearbeitnehmerinnen und Telearbeitnehmer müssen über die notwendigen fachlichen Kenntnisse verfügen, um zu Hause eigenständig arbeiten zu können. Desweiteren sollten die Projektteilnehmerinnen und Projektteilnehmer den fachlichen Anforderungen, die die Aufgabe stellt, voll und ganz entsprechen, so daß sie ohne größere fachliche Unterstützung die Aufgabenstellungen erfüllen können. Außerdem sollten sie über soviel Berufserfahrung verfügen, daß auch plötzlich auftretende Probleme selbständig gelöst werden können. Besonders geeignet für diese neue Arbeitsform sind Telearbeitnehmerinnen und Telearbeitnehmer, die über genügend Selbstdisziplin und Eigenmotivation verfügen. Sie müssen in der Lage sein, sich auch ohne Kontrolle durch Vorgesetzte sowie Kolleginnen und Kollegen jeden Tag für die Arbeit zu motivieren. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern muß in hohem Maße die Fähigkeit zur Selbstorganisation vorhanden sein, denn sie müssen ihren Arbeitstag zu Hause selbst organisieren und planen, selbst entscheiden, wann sie welche Aufgaben erledigen, Pausen einlegen und wann und wie Iange sie arbeiten.

2.1 Eignung des Arbeitsplatzes

Der Arbeitsplatz sollte nach Möglichkeit wenige persönliche Kontakte beinhalten. Arbeitsplätze, zu deren Aufga-

2.j Eignung der häuslichen und familiären

benfeld persönliche Kontakte gehören, kommen für

ldeal ist es, wenn zu Hause ein eigenes Arbeitszimmer zur Verfugung steht, in dem der beruflichen Arbeit nachgegangen werden kann. Nur so kann gewährleistet werden, daß während der Arbeitszeit wenig Ablenkungen und Störungen stattf inden.

Telearbeit nur dann in Betracht, wenn die Kontakte selten notwendig oder nicht kurzfristig notwendig sind. Der Zugriff auf nichtelektronische Unterlagen oder sonstige Arbeitsgegenstände muß planbar sein. Der Transport von unfangreichen Unterlagen an einen Telearbeitsplatz ka n n n icht sin nvoll sein. Der Arbeitsplatz sollte keine Aufgaben beinhalten, die die kurzfristige Anwesenheit in der Dienststelle erforderIich machen. Wenn kurzfristige Aufgaben zu erledigen sind und die jeweiligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht in der Dienststelle verfügbar sind, können Probleme aufta uchen.

3

Umstände

Ausstattung der häuslichen Arbeitsstätte

3.1 Voraussetzungen Für die Ausstattung der häuslichen Arbeitsstätte mit den notwendigen technischen Arbeitsmitteln sowie mit dem er171

Telearbeitnehmerin an ihrem häuslichen Arbeitsplatz

forderlichen Mobiliar sind durch das Niedersächsische lnnenministerium Haushaltsmittel im notwendigen Umfang zugewiesen worden. Es wurde davon ausgegangen, daß eine Hard- und Software-Ausstattung beschafft wird, die sich problemlos in die in der Dienststelle vorhandenen luKLandschaft einfügt. Es war darauf zu achten, daß eine in der häuslichen Umgebung den EU-Richtlinien entsprechende ergonomische Möbelausstattung aus den zugewiesenen

Mitteln beschafft wurde.

3.2 Zusammenarbeit

mit

LGN

und IZN

ln der Planungsphase für die Auswahl der elektronischen Hilfsmittel war die Zusammenarbeit mit kompetenten Partnern wie der Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (LGN) und dem lnformatikzentrum Niedersachsen (lZN) von entscheidender Bedeutung.

Zunächst sollte die Telearbeitnehmerin mit der Fortführung der Automatisierten Liegenschaftskarte betraut werden. Die vorherige Prüfung durch das LGN ergab jedoch, daß eine Anbindung des PC-DIGSY mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von 64 Kbits/s fur interaktive Arbeiten mit

dem AlK-Erfassungssystem nicht ausreicht. Eine Verdoppelung der Leitungsgeschwindigkeit ließ ebenfalls keine ausreichende Performance erwarten. Die Anmietung einer

Datendirektverbindung mit einer ausreichenden Übertragungsgeschwindigkeit von 2 Mbits/s schied wegen zu hoher zusätzlicher Kosten aus. Damit war nur noch mögI ich, den Telearbeitsplatz mit der Standard-Software,,GEO" und/oder ,,ALB " auszustatten.

172

Aus diesen Gründen wurden als Arbeitsaufträge geodätische Berechnungen fur die notwendige Qualitätssteigerung der Automatisierten Liegenschaftskarte (i.S. von Qualitäts-

sicherung, die von den Kooperationspartnern gefordert wird) ausgewählt. Die Telearbeitnehmerin ist nun durch PC, Router und ISDN-Anschluß über das Katasteramt Bremervörde mit dem IZN verbunden wie jeder andere PCArbeitsplatz in einem Katasteramt (s. Schaubild). Zusätzlich wu rde ein Drucker insta I liert. Bei der Auswahl der Telekommunikationsgeräte, bei der Beantragung des lsDN-Anschlusses sowie bei der Findung einer Regelung fur die Kostenteilung für privat und dienstlich begründete Telekommunikationsleistungen stand das (lZN) hilfreich zur Verfügung. Neben dem ISDN-Anschluß wurden ein Telefon und ein Telefaxgerät erworben. Damit ist sichergestellt, daß notwendige Rückfragen und Abstimmungen mit der Dienststelle sofort erfolgen und evtl. fehlende Arbeitsunterlagen auf schnellem Wege übermittelt werden können.

3.3 Kosten Von den zur Verfügung gestellten Haushaltsmitteln konn-

ten die notwendige EDv-Ausstattung, das erforderliche Mobliar und die Telekommunikationseinrichtung erworben werden. Hierfür wurden insgesamt ca. 9.000 DM investiert. ln der Planungsphase zunächst noch unbekannt und damit ein entsprechender Unsicherheitsfaktor waren die laufenden Kosten für die Nutzung des ISDN-Anschlusses.

Nach einigen Monaten der Erprobungsphase lassen sich diese mit ca. 8.000 DM/Jahr beziffern.

4

Arbeitswissenschaftliche Begleitung des Projektes

Das

Pilotprojekt Telearbeit wird sehr intensiv begleitet durch

die Universität Hannover, Weiterbildungsstudium Arbeitswissenschaft. ln unregelmäßigen Abständen werden mit den Telearbeitenden und deren Vorgesetzen Workshops durchgeführt, lst-Analysen in den Dienststellen und Besuche am Telearbeitsplatz vorgenommen. Gemeinsame Aufgabe ist z.B. Festlegung von Projekt-

zielen, Darlegung der Projektorganisation und deren Ab-

lauf, Erarbeiten einer Analyse der Arbeits-

und

Kommunikationsstrukturen, Entwicklung, Einführung und

Erprobung

von

Soll-Konzepten, Beurteilung

des

Projektverlaufes und der Projektergebnisse sowie am Ende des Projektes die Erstellung eines Abschlußberichtes.

5

Vertrag mit der Telearbeitnehmerin

Auf der Basis der Vereinbarung zwischen der Niedersächsischen Landesregierung und den Spitzenorganisationen der

Gewerkschaften über das Pilotprojekt,,Flexiblere Arbeits-

zeit durch Telearbeit (Teleworking)" vom (Nds.MBl.S. 602)

ngs-

30.01.1998

war ein Teilnahmevertrag zwischen der Katasterbehörde u nd der u nd

Vermessu Telea rbeitneh meri n abzusch I ießen.

stelle und die Personalvertretung ist nach vorheriger Anmeldung grundsätzlich binnen einer Woche zu gestatten. Aufgrund des Vertrages ergeben sich keine Anderungen hinsichtlich der Meldung von Krankheit, der lnanspruchnahme von Urlaub oder sonstiger Arbeitsfreistellung. Die zu leistende Arbeitszeit ist die arbeitsvertraglich festgelegte durchschnittliche regelmäßige Arbeitszeit. Mindestens an einem Tag in der Woche ist in der Dienststelle zu arbei-

ten; d ies ist in der Regel

6

Erste Erfahrungen der Telearbeitnehmerin

ln dem nachfolgenden Kurzinterview sollen erste Erfahrun-

gen mit dieser neuen Arbeitsform aus der Sicht der Telearbeitnehmerin der Vermessungs- und Katasterbehörde Rote n bu rglStad e, Katastera mt B rem ervö rd e, wi d erg egeben werden: Welche Gründe haben Sie dazu bewogetl, an dem Pilot-

projekt mitzuwirken? ,,Znnächst einmal finde ich es vom Grundsatz her sehr interessant, auch in meiner Funktion als Frauenbeauftragte,

neue Arbeitsformen, die eine bessere Vereinbarkeit von Fa m

ilie u nd Beruf ermög lichen,

ken nenzu

lernen. Des-

weiteren hat mich der lange Anfahrtsweg mit dem Pkw, ca. 50 Minuten, doch schon sehr belastet." Nach einigen Monaten als Telearbeitnehmerin können Sie sicherlich eine vorläufige Bewertung dieser neuen Arbe itsfo rm vo r n e h m e n. ,,lch befinde mich noch in der Anfangsphase, jedoch lassen sich bereits jetzt ein ige, teils deutliche U ntersch iede zu meiner bisherigen Tätigkeit in der Dienststelle beschreiben. lch benötige nun mehr Eigendisziplin, um mich ständig von Neuem zu motivieren; das fällt mir nicht immer ganz leicht. Stärkere Eigenverantwortlichkeit bei der Erledigung der zu bewältigenden Aufgaben mußte ich mir aneignen.

Als besondere Vertragsbestandtei Ie sind hervorzuheben: Der Zutritt zur häuslichen Arbeitsstätte durch die Dienst-

ienstags.

Als

feste Kommunikationszeiten (zur Erreichbarkeit) wurde montags bis donnerstags von 9.00 bis 11.30 Uhr vereinbart. Die Erfassung der häuslichen Arbeitszeiten erfolgt in einem manuell zu führenden Arbeitszeitnachweis, an den Arbeitstagen in der Dienststelle wie ublich mit der elektronischen Zeiterfassu

platzes aus wichtigem dienstlichen Grund schriftlich und mit Dreimonatsfrist zum Monatsende widerrufen. Für die Bereitstellung des häuslichen Arbeitszimmers sowie für Energie wird der Telearbeitnehmerin ein monatliche Pauschale in Höhe von 65 DM (brutto) gezahlt.

d

ng.

Die Beschäftigte hat bei der häuslichen Arbeitsstätte auf den Schutz der Daten und lnformationen besonders zu achten. Vertrauliche Daten und Informationen sind von ihr so zu schützen, daß Dritte keine Einsicht und/oder Zugriff nehmen können. Dienststelleneigene Unterlagen dürfen nur aus der Dienststelle genomrnen werden, wenn dies zur un-

mittelbaren Erfüllung der vereinbarten Beschäftigung notwendig ist. Nach der Vereinbarung ,, Pilotprojekt Telearbeit" haben die Beschäftigten das Recht, aus wichtigem Grund durch einseitige, schriftliche Erklärung zum Ende des folgenden Monats die häusliche Arbeitsstätte aufzugeben und an ihren Arbeitsplatz in der Dienststelle zurückzukehren. Die Dienststelle darf die Einrichtung des häuslichen Arbeits-

Eine völlig andere Arbeitsweise ergibt sich auch bei der Vorbereitung der zu bearbeitenden Gebiete. lch muß versuchen, die notwendigen Unterlagen vollständig zusammenzustellen, um Rückfragen und Ergä nzungen auf ein Mindestmaß zu reduzieren; dies verlangt eine gründliche Orga

n

isation.

An meinem Telearbeitsplatz kann ich wesentlich konzentrierter arbeiten, da Ablenkungen, die üblicherweise im Bürobetrieb enstehen, entfallen. Allerdings mußte auch meine Familie lernen, mich ungestört arbeiten zu lassen. Von großem Vorteil sind die wegfallende Fahrzeit und die damit weitestgehend entfallenden Fahrkosten. lch konnte früher während der Ruckfahrt von meiner Dienststelle Abstand von der Arbeit gewinnen, dies ist nun nicht mehr möglich, da jetzt ein zeitlich gesehen nahtloser Übergang von Arbeit und Privatleben stattfindet. Die individuellere Gestaltungsmöglichkeit der Arbeitszeit wird von mir intensiv genutzt, u.a. durch eine längere M ittagspa use. " Vermissen Sie das betriebliche Umfeld bei lhrer Tätigkeit in lhrem häuslichen Büro? ,,Jä, eindeutig. Deshalb ist es ganz besonders wichtig, daß in dem abgeschlossenen Vertrag vereinbart wurde, an einem Tag in der Woche in der Dienststelle zu arbeiten. Diese Tage nutze ich nicht nur für die Arbeitsvorbereitung,

sondern auch für die notwendigen Kontakte, die meine Tätig keit a ls Fra uen bea uftragte erfordern. Da neben versuche ich an diesen Tagen, die bestehenden sozialen Kontakte zu

pf lögen." Wie denken Sie über die Zeit nach der Beendigung der

Pilotphase?

173

ist zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich zu früh, eine Aussage über die nächsten Jahre zu treffen; dazu sind die Erfahrungen mit der Telearbeit noch nicht ausreichend gefestigt. Zumindest während der Zeit, in der meine Kinder die Grundschule und die Orientierungsstufe besuchen, halte ich eine Fortsetzung der Telearbeit für wünschenswert." ,,Es

7

Ausblick

Durch die Beteiligung der Vermessungs- und Katasterbehörde Rotenburg/Stade an dem Pilotprojekt,,Telearbeit" ist der Behörde die Möglichkeit gegeben worden, Erfahrungen über diese in der öffentlichen Verwaltung neuen Arbeitsform sammeln zu können. ln einer Zeit, in der die Nutzung der Automation an der Gestaltung der Arbeitsplätze höchste Priorität erlangt hat und in der die Bindung von qualifiziertem Fachpersonal von äußerster Wichtigkeit ist, scheint Telearbeit eine Alternative zum klassischen Arbeitspl atz in der Dienststelle werden zu können. Vorteile für die Telearbeitnehmerinnen und Telearbeitnehmer liegen auf der Hand: keine langen Anfahrten zur Arbeitsstelle, dadurch mehr Zeit für die Familie. Allerdings sind auch mögliche Risiken wie z.B. der fehlende soziale Kontakt zu den Kolleginnen und Kollegen nicht zu unterschätzen.

Auch für die Dienststelle bedarf diese Arbeitsform einer enormen Umstellung und eines Umdenkens. U.a. sind Arbeits- und Erfolgskontrollen und die Organisation des Arbeitsablaufes anders als bislang zu bewerten. Auf längere Sicht ist bei der möglichen Einrichtung von Dauerarbeitsplätzen mit Telearbeit auch der Kostenfaktor ein entscheidendes Beu rtei I u ngskriteri u m.

174

.f-)

6 o\ o\

",

q

rl i

io

o\

1F{ I

ü

l-{

o

O{ t-{

b§ -

d .\4 oOr



U)

ss c!fi

Etr OH

§ § ,§' §

t

!^

l^

O O \o

O O

o\ f-.

C\l

l^

O O

aa)

ä

-

ca

r-{ 'J'

E;= g r

b

.rlElH

§ §

F{

.ra)

-)

R{

F{

fr{

tli

R{

sa

o a §

U

f

t-{

ä a

o

.,\ ca /Al \JG OO !r{

Ei,

ätr'frü A gA=ö OT ätb A E?,ä .E E Ji§g &,?s Frlrqtrr,, o

5 i-{ i-{

I

ao

F.

rc ) d ür{ tr(

z

o a fr{

t-{

O ,.o

lir) J t-{ ?1 rll

ol a')

o o

:)N

?1 H



tr(

I

ao

O{

a

+-)

i) h

op{

§ rA

C)



-o l-{ d

C)

tr{

E

o



E-{

q)

L

o *, =, o

t § § §IA § §

E



e ED

S IÜ

§ S § N? ,H

§ § § €. §'

CD

Anbindung des Telearbeißplatzes an das Katasteramt und das lnformatikentrum Niedersachsen 175

Chorographia der Hildesheimer Stiftsfehde Von Dieter Kertscher

Eine der ältesten geografischen Ansichten unseres südniedersächsischen Raumes ist im Auftrage des braunschweigisch-wolfenbüttelschen Herzogs Heinrich Julius im Jahre 1591 durch den am Wolfenbütteler Hof in Diensten stehenden Mathematiker, Astronoffi, Landmesser und Büchsenmacher Johannes Krabbe erstellt worden. Die Brillanz dieses Werkes allein ist schon Grund genug, sich diese Chorographia (Landesbeschreibung) näher anzuschauen. Dabei dürften der lnterpretation der dargestellten Ereignisse schnell Grenzen gesetzt sein, wenn der nunmehr 400 Jah re zurückliegende geschichtliche Hintergrund nicht geIäufig ist, der Ietzten Endes das Konglomerat ,,Hildesheimer Stiftsfehde" hervorgebracht hat. Apropos: ,,Fehde" Brüdermann weist in treffend darauf hin, dass hierbei ein ,,verharmlosender Name " für einen ,,vernichtenden regionalen Krieg im Beginn des 15. Jahrhunderts in Norddeutschland" verwendet wird. Darüberhinaus hat diese ,,Pdnorama-Karte" des ausgehenden 16. )ahrhunderts mit den FIächen der Fürstentümer Calenberg und Wolfenbüttel,'des Stifts Minden sowie der angrenzenden Gebiete im Jahre 1995 für Schlagzeilen gesorgt, als diese kartografische Rari-

tät als mehrfarbige Reproduktion vom Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover und dem (damaligen) Niede rsächs ische

n

La n d esve

rwa ltu n gsa mt

- La nd

esvermessu n g -

in Hannover (heute:

LGN: Landesvermessung + Geobasisinformation Niedersachsen) im Maßstab von ca. 1:150000 (Maßstab der Originalkarte ca. 1:125 000) herausgegeben

worden ist. Die Herstellung, der Druck und der Vertrieb liegen bei Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen.

Diese Reproduktion ist zum Preis von 30,- DM im Buchhandel, bei allen niedersächsischen Katasterämtern und beim LGN (Podbielskistraße 331, 30559 Hannover) erhältlich. Seit

1997 liegt das

1

5 Seiten u mfassende Beiheft

zur

Chorographia der Hildesheimer Stiftsfehde (fur 5,- DM gleichfalls erhältlich), erstellt durch Herrn Dr. Stefan Brüdermann vom Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover, an allen Vertriebsstellen vor. Darin werden die politischen Ursachen auf territorialer, auf regionaler und schlleßlich auf Reichsebene für diesen Konflikt aufgezeigt, der Prozess beim Reichskammergericht wird dargelegt, und der Zeichner Johannes Krabbe wird vorgestellt. Des weiteren machen Brüdermanns Ausf ührungen zur Kartendarstellung und zum Kriegsverlauf im Jahre 1519 sowie sein Literaturverzeichnis zu diesem Themenkreis dieses Beiheft zur idealen Ergänzung zu dieser heute fur jedermann zu erwerbende Reproduktion der Krabbe'schen kolorierten Zeichnung vom 1591. Bei den folgenden Ausführungen zur Chorographia der Hildesheimer Stiftsfehde von 1591 handelt es sich um eine geringfugig uberarbeitete Fassung des 1995 vom Autor dieser Kartenbesprechung verfassten Aufsatzes,,Erstellt im 176

Auftrage des Wolfenbütteler Herzogs Heinrich Julius Chorographia der Hildesheimer Stiftsfehde", welcher im Heimatbuch 1996 des Landkreises Wolfenbüttel, Seite 57 63 abgedruckt worden ist.

Die Krabbesche Landtafel von 1591 zeigt die Situation

von 1 519 Die erhaltene Krabbesche Landtafel ist auf 1591 datiert (Johannes Krabbe faciebat 1591). Doch dargestellt werden Ereignisse, die nahezu drei Menschenalter zurücklagen, nämIich die Kriegszüge, Brandschatzungen, Verwüstungen und Belagerungen der Hildesheimischen Truppen in der Region zwischen Harz und Weser im Jahre 1519. Wie war es zu diesen Auseinandersetzungen gekommen? Und warum ließ man die Ereignisse erst so viel Jahre später aufarbeiten und

in einer Karte darstellen? lhren Anfang nahm die Fehde zweifelsohne im Streben des Bischofs Johann lV. von Hildesheim, seine Territorialherrschaft zu festigen und Übergriffe von außen abzuwehren. Diese rund eineinhalb Jahrzehnte anhaltende lnstandsetzung des Hildesheimer Bischofs musste zwangsläufig die in ihren Rechten beschnittene Ritterschaft gegen ihn aufbringen. Kein Wunder also, dass sie Unterstützung bei den benachbarten welfischen Herzögen suchte - und auch fand. 1519 schließlich eskalierte die Rivalität bis hin zu ausgewachsenen kriegerischen Auseinandersetzungen. Die Hildesheimische Partei neben Bischof Johann bildeten Herzog Heinrich der Mittlere von Lüneburg, der Edelherr von Lippe sowie die Grafen von Schaumburg, Hoya und Diepholz. Auf der anderen Seite standen Herzog Heinrich der Jüngere von Wolfenbüttel, dessen Bruder Franz (Bischof von Minden) sowie Herzog Erich der AItere von Calenberg. Zwar unterlagen die Wolfenbütteler und Calenberger der Hildesheimer Partei in der Schlacht bei Soltau am 28. Juni 1519, doch - wie es so oft heißt - sie verloren nur eine Schlacht, aber nicht den Krieg. Der Hildesheimer Erfolg auf militärischem Terrain ging auf dem politischen Felde wieder verloren. Auf kaiserlichen Druck hin kam es zum Quedlinburger Vertrag vom 23. Mat 1523, wonach die größeren Teile der Stift Hildesheimer Amter an die beiden welfischen Nachbarn fielen. Dabei dürfte die just zur selben Zeit anstehende Königswahl mitentscheidend gewesen sein. Den deutschen Kurfürsten standen Franz l. von Frankreich und der Habsburger Karl V. zur Wah!. Der Bischof von Hildesheim votierte für den Franzosen - doch das Rennen um die Krone machte der Habsburger. Pech also für Johann lV. von Hildesheim.

Das Reichskammergericht in Speyer wurde angerufen

Der Quedlinburger Friedensrezess hatte zwar die Fehde beendet, doch das Bistum Hildesheim wollte sich mit dem Ergebnis nicht abfinden. Große Teile Hildesheimischen Territoriums waren immerhin an die Herzöge Heinrich und Erich gefallen. Also suchte das Bistum Hildesheim in einem 1548 begonnenen und bis 1529 andauernden Prozess vor dem Reichskammergericht in Speyer die Restitution seiner verlorenen Gebiete. Das 1629 gefällte Urteil gab schließlich den Hildesheimern recht, doch verzögerte sich die Wiederherstellung des Stifts in den Wechselfällen des Dreißigjährigen Krieges bis zum Jahre 1643.

Zurück zur Entstehungsgeschichte der,,Chorographia Hildesheimer 5tiftsfehde". Parallele Aktenüberlieferungen geben genauestens Auskunft. So hatte Herzog Julius im Prozess vor dem Reichskammergericht 1588 erstmals durch seinen Anwalt vorbringen lassen, die gesamten (sinngemäß wiedergegeben) Bereiche der abgebrannten Städte, Klöster, Häuser und Dörfer in einer ,,sonderliche Mappam", also einer Karte, darstellen zu lassen. So entstand eine der merkwürdigsten Karten aus den Akten des Reichskammergerichts, die Beschreibung in der 79 x 124 cm großen, ca. im Maßstab 1 : 125 000 stehenden kolorierten Zeichnung der,,Hildesheimer Stiftsfehde". Angefertigt worden sein sollen sogar zwei Karten. Ein Exemplar wird, von kleinen Lagerungsschäden abgesehen, heute im Niedersächsischen Hauptstaatsarchiv in Hannover verwahrt (1/68 m, aus der Akte Hann. 27, Hannover Nr. 264 Bd. lV). Über den Verbleib der zweiten Krabbeschen Karte

der

ist nichts bekannt.

Reichskammergerichtskommissare befragten Zeugen Zurück in's Jahr 1590. Die Wolfenbüttelschen Anwälte übergaben im Rahmen des Prozesses vor dem Reichskammerge-

richt im Dezember 1590 diese ,,Chrorographia" mit der Bitte, sich durch Zeugenbefragungen den Umfang der von den Hildesheimern 1519 angerichteten und auf dieser Karte dargestellten Zerstörungen und Verwüstungen bestätigen zu lassen. ln der Tat reisten schon wenige Wochen später (Anfang 1591 schrieb man inzwischen) Reichskammergerichtskommissare über's infrage stehende Land - durch Hannover, Wunstorf, Pattensen, Gandersheim und Lichtenberg bis nach Wolfenbüttel. Umfängliche Protokolle und Befragungen zeugen davon, dass sich die ausgesandten Kommissare ihre Arbeit durchaus nicht leicht gemacht haben. Aber es war ein äußerst schwieriges Unterfangen. Schließlich waren von 1519 bis 1591 schon 72 Jahre vergangen. Augenzeugen waren nicht mehr zu finden. Man war gezwungen, indirekt vorzugehen. ,,Etliche alte Leute wurden anstatt des Augenscheines angehöret" ist in den Protokollen nachzulesen. 80 Zeugen bestätigten schließlich die Richtigkeit der Darstellungen des Abrisses und der Zeugenbefragungen, sodass sich die ortsunkundigen Juristen des Kammergerichts in Speyer ein halbwegs zutreffendes Bild von den Hildesheimischen Kriegen haben machen können. Krabbe hat diese Prozesskarte als Panoramakarte erstellt Die betroffene Region zwischen Harz und Weser ist auf der Karte in perspektivischer Sicht mit Blick nach Süden darge-

stellt. Für diese panoramaartige, fast wie ein Luftbild anmutende Darstellung, entschied sich der mit dieser Arbeit beauftragte Kartograf Johannes Krabbe . Dieser war, als gelernter Goldschmied aus dem Calenbergischen Münden kommend, von 1585 bis 1515 unter den Herzögen Julius, Heinrich Julius und schließlich Friedrich Ulrich als Mathematiker, Astronom, Büchsenmacher und Landmeser in herzoglich-wolfenbüttelschen Diensten tätig. Herzog Heinrich Julius wollte mit der durch den vielseitig begabten Krabbe erstellten grafischen Dokumentation der durch Johanns Hildesheimer Truppen angerichteten Zerstörungen die Rechtmäßigkeit der 1523 bestätigten welfischen Flächen beweisen. Die augenscheinliche Wiedergabe des Landschaftsbildes und der Handlungen des Jahres 1519 waren daher wichtiger als ein exakte und lagegetreue Vermessung der Grenzen zwischen den rivalisierenden Parteien. Folglich ist diese Darstellung in erster Linie ein historisches Dokument, in zweiter Linie erst an der Messlatte von Topografie bzw. Geografie zu messen. Dennoch kann sich Krabbes älteste Lagebeschreibung

des südniedersächsischen Raumes kartografisch durchaus sehen lassen. Den astronomischen Messkünsten kundig, hat er die Orte mit einem Astrolabium eingemessen. Die Proportionen stimmen bis auf ganz wenige Ausnahmen sehr gut. Den Hintergrund bildet der Harz , mit dem Blocksberg

(heute der Brocken) sowie die Leine und die Weser von Bodenwerder bis Minden. Genau anders herum als wir es von heutigen Karten gewohnt sind, hat Krabbe sein Kartenwerk ausgerichtet. Süden ist bei ihm oben. Ein kreisförmiger Kompass hilft bei der Orientierung, mit den in jener Zeit gebräuchlichen Richtungsangaben: Septentrio für Norden, Oriens für Osten, Meridies für Süden und Occidens für Westen. Über dem Harz lässt Krabbe sogar die Sonne erscheinen, Portolan-Karten aus jener Zeit ähnelnd, wo Wind und Sonnen den Kartenrand zu füllen pflegten. Hildesheim, das der Fehde und der Karte den Namen gegeben hat, liegt in der Mitte des Kartenblattes - eingeklemmt zwischen zwei Kartuschen, die bei anderen Karten üblicherweise am Rand des Blattes positioniert sind. ln der großen Kartusche (oben mittig platziert) werden die wichtigsten Kampfhandlungen beschrieben. in der kleinen die Ereignisse nach der Schlacht bei Soltau.

Zinnfiguren ähnlich ziehen die Heerhaufen weiter Der für die Wolfenbütteler Anliegen kartierende Krabbe lässt - Zinnfiguren ähnlich - das Hildeheimische Heer durch die Lande ziehen - zeigt Heerhaufen mit wehenden Fah-

nen, Einzelkämpfer wohl in Brandstifter - oder PlündererAbsicht. Über den zerstörten Ortschaften schlagen Flammen empor, ziehen dunkle Rauchwolken dahin. Grenzlinien, in rot hervorgehoben, weisen zu, was zu Wolfenbüttels und Calenbergs Amtern gehört, und ebenso, was zum Terri-

torium Hildesheim, Minden und Schaumburg zählt. Der Betrachter des Krabbeschen Kartenblattes kann sich

im Vordergrund an den Flussläufen gut orientieren: Oker, Aller, Leine und Weser. Die Höhenzüge Harz, Asse, Oder, Deister, Süntel liefern weitere Fixpunkte. Dabei muss klargestellt werden, dass beispielsweise der Harz wie auch die Stadt Braunschweig mit der Stiftsfehde direkt nichts zu tun haben. lmmerhin gelangte Hildesheim auf diese Weise in die Mitte des Landschaftsbildes und des Kartenwerkes. Soltau wird von Krabbe, wie andere für die Fehde bedeutsame Orte auch, als befestigte Stadt in Seitenansicht 177

rechts unten im Kartenblatt gezeigt. Krabbe nahm sich die Freiheit (noch wahrscheinlicher ist, dass Herzog Heinrich Julius ihn dazu anhielt), die in Form eines Überraschungsangriffs auf marschierende Wolfenbutteler Truppen durchgefuhrte Schlacht in der Karte als ,,Klassische Feldschlacht" darzustellen. Die Blöße, in die Flucht und vernichtend geschlagen worden zu sein, wollten sich die Hersteller dieser Prozesska rte off en ba r n icht geben.

Doch das erklärt sich schnell durch den Auftrag fur diese ,, Chorog ra ph ia ". Sie ist eben ein einseitiges Beweism ittel, ein von der welf ischen Seite dem Reichskammergericht vorgelegtes Stück. Die Gegenden, in denen die Truppen der Herzöge von Wolfenbüttel und Calenberg haargenauso zerstörerisch gehaust haben, wie es die Verbände der Hildesheimischen Liga in den in der Chorographia dargestellten Reg ionen a nderenorts taten, bleiben verdeckt.

Der Darstellung der Wolfenbütteler Festung widmet sich Krabbe intensiv

Eine sehr,,parteiliche" Darstellungsweise gewählt

Der Darstellung der Festung Wolfenbuttels hat sich der Kartograf - wen wundert's - ganz intensiv gewidmet. Als Symbol der gesamten Festung erkennt der Betrachter das herzogliche Schloss - und zwar aus Blickrichtung Auguststadt, also von seiner Westfront. Das unverwechselbare Pro-

fil, gebildet

aus Schlosskirche und altem Hausmannsturm, hat Krabbe ebenso dargestellt wie das Mühlentor. Typisch fur die Renaissance sind die beiden Kartuschen, die Ornamente aus halb aufgerollten Bändern und Blättern. Untypisch, ja merkwurdig, wie bereits zuvor angedeutet, mutet dagegen deren Platzierung inmitten des Kartenblattes är, zudem auch noch unsymmetrisch angeordnet.

Bei allem Respekt für die kartografischen Qualitäten dieser Chorographia: lhr Darstellungsinhalt kann nur mit,,parteilich" und,,tendenziös" beschrieben werden. Daran ändert auch Krabbes Beigabe von Zirkel, Kompass und Maßstab, den obligatorischen Signa der damaligen Landmesser, Geometer und Kartografen nichts. Wie hoch Johannes Krabbe selbst Rang und Wert seiner hier erbrachten Leistung einschätzt, das Iässt sich an der

Höhe der Summe ablesen, die er von seinem auftraggebenden H erzog erbat: 1 00 Reichsta ler. Für alle, die sich fur dieses Kartenwerk interessieren, sei wiederholt: Eine farbige Reproduktion des Blattes der Hildesheimer Stiftsfehde kostet 30,- DM, das Beiheft 5,- DM.

fts

&F

,'*.,r! ,ar

.d

,

.l

Flammen lodern hervor aus den in Brand gesetzten Ortschaften rings um Gandersheim. Auch Seesen steht in Flammen. Zinnfiguren gleich durchziehen die Heere das Land.

't78

co-q,

Itr

Ei 1--1r

i.

.t.t6:r. t;"

j

:.THH '-dhfi*ir

:','

L''lm

ffiry ffi;+uffi':;,,,

ffir': .-,,':.'

är''

. ,.

;i'

.''

Se

g,f§SnF.,,: .,

,*..** ,: i.'

:' :,,,*

.,:ffiffi,n,.it,

,l]ffift,

'' :,t:ffi,i&,',t, t",

,, ' :i .

.$li

, r3\i..: ':

5.ffi,:;,,..'.:''-,...,..'.%*i+iiii.:,-,'äsi'lJ., l;;,futiii:'^*.",,""'

' t. ''' ,; ': '':.'.i;'i ''' 'r: "

ln Wolfenbüttel und für die herzöglich Wolfenbütteler Partei ist die Chorographia im lahre 1591 erstellt worden (Vergrößerung). 179

':".

,äa

-

i

\ -'\-

r'

i

JA

r<.

.,_*a:_

/'

-§\ ^ -q.

*+. "A rr')ds

.r; *7-?l

Jlq .:!i,,.i;,

'

fj:), '"''.:.

.

+&r

t

,._: ^*:;

\.. \! :i

\.\

lr

A, ,Y

,I it II

I

!

:.:""

t\

rl ,,,;:.

{t rl , -"?-.--.

i

:i

\ -

f u: Cre/t llai-lt,Ce n BetraChter.' €fiti eri-e spiflf' Pct,*tcra ma karte i- r-.:'!-t -..., -;,-.,r. Vlir sehreil iien südniecler:i.r(-i)5ii .rir.t1 Rautn tNle aus einem Fiugzeug, qi6ii ,1y'1i,r(;rt,,.!d chsen von Not'den nach süden

tJnr..,, ,,,.,-)hrit

K

r.:

.I

/-.)

{:

t-r,-

:,;,,.)

i

,

i.,

t't

aj :"

,,!

Hiloe-she im, das der Fehde

veriiehr>n

den Namen

hat, ist exakt in der Mitte

des

Karteribiaftes plaziert. U ngewöhnlich ist die Lagt der beiden Kartuschen mitten im Kartenbild. Sie verdecken ciie von der Wo lfe n b ütte e r Seite a n g eri chteten I

Zerstör

180

u

nqe n.

+tuo..

arrf

#; Die hildesheimischen Truppen belagern Wölpe (nahe Nienburg an der Weser). An der Ausrichtung der Fahnen ist die Marschrichtung zu erkennen. iie kommen von Calenberg, wo sie das Schloß Erichs L zerstört haben.

,i

*ld.riti.#:

I tr t.fi

ä.; jirlroi' { "o+vJ .'i f,t' ,

1

ln, !

,ffi,

Die militärische Entscheidung fiel am 20. Juni 1519 bei Soltau, allerdings nicht in Form einer klassischen Feldschlacht, wie Krabbe zeichnete. Die marschierenden Wolfenbütteler Truppen wurden durch einen Überraschungsangriff besiegt. 181

GIS-Forum'98 Niedersachsen ein Bericht über die Veranstaltung

Von Werner Ziegenbein

Vorbemerkung

mationen im Kommunalbereich referiert. Er stellte heraus, daß die Verwirklichung technikunterstützter raumbezogener

Geographische lnformationssysteme (GlS) sind zur Lösung raumbezogener Aufgaben heute unentbehrlich. Zu dem GlS-Forum '98 Niedersachsen, das vom Landesbetrieb Landesvermessung und Geobasisinformation Niedersachsen (LGN),

lnformationsverarbeitung eine lnfrastrukturmaßnahme für eine Kommune ist, die fachübergreifend auf strategischer Ebene zu entscheiden ist. Die Verwaltung benötigt dafür ein Gesamtkonzept. Da die lnvestition in die Technik raum-

dem Niedersächsischen Landkreistag, dem Niedersächsischen Städte- und Gemeindebund und dem Niedersächsischen Städtetag am 16. und 17. April 1998 in Hannover veranstaltet worden ist, waren daher auch fast 400 Teilnehmer gekommen, um sich mit diesen Themen zu beschäftigen. Die Veranstaltung richtete sich insbesondere an die Kommunen

bezogener nformationsvera rbeitu n g erhebl iche fi nanziel le Mittel bindet, müssen die konkurrierenden lnteressen einzelner Fachbereiche beim Aufbau raumbezogener Datenbanken verwaltungsweit gebündelt werden, weil sonst die gespeicherten Daten nicht zusammengeführt werden können. Erst auf der Grundlage eines solchen verwaltungsweiten Konzeptes rechnet sich der Aufwand und erwirtschaftet den erwünschten Nutzen. Einen Situationsbericht über den GIs-Einsatz im kommunalen Bereich hat anschließend Klaus-Dieter Schmidt, Beigeordneter beim Niedersächsischen Landkreistag, abgegeben. Besonders herausgestellt wurde der einheitliche Raumbezug, die Koordinierung des GIS-Einsatzes innerhalb der Kommune und die Abstimmung zwischen den Landkreisen, den kreisangehörigen Gemeinden, dem Land und anderen überregionalen Einrichtungen . Zur wirtschaftlichen Seite der Gls-Einführung wurde ausgeführt, daß mittel- bis langfristig deutliche Qualitäts- und Leistungssteigerungen erwartet werden können (schneller, besser, aktueller, er-

und die Landesverwaltungen mit dem Ziel, diese über die Einsatz- und Nutzungsmöglichkeiten von geographischen lnformationssystemen bei den dort anfallenden Aufgaben zu informieren.

Einführung

Die Veranstaltung wurde vom Direktor der LGN, Erwin Kophstahl, eröffnet. Er wies darauf hin, daß aktuelle quali-

fizierte Geoinformationen der wichtigste und teuerste Bestandteil von Geo-lnformationssystemen sind und daß der Vermessungs- u nd Katasterverwa Itung a !s Lieferant von Geobasisinformationen daher eine besondere Bedeutung zukommt. Die von der Vermessungs- und Katasterverwaltung zur Verfügung gestellten Geobasisinformationen liefern einen einheitlichen Raumbezug für alle Geo-lnformationssysteme in Niedersachsen und bilden somit die Voraussetzungen fur die integrierte Geo-lnformationsverarbeitung der unterschiedlichen Fachinformationssysteme. Wei-

tere

G

ru

ßworte

ha

ben der Staatssekretä

r

des



r

d

ie

Vermessungs- und Katasterverwaltung zuständigen lnnenministeriums, Hennig Schapper, und der 1. Beigeordnete des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, HansHennig von Hoerner, als Vertreter der Mitveranstalter gesprochen. Von beiden wurde die Bedeutung eines einheitlichen Raumbezuges für alle Geo-lnformationssysteme betont; erst dadurch können die Daten verschiedener Fachbereiche zusammengeführt und analysiert werden. Auf dem Forum wurde über die Geo-lnformationssysteme in Vorträgen, Workshops und einer Fach- und Firmenausstellung sowie in Präsentationen der ausstellenden Fach-

firmen informiert.

!

höhte Rechtsqua I ität, erweiterter Bürgerservice, erweiterte lnformationen für die Entscheidungsträger, Lösung komplexer Aufgabenstellungen), die mit den herkömmlichen Mitteln nicht zu erreichen wären.Qualitäts- und Leistungssteigerungen führen zusammen mit den zu erwartenden Personaleinsparungen zu einem positiven Kosten-NutzenVerhä ltn is.

Über die Geodaten in der Landesverwaltung hat Peter Creuzer, LGN, anschließend berichtet. Dabei hat er zunächst

d ie Geobasisdaten der Vermessungs- und Katasterverwaltung Niedersachsens erläutert und ist auf deren Verfugbarkeit und Weiterentwicklung eingegangen. Danach wurde das große Anwendungsspektrum für Geodaten in der Landesverwaltung aufgezeigt. Durch die Vielzahl von Geodatenanwendungen in der Landesverwaltung entsteht ein großer Koordinierungsbed arf , der von einem dafur eing e richteten U ntera rbe itskre is G eo-l nformati onssysteme a bgedeckt werden soll. Der Aufbau eines Metadaten-lnformationssystems für die Geodaten des Landes wurde erläutert. Dieses lnformationssystem soll dazu beitragen, den

Überblick über bereits bestehende GIS und vor allen Dingen bereits erfaßte Datenbestände zu behalten. Stand der GIS-EInführung in Niedersachsen U

nter der Moderation von Peter Creuzer,

LG

N, hat

in

diesem ersten Vortragsblock von Dr. Uwe Kassner, KGSI Köln, zunächst über die Bedeutung raumbezogener lnfor182

GIS-Anwendungen bei Kommunen und in Landes-

Harburg berichtet. REGIS hat die Aufgabe, die raum-

verwaltungen

bezogenen Basisinformationen bereitzustellen und die

wurde durch die Verknüpfung von ALK und ALB ein

ämterspezifischen Fachanwendungsprogramme in einem System zu integrieren. Als Basisinformationen werden auch hier ALB und ALK eingesetzt. REGIS enthält eine systemweite Benutzerverwaltung und gewährleistet so einen geschützten Datenzugriff. Nutzer in der Kreisverwaltung sind hauptsächlich die Fachbereiche Bauen und Umwelt sowie die Betriebe. lm Endausbau von REGIS sollen alle raumbezogenen lnformationen in diesem lnformationssystem zur Verfügung stehen. Darüber hinaus ist es ein Projektziel, auch externe lnteressenten einzubinden. Vornehmlich wird hier an die kreisangehörigen Gemeinden, die Wasser-, Boden-, Deich- und Unterhaltungsverbände gedacht. Dabei geht man davon aus, daß diese lnteressenten nicht nur einen lnformationsbedarf haben, sondern auch lnformationen in das GIS einbringen Über ein Iandesweites lnformationssystem, das niedersächsische Bodeninformationssystem NIBIS -Fachinformationenssystem Boden- hat Dr. Hans Joachim Heineke vom Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung berichtet. Der Aufbau des Fachinformationssystems Boden orientiert sich am lnformationsbedarf für die notwendigen Maßnahmen zum Bodenschutz. Es besteht aus einer FIächendatenbank, die die lnformationen über die Verbreitung der Böden und ihren Aufbau enthält, einer Labordatenbank, die im wesentlichen Labordaten von Bodenproben sowie

Liegenschaftsinformationssystem geschaffen. Weitere Anwendungen sind ein digitaler Flächennutzungsplan, ein Leitungskataster für Schmutz- und Abwasser, die digitale Wattkarte und eine georeferenzierte Auswertung der Kriminalitätsstatistik. Durch die ersten Anwendungen wuchs das lnteresse in der Stadtverwaltung, so daß bereits 1997 sechs Amter mit cuXgis arbeiteten und man auf dem Weg

datenbank, die die fachlich korrekte Verbindung vo.n Daten und Methoden sicherstellen soll. An mehreren Beispielen wurde die Nutzung des Fachinformationssystems Boden gezeigt. Bodeninformationen werden vor allem für die Bereiche Boden und Natursch utz, Raumordnung und Landesplanuh§, Agrarplanung und Grundwasserschutz nachgefragt.

Den zweiten Vortragsblock hat Manfred Malzahn vom Nie-

dersächsischen Landkreistag moderiert. Hier berjchteten Kommunen und Landesverwaltungen über ihre Erfahrungen bei G|S-Anwendungen. Für den Landkreis Aurich informierte Wulf-lngo Schöne darüber, wie dort ein geographisches Umweltinformationssystem eingerichtet worden ist, mit dem die Wirtschaft, die Gemeinden und sonstige Fachplanungsträger gezielter, effektiver und schneller Planungsprozesse abwickeln und fundierte Abschätzungen von Projekten vornehmen können. Der Landkreis will dieses System zu einem Bürgerumweltinformationssystem ausbauen. Als Geobasisdaten werden ATK|S, ALK und ALB zugrunde gelegt. Das vorgestellte Konzept des Landkreises Aurich sieht eine offline-Ankopplung der Gemeinden an den GlS-Server beim Landkreis vor, wobei die Gemeinden ausschließlich lesend auf die GIS-Daten zugreifen können. Manfred Sylvestervon der Stadt Cuxhaven hat anschließend über cuXgis, das geographische lnformationssystem der Stadt Cuxhaven, berichtet. Die Stadt Cuxhaven betreibt seit'1994 ein geographisches lnformationssystem. Amterübergreifend werden alle vorhandenen Geo- und Sachdaten zentral auf einem Datenserver gehalten. Als Geobasisdaten werden ALK und ALB verwendet. Als erste Anwendung

zu einem breit angelegten leistungsstarken

Prof ilbesch reibu

ngen

enthä

lt, u nd einer Methoden-

GIS für

Auskunfts-, Analyse- und Planungsfunktionen innerhalb der

Kommune ist. Eine GlS-Anwendung beim Land Niedersachsen wurde durch Harald Hogrefe vom niedersächsischen Umweltministerium mit dem geographischen lnformationssystem Umwelt (GEOSUM) vorgestellt. GEoSUM ist ein Teil des niedersächsischen Umweltinformationssystems NUM15, das vom niedersächsischen Umweltministerium seit 1990 für die staatliche Umweltverwaltung entwickelt und betrieben wird. Als Geobasisinformationen werden für GEOSUM die analogen gescannten topographischen Karten und die ATKISDaten verwendet. Der GEOSUM-Datenbestand ist beträcht-

Geobasisdaten und Fachdaten

Am Beginn des zweiten Tages standen zwei Vorträge

zu

den Geobasisdaten und Fachdaten, die unter der Moderation von Harald Hogrefe vom niedersächsischen Umwelt-' ministerium gehalten wurden. lm ersten Beitrag hat Dr. Hartmut Sellge vom niedersächsischen lnnenministerium über die Zukunft der Geobasisdaten in Niedersachsen referiert. Zunächst stellte er noch einmal die Grundlagen-

lich und wird ständig erweitert. Er reicht vom Landesraumordnungsprogramm über Biotopkartierungen und Naturparke bis zu Satellitenaufnahmen. Frei zugängliche Daten aus GEOSUM werden auch im lnternet bereitgestellt. Aus der Sicht einer kleineren Stadt berichtete Peter Dörries, Barsinghausen, über den Gl5-Einsatz in der Bauleitplanung. Die Voraussetzungen für den GlS-Einsatz in Barsinghausen wurden durch die Einrichtung der ALK geschaffen. Mit der ALK als Geobasisdaten wurde zunächst die Bauleitplanung mit Hilfe eines G15 durchgeführt; dabei ging es um Gewerbeplanungen und größere Siedlungsprojekte und um eine Verkehrsplanung. Das GIS soll als nächstes bei der Flächennutzungsplanung, unter zusätzlicher Nutzung der Daten des ALB im Grundstücks- und Liegenschaftswesen sowie im Erschließungsbeitragswesen

funktionen der Angaben des amtlichen Vermessungswesens für das Land heraus, durch die die notwendigen Verknüpfungs- und Orientierungsmerkmale für fachübergreifende Datenzuordnungen, -auswertungen und -ver-

eingesetzt werden. Volker Stippich aus Winsen (Luhe) hat über das regionale Grundstücksinformationssystem (REG15) beim Landkreis

ßig bis zum Jahr 2001 abgeschlossen werden. Die Geobasisdaten ALB und ALK werden ständig gepflegt und aktualisiert. Die Pflege umfaßt auch die geometrische Ver-

schneidungen geschaffen werden. Die Vermessungs- und Katasterverwa Itu ng hat dad u rch d ig Verpf lichtu ng, d ie Geobasisdaten in Niedersachsen bereitzustellen und zu pfle-

gen. lnsbesondere die Anforderungen der Nutzer werden im wesentlichen die Zukunft der Geobasisdaten bestimmen. Für die Zukunft stellte der Autor folgende Schwerpunkte heraus. Die ALK soll bis zum Jahre 2005 vollständig eingerichtet werden; dabei werden die Prioritäten entspre-

chend den Nutzerforderungen gesetzt. Ebenso sollen die Arbeiten an der zweiten Ausbaustufe des Basis-DLM und an dem Höhenmodell DGM/5 aus dem ATKIS-Bereich planmä-

183

besserung. Die Geobasisdaten von ATKIS werden periodisch im funfjährigen Turnus aktualisiert. Die drei GeoBasisinformationssysteme ALB, ALK und ATKIS sind historisch als isolierte Systeme entstanden. lhre Daten werden nicht redundanzfrei geführt. ln einer stufenweisen Umstellung von 2002 bis 2007 sollen ALB und ALK in einem widerspruchsf reien Nachweis ALKIS (Amtliches Liegenschaftskataste ri nf o rmationssyste m) z usa m me ng ef ü h rt we rd en . Gleichzeitig werden ALKIS und ATKIS harmonisiert; sie ha-

ben dann identische Datenmodelle und identische Schnittstellen zum Nutzer und können technisch als ein GIS betrachtet werden. Das begleitende M igrationskonzept soll den Nutzer weitgehend von Anpassungsarbeiten freistel!en. lm Bereich der Topographie soll neben dem Basis-DLM, welches dem Maßstabsbereich 1 : 5.000 bis 1 :25.000 widerspiegelt, ein RegionaI-DLM mit reduzierter Erfassungs- und

lnhaltsdichte für den Maßstabsbereich 1 :50.000 bis 1 : 100.000 entwickelt werden. Neben objektstrukturierten Geodaten werden kunftig auch einfachere Vektordaten abgegeben werden. Durch diese Orientierung am Nutzer und die Berücksichtigung der künftigen Entwicklungen ist die iedersächsische Vermessu ngs- u nd Katasterverwa ltu ng, so Zu ku nft a ls Geobasisdatenlieferant ein verläßlicher Partner für den Einsatz von n

der Vortragende, a uch in der

Geo-!nformationssystemen in Verwaltung und Wirtschaft. Prof. Dr. Dietmar Grünreich vom lnstitut fur Kartographie der Universität Hannover berichtete in einem wei-

teren Vortrag über die Erzeugung homogener Geodatenmodelle für fachübergreifende GlS-Anwendungen durch Datenintegration. Er berichtete über ein Projekt, bei dem Regeln und Methoden für die Verknüpfung von fachlichen Geodaten auf der Grundlage des ATKIS-DLM 25 entwickelt und in Pilotanwendungen auf ihre Praxistauglichkeit untersucht werden. Nach diesen Vorträgen konnten die Teilnehmer am GISForum für zwei Stunden entweder an einer Präsentation der Fachfirmen oder an Workshops zu Spezialthemen teilnehmen.

Präsentation der Fachfirmen

Unter Leitung von Manfred Washausen, LGN, hatten die nachstehenden Fachfirmen jeweils 15 Minuten lang Gelegenheit über ihre Firma und ihre Produkte zu informieren:

GIS-Einführung in der Kommune (Moderation: Manfred Malzahn vom Niedersächsischen Landkreistag) Zu dem Thema wurden zunächst drei einführende Vorträge gehalten. Von Manfred Malzahn wurde eine Arbeitshilfe der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens zur Einführung eines geographischen lnformationssystems in der Kommunalverwaltung vorgestellt. Johannes Glücklich aus Wolfsburg hat über das kommunale raumbezogene lnformationssystem der Stadt Wolfsburg und Bernhard Ökumat aus Rotenburg über den Aufbau eines kommunalen Rauminformationssystems (KRIS) beim Landkreis Rotenburg (Wümme) informiert. Aus der anschließenden Diskussion lassen sich folgende Punkte festhalten: Die Kommunen stehen noch am Anfang der GlS-Einführung. Mit einer Einführungsphase von etwa zehn Jahren ist zu rechnen. Die GlS-Einführung ist als Gesamtprojekt der Kommune zu behandeln, lnsellösungen einzelner Fachbereiche müssen in jedem Fall verhindert werden. Bei der Einführung ist eine Arbeitsgruppe zur Koordination einzurichten, die hochrangig besetzt sein sollte. Ein einheitlicher Raumbezug ist sicherzustellen. Für die Fachdaten sollen die Fachbereiche zuständig sein. Die Daten sollen zentral gehalten werden und für alle Bereiche im

Zugritf stehen. ALK/ATKIS als Geobasisdaten für kommunale Anwendungen (Moderation : F r i ed r i ch Chzstoffers, LG N) Als Einstieg in die Arbeit des Workshops hat zunächst der Moderator die digitalen Produkte des amtlichen Vermessungswesens in Niedersachsen vorgestellt und den Stand der Arbeiten beim Aufbau der amtlichen Geoinformationen erläutert. Bei Anwendungen im kommunalen Aufgabenspektrum haben dann zwei Nutzer der Geobasisdaten berichtet, die bereits über langjährige Erfahrungen auf diesem Gebiet verfügen: Die Stadt Braunschweig mit Anwendungen auf der Basis der ALK und der Landkreis Osnabrück mit Anwendungen auf der Basis von ATKIS-DLM. -DGM und -DTK. Aus der Diskussion der Gruppe wurde über folgende Punkte berichtet: Vom lnhalt der Vektordatenbestände wird von den Anwendern nichts als entbehrlich angesehen. Als Schnittstelle bei der Datenübergabe wird von einigen Anwendern eine DXF-Schnittstelle gewünscht. Für die meisten Anwender erlangt ATKIS erst eine größere Be-

deutung mit der Fertigstellung des DLM|Z.

AED Graphics GmbH Autodesk GmbH Deutschland ESR! Gesellschaft für Systemforschung und Umwelt planung mbH G.P.S. GmbH

HHK Datentechnik GmbH NTERGRAPH (Deutschland) GmbH KIRCHNER EDV-Service Bremen GmbH

I

POPPENHAGER GRIPS GMbH Siemens Nixdorf lnformationssysteme ASW SICAD.

Workshops zu Spezialthemen

Als

Fortführungsfolge bei der ALK werden drei Monate als optimal angesehen. Manche Anwender wünschen sich eine Abgabe der Geobasisdaten über das lnternet.

Wirtschaftliche Fachdatengewinnung mit Satellitengestützten Verfahren (G PS) (Moderation: Dr. Cord-Hinrich /aha LGN) ln diesem Workshop haben Prof. Dr. Seeber von der Universität Hannover und Dr. Cord-Hinrich Jahn von der LGN die Teilnehmer über das Satellitennavigationssystem GPS und den Satellitenpositionierungsdienst der Deutschen Landesvermessung SAPOS informiert. Je nach Verfahren können Positionsgenauigkeiten von wenigen Metern bis zu einigen Zentimetern erreicht werden. Die

Zu vier Spezialthemen hatten die Teilnehmer am GIS-Forum Gelegenheit sich vertieft zu informieren und auszutauschen.

Teilnehmer haben über die Möglichkeiten diskutiert, wie sich diese Verfahren bei der Fachdatengewinnung

Die vier Themen werden nachfolgend aufgeführt. Über die Workshopergebnisse, die am Nachmittag dem Plenum vor-

unabhängig vom terrestrischen Festpunktfeld wirtschaftlich einsetzen lassen.

getragen wurden, wird informiert. 184

lntegration von Daten in Geoinformationssysteme (Moderation: Dr.

Ernst

Zusammenfassung

Jäger, LGN)

Einführungsvorträge zu diesem Thema wurden von . Dr. Christoph Averdung von der Universität Bonn und Dr, Ernst Jäger von der LGN gehalten. ln der Vergangenheit sind von vielen Stellen unkoordiniert Daten erfaßt worden, die teilweise zu Doppeldigitalisierungen führten. Daraus resultieren Datenbestände, die einerseits zwar identische Geoobjekte beschreiben, deren Geometrien j'edoch andererseits nicht ubereinstimmen. Höchste Priorität hat deshalb die Bereitstellung der Geobasisinformationen von ALK und ATKIS in digitaler Form, uffi einen einheitlichen objektbezogenen Raumbezug für die Geodaten anderer Fachdisziplinen zu schaffen. Neben der geometrischen lntegra-

tion von objektstrukturierten Fach- und Geobasisdaten kann auch eine Attributintegration wichtig sein, d.h. Fachattribute werden direkt mit Geobasisobjekten verknupft. Bei der Gruppenarbeit wurde der Wunsch nach einer Weiterentwick!ung der GIS-software zur Datenintegration laut.

Zusa m menfassu ng/Ausbl i ck

Am Nachmittag des zweiten Tages der Veranstaltung wurden unter der Moderation von Dr. Ernst Jäger, LGN, zu-

Mit dem GlS-Forum '98 ist es den Veranstaltern hervorragend gelungen, über Stand und Entwicklungen bei den Geobasisdaten und den geographischen lnformationssystemen durch Vorträge, Workshops und Fach- und Firmenausstellung zu informieren. Dabei kamen sowohl die Kommunen und Landesverwaltungen auf ihre Kosten, die bisher noch keine geographischen lnformationssysteme eingesetzt haben und den Einsatz planen, wie auch diejenigen Stellen, die bereits solche Systeme einsetzen und über Erfahrungen verfügen. Das Programm war hervorragend zusammengestellt und hat allen Anwendern, von der kleineren Kommune bis zur Großstadt und Landesverwaltung, wichtige Anregungen gegeben. Alle anläßlich des GIS-Forum '98 gehaltenen Vorträge, auch die der Fachfirmenpräsentation, sind von Peter Creuzer (LGN) in einem Tagungsband zusammengefaßt und herausgegeben worden, um die wichtigen lnformationen für Nutzer von geographischen lnformationssystemen einem noch breiteren Kreis von lnteressierten zugänglich zu machen. Er kann bei der LGN (Tel. 0511-64 609-0) bezogen werden. Veranstalter und Organisatoren des GIS-Forum'98 haben es verstanden, ein sehr informatives und interessantes Programm zu entwerfen und für einen reibungslosen orga-

nisatorischen Ablauf zu sorgen. Das angenehme Ambiente

nächst die Workshopergebnisse durch die Moderatoren präsentiert und diskutiert. Danach hat Prof. Dr. Hans-Jürgen

in den Räumen des Niedersächsischen Sparkassen- und Giroverbandes trug ebenfalls zu der rundum gelungenen Ver-

Appetrath (OFFIS) aus Oldenburg in seinem Vortrag Nutzung von GIS-Daten über das lnternet im kommunalen Bereich und in Landesverw?ltungen einen Überblick über die Möglichkeiten der künftigen Verteilung der GIS-Daten gegeben. Der Vortragende ging zunächst auf Anforderungen an GlS, insbesondere aus dem öffentlichen Bereich, ein und

anstaltung bei. Die große Zahl der Teilnehmer zeigt, wie sehr die in der Veranstaltung angebotenen Themen nach-

gefragt werden. Die Veranstalter sollten, so der Wunsch der Teilnehmer, ein GIS-Forum in ein- bis zweijährigen Abständen durchführen.

stellte dann die zugrunde liegenden raumbezogenen Basisdaten und die aktuellen Technologien, die zu ihrer Verteilung verfügbar sind, vor. Er beschrieb dann eine Architektur zur Bearbeitung geographischer Problemstellungen, deren Komponenten in beliebigen Anwendungssystemen verwendbar sind und die eine Kommunikation über einen Netzdienst ermöglichen. Appelrath vertrat die Auffassung, daß eine konsequente Nutzung dieser Technologien zu lnternetbasierten Client-Server-Architekturen führt. Die Fragen, die bei der Verteilung von liegenschaftsrechtlichen Geobasisdaten im lnternet auftreten, wurden diskutiert.

Firmen- und Fachausstellung

An beiden Tagen der Veranstaltung fand parallel eine Firmen- und Fachpräsentation an graphischen Arbeitsplätzen statt. Dort konnten sich die Teilnehmer am GIS-Forum die von der Vermessungs- und Katasterverwaltung bereitgestellten Geobasisdaten ansehen und sich von den Firmen

für die vielfältigen Aufgaben und Anwendungen bei den Kommunen und in den Landesverwaltungen vorführen lassen. Dabei bestand die Möglichkeit zu einem regen lnformationsaustausch zwi-

GtS-Systeme und GIS-software

schen den Anbietern von Geobasisdaten, den GlS-Software-

firmen und den Anwendern.

185

Urteil des VG Braunschweig zur Gebäudevermessungspflicht Von Siegmar Liebig

Die aus § 14 NVermKatG resultierende Pflicht zur Gebäudevermessung ist zwingend mit dem Eigentumsrecht verbunden. Mit der Eintragung der neuen Eigentümer ist die Pflicht zur Veranlassung der Gebäudevermessung auf diese übergegangen. Der bisherige Eigentümer rst - nach Ansicht des Gerichts - vom Zeitpunkt der grundbuchlichen Umschreibung an nicht mehr in der Lage, die Gebäudevermessung zu veranlassen. Er hat keine Verfügungsgewalt mehr über das Grundstück. Die Pflicht zur Gebäudevermessung wirkt realbezogen. Maßgeblicher Zeitpunkt zur Beurteilung der Gebäudevermessungspflicht ist daher der Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung. Der in diesem Zeitpunkt eingetragene Eigentümer ist zur Gebäudevermessung verpflichtet. Nichtamtliche Leitsätze des Urteils 9 A 9136197 des Verwa ltungsgerichts B rau nschweig

eine mündliche Verhandlung haben die beteiligten Parteien verzichtet. Das Verwaltungsgericht Braunschweig hat den Bescheid des Katasteramtes über die Aufforderung zur Gebäudevermessung sowie den Widerspruchsbescheid der Bezirksregierung Braunschweig aufgehoben.

ln der Urteilsbegründung führt das Verwaltungsgericht Braunschweig aus:

Die Pflicht zur Veranlassung der Gebäudevermessung ist mit der Eintragung der neuen Eigentümer auf diese übergegangen. Der Kläger ist seit diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage, eine Gebäudevermessung zu veranlassen. Die Pflicht zur Gebäudevermessung obliegt gemäß § 14 NVermKatG dem Eigentümer. Verpflichtet ist danach der jeweilige Eigentümer zum Zeitpunkt der Vermessung. Diesem derzeitigen Eigentümer obliegt die Handlungs- und Leistungspflicht (vgl. Möl lering/Bauer, NVermKatG-Kommen-

tar Ziff . 4.2a, d). Zum Sachverhalt:

Anläßlich einer Zerlegungsvermessung wurde festgestellt, daß ein 1981 erbautes Wohnhaus nicht in den Nachweisen des Liegenschaftskataster geführt wird. Der Erwerber der mit diesem nicht nachgewiesenen Gebäude bebauten Grundstücksteilfläche hat das Katasteramt gebeten, die Gebäudevermessung zu Lasten des eingetragenen Eigentü-

mers auszuführen, zumal der Veräußerer lt. Kaufvertrag auch die Kosten der Zerlegungsvermessung zu tragen hatte. Ein Antrag auf Gebäudevermessung lag nicht vor. Das

Katasteramt hat den Eigentümer am 5. 11. 1996 aufgefordert, die Gebäudevermessung zu beantragen. Da die Gebäudevermessung auch nach Aufforderung nicht beantragt worden ist, hat das Katasteramt dem Eigentümer am 10. 12. 1996 mitgeteilt, daß die Vermessung

nunmehr von Amts wegen kostenpflichtig durchgeführt werden soll. lm Schreiben vom 12. 12. 1996 hat sich der Eigentümer dahingehend geäußert, daß er nach 15 Jahren nicht gewillt sei, eine Gebühr fur die Gebäudevermessung zu zahlen. Der Vorgang wurde am 18. 12. 1996 der Bezirksregierung Braunschweig zur Entscheidung vorgelegt. Die Bezirksregierung Braunschweig hat das als Widerspruch ausgelegte Schreiben mit Bescheid vom 2. 4. 1997 von der Sache her als unbegründet zurückgewiesen. Gegen die Aufforderung zur Gebäudevermessung und gegen den Widerspruchsbescheid hat der Eigentümer über einen Rechtsvertreter am 24.4. 1997 Klage erhoben. Die grundbuchliche Umschreibung auf die Erwerber erfolgte am 15. 6.1997. Über die Klage hat das Verwaltungsgericht Braunschweig am 25. März 1998 entschieden. Auf 185

Zur Beurteilung des gemäß § 14 NVermKatG zur Gebäudevermessung Verpflichteten ist nach Ansicht des Gerichts der Zeitpunkt der gerichtlichen Entscheidung maßgebend. Gegen das Urteil war Berufung zulässig.

Vom Grundsatz, daß bei einer Anfechtungsklage für die Beurteilung der Sach- und Rechtslage der Zeitpunkt der letzten Behördenentscheidung maßgeblich ist, ist das Gericht infolge der Realbezogenheit der Grundstücksvermessungspflicht abgewichen. Die juristische Prüfung durch einen Juristen der Bezirksregierung Braunschweig hat ergeben, daß die Rechtsauffassung des Verwaltungsgerichts Braunschweig nachvollziehbar und rechtlich nicht zu beanstanden ist. Die Auffassung, daß eine Vermessung mit der Beantragung - und ersatzweise mit der Aufforderu ng zur Gebäudevermessung - beginnt und mit Fortführungsmitteilung und Leistungsbescheid endet, wurde vom konsultierten Juristen zwar nicht generell verneint, von einer Berufung im vorliegenden Fall infolge der Realbezogenheit der Vermessung allerdings dennoch abgeraten.

Resümee

lm Falle des Widerspruchs gegen die Aufforderung zur Gebäudevermessung sollte in Analogie des Urteils sobald der Eigentümerwechse! bekannt ist, die Anordnung dem

bisherigen Eigentümer gegenüber zurückgenommen wer-

den. tn einem Klageverfahren sollte die Hauptsache für erledigt erklärt werden.

Das Gericht würde - nach Ansicht des Juristen der Bezirksregierung - das Verfahren einstellen und demjenigen die Kosten auferlegen, der vermutlich unterlegen wäre, wenn kein Eigentümerwechse! stattgefunden hätte. Der neue Eigentümer ist danach aufzufordern, die Gebäudevermessung zu beantragen.

187

lnformationen aus der Verwaltung Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse für den Ausbildungsberuf Vermessungstechniker/Vermessungstechnikerin in Niedersachsen

Amtsperiode

01

.09.1998 -

31

Stand: 02.09.1998

.08.2002

Prüfungsaussc

Vorsitzender

huß

Brau nschweig

Mitglied

Stellvertreterlin

Dipl.-!ng. Jutta Berning VKB Braunschweiger Land -Katastera mt Wo lfen bütte l-

VermAmtmann Frank-Michael Niemann VKB Südn iedersachsen -Katastera mt Northei m-

VermAmtmann Gerhard Jaschkowitz Stadt Sa lzg itter

VermAmtmann Werner Geisler

öovt

öbvt

VKB Südniedersachsen -Katastera mt Götti n gen-

Dipl.-lng. Jürgen Erdmann horn

Dipl.-lng. Jürgen Reinecke

Stellvertr. Vorsitzender

Seesen

G if

VermOberamtsrat Rolf Böckmann

VermHauptsekretärin Jutta Wegerich

Amt für Agrarstruktur

Amt für Agrarstruktur

Göttingen

B

Stud ien

II

Northeim

P rüfu

ngsaussc

h u ß H an

nschweig

Oberstud ien rat Hans Günther Lücht Berufsbildende Schulen Braunschweig

rat

Elmar Spennemann Berufsbi ldende Sch u len

ra u

I

nover

Mitglied

Stellvertreterlin

Dipl.-lng.

VermAmtsrat

Thomas Elbeshausen VKB Hannover

Wilhelm Stünkel

Stellvertr. Vorsitzender

-

Vorsitzender

LGN Ha n nover

Katastera mt-

D ipl.-lng. Andreas Hage VKB Weserbergland -Katasteramt Hameln-

Dipl.-lng. Bernd Hotopp VKB Weserbergland -Katasteramt Holzm i nden-

öuvt

öovt

Dipl.-lng. Carsten-Ulrich Haase H a n nover

Hameln

Dipl.-lng. lngrid Breuker

DiPl.-lng.

Hannover -stadtvermessu ngsa mtLandeshauptstadt

Oberstud ien rat Klaus Meier Berufsbildende Schule

Hannover

188

Dipl.-lng. Carsten Fey

3

Ullrich Britz Harzwasserwerke GmbH H ildesheim Studienrätin Christine Brinkmann Berufsbildende Schule 3 Hannover

Prüfu ngsaussc

huß

Lü nebu rg

Mitglied

Stellvertreterlin Dipl.-lng.

VermTechniker Reinhard Richter VKB Cuxhaven -Katastera mt Otterndorf-

Petra Jag la-Lei mkü h ler VKB Rotenburg/Stade -Katasteramt Stade-

VermAmtsf rau

VermTech

Monika Kape Amt für Agrarstruktur

Anette Klatt Amt für Agrarstruktur



Vorsitzender

n

ikerin

Verden

nebu rg

öbvt Dipl.-lng. Gerald Schröder

Öbvt Dipl.-lng. Holger Kruse

Scheeßel

Stade

Stellvertr.

Dipl.-lng.

Dipl.-lng.

Vorsitzender

Hans-Fr. Neumann Stade

Wolfgang Pilz VKB Osterh olzNerden -Katastera mt Osterho lz-Scha rm beck-

rat Goltzsche Berufsbildende Schulen I Stade

Stud ien

Stud ienassessor

Wolfgang

Andreas Burmeister Berufsbildende Schulen

P rüfungsaussc h u ß Weser- Em Mitglied

s Stellvertreterlin

Stellvertr.

VermAmtsrat

VermAmtsrat

Vorsitzender

Ca

rsten Stein bren ner BR Weser-Ems, Dez. 508

Amt für Agrarstruktur

Oldenburg

Aurich

D

VKB Osnabrück

mt-

VermAmtsrat Heinrich Antons

Hans Hollesch VKB Oldenburger Land -Katastera mt Olden bu rg-

-Katasteramt Lingen-

VermAmtmann Johann Dirksen VKB Ostfriesland -Katasteramt Norden-

öbvr

öovr

Dipl.-lng. Jürgen Splonskowski Aurich

Dipl.-lng. Julius Dieckmann Friesoythe

VKB Emsland

Vorsitzender

Horst Stamm

VermTechniker

ipl .-lng.

Stefan Schmelz - Kataste ra

I

Stade

Stud iend irektor

Stud ien rat

Karlheinz Brunke Berufsbi ldende Schulen

Walter Schreiber

Osnabrück

Berufsbildende Schulen Oldenburg

!l

189

,,Schauen Sie uns in die Karten"...

...unter diesem Motto veranstaltete die LGN in der Buchhandlung Schmorl u. v. Seefeld (Hannover - Bahnhofstraße) vom 28. Oktober bis 7. November 1998 eine große, e

rfo I g rei che M a rketi ng a kti o n.

Neben Produktinformationen in den Schaufenstern fanden auch Präsentationen von Luftbildern und digitalen Kar-

Die Regionalkarten werden in zwei Ausgabeformen angeboten: Einerseits als Normalausgabe (1 1,80 DM), inhaltlich und farblich entsprechend der Topographischen Karte 1 : 100 000. Besonders den Autofahrern bietet diese Ausgabe eine sehr gute Orientierungshilfe. Weiterhin gibt es die Karte als Verwaltungsausgabe (12,80 DM) mit zusätzlicher Hervorhebung der Verwaltungsund politischen Grenzen bis hin zur Gemeindegrenze.

ten in der EDv-Abteilung statt. Weiterhin demonstrierten die Auszubildenden der LGN mit modernster Technik die Desweiteren ist die Radwanderkarte'Braunschweig'

Herstellung einer Landkarte am Computer.

(Blatt RC24) neu herausgegeben worden. Sie umfaßt das Gebiet von Hämelerwald bis Meine in nördlicher Linie und Bockenem bis Hornburg in südlicher Linie. Die Karte hat den Maßstab 1 :75 000.

Neuauflagen: Regionalkarte'Großraum Hannover' und Radwa nderkarte' Bra u nschwe i g' Neben den Standardausgaben der Topographischen Kar-

te 1 : 100 000 im normalen Blattschnitt, werden von der LGN 16 großformatige Regionalkarten im Maßstab 1

:

100 000 herausgegeben.

Ab sofort ist nun die Neuauflage der Regionalkarte 'Großraum Hannover' (Blatt CR13) erhältlich. Sie umfaßt das Gebiet Nienburg - Celle in nördlicher Linie sowie Bad Pyrmont, Bodenwerder, Alfeld und Lamspringe in südlicher Linie mit den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Hannover, Hildesheim, Schaumburg und der Landeshauptstadt Hanno-

CD-ROM 'Tops0' - 1. Auflage ausverkauft

Die CD-ROM 'Niedersachsen und Bremen 1 : 50 000' ist seit Weihnachten 1997 sehr gut abgesetzt worden. !m August 1998 war die gesamte Auflage von 3000 Exemplaren verka uft.

!nzwischen ist eine überarbeitete 2. Auflage auf dem Markt.

ver.

Digitale Erfassung der Bodenschätzungsdaten jetzt bei den Schätzungsausschüssen der Finanzämter

Heft 411993 dieser ,,Nachrichten" [GRÜNER: ,,Bodenschätzungsdaten bei der Finanzverwaltu ng" ] vor-

Das bereits im

gestellte Konzept zur digitalen Erfassung der Boden-

rch

schätzu ngsdaten (Prof ilbesch reibu ngen) d u d ie Schätzungsausschüsse wird jetzt bei den Fina nzämtern ein-

gefuhrt. Aufgrund der sehr differenzierten Vorgehensweise der einzelnen Bundesländer bei der Bereitstellung der Bodenschätzungsdaten in digitaler Form mußte für Nieder-

ist insbesondere durch die neue Generation der Feldrechner (Pen-PC) eine weitere Steigerung der Effizienzzu erwarten.

Für die Dezernate 207 bei den Bezirksregierungen ergibt sich durch die Verlagerung der Erfassung der Ergebnisse der Bodennachschätzung auf die Schätzungsausschüsse, d.h. auf die amtlichen landwirtschaftlichen Sachverständigen (ALS) und die Vermessungstechniker/in (WA), eine Verbesserung in den Arbeitsabläufen.

Es

entfüllt

das Vorhalten

sachsen eine eigene Programmversion entwickelt werden. Diese Iiegt jetzt vor und ermöglicht sowohl die Verwaltung

von Arbeitskapazitäten für eine kurzfristige Terminarbeit. Bisher waren die BezReg. gehalten, die Bodenschätzungs-

als auch die Erfassung und Bearbeitung der

daten aus den Feldschätzungsbüchern der Nachschätzungsgemarkungen des lfd. Jahres meistens kurzfristig manuell zu erfassen und aus dem digitalen Datenbestand die Schätzungsbücher fur Ackerland und für Grünland für die Offen leg u ng der Boden nachschätzu ngsergebn isse a uszudrucken.

Boden-

schätzu ngsdaten. Das Gesamtprogramm

wird für die häusliche Vorbereitung, die Ausarbeitung, den Datenaustausch mit der Vermessungs- und Katasterverwaltung sowie die Verwaltung der beschreibenden Bodenschätzungsdaten eingesetzt. Die verkürzte Programmversion für die Feldrechner ermög-

Iicht die Eingabe und Bearbeitung neuer

Boden-

beschreibungen. Erste Testergebnisse über den Einsatz der Feldrechner werden in Kü rze vorliegen. Für den Feldeinsatz

190

Dieter Grüner

Anschriften der Mitarbeiter

Wolf-Erich von Daack, Ministerialrat, Leibnizstraße 112, 30890 Barsinghausen

Michael Heyer, Vermessungsrat bei der Vermessungsund Katasterbehörde Winsen/Lüneburg, Katasteramt Winsen (Luhe), Von-somnitz-Ring 3, 21423 Winsen (Luhe)

Rüdiger Melzer, Vermessungsoberamtsrat bei der Vermessungs- und Katasterbehörde Rotenburg/Stade, Katasteramt Bremervörde, Amtsallee 7, 27432 Bremervörde

Dieter Kertscher, Vermessungsoberrat bei der Vermessungs- und Katasterbehörde Nienburg (Weser), Katasteramt, Brückenstraße 8, 31546 Nienburg Prof. Dr. - lng.Werner Ziegenbein, Vermessungsdirektor bei der Bezirksregierung Hannover, Am Waterlooplatz 11, 301

69 Hannover Sigmar Liebig, Vermessungsrat bei der Vermessungs- und

Katasterbehörde Wolfsbur§, Katasteramt Gifhorn, Am Schloßgarten 6, 38518 Gifhorn

Dieter Grüner, Dipl.-lng. bei der Oberfinanzdirektion Hannover, Waterloostraße 5, 30159 Hannover

191

Neuer Redaktionsschluß für die,,Nachrichten" von Heft 1/1998 an Heftl

...1o.Januar

Heft2

...10.APril

Heft3

...10.Ju1i

Heft4

...15.Oktober

192