Natur und Heimat - LWL

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NATUR UND HEIMAT Blätter für den Naturschutz und alle Gebiete der Naturkunde zugleich amtliches Nachrichtenblatt für Naturschutz in der Provinz Westfa...

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NATUR UND HEIMAT Blätter für den Naturschutz und alle Gebiete der Naturkunde zugleich amtliches Nachrichtenblatt für Naturschutz in der Provinz Westfalen

Herausgegeben von

Bund Natur und Heimat im Westfälischen Heimatbund

8.Jahrgang

1. Heft

April 1941

"Bund Natur und

Heimat'~

im „Westfälischen Heimatbund" Leiter: Museumsdirektor Dr. B. R e n s c h, Münster. Dem Leiter sind als Vorstand beigeordnet: Geschäftsführer ·des Bundes: Dr. P. G r a ebne r, Münster. Kassenwart: Dr. H. Beye r, Münster. Vertreter der naturkundlichen Fachgebiete: Oberstudiendirektor i. R. Professor Dr. H. Po e 1 man n, Münster. Obmann für Westfalen-Süd: Lehrer Li e n e n k ä m per, Lüdenscheid. Obmann für das Land Lippe: Studienrat S u ff e r t, Detmold. Dem örtlichen Beirat der Bundesleitung gehören an: Rechtsanwalt 0. K o e n e n, Münster. Studienrat Dr. E. L ü c k e, Münster. Erweiterter Beirat der Bundesleitung: Rechtsanwalt L o u i s, Münster. Professor Dr. H. B u d de, Dortmund. Rektor A. J ·o h n, Dortmund. Oberpostinspektor Kuh 1 man n, Bielefeld. Prof. L a n g e w i e s c h e, Bünde. Mittelschullehrer 0 b e r k i r c h, Essen. Studienrat Dr. St e u s 1 o ff, Gelsenkirchen.

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Alle Sendungen sind zu richten an die Geschäftsstelle des Bundes: Museum für Naturkunde in Münster (Westf.), Zoologischer Garten, F.: 204 88.

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Den Mitgliedern des Bundes „Natur und Heimat" wi.rd die Zeitschrift unentgeltlich zugestellt. Der Jahresbeitrag für den Bund beträgt 1,50 RM. Alle Geldsendungen sind einzuzahlen auf das Postscheckkonto (Dr. Helmut Beyer, Münster, für „Natur und Heimat").

~r.

286 34 Dortmund

Das Inhaltsverzeichnis dieses Heftes befindet sich auf der dritten Umschlagseite.

Natur und Hei1nat

BUitter füi: den Naturschutz und alle Gebiete der Naturkunde Herausgegeben vom Bund Natur und Heimat im W estfäUsc:hen Heimatbund

S c h r i f t 1 e i t u n g: Museumsdirektor Dr. B. R e n s c h und Dr. H. B e y e r 8.Jahrgang

1. Heft

April 1941

Die Höhlen Westfalens Mit 13 Abbildungen

W i a r d G r i e p e n b u r g, Idstein

Es ist eine eigenartige und reizvolle, aber allgemein wenig bekannte Welt, in die ich den Leser hineinführen 'will. Allerdings ist kaum anzunehmen, daß den Naturfreunden unserer He1mat das Bestehen gro- . ßer Höhlen in Westfalen völlig unbekannt ist. So ist die Dechenhöhle bei Letmathe wohl jedem bekannt, und die Tatsache, daß diese Höhle im Jahre 1938 von nicht weniger als 180 000 Menschen besucht wurde, beweist zur Genüge ihre Berühmtheit. Auch die mit vollem Recht als

Abb. 1. Dechenhöhle: Orgelgrotte Phot. Verwaltung der Dechenhöhle

schönste Deutschlands bezeichnete Attendorner Tropfsteinhöhle und die Heinrichsböhle bei Sundwig können mir hohen Besucherzahlen ihren guten Ruf beweisen; und schließlich sind auch die Bilsteinhöhle bei Warstein und die Reckenhöhle im Hönnetal manchem Freund der Heimat bekannt. Aber ieh befürchte, daß mit der Nennung dieser 5 dem allgemeinen Verkehr zugänglich gemachten Tropfsteinhöhlen den mei-

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sten westfälischen Heimatfreunden das Verzeichnis der Höhlen unserer Provinz als vollständig erscheint. Und diese Beschränkung des allgemeinen Interesses auf die Tropfsteinhöhlen ist weiter auch gar nicht so verwunderlich, denn wer von uns ist nicht immer .wieder bei einem Besuch unserer Tropfsteinhöhlen gebannt und gefangen von den unerreichten Wundern der Unterwelt, von der ungeahnten Formenfülle und Farbenpracht des Tropfsteins, die höchstens in de!! unendlich mannigfaltigen Formen, in denen der Frost das herabstürzende Wasser erstarren läßl, ein leider nur zu schnell vergängliches Gegenstück finden. Wir glauhen, in einer unwirklichen Märchenwelt zu leben, wenn

Abb. 2. Attahöhle: · Arkadengang. Phot. Verwaltung der Attahöhle

wir diese einzigartigen Schöpfungen der Natur betrachten: phantastisch gruppierte Stalaktiten und Stalagmiten, bizarr geformte Säulen, schimmernde Gardinen, . glitzernde Gletscher und · Sinterdecken, erstarrte vVasserfälle, kulissenartig angeordnete Orgelpfeifen und in unbeschreiblicher Fülle alle möglichen sonstigen Formen, die in der durch die eigenartige Umgebung angeregten Phantasie des Besuchers zu Riesen, Kobolden, Drachen und anderen Märchengebilden .werden. Und diese riesenhafte Wunderwelt ist in unendlich langsamem, harmonischem Schaffen des kleinen, aber unentwegt arbeitenden vV.ass-e rtropfens entstanden; viele Jahrtausende waren nötig, um diese Räume und den sie zierenden Tropfstein zu schaffen. Und gerade dieser Gedanke; daß die Natur in den herrlichen Tropfsteingebilden durch den winzigen, unscheinbaren Wassertropfen diese unvergleichlichen Gebilde formt, die die kühnste Phantasie weit .hinter sich lassen, gerade diese Tatsache ist es, die die Sinne . und das Gemüt des

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Beschauers, mag er nun Laie, Forscher, Dichter oder Künstler sein, so stark und nachhaltig beeindruckt. Aber nicht nur Tropfsteinhöhlen hat Westfalen aufzuweisen, sondern eine bedeutende iahl von schmucklosen Naturhöhlen, zu deren ·Besuch man keinen bezahlten Führer und kein Eintrittsgeld benötigt. Zwar war ein großer Teil dieser Höhlen früher auch wenigstens stellenweise mit schönen Tropfsteinen und Sintern verziert, aber die~er Schmuck wurde von unverständigen Besuchern meistens restlos zerschlagen und entführt. Viele dieser Höhlen waren vor Zehntausende.n. von Jahren von den wehrhaften Tieren der Vorzeit bewohnt, deren

Abb. 3. Attahöhle: Ruhmeshalle. Phot. Verwaitung der Attahöhle.

Knochen man noch heute in den . oft meterhohen Lehm.schichten gelegentlich finden kann oder in den letzten Jahrzehnten durch Grabungen freigelegt hat. · Da fand man Knochenreste des reckenhaften Höhlenbären, der Höhlenhyäne, des Höhlenlöwen, des vorweltlichen Tigers, von denen besonders der Höhlenbär in großer · Zahl in unseren Höhlen gelebt haben muß. Weiter fand man viele Knoche1i von Ti~­ ren, · die entweder diesen höhlenbewohnenden Raubtieren als Beute gedient oder die Höhlen als Sterbelager aufgesucht haben. Viele Knochen sind auch wohl durch Wasser eingeschwemmt oder durch kleinere Raubtiere und Eulen eingeschleppt worden. Und als schließlich der Mensch die Höhlen besiedelte, um vor den Unbilden der Witterung und vor seinen Feinden besser geschützt zu sein, _ da schleppte auch er die erbeuteten Tiere in seine unterirdischen vVolinungen hinein und zerschlug oder bearbeitete die Tierknochen, die wir noch heute in den . sogenannten Kulturschichten vorfinden. So

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sind Wir durch Höhlenfunde über die Tierwelt des Eiszeitalters gut unlerrichtet, und in Deutschland waren es in erster Linie westfälische Höhlen, die uns teilweise überraschend reichhaltige Funde lieferten: Mammuth und Riesenhirs-ch..„ Ren und Auerochs, Eisbär und Wisent, Moorschneehuhn und Eisfuchs, Murmeltier und Biber, sibirische Zwiebelmaus und Halsbandlemm1n-g,.Zwergpi'eiiliase und eiszeitliches Flußpferd, Nashorn, Wildpferd, Braunbär ..und viele-andere- Tiere, die zum größten Teil heute entweder längst ausge-sterben oder -in nordische Gebiete bzw. Hochgebirgsgegenden abgewandert sind. Und-der M-ensch hinterließ in diesen Höhlen, die er ·viele Jahrtausende bewo1mt-e, noch weitere Spuren seines Aufenthalts: Werkzeuge vom primitiv.e n Faustkeil' des Acheulleens über die kunstvolleren Knochengeräte des Magdaleniens bis zu · den feinst gearbeiteten Geräten der Bronze-, Hallstatt- und Eisenzeit. Alle möglichen Waffen, Geräte, Schmuckstücke und Grabbeigaben fanden sich in den Kulturschichten dieser friihgeschichtlichen Wohn- und Grabhöhlen. In mehreren Höhlen sind noch , heute an den mit Ruß geschwärzten oder durch die Hitze rot gebrannten Felswänden deutliche Spuren der Feuerstellen des frühgeschichtlichen Menschen zu sehen, und selbst Reste der menschlichen Mahlzeiten, z.B. verkohlte Getreidekörner und Samen von Waldfrüchten, hat man noch in den letzten Jahrzehnten mehrfach in den Höhlen unserer Heimat gesammelt. So haben gerade unsere westfälischen Höhlen der Wissenschaft, besonders der Frühgeschichtsforschung, unschätzbare Dienste geleistet, und noch manche Höhle unserer Heimat harrt der Ausgrabung. Berühmte Forscher, wie No egge r a f h, von . De.chen, von der Marck, Virchow, Fuhlrott, von Dükk er, S c h a a ff h au s e n, Ne h r in g, Ca r t haus und neuerdings

Abb. 4. Der Hohle Stein bei Kallenhardt. Phot. Eb. Henneböle, Rüthen.

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An d r e e , H e n n e b ö 1 e und · andere haben aus den westfälischen Höhlen die wichtigsten Erkenntnisse für die Frühgeschichte der Menschheit und die damaligen Verhältnisse in der Tier- und Pflanzenwelt unserer Heimat geschöpft. Unter den Höhlen, die uns auf diesen Wissensgebieten wichtige Funde geliefert haben, ragen besonders hervor die Balver-, · Feldhof-, Burg-, Karhof-, Haustadt-, Leichen-, Keppler-, Honert-, Burschen- und Frühlinghauser Höhle im Hönnetal, die Öger Höhle bei Hohenlimburg, ,die der Industrie zum Opfer gefallene Martinshöhle bei Letmathe, die Heinrichshöhle .bei Sundwig, die Kulturhöhlen bei Warstein, die Veledahöhle bei Velmede, die Rösenbecker Höhle und die Höhle im Hohlen Stein bei Kallenhardt. Auch als der Mensch statt der mit vielen Mängeln behafteten Höhlenwohnungen sich oberirdisch gesundere Wohnstätten ·baute, zog er sich bei Gefahr D:Och vielfach in den Schutz der Berge und Höhlen zurück. Ich erinnere nur an die Veledahöhle bei Velmede,. die noch heute von _ernsthaften Heimatforschern als frühere Zufluchtstätte der germanischen Seherin Veleda betrachtet wird. Auch noch im Mittelalter bis in die Neuzeit hinein wurden in Kriegszeiten die Höhlen immer wieder als Zufluchtsort für Flüchtlinge, Frauen und .Kinder ·und als Versteck für Hab und Gut benutzt, wie uns mittelalterliche Scherben, verrostete Scharniere, Schlösser, Münzen .und gut erhaltene Inschriften in unseren Höhlen beweisen. So sind in der Kluterthöhle bei Milspe noch heute unauffällig mit Kreide geschriebene Inschriften aus dem. 16.-19. Jahrhundert erhalten und in der große1i. Kulturhöhle bei Warstein befindet: sich noch eiüe Inschrift geflohe11er westfälischer Adliger aus der Zeit der napoleonischen Unterdrück1:ng. Ja, die „Könige der Landstraßen", die Handwerksburschen, übernachteten · noch bis in unsere Tage in einigen günstig gel,e genen Höhlen. So fand Andre e in der Burscheno.der ·Monarch'. e·n höhle im Hönnetal nicht weniger als 23 Handwerksbl.{rschen. DRß sich auch lichtscheues Gesindel von jeher gerne dem si~heren Schutz d~r stillen Höhlen anvertraute, ist 'nur zu natürlich, und so erklärt sich d er Fund zweier vollständiger mittelalterlicher Falschmünzerwerkstätten im Hohlen Stein bei Kallenhardt und in der Honerthöhle 'im Hönnetal. vVeniger ·bekannt ist, daß auch heute noch in den Höhlen Tiere leben, · keine gewaltigen Raubtiere wie die Riesen der Vorzeit, sondern fast ausnahmslos kleine Tiere. Es handelt sich bei . diesen "tierischen Höhlenbewohnern zum größten Teil um ausgesprochene Höhlengäste

)

Abb. 5. Der Hautflügler E x allonyx Zongicornis, ein . trogloxener Be- · wohner unserer Höhlen. · Nach Leruth.

Abb. · 6. Der · trogloxene Käfer Cryptoplwgus sagirn;t tu~, ~u~ . ein ~1~. Höhle des Hönneta)~ s. „ Nach Reitter . .'

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oder „ Trogloxene". Diese suchen die Höhlen entweder nur gelegentlich aber absichtlich als Quartier auf oder sie verirren sich regelrecht in die Höhlen und gehen h!er oft zugrunde. Zu den absichtlich die Höhlen aufsuchenden Trogloxenen gehören z. B. unsere altbekannte rote vVegschnecke Arion empiricon.zm, die besonders an heißen Sorn_mertagen in der wasserreichen 'Luft der Höhlen Schutz vor der Austroclmung durch die Sonnenstrahlen sucht, ferner die oft in großen Mengen in der Eingangsregion überwinternden Weibchen der Stechmücke Culex pipiens- und der auch zu den Wintergästen zählende Schmetterling Scoliopteryx libatrix. Auch Mäuse und besonders Fledermäuse sind häufige Höhlengäste. Zu den Trogloxenen zählen außerdem viele unter Steinen oder an verwesenden organischen Stoffen lebende Tiere, wie z. B. Asseln, Urinsekten, Zweiflügler, Hautflügler, Tausendfüßler und Milben, die sehr oft in den Höhlen vorkommen. Zu einem kleineren Teil gehören die tierischen Höhlenbewohner zu der Gruppe der Höhlenliebhaber, Höhlenfreunde oder „ Troglophilen". Diese leben ober- und unterirdisch, sie haben aber doch schon eii1 so inniges Verhältnis zu den Höhlen, daß sie in ih~en ihr ganzes Leben zubringen und sich auch in den Höhlen fortpflanzen können. Zu dieser Gruppe der Troglophilen gehören Tiere aus allen Familien von den Protozoen bis zu den Wirbeltieren. Besonders die Würmer, Krebstiere, Käfer, Urinsekten, Zweiflügler, Spinnen und Milben sind in

Abb. 7. Der Käfer Choleva cisteloides, ein troglophiler Bewohner westfälischer Höhlen. Nach Reitter.

Abb. 8. Die troglophile Milbe Linopodes motatorius. Nach Vitzfümn.

großer Zahl unter den Troglophilen vertreten. Aber die weitaus interessantesten Tiere sind die ecbten Höhlenbewohner, die „Troglobionten", die dauernd und fast ausschließlich in Höhlen leben und nur ausnahmsweise oberirdisch anzutreffen sind. Die besonderen Lebensbedingungen der Höhlen: Lichtlosigkeit, gleichmäßig niedrige Temperatur und hoper Wassergehalt der Luft haben bei _diesen Troglobionten gewisse vererbliche körperliche Abänderungen b e g ü n s t i g t, wie z. B. Verkleinerung oder gänzliches Fehlen der Augen, stärkere Ausbildung anderer Sinnesorgane, Fehlen des Hautfarbstoffs oder bei den geflügelten Insekten Rückgang der Flugfähigkeit. Zu den troglobionten Bewohnern der westfälischen Höhlen gehören, um nur einige der wichtigsten zu nennen, der Schnurwurm, Prostoma clepsinoides var. putealis, der Strudelwurm Krumbachia subtel'l'anea, der Lumbriculide Guestplwlimzs wiardi_, die Höhlenassel Asellus cavaticus,

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mehrere Brunnenkrebse der Gattung Niphargus, das Urinsekt Schäfferia emucronata, die Mücke Neosciara ofenkaulis, die Spinne Plaesiocraenzs lizsiscus und die Milbe Belba lengersdorfi.

Abb. 0. Der troglobionte Brunnenkrebs Niplwrgus puteanus. Nach Sehellenberg .

. Die zoologische Erforschung unserer Höhlen ist noch in den Anfängen, und doch sind schon bedeutsame Funde gemacht worden. Ein halbes Dutzend neuer, vorher völlig unbekannter Tierarten wurde in den letzten Jahren nach Funden aus den westfälischen Höhlen beschrieben, eip. weiteres halbes Dutzend von Tieren war vorher nur von weit entlegenen Gebieten (Südfrankreich, Italien, England, Böhmen) bekannt, bis sie in den ,Höhlen unserer Heimatprovinz auch als Mitglieder der Tierwelt Deutschlands festgestellt wurden, und weitere 40 Tierarten wurden bei den bisherigen Forschungen zum ersten Mal auf westfälischem Boden gefunden. Etwa 40 Tiere gehören zu den

Abb. 10. Das troglobionte Urinsekt Sclläfferia emucronata. Nach Stach.

Troglobionten, eine Zahl, die noch vor wenigen Jahren für unmöglich gehalten worden wäre. Nach den von L e n g e r s d o r f u. a. veröffentlichten Arbeiten kennen wir heute schon mehr als 300 Tierarten aus den Höhlen Westfalens, und es ist sicher, daß sich ihre Zah.l durch die augenblicklich in Gang befindlichen Arbeiten noch wesentlich erhöhen wird. Aus der Kluterthöhle bei Milspe, die übrigens IIJ.it 5300 m Gesamtlänge die weitaus längste Höhle des Altreichs ist, kennen wir heute ·bereits etwa 100 Tierarten, darunter allein 4 für die Wissenschaft neue Arten und Unterarten. Weitere reichhaltige und interessante Funde lieferten die Bismarck- und Rentropshöhle bei" Milspe, die Berghauser Höhle bei Schwelm, die beiden Hüllöcher bei Halver und Kierspe, die Feldhof-, Karhof- und Kellerhöhle im Hönnetal und die Höhle im Kattenstein bei Kallenhardt. Auch die Pflanzenwelt ist nicht ganz aus dem Reich der Unterwelt verbannt. Zwar ist die Assimilationsarbeit der grünen Pflanzen an Licht, wenn auch noch so geringer Stärke gebunden, und deshalb sind grüne Pflanzen auf die Eingänge und die im Genuß geringer Licht-

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m~ngen stehenden Innenräume der Höhlen beschränkt. Es sind zumeist ausgesprochene Schattenpflanzen, die auch oberirdisch in Felsspalten und im Waldesschatten gedeihen, und echte Höhlenpflanzen, d. h. Pflanzen, welche ausschließlich oder doch hauptsächlich in Höhlen gefunden werden, gibt es nach dem jetzigen Stand unserer Kenntnisse nicht. Aber aus den bisherigen, allerdings nicht in den Höhlen unserer Heimat durchgeführten Forschungen, kennen wir doch schon eine ganze Anzahl von Höhlenrassen grüner und nicht grüner Pflanzen, die durch eine bis ins kleinste gehende, vollendete Anpassung eine gewisse Sonderstellung einnehmen. Höchst lehrreich sind -auf diesem Gebiete die schönen Untersuchung.en von Lämmer m a y r in der Drachenhöhle bei Mixnitz (Steiermark), wo der Forscher den Pflanzenbestand genau feststellte unter gleichzeitiger Messung· der Lichtstärke mit Hilfe des Wiesnerschen Handinsolators. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sind das schönste Schulbeispiel für die auslesende Wirkung des Lichtmangels. und das verschiedene Anpassungsvermögen der einzelnen Abteilungen des grünen Pflanzenreichs. Vor dem hohen Felsportal der Höhle wachsen über 20 . verschiedene

Abb. 11. Der Schwarzstielige Str eifenfarn ( 1lsplenium triclw, manes). Nach Lämmermayr.

Blütenpflanzen und 4 Farne bei 1/5 der vollen Tageslichtstärke. Aber schon wenige Schritte weiter, wo die Lebensbedingungen kaum. verändert sind, werden die Einwanderer zum ersten Male durchgesiebt, und mit jedem Bruchteil, um den sich die Lichtstärke vermindert, tun sich Schranken auf, die für bestimmte Arten unüberwindliche Rinder ~ nisse bedeuten. Sieben Met~r vom Eingang bei 1/14 des normalen Lichts leben nur noch 13 Blütenpflanzen, in 15 m Tiefe bei 1/ao Lichtstärke nur noch 8, bei 21 m und 1/54 Belichtung noch 5 und bei 27 m und 1 /00 der vollen Lichtmenge hat das Reich der Blütenpflanzen mit dem Mauerlattich (Lactzica muralis) seinen letzten Vorposten aufgestellt Von da .ab" beginnt in der Höhle das Reich der Sporenpflanzen, die nun das Feld allein beherrschen: Aber auch über ihnen waltet in unerbittlicher Strenge das Gesetz der Auslese. Zuerst köm-len die Farne nicht .mehr mithalten. In 41 m Tiefe räumt der Schwarzstielige Streifenfarh ( Aspleniuin triclwmanes) bei 1/m des Tageslichts als weitest vorgeschobener Vorposten der Fa~·ne seinen Platz den · Moosen, die noch weiter · vordringen, bis auch für das letzte Moos (1 so pterygiizm depressum) 56 m vom Eingang entfernt bei 1/13sJ der vollen Lichtstärke die äußerste Grenze der Einwanderung erreicht ist. Tiefer höhleneinwärts haben nur noch die durch eine geradezu idea_le Anpassungsfähigkeit ausgezeichneten Vorkämpfer des grünen Pflanzenreichs, die Algen (Gloeocapsa-Arten aus der Fam.ilie der Blaualgen = Cyanophyzeen) Heimatrecht, bis bei 117 m Tiefe die Grenze des Lichts .und damit auch de1~ anspruchlosesten grünen Pflanzen erreicht ist.

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Aber nicht nur der Artenbestand der Pflanzen, sondern auch ·ihre Wuchsform ändert sich m.it zunehmender Entfernung vom Höhlen:eingang. Der schon bei unseren Zimmerpflanzen oft so deutlich zum Ausdruck kommende Lichthm1:ger zeigt sich bei den Höhlenpflanzen in einer Umbiegung der Stengel ·zur Horizontallage und in einer Gleic4richtung der Blätter · sämtlicher Pflanzen in die günstigste · Lage rechtwinklig zum Lichteinfall, so daß hier die in der Botanik als Lichtwendigkeit oder positiver Heliotropisnms bekannte Erscheinung wie im Schulexperiment verdeutlicht wird. Auch die Blätter der grünen Höhlenpflanzen sind dem Standort angepaßt u. bieten das Bild der echten Schattenflora extremster Richtung. In unverkennbarer Anpassung an die geringen Lichtmengen und die feuchte, dunstgesättigte Luft, welche eine bessere Ausnützung des Chlorophyllapparates und eine Erhöhung der Atm.ung notwendig ni.acht, nimmt die Blattgröße und damit die Atmungsfläche beträchtlich zu, wogegen die ·Dicke der

Abb. 12. Pflanzendecke des Paradana-Trichters mit zunehmender Tiefe. Nach Lämme1:mayf. .• a-b (0-50 m): Fichtenwald; .b-c: verkrüppeHe :fichten; Alpenrosen und andere Alpenpflanzen, Farne; d: letzte Fichte, zahlreiche Moose; e: Alpenrosen verkümmert, z,verg·w eiden, Moose; f: Höhlenund Schattenformen von Moosen: g: Eis und Schnee. ·

Blätter erheblich abnimmt, und dadurch dem spärlichen Licht der ungehemmte Zutritt zum Blattgrün ermöglicht wird. Auch die niedrige Temperatur der Höhlen übt zusammen mit den anderen Faktoren einen starken Einfluß auf die . Ausbildung der Pflanzen und die Art des Pflanzenbestandes aus, wie die durch nebenstehende Skizze illustrierten Untersuchungen von B eck von M an a g et t a in Dolinen und Eishöhlen des Tarnowaner vValdes in den Alpen schön erkennen lassen. · Durch neuere Forschungen hat man festgestellt, daß ·selbst im In11.ern der Höhlen, wo unser Auge nicht das geringste Licht mehr wahrnehmen kann, grüne Algen bisher unbekannter Arten leben, die also mit den sehr geringen Mengen diffusen Lichts, das doch noch bis in diese Tiefen vordringt, auskommen können. Aber in größeren Tiefen der Höhlen, wo wirklich völlige Lichtlosigkeit herrscht, können selbst diese anspruchslosen Algen nicht mehr gedeihen, und nur in Schauhöhlen können sich infolge der lang anhaltenden Beleuchtung gewisse grüne Pflanzen einstellen, wie das Vorkommen der Alge Amblystegium serpens var. cavernarum in der Nähe einiger Lampen in der Dechen,.. höhle. zeigt. Sonst leben im Innern der Höhle nur Pilze, die sich als Saprophyten von vermodernden organischen Stoffen ernähren. Aber diese organischen Stoffe müssen :von der Oberwelt hereingeschleppt werden, so daß wir auch die Pilze nicht als echte Höhlenpflanzen be-

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zeichnen können. Als einzige pflanzliche Lebewesen, dfe ohne jegliche Zufuhr standortsfremder. Stoffe im Innern der Höhlen gedeihen können, haben wir nach dem jetzigen Stand unserer Kenntnisse gewisse Gruppen, von Bakterien anzusehen, wie die Untersuchungen von Du dich in der Höhle Baradla in Ungarn gezeigt haben. Auch in unseren westfälischen Höhlen sind außer der eben erwähnten Alge der Dechenhöhle schon viele Pflanzen beobachtet worden (z.B. Algen im Rausche·· bach und Ostsee der Kluterthöhle), ohne daß sie aber bis heute einen Bearbeiter gefunden hätten. Vielleicht regen diese Zeilen einen der zahlreichen Botaniker unserer Heimatprovinz an, diese schwierigen Untersuchungen durchzuführen. · Auch im Volksglauben und in der Sage spielen unsere westfälischen Höhlen eine nicht unerhebliche Holle. Die Hoffnung und der weit verbreitete Glaube, in den seit alten Zeiten vielfach als Versteck für Hab und Gut benutzten Höhlen verborgene Schätze von unermeßlichem Wert zu finden, spiegelt sich noch im Namen „Goldkuhle" bei Paderborn, und die uralten Anschauungen von den unterirdischen vVohnsitzen böser Geister, fleißiger Zwerge und unheimlicher Drachen haben niehreren westfälischen Höhlen ihre Namen verliehen. Ich nenne das Teufelsloch bei Hagen, die Teufels- und die Räuberhöhle im Teutoburger vVald, die Rollenlöcher bei Attendorn und Grevenbrück, das Zwergenloch bei Iserlohn, die Drakenhöhlen bei Obermarsberg und die Drudenhöhle bei Kleinenberg. Ja, selbst der Name „Höhle", der mit „Hölle" gleichen Ursprungs ist, deutet auf uralte religiöse Vorstellungen hin. Mit einigen unserer Höhlen sind auch noch besondere Sagen verbunden. Ich erinnere an die Sage von dem Wanderer und dem Riesen, die sich an die Milsper Kluterthöhle knüpft, und an die Sage, die zwischen der Klusensteiner Burg und der Burghöhle im Hönnetal ein enges Band · geflochten hat. Wem fällt hier nicht die schöne, durch ganz Deutschland verbreitete und von Friedtich Rückert in einem .j.e dennann bekannten Volksliede bearbeitete Sage vom Kaiser Barbarossa ein, der sich im unterirdischen Schlosse verborgen hält, bis das wieder erstandene Reich ihn zu neuem Siege ruft, und wer denkt hier nicht an die Sage von Tannhäuser und der Venus im Venusberg, die uns durch Richard vVagner so nahe gebracht wurde? . Auch mit dem Brauchtum früherer Zeiten waren einige Höhlen vVestfalens verbunden. So wird uns zu Anfang des vorigen Jahrhunderts von regelm.äßigen Prozessionen in die Kückelhauser Klutert bei Hagen berichtet, und auch die altberühmte Veledahöhle bei Velm.ede wurde früher .an bestimmten Tagen eines jeden Jahres vom. Volk aufgesucht. Diese Bräuche waren ja auch in anderen höhlenreichen Gegenden Deutschlands üblich, wovon uns Hauff in den Schlußworten seines berühmten Romans „Liechtenstein" in beredten Worten Kunde gibt. Aber selbst in unseren nüchternen Zeiten kann sich neues Brauchtum im Schoße unserer Berge entwickeln, wie uns die Bewohner von Balve im Hönnetal beweisen. Hier spielen seit einigen ~ ahrzehnten in der riesigen Halle der Balver Höhle beim Schützenfest und anderen Gelegenheiten die Musikanten zum Tanz auf, und e~ entwickelt sich inmitten einer nach Hunderten zählenden Menschenmenge ein frohes Treiben in dieser eigenartigen Umrahmung. So bieten uns die westfälischen Höhlen viel des Interessanten; und

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es ist dringend zu wünschen, daß sich · zu den wenigen vorhandenen Höhlenforschern unserer Heimatprovinz bald weitere gesellen *. Es gibt in unserer Heimat ja so viele Höhlen, in denen wir unserer Freude an den Geheimnissen der Unterwelt und unserem. Drang nach Erkenntnis huldigen können. Ich will hier nur die bedeutendsten Höhlen kurz nennen: im Ennepe-Ruhr-Kreis (Schwelm) sind bis jetzt 6 Höhlen bekannt, von denen allerdings nur die .schon mehrfach genannten 3 Höhle1i bei Milspe und die Berghauser Höhle bei Schwelm zugänglich sind. Von den 9 Höhlen des Kreises Altena sind besonders das fast 500 m lange Hülloch bei Halver, das kleinere Hülloch bei Kierspe, die heute nicht mehr zugängliche Geßhardthöhle bei Lüdenscheid und die Schönebecker Höhle bei Herscheid zu nennen. Im Kreis Iserlohn sind außer den beiden berühmten Tropfsteinhöhlen noch etwa 35-40 weitere vorhanden, unter denen die Sonderhorster Höhle, der 'Volfsdellschacht und die Fliegelgrotte bei Letmathe, der Dröscheder Schacht, die Schlangenhöhle am Eisernen Kreuz bei Grüne, die Dr. Wolf-Höhle in der Öge und einige Höhlen in der Hünenpforte bei H.ohenlimburg besonders hervorzuheben sind. Von den 25 Höhlen des Hönnetals sind etwa 12-15 einen Besuch wert, darunter in erster Linie die Burg-, Feldhof-, Haustadt- und Leichenhöhle in der Nähe von Klusenstein, die Karhofhöhle und die schon genannte Reckenhöhle bei Binolen und die geräumige Balver Höhle. Im Kreis Arnsberg, zu dem übrigens die meisten der Hönnetalhöhlen . gehören, sind außerdem noch die VeledahÖhle bei Velmede und die Höhlen des Eilsteinbergs bei Warstein, die dem Naturfreund viel bieten, hervorzuheben. Hier befindet sich auch Westfalens tiefster Naturschacht, der rund 90 111 tief vom Gipfel des Eilsteins bis ans unteiirdische Bett des Eilsteinbaches reicht. Im Attendorner Gebiet ist die Wilhelmshöhle bei Heggen zu nennen, und auch in den Steinbrüchen des benachbarten Frettertales liegen mehrere geräumige Höhlen, deren Besuch und Durchforschung sich lohnt. Im östlichen vVestfalen sind die Höhle im Hohlen Stein, die unmittelbar benachbarte Simonhöhle ' und die große Höhle im Kattenstein erwähnenswert, ferner die sehr reizvolle und geräumige Rösen. becker 'Höhle und die Drakenhöhlen bei Obermarsberg. Auch das benachbarte Waldeck und der Teutoburger Wald weisen eine größere Zahl von natürlichen Höhlen auf, die : jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, nur von geringerer Bedeutung sind. Mir selbst sind, teilweise allerdings nur vom ·Hörensagen, etwa 170 Böhlen in Westfalen und Waldeck bekannt. (Aber mit dieser Zahl ist zweifellos noch nicht der ganze Bestand an Höhlen unserer Heimat erfaßt, und ich hoffe, daß mir aus dem Leserkreis dieser Zeitschrift bald recht viele Mitteilungen über weitere Höhlen zugehen, wobei ich bemerke, daß mich , als Höhlenforscher alle unterirdischen Hohlräume, auch die kleinsten, interessieren.) Damit ist Westfalen nach dem über 1000 Höhlen zählenden süddeutschen Jura das höhlenreichste Gebiet Deutschlands. Alle diese Höhlen bieten dem. Freunde unberührter Natur und dem . Forscher Gelegenheit zu Entdeckungs- und Forschungsfahrten auf eigene Faust Aber sie erfordern auch. vielfach von dem Besucher ein mehr als gewöhnliches Maß von Geschick, Mut, Kraft und Ausdauer. Eine gute Lampe mit mehrstündiger Brenndauer, ein alter abgetrage-

* Ein Verein Westdeutscher Höhlenforscher ist soeben gegründet worden . Näheres bringt das nächste Heft dieser Zeitschrift.

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ner Anzug und kräftige Nagelschuhe sind die unerläßlichen Voraussetzungen. Und, wer die Höhlen bis zum verborgensten Gang 'durchforschen will, muß oft weite Strecken unter größten Anstrengungen kriechen, durch Schlamm und Wasser waten, über Halden von locke'rem Geröll klettern und sich zwischen gefährlich drohenden Versturzblöcken durchzwängen. Aber diese ungewöhnlichen Mühen erschließen ihm dafür eine verborgene Welt, die alle Unbequemlichkeiten vielfach lohnt. Er gewinnt. Einblick in eine Welt., die unendlich viel des Schönen und Merkwürdigen enthält.. Die geheimnisvollste Werkstatt

Abb. 13. Die Kluterthöhle bei Milspe. Phot. K. Oberkirch, Essen-Borbeck.

der Schöpfung erschließt sich ihm. Hier in der unheimlichen Stille und der ewigen Lichtlosigkeit im Schoße der Berge ist in Wahrheit das Reich des Zeitlosen: Hier gibt es keinen Tag, kein Heute und kein Morgen, keinen Sommer und keinen Winter, nur ewige, undurchdringliche Nacht. · Die kahlen, dunklen Felsen verschlucken das matte Licht der Lampe, und der Wanderer darf hier ungestört forschen, ·so lange es ihm beliebt. Er kann zu: ergründen versuchen, welche Kräfte das Bild der ·Höhle gestalteten, er kann die Tiere, die sich auf . dem. Boden, an den Wänden und in den vVasserbecken bewegen, be-

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trachten, und er kann seine Phantasie in die Zukunft schweifen lassen, wenn unter donnerndem Getöse das ganze Zauberreich im Schoße der Berge wieder zusammenstürzt.-

Der Winter 1940 und seine Folgen für die _Vogelwelt_ G. Wo 1 ff, Schötmar

Der Winter 1940 setzte am Sylvesterabend 1939 mit stärkerem Schnee und Frost ein, das Thermometer sank in der Nacht auf 4-5 Grad und der Schnee erreichte eine Höhe von 30-40 cm. In den folgenden Tagen und Wochen fiel das Thermometer zeitweise auf - 20 bis 23 Grad und Rauhreif bedeckte Bäume ünd Sträucher. Der Wintei· dauerte, von k_lelnen Milderungen .und einzelnen Tagei:i mit Tauwetter abgesehen, bis zum 23. Februar. Gleich zu Anfang wurden die Vögel brotlos, denn die meisten Futterquellen waren verschlossen. Am Futterplatze zeigten · sich Kohl-, Blau- und Sumpfmeisen, Buchfinken, Berg- und Grünfinken, Goldammern, Rotkehlchen, Heckenbraunellen, ein Star, meh1~ere Amseln, 2 Wacholderdrosseln, 1 Kle1ber, ein großer Buntspecht, 2 Häher, 1 Rabenkrähe, . dazu Feld- inid Haussperlinge. Sichtlich litten alle Vögerunter dein starken Frost, meist saßen sie mit angezogenen Füßen und lockerem Gefieder, fast auf dem Bauche liegend', ·.am Boden. Das Rotkehlchen · hatte am 14 .. Januar erfrorene Ffri3-e; -·konnte sich kaum noch aufrecht · halten und war am andern Morgen tot. Im benachbarten Werl flogen regelmäßig abends eine Amsel und ein Rotkehlchen durch ein Fenster in die · Waschküche und übernachteten hier. Grünfinken fraßen neben dem. Körnerfutter sehr viel ·die Kerne der Schneebeeren, die sie geschickt aus dem. Fleische heratJ'sschälten. Bis Mitte Januar kam öfters am Tage . ein Steinkauz aus .'s€inem Versteck zum Futterplatze geflogen und suchte einen Vogel zu ·ea1.aschen, ·allerdings vergeblich. Die Not der Tagraubvögel und der Eul~i1 ·wurde täglich größer. Regelmäßig mehrmals _am Tage kam ein Bussard in den Garten, saß lange auf der Spitze eines Baum~s und spähte nach . Futter aus. Später fand ich ihn verendet am. Boden liegen. Mehrere Steinkäuze und Schleiereulen wurden abgem.agert eingeliefert, . auch abgemagerte und vereiste Bussa~·de. Verendete Bus_s:;trde wurden l 1 Stück in der · näheren Umgebung festgestellt. Besönders heimgesucht wurden die Teich- und Wassei·hühner, Eisvögel und Wasserstare. Die meisten Teiche, Bäche und Flüsse waren ·dick zugefroren. Teich- und Wasserhühner fanden infolge · von Eis und Schnee nicht einmal Gras ·oder sonstiges Grünfutter. Zahlreiche verendete und ein~ gefrorene Tiere wurden gefunde·n , völlig erschöpfte selbst mitten :in der Stadt aufgegriffen. Infolgedessen habe ich in der näheren und weiteren Umgebung im Sommer 1940 kein · Teichhuhnnest gefunde1~ und keine Wasserstare und Eisvögel beobachtet. Ähnlich, wenn auch nicht so schlimm, erging es den Wildtauben. Der aus den1 Schnee hervorschauende Kohl war bald von Hasen, Kaninchen, Rehen, Fasanen und Rebhühnern auf gezehrt, für die Tauben blieben nur die vereisten Knospen der Nadelbäume. Schlimm erging es auch den Staren, Nur in den ersten Tagen des Januar beobachtete ich noch größere Flüge, später wurden nur noch einzelne Stücke gesehen, zur Brutzeit fand sich kaum mehr die Hälfte der früheren Pärchen ein. Feld-

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lerchen, die in den letzten Jahren wiederholt in Scharen überwinterten, hatten sich durch den . Mitte Dezember 1938 plötzlich eintretenden Winter überraschen lassen, nach dem 1. Januar 1940 wurden keine mehr gesehen. Die meisten Haubenlerchen, die von mir am 1. Januar noch auf den Straßen und Plätzen gesehen wurden, dürften später umgekomrn.en sein. Zur Brutzeit wurden nur wenige Pärchen beobachtet. vVeiße Bachstelzen, die in den letzten Jahren in immer größerer Zahl überwinterten und· auch im Winter 1938/39 aushielten, wurden am Mittag des 1. Januar 1940 in kleinen Gruppen quer über ein Feld streichend beobachtet. Sie dürften sämtlich umgekorn.men sein. Zahlreichen Gebirgsstelzen. erging es nicht viel besser. Fasse ich n1.eine Beobachtungen aus dem Winter 1938/39 und 1940 und qie vorgenommenen Zählungen und Schätzungen der Brutvögel im Sommer 1940 für Schötmar und die nähere Urn.gebung zusammen, sö ko1rnne ich ~u folgenden Ergebnissen: Verluste an Kohlmeisen und ·Blaumeisen 20 °/o, Sumpfmeisen 30 °/o, Tannen- und· Haubenmeisen ,33 °/o„Kl~iper_ 2~3 _0 (o,_]3aitrnJäufer 2 °/o, Stare 25 °/o, Zaunkönige 25 °/o, Rotkehlchen 5 °/o, Haubenlerchen ·ßo_0 /o, Gebirgsstelzen. 25 °/o, T eichhühner 40-50 °/o; Bussarde 25 °/o, Steinkauz und Schleiereule 20 °/o, Buchfink, Grünfink, · Goldammer 0 °/o. Die . 1940 in· so krasser vVeise in Erscheinung getretene Abnahme mancher Vogelarten ist nach meiner Ansicht nicht nur auf den letzten Winter zurückzuführen, sondern bereits in dem starken vVinter .38/39 und dem ungünstigen Wetter während der Brutzeit 1939 mit begründet.

·Brutbeobachtungen vom Flußrege'Iipfeifer (Charadrius dubius .curonicus Bm~) Mit 3 Abbild.ungen.

He 1 m u t Weber, Münster

Im Frühjahr 1940 hatte ich Gelegenheit, an mehreren Gelegen des Charadrius dubüzs in zwei verschiedenen Brutgebieten Aufnahmen und Beobachtungen zu mach~n, die ich im folgenden nach m.einen Notizen wiedergeben -möchte. . . Es war an einem warm.en Tag Anfang Mai. In den Birken aih Wege saßen Fitisfaubsänger ·und flöteten, die Singdrossel in der Eiche rief, und im Brutgebiet des Habichts war es ruhig; denn der Schrecken des Waldes saß auf drei Eiern und brütete in seinem hohen Horst auf der Kiefer. Da ging ich über die große Sandfläche am Waldrand, um wieder nach dem Regenpfeifer zu sehen.' Aus der Kiefernschonung kam ich an den Birken vorbei, als plötzlich vor mir ein Schatten davonhusclite, zu schnell, als .·daß ich ihn im Fernglas deutlich hätte sehen können. Das mußte der Flußregenpfeifer gewesen sein. Schonwochenlang hatte ich die Sandfläche mit dem Fernglas abgesucht, nie war etwas zu sehen, Jetzt mußte er dem Benehmen nacp wohl ein Gelege haben, aber dann war mir rätselhaft, wo sich die Balz und Paarbildung mit ihren interessanten Zeremonienhandlungen abgespielt hatte. In der Folgezeit besuchte ich häufig die Sandfläche und· sah nach dem Regenpfeifer und seinem Gelege, bis ich nach einer Woche beide entdeckte . . Auf ein~r freien Stelle zwischen den Birken lagen vier Eier in einer flachen Mulde, die mit Steinchen aus~elegt und verziert war. Der

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Regenpfeifer selbst stand in em1ger Entfernung und „knickste" aufgeregt, gab aber keinen Laut von sich. Die folgenden Tage verbrachte ich im Zelt, in unmittelbarer Nähe am. Nest. Männchen und vVeibchen kamen zum Brüten'. Es war schwer, die beiden zu unterscheiden, beini Männchen traten lediglich die' Farbkontraste im Gefieder stärker hervor. Den Hauptanteil an der Brut hatte wohl das schlichter gefärbte vVeibchen. Leider fehlte mir die Zeit, genauere Beobachtungen darüber zu machen. Es benahm sich am. Nest äußerst scheu, wenige Minuten nach jeder Störung brütete es zwar wieder, blieb aber doch seht unruhig. vVenn in der Mittagshitze die Luft über der Sandfläche flimmerte, stand es häufig irgendwo in der Nähe des Nestes und „döste"

Abb. 1. Erstes Gelege des Flußregenpfeifers.

vor sich hin. Dann wurde es mehrmals plötzlich vom Bruttrieb so ge· daß es wie beim Niedersetzen aufs Gelege den Kopf senkte, die Beinchen knickte und sich unter Hudern und Kuscheln einfach in den Sand setzte. Diesen merkwürdigen Instinktleerlauf zeigte nur das vVeibchen, es blieb einmal sogar eine Zeitlang im Sand „brütend" sitzen. Die Brutablösung erfolgte keinmal direkt am Nest. (Das kann aber in irgeµ.dwelcher Scheu vor dem Zelt begründet gewesen sein.) vV enn - so war es mehrmals - gegen Mittag das Männchen angeflogen kam, ließ es zunächst einen „Begrüßungsruf" hören: trü-trü-- _ trütrütrü. Das Weibchen flog oder lief zur Landungsstelle hin und als weitere Lautäußerung hörte ich ein leises „düdul-düdul", wohl den „Zärtlichkeitsausdruck" (nach Porti e 1 je). ·Dieser „Zärtlichkeitsausdruck" war öfter zu hören, wenn sich beide Regenpfeifer in der Nähe des Nestes aufhielten. · Dort standen sie häufig und · putzten sich, pa~kt,

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bis plötzlich einer auf das Nest zutrippelte und sich zum_Brüten niederließ. Das Männchen war darin weniger scheu als das vVeibchen. Beide Regenpfeifer verließen das Brutgelände nie zugleich, immer war einer von ihnen in der Nähe des Nestes. Da gab es besonders beliebte „vVachtplätze", die mir nach der Übersichtlichkeit des Geländes ausgesucht schienen. Im allgemeinen wurde auch während der Mittagshitze das Gelege entweder bebrütet oder wenigstens von den sengenden Sonnenstrahlen beschirmt. Das Beschatten der Eier beschrieb ich 1938 schon bei der Wiesenweihe. Sehr deutlich sah ich es beim Regenpfeifermännchen am 22. Mai. Es hechelte zunächst beim Brüten, als aber der Sand in der Sonne glühend heiß wurde, hob es sich vom Gelege hoch und stand mit aufgeplusterten Brustfedern darüber. Ein Auf-

Abb. 2. Weibchen, nach dem Männchen rufend (Düdul-Ruf) auf dem Nest.

stehen vom Gelege erfolgte ebenfalls sehr häufig in den letzten Tagen ·v or dem Ausfallen der J urigen, als die Eier schon angepickt waren. Am 29. Mai sind Q.ie Jungen dann ausgefallen. Beide Regenpfeifereltern waren nun wie umgewandelt. Hatte man vorher kaum einen Laut von ihnen gehört, so tönte nun ständig ein leises kurzes Locken „trü-trü", über die Sandfläche. Dieses „trü" konnte sich bei Erregung zu dem bekannten „piü" steigern. Sobald Gefahr in Sicht kam, ertönte dieses Piepen als Angstruf. Die Jungen dieses Geleges bekam ich nicht zu Gesicht. Sie müssen kurz nach dem Ausfallen schon ums Leben gekonunen sein; denn Anfang Juni bebrüteten unsere Regenpfeifer bereits ein Nachgelege von drei

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Eiern. Diesmal lag das Nest auf einer größeren freien Fläche. Die Regenpfeifer waren längst nicht so scheu wie am ersten Gelege, meiner Ansicht nach deswegen, weil der engere Brutplatz hier besser zu überschauen war. Man hatte vorher direkt den Eindruck, als sei der brütende Vogel „nervös": bei jedem verdächtigen Geräusch trippelte er zwischen den Birken hin und her und beruhigte sich nur langsam. Ein Gegenstand, den er sehen konnte, regte ihn nicht so schlimm auf. Gerade dieser Umstand der freien Sicht scheint für die Auswahl des Brutgeländes von "'Wichtigkeit zu sein. Am Nachgelege kamen mir die Regenpfeifer ganz anders „selbstsicher" vor als vorher. Das Nachgelege kam etwa am. 5. Juli aus. Nach mehrstündigem. Beobachten sah ich am 6. Juli einen Regenpfeifer beim Hudern. Als ich auf die Stelle zuging, fand ich ein Junges, das sich drückte. Die Alten standen voller

Abb. 3 . . Männchen üb er dem Nachgelege.

Aufregung ganz nahe und piepten. Ich ließ es auf die Eltern zulaufen, dabei schnurrte es genau wie diese mit fest angezogenem Kopf und etwas gehobenem Schwanz über die Sandfläche. Bald darauf überflog ein Baumfalk das Gelände, da hörte ich wieder das helle „piü" als "'Warnruf. Neben dem gewöhnlichen Locken gab es noch ein etwas gedehntes „wie-eh", dessen Bedeutung mir _nicht bekannt ist. Am 25. Juli_ konnte ich das Brutgelände erst wieder besuchen, es war kein -Regenpfeifer mehr dort. Leider fehlten mir in diesem Gebiet Beobaclitungen über Balz u. ä., die Beobachtungsmöglichkeit war überhaupt denkbar ungünstig. Am Radbodsee, einem weiteren Brutgebiet des Clwradrius dubius) , beobachtete ich am 16. Juni den Balzflug des kleinen Regenpfeifers. Das erste G~lege mußte aµsgenomm.en oder zerstört sein, daher befand er sich in der Einleitung einer Nachbrut. Der Balzflug wird nur vom . Männchen ausgeführt, wie die Limose wirft es sich in reißendem

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Fluge von einer Seite auf die andere. 'Ein gepreßtes „drü~rütt, drürütt, drü-rütt" ließ es hören, während es dazu im Takt mit einem Flügel kräftiger schlug, so daß man einmal die helle Unterseite, dann die graue Oberseite zu sehen bekam. Dabei flog es in ziemlicher Höhe am Himmel dahin. Am Radbodsee ist anscheinend 1940 kein Regenpf eif ergelege hochgekomn1en. Wegen der Schutzfarbe seines Gefieders ist der kleine Regenpfeifer nicht leicht zu beobachten. Haben wir ihn einmal während der Brut- zeit nahe vor uns, dann findet der kleine Kerl unbedingt unser Gefallen. Wie ein Wagebalken knickst er, wenn er vor uns davonschnurrt, hält plötzlich ein, knickst wieder und trippelt weiter. Unauffällig ist er trotz der prächtigen schwarz-weißen Binde auf der Brust, auf weitere Entfernung verschwimmen diese Kontraste yöllig mit der Umgebung. Sein ·großes dunkles Auge ist von einem gelben Ring umgeben. vVenn sich der Regenpfeifer auf das Gelege setzt, muß er sich ordentlich breit machen und die Flügel darüber spannen, damit die Eeier auch ganz bedeckt sind. Sie sind im Vergleich zu ihm so groß, ·weil die Jungen darin 'ziemlich weit heranwachsen, wenige Stunden nach dem. Ausfallen laufen sie schon flink wie die Mäuse. - Laufen wie der Wind, .das ist Regenpfeiferart! Schade, daß dieser kleine Kerl bei uns nur spärlicher Brutvogel ist; denn wo e1~ vorkommt, gibt er öden Landschaftsteilen Leben, ein Leben, das nur während der paar Brutwochen still und heimlich ist. Bezüglich Literatur verweise ich auf die Arbeit meines Fre1tndes J. E. S 1 u i t e r s, dem ich hier für manche Anregung bei meinen Beobachtungen danken möchte.

* Bijdrage tot de biologie van den Kleinen Plevier (Clwradrius clubius cill'onicus) Ardea. Jahrgang 27, 1938. Tijdschrift der Ned. Ornith. Ver eeiniging:

Natul'schutzgebiet und Natul'schutz-Station „Heiliges Meer". Bahnstation Zumwalde (Kreis Tecklenburg). Das Gebiet ist in der Zeit vom 1. Juni bis 31. März für den allgemeinen Besuch täglich geöffnet. - Die Station steht für wissenschaftliche Arbeiten und zur Abhaltung von Kursen Lehranstalten und Vereinen das ganze Jahr zur Verfügung. Anträge auf Überlassung von Arbeitsplätzen, für ·Genehmigung von Übernachtungen (bis etwa 20 Personen) und Abhaltung von Exkursionen, Führungen und Kur:sen sind möglichst zeitig an das Museum für Naturkunde, Münster (Westf.), Himm.elreichallee, zu richten (F.: 204 88). Das Muse~m für Natul'kunde Miinster (Westf.) Zoologischer Gal'ten ist wiedei: ~~·öffnet. Neu hergeri.c htet und zur Besichtigung frej gege· ben sind folg~nde Abteilungen: Vererbungs- und Abstammungslehre , Fortpflanzungsbiologie der Wirbeltiere, Singvögel, Kleinsäuger, Kriechtiere und Lurche unserer Heimat, Insektenbiologie und Naturschutz. · Öffnungszeiten für den allgemeinen Besuch sind: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Samstag von 15 bis 18 Uhr. Sonntags von 10 bis 13 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. · Schulen und 'Vereine können auch zu anderen Zeiten das Museum nach vorheriger Anmeldung besichtigen.

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Naturschutz Amil. Nachrichtenblatt für Naturschutz in der Provinz Westfalen 1. Allgemehies. Stand der Wallheckenfrage im Münsterlande. Wohl allen Beauftragten für Naturschutz hat die Wallheckenfrage seit vielen Jahren - nicht nur vor Erlaß der \\Tallhec~enschutzverordnung - viel Sorge bereitet. War vor 1936 · keine Handbahe vorhanden, Rodungen · dieser das Landschaftsbild so belebenden Gebilde zu verhindern, so hat ·s ich im Laufe der letzten .Jahre herausgestellt, daß noch immer nicht in allen Kreisen der Landbevölkerung Sinn und Notwendigkeit der \i\Tallheckenschutzverordnung vom 29. 11. 1935 voll erfaßt worden sind. In sehr vielen Fällen ist eine vollkommene Gleichgültigkeit in Bezug auf den Zustand der Hecken und der Wälle zu beobachten, überall stößt man auf die Hervorhebung der angeblich viel bequemeren Viehzäune und schließlich trifft man allenthalben auf Versuche, die Wallhecke durch Einbeziehung in eine W eitle und allmähliches Abfressenlassen und Zertrampeln zu vernichten. Nur verhältnismäßig selten findet man heute Bauern, die ihre Wallhecken an Stelle von Viehzäunen gut durchflechten und damit ausgezeichnete Umgrenzungen ihrer W eitlen und guten- Schutz für Vieh und anliegende Äcker besitzen. Und noch seltener geschieht es, daß zur Abgrenzung neuer Besitzflächen, als Sonnenschutz für Weidevieh und zur Hebung des Ertrages durch Verhinderung von Boden-Bewegungen und zur Anreicherung der Kohlensäure am Ackerboden neüe Wallheck en angelegt werden. Nun gibt ja die vVallhecken-Verordnung dem .Regierungspräsidenten die Möglichkeit, Rodungen im Einzelfall zu genehmigen, falls . durch die Wallhecke ein größerer wirtschaftlicher Schaden als landschaftlicher Nutzen hervorgerufen wird. Die Folge dieser Bestimmung war im Jahre 1936 eine ungeheuere Flut von Rodungsanträgen, ·bei denen es sich zum gro13en Teil um dringend notwendige Wei· terrodungen handelte, deren Planung noch ohne die Verordnung v.o rgenommen worden war. Ein sehr großer Prozentsatz von Antragstellern glaubte aber auch auf diese für ihn bequeme Weise ohne ' 'v eiteres eine Rodungsgenehmigung zu erhalten, a uch wenn gar kein Bedürfnis für die Entfernung der Hecke vorlag. Solche Anträge verfielen natürlich restlos der Ablehnung. Seit es sich nun allmählich herumgesprochen hat, daß nur wirklich begründete Anträge, besonders bei Neuplanungen, Wirtschaftsänderungen (z. B. Umlegungen) usw. genehmigt werden, haben sich die Versuche, Wallhecken durch schlechte Behandlung allrnählich zu beseitigen, immer mehr gehäuft. Es ist daher dringende Pflicht aller derjenigen, die mit der bäuerlichen Bevölkerung zu tun haben, seien es Polizeibeamte, Naturschutzbeauftragte, Beamte der Kulturämter, oder. der Wasserwirtschaftsämter usw., in verstärktem Maße auf solche ungesetzliche Maßnahmen zu achten, aufklärend zu wirken, auch unter Hinweis auf den Wunsch des Führers betr. Erhaltung von Hecken und notwendigenfalls Anzeige zu erstatten. Aus dem Regierungbezirk Münster (mit Ausnahme des zum Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk gehörigen Teiles) habe ich im folgenden versucht, die Verhältnisse aus den 4 Jahren 1937-40 in ungefähren ZahJen zusammenzustellen. Es mag sich daraus ein Bild ergeben über die rapide Abnahme der Wallhecken, und wie uns er M;ü:µsterland in ·w enigen Jahrzehnten sein Angesicht verändert haben wird, wenn nicht im letzten Augenblick Einhalt geboten wird. Wieviele Wallhecken, bzw. ·welche Gesamtlänge von Wallhecken in meinem Arbeitsbereich heute vorhanden sind, läßt sich nicht genau angeben, jedoch scheint ein Überschlagsversuch auf einige 1000 km hinzmveisen: \i\Teim in folgendem von

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einzelnen Wallhecken die Rede ist, so kann als durchschnittliches Maß ungefähr 150 m angenommeü werden. An Einzelanträgen, vvurdeQ. von d~r · Regi~rung ,in den Jahren 1937-40 be:;i.rbeitet etwa 200, 125, 60, 30, von denen etwa 10 o/o nicht genehmigt werden konnten. Infolge .Sammelbearbeitung einiger Umlegungen wurden diese Fälle in den Jahren 1939 und 1940 um etwa 155 auf insgesamt 570 Fälle erhöht. D. h. die Einzelanträge ··haben zwar von Jahr zu Jahr deutlich nachgelassen, aber infolge von Umlegungen wird die Gesamtzahl wieder außerordentlich gehoben. Unter Hinzurechnung des 1. Jahres nach Erlaß der Wallhe<:kenverördhung (1936), aus dem. keine genauen Unterlagen vorliegen, werden sicherlich bisher ca. 800 Wallhecken = 120 km auf Grund von Genehmigungen gerodet worden sein. Unter Berücksichtigung auch der ohne Genehmigung gerodeten, dürfte die Zahl von 200 km nicht zu hoch zu veranschlagen sein. Wie elastisch die Verordnung bei der Genehmigungserteilung gehandhabt worden ist, zeigen noch folgende Zahlen: In etwa 30 Fällen wurden Anträge nicht abgelehnt, sondern wenigstens teilweise genehmigt. In etwa 10 Fällen '\vurde sogenannte Beirodung (Verringerung der Breite des Walles) erlaubt. An Auflagen zur Wiederbelebung des Landschaftsbildes wurden nur ca. 50 neue Wallhecken, etwa 20 andere Hecken und 70 Baumpflanz_ungen gefordert. Für die Zukunft müssen wir m1.s darüber klar sein, daß Umlegungen und andere Landeskulturmaß nahmen ständig am . W allheckenbestand fressen. Die bisherigen Erfahrungen lehren, daß eine Umlegung allein durchschnittlich 5-10 km Wallhecken vernichtet, was infolge von Wegeverlegungen und Grundstücksverschiebungen nicht verhindert werden kann. , ' Alle diese Zahlen zeigen uns, welche Schonung jeder Bauer seinen vVallheckcn angedeihen lassen muß und eine wie große Verantwortung gegenüber der m.ünsterländischen Landschaft den Bauern, den Planungs-, Landeskultur- und den Po lizeibehörden auf.erlegt ist und mit welcher Sorgfalt die für die Entfernung einer Wallhecke aiigeblich maßgebenden Gründ.e geprüft werden müssen. P. Graebner

Gemeinsame Anordnung des Reichsforstmeisters, des Reichsministers für Ernäh1•tmg uncl Landwirtschaft und des · Reichsbauernführers über die Betreuung cles deutschen Privatwald·~s im gesamten Reichsgebiet. Im Anschluß an die gemeinsamen Anordnungen für die Kriegszeit vom 15. 9. 1939 (Kriegswirtschaft), vom 6./9. 3. 1940 (Ostgaue) und vom 12./19. 6. 1940 (Ostmark) wird eine gemeinsame Organisation der Reichsforstverwaltung und des Reichsnährstandes zur forstlichen Betreuung des deutschen Privatwaldes im gesamten Reichsgebiet nach dem Muster der gemeinsamen Anordnung für die Ostgaue vom 6./9. 3. 1940 eingerichtet. Die Durchführung im einzelnen wird gemeinsam durch das Reichsforstamt und die Forstabteilung des Reichsbauernführers geregelt. Der Leiter und ein entsprechender Mitarbeiterstab der Forstabteilung des Reichsbauernführers, die der Reichtsbauernführer dem Reichsforstmeister zur Durchführung der kriegswirtschaftlichen Auf gaben im Privatwald auf Grund der gemeinsamen Anordnung vom 15. 9. 1939 zur Verfügung gestellt hat, verbleiben zur Erledigung der Privatwaldbetreuungsa:ufgaben und zur Mitwirkung bei allen sonstigen Privatwaldangelegenheiten als „Privatwaldabteilung'. ' im Reichsforstamt. Die Zugehörigkeit des Leit~rs und seiner Mitarbeiter zum H.eichsnährstand wird dadurch nicht berührt. Berlin, den 20'. 2. 1941. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft und der Reich_sbauernführer Da rT e.

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Waldvog_elfang_ durch Mitglieder- d·es Reichsverbandes deutscher Vogelpfleger und -züchter. RdErl. d. Rfm. als Oberste Naturschutzbehörde vom 4. 3. 1941 -

806- 11-15 - .

auf meinen- Runderlaß· vom 5. 7. 1940 - 121. 11-3 - (RMBIFv. S. 253) hat der Leiter des Reichsverbandes deutscher Vogelpfleger und -züchter bei mir beantragt, sachkundigen, zuverlässigen Mitgliedern der Fachschaften für einheimische Vögel und für Buchfinkenhaltung den Fang einzelner - Weichfresser, Buchfinken (sog. Vorschläger) und Hänflinge zu gestatten. Ich bin grundsätzlich damit einverstanden, da ich in dieser Maßnahme eine Förderung der volkstümlichen Vogelliebhaberei und der Vogelzucht erkenne. Ich habe den Reichsverbandsleiter angewiesen, die Fanganträge aus den Bere1c1i-en der Reichsverbandsabteilungen unmittelbar den zuständigen Naturschutz-beh-ör
Sammeln von nicht gescbii:_tzten Pflanzen zu Heilzwecken u._ dgl. RdErl. d. Rfm. als Oberste Naturschutzbehör'de vom 10. 3. 1941 -

806.15.01-9 -----,-.

Das Sammeln von nicht geschützten Pflanzen zu Heilzwecken u. dgl. soll weiterhin gefördert werden. Mein Runderlaß vom 2. 4. 1940 - I/II 1261/40 - (RMBlFv S. 177) gilt sinngemäß auch für das Jahr 1941.

Anwendung der Bezeichnungen ,,Vogelwarte" und „Vog·d schutzwarte". RdErl. d. Rfm. als Oberste Naturschutzbeh.örde vom 10. 3. 1941 ;_ 806.15.01-9 - . Die Bezeichnungen „Vogelwarte" und „Vogelschutzwarte'" dürfen nur mit Genehmigung der obersten Naturschutzbehörde geführt werden (§ 21 Abs. 2 der Naturschutzverordnung vom 18. 3. 1936 (RGBI. I S 181). Als Vogelwarten anerkannt sind nur die Anstalten von Helgoland, Rossitten und Hiddensee. Anerkannte Vogelschutzwarten befinden- sich in Seebach, Garmisch, Altenhundem, Neschwitz i. Sa., 0.ppeln, Stuttgart-Hohenheim und Frankfurt a. M. - Aus verschiedenen Berichten habe ich entnommen, daß diese Bezeichnungen mißbräuchlich angewendet werden. Ich bitte Sie, dagegen einzuschreiten und gegebenenfalls zu berichten. An die höheren Naturschutzbehörden.

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Künstliche Nistgeräte. RdErl. d. Rfm. als Oberste Naturschutzbehörde vom 12. 3. 1941 -

I 806.23-10 - .

· - Im Anschluß ·· an meine Runderlasse vom 28. 7. 1938 - I 9709 - und vom 23. 11. 1939 ~ I 1428/39 - gebe ich nachstehend einige weitere Nistgeräte bekannt, die auf Grund ihrer Übereinstimmung mit den Richtlinien im Merkblatt Nr. 18 der Biologis.eben Reichsanstalt von dem Präsidenten der Biologischen Reichsanstalt für Land~ 1md Forstwirtschaft im Einvernehmen mit den Vogelschutzwarten anerkannt ,v"orden sind: Nistgeräte: Hersteller: Haus c h, Wilhelm, Inh. A: Rausch, Holz- und Preßwarenfabrik, Langewiesen/Thür. Nisthöhle H. fn d f 1 e i s c h, Karl Friedr., Düsseldorf-Eller, Schloßallee 38 Fri-Ri-Nistkasten Nistkasten S c h w e g 1 r, Karl, Haubersbronn bei Schorndorf/Württ. M e y e r, Wilhelm, Stuttgart-Sillenbuch Nistkasten :S c huste r' s Sohn, Adolf, Inh. Fritz Schuster, Mähr.· Schönb erg-Sud etenland Nisthöhlen .Diese Firmen sind berechtigt, an ihren Geräten den Stempel der Biologischen Reichsanstalt (Ährenschlange) zu führen und bei ihrer Werbung au.f die A_nerkennung hinzuweisen. Ich bitte, b ei Anfragen nach künstlichen Nistgeräten auch · auf diese Firmen hinzuweisen.

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2. Neue Schutzvel'Ol'dnungen. Regierungsbezirk Münster Naturdenkmalbuch. Kr. L ü d in g hausen: Verordnung 'vom 12. 3. 1941. Gelöscht: Nr. 17, ·1 Birke: ·. . Abgeändert: Nr. 10, nur .n och 5 Pappeln ...

· Re.gier.un_gs _bezi.rk Minden Naturdenkmalbuch. Kr. Bi e 1 e fe1 d - Land: Verordnung vom 23. 1. 1941. Gelöscht: Nr. '16a, 118, 120. 3 Eichen. Irr. Höxter: Verordnung vom Ü. 9. 1940. Nr. 217-259. 43 Eichen, 1 Buche, 3 Blutbuchen, 77 Linden, 17 Eschen, 1 W eitle, 2 Eiben , 1 Ulmen-Ahorn-Eschen-Allee, 2 Buchen-Linden-Alleen, 2 Linden-KastanienAlleen, 1 F;iche-Hainbuchen-Baumreihe, 3 Kastanien, 2 Fichten. Kr. Paderborn: Verordnung vom 28. 6. 1939. Gelöscht: Nr. 51. Edelkastanie am Städtischen Lagerplatz in Paderborn.

Landschaftsschutzkarte. Kr. Büren:: Verordnung vom 14. 9. 1938. Landschaftsteile im ganzen Kreise Büren. Kr. Herford-Land: Verordnung vom 19. 1. 1939. Landschaftsteile im Bereich des ganzen Kreises mit Ausnahme der geschloss enen Ortschaften. Für einen Teil der Landschaftsteile ist verstärkter Landschaftsschutz (auch Bauverbot) ausgesprochen (Ergänzung zu Jhrg. 6, Heft 1, Seite 27, Zeile 6). Kr. Lübbecke: Verordnung vom 28. 12 . .1940. Landschaftsteile in gleicher Art wie im Kreise Herford-Land . .

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Regierungsbezirk Arnsberg Reichsamt für Landesaufnahme

Ausschnitt aus dem Meßtischblatt Herscheid 2785

Ergänzung zu „Natur und Heimat" 7. Jahrg„ 3. Heft, Seite 60

Naturschutzgebiet Wilde Wiese. Durch Verordnung über das Naturschutzgebiet „Wilde Wiese" in der Gemar· kung Valbert, Kr. Altena, vom 1. 11. 1940 (Reg.-Amtsbl. St. 45 vom 9. 11. 1940 S. 125) ist ein Quellmoor im Ebbe· dem Schutze des Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt worden. Das Gebiet liegt etwa 2 km nördlich Valbert am Südhang des Ebbe, hat eine Größe von 25 ,9139 ha und umfaßt in der Gemarkung Valbert, Flur 11, die Parzellen Nr. 24, 26, 34 bis 50, 61 bis 63, 237 /64, 238/65, 240/66, 241/66, 67, 68, 69/2, 70 und ·7i. Es besteht aus einem Hang-Quell-Moor mit teilweise dichtem Weidengebüsch. Naturschutzgebiet Rhinscber Kopf. Durch Verordnung über das Naturschutzgebiet „Rhinscher Kopf" in den Ge. markungen Halver, Kierspe und Rönsahl, Kr. Altena, vom 20. 1. 1941 (Reg. -Amtsbl. St. 5 vom 1. 2. 1941, S. 17) ist ein Waldgebiet an der Kerspe-Talsperre dem Schütze des -Reichsnaturschutzgesetzes unterstellt worden. Das Gebiet liegt etwa 4,5 km westlich Kierspe, hat eine Größe von 19,34 ha und umfaßt die Parzellen in ·der Gemarkung Halver Flur 22 Nr. 256-258, 261 bis 270, in der Gemarkung Kierspe Flur 28 Nr. 300, 301, 887 /277 b und ein Teil von 299, in der Gemarkung Rönsahl Flur 8 Nr. 7, 8, 40-42 und Teile von 5 und 342/6. Das Waldgebiet liegt auf einer Halbinsel am Südufer der Kerspe~Taisperre und stellt eine „Naturwaldzelle" im Sinne Hesmers dar, bestehend aus · Laub- und Nadelholz infolge früherer Bauernwaldwirtschaft. Die · Vogelwelt ist durch Vqr-handensein von Wald und Wasser sehr mannigfaltig. In der Kleintierwelt .fällt besonders das . häufige Auftreten der Roten Waldameise auf.

23:

R ei ch samt für L andesaufnahme

Aus schnitt aus dem Meß t ischblatt H er scheid 2785

Östlich der Nordhelle: NSG. Wolfsbruch (vgl. „Natur und Hehhat" 7. Jahrg„ 3. Heft, Seite 60).

Naturschutzgebiet Mühlenberg. Durch Verordnung über das Naturschutzgebiet „Mühlenberg" in der Gemarkung Halver, Kr. Altena, vom 20. 1. 1941· (Reg.-Amtsbl. St. 4 vom 25. 1. 1941 S. 12) ist ein Waldgebiet an der Kerspe-Talsperre dem Schutze des Reichsnatursc1!utzgesetzes unterstellt worden. · Das Gebiet liegt etwa 6 km westlich Kierspe, hat eine Grö~e von 23,1120 ha und umfaßt die Parzellen Gemarkung Halver Flur 23 Nr. 257 /90, 258/~0, 90/290/4, 92-94, 96 und Teile von 89, 90/1, 95. Das Gebiet umfaßt eine Halbinst:fl am Nordufer der Kerspe-Talsperre mit anschiließendem Hügelgelände und besitzt den gleichen Charakter wie das Naturschutzgebiet „Rhinscher Kopf".

Naturdenkmalbuch. K_r. I s er 1 oh n - Stadt: Verordnung vom 1. 8. 1940 Nr. 51-58. 1 Rotbuche, 2 Bergahorne, 1 Weißdorn, 3 Roßkastanien. 1 Robinie.

Landschaftsschutzkarte. Kr. Lüdenscheid - Stadt: Verordnung vom 14. 10. 1940. Landschaftsteile und Landschaftsbestandteile „Ko_hlberg" und Siedlung Dahle" . K r. Li p p s t ad t : Verordnui1g vom 15. 2. 1941. Landschaftsbestandteil Land·wehr in Lippstadt.

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Druck der Westfälischen Vereinsdruckerei A.-G., Münster i. W.

„Wäldi;:hen-

Inhaltsverzeichnis des ersten Heftes Jahrgang 1941. W. G r i e p e n b ur g, Die Höhlen Westfalens. G. Wolf f, Der Winter 1940 und seine Folgen für die Vogelwelt. H. Weber, Brutbeobachtungen mm Flußregenpfeifer. Naturschutz.

Die Zeitschrift

~,Natur

und Heimat'"

bringt zoologische, botanische, geologische und geographische Beiträge zur Erforschung Westfalens und seiner Randgebiete sowie Aufsätze über Naturschutz. Manuskripte, die nur in Ausnahmefällen 6 Druckseiten überschreiten können, bitten wir in Maschinenschrift druckfertig an die Schriftleitung einzuliefern. Gute Photographien und Strichzeichnungen können beigegeben werden. Jeder Mitarbeiter erhält 20 (für Kurzberichte und Mitteilungen 5) Exemplare , des Heftes, in welchem der Aufsatz erscheint, kostenlos geliefert. Sonderdrucke nach jeweiliger Vereinbarung mit der Sch;iftleitung. Vergütungen für ~ie in der Zeitschrift veröffentlichten Aufsätze werden nicht gezahlt.

Man wolle beachten : . 'Ver einem Vereine für Naturkunde und Katurschutz beitritt, stärkt unseren Bund und hilft am Aufbau unserer Zeitschrift! Yereine und Einzelpersonen (Lehrer!), die eine Sammelliste von Beziehern aufgeben und die Verteilung der Hefte, das Einziehen und die Einsendung der Beträge übernehmen, erleichtern uns die Arbeit und verringern die Kosten! - Wir bitten in solchen Fällen eine namentliche Liste der Bezieher für die Kartothek des Bundes einzureichen und etwaige Veränderungen jeweils zu melden.

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Die Bezirks- und Kreisbeauftragten für Naturschutz 1. Reg.-Bez. Münster (außer dem zum Ruhl"kohlenbezirk gehörigen Teil).

III. Reg.-Bez. Arnsberg (außer dem zurn Ruhrkohlenbezirk gehörigen Teil). .

Bezirksbeauftragter: Dr. G r a ebne r Münster, Museum für Naturkunde.

Bezirksbeauftragter: Lehrer L i e 11 e 11k ä m per, Lüdenscheid, Teutonenstraße 3

Kreisbeauftragte: 1. Ahaus: Zahnarzt Dr. Go m bau 1 t, Ahaus 2. Beckum: Kfm. H e 1 m i g, Ahlen, Kampstraße 24 3. Borken: Schulrat Preising, Borken 4. Bocholt: Studieurat Li 1 i e, Gellerslr. 5. Coesfeld: Dr. H ü er, Gescher 6. Lüdinghausen: Rektor H e,e g er, Lüdinghausen 7. Münster-Stadt: Dr. G r a ebne r, Museum für Naturkunde 8. Münster-Land: Dr. Beye r, Museum für Naturkunde 9. Steinfurt: Rektor R eich e n b ach, Rheine, Goethestr. 19 10 . . Tecklenburg: Bürodirektor Br e w e, Tecklenburg 11. \Varendorf: Lehrer P e 1 s t er, Vohren

II. Reg.-Bez. Minden Bezirksbeauftragter: Oberpostinspektor Kuh 1 man n, Bielefeld, Sandhagen 13. Kreisbeauftragte: 1. Bielefeld-Stadt u. -Land Oberpostinspektor K u h 1 m an n, Bielefeld 2. Büren: Lehrer Pagendarm, Grundsteinheim 3. Halle: Amtsbürgermeister Meyer z u H o b e r g e, Halle 4. Herford-Stadt: Studienrat Tee 1 e n, Herford 5. Herford-Land: Prof. L an g e w i e s c h e, Bünde 6. Höxter: Konrektor Säger, Höxter, Gartenstraße 2 7. Lübbecke: Rektor Roh 1ma11 n, Lübbecke 8. Minden: Lehrer 0. K. Laa g, Minden 9. Paderborn: Lehrer Po 11k1 äse n er, Hövelhof 10. v\Turburg: Studienrat Dr. L. Maasj o s t, Nicdermarsberg, Ludendorffufer 11. Wiedenbrück: Kunstmaler W e s t e r f r ö 1 k e, Gütersloh

Kreisbeauftragte: 1. Altena u. Lüdenscheid: Lehrer Li en e n k ä m per, Lüdenscheid, Teu· tonenstraße 3 2. Arnsberg: Kreisbaumeisler P 1 a J~ m a n n, Arnsberg 3. Brilon: Gutsverwalter Maas, Brunskappel 4. Iserlohn: Mittelschullehrer E x s t e r n b r i 11 k, Iserlohn, Gartenstraße 68

5. Lippstadt: Amtsbürgermeister R e c k h a r d, Geseke 6. Meschede: Baurat g e r, Meschede

S c h war z in -

7. Olpe: Bildhauer Be 1 k e, brück

Greven-

8. Siegen: Lehrer H o f m a n n, gen, Waldstraße 21 9. Soest: Stadtinspektor Co Soest, Im Schäferkamp 6

11

Sier ad,

10. Wittgenstein: Forstmeister Dr. F i s c h er, Saßmannshausen

IV.

Siedlu~gsverband

Rohrkohlenbezirk

Bezirksbeauftragter: Mittelschullehrer 0 b e r k i r c h, Essen-Borb~ck, Germaniastraße 245 Kreisbeauftragte: 1. Bochum (Polizeipräsidialbezirk) : 0 b er k i r c h, Essen-Borbeck, für Bochum, Castrop-Rauxel, Herne, Wanne-Eickel, Wattenseheid, Witten 2. Dortmund: Professor Dr. B u d de, Dortmund, Ketteler Weg 47 3. Ennepe-Ruhr-Kreis: Studienrat Dr. B ö h m er, Schwelm, Jägerstr. 16 4. und 5. Hagen und Lünen: 0 b er k i r c h, Essen-Borbeck 6. und 7. Hamm und ~ Unna: Rektor Bier b rod t, Hamm, Ostenallee 31 8. Recklinghausen (Landschaftsstelle: Polizeipräsidialbezirk u. Landkreis): Hauptlehrer S öd in g, Buer, Beisentraß e 32 für Recklinghausen, Gelsenkirchen, Gladbeck, Bottrop und Landkreis (Stellvertr.: Oberförster S c h o las t er, Dorsten).