Neue Dimensionen der sozialen und funktionalen Exklusion in

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VOM BARRIO CERRADO ZUR CIUDAD VALLADA1) Neue Dimensionen der sozialen und funktionalen Exklusion in Santiago de Chile Axel BORSDORF, Innsbruck und Wien, und Rodrigo HIDALGO DATTWYLER, Santiago de Chile* mit 1 Abb. und 1 Tab. im Text

INHALT Abstract ............................................................................................................. 111 Zusammenfassung............................................................................................ 112 1 Das Phänomen sozialräumlicher Exklusion in Lateinamerika ..................... 112 2 Barrios Cerrados als Ergebnis von Globalisierung und Neoliberalismus? .. 114 3 Die eingefriedeten Wohnareale und ihre Produzenten in Santiago de Chile 115 4 Vom Barrio Cerrado zur Ciudad Vallada ..................................................... 117 5 Schlussbetrachtung ..................................................................................... 121 6 Literaturverzeichnis...................................................................................... 122

Abstract From barrio cerrado to ciudad vallada. New dimensions of social and functional exclusion in Santiago de Chile For the past three decades an ever increasing trend towards socio-spatial exclusion was to be observed in Latin American cities with approximatively 80,000-plus inhabitants. Gated communities, hermetically closed off from their neighbourhoods by walls and sophisticated security installations can be found in almost all of them. At first only already existing streets were sealed off, then high-rise apartment blocks with attendants and gated neighbourhoods (“barrios cerrados“) with up to 150 or 200 houses were built. A tendency towards social exclusiveness and an inward orientation of family homes are characteristic of Latin American societies, therefore such systems of eclosure might, at first sight, be interpreted as a new expression of old traditions, but during the past few years mega-projects for many thousands of people were launched. They no longer form just large quarters within cities, but actually are cities, only accessible by their inhabitants. In Santiago de Chile such settlements

were even linked by special highways closed to the general public. This new development can only be explained as the result of combined effects of globalisation and neoliberalism.

Zusammenfassung Seit etwa 30 Jahren ist in lateinamerikanischen Städten ab etwa 80.000 Einwohnern ein Trend zur hermetischen Abschottung von Wohnvierteln mit Mauern, Zäunen und bewachten Eingangstoren zu beobachten. Dies begann mit der nachträglichen Einfriedung, führte dann zunächst zur Errichtung von bewachten Appartementtürmen und kleineren abgesperrten Einfamilienhaussiedlungen. Derartige Anlagen werden als Barrios Cerrados – geschlossene Wohnanlagen – bezeichnet. Der Trend zur Innenorientierung ist der lateinamerikanischen Kultur durchaus immanent, insofern konnte die Einzäunung auch als neue Ausdrucksform alter Traditionen interpretiert werden. In jüngster Zeit werden jedoch Anlagen erstellt, die aufgrund ihrer Größenordnung von mehreren Zehntausend Einwohnern nicht mehr als Viertel, sondern bereits als Städte bezeichnet werden müssen. In Santiago hat der Trend zur Exklusion sogar zum Bau von Schnellstraßen geführt, die derartige Wohnanlagen verbinden und nur den jeweiligen Bewohnern zugänglich sind. Diese Trends sind nur noch durch die kombinierten Wirkungen von Globalisierung und Neoliberalismus zu erklären.