Neustadt NN

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Inhaltsverzeichnis Vorwort ................................................................................................................... 3 Einfü...

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Inhaltsverzeichnis Vorwort ................................................................................................................... 3 Einführung .............................................................................................................. 5 1.

Allgemeine Angaben zur Beratungsstelle .................................................... 7

2.

Personelle Besetzung.................................................................................. 8

3. 3.1 3.1.1 3.1.2 3.2 3.3

Beschreibung des Leistungsspektrums ....................................................... 9 Einzelfallbezogene Hilfen ............................................................................ 9 Diagnostische Orientierung ......................................................................... 9 Beratungs-, Behandlungs- und Therapieangebote .................................... 10 Prävention ................................................................................................. 10 Öffentlichkeits- und Gremienarbeit ............................................................ 11

4. 4.1 4.2 4.2.1 4.2.2 4.2.3 4.2.4 4.3 4.3.1 4.3.2 4.4

Klientenbezogene statistische Angaben .................................................... 12 Allgemeine Angaben.................................................................................. 12 Angaben zum Kind bzw. Jugendlichen ...................................................... 13 Geschlecht und Alter ................................................................................. 13 Staatsangehörigkeit ................................................................................... 14 Schulbildung/Beruf .................................................................................... 14 Anzahl der Geschwister............................................................................. 16 Angaben zur Familie.................................................................................. 17 Familiensituation........................................................................................ 17 Erwerbssituation der Familie ..................................................................... 18 Anregung zur Anmeldung .......................................................................... 19

5.

Gründe für die Inanspruchnahme der Beratungsstelle .............................. 20

6. 6.1 6.2 6.3 6.4 6.5 6.6

Angaben über geleistete Beratungsarbeit.................................................. 22 Fallzuordnung nach dem SGB VIII ............................................................ 22 Fallzahlenentwicklung................................................................................ 23 Gesprächskontakte und Beratungssetting ................................................. 23 Häufigkeit und Dauer der Beratung ........................................................... 24 Art des Abschlusses .................................................................................. 24 Wartezeit ................................................................................................... 25

7.

Interne Qualifizierung und Qualitätssicherung ........................................... 26

8.

Prävention, Multiplikatorenarbeit, Netzwerkarbeit...................................... 28

9. 9.1 9.2

Öffentlichkeits- und Gremienarbeit ............................................................ 30 Presseveröffentlichungen .......................................................................... 30 Teilnahme an Fachgruppen und Arbeitsgruppen in der Region ................ 30

10. 10.1 10.2

Nachrichten und Informationen.................................................................. 31 Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (§8a SGB VIII) .................. 31 „Erziehen ist kein Kinderspiel“ ................................................................... 32

Vorwort Mit dem Jahresbericht für das Jahr 2006 wollen wir interessierte und mit unserer Beratungsstelle in unterschiedlicher Weise verbundene Personen und Institutionen über unsere Arbeit informieren. Für unseren Träger und für die kommunalen und staatlichen Gremien, die unsere Arbeit finanzieren, ist ein solcher Jahresbericht ein Rechenschaftsbericht. Vor allem für sie enthält der Jahresbericht ausführliche Zahlen und Statistiken über unsere Arbeit. Für das Team besteht durch die Zusammenstellung des Jahresberichts die Möglichkeit der Reflexion und planenden Vorausschau. Die Kinder, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und Familien, die sich an uns wenden, standen und stehen immer im Mittelpunkt unserer Bemühungen. Für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken wir uns. An dieser Stelle wollen wir auch all denen danken, die zur Förderung und Belebung unserer Beratungsstelle beigetragen haben und die Arbeit der Erziehungsberatungsstelle - in welcher Form auch immer - in der zurückliegenden Zeit unterstützt haben. Durch die Trägerschaft der Beratungsstelle nimmt die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. der Stadt Weiden i.d. OPf. und dem Landkreis Neustadt/WN eine Pflichtaufgabe ab. Wir danken den beiden Kommunen ebenso wie dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Gesundheit sowie der Regierung der Oberpfalz für das entgegengebrachte Vertrauen und die Unterstützung. Mit der Katholischen Erwachsenenbildung Weiden-Neustadt/WN fanden wir im Berichtsjahr einen neuen Kooperationspartner für unsere präventive Arbeit. Unsere Arbeit ist eng verbunden mit der Arbeit unterschiedlichster Einrichtungen, wie sozialen Diensten, Beratungsstellen, verschiedenen Ämtern, v.a. den Jugendämtern und dem Gesundheitsamt, Kindergärten und Schulen, den Schulpsychologischen Diensten oder dem Familien- und Vormundschaftsgericht. Für diese vertrauensvolle und helfende Zusammenarbeit danken wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dieser Einrichtungen recht herzlich. Nicht zuletzt wollen wir all denjenigen danken, die durch Geld- und Sachspenden unsere Arbeit materiell unterstützt haben. Für das Jahr 2006 danken wir besonders der Firma Media-Markt für die Spende eines leistungsfähigen Computers. Dr. Beate Schildbach Diplom-Psychologin Leiterin der Beratungsstelle

Michael Eibl Direktor der Katholischen Jugendfürsorge

Einführung Der Jahresbericht gibt einen Überblick über die beraterische, therapeutische und präventive Arbeit des vergangenen Jahres. Anmeldezahlen Die Anmeldezahlen sind in den letzten Jahren auf hohem Niveau geblieben. Die personelle Kapazität entspricht seit langem nicht mehr dem Bedarf. Wartezeiten sind deshalb unvermeidlich. Telefonberatung Um dennoch rasch und effektiv Hilfe zu leisten, bieten wir seit einigen Jahren eine Telefonsprechstunde an. Bei der Anmeldung erhalten die Ratsuchenden in der Regel einen Termin für ein ausführliches Telefongespräch. Dieses Gespräch wird nach fachlichen Gesichtspunkten geführt. Neben ausführlicher Exploration der Problemlage und Anamneseerhebung hat das Telefonat vor allem beratenden Charakter. Manche einfacheren Fragestellungen lassen sich so bereits umfassend klären. Zudem besteht hier eine gute Möglichkeit zur Einschätzung der Dringlichkeit des Beratungsbedarfs. Manche Krisenfälle können nicht auf die Warteliste verwiesen, sondern müssen umgehend einer weiterführenden Beratung zugeführt werden. Hin und wieder werden Klienten auch an andere Einrichtungen weiterverwiesen. Ein Teil der Klienten wird nach der telefonischen Erstberatung in die Warteliste aufgenommen und angeschrieben, wenn ein Platz für kontinuierliche Beratung frei wird. Außen- und Abendsprechstunden Als besondere Dienstleistungen finden regelmäßige Außensprechstunden in Vohenstrauß statt. Bei Bedarf sind auch Außensprechstunden in Grafenwöhr möglich. Abendsprechstunden werden regelmäßig und darüber hinaus nach Vereinbarung angeboten. Arbeitsgruppe Kindeswohlgefährdung Am 1. Oktober 2005 trat das Kinder- und Jugendhilfeweiterentwicklungsgesetz (KICK) in Kraft. Unter anderem wurde dadurch das Prozedere bei einem Verdacht auf Kindeswohlgefährdung geregelt (§8a SGBVIII). Die Jugendämter sind dadurch verpflichtet, das Vorgehen mit freien Trägern der Jugendhilfe vertraglich zu regeln. Aus den Erziehungsberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg und Caritas Beratungsstellen des Bistums Passau wurde eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Umsetzung dieses Auftrages befasst. Die Weidener Beratungsstelle arbeitet in dieser Gruppe mit (siehe Abschnitt 10.1.)

5

Erziehen ist kein Kinderspiel Im Berichtsjahr wurde das Angebot der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle um eine präventive Veranstaltung erweitert: In Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung Weiden-Neustadt/WN (KEB) wird nun in regelmäßigen Abständen ein zweitägiges Elternseminar mit dem Titel „Erziehen ist kein Kinderspiel“ angeboten. (siehe hierzu Abschnitt 10.2.) Ausblick auf 2007 Die Erziehungsberatungsstelle feiert im Jahr 2007 ihr 40-jähriges Bestehen. Gegründet als eine Einrichtung des Kreis-Caritas-Verbandes WeidenNeustadt/WN wurde die Erziehungsberatungsstelle schrittweise zu ihrer heutigen Größe ausgebaut. Nach 30 Jahren unter Führung der Caritas wurde die Trägerschaft der Beratungsstelle an die Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. abgegeben, die nun 10 Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen im Bistum betreibt. Diese Übernahme fand zum 01.01.1997 statt, so dass wir nun bereits wieder auf 10 Jahre Katholische Jugendfürsorge zurückblicken können. Dies sind Jahre, in denen durch die überregionale Zusammenarbeit mit den anderen Beratungsstellen fachliche Standards festgeschrieben und die Qualitätssicherung vorangetrieben wurden. Wir haben allen Grund unseren Blick einmal zurück in die Vergangenheit zu wenden, bevor wir uns weiteren Aufgaben der Zukunft widmen. So wollen wir das Jahr 2007 als Jubiläumsjahr begehen. Für Unterstützung und zusätzliche Ideen für dieses Vorhaben sind wir den Lesern unseres Jahresberichtes dankbar.

6

1.

Allgemeine Angaben zur Beratungsstelle

Bezeichnung Anschrift Telefon Telefax E-Mail

Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Weiden-Neustadt/WN 92637 Weiden i.d. OPf., Nikolaistraße 6, 3. Stock (0961) 38 914-37 (0961) 38 914-42 [email protected]

Träger

Katholische Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. Orleansstraße 2a, 93055 Regensburg Direktor: Michael Eibl Konto: Liga-Bank Regensburg, BLZ: 750 903 00 Kto.Nr. 117 866 0

Anmeldezeiten

Montag, Dienstag und Donnerstag: 8.30 – 12.00 Uhr und 13.00 – 16.30 Uhr Mittwoch: 10.00 Uhr - 12.00; 13.00 - 16.30 Uhr Freitag: 8.30 – 12.00 Uhr; 13.00 – 14.00 Uhr Termine sind nach Vereinbarung auch außerhalb der Anmeldezeiten möglich. Es werden regelmäßige Abendsprechstunden angeboten.

Außensprechstunden

In Vohenstrauß finden nach Vereinbarung Außensprechstunden statt. Bei Bedarf werden auch Außensprechstunden in Grafenwöhr angeboten.

Anmeldungen

Anmeldungen können telefonisch oder persönlich zu den oben genannten Zeiten vorgenommen werden. Anonyme Anmeldungen sind jederzeit möglich, falls dies gewünscht wird.

Zuständigkeit

Die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle ist eine Einrichtung für die Einwohner der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt/WN. Die Stadt Weiden hat derzeit 43.052 Einwohner, davon 7.343 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre (Quelle: Melderegister der Stadt Weiden i.d. OPf.). Die Einwohnerzahl des Landkreises Neustadt/WN beträgt 99.697 (Quelle: Melderegister der Stadt Neustadt/WN).

Grundprinzipien

Bei der Aufsuchung der Stelle besteht der Grundsatz der Freiwilligkeit. Für die Mitarbeiter gilt absolute Schweigepflicht. Die Inanspruchnahme ist kostenlos und unabhängig von der Konfession.

7

2.

Personelle Besetzung

Dr. Beate Schildbach Diplom-Psychologin Psychologische Psychotherapeutin Leiterin der Beratungsstelle

hauptamtlich halbtags (19,25 Std.)

Klaus Templer Diplom-Pädagoge Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut Stellvertretender Leiter der Beratungsstelle

hauptamtlich ganztags (38,5 Std.)

Margot Süß-Mertgen Diplom-Sozialpädagogin (FH) Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

hauptamtlich ganztags (38,5 Std.)

Gunter Hannig Diplom-Psychologe Psychologischer Psychotherapeut

hauptamtlich ganztags (38,5 Std.)

Edith Urban Diplom-Psychologin

hauptamtlich halbtags (19,25 Std.)

Christine Hösl Verwaltungsangestellte

hauptamtlich Teilzeit (30,0 Std.)

Claudia Irlbacher Verwaltungsangestellte

hauptamtlich Teilzeit (8,5 Std.)

8

3.

Beschreibung des Leistungsspektrums

Seit 1991 sind die Leistungen der Jugendhilfe im Sozialgesetzbuch VIII, dem Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG), geregelt. Erziehungsberatung ist als eine Form der “Hilfe zur Erziehung” in § 28 KJHG geregelt. Demnach sollen Erziehungsberatungsstellen “Kinder, Jugendliche, Eltern und andere Erziehungsberechtigte bei der Klärung und Bewältigung individueller und familienbezogener Probleme und der zugrunde liegenden Faktoren, bei der Lösung von Erziehungsfragen sowie bei Trennung und Scheidung unterstützen. Dabei sollen Fachkräfte verschiedener Fachrichtungen zusammenwirken, die mit unterschiedlichen methodischen Ansätzen vertraut sind” (§ 28 KJHG). Nach § 27 KJHG besteht ein Anspruch auf Hilfe zur Erziehung, wenn “eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist und die Hilfe für seine Entwicklung geeignet und notwendig ist”. Die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle Weiden-Neustadt/WN bietet darüber hinaus auch Leistungen nach den §§ 16, 17 und 18 KJHG an. Gemäß § 16 KJHG sollen Erziehungsberechtigten und jungen Menschen “Leistungen der allgemeinen Förderung der Erziehung in der Familie angeboten werden”. In § 17 ist die “Beratung in Fragen der Partnerschaft, Trennung und Scheidung” geregelt. § 18 betrifft die “Beratung und Unterstützung bei der Ausübung der Personensorge”. Um diesen Aufgaben gerecht zu werden hält die Erziehungsberatungsstelle folgende Leistungen vor:

3.1

Einzelfallbezogene Hilfen

3.1.1 Diagnostische Orientierung Diagnostische Prozesse finden auf mehreren Ebenen statt: o Anamnese und Exploration (Abklärung des Problemhintergrundes im Erstgespräch mit den Eltern, Exploration und Verhaltensbeobachtung bei den Kindern und Jugendlichen) o Psychologische Testdiagnostik (Durchführung wissenschaftlich fundierter, psychologischer Testverfahren in Abhängigkeit von Problemstellungen und Notwendigkeit) o Ganzheitliche Diagnostik (Betrachtung von Problemen und Auffälligkeiten im System der Familienbeziehungen und des sozialen Umfeldes ) o Prozessdiagnostik (Diagnostik bezüglich der erlebten Problemsituation, der Erwartungen und Ziele sowie des Beratungsverlaufs geschieht fortwährend zusammen mit den Kindern, Jugendlichen und ihren Eltern)

9

3.1.2 Beratungs-, Behandlungs- und Therapieangebote (siehe auch Abbildung 1) Angebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene Beratung und psychotherapeutische Angebote (auch ohne Einbeziehung der Eltern) in ihren altersspezifischen Anliegen, z.B.: o Kinder- und Jugendpsychotherapie, auch in Form von Spieltherapie o Einzelberatung, Gesprächstherapie o Übende Verfahren (Entspannungstechniken; verhaltenstherapeutische Programme) o Gruppenangebote für Kinder mit sozial auffälligem Verhalten Angebote für Eltern und Familien o Ausführliche Telefonberatung o Beratungsgespräche zu konkreten Erziehungsfragen o Begleitende Elternberatung bei Therapie des Kindes o Psychotherapeutische Verfahren für Elternteile in Krisen-, Konflikt- und Belastungssituationen zur (Wieder-)Erlangung persönlicher und elterlicher Kompetenz o Familienberatung, systemische Familien- und Paartherapie o Trennungs- und Scheidungsberatung Angebote für weitere am Erziehungsprozess beteiligte Personen Fallbezogene und allgemeine Beratungsangebote für LehrerInnen, ErzieherInnen und andere mit Erziehung befasste Personen. Einzelfallbezogene Kooperation und Netzwerkarbeit mit anderen Einrichtungen Zusammenarbeit mit Hilfseinrichtungen, die mit den betreuten Kindern oder Familien Kontakt haben (Schulen, Kindertagesstätten, ÄrztInnen, Frühförderung, Kliniken, Heime, etc.)

3.2

Prävention

o Fachliche Information der Öffentlichkeit zu Fragen der Erziehung und Entwicklung von Kinder (Medienarbeit, Vorträge und Informationsschriften, Elternarbeit in Schulen und Kindertagesstätten) o Wissensvermittlung und Praxisanleitung für Berufsgruppen, die mit Kindern und Familien arbeiten (Teilnahme an Tagungen von LehrerInnen und ErzieherInnen; Supervision) o Elternseminare zu Erziehungsthemen

10

3.3

Öffentlichkeits- und Gremienarbeit

Die Beratungsstelle beteiligt sich an der Arbeit in Fachkommissionen und Entscheidungsgremien sowohl trägerintern, als auch im Landkreis Neustadt/WN und der Stadt Weiden i.d. OPf. (z.B. Jugendhilfeausschuss und psychosoziale Arbeitsgemeinschaft). Zusammen mit anderen Einrichtungen wirkt die Erziehungsberatung auf eine Vernetzung und Weiterentwicklung der Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche und Eltern im Landkreis Neustadt/WN und der Stadt Weiden i.d. OPf. hin.

Anmeldung

Telefonische Erstberatung

Warteliste

Kontinuierliche Beratung • Anamnese und Diagnostik • Elternberatung • Kindertherapie und Elternberatung • Beratung/Therapie Jugendlicher • Familienberatung/ -therapie

Abschluss der Beratung oder Weiterverweisung Abbildung 1: Beratungsverlauf

11

4.

Klientenbezogene statistische Angaben

4.1

Allgemeine Angaben 379

Gesamtzahl der betreuten Klienten davon Neuaufnahmen, Wiederanmeldungen Übernahmen aus dem Vorjahr Insgesamt an der Beratung beteiligte Personen davon innerhalb der Familie und außerhalb der Familie

263 116 877 713 164

Im vergangenen Jahr wurden 379 Familien beraten. Das Angebot der ausführlichen telefonischen Beratung nahmen von den 263 im Berichtsjahr neu bzw. wieder angemeldeten Familien 175 (66,5% der Neu- bzw. Wiederanmeldungen) wahr. Davon erwies sich bei 45 Familien die Telefonberatung als angemessene und ausreichende Intervention. Sie nahmen keine weiteren Beratungstermine in Anspruch. Für 88 Klienten (33,5% der Neuanmeldungen) begann die kontinuierliche Beratung aus dringenden Gründen unmittelbar. 46 Familien warteten zum Jahresende noch auf eine weiterführende Beratung. Insgesamt waren 877 Personen an den Beratungsgesprächen beteiligt. Davon waren 713 Personen Familienmitglieder, 164 Personen waren andere mit der Familie betraute Personen, z.B. aus Schulen und Kindertagesstätten, aus dem sozialen oder medizinischen Bereich. Tabelle 1: Betreute Familien bezogen auf Einzugsbereich Einzugsbereich

Anzahl

Prozent

Weiden i.d. OPf.

157

41,4%

Neustadt a.d. WN

222

58,6%

Gesamt

379

100,0%

58,6% der betreuten Familien kamen aus dem Landkreis Neustadt/WN und 41,4% aus der Stadt Weiden.

12

4.2

Angaben zum Kind bzw. Jugendlichen

4.2.1 Geschlecht und Alter Tabelle 2: Alter und Geschlecht der angemeldeten Kinder und Jugendlichen Altersgruppen in Jahren

männlich Anzahl

<3

weiblich Anzahl

Prozent

gesamt Anzahl

Prozent

Prozent

2

0,5%

2

0,5%

4

1,0%

3 bis < 6

23

6,1%

19

5,0%

42

11,1%

6 bis < 9

47

12,4%

27

7,1%

74

19,5%

9 bis < 12

48

12,7%

33

8,7%

81

21,4%

12 bis < 15

52

13,7%

34

9,0%

86

22,7%

15 bis < 18

38

10,0%

30

7,9%

68

17,9%

18 bis < 21

5

1,3%

10

2,6%

15

3,9%

>= 21

6

1,6%

3

0,8%

9

2,4%

221

58,3%

158

41,7%

379

100,0%

Gesamt

Hinsichtlich der Geschlechtsverteilung (vgl. Tabelle 2 bzw. Abbildung 2) ergibt sich folgendes Bild: von den 379 betreuten Kindern und Jugendlichen waren 158 Mädchen und 221 Jungen. Wie in den Jahren zuvor übersteigt die Anzahl der Anmeldungen von Jungen (58,3%) die der Mädchen (41,6%).

60 50 40 männlich weiblich

30 20 10

Abbildung 2: Altersgruppen und Geschlecht

13

1 >= 2

<2 1 bis 18

15

12

bis

bis

<1 8

<1 5

2 <1 is 9b

<9 is 6b

<6 3b

is

<3

0

4.2.2 Staatsangehörigkeit Tabelle 3: Staatsangehörigkeit der betreuten Kinder und Jugendlichen Staatsangehörigkeit

männlich Anzahl

deutsch

Prozent

weiblich Anzahl

gesamt Anzahl

Prozent

Prozent

208

54,9%

152

40,1%

360

95,0%

ausländisch-europäisch

7

1,8%

3

0,8%

10

2,6%

außereuropäisch

6

1,6%

3

0,8%

9

2,4%

221

58,3%

158

41,7%

379

100,0%

Gesamt

Die Staatsangehörigkeit der betreuten Kinder und Jugendlichen war zu 95% deutsch, lediglich 5% der Klienten waren Ausländer. Sehr viel höher war der Anteil der von Migration betroffenen Familien, unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Bei 56 (14,8%) Familien war zumindest ein Elternteil nicht in Deutschland geboren. Trotz deutscher Staatsangehörigkeit hatten diese Familien mit kulturellen oder sprachlichen Problemen zu kämpfen. 4.2.3 Schulbildung/Beruf Tabelle 4: Ausbildungs- bzw. Berufssituation der angemeldeten Kinder und Jugendlichen Ausbildungs- bzw. Berufssituation

Anzahl

Kleinkinder zu Hause

Prozent

9

2,4%

58

15,3%

4

1,1%

23

6,1%

Grundschule

112

29,6%

Hauptschule

65

17,2%

Real- /Wirtschaftsschule

48

12,7%

Gymnasium/FOS/BOS

26

6,9%

3

0,8%

22

5,8%

6

1,6%

Kindergarten SVE Förderschule/DiaFö

Universität/FH berufstätig/Berufsschule arbeitslos sonstiges

Gesamt

3

0,8%

379

100,0%

Tabelle 4 bzw. Abbildung 3 zeigen, welche Bildungsstätten die betreuten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen besuchten. Der Anteil der betreuten Vorschulkinder betrug 18,7%. Die Grundschule besuchten 29,6% der betreuten Kinder. 6,1% der Kinder und Jugendlichen waren Förderschüler. Von den älteren Kindern und Jugendlichen besuchten 19,6% weiterführende Schulen, während 17,2% aus Hauptschulen kamen. In Berufsausbildung oder berufstätig waren 5,8%, der Anteil der arbeitslosen Jugendlichen betrug 1,6%.

14

15

Abbildung 3: Ausbildungs- bzw. Berufssituation der betreuten Kinder und Jugendlichen sonstiges

arbeitslos

berufstätig/Berufsschule

Universität/FH

Gymnasium/FOS/BOS

Real/Wirtschaftsschule

Hauptschule

Grundschule

Förderschule/DiaFö

SVE

Kindergarten

Kleinkinder zu Hause

120

110

100

90

80

70

60

50

40

30

20

10

0

4.2.4 Anzahl der Geschwister Tabelle 5: Geschwister der angemeldeten Kinder Geschwister

Anzahl

Prozent

0

90

23,7%

1

190

50,1%

2

61

16,1%

3

28

7,4%

4

7

1,9%

>4

3

0,8%

379

100,0%

Gesamt

Tabelle 5 bzw. Abbildung 4 zeigen die Anzahl der Geschwister der Klientenkinder. Die Hälfte der angemeldeten Kinder hat ein Geschwisterkind (50,1%). 23,7% der Kinder sind Einzelkinder, 16,1% haben 2 Geschwister. Familien mit mehr als 3 Kindern machten nur 2,7% des Klientels der Beratungsstelle aus.

2 Geschwister 16,1%

3 Geschwister 7,4% 1 Geschwisterkind 50,1%

mehr als 3 Geschwister 2,7%

Einzelkind 23,7%

Abbildung 4: Anzahl der Geschwister

16

4.3

Angaben zur Familie

4.3.1 Familiensituation Tabelle 6: Familiensituation der Klienten Familiensituation

Anzahl

Prozent

149

39,3%

59

15,6%

150

39,6%

19

5,0%

2

0,5%

379

100,0%

Familie mit 2 leiblichen Elternteilen/Adoptivfamilien Familie mit einem leiblichen Elternteil alleinerziehender Elternteil außerhalb der Familie Jugendliche(r), junge(r) Erwachsene(r) lebt selbständig

Gesamt:

Die Familiensituation, in der die von uns betreuten Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen leben, wird in Tabelle 6 bzw. Abbildung 5 dargestellt. Weniger als die Hälfte (39,3%) der von uns im Vorjahr betreuten Kinder lebte in leiblichen oder Adoptivfamilien. Der Anteil der alleinerziehenden Mütter betrug 35,1%, der der alleinerziehenden Väter 4,5%. In “Stieffamilien” wohnten 15,5% der Kinder und Jugendlichen. Damit beträgt der Anteil der Ein-Eltern-Familien zusammen mit dem der “Stief-” bzw. “Patchwork-Familien” mehr als die Hälfte des Klientels der Beratungsstelle (55,1%). Dies ist eine weitere Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Im vergangenen Jahr hatte der Anteil der unvollständigen Familien knapp die Hälfte (48,7%) des Klientels betragen. Auf den besonderen Beratungsbedarf wurde hingewiesen. Außerhalb der Familie, in Heimen, Internaten oder Pflegefamilien waren 5% der Kinder und Jugendlichen untergebracht.

vollständige Familien 39,3%

Stieffamilien 15,5%

selbständig 0,5%

außerhalb der Familie 5,0%

Alleinerziehende 39,6%

Abbildung 5: Familiensituation der Klienten 17

4.3.2 Erwerbssituation der Familie Tabelle 7: Umfang der Erwerbstätigkeit der Eltern Umfang der Erwerbstätigkeit

Mutter Anzahl

Vater Anzahl

Prozent

Prozent

Vollzeit

55

14,5%

189

49,9%

Teilzeit

98

25,9%

0

0,0%

geringfügig beschäftigt

52

13,7%

2

0,5%

134

35,4%

28

7,4%

40

10,5%

160

42,2%

379

100,0%

379

100,0%

nicht erwerbstätig unbekannt/sonstiges

Gesamt

Die Erwerbssituation der Ratsuchenden ist in Tabelle 7 dargestellt. Dabei ist zu beachten, dass sich die Erfassung der Erwerbstätigkeit auf den Haushalt bezieht, in dem das Kind lebt. Bei getrennt lebenden oder geschiedenen Elternteilen wurde die Erwerbstätigkeit des nicht in der Familie lebenden Elternteiles deshalb nicht erfasst. Bei den Vätern, deren Erwerbstätigkeit erfasst wurde, überwiegt die Vollzeitberufstätigkeit (49,9%). Von den nicht erwerbstätigen Vätern war der größte Teil arbeitslos (5%) oder berentet (1,8%). Die Mütter waren zu einem großen Teil (35,4%) nicht erwerbstätig, hier wurde Familienarbeit zu 25,3% und Erziehungsurlaub zu 3,4% genannt, Arbeitslosigkeit wurde von 5% der Mütter angegeben. Bei den erwerbstätigen Müttern überwogen Teilzeitbeschäftigungen (25,9%) gegenüber Vollzeiterwerbstätigkeit (14,5%). Geringfügige Beschäftigungen wurden zu 13,7% genannt. Der größte Teil der Ratsuchenden Familien (73,1%) bestreitet seinen Lebensunterhalt mit eigenem Einkommen (siehe Abbildung 6). Lediglich 15,8% der Familien war von öffentlichen Zuwendungen abhängig, 9,2% erhielten Unterhaltsleistungen. öffentl. Zuwendungen 15,8%

Unterhaltsleistungen 9,2%

Eigenes Einkommen 73,1%

unbekannt 1,8%

Abbildung 6: Einkommenssituation der Familien

18

4.4

Anregung zur Anmeldung

Tabelle 8: Anregung zur Anmeldung Anregung zur Anmeldung Anzahl

Prozent

Eigeninitiative

93

24,5%

andere Klienten, Bekannte, Verwandte

30

7,9%

Kindertagesstätten

11

2,9%

Schulen/Ausbildungsstätten

29

7,7%

Jugendamt

61

16,1%

Fachdienste

46

12,1%

Ärzte, Kliniken

56

14,8%

Gericht, Rechtsanwälte

11

2,9%

niedergelassene Therapeuten

10

2,6%

Seelsorger, Telefonseelsorge

1

0,3%

Öffentlichkeitsarbeit

4

1,0%

Sonstige

1

0,3%

26

6,9%

379

100,0%

Unbekannt

Gesamt

Knapp ein Viertel der Ratsuchenden (24,5%) meldete sich aus eigener Initiative bei uns an. Aus dem privaten Umfeld angeregt wurden 7,9% der Klienten. Ein Großteil der Familien kam auf Anregung des Jugendamtes (16,1%), von Ärzten und Kliniken (14,8%), oder anderen Fachdiensten (12,1%). Auch durch Schulen bzw. Ausbildungsstätten (7,7%) und Kindertagesstätten (2,9%) wurden die Klienten zur Anmeldung bewogen.

19

5.

Gründe für die Inanspruchnahme der Beratungsstelle

Tabelle 9: Gründe für die Inanspruchnahme der Beratungsstelle Gründe für die Inanspruchnahme der Beratungsstelle I. M er k m ale b e im K in d 1. Auffälligkeiten im Körperbereich des Kindes (gesamt) 1.1. Somatopsychologische Probleme 1.2. Psychosomatische Probleme 1.3. Essstörungen 1.4. Enuresis/Enkopresis 1.5. Suchtmittelmissbrauch/-abhängigkeit 2. Auffälligkeiten im Leistungsbereich beim Kind (gesamt) 2.1. Aufmerksamkeitsstörungen/Hyperaktivität 2.2. Wahrnehmungs- und Teilleistungsstörungen 2.3. Arbeits- und Leistungsstörungen 2.4. Entwicklungsrückstände 2.5. Hochbegabung 3. Auffälligkeiten im Gefühlsbereich des Kindes (gesamt) 3.1. Emotionale Labilität 3.2. Ängste 3.3. Selbstmanipulatives und zwanghaftes Verhalten 4. Auffälligkeiten im Sozialverhalten des Kindes (gesamt) 4.1. Auffälligkeiten innerhalb der Familie 4.2. Auffälligkeiten außerhalb der Familie 4.3. Dissoziales Verhalten, Verwahrlosungstendenzen 5. Auffälligkeiten in der Sprache (gesamt) 5.1. Probleme in der Sprachentwicklung/im Sprechverhalten 5.2. Sprach-/Sprech-/und Stimmstörungen 6. Auffälligkeiten im sexuellen Bereich (gesamt) 6.1. Auffälligkeiten im sexuellen Erleben/Identität 6.2. Auffälliges Sexualverhalten II. Ä uß e r e F ak tor en 7. Belastende Einflüsse im familiären Umfeld 7.1. Probleme innerhalb der Familie 7.2. Verlusterlebnisse 7.3. Besondere Belastungen in der Familie 7.4. Gewalt und Vernachlässigung innerhalb der Familie 8. Belastende Erfahrungen außerhalb der Familie 8.1. Gewalterfahrungen außerhalb der Familie 8.2. Andere Einwirkungen äußerer Faktoren III . B es on d er e F r a ges t e ll u ng e n 9. Besondere Fragestellungen – Wunsch nach Rat und Information 9.1. Allgemeine Fragestellungen 9.2. Fragestellungen zu Trennung und Scheidung 9.3. Andere besondere Fragestellungen

Anzahl Prozent 51 17 11 7 13 3 132 38 15 67 11 1 137 64 58 15 208 103 60 45 9 8 1 16 1 15

4,8% 1,6% 1,0% 0,6% 1,2% 0,3% 12,2% 3,5% 1,4% 6,2% 1,0% 0,1% 12,7% 5,9% 5,4% 1,4% 19,3% 9,6% 5,6% 4,2% 0,8% 0,7% 0,1% 1,5% 0,1% 1,4%

334 103 122 63 46 28 11 17

31,0% 9,6% 11,3% 5,8% 4,3% 2,6% 1,0% 1,6%

163 90 55 18 1078

15,1% 8,3% 5,1% 1,7% 100,0%

Tabelle 9 zeigt die Beratungsgründe (Nennungen der BeraterInnen) für die im Jahr 2006 betreuten Familien. Insgesamt wurden 1078 Nennungen abgegeben.

20

Nach der Diagnostik in den jeweiligen Familien beurteilten die BeraterInnen die Gründe, die zum Aufsuchen der Beratungsstelle führten. Gemeint sind Auffälligkeiten beim Kind bzw. belastende Einflüsse im sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen, sowohl innerhalb, als auch außerhalb der Familien. Bei manchen Familien ging es auch vorrangig um Rat und Information, z.B. zu Erziehungsoder Schullaufbahnfragen. Für jede Familie konnten bis zu 5 Merkmale vergeben werden. Merkmale beim Kind Bei den Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen beziehen sich 19,3% der gesamten Nennungen auf Auffälligkeiten im Sozialverhalten. Auffälligkeiten im Gefühlsbereich wurden zu 12,7% angeführt. Hier stehen emotionale Labilität (5,9%) und Ängste (5,4%) im Vordergrund. Zu 12,2% wurden Auffälligkeiten im Leistungsbereich genannt. Hier nehmen Störungen im Arbeits- und Leistungsverhalten den größten Raum ein (6,2%), gefolgt von Aufmerksamkeitsstörungen (3,5%). Körperliche Probleme wurden zu 4,8% genannt. Somato-psychologische Probleme kamen zu 1,6%, Enuresis/Enkopresis zu 1,2% vor. Sprachliche Auffälligkeiten der Kinder wurden zu 0,8% genannt. Auffälligkeiten der Kinder und Jugendlichen im sexuellen Bereich wurden zu 1,5% genannt. Äußere Faktoren Nennungen der für die Kinder belastenden Einflüsse im familiären Umfeld, nehmen 31,0% ein. Verlusterlebnisse wie Scheidung oder Tod eines nahen Verwandten (11,3%) und Probleme innerhalb der Familie (9,6%) sind die häufigsten Nennungen, gefolgt von besonderen Belastungen in der Familie (5,8%). 4,3% der Nennungen betreffen Gewalterfahrungen der Kinder und Jugendlichen in ihren Familien. Hierzu zählen Vernachlässigung, Misshandlung und sexueller Missbrauch. Belastende Faktoren für die Kinder und Jugendlichen außerhalb ihrer Familien wurden ebenfalls zu 2,6% genannt. Besondere Fragestellungen Wunsch nach Rat und Information betreffen 15,1% der Fragestellungen in der Erziehungsberatungsstelle.

21

6.

Angaben über geleistete Beratungsarbeit

6.1

Fallzuordnung nach dem SGB VIII

Für alle angemeldeten Familien wurde eine Zuordnung zu den relevanten Paragraphen des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) vorgenommen. Dabei wurden folgende Entscheidungskriterien zugrunde gelegt: §16 SGB VIII: Rein informatorische Beratung in allgemeinen Fragen der Erziehung und Entwicklung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Einzelfall. Nur allgemeiner erzieherischer Bedarf des Elternteiles und keine Symptome im Hinblick auf ein spezifisches Kind vorhanden. §17 SGB VIII: Beratung in Fragen der Elternverantwortung bei Partnerschaft, Trennung und Scheidung; Entwicklung eines einvernehmlichen Konzepts zur Wahrnehmung der elterlichen Sorge unter angemessener Beteiligung der Kinder oder Jugendlichen. Symptome bei den Kindern und Jugendlichen stehen nicht im Vordergrund. §18 SGB VIII: Beratung und Unterstützung von Alleinerziehenden; Beratung von Kindern und Jugendlichen und/oder des Elternteils, bei dem die Kinder nicht den Lebensmittelpunkt haben, bei der Ausübung des Umgangsrechts, sowie Anbahnung des Umgangs und Umgangsbegleitung. Symptome bei den Kindern und Jugendlichen stehen nicht im Vordergrund. §28 SGB VIII: Beratung von Kindern, Jugendlichen, Eltern und anderen Erziehungsberechtigten, wenn eine dem Wohl des Kindes oder des Jugendlichen entsprechende Erziehung nicht gewährleistet ist. Die Symptomatik des Kindes und/oder der erzieherische Bedarf der Eltern stehen im Vordergrund. Tabelle 10 zeigt die vorgenommenen Fallzuordnungen. Tabelle 10: Leistungen nach dem SGB VIII §§ SGBVIII

Anzahl der Familien

Prozent

§16

4

1,0%

§17

9

2,4%

§18

0

0,0%

§28

364

96,0%

2

0,6%

andere/unbekannt

Gesamt

379

100,0%

Die Hauptarbeit (96%) der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle besteht in Erziehungsberatung nach § 28 SGB VIII, d.h. in der Mehrzahl der Fälle stand die Symptomatik des Kindes oder der erzieherische Bedarf der Eltern im Vordergrund.

22

6.2

Fallzahlenentwicklung

500 450 400 350 300 250 200 150 100 50 0

Gesamtzahl der Anmeldungen Beratene Familien

2002

2003

2004

2005

2006

Abbildung 7: Entwicklung der Fallzahlen der letzten 5 Jahre Abbildung 7 zeigt die Gesamtzahl der Anmeldungen sowie die Anzahl der beratenen Familien für die vergangenen fünf Jahre. Die Anmeldezahlen sind anhaltend hoch, sie übersteigen jedes Jahr die personelle Kapazität der Beratungsstelle. Im Durchschnitt über die letzten fünf Jahre warteten zum Jahresende noch 47 Familien auf die Beratung.

6.3

Gesprächskontakte und Beratungssetting

Beratungsarbeit besteht zu einem Großteil aus dem persönlichen Kontakt mit den Klienten und mit Personen aus deren Umfeld. Tabelle 11 zeigt die bei den 379 Familien im Jahr 2006 geleisteten Stunden, aufgegliedert in die Bereiche Diagnostik, Beratung/Therapie und andere Interaktionen (z.B. Helferkonferenzen, Fallbesprechungen, Briefe). Tabelle 11: Klientenbezogene Leistungen Dauer in Stunden Kontakte mit

Diagnostik Beratung/ andere Therapie Interaktion

Gesamt

Kindern/Jugendlichen

445

1553

1

1999

Eltern/Familien

277

1185

40

1502

28

28

Ämtern

119

119

Ärzten/Fachkollegen

314

314

Kindergarten/Schule

Sonstige

Kontakte gesamt

10

13

434

457

732

2751

935

4418

Erfasst wurden direkte fallbezogene Kontakte mit Klienten oder mit anderen, an einem “Fall” beteiligten Personen, einschließlich der dafür benötigten Vor- und Nachbereitungszeit. Insgesamt wurden im Jahr 2006 für fallbezogene Beratungsarbeit 4418 Stunden aufgewendet. 23

6.4

Häufigkeit und Dauer der Beratung

Tabelle 12: Häufigkeit der Termine für abgeschlossene Fälle Häufigkeit der Termine

Anzahl

Prozent

155

58,1%

4 bis 10 Termine

49

18,3%

11 bis 20 Termine

27

10,1%

mehr als 20 Termine

36

13,5%

267

100,0%

0 - 3 Termine

Gesamt

Bei der Betrachtung der Häufigkeit bzw. der Dauer der Termine werden die Familien herangezogen, deren Beratung im Berichtszeitraum beendet wurde. Im Jahr 2006 wurden 267 Beratungen/Therapien abgeschlossen. Drei Viertel unserer Klienten (76,4%) nahm bis zu 10 Beratungstermine in Anspruch (vgl. Tabelle 12). Lang andauernde Beratungen mit mehr als 20 Sitzungen machen ein Achtel unseres Klientels (13,5%) aus. Tabelle 13: Dauer der Beratungen/Therapien für die abgeschlossenen Fälle Dauer der Beratung

Anzahl

Prozent

174

65,2%

4 bis 6 Monate

19

7,1%

7 bis 12 Monate

39

14,6%

13 bis 20 Monate

21

7,9%

über 20 Monate

14

5,2%

267

100,0%

bis 3 Monate

Gesamt

65,2% der Beratungen waren nach drei Monaten abgeschlossen (vgl. Tabelle 13). Lediglich bei 13,1% der abgeschlossenen Fälle dauerte die Beratung bzw. Therapie länger als ein Jahr.

6.5

Art des Abschlusses

Tabelle 14: Art des Abschlusses Abgeschlossene Fälle

Anzahl

Prozent

226

84,7%

Beratung abgebrochen

30

11,2%

Weiterverweisung

11

4,1%

267

100,0%

Beratung einvernehmlich beendet

Gesamt

Tabelle 14 zeigt die Art und Weise, wie der Abschluss der Beratung zustande kam. Von den 267 im Berichtsjahr 2006 abgeschlossenen Fällen wurden 226 regulär abgeschlossen, d.h. bei weit dem größten Teil der Beratungen (84,7%) wurde der Abschluss zwischen Berater und Klientenfamilie vereinbart. 24

Zu Beratungsabbrüchen kam es lediglich bei 11,2% der Familien. 4,1% der Familien wurden an andere Stellen weiter verwiesen und aus diesem Grund die Beratung beendet.

6.6

Wartezeit

Da die Zahl der jährlichen Anmeldungen die personelle Kapazität der Beratungsstelle bei weitem überschreitet, sind Wartezeiten unvermeidbar. Deshalb werden die Ratsuchenden bei der Anmeldung zunächst telefonisch beraten. Im Jahr 2006 nahmen 175 Klienten dieses Angebot in Anspruch (66,5% der Neuanmeldungen). Termine für die telefonische Beratung werden kurzfristig (zumeist bis zu zwei Wochen) vergeben. In Ausnahmefällen findet dieser Termin auch persönlich statt. Von den im Jahr 2006 begonnenen kontinuierlichen Beratungen/Therapien bekamen 37,7% innerhalb eines Monats ihren ersten persönlichen Termin. Weitere 12,1% der Klienten warteten bis zu 2 Monate auf ihren ersten persönlichen Termin. Allerdings müssen immer noch 12,1% der Klienten von der telefonischen Erstberatung bis zum Beginn der laufenden Beratung Wartezeiten bis zu neun Monate in Kauf nehmen.

25

7.

Interne Qualifizierung und Qualitätssicherung

Teamsitzungen Teamsitzungen mit organisatorischen und fachlichen Inhalten, auch kollegialer Supervision, fanden wöchentlich statt. Supervision dient dem Team zur Reflexion beraterischen und therapeutischen Handelns. Im Fokus sind hier u.a. die Beziehungen und Strukturen der beratenen Familien, die Rolle und die Beziehung des supervidierten Mitarbeiters zum Klienten, die Optimierung der Methodenkompetenz, sowie die Beratung des weiteren Vorgehens in schwierigen Beratungssituationen. Fachtagungen 18.09.2006

04.- 07.10.2006

18.10.2006

Fortbildungen 03.-04.02.2006 17.-18.03.2006 19.-20.05.2006 14.-15.07.2006 16.-18.12.2006

Symposium im Rahmen der Wissenschaftlichen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychologie an der Universität Nürnberg zum Thema: „Bindung – Determinanten und Konsequenzen“ (Dr. Beate Schildbach) Wissenschaftliche Jahrestagung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) in Berlin zum Thema: „Jugend bewegt“ (Dr. Beate Schildbach, Gunter Hannig, Christine Hösl) Fachtagung im Bezirkskrankenhaus Wöllershof zum Thema: „Borderline“ (Klaus Templer, Edith Urban, Margot Süß-Mertgen) Fortlaufende Fortbildung der Katholischen Jugendfürsorge: „Einführung in die personenzentrierte Spieltherapie“ in in Abensberg (Klaus Templer, Edith Urban) Fortbildung für Mitarbeitervertretung “MAVO § 27a Information in wirtschaftlichen Angelegenheiten“ (Gunter Hannig)

Religiöse Fortbildungen 25.-27.07.2006 Exerzitien in Hofstetten: „Was meine Seele heilt“ (Klaus Templer, Edith Urban, Christine Hösl) 08.11.2006

Seelenpflegetag in Johannistal: “Zwischen Tatendrang und Antriebsschwäche” (Dr. Beate Schildbach, Margot Süß-Mertgen)

26

Interne Workshops Die Katholische Jugendfürsorge bietet ihren MitarbeiterInnen die Möglichkeit, in internen Workshops durch den Austausch von Fachwissen Kompetenzen weiter zu entwickeln. Im Berichtsjahr nahmen MitarbeiterInnen der Erziehungsberatungsstelle Weiden-Neustadt/WN an folgenden Veranstaltungen teil: - Workshop “Arbeit mit Familien - Live-Supervision” (Gunter Hannig) - Workshop “Themenzentrierter Austausch zur Arbeit mit Kindern und Jugendlichen” (Margot Süß-Mertgen, Gunter Hannig) - Workshop “ADHS” (Klaus Templer, Edith Urban) - Workshop “Bindung” (Edith Urban) Koordinationstreffen Das Koordinationstreffen der LeiterInnen von Erziehungsberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. stellt ein Forum dar, in dem die Arbeit koordiniert und weiterentwickelt wird. Zu verschiedenen Schwerpunkthemen bildeten sich Arbeitsgruppen aus der Leiterrunde. Im Berichtsjahr beteiligte sich Dr. Beate Schildbach an der Arbeitsgruppe “Layout”, die sich mit Öffentlichkeitsarbeit und dem Erscheinungsbild sowie Datenerfassung und Strukturierung der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen beschäftigt. An der neuen Arbeitsgruppe „§ 8a, Vorgehen bei Kindeswohlgefährdung“ arbeitete Dr. Beate Schildbach ebenfalls mit. Sekretärinnentreffen Das Sekretärinnentreffen dient dem Austausch von Informationen und der Verwaltungsvereinfachung. Besonderheiten der Arbeit der Sekretärinnen in Beratungsstellen können diskutiert und supervidiert werden. Das Treffen findet einmal jährlich statt. Ab 2006 übernimmt Dr. Beate Schildbach die fachliche Leitung. Im Berichtsjahr veranstalteten Christine Hösl und Dr. Beate Schildbach eine Fortbildung zu EDV. Claudia Irlbacher nahm an der Fortbildung teil. Treffen der Qualitätsbeauftragten Die Treffen der Qualitätsbeauftragten sichern die Koordination zwischen den Fachteams der Erziehungsberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Regensburg e.V. und der Steuerungsgruppe für Qualitätsmanagement. Als Qualitätsbeauftragte unserer Stelle nahm Dr. Beate Schildbach an diesen Treffen teil. Mitarbeitervertretung Der Dienst in der Kirche verpflichtet Dienstgeber und Dienstnehmer in besonderer Weise, vertrauensvoll zusammenzuarbeiten. Dies geschieht nicht zuletzt durch die Bildung einer Mitarbeitervertretung (MAV). Gunter Hannig ist gewählter Vorstandsvorsitzender der MAV. Die Mitglieder des Vorstandes der MAV treffen sich zu regelmäßigen Sitzungen, veranstalten einmal jährlich eine Mitarbeitervollversammlung und treffen sich zu Gesprächen mit den Vertretern des Dienstgebers.

27

8.

Prävention, Multiplikatorenarbeit, Netzwerkarbeit

Fachvorträge und Elternabende Im Rahmen der präventiven Tätigkeiten der Beratungsstelle stellen Vorträge und Elternabende in Kindergärten und Schulen ein wichtiges Medium dar, um eine größere Anzahl von Eltern zu erreichen. In diesem Jahr fanden Vorträge zu folgenden Themen statt: 13.03.2006

Fachvortrag zum Thema: „Pubertät ist, wenn Eltern schwierig werden“ Ort: Teilhauptschule Waidhaus (Referentin: Dr. Beate Schildbach)

06.05. und 20.05.2006

2-tägiges Elternseminar: „Erziehen ist kein Kinderspiel“ Ort: Kindergarten Schirmitz (Kursleiterin: Dr. Beate Schildbach)

11.11. und 25.11.2006

2-tägiges Elternseminar in Zusammenarbeit mit der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB) Weiden: „Erziehen ist kein Kinderspiel“ Ort: Kath. Sozialzentrum (Caritas) Weiden (Kursleiterin: Dr. Beate Schildbach)

Fachberatung und Multiplikatorenarbeit Zum Aufgabenbereich der Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle gehört es auch, an der Erziehung von Kindern und Jugendlichen beteiligte Personen zu informieren und zu beraten. Dieses Angebot richtet sich an LehrerInnen, ErzieherInnen sowie Fachkräfte anderer sozialer Einrichtungen. Im Berichtsjahr wurden in mehreren Fällen allgemeine oder fallbezogene individuelle Fachberatungen in Anspruch genommen. Diese dienten zur Förderung der fachlichen und persönlichen Kompetenz der betreffenden Fachkraft. Darüber hinaus fanden folgende Veranstaltungen statt: 23.06.2006

Vortrag zum Berufsbild von Diplom-Psychologen an einer Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstelle im Elly-HeussGymnasium Weiden (Referentin: Dr. Beate Schildbach)

18.10.2006

Teilnahme an der jährlichen Tagung der Leiterinnen von Kindertagesstätten in Weiden (Veranstalter Jugendamt Weiden; Teilnehmerin Dr. Beate Schildbach)

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Vernetzung und Kooperation Um Beratungsarbeit effektiv abzustimmen ist es auch immer wieder notwendig, Absprachen mit anderen Einrichtungen zu treffen. Kooperation mit folgenden Einrichtungen findet fortlaufend statt: - Allgemeiner Sozial- u. Schuldnerberatungsverein e.V. - Allgemeine Sozialberatung der Caritas - Beratungsstelle für seelische Gesundheit - Bewährungshilfe - Bezirkskrankenhaus Wöllershof - Caritas Kreisverband Weiden-Neustadt/WN e.V. - Die Initiative e.V. - Donum Vitae e.V. - Dornrose e.V. - Ehe-, Familien- und Lebensberatung - Erziehungsbeistandschaften des BRK-Weiden - Fachakademie für Sozialpädagogik - Fachambulanz für Suchtprobleme - Familiengericht - Frauenhaus - Heilpädagogische Tagesstätten - Heilpädagogisches Zentrum Irchenrieth - Jugendamt Weiden - Jugendamt Neustadt/WN - Kath. Schwangerschaftsberatung - Kinder- und Jugendpsychiatrie Weiden - Kindergärten/Kinderhorte - Kinderheim Haus St. Elisabeth Windischeschenbach - Krisendienst Horizont - Nebenstelle der Kath. Jugendfürsorge e.V. - Niedergelassene PsychotherapeutInnen - Praxen für Ergotherapie, Logopädie - Psychologischer Dienst der Kinderklinik - Sozialpädagogische Familienhilfe - Schulpsychologische Dienste - SchulsozialpädagogInnen

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9.

Öffentlichkeits- und Gremienarbeit

9.1

Presseveröffentlichungen

20.06.2006

Der Neue Tag: “Erziehung ist kein Kinderspiel - Eltern müssen Grenzen setzen Caritas-Erziehungsberatungsstelle bietet neues Seminar an“

20.09.2006

Der Neue Tag: „Stress in Serie mit den Eltern - Heute: Besuch vom Herzblatt“ Interview für „Die junge Seite“

9.2

Teilnahme an Fachgruppen und Arbeitsgruppen in der Region

Die Psychosoziale Arbeitsgemeinschaft (PsAG) stellt ein wichtiges Gremium in der psychosozialen Versorgung einer Region dar. Unter der Federführung des Gesundheitsamtes haben hier beteiligte Stellen und Einrichtungen ein Forum, ihre Tätigkeiten aufeinander abzustimmen und die Gewährleistung der psychosozialen Versorgung der Region zu überwachen. Als Vertreter der Erziehungsberatungsstelle nimmt Klaus Templer an den Sitzungen teil (Stellvertreterin Dr. Beate Schildbach). Ein Unterausschuss der PsAG befasst sich mit der psychosozialen Versorgung von Kindern und Jugendlichen in unserer Region. Dr. Beate Schildbach arbeitet in diesem Gremium mit. In die Jugendhilfeausschüsse der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt/WN entsendet die Erziehungsberatungsstelle beratende Mitglieder. Diese Aufgabe erfüllt Dr. Beate Schildbach (Stellvertreter Klaus Templer). Dr. Beate Schildbach war Mitglied des Unterausschusses „Jugendhilfeplanung“ des Jugendhilfeausschusses Neustadt/WN Die Arbeitsgemeinschaft “Sexuelle Gewalt an Kindern” Weiden, besteht seit 1993. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, über sexuelle Kindesmisshandlung aufzuklären, Möglichkeiten und Grenzen bestehender Hilfsangebote in unserer Region zu erörtern, sowie Hilfsangebote und regionale Präventionsarbeit zu entwickeln. Zudem sollen Kooperations- und Koordinationsmodelle für Personen und Einrichtungen, die mit betroffenen Kindern und Familien in Kontakt kommen, entwickelt werden. Vertreter der Erziehungsberatungsstelle im Arbeitskreis sind Gunter Hannig und Margot Süß-Mertgen.

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10. Nachrichten und Informationen 10.1 Der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung (§8a SGB VIII) Am 01.10.2005 trat das Gesetz zur Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe (KICK) in Kraft. In diesem Zusammenhang wurde der Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe präzisiert und zugleich auch die Fachkräfte der freien Jugendhilfe - auf dem Wege der Vereinbarung mit dem örtlichen Jugendamt - in die Aufgabe des Kindesschutzes einbezogen. Der Schutzauftrag gemäß § 8a SGB VIII richtet sich gesetzlich an das Jugendamt. So ist das Jugendamt auch verpflichtet, mit Trägern der freien Jugendhilfe Vereinbarungen zu schließen, wie der Schutzauftrag durch ihre Fachkräfte wahrgenommen werden soll. Die Fachkräfte der Erziehungs- und Familienberatung in öffentlicher wie in freier Trägerschaft haben somit künftig im Rahmen ihrer Tätigkeit auch die Aufgabe des Kindesschutzes wahrzunehmen. Dies ist kein grundsätzlich neuer Auftrag. Durch die Gesetzesergänzung wurde der Auftrag präzisiert, so dass eine Strukturierung des Vorgehens notwendig erscheint. Grundsätzlich ist das Vorgehen nach Maßgabe von § 8a SGB VIII folgendermaßen vorgesehen: 1. Ausgangspunkt für ein Aktivwerden ist das Vorhandensein gravierender Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls. 2. Gemeinsam mit anderen Fachkräften, gegebenenfalls einer insoweit erfahrenen Fachkraft, wird eine Risikoabschätzung vorgenommen. 3. Wenn zur Abwendung einer Gefährdung eine Hilfe erforderlich erscheint, dann wird grundsätzlich auf die Bereitschaft der Personensorgeberechtigten zur Inanspruchnahme von Hilfen motivierend hingewirkt. 4. Wenn die Leistung, bei deren Erbringung gewichtige Anhaltspunkte für eine Gefährdung bekannt geworden sind, nicht ausreichend erscheint, dann wird das Jugendamt informiert. 5. Das Ergebnis der Überlegungen über die jeweils weiteren Verfahrensschritte ist umgehend schriftlich und nachvollziehbar zu dokumentieren. Während die Verträge zwischen den beteiligten Jugendämtern mit dem Trägerverein ausgehandelt werden, bildete sich im Berichtsjahr aus den Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge Regensburg in Kooperation mit Erziehungsberatungsstellen des Bistums Passau eine Arbeitsgruppe, die sich mit der konkreten Umsetzung dieses präzisierten gesetzlichen Auftrages in der Beratungsarbeit befasst. Zunächst soll die Vorgehensweise der Beratungsstellen bei Auftreten gravierender Anhaltspunkte innerhalb der Beratungsarbeit standardisiert werden. Die Definition gravierender Anhaltspunkte ist dafür Voraussetzung. Es wird festgelegt, in welcher Form Kollegen aus dem Team hinzugezogen werden. Verfahren zur Risikoabschätzung werden zusammengestellt und den Beraterteams an die Hand gegeben. Ebenso werden Verfahrensanleitungen für die Doku-

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mentation und für die Übergabe des „Falles“ an das Jugendamt erstellt. Ergebnisse sollen im Frühjahr 2007 vorgestellt werden. Im Weiteren wird sich die Arbeitsgruppe mit der Kooperation mit anderen Einrichtungen der Jugendhilfe unter der Maßgabe von § 8a SGB VIII beschäftigen.

10.2 „Erziehen ist kein Kinderspiel“ (Dr. Beate Schildbach) Als neues präventives Angebot wurde 2006 zum ersten Mal ein zweitägiges Elternseminar mit dem Thema „Erziehen ist kein Kinderspiel“ angeboten. Das Seminar findet an zwei Samstagen in 14-tägigem Abstand statt und richtet sich an Elternteile oder -paare, die neue Impulse für den Umgang mit ihren Kindern wünschen, die in der Erziehung an ihre Grenzen geraten oder die ihre eigene Erziehungskompetenz stärken wollen. Inhalte des Seminars sind: - Erziehungsstile - Bedürfnisse von Kindern - Respektvolles miteinander Umgehen - Konsequenzen für Fehlverhalten - Negative Teufelskreise durchbrechen - Positive Erziehung Methodisch ist der Elternkurs aus verschiedenen Bausteinen aufgebaut. So werden Wissensinhalte mit praktischen Übungen verknüpft. Auch Medien (Film: „Wege aus der Brüllfalle“ von Wilfried Brünnig; Interaktives Videoprogramm „Freiheit in Grenzen“ von Klaus Schneewind) kommen zum Einsatz. Das erste derartige Seminar fand im Frühjahr 2006 als Kooperationsveranstaltung zwischen der Erziehungsberatungsstelle und dem Kindergarten Schirmitz statt. Das Kindergartenpersonal bot für die Zeit des Elternkurses eine Kinderbetreuung an, so dass es auch Elternpaaren möglich war, gemeinsam am Seminar teilzunehmen. Der Elternbeirat übernahm die Versorgung der TeilnehmerInnen mit Kaffee und Brotzeit. Für das zweite Seminar übernahm die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) Weiden-Neustadt/WN die Ausschreibung und Organisation der Anmeldungen. Die Veranstaltung fand im Saal des Katholischen Sozialzentrums (Caritas Kreisverband Weiden-Neustadt/WN) unter Eigenregie der Erziehungsberatungsstelle statt. Unterstützung bei der Vorbereitung und Durchführung des Kurses bot Marion Neuman von der Erziehungsberatungsstelle Tirschenreuth. Für das Jahr 2007 sind Veranstaltungen in Vohenstrauß und Kirchenthumbach geplant. Herzlichen Dank an alle Beteiligten.

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