Orte erinnern - Vielfalt-Mediathek

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Orte erinnern: Spuren der NS-Zeit in Minden-Lübbecke LIEBENAU STEYERBERG Seite 27 Oppendorf Haldem RAHDEN Seite 36 – 37 Wehdem GEMEINDE STEMWED...

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Orte erinnern: Spuren der NS-Zeit in Minden-Lübbecke

LIEBENAU STEYERBERG Seite 27

Oppendorf

Haldem

RAHDEN Seite 36 – 37

Wehdem

GEMEINDE STEMWEDE Seite 38 – 40 Niedermehnen ESPELKAMP Seite 32 – 35

PETERSHAGEN Seite 20 – 23

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KREIS MINDEN-LÜBBECKE Mittellandkanal

LÜBBECKE Seite 28 – 31 PREUSSISCH OLDENDORF Seite 42 – 43

MINDEN Seite 8 – 15 STATDTHAGEN Seite 48 ➝

HÜLLHORST Seite 41 Wiehen ge

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BAD OEYNHAUSEN Seite 44 – 45

PORTA WESTFALICA Seite 16 – 19

VLOTHO Seite 46 – 47

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Orte erinnern: Spuren der NS-Zeit in Minden-Lübbecke

Minden 2012 Herausgegeben vom Mindener Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „NS-Erinnerungsarbeit vor Ort“

3

Einladung zur Annäherung

Alte Synagoge Petershagen 4

Was sollen und können historische Orte leisten? Der Umgang mit Erinnerungsorten ist eine Herausforderung. „Wenn die Menschen schweigen, so werden die Steine schreien,“ schrieb Johann Gottfried Herder in seinen „Briefen zur Beförderung der Humanität“. Er weist den steinernen Orten die Fähigkeit zur – wie wir heute sagen würden – Menschenrechtsbildung zu. Für NS-Erinnerungsorte heißt das: die Zeitzeugen gehen und die gesellschaftlichen Bedingungen ändern sich, die Orte aber bleiben. Doch das Schreien der Steine muss erst vernehmbar gemacht werden: „Ein Relikt – also ein historischer Ort – repräsentiert nicht das Ganze, sondern ist nur ein Überbleibsel, Teil einer unvollständigen Spur, die es zu rekonstruieren gilt.“ So beschreibt der Zeithistoriker Jürgen Zarusky die Aufgabe, die der Umgang mit Erinnerungsorten an uns stellt. Die Region Minden-Lübbecke hat in dieser Hinsicht einiges zu bieten: Orte, die mit viel historischer Forschung aufgearbeitet und zu Lernorten entwickelt wurden. Hier sind zahlreiche Menschen ehrenamtlich oder hauptamtlich oft seit Jahrzehnten vor Ort aktiv. Hinzu kommt eine große Zahl an Orten, die erst noch historisch und pädagogisch erschlossen werden müssen. Alle diese Orte haben ihre Unterstützer und Bewahrer gefunden. Sie können jedoch auch viele Geschichten des Widerwillens und der Hindernisse auf dem Weg historisch-politischer Aufklärung über die NS-Zeit in der Heimat erzählen. Eines beweisen sie alle: Erinnern, Gedenken und Vermitteln sind vor Ort, in der unmittelbaren Umgebung möglich. Die großen deutschen und internationalen Gedenkstätten behalten ihre herausragende Bedeutung. Es erscheint jedoch nötig, auf die Allgegenwärtigkeit historischer Zeugnisse der Verbrechen in nationalsozialistischer Zeit in der Heimatregion aufmerksam zu machen. Dies bietet die Chance, die Auseinandersetzung nahe an die Menschen heran zu bringen und Berührungspunkte mit ihrem Alltag zu schaffen.

Der Mindener Geschichtsverein und viele Aktive unserer Region haben sich das Ziel gesteckt, die Arbeit der NS-Erinnerungsorte in Stadt und Kreis zu unterstützen. Die Akteure sollen zum gegenseitigen Austausch und zur Weiterentwicklung ihrer Arbeit zusammengeführt werden. Dazu ist unter dem Dach des Mindener Geschichtsvereins die Projektgruppe „NS-Erinnerungsarbeit vor Ort“ entstanden. Damit ist die Erwartung verbunden, dass der Zugang zu den NS-Erinnerungsorten erleichtert und neue Nutzer gewonnen werden. Mit dieser Broschüre erhalten Interessierte erstmals kompakte Informationen und praktische Hilfen, um sich historische Orte in der gesamten Region zu erschließen. Die Broschüre ersetzt nicht die historische Erforschung der Einzelorte und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie stellt eine breite Auswahl der Orte dar, die eine historische Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und vielfältige Formen des Lernens ermöglichen. In dieser Weise ist sie eine Einladung zur Annäherung. Die Broschüre erscheint in einer Zeit, in der erneut deutlich wird, dass der historische Umgang mit und das Erinnern an den Nationalsozialismus weiterhin große gesellschaftspolitische Bedeutung haben. Sie ist somit den Zielen des Lokalen Aktionsplans Minden verpflichtet, sich gegen rechtsextremistische, menschenverachtende und demokratiefeindliche Bestrebungen vor Ort zu wenden und unterstellt die historische Arbeit diesen Zielen. Die unterschiedliche Erinnerungsarbeit setzt jeweils auf ihre Weise Zeichen für freiheitliche und menschenwürdige Vielfalt ohne Ausgrenzung. Peter Kock Minden im September 2012 Vorsitzender Mindener Geschichtsverein

5

Praktische Hinweise

Dank

Diese Broschüre möchte Interessierte einladen, die vielfältigen Angebote zur Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit in der heimischen Region zu nutzen. Dazu wurden möglichst viele Erstinformationen zusammengestellt: Die Angaben zu Kontaktmöglichkeiten und AnsprechpartnerInnen entsprechen dem Stand des Erscheinungsdatums und sind nach bestmöglicher Recherche erstellt worden. Sie sind eine Aufforderung: Nutzen Sie diese für weitergehende Informationen und zur Planung ihres Besuches.

Die Entstehung ist zunächst den Mitgliedern der Projektgruppe „NS-Erinnerungsarbeit vor Ort“ zu verdanken, die ihre Erfahrungen und Kenntnisse zusammen getragen haben. Sie und Aktive vor Ort haben die Texte zu den einzelnen Standorten verfasst. Die Initiative dazu wurde von Gertraud Strohm-Katzer, Minden, gegeben, die auch die Koordination und Redaktion übernommen hat. Anja Richter vom Büro „etageeins“ gab der Vielfalt der Orte eine ansprechende Gestaltung. Peter Hübbe hat mit seinen Fotografien zusätzliche Zugänge eröffnet.

Sie können den vorgeschlagenen Routen, die mehrere Orte verbinden, folgen oder die Orte einzeln aufsuchen. Schulklassen und Gruppen jeder Art sind ebenso willkommen davon Gebrauch zu machen wie einzelne Interessierte. Die historischen Angaben sollen einen ersten Überblick zur thematischen Zielsetzung eines Besuchs ermöglichen. Eine eindeutige Kategorisierung der Orte verbietet sich, denn es wird immer darauf ankommen, mit welcher Fragestellung das jeweilige Angebot genutzt wird. Der beste Weg dafür ist der direkte Kontakt vor Ort. Wenn dieser mit Hilfe der Handreichung vereinfacht wird, ist ihr Ziel erreicht. Sollten sich trotz sorgfältiger Recherche Unkorrektheiten eingeschlichen haben, ist die Projektgruppe „NS-Erinnerungsarbeit vor Ort“ für weitere Hinweise dankbar. Kontakt über den Mindener Geschichtsverein: www.mindener-geschichtsverein.de

Der Mindener Geschichtsverein hat für dieses Projekt Partner und finanzielle Unterstützer gefunden, denen großer Dank für ihre Bereitschaft gebührt: Die Sparkasse Minden-Lübbecke sowie die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e.V. und die VHS Minden-Bad Oeynhausen haben jeweils auf ihre Weise einen Beitrag geleistet. Die Realisierung ist vor allem der Förderung im Rahmen des Programms „TOLERANZ FÖRDERN, KOMPETENZ STÄRKEN“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu verdanken. Der Lokale Aktionsplan leitet dieses Projekt in Minden an und hat das Projekt von Anfang an unterstützt.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Minden e.V.

6

Inhaltsverzeichnis Route 1 MINDEN – INNENSTADT . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8 – 11 Stolpersteine | Synagoge | Glocke | Mahnmal Route 2 MINDEN – RECHTES WESERUFER . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 12 – 14 Reichsbahnlager | Gedenkstein Einzelstandorte Jüdischer Friedhof Minden-Bölhorst . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 15 Neuer Friedhof (Nordfriedhof) Minden Gefangenenfriedhof Minderheide Heinrich-Kurlbaum-Weg Route 3 PORTA WESTFALICA . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 16 – 19 Außenlager Porta Westfalica des Konzentrationslagers Neuengamme Jüdischer Friedhof Hausberge Route 4 PETERSHAGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 20 – 23 Alte Synagoge | Jüdischer Friedhof | Stolpersteine Route 5 PETERSHAGEN – LAHDE | P. – FRILLE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 24 – 26 Arbeitserziehungslager | Gedenkstein | Jüdischer Friedhof Einzelstandort LIEBENAU-STEYERBERG . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 27 Dokumentationsstelle Pulverfabrik | Arbeitserziehungslager Route 6 LÜBBECKE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 28 – 31 Friedhöfe | Häuser | Platz der Synagoge | Altes Rathaus | Gedenkplatz Heldenhain und „Kreuz des Ostens“ Einzelstandorte ESPELKAMP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 32 – 35 Barackenlager | Martinshaus | Jüdischer Friedhof RAHDEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 36 – 37 Platz der Synagoge | Städtischer Friedhof | Kriegerdenkmal | Ehrenmal GEMEINDE STEMWEDE . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 38 – 40 Levern | Niedermehnen | Oppendorf | Haldem HÜLLHORST . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 41 Heimatmuseum PREUSSISCH OLDENDORF . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 42 – 43 Jüdische Gemeinde | Jüdischer Friedhof BAD OEYNHAUSEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 44 – 45 Gedenkbrunnen | Stolpersteine | ehem. „Büro Koch“ VLOTHO . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 46 – 47 Mahnmal | Synagogen-Gedenkstein | Jüdischer Friedhof | Stolpersteine STADTHAGEN . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 48 Ehemalige Synagoge | Jüdischer Friedhof Literaturhinweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 49 Register und Bildnachweis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 50 Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 51 7

Route 1

1.

Minden-Innenstadt

Stolpersteine

2.

Stand: Juni 2012 1. Wilhelmstr. 18 2. Steinstr./Ecke Stiftstr. 3. Heidestr. 14 4. Marienstr. 28 5. Kampstr. 12, 25, 26, 27, 32, 34 6. Pöttcherstr. 6, 13 7. Brüderstr. 16 8. Ritterstr. 11, 27 9. Videbullenstr. 22 10. Königstr. 22, 37, 39 11. Ortsstr. 5 12. Weingarten 54 13. Simeonstr. 8, 16, 29 14. Obermarktstr. 9, 19 15. Markt 8



Stolpersteine

3.

Innenstadt ∏

Synagoge Kampstraße 6 4.



Ev. Ratskirche St. Martini Moltke-Glocke Martinikirchhof 1

5. 6.



7.

Mahnmal am Stadttheater

I.

Tonhallenstr. 3

II.

9.

15. III.

8. 10.

Weitere 5 Standorte befinden sich außerhalb der Karte. Einige der Häuser existieren nicht mehr.

14. 11. 12.

❶ 8

13.

I. Synagoge II. Ev. Ratskirche St. Martini III. Mahnmal Stadttheater

Karte: Minden Marketing GmbH

Minden

Stolpersteine in Minden „Pfad der Erinnerung“ Seit Mitte der 90er Jahre verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig Stolpersteine der Erinnerung – Erinnerungen an Menschen, die während der Nazizeit verfolgt, entrechtet, ermordet wurden. Die Stolpersteine liegen auf dem Bürgersteig vor den Häusern, in denen diese Menschen vor ihrer Deportation gelebt haben. Die Messingplatten nennen ihre Namen, ihr Geburtsjahr und in Kurzfassung ihr Schicksal. Fast 30.000 Stolpersteine hat Demnig seitdem in vielen Ländern Europas verlegt. Ihre Verlegung wurde in Minden durch den Rat der Stadt Minden begrüßt. Die Kunstaktion Demnigs hat aber auch kontroverse Diskussionen ausgelöst und kann im Unterricht als Anlass genommen werden, sich grundsätzlich mit dem Thema Erinnerungsarbeit zu befassen.

Mahnmal am Stadttheater Minden 1988 wurde das von dem Künstler Joachim Bandau gestaltete Mahnmal der Öffentlichkeit übergeben. Es besteht aus zwei aus dem Pflaster ragenden Keilformen aus Granit, der aus einem Steinbruch des ehemaligen Konzentrationslagers Flossenbürg stammt. Im Boden befinden sich außerdem vier Bronzeplatten, darauf sind ein Bibelzitat aus den Klageliedern, der so genannte ‚Schwur der Überlebenden‘ des KZ Buchenwald sowie Texte von Theodor Heuss und Elie Wiesel eingraviert.

»Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.«

Ein Arbeitskreis der Aktionsgemeinschaft Friedenswoche Minden erforscht die Schicksale Mindener Bürgerinnen und Bürger, die während der Nazidiktatur deportiert und ermordet wurden. Als vorläufiges Ergebnis seiner Recherchen wurden bisher (Stand: Juni aus »Schwur der Überlebenden« des KZ Buchenwald vom 19.04.1945 2012) 81 Stolpersteine verlegt. Sie liegen an vielen Stellen der Stadt, überwiegend in der Oberen Altstadt, Informationen: Informationen zum und sind Teil der Erinnerungskultur hier vor Ort. In ihrer Gesamtheit bilden sie den „Pfad der Erinnerung“, der kontinuierlich weitergeführt und vervollständigt werden soll. Bei einem Gang über den Pfad der Erinnerung lernen Sie die Namen und Schicksale ermordeter Jüdinnen und Juden, Sinti und solcher Menschen kennen, die in der Naziideologie als „lebensunwert“ galten und die den Euthanasiemorden zum Opfer fielen.

www.friedenswoche-minden.de Hier sind auch die Biographien der Opfer und die Lage der Stolpersteine zu erfragen. Tel. 0571. 24339 [email protected] Führungen auf dem „Pfad der Erinnerung“ nach Absprache. Eine Materialsammlung zu jüdischen Opfern und ein Unterrichtsentwurf sind verfügbar. Siehe auch: www.kulturschule.org

Mahnmal am Stadttheater Minden über die Stadt Minden, Kulturbüro www.minden.de

9

Route 1

Synagoge Minden Seit Ende des 17. Jahrhunderts bis 1865 befand sich in der Videbullenstraße 15 (das Haus ist noch erhalten) die Synagoge der jüdischen Gemeinde Minden. 1865 zog die Gemeinde in ein neu errichtetes Gebäude in der Kampstraße um. Dieses wurde im November 1938 vor den Augen der Mindener Bevölkerung in Brand gesetzt und zerstört. 1958 entstand neben dem Grundstück der zerstörten Synagoge ein Komplex aus einem Gemeindehaus, das noch erhalten war, einem Zwischentrakt und einem anschließenden Synagogenbau, der von der Straße aus kaum zu sehen ist. Durch den Eingang im Zwischentrakt und ein kleines Foyer gelangt man in den dunkel gehaltenen Vorraum der Synagoge, der als Gedenkraum für die Verfolgung im Nationalsozialismus ausgestaltet ist: Im bleiverglasten Fenster sind zum Beispiel die Orte der Vernichtungslager auf einer Karte gekennzeichnet. Der kleine Synagogensaal mit einer schmalen Frauenempore über dem Eingang auf der Westseite überrascht durch seine vielfarbige Ausstattung. (Text zitiert nach www.zentralratjuden.de) Synagoge Minden Kampstraße 6, 32423 Minden Kontakt: Jüdische Kultusgemeinde Minden Vorsitzender: Harald Scheurenberg [email protected] | Tel. 0571. 23437 Besichtigungen auf Anfrage 10

Minden

Ev. Ratskirche St. Martini Moltke-Glocke Die sogenannte „Moltke-Glocke“ läutet täglich um 22.00 Uhr zeitgleich mit der „Friedensglocke Kreisau“ in der St. Michaelis-Kapelle am Gut Krzyzowa/Kreisau in Polen. 1871 einst für die evangelische Kirche in Grodziszcze/Gräditz gegossen, fand sie 1951 vom „Hamburger Glockenfriedhof“ den Weg nach Minden. Sie stammt vom Urgroßonkel des Widerstandskämpfers Helmuth James Graf von Moltke und gab Anlass für ein deutsch-polnisches Friedensprojekt 1994. Ihre Entstehungs- und Wirkungsgeschichte verweist auf den deutschen Nationalismus des 19./20. Jahrhunderts und auf den deutschen Widerstand des „Kreisauer Kreises“ 1940/45 gegen den Nationalsozialismus.

Ev. Ratskirche St. Martini Gedenkort „Moltke-Glocke“ Martinikirchhof 1 32423 Minden Kontakt: Gemeindebüro St. Martini Tel. 0571. 21717 Besichtigungen/Aufstieg zum Glockenturm auf Anfrage

11

Route 2

Minden – rechtes Weserufer ∏

Reichsbahnlager auf dem Gelände neben dem Reduit des ehemaligen Fort A Festungsstraße ∏

Gedenkstein auf dem Gelände der ehemaligen Kistenfabrik Busch

Beide Orte liegen an der FriedrichWilhelm-Straße und sind am besten über die Nordbrücke zu erreichen. Parkmöglichkeiten: Für das Reichsbahnlager am Fort A, für den Gedenkstein jenseits der Kanalunterführung am Anfang der Aminghauser Straße. Entfernung zwischen beiden Orten: mit dem Fahrrad ca. 5 Minuten, zu Fuß ca. 15 Minuten.

❷ 12

Standort: ehemaliges Reichsbahnlager

Minden Das „Reichsbahnlager“ neben dem Reduit des ehemaligen Fort A wurde durch die Bahn auf eigenem Gelände für Zwangsarbeiter verschiedener Nationalitäten angelegt. Das Lager, eines der größten in Minden, wurde im April 1945 aufgelöst. Da weder Karten- noch Bildmaterial zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, im Vorfeld einen kurzen Überblick über die Geschichte des Forts (Be- und Entfestigung, Exerzierplatz, Bahn- und Zwangsarbeiterlager, Altwarenhandel, Preußenmuseumspläne) zu geben. Das Gelände ist teilweise umzäunt, kann aber auf einem Rundweg auf der Festungsstraße eingesehen und zwischen dem Reduit und der Friedrich-WilhelmStraße betreten werden. Dort hat sich parallel zum Straßenverlauf zumindest ein Teil der Baracken befunden. Einen Eindruck davon erhält man anhand der Tagebuch-Aufzeichnungen der niederländischen ehemaligen Zwangsarbeiters Christian Palte. (Vgl. Lit. Nordsiek) 13

Route 2

Gedenkstein Die zehn polnischen Zwangsarbeiterinnen, an die dieser Stein erinnert, gehören zu den Opfern eines Bombenangriffs am 26.10.1944. Der Stein befindet sich am Rand des Geländes der ehemaligen Kistenfabrik Busch direkt an der Kanalüberführung über die Weser und kann über eine Treppe und einen anschließenden Pfad erreicht werden. Die Namen der zehn Frauen, die in einem betriebseigenen Lager untergebracht waren und die bei dem Bombenangriff ertranken, sind bekannt, die Gräber findet man auf dem Nordfriedhof. Kontakt: Sonja Weichert Tel. 0571. 5043999 [email protected] Führungen auf Anfrage

Standort: ehemalige Kistenfabrik Busch 14

Heinrich-Kurlbaum-Weg

Bis etwa 1820 hatte es in Minden zwei jüdische Friedhöfe gegeben; danach wurden die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Minden auf dem Friedhof in Hausberge beigesetzt (vgl. S. 19). Seit dem Ende des 19. Jhdts. besaß die Mindener Gemeinde wieder einen eigenen Friedhof, den heute noch genutzten Friedhof am Erikaweg.

Der Weg wurde 2005 nach dem Kriegsdienstverweigerer Heinrich Kurlbaum benannt. Heinrich Kurlbaum, 1901 in Oberlübbe geboren, war Mitglied in der Glaubensgemeinschaft der ‚Zeugen Jehovas‘. Nach seiner Einberufung 1943 zum Bau Pionier Bataillon in die Mindener Simeonskaserne verweigerte er zunächst den Eid auf den Führer, leistete ihn dann aber doch, da er davon ausging, als Pionier letztlich nicht mit einer Waffe kämpfen zu müssen. Gleichwohl wurde er durch das Reichskriegsgericht wegen Wehrkraftzersetzung in einem minderschweren Fall zu einem Jahr Gefängnis mit Strafaussetzung zur Bewährung verurteilt.

Einzelstandorte

Jüdischer Friedhof

Minden ∏

Kontakt: Jüdische Kultusgemeinde Minden Tel. 0571. 23437 [email protected] Besichtigungen auf Anfrage

.................................................

Nordfriedhof Minden Hier befinden sich Grabstätten von 128 Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern verschiedener Nationalitäten, darunter Belgier, Niederländer, Jugoslawen, Letten, Norweger, Polen, Russen, Spanier, Tschechoslowaken und Ungarn sowie Kriegsgräber von Gefallenen beider Weltkriege. Es gibt auch einen Zugang zum Friedhof direkt vom Weserradweg. .................................................

Gefangenenfriedhof Minderheide

Jüdischer Friedhof Erikaweg Minden-Bölhorst ∏

Nordfriedhof Neuer Friedhof Marienstraße 136 ∏

Anfang 1944 erfolgte Kurlbaums Verlegung zum Kriegseinsatz nach Russland. Am 15. Februar weigerte er sich, ein Gewehr in Empfang zu nehmen. Daraufhin wurde er am 14. März durch ein Feldkriegsgericht zum Tode verurteilt. Am 15. Mai 1944 wurde das Todesurteil in Frankreich vollstreckt.

Gefangenenfriedhof Minderheide

Im Oktober 1998 schlägt der Internationale Versöhnungsbund, Gruppe Minden, vor, im Bereich Simeonscarré eine Straße nach ihm zu benennen. Nach zahllosen öffentlichen Aktionen und Unterschriftensammlungen wird am 9. April 2005 das Wegeschild für einen Fußweg zwischen Schwichowwall und PreußenMuseum mit dem Namen von Heinrich Kurlbaum enthüllt. Eine Vitrine in der Dauerausstellung des Preußen-Museums ist dem Schicksal Kurlbaums gewidmet.

Heinrich-Kurlbaum-Weg

Petershäger Weg/Am Schäferfeld ∏

Der Friedhof ist heute ein Mahnmal für die Opfer der Gewaltherrschaft; dort befinden sich u.a. die Grab- Kontakt: stätten von 888 sowjetischen Kriegsgefangenen. Bernd Brüntrup – Ginkgohaus – Tel. 0571. 8375440 [email protected]üntrup.de www.rabrüntrup.de

15

Route 3

Porta Westfalica ∏ Barkhausen

Männerlager Hotel Kaiserhof Portastraße Porta Westfalica-Barkhausen

Güter Bahnhof



Mahnmal im kleinen Park „Am Grünen Markt“ Porta Westfalica-Hausberge ∏

WIEHENGEBIRGE Lager Porta

Frauenlager Wittekindsberg Denkmal Stollen

DACHS I Schmierölraffinerie Bahnhof

sb er g



Hotel Kaiserhof

Brem

Frettholzweg Porta Westfalica-Hausberge

Öltanks

Gestapo

STOHR I Philips-Röhrenproduktion

Hotel Kaiser Friedrich SS-Führungsstab AII

Männerlager Pfahlweg Porta Westfalica-Lerbeck

Stollen Jakobsberg

∏ Hausberge

Jüdischer Friedhof Kempstraße Porta Westfalica-Hausberge

❸ 16

Sandgrube Holzhausen

nach Hartum

Mahnmal für die Opfer der drei ehemals in Porta Westfalica befindlichen Außenlager des KZ Neuengamme, gestaltet von dem Portaner Künstler Dietmar Lehmann.

L

Porta Westfalica

nach Neesen

Die drei KZ-Außenlager an der PortaWestfalica des Konzentrationslagers Neuengamme und die wichtigsten Arbeitseinsatzorte der Häftlinge

Beton Weber Motorenprüfstände (Klockner)

Pfahlweg

Lager Lerbeck

Lerbeck

Eingang Stollen Jakobsberg

Jakobsberg WESERGEBIRGE

n-

Schwollmannsweg

Auf Befehl des Rüstungsministeriums wurden ab 1944 kriegswichtige Industrien in sichere Gebiete verlagert; hierzu gehörten auch die Stollen im Wiehen- und im Wesergebirge an der Porta Westfalica. Häftlinge aus dem Konzentrationslager Neuengamme bauten ab März 1944 die Stollen aus, unter schwersten Bedingungen und ständigen Schlägen durch die Aufseher. In Lerbeck wurde eine Werkstatt zur Reparatur von Flugzeugmotoren eingerichtet. Etwa 3000 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter produzierten hier kriegswichtige Güter. Sie wurden in drei Lagern unter menschenunwürdigen Bedingungen interniert: etwa 1500 Männer in Barkhausen im Hotel Kaiserhof, etwa 500 Männer im Lager in Lerbeck und in Hausberge im Lager am Frettholzweg etwa 1000 im Frauenlager sowie im Männerlager etwa 200 Häftlinge. Noch im März 1945 wurden etwa 100 Frauen aus dem KZ-Ravensbrück in Vennebeck interniert, die auf Grund ihrer extremen körperlichen Entkräftung nicht mehr zur Arbeit in der Rüstungsindustrie gezwungen werden konnten.

Grottenweg

Lager Hausberge Frettholzweg

Blick auf das Gelände des ehemaligen Frauenlagers am Frettholzweg 17

Route 3 Blick vom Bahnhof Porta Westfalica auf das Gebiet der ehemaligen KZ-Außenlager

In einem Rundgang alle historischen Örtlichkeiten zu begehen, die im Zusammenhang mit den Lagern in Porta Westfalica stehen, ist zeitlich und zu Fuß kaum möglich. Beispielhaft können die folgenden Stationen und Ausgangspunkte Bestandteil einer Begehung sein.

Männerlager im Hotel Kaiserhof

Frauenlager am Frettholzweg

p SS-Kommandantur p Friedhof Barkhausen

p Stolleneingang Jakobsberg p ehem. Sitz des SSFührungsstabes p Mahnmal „Am Grünen Markt“

In Barkhausen an der Portastraße befindet sich das Hotel Kaiserhof (2011 brannte es nieder, zur Zeit im Wiederaufbau). Im Hotel wohnten SS-Leute, im hinteren Tanzsaal – dort befindet sich heute eine Reithalle – waren ca. 1000 Männer auf engstem Raum und unter unwürdigen Bedingungen untergebracht. Das gegenüberliegende Porta-Café war damals der Sitz der SSKommandantur. Auf dem Friedhof Barkhausen, Alte Poststraße, erinnert ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Hier ruhen 73 unbekannte Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft“. Es fehlt der Hinweis, dass es sich hier um Häftlinge des KZ-Außenlagers handelt.

Vom Lager steht noch ein kleines Haus, das heute bewohnt ist und damals als Wachhaus genutzt wurde. Der Grottenweg (ca. 2,5 km bis zum Bahnhof Porta Westfalica) führt an einem vergitterten Stollenschacht vorbei zum oberen Stolleneingang, an dem sich noch große Steinquader befinden. Am Ende des Weges führt eine Treppe zur B 482. Dort gelangt man zum unteren Stolleneingang. Eine Öffnung des Stollens ist derzeit nicht möglich. Vom unteren Stolleneingang kann man weitergehen am heutigen Mercure-Hotel vorbei. Hier stand früher das Hotel Kaiser Friedrich, das Sitz des SS-Führungsstabes und der Bauleitung für den Ausbau des Stollens war. Im Ortsteil Hausberge im kleinen Park „Am Grünen Markt“ befindet sich eine Gedenktafel für die Opfer

18

Porta Westfalica Schülerzeichnung – Jüdischer Friedhof Hausberge

Jüdischer Friedhof Porta Westfalica-Hausberge Der Friedhof besteht seit Anfang des 18. Jahrhunderts, bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden dort auch Mindener Juden bestattet. Bemerkenswert ist u.a. die Grabstätte (Urnentempel) der Familie Michelsohn. Auf einzelnen Gedenksteinen im westlichen Teil finden sich Hinweise auf während der NS-Zeit deportierte und ermordete Hausberger Juden. Seit 2007 kümmern sich Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Porta Westfalica um die Pflege des Friedhofs, erneuern Inschriften und erforschen das Schicksal einzelner Familien, zum Beispiel der Familie Windmüller. Der Friedhof ist jederzeit zugänglich.

der Konzentrationslager in Porta Westfalica, gestaltet von dem Portaner Künstler Dietmar Lehmann. Den Anstoß für die Errichtung des Mahnmals gaben französische Überlebende des Lagers.

Männerlager am Pfahlweg in Lerbeck p Friedhof Lerbeck, Kirchweg Am Pfahlweg wurden Flugmotoren repariert. Die Flugmotorenprüfstände wurden später zu Wohnhäusern umgebaut und sind teilweise bewohnt. Über die Meißener Straße gingen die Leichentransporte auf den Lerbecker Friedhof. Dort befindet sich – neben einem ‚Ehrenfriedhof‘ für Gefallene der beiden Weltkriege ein Gedenkstein mit der Aufschrift „Hier ruhen unbekannte KZ-Häftlinge 1944 – 1945“. Im Jahr 2010 gelang es, die sterblichen Überreste eines jungen Niederländers, der im Lager im Dezember 1944 zu Tode gekommen war, zu identifizieren. Daraufhin erfolgte die Rückführung der sterblichen Überreste in seine Heimat.

Informationen und Führungen auf Anfrage über Friedenswoche Minden Tel. 0571-24339 [email protected] Über die Bemühungen der Angehörigen des Niederländers, seine Spuren ausfindig zu machen und ihn in seiner Heimat zu bestatten, gibt es einen Dokumentarfilm von Steffen Ellerhoff, der 2010 im WDR gezeigt wurde.

Jüdischer Friedhof Porta-Westfalica-Hausberge Kempstr. Informationen: Karl-Wilfried Pultke Schul-AG der Gesamtschule www.juedischer-friedhofhausberge.de Tel. 0571. 7989391

19

Route 4

Petershagen ∏

1. Ehem. jüdisches Gemeindezentrum – Synagoge (1845/46) – Jüdische Schule (1844 – 1916) – Mikwe (1796)

2. Jüdischer Friedhof/Gedenkstätte Brandhorststraße

3. Stolpersteine an Hauptstraße und Mindener Straße

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PETERSHAGEN

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Gedenktafel in der ehem. Synagoge in Petershagen für die 63 ermordeten Petershäger Jüdinnen und Juden.

Petershagen

Spuren jüdischen Lebens in Petershagen – Erinnerungsorte an die NS-Zeit Der Lehr- und Lernort der ehem. jüdischen Schule in Petershagen mit ca. 25 Arbeitsplätzen (ab 2012) bietet einer Besuchsgruppe die Möglichkeit, am Ort des jüdischen Ensembles in Petershagen nicht nur die Katastrophen-, sondern auch die Leistungsgeschichte der Juden in Petershagen im Schulraum selbst zu erarbeiten oder per Vortrag (z.B. PPP) vorgestellt zu bekommen. Petershagen weist neben dem Informations- und Dokumentationszentrum zu über 450 Jahren jüdischer Orts- und Regionalgeschichte noch heute die klassischen Elemente und die erforderliche Infrastruktur einer kleinen jüdischen Landgemeinde mit der Synagoge (1845/46), der jüdischen Schule (in Funktion von 1844 bis 1916), der Mikwe (1796), dem Friedhof (seit 1949 Gedenkstätte) und den ehem. jüdischen Wohnhäusern auf! An die ermordeten jüdischen Mitbürger erinnert eine Bronzetafel in der Synagoge, Stolpersteine wurden für sie verlegt in den Bürgersteigen vor den Häusern, in denen sie zuletzt gewohnt haben und aus denen sie verschleppt und dann umgebracht wurden. Wie in Minden ist damit ein zusammenhängender „Pfad der Erinnerung“ entstanden. Die Gebäude sind Zeugen der Schändungen, Verwüstungen und Zerstörungen in der Nazi-Zeit. Die Synagoge wurde während des Pogroms von 1938 am 10. November (!) geschändet, die Inneneinrichtung demoliert und zerstört. Das Gebäude blieb erhalten, wurde, wie die Schule, schon Anfang 1939 an Privatleute verkauft und erfuhr eine ständig zunehmende Degradierung bis in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein.

Drei Vitrinen in der Synagoge, über denen an der Wand die Deportationen thematisiert werden, behandeln besonders das 20. Jahrhundert mit dem „Dritten Reich“ und dem Pogrom mit seinen Folgen. Es gab Übergriffe auf jüdische Wohnhäuser, die man mit Fakkeln in Brand zu setzen versuchte. Der jüdische Friedhof „Auf dem Judenberg“, schnell zu Fuß zu erreichen, an der Brandhorststraße ist heute eine Gedenkstätte und erinnert seit 1949 an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft. Hier wurden 267 Menschen, die im „Arbeitserziehungslager Lahde“ (1943 – 1945) (vgl. S. 25) ermordet wurden oder zu Tode kamen, bestattet. Stellvertretend für alle Opfer stehen neun Namen jüdischer Menschen auf der Tafel des Gedenksteins. All diese Orte erinnern an die kleine jüdische Landgemeinde, die im Terror des Hitlerregimes unterging.

Öffnungszeiten der Gedenkund Informationsstätte Alte Synagoge Petershagen Goebenstraße 5 + 7 Jeden Sonntag 16 – 18 Uhr und nach Vereinbarung Tel. 05707. 1378 Tel. 05707. 2389 www.synagoge-petershagen.de Führungen, auch zum Petershäger „Pfad der Erinnerung“, auf Anfrage. Text: Wolfgang Battermann, Marianne Schmitz-Neuland, AG Alte Synagoge Petershagen

Gruppen, aber auch Einzelpersonen, die ein Tagesprogramm zu Fortbildungs-, Erarbeitungs- oder zu Besuchszwecken planen, können im Bessel'schen Hof übernachten und alle Erinnerungsorte zu Fuß erreichen.

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Route 4 Alte Synagoge Petershagen 22

Petershagen 23

Route 5

Petershagen - Lahde - Frille ∏

Ehem. Arbeitserziehungslager Lahde (AEL) Dingbreite Petershagen-Lahde ∏

Gedenkstein Tinnenweg Petershagen-Frille ∏

Jüdischer Friedhof Am Friller Brink Petershagen-Frille

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Lahde

Das „Arbeitserziehungslager Lahde“ (AEL), 1943 – 1945, als Erinnerungsort an die NS-Zeit in Petershagen Unmittelbar neben dem Platz (heute Ackerland), an dem das AEL Lahde stand, wurde 1995 ein Gedenkstein für das Lager/für die Insassen aufgestellt. An diesem Ort findet jedes Jahr im April eine Gedenkfeier mit Schülerinnen und Schülern der Realschule Lahde und der Hauptschule Petershagen statt. Eine Teilnahme oder Unterweisung vor Ort ist auch hier möglich. Etwa 700 Menschen sind in dem Lager ums Leben gekommen. Auf dem jüdischen Friedhof in Petershagen (Gedenkstätte seit 1949; s. Seite 20) sind 267 Opfer des Nationalsozialismus bestattet worden. Dort steht auch ein Gedenkstein mit einer Tafel mit neun Namen jüdischer Opfer des Lagers. In der Südostecke des Friedhofs in Petershagen-Lahde steht ein 2m hoher säulenartiger Gedenkstein (seit 1966) für 102 Tote westlicher Nationalität aus dem Lager und für 45 weitere Tote verschiedener Nationen der Jahre 1945-1948 (der sogen. „Polenzeit“; vgl. dazu Lit.-Liste im Anhang). Auch die Ehrenanlage in Petershagen-Bierde (seit 1966) verweist auf das AEL Lahde. Dort wurden 292 Häftlinge, vor allem holländische, sowjetische und polnische, begraben. Ein 2m hohes Steinkreuz mit einem Bronzerelief enthält eine eingemeißelte Inschrift. Die Realschule Lahde, die Hauptschule Petershagen, ehemals Lahde und der Lernort der ehemaligen jüdischen Schule in Petershagen (s. S. 20) bieten einer

Besuchsgruppe die Möglichkeit, die „Geschichte“ des Lagers mit Zwangsarbeitern verschiedener Nationalität (Lahder Kraftwerk und Staustufe) in ihren Schulräumen oder im Stadtarchiv zu erarbeiten (Bibliothek, Internet, personelle Beratung usw.) oder die „Geschichte“ als Vortrag mit Medien vorgestellt zu bekommen. Weitere Hinweise auf das AEL findet man in der Mindener Synagoge (s. Seite 10), in der Gedenkstätte Ahlem (Heisterbergallee 8, 30453 Hannover, Tel. 0511. 616-22256) und auf dem Stadtfriedhof Seelhorst (Hannover), so dass heute insgesamt an sieben Orten an die Grauen des Lahder NS-Lagers erinnert wird! Verbindungen zum AEL Lahde haben u.a. die ehem. Pulverfabrik Liebenau (s. S. 27) als auch die Außenlager des KZ Neuengamme in Porta Westfalica (s. S. 16).

Informationen: Realschule Lahde Helga Berg Bultweg 23 32469 Petershagen Tel. 05702. 9085 Informationen insbesondere zu den sowjetischen Kriegsgefangenen des Lagers auch unter: www.russische-schicksale-im-muehlenkreis.de 25

Route 5

Gedenkstein in Petershagen-Frille Informationen zu Gedenkstein und Friedhof: Adelheid Duwenkamp Ortsheimatpflegerin Frille Brunnenweg 22 32469 Petershagen-Frille Tel. 05702. 4259

Der Gedenkstein wurde im Jahr 1997 von der Kulturgemeinschaft Frille errichtet. Er soll an die jüdischen Einwohner des Dorfes, die in der nationalsozialistischen Zeit verfolgt und ermordet wurden, erinnern. In der Nähe dieses Steins stand das jüdische Bethaus, welches in der Pogromnacht 1938 zerstört wurde. ..............................................

Jüdischer Friedhof Friller Brink Jüdischer Friedhof Am Friller Brink Ganzjährig ohne Anmeldung zugänglich.

Nahe dem Schaumburger Wald, auf dem Friller Brink gelegen, befindet sich der jüdische Friedhof. Der Friedhof weist 43 Grabsteine auf und wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet. Die Steine sind teilweise mit hebräischer Schrift versehen. 1938 wurde der Friedhof verwüstet, später wurden die Steine wieder errichtet. Der Friedhof ist ein Begräbnisplatz für Juden aus Frille und Quetzen. Die letzte Grablegung erfolgte im Jahre 1939.

Foto: Wolfgang Battermann

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Fotos: Martin Guse

Ehemalige Pulverfabrik Mit einer Fläche von 12 qkm und 400 Produktionsbunkern war die Pulverfabrik Liebenau einer der größten Rüstungsbetriebe des NS-Staates. Die Rüstungsproduktion wurde unter Rückgriff auf über 20 000 Zwangsarbeiter/innen aus dem besetzten Europa durchgesetzt. Sowjetische Kriegsgefangene, die osteuropäischen Zwangsarbeiter/innen und die Häftlinge des „Arbeitserziehungslagers“ Liebenau waren miserablen Lebensumständen ausgesetzt. Über 2 250 von ihnen starben an Mangelerkrankungen, Hunger und Misshandlungen oder durch Hinrichtungen. Im Mai 1999 wurde der Verein ‚Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau‘ gegründet, der sich mit der Rekonstruktion der Geschichte der in diesem Zusammenhang errichteten Lager und Bauten sowie des ‚Arbeitserziehungslagers‘ Liebenau beschäftigt. Er wird maßgeblich von der Samtgemeinde Liebenau getragen.



Dokumentationsstelle Pulverfabrik Liebenau-Steyerberg ∏

AEL Liebenau Schloßstraße

„Arbeitserziehungslager“ Liebenau Das im Sommer 1940 eingerichtete sog. „PolizeiGewahrsamslager“ der Gestapo Hannover an der Schlossstraße in Liebenau wurde später in „Arbeitserziehungslager“ (AEL) Liebenau umbenannt. Es handelte sich um ein Holzbarackenlager mit Stacheldrahtumzäunung, das nachts von Scheinwerfern hell erleuchtet wurde. Im Mai 1943 löste die Gestapo das Lager auf und verlegte die verbliebenen Häftlinge in das neue AEL Lahde (bei Minden; vgl. dazu: Route 4, S. 25). Dort wurden sie zum Bau eines Kraftwerks eingesetzt. Heute befindet sich auf dem damaligen Gelände des AEL Liebenau der Standort der St. Laurentiusschule und der Turnhalle. Schülerinnen und Schüler haben an der Schule einen ‚Gedenkort‘ gestaltet.

Eine Jugend-AG ist seit 2002 u.a. an der Organisation von Gedenktreffen mit ehemaligen Zwangsarbeitern und Austauschprojekten sowie an Bildungsprojekten beteiligt. Vorträge und Workshops mit der AG können angefragt werden. In Liebenau soll eine offizielle Gedenkstätte als Informations-, Begegnungs- und Bildungszentrum eingerichtet werden.

Werksführungen, Infos und Veranstaltungen: Martin Guse Tel. 05023. 1575 [email protected] www.martinguse.de/pulverfabrik und www.japl.de (vgl. Literatur im Anhang) 27

Standort

LiebenauSteyerberg

Die Produktionsstätten der Pulverfabrik heute

Route 6

Lübbecke

Jüdischer Friedhof



1. Kriegsgräber und Striegauer Gedenkstätte auf dem kommunalen Friedhof und Jüdischer Friedhof Gehlenbecker Straße ∏ Fußweg ca. 5 Minuten

2. Häuser Ruben und Hecht Ostertorstraße ∏ Fußweg ca. 2 Minuten

3. Platz der Synagoge ∏ Fußweg ca. 1 Minute

4. Haus Weinberg, Lange Straße ∏ Fußweg ca. 3 Minuten

5. Altes Rathaus samt Museum und Striegauer Glocke ∏ Fußweg ca. 15 Minuten

6. Ehemaliger Gedenkplatz und Gauschulungsburg Schützenstraße ∏ Fußweg ca. 10 Minuten

7. Heldenhain und „Kreuz des Ostens“

Kriegsgräber und Striegauer Gedenkstätte auf dem kommunalen Friedhof und Jüdischer Friedhof Während des Zweiten Weltkrieges wurden auch in Lübbecke Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter zugewiesen. Manche bezahlten die entbehrungsreiche Zeit fern der Heimat mit ihrem Leben. Zwischen 1941 und 1945 fanden insgesamt 14 Frauen und Männer aus der damaligen UdSSR, aus Polen, dem damaligen Jugoslawien und Finnland ihre letzte Ruhestätte auf dem kommunalen Friedhof in Lübbecke. Das Gräberfeld befindet sich in der Nähe des Haupteingangs an der Gehlenbecker Straße und wird von der Stadt Lübbecke gepflegt.

∏ Fußweg ca. 5 Minuten



8. Wohnhaus von Max Lazarus Bahnhofstraße

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Seit 1960 verbindet eine Patenschaft die Stadt Lübbecke mit den Flüchtlingen und Vertriebenen aus der schlesischen Stadt Striegau (heute polnisch Strzegom). Eine schlichte Gedenkstätte auf dem Friedhof erinnert an die im Krieg, auf der Flucht oder durch Vertreibung Umgekommenen. Auch der jüdische Friedhof, der an den kommunalen Friedhof grenzt, wird von der Stadtverwaltung betreut. Zahlreiche gut erhaltene Grabsteine erzählen von der wechselvollen Geschichte der jüdischen Gemeinde in Lübbecke. Die letzte Beisetzung erfolgte hier Anfang der 1940er Jahre. Gedenkinschriften weisen darauf hin, dass viele Lübbecker jüdischen Glaubens in Konzentrationslagern ermordet wurden.

Lübbecke

Wohn- und Fabrikgebäude der Familie Hecht, 2012

Einweihung Gedenkstein Platz der Synagoge, 1961

Häuser Ruben und Hecht

Platz der Synagoge

Zu den markanten Gebäuden der Stadt gehören die Villa der einstigen jüdischen Fabrikantenfamilie Ruben an der Ostertorstraße und das gegenüber liegende ehemalige Wohn- und Fabrikgebäude der ebenfalls jüdischen Familie Hecht. Während Haus und Mobiliar der Familie Ruben während des Pogroms stark beschädigt wurden, blieb der Besitz der Familie Hecht unbeschädigt. Zu diesem Zeitpunkt war die Familie bereits zum Verkauf ihres Eigentums genötigt worden. Die Grabstellen der Familien befinden sich auf dem jüdischen Friedhof.

Westlich des Parkhauses Ost befindet sich der Platz der Synagoge. Bereits Mitte des 18. Jahrhunderts nutzte die jüdische Gemeinde das Vorwerk eines ehemaligen Burgmannshofes als Synagoge. Mitte des 19. Jahrhunderts ging das Gebäude in ihren Besitz über und wurde um ein Schulgebäude erweitert. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde das Gotteshaus Opfer des nationalsozialistischen Brandbefehls. Löschversuche wurden nicht unternommen. Lediglich zwei stark beschädigte Thora-Rollen wurden heimlich geborgen. Sie haben heute ihren Platz in der Synagoge in Minden (S. 10) und in der Dauerausstellung der Alten Synagoge in Petershagen (S. 21). Ein Gedenkstein (1961), eine Bodenplatte (1986) und eine neue Hinweistafel nennen die Namen der in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten jüdischen Familien und geben Hinweise zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Lübbecke.

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Route 6

Lübbecker Rathaus, 1933

Manufakturwaren M.B. Weinberg, 1930

Haus Weinberg Eine der betroffenen jüdischen Familien, die Familie Weinberg, lebte noch bis Anfang der 1940er Jahre nahe der Synagoge und betrieb dort ein Manufakturwarengeschäft. Eine Hinweistafel am Haus erinnert an die Familie, die bereits weit über 100 Jahre in Lübbecke heimisch war, ehe auch sie ein Opfer der NS-Willkür wurde, zum Verkauf ihres Eigentums gezwungen wurde und Lübbecke verlassen musste. Gedenksteine auf dem jüdischen Friedhof halten die Erinnerung an das tragische Schicksal der Familie wach.

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Altes Rathaus samt Museum und Striegauer Glocke Das heutige Alte Rathaus war früher der Verwaltungssitz der Stadt Lübbecke. Teile des heutigen Alten Rathauses wurden Mitte der 1930er Jahre errichtet. Sie beherbergten zeitweise nicht nur die Bannstelle der HJ, sondern unter anderem Gefängniszellen, in denen auch vermeintliche „Schutzhäftlinge“ inhaftiert waren. Eine Hinweistafel am Gebäude, das heute als Kulturund Medienzentrum genutzt wird, informiert über die Baugeschichte. Das im Dachgeschoss untergebrachte Museum schildert in seiner Dauerausstellung die hiesigen Ereignisse während der Zeit des Nationalsozialismus. Über das Stadtarchiv kann darüber hinaus ein Museumskoffer zum Thema ausgeliehen werden, der umfangreiches Material zu den lokalen Ereignissen zwischen 1933 und 1945 bietet. Auf Wunsch kann auch die Filmdokumentation „Lübbecke. Kriegs- und Nachkriegszeit“ vorgeführt werden.

Lübbecke

In die Mauer des Burgmannshofes auf dem angrenzenden Marktplatz wurde Anfang der 1980er Jahre die „Striegauer Glocke“ eingelassen, eine Kirchenglocke aus der ehemaligen Stadt Striegau. Die Glocke erinnert an die Gräuel des Krieges, besonders an Flucht und Vertreibung aus den früheren deutschen Ostgebieten. Hinweistafeln geben Erläuterungen. .................................................

Ehemaliger Gedenkplatz Schützenstraße und Gauschulungsburg Südlich der Altstadt liegt der „Platz des 17. Juni“, der an die Aufstände in der damaligen DDR im Jahre 1953 erinnert. Von 1938 bis zum Ende des Krieges war dieser Ort als „Horst-Wessel-Platz“ bekannt. Nur wenige hundert Meter weiter befindet sich die 1939 eingeweihte ehemalige „Gauschulungsburg“ für den Gaubereich Westfalen-Nord, ein ideologisches Schulungszentrum der NSDAP. Am Bau waren heimische Firmen und mehr oder weniger freiwillige Helfer und Spender beteiligt. Unmittelbar nach dem Kriegsende wurde das Gebäude von den britischen Truppen beschlagnahmt und in eine Offiziersmesse umgewandelt. Bis heute wird es von den britischen Militärs als Erholungs- und Tagungsort genutzt. .................................................

Heldenhain und „Kreuz des Ostens“ Zur Erinnerung an die Opfer des Ersten und Zweiten Weltkrieges wurde 1955 auf dem bereits 1875 angelegten sogenannten „Heldenhain“ südlich des heutigen Rathauses eine Gedenkstätte geschaffen. Nur wenige hundert Meter entfernt befindet sich das „Kreuz des Ostens“, das besonders zu Ehren und zum Gedenken der Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten errichtet wurde.

Wohnhaus von Max Lazarus Max Lazarus war der bislang letzte in Lübbecke tätige jüdische Lehrer und Kantor. Er hatte seinen Dienst 1892 angetreten. In der Pogromnacht waren, ähnlich wie bei Familie Ruben, Nationalsozialisten in das Wohnhaus seiner Familie an der Bahnhofstraße eingedrungen und hatten großen Schaden angerichtet. Nach dem erzwungenen Verkauf des Gebäudes gelang Max Lazarus und seiner Frau im Frühjahr 1939 die Emigration nach Palästina.

Aktive Erinnerungsarbeit in Lübbecke In Zusammenarbeit besonders mit den örtlichen Schulen, aber auch mit den Kirchengemeinden, der Musikschule „Pro Musica“, dem DGB und Privatleuten findet jährlich am 9. November in Lübbecke der „Weg der Erinnerung“ statt. Es werden Aspekte des Lebens in Lübbecke zur Zeit des Nationalsozialismus thematisiert. Bei der Vergabe von Straßennamen wurden in Lübbecke bereits vor Jahren Opfer des Nationalsozialismus berücksichtigt. Neben dem „Platz der Synagoge“ und der „Max-LazarusStraße“ erzählen auch die „Karl-Haddewig-Straße“ und der „Emmy-Zehden-Weg“ von Einzelschicksalen. Karl Haddewig war SPD-Mitglied und unterstützte Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Er wurde in Lahde inhaftiert und dort ermordet. Emmy Zehden war Zeugin Jehovas. Sie versteckte drei junge Männer, die den Dienst mit der Waffe verweigerten und wurde dafür in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Straßennamen wie „Striegauer Straße“, „Allensteiner Straße“ und „Breslauer Straße“ erinnern an die Schicksale der Menschen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. Neben den genannten Erinnerungsorten gibt es in der Lübbecker Kernstadt und den Ortsteilen zahlreiche weitere Orte, an denen die Ereignisse in der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert werden können.

Informationen und Kontakt: Museum und Stadtarchiv Lübbecke Christel Droste Wiehenweg 33 32312 Lübbecke Tel.: 05741. 232034 Fax: 05741. 232035 [email protected] Das Archiv bietet Hilfe bei der Recherche in den Archivbeständen an. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, Termine für Stadtführungen, für die Filmdokumentation oder für archivpädagogische Arbeiten (auch Museumskoffer) zu vereinbaren. Stadtführungen zum Thema bietet darüber hinaus der Stadtmarketing e.V. an. Ansprechpartner: Stadt Lübbecke Stadtmarketing Herr Schmüser Tel. 05741. 276150 [email protected]

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Standort

Espelkamp ∏

Barackenlager der Heeresmunitionsanstalt Lübbecke

Barackenlager

Tannenbergplatz ∏

Ehemaliges ‚Wohlfahrtsgebäude‘ der Wehrmacht Martinshaus Espelkamp Rahdener Straße 15 ∏

Jüdischer Friedhof Alt-Espelkamp Gemarkung Espelkamp Auf der Heide

Munitionstransport aus der MUNA

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Ehemaliges ‚Wohlfahrtsgebäude‘ der Wehrmacht – heute Martinshaus.

Espelkamp

Barackenlager Das Barackenlager am heutigen Tannenbergplatz wurde in den Jahren 1938 bis 1943 im Auftrag der Wehrmacht errichtet. Es war für 2.000 Arbeiter konzipiert, die in der nahe gelegenen Heeresmunitionsanstalt Chemiewaffen herstellen sollten. Da die Füllanlage für die Chemiemunition nie in Betrieb genommen wurde, ist das Lager nicht wie geplant ausgebaut und belegt worden. Bis zum Spätsommer 1941 wurden hier zunächst etwa 100 französische Soldaten gefangen gehalten. In den Jahren 1941 und 1942 kamen weitere Baracken hinzu. Dieser umzäunte Bereich war ein Lager für bis zu 600 russische Kriegsgefangene, die in den letzten Kriegsjahren nicht immer ausreichend mit Lebensmitteln versorgt wurden. Dabei nahm man Todesfälle in Kauf. Belegt ist, dass 27 russische Gefangene im Lager verstorben sind. Sie wurden auf dem jüdischen Friedhof der Altgemeinde Espelkamp und auf dem Rahdener Friedhof beigesetzt. Dort sind auf einer Gedenktafel ihre Namen festgehalten. In einem dritten Bauabschnitt wurde das Lager bis 1943 nochmals erweitert. Dieser Bereich diente als Wehrertüchtigungslager der Hitler-Jugend. Im Spätsommer 1944 nutzte die Waffen-SS einen Teil der Baracken. Tannenbergplatz Espelkamp Informationen: Stadt Espelkamp/Torsten Siemon [email protected] Tel. 05772. 562191 www.espelkamp.de

Ehemaliges ‚Wohlfahrtsgebäude‘ der Wehrmacht „Schwerter zu Pflugscharen“ Das Martinshaus an der Rahdener Straße steht wie kein anderes Gebäude für die besondere Geschichte Espelkamps. Im Jahre 1939 als zentrales Gemeinschaftshaus für die Wehrmachtsangehörigen der Heeresmunitionsanstalt Lübbecke errichtet, diente das Gebäude ab 1947 für kirchliche und diakonische Zwecke. Der große Saal wurde von den Flüchtlingen und Heimatvertriebenen ab 1948 zunächst als Gottesdienstraum und 1952 als erste Kirche Espelkamps (Martinskirche) genutzt. Ferner waren in dem weitläufigen Gebäude z.B. Haushaltsschule, Altenheim, Poststelle, Zentralküche und Verwaltung der werdenden Stadt untergebracht. Später war es unter anderem auch Standort der öffentlichen Bücherei, des Volksbildungswerkes und der Martinsschule. Heute ist das Martinshaus im Besitz der Evangelischen Freikirche, die es als Gemeindezentrum nutzt. ................................................

Martinshaus Espelkamp Rahdener Straße 15 32339 Espelkamp Informationen: Stadt Espelkamp/Torsten Siemon [email protected] Tel. 05772. 562191 www.espelkamp.de Führungen zur Stadtgeschichte auf Anfrage

Jüdischer Friedhof Alt-Espelkamp 1827 wurde der jüdische Friedhof erstmals im Kataster erwähnt. Bis 1939 wurden dort alle verstorbenen jüdischen Bürger der jüdischen Kultusgemeinde Rahden bestattet. Etwa 80 Grabsteine mit hebräischen und lateinischen Inschriften sind dort zu finden. Der Friedhof gehört heute zum nördlichen Teil der Stadt Espelkamp. Er wird beschattet von einer etwa 200 Jahre alten Eiche und einer uralten Rotbuche, in deren Stamm zwei Grabsteine eingewachsen sind. Seit 1987 steht der Friedhof unter Denkmalschutz. Eine Besichtigung ist nach Anmeldung jederzeit möglich.

Jüdischer Friedhof in Alt-Espelkamp Gemarkung Espelkamp Auf der Heide 32339 Espelkamp Informationen: Jürgen Heimsath Ortsheimatpfleger Tel. 05771. 5186 [email protected]

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Espelkamp Nebeneingang zur ehemaligen Heeresmunitionsanstalt (MUNA) Espelkamp 34

Espelkamp 35

Standort

Rahden ∏

Ehemalige Synagoge Parkplatz am Rathaus Langen Straße ∏

Städtischer Friedhof Rahden Schulstraße 1 ∏

Kriegerdenkmal am Alten Markt ∏

Ehrenmal am Evang.-luth. Gemeindehaus Wehme 1

Innenansicht Synagoge Rahden. (Historische Aufnahme, Stadtarchiv Rahden)

Heute erinnert ein Obelisk am Rande des RathausParkplatzes an die Synagoge.

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Rahden

Ehemalige Synagoge

Städtischer Friedhof

Auf dem Parkplatz unmittelbar neben dem Rathaus stand einstmals die Rahdener Synagoge. Am 17. Oktober 1851 erfolgte die Grundsteinlegung zum Bau der Synagoge. Die Einweihung fand am 10. September 1852 statt. Zu dieser Zeit hatte die jüdische Gemeinde in Rahden etwa 99 Mitglieder, dieser Stand blieb bis 1910 relativ konstant. Die Synagoge hatte eine Grundfläche von 9,50 Metern (etwas versetzt zur Straße hin) x 16 Metern (zum hinteren Teil des Parkplatzes hin). Die Synagoge verfügte über 24 Sitzbänke für jeweils 3 Personen und einen gesonderten Schulraum mit 24 Sitzplätzen. Sie wurde am 10. November 1938 um 21.45 Uhr, am Abend nach den Judenpogromen, durch Brandstiftung zerstört.

Dort befinden sich zwei Gedenksteine für in der MUNA-Espelkamp verstorbene russische Kriegsgefangene. ................................................

Informationen: Ortsheimatpfleger Claus-Dieter Brüning Tel. 05771. 608835 [email protected]

Kriegerdenkmal am Alten Markt

Vgl. auch die anhand der Angaben der Geschichtswerkstatt der Hauptschule Rahden und des Ortsheimatpflegers zusammengestellte Route „Auf den Spuren jüdischer Mitbürger in Rahden“, in der u.a. die Standorte jüdischer Wohnhäuser in Rahden aufgeführt sind. www.wandermap.net

Am 24.10.1980 wurde am Rande des Parkplatzes der vom Rahdener Steinmetz- und Steinbildhauermeister Rainer Schmidt gestaltete Gedenkstein enthüllt. In ihren Ausmaßen und in der Innengestaltung erinnert die Rahdener Synagoge sehr an die Synagoge in Petershagen, die 1845/1846 erbaut worden ist und deren Außenmauern erhalten blieben.

Das Denkmal erinnert an die Toten des Ersten Weltkriegs. Während der NS-Zeit wurden die Namen der jüdischen Gefallenen Erwin Meyer und Hermann Oppenheim entfernt, erst 1976 wurden sie wieder hinzugefügt. ................................................

Ehrenmal am Evang.-luth. Gemeindehaus 1966 wurde das mosaikartige Ehrenmal für alle Opfer beider Weltkriege, nach einem Entwurf des Künstlers Knorre gestaltet, eingeweiht. Zusätzlich mahnt eine aus Lavabeton gegossene Tafel des Bildhauers Janning mit zwölf Jahreszahlen an die Kriege.

Am 10.09.2012 wurden aus Anlass des 160 Jahrestages der Einweihung der Synagoge der Platz um den Obelisken etwas großzügiger gestaltet und Steine in den Bürgersteig und den Parkplatz eingelassen, die die Grundrisse der Synagoge kenntlich machen.

Foto: C.-D. Brüning

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Standort

Gemeinde Stemwede ∏

Levern ∏

Niedermehnen ∏

Oppendorf ∏

Haldem Gemeinde Stemwede Arrenkamp Destel Dielingen Drohne Haldem Levern Niedermehnen Oppendorf Oppenwehe Sundern Twiehausen Wehdem Westrup

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Thora der ehemaligen Synagoge Levern, heute im Heimathaus

In der Gemeinde Stemwede wird an zahlreichen Orten der Ereignisse zwischen 1933 und 1945 gedacht. .................................................

Die dort angebrachte Gedenkplatte erinnert an das Schicksal der jüdischen Gemeinde Levern, der bereits 1937 nur noch drei Familien angehörten.

Wenige hundert Meter entfernt erinnert in der Straße „Auf dem Buchhof“ ein Gedenkstein an die letzten militärischen Auseinandersetzungen im Stemweder Besonders hervorzuheben ist im Ortszentrum von Le- Land im April 1945. Dabei kamen neben deutschen vern das Heimathaus, in dem neben historischen Fotos und alliierten Soldaten auch Zivilpersonen um. auch eine aus der Synagoge Levern stammende Thora- Zudem fielen große Teile des historischen Leverner rolle aufbewahrt wird. In der Nähe des Heimathauses Ortskerns, darunter der geschichtsträchtige Meierhof befindet sich das bereits vor dem Pogrom nicht mehr an der Kirche, in Schutt und Asche. Manche der zergenutzte Synagogengebäude an der Ecke Miloweg/Hü- störten Gebäude waren zuvor als Kriegsgefangenenlagelstraße. ger genutzt worden.

Levern

Gem. Stemwede Information und Kontakt: Archiv der Gemeinde Stemwede (betreut durch das Stadtarchiv Lübbecke) Christel Droste Wiehenweg 33 32312 Lübbecke Tel. 05741. 232034 Fax: 05741. 232035 [email protected] Das Archiv bietet Hilfe bei der Recherche in den Archivbeständen an. Darüber hinaus wurden Reproduktionen aus Archivalien und themenbezogene Publikationen für die archivpädagogische Arbeit zusammengestellt. Dieser Archivkoffer kann beim Gemeindeheimatpfleger entliehen werden.

Jüdischer Friedhof Niedermehnen

Ehrenmal Friedhof Oppendorf

Niedermehnen

Oppendorf

Im Jahre 1954 wurde der jüdische Friedhof in Niedermehnen, unmittelbar an der L 770 gelegen, wieder hergestellt. Er ist bis heute ein wertvolles Zeugnis des Glaubens und der Geschichte.

Abgestürzte alliierte Bomber hatten 1943 in Oppendorf und 1944 in Drohne zahlreiche Todesopfer gefordert und unwiederbringliche Zerstörungen verursacht. An die Ereignisse in Oppendorf erinnert ein Gedenkstein an der Straßenkreuzung Oppendorfer Straße/Am Hunneort. Gedenktafeln und Kriegsgräber gefallener deutscher und alliierten Soldaten, u. a. in Dielingen, Levern, Oppendorf (Bild) und Wehdem, rufen ebenfalls zum Gedenken auf.

Für Führungen durch die Ortsteile, bei denen auch auf zahlreiche weitere Erinnerungsorte verwiesen werden kann, stehen die jeweiligen Ortsheimatpfleger bzw. Heimatvereine zur Verfügung. Ansprechpartner: Gemeindeheimatpfleger Klaus Winkelmeier Tel. 05474. 204136 [email protected] amschloss12.de

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Gem. Stemwede Ansichtskarte von Schloss Haldem 1936 Bild rechts: HJ vor dem Gedenkstein fü r Adolf Hitler, um 1939

Haldem Nach der Machtübernahme durch die NSDAP waren in mehreren Ortsteilen Einrichtungen zur ideologischen Schulung der Bevölkerung entstanden. Neben einem Maidenheim für den weiblichen Arbeitsdienst in Westrup und dem Barackenlager des Reichsarbeitsdienstes in Oppenwehe fiel diese Rolle zwischen 1936 und Anfang 1945 besonders der sogenannten „Provinzial-Gebietsführerschule Langemarck“ in Haldem zu. Der einstige Rittersitz wurde für das Jungvolk zu einem Schulungszentrum umgebaut, das 120 Teilnehmern Platz bot. In den Räumen angebrachte Parolen wie „Der einzige Schwur, den wir schwören, muß Adolf Hitler gehören!" und „Deutschland muß leben, wenn wir auch sterben müssen!“ offenbarten die an

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die Jugendlichen gerichteten Erwartungen. Bei den teilnehmenden Jungen und Mädchen wurde während dreiwöchiger Kurse neben der parteipolitischen Ausbildung auch großer Wert auf Körperertüchtigung gelegt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zunächst durch britische Truppen besetzt, wird der Gebäudekomplex heute als LWL-Maßregelvollzugsklinik genutzt. Ab 1945 dienten zahlreiche Privathäuser und bisherige Parteigebäude der Einquartierung von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Standort

Dauerausstellung im Heimatmuseum Hüllhorst

Hüllhorst ∏

Heimatmuseum Schnathorster Str. 3 32609 Hüllhorst

HEIMATMUSEUM HÜLLHORST Schnathorster Str. 3 32609 Hüllhorst Öffnungszeiten: Jeden ersten Sonntag im Monat 15.00 – 16.00 Uhr und nach Vereinbarung

Heimatmuseum Informationen und Ansprechpartner: Dirk Oermann (Gemeindeverwaltung Hüllhorst) Tel.: 05744. 931512 Dr. Eckhard Struckmeier (Museumsleiter) Tel.: 05744. 1525

Ausstellung zur Geschichte der heutigen Gemeinde Hüllhorst in der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit bis ca. 1960. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Gründung des Heimatmuseums Hüllhorst im Jahr 2010 wurde ein neuer Teilbereich der Dauerausstellung des Museums eröffnet. Er setzt sich mit Aspekten der Geschichte der heutigen Gemeinde Hüllhorst in der Zeit des Nationalsozialismus und der Nachkriegszeit bis ca. 1960 auseinander. Im Kontrast werden dabei in einem Raum das Abgleiten in die NS-Diktatur, ihre Etablierung und das Alltagsleben „unter dem Hakenkreuz“ vor Ort (u.a. Zustimmung zum Regime, Verfolgung von NS-Gegnern, Widerstand, Schule und Jugend, das Schicksal der Kriegsgefangenen) dargestellt sowie der demokratische Neubeginn und das Alltagsleben 1945 bis ca. 1960 thematisiert. 41

Standort

Preußisch Oldendorf

Ehemalige Jüdische Gemeinde Die Synagogengemeinde besaß schon sehr früh eine Jüdische Schule (Erwerb des Schulgrundstücks 1797) und eine Synagoge (Einweihung 1863). 1938 wurde die Schule wegen Baufälligkeit, noch vor der Pogromnacht am 9. November 1938, und die Synagoge Ende der 50er Jahre abgebrochen.



Ehemalige Jüdische Gemeinde ∏

Der einzige jüdische Bürger von Preußisch Oldendorf, der den Holocaust überlebte, war der Schlachter und Kaufmann Alfred Ehrlich (1909 – 1984, Abb. links), der ein erschütterndes Dokument über die Zeit von 1933 – 1945 hinterlassen hat: „12 Jahre nazistische Schreckensjahre“. Ein Typoscript von ihm über diese Zeit wurde von Stadtarchivar Helmut Recker, um es der Nachwelt zu erhalten, neu aufgeschrieben und befindet sich im Stadtarchiv Preußisch Oldendorf.

Jüdischer Friedhof Bergstraße

Informationen: Helmut Recker Stadtarchivar Preußisch Oldendorf Tel. 05742. 703202 mobil 0169. 97973703 [email protected] [email protected]

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Alfred Ehrlich, der am 29. März 1984 im Alter von 75 Jahren verstarb, ist nicht auf dem Jüdischen Friedhof in Preußisch Oldendorf begraben, sondern, weil dieser Friedhof als „geschlossener Friedhof“ gilt, auf dem evangelischen Friedhof.

Pr. Oldendorf

Jüdischer Friedhof Die Genehmigung zur Anlegung eines Jüdischen Friedhofs erfolgte 1740 durch den preußischen König Friedrich des Großen. Auf dem Jüdischen Friedhof gibt es noch 57 Grabsteine, 21 Steine nur in hebräischer Sprache beschriftet, 27 in hebräisch-deutscher Sprache, 8 Grabsteine haben nur deutsche Inschriften, 1 Sockelstein mit Davidstern ist ohne Beschriftung. Der älteste Grabstein stammt aus dem Jahr 1741/42.

Die letzte Beerdigung fand 1937 statt. Der Jüdische Friedhof ist das einzige und auch das letzte Kulturerbe der früheren Synagogengemeinde Oldendorf, deren Wurzeln bis in das Jahr 1677 zurückreichen, und die nach Lübbecke und Rahden die drittgrößte Gemeinde im Altkreis Lübbecke war.

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Standort

Bad Oeynhausen ∏

Gedenkbrunnen Auferstehungskirche Von-Moeller-Str. 1a ∏

Stolpersteine Innenstadt ∏

Gedenkort für die Opfer der Euthanasieprogramme Diakonische Stiftung Wittekindshof, Kapellenweg 5 Bad OeynhausenVolmerdingsen ∏

„Büro Koch“ – Büro der Bekennenden Kirche Deutschland Hindenburgstr. 9

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Gedenkbrunnen Auferstehungskirche Der Gedenkbrunnen auf dem Vorplatz der Auferstehungskirche dient der Erinnerung an die jüdischen Mitbürger, die von 1933 bis 1945 verfolgt, deportiert und ermordet wurden. Im Davidsstern findet sich die Inschrift: „Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." (Amos 5,24). Außerdem findet sich dort das hebräische Wort für Gerechtigkeit. Zuletzt rückte der Brunnen in der Diskussion um die Gestaltung des Volkstrauertages in den Mittelpunkt des Interesses. In den vergangenen Jahren war im Ablauf der Gedenkveranstaltung der Brunnen integriert.

Gedenkbrunnen-Auferstehungskirche – gestaltet von Dietmar Lehmann

Bad Oeynhausen

Mahnmal für Menschen mit Behinderung Diakonische Stiftung Wittekindshof Das vor der Kapelle befindliche Mahnmal des Künstlers Helmut Lander wurde 1995 errichtet. Es erinnert an die Leiden der Bewohnerinnen und Bewohner des Wittekindshofes während der Zeit des Nationalsozialismus, an die seit 1934 im Krankenhaus Bethanien durchgeführten Zwangssterilisationen und an die systematische Ermordung von Kranken und von Menschen mit Behinderungen im gesamten Einflussbereich der Nationalsozialisten. Mindestens 400 Menschen aus dem Wittekindshof sind nach dem verordneten Abtransport 1941 in andere Einrichtungen im Rahmen des so genannten ‚Euthanasieprogramms‘ gestorben. Seit 2001, dem 60. Jahrestag des Abtransports, findet jährlich im Herbst ein Gedenkgottesdienst in der Wittekindshofer Erlöserkirche mit anschließender Kranzniederlegung statt.

Foto: Diak. Stiftung Wittekindshof

Informationen und Kontakt: Michael Spehr Besucherdienst und Archiv Wittekindshof Tel. 05734. 6111-31

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Stolpersteine Der seit 2009 bestehende Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, durch die Verlegung von Stolpersteinen für die Opfer des Nationalsozialismus und durch die Zusammenarbeit mit Schulen, Kirchengemeinden und ähnlichen Institutionen das Wissen um die nationalsozialistische Vergangenheit zu erweitern und zu aktivem Einsatz gegen Antisemitismus zu ermutigen. Bisher wurden zehn Stolpersteine verlegt, weitere sind in Planung. Die Verlegungen werden durch Schülerbeiträge, Vorträge oder Berichte von Zeitzeugen begleitet.

„Büro Koch“ – Büro der Bekennenden Kirche Deutschland

Kontakt: Pfarrer Lars Kunkel Kirchengemeinde Bad Oeynhausen-Altstadt [email protected]

In diesem Haus wirkte Präses Karl Koch (1876 – 1951), ab 1927 Superintendent im Kirchenkreis Vlotho, ab 1934 Vorsitzender des westfälischen Kirchenrates sowie Leiter des Kampfes der Bekennenden Kirche gegen das deutsch-christliche Kirchenregiment. Das Pfarrhaus war ab 1934 die Zentrale der Bekennenden Kirche. Präses Koch war von 1916 – 1949 Pfarrer der Altstadtgemeinde.

Kontakt: Arbeitskreis Stolperstein Bad Oeynhausen Pfarrer Lars Kunkel | [email protected] 45

Standort

Vlotho

Stolpersteine Vlotho

∏ 2006/2007 wurden durch den Künstler G. Demnig 41 Stolpersteine für die Vlothoer Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung verlegt. Standorte der Stolpersteine:

Stolpersteine ∏

Mahnmal am jüdischen Friedhof an der Wasserstraße ∏

SynagogenGedenkstein Langen Straße 66 ∏

Jüdischer Friedhof Wasserstraße

Zerstörte Synagoge Vlotho nach dem 10. Nov. 1938 (Hist. Aufnahme Landesarchiv Detmold)

Kulturfabrik, Lange Str. 53 (für Fam. Juchenheim, Weinberg) Lange Str. 62 (ehem. Haus Rüdenberg) Lange Str. 66 (ehem. Jüdische Schule/ Wohnung Katz) Lange Straße 81 (ehem. Haus Silberberg) Lange Straße 83 (ehem. Haus Heynemann) Lange Straße 78 (ehem. Haus Markus) Mühlenstraße 5 (ehem. Haus Steinberg) Lange Straße 104 (ehem. Haus Loeb) Moltkestraße 2 (ehem. Haus Grundmann) Hochstraße 8 (ehem. Wohnung Frank) Höltkebruchstr. 9 (ehem. Haus Speyer-Simon) Herforder Straße 99 (ehem. Haus Mosheim-Grundmann) Kontakt: Mendel-Grundmann-Gesellschaft Vlotho Vorsitzender: Pfarrer Ralf Steiner Tel. 05228. 960181 [email protected] Führungen über die Stolpersteine auf Anfrage.

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Vlotho

Mahnmal am jüdischen Friedhof an der Wasserstraße Auf Anregung der 1965 gegründeten „Mendel-Grundmann-Gesellschaft“ wurde 1969 ein Erinnerungsmal für die Vlothoer Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung errichtet. In enger Zusammenarbeit mit noch überlebenden Juden im Ausland wurden die Namen und Daten der Vlothoer Opfer zusammengetragen. Als Sprecher der überlebenden Juden trat Stephen H. Loeb, der 1938 in die USA emigriert war, auf. Auf zwei aufrechten Gedenksteinen sind die Namen von 43 jüdischen Personen eingemeißelt. Ein weiterer Stein trägt in hebräisch und deutsch die Inschrift „FRIEDE SEI MIT EUCH“ und darunter: „SIE WAREN BÜRGER DER STADT VLOTHO“. Umrahmt wird das Mahnmal in würdiger Weise von historischen Grabsteinen. .................................................

Synagogen-Gedenkstein Im November 1988 fand in Vlotho eine „Jüdische Woche“ statt. Die Stadt Vlotho hatte alle noch lebenden Juden, die aus Vlotho stammten, zu einer Begegnungswoche eingeladen. Höhepunkt der Woche war – im Beisein von 21 jüdischen Gästen – die feierliche Enthüllung der Gedenktafel zur Erinnerung an die zerstörte Synagoge. Der Gedenkstein befindet sich in der Langen Straße Nr. 66, vor dem ehemaligen Synagogengrundstück. Der Sinnspruch auf der Gedenktafel lautet:

Jüdischer Friedhof Nachweislich lebten um das Jahr 1690 drei jüdische Familien in Vlotho. Der erste jüdische Friedhof lag außerhalb der Stadt am steilen Abhang des Amtshausberges. Das Gelände wurde schon um 1680 „Jüdenbrink“ genannt. 1854 – nachdem die jüdische Gemeinde auf ca. 140 Personen angewachsen war – wurde ein neuer jüdischer Friedhof gegenüber dem evangelischen Friedhof an der heutigen Wasserstraße angelegt. Das gesamte Areal umfasste mehr als 4000 qm, wovon aber nur ca. 1200 qm als Bestattungsplatz genutzt wurden. Auf dem Vlothoer Friedhof wurden auch Juden aus Bad Oeynhausen beigesetzt, da sie zur Vlothoer Gemeinde gehörten. Die letzte Bestattung fand am 24. 8. 1941 statt. Obwohl der Friedhof während der NS-Zeit mehrfach geschändet wurde, ist er heute – unter Denkmalschutz stehend – in einem würdigen Zustand. Der Friedhof umfasst etwa 200 Grabstätten, die ca. 140 Grabsteine sind datenmäßig gesichert. 1969 wurden gut erhaltene historische Grabsteine vom alten jüdischen Friedhof am Oberg zum Friedhof an der Wasserstraße verlegt. Die hebräischen Inschriften, darunter die älteste von 1713, wurden übersetzt. Der jüdische Friedhof ist ein authentischer Überrest jüdischen Lebens und jüdischer Kultur und somit eine wichtige Quelle zur Erforschung der jüdischen Geschichte Vlothos.

»Wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung,müssen die Vergangenheit annehmen. Wir alle sind von ihren Folgen betroffen und für sie in Haftung genommen.« Richard von Weizsäcker

Ältester Grabstein von 1713 (Quelle Foto: Juden in Handel und Wandel der Weserstadt Vlotho)

Kontakt: Mendel-GrundmannGesellschaft Vlotho Vorsitzender: Pfarrer Ralf Steiner Tel. 05228. 960181 [email protected] Führungen über den jüdischen Friedhof Wasserstraße. Anmeldungen auch bei M. Kluge, Tel. 05733. 3621

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Standorte

Stadthagen

Ehemalige Synagoge



Ehemalige Synagoge Niedernstr. 19 ∏

Jüdischer Friedhof Seiler-/Ecke Parkstraße

Seit dem späten Mittelalter leben in Stadthagen jüdische Familien. Erst 1858 gelang der jüdischen Gemeinde der Bau einer eigenen Synagoge. 80 Jahre lang war sie das Zentrum des religiösen Lebens der Juden in der Stadt. Der brutale Einschnitt begann 1933 mit Erniedrigungen, Einschüchterungen und Entrechtungen der jüdischen Mitbürger. Einen Höhepunkt stellte der Brand in der Synagoge dar, den Nazis in der Nacht vom 11. zum 12. November 1938 legten. Dabei blieb die Synagoge selbst weitgehend verschont, die Inneneinrichtung und die religiösen Gegenstände waren aber vernichtet oder verschwunden. Die Hälfte der Stadthäger jüdischen Bevölkerung wanderte bis 1938 oder kurz nach der Reichspogromnacht aus, die andere Hälfte wurde in Konzentrationslagern umgebracht. Das jahrhundertelange Leben von Juden in Stadthagen war damit beendet. Zwischenzeitlich als Lagerhaus genutzt, wurde im Rahmen des Erinnerungsprojekts Schaumburg dem Rat der Stadt empfohlen, die Synagoge zu einem für den Landkreis zentralen Ort der Dokumentation, des Lernens und des Gedenkens zu gestalten. Dabei soll aller Opfer des Nationalsozialismus, besonders aber der Juden, gedacht werden. Die Synagoge bliebe damit als ein authentisches Zeugnis der verloren gegangenen jüdischen Lebenswelt in Stadthagen erhalten. .................................................

Jüdischer Friedhof Der etwa 830 qm große Friedhof wurde 1822 angelegt. Die älteste Jahreszahl auf einem Grabstein ist 1840, die jüngste stammt von 1941, es befinden sich dort insgesamt 73 Grabsteine. An beiden Seiten des Eingangstors befinden sich zwei große Torpfeiler, die mit einer hebräischen Schrift und Namen versehen sind.

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Foto: Förderverein Informationen: Förderverein ehemalige Synagoge Stadthagen e. V. Bernd Hellmann c/o Stadtverwaltung Stadthagen Rathauspassage 1 31655 Stadthagen [email protected] www.stadthagen-synagoge.de Weitere Informationen: www.schaumburgerlandschaft.de

Weiterführende Literaturhinweise – eine Auswahl Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, hg. v. Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Westfälische Amt für Denkmalpflege, Band 50: Stadt Minden, bearbeitet v. Fred Kaspar, Ulf-Dietrich Korn, Teil I/2, Essen 2005, Teil V/2, Essen 1998. Wolfgang Battermann/Uwe Jacobson (Hg.), Alte Synagoge Petershagen. Menschen – Spuren – Wege (Historisches Jahrbuch Petershagen Band 2), Petershagen 2004. Volker Beckmann, Die jüdische Bevölkerung der Landkreise Lübbecke und Halle i. W. Vom Vormärz bis zur Befreiung vom Faschismus (1815-1945), Lage 2001. Sonja von Behrens, Die Zeit der „Polendörfer“ (Historisches Jahrbuch Petershagen Band 3), Petershagen 2004. Reinhold Blanke-Bohne, Die unterirdische Verlagerung von Rüstungsbetrieben und die Außenlager des KZ Neuengamme in Porta Westfalica bei Minden, Bremen 1984. Hans-Werner Dirks/Kristan Kossack, Spuren jüdischen Lebens in Minden. Einzelschicksale Mindener Juden während des NSRegimes, hg. v. Jüdische Kultusgemeinde Minden und Umgebung, Bielefeld 2009. Bodo Förster/Martin Guse, „Ich war in Eurem Alter, als sie mich abholten!“ – Zur Zwangsarbeit der ukrainischen Familie Derewjanko in Berlin-Schöneberg und Steyerberg/Liebenau 1943 bis 1945, Liebenau/Berlin 2002. Gedenkbuch für die Vlothoer Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung. Sie waren Bürger unserer Stadt, hg. v. Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V., Vlotho 2008. Christian Hampel/Karin Kristin Rüter, Die Judenpolitik in Deutschland 1933-1945 unter besonderer Berücksichtigung von Einzelschicksalen jüdischer Bürger der Gemeinden Minden, Petershagen und Lübbecke, hg. v. Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Minden e.V., Minden 1986. Herzig, Arno. Jüdisches Leben in Minden und Petershagen (Mindener Beiträge des Mindener Geschichtsvereins Band 31), Minden 2012 (im Druck).

„Hier wird jeder Wille gebrochen.“ Arbeitserziehungslager Lahde 1943-1945, hg. v. Stadt Petershagen. Zusammengestellt von Herbert Marowsky. Petershagen 1995. Stefanie Hillebrand, Jüdische Geschichte in Levern und Umgebung 1800-1938 (Quellen und Schrifttum zur Kulturgeschichte des Wiehengebirgsraumes. Reihe A, Band 7), Espelkamp, 1996. Jürgen Lingner: Erinnerungsorte in Stadthagen. Die ehemalige Synagoge als Baustein des Erinnerungsprojekts. in: Schaumburger Landschaft (Hg.): Wege zur Erinnerung. Das Projekt zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Schaumburg 2007 – 2008. Gütersloh 2008 Joachim Meynert/Arno Klönne (Hg.): Verdrängte Geschichte. Verfolgung und Vernichtung in Ostwestfalen 1933-1945, Bielefeld 1986. Joachim Meynert, Jüdische Geschichte und regionale Identität. Beiträge zur Geschichte der jüdischen Minderheit in Ostwestfalen (Texte und Materialien aus dem Mindener Museum Band 13), Bielefeld 1998. Juden in Handel und Wandel der Weserstadt Vlotho. Begleitbuch zur Ausstellung SIE WAREN BÜRGER UNSERER STADT, bearb. v. M. Kluge, hg. v. Mendel-Grundmann-Gesellschaft e.V., Vlotho 2001. Hans Nordsiek, Die verdunkelte Stadt. Minden in der Endphase des Zweiten Weltkriegs 1944-1945, 2. Aufl., Minden 2005. Alexander Räber (Hg.), Vom Peststein zum Holocaust. Sechs Jahrhunderte Jüdische Gemeinde Lübbecke (1350-1938). Dokumente, Fotos und Erinnerungen, Lübbecke, 4. erw. Auflage 2010. Hans-Walter Schmuhl/Ulrike Winkler, „Der das Schreien der jungen Raben nicht überhört“. Der Wittekindshof – eine Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung, 1887 bis 2012, Bielefeld 2012.

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Register Jüdische Erinnerungsorte · Synagogen Levern, 38 Lübbecke, 29 Minden, 10 Petershagen, 20 ff. Preußisch Oldendorf, 42 Rahden, 37 Stadthagen, 48 Vlotho, 47 · Friedhöfe Espelkamp, 33 Hüllhorst, 41 Lübbecke, 28 Minden, 15 Petershagen, 21, 24 Porta Westfalica, 19 Preußisch Oldendorf, 43 Stadthagen, 48 Stemwede, 39 Vlotho, 47 · Wohnhäuser | ‚Stolpersteine‘ Bad Oeynhausen, 45 Lübbecke, 29, 30, 31 Minden, 8, 9 Petershagen, 21 Rahden, 37 Vlotho, 46 · Mahnmale, 44, 47 · Gedenktafeln, 20 Erinnerungsorte an Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene · Produktionsstätten Liebenau, 26 f. Minden, 14 Porta Westfalica, 17 · Lager Espelkamp, 33 Minden, 12 f. Petershagen-Lahde 24 f. Porta Westfalica 18 f. · Friedhöfe Lübbecke, 28 Minden, 15 Petershagen, 24 Porta Westfalica, 18 · Gedenksteine, 14, 18 · Mahnmale, 15 50

Bildnachweise Erinnerungsorte an Opfer der EuthanasieProgramme Bad Oeynhausen, 45 Minden, 8, 9 Erinnerungsorte an verfolgte Sinti Stolpersteine Minden, 8, 9 Museen Dokumentationszentren Hüllhorst, 41 Lübbecke, 30 Petershagen, 20 f. NS-Institutionen Espelkamp, 33 Lübbecke, 30 f. Porta Westfalica, 17 f. Stemwede, 40 Erinnerungsorte an den Widerstand gegen das NS-Regime Bad Oeynhausen, 45 Minden, 11, 15 Mahnmale und Kriegsgräber Bad Oeynhausen, 44 Lübbecke, 28, 31 Minden, 9, 15 Petershagen, 25 Stemwede, 39

Fotos Peter Hübbe: S. 4, S. 22/23 Alte Synagoge Petershagen S. 10, Titel Synagoge Minden S. 11 St. Martini Glocke S. 12/13 Gelände Fort A S. 14/15 Kanalbrücke, Gedenkstein, S. 16/17 Mahnmal, Stollen, Frettholzweg S. 18/19 Panorama Porta Westfalica S. 20/21 Gedenktafel, Gebäude S. 24/25 Gelände Lahde S. 29 Gebäude Hecht S. 34/35 MUNA Gelände S. 36 Obelisk, Rahden S. 38 Thora Levern S. 44 Gedenkbrunnen Bad Oeynhausen S. 45 Büro Koch ..... Fotos Stadtarchiv Lübbecke: S. 28, 29, 30, 42 Fotos Stadtarchiv Preußisch Oldendorf: S. 43 Fotos Archiv Gemeinde Stemwede: S. 39, 40 Fotos Stadtarchiv Espelkamp: S. 32, 33 ..... Alle weiteren Nachweise direkt unter den jeweiligen Abbildungen

Impressum Herausgeber: Mindener Geschichtsverein in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe „NS-Erinnerungsarbeit vor Ort“ Tonhallenstraße 7 32423 Minden Tel. 0571. 97220-0 [email protected] www.mindener-geschichtsverein.de Projektkoordination und Redaktion: Gertraud Strohm-Katzer, Peter Kock Gestaltung: Anja Richter Fotos: Peter Hübbe Umschlagbild: Synagoge Minden, Peter Hübbe Auflage: 1100 Stk © 2012