Pfarrer Peter Bösendorfer Predigt vom 27.9.2009 (St. Stephan

Pfarrer Peter Bösendorfer Predigt vom 27.9.2009 (St. Stephan

Gottesdienstübertragung im ZDF – jeden Sonntag um 9.30 Pfarrer Peter Bösendorfer Predigt vom 27.9.2009 (St. Stephan, Amstetten) Liebe Schwestern und...

105KB Sizes 0 Downloads 6 Views

Recommend Documents

Predigt vom
11.11.2012 - Teamspirit Tipp Nr.23 – Frauen fördern Einheit in der Ehe, indem sie ... liebt. Wenn eine Frau so gelieb

Pfarrer Norbert Weßel, St. Pankratius, Emsdetten Predigt zum 25
21.09.2014 - Arbeiter zur letzten Stunde, könnte man heute die Frage nach dem Leistungsprinzip ... Der Unmut darüber r

in St. Stephan - Dompfarre St. Stephan
01.12.2013 - DEZEMBER - Hl. Barbara (Märtyrin in. Nikomedien); hl. Johannes von Damaskus (Priester,. Kirchenlehrer). 17

Predigt vom 13.11.2016
kenne auch die üblen Nachreden, die von Leuten über euch verbreitet werden, die sich als ... so will ich dir die Krone

Predigt vom 17.12.2016
sondern wunderbar. Maria ist nicht treulos, sie ist voll der Gnade. Das Kind ist nicht das Kuckuckskind eines Ehebrecher

hochinteressant St. Peter St. Peter
02.10.2011 - St. Peter … Wir freuen uns auf Sie! St. Peter – das barocke Kleinod an der. Schwarzwald Panoramastraße

500 Jahre Pfarrkirche St. Stephan, Leuk-Stadt - + Pfarrei St. Stephan +
500 Jahre Kirche St. Stephan, Leuk-Stadt ... Basilika, ein Abbild der Sittener Kathedrale errichtet werden mit einem hoc

Predigt vom 18.07.2004 - Die Entenfeder
Ich bin kein Nörgler und kein Miesepeter, ganz bestimmt nicht. ... Nur mal hier bei uns: Sönke und Mareike werden ... Je

1 Predigt von Pfarrer Jürg Baumgarnter im Gottesdienst vom 29
29.01.2017 - Jahren von dieser Staatsmacht eine Kopfsteuer erhoben wird von allen ... Auf den ersten Blick scheint es, d

konzerte st. peter 2017 - Barockkirche St. Peter
03.09.2017 - Dass St. Peter immer wieder „durch ein neues Licht leuchtet“. – diese Erfahrung können wir besonders

Gottesdienstübertragung im ZDF – jeden Sonntag um 9.30

Pfarrer Peter Bösendorfer Predigt vom 27.9.2009 (St. Stephan, Amstetten)

Liebe Schwestern und Brüder Gott sei Dank – so, sagen wir gerne, wenn etwas gut ausgegangen ist, was nicht so zu erwarten war oder wenn wir etwas geschafft haben und das nun vorbei und abgeschlossen ist. Ich meine aber, dass es oft nur so dahin gesagt ist – eine Floskel eben. Oder – warum Gott sei Dank? Ich habe mir alles selbst geschaffen. Ich habe in der Schule fleißig gelernt. Ich habe mich im Beruf angestrengt und Tag und Nacht gearbeitet. Alles, was ich kann und das, was ich bin, habe ich mir selbst geschaffen! – Warum also „Gott also danken“, so hat es mir einmal ein Mann ins Gesicht gesagt. Dankbarkeit – diese Haltung der Dankens ist also nicht Selbstverständliches: Erscheint vielen auch nicht notwendig in einer Gesellschaft, in der ein jeder – eine jede auf sich selbst gestellt ist. Warum also hier in der Kirche Erntedank feiern? Steffi könntest du mir eine Antwort geben? Weil Gott uns diese Welt anvertraut hat, weil es viele Menschen gibt in der Landwirtschaft, die sich bemühen, dass wir gesunde Lebensmittel haben. Ja, weil – Gott sei Dank – sich viele Bauern bemühen, auch in schweren Zeiten sorgsam mit der Natur umzugehen. Stimmt, dafür könnten wir Danke sagen – Gott und den Bäuerinnen und Bauern. Fällt dir noch etwas ein? Weil wir in die Schule gehen dürfen. Auch wenn das Lernen oft mühsam und anstrengend ist und in der Schule nicht alles passt. Gott sei Dank bemühen sich viele Lehrerinnen und Lehrer darum, dass wir Neues lernen und in der Schule auch gut zusammen leben können. Ja, ich habe sogar den Eindruck, dass über allen gesellschaftlichen Problemen, die das Schulwesen betreffen, oft vergessen wird, denen zu danken, die sich in den Klassen engagieren. Was könnte uns noch dankbar machen? Weil wir Fähigkeiten geschenkt bekommen haben, die wir einsetzen um leben zu können. Die Menschen gestalten mit der Kraft ihrer Fantasie und Hände unsere Welt.

© Katholische Fernseharbeit beim ZDF 2009

Gottesdienstübertragung im ZDF – jeden Sonntag um 9.30

Dankbarkeit darüber, dass wir Erwachsenen arbeiten können, ist ganz wichtig. Wir dürfen auch die nicht vergessen, die gerade im letzten Jahr ihre Erwerbsarbeit verloren haben. Dankbar sollen wir auch denen sein, die sich dafür einsetzen, neue gute Arbeitsplätze zu schaffen, von denen Menschen auch leben können. Hast du noch eine Idee? Für unsere Pfarre? Für die Gemeinschaft in der Kirche? Weil wir hier Gott danken und preisen können für seine Liebe und dafür, dass er Jesus in unsere Welt gesandt hat! Da geht es mir auch ähnlich! Ich bin auch dankbar für die Erfahrung der Nähe Gottes. Immer wieder erlebe ich in meinem Dienst als Pfarrer, die heilende und liebende Kraft Gottes. Und es wird mir bewusst, nicht ich handle da, sondern Gott sei Dank er wendet zum Guten. Liebe Schwestern, liebe Brüder, die zehn Aussätzigen haben diese heilende Kraft Gottes auch erfahren. Aber nur einer kehrt um, um Gott zu loben und zu danken. Wir wissen nicht, warum die anderen neun nicht umgekehrt sind. Diesem einen wird von Jesus gesagt, dein Glaube hat dir geholfen. Dieser eine hat mit seinem Lobpreis und mit seiner Dankbarkeit wirklich zu Jesus gefunden. Wir nehmen heute vieles, was wir haben, können und sind, auch das, was uns geschenkt ist, als selbstverständlich. Wir kehren genauso wenig um und wir kommen nicht zum Loben und Danken. Dabei könnte es uns mit Jesus verbinden, könnten wir im Dank Jesus finden. Wer auf Gott seine Dankbarkeit entgegenbringt, der wird das was er hat und kann, in den Dienst der Mitmenschen und der Gesellschaft stellen, der wird wie es im 1. Brief an Timotheus heißt, wohltätig sein, freigiebig und andere seinen Gütern teilhaben lassen. Die Dankbarkeit ändert unser Leben, verändert auch die Gesellschaft und unsere Welt. Weil es nicht selbstverständlich ist zu danken, sollen wir Christen und Christinnen für das scheinbar Selbstverständliche immer wieder danken. Nicht nur heute, sondern immer. Amen.

© Katholische Fernseharbeit beim ZDF 2009