Print this article

Print this article

Beiträge zur Alten Geschichte, Papyrologie und Epigraphi k TYCHE Beiträge zur Alten Geschichte, Papyrologie und Epigraphik Band 18 2003 Herausg...

8MB Sizes 0 Downloads 9 Views

Beiträge zur Alten Geschichte, Papyrologie und Epigraphi k

TYCHE Beiträge zur Alten Geschichte, Papyrologie und Epigraphik

Band 18

2003

Herausgegeben von: Gerhard Dobesch, Hermann Harrauer, Peter Siewert und Ekkehard Weber

Gemeinsam mit: Wolfgang Hameter, Bemhard Palme und Hans Taeuber

Unter Beteiligung von: Reinhold Bichler, Herbert Graßl, Sigrid Jalkotzy und Ingomar Weiler

Redaktion: Franziska Beutler, Sandra Hodecek, Bettina Leiminger , Georg Rehrenböck und Patrick Sänger

Zuschriften und Manuskripte erbeten an: Redaktion TYCHE, c/o Institut für Alte Geschichte, Universität Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, A-lOlO Wien. Eingesandte Manuskripte können nicht zurückgeschickt werden. Bei der Redaktion einlangende wissenschaftliche Werke werden angezeigt.

Auslieferung: Holzhausen Verlag GmbH, Holzhausenplatz 1, A -1140 Wien [email protected] .at Gedruckt auf holz- und säurefreiem Papier. Umschlag: IG

n2 2127

(Ausschnitt) mit freundlicher Genehmigung des Epigraphischen Museums in Athen, Inv.-Nr. 8490, und P.Vindob. Barbara 8. © 2004 by Holzhausen Verlag GmbH, Wien

Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar

Eigentümer und Verleger: Holzhausen Verlag GmbH, Holzhausenplatz 1, A-1140 Wien. Herausgeber: Gerhard Dobesch, Hermann Harrauer, Peter Siewert und Ekkehard Weber, c/o Institut für Alte Geschichte, Universität Wien, Dr. Karl Lueger-Ring 1, A-lOlO Wien. e-mail: [email protected]@onb.ac.at Hersteller: Holzhausen Druck & Medien GmbH, Holzhausenplatz 1, A-1l40 Wien. Verlagsort: Wien. - Herstellungsort: Wien. - Printed in Austria.

ISBN 3-900518-03-3 Alle Rechte vorbehalten.

INHALTS VERZEICHNIS Herbert G ra ß I (Salzburg): Neue Beiträge zu den Stadtrechtsfragmenten aus Lauriacum ......••• . ......... . .... .. •..... , . . . . . . . . . . • . . . . . . . Demokritos KaI t s a s (Heidelberg): Aus den Archiven der Königlichen Schreiber Peteimuthes und Harchebis. . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . . . . . Anne K 0 I b (Zürich): Caracalla und Raetien (Tafel 1--4) ..........•.... Anne K 0 1 b (Zürich): Phoebiana - ein Vorschlag zur Namengebung von Kastellen ..........• , , . . . . . . . . . . . . • . . . . . . . . • . . . . . . . . . . . . • . . . . E1izabeth K 0 s met at 0 u (Leuven): Reassessing IG 112 1498-1501 A: Kathairesis or Eksetasmos? ...................•. . ....•.. . ....... Nico Kr u i t (Leiden), Klaas A. Wo r p (Leiden/Amsterdam): Eine Hausmiete aus der Zeit des Kaisers Mauricius (Tafel 17)............ . .... . Nico Kr u i t (Leiden), Klaas A, Wo r p (Leiden/Amsterdam): Zur Auflösung der Kürzung EV 'Ap/ in den Papyri ... . ......••••..... . . , . . . . Peter Kr u s c h w i t z (Berlin): Zu republikanischen Carmina Latina Epigraphica (ill)(Tafe15-7). .. .......... . ........................ .. Ariel Lew i n (Potenza): The Egyptian cunei . . ... . ... . . • . . . . . . . . . . . . Christa M a y er (Wien): Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (IvE V 1687) (Tafel 8-12) ................. , Mischa M eie r (Bielefeld): Das Ende des Cremutius Cordus und die Bedingungen für Historiographie in augusteischer und tiberischer Zeit. , . . . . . . Noemi Po ge t K ern (Geneve): Encore un re<,;u pour l'imp6t du oux'Ypa
1 5 21 31 33 47 55 59 73 77 91 129 135

145 167 189 201 207 223

233 248 251

1I

Inhaltsverzeichnis

Bemerkungen zu Papyri XVI (Korr. Tyche 490-504) .. . . .. .. . .. ... . ... . .

255

Buchbesprechungen ... . ..... .. . ... ...•• . • ... •.• . •.... . ..... ..... .

261

Anneliese B i e den k 0 P f - Z i e h n er, Koptische Schenkungsurkunden aus der Thebais. Formeln und Topoi der Urkunden, Aussagen der Urkunden, Indices (Göttinger Orientforschungen IV. Reihe Ägypten 41), Wie. bad n 2001 (H. Förster: 261) - Lorenzo B ra c ces i, L'enigma Dorieo (Hesperla 11), Rom 1999 (P. Siewert: 262) - Sarah J. CI ac k s 0 n, Coptic and Creek Texts relating to the Hermopolite Monastery of Apa Apollo, Griffith Institute Monographs , Oxford 2000 (H. Förster: 262) - Demokritos Kai t s a s, Dokumentarische Papyri des 2. Jh. v. Chr. aus dem Herakleopolites (PHeid. VIII) (Veröff. aus der Heidelberger Papyrus-Sammlung, NF. Phil.-Hist. Kl. 10), Heidelberg 2001 (C. La'da: 264) - Wolfgang Ku 11m a n n, Realität, Imagination und Theorie . Kleine Schriften zu Epos und Tragödie, Stuttgart 2002 (B . Leiminger: 268) - Bernhard Li n k e, Michael S t e m m I e r (Hrsg.), Mos maiorum. Untersuchungen zu den Formen der Identitätsstiftung lind Stabilisierung in der römischen Republik (Historia EinzeIschriften 141), Stuttgart 2000 (G. Dobesch: 268) - loan Pis 0, Die Inschriften, in: Werner lobst (Hrsg.), Das Heiligtum des Jupiter Optimus Maximlls auf dem PfaffenberglCarnuntum I (Der römische Limes in Österreich 41), Wien 2003 (F. Beutler: 272) - Hans-Albert Ru p p re c h t (Hrsg.), Sammelbuch griechischer Urkunden alls Ägypten , Bd. 24 (Nr . 15875- 16340), Wiesbaden 2003 (A. Papathomas: 274) - Christoph Schäfer, Eumenes von Kardia und der Kampf um die Macht im Alexanderreich (FAH 9), Frankfurt am Main 2002 (P. Sänger: 277) - Hans Martin S c h e n k e, Das Matthälls-Evangelium im mitte/ägyptischen Dialekt des Koptischen (Codex Sch~yen), Os10 2001 (H. Förster: 280) - PhiJIip V. S t an I e y, The Economic Reforms of Solon (Pharos. Studien zur griechisch-römischen Antike 11), St. Katharinen 1999 (P. Siewert: 281)- Strabon, Geographica Bd. 1: Prolegomena, Buch I-IV. übers. u. einge!. v. Stefan Rad t, Göttingen 2002 (M. Rathmann: 283) - Christian Wal I n e r, Soldatenkaiser und Sport (Grazer Altertumskundliche Studien 4), Frankfurt am Main 1997 (P. Sänger: 286)

Index (B. Leiminger) . . . . . . . . . . . . . . . . . . • • . . . . • . . . . • . . . . • . . . • . . . . . . .

289

Eingelangte Bücher

293

Tafeln 1-17

CHRISTA MAYER

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (lvE V 1687) Tafel 8-12

Im Band V des Repertoriums der Inschriften von Ephesos sind unter der Nr. 1687 achtzehn Fragmente einer Subskriptionsliste zu finden, für die sich der Name "Große Spenderliste" eingebürgert hat. Seit dem Druck des Repertoriums wurden weitere Fragmente gefunden, außerdem können einige Steine, die im Repertorium noch unter einem eigenen Titel stehen, mit ziemlicher Sicherheit dieser Liste zugeordnet werden. Die Neufunde wurden publiziert in den Jahresheften des Österreichischen Archäologischen Instituts 1: Neue Inschriften VIII Nr. 136; XI Nr. 37; XII Nr. 37. Drei Zeilen des neugefundenen Fragments Neue Inschriften XI Nr. 37a finden ihre Fortsetzung auf dem anschließenden Stein IvE 1687 Nr. 1. Neu zugeordnet wurden die fugenlos aneinander passenden Fragmente IvE IV 1404 und IvE IV 13962 sowie IvE VI 2517 3 . Ein Teil der Steine lag im Gebiet der Johannesbasilika, ein weiterer Teil im Gebiet der Marienkirche, der Rest war innerhalb und außerhalb des ephesischen Ruinengebietes verstreut4 . Ursprünglich stand die Inschrift wahrscheinlich auf der Peribolosmauer des Artemisions, denn einer der Blöcke, IvE 1687 Nr. 6, trägt auf der Nebenseite die 1 Die nach dem Erscheinen des Repertoriums edierten Inschriften werden in Abkürzung zitiert: Neue Inschriften VIII: D. Knibbe, B. iplik~ioglu, Neue Inschriften aus Ephesos VIII, ÖJh 53 (1981/1982) 87-150. Neue Inschriften X: D. Knibbe, H. Engelmann, Neue Inschriften aus Ephesos X, ÖJh 55 (1984) 137-149. Neue lllSchriften XI: D. Knibbe, H. Engelmann, B. iplik~ioglu, Neue Inschriften aus Ephesos XI, ÖJh 59 (1989) Beibl. 162-238. Neue Inschriften XII: D . Knibbe, H. Engelmann, B. iplik~ioglu, Neue Inschriften aus Ephesos XII, ÖJh 62 (1993) 113-150. Neue Inschriften XIII: H. Engelmann, Neue Inschriften aus Ephesos XIII, ÖJh 69 (2000) 77-93. 2 Vgl. H. Engelmann, Notizen zum ephesischen Repertorium, ZPE 67 (1987) 15lf. 3 Vgl. H. Engelmann, Notizen zu ephesischen Inschriften, ZPE 126 (1999) 164. 4 Johannesbasilika (Ephesos-Plan Nr. 152) und Umgebung: IvE 1383 (vor dem "Tor der Verfolgung"). IvE 2517. Neue Inschriften VIII Nr. 136; XI Nr. 37 d, f, g; XII Nr. 37. Marienkirche (Plan Nr. 95) und Umgebung: IvE 1687 Nr. 1 und Nr. 15 . Neue Inschriften XI Nr. 37 a, e, h. Andere Fundplätze: Beim Gebäude der Tabakregie im heutigen Ort Sel~uk: IvE 1687 NT. 2. Beim Buleuterion (Plan Nr. 22): IvE 1687 Nr. 2a. Beim Propylon des Hafengymnasiums (Plan Nr. 93): IvE 1687 Nr. 13. An der Nordseite des Hafens: IvE 1687 Nr. 14. Theatergymnasium (Plan Nr. 79): IvE 1687 Nr. 17. Theaterstraße (Plan Nr. 78): IvE 1396. Beim Sockelbau (Plan Nr. 27): IvE 1404. In der sog. Villa in Pamucak: Neue Inschriften XI Nr. 37c.

78

Christa Mayer

wesentlich ältere Asylie-Inschrift IvE 15205 . Die vollständig erhaltenen Blöcke haben ein einheitliches Maß von H: 0,29m (± O,Olm) B: 0,87m (± O,Olm) D: etwa 0,60m 6 , was einem Verhältnis H : B = 1 : 3 Fuß entspricht7 . Einige der Fragmente weisen die gleiche Höhe oder die gleiche Breite wie diese Blöcke auf8. Eine weitere ephesische Inschrift, die bis jetzt noch nicht mit der "Großen Spenderliste" in Verbindung gebracht wurde, nämlich IvE IV 1383 (Taf. 8), dürfte aufgrund der Maße des Steines (H: 0,285m B: 0,87m), die jenen der vollständig erhaltenen Blöcke entsprechen, und der vollkommenen Identität der Schrift ebenfalls der "Großen Spenderliste" zuzuordnen sein, insbesondere da sich einige - wenn auch nur geringe - Parallelen im Text finden lassen 9 . Der Namensliste der Spender geht ein umfangreiches Dekret voran, das in der Regierungszeit des Kaisers Tiberius abgefaßt wurde lO . Dem Dekret folgt ein Zusatzan5 Vgl. J. Keil , FiE rv 1, 84 Nr. 4. 6 IvE 1687 Nr. 1 und Nr. 2 . Neue Inschriften VIII NI. 136; XI NI. 37 a, e, h. 7 Vgl. J. Keil, FiE rv J Nr. 4 . 8 Die Höhe von einem Fuß haben IvE 1396; Neue Inschriften XI NI. 37 b, d. Die Breite von drei Fuß haben IvE 1404; IvE 1687 Nr. 2a. Keines der bis jetzt zugeordneten Fragmente geht in H ' he oder Breite üb r dieses Maß hinau . 9 Im Text von IvE 1383 und elle Inschriften XI NI. 37h ist klar ein Zusammenhang mit dem Kult der Artemis zu erkennen. Weiters fällt die Nennung der Sebastoi auf (IvE 1383 Z . 4: ... Ka"Ca "Cou~ LEßaa"Cou~ eEOU~ Kat "Cf1~ "C[ l; Neue Inschriften XI NI. 37h Z. 4: ... "Co aU/lcpepov "Cf1~ 1t6AEro~ 'Ap"Ce/l[tloo~ "CE K"Cllaill~ Kat LEßaa"Cro[v), sowie die Wortformen Ka(O'o:poc; Kai 'YPCl/l/lCl'tEm[c; "Cou ÖTtJ.lOU, wobei allerdjng der Genetiv 'YPClJlJ.lCl"Ceroc; irritiert . Wie dje Herau. geber fe ts tellen. würde man eher den Nominativ YPClI1/la'tE"C; erwarten. andernfalls hätte der Kai er Tibrius selb t ehrenhalber das Amt des grammoleus bekleidet. Es ist nicht von vornherein auszuschließen, daß der Kaiser ein eponymes städtisches Amt übernahm, vgl. die Beispiele bei P. Herz, Asiarchen und Archiereiai. Zum Provinzialkult der Provinz Asia, Tyche 7 (1992) Illf. Die Antwort auf die Frage, ob in Z. 5 von Neue Inschriften XI Nr. 37h ein Irrtum des Schreibers vorliegt oder ob der Kaiser tatsächlich die grammateia übernommen hat, hängt nicht zuletzt von der Entscheidung ab, ob die zusammenhängenden Blöcke IvE 1396 und 1404 Fragmente derselben Inschrift wie Neue Inschriften XI NI. 37h sind. Aufgrund der Maße der Steine (Neue Inschriften XI NI. 37h hat die gleichen Maße wie die vollständig erhaltenen Blöcke der "Spenderliste" , von den beiden Fragmenten hat IvE 1396 die Höhe, IvE 1404 die Breite der vollständig erhaltenen Blöcke) und der identischen Schrift glaube ich ebenso wie die Herausgeber, daß sie alle der .. Großen Spenderliste" zuzuordnen sind. Infolgedessen ist wohl beide Male derselbe Erzpriester des Kais rs Tiberius genannt. der auch gleichzeitig die Funktion eine 'YPClJl/la'tEuc; 't013 OTtJ.i.OU ausübte. H. Taeuber danke ich für einen weiteren Hinweis daT"duf. daß es sich bei dem Genetiv 'YpaJ.lJ.i.Cl"CEro~ wahrscheinlich um einen Irrtum des Schreibers handelt: Hätte der Kai e r selb I die grammaleia ausgeübt. dann würde man hier nicht<> 't& &p~u; PeUC; 'tou EeßClO''tou Ttßepiot> KaiaClpoc; KaL YPCl~l/la"CEwc; 't0'\) 8Ttl1ot>, sondern ... 't013 'Ypa 0: 'tEme; 'tou ÖTtJlou erwarten. P . Scherrer Aflmerkullgell zum städtischen und provinzialen Kaiserkult, in: H. Thür (Hrsg.) .... und verschönerte die Stadt... (Sonderschriften des ÖAI 27), Wien 1997, 97f. meint hingegen, daß IvE 1396 und 1404 wegen ihrer Fundorte entlang der innerstädtischen Hauptstraßen nicht zum Original der "Großen Spenderliste" , sondern vielmehr zu einem Duplikat gehören, und daß Tiberius selbst ehrenhalber die

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (IvE V 1687)

79

'trag, durch welchen künftige Maßnahmen, die dem Zweck des Dekrets zuwiderlaufen, für ungültig erklärt und Zuwiderhandelnde mjt Strafe belegt werden, Die er Zusatzantrag wurd von der Volk versammlung bestätigt 1 1. Sehr walmcheinüch ist aber, daß nicht nur der Zusatz, sondern auch das Dekret selbst der Volksversammlung zur Beschlußfassung vorgelegt wurde, Die erste Zeile jenes oben erwähnten Steines, der bis jetzt no h nicht zw' ,Spenderli te' gezahJt wurde (IvE IV 1383) könnte diese Annalmle bestäti gen: [ EÖO~EV 'tn ßOUAl1 KUt 'tcp Ö]TIIUP, ')'Vc.Ollll 'tOu YPUIlIlU'tEro<; 'tou Ö[T1J.t.]OU. Die Namensliste beginnt mit den Namen jener Beamten, die mit der Abfassung der Urkunde befaßt waren 12, darauf folgt die Aufzählung der Spender KU'tU 'ttIlTJV, beginnend mit einer Summe von 2500 Denaren bis hinunter zu 10 Denaren. Der eigentliche Zweck der Spendensammlung liegt noch nicht offen, obwohJ die Neufunde und Neuzuordnungen wichtige Erkenntnisse brachten 13. Die Ursachen die die Aufbringung größerer Geldsummen erforderlich machten, könnten in den Zerstörungen nach einem der heftigen Erdbeben liegen, welche Kleinasien während der Regierungszeit des Tiberius heimsuchten und von denen auch Ephesos betroffen war 14 . Die Buchstabenformen der "Großen Spenderliste" (Taf. 9a) Die Steine sind mit einer überaus charakteristischen Schrift beschrieben, deren schwungvolle Linien eine ausgeprägte Schreiberpersönlichkeit erkennen lassen. Sicher hat der Schreiber vor dem Aufzeichnen der Buchstaben eine Grundlinie gezogen, ob er jedoch auch eine Oberlinie zur Eingrenzung de Zeilenkorpu gezogen haI , i t zweifelhaft, denn die Buch 'taben weisen keine einheitliche Größe auf. De halb ist auch die Angabe eines genauen Maße für da Zeilenkorpus J5 nicht mögli.ch e liegt bei etwa 0,015111. A, 11., I:l ragen mit ihrer Spi tze über die anderen Buchstaben hinaus. Das Bist übermäßig, geradezu unproportioniert groß. Die Schräghasten des K bleiben innerhalb des Zeilenkorpus, während die Längshaste oben immer darüber hinausgeht, sie reicht häufig auch bis unter die Grundlinie. Die Längshasten des
grammateia bekleidet hat. Scherrer op . eit. 98 mit Anm. 45 nimmt an, daß es in Ephesos eine n städtischen Kai erkult für Tiberius gab und hält es für möglich, daß die "Große penderliste ' die Stiftungsur kunde für ein städtjsche. Ehrcn- und Kullmal des Tiberius war. - Zur Frage, ob der Archiereu des Kai er Tiberiu · r-l priesler eines städtischen Kaiserkult. oder des Koinon der Provinz Asia war, vgl. auch Ellgehnann , Notizen (s . 0, Anm . 2) 152. 11 Vgl. Engelmann, Notizen (s. o. Anm. 2) 152 und Neue Inschriften XI 207. 12 Neue In chriften XI 37a, linke Kolumne , 13 Vgl. Neue In chriften XI 207. 14 Vgl. Neue Inschriften XI 207 und Scherrer, Anmerkungen zum städtischen und provinzialen Kaiserkult (s . o. Anm. 10),98 . 15 Im folgenden mit Zh (Zeilenhöhe) abgekürzt.

80

Christa Mayer

hasten direkt in die Serifen übergehen 16 . Die Buchstaben haben sehr ausladende Zierstriche, wobei der linke oft wesentlich länger ist als der rechte . .Außer der "Großen Spenderliste" wurden in Ephesos eine Reihe weiterer Steine gefunden, die mit der gleichen Schrifl beschrieben ind 17: 1) IvE VI 2033, Taf. 9b (linker Stein) Der Prytane Hieron Aristogeiton erbaut einen der Zugänge zum Theater Drei Keilsteine aus blaustreifigem, weißem Marmor H: 0,48 m B: je 0,44 m D: 0,55 m Zh: Z. 1 und 2: etwa 0,036 m Z. 3: etwa 0,034 m. Die Buchstabenformen zeigen die gleichen Eigenheiten wie jene der "Großen Spenderliste" . Es ist jedoch zu beobachten, daß hier, wo die Buchstaben wesentlich größer sind als auf der "Großen Spenderliste" , der relative Höhenunterschied zwischen den einzelnen Lettern weit geringer ist. Die Spitzen von A, A und 11 gehen nur mehr ein wenig über das Zeilenkorpus hinaus, auch Bund K sind den anderen Buchstaben in der Größe angenähert. A hat - im Gegensatz zur "Großen Spenderliste" - die zu dieser Zeit übliche gebrochene Querhaste. 2) IvE 11 256, Taf. lla Ehreninschrift für Familienmitglieder des Germanicus Drei Fragmente aus weißem Marmor, davon Fragment a) H: 0,21 m B: 1,21 m Zh: Z. 1: 0,042 m, Z. 2: 0,026 m. Auf diesem Fragment wurde der Name der Agrippina in der Schrift der "Großen Spenderliste" eingemeißelt. Ungewöhnlich daran ist, daß auch der lateinische Name mit demselben Duktus wie der griechische geschrieben wurde; der Schreiber hat allerdings die Buchstabenformen an die üblichen lateinischen Typen angeglichen: A hat eine gerade Querhaste, die Schräghaste des N setzt an den Enden der Längshaste an, während auf dem darunterstehenden griechischen Namen das A mit gebrochener Querhaste, das N mit ,versetzter' Schräghaste zu sehen ist. 3) IvE V 1823, Taf. 10 Fragment (Menodo[ ]) Fragment einer profilierten Marmorplatte aus bläulich-weißem Marmor, rechts gebrochen. H: 0 ,81 m B: 0 ,63 m. Zh: 0,09 m in Z . 1, dann abnehmend bis 0 ,05 m in Z. 5. Die Größe der Buchstaben machte es erforderlich, die geraden Linien mit dem Lineal zu zeichnen. Dadurch verliert die Schrift ihren charakteristischen Schwung, auch 16 Z. B. auf Fragment 1 von IvE 1687, abgebildet in FiE IV 1 84 Nr. 4 , Z. 14; ebenso auf der weiter unten besprochenen Inschrift IvE V 1578A (S. 8lf., Nr. 5, Taf. 12), Z. 15. Dort hat der Schreiber den Namen ITu8oowpoc; nicht irrtümlich ITX80~QPOL geschrieben, wie bei Hicks GIBM III , 2 Nr. 578A und im Repertorium angenommen , sondern die c hri~h a. ten des Y direkl in d.ie Serifen übergeflihn. I In P. cherrer, H. Taeuber . H. Thilr (Hrsg .), Steine Lll/d Wege, FS f ür D. Kllibbe (Sonderschriftcn des ÖAT 32), Wien 1999 . 109, habe ich Kriterien rur die Zuwei ung an ein und den eiben Stein schreiber aufgezeigt die sich aber nur auf Schriften mit einer Zeilenhöhe von etwa O,02-O,04m anwenden lassen und deshalb für die hier beschriebenen Steine, deren Buchstaben dieses Maß oft über- oder unterschreiten, nicht gelten können .

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (IvE V 1687)

81

wenn das A hin und wieder in der gewohnten Art und Weise mit leichten Kurven ausgefülut ist. A ist mit gebrochener Querhaste gemeißelt, ein einziges Mal, in der zweiten Zeile, hat es eine gerade Querhaste. 4) IvE 11 405, Taf. llb Inschrift des Polliobaus (Ephesos-Plan Nr. 28) Vom griechischen Text der bilinguen Inschrift wurde nur ein Fragment mit Resten von zwei Zeilen gefunden. H: 0,315 m B: 1,41 m. Der Stein ist derart verbrochen, daß von der ersten Zeile nur mehr der untere Teil, von der zweiten Zeile nur der obere Teil erhalten ist. Durch Kombination der Buchstabenreste läßt sich eine Zeilenhöhe von O,lOm errechnen. Zwei der genannten Inschriften lassen sich ohne weiteres in denselben Zeitraum wie die "Große Spenderliste" , nämlich in die Regierungszeit des Kaisers Tiberius, einordnen. Nr. 2, das Ehrenmal für die Familie des Gerrnanicus, steht möglicherweise in Zusammenhang mit dem Aufenthalt des Gerrnanicus in de:r Gegend von Epheso im Jahr 18 n. Chr. 18 . Der Geehrte des Denkmals Nr. 4 ist C. Sextilius PolIio l9 , der Erbauer des Aquädukts 20 und der Basilika auf dem Staatsmarkt21 . Aquädukt und Basilika wurden in den Jahren 4-14 n. Chr. fertiggestellt, die Datierung des Polliobaus ist dann wohl etwas später anzusetzen. C. Sextilius Pollio wird, wie es scheint, auch in der "Großen Spenderliste" an prominenter Stelle genannt 22 . Für Nr. 1 und Nr. 3 23 gibt es keine exakten Datierungskriterien. 5) IvE V 1578A, Taf. 12a (Abklatsch) Die Neopoioi eines Jahres Stele aus weißem Marmor, von einem verzierten Kranzgesims bekrönt. H: 0,91 m B: 0,37 m Zh: etwa 0,017 m. Die Inschrift wurde von Hicks (GIBM II12, 208f.) in die Mitte oder in die zweite Hälfte des 1. Jh. n. Chr. datiert. Die Argumente, die Hicks anfülut, richten sich gegen eine spätere Datierung in das 2. Jh. n. Chr., keines der von ihm genannten Beweismittel - Schrift, das Fehlen römischer Namen, Orthographie - schließt jedoch eine frühere Datierung in die Zeit des Tiberius aus. Eine Parallele zur "Großen Spenderliste" ist, abgesehen von der gleichen Schrift, auch auf prosopographischem Gebiet zu finden: Der in Zeile 14 von IvE 1578A ge18 Befragung des Orakels von Klaros: Tac., Ann. 11 54, vg!. D. Knibbe, Epigraphische Nachlese im Bereiche der ephesischen Agora, ÖJh 47 (1964/1965) Beib!. Sp. 15. 19 Zur Familie des C. Sexlilius Pollio vgl. D. Knibbe, M. Büyükkolancl, Die Bauinschrift der Basilika auf dem so enannten Slollfsmarkt VOll Ephesos, ÖJh 59 (1989) 44f. und

Neue Inschriften XI 199-202. 20 Bauinschrift des Aquädukts: IvE VII, 1 3092. 21 Bauinschrift der Basilika (Ephesos-Plan Nr. 21): IvE II 404, vgl. auch Knibbe, Bü)1ikkolancJ Die BauinschriJt (s. o. AIlO1 . 19) 43f. und Neue Inschriften XII Nr. 80. 22 Neue Inschriften Xl NT. 37a, rechte Kolumne Z. 4. 23 R. Heberdey, FiE 11 157 Nr. 33, datiert IvE Vl 2033 "etwa um die Wende un rcr Zeitrechnung" und weist auf die große Ähnlichkeit der Schrift mit jener der damal bekannten Fragmente der "Spenderliste" hin.

82

Christa Mayer

nannte ]a~ 'Ep~LOAaou ist wohl identisch mit jenem 'AptO"'tea~ 'EplloAaou 'tou 'kr'tO;AOU der ,Spendedi te', der gemein am mit einer Mutter Slratonike die beachtliche Summe von 1500 Denaren spendete 24 , Datiert man IvE I578A wegen der unverkennbaren S hrift und der pro opographiehen Pm'allele in die Zeit de Tiberiu, dann i t jedoch die im Repertorium25 getroffene Fe t teilung, der in Z. Ilf. genannte nu9(O>v TIepryevouc; sei mit dem auf mehrere n eph si ehen In 'chriften genanl1len Asiar hen T. MiouLOC; TIEpyevouc; UlOC; TIu9lO>V identisch nicht mehr aufrecht zu balten da T. Fi. Pylhion noch J 15/6 n. ehr. lebte26 . Darüber soll im Anhang ,Zur Familie des T. FI. Pythion noch genauer geproehen werden.

Einfügungen von Namen in Listen älteren Datums 6) IvE III 993, Taf. 9c Liste mit Frauennamen27 (Z. 4) Quader aus weißem Marmor, links abgebrochen; H: 0,69m B: 0,585m D: 0,29m Zh: Z. 4 (einge choben): etwa O,025m. Vier Namen dieser Liste (von oben gerechnet der erste, dritte, vierte und fünfte Name) sind mit einer Schrift beschrieben, die sich etwa in die Jahre 38 v. Chr.-18 v. Chr. datieren läßt28 , der sechste kann zeitlich nicht eingeordnet werden. Der zweite Name wurde ganz offen ichrlich spät ~ r hinzugefügt, denn ur 'prüngüch war zwischen den Einträgen iJl Ab land gela sen worden. welcber anfangs die Höhe einer ganzen Zeile hatte, danach aber kleiner wurde. In den ersten dieser Abstände wurde nun nachlräglich ein Name mit den ganz typi hen Zügen der Schrift der "Großen Spenderljste" eing fiigL Der Schreiber hatte im Gegen atz zu den anderen Einträgen nur eine einzige Zeile zur Verfügung, weshalb er die Buchstaben sehr gedrängt schreiben mußte. Die auf der Liste genannten Frauen sind bisher unbekannt, ebenso unbekannt ist auch die ursprüngliche Länge der Liste. So bleibt zur Datierung nur das Schriftbild. Nimmt man an, daß der Schreiber der "Großen Spenderliste während der Regierungszeit des Tiberius gearbeitet hat, dann wurde der zweite Name mindel ten dreißig Jahre später eingemeißelt al die übrigen Namen. Die e Vorgang weise mag velwundern, hat aber eine Entsprechung im folgenden Beispiel.

24 Neue Inschriften XI Nr. 37a, rechte Kolumne Z. 1Of. 25 IvEVS .87.

26 IvE V 1500.

[Au ]'tprovw.(( v]] in Z. 10 der Inschrift ist deutlich erkennbar eradierL. Autronia teht also eben'o wie die anderen auf der Liste genanlllen rauen im Nominativ 0 daß c sich meines Erachtens nicht, wie im Repertorium angegeben, wo eine Ehrung fLlr Autronia, ondem um eine Liste handeIl, die nach und nach Ulll je- einen weiteren Namen ergänzt wurde. 28 Vgl. C . Mayer, Schreiber und Steinm.etz.. Beobachtl/ngen an ephesischell leillillsc/rrij;cn, in: F Knibbe (5. o. Anm. 17) 110- 11 2. 27 Das zweite N von

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (IvE V 1687)

83

7) IvE Ia 9N (Schicht 111, Z. 17-23 B), Taf. 12b (Z. 21-23) Liste von Agonotheten 25/4 und 24/3 v. ehr., H: 0,64m B: I,51m D: 0,75m. Der Stein ist stark versintert, die Buchstaben sind nur schwer zu lesen, deshalb kann kein Photo gezeigt, sondern nur die Nachzeichnung der Buchstaben wiedergegeben werden. Im Theater von Epheso wurden im Obergeschoß de Skenegebäudes zwei Listen mit Agonotheten der Dionysien gefunden (IvE 9) . Die er te Li te (IvE 9S) enthält ein Verzeichni von Agonotheten der Dionys ien, die auch gleichzeitig Priester der Göttin Roma waren; die Datierung erfolgte durch die Nennung des eponymen Prytanen. Das Verzeichnis reicht von den Jahren 5110 bis 40/39 v. ehr. Die zweite Liste (IvE 9N) ist eine Fortsetzung der ersten, mit dem Unterschied, daß nun der Agonothet der Dionysien nicht mehr Priester der Dea Roma war, sondern im Jahr der Agonothesie auch das Amt des Prytanen bekleidete. Von dieser zweiten Liste wurden insgesamt sechs Steinlagen gefunden. Die beiden untersten Schichten, I und Il, standen in situ. Schicht IIl, der unser besonderes Interesse gi Il, gehört nach den Dübellöchern sicb r über Schicht rr29 . E wurden zuerst diese drei Steinl agen, beginnend bei Schicht III bi hinunter auf Schicht I be chrieben 30 . Als auf Schicht I kein Platz mehr zur Verfügung stand , wurde die Li te wahrscheinlich auf der darübergelegten Schicht IV fortgesetzt. Derselbe Vorgang wiederholte sich noch zweimal, indem man Schicht V und Schicht VI hinzufügte. Am linken oberen Ende von Schicht 111 beginnt also die Liste jener Agonotheten der Diony ien, die zugleich au h die Prytanie au iibten. Di Amt zeit des erstgenannten Prytanen "Apcx-roC; 'ApO:"tou 'tou 'Ap'ttflCJ>VOC; läßt ich in da Jahr 39/8 v. ehr. datieren 31 , für den letztgenannten Prytanen v n Schicht 1 Hißt ich da Amtsjahr 32/ 1 v. ehr. errechnen. Die danach beschriebene Schicht IV weist zwei Spalten auf, deren rechte nach der Aufstellung von Heberdey ihre Fortsetzung auf Schicht IIIb findet. Der Eintrag auf IIIb lautet: 17

DpecrßCJ>v 'Av'tcxtou, tEpE[UC;] ~tovucrou , npu"tuvEucruC;

2l

KUt aYCJ>v08E't~cruC; -ru ~toVU­ crlU nup' Eu'tou. Eüßwc; DpecrßCJ>voc;, tEPEUC; 'AnoAACJ>voC; TIu8iou KUt tEPEUC; 'AcrKATjmOU, npu'tuvEucrm; 'tu ~tovucrTjU EK 'tmv i8tCJ>v .

Obwohl die Datierung der Prytanie des TIpecrßCJ>v 'AV'ta tou in das Jahr 25/4 v . ehr., die sich aus der von Heberdey er teilten Reihung ergibt keine Probleme macht, da

29 Heberdey, FiE II, 151; vgl. die Zeichnung a. O. S. 152 oder in 1vE 1a, S. 61. 30 Heberdey, FiE Il , 154. 31 1vE IV 1387, vgl. J . und L. Robert, Bult. epigr. (1972) Nr. 388.

84

Christa Mayer

derselbe Presbon von einer anderen Inschrift aus frühaugusteischer Zeit bekannt ist32 , erheben sich Zweifel, ob der Eintrag auch tat ächlich zu dieser Zej[ erfolgte. Abgeehen von der charakteristischen Schrift. die ganz eindeutig dem Schreiber der "Großen Spenderliste" zuzuweisen ist. zeigt der Eintrag auch noch andere Eigentümlichkeiten: 1) Auf Presbon, Sohn des Antaios, folgt offenbar sein Sohn Eubios. Die direkte Aufeinanderfolge von Vater und Sohn im Amt der Prytanie ist zumindest ungewöhnlich. 2) Die Abweichung des Textes von der tehenden Formel ... 1tp'll'taveuaa<; Kat a'Yrovoee't~aa<; 'ta Lhovuata EK 'trov U5ic.ov (oder 1tap' kcx'I)'tou - mit Ausnahme von 95, Z. 11 auf dem Stein immer 1t(lP' E(l'tOU ge chrieben) durch Nennung von weiteren Priesterämtem neben der Prytanie. Presbon war, wie auch aus IvE m 902 erichtlich ist, Priester des Diony os, sein Sohn Eubio war Priester des Pythischen APOU0 und des Asklepios. Auffällig ist auch ein Versehen de Schreibers in Zeile 22f.: 1tpu'Caveuaas 'Ca 6LOvUata, anstelle von n:p'll'taveuaas Kat ayrovoge'tl)o(ls 'ta 6tOvUOta, das seine Ursache sicher in dem Bestreben hatte, mit dem vorhandenen Platz auszukommen. 3) Die Schreibung 6toVUcr1W in Zeile 23 kommt in der Liste nur hier vor33 . Wegen des Schriftbildes und der Abweichungen vom Textformular ist auch bei die. em Eintrag anzunehmen, daß er erst später binzugefügt wurde eine Erklärung für den Grund dieses Nachb'ags läßt ich bei der d lozeitigen Quellenlage aber nicht finden. Der Typus der Buchstaben der "Großen Spenderliste" unterscheidet sich nicht wesentlich von dem anderer ephesischer Inschriften des frühen ersten nachchristlichen Jahrhunderts. Die Charakteristika dieser Schrift liegen einerseits im besonderen Schwung der Linien und der Zierstriehe, andererseits in der von der Norm abweichenden Größe einzelner Buchstaben, die vom Schreiber konsequent eingehalten wird. Infolge dieser Eigenheiten ist es möglich , die hier vorgestellten Inschriften einem einzigen Schreiber zuzuweisen, der in der Regierungszeit des Tiberius gearbeitet hat, wobei eine zeitliche Eingrenzung nach unten oder oben mit Hilfe des heute zur Verfügung . lehenden Materials n ch nicht möglich i t.

32 IvE m 902, vg!. D. Kni.bbe ÖIh SO (1972-1975) Beib!. 16-20 Nr. 6. C. Maycr, Zur Datieru/lg der Schrift al/I dem Sarkophag 5/ in: D. Knibbe, H. Thür, Via Sacra Ephesiaca 11 , BerMatÖAT 6 ( 1995) 55. 33 Die Endung -1)(X erinnert Iln die Endungen d r Nomina rA.auKlloc;. EXUPll0C;, XTlA.(OvTl 0C; u. a. im Text der In chJ.i ft IvE V 1578A (obeu Nr. 5, S. S If.), die ja von demselben chreiber au geführt wurde. Zum Wechsel zwiscllen kur..:em oder langem l El, und" vgl. die Erliiuterllngen von Hicks, GIBM 111 ,2 S. 20 f., und F. Th. Gignac, A Grammal' ol,he Greek Papyri 01 the R O/l1(1TI emd L1yzomil/fJ Periods I, Milano 1.976 , 189- 19J und 235- 241.

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (IvE V 1687)

85

Anhang: Die Familie des T. Fl. pythion34 Wie oben ausgeführt wurde, muß die Inschrift IvE V 1578A wegen der charakteristischen Schrift, die mit der Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Kaisers Tiberius identisch ist, um etwa fünfzig Jahre früher datiert werden als bisher angenommen. Aus diesem Grund läßt sich der in den Zeilen 11f. genannte Pythion, Sohn des Perigenes, Enkel des Perigenes, nicht mehr länger mit dem von mehreren ephesisehen Inschrirten bekannten Asiarchen T. Fl. Pythion, Sohn des Perigenes, gleichsetzen 35 , da der Asiarch noch im Jahr 115/6 n. Chr. lebte (IvE V 1500). Es ist jedoch nicht auszuschließen, daß der Neopoios von IvE V 1578A der gleichnamige Großvater des Asiarchen war. In letzLer Zeit sind mehrere Al'beiten erschienen, in denen die ephe i che Prosopographie einen wichtigen Platz ei nnimmt 36 . Wei l cüe Untersuchungen, soweit ie die Familie des T. PI. pythion 37 betreffen, dtu'chau nicht immer zu den gleichen Ergebnissen führen, möchte ich hier noch einmal die Quellenlage aufrollen, wobei. genau unter chieden werden soll zwi ehen den belegbaren Fakten und den Unsicherheiren der Genealogie, die dOl1 zu finden sind, wo mall ich mit Rüekschlü eo oder nicht sicher bewei baren Identifikati nen helfen muß. Das früheste datierbare Zeugnis für den Asiarchen T. Fl. Pythion . rammt aus dem Jahr 104/5 n. Chr. (IvE ru 858)38, der Vater des Asiarchen hieß Perigenes (IvE VII 34 Literatur, die im folgenden in Abkürzung verwendet wird: Rossner 1974: M. Rossner, Asiarchen und Archiereis Asias, Studii Clasice 16 (1974) 101142. FiE IX, 1, 1: D. Knibbe, Der Staatsmarkt. Die Inschriften des Prytaneions, FiE IX, I, 1, Wien 1981. Kellr ley 1987: R. A. Keadey, So me asiarchs of Ephesos, in G. H. R. Horsley (ed.), New DocumeOl Illustrating Early Christianity
86

Christa Mayer

3033 und 3034). Etwa zur gleichen Zeit wie Pythion ist in Ephesos auch ein Asiarch und Prytane mit dem Namen T. Fl. Perigenes belegt (IvE IV l270) 9. T. Fl. Perigenes könnte wohl der Vater des Pythion ei n dann wäre aber zu erwarten, daß der A iarch in den Inschriften der nachfolgenden Generationen erwähnt wird, was nicht der Fall ist. Ebensogut könnte Perigenes ein Bruder oder ein entfernterer Verwandter des Pythion sein. Keine fall i t er jedoch identi eh mit einem der Buleuten und Neopoioi T. Fl. Perigenes d. Älteren und T. Fl. Perigenes d. Jüngeren, die erst in der zweiten Hälfte des 2. Jh. n. ehr. in Ephesos lebten (IvE IV 1044 = FiE IX,I,1 B 44)40. Einer der beiden letztgenannten ist wahrscheinlich auch der Prytane T. Fl. Perigenes, der auf einer erst nach Abschluß des Repertoriums edierten Inschrift (Neue Inschriften X, 142f.) genannt wird. Zurück zu T. Fl. Pythion: er war verheiratet mit Flavia Myrton und hatte drei Söhne, die Flavii Aristobulos, Iulianus und Scapula, sowie eine Tochter, Flavia Pythias . (IvE VII,1 3033 und 3034). Außer der Asiarchie bekleidete er auch das Amt eines Grammateus (zweimal, IvE III 858) und übernahm gemeinsam mit seiner Frau die immerwährende Gymnasiarchie der Artemis (IvE V 1500)41. Sein Sohn T. Fl. Mi tobu los war jm Jahr 1J 5/1 16 'YPO:J.l.J.l.O:'teuc; 'toü ÖnJ.l.0U und führte den Tite l eine A iarehen42 (IvE V 1500); im darauffolgenden Jahr war er Prytane (JvE IV I384C)43. Auch T. FI. Iulianus, der Bruder des ATistobulos i t als Asiarch dokumentiert (lvE m 712B; IvE VII 4342) . 39 Dic zeitliche Einordnung der Ln ehri fl IvE IV J 270 i t durch die Nennung de ~Epeu<; 9twv ·Et..EUO"ElVlOOV SlcX ßio1.J [r. AlIc] Mal;lJ.lo<; 'lou[AlCtv]o<; möglich. . Liciniu Maximus lul ianus war 105 n. ehr. oder in inem der darauffolgenden Jahre Prytanc, vgl.1vE IV 1022 = Fiß IX, I , I ß22. 40 KCll..-Jcy 1987.51 idenlifiziert d n älteren T. PI. Perigc ncs als Vater und den jüngeren Perigene. al. Bruder des 1 . PI. Pythion . 4t Zur immerwährenden Gymnasiarchic der Artemis s. J. Keil, Da Ullierrlcltrswesell im (I/Itikcn EpheslIs, Anz. Ö W 88 ( 1951) 336 NI'. 4. E. FOnlanj, La gillnasiarchia perl'etua di Artemide (/ Ejeso, in: H. Friesinger (H rsg.), 100 Jahre Österreichisclle Pors hllnge1l ill EpheSos, Akten d Symposiums Wien 1995 (Denk, chr. Östen·. Akad. d. Wissensch. phil.hist. Klasse 260). 26 267. H. ngelmann. Ephesiaca, ZPE 121 ( 1998) 308f. und Neue [0schriften XHI Nr. 17 . 42 Aus der Formulierung der In chrift : ... il (jHAOO"EßCtO"1:0<; 'Ecpeoloov ßOUA11 KCtI (, VEOKOPO<; SilJ.lo<; Kcx81epooocxv. EltL clv9ultcY.-tou ß rtttou n pOKAOU. IjIllq)lO"CX~l' vou T(i-rou) (I>Ä.CX[OUlOV] 'Ap\O"'toßou?"'ou cXota[pxou to'Ül ypCtJ.lJ.lCX'tEro<; 'tou [S{lIlou j ... geht nicht zwingend hervor. daß Ari lobulo die Ämter des Grammateus lind des A iarchcn gleichzeitig ausgeübt hat. Einiges deutet darauf hin, daß der Ehrentitel eines Asiarchen auch nach dem Amt jallr weitergefUhrt wurd (vgl. R. Merkelba h, Der Rangstreit der Städte Asiens IIl/cI die Rede des Aelills Arisiides lIber die Eintracht ZPE 2 [1978J 288 und Ro sner 1974, 107). Hingegen gehen Kearslcy 1987,51 zu T. PI. Pythion und T. PI. Aristobulos, sowie Schulte 1994,190 zu T. FI. PyLhion und 183 zu T. FI. Ari tobulos davon au ,daß dje genannten Pe(sonen die Ämter eines A iarchen UJld eines 'YPCtJ.lJ.lcx'teu<; tou Ö~J.lOU gleichzeit:& bckleidet haben. Daß Ari lobulos auf dieser Inschrift den Ehrentitel eines A iarchen nicht trägt, läßt sieh au dem harakter der In chrifl erklären: Ari tobuJos ist nur als eponymer PrYlane genannt. Hingegen ergibt ich au dem Wortlaut der oben genannten In chrift IvE V l500 , die auf Antrag de Grammateus Aristobulos erricbtet wurde, ganz klar, daß einer der Grunde fUf die rrichlung de Ehrenmales filr Kai er Trajan die Betonung der ehrenvollen teUung des Ari tobulos und seiner Ellern war.

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (lvE V 1687)

87

Weniger klar ist die Quellenlage bei der nächsten Generation. T. FI. Iulianus hat einen gleichnamigen Sohn. Nur eine einzige Inschrift (IvE VII 4342), die ihm als Prytanen gesetzt wurde 44 , bezeichnet den jüngeren T . FI. Iulianus ausdrücklich als Sohn des Asiarchen T. FI. Iulianus und Enkel des T. Fl. Pythion. IvE III 674 ehrt einen T. FI. Iulianus, den Sohn und Enkel von Archiereis der Provinz Asia45 , ohne daß die Namen der Vorfahren genannt werden, als Wohltäter der Vaterstadt und wegen seiner Bautätigkeit. Ebenso wird der /,PUIlIlU1:EU<; 1:0U ÖlJJlOU T. FI. Iulianus in einer neugefundenen Inschrift46 als Sohn und Enkel von Archiereis der Provinz Asia bezeichnet. Wegen seiner Bautätigkeit erhält ein YPUIlIlU1:EU<; 1:0U ÖlJllOU T. FI. Iulianus eine Ehrenstatue (lvE III 674A). Aus dem Text der letzgenannten Inschrift läßt sich zwar nicht ersehen, ob der Vater oder der Sohn gemeint ist, die Betonung der Bautätigkeit läßt jedoch eher an den Sohn denken . Die sichere Zuordnung ist in diesem Fall nicht möglich, weil der Vater inschriftlich zwar nur als AsiarchlArchiereus belegt ist, man aber doch annehmen muß, daß er auch wichtige städtische Ämter bekleidet hat. Eine schon oben erwähnte Inschrift (Neue Inschriften X 142f.)47 weist auf den Sohn hin: die Urkunde wurde abgefaßt, als ein T . FI. Iulianus YPUIlIlU1:EU<; 1:0U ÖlJllOU war, zugleich war Vedia Papiane Priesterin der Athene auf Lebenszeit. Durch die Nennung der Vedia Papiane, der Schwester des M. Claudius P. Vedius Papianus Antoninus, des "Erblassers", kommen wir in die zweite Hälfte des zweiten Jh., was dafür spricht, daß der genannte YPuIlIlU1:EU<; 1:0U ÖlJllOU eher der jüngere T. FI. Iulianus war als sein Vater4 8 . Zusammenfassend können wir sagen, daß der jüngere T. FI. Iulianus die Prytanie bekleidet hat, YPUIlIlU1:EU<; 1:OU ÖlJJlou war und sich durch seine Bautätigkeit um die Vaterstadt verdient gemacht hat. In das Gesagte fügt sich eine weitere Inschrift ein, die schon in die Regierungszeit des Caracalla führt, deren Text aber an den für uns entscheidenden Stellen nur fragmentarisch erhalten ist (Neue Inschriften XI Nr. 3)49. Hier tritt ein FI. Iulianus, Sohn des FI. Iulianus, Sohn eines Archiereus, Prytane und /,PUIlIlU1:EU<; 1:0U ÖlJIlOU, als Ekdikos des Rates von Ephesos auf. Der Text läßt sich in dieser Form zwar gut mit den oben genannten Quellen kombinieren, die Lesung ist aber nicht gesichert. Sollte 44 Die Ergänzungen [E7ttO"'ta:tTlv €PYcov] ~eyuACO[V und [ypa~~]a'tEu[oY'ta 'tl,v na]'tpiöa im Text derselben Inschrift sind nach Keil hypothetisch , s. IvE VD 500 . 45 Obwohl niemand an der Identität des T . FI. Iulianus von IvE VII 4342 und IvE III 674 zweifelt, führt die Tatsache , daß in der ersten Inschrift Sohn und Enkel von Asiarchen, in der zweiten jedoch Sohn und Enkel von Archiereis der Provinz Asia genannt werden, zu verschiedenen Auslegungen, je nachdem, ob der betreffende Autor Vertreter der Identifikationstheorie (s . o. Anm. 36) ist oder nicht. Keil (FiE IV 3 Nr. 42) nimmt z. B. an , daß in beiden Fällen der gleichnamige Vater des T . FI. Iulianus sowie der Großvater T . FI. Pythion gemeint ist, Kearsley 1987, 54 stellt hingegen fest, daß der anonyme Großvater von IvE III 674 nicht Pythion sein muß, sondern eben ogu! ein Großvater mütterlicherseits sein kann . 46 M. Büylikkolancl, H . Engelmann In.rchrijren aus Epllesos, ZPE 120 (1998) 72f. 47 S. o. S. 86. 48 Die Herausgeber meinen hingegen zu dem auf der Inschrift genannten T. FI. Iulianus : " ... nicht zu verwechseln mit T. FI. Iulianus Vater oder Sohn , Sekretäre der Volksversammlung unter Anton inus Pius oder Marcus" . Ihnen fo lgt chulte 1994 , 186f.) Nr. 118. 49 = B.lpUk yioglu Eine neue Ehrung jiir Kaiser Caracal/a (11/ Ephesos . EA 9 ( 1987) 111 - 11 3. In Zeile 15- 18 iSl zu le eo: ... eK~ll(Ou V'tOC; cfJA.(
88

Chrisla Mayer

der Ekdikos tatsächlich der jüngere T. Fl. Iulianus gewesen sein, so müßte er außerdem ein beachtliches Alter erreicht haben, da sein Vater T. Fl. Iulianus d. Ä. ja schon 109/110 n. Chr. belegt ist (IvE VII 3033 und 3034). Der zweite Enkel des T. Fl. Pythion, den wir von den Inschriften her kennen, ist C. Fl. Furius Aptus (IvE VII 3064). Er war Dionysospriester (IvE IV 1267) und Alytarch (lvE 11 502 und 502A, IvE IV 1099). Die Eltern des C. Fl. Furius Aptus sind namentlich nicht bekannt. Da Furius Aptus einen Sohn mit dem Namen T. Fl. Lollianus Ari tobulos hat (IvE III 675), wird in der neueren Literatur angenommen, daß er selbst ein Sohn des T. Fl. Aristobulos sei 50 . Keil (FiE III Nr. 64) vern-at jedoch die Meinung, C. Fl. Furius Aptus dürfte nicht das Kind eines der Söhne des T. Fl. Pythion sein, sondern das seiner mit einem C. Furius vermählten Tochter Fl. Pythias, und den Namen Flavius nach dem angesehenen Großvater führen 51 . Meines Erachtens hat diese Meinung einiges für sich. Ohne daß es möglich ist, einen direkten Zusammenhang herzustellen, sei darauf hingewiesen, daß auf der Bauinschrift des Fischereizollhauses (IvE 20 A.b.18f. aus den Iahren 54-59 n. Chr.) ein C. Furius gemeinsam mit seinem Sohn 25 Denare spendet, womit zumindest belegt ist, daß eine Familie mit die em Namen in Ephesos lebte. C. Fl. Furius Aptus war möglicherweise mit einer Lollia verheiratet52 . Der letzte bekannte Nachkomme des T. Fl. Pythion ist der schon oben genannte T. Fl. Lollianus Aristobulos, Sohn des C. Fl. Furius Aptus (IvE III 675). Er lebte am Ende des zweiten Ih. 53 und schaffte als erster der Familie den Karrieresprung in den römischen Senat (IvE III 675 und 864). Stemma der Familie des T. Fl. Pythion 1) (T. FI.?) Perigenes

I 2) T. Fl. Pythion

00

Flavia Myrton

I 3) T.Fl. Aristobulos 4) T.Fl. Iulianus d. Ä. 5) T.Fl. Scapula 6) Flavia Pythias 00 (?) C. Furius I I 7) T .Fl. Iulianus dJ. (?) I 8) C.Fl. Furius Aptus I 9) T.Fl. Lollianus Aristobulos

50 Vgl. die Stemmata in IvE vn I und bei Campanile 1994 (s. o. Anm . 37). 51 Vgl. W. Eck. RE Supp\. 15 (1978) 100 Flaviu Nt. 1I7a. 52 Vgl. D. Knibbe. Neue Inschriflen alls Epheso VI , ÖJh 50 (1972-1975), Beibl. 63: "C. Fl. Furius Aptus, der Vater des Lollianos Aristobulos, war wahrscheinlich mit einer Lollia verheiratet, was das Co gnomen seines Sohnes erklären würde, der seinen zweiten Namen Aristobulos offenbar nach seinem Großonkel väterlicherseits führte". 53 Vgl. H. Halfmann, Die Senatoren aus den kleinasiatischen Provinzen des römischen Reiches vom 1. bis 3. Jahrhundert, in: Epigraphia e ordine senatorio II (Tituli 5), Rom 1982, 628.

Ephesos: Die Schrift der "Großen Spenderliste" aus der Zeit des Tiberius (IvE V 1687)

89

1) (T. Fl. 7) Perigenes

IvE 3033 und 3034, 109/110 n. Chr.: Vater des T. Fl. Pythion. 2) T. Fl. Pythion

00

Flavia Myrton

IvE 674: Archiereus v. Asia (Großvater des T. Fl. Iulianus d. J., nicht namentlich genannt). IvE 858, 104/5 n. Chr.: Asiarch; Grammateus zum zweiten Mal. IvE 1500, 115/6 n. Chr.: Vater des Asiarchen T. Fl. Aristobulos; Archiereus; gemeinsam mit seiner Gattin Fl. Myrton Gymnasiarch der immerwährenden Gymnasiarchie der Artemis . IvE 3033 und 3034, 109/110 n. Chr.: T . Fl. Pythion, Sohn des Perigenes, Tribus Quirina; Gatte der Fl. Myrton; Vater der Flavii Aristobulos, Iulianos, Skapula und Pythias; Asiarch. IvE 3064: Großvater des C. Fl. Furius Aptus. IvE 4342: Großvater des T. Fl. Iulianos d. J.; Asiarch. Rossner 1974, 130; Schulte 1994, Nr.l24; Campanilel994, Nr. 91a. 3) T. Fl. Aristobulos IvE 670A. IvE 1384C, 116/7 n. Chr.: Prytane. IvE 1500, 115/6 n. Chr.: Sohn des Archiereus Pythion; Asiarch; ypalllla'tE1)~ 'tO'u ÖTJIlOU. IvE 3033 und 3034, 109/110 n. Chr.: Sohn des Asiarchen T. Fl. Pythion und der Fl. Myrton. Rossner 1974, 128; Schulte 1994, Nr. 114; Campanile 1994, Nr. 91b. 4) T . Fl. Iulianus d. Ä. IvE 674: Archiereus von Asia. (7) IvE 674A: ypalllla'tEu~ 'tou ÖTJIlOU. IvE 712b: Asiarch. IvE 3033 und 3034, 109/110 n. Chr.: Sohn des Asiarchen T. Fl. Pythion und der Fl. Myrton. IvE 4342: Vater des T. Fl. Iulianos d. J.; Asiarch. Rossner 1974, 129; Campanile 1994, Nr. 91c. 5) T. Fl. Skapula IvE 3033 und 3034, 109/110 n. Chr.: Sohn des Asiarchen T. Fl. Pythion und der Fl. Myrton . 6) Flavia Pythias

00

(7) C. Furius

IvE 3033 und 3034, 109/110 n. Chr.: Tochter des Asiarchen T. Fl. Pythion und der Fl. Myrton. 7) T. Fl. Iulianus d. J. IvE 674: Sohn und Enkel eines Archiereus von Asia. (7) IvE 674A: 'Ypalllla'tEu~ 'tou ÖTJIlOU. IvE 4342: Sohn des Asiarchen T. Fl. Iulianos; Enkel des Asiarchen T. Fl. Pythion; Prytane. Neue Inschriften X 142f.: 'Ypalllla'tEu~ 'tou ÖTJIlOU. (7) Neue Inschriften XI Nr. 3, zw. Okt. 213 und 214/217 n. Chr.: Ekdikos, Sohn eines Archiereus der Provinz Asia und Grammateus. ZPE 120 (1998) 12f.: 'Ypalllla'tEu~ 'tou ÖTJIlOU. Schulte 1994, Nr. 118

90

Christa Mayer

8) C. Fl. Furius Aptus IvE 502 und 502A: Alytarch. IvE 675: Vater des T. Fl. Lollianus Aristobulos. (?) IvE 834: Neokoros. IvE 1099: Alytarch. IvE 1267: Dionysospriester. (?) IvE 1932A. IvE 3064: Enkel des T. Fl. Pythion. 9) T. Fl. Lollianus Aristobulos IvE 675: Sohn d. C. Fl. Furius Aptus; Synkletikos. IvE 864: Synkletikos. Eck, Flavius, RE Suppl. 15 100 Nr. 117a; Halfmann, Epigraphia e ordine senatorio 11, Rom 1982,628. e-mail: ChristaMayer@cgm.at

Christa Mayer

Tafel 8

zu Mayer: S. 78

Tafel 9

ABrAS:CBOJ~J\B

B~ O rrr~>;:xcpx
....

Taf. 9b: zu Mayer: S. 80, 1

Taf. 9c: zu Mayer: S. 82, NI. 6

Tafel 10

zu Mayer: S. 80, NI. 3

Tafel 11

Taf. llb: zu Mayer: S. 81, NI. 4

Tafel 12

Taf. 12a: zu Mayer: S. 8lf., Nr. 5

r v B fot n Pi ,rB 0H"r ! l.I.JE':f r t->>r[')AAQH()~ fIY0IOY)<.AI1EPE-x:tAlJ.l /' ,-noynpYTA L.

i rA't,,"[,hLdONY2:)-J:4EJ~T~LNJL~:.lnH Taf. 12b: zu Mayer: S. 83f., Nr. 7