Protokoll der Gesprächswoche 2013 - Forum St. Stephan

Protokoll der Gesprächswoche 2013 - Forum St. Stephan

FORUM ST. STEPHAN GESPRÄCHE ZWISCHEN WISSENSCHAFT, KULTUR UND KIRCHE Protokoll der Gesprächswoche 2013 in St. Georgen am Längsee „UTOPIEN“ 28. Juli...

618KB Sizes 0 Downloads 4 Views

Recommend Documents

Der Dombau von St. Stephan
des Wien Museums. Wien Museum Karlsplatz. 11. März bis 21. August 2011. Eine Ausstellung in Kooperation mit dem. Kupfer

in St. Stephan - Dompfarre St. Stephan
01.12.2013 - DEZEMBER - Hl. Barbara (Märtyrin in. Nikomedien); hl. Johannes von Damaskus (Priester,. Kirchenlehrer). 17

500 Jahre Pfarrkirche St. Stephan, Leuk-Stadt - + Pfarrei St. Stephan +
500 Jahre Kirche St. Stephan, Leuk-Stadt ... Basilika, ein Abbild der Sittener Kathedrale errichtet werden mit einem hoc

Protokoll der Jahresversammlung vom 13. März 2013
13.03.2013 - Protokoll Jahresversammlung 2013. Protokoll der Jahresversammlung vom 13. März 2013. Salon Rouge, Restauran

Protokoll der Elternvereinssitzung vom 21. November 2013
21.11.2013 - Elternverein des Gymnasiums der Abtei Schlierbach .... "Kunst für Afrika" des Bischöflichen Gymnasiums Petr

Protokoll der Generalversammlung 2013 - Gewerbe Kloten
21.03.2016 - Holding AG und Beat Buchenhorner, Raiffeisenbank. 4. Protokollabnahme der GV vom ..... Benno Schlatter, Sch

Protokoll der Kirchgemeindeversammlung vom 4. Juni 2013
12.06.2013 - Römisch-Katholische Kirchgemeinde ... Erika Keller, Kurlistrasse 88, 8404 Winterthur ... anderen Priester s

St. Willibald
Artur Meier, Hr. Bergmeier, Pfr., Fr. Kraus, Sr. Doris. Öffentlichkeitsarbeit Aufbau + Betreuung der Homepage. (Pressea

Wahrhaft auferstanden! - Dompfarre St. Stephan
Kollonitsch ein weiteres Te Deum an- stimmte. Auch P. Marco war zugegen. ..... Segnung des Osterfeuers im Hof des Erzbis

Gesamtkirchengemeinderat Heilbronn 2013 - Protokoll
11.03.2013 - mann, Andrea Stahl, Ingo-Michael Greiner, Dr. Helmuth Bolz-. Bolzmann ... Anton Lambert (Baubüro), Dieter

FORUM ST. STEPHAN GESPRÄCHE ZWISCHEN WISSENSCHAFT, KULTUR UND KIRCHE

Protokoll der

Gesprächswoche 2013 in St. Georgen am Längsee

„UTOPIEN“ 28. Juli – 4. August 2013

Organisationskomitee: Peter Aichelburg, Lukas Kenner, Wynfrid Kriegleder und Christian Witz

"OTTO MAUER ZENTRUM", WÄHRINGER STRASSE 2 – 4, A – 1090 WIEN TEL. /+43/1/51552-5103 [email protected]

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Sonntag, 28. Juli 2013, 20 Uhr

„Utopie“ zur Einführung. Begriffsbestimmung und ein konkretes Beispiel Wynfrid Kriegleder, Wien I. Begriffsbestimmung A. Der Begriff „Utopie“ hat mehrere Bedeutungen: Zunächst ein literarischer Text von Thomas Morus aus dem Jahr 1516 – dann ein Gattungsbegriff für literarische Texte nach dem Muster der „Utopia“ von Thomas Morus (Erzählungen, in denen eine alternative / fiktive Gesellschaftsordnung geschildert wird) – dann (im 19. Jh.) eine Art des Denkens in Alternativen, die oft negativ konnotiert wird (fantastisch, absurd, nicht realisierbar, Schlaraffenland) – dann im 20. Jh., positiv konnotiert, eine Art des wirklichkeitsüberschreitenden Denkens (Ernst Bloch). B. Bei Thomas Morus ist Utopie ein räumlicher Begriff. (ou-topos bzw. eu-topos: der nicht-existierende Ort bzw. der gute Ort): Ein Europäer (wir sind im Zeitalter des Columbus) kommt auf eine bisher unbekannte Insel und findet dort eine ganz andere soziale Ordnung.) Schon bei Morus die Ambivalenz des Begriffs: Die Utopie ist eine fiktionale, spielerische, ironische Möglichkeit, ein Modell, eine Alternative zu einer unbefriedigenden (europäischen) Realität – ob sie wirklich ganz wünschenswert ist, bleibt offen. Thomas Mores Utopie beruht jedenfalls auf einer starken sozialen Kontrolle des Individuums. C. Der räumliche Begriff der Utopie wird im Lauf der nächsten 200 Jahre dynamisiert. Die Europäer finden nicht mehr eine fertige soziale Ordnung vor, sondern diese neue Ordnung muss erst hergestellt werden. Als Musterbeispiel Daniel Defoes Robinson Crusoe; im deutschen Sprachraum der voluminöse Bestseller von Johann Gottfried Schnabel, Die Insel Felsenburg (1731-43): Auf einer einsamen Insel wird ein ideales christliches (protestantisches), patriarchalisches Gemeinwesen errichtet.

D. Im 18. Jh. ist die Welt kartographiert, es gibt keine einsamen Inseln mehr. Die Utopie kann nicht mehr irgendWO, sie muss in der Zukunft irgendWANN hergestellt werden. Utopie wird zu einem zeitlichen Phänomen, die ideale Gesellschaft wird als Projekt in die Zukunft verlagert. In der Literatur beginnt diese Tendenz mit dem Zeitreise-Roman von Louis-Sébastien Mercier, L’An 2440 von 1771.

II. Ein konkretes Beispiel, das den Übergang von der Raum-Utopie zur Zeit-Utopie zeigt und außerdem die problematische Seite von Utopien vor Augen stellt, ist David Christoph Seybolds Reizenstein. Die Geschichte 1 eines deutschen Offiziers von 1778/79. A. Zum Inhalt: Der umfangreiche Roman erzählt die Geschichte mehrerer befreundeter Menschen aus Deutschland, die alle zuhause Probleme haben und letztlich nach Amerika auswandern. Der Roman spielt in der damaligen Gegenwart, während der „amerikanischen Revolution“; die Hauptfigur, der junge Offizier Reizenstein, kämpft auf der Seite Washingtons gegen die Briten. 1

David Christoph Seybold: Reizenstein. Die Geschichte eines deutschen Officiers. Hg. v. Wynfrid Kriegleder. (=SealsfieldBibliothek. Wiener Studien und Texte, hg. v. Alexander Ritter, Bd. 2). Wien: Edition Praesens 2003.

2

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

B. Seybold, von Beruf aufklärerisch engagierter klassischer Philologe, schrieb und veröffentlichte diesen Roman, bevor der Sieg der amerikanischen Kolonisten feststand. Die letzten Kapitel des Romans sind daher eine ZeitUtopie. Seybold phantasierte, dass die Amerikaner den Krieg gewinnen würden (womit er Recht behielt) und dass sie einen utopischen Staat errichten würden (dessen von Seybold imaginierte Details natürlich historisch „falsch“ sind). C. Der von Seybold erträumte neue Staat enthält viele Elemente, die sich im utopischen Diskurs seit Thomas Morus finden und mit denen sich wohl viele zeitgenössische Aufklärer identifizieren konnten:

   



Es gibt kein Privateigentum. Es gibt keine Städte mehr; New York und Philadelphia werden zerstört, alle leben auf dem Land. Es gibt keinen Klerus, keine Ärzte (da ja alle gesund leben), keine Juristen. Der jeweilige Hausvater leitet seine Familie auch religiös; in der Freizeit widmen sich alle den Wissenschaften. Um sich gegen militärische Angriffe von außen zu schützen, werden alle Häfen zerstört, entlang der Küsten wird ein undurchdringlicher Zaun errichtet. Wer einwandern will, muss zunächst ein Jahr lang in eine Art moralischer Quarantäne, um die Untugenden des alten Europa abzulegen. Ein einziger Hafen bleibt offen. Hier werden jährlich die landwirtschaftlichen Überschüsse nach Europa verkauft, dafür werden aus Europa Kulturgüter (Bücher) importiert.

D. Einem Leser des 21. Jahrhunderts, der auf die versuchten Utopien des 20. Jh.s zurückblickt, wird angesichts der von Seybold im 18. Jh. erträumten Utopie natürlich unbehaglich. Alle Städte zerstören und die Menschen aufs Land treiben, das machten auch die Khmer Rouge in Kambodscha (und ermordeten eine Million Menschen). Einen angeblich gegen Angriffe von außen errichteten „antifaschistischen Schutzwall“ baute auch die DDR. Etc. Für den Aufklärer Seybold ist es völlig undenkbar, dass irgendjemand in seinem Amerika mit der tollen Utopie nicht einverstanden sein könnte. Aber es gibt im Roman einmal einen verräterischen Satz – da schreibt der Protagonist ganz betrübt: „Daß doch Menschen zu ihrem wahren Glücke wie gezwungen werden müssen!“

An Seybolds Roman bewahrheitet sich jedenfalls die der Utopie von Anfang an inhärente Ambivalenz: Ein als regulative Idee notwendiges Programm, dessen tatsächliche Realisierung ziemlich problematische Konsequenzen zeitigt. Wynfrid Kriegleder, Wien

3

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Montag, 29. Juli 2013, 10 Uhr

Utopisches Denken. Zum ontologischen, ethischen und politischen Gehalt der Kategorie des Noch-nicht-sein Gottfried Schweiger, Salzburg

Vortrag: Im Zentrum des Vortrages stand der Begriff der Utopie bei Ernst Bloch als Denken des „Noch-nicht-Seins“. Utopien sind für Bloch beschränkt auf prinzipiell mögliche gesellschaftliche Zustände, sie sind nicht realiter aber in ihrer Möglichkeit wirklich. Zudem werden Utopien von Bloch tendenziell positiv konnotiert: es sind Entwürfe, die nicht nur sein können, sondern auch sein sollen. Die Voraussetzung für utopisches Denken ist eine prinzipiell mögliche, nicht determinierte Zukunft, wobei die Gegenwart als Vergangenheit der Utopie mit dieser verbunden bleiben muss (kein geschichtsfreier Raum). Zudem müssen Utopien wahrscheinlich sein, d.h. sie unterliegen materiellen und sozialen Möglichkeitsbedingungen. Der ethische Maßstab zur Bewertung einer Utopie muss sich an Würde, Gerechtigkeit und Moral orientieren, obgleich er, als auf Zukunft ausgerichteter, stets einen unsicheren Status hat. Gleichzeitig haben Utopien eine kritische Funktion für die Ethik der Gegenwart, denn sie fragen nach Zielhorizont derselben und bilden eine Korrektur zu blindem Fortschrittsglauben. Bloch selbst ist davon ausgegangen, dass sich langfristig die ethisch guten Möglichkeiten realisieren werden. Heute hingegen dominiert ein politischer Mangel an Utopien. Die Erhaltung und Verwaltung des „status quo“ stehen im Vordergrund, es herrscht ein durch „Sachzwänge“ gerechtfertigter Pragmatismus, der durch eine einseitig bestimmte Ökonomie zusätzlich verstärkt wird.

Diskussion: Zunächst stand die kontrovers diskutierte Frage im Raum, inwieweit sich eine utopiearme Zeit auf die Ethik einer Gesellschaft auswirkt und worin das ethische Unterscheidungsmerkmal von Utopien und Dystopien liegt. Dabei wurde zunächst festgehalten, dass sowohl für Utopien wie Dystopien dieselben ethischen Anforderungen gelten, das Unterscheidungsmerkmal ist das in diesen Entwürfen realisierte ethische Gute. Utopien eröffnen die Frage, was gut wäre, worauf hin eine Gesellschaft zusammenarbeiten soll. Dabei dürfen Utopien nicht mit Zukunftsprognosen verwechselt werden, es bedarf der Trennschärfe des Begriffs. In Rückbezug auf Blochs Position wurde weiters gefragt, ob Utopien wirklich allein auf angelegte Möglichkeiten abzielen, denn diese Position limitiert den utopischen Begriff. In Bezug auf die politische Dimension utopischen Denkens wurde diskutiert, ob Utopien die Fortsetzung bestehender Machtgefälle sind, weiters ob man allein einen individuellen utopischen Wurf wagen kann oder soll. Dies wurde verneint, denn damit würde man die Dimension des Politischen hinter sich lassen. Zudem ist niemand in der Lage allein eine Utopie gesellschaftlich umzusetzen. Auf der anderen Seite können sehr wohl kleine

4

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Gruppen die Keimzelle für utopische Entwürfe sein, die Option für die Armen wurde hierfür als Beispiel genannt. Utopien müssten mehr sein als eine evolutionäre Fortschreibung des Jetzt. Die utopiearme Grundgestimmtheit der Gegenwart könnte, so wurde diskutiert, auch damit zusammenhängen, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts das Scheitern von wichtigen Zielen (Milleniumsziele der UNO, die 2020 Agenda der EU, Umweltschutzanstrengungen gegen den Klimawandel) ins Bewusstsein getreten ist. Doch die Aufgabe

utopischer

Entwürfe

löst

keine

Probleme,

sondern

ganz

im

Gegenteil

gehen

Problemlösungskompetenzen verloren. Gegen eine zu pessimistische Grundstimmung wurde ins Feld geführt, dass durch die Konstitution der Europäischen Union bis zu einem gewissen Grad eine politische Utopie Europas, die lange Zeit unerreichbar erschien, bereits verwirklicht worden sei. Kritisch gegenüber dem Wunsch nach der Erfüllung von Utopien wurde eingewendet, dass in den klassischen utopischen Entwürfen die Freiheit des Individuums stark eingeschränkt werde und sich die Frage stelle, ob man überhaupt in einer utopischen Gesellschaft leben möchte. Allerdings, so wurde dagegen eingewandt, sei subjektives Freiheits- oder Glücksempfinden nicht Ziel einer gesellschaftlichen Utopie. Jede Utopie hat daher naturgemäß ihre Gegner, utopisches Denken ist konflikthaftes Denken, weil es auf die gesamte Gesellschaftsordnung angewandt wird, über die es jedoch in der jeweiligen Gegenwart niemals einen Konsens der unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteure gibt. Einigkeit erzielten die DiskutantInnen darin, dass das Wort „Utopie“ vor einer inflationärem Gebrauch geschützt werden muss vor, es darf nicht beliebig auf Zukunft gerichteten Ideen übergestülpt werden. „Utopien“ muss heute global gedacht werden. Utopien bringen aber niemals konkrete Handlungsanweisungen hervor, sie weisen jedoch auf existierende Probleme hin. Dystopien dagegen sind handlungskonkreter, allerdings auf erschreckende Art und Weise, ihre Anschaulichkeit ist abschreckend. Zuletzt wurde noch einmal das Fehlen von utopischem Denken in der Gegenwart thematisiert, speziell am Beispiel der Architektur. Hier scheint viel von Ästhetik verloren gegangen zu sein. Im Bereich der Architektur wäre utopisches Denken von hoher Bedeutung. Rudolf Kaisler, Wien

5

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Dienstag, 30. Juli 2013, 10 Uhr

Christliche und kirchliche Utopien Rudolf Kaisler, Wien

Dem Verhältnis von christlichen und kirchlichen Utopien, deren zeitlicher und räumlicher Verortung und ihrer Bedeutung für das heutige politische Projekt „Europa“ ging Rudolf Kaisler in seinem Vortrag auf der Gesprächswoche 2013 in St. Georgen/Längsee nach. In einem ersten Schritt untersuchte Kaisler, inwieweit es heute noch Sinn macht, von christlicher Utopie zu sprechen, wo doch gemäß christlicher Theologie in Christus das Gottesreich bereits angebrochen ist und sich Gott auf einzigartige Weise geoffenbart hat. Kaisler betonte, dass die Rede von der Utopie gerade im kirchlichen Kontext notwendig ist, da sie auf die bleibende Spannung zwischen schon/noch nicht verweist und die konkrete Kirche immer wieder neu herausfordert zu überprüfen, ob sie dem Anspruch Christi gerecht wird. Christliche Utopie sei in diesem Sinn zu verstehen als Vision, die Perspektiven für gelingendes Zusammenleben schafft und lebensbejahend wirkt. Wenn heute von Utopie gesprochen wird, dann in einer Zeit nach dem „Ende der großen Erzählungen“, in einer fragmentierten Gesellschaft, die von neuem Zuflucht sucht in exklusiven, absoluten Identitäten (vgl. Nationalismen), in einem erschütterten Europa, unter dessen Oberfläche der Exklusivismus zu neuen Kräften erstarkt. In weiterer Folge führte Kaisler die gegenwärtige Krise Europas zurück auf eine tiefer liegende existenzielle Krise, ökonomische und politische Krisen seien lediglich Symptome. Europa sei unfähig, die Menschen in ihrer Fragilität, in ihren Ängsten und Sorgen existenziell anzusprechen. Europa sei geprägt von DYStopien statt EUtopien. Schließlich stellte Kaisler dem krisengeschüttelten Europa zwei christliche, lebensbejahende Utopien gegenüber: die Überwindung des genealogischen Denkens im christlichen Glauben und den Katakombenpakt. Das genealogische Denken, wie es Kaisler definiert, gibt zwar Sicherheit, kann aber nicht mit Wandel, Anfragen und Brüchen umgehen. Biblische Texte brechen mit diesem Denken. Jesus selbst ist „Systembrecher“ – siehe seine Abstammung, sein Leben, Sterben und seine Auferstehung. Die Kirche jedoch tut sich gemäß Kaisler schwer mit dem Vorbild Jesu als Systembrecher. Das Leben und die Botschaft Jesu ist der heutigen Kirche Utopie. Im während des II. Vatikanischen Konzils geschlossenen Katakombenpakt werden gerade am Nicht-Ort, am verdrängten Ort der Toten, weit ab vom vatikanischen Geschehen Armut und Macht der Kirche zum Thema. Der Wandel kommt vom Rand, das Verdrängte wird zum wesentlichen Impulsgeber für die erstehende Befreiungstheologie und wirkt bis heute als bestärkende, inspirierende Vision – siehe Papst Franziskus. Kaisler schloss seinen Vortrag mit einem Plädoyer für utopische Entwürfe als notwendige Grundlage für das Projekt Europa, um Menschen als Menschen mit ihren Sorgen, Ängsten, Hoffnungen…zu integrieren. Religionen können ein Impulsgeber für diese Utopien sein und so einen Grundstein legen für eine gelingendes gemeinsames Europa aller. Mögliche Ansätze sah Kaisler u.a. in der Rede von der „schwachen Identität“ bei Gianni Vattimo bzw. in der von Badiou betonten christlichen Schwellenexistenz zwischen „schon“ und „noch nicht“, die gastfreundliche Begegnung erst ermögliche. Michaela Neulinger, Innsbruck

6

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Mittwoch, 31. Juli 2013, 10 Uhr

Nachhaltigkeit – eine Utopie? Stefan Schleicher, Wien

Stefan Schleicher datiert zu Beginn seines Vortrags zwei Meilensteine: Der erste wird von Kenneth E. Bouldings Buch „The Economics of the Coming Spaceship Earth“ 1966 ausgelöst, wodurch Umwelt und Mitwelt als Bewertungskriterium in die Ökonomie einfließen. Der zweite Meilenstein wird durch den Bericht der Brundtland Kommision „Our Common Future“ 1987 gesetzt, bei der die Nachhaltigkeit als Maß für die Beurteilung von wirtschaftlichen Erfolg festgesetzt wird. Dieser Entwurf von Nachhaltigkeit scheint jedoch gescheitert zu sein, darauf verweisen die gravierender werdende Wirtschaftskrise, das Versagen von Unternehmungen, öffentlicher Institutionen sowie den Sanierungsversuchen durch EU, EZB und IMF. Utopien, welche nun im ökonomischen Mainstream Platz finden würden, fehlen aber. Als Metapher für die vorherrschende Wirtschaft ohne tragfähige Utopien wurde der Begriff Wongaland geprägt, welcher sich von einer britischen Firma für Überbrückungskredite mit horrenden Zinsen herleitet. In diesem Wongaland bilden die Märkte den alleinigen Koordinationsmechanismus und die Finanzwirtschaft dominiert die Realwirtschaft, was zu einem Ungleichgewicht in mehreren Dimensionen führt. Als Orientierung für tragfähige Utopien können laut Stefan Schleicher Innovationen dienen, wie etwa multifunktionale Roboter, die zu menschenleeren Firmen führen oder das dezentrale Produzieren mittels 3D Drucker. Genauso wie diese Innovationen ältere Arbeitsweisen obsolet gemacht haben, müssen in der Ökonomie Konzepte wieder ent-lernt werden, wie etwa die Verschuldung und das Geldsystem. Moderne kooperative Wirtschaftsstrukturen könnten an dessen Stelle treten, wie etwa das Ver-/Ausborgen statt kaufen (nutzen statt besitzen), kooperative Finanzierungsmodelle und regionale Tauschnetze. Utopien für die Realwirtschaft sieht Stefan Schleicher in der Gebäudesanierung und dem Neubau im NullEnergie-Standard.

Die

dafür

notwendige

Reform

der

Finanzierungsmechanismen

sollte

bei

der

Wohnbauförderung zu einer Rückkehr zur strikten Zweckwidmung und zu einem Mindestanteil für die Sanierung führen. Ein nationaler Innovationsfonds, welcher aus Steuervorauszahlungen dotiert wird, könnte als Saldierungsmöglichkeit für eigene innovative Investitionen dienen. Auf europäischer Ebene könnten Bad Assets von der EZB gegen frisches Geld getauscht werden. Dies könnte dann teilweise für die Finanzierung eines europäischen Transformationsfonds verwendet und anschließend zur Finanzierung von Rettungsschirmen und Innovationsprojekten herangezogen werden. Christian Witz, Leoben

7

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Donnerstag, 1. August 2013, 10 Uhr

Gesundheitsutopien – diskutiert am Beispiel von Julie Zehs Roman „Corpus Delicti“ Martina Schmidhuber, Erlangen-Nürnberg

Die Weltgesundheitsorganisation definiert Gesundheit als „einen Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das 2

Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“ Auf Basis dieser Definition stellt sich die Frage, ob dies nicht bereits utopisch ist. Denn wer fühlt sich denn schon wirklich dauerhaft vollständig wohl? Daran anschließend wurde im Vortrag untersucht, ob die Gesundheitsutopie, die die Autorin Juli Zeh in ihrem Roman Corpus Delicti von 2009 entwirft, tatsächlich so utopisch ist. Ist Gesundheit nicht tatsächlich etwas, das in unserer Gesellschaft in immer vollkommenerem Ausmaß angestrebt wird, mittels Enhancement z.B.? Juli Zehs Roman wurde als exemplarische Gesundheitsutopie gewählt, weil diese zur Beantwortung der Frage herausfordert, wie ein solches Szenario für die Realität zu bewerten ist. Was ist wünschenswert, was weniger und wie kann man das nicht Wünschenswerte im realen Kontext vermeiden?

3

Abschließend wurde aufgezeigt, welche Gesundheitsmaßen derzeit tatsächlich schon umgesetzt werden und woran intensiv geforscht wird (Enhancement, Posthumanismus, Transhumanismus). Martina Schmidhuber, Erlangen-Nürnberg

2

Verfassung der Weltgesundheitsorganisation, Stand Juni 2009, 1. Vgl. dazu auch Hansen, Solveig Lena, „Und was lernt man aus dieser Geschichte?“ Literarische Werke als Szenarien zur Bewertung von Fortpflanzungstechnologien, in: Maio, Giovanni/Eichinger, Tobias/Bozzaro, Claudia (Hg.), Kinderwunsch und Reproduktionsmedizin. Ethische Herausforderungen der technisierten Fortpflanzung, Freiburg/Brsg. 2013, 475-499, hier: 489. 3

8

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Freitag, 2. August 2013, 10 Uhr

Kunst und Utopie Gespräch mit Ralo Mayer Gustav Schörghofer, Wien

P. Dr. Gustav Schörghofer SJ zeigte in seinem Impulsreferat die Verbindungslinien zwischen Kunst und Utopie(n) auf. Anlehnend an die Arbeit des Kunstwissenschaftlers Hermann Bauer wurde vorerst der Roman „Utopia“ von Thomas Morus beleuchtet. Viele Charakteristika deuten darauf hin, dass Utopia als literarisches Kunstwerk klassifiziert werden kann. Dies sind beispielsweise die literarische Rahmung, die der Rahmung eines Gemäldes entspricht, die Komplexität der Erzählung und deren autonome Gesetzlichkeit sowie die Darstellung einer modellhaften Wirklichkeit im Modus der Fiktion, welche Verbesserungsmöglichkeiten des aktuellen Zustandes aufzeigen. In einem weiteren Schritt wurde anhand der barocken Altarraumgestaltung des Stifts Vorau veranschaulicht, dass Kunst und Kunstwerke nicht nur eine didaktische, im Extremfall eine politisch-manipulative Funktion ausüben, sondern dass Kunst vorrangig die im Kunstwerk eingearbeitete Idealwelt gegenwärtig erfahrbar werden lässt. Diese ganzheitliche Wahrnehmung von Idealwelten und Utopien kann mit einer Erfahrung der „Fülle“ umschrieben werden. Solchen Erfahrungen wohnt auch eine ethische Komponente inne, da sie den von der „Fülle“ berührten Menschen zur Verbesserung der Welt antreiben. Wie Idealwelten und Utopien und gleichzeitig auch das Scheitern von utopischen Vorstellungen in zeitgenössischer Kunst erfahrbar werden kann, wurde an Ralo Mayers Präsentation seiner ausgewählten Arbeiten ersichtlich. Der Msgr. Otto Mauer Preisträger 2012 bedient sich eines breiten Spektrums künstlerischen Ausdrucksformen (Video, Installationen, Performance, …). Formal interessant an seiner vielschichtigen Arbeitsweise ist das Konzept der „performativen Untersuchung“/„performativen Recherche“, damit wird u.a. die Offenheit des Schaffensprozesses betont, der sich an theatralen Methoden orientiert. Inhaltlich bewegen sich seine Arbeiten an der Grenze zwischen Realität und Fiktion und beschäftigen sich mit Modellen (sein Hauptinteresse liegt dabei nicht auf der deskriptiven Funktion von Modellen sondern auf der jeweiligen Struktur, die sie aufbauen, sowie deren Fragilität) und vergangenen Zukunftsutopien. Oftmals werden diese im Genre des Science Fiction aufgearbeitet. Science Fiction ist nach Ralo Mayer ein „kleines Weltmodell“, das sehr viel über die Gegenwart und das aktuelle Zeitverständnis aussagt. Sibylle Trawöger, Linz

9

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Samstag, 3. August 2013, 10 Uhr

Utopien und Dystopien in der anglo-amerikanischen Literatur und Kultur Carmen Birkle, Marburg / Waldemar Zacharasiewicz, Wien

1. Entstehung des Begriffs der Utopie • griech. ou = nicht; tópos = Ort Nichtort, Nirgendland, Nirgendwo • vs. Eutopia = guter Ort, Glücksland vs. Udepotia = Niemalsland • seit dem späten 18. Jhd. = Zukunftsutopien • ursprünglich Sozialkritik; heute: oft Verlust dieser Kritik • Raum- und Zeitutopien • Klassische, sozialpsychologische, totalitarismustheoretische Utopie • Utopie als Oberbegriff (Eutopie = positiv; Dystopie = negativ) Utopien sind in ihrer klassischen Ausprägung fast allesamt rationale Gedankenexperimente, die in erster Linie der zeitgenössischen Gesellschaft den Spiegel vorhalten. Die Funktion des Textes liegt in einem Anstoß zur Reflektion über die Grundlagen der zeitgeschichtlichen Wirklichkeit. . . . Der Autor führt den Leser vielmehr in eine alternative Welt und verfolgt damit das Anliegen, diesen mit geschärftem Blick in die Realität zurückkehren zu lassen. (Schölderle 14) 2. Thomas Morus, Utopia (1516) • Thomas Morus (1478-1535), unter Heinrich VIII. enthauptet (seit 1935 Heiliger der Kath. Kirche) • Utopia = eine Insel; kein christliches Gemeinwesen, sondern heidnisch, rationalistisch, sozialistisch • 1. Buch: Sozialkritik an der steigenden Zahl von Dieben und Bettlern; Kritik an den außenpolitischen Praktiken der europäischen Fürsten • 2. Buch: Beschreibung der Insel Utopia • Dialogform; Vernunft als Staatsprinzip; utilitaristische Rationalität; Funktionalität der Lebensorganisation; Zweckrationalismus

3. Entwicklung der anglo-amerikanischen Utopie • Francis Bacon, Nova Atlantis (1624) • Edward Bellamy, Looking Backward 2000-1887 (1888) • H. G. Wells, A Modern Utopia (1904) • Aldous Huxley, Brave New World (1932) = totale Überwachung, Gentechnologie • George Orwell, Animal Farm (1945) • George Orwell, 1984 (1949) = absolute Staatskontrolle, Manipulation, nach dem 3. Weltkrieg; Wahrheitsministerium, Folter und Gehirnwäsche (Big Brother, Thought Police, Newspeak, evaporate) • Burrhus F. Skinner, Walden Two (1948) • Aldoux Huxley, Island (1962) • Ernest Callenbach, Ecotopia (1975) = Kultbuch der Ökologiebewegung; Abspaltung von den USA, Isolation, dynamisches Szenario • Joanna Russ, The Female Man (1975) • Ursula K. LeGuin, The Dispossessed (1974) • Dorothy Bryant, The Kin of Ata Are Waiting for You (1971) • Mary Staton, From the Legend of Biel (1975) • Marge Piercy, He, She, and It (1991)

10

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

4. Charlotte Perkins Gilman, Herland (1915) • 1860-1935 • Herland = feministische Utopie (als Fortsetzungsgeschichte im Forerunner) • Humor als Mittel zur Sozialkritik • Land ohne Männer = Parthenogenese; drei Männer finden durch Zufall Herland • Kindererziehung keine Privatsache, Sexualität spielt keine Rolle • Schönheit, Funktionalität, Frieden; alle typischen Geschlechterstereotypen werden außer Kraft gesetzt; kein Konzept von einem Zu Hause; keine Krankheiten; soziales Bewusstsein; Gesundheit

5. Marge Piercy, Woman on the Edge of Time (1976) • *1936 • Feministische Utopie (Eutopie/Dystopie; Vermischung von Raum- und Zeitutopie • Hauptfigur Consuelo (Connie) Ramos; Collegeausbildung; mexikan. Einwanderin; Rassismus; Sexismus; Drogen und Alkohol • Psychiatrie (paranoide Schizophrenie);skrupellose Experimente des Klinikpersonals; Luciente aus dem Jahr 2137 tritt in Kontakt mit ihr; weiblich, aber androgyn = aus Mattapoisett (Massachusetts) • Geburtenkontrolle durch Brüter; Elternschaft durch Gesamtgesellschaft; Männer und Frauen können Babys stillen; ökologisch-ganzheitliches Denken; keine Hierarchien; keine geschlechter-spezifischen Rollenmuster; keine ethnische Diskriminierung • Reform der Sprache; he/she durch person/per ersetzt • Eine utopische Gesellschaft kämpft gegen eine dystopische Gesellschaft, die sich ebenfalls aus der Gegenwart (zurzeit Connies) entwickelt hat. = Gehirnwäsche, komplette Kontrolle, chem. und technologische Manipulation • Connies Gehirnmanipulation • Beziehungen zwischen den Geschlechtern basierend auf Sexualität in Dystopien = hierarchisch, patriarchalisch • Geschlechterhierarchien ziehen sich durch alle Utopien durch, bis die ersten feministischen Utopien entstehen (in den 1960er/70er Jahren) • Connie vergiftet sechs der Ärzte, die ihr ein Gehirnimplantat eingesetzt haben, um sie unter ständiger Kontrolle zu haben • kein Bezug mehr zur utopischen Zukunft (Gewalt?)

6. Margaret Atwood, The Handmaid’s Tale (1985); Oryx and Crake (2003); The Year of the Flood (2009) * 1939

7. Suzanne Collins, The Hunger Games (3 Bde., 2008-10)  *1962  Trilogie: The Hunger Games (2008); Catching Fire (2009); Mockingjay (2010); verfilmt von Gary Ross (2012)  Zeit nach der Zerstörung der USA, auf dem amerikanischen Kontinent; Land Panem; Capitol und 13 Distrikte (12 und 13 werden zerstört)  aus der Perspektive der weiblichen Hauptfigur erzählt  Spiegel der heutigen Gesellschaft und Alternativgesellschaft; manipulative Bedeutung der Medien  http://www.youtube.com/watch?v=SMGRhAEn6K0 Wie sieht die Zukunft aus? genetische Manipulation der Tiere (z.B. Mockingjay = Verwendung zur totalen Kontrolle, aber Gegenangriff) Gehirnwäsche (hijacking; Fernsehaustrahlungen; Gebrauch eines Giftes) Neudefinition von Sprache (z.B. Peacekeeper = setzen den Willen der Regierung gewaltsam um) Unfreiheit (z.B. umgeben von einem elektrisch geladenen Stacheldraht)  Hunger Games: panem et circenses (jedes Jahr je 2 Tribute aus den 12 Distrikten Rebellion: Ziele: Freiheit, Familie, Nahrungsmittel, keine Lebenslügen neuer Alternativentwurf: Hierarchie, Macht des Militärs, Soldaten wie Insekten, keine Individualität, absolute Kontrolle, Folter

11

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Katniss‘ Rebellion: Mord an neuer Präsidentin Katniss und Peeta sind die Zukunft (praktische Fähigkeiten; Mut, Ehrlichkeit, Empathie, als Mockingjay = Symbol der Hoffnung Kriterien einer Utopie/Dystopie: Sozialkritik und Vorwarnung Parallelität zur Geschichte der USA (Wille zur Unabhängigkeit; life, liberty, pursuit of happiness) Widerstand gegen eine Diktatur kann wieder zu einer Diktatur führen Kritik: Diskrepanz zwischen Armen und Reichen, Kinder werden in den Krieg geschickt; Menschen werden für politische Zwecke benutzt; Materialismus

8. Fazit • Morus’ Utopia als Prototyp der Gattung • Fiktion der Reiseerzählung, Inselmetapher, Vernunft, Geld und Privateigentum als Wurzel allen Übels, sozial gezüchtete Verbrecher, geometrische Ordnungsmuster, Mobilisierung aller Arbeitskraftressourcen, Kürze des Arbeitstages, Verzicht auf Produktion unnützer Güter • Sozialkritik, die unmittelbar auf die Herkunftsgesellschaft bezogen ist • Utopie immer auch Ausdruck von Krisenzeiten • stellt Bestehendes in Frage, Wende zum Besseren, Anstoß für Reformen, Durchspielen von Möglichkeiten • Literatur erreicht ein breiteres Publikum Aber Utopien fragen unablässig nach den institutionellen Bedingungen des menschlichen Daseins und Glücks, nach den Gerechtigkeitsprinzipien seiner Ordnung und nach der Rationalität ihrer Umsetzung. Utopien sind, so gesehen, Herausforderung des Denkens und Provokation der Gegenwart. Sie wecken Bewusstsein, fordern Antworten und suchen Lösungen. (Schölderle 159)

Bibliographie • Bartkowski, Frances. Feminist Utopias. Lincoln: U of Nebraska P, 1989. • Erzgräber, Willi. Utopie und Antiutopie. München: Fink, 1980. • Jones, Libby Falk, and S. W. Goodwin. Feminism, Utopia, and Narrative.Knoxville: U of Tennessee P, 1990. • Moylan, Tom. Demand the Impossible: Science Fiction and the Utopian. Imagination. New York: Methuen, 1986. • Rohrlich, Ruby, and Elaine Hoffman Baruch, eds. Women in Search of Utopia: Mavericks and Mythmakers. New York: Schocken 1984. • Ruppert, Peter. Reader in a Strange Land: The Activity of Reading Literary Utopias. Athens: U of Georgia P, 1986. • Schölderle, Thomas. Geschichte der Utopie. Köln: Böhlau, 2012. • Voßkamp, Wilhelm. “Utopie.” Handbuch der literarischen Gattungen. Ed. Dieter Lamping. Stuttgart: Kröner, 2009.

Power-Point-Vorlagen von Carmen Birkle/ Waldemar Zacharasiewicz

12

Protokoll Gesprächswoche St. Georgen 2013 „Utopien“

FORUM ST. STEPHAN

Themenfindung für 2014 Themenvorschlag

Stimmen

Wege & Irrwege

17

Freiheit und ihre Grenzen

13

Die Stadt

10

Woher Wohin Warum - Historia Visio Missio

10

Zukunft Demokratie - Politische Mitbestimmung

9

Gesundheit & Krankheit

9

Utopie Forum St. Stephan

3

„Wege und Irrwege“ St. Georgen am Längsee 3.-10. August 2014

Organisationskomitee für 2014: Peter Aichelburg, Lukas Kenner, Wynfrid Kriegleder, Gottfried Schweiger und Christian Witz

Fotos: Lisa Simmel

13