Rechts.logbuch - bei der Rechtsanwaltskammer Wien

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MANAGEMENT – RECHT – VERWALTUNG Samstag, 8. August 2009 11 Anlegervertreter plädiert für das gedruckte Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ – Online nur ...

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MANAGEMENT – RECHT – VERWALTUNG

Samstag, 8. August 2009

11

Anlegervertreter plädiert für das gedruckte Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ – Online nur als Ergänzung

Rasinger: Amtsblatt besser als „Internet-Euphorie“ ■ Internet lässt keine Ex-post-Kontrolle zu. ■ „Journalistisch attraktive Zeitung“. ■ Parlament unrichtig informiert. Wien. (a.u.) Eine massive Unterstützung für die Zukunft der „Wiener Zeitung“ kommt von Wilhelm Rasinger, dem bekanntesten Aktionärsvertreter des Landes. Er spricht sich auf seinem Internet-Blog (www.be24.at/ blog/entry/625587) dafür aus, dass auch in Zukunft die Veröffentlichung von Informationen börsenotierter Aktiengesellschaften in der gedruckten „Wiener Zeitung“ erfolgt. Rasinger bezieht sich dabei auf das Inkrafttreten des Aktienrechtsänderungsgesetzes, das einige Änderungen bei den Veröffentlichungspflichten bringt. Rasinger zufolge bleibe auch nach dessen Inkrafttreten die „Wiener Zeitung“ das Medium für Pflichtveröffentlichungen und „damit ist es möglich, eine durchaus journalistisch attraktive

Zeitung für die Leser zu gestalten“. Der Börseexperte geht aber auch auf die Online-Dimension ein, welche die Novelle gleichzeitig zu fördern versucht: Informationen wie die Einladung zur Hauptversammlung, der Jahresabschluss mit Anhang und der Lagebericht müssen laut Gesetz künftig auf der Website zugänglich sein. Rasinger: „Die Euphorie für das Internet ist aber problematisch, da in heiklen Fällen ex-post nicht festgestellt werden kann, wel-

Rasinger hält die Veröffentlichungen auf Papier für notwendig. Foto: apa

che Information zeitgerecht zur Verfügung gestanden ist. Es ist auch außerordentlich mühsam, einen Geschäftsbericht von 100 Seiten und mehr auf dem Bildschirm zu lesen oder auszudrucken.“ „Eine Tendenz gegen Anleger-Interessen“ Überdies habe nicht jeder einen Internetanschluss, so der Kleinaktionärsvertreter. „Das Internet soll die Wiener Zeitung sinnvoll ergänzen, ein Ersatz würde nur neue Probleme schaffen.“ Daher plädiert er: „Die Einladungen zur Hauptversammlung und relevante Kundmachungen der börsenotierten Gesellschaften sollen auf jeden Fall auch in den nächsten Jahren in der Wiener Zeitung erscheinen.“ Der Blog-Autor wendet sich auch – so wie es die Geschäftsführung der „Wiener Zeitung“ schon längere Zeit tut – scharf gegen eine Tendenz, „wie sie derzeit zum Ärger der Interessenten praktiziert wird“: Er kritisiert, „dass die Unternehmen aus Ersparnisgründen mit Zustimmung des Ge-

Rechts.logbuch Wie funktioniert ein Pfandrecht?

Wer sich verschuldet, muss dem Gläubiger oft eine Sicherheit, wie z.B. ein Pfandrecht, geben. Ein Pfandrecht kann sowohl an beweglichen Sachen als auch an Liegenschaften – als Hypothek – entstehen. „Das Pfandrecht soll dem Gläubiger die Sicherung seiner Forderung garantieren“, so Rechtsanwalt Peter Csoklich. Grundlage für ein Pfandrecht ist ein Vertrag, der zwischen Schuldner und Gläubiger geschlossen wird. Allerdings hat das Pfandrecht an einer beweglichen Sache einen großen Haken: „Es wird besonderer Wert auf Publizität gelegt, um andere Gläubiger zu schützen“, weiß der Rechtsanwalt. Der Schuldner muss die verpfändete Sache dem Gläubiger übergeben und darf sie daher nicht mehr verwenden. Dieses Erfordernis schließt faktisch viele Vermögenswerte von einer Verpfändung aus, und schränkt viele Kaufleute in der Möglichkeit ein, Kredit zu erhalten. Es gibt daher Überlegungen des Gesetzgebers, Erleichterungen zu schaffen, etwa durch Einführung eines Pfandregisters. Große Verbreitung findet das Pfandrecht bei Liegenschaften. Banken lassen sich für einen Kredit eine Hypothek im Grundbuch einräumen: Diese wird

dann mit einer ziffernmäßig bestimmten (Höchst-)Summe eingetragen. Werden an einem Gegenstand mehrere Pfandrechte begründet, richtet sich die Befriedigung immer nach der Reihenfolge ihrer Begründung. Auch Forderungen gegen andere Schuldner können verpfändet werden – wenn der Drittschuldner von der Abtretung verständigt wird oder diese zumindest in den Geschäftsbüchern des Schuldners vermerkt wird. Entstehung und Weiterbestand des Pfandrechts hängt immer von der gesicherten Forderung ab. „Erlischt die Forderung, erlischt das Pfandrecht“, erklärt Csoklich. Bezahlt der Schuldner die Forderung, muss das Pfand zurückgegeben werden. Für die Pfandverwertung bei Zahlungsverzug oder Insolvenz des Schuldners sind komplizierte Regelungen zu beachten, die einen möglichst fairen Verkaufspreis sicherstellen sollen. Der Gläubiger darf also die Pfandsache nicht einfach verkaufen oder gar für sich behalten. ■

richts“ die Bilanzen „in einer kaum mehr lesbaren Mini-Schrift und engstens bedruckt ohne Gliederungen“ veröffentlichen, um so ihrer Pflicht nachzukommen. Im Justizministerium hat man hingegen andere Intentionen als die Anleger. Ministerin Claudia BandionOrtner will – so wie auch schon ihre Vorgänger – die Veröffentlichungen auf Papier reduzieren. Dies hat sie vor kurzem im „Standard“ angekündigt. Justizministerium nennt falsche Preise In diesem Zusammenhang scheut man im Justizministerium offenbar auch vor unrichtigen Angaben nicht zurück. Im Vorblatt zur Regierungsvorlage für das Aktienrechtsänderungsgesetz wird nämlich behauptet, dass eine viertelseitige Einschaltung in der „Wiener Zeitung“ „ca. 2500 Euro“ kostet. Wie „Wiener-Zeitung“-Geschäftsführer Karl Schiessl betont, koste eine solche Einladung jedoch nur rund halb so viel, nämlich 1300 Euro.

„Wichtiges muss weiter im Amtsblatt erscheinen.“ Foto: wz Auch gehe die Regierungsvorlage, so kritisiert Schiessl weiter, davon aus, dass bisher einer viertelseitigen Einschaltung pro Einberufung einer Hauptversammlung notwendig gewesen sei. In Wahrheit benötige „eine durchschnittliche Hauptversammlung höchstens eine Achtelseite, eher weniger“. Daher sei auch die vom Beiblatt jenes Gesetzes den Aktiengesellschaften verkündete Einsparung von 990.000 Euro

Österreichs Führungskräfte: Zerquetscht im Sandwich ■ Manager verfügen über zu wenig Soft Skills, um dem Druck stand zu halten. Wien. (mue) Sie bekommen Druck von allen Seiten, arbeiten oft mehr als 40 Stunden und fühlen sich stärker belastet als andere Arbeitnehmer: Österreichs Führungskräfte. Und zwar nicht die Top-Manager, sondern die zweite Liga steht im Fokus des heuer erstmals durchgeführten „Führungskräfte Monitors“ der Arbeiterkammer Oberösterreich. Jene „Gruppe der Arbeitnehmer, die Führungsfunktionen aller Art haben“, erklärt Präsident Johann Kalliauer. Das sind immerhin 500.000 oder jeder siebte Arbeitnehmer. Die Betroffenen sitzen nicht auf Vorstandsebene, sondern arbeiten mit den

ausführenden Arbeitnehmern in der zweiten Reihe, ergänzt Hans Preinfalk von der Arbeiterkammer: „Sie müssen aber die Ziele vermitteln und Kündigungen aussprechen, die der Vorstand beschlossen hat.“ Eine Tätigkeit, auf die sie oft nicht vorbereitet sind. Denn: „Führungskräfte werden besonders nach fachlichen Kriterien ausgewählt. Für ihre Arbeit sind aber Soft Skills wichtiger“, erklärt Kalliauer. Konkret fühlen sich laut Studie 23 Prozent seelisch belastet – fast doppelt so viele wie Nicht-Führungskräfte. Außerdem sieht sich jede zweite Führungskraft Angriffen ausgesetzt. Das liege an ihrer Sandwichposition, meint Christoph Hofinger vom Meinungsforschungsinstitut Sora: „Einerseits stehen sie unter dem Vorgabendruck

Diese Kolumne wird von der Rechtsredaktion der Wiener Zeitung in inhaltlicher Kooperation mit der Rechtsanwaltskammer Wien produziert. Wir empfehlen, bei konkreten Problemen mit einem Anwalt Ihres Vertrauens Kontakt aufzunehmen. In der Kammer werden Ihnen auch gerne Spezialisten für Ihre Frage genannt (Tel. 01/533 27-18).

Ein Service der Wiener Zeitung und der Rechtsanwaltskammer Wien

ein „offenbarer Blödsinn“. Diese Einsparung hätte aus dem Wegfall der Einladungspflicht für Hauptversammlungen bei einem – wahrscheinlich in der Praxis nur recht kleinen – Teil der Aktiengesellschaft resultieren sollen. Denn die „Wiener Zeitung“ vereinnahme aus dem Titel „Hauptversammlungs-Einladungen von Aktiengesellschaften“ insgesamt pro Jahr lediglich rund 300.000 Euro. ■

Wie im Hot Dog: Druck von oben und unten. Foto:

epa

von oben, andererseits gibt es Erwartungen von unten – sie werden förmlich dazwischen zerquetscht.“ Dadurch geraten sie oft in die Schusslinie und sind anfällig für Überbelastung und falsche Entscheidungen. Investieren in mehr soziale Kompetenz Preinfalk rät Unternehmen, mehr in soziale Kompetenz zu investieren. Im Umgang mit Mitarbeitern – vor allem in der direkten Auseinandersetzung – sei dies wichtig, denn: „Führungsaufgaben sind heute viel komplexer als früher.“ Meist erfordern sie auch mehr Arbeitszeit, was viele Führungskräfte stört: Nur 16 Prozent wünschen sich mehr als 40 Stunden Arbeit. Die Studie zeigt jedoch: Etwa die Hälfte arbeitet mehr als 40 Stunden pro Woche, meist sogar über 45 Stunden. Zum Vergleich: Nur ein Fünftel der „normal“ Beschäftigten arbeitet über 40 Stunden. Kein Wunder, dass 45 Prozent der Manager Überstunden als Belastung empfinden. ■

Die Seite „Management – Recht – Verwaltung“ erscheint das nächste Mal am Dienstag in der „Wiener Zeitung“.