Renovierung der Wallfahrtskirche Weihenlinden - Bayerisches

Renovierung der Wallfahrtskirche Weihenlinden - Bayerisches

Staatlicher Hochbau Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr Außenansicht Wallfahrtskirche Weihenlinden ...

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Staatlicher Hochbau

Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Außenansicht Wallfahrtskirche Weihenlinden

Renovierung der Wallfahrtskirche Weihenlinden

Standort: Weihenlinden 83052 Bruckmühl Regierungsbezirk Oberbayern

Die Vorbereitungen der Kirchenrenovierung begann bereits vor vielen Jahren. In diversen Ortsterminen berieten Bauherren und Fachbehörden darüber, wie mit der Vielzahl an einzelnen Problempunkten und Schadensbildern am Besten umzugehen ist.

Ein Bauprojekt des Staatlichen Bauamtes Rosenheim (www.stbaro.bayern.de)

Ende des Jahres 2006 erteilte das Kultusministerium und die Regierung von Oberbayern dem Staatlichen Bauamt Rosenheim den Planungsauftrag zur

Gesamtrenovierung der Wallfahrtskirche Weihenlinden. In der Folgezeit erarbeitete das Planungsteam in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese München und Freising und dem Landesamt für Denkmalpflege das Restaurierungskonzept.

Gebäudetyp: Pfarrkirche Bauherr: Katholische Pfarrstiftung Entwurf und Projektleitung: Staatliches Bauamt Rosenheim

Bauzeit: Frühjahr 2012- Herbst 2014 Gesamtkosten: 3,5 Mio. €

Detailaufnahme Sanierung Zwiebeltürme

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Staatlicher Hochbau

Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr Befunduntersuchungen haben belegt, dass diese der barocken Originalfassung sehr nahe kommt. Der Kirchendachstuhl konnte im Winter 2012/2013, wettergeschützt durch Planen, zimmermannsmäßig repariert werden. Die Schäden an den Fußpunkten waren erheblich. In den Dachstühlen mussten viele Holzelemente ergänzt werden, um die Standsicherheit wieder herzustellen. Die Reparatur der Seitenschiffdächer konnte im Sommer 2013 durchgeführt werden.

Sanierung Zwiebeltürme

Außenansicht

Grundriss Innenraum

Nach Erteilung des Bauauftrages durch die Regierung von Oberbayern, konnte im Frühjahr 2012 mit der Unterfangung der „schiefen“ Treppentürmchen und der Brunnenkapelle auf tragfähigem Grund begonnen werden. Nach Einrüstung der Kirchtürme reinigten die beauftragten Firmen die mit Holzschutzmitteln belasteten Dachstühle, danach konnten die Fäulnisschäden in den Dachtragwerken der Zwiebelhauben repariert werden.

Es folgte die Erneuerung der Schieferdeckung der Turmhauben. Die Turmbekrönungen konnten restauriert, neu vergoldet und schließlich im September 2012 wieder aufgesetzt werden. Hierbei deponierte man in der südlichen Turmkugel eine kupferne Rolle mit Zeitdokumenten. Der Beginn der Fassadeninstandsetzung erfolgte noch im Jahr 2012 mit den Türmen und fand im Jahr 2013 seinen Abschluss am Kirchenschiff. Bei den Fassaden wurde Wert auf die Wiederherstellung der bisherigen Farbigkeit gelegt .

Die kleinen Zwiebelaufsätze der Treppentürmchen lagerten nur auf ein paar übereinandergeschichteten Lagen morsch gewordener Bretter auf und drohten einzustürzen. Um einen neuen Ringanker aus Stahl einzubauen, mussten die Zwiebelaufsätze in einem Stück mit einem Autokran abgehoben und später wieder aufgesetzt werden. Das neue Technikkonzept sah eine Umstellung der Heizung auf Holzpellets vor, ebenso eine Erneuerung sämtlicher Elektroinstallationen und Beleuchtungskörper. Besonders interessant waren die Erkenntnisse der archäologischen Befundsicherung, die begleitend zu den Erdarbeiten für die Haustechnik durchgeführt wurden: Im Boden des Kirchenraumes fand man eine mittelalterliche Marktplatzschicht, Grablegen, Rosenkranzperlen und Pilgerabzeichen des 17. Jahrhunderts. Im Mörtelbett des barocken Ziegelbodens der Sakristei wurde eine 1754 datierte Silbermünze (1 Kreuzer) gefunden.

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Staatlicher Hochbau Ferner kamen auch Streufunde aus der La-Tène-Zeit (keltische Graphit-Keramikscherben ca. 150 v. Chr. und Bestattungsreste) ans Tageslicht. Die Durchführung der Restaurierung der Raumschale erfolgte im zweiten Halbjahr 2013. Alle Wand- und Deckenmalereien, der Stuck sowie alle farbigen Oberflächen wurden gereinigt und retuschiert. Teilbereiche mussten gefestigt und von Salzausblühungen befreit werden. Die weiß gekalkten Wandflächen wurden neu getüncht.

Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr Maßgebend für die Restaurierungsarbeiten im Innenraum war die Wiederherstellung der Oberflächen in Anlehnung an die letzte Renovierung von 1972 / 74. Die Kunst der Restauratoren bestand im Zusammenführen von barockem Original und Ergänzungen der 1970er Jahre. Im Januar 2014 wurde das Innengerüst ausgebaut. Es erfolgte die Restaurierung der gesamten Kirchenausstattung wie Altäre, Orgel, Kanzel, Figuren und Gemälden und wurde im Sommer 2014 abgeschlossen.

Noch vor den Sommerferien 2014 wurde der Rohbau für das neue Altarpodest betoniert und im August und September 2014 der Adneter Marmor für den neugestalteten Altarraum mit Volksaltar und Ambo nach den Plänen des Künstlers Rudolf Bott verlegt. In dieser Zeit erfolgte auch der Einbau des in Eigenplanung entworfenen Kirchengestühls in farblicher Abstimmung auf den barocken Kirchenraum und die alten Portale.

Neuer Volksaltar

Blick auf den Altarraum

Blick in den Kirchenraum

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