romanische kirche - Commune de Saint-Prex

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ROMANISCHE KIRCHE SAINT-PREX Die heute reformierte, romanische Kirche von Saint-Prex ist die sechste Kirche an dieser Stelle. Die Hauptelemente die...

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ROMANISCHE KIRCHE

SAINT-PREX

Die heute reformierte, romanische Kirche von Saint-Prex ist die sechste Kirche an dieser Stelle. Die Hauptelemente dieser Kirche wurden Ende des XII und Anfang des XIII Jahrhunderts erbaut. An der Aussenseite, von Westen aus gesehen, befindet sich ein quadratischer Glockenturm mit Portalvorbau, dessen Turmspitze aus dem XVII Jahrhundert stammt. Der Haupteingang, der im Jahre 1663 erbaut wurde, weist zwei Markierungen und die Initialen „HR“ un „PS“ auf, deren Ursprung unbekannt ist. Es könnte sich hierbei um die „Unterschriften“ von Steinmetzen handeln. Im Turm befinden sich drei Glocken, die auf cis, b und fis gestimmt sind. Die Kirche, an deren Nord- und Ostseite der Gemeindefriedhof liegt, steht auf einem ebenen Platz; die Sicht von hier aus auf das mittelalterliche Dorf, den See und die Alpen ist atemberaubend. An der Südseite der Kirche, links neben dem abwärts führenden Weg, erklärt ein Hinweisschild die Bauetappen der einzelnen Kirchen vom X bis zum XV Jahrhundert. Das Kircheninnere besticht durch seinen dunklen, fast strengen Charakter. Nach einigen Minuten jedoch, wenn sich das Auge an das Licht gewöhnt hat, wird die Atmosphäre wie durch Zauberhand lichter. Das rechteckige Längsschiff misst 12,5 m, hat hohe Fenster und läuft in einer bemalten Holzdecke aus. Eine

ähnliche

Decke,

frühchristlichen

Basilikendecken nachempfunden, findet man in der Kirche in Etoy. Während des Baus der 5. Kirche wurde das südliche Seitenschiff erbaut, das heute verschwunden ist. Beachtlich ist auch das westliche Innenportal

mit

seinem

wunderschönen

Spitzbogengewölbe – eine architektonische Antwort auf den Chor - das die Orgel aus dem Jahre 1983 harmonisch umrahmt. Dies ist der Narthex der Kirche mit 4,5 m Länge. Das Schiff wird durch eine Serie von drei Fenstern erhellt, die in den Arkaden der Nordmauer nahe an der Spitze des Bogens liegen. Die Fenster sind 1,7 m hoch und 0,8 m lang.

Der quadratische Chor der Kirche, mit einer Seitenlänge von ca. 7 m, nimmt die Hälfte der Länge des Kirchenschiffes ein und erreicht eine Höhe von max. 9 m. Die drei Seiten der Apsis weisen eine elegante, fensterlose Arkatur auf: Die Bogen werden durch einfache Pfeiler und kleine Säulen mit zylindrischem oder polygonalem Schaft getragen, die alle kunstvoll gearbeitete Basen und Kapitelle aufweisen. Der Chor öffnet sich zum Schiff hin durch einen sehr schönen Triumphbogen, der den Aufbau der Apsis wieder aufnimmt. Es handelt sich hier um einen Spitzbogen. Die Kapitelle sind mit Voluten, Blattwerk, rechteckigen Elementen und, ganz oben, Muscheln verziert. Die viereckigen Chöre, die man ab dem Hochmittelalter antrifft, verbreiteten sich durch den Einfluss der zisterziensischen Architektur, die in dieser Gegend erstmals in der Abtei Bonmont bei Nyon (Chéserex) anzutreffen ist. Die Abtei geht auf das Jahr 1131 zurück. Die Fenster des Chores, die bei der letzten Restaurierung 1978 eingesetzt wurden, sind das Werk des Glaskünstlers Bodjol : In warmen, hellen Farben werden symbolisch Wein und Brot des Abendmahles dargestellt. Die ursprüngliche Anordnung der Fenster der Apsis wurde wieder hergestellt. Auf dem Fenster des Südeingangs ist Psalm 119/105 zu lesen und eine brennende Lampe dargestellt; diese beiden Elemente wurden wahrscheinlich im XIX oder zu Beginn des XX Jahrhunderts angebracht.

Das Fenster, das sich vor dem Eingang zum Chor auf der Nordseite befindet, zeigt die Häuser von Saint-Prex (das mittelalterliche Dorf, das im Mittelalter eine Insel war). Es stammt aus dem Jahr 1896 und ist mit Hösch signiert.

Das Mobiliar: Das Chorgestühl und das Gestühl am Nordeingang stammen aus dem Jahre 1704. Das Mobiliar ist einfach, rustikal, ohne „Schnörkel“. Die vergoldeten Holzlüster mit kleinen Engelchen sind erhalten geblieben,

ihre

“Retro“-Lampenschirme

aus

Glas

wurden

rekonstruiert. Im Chor ist ein Steinboden und im Kirchenschiff sind Fliesen aus gebranntem Ton verlegt. Als Altar dient der Deckel der monumentalen Kanzel, die 1978 durch einen einfachen Ambo ersetzt wurde. Er stammt aus dem Jahre 1663 und weist fein gearbeitete Figuren auf. Ambo, Taufbecken, Opferstöcke und Kerzenleuchter aus Sandstein oder Holz wurden anlässlich der Restaurierung 1978 von heimischen Künstlern und Handwerkern gefertigt. Die Wandmalereien, von denen nicht mehr erkennbar ist, was sie darstellen, da sie im Laufe der Jahrhunderte teilweise zerstört worden sind, sind dennoch restauriert worden. Die Orgel aus dem Jahre 1983 hat 13 Register und 826 Pfeifen, 2 Manuale und ein Pedal und ist das Werk des Orgelbauers J-F. Mignot aus Lausanne. Sie befindet sich auf einer kleinen Empore und lässt somit den Spitzbogen, der das Kirchenschiff vom Narthex trennt, in seiner ganzen Pracht erstrahlen. Auf die Empore gelangt man über eine ausfahrbare, elektrische Leiter! Seit mehr als 15 Jahrhunderten ist die romanische Kirche auf dem Hügel in Saint-Prex ein Ort des regelmässigen Zusammentreffens verschiedenster Menschen: Pilger auf dem Weg nach Santiago de Compostela, Touristen und Gläubige jeden Alters. Manche von ihnen möchten Gott im Gottesdienst nahe sein, und natürlich sollte man das nahe liegende Interesse nicht vergessen, das man für dieses jahrhundertealte Gebäude haben kann, das die Spuren vieler Generationen trägt. Seit der Reformation von 1536 ist diese Kirche protestantisch und Teil der evangelisch-reformierten Kirche des Kantons Waadt. Liebe Besucher, liebe Leser, von diesem Ort der Spiritualität aus wünschen wir Ihnen einen angenehmen und wohltuenden Aufenthalt in Saint-Prex. Jean-Paul Zoëll, lic. Theol. Diese Kurzbeschreibung der romanischen Kirche von Saint-Prex wurde vom Autor mit Hilfe des Buches «L’église de Saint-Prex, histoire et archéologie» (erhältlich im Tourismusbüro, Place de l’Horloge) und den Cahiers d’archéologie romande n° 55, Bibliothèque historique vaudoise, Lausanne, 1992, 239 S. verfasst.