S C H L U P F H A U S - Caritas Steiermark

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Know where to go Schlupfhaus S chwelligkeit? Wie oft kann man in der Nots Chlafstelle übernachten? Wie geht es nach dem ScH lupfhaus weiter? Wie vie...

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Know where to go

Schlupfhaus

S chwelligkeit? Wie oft kann man in der Nots Chlafstelle übernachten? Wie geht es nach dem ScH lupfhaus weiter? Wie vie L e Betten gibt es? Warum kommen J Ugendliche ins Schlupfhaus? Für welche Zielgru P pe sind die Angebote? Wie wird die Jugendnotschla F stelle finanziert? Wie erfahren Jugendli He vom Schlupfhaus? Welche A ngebote gibt es? Welche UnterstützU ng brauchen Jugendliche? Was paS siert, wenn alle Betten belegt sind? Was bedeutet Nieder

Um diese und andere Fragen rund um die Jugendnotschlafstelle zu beantworten, besteht ein Teil unserer Arbeit darin, Führungen vor Ort anzubieten. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung bekommen BesucherInnen einen Eindruck von den Räumlichkeiten und der Atmosphäre im Schlupfhaus. Dabei ist es uns ein großes Anliegen, möglichst viele junge Menschen, sowie ProfessionistInnen über unsere Angebote zu informieren, um diese im Bedarfsfall weiter kommunizieren zu können. Zusätzlich laden wir BesucherInnen ein, uns ihre Eindrücke und Gedanken zu schildern – eine Inspirationsquelle für unseren Arbeitsalltag.

Im Jahr 2015 fand ein Austausch mit 29 Gruppen statt, wodurch etwa 580 Personen erreicht werden konnten. Firmgruppen, Schulklassen, Studierende und SchülerInnen, die eine Ausbildung im Sozialbereich absolvieren sowie KollegInnen aus anderen Einrichtungen nahmen das Angebot einer Führung in Anspruch. Die youngCaritas stellt beim Verbreiten unserer Angebote einen wichtigen Kooperationspartner dar. Beim „LaufWunder“ setzen sich zahlreiche junge Menschen für andere ein und erfahren gleichzeitig über unterschiedliche Anlaufstellen für Menschen in Not.

Falls für InteressentInnen ein Besuch im Schlupfhaus schwierig zu organisieren ist, kommen wir auch gerne zu den Gruppen. Caritas Schlupfhaus Mühlgangweg 1, 8010 Graz T +43/316/482959 F +43/316/482959-20 E [email protected] I www.schlupfhaus.caritas-steiermark.at

Wir bedanken uns bei allen MultiplikatorInnen! Bei Interesse: [email protected] https://www.caritas-steiermark.at/spenden-helfen/youngcaritas

Schlupfhaus Notschlafstelle

Schlupfhausfilm

Impressionen

Caritas Schlupfhaus Mühlgangweg 1 8010 Graz T +43/316/482959 F +43/316/482959-20 E [email protected] I www.schlupfhaus.caritas-steiermark.at

Für Jugendliche zwischen 14 und 21 Jahren

Notschlafstelle übernachten

Schlupfhaus

Jahresbericht 2015

Redaktion: Team Schlupfhaus f.d.I.v.: Gabriele Waerder Fotos: Kathi Auferbauer, MA Layout: Kathi Auferbauer, MA Graz, im April 2016

essen duschen Wäsche waschen Krisenintervention

Leitung:

Beratung

Gabriele Waerder

fernsehen

Mag. Martin Auferbauer

telefonieren Internet Tischtennis

MitarbeiterInnen:

Drehfußball

Mag.a Elke Bodingbauer

Sachen deponieren

Stefan Dexer

miteinander reden

Eva Guggenberger, BA MA

Wir möchten uns bei allen FördergeberInnen, unterstützenden Organisationen und SpenderInnen für die Ermöglichung unserer Arbeit bedanken! Stadt Graz

Wir lassen Grenzgänge zu und Entwicklungen offen. Wir bieten Schutz und schaffen Freiräume. Wir suchen gemeinsam neue Wege.

Land Steiermark

(Caritas Schlupfhaus 1998)

Mag.a Daniela Hassler Klaus Kübelbeck, BA

Einzelfallarbeit

Soziales und Arbeit

Florian Wagner

Beratung bzgl. Ausbildung, Arbeit, Meldeadresse, Schulden

Lukas Stary, BA Sebastian Scherf, BA

Begleitung zu verschiedenen Terminen

Ulrike Buchner

Kontakt zu Ämtern (AMS etc.) herstellen

Ferdinand Panhofer (fallweise Vertretungsdienste)

Unterstützung bei der Beschaffung von Dokumenten

Supervisorin:

Situationsklärung

Dr.in Draga Bottler

Gesundheitsressort

Inner Wheel Club Graz

Perspektiven entwickeln PraktikantInnen: Victoria Weißenberger

Wohnbegleitung

Victoria Höfler

Wohnversorgung für 1 Jahr

Lisa Riedl

Stabilisierung

Alexander Kanzler

Zukunftsperspektiven entwickeln

Hannah Köstenberger, MA

Betreuung durch eine/n MitarbeiterIn

Elisabeth Bartl

enge Zusammenarbeit mit der Einzelfallarbeit EFA Reinigungsservice: Helmkamera und Regie: Florian Wagner

Caritas-WerkStart Graz

Übrigens: Zu jedem unserer Angebotsbereiche haben wir in diesem (kompakten) Jahresbericht eine Kontakt-Emailadresse angegeben, falls Sie Fragen und/oder Anregungen haben. Wir freuen uns, wenn Sie mit uns in Kontakt treten! Unser Jahresbericht erscheint auch heuer wieder in der gleichen Form wie die Jahresberichte von Jugendstreetwork und tag.werk. Dies soll unterstreichen, dass die drei Einrichtungen trotz ihrer unterschiedlichen Schwerpunkte große Gemeinsamkeiten im Hinblick auf die niederschwellige Arbeitsweise und den durch Freiwilligkeit geprägten Zugang zur Dialoggruppe aufweisen und verdeutlichen, dass die Caritas ein umfassendes Angebot für Jugendliche und junge Erwachsene in schwierigen Lebenssituationen bereithält!

Alma Polutan

[email protected] www.vimeo.com/68986584

Caritas Diözese Graz-Seckau www.caritas-steiermark.at

Impressum Caritas Steiermark Grabenstraße 39 8010 Graz

selbständig wohnen lernen

Soziales und Arbeit

MitarbeiterInnen

JAHRE SCHLUPFHAUS

Gesundheitsressort

Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015

Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015

Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015

Caritas Diözese Graz-Seckau www.caritas-steiermark.at

20 Jahre Schlupfhaus Seit nunmehr 20 Jahren gibt es die Jugendnotschlafstelle Caritas Schlupfhaus in Graz. Ein innovatives Projekt, die erste Einrichtung dieser Art in Österreich. Im Auftrag der Stadt Graz wurde von der Caritas Steiermark ein Konzept entwickelt. Der Auftrag war und ist nach wie vor, dass es für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 21 Jahren, die aus welchen Gründen auch immer keinen Schlafplatz haben, eine Möglichkeit geben soll/muss, ein Bett für die Nacht zu bekommen. Jugendliche sollen/dürfen nicht auf der Straße schlafen müssen. Gestartet wurde damals auf einem Grundstück der Caritas am Mühlgangweg mit 9 „Wohn-Containern“. In diesen fanden die Jugendlichen Betten, Duschmöglichkeiten, Toiletten und auch einen Aufenthaltsraum vor, als die Notschlafstelle im Dezember 1996 in Betrieb ging. Schon bald hatte sich herausgestellt, dass der Bedarf einer solchen Einrichtung einer Dringlichkeit nicht entbehrte, sodass auf demselben Grundstück ein Haus, das auf die Bedürfnisse und Erfordernisse der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sowie auch der MitarbeiterInnen, abgestimmt, geplant und gebaut wurde. 1999 zum 75-Jahr-Jubiläum der Caritas konnte das neue „Schlupfhaus“ eröffnet und bezogen werden.

1 Editorial: 20 Jahre Schlupfhaus 2 Angebote im Überblick 3 Notschlafstelle 4 EinzelFallArbeit – Beratung, Vermittlung, Vernetzung 5 Mobile Wohnbetreuung – Trainingswohnen 6 Know where to go 7 Schlupfhaus Notschlafstelle 8 Schlupfhausfilm 9 Impressionen 10 MitarbeiterInnen 11 Impressum, Dank

Nachdem die Notschlafstelle von den Jugendlichen, die akut in einer Krisensituation steckten, sehr gut angenommen wurde und mit ihrem Angebot der Basisversorgung (Bett, Dusche, Essen, Gespräche etc.) zu einer wesentlichen Entlastung der jungen KlientInnen beitragen konnte, stellte sich sehr bald heraus, dass die jungen Menschen sich oft in Multiproblemlagen befanden, zu deren Bewältigung es mehr an Unterstützung brauchte. Es wurde ein Konzept für die „ambulante Betreuung“ entwickelt und im Jahr 2000 nahmen wir dieses in unser Angebot auf. Längere speziell für dieses Angebot vorgesehene Öffnungszeiten ermöglichten

den Jugendlichen, gemeinsam mit den BetreuerInnen an der Verbesserung und Veränderung ihrer Lebenssituation zu arbeiten. Gleichzeitig wurde ein Konzept für eine niederschwellige Beschäftigungsmöglichkeit verfasst und im September 2000 war das „tag.werk“ geboren. Die jungen Menschen hatten die Möglichkeit im Rahmen einer fallweisen Beschäftigung stundenweise zu arbeiten. Versandaufträge, Gartenarbeiten, Pfandbecher bekleben u.v.m. waren an der Tagesordnung. Spaß an der Tätigkeit und das Erfolgserlebnis einen Auftrag gemeinsam erledigt und geschafft zu haben, war der positive Output. 2005 hat sich das „tag.werk“ vom Schlupfhaus abgelöst und ist heute ein in Graz bestens etabliertes und allseits bekanntes Beschäftigungsprojekt für Jugendliche und junge Erwachsene. Parallel dazu hat sich die ambulante Betreuung immer weiter entwickelt und ist heute als Einzelfallarbeit EFA ein fixer Bestandteil der Angebotslandschaft im Schlupfhaus. Siehe auch „EinzelFallArbeit“ im Jahresbericht. Auch auf Bedürfnisse und Notwendigkeiten reagierend wurde im Jahr 2002 die Idee der mobilen Wohnbegleitung für junge Erwachsene umgesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Sozialamt wurden uns 4 Wohnungen in Graz zur Verfügung gestellt, in denen wir junge Menschen zwischen 18 und 21 Jahren betreuen. Siehe auch „Mobile Wohnbetreuung von jungen Erwachsenen“ im Jahresbericht. Gespickt mit vielen Erinnerungen an bewegte und bewegende Zeiten und verschiedenste Projekte, blicken wir auf alle Herausforderungen und Erfordernisse zurück und verbleiben an dieser Stelle mit einem neugierigen Blick in die Zukunft und vielen Ideen im Kopf. Unser besonderer Dank gilt an dieser Stelle den zahlreichen UnterstützerInnen, die uns über die letzten 20 Jahre begleitet haben.

[email protected] Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015

Angebote im Überblick Das Caritas-Schlupfhaus umfasst als niederschwellige Einrichtung für Jugendliche und junge Erwachsene in Krisensituationen die folgenden drei Angebotsbereiche: Anlaufstruktur - Notschlafstelle • Soforthilfe (Übernachtungsmöglichkeit, Hygieneangebote, Ernährung, Erste Hilfe etc.) • kurzfristige Unterbringung (ohne Bleibeorientierung) • Kooperation mit anderen niederschwelligen Angeboten (Streetwork, aufsuchende sozialpsychiatrische Arbeit etc.) • Kontaktstelle und Beratungsstelle mit Abend- und Vormittagsöffnungszeiten (als Überlappung zur EinzelFallArbeit)

Beratungsstruktur - EinzelFallArbeit • Situationsklärung • Betreuung und Beratung • Hilfe zur Existenzsicherung • Begleitung zu Ämtern und Behörden • Vermittlung in spezialisierte und höherschwellige Angebote

Wohnbegleitung • Begleitung zu Angeboten des betreuten Wohnens sowie der ambulanten und nachgehenden Betreuung im eigenständigen Wohnraum • Ambulante Wohnbetreuung für junge Erwachsene durch Schlupfhaus-MitarbeiterInnen in Kooperation mit dem Sozialamt der Stadt Graz

Notschlafstelle Das Caritas-Schlupfhaus wurde im Dezember 1996 als österreichweit erste niederschwellige Notschlafstelle für Jugendliche eröffnet mit der Aufgabe:

„(…) Jugendlichen, die „auf der Straße stehen“, eine vorübergehende Schlafstelle in Verbindung mit einem unverbindlichen Gesprächsangebot sowie die Möglichkeit der Weitervermittlung an spezialisierte Beratungs- und Betreuungseinrichtungen/Behörden (zu) bieten.“ 1

Mittlerweile hat sich in praktisch auf der Freiwilligkeit der/des Jugendlichen und zielen („ablöallen österreichischen Bundesländern die Ansicht durchgeseorientiert“) auf Aktivierung setzt, dass niederschwellige und Weitervermittlung ab. Einrichtungen für Jugendliche – vor allem in größeren BalIm Jahr 2015 haben 234 Perlungsräumen – als Ergänzung sonen die Jugendnotschlafstelle zum bestehenden höherschwel- aufgesucht. 91 Personen haben ligen Unterbringungs- und Be- „nur“ das ambulante Angebot ratungsangebot sinnvoll und von Beratung und Strukturnutzung (Essen, Waschen, notwendig sind. Die Notschlafstelle soll Jugendlichen, die Telefon und Internet, Sachen (vorübergehend) wohnungsdeponieren etc.) in Anspruch los sind, eine Übernachtunggenommen, während 134 smöglichkeit und die MöglichPersonen auch hier genächtigt keit einer „Verschnaufpause“ haben. In den meisten Fällen anbieten. Das Übernachtungsnutzten die Jugendlichen und angebot wird sinnvollerweise jungen Erwachsenen beide ergänzt: Einerseits durch ein Angebote – lediglich 9 Personen haben im Schlupfhaus ambulantes Kontakt- und Beratungsangebot sowie anderernur genächtigt, ohne das seits durch unsere Möglichkeit, ambulante Angebot zu nützen. junge Erwachsene über einen Insgesamt zeigte sich im Jahr längeren Zeitraum mobil in 2015 eine doch deutliche Steigerung der erreichten Personen Wohnungen betreuen zu können. Alle Angebote basieren gegenüber den Vorjahren. 2011

2012

2013

2014

Nur Notschlafstelle

20

19

8

7

9

NOST + amb. Nutzung

138

120

110

116

134

Nur ambulante Nutzung

43

52

47

52

91

Personen gesamt

201

191

165

175

234

Personen / Jahr

2015

Anzahl der Personen 2011 - 2015 im Überblick

Wie in den Vorjahren kamen knapp drei Viertel der KlientInnen, die in der Jugendnotschlafstelle übernachtet haben, von sich aus – Hauptinformationsquelle sind in diesem Fall FreundInnen und Bekannte. Die übrigen 26% hingegen fanden über institutionelle Vermittlung (hier vor allem: JugendamtsmitarbeiterInnen, Jugendzentren, Einrichtungen der Jugendhilfe und Beratungseinrichtungen) den Zugang zur Jugendnotschlafstelle. Der hohe Anteil an

SelbstmelderInnen spiegelt die Bedeutung der Aktivitäten in Bezug auf die zielgruppenspezifische Öffentlichkeitsarbeit und die Wichtigkeit der Information durch Angehörige der Gleichaltrigengruppe wider. 2015 blieb die Anzahl der Kontakte auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Insbesondere bei den ambulanten Kontakten macht sich die 2014 erfolgte Ausweitung des Betreuungs- und Beratungsangebotes weiterhin bemerkbar.

Kontakte / Jahr

2011

2012

2013

2014

2015

Übernachtungen

1106

1428

1188

1521

1586

Ambulante Kontakte

1406 1834

1575

2421

2422

Gesamtkontakte

2512

3262 2753 3942 4008

Anzahl der Kontakte 2011 - 2015 im Überblick 1 Vgl.: Arbeitsgruppe Niederschwelliger Einrichtungen für wohnungslose Jugendliche: Standards, Grundausstattung, inhaltliche Ausrichtung – NE für wohnungslose Jugendliche; Salzburg: 2000; S. 87 ; downloadbar unter: http:// www.bawo.at/fileadmin/user_upload/public/Dokumente/Publikationen/Grundlagen/20070326195311_Niederschwelligkeit%20braucht%20Ressourcen_1.pdf Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015

Hinsichtlich der Häufigkeit der Nutzung der Jugendnotschlafstelle lassen sich zwei Gruppen ausmachen: Mehr als die Hälfte der Personen schläft lediglich eine bis drei Nächte im Schlupfhaus, während die andere Hälfte der Personen zum Teil deutlich länger bleibt. Die Vermutung liegt nahe, dass die Gruppe der Intensiv-Nutzenden einen hohen Bedarf an Beratung und Betreuung hat, während es bei den 44 Personen, die eine Nacht im Schlupfhaus verbrachten, vor allem um die Überbrückung einer kurzfristigen Problemsituation geht. Die Verteilung der KlientInnen nach Geschlecht entspricht auch im Jahr 2015 dem gewohnten Bild: Genau zwei Drittel der KlientInnen waren männlich (67%). Die Relation zwischen männlichen und weiblichen KlientInnen lässt sich auch auf die Anzahl der angefallenen Übernachtungen und Ambulanten Kontakte übertragen, d.h. es gibt keinen signifikanten geschlechtsspezifischen Unterschied bei der Verweildauer in der Jugendnotschlafstelle.

Nächtigungen Personen 1

Prozent

44

36%

2

8

7%

3

10

8%

4 – 10

24

20%

11 – 20

10

8%

21 – 30

6

5%

31 – 40

10

8%

41 – 50

5

4%

51 – 60

3

2%

61 – 70

2

2%

>100 1 Anzahl der Nächtigungen pro BewohnerIn 2015

1%

der einzelnen Person. Die zahlenmäßig größten Gruppen der Nicht-ÖsterreicherInnen sind mit großem Abstand Personen aus Afghanistan (14%), dann Somalia (2,1%) Ungarn, Rumänien und der Türkei (mit jeweils 1,7%), dazu kommen 19 weitere Nationalitäten.

Von den Personen, die in der Jugendnotschlafstelle übernachtet haben, verfügen wir über Angaben zur (letzten) Meldeadresse. Dabei zeigt sich, dass knapp mehr als die Hälfte in Graz gemeldet sind bzw. waren (57%) und ein gutes Drittel in der Steiermark (34%). Die Altersverteilung der KliDie übrigen 9 Prozent waren entInnen lässt sich für 2015 zuletzt in einem anderen Bunfolgendermaßen zusammenfas- desland oder in wenigen Fällen sen: Drei Viertel der KlientInnen nicht in Österreich gemeldet. (76%) waren Jugendliche, d.h. unter 18 Jahre alt. Etwas mehr Bei der Erstaufnahme oder als ein Viertel waren junge einer allfälligen WiederaufErwachsene. In Absprache und nahme erheben wir, woher die KlientInnen zu uns kommen. Kooperation mit dem Jugendamt wurden ausnahmsweise Die Frage bezieht sich auf drei Personen aufgenommen, die letzte Wohnform vor der die unter 14 Jahre alt waren; Aufnahme. Dabei zeigt sich, vier Personen über 21 Jahren dass etwas mehr als ein Viertel verbrachten jeweils „Ausnahder KlientInnen (28%) zuletzt menächte“ in der Einrichtung. bei FreundInnen war. Ein Im Durchschnitt lag das Alter weiteres Viertel kam aus einer bei 16,7 Jahren und damit betreuten Einrichtung (zumeist doch deutlich unter den Werder Jugendwohlfahrt), während ten der vergangenen Jahre. etwa 21 Prozent direkt von zu Hause kommen (Haushalt mit Zwei Drittel der KlientInnen Eltern/-teil bzw. Großeltern/-teil). (67%) haben (auch) die österDie restlichen Personen hatten reichische Staatsbürgerschaft. zuletzt eine eigene Wohnung Die „Nicht-ÖsterreicherInnen“ (7%) oder waren in anderen bilden eine sehr inhomogene Institutionen (wie Krankenhäusern, Lehrlingsheimen, Gruppe: Unter ihnen befinden Internaten, Bundesheer etc.), sich EU-BürgerInnen, in Österreich geborene Personen oder sowie direkt von der „Straße“ schon lange hier Ansässige, (Parks, Tiefgaragen, Kellerabteilen, Stiegenhäusern etc.). zuletzt aber auch vermehrt junge Menschen, deren Asylverfahren gerade läuft. Somit Etwas mehr als 40 Prozent hat die nicht-österreichische der KlientInnen nennen als Staatsbürgerschaft nicht zwinAufnahmegrund, dass sie eine gend große Aussagekraft über Verschnaufpause oder eine die Chancen und gesellschaft- Auszeit von ihren derzeitigen lichen Teilhabemöglichkeiten Lebenssituationen brauchen.

Diese Kategorie ist bewusst weit gefasst, um nicht schon bei der Aufnahme problemzentriert vorzugehen. 22 Prozent sind zum Zeitpunkt der Aufnahme nach eigener Angabe wohnungslos. 17 Prozent nennen Familienkonflikte als Grund, in die Jugendnotschlafstelle zu kommen. Dazu kommen weitere, sehr unterschiedliche Nennungen wie Schwierigkeiten, noch am Abend nach Hause zu kommen, polizeiliche Wegweisungen, Probleme in einer laufenden JWF-Maßnahme, verlorene Schlüssel oder etwa unglücklich verliebt zu sein. Wohin die KlientInnen nach dem Aufenthalt in der Jugendnotschlafstelle gehen, kann nicht in allen Fällen gesichert gesagt werden; bei 17 Prozent der Personen ist es uns tatsächlich nicht bekannt. Mehr als 30 Prozent der Personen konnten in betreute Einrichtungen (zumeist im Jugendhilfekontext) vermittelt werden. 22 Prozent der KlientInnen gingen zurück zu den Eltern/ zum Elternteil; fast gleich viele zu FreundInnen oder PartnerInnen, immerhin sechs Prozent in eigene Wohnungen. Die restlichen Szenarien entfallen auf Großeltern oder andere Verwandte sowie auf Krankenhäuser. Während in den letzten Jahren immer wieder auch einzelne Personen direkt vom Schlupfhaus in den Strafvollzug mussten, war dies 2015 glücklicherweise nicht der Fall. Weitere Informationen: [email protected]

EinzelFallArbeit – Beratung, Vermittlung, Vernetzung Die Einzelfallarbeit ergänzt bereits seit 2006 – und jedes Jahr mit steigendem Bedarf – das Angebot der Jugendnotschlafstelle und unterstützt die mobile Wohnbegleitung. Jeweils Dienstag bis Freitag von 8:30 bis 11 Uhr (und zusätzlich nach Vereinbarung) bieten wir vor Ort Unterstützung im Umgang mit Finanzen, (psychischer) Gesundheit, Ausbildung, rechtlichen Fragen und Arbeitssuche an. Die Gemeinsamkeiten unserer Zielgruppen liegen im oftmals fehlenden sozialen Netz, im starken Autonomiestreben und in einer – dem Alter entsprechenden – sensiblen Übergangsphase in die Adoleszenz. Je nach bisherigen Erfahrungen mit Institutionen und der Erwachsenenwelt sind sie für Hilfsangebote unterschiedlich zugänglich. Der Erfolg der Beratung misst sich einerseits an dem gelingenden Umgang mit den bestehenden Herausforderungen, aber auch an der Vermittlung in weitere Angebote. Es zeigt sich, dass der Zugang zu einer stabilisierenden Wohnversorgung und Beschäftigungsprojekten oft zu hochschwellig ist (Stichwörter: Wartezeiten, unleistbarer Wohnraum, fehlende Betreuung mit Eintritt in die Volljährigkeit). Menschen, die seit mehreren Monaten oder auch Jahren ohne stabile Struktur ihr Leben meistern, gelingt es sehr schwer, sich in einen „normalen“ Alltag zu reintegrieren. Angebote für unser Klientel müssen flexibler, individueller und in der Zusammenarbeit mehrerer UnterstützerInnen dichter konstruiert werden: Wohnungslosigkeit, fehlende Ausbildung, gesundheitliche Einschränkungen, (Experimentier-)Konsum von Substanzen und angrenzende Problemlagen wie Schulden bis hin zu Verwahrlosung fordern in jedem Einzelfall neue Wege. Jugendliche bis 18 Jahren nutzen unser Angebot vor allem zur Weitervermittlung in andere Institutionen. Durch die aktiv betriebene Vernetzung mit VertreterInnen anderer Einrichtungen der Jugendhilfe können wir hier rasch Strukturen zur Verfügung stellen.

Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015

Eine 15-jährige Schülerin, die über einige Wochen bei uns nächtigte, konnte – nach einigen leider erfolglosen Versuchen, ins Herkunftssystem zurück zu kehren – über das Jugendamt in einer Kriseneinrichtung untergebracht werden. Jugendliche ab 18 Jahren benötigen oftmals mehr an Beziehungsarbeit, mehr an Unterstützung, da es für diese Gruppe weniger weiterführende Angebote gibt: Der Bedarf an niederschwelligen Arbeitsmöglichkeiten, an kostengünstigen Wohnangeboten mit (geringer dimensionierter, aber doch vorhandener) mobiler Betreuung steigt aus unserer Erfahrung stark an. Ein 19-jähriger Lehrling, der aufgrund eines massiven Konflikts mit der Mutter nicht mehr nach Hause konnte und wollte, stabilisierte sich innerhalb mehrerer Wochen, so dass er in eine eigene Wohnung ziehen konnte. Im letzten Jahr hat sich neben den beiden genannten Hauptzielgruppen, wie in anderen Einrichtungen der Grazer Wohnungslosenhilfe, eine dritte Gruppe herauskristallisiert, die einen spezifischen Bedarf an Unterstützung hat: Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, kurz UMFs, die aus unterschiedlichen Gründen ihre Unterkunft und damit den Zugang zur Grundversorgung verlieren und bei uns die Wartezeit bis zur Wiederaufnahme in die Grundversorgung verbringen. Die exzellente Zusammenarbeit mit der Regionalbetreuung, den Jugendhilfeträgern und assoziierten Angeboten ermöglicht uns auch hier, rasch weiter zu vermitteln.

Weitere Informationen: [email protected] [email protected]

Mobile Wohnbetreuung – Trainingswohnen Mit 18 Jahren haben wir laut Gesetz die Volljährigkeit erreicht – erwachsen, selbständig. Theoretisch! In der Praxis gestaltet sich die Situation des Öfteren ganz anders. Um der Diskrepanz zwischen Volljährigkeit und Selbständigkeit entgegen zu treten bietet das Schlupfhaus seit vielen Jahren eine mobile Wohnbetreuung für 18- bis 21-jährige junge erwachsene Menschen an. In erster Linie geht es im Um unserem Leitsatz der BeRahmen der Wohnbegleitung darfsorientierung gerecht zu darum, jungen Erwachsenen werden, ist es von zentraler eine Wohnung zur Verfügung Bedeutung das Konzept der zu stellen und sie bei Themobilen Wohnbetreuung stetig men rund um das Wohnen zu weiter zu entwickeln. Hierbei unterstützen. Dabei sind die ist eine Auseinandersetzung Kosten für Kaution und Miete mit gegenwärtigen Ansätzen (ausschließlich Betriebskosten) im Umgang mit Wohnungsloäußerst gering. Ein unverzichtsigkeit (Schlagwort Housing bares Angebot im Hinblick First) unumgänglich. Hierfür auf Tendenzen am freien Wohbietet die BAWO-Fachtagung nungsmarkt. Außerdem wird eine bereichernde Plattform gemeinsam mit den Bewohnehinsichtlich fachlicher Inputs rInnen im Rahmen der Einzelund Wissensaustausch. Die FallArbeit an einer weiterfühFachtagung 2015 zum Thema renden Wohnversorgung nach „Menschenrecht Wohnen“ war der Schlupfhaus-Wohnung und Grundstein zur Veränderung den dafür nötigen Schritte dafür und neuerlichen Weiterentwickgearbeitet. lung unseres bisherigen Wohnbegleitungskonzeptes. Die Schlupfhaus-Wohnungen werden in Kooperation mit Auch der regelmäßige Ausdem Sozialamt Graz bereit tausch und die Zusammenargestellt. Insgesamt sind es 4 beit, sowie ein gemeinsames Wohnungen, die in Graz verAuftreten mit anderen Einrichteilt sind und Platz für 7 junge tungen der Wohnungslosenhilfe Erwachsene (1 Einzelwohnung, in Graz sind für unsere Arbeit 3 WGs) bieten. Im Jahr 2015 ausschlaggebend. Die Mitarwurden 10 Personen über das beit im „Forum Wohnen“, als Angebot der Wohnbetreuung Interessens- und Arbeitsgewohnversorgt. meinschaft der Grazer Wohnungslosenhilfe, ist Teil unserer Die jungen Erwachsenen, mit Arbeit. denen wir in der Wohnbegleitung arbeiten, kommen aus Neben der Weiterentwicklung unterschiedlichen Kontexten unseres Konzeptes sind wir und bringen alle ihre eigene gefordert, neue Möglichkeiten Geschichte mit. Daraus ergibt des Wohnens zu suchen und sich ein Spannungsfeld zwizu finden. So starteten wir 2015 schen einem für alle gültigen eine Kooperation mit Team ON. Regelwerk und individuellen Im Jahr 2015 wurde für 2 junge Einzelvereinbarungen. Wir Erwachsene die Wohnung über erachten Regeln und Individua- Team ON bereit gestellt, die Belität gleichermaßen als wesenttreuung war/ist unsere Aufgabe. lich, wodurch wir in unserem Arbeitsalltag fortwährend mit neuen Herausforderungen konfrontiert sind. Ein Dankeschön an alle KooperationspartnerInnen! [email protected] [email protected] [email protected]

Caritas Schlupfhaus Graz | Jahresbericht 2015