Seebericht Dümmer - Nlwkn - Land Niedersachsen

Seebericht Dümmer - Nlwkn - Land Niedersachsen

Wasserrahmenrichtlinie Band 3 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz Dümmer Leitfaden Maßnahmenplanung Oberfl...

2MB Sizes 0 Downloads 0 Views

Recommend Documents

Jahresbericht NLWKN 2010 - Land Niedersachsen
Von Herbert Schulz ... werden. Kontakt: Herbert Schulz, Betriebsstelle Hannover-. Hildesheim ...... Von Rainer Carstens,

Jahresverzeichnis 2002 22 - Nlwkn - Land Niedersachsen
Flughafen Ciudad Real: Neubau eines Flughafens in einem Natura 2000-Gebiet, von O. INFANTE, S. 32-33. • Offshore-Windp

Hochwassermeldedienst Niedersachsen Untere Mittelelbe - Nlwkn
Abbildung 35: Hochwasser 2013 – Abflussganglinien der Elbe im Abschnitt Brandýs nad Labem (Kostelec nad. Labem) bis N

Das Große Moor bei Becklingen – eine - Nlwkn - Land Niedersachsen
Das Große Moor bei Becklingen – eine Landschaft mit Geschichte ... vergeht . .... vögel des Großen Moores sind Großer Br

Rote Liste Niedersachsen und Bremen, 5 - Nlwkn
Briza media. Bromus arvensis. Bromus racemosus. Bupleurum tenuissimum. Camelina microcarpa ssp. sylvestris. Carex approp

Nachhaltigkeitsstrategie für Niedersachsen - Land Niedersachsen
verbände und der Rat für nachhaltige Entwicklung als unabhän- giges Beratungsgremium der Bundesregierung. Mittlerweile v

4 Behinderung - Land Niedersachsen
19.05.2011 - sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt. Prof. Dr. Reinhard Turre, *1941, ehem. Direktor des Diakonische

nachrichten - LGLN - Land Niedersachsen
17.04.1998 - Es wurde ein Polygonnetz gemessen und als örtliches I Die Unterlagen der DDR ... dung zum Polygonnetz der

Nachrichten - LGLN - Land Niedersachsen
01.01.2012 - Iris Osterwald Domänenverwaltung – Mehr als Domänen verwalten. Helmut Meyer Die Katasterämter in Niede

Unsere Nordsee - Land Niedersachsen
96 Prozent der Eissturm vögel durchschnittlich 25. Plastikteile im Magen haben. Müll im Meer ist zu einer großen. Her

Wasserrahmenrichtlinie Band 3 Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz

Dümmer

Leitfaden Maßnahmenplanung Oberflächengewässer Teil B Stillgewässer Anhang II – Seeberichte

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Inhalt

Seite

1 Lage und Entstehung........................................................................................... 1 2 Einzugsgebiet ....................................................................................................... 3 3 Morphometrie ....................................................................................................... 5 4 Uferbereiche ......................................................................................................... 6 5 Wasserkörper ....................................................................................................... 8 5.1 Chemische und physikalisch-chemische Parameter........................................ 8 5.2 Plankton........................................................................................................... 9 5.3 Submerse Makrophyten................................................................................. 11 5.4 Makrozoobenthos .......................................................................................... 11 5.5 Fische ............................................................................................................ 12 6 Sediment ............................................................................................................. 13 7 Bewertung........................................................................................................... 15 7.1 LAWA-Trophiebewertung............................................................................... 15 7.2 WRRL-Qualitätskomponenten ....................................................................... 15 8 Nutzungen und Nutzungskonflikte ................................................................... 17 9 Übersichtsdaten zum Naturschutz ................................................................... 19 9.1 Natura 2000 ................................................................................................... 19 9.2 Sonstige Schutzgebiete ................................................................................. 20 10 Bewertung der Datenlage .................................................................................. 22 11 Entwicklungsziel, Belastungsquellen und Maßnahmenvorschläge .............. 22 12 Literatur............................................................................................................... 24 12.1 Literatur zum Dümmer ................................................................................... 24 12.2 Allgemeine Literatur ....................................................................................... 27

Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) Göttinger Chaussee 76 A, 30453 Hannover; www.nlwkn.de

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

1

Lage und Entstehung

Der Dümmer ist der zweitgrößte See Niedersachsens und befindet sich im Südwesten des Landes im Landkreis Diepholz in der Gemeinde Lemförde. An das westliche Ufer grenzt der Landkreis Vechta, an das südwestliche Ufer der Landkreis Osnabrück. Orte unmittelbar am See sind Eickhöpen und Lembruch im Nordosten und Hüde im Südosten. Der Dümmer wird von der Hunte von Süden nach Norden durchflossen. Im Nordosten verlässt die Hunte den See über viele Abflüsse (Lohne, Grawiede, Wätering, Dorflohne, Schoddenlohne, Omptedakanal und bei Hochwasser auch über die Alte Hunte), die sich 13 km nördlich des Sees wieder zur Hunte vereinen. In den Jahren 1942-1953 wurde der Dümmer eingedeicht, wodurch die gesamte Dümmerniederung einschließlich des ausgedehnten Wiesengebietes im Westen vor Hochwasser geschützt und gleichzeitig ein Rückhaltebecken zur Hebung der Niedrigwasserstände unterhalb des Sees geschaffen wurde [NLWK, 2005]. Seit der Eindeichung entwässern die im Süden und Südwesten angrenzenden Flächen nicht mehr in den See, sondern in den westlich um den See herumführenden Randkanal.

Abbildung 1: Topographische Karte des Dümmers [NLWKN, 2008A]

Natürlich entstanden ist der Dümmer zum Ende der letzten Eiszeit (Weichseleiszeit vor etwa 14.000 Jahren) durch Thermokarst, also durch das wiederholte Gefrieren und Abtauen von im Boden vorhandenem Wasser, wodurch es zu Volumenverlusten -1-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

an Sediment und somit zahlreichen Einsenkungen in der Landoberfläche kam, in denen sich nachfolgend Wasser sammelte. Anschließend wurden die tieferen Bereiche des so entstandenen Sees allmählich mit Sediment verfüllt und durch die wind- und strömungsbedingten Sedimentverlagerungen wurde der Seeboden des Dümmers im Laufe der Jahrtausende nahezu vollständig eingeebnet (DAHMS, 1972). Tabelle 1: Kenndaten zu Lage und Entstehung des Dümmers Landkreis

Diepholz

Gemeinde

Lemförde

Zuständige NLWKN-Betriebsstelle

NLWKN-Sulingen, Am Bahnhof 1, 27232 Sulingen

Topographische Karte (1:25.000)

Blatt 3514 (Damme) und Blatt 3516 (Rahden)

Rechtswert

3454500

Hochwert

5820500

Wasserkörpernummer

25018

Wasserkörpergruppennummer

25011

Naturräumliche Haupteinheit [NACH BFN, 1994]

D30: Dümmer Geestniederung und Ems-Hunte Geest

Ökoregion nach EG-WRRL

Norddeutsches Tiefland

Flussgebietseinheit nach EG-WRRL

Weser

Bearbeitungsgebiet nach EG-WRRL

26 (Hunte)

Entstehung

Ende Weichseleiszeit - vor etwa 14.000 Jahren durch Thermokarst

Typ [NACH MATHES ET AL., 2002]

11 – kalkreich, relativ großes Einzugsgebiet, ungeschichtet

Eigentümer

Land Niedersachsen

Abbildung 2: Luftbild des Dümmers mit Blickrichtung Süden [ESYS]

-2-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

2

Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet des Dümmers hat nach der Umleitung des Bornbachs eine Größe von 337 km² und wird zu etwa 70% landwirtschaftlich genutzt [UBA, 2004]. Problematisch bezüglich der Nährstoffausträge sind vor allem die Hoch- und Niedermoorflächen im Einzugsgebiet, die weitgehend entwässert sind und als Acker- und Grünland genutzt werden. Hinzu kam die Lage des ehemaligen Einzugsgebietes (vor der Bornbachumleitung) in den Landkreisen Vechta (höchster Viehbesatz in Niedersachsen mit >2,5 GV/ha) und Osnabrück (Viehbesatz von 1,5 - 2,0 GV/ha) [NLS, 1999], so dass mit hohen Gülledüngungsmengen und entsprechenden Austrägen in den Bornbach zu rechnen war. Detaillierte Angaben zur Verteilung von Bodenarten und Landnutzungen im Einzugsgebiet liegen derzeit nicht vor. In den Jahren 1942 - 1953 wurde der See eingedeicht, um die angrenzenden Siedlungen und Nutzflächen vor Hochwasser zu schützen, so dass die im Süden und Westen angrenzenden Flächen nicht mehr in den See, sondern in den westlich um den See herumführenden Randkanal entwässern. 2004 - 2008 wurde außerdem der Bornbach, der bisher in die Hunte und mit ihr in den Dümmer entwässerte, in den Randkanal umgelegt (Maßnahme aus einem Sanierungskonzept von RIPL, 1983), so dass eine erhebliche Belastungsquelle für den See reduziert wurde [PRANTE, 2007]. Aus älteren Berichten [LAWA, 1985] geht hervor, dass über 50% des Phosphors und rund 30% des Stickstoffs aus dem Teileinzugsgebiet des Bornbaches (19% der Gesamtfläche) stammten. In dieser Zeit lagen die Nährstofffrachten, die den See über die Hunte erreichten im mehrjährigen Mittel bei rund 35.000 kg P/a (Gesamtphosphor) und 550.000 kg N/a (Gesamtstickstoff), so dass nach der im April 2009 erfolgten Verlegung des Bornbachs aus dem Einzugsgebiet mit ungefähren mittleren Frachten von 17.000 kg P/a und 400.000 kg N/a zu rechnen wäre (siehe Tabelle 2). Tabelle 2: Kenndaten zum Einzugsgebiet des Dümmers Größe (incl. Seefläche)

337 km² (426 km² vor Bornbachumleitung)

[LAWA, 1985]

Oberirdische Zu-/Abläufe

Zulauf: Hunte (98,5 %), Marler Graben (1,5 %) Ablauf: Lohne, Grawiede, Wätering, Alte Dorflohne, Schoddenlohne, Omptedakanal, Hunte (bei Hochwasser)

[SENGUTTA, 2003]

Jährliche Wasserfracht der Zuläufe

Hunte: 97,6 Mio. m³ (48 – 189 Mio m³) Marler Graben: 1,4 Mio. m³

[SENGUTTA, 2003] [POLTZ 1982]

Jährliche N-Fracht der Zuläufe

550 t/a (langjäriges Mittel (1969-1985) vor Bornbach- [LAWA, 1985] umleitung), Schwankungsbreite: 500-800 t/a [POLTZ, 1989]

Jährliche P-Fracht der Zuläufe

35 t/a (langjähriges Mittel (1969-1985) vor Bornbachumleitung mit einem abflussbedingten [Poltz, 1989] Schwankungsbereich von: 22 – 49 t/a

Zufluss aus dem Grundwasserstrom

Topographisch ausschließbar

Verdunstung

656 – 666 mm/a

[RICHTER, 1987]]

Niederschlag

700 – 750 mm/a

[ELSHOLZ UND BERGER, 1998]

Böden im Einzugsgebiet

keine Daten

Landnutzung im Einzugsgebiet

ca. 70% Landwirtschaft

[UBA, 2004]

Kläranlagen im Einzugsgebiet

ja (4 Kläranlagen, 1 Industrieeinleiter)

[NLWKN, 2005]

-3-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Im Rahmen von zwei LIFE-Natur-Projekten (1998-2000 "Wiedervernässung des Ochsenmoores" und 2002 - 2007 "Wiedervernässung der westlichen Dümmerniederung") wurden außerdem Flächen im (ehemaligen) Dümmer-Einzugsgebiet extensiviert und wiedervernässt. Nach den Angaben im C-Bericht der Bearbeitungsgebietes Hunte [NLWKN, 2005] befinden sich fünf Kläranlagen im Einzugsgebiet des Dümmers (darunter ein industrieller Direkteinleiter). Im C-Bericht wird allerdings beschrieben, dass die punktuellen Einleitungen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, da bereits mehrere kommunale und gewerbliche Kläranlagen aus dem Einzugsgebiet verlegt wurden.

Abbildung 3: Kläranlagen im Einzugsgebiet des Dümmers [nach NLWK, 2005] Tabelle 3: Kläranlagen im Einzugsgebiet des Dümmers [nach NLWK, 2005] Kommunale Kläranlagen Kapazität [EW]

Wassermenge [m³/a]

Hunte

25.000

1.048.002

29.344,06

12.261,62

314,40

Bohmte

Hunte

7.500

465.615

13.502,84

3.073,06

279,37

Hunteburg

Elze

3.500

101.664

4.066,56

132,16

122,00

Osterkappeln

Strothbach

20.000

389.009

9.725,23

894,72

233,41

Name der Kläranlage

Vorfluter

Bad Essen / Wittlage

CSB [kg/a]

Nges [kg/a]

Pges [kg/a]

Industrielle Direkteinleiter Betreiber

Vorfluter

Kompostwerk Schwege

Vorfluter Schwege

Kategorie Bemerkungen ohne

-4-

Seit 2009 nicht mehr im Einzugsgebiet des Dümmers

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

3

Morphometrie

Der Dümmer ist ein Flachsee mit einer maximalen Tiefe von 1,4 m. Bei einer offenen Wasserfläche von 12,4 km² und einer mittleren Tiefe von 1,1 m ergibt sich ein Volumen von 14 Mio. m³. Eine aktuelle Tiefenlinienkarte für den Dümmer existiert nicht, die letzte Karte wurde in den 1960er Jahren erstellt. Das Ufer hat eine Länge von 16,9 km und ist nur leicht gebuchtet, so dass sich eine Uferentwicklung von 1,35 ergibt. Tabelle 4: Morphometrische Kenndaten des Dümmers 12,4 km²

[UBA, 2004]

Seefläche (A)

14,97 km²

ATKIS-Gesamtfläche (einschl. Verlandungsbereiche)

Seevolumen (V)

14 Mio m³

[UBA, 2004]

Maximale Wassertiefe (Zmax)

1,4 m

[UBA, 2004]

Mittlere Wassertiefe (Zmean) Berechnung: V [m³] / A [m²]

1,1 m

berechnet

Effektive Länge (Leff)

5500 m

[NLWKN Sulingen]

Effektive Breite (Beff)

4000 m

[NLWKN Sulingen]

0,2

berechnet

polymiktisch

[UBA, 2004]

Höchster Wasserstand

38,12 m ü. NN

[SENGUTTA, 2003]

Mittlerer Wasserstand

37,11 m ü. NN

[SENGUTTA, 2003]

36,32

[SENGUTTA, 2003]

Winter ca. 46 Tage Sommer ca. 85 Tage

berechnet

Tiefengradient (F) Berechnung: Zmax [m] / 4,785 (Leff[m]+Beff[m])0,28 (F ≤ 1,5 ungeschichtet und F > 1,5 geschichtet) Zirkulationstyp

Niedrigster Wasserstand Theoretische Wasseraufenthaltszeit

16,9 km

[LAWA, 1985]

Uferlänge

23,3 km

ATKIS-Wasserfläche + Verlandungsbereichen

Einzugsgebiet (incl. Seefläche)

337 km²

[NLWKN Sulingen]

Volumenquotient (VQ) Berechnung: Einzugsgebiet incl. Seefläche [m²] / V [m³] (VQ ≤ 1,5 relativ kleines EZG und VQ > 1,5 relativ großes EZG)

30,4

berechnet

Uferentwicklung Berechnung: Uferlänge [km] / Umfang flächengleicher Kreis [km]

1,35

berechnet

2,4 Mio. m³

[DAHMS 1972]

> 4 m (Baggerlöcher)

[DAHMS 1972]

0,2 m

[berechnet nach Angaben von DAHMS 1972]

Sedimentvolumen Maximale Sedimentdicke Mittlere Sedimentdicke

-5-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

4

Uferbereiche

Eine Uferstrukturkartierung liegt für den Dümmer nicht vor. Da das gesamte Südund Westufer sowie Teile des Nord- und Ostufers zu Naturschutzgebieten gehören (etwa 2/3 der gesamten Uferstrecke) sind die Ufer hier natürlich entwickelt. Es wird allerdings bereits in den 1980er Jahren beschrieben [LAWA, 1985], dass reine Schilfbestände (Phragmites australis) mit eingesprengten Binsenhorsten (Schoenoplectus lacustris) sich fast nur am windexponierten Nord- und Ostufer auf sandigem Untergrund finden (Tabelle 5). Tabelle 5: Uferstruktur des Dümmers (Nord- und Ostufer) Foto

Beschreibung Nordufer Der westliche Bereich des Nordufers gehört seit 1952 zum Natur-schutzgebiet HA024 "Dümmer". 1985 wird beschrieben, dass sich am windexponierten Nord- und Ostufer auf sandigem Untergrund reine Schilfbestände (Phragmites australis) mit eingesprengten Binsenhorsten (Schoenoplectus lacustris) finden. Am Nordostufer befinden sich die Steganlagen von Eickhöpen. Das Nordufer ist nur in Teilen als mäßig naturnah einzustufen. [Foto: NLWKN]

Ostufer Am Ostufer befinden sich die Häfen der Orte Lembruch (Nordosten) und Hüde (Südostufer) mit 2000 Hafenplätzen für Gastund Dauersegler sowie die beiden Badestrände. Das mittige Ostufer gehört seit 1971 zum Naturschutzgebiet HA035 "Hohe Sieben". Da der zum Naturschutzgebiet gehörende Bereich nur klein ist, ist das Ostufer insgesamt als naturfern einzustufen. [Foto: Tourist Information Dümmerland]

-6-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

In den Verlandungszonen am Süd- und Westufer (Tabelle 6) auf autochthonem Sedimentmaterial ist Schilf (Phragmites australis) in starkem Rückgang begriffen, und wird großflächig von Wasserschwaden (Glyceria maxima) und Rohrkolben (Typha spp.) verdrängt. Zusätzlich breiten sich hier seit Jahrzehnten Weidengebüsche (Salix sp.) als Verlandungspioniere zunehmend aus. Die noch in den 1960er Jahren in der gesamten Westhälfte der offenen Wasserfläche verteilten Binseninseln gehen nach Anzahl und Ausdehnung ebenfalls stark zurück. Etwa 20% der gesamten Uferlänge des Dümmers sind durch die fast ausschließlich am Ostufer gelegenen Hafenanlagen (Verwallung, Spundwände) und offene Steganlagen verbaut. Tabelle 6: Uferstruktur des Dümmers (West- und Südufer) Westufer Das Westufer gehört seit 1952 zum Naturschutzgebiet HA024 "Dümmer" und besteht aus ausgedehnten Röhrichtbereichen mit dahinterliegendem Feuchtgrünland. 1985 wird beschrieben, dass in den Verlandungszonen am Süd- und Westufer auf autochthonem Sedimentmaterial Schilf (Phragmites) in starkem Rückgang begriffen ist und großflächig von Wasserschwaden (Glyceria maxima) und Rohrkolben (Typha spp.) verdrängt wird. Das Westufer ist als mäßig naturnah einzustufen. [Foto: NLWKN]

Südufer Das Südufer gehört seit 1995 zum Naturschutzgebiet HA172 "Ochsenmoor". 1985 wird beschrieben, dass in den Verlandungszonen am Süd- und Westufer auf autochthonem Sedimentmaterial Schilf (Phragmites) in starkem Rückgang begriffen ist und großflächig von Wasserschwaden (Glyceria maxima) und Rohrkolben (Typha spp.) verdrängt wird. Das Südufer ist als mäßig naturnah einzustufen. 

[Foto: Google Earth]

-7-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

5

Wasserkörper

5.1 Chemische und physikalisch-chemische Parameter Für den Dümmer (Probenahmestelle Olga-Hafen) liegen Daten aus den Jahren 2002 und 2007 (monatlich) vor, für den Zulauf Hunte (Probenahmestelle Schäferhof) für die Jahre 1973-2005 und für den Ablauf Lohne für die Jahre 1982-2005 [NLWKN, 2008B], das insgesamt vorhandene Datenmaterial ist sehr viel umfangreicher. Die chemisch-physikalischen Parameter sind für die Jahre 2002 und 2007 in Tabelle 7 und Tabelle 8 exemplarisch dargestellt, wobei für das Jahr 2002 keine Messwerte für den Chlorophyll a-Gehaltes vorliegen. Tabelle 7: Daten für den Dümmer (Olga-Hafen) 2002 (Entnahmetiefe 50 cm) [NLWKN, 2008B] Datum

20.02.2002

23.04.2002

11.07.2002

05.09.2002

17.10.2002

Ø Mai-Sep

Sichttiefe [m]

0,15

0,70

0,60

0,20

0,15

0,40

Temperatur [°C]

4,3

15,1

19,2

19,2

9,7

19,2

pH-Wert [ - ]

8,2

9,3

8,9

9,4

8,5

9,1

LF [µS/cm] (Tref=25° C)

540

480

550

480

510

515

Säurekapazität [mmol/L]

4,2

2,3

3,0

2,6

2,6

2,8

Sauerstoff [mg/L O2]

11,0

10,0

6,6

8,1

7,1

7,4

Ammonium ( [mg/L NH4-N]

0,14

<0,05

<0,05

0,28

0,56

0,15

Nitrit [mg/L NO2-N]

<0,02

0,03

<0,02

0,06

0,02

0,04

Nitrat [mg/L NO3-N]

7,7

2,2

<0,1

0,5

1,1

0,3

Gesamtstickstoff [mg/L N]

10,0

3,4

2,2

7,2

3,6

4,7

Orthophosphat [mg/L PO4-P]

0,03

<0,02

<0,02

0,02

<0,02

0,02

Gesamtphosphor [mg/L P]

0,33

0,07

0,14

0,40

0,20

0,27

TOC [mg/L C]

-

-

-

-

-

-

DOC [mg/L C]

21

15

16

21

18

19

-

-

-

-

-

-

Chlorid [mg/L Cl ]

41

41

51

40

-

46

Sulfat [mg/L SO4]

67

72

65

49

-

57

Eisen [mg/L Fe]

0,20

<0,03

0,04

0,05

-

0,05

Mangan [mg/L Mn]

<0,01

<0,01

0,04

0,02

-

0,03

Calcium [mg/L Ca]

81

66

73

62

-

68

Magnesium [mg/L Mg]

8,6

8,2

8,7

8,2

-

8,5

Chlorophyll [µg/L] -

Natrium [mg/L Na]

22

21

24

23

-

24

Kalium [mg/L K]

8,9

7,8

6,9

8,6

-

7,8

Silicium [mg/L Si]

4,50

0,15

3,10

5,40

0,14

4,25

-8-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Tabelle 8: Daten für den Dümmer (Olga-Hafen) 2007 (Entnahmetiefe 50 cm) [NLWKN, 2008B] Datum

05.03.2007

02.05.2007

25.06.2007

23.07.2007

27.08.2007

17.09.2007

19.11.2007

Ø Mai-Sep

Sichttiefe [m]

n.g.

n.g.

0,85.

0,82

0,60

0,24

0,58

0,63

Temperatur [°C]

6,5

18,7

19,9

21,7

19,8

16,5

6,4

19,3

pH-Wert [ - ]

8,60

8,62

8,94

9,13

9,25

9,44

8,34

9,1

LF [µS/cm] (Tref=25° C)

578

493

525

511

473

458

561

492

Säurekapazität [mmol/L]

3,75

3,49

2,6

n.b.

n.b.

3,47

3,72

3,19

Sauerstoff [mg/L O2]

13,5

10,4

10,2

11,3

11,9

11,1

12,0

10,98

Ammonium [mg/L NH4-N]

0,07

<0,05

<0,05

<0,05

<0,05

0,06

0,41

<0,05

Nitrit [mg/L NO2-N]

0,05

0,05

<0,01

<0,01

<0,01

<0,01

0,03

0,01

Nitrat [mg/L NO3-N]

8,3

0,8

<0,1

<0,1

<0,1

<0,1

1,2

0,2

Gesamtstickstoff [mg/L N]

8,8

2,2

1,8

1,5

1,8

1,6

2,2

1,8

Orthophosphat [mg/L PO4-P]

0,02

0,02

0,03

0,03

<0,02

0,02

<0,02

0,02

Gesamtphosphor [mg/L P]

0,28

0,17

0,21

0,27

0,27

0,38

0,24

0,26

TOC [mg/L C]

29,0

18,0

19,0

19,6

19,0

21,1

17,0

19,3

DOC [mg/L C]

18,0

16,0

15,0

14,9

15,0

14,2

11,0

15,0

-

76

169

56

149

262

30

142

Chlorid [mg/L Cl ]

44

48

50

53

56

58

51

53

Sulfat [mg/L SO4]

84

89

71

65

60

63

76

70

Eisen [mg/L Fe]

1,50

0,41

0,44

0,27

0,46

0,53

1,00

0,42

Mangan [mg/L Mn]

136

167

166

163

242

169

127

181

Calcium [mg/L Ca]

76

63

73

68

55

49

74

62

Magnesium [mg/L Mg]

2,0

9,0

9,0

9,0

9,0

9,0

8,7

9,0

Natrium [mg/L Na]

21,7

28,6

24,4

25,7

27,9

29,1

24,7

27,1

Chlorophyll [µg/L] -

Kalium [mg/L K]

9,0

8,2

7,6

7,1

7,5

7,2

7,0

7,5

Silicium [mg/L Si]

0,07

0,35

10,1

1,9

0,6

0,27

5,2

2,6

5.2 Plankton In den 1980er Jahren wird das Phytoplankton wie folgt beschrieben [LAWA, 1985]: Das Phytoplankton ist arten- und sehr individuenreich (bis über 1 Mio. Zellen/ml). Im Winter sind zentrische Kieselalgen (Cyclotella, Stephanodiscus) vorherrschend. Sie werden im Frühjahr abgelöst von Grünalgen (Scenedesmus, Pediastrum, Actinastrum, Monoraphidium), die zwar ganzjährig vertreten sind, zeitweilig aber den gesamten See grasgrün färben. Im Spätsommer gewinnen zunehmend Blaualgen (Cyanobakterien) an Bedeutung (Merismopedia, Anabaena, Lyngbya, Aphanocapsa). Sie werden im Herbst von Kieselalgen (Synedra, Diatoma, Nitzschia) und Grünalgen (Scenedesmus) verdrängt [NOACK, 1984]. Bereits in den Phytoplanktonauswertungen von POLTZ und KUHLMANN gegen Ende der 1970er Jahre wurden im Sommerplankton des Dümmers die Blaualgen Aphanizomenon flos-aquae und Microcystis aeruginosa mit bis über 1200 Fäden/ml nachgewiesen.

-9-

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

In den Jahren 2006 und 2007 wurde das Phytoplankton nach WRRL untersucht [SCHUSTER, 2006 und 2008] und in beiden Jahren mit "unbefriedigend" bewertet. Dabei beherrschten im Frühjahr und Herbst des Jahres 2007 die Kieselalgen mit Aulacoseira granulata und Grünalgen mit den Gattungen Pediastrum. und Scenedesmus die Phytoplanktonbiozönose des Dümmers (Abbildung 4). Im Sommer hingegen wurde das Phytoplankton von den fädigen nostocalen Blaualgen Aphanizomenon flosaquae mit über 17.400 Fäden/ml im Juni und gegen Ende September von Anabaena flos-aquae mit über 6.000 Fäden/ml dominiert. Phytoplanktonbiovolumen Dümmer 2007 Sonstige Taxa: Cryptophyceae

Biovolumen [mm³/l]

Chlorophyceae Bacillariophyceae Cyanophyceae

35 30 25 20

Anabaena flos-aquae

Aphanizomenon flos-aquae Aulacoseira granulata

15 10 5

19 .

N ov

em be r0

7

07 .O 15

pt em be .S e 17

kt ob er

r0

7

07 27 .A ug

us t

07 23 .

Ju li

07 ni 25

.J u

ni .J u 11

07 .M ai

07

07

0

Abbildung 4: Jahreszeitliche Entwicklung der Phytoplanktonbiovolumina im Dümmer 2007

Im Zooplankton des Dümmers finden sich – wie auch in anderen Flachseen – oft semiplanktische, kriechende oder sessile Arten, die durch Wellenbewegungen fortgerissen und in den Wasserkörper verfrachtet werden. Die artenreichste Gruppe bilden die Rädertiere (Rotatorien) mit bisher insgesamt fast 100 nachgewiesenen, davon etwa 25-30 planktischen, Arten. Unter den Blattfußkrebsen sind nur Bosmina longirostris und Chydorus sphaericus nahezu ganzjährig und zeitweilig häufig vertreten. Größere filtrierende Arten (Daphnien) waren in den 1980er Jahren relativ selten. Bei den Ruderfußkrebsen sind vor allem die räuberischen Arten Acanthocyclps und Cyclops vicinus vorherrschend. Die sonst weit verbreiteten und häufigen Arten der Schwebekrebse (Diaptomiden) fehlen im Dümmer fast vollständig [LAWA, 1985]. Ab dem Jahr 2000 finden sich wieder vermehrt größere Daphnien im Wasserkörper des Sees. So fand SCHUSTER im Mai 2005 bereits über 500 Tiere von Daphnia galeata in Zooplanktonproben vom Olgahafen des Dümmers. Derart hohe Abundanzen filtrie- 10 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

render Daphnien lassen einerseits auf einen geringen Fraßdruck durch planktivore Fische schließen (siehe unten) und erklären andererseits auch die Zunahme der Sichttiefe. Die seither beobachteten zeitweiligen Klarwasserphasen mit Grundsicht, die vermehrt in den Jahren von 2000 bis 2003 beobachtet wurden, erklären sich somit vor allem durch die hohe Filtrationsleistung der Daphnien. 5.3 Submerse Makrophyten Die ehemals ausgedehnte Unterwasservegetation des Dümmers ist gegen Mitte der 1950er bis Anfang der 1960er Jahre mit zunehmenden Massenentwicklungen planktischer Algen vollständig zurückgegangen. Bemerkenswert waren davor das Vorkommen dichter Rasen von Armleuchteralgen (Chara hispida und Ch. fragilis), die zusammen mit dem artenreichen Vorkommen von verschiedenen Laichkräutern [Pfaffenberg & Dienemann, 1964] auf eine weit geringere Nährstoffbelastung des Dümmers schließen lassen als heutzutage. Auch wenn sich vor der Verlandungsvegetation in geschützten Bereichen am Westund Südufer und in der Bucht am Nordwestufer noch größere Bestände emerser See- und Teichrosen (Nymphea alba und Nuphar lutea) auf autochthonem Schlamm finden, waren diese Bestände im Dümmer früher deutlich artenreicher. Krebsschere (Stratiotes alloides), Schwanenblume (Butomus umbellatus) und Tausendblattarten (Myriophyllum spp.) waren in den damaligen Pflanzengesellschaften zahlreich vertreten. Fanden sich im ganzen See bis 1961 noch 215 Binseninseln (Schoenoplectus lacustris), so waren es 1965 nur noch 145 [DAHMS, 1972] und 1980 nur noch 20 [Remmers, 1982]. Heute sind diese Binseninseln fast vollständig verschwunden und zudem ist ein deutlicher Rückgang der Schilfrohrbestände (Phragmites australis) am Uferbereich des Dümmers zu verzeichnen (siehe oben). Mit dem Verschwinden der Vegetation kam es zu einer erhöhten Aufarbeitung und damit erhöhten Mobilität der im See abgelagerten Sedimente (Treibmudde), was zu einer stärkeren Verschlammung von Teilbereichen des Dümmers (Seglerhäfen, Lohneausmündung) und somit zu Nutzungseinschränkungen führte [POLTZ, 1982].

5.4 Makrozoobenthos Die zuvor arten- und individuenreiche Fauna des Makrozoobenthos verarmte etwa gegen Mitte der 1950er Jahre zeitgleich mit dem Verschwinden der Unterwasservegetation infolge der durch die steigende Nährstoffbelastung ausgelösten rasanten Eutrophierung des Dümmers (POLTZ, 1990). DAHMS (1972) fand zwar noch 1970 vor allem am Westufer beträchtliche Muschelzahlen (Anodonta amatina, A. cygnaea, Unio tumidus, U. pictorum, Dreissena polymorpha) von denen RIPL (1983) jedoch nur tote Individuen im Muschelschill unter anderen auch Arten der Gattung Pisidium nachweisen konnte. Im Bereich der offenen Wasserfläche waren sowohl die Schlämme im Westteil als auch der sandige Grund im Ostteil des Sees nur schwach besie-

- 11 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

delt. Schnecken und Muscheln waren kaum vorhanden. Eine neuere Makrozoobenthosuntersuchung durch BÄTHE (2001), die aufgrund einer völlig unerwarteten längeren Klarwasserphase im Jahre 2000 erfolgte, zeigte im November 2001 erwartungsgemäß ein ganz anderes Bild. Hier wurde erstmalig wieder ein sowohl individuen- als auch artenreiches Makrozoobenthos beschrieben. Es wurden 42 Taxa mit einer mittleren Besiedelungsdichte von 8.900 Ind./m² gefunden. Dominante Formen der benthischen Fauna waren Oligochaeta (wenigborstige Würmer), Chironomidae (Zuckmücken), Pisidien (Erbsenmuscheln) sowie die neuseeländische Deckelschnecke Potamopyrgus antipodarum. Zu den Großmuscheln im Dümmer zählen Anodonta cygnea, Unio pictorum und Unio tumidus. Im Dezember 2000 wurde darüber hinaus auch die flache Teichmuschel Anodonta anatina im Ostteil des Sees festgestellt. Die Dreiecks- oder Wandermuschel Dreissena polymorpha konnte allerdings nicht mehr lebend nachgewiesen werden. Zahlreiche, über den See verteilte Leerschalenfunde deuteten jedoch auf eine einstmals weite Verbreitung dieser Muschel im Dümmer hin. Nachfolgende Untersuchungen ebenfalls durch BÄTHE in den Jahren 2003 und 2004 zeigten eine Abnahme der Artendiversität jedoch ein Anstieg der Individuendichte. Die dominanten Formen der benthischen Fauna waren auch 2004 die Oligochaeta (wenigborstige Würmer) vor den Chironomidae (Zuckmücken) und Pisidien (Erbsenmuscheln). Im Untersuchungsjahr 2004 erreichte allein der Oligochaet Limnodrilus hofmeisteri Besiedlungsdichten von bis zu 19.000 Ind/m². Die Großgruppe der Chironomiden besiedelte das Sediment in Abundanzen von über 2000 Ind/m². Vor allem auf sandigen Substraten fanden sich 37 bis 922 Pisidien pro m², wobei sich jedoch die Anzahl vitaler Erbsenmuscheln auf niedrigem Niveau bewegte. Auch die einheimischen Großmuschel Anodonta cygnea und Unio pictorum konnten nur in geringen Stückzahlen nachgewiesen werden. Nachdem im Vergleich zu den Untersuchungen des Jahres 2001 das Nahrungsangebot für die Fischfauna im Oktober 2003 auf 70% zurückgegangen war, erholte sich das Makrozoobenthos im Zuge einer Wiederbesiedlungsphase bis 2004 und stellte sich insgesamt deutlich individuenstärker jedoch artenärmer dar. Ein derartiger Aspektwechsel in der Besiedlung durch das Makrozoobenthos charakterisiert den äußerst labilen Zustand des Flachsees durch die nach wie vor hohe Nährstoffbelastung des Dümmers im Jahre 2004.

5.5 Fische Die ehemalige Unterwasservegetation und eine arten- und individuenreiche benthische Fauna war bis in die 1950er Jahre die Grundlage für einen ertragreichen Fischbestand im Dümmer mit durchschnittlichen jährlichen Fangerträgen von 21,9 kg/ha für die Dekade von 1950-59 [BUHSE, 1977]. Das höchste Fangergebnis lag bei 80,9 kg/ha*a im Jahre1948. In den 1980er Jahren fiel der jährliche Fangertrag auf etwa 3 kg/ha. Für den Dümmer wird das Vorkommen von 20 Fischarten gemeldet, davon - 12 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

mit Graskarpfen (Ctenopharyngodon idella) und Silberkarpfen (Hypophthalmichtys molitrix) zwei faunenfremde [LAWA, 1985]. Die Bestände von Aal (Anguilla anguilla), Zander (Stizostedion lucioperca) und Hecht (Esox lucius) werden durch extensive Besatzmaßnahmen gestützt. Auffallend war bis Ende der 1980er Jahre der hohe Bestand kleiner Weißfische (Cyprinidae). Für bodentierfressende Arten, wie z.B. Brassen (Abramis brama) und Plötze (Rutilus rutilus) wurden hohe Wachstumsraten beobachtet, solange die Jungfische sich von Zooplankton ernähren. Mit der Umstellung der älteren Fische auf Bodennahrung trat eine klare Wachstumsstagnation ein [LAWA, 1985]. Auch LUDWIG [1990] stellte noch deutliche Verbuttungserscheinungen und schätzte den Gesamtfischbestand des Dümmers auf 200 kg/ha, ein für eutrophe bis hypertrophe Gewässer vergleichsweise geringer Gesamtbestand. Insgesamt wurden beim Vergleich der Längen-Häufigkeits-Verteilungen von Brassen, Güster (Blicca bjoerkna) und Rotauge der Untersuchungsjahre 1988 und 2002 eine ausgeprägte Verschiebung der Bestandsstruktur hin zu größeren Längenklassen ersichtlich, die sich auch in einer deutlichen Erhöhung des Durchschnittgewichtes widerspiegelt. Da die Fische in den Jahren 2001/2002 zudem ein höheres Stückgewicht und einen besseren Ernährungszustand aufwiesen als 1988 wurde nicht mehr von einer Verbuttung des Bestandes ausgegangen [KÄMMEREIT ET AL. 2005]. Insgesamt wurde jedoch sowohl hinsichtlich der Individuenzahl als auch bei der Biomasse der dominanten Arten (Brassen, Güster und Rotauge) ein deutlicher Bestandsrückgang je nach Art bis zu 99 % festgestellt. Neben dieser seit Ende der 1980er Jahre anhaltenden Abnahme der Weißfischarten wurde seit Ende der 1990er Jahr auch ein deutlicher Rückgang bei den Hauptwirtschaftsarten des Berufsfischers (Aal, Zander, Hecht und Flussbarsch) verzeichnet. Als maßgebliche Ursache für den Rückgang der Fischbestände im Dümmer wird von KÄMMEREIT ET AL. [2005] der erhöhte Fraßdruck durch Kormorane diskutiert.

6

Sediment

Zum Sediment des Dümmers liegen keine aktuellen Untersuchungen vor. In den 1980er Jahren [LAWA, 1985] wird beschrieben: Die autochthonen Sedimente sind sehr kalkreich (bis etwa 30% Kalk im Trockengewicht) und reich an organischen Substanzen (um 20%). Der Phosphorgehalt ist hoch (2-6 g P/kg TS (Trockensubstanz). Die obersten Lagen sind wasserreich (90-95% Wassergehalt) und sehr mobil; sie werden durch Wellen leicht erodiert und suspendiert und in großen Mengen verfrachtet (Treibmudde). Bevorzugte Sedimentationsgebiete sind – bei vorherrschend westlichen Winden – die meist wind- und wellengeschützten Bereiche vor dem Nordwest, West- und Südufer. Der östliche Seeteil ist weitgehend frei von limnischen Sedimenten (Abbildung 5), auf sandigem Untergrund lagert allenfalls vorübergehend eine dünne Lage Treibmudde. Nach Untersuchungen von RIPL [1983] sollen sich ca. 2,4 Mio. m³ Schlamm im See befinden, wobei - vor der Umleitung des Bornbaches von einer jährlichen Neubildung von 58.000 m³ Schlamm ausgegangen wurde. - 13 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Vor allem in den nordwestlichen Bereichen (früher im südlichen Bereich) des Dümmers wurden mit Hilfe eines Saugbaggers von 1975 bis 1984 rund 1.136.000 m³ und von 1989 bis 2010 rund 970.000 m³ Schlamm aus dem See entnommen und in insgesamt 4 Schlammpoldern abgelagert. Die regelmäßigen Schlammentnahmen sollen die Verlandung eingrenzen und so den Nutzungserhalt des Flachsees gewährleisten.

Abbildung 5: Verbreitungskarte Verlandungsvegetation und limnisches Sediment [LAWA, 1985]

- 14 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

7

Bewertung

7.1 LAWA-Trophiebewertung Nach der "Vorläufigen Richtlinie für eine Erstbewertung von natürlich entstandenen Seen nach trophischen Kriterien" würde sich anhand der Beckenmorphometrie des Dümmers der Referenzzustand "schwach polytroph" (p1) ergeben, allerdings ist dieses Bewertungsverfahren für polymiktische Flachseen nur eingeschränkt anwendbar, da die Sichttiefe als Kriterium durch die häufige sedimentbedingte Eintrübung des Wasserkörpers nur bedingt geeignet ist [LAWA, 1999]. Für den Ist-Zustand ist eine Bewertung bei der derzeitigen Datenlage (nicht alle Parameter aus einem Jahr vorhanden) nur eingeschränkt möglich. Nach den vorliegenden Daten aus den Jahren 2002 (Sichttiefe) und 2007 (Chlorophyll und Gesamtphosphor) würde sich der Ist-Zustand "stark polytroph" (p2) ergeben, so dass eine Gesamtbewertung in Klasse 4 "kritische Nährstoffbelastung " erfolgen würde. Tabelle 9: Vorläufige Trophiebewertung für den Dümmer [NACH LAWA, 1998] Referenzzustand (nach Morphometrie)

Maximale Tiefe [m] Mittlere Tiefe [m] Effektive Länge [km] Effektive Breite [km]

1,4 [UBA, 2004] 1,1 [UBA, 2004] 5,5 [Google Earth] 4,0 [Google Earth]

schwach polytroph (p1)

Ist-Zustand

Chlorophyll-a [µg/L] Sichttiefe [m] TP-Frühjahr [µg/L] TP-Sommer [µg/L]

142 (Mittel Mai-Sep 2007) 0,40 (Mittel Mai-Sep 2002) 280 (05.03.2007) 260 (Mittel Mai-Sep 2007)

stark polytroph (p2)

Gesamtbewertung

Bewertungsstufe 4: Kritische Nährstoffbelastung, dringender Handlungsbedarf für Sanierungsmaßnahmen. Da bei dieser Bewertung ein besonders effektiver Sanierungserfolg zu erwarten ist, sollte bei diesen Gewässern vordringlich Sanierungsmaßnahmen geprüft und durchgesetzt werden.

Von POLTZ [2005] wird der Referenzzustand als eutroph mit Vorkommen einer flächenhaft ausgedehnten Unterwasservegetation beschrieben und der Ist-Zustand als poly- bis hypertroph mit ganzjährig andauernder Massenentwicklung planktischer Algen und ohne submerse Makrophyten.

7.2 WRRL-Qualitätskomponenten Die Bewertung der stehenden Gewässer nach WRRL setzt sich aus der Bewertung des ökologischen Zustands (bzw. bei künstlichen und erheblich veränderten Gewässern des ökologischen Potenzials) und des chemischen Zustands zusammen. Für die Beurteilung des ökologischen Zustands / Potenzials werden neben den biologischen Qualitätskomponenten (Phytoplankton, Makrophyten / Phytobenthos, Makrozoobenthos und Fische) auch die unterstützenden hydromorphologischen (Wasserhaushalt und Morphologie) und physikalisch-chemischen Qualitätskomponenten (Allgemeine Bedingungen und spezifische Schadstoffe) zur Bewertung he- 15 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

rangezogen. Bewertungsverfahren liegen bisher nur für die biologischen Qualitätskomponenten vor, wobei für den Dümmer bisher nur das Phytoplankton bewertet wurde. Die in der Tabelle 10 aufgeführten Bewertungen dienen daher zunächst nur der Orientierung und sind als erste grobe Abschätzungen zu verstehen. Die Bewertung des ökologischen Zustands des Dümmers ("unbefriedigend") durch den NLWKN erfolgte anhand der Phytoplanktonbewertung unter Berücksichtigung der Abschätzung der anderen Qualitätskomponenten. Tabelle 10: Vorläufige Bewertungen der WRRL-Qualitätskomponenten für den Dümmer ÖKOLOGISCHER ZUSTAND (es werden die Klasen sehr gut, gut, mäßig, unbefriedigend und schlecht unterschieden)

Physikalisch-chemische Qualitätskomponenten

Hydromorphologische Qualitätskomponenten

Biologische Qualitätskomponenten

Qualitätskomponente

Bewertungsverfahren

Bisherige Bewertung Untersuchungsjahr: 2006 [SCHUSTER] Gesamtbewertung: unbefriedigend

Phytoplankton

"PSI" [MISCHKE UND NIXDORF, 2008]

Makrophyten Phytobenthos

"PHYLIB" [SCHAUMBURG ET AL., 2007]

Keine aktuellen Daten

Makrozoobenthos

Bewertungsverfahren in Entwicklung

Daten von 2001, 2003 und 2004 Bisher keine Bewertung

Fische

Bewertungsverfahren in Entwicklung, vorläufige Bewertung nach BRÄMICK UND RITTERBUSCH [2007]

Untersuchungen in 1988, 2002 und 2005

Wasserhaushalt - Verbindung zu Grundwasserkörpern - Wasserstandsdynamik - Wassererneuerungszeit

nicht relevant Derzeit noch kein allgemeines Bewertungsverfahren

Untersuchungsjahr: 2007 [SCHUSTER] Gesamtbewertung: unbefriedigend

Bisher keine Bewertung (vermutlich unbefriedigend da Wasserstand künstlich reguliert)

Morphologie - Tiefenvariation - Substrat des Bodens - Struktur der Uferzone

Derzeit noch kein allgemeines Bewertungsverfahren

Bisher keine Bewertung (vermutlich gut, da in weiten Bereichen natürliche Uferstruktur)

Allgemein - Sichttiefe - Temperatur - Sauerstoff - Chlorid, Leitfähigkeit - pH-Wert - Phosphor, Stickstoff

Derzeit noch kein allgemeines Bewertungsverfahren

Bisher keine Bewertung (vermutlich mäßig, da LAWATrophiebewertung Stufe 4 "kritische Nährstoffbelastung“)

Spezifische Schadstoffe

Stoffe und Umweltqualitätsnormen nach WRRL-VO NI (Anlage 4) und Richtlinie 2008/105/EG

Bisher keine Bewertung

GESAMTBEWERTUNG (Bewertung NLWKN Stand Mai 2009):

- 16 -

unbefriedigend

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Für die Beurteilung des chemischen Zustands wurde bisher nur das Steinhuder Meer untersucht und das Ergebnis ("gut") auf die anderen Niedersächsischen WRRL-Seen übertragen, so dass es sich hierbei ebenfalls nur um eine erste Abschätzung handelt.

CHEMISCHER ZUSTAND (es werden die Klassen gut und nicht gut unterschieden) Qualitätskomponente

Prioritäre Stoffe

Bewertungsverfahren Stoffe und Umweltqualitätsnormen nach WRRL-VO NI (Anlage 5) und Richtlinie 2008/105/EG

GESAMTBEWERTUNG (Bewertung NLWKN Stand Mai 2009):

8

Bisherige Bewertung Vorläufige Bewertung: gut (Für die vorläufige Bewertung wurde das Ergebnis vom Steinhuder Meer auf alle anderen Seen übertragen, weitere Untersuchungen sollen folgen) gut

Nutzungen und Nutzungskonflikte

Als Hauptnutzungen sind am Dümmer der Naturschutz und der Wassersport zusehen. Vier Naturschutzgebiete befinden sich unmittelbar am See: Das Naturschutzgebiet "Dümmer" m Nordwest-, West- und Südufer, das Naturschutzgebiet "Hohe Sieben" am Ostufer, das Naturschutzgebiet "Huntebruch und Huntebruchwiesen" am Nordwestufer und das Naturschutzgebiet "Ochsenmoor“ am Südufer. Des Weiteren gehört der See zum EU-Vogelschutzgebiet V39 "Dümmer" und zum FFH-Gebiet Nr.065 "Dümmer". Der See wird aber auch von 18 Wassersportvereinen (Tabelle 11) genutzt. In den Häfen in Lembruch und Hüde befinden sich 2000 Hafenplätze für Gast- und Dauerlieger. Zudem wird der See als Windsurfrevier und bei tragfähiger Eisdecke auch zum Eissegeln genutzt. Außerdem hat der Dümmer mit den Badestellen "Dümmer See - Lembruch" und "Dümmer See - Hüde" zwei EU-Badestellen. Die Nutzung des Dümmers (wie auch des Steinhuder Meeres) ist durch die Dümmer und Steinhuder Meer Verordnung geregelt [DSTMVO, 2007]. Der See ist für die fischereiliche Nutzung an einen Berufsfischer im Haupterwerb und den Landessportfischerverband Niedersachsen e.V. verpachtet.

- 17 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Tabelle 11: Nutzergruppen am Dümmer Wasserwirtschaft Hochwasserschutz und Niedrigwasseraufhöhung Naturschutz NSG HA024 "Dümmer" (615,4 ha, Ausweisung 1952) NSG HA035 "Hohe Sieben" (75,3 ha, Ausweisung 1971) NSG HA204 "Huntebruch u. -wiesen" (260 ha, Ausweisung 1976) NSG HA172 "Ochsenmoor“ (1029 ha, Ausweisung 1995)

Landkreis Diepholz, Untere Naturschutzbehörde Herr Vogel, [email protected] www.diepholz.de Naturschutzring Dümmer e.V. Frau Lehmkuhl, [email protected]-online.de www.naturschutzring-duemmer.de

EU-Vogelschutzgebiet V39 "Dümmer" FFH-Gebiet Nr. 065 "Dümmer" Tourismus Tourist Information Dümmerland

www.duemmer.de

Wassersport Wettfahrgemeinschaft Dümmer e.V.

www.wg-duemmer.de

Segelschule Schlick

www.segelschule-schlick.de

Bootsvermietung "Am Turm mit der Uhr" Langhorst GbR

www.turmmitderuhr.de

Bielefelder Segel-Club

www.bsc-duemmer.de

BDYC – British Dümmer Sea Yachtclub

Arningspad 28, 49459 Lembruch, 05447/453

SCC – Segel-Club Clarholz

www.scc-duemmersee.de

SCD – Segel-Culb Dümmer

www.segel-club-duemmer.de

SCED – Segelclub Eickhöpen Dümmer

www.sced.de

SCLD – Segel-Club Lohne Dümmer

www.scld.de

SCL – Segelclub Lembruch e.V.

www.scl-duemmer.de

SCWI – Segel-Club Wiedenbrück

www.scwi.de

SOSC – Südoldenburger Segel-Club

Postfach 1302, 49401 Damme

SCGD – Segler-Verein Gehrkenhof Dümmer

Sutthauser Str. 107a, 49080 Osnabrück, 0541/89101

SVGL – Segler-Vereinigung Grawiede Lembruch

www.svgl.de

SVH – Segler-Vereinigung Hüde

www.svh-duemmer.de

SVMü – Segler-Vereinigung Münster

Niedersachsenstr. 31, 49448 Hüde, 05443/ 2665

SVOH – Segel-Verein Olga Hafen

Wilhelmstr. 1, 49413 Dinklage, 04443 / 1681

SVRH – Segel-Vereinigung Rohrdommel Hüde

www.svrh.com

WSCD – Windsurfing Club Dümmer

www.wscd-duemmer.de

WSVE – Wassersportverein Eickhöpen

www.wsve-duemmer.de

Badenutzung EU-Badestelle "Dümmer See - Lembruch" R13B20002303251006 EU-Badestelle "Dümmer See - Hüde" R13B20002303251012

Landesgesundheitsamt Niedersachsen www.badegewaesser.nlga.niedersachsen.de

Fischerei / Angeln Berufsfischerei: Dobberschütz Landessportfischerverband Niedersachsen e.V.

www.lsfv-nds.net

Sportfischereiverein Diepholz e.V.

www.diepholz.de

Sonstige LIFE-Projekt "Wiedervernässung der westlichen Dümmerniederung"

- 18 -

www.llife-duemmer.niedersachsen.de

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

9

Übersichtsdaten zum Naturschutz

9.1 Natura 2000 Der Dümmer ist FFH-Gebiet ("Dümmer", Landesinterne Nr. 065, EU-Kennzahl 3415301) und EU-Vogelschutzgebiet ("Dümmer", Landesinterne Nr. V39, EU-Kennzahl DE 3415-401). Eine Übersichtskarte ist in Abbildung 6 dargestellt, eine Kurzcharakteristik, die Schutzwürdigkeit und die Gefährdung der Gebiete sind in Tabelle 12 dargestellt. Informationen zu den Lebensraumtypen des Anhangs I der FFH-Richtlinie finden sich in Tabelle 13.

Abbildung 6: Übersichtskarte Natura 2000-Gebiete am Dümmer [NLWKN, 2009A]

- 19 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Tabelle 12: Übersichtsinformationen Natura 2000-Gebiete am Dümmer [NLWKN, 2009B] FFH-Gebiet

EU-Vogelschutzgebiet

Kurzcharakteristik

Großer Flachsee mit ausgedehnten naturnahen Verlandungszonen auf Niedermoor (u. a. Unterwasser-, Schwimmblatt- und Röhrichtvegetation, Röhrichte, Hochstaudenfluren, Seggenriede, Erlen-Eschenwald, Erlenbruchwald, Feuchtgrünland).

Eutropher, eingedeichter Flachwassersee, Hauptzufluss ist die Hunte. Im Verlandungsbereich großflächig ausgebildete Röhrichte. Binnendeichs ausgedehnte Feuchtwiesenkomplexe im ehem. Überflutungsraum z.T. großflächig wiedervernässt

Schutzwürdigkeit

Zweitgrößter natürlicher eutropher See Niedersachsens. In randlichem Grünlandgebiet eines der landesweit wenigen Vorkommen des Kriechenden Selleries (Anh. II).

Feuchtgebiet mit internationaler Bedeutung, größtes Rast- und Überwinterungsgebiet im niedersächsischen Binnenland für Enten, Gänsesäger, Kiebitz, Kornweihe. National bedeutendes Brutgebiet für Vogelgemeinschaften der Feuchtwiesen, Röhrichten, Verlandungszonen

Gefährdung

Unterwasservegetation und Wasserfauna infolge Eutrophierung und Verschlammung stark verarmt. Freizeitbetrieb, Wassersport. Entwässerung, Düngung, Umbruch von Grünland. Nutzungsaufgabe von Feuchtgrünland. Fremdholzbeimischung im Huntebruch.

Eutrophierung, und damit einhergehende Verschlammung und Verlandung des Sees, nutzungsbedingte Wasserstände, intensive Landwirtschaft, Zunahme von Freizeit- und Erholungseinrichtungen, Störungen, insbesondere durch Wassersport, militär. Flugverkehr

Tabelle 13: Lebensraumtypen im Gesamtgebiet nach Anhang I der FFH-Richtlinie [NLWKN, 2009B] EUCode

Lebensraumtyp

Fläche (ha)

Erh.Zust.

1.320,0

C

3150

Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamion oder Hydrocharition

3260

Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion

2,0

B

6430

Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe

5,0

B

91E0

Auenwälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)

23,0

B

9.2 Sonstige Schutzgebiete Vier Naturschutzgebiete befinden sich unmittelbar am See: Das Naturschutzgebiet "Dümmer" (NSG HA024, 615,4 ha, Ausweisung 1952) am Nordwest-, West- und Südufer, das Naturschutzgebiet "Hohe Sieben" (NSG HA035, 75,3 ha, Ausweisung 1971) am Ostufer, das Naturschutzgebiet "Huntebruch und Huntebruchwiesen" (NSG HA204, 260 ha, Ausweisung 1976) am Nordwestufer und das Naturschutzgebiet "Ochsenmoor“ (NSG HA172, 1029 ha, Ausweisung 1995) am Südufer (Abbildung 7 und Abbildung 8).

- 20 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Abbildung 7: NSG "Dümmer" (615 ha) und "Huntebruch- Huntewiesen" (260 ha) [NLWKN, 2008C]

Abbildung 8: NSG "Ochsenmoor" (1029 ha) und NSG "Hohe Sieben" (75 ha) [NLWKN, 2008c]

- 21 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

10 Bewertung der Datenlage Die Datenlage zum Dümmer stellt sich in den Grundlagendaten als relativ gut dar, zu den WRRL-Qualitätskomponenten liegen aktuelle Daten und deren Bewertung für das Phytoplankton vor. Im Folgenden sind die Datendefizite für den Dümmer im Einzelnen aufgeführt: Grundlagendaten: - Angaben zur Boden- und Landnutzungsverteilung im Einzugsgebiet - aktuelle Tiefenlinienkarte Daten für WRRL-Qualitätskomponenten (für die Bewertungsverfahren bereits vorliegen): - Makrophyten / Phytobenthos Für alle anderen WRRL-Qualitätskomponenten (Makrozoobenthos und Fische sowie für die hydromorphologischen und chemisch-pysikalischen Qualitätskomponenten) liegen noch keine Bewertungsverfahren vor. Diese Daten sollten in enger Anlehnung an die Entwicklung von Bewertungsverfahren erhoben werden, Untersuchungen zu den Qualitätskomponenten Fische und Makrozoobenthos liegen z.T. bereits vor.

11 Entwicklungsziel, Belastungsquellen und Maßnahmenvorschläge Da es sich beim Dümmer um einen natürlichen See handelt, muss das Entwicklungsziel dem Referenzzustand des Seentyps 11 entsprechen. Demnach wäre das Entwicklungsziel ein Flachsee mit flächenhaft ausgedehnter Unterwasservegetation und natürlichen Uferbereichen ohne Blaualgendominanz sowie einer dem Referenzzustand entsprechenden Trophie. Für den guten ökologischen Zustand nach Wasserrahmenrichtlinie sind vor allem von Bedeutung: • •



Die potenziell natürliche Besiedlung eines Sees mit Makrophyten, Fischen, Makrozoobenthos und Phytoplankton (biologische Qualitätskomponenten), Der potenziell natürliche Wasserhaushalt, vor allem hinsichtlich des Seewasserstandes, der Abflüsse der Zu- und Abläufe sowie der Wasseraufenthaltszeit im See (hydromorphologische Qualitätskomponenten), Der potenziell natürliche Stoffhaushalt, insbesondere hinsichtlich Sauerstoff, Salz- und Kalkgehalt und Nährstoffen sowie die Abwesenheit von Schadstoffen (chemische und physikalisch-chemische Qualitätskomponenten).

- 22 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

Als Hauptbelastungsquelle hinsichtlich der Nährstoffe stellten sich beim Dümmer bisher die hohen Einträge aus dem großen Einzugsgebiet der Hunte dar, wobei etwa 50% der Phosphorfracht über das Teileinzugsgebiet des Bornbachs eingetragen wurde, der derzeit umgelegt wird und ab 2009 nicht mehr in die Hunte und mit ihr in den Dümmer, sondern in den Randkanal entwässern soll. Da die Maßnahme noch nicht abgeschlossen ist, ist eine Abschätzung des Erfolgs derzeit noch nicht absehbar. Nach Abschluss der Bauarbeiten sollte daher unbedingt über ein Monitoring der Wasserqualität der Hunte die weitere Entwicklung der Nährstoffeinträge dokumentiert werden. Über die Belastungssituation des Dümmers hinsichtlich prioritärer Stoffe (durch mögliche Belastungen aus z.B. der intensiven Wassersportnutzung) liegen derzeit keine Daten vor. Auch über mögliche Belastungen aus Oberflächenwassereinleitungen der unmittelbar an den See angrenzenden Ortschaft Lembruch liegen derzeit keine Daten vor. Bei der Auswahl von Maßnahmen sollten immer Sanierungsmaßnahmen (Maßnahmen im Einzugsgebiet, wie z.B. die Minderung von Stoffeinträgen durch verbesserten Stoffrückhalt in der Fläche, Anlage von Uferrandstreifen oder Steigerung der Reinigungsleistung von Kläranlagen) vor Restaurierungsmaßnahmen (Maßnahmen im See selber, wie z.B. Entschlammung, Biomanipulation oder Uferzonenmanagement) stehen. Eine Teilsanierung des Sees ist bereits über die Verlegung des Bornbachs erfolgt. Sollte diese Maßnahme nicht die gewünschte Entlastung hinsichtlich des Nährstoffeintrags für den Dümmer erbringen, wären zusätzlich Maßnahmen zur Nährstoffreduzierung im verbleibenden Hunte-Einzugsgebiet nötig: 1) Reduzierung der Nährstoffeinträge aus dem Hunte-Einzugsgebiet durch z.B.: •



• •

Verbesserung der Reinigungsleistung der Kläranlagen (nach Stand des CBerichts [NLWK, 2005] ist die Kläranlage Hunteburg noch ohne gezielte Phosphorelimination) Verbesserung des Stoffrückhalts auf landwirtschaftlich genutzten Flächen durch z.B. Untersaaten, Winterbedeckung, pfluglose Bodenbearbeitung (Direktsaatverfahren) Nutzungsänderung / Extensivierung auf gewässernahen Flächen Anlage von Uferrandstreifen an den Zuläufen (mindestens 10 m breit) und Revitalisierung der Auen an den Zuläufen für verbesserten Stoffrückhalt im Hochwasserfall

2) Verbesserung der Uferstruktur in gestörten Bereichen durch z.B.: • Klärung der Ursachen für den Schilfrückgang am Süd- und Westufer • Information / Aufklärung der Seenutzer (Umweltpädagogik)

- 23 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

12 Literatur 12.1 Literatur zum Dümmer ANDREAS J., HELBIG, J., BELTING, L. UND BELTING, H. (1990): Die Vögel des DümmerGebietes. Avifauna eines norddeutschen Flachsees und seiner Umgebung (Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen 21), Hannover. BÄTHE, J. (2001): Die Wirbellosenfauna des Dümmers – Situation im November 2001. – Untersuchungsbericht im Auftrage des NLÖ- unveröffentlicht BÄTHE, J., CORING, E. BÄTHE, K. (2003): Limnologische Untersuchung im Steinhuder Meer – Im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie, unveröffentlicht BÄTHE, J., CORING, E. BÄTHE, K. (2004): Limnologische Untersuchung im Steinhuder Meer – Im Auftrag des Niedersächsischen Landesamtes für Ökologie, unveröffentlicht BUHSE, G. (1977): Zur Fischereibiologie niedersächsischer Flachseen. Bannsee – Steinhuder Meer – Dümmer. – Bericht des Niedersächsischen Landesverwaltungsamtes – Binnenfischerei, Hannover, 78 Seiten DAHMS, E. (1972): Limnologische Untersuchungen im Dümmer-Becken im Hinblick auf seine Bedeutung als Natur- und Landschaftsschutzgebiet. Geologische Untersuchungen an niedersächsischen Binnenseen XXIX. Niedersächsisches Landesamt für Bodenforschung, Hannover, 231 Seiten. DSTMVO (2007): Dümmer und Steinhuder Meer – Verordnung über den Gemeingebrauch – Online verfügbar auf: www.nlwkn-niedersachsen.de ELSNER, H. (2003): Naturerlebnis Dümmer. Edition Temmen, 1.Auflage, 144 Seiten. KÄMMEREIT, M., MATTHES, U., W ERNER, R. und BELTING, H.: Zur Entwicklung der Fischbestände im Dümmer – Untersuchungsbericht des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Abteilung Binnenfischerei, Hannover und des Niedersächsischen Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz, Naturschutzstation Dümmer KOSTE, W., POLTZ, J. (1984): Über die Rädertiere (Rotatoria, Phylum Aschelminthes) des Dümmers, NW-Deutschland. Osnabrücker naturwiss. Mitteilungen 11, 91125. LAWA- Länderarbeitsgemeinschaft Wasser (1985): Seen in der Bundesrepublik Deutschland./ (Niedersachsen), 99, 102-104, München.

- 24 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

LEUTBECHER, C. (1999): Die Rotatorienfauna des Dümmers. Teil II: Betrachtung der Planktonzönosen./ Osnabrücker naturwiss. Mitt., Bd. 25, 211-220, 5 Abb., Osnabrück. (10) LUDWIG, J. (1990): Zur Ökologie der Fischfauna des Dümmers, unter besonderer Berüchsichtigung der Populationen von Plötze (Rutilis rutilus [L] ), Güster (Blicca bjoerkna[L] und Brassen (Abramis brama [L]. – Dipl. Arbeit FU Berlin, 85 Seiten NLW (1985): Seen in Niedersachsen, Dümmer S. 37-39. NLWK– NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR W ASSERWIRTSCHAFT UND KÜSTENSCHUTZ, BEZIRKSREGIERUNG W ESER-EMS (2005): Bestandsaufnahme zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie – Oberflächengewässer – Bearbeitungsgebiet Hunte (C-Bericht). Stand: 21.12.2004 NLWK – NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR W ASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ (2008A): Topographische Karte Dümmer. Zur Verfügung gestellt von der NLWKN-Sulingen. NLWK – NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR W ASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ (2008B): Chemische und physikalisch-chemische Messwerte für den Dümmer. Zur Verfügung gestellt vom NLWKN-Sulingen. NLWK – NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR W ASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ (2008C): Karten zu den Naturschutzgebieten am Dümmer. Online verfügbar unter www.nlwkn-niedersachsen.de NLWK – NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR W ASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ (2009A): Karten zu Natura2000-Gebieten in Niedersachsen. Online verfügbar auf: www.umweltkarten.niedersachsen.de. NLWK – NIEDERSÄCHSISCHER LANDESBETRIEB FÜR W ASSERWIRTSCHAFT, KÜSTEN- UND NATURSCHUTZ (2009B): Vollständige Gebietsdaten der Natura2000-Gebiete in Niedersachsen. Online verfügbar auf: www.nlwkn-niedersachsen.de (Naturschutz → Natura 2000/Biotopschutz → Downloads zu Natura2000). NLS (1999): Landwirtschaftsstatistiken, Landwirtschaftszählung. Online verfügbar auf: www.nls.niedersachsen.de/Tabellen/Landwirtschaft/internetseite2002/ Alle_Stat_ldw.xlsnls-niedersachsen.de NOACK, U. (1984): Das Phytoplankton des Dümmers (1982/1983). Osnabrücker Naturwiss. Mitteilungen 11, 127-138. PFAFFENBERG, K. UND DIENEMAMM, W. (1964): Das Dümmerbecken – Beiträge zur Geologie und Botanik. – Veröffentlichung des Niedersächsischen Institutes für Landeskunde und Landesentwicklung Göttingen, Reihe A, 78, 100-159 . POLTZ, J. UND W ILLE, W. (1977): Limnologische Untersuchung des Dümmers. Mitteilungen aus dem Wasseruntersuchungsamt (NWA): Heft 2, 1-80. - 25 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

POLTZ, J. (1982): Der Dümmer – Nutzungsansprüche, Probleme, Sanierungsmaßnahmen. Mitteilungen aus dem Wasseruntersuchungsamt (NWA): Heft 8, 100159. POLTZ, J. (1989): Phosphat in der oberen Hunte – Untersuchungen zur Nährstoffbelastung des Dümmers. Mitteilungen aus dem Niedersächsischen Landesamt für Wasserwirtschaft 7. S. 157-234. POLTZ, J. (1990): Der Niedergang des Dümmers als Folge der rasanten Eutrophierung – die Geschichte, die Ursachen und die Auswirkungen. In: Niedersächsisches Landesamt für Wasser und Abfall, Hildesheim (Hrsg.): Seen in Niedersachsen – Der Dümmer. S. 47-61 (Tischvorlage zur Befragung von Fachleuten durch die Landesregierung am 31.10.1989 in Hannover). – unveröffentlicht POLTZ, J. (1990): Umleitung des Bornbaches: Teilmaßnahme im Gesamtkonzept zur Sanierung des Dümmers. In: Niedersächsisches Landesamt für Wasser und Abfall, Hildesheim (Hrsg.): Seen in Niedersachsen – Der Dümmer. S. 13-46. POLTZ, J. (1992): Zur limnologischen Situation des Dümmers. NNA-Berichte 2/92: S.7-9. POLTZ, J. (2005): Dümmer. Datenblatt zur Abschätzung der Zielerreichung nach EGWRRL. Zur Verfügung gestellt vom NLWKN-Sulingen. POLTZ, J.; NEUMANN, P. und DANGERS, U. (2003): Die Gewässerökologie – In: 50 Jahre Dümmerdeich – Chronik und Ausblick. Hunte-Wasserverband. POTT, R. (1999): Nordwestdeutsches Tiefland zwischen Weser und Ems. Ulmer, Stuttgart, 256 S. PRANTE, J. (2007): Seen-Sanierung am Beispiel des Dümmer und des Steinhuder Meeres. Vortrag im Rahmen der Fortbildungsveranstaltung „Aktuelle Themen der Wasserwirtschaft“ am 27.11.2007 in Verden. SCHUSTER, H.-H. (2005): Das Zooplankton des Dümmers im Jahre 2005. – Untersuchungsbericht im Auftrage des NLÖ- Unveröffentlicht SCHUSTER, H.-H. (2006): Das Phytoplankton des Dümmers im Jahre 2006. – Untersuchungsbericht im Auftrage des NLWKN – Sulingen – Unveröffentlicht SCHUSTER, H.-H. (2008): Das Phytoplankton Niedersächsischer Seen im Jahre 2007. – Untersuchungsbericht im Auftrage des NLWKN – Hildesheim – Unveröffentlicht REMMERS, J. (1982): Landespflegerisches Gutachten zum Dümmerbewirtschaftungsplan – Niedersächsisches Landesverwaltungsamt – Naturschutz, Hannover, 124 Seiten RICHTER, K.-G. (1987): Vergleich von Meßwerten der Kesselverdunstung mit berechneten Verdunstungswerten am Beispiel des Steinhuder Meeres. In: Deutsche Gewässerkundliche Mitteilungen, Heft 5: 133-137 - 26 -

Leitfaden Maßnahmenplanung Stillgewässer – Seebericht Dümmer

RIPL, W. (1983): Limnologisches Gutachten Dümmersanierung. Institut für Ökologie/ Limnologie der TU Berlin, 154 Seiten. SEEHAFER, K. (1980): Der Dümmer See in Farbe. Ein Reiseführer für Naturfreunde. Stuttgart. SENGUTTA, H. (2003): Die Wassermengenwirtschaft – In: 50 Jahre Dümmerdeich – Chronik und Ausblick. Hunte-Wasserverband UBA (2004): Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands. UBA-Texte 05/04

12.2 Allgemeine Literatur BFN – BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (1994): Naturräumliche Haupteinheiten und Biogeographische Regionen in Deutschland. Veröffentlicht in: Ssymank, A.: Neue Anforderungen im europäischen Naturschutz. Das Schutzgebietssystem Natura 2000 und die FFH-Richtlinie der EU. Zeitschrift Natur und Landschaft Jg. 69, 1994, Heft 9: S.395-406. ELSHOLZ, M., BERGER, H. (1998): Hydrologische Landschaften im Raum Niedersachsen. Schriftenreihe „Oberirdische Gewässer“ Nr. 6/98. LAWA – LÄNDERARBEITSGEMEINSCHAFT W ASSER (1998): Gewässerbewertung stehende Gewässer - Vorläufige Richtlinie für eine Erstbewertung von natürlich entstandenen Seen nach trophischen Kriterien. Kulturbuch-Verlag Berlin, ISBN 388961-225-3 MATHES, J., PLAMBECK, G., SCHAUMBURG, J. (2002): Das Typisierungssystem für stehende Gewässer in Deutschland mit Wasserflächen ab 0,5 km² zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. In: R. DENEKE, B. NIXDORF (Hrsg.): Implementierung der EUWRRL in Deutschland: Ausgewählte Bewertungsmethoden und Defizite. Aktuelle Reihe 5/2002: 15–23. MISCHKE, U., RIEDMÜLLER, U., HOEHN, E. UND B. NIXDORF (2007): Praxistest Phytoplankton in Seen. Endbericht zum LAWA-Projekt (O 5.05). Berlin, Freiburg, Bad Saarow, Oktober 2007. 114 S. SCHAUMBURG, J., C. SCHRANZ, D. STELZER, G. HOFMANN, A. GUTOWSKI UND J. FOERSTER (2006): Handlungsanweisungen für die ökologische Bewertung von Fließgewässern zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie: Makrophyten und Phytobenthos. Bayerisches Landesamt für Umwelt, München. Titelfoto: TOURIST INFORMATION DÜMMERLAND

- 27 -