Soldatenfamilien arbeiten in Menen Soldatenfamilien arbeiten in Menen

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SuW12008.qxp:SuW12008 17.12.2007 13:44 Uhr Seite 1 & Entgelt bezahlt Stimme H 4340 Weg Arbeit für den Frieden Soldatenfamilien arbeiten in M...

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Kooperationsstelle Wissenschaft und Arbeitswelt. Grenzüberschreitendes Arbeiten in der Großregion SaarLorLux universaar.

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Arbeit für den Frieden

Soldatenfamilien arbeiten in Menen

Keine Feinde mehr Deutsch-russischer Arbeitseinsatz

Volksbund-Reisen 2008 Von Andilly bis Wolgograd

Ausgabe Januar

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Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V.

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Blickpunkt

Impressum Herausgeber Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Berichte und Mitteilungen, 84. Jahrgang, Januar 2008 (ISSN 0944-2766) Das Mitteilungsblatt erscheint viermal im Jahr, Nachdruck nur mit Quellenangabe und Beleg. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Die Redaktion behält sich Kürzung und Bearbeitung des zur Verfügung gestellten Materials vor.

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Schwerpunkt In Lettland viel erreicht

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Bundeswehr Ein Meilenstein der Versöhnung

Volkstrauertag Was wäre aus ihnen geworden?

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Reisen Mit uns reisen – Programm 2008

Mitgliedskonto Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Postbank Frankfurt Kontonummer: 43 00 603 Bankleitzahl: 500 100 60

Redaktion Maurice Bonkat (mb) – Redaktionsbeirat: Prof. Volker Hannemann (Vorsitzender), Erich Bulitta, Claudia Byczinski, Ingrid Ebert, Manfred Schaake

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Gestaltung René Strack

Druck Dierichs Druck + Media GmbH & Co. KG Frankfurter Straße 168 • 34121 Kassel

Inhalt

Erster Weltkrieg: 16 In ein Grab kamen 275 Mann

Standpunkt: 3 „Engagement wird fortgesetzt“

Reisen: 18 Mit uns reisen

Schwerpunkt: 4 Wieder ganz nah!

Ratgeber: 22 Was ändert sich für mich? 23 So wird Ihre Spende wertvoller!

Grenzenlos: 7 Wolken über der Winter Road 8 Der Schlüssel zum Friedhof

Leserbriefe: 24 Spendenhund Leon

Verantwortlich Rainer Ruff, Generalsekretär

Anzeigen Andreas Meier-Münnich, Verlagsvertretung Telefon: 05053 - 90 32 30

Verlag Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Werner-Hilpert-Straße 2 • 34112 Kassel Telefon: 0561 - 7009 - 0 • Fax: - 221 E-Mail: [email protected]

Fotonachweis Das Titelfoto zeigt den Arbeitseinsatz von Soldatenfamilien auf der deutschen Kriegsgräberstätte Menen in Belgien (Foto: Maurice Bonkat). Die übrigen Fotos stammen, wenn nicht anders gekennzeichnet, von Mitarbeitern im In- und Ausland oder aus den Archiven des Volksbundes. Die Ausgabe enthält Beilagen von MDM sowie des Landesverbandes Bayern (in Teilauflagen).

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Bundeswehr: 10 Keine Feinde mehr!

Zeitzeugen: 25 Buchreihe Erzählen ist Erinnern 25 Plötzlich wird Geschichte lebendig

Volkstrauertag: 12 Was wäre aus ihnen geworden? 14 Mit Spielzeugharke und Schubkarre

Namen & Nachrichten: 26 Termine & Meldungen

Aktuell/Förderer: 15 Volksbund und NDP 15 Schirmherr Saarland

Dankeschön: 30 Sie haben geholfen

Beitrag & Spende per Telefon: 0 18 05 - 70 09 - 01 Bitte halten Sie Ihre Mitgliedsnummer bereit! Danke für Ihre Hilfe!

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Standpunkt

Das Foto zeigt den Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, nach der Einweihung der Kriegsgräberstätte Riga-Beberbeki im Gespräch mit Volksbund-Vorstandsmitglied Professor Volker Hannemann und Generalsekretär Rainer Ruff (von links). Unten lesen Sie Auszüge aus seiner Rede. Den vollständigen Text finden Sie auf der Internetseite www.bmvg.de.

„Engagement wird fortgesetzt“ Gedenkrede des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, zur Einweihung der Kriegsgräberstätte Riga-Beberbeki (Auszug): Wir haben uns heute hier versammelt, um den Soldatenfriedhof Beberbeki einzuweihen. Wir tun dies in der Absicht, damit zur Mahnung und zur Versöhnung gleichermaßen beizutragen. Mahnung daran, welch schreckliche Folgen Krieg und Gewaltherrschaft haben. Versöhnung, weil wahre Versöhnung nicht das Vergessen, sondern die Erinnerung zur Voraussetzung hat. Wenn wir versöhnen wollen, müssen wir bereit sein, einander zuzuhören, zu verstehen und voneinander zu lernen – sowohl zwischen den Nationen als auch innerhalb der Generationen. Die Würde des Menschen legt uns den sorgfältigen Umgang mit unserem lebenden Nächsten auf. Er verpflichtet uns aber auch gegenüber den Toten, denn die menschliche Würde reicht über den Tod hinaus. Zu dieser Verpflichtung gehört es, den Toten eine würdevolle letzte Ruhestätte zu schaffen und den Lebenden damit einen Platz der Erinnerung und der Trauer. Ganz besonders verpflichtet sind wir gegenüber all denjenigen, die zum Teil in noch sehr jungen Jahren als Soldat für eine schlechte Sache in den Krieg zogen und nicht in ihre Heimat wiederkehrten. Sie haben hier einen würdigen Ort für ihre letzte Ruhe gefunden. Wahrhaftig zu sein verlangt, sich nicht von diesen Toten abzuwenden und fordert

Verständnis für unsere schwierige Geschichte, für unsere Schuld und für den Umgang damit. Die deutsche Bundeswehr ist nicht die Nachfolgerin der deutschen Wehrmacht. Sie kann sich aber auch nicht von den deutschen Soldaten lossagen, die, wie der Philosoph Karl Jaspers schrieb, „in Kameradschaftlichkeit treu waren und die in Ausführung offenbar böser Befehle in unschuldigem Glauben fielen“. Ich bin daher dankbar, dass auch Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr sich an der Anlage und Pflege dieses Soldatenfriedhofes beteiligt haben. Ich verspreche Ihnen, dass die deutschen Streitkräfte dieses Engagement auch zukünftig fortsetzen werden, denn die heutige Einweihung setzt keinen Schlusspunkt. Als Sammelfriedhof sollen hier einmal alle die im Gebiet Riga sowie in den mittleren und östlichen Landesteilen ruhenden Soldaten zusammengebettet werden. Unsere Gedanken sind mit denen, die gefallen oder in Gefangenschaft verstorben und nun hier zur ewigen Ruhe gebettet sind. Sie entschieden sich um ihrer Heimat und ihrer Familien willen für den Dienst an ihrem Land. Wir denken heute aber auch an diejenigen, die überlebt haben und sich bis heute Fragen stellen, auf die eine Antwort schwer zu geben ist. Und wir denken an die junge Generation in Lettland und in Deutschland, zu deren Mahnung diese Kriegsgräberstätte auch eingerichtet worden ist. Junge Menschen, die von uns erwarten, dass wir für sie die

Zukunft gewinnen. Die wollen, dass wir uns über Gräber hinweg versöhnen und uns die Hände reichen. Auch sie wollen ihrem Land dienen und tun dies zum Teil wiederum als Soldatinnen und Soldaten. Ihr Dienst ist nicht einfach, und deshalb denke ich in diesen Minuten an unsere Truppen auf dem Balkan, in Afghanistan, am Horn von Afrika und vor der Küste des Libanon. Angesichts ihres gefährlichen und verantwortungsvollen Einsatzes wünsche ich ihnen eine glückliche und friedvolle Rückkehr. Ich danke der lettischen Regierung, der Stadt Riga und der Gemeinde Babite, dem Komitee der Brüderfriedhöfe in Lettland und dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, ohne deren Wirken die Einweihung dieses Friedhofes heute nicht möglich wäre. Vor allem aber danke ich den vielen lettischen und deutschen Soldatinnen und Soldaten. Mit ihrer Arbeit auf dieser und anderen Kriegsgräberstätten geben sie dem Gedanken der Versöhnung über den Gräbern hinweg Gestalt und Leben. Ihre Arbeit ist Beleg für die engen und vertrauensvollen Beziehungen unserer beiden Armeen und für die geteilte Verantwortung für Frieden und Sicherheit in und für Europa. Vor allem aber ist die gemeinsame Arbeit unserer Soldatinnen und Soldaten auf diesem Friedhof ein Zeichen der Hoffnung, die wir gerade an einer Stätte der Trauer nicht verlieren dürfen. Wolfgang Schneiderhan Generalinspekteur der Bundeswehr

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Schwerpunkt

Wieder ganz nah! Neue Kriegsgräberstätten in Lettland orle Ochssner lebt in Vancouver, British Columbia. Ihr Mann ist schon lange tot. Er starb vor 63 Jahren in Lettland. Ehemann und Ehefrau trennen 8 000 Kilometer und über sechs Jahrzehnte. Doch heute werden sie und viele andere Menschen ihren im Zweiten Weltkrieg verstorbenen Angehörigen wieder ganz nah sein. Heute weiht der Volksbund die Kriegsgräberstätten in Ogre und Beberbeki ein.

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teten Waldlichtung nahe Riga steht. Sie blickt über das ebene Feld mit den neuen Grabsteinen und dem Gras, das kaum Zeit hatte, zu wachsen. Beinah unbewusst streichelt sie mit der linken Hand sanft über die Blätter eines Blumenstrauches. Dass diese und viele andere Blumen hier gepflanzt werden konnten, dafür hat sie mit ihrer Spende selbst gesorgt. „Ich wollte einfach, dass diese Ruhestätte ein schöner Ort ist,“ sagt sie.

Ein schöner Ort

Im Tode vereint

Die neuen deutschen Kriegsgräberstätten in Lettland sind Zeichen der Liebe und der Erinnerung. Dorle Ochssner gehen viele Gedanken durch den Kopf, während sie hier auf der sonnendurchflu-

Auch die Familien Erb und Biero aus dem Elsass haben den weiten Weg auf sich genommen, um bei der Einweihung am 22. September 2007 dabei zu sein. Zuhause haben sie zwei kleine Stelen anfertigen lassen, auf denen neben den Namen des Verstorbenen auch die französische Flagge zu sehen ist. Die stellen sie nun neben das Grab. „Wir sind Franzosen und auch unsere Angehörigen waren Franzosen. Im April 1944 wurden sie zwangsweise in die Wehrmacht eingezogen und waren vier Monate später tot,“ sagt Yvonne Erb. Ihr Ehemann Prosper Erb starb an der Seite von Johann Oehler. Beide stammen aus Meistratzheim nahe Straßburg, kannten sich aber nicht. Erst der Krieg hat sie zusammengeführt – und im Tode vereint. Der Volksbund folgte dem sehnlichen Wunsch der Angehörigen und bestattete beide gemeinsam in zwei nebeneinanderliegenden Gräbern.

Dorle Ochssner aus Vancouver spendete Blumen für die Kriegsgräberstätte Riga-Beberbeki.

Zwei Generale Gemeinsam wirken bei dieser Einweihung auch die deutschen und lettischen Soldaten mit. Sogar ihre obersten Befehlshaber sind zugegen: Neben dem lettischen Brigadegeneral Juris Maklakovs ist auch General Wolfgang Schneiderhan nach Riga-Beberbeki gekommen. Der ranghöchste General der Bundeswehr hält die Gedenkrede.

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Kranzniederlegung: Vorstandsmitglied Prof. Volker Viele Angehörige hatten die lange Reise angetreten,

Hier liegen die Kameraden Zurückgekehrt an den Ort seines gefährlichsten Einsatzes ist Otto Schlotte aus Oldenburg. Heute ist er zum ersten Mal seit 62 Jahren wieder in Lettland. Denn neben der Gedenkveranstaltung in Beberbeki weiht der Volksbund auch den

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Soldatenfriedhof in Ogre ein. „Ich kämpfte damals in der 14. Panzerdivision, Panzergrenadierregiment 108. Später geriet ich in Gefangenschaft und hatte großes Glück, dass ich überhaupt überlebt habe. Viele meiner Kameraden liegen hier in Ogre,“ sagt Schlotte im Gespräch mit Volksbund-Präsident Reinhard Führer.

bund-Präsidenten, dass hier so viele Kameraden eine würdige Ruhestätte bekommen haben.

Gegen die Zeit „Wir haben in Lettland und den baltischen Republiken insgesamt viel erreicht.

Osten Europas. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, weil viele der wichtigen Zeitzeugen ein hohes Alter erreicht haben. Wir werden deshalb unsere Bemühungen in den kommenden Jahren noch einmal verstärken, damit so viele Angehörige wie möglich endlich Gewissheit und einen Ort der Trauer bekommen.“

Hannemann (links) und Volksbund-Präsident Reinhard Führer weihten in Ogre die Kriegsgräberstätte für die in Lettland gefallenen deutschen Soldaten ein. um bei der Einweihung dabei zu sein. Fotos: Maurice Bonkat

Zwischendurch muss der 84-Jährige immer wieder inne halten und tief Luft holen, wenn ihm die Trauer für Sekunden den Atem nimmt. „Ich schäme mich meiner Tränen nicht,“ sagt Schlotte schließlich. Dann sammelt sich der ehemalige Kriegsteilnehmer wieder, lächelt sogar ein wenig und bedankt sich beim Volks-

Die Arbeit hier ist wirklich ein hervorragendes Beispiel für Versöhnung und Völkerverständigung,“ sagt Reinhard Führer später: „Es ist mir ein persönliches Anliegen, dass die Menschen wissen: Die Suche geht weiter! Tag für Tag machen sich unsere Umbetter auf die Suche nach Grablagen aus dem Weltkrieg – besonders im

Sie sind wie Brüder Große Hilfe erhält der Volksbund dabei durch das lettische Brüderfriedhöfekomitee und dessen Vorsitzenden. Dass Eizens Upmanis die Gefühle der deutschen Angehörigen gut nachvollziehen kann, wird in seinem Grußwort zur Einweihung in

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Ogre deutlich. Dabei spricht er wie die meisten Letten symbolisch von Brüdern, die hier Seite an Seite begraben liegen. Auch das steile Gelände des Soldatenfriedhofes in Ogre hat für Upmanis symbolischen Charakter: „Der Weg, der an diesem Friedhof zum Hochkreuz hinauf führt, ist ein Sinnbild der gemeinsamen Geschichte unserer Völker. Es ist ein langer und leidvoller Weg, der uns über die Gräber des Ersten Weltkrieges, des Zweiten Weltkrieges und der Kriegsgefangenen zum heutigen Tag der engen Verbundenheit und Freundschaft führt. Und heute sind nicht nur die Toten wie Brüder.“

Heimaterde Für Heiner Schäfer, der zusammen mit seiner Ehefrau Änne nach Ogre kommt,

ist es tatsächlich ein Besuch beim Bruder. Dessen Name ist auf einer leicht angeschrägten Bodenstele vermerkt. Er starb durch einen Granatsplitter, der ihm den Bauch zerfetzte. „Die Erde Lettlands ist mit Blut getränkt,“ weiß der deutsche Botschafter Eberhard Schuppius: „Allein aus dem Zweiten Weltkrieg sind 100 000 deutsche Gefallene namentlich bekannt. Sie wurden an rund 6 600 Orten bestattet. Viele von ihnen starben, als der mörderische Zweite Weltkrieg zu Ende ging. Sie waren abgeschnitten von der Heimat und von der nach Westen vorgerückten Front.“ Heiner Schäfer nickt unbewusst, als er diese Worte des Botschafters während der Gedenkfeier in Ogre hört. Doch wenig später sind seine Gedanken wieder ganz bei seinem Bruder Adam. Dem hat er heu-

te etwas aus der Heimat mitgebracht: Mit leicht zittriger Hand verstreut er zum Abschied aus einer kleinen blauen Tüte Erde vom Grab der Eltern neben der blank polierten Stele. „Der Volksbund-Landesverband Bremen, der die Patenschaft für diesen Friedhof übernommen hat, wird dafür Sorge tragen, dass dies weiterhin ein Ort der Begegnung und der Erinnerung bleibt.“ Diese in Riga-Beberbeki getroffene Aussage gilt auch für Ogre und die vielen anderen Kriegsgräberstätten. Er gibt Menschen wie Dorle Ochssner, Yvonne Erb, Otto Schlotte oder Heiner Schäfer die Zuversicht, dass ihre Lieben nicht vergessen werden. Maurice Bonkat

Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr haben gemeinsam mit Angehörigen der lettischen Streitkräfte auf der Kriegsgräberstätte Riga-Beberbeki gearbeitet. Generalinspekteur Wolfgang Schneiderhan sagte zu, dass dieses Engagement der Bundeswehr fortgesetzt wird.

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Wolken über der Winter Road Volkstrauertag im australischen Tatura

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ie Winter Road wird ihrem Namen selbst im australischen Sommer gerecht. Im 150 Kilometer nördlich von Melbourne gelegenen Tatura herrscht Ende November normalerweise angenehmes T-Shirt-Wetter. Doch heute ist ein besonders kühler Tag und Tatura ein besonderer Ort: Hier liegen 191 Kriegstote des Ersten und 60 Opfer des Zweiten Weltkrieges. Am Volkstrauertag in Australien zieht Regen über die teils mit Sonnenhüten bedeckten Köpfe. Ein paar Dutzend Besu-

und Internierten. Ein Kranz vom Volksbund liegt ebenfalls am Hochkreuz, die Schleifen sauber ausgebreitet, während Regentropfen graue Punkte auf den Schriftzug sprenkeln. Aber wer weiß schon, dass es in Australien überhaupt deutsche Kriegsgräber gibt? Diejenigen, die dafür sorgen, dass sie nicht in Vergessenheit geraten, haben sich im Heimat- und Geschichtsverein von Tatura zusammengeschlossen. Einer von ihnen ist Arthur Knee. Mit einer Hand hält er seinen Regenschirm, mit der

Tödliche Kugel „Wussten Sie, dass in Tatura der einzige deutsche Kriegsgefangene begraben ist, der durch Kampfhandlungen auf australischem Boden zu Tode kam?“ fragt Knee. Sein Name ist Tobias Tschurtschenthaler. Im Gegensatz zu seinen Schicksalsgenossen, die verschiedenen Krankheiten erlagen, starb der Österreicher während eines Aufstandes im Internierungslager bei Murchison durch die Kugel eines australischen Soldaten. Erich Gustav Heinrich Meyer erlag dagegen den Folgen einer Brustfellentzündung. Er war Matrose auf dem Deutschen Hilfskreuzer Kormoran, der den australischen Kreuzer Sydney versenkt hatte. Doch die Kormoran wurde ebenfalls schwer beschädigt und später von der eigenen Besatzung versenkt. Tagelang musste der bereits erkrankte Matrose Meyer in einem Rettungsboot ausharren. Er starb am 24. März 1942 im Krankenhaus von Freemantle.

Berichtigte Bronzeplatte

Regen im sommerlichen Australien: Trotz des ungewöhnlich schlechten Wetters besuchten viele Menschen am Volkstrauertag die deutsche Kriegsgräberstätte in Tatura. Foto: Eric Petersen

cher sind auf die Kriegsgräberstätte an der Winter Road gekommen. Am Rande der kleinen Stadt im Distrikt Victoria hat die britische Commonwealth War Graves Commission Ende der 50er Jahre die zentrale Stätte für die weit verstreuten deutschen Kriegsgräber geschaffen. Seither gibt es hier jedes Jahr eine Gedenkfeier für die verstorbenen Kriegsgefangenen

anderen einen dicken Aktenordner. „Hier sind alle Informationen über die deutschen Kriegsgefangenen drin,“ sagt er. Neben Zeitzeugenaussagen hat der Heimat- und Geschichtsverein vor allem auf die Quellen des australischen Nationalarchivs zurückgegriffen. Zudem hat der Verein hier ein kleines Museum mit Dokumenten über die Kriegsgefangenen eingerichtet.

Sein Name ist heute auf einer der 261 Bronzetafeln von Tatura verewigt. Nicht weit entfernt liegen die sterblichen Überreste von Werner Junghanss. Der Oberleutnant ist wahrscheinlich der erste Soldat, der von australischen Truppen in Nordafrika gefangen genommen wurde. Er ist der erste, doch sein korrekter Name wird als letzter verewigt: Bei der Übertragung der Daten aus den alten Unterlagen hatte sich ein Fehler eingeschlichen. Die australischen Behörden reagierten prompt: Einige Wochen nach dem Volkstrauertag ist die berichtigte Bronzeplatte wieder auf der Kriegsgräberstätte an der Winter Road angebracht. Arno Petersen

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Der Schlüssel zum Friedhof 50 Jahre Kriegsgräberstätte Vladslo

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s ist wie jeden Morgen: André Museeuw wartet auf den Sonnenaufgang. Dann verlässt er sein Geburtshaus, wirft sich eine Jacke über und geht hundert Schritte die Straße hinab. Er greift in die Tasche und zieht seinen Schlüssel hervor. Dieser Schlüssel gehört zur deutschen Kriegsgräberstätte Vladslo in Belgien – und auch die Geschwister André, Gérard und Maria Museeuw gehören schon ein halbes Jahrhundert zu diesem historischen Ort.

18 262 Mal haben André und seine Geschwister das Tor der Kriegsgräberstätte mitten in den Feldern Flanderns seit 1957 schon geöffnet. 18 262 Mal drehte sich der Schlüsselbart nach links, 18 262 Mal nach rechts. Ob ihn diese große Zahl überrasche? André zuckt mit den Schultern: „Eigentlich nicht.“ So schnell vergehen 50 Jahre. Die Geschwister Museeuw kennen den Friedhof ohnehin schon viel länger. Nur dass es damals noch kein Tor gab, das geschlossen werden wollte. „Der Friedhof war schon immer da,“ sagt die Schlüsseldienst: Seit 50 Jahren öffnet André Museeuw den Besuchern das Tor 83-jährige Maria. zur Kriegsgräberstätte Vladslo. Fotos: Maurice Bonkat Ihr ein Jahr älterer Bruder Gérard nickt wortlos unter der mausgrauen Kapuze, die er sich gegen die kühle Morgenluft tief in die Stirn gezogen hat.

Leben und Sterben Als Gérard vor 85 Jahren das Licht der Welt erblickt, liegt das Ende des Ersten Weltkrieges bereits fünf Jahre zurück. Doch die Spuren des großen Sterbens begleiten sein Leben von Anfang an. Direkt neben seinem Geburtshaus liegt der deutsche Waldfriedhof von Vladslo. 3 233 deutsche Soldaten sind hier unter hölzernen Kreuzen beerdigt. Später kommen über 22 000 weitere Gebeine hinzu, die der Volks-

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bund von umliegenden kleineren Friedhöfen hierher umbettet. In dieser Zeit entsteht auch das Eingangsgebäude mit dem schmiedeeisernen Tor und dem kleinen silberfarbenen Schlüssel.

Die eigentlichen Verlierer Unter den Toten, die hier zugebettet werden, ist Peter Kollwitz. Der Sohn der berühmten Bildhauerin Käthe Kollwitz starb 1914 nur etwa fünf Kilometer entfernt während der Esen-Schlacht. „Die eigentlichen Verlierer der Kriege sind immer die Eltern, die Frauen, die Mütter,“ wird Käthe Kollwitz später zu Papier bringen. In ihr reift das Bedürfnis, ihrem Schmerz um den gefallenen Sohn mit einer Skulptur Ausdruck zu verleihen. Das Selbstbildnis Trauerndes Elternpaar wird eines der berühmtesten FriedhofsKunstwerke und lockt noch heute jährlich bis zu 50 000 Besucher nach Vladslo. Es ist ein schmerzhafter Prozess, der sich über 18 Jahre hinzieht. Erst 1932 werden die beiden Skulpturen in Anwesenheit von Käthe Kollwitz auf dem Gräberfeld nahe Esen aufgestellt. Weitere 26 Jahre später kommt das Kunstwerk im Zuge der Umbettungen auf die Kriegsgräberstätte Vladslo in die Obhut der Geschwister Museeuw.

Ein Tag, drei Jubiläen Heute Morgen nimmt André einen weißen Wassereimer samt Bürste mit zum Friedhof. Er schließt auf, während die Sonne über die Einfriedung blinzelt und geht langsam über die ganze Anlage, bis er das Trauernde Elternpaar erreicht. Dort kniet er so wie die Skulpturen über ihm vor einer der Granitplatten nieder und beginnt zu putzen. Peter Kollwitz, 6. Februar 1896 - 23. Oktober 1914, steht dort. Es ist ein besonderer Tag: Vor genau 75 Jahren hat der Volksbund die Käthe-

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Kollwitz-Skulptur eingeweiht, vor 50 Jahren die neu gestaltete Kriegsgräberstätte Vladslo. Bei all den Jubiläen wäre beinah in Vergessenheit geraten, dass auch die Geschwister Museeuw hier schon genauso lange ihren Dienst erfüllen. Doch als Peter Demaree vom Tourismus-Amt Diks-

Die Geschwister Museeuw wuchsen direkt neben der Kriegsgräberstätte Vladslo auf.

muide den Volksbund-Mitarbeiter KarlHeinz Voigt daran erinnert, kommt der Stein ins Rollen. So stehen Ende Oktober zahlreiche Journalisten vor der Friedhofstür, dazu Reporter eines Radiosenders. Sogar das belgische Fernsehen ist mit einem Übertragungswagen vorgefahren, während die Polizei die Parkplätze am Rande der viel befahrenen Landstraße sichert. Die Geschwister Museeuw, die sonst im Stillen wirken, stehen heute ganz im Mittelpunkt. Besonders angenehm scheint ihnen das nicht zu sein.

mente erinnern. Ich denke oft an all die Menschen, die hier geweint haben, so wie diese ältere Dame, die jedes Jahr zur selben Zeit kam und eine Blumenschale mitbrachte,“ erinnert sich Maria.

Für die Zukunft ist gesorgt Irgendwann reißt der Strom der Fragen ab. Es gibt Geschenke: Blumengestecke, Kerzen, Obstkörbe und vom Volksbund die Ehrenplakette. Die neue Bürgermeisterin Lies Laridon hat ein großes Foto einrahmen lassen. Es zeigt das GeschwisterTrio im sommerlichen Garten vor einem Feld mit roten Mohnblumen, dem Symbol der Flanderns Fields. Die drei wirken glücklich, auch darüber, dass ein Mitarbeiter der Gemeinde ihnen hilft, all die schönen Sachen nach Hause zu tragen. Die paar Schritte sind im Laufe der Jahrzehnte doch immer beschwerlicher geworden. „Der Friedhof Vladslo war schon da, bevor es uns gab. Er wird auch noch da sein, wenn es uns nicht mehr gibt,“ sagt André. Für die Zukunft der Kriegsgräberstätte sei dennoch gesorgt. Nachbar Ruben Jonkhere, der schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite wohnt, wird die Aufgabe irgendwann übernehmen. Aber soweit ist es noch nicht. An diesem kalten Abend, der das Gefühl des nahenden Winters spürbar in

Maria und Gérard waren an diesem Tag gefragte Gesprächspartner der Medienvertreter.

die Glieder treibt, erledigt André wie gewohnt den Schlüsseldienst. Die Sonne geht unter, der Schlüssel wandert beinah lautlos ins Schloss. Alles ist wie immer. Alles ist so, wie es hier schon seit einem halben Jahrhundert geschieht. Dennoch fühlt es sich heute irgendwie anders an. Langsam, viel langsamer als sonst, dreht André den Schlüssel um. Maurice Bonkat und Dorothee Reining

Das Bild aus dem Jahr 1932 zeigt die Künstlerin Käthe Kollwitz bei der Enthüllung der Skulpturen auf deren ursprünglichem Standort nahe Esen. Foto: Gemeindearchiv Vladslo

Kindheit am Friedhof Maria erzählt aus ihrer Kindheit, wie sie in der Nähe des Friedhofes gespielt hat und die deutschen Besucher ihnen Geld zugesteckt haben. Sie ist umringt von eifrigen Fragestellern. Unvermittelt streckt ein Reporter sein Mikrofon nach vorne. Ob sie Angst gehabt habe, hier als Kind direkt neben den Gräbern zu wohnen, fragt einer. „Oh ja,“ sagt sie knapp. Eindrucksvoller seien aber die Begegnungen mit den Angehörigen gewesen, die inzwischen sehr, sehr selten geworden sind. Ende der 50er Jahre war das noch ganz anders. Die Busse, die heute die Touristenströme zu den Friedhöfen und Schlachtfeldern der Weltkriege befördern, waren damals noch mit Angehörigen besetzt. „Ich kann mich da an viele Mo-

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Keine Feinde mehr! Einweihung in Sebesh – Arbeit in Sologubowka

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ie Zeit der Feindschaft ist überholt! – Diese Worte von Dimitri Wladimirowitsch Schachow sprachen vielen Besuchern der neuen Kriegsgräberstätte Sebesh aus der Seele. Für den Vizegouverneur des Gebietes Pskow und Volksbund-Präsident Reinhard Führer wurde der Gedanke der Versöhnung in Sebesh deutlich spürbar. Die letzte Ruhestätte für bis zu 50 000 Weltkriegsopfer ist ist eine der letzten großen Sammelfriedhöfe, die der Volksbund in Russland noch errichtet. Weitere Anlagen in Kursk, Apscheronsk, Gagarin und Woronesh sollen folgen. Die Einweihung am 8. September war für die Angehörigen ein wichtiger Tag des Gedenkens und zugleich ein Meilenstein der Versöhnung.

Einbettung in Sologubowka Dass dieser Tag zu einem historischen Ereignis wurde, lag auch an den deutschen und russischen Soldaten, die an der Einweihung teilnahmen. Denn zuvor hatten sie etwas getan, das es so noch nie gegeben hatte: Gemeinsam pflegten sie Gräber beider Nationen und bewiesen so, dass die Zeit der Freundschaft zwischen Russen und Deutschen längst begonnen hat. Eine der wichtigsten Aufgaben dieses historischen Arbeitseinsatzes erfüllten die Helfer in Uniform im etwa 600 Kilometer entfernten Sologubowka. Dort betteten sie gemeinsam 4 000 Gebeine ein, Volksbund-Mitarbeiter hatten zuvor weitere 2 000 Kriegsopfer beerdigt. Reinhard Führer dankte den Soldaten persönlich für ihr großes Engagement. „Meine Männer werden diesen Einsatz ihr ganzes Leben nicht vergessen,“ entgegnete der deutsche Kommandoführer, Oberstleutnant Jürgen Oettler. Zugleich bedankten sich die BundesDie Einweihung der Kriegsgräberstätte Sebesh am 8. September 2007 war für die Angehörigen ein wichtiger Tag. Einige stellten sogar Fotos ihrer Lieben an die Gedenkstelen.

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wehr-angehörigen für die herzliche Gastfreundschaft der russischen Kameraden. Auch die Menschen in Sebesh nahmen großen Anteil an diesem so wichtigen Meilenstein in der Geschichte der deutsch-russischen Freundschaft. Unter den Gästen der Einweihung fanden sich viele russische Bürger, die Blumen an den Gräbern der ehemaligen Wehrmachtssoldaten niederlegten. Auch für die Angehörigen, die den weiten Weg in den Nordwesten der Russischen Föderation auf sich genommen hatten, war die Veranstaltung ein überwältigendes Erlebnis. Es flossen Tränen. Dennoch waren es Tränen der Erleichterung, dass die lieben Angehörigen nach so langer Zeit in Sebesh nun ein würdiges Grab erhalten haben. Maurice Bonkat Die deutschen und russischen Soldaten, die an der Einweihung der Kriegsgräberstätte in Sebesh (unten) mitwirkten, hatten zuvor in Sologubowka die Gebeine Fotos: Uwe Zucchi von 4 000 deutschen Soldaten eingebettet (oben). Es war der erste gemeinsame Einsatz dieser Art.

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Volkstrauertag

Was wäre aus ihnen geworden? Volkstrauertag 2007: Zerstörte Lebensläufe

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ie viele Menschen lebten im Zweiten Weltkrieg ein viel zu kurzes Leben ohne Zukunft? Was wäre wohl aus ihnen noch geworden? Solche Gedanken bewegen die Menschen besonders am Volkstrauertag. „Es sind Momente des Innehaltens, damit das, was geschehen ist, nicht verdrängt wird,“ sagte Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert in seiner Gedenkrede.

Nie erlebte Zukunft Zugleich betonten Lammert und der Volksbund-Präsident Reinhard Führer die Notwendigkeit, aus der Vergangenheit Schlüsse für die Gegenwart zu ziehen – und danach zu handeln. Das Wissen um die im Weltkrieg grausam zerstörten Lebensläufe, die nie erlebte Zukunft der Millionen Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft, Vertreibung und Terror bilden so

den Ausgangspunkt für die aktuelle Partnerschaft ehemals verfeindeter Nationen.

Was wäre wohl aus ihnen noch geworden?

Grenzen überwinden

Nie zuvor hatten Soldaten der ehemaligen Kriegsgegner ein solches Zeichen gesetzt. Vor den Gästen im Bundestag, zu denen auch Bundesratspräsident von Beust, Bundesverfassungsgerichts-Präsident Papier und Verteidigungsminister Jung zählten, würdigte Reinhard Führer diesen Einsatz: „Es ist ein Meilenstein in unseren Beziehungen zu Russland. Hier wird die Bedeutung des Mottos des Volksbundes, Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden, wieder besonders deutlich.“

Der gemeinsame Kriegsgräberdienst deutscher und russischer Soldaten, die an der zentralen Volkstrauertags-Veranstaltung in Berlin teilnahmen, war dafür ein gutes Beispiel: „Es ist eine konkrete Friedensarbeit, die Grenzen auf der Karte wie im eigenen Kopf überwindet,“ sagte Lammert im Bundestag. Im August betteten diese jungen Menschen aus Deutschland und der Russischen Föderation in St. Petersbug 4 000 Gefallene des Zweiten Weltkrieges ein. Vor dem Volkstrauertag wirkten sie zudem an der Einbettung von 25 sowjetischen Soldaten in Lebus mit und richteten in Berlin Kriegsgräber beider Nationen her. Hier wie dort legte sich dieselbe Frage über die Stille der Gräber:

Volksbund-Schirmherr Prof. Horst Köhler nahm sich beim Empfang im Bundestag viel Zeit für die deutschen und russischen Soldaten, die in Sologubowka gemeinsam gearbeitet hatten. Fotos: Uwe Zucchi

Schirmherr Horst Köhler So nahm sich Bundespräsident und Volksbund-Schirmherr Horst Köhler beim Empfang für die Volkstrauertags-Gäste im Deutschen Bundestag besonders viel Zeit für die freiwilligen Helfer in Uniform. Er ließ sich die gesammelten Eindrücke intensiv schildern und bedankte sich bei den jungen Soldaten für ihren Friedensdienst.

Nicht wegschauen Norbert Lammert würdigte die gesamte Jugendarbeit des Volksbundes: „Es ist ein gutes Zeichen, dass sich Jahr für Jahr junge Leute finden, die freiwillig auf den Soldatenfriedhöfen helfen. Hier, in der Nähe der ehemaligen Schlachtfelder, auf denen ihre Großväter und Urgroßväter gegeneinander kämpfen mussten, treffen sich junge Leute, setzen sich mit der deutschen und europäischen Geschichte auseinander und werden sensibilisiert für die Folgen von Krieg und Gewalt.“ Zugleich richtete Lammert das Augenmerk auf aktuelle Konflikte: „Wann immer und wo immer wir heute helfen können, Blutvergießen zu beenden und

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Volkstrauertag

Die zentrale Veranstaltung zum Volkstrauertag beschäftigte sich in diesem Jahr mit dem Thema „Zerstörte Lebensläufe – nie erlebte Zukunft“ (oben). Vor dem Volkstrauertag betteten deutsche und russische Soldaten 25 sowjetische Gefallene in Lebus ein (unten).

Not zu lindern, wenn wir einen Beitrag leisten können, Versöhnungsprozesse voranzutreiben, wenn wir helfen können, Menschen vor Gewalt und Terror zu schützen, dann müssen wir es tun. Wir dürfen nicht wegschauen, als ginge uns das nichts an. Das ist zuallererst ein Gebot der Menschlichkeit.“

Gebot der Menschlichkeit Diese Gedanken sprachen vielen Gästen des Volkstrauertages 2007 in Berlin und anderswo aus dem Herzen. Sie geben der Hoffnung Ausdruck, dass uns das Gebot der Menschlichkeit und die Lehren der Vergangenheit künftig davor bewahren mögen, fragen zu müssen: Was wäre aus ihnen geworden? Maurice Bonkat

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Volkstrauertag

Mit Spielzeugharke und Schubkarre Soldatenfamilien arbeiten in Menen

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enn es so etwas nicht gäbe, müsste es noch erfunden werden, sagen Hauptmann Andreas Schramm. Dann deutet er mit einer weit ausholenden Geste auf die hundert Menschen, die sich emsig über das gesamte Friedhofsgelände bewegen. Zwischen langen Reihen hüfthoher Laubhaufen sieht man Frauen und Männer, sogar kleine Kinder, die ihre grünen Spielzeugharken und Schubkarren mitgebracht haben. Sie alle gehören zur großen SHAPE-Familie. SHAPE – das ist die Kurzbezeichnung des NATO-Hauptquartiers, des Supreme Headquarters Allied Powers Europe. Vor dem Volkstrauertag pflegen diese deutschen Soldatenfamilien die Volksbund-Kriegsgräberstätte in Menen. Uniformen sieht man heute selten. Die meisten tragen Schrebergarten-Zivil: Gummistiefel, Windjacke und Arbeitshandschuhe. Die Kleinen sind mit Schneeanzügen unterwegs. So wie die dreijährige Annamaria Gruber. Ihre Eltern Jana und Peter Gruber schrubben gerade die Na-

ist eines der knapp 50 000 Gräber von Menen. „Es muss damals eine schreckliche Zeit für die Menschen gewesen sein,“ sagt Karsten Jahn. Er ist Oberstleutnant im Generalstab und studiert in seiner Freizeit die Historie des Ersten Weltkrieges. Für seine Kameraden hat er einige Lebensläufe der hier beerdigten Soldaten recherchiert. „Ich möchte, dem allgemeinen Schicksal der Gefallenen ein individuelles Gesicht geben,“ sagt er.

Hauruck: Auch die Kleinen packen mit an.

menplatten. Wenige Meter weiter liegt Annamarias Urgroßvater. Alfred Wüstneck starb im Ersten Weltkrieg. Sein Grab

Sein Chef, Brigadegeneral Bernd Hogreve, legt neben der ehrenamtlichen Arbeit ebenfalls großen Wert auf die politische Bildung seiner Soldaten – und sogar deren Kinder. Am Ende des langen Arbeitstages klopft er sich die Blätter von der Jeans und betritt dann gemeinsam mit den Kindern die Kapelle der Kriegsgräberstätte. Die Stimmung ist feierlich und die Kinder schauen ihn mit großen Augen an. „Wisst ihr, Kinder,“ sagt der General, „Ihr müsst euch für den Frieden einsetzen, damit es nie wieder solche Kriegsgräberstätten gibt!“ (mb)

SHAPE-Soldaten und ihre Familien pflegen vor dem Volkstrauertag die Volksbund-Kriegsgräberstätte Menen.

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Aktuell/Förderer

Volksbund und NPD Fragen an den Präsidenten er Bundesvorstand des Volksbundes hat einige Mitglieder einer NPD-Landtagsfraktion ausgeschlossen, die im Jahr 2007 in den Volksbund eingetreten waren.

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zung festgeschrieben ist, setzen die Anerkennung geschichtlicher Tatsachen voraus. Nur wer dazu bereit ist, kann glaubwürdig die Hand zur Versöhnung reichen und erhoffen, dass sie angenommen wird.

Wie verträgt sich eine Mitgliedschaft in der NPD mit einer Mitgliedschaft im Volksbund?

Zu den Fundamenten unseres Handelns gehören unsere freiheitliche demokratische Grundordnung, Toleranz gegenüber unseren Mitmenschen und insbesondere die Achtung der Würde des Menschen auch über seinen Tod hinaus.

Überhaupt nicht! Wer sich zu einer Mitgliedschaft in der NPD bekennt, bekennt sich auch zu deren Zielen. Ziele der NPD sind jedoch mit besonderen Grundsätzen des Volksbundes unvereinbar. Welche besonderen Grundsätze meinen Sie?

Was wird der Volksbund tun, um sich von Mitbürgern abzugrenzen, die extremistischen Weltanschauungen folgen?

Versöhnung über den Gräbern, Arbeit für den Frieden – so wie es in unserer Sat-

Ganz unmissverständlich: Wer einer extremistischen Ideologie – welcher auch

immer – folgt und dies womöglich noch aktiv hervorhebt, der kann nicht Mitglied im Volksbund sein. Wer etwa meinen sollte, dass der Volksbund ein Verein sei, der das Heldengedenken wiederbelebt oder wiederbeleben will, der täuscht sich. Wer heute versucht, unsere Kriegstoten für seine extremistischen politischen Ziele zu missbrauchen, verletzt ihre Würde auf das Äußerste. Mitgliedern, die so etwas erkennen lassen, legen wir nahe, auszutreten; ansonsten werden wir sie ausschließen.

Reinhard Führer, Präsident des Volksbundes

Botschafter des Friedens Serie: Die Schirmherren des Volksbundes

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er letzte Teil der Serie über die Schirmherren des Volksbundes stammt aus dem Saarland.

Saarland: Peter Müller „Wir können uns glücklich schätzen, im heutigen Europa in Frieden und Freiheit zu leben. Dies war nicht immer so. Viele Menschen aus unserem direkten Umfeld haben Kriege miterlebt, die furchtbares Leid über die Menschen brachten. Auch heute gibt es noch viele Menschen, die nichts Genaues über den Verbleib ihrer Angehörigen wissen. Für diese Betroffe-

nen ist die Arbeit der vielen freiwilligen Helfer des Volksbundes Trost, Anteilnahme und öffentliches Gedenken an die gestorbenen Soldaten. Dieses Engagement hat Vorbildcharakter, insbesondere für junge Menschen. Gerne bin ich Schirmherr einer Initiative, die den Kriegsopfern würdevolle Ruhestätten schaffen, welche zum Frieden mahnen. Den Mitgliedern des Volksbundes gebührt ein herzliches Dankeschön und großer Respekt für die geleistete Arbeit.“ Kurzbiografie: Peter Müller wurde am 25. September

1955 im saarländischen Illingen geboren. Er studierte Rechts- und Politikwissenschaften in Bonn und Saarbrücken. 1983 bis 1986 war er Rechtsreferendar und wissenschaftlicher Assistent. Später arbeitete Peter Müller als Richter. 1983 wurde er Landesvorsitzender der Jungen Union. Seit 1990 gehört Peter Müller der CDUFraktion im saarländischen Landtag an, 1994 wurde er ihr Vorsitzender. 1995 wurde Müller Landesvorsitzender der CDU Saar, seit 1998 gehört er dem Präsidium der CDU Deutschlands an. Das Amt des saarländischen Ministerpräsidenten bekleidet Peter Müller seit 1999.

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Erster Weltkrieg

In ein Grab kamen 275 Mann Tagebuch aus dem Ersten Weltkrieg

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or 90 Jahren endet der Erste Weltkrieg. Seine Spuren scheinen verwischt, die Opfer vergessen. Doch für Peter Fischer wird der Schrecken mit der Lektüre des Kriegstagebuches seines Großvaters Adam Bourdy wieder lebendig. Er beschreibt die Schlachtfelder, die Massengräber hinter der Front: „Mußten Gruben machen und Toten untersuchen da hat es böß ausgesehen.“ So lautet einer der ersten Einträge, den Adam Bourdy an einem Montag im August 1914 in ein kleines Heft mit Bleistift niederschreibt. Er ist Winzer im pfälzischen Edesheim, Vater von acht Kindern und geht auf die vierzig zu. Seine Notizen macht er in Lothringen, wo er als Soldat des bayerischen Landsturm-InfanterieBataillons Landau eingesetzt ist. Er dient in der Etappe, hinter der Front. Beim

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Abräumen eines Schlachtfeldes findet er ein kleines Notizbüchlein, dessen Seiten bereits zu einem Drittel beschrieben sind. Es gehört einem Gefallenen. Adam Bourdy führt es als sein eigenes Tagebuch fort. Der Krieg hat Anfang August 1914 mit dem Feldzug gegen Frankreich begonnen, drei Wochen später rückt der Landauer Landsturm ins benachbarte Lothringen nach. Hier haben nur wenige Tage zuvor die ersten großen Schlachten stattgefunden. Die Verwundeten sind bereits geborgen und in den Scheunen der Bauernhäuser untergebracht. Um die zahlreichen Toten, vor allem um die französischen Gefallenen, hat sich aber bislang kaum jemand gekümmert.

sichtigt, bietet sich ihm ein verheerender Anblick: „Überall lagen Ausrüstungsstücke umher, auch waren sehr viele Leichen noch nicht beerdigt, jene aber, die beerdigt worden, sind nur notdürftig verscharrt, so daß ein unerträglicher Verwesungsgeruch den Gräbern entquillt. Um Biedesdorf sollen nach Aussage eines Gendarmen 2 000 fast ausnahmslos franz. Leichen liegen, alle in völliger Verwesung. Zum Aufräumen seien keine Leute da, und die paar vorhandenen müßten mit Gewalt zur Arbeit gezwungen werden. Sieben seien bereits durch den Gestank ohnmächtig geworden. Als ich nach Dieuze zurückkam, ordnete ich an, daß von der Landw. Div. Germersheim Mannschaften zum Aufräumen des Schlachtfeldes heranzuziehen seien.“

Als der bayerische Kronprinz Rupprecht, dem die Pfälzer Truppen unterstehen, das Schlachtfeld am 23. August be-

Am nächsten Tag rückt Adam Bourdy in der Frühe erstmals in dieses Schlachtfeld ein: „Montag Morgen 9 Uhr Abmarsch über Vergaville nach Bidersdorf aufs Schlacht-

Der Erste Weltkrieg war die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts. Er kostete fast 10 Millionen Menschen das Leben. Das Foto rechts oben zeigt das Tagebuch von Adam Bourdy. Fotos: Verlag pro MESSAGE

Der Pfälzer Winzer Adam Bourdy musste im Ersten Weltkrieg viele Soldaten begraben.

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weitgehend einer Wertung politischer Dinge. Bourdy ist etwas ganz anderes wichtig. Er ist ein gläubiger Mensch und ein praktizierender Katholik. Wenn es ihm irgend möglich ist, besucht er am Sonntag den Gottesdienst. Die Einhaltung der kirchlichen Regeln und der Glaubensbräuche sind ihm sehr wichtig, ein tiefes inneres Bedürfnis, wie auch der Tagebucheintrag vom 23. Februar 1915 zeigt: „Nachmittags in der Kirche zur Beicht, ich bin froh da weis man doch wieder daß man ein Christ ist.“

feld mussten Gruben machen und Toten untersuchen da hat es böß aus gesehen (...) Dinstag Morgens 6 Uhr Abmarsch über Vergaville ins Schlachtfeld südlich gegen Bensdorf. Da lagen Franzosen in einem Schützengraben 400 m lang einer neben dem andern. Schrecklich zugerichtet hat auch sehr viele Deutsche gekostet in ein Grab kamen 275 Mann je nach dem sie gerade lagen.“ Drei Tage sind Adam Bourdy und seine Kameraden vom Landsturm damit beschäftigt, das umher liegende Material zu bergen und die Leichen zu bestatten. Die Gräber werden zunächst mit provisorischen Holzkreuzen versehen, später dann auch bepflanzt. Noch während der Aufräumarbeiten erreichen erste Schaulustige aus Saarbrücken das Gelände, nach einigen Wochen werden es dann auch Angehörige der Gefallenen sein, welche die frischen Gräber aufsuchen. Nach den Tagen auf dem Schlachtfeld erfüllt Adam Bourdy den typischen Etappendienst. Der Dienst wird als recht eintönig empfunden, ungefährlich ist er dennoch nicht. Gelegentlich schlagen französische Granaten in der Nähe des zu bewachenden Bahnhofs ein. Auch sind immer wieder französische Flieger unterwegs. „Gestern gegen Abend warf ein feindlicher Flieger eine Bombe nicht weit von uns aber ohne zu schaden er wurde heftig beschossen,“

notiert Adam Bourdy am 22. Oktober in sein Tagebuch. Und einen Monat später: „Die Franzosen schossen wieder nach Thiaucourt, heute hatten sie Treffer (...). Es gab 8 Schwerverwundete 3 tote Soldaten und eine Frau mit 2 Kinder“. Der Krieg wird noch viele Tote kosten. Seinen Dienst versieht Bourdy gewissenhaft, auch seine dienstliche Beurteilung fällt positiv aus. Er „ist willig, dienstlich gut verwendbar (und) hat sich sehr gut geführt; Strafen: 0“. Dies mag der Grund sein, warum er zu den 24 Mann gehört, die im Januar 1915 zum Ehrenspalier für den Truppenbesuch des bayerischen Königs ausgewählt werden. Das besondere Ereignis verbucht er allerdings recht nüchtern. „Wir standen Spalier und hatten präsentiert es war noch eine Landsturmkp. da mit Mußik der König war ¾ Stunden da dann gings wieder los wohin, unbekannt.“ Überhaupt fehlen in seinen Tagebuchnotizen jegliche patriotischen Anklänge, wie sie in vielen anderen publizierten Kriegstagebüchern zahlreich zu finden sind. Adam Bourdy enthält sich

Sein Kriegstagebuch hat Bourdy bis zum 10. März 1915 geführt. An diesem Tag erfährt er, dass sein Heimaturlaub genehmigt ist: „sofort meine Sachen zusamen und abmaschiert.“ Als er nach zehn Tagen wieder zur Truppe zurückkehrt, hat er das Tagebuch nicht mehr dabei. Was er in den weiteren Dienstjahren erlebt und gedacht hat, ist nicht weiter dokumentiert. Insgesamt ist er dreieinhalb Jahre lang, außer zu kurzen Heimaturlauben, nicht zu Hause. Er ist wie Millionen andere Soldaten in einem Krieg, den man später die Urkatastrophe des Jahrhunderts nennen wird. Als für ihn der „Soldatenkrempel,“ wie er es einmal nennt, endlich vorbei ist, kann er wieder ganz Winzer sein. Es werden ihm noch drei weitere Kinder geboren. Doch mit der dörflichen Beschaulichkeit ist es spätestens dann vorbei, als sich die nächste Katastrophe anbahnt. Sie wird ihn und seine Familie härter treffen. Dann werden seine Söhne ins Feld müssen, wieder nach Frankreich, aber auch nach Russland und Nordafrika. Drei von ihnen wird es das Leben kosten. Peter Fischer „Heute habe ich satt bis an den Hals“ Das Kriegstagebuch des Edesheimer Winzers Adam Bourdy von 1914/15, Ludwigshafen a. R. 2006, Verlag pro MESSAGE, www.promessage.de (ISBN-13 978-3-934845-31-2)

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Mit uns reisen Programm 2008 Kiel- Möltenort (Enzian Reisen, ENZ-155) 11.-14.6.: Busreise ab Berlin/München (Zustieg auf Anfrage) Gedenkveranstaltung 70 Jahre U-BootEhrenmal Kiel-Möltenort. Besichtigungen in Kiel, Nord-Ost-See-Kanal, Traditionsbrauerei, Marine-Ehrenmal in KielLaboe. ab 429,- Euro / Halbpension

Bretagne (First Reisebüro, First-502) 12.-18.8.: Busreise ab Mönchengladbach Gedenkveranstaltung 40 Jahre Kriegsgräberstätte in Ploudaniel-Lesneven, Besuch Soldatenfriedhof in Pornichet. Besichtigungen in Orléans, entlang der Loire, Bretonische Küste, Mont-St.Michel. ab 915,- Euro / Halbpension

Normandie Militärhistorische Bildungsreise (First Reisbüro, First -500) 26.5.-1.6.: Busreise ab Mönchengladbach Besichtigung der Landungsküsten unter der Leitung eines Militärhistorikers. Besuch der Kriegsgräberstätten La Cambe, Marigny, Orglandes, St.Désir-deLisieux. ab 745,- Euro / Halbpension

Normandie Standortreise (First Reisebüro, First-505) 24.-29.9.: Busreise ab Mönchengladbach Besuch der Kriegsgräberstätten La Cambe mit Friedenspark, Marigny, Montde-Huisnes, Orglandes und St. Désirde-Lisieux. Besichtigungen der Normandie-Landungsküste, Caen, Mont-St.-Michel, Cherbourg. ab 499,- Euro / Halbpension

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Blick in die Gärten vor dem Museumsschloss Rundale in Lettland.

Fotos S. 16 und 19: Maurice Bonkat

Nordwestfrankreich

Provence & Cote D’Azur/Südfrankreich

(First Reisebüro, First-501) 3.-8.6.: Busreise ab Mönchengladbach Besuch Kriegsgräberstätten Bourdon, Champigny-St.André und Solers. Besichtigungen in Abbeville und Amiens. ab 590,- Euro / Halbpension

(First Reisebüro, First-507) 30.9.-11.10.: Busreise ab Mönchengladbach über Rastatt Besuch der Kriegsgräberstätten Dagneux und Andilly, Provence-Rundfahrt, Nizza, Monaco. ab 1 239,- Euro / Halbpension

Westflandern und Somme (First Reisebüro, First-504) 6.-11.9.: Busreise ab Mönchengladbach Besuch der Kriegsgräberstätten Langemark, Vladslo, Neuville St. Vaast, Maissemy. Besichtigungen in Ypern, Arras, St. Quentin. ab 590,- Euro / Halbpension

Verdun, Sedan (First Reisebüro, First 506) 25.-30.9.: Busreise ab Mönchengladbach Besuch der deutschen Kriegsgräberstätten Andilly und Noyers-Pont-Maugis. Besichtigungen von Kriegsgräberstätten im Raum Verdun, Sedan. ab 575,- Euro / Halbpension

Österreich/Oberwölbling, 25-Jahr-Gedenkfeier (Enzian Reisen, ENZ-163) 24.-27.10.: Busreise ab München Veranstaltung 25 Jahre Kriegsgräberstätte Oberwölbing. Besichtigungen in St. Pölten, Wien (Zentralfriedhof), Staatsoper und Schloss Schönbrunn. ab 399,- Euro / Halbpension

Norditalien-Slowenien (Enzian Reisen, ENZ-154) 27.5.-2.6.: Busreise ab/bis München Besuch der Kriegsgräberstätten Pordoi, Quero, Bozen, Brixen, Ljubljana, Krainburg, Celje. Besichtigungen in Bozen,

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Reisen

Gedenkveranstaltungen Cassino und Pomezia. Stadtführungen in Bologna, Arezzo, Ninfa-Oase, Frascati. ab 505,- Euro / Halbpension

Nordpolen (lang) (Enzian Reisen, ENZ-157) 15.-22.7.: Busreise ab/bis Kassel Besuch der Kriegsgräberstätten Neumark (Stare Czarnowo), Danzig, Bartossen, Modlin, Joachimow-Mogily und Posen-Milostowo. Ausflüge: Danzig und Johannesburger Heide. ab 728,- Euro / Halbpension Fotos S. 17 und 18: www.polen-info.de

Udine, Ljubljana und Graz. ab 799,- Euro / Halbpension

Toskana-Gardasee (Enzian Reisen, ENZ-156) 18.-23.6.: Busreise ab/bis München Besuch der Kriegsgräberstätten Costermano und Futa-Pass. Ausflüge nach Padua, Gardasee. ab 510,- Euro / Halbpension

Militärhistorische Studienreise Italien (Enzian Reisen, ENZ-159) 12.-20.9.: Busreise ab/bis München Studienreise unter Leitung eines Militärhistorikers. Besuch der Kriegsgräberstätten in Cassino, Pomezia, Futa-Pass und Costermano. Stadtführungen in Rom, Florenz, Castel Gandolfo, Pompeji, Capri sowie Papstaudienz in Rom geplant. ab 895,- Euro / Halbpension

Cassino-Pomezia (Volkstrauertag) (Enzian Reisen, ENZ-164) 13.-18.11.: Busreise ab/bis München

Nordpolen (kurz) (Enzian Reisen, ENZ-158) 8.-11.9.: Busreise ab/bis Kassel Besuch der Kriegsgräberstätten Neumark (Stare Czarnowo) und Golm. Besichtigungen in Stettin. ab 310,- Euro / Halbpension

Ostslowakei (Enzian Reisen, ENZ-162) 26.9.-1.10.: Busreise ab München Gedenkveranstaltung 10 Jahre Kriegsgräberstätte Vacec, Besuche der Kriegsgräberstätten Ruzinov, Presov, Hunkovce, Zborov. Ausflüge nach Duklapass, Bratislava und Trencin. ab 589,- Euro / Halbpension

Ungarn (PTI Panoramicatouristik) 30.5.-4.6.: Busreise ab Berlin Besuch Kriegsgräberstätten Budaörs, Székesfehérvár, Hajmasker , Veszprem, Sopron, Stadtführung Budapest. ab 498,- Euro / Halbpension

Rumänien (DER Touristik, DER-Rou) 10.-17.6.: Flug-/Busreise ab Frankfurt Besuch Kriegsgräberstätten Bukarest,

Südpolen (lang) (Enzian Reisen, ENZ-160) 22.-29.9.: Busreise ab/bis Kassel Teilnahme an der Gedenkveranstaltung 10 Jahre Laurahütte (Siemianowice). Besuche der Kriegsgräberstätten in Krakau, Przemysl und Pulawy. Stadtführungen: Posen, Krakau, Warschau und Breslau. ab 779,- Euro / Halbpension

Danzig bei Nacht

Südpolen (kurz) (Enzian Reisen, ENZ-161) 26.-29.9.: Busreise ab/bis Kassel Besuch der deutschen Kriegsgräberstätte Groß-Nädlitz (Nadolice-Wielkie), Teilnahme an der Gedenkveranstaltung 10 Jahre Laurahütte (Siemianowice), Ausflug nach Breslau. ab 325,- Euro

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berg, Fischhausen, Pillau, Germau und Insterburg. Besichtigungen in Königsberg, Palmnicken, Rauschen, Kurische Nehrung. ab 1 120,- Euro / Halbpension

Nordrussland (Veto Travel Office, V-21A) 2.-7.8.: Flugreise ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Wien Besuch der Kriegsgräberstätten Sologubowka und Petschenga. Besichtigungen in St. Petersburg. ab 1 399,- Euro / Vollpension

St. Petersburg – Nowgorod

Wiatrak – Die weiße Windmühle am Hafen von Swinemünde.

Buzau, Focsani, Galati, Iasi und Brasov. Besichtigungen in Bukarest, Iasi, Borzesti und Kronstadt (Brasov). ab 1 069,- Euro / Halbpension

Beberbeki, Klaipeda, Danzig. ab 1 249,- Euro (bis 31.1.2008: 940,- Euro) / Vollpension

Lettland Moldawien-Südukraine (DER Touristik, DER-Mol) 20.-26.4.: Flugreise ab Frankfurt Besuch der Kriegsgräberstätte Chisinau sowie der Kriegsgefangenenfriedhöfe Odessa und Nikolajew. Besichtigungen in Chisinau. ab 1 389,- Euro / Halbpension

(Veto Travel Office, V-17) 21.-26.6.: Flugreise ab Frankfurt, Hamburg Besuch der Kriegsgräberstätten Riga, Dzukste, Jelgava, Saldus. Besichtigungen in Riga und Dzukste. ab 899,- Euro / Halbpension

Litauen Große Ostseekreuzfahrt Das Gold der Hanse und der Zaren mit MS Astor (Transocean Tours) 15.-26.9.: Schiffsreise ab/bis Warnemünde Die Reise führt über Schweden, Estland, Finnland, Russland, Lettland, Litauen und Polen mit Besichtigungen in Stockholm, Tallinn, Helsinki, St.Petersburg, Riga, Klaipeda und Danzig. Optional Besuch der Kriegsgräberstätten TallinnMajamar, Helsinki-Honkanummi und Hietaniemi, Riga-Waldfriedhof, Riga-

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(DER Touristik, DER-Lit) 27.8.-3.9.: Flugreise ab Frankfurt Besuch der Kriegsgräberstätten Vilnius, Kaunas, Tilsit, Stadtbesichtigungen in Kaunas, Klaipeda. ab 1 249,- Euro / Halbpension

(OST & FERN Reisedienst, OF-01) 21.-28.5.: Flugreise ab Hamburg, Düsseldorf, München Besichtigungen in St. Petersburg sowie in Nowgorod. Besuch der Kriegsgräberstätten Sologubowka, Nowgorod, Korostyn. Besichtigungen in St. Petersburg und Nowgorod. ab 1 185,- Euro / Halbpension

St.Petersburg „Weiße Nächte“ (OST & FERN Reisedienst, OF-02) 25.-29.6.: Flugreise ab Hamburg, Düsseldorf, München Besuch der Kriegsgräberstätte Sologubowka. Besichtigungen in St. Petersburg ab 880,- Euro / Halbpension

St. Petersburg - Nowgorod (OST & FERN Reisedienst, OF-03) 3.-10.9.: Flugreise ab Hamburg, Düsseldorf, München Besuch der Kriegsgräberstätten in Sologubowka, Nowgorod. Korpowo und Korostyn (Demjansker-Gebiet). Zudem Besichtigungen in St. Petersburg und Nowgorod. ab 1 195,- Euro / Halbpension

Ostpreußen

St.Petersburg, Sologubowka, Nowgorod, Sebesh

(First Reisebüro, First-503) 30.8.-6.9.: Flugreise ab München, Düsseldorf, Hamburg, Berlin Besuch Kriegsgräberstätten Königs-

(Veto Travel Office, V-8) 13.-20.9.: Flugreise ab Frankfurt, München nach St.Petersburg, Besuch der Kriegs-

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gräberstätten Sologubowka, Nowgorod, Welikije Luki und Sebesh. Besichtigungen in St. Petersburg und Nowgorod. ab 1 399,- Euro / Vollpension

gräberstätte Apscheronsk. Besichtigungen in Krasnodar. ab 1 149,- Euro / Halbpension

Westukraine Moskau – Smolensk – Rshew – Orel – Tula (Veto Travel Office V-9) 15.-22.6.: Flugreise ab Berlin-Schönefeld, Frankfurt, München, Düsseldorf nach Moskau, Besuch der Kriegsgräberstätten Smolensk, Rshew, Tula, Ausflüge nach Moskau und in das Gebiet Smolensk-Orel. ab 1 199,- Euro / Vollpension

(Veto Travel Office, V-11) 16.-20.5.: Flugreise ab Frankfurt Teilnahme an der Gedenkveranstaltung 10 Jahre Potelisch. Besuche der Kriegsgräberstätte in Lwiw und Kriegsgefangenenfriedhöfe. Besichtigungen in Sambor, Drogobitsch, Stryj. ab 849,- Euro / Halbpension

Kiew – Kirowograd – Charkow – Poltawa

Moskau – Kursk – Woronesh (Veto Travel Office, V-22) 17.-24.8.: Flugreise ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt und München nach Moskau Fahrt von Moskau nach Kursk, Besuch der Kriegsgräberstätten Besedino und Sapogowo. Besichtigungen in Moskau, Kursk und Woronesh. ab 1 299,- Euro / Vollpension

Moskau – Wolgograd (Veto Travel Office, V-1B) 22.-26.5.: Flugreise ab Berlin, Frankfurt, München, Düsseldorf via Moskau nach Wolgograd, Besuch der Kriegsgräberstätte Rossoschka. Ausflüge: Wolgograd und Mamajew-Hügel. ab 1 099,- Euro / Vollpension

Moskau – Wolgograd (Veto Travel Office, V-3) 2.-9.9.: Flugreise ab Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, München via Moskau nach Wolgograd, Besuch der Kriegsgräberstätte Rossoschka. Besichtigungen in Moskau mit Besuch von Ljublino (Krasnogorsk) und in Wolgograd. ab 1 299,- Euro / Halbpension

Einweihungsreise Apscheronsk (Veto Travel Office, V-19A) 4.-7.9.: Flugreise ab Berlin-Schönefeld, Frankfurt, München via Moskau Einweihung der deutschen Kriegs-

(Veto Travel Office, V-12) 15.-22.5.: Flugreise ab Frankfurt Stadtführung in Kiew. Besuch der Kriegsgräberstätten Kiew, Kirowograd, Charkow und Poltawa, Teilnahme Gedenkveranstaltung 10 Jahre Charkow. ab 1 399,- Euro / Vollpension

Donezkgebiet (Veto Travel Office, V-28) 18.-24.7: Flugreise ab München Besuch der deutschen Kriegsgefangenenfriedhöfe. Besichtigungen in Donezk, Gorlowka, Golubowka und der Kriegsgräberstätte in Charkow. ab 1 399,- Euro / Halbpension

Halbinsel Krim/Ukraine (Veto Travel Office, V-10) 7.-14.6.: Flugreise ab Frankfurt Besuch der Kriegsgräberstätte Gontscharnoje bei Sewastopol. Besuch der Gedenkstätte Kap Cherssones und Kriegsgräberstätten im Raum FeodosiaKertsch. Besichtigungen in Jalta, Sewastopol, Simferopol. ab 1 149,- Euro / Vollpension

El Alamein/Ägypten (Badr-Reise-Service EGY) 21.-30.10.: Flugreise ab Frankfurt Nationale und internationale Gedenkveranstaltung in El Alamein. Besichtigungen in Kairo, Verlängerungsmöglichkeit zu einer Nilkreuzfahrt. ab 1 289,- Euro / Halbpension

Libyen und Ägypten (Badr-Reise-Service LBY) 18.-29.10.: Flugreise ab Düsseldorf, Frankfurt, München nach Kairo Nationale und internationale Gedenkveranstaltung in El Alamein. Besichtigungen in Tobruk, Benghasi und Marsa Matruh. Verlängerungsmöglichkeit: viertägige Nilkreuzfahrt. ab 1 988,- Euro / Vollpension

Wichtiger Hinweis: An den Reisen kann jeder teilnehmen. Eine Mitgliedschaft im Volksbund ist nicht erforderlich. Das rechtliche Risiko trägt der jeweils zuständige Reiseveranstalter, nicht der Volksbund. Änderungen vorbehalten: Ausführliche Auskünfte und Reisebeschreibungen erhalten Sie bei der Reisestelle des Volksbundes, Werner-HilpertStr. 2, 34112 Kassel, Telefon: 0561-7009167 oder senden Sie uns eine E- Mail an: [email protected]

Gedenkstätte für die Opfer von Stalingrad.

Belarus (Veto Travel Office, V-14) 8.-15.6.: Flugreise ab Frankfurt Besuch der Kriegsgräberstätten MinskGlubokoje, Witebsk und Gomel. Besuche: Minsk, Witebsk, Mogilew, Gomel. ab 1 149,- Euro / Vollpension

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Ratgeber

Was ändert sich für mich? Erbschaftsteuerreform 2008

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ie Bundesregierung legte Ende 2007 einen Gesetzentwurf zur Reform des Erbschaftsteuer- und Bewertungsrechts vor. Doch was genau bedeuten die darin enthaltenen Änderungen? Rechtsanwalt und Fachanwalt für Erbrecht Stephan Rissmann von der Deutschen Vereinigung für Erbrecht und Vermögensnachfolge (DVEV) ist Spezialist im Erbrecht. Speziell für Volksbund-Mitglieder beantwortet er Fragen zur Erbschaftsteuerreform. Bei allen Änderungen bleibt eines bestehen: Der Betrag, den Sie in Ihrem Testament für die gemeinnützigen Aufgaben des Volksbundes bestimmen, bleibt zu 100 Prozent steuerfrei! Grundsätzlich wird das neue Erbschaftsteuerrecht für enge Verwandte und Ehegatten künftig deutlich günstiger werden, wohingegen es sich für die übrigen Verwandten und vor allen Dingen für nicht verwandte Personen erheblich verschlechtern wird.

Der Erbe oder Beschenkte darf vom Erbe oder Geschenke zunächst einen Freibetrag abziehen. Die Höhe des Freibetrages hängt von seiner Verwandtschaft zum Erblasser oder Schenker ab. Von dem dann verbleibenden Rest wird die Steuer anhand einer Tabelle mit einem Steuersatz berechnet. Die Freibeträge der Steuerklasse I für Ehegatten, Kinder, Stiefkinder und Enkel werden angehoben: • bei Ehegatten von 307 000 Euro auf 500 000 Euro • bei Kindern und Stiefkindern von 205 000 Euro auf 400 000 Euro • bei Enkeln von 51 200 Euro auf 200 000 Euro Die „anderen Personen“ der Steuerklasse I (Eltern und Großeltern bei Erwerb durch Erbfall) erhalten künftig einen Freibetrag von 100 000 Euro (statt vormals 51 200 Euro).

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Beispiel: Vater Hans schenkt seinem Sohn Max ein Wertpapierdepot im Wert von 300 000 Euro. Steuerbelastung nach altem Recht

Steuerbelastung nach geplantem Recht

300 000 Euro - 205 000 Euro (Freibetrag) ergibt einen zu versteuernden Erwerb in Höhe von 95 000 Euro. Der Steuersatz beträgt 11%, so daß eine Schenkungsteuer in Höhe von 10 450 Euro anfällt.

Nach neuem Recht ist die Schenkung steuerfrei, weil der Freibetrag nun bei 400 000 Euro liegt.

Zudem gelten für die Besteuerungssätze der Steuerklasse neue Tarifstufen. Auch dies führt häufig zu einer weiteren Steuerersparnis:

Wert des steuerpflichtigen Erwerbs bis einschließlich

Steuerklasse I II

III

75 000 Euro

7%

30%

30%

300 000 Euro

11%

30%

30%

600 000 Euro

15%

30%

30%

6 000 000 Euro

19%

30%

30%

13 000 000 Euro

23%

50%

50%

26 000 000 Euro

27%

50%

50%

und darüber

30%

50%

50%

Sie sehen in der Tabelle oben, dass die Personen der Steuerklasse II (Schwiegerkinder und -eltern, direkt verwandte Nichten und Neffen, Geschwister, Eltern bei Schenkungen und andere) sowie die „sonstigen Personen“ (Steuerklasse III) künftig identisch besteuert werden! Auch der Freibetrag ist für beide Steuerklassen einheitlich auf 20 000 Euro (vormals 10 300 Euro und 5 200 Euro) erhöht worden. Die Unterscheidung zwischen Steuerklasse II und III wird damit faktisch überflüssig. Einzig die eingetragenen Lebenspartnerschaften sollen begünstigt werden: Zwar bleibt es hier bei einer Besteuerung in der Steuerklasse III, jedoch soll künftig ein Freibetrag von 500 000 Euro eingeräumt werden (vormals 5 200 Euro).

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Ratgeber

Ab wann wirkt das neue Recht? Das neue Recht soll ab Verkündung voraussichtlich im 1. Halbjahr 2008 in Kraft

treten. Es gilt für Schenkungen dann voraussichtlich stichtagsbezogen ab dem Tag der Verkündung. Ein Wahlrecht zwischen

alten und neuem Recht soll für den Zeitraum vom 1.1.2007 bis Inkrafttreten der neuen Regelung nur bei Erbfällen gelten.

Beispiel: Magda und Max sind beide verwitwet und leben seit 20 Jahren in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft. Heiraten möchten sie nicht. Zusammen haben sie ein Wertpapierdepot im Wert von 300 000 Euro angespart. Wie sieht die Steuerbelastung aus, wenn Max verstirbt? Steuerbelastung nach altem Recht

Steuerbelastung nach geplantem Recht

150 000 Euro (hälftiger Wert des Depots) - 5 200 Euro (Freibetrag) ergibt einen zu versteuernden Erwerb in Höhe von 144 800 Euro. Der Steuersatz beträgt 23%, so dass eine Erbschaftsteuer in Höhe von 33 304 Euro anfällt.

150 000 Euro - 20 000 Euro ergibt einen zu versteuernden Erwerb von 130 000 Euro. Bei einem Steuersatz von 30 % folgt daraus eine Erbschaftsteuer in Höhe 39 000 Euro.

So wird Ihre Spende wertvoller! Einzugsermächtigung für den Volksbund

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hr Büro wirkt ganz normal: sauber gestapelte Ablagefächer, ein Stuhl, ein Tisch. Dennoch ist der Raum im vierten Stock der Volksbund-Bundesgeschäftsstelle ein ganz besonderer Ort. „Hier wird jede Spende noch wertvoller,“ sagt Verena Lappöhn mit einem Lächeln.

Tatsächlich gehen über ihren Tisch alle Einzugsermächtigungen, die dem Volksbund erteilt werden. Das spart viel Verwaltungsaufwand. Die Mitarbeiter des Volksbundes haben so mehr Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben: die Kriegsgräberfürsorge, die Betreuung der Angehörigen oder die Jugendarbeit. Aus vielen Gesprächen weiß Verena Lappöhn, dass die Menschen gerne bereit sind, dem

Volksbund die Einzugsermächtigung für ihre Spende zu erteilen. „Es ist für die Förderer einfach, sicher und praktisch,“ sagt die Bürokauffrau. Schon heute haben über 80 000 Förderer eine Einzugsermächtigung erteilt. In den kommenden Tagen wird der Volksbund weitere Mitglieder und Spender anschreiben, um sie über die Einzugsermächtigung zu informieren. Unter 0561 - 7009 - 0 erfahren Sie mehr. Machen Sie mit und sorgen Sie dafür, dass Ihre Spende noch wertvoller wird! (mb)

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Leserbriefe

Leserbriefe unserer Mitglieder Was geschieht mit dem Denkmal? Sammler mit Charme und Schnauze Mein Name ist Volker Lehmann, ich bin Hauptgefreiter der Reserve. Mein Hund hat eine gute Spürnase für Spenden. Die setzt der Spendensammler mit Charme und Schnauze gerne für den Volksbund ein: Leon trägt um seinen Hals eine Spendendose des Volksbundes. Damit fällt er den Menschen auf dem Augustdorfer Soldatentag und anderswo so sehr auf, dass er für den Volksbund immer wieder größere Beträge einsammelt. Leon kommt besonders gut bei den Damen an, die ihm dann ein paar Mün-

zen oder Scheine in die Dose werfen. Leon selbst genießt vor allem die Streicheleinheiten. Von mir gibt es auch ein großes Lob – schließlich leistet Leon einen Beitrag für Frieden und Versöhnung. Volker Lehmann aus Rheda Wiedenbrück

Eine besondere Begebenheit

Das Ehepaar Jan und Bernadette van Geffen aus den Niederlanden lernten mein Mann und ich bereits 1984 während eines Urlaubes in Österreich kennen. Gemeinsam hatten wir Bergwanderungen unternommen. Auf meine nicht ganz ernst gemeinte Frage, wo sie denn in Spendenhund Leon: Reservist Volker Lehmann und sein vierbeiniger Freund den Niederlanden sammeln Spendengelder für den Volksbund. Foto: privat klettern könnten, sagten sie, dass sie zwar nicht kletterten, aber doch lange Radtouren unternähmen. Eine dieser Radtouren führe sie zur etwa fünfzig Kilometer entfernten deutschen Kriegsgräberstätte von Ysselsteyn. Das überraschte mich sehr, denn dort liegt mein im Zweiten Weltkrieg gefallener Bruder Wilhelm Dreiser. Das Ehepaar bot sich sogleich an, Blumen auf das Grab zu legen. Ich war tief überwältigt, auch darüber, dass die van Geffens es ablehnten, sich die Blumen bezahlen zu lassen. Als wir dann wenig später am Volkstrauertag in

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Ysselsteyn waren, lud uns das Ehepaar auch zu sich nach Hause an. Seither legen die van Geffens jedes Jahr Blumen auf das Grab meines Bruders. Dies geschieht nun schon seit 23 Jahren. Der Öffentlichkeit möchte ich diese besondere Begebenheit erzählen, um zu zeigen, dass die Liebe unter den Menschen nicht selbstverständlich aber doch vorhanden ist. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei unseren Freunden Jan und Bernadette van Geffen bedanken – Gott möge es ihnen lohnen. Franziska Walter aus Bitburg

Was geschieht mit dem Denkmal? In Ihrer Zeitschrift berichten Sie über ein Denkmal des Künstlers Ernst Kahl für die im Krieg umgekommenen Tiere. Meines Erachtens gäbe es noch eine Menge Anlässe, auch Tieren Denkmäler zu errichten. Nicht aus Gründen der – wie der Künstler meint – Provokation „hinsichtlich einer im Umgang mit Tieren weit verbreiteten romantischen Sentimentalität“, sondern der noch weiter verbreiteten alltäglichen, von Menschen zu verantwortenden Grausamkeiten an unseren Mitgeschöpfen. Dank der documenta und der Idee des Künstlers Ernst Kahl existiert nun ein „Denk-Mal“ für die im Krieg umgekommenen (und für die in Kriegen umkommenden Tiere). Was aber geschieht mit dieser Skulptur, wenn sie demnächst vom Hauptbahnhofsvorplatz in Kassel abgeräumt werden muss? Wird sich dafür ein anderer geeigneter Standort finden? Erhard Otto aus Bad Berleburg

Anmerkung der Redaktion: Das Denkmal für Tiere steht noch immer vor dem Kassler Hauptbahnhof. Die künftige Verwendung oder ein Standort stehen noch nicht fest. Wir werden aber darüber berichten.

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Buchreihe Erzählen ist Erinnern Band 77 bis 78 / Neue Bezugsadresse: Band 75 Band 77

Band 78

Wolfram Küstner: Einsatz an der Kurlandfront. September und Oktober 1944.

Anneliese Helmer: Feldpostnummer 01557. Erlebnisse einer Medizinstudentin 1941-1945.

Im September des Jahres 1944 befindet sich Wolfram Küstner mit zwei Kameraden auf dem Weg zur Nordfront nach Lettland. Hier gerät er in den Angriff der sowjetischen Armeen: Er erlebt ständiges Trommelfeuer, Grabenkämpfe, sterbende Kameraden, und die eigene Verwundung. Der beeindruckende Text erzählt nicht nur die tatsächlichen Ereignisse aus der Erlebnisperspektive, sondern atmet auch den Geist der Zeit.

Bevor Anneliese Helmer ihr Medizinstudium an der Universität München aufnehmen darf, muss sie erst den Reichsarbeitsdienst ableisten und wird dann zum Kriegshilfsdienst herangezogen. Später wird sie zur Wehrmacht einberufen und in Lazaretten an der Ostfront eingesetzt. Schließlich gerät sie in britische Gefangenschaft, aus der sie aber bald wieder heimkehrt. Ihre Erinnerungen sind ein eindrucksvolles Zeitzeugendokument.

Zu beziehen bei: Rechtsanwalt Dr. Wolfram Küstner, Am Kreuze 51, 37075 Göttingen (16,35 Euro plus Versand).

Zu beziehen bei: Dr. Anneliese Helmer, Stuibenweg 28, 87435 Kempten (9,00 Euro).

Neue Bezugsadresse Band 75 Hilde Nowak: Gratis nach Sibirien. Als junge Frau in sowjetischen Lagern. Zu beziehen bei: Renate Ulrich, Schiefelberg 34, 40670 Meerbusch (14,80 Euro plus Versand).

Bücher-Bestellung bitte bei den angegebenen Adressen, NICHT beim Volksbund! Wollen Sie ein Buch veröffentlichen? Dann schreiben Sie bitte an: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Buchreihe Erzählen ist Erinnern, Werner-Hilpert-Straße 2, 34112 Kassel, Telefon: 05 61 – 70 09 – 1 56, E-Mail: [email protected], Internet: www.volksbund.de/schon_gelesen/online_bibliothek.

Plötzlich wird Geschichte lebendig Volksbund-Zeitzeugen in der Schule

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lötzlich wird Geschichte lebendig – unter diesem Motto steht das Projekt der Volksbund-Zeitzeugenaktion in der Schule. Menschen aus Fleisch und Blut berichten von ihren persönlichen Erlebnissen. Diese Erfahrung ist für alle Beteiligten nützlich und folgenreich. Die Autoren der Volksbund-Buchreihe Erzählen ist Erinnern spüren, dass ihr Leben für jüngere Menschen von Interes-

se ist. Lehrer erfahren, dass ihre Schüler aufmerksam zuhören. Schüler merken, wie sehr Geschichte von Menschen gemacht und erlitten wird: „Was hätte ich getan, wenn ich damals gelebt hätte,“ ist eine der häufigsten Fragen. Es ist eine Chance, neue Impulse auf der schulischen und der zwischenmenschlichen Ebene zu setzen. Aus diesen Gründen beteiligt sich das Friedrichsgymnasium Kassel schon

seit Jahren an diesen Zeitzeugenaktionen. Die Zusammenarbeit mit den Autoren der Volksbund-Buchreihe Erzählen ist Erinnern hat sich auch im dritten Jahr bewährt. Der Erfolg dieses Projektes gibt Hoffnung: Wenn sich die Schüler für die Geschichte interessieren, können sie auch aus ihr lernen – und das gilt nicht nur am Friedrichsgymnasium in Kassel. Hans-Jürgen Knote, Geschichtslehrer

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Veranstaltungen 2008

Volkstrauertag: Belgisch-deutsche Schülerbegegnung in Lommel

• 17.05. Gedenkveranstaltung 10 Jahre Kriegsgräberstätte Poteletsch/Ukraine • 20.05. Gedenkveranstaltung 10 Jahre Kriegsgräberstätte Charkow/Ukraine • 12.06. Gedenkveranstaltung 70 Jahre U-Boot-Ehrenmal Möltenort/Deutschland • 16.08. Gedenkveranstaltung 40 Jahre Kriegsgräberstätte Ploudaniel-Lesneven, Finistère/Frankreich • 06.09. Einweihung Sammelfriedhof Apscheronsk/Russland • 27.09. Gedenkveranstaltung 10 Jahre Kriegsgräberstätte Siemianowice (Laurahütte)/Polen • 28.09. Gedenkveranstaltung 10 Jahre Kriegsgräberstätte Vazec/Slowakei • 18.10. Nationale Gedenkveranstaltung 66. Jahrestag Ende der Kämpfe um El Alamein El Alamein/Ägypten • 25.10. Gedenkveranstaltung 25 Jahre Kriegsgräberstätte Oberwölbling/Österreich • 16.11. Volkstrauertag Zentrale Gedenkveranstaltung Berlin/Deutschland

Erstmalig beteiligte sich in diesem Jahr eine belgisch-niedersächsische Schülergruppe an der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag in Lommel (Foto unten).

Ausstellung Lager Elsterhorst eröffnet Eine Ausstellung des VolksbundStadtverbandes Hoyerswerda behandelt die Geschichte des Lagers Elsterhorst. Es diente im Zweiten Weltkrieg als Kriegsgefangenenlager, nach Kriegsende inhaftierte die Rote Armee dort Angehörige der Wehrmacht. Seit 1993 wird die Anlage saniert. Der baulichen Instandsetzung folgt nun die inhaltliche Aufarbeitung der Lagergeschichte. Weitere Informationen unter 0351 – 31437-0.

Landesvertretertag Schleswig-Holstein Der Vertretertag des Volksbund-Landesverbandes Schleswig-Holstein findet am 22. Mai 2008 in Kiel statt. Die Listen der vorgeschlagenen Delegierten der Kreisverbände liegen ab 22. März zur Einsichtnahme in der Landesgeschäftsstelle aus.

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Initiiert und begleitet von der Schulreferentin des Bezirksverbandes Hannover Dr. Sabine Meschkat-Peters verbrachten

16 Schülerinnen und Schüler des MarisStella-Instituut in Malle und des Gymnasiums Bad Nenndorf fünf Tage in der Jugendbegegnungsstätte Lommel. Ihr Ziel: die Erarbeitung eines gemeinsamen Beitrags für den Volkstrauertag. Zur Gedenkveranstaltung trugen sie in beiden Sprachen ihren bewegenden Text vor.

Völkerverständigung in Rumänien

JBG Golm erhält vier Sterne

2500 Kilometer reisten zwanzig junge Menschen aus dem friesischen Jever nach Buzau in Rumänien. Die Soldaten des Jagdbombergeschwaders 38 Friesland unter Führung von Oberstleutnant HansJürgen Bindernagel waren im Jahr 2000 die ersten, welche die Kriegsgräberstätte mit etwa 1 600 deutschen und rumänischen Soldaten des Ersten Weltkrieges im Sinne des damals geschlossenen Kriegsgräberabkommens pflegten.

Vier Sterne für die Volksbund-Jugendbegegnungsstätte Golm – so lautete das lobende Urteil des Bundes-Forums Kinder- und Jugendreisen. Die Zertifizierung bewertet individuelle Betreuung und Bildungsangebote. Jährlich werden rund 2500 Jugendliche von den Mitarbeitern des Volksbundes am Golm betreut.

In diesem Jahr reisten wiederum zwölf Soldaten aus Kalkar/Uedem nach Rumänien, um dort gemeinsam mit rumänischen Kameraden die Pflasterarbeiten fortzusetzen. Es war ein eingespieltes Team, geprägt von dem Bewusstsein, einen Beitrag zum Gedenken an die Opfer aller Kriege zu leisten. Praktische Völkerverständigung, Schluss machen mit Vorurteilen und Gutes tun – viele deutsche und rumänische Soldaten haben dies durch die freiwillige Arbeit für den Volksbund in der Praxis erfahren.

„Was hier in Kamminke bei der Entwicklung eines Gemeinschaftsgefühls bei jungen Deutschen und Polen geleistet wird, sucht seinesgleichen,“ lobte Bernd Fischer, Geschäftsführer des Landestourismusverbandes Mecklenburg-Vorpommern. Innenminister Lorenz Caffier, zugleich Landesvorsitzender des Volksbundes, überreichte die Auszeichnung an Dr. Nils Köhler, den Leiter der Einrichtung. Caffier und der Landtagsabgeordnete Matthias Lietz betonten dabei mit Blick auf die NPD im Schweriner Landtag, wie wichtig die grenzüberschreitende, friedenspädagogische Jugendarbeit des Volksbundes sei.

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Namen & Nachrichten

Hero Kuck: Vermisst in Stalingrad

Seit der Einweihung der Kriegsgräberstätte Rossoschka bemüht sich Hero Kuck, das Schicksal seines Vaters aufzuklären. Sein Buch ist in der Volksbund-Buchreihe Erzählen ist Erinnern erschienen. Die dritte Auflage wurde ergänzt mit einem 20-seitigen farbigen Bildteil zur Einweihung der Namenwürfel von Rossoschka. Hero Kuck, Wilksheide 74, 30459 Hannover, Telefon/Fax 0511- 410 48 44.

Volkstrauertag in der Schweiz

Dr. Walter Gensior verstorben

„Wir haben uns hier zum diesjährigen Volkstrauertag versammelt, um der Opfer von Gewalt und Krieg zu gedenken, der Kinder, Frauen und Männer aller Völker.“ Mit diesen Worten leitete der Gesandte der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland, Eberhard von Schubert, seine Rede anlässlich des Volkstrauertages in der Schweiz ein. Ort der Gedenkfeier war der Friedhof Sihlfeld in Zürich, auf dem auch der Gründer des roten Kreuzes, Henry Dunant, seine letzte Ruhestätte hat. Dort befindet sich der Gedenkstein für die deutschen Opfer der Weltkriege.

Dr. Walter Gensior ist am 19. November im Alter von 87 Jahren verstorben. 1977 bis 1993 war der gebürtige Schlesier Mitglied im Bundes- und im Landesvorstand des Volksbundes. Das Anliegen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge war ihm eine Herzenssache: Dr. Gensior hatte zwei Brüder im Zweiten Weltkrieg verloren. Der Volksbund trauert um Dr. Gensior als einen Mann, der den Verband viele Jahre mitgeprägt und ihn bestens vertreten hat. Wir werden Dr. Walter Gensior mit großer Wertschätzung und Dankbarkeit in Erinnerung behalten.

Während des Ersten Weltkrieges kamen 183 Deutsche verwundete Soldaten oder Internierte in der Schweiz um. Zum Abschluss der Gedenkfeier spielte der Trompeter Werner Eberle das Lied Ich hatt’ einen Kameraden.

Wichtige Änderungen im Spendenrecht Schaufenster in die Vergangenheit – Projekt der Volksbund-Auszubildenden Mit diesem Projekt haben die Volksbund-Auszubildenden in Kassel für Aufsehen gesorgt: Mit viel Sorgfalt und Engagement dekorierten sie die Schaufenster der Bundesgeschäftsstelle (Foto unten). Tagebuchauszüge, Plakate, Ausstellungsstücke und zahlreiche Fotos verdeutlich-

ten dabei die verschiedenen Arbeitsbereiche der Kriegsgräberfürsorge. Zugleich waren die Dekorationen Schaufenster in die Vergangenheit, die Einblicke in das schwere Schicksal der Menschen im Zweiten Weltkrieg gaben.

Im Spendenrecht gibt es einige Änderungen. So können Spenden und Mitgliedsbeiträge ab 2007 bis zur Höhe von 20 Prozent der Einkünfte als Sonderausgaben abgezogen werden. Darüber hinausgehende Beträge sind auf die nächsten Jahre übertragbar. Die alte Großspender-Regel fällt dagegen weg. Das alte Recht kann letztmalig für 2007 auf Antrag des Steuerpflichtigen angewandt werden. Ab 2007 können Einzelzuwendungen bis 200 Euro mit Buchungsbestätigung oder Bareinzahlungsbeleg nachgewiesen werden. Für Zuwendungen über 200 Euro benötigen Sie weiterhin Zuwendungsbestätigungen. Diese sendet Ihnen der Volksbund automatisch zu. Alle Förderer des Volksbundes, die im Jahr 2007 über 200 Euro gezahlt und dafür keine einzelnen Zuwendungsbestätigungen bekommen haben, erhalten diese im Februar. Ausnahmsweise behalten wir dafür noch die alte Regelung bei und versenden Zuwendungsbestätigungen zusätzlich auch an Volksbund-Förderer, die im Jahr 2007 zwischen 100 und 200 Euro gezahlt haben.

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Weihnachtsbasar für den Volksbund

Cannock Chase: Bewegendes Wiedersehen nach 45 Jahren

Zum vierten Mal organisierten Christa und Dieter Klonikowski aus Preetz einen Weihnachtsbasar für den Volksbund. Mit Suppe, Punsch und weihnachtlichen Laubsägearbeiten kamen so 350 Euro zusammen. Herzlichen Dank!

1962 waren sie zum ersten Mal in England. Damals waren sie 16-jährige Jungs. Nach 45 Jahren kehrten Reinhard Scharf und Wilfried Schmull aus Bremerhaven zurück nach Cannock Chase. Sie waren Teilnehmer des ersten Bremer VolksbundJugendlagers in England. Isa Nolle und Jutta Wolter vom Landesverband Bremen organisierten nun eine Reise, die sie zurück an ihre alte Wirkungsstätte brachte. Damals hatten die Teilnehmer des ersten Jugendlagers geholfen, den Friedhof Cannock Chase anzulegen. Sie bauten einen Wall und zogen Zäune, um den frisch gepflanzten Baumbestand vor dem Wild zu schützen. Heute sind auf der gepflegten Anlage fast 5 000 Kriegstote bestattet. „Die Bäume sind groß geworden und doch erkennen wir alles wieder,“ sagen Reinhard Scharf und Wilfried Schmull.

1000 Euro zum Bertiebsjubiläum Die Familie Köpke verlor im Zweiten Weltkrieg liebe Angehörige. So kam es, dass Wilma und Heinz-Ludwig Köpke aus Stade anlässlich des 100-jährigen Betriebsjubiläums ihres Eis-Cafés und Gasthauses an den Volksbund dachten. Gäste und die für ihr wohlschmeckendes Eis berühmten Gastgeber spendeten 1 000 Euro. Dafür bedankt sich der Volksbund ganz herzlich.

500 Euro für Bismarck-Gemälde Der Verkauf einer Lithographie von Otto von Bismarck brachte Dr. Gerhard Henzel aus Hofheim 500 Euro ein. Der Erlös für das Erbstück seiner Ehefrau Margarete ging in voller Höhe an den Volksbund, weil aus der Familie einige Angehörige im Zweiten Weltkrieg Krieg gefallen oder vermisst sind. Dankeschön für diese Spende.

Dr. Rüter bleibt Berliner Vorsitzender Der Berliner Landesvertretertag des Volksbundes wählte Dr. Diethard Rüther wieder zum Vorsitzenden des Landesverbandes. Neue Mitglieder im Berliner Landesvorstand sind Henning Niederhoff und Stephan Hadraschek.

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Doch es entstand eine Brieffreundschaft, die 45 Jahre überdauerte. „Wir haben uns sofort wieder erkannt. Es war damals eine tolle und lehrreiche Zeit für uns alle,“ sagte Thelma Hunt. „Alle Ehemaligen sind der Überzeugung, dass sie der Aufenthalt in England, die liebevolle Aufnahme durch die englische Bevölkerung und die vielen außergewöhnlichen Erlebnisse nachhaltig geprägt haben. Das ist wohl auch der Grund, warum so viele so gerne wiedergekommen sind,“ sagte Isa Nolle.

Ihr persönlicher Höhepunkt dieser Ehemaligen-Fahrt war das Wiedersehen mit Thelma Hunt und ihrer Schwester. Reinhard und Wilfried hatten nur einen Tag in der Familie von Thelma verbracht.

Nacht der Jugend im Bremer Rathaus: Unsere Zukunft hat Geschichte Im November fand im Bremer Rathaus die Nacht der Jugend statt. Dabei wurde an die Reichsprogromnacht von 1938 erinnert. Mit Konzerten, Ausstellungen, Workshops und Infoständen wurde ein Signal gegen Rechtsextremismus und Rassismus gesetzt. Das diesjährige Motto lautete:

Unsere Zukunft hat Geschichte. Der Volksbund-Landesverband Bremen war auch dabei: Die Jugendlichen und Schulreferentin Lena Dittmer organisierten einen Infostand. Dort gab es viele Informationen über die Volksbund-Workcamps sowie einen Workshop zum Thema Zivilcourage.

Neuer Flyer der Denkwerkstatt Halbe

Werberreise zur Musikparade der Nationen in Hannover

Die Denkwerkstatt Halbe findet sich unweit des Waldfriedhofes Halbe. Dort liegen etwa 24 000 gefallene Soldaten und tausende zivile Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. In der Denkwerkstatt wird die Geschichte dieses Ortes aufgearbeitet. Dazu werden Fortbildungen und friedenspädagogische Projekte angeboten. Den Flyer und Informationen gibt es unter 033765 – 20201 oder [email protected]

Elke Kirmes unterstützt den Volksbund seit Jahren. Ihr Engagement wurde nun belohnt – der Volksbund lud Elke Kirmes, Manfred Blum, Ernst Könnecke und ihre Partner zur Musikparade der Nationen ein. Sie waren die Gewinner der Werberreise, die jedes Jahr unter den aktivsten Werbern verlost wird. Der Volksbund dankt allen, die neue Mitglieder gewonnen haben. Weitere Informationen und die erfolgreichsten Werber finden Sie im Internet unter www.mitgliederwerben.de.

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Informationscoupon zum Thema Testament: Bitte übersenden Sie mir kostenlos die Broschüre »gut vorgesorgt 2: verschenken, stiften oder vererben?« Bitte nennen Sie mir unverbindlich einen im Erbrecht qualifizierten Anwalt in meiner Nähe. Meine Mitgliedsnummer: XXXXX-

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Bitte senden Sie diesen Coupon an: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Werner-Hilpert-Straße 2, 34112 Kassel Erbschaftsinformation



Für Ihre Mitgliederwerbung! Ich habe ein Mitglied geworben. Bitte senden Sie mir die CD »Musikschau der Nationen« zu.

Informationscoupon Stiftung Gedenken und Frieden

Meine Mitgliedsnummer: XXXXX-

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Ich helfe dem Volksbund als neues Mitglied: Informieren Sie mich bitte, wie ich mit der Stiftung Gedenken und Frieden des Volksbundes meinen Förderbeitrag für die deutsche Kriegsgräberfürsorge auf Dauer sichern kann. Meine Mitgliedsnummer: XXXXX-

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Name, Vorname Straße, Hausnummer Postleitzahl, Ort Geburtsdatum

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Mein Beitrag pro Jahr:

Stiftung Gedenken und Frieden Stiftung Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge z. Hd. Andree Schulz Büro Kassel: Werner-Hilpert-Straße 2, 34112 Kassel Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Adresse anzugeben!

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Mit uns reisen

Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Reise-Information, Werner-Hilpert-Straße 2, 34112 Kassel Ich interessiere mich für folgende Reisen:

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Danke für Ihre Hilfe! Sammeldose Nummer eins Haus- und Straßensammlung in Augsburg

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ass Katharina Kruck die Büchse mit der Nummer eins in der Hand hält, ist wohl kein Zufall. Das Mädchen mit den schulterlangen blonden Haaren ist so was wie der Star unter den Sammlern. Schon vor zwei Jahren wurden sie und ihre Mitschüler von der Werner-Siemens-Schule für ihren Fleiß ausgezeichnet. 5 000 Euro hatten die Jugendlichen bei der damaligen Haus- und Straßensammlung für den Volksbund gesammelt. „Wir waren die beste Schule in ganz Augsburg,“ berichtet Katharina nicht ohne Stolz.

„Für mich ist die Sammlung einfach wichtig,“ sagt die 16-Jährige, deren Großvater im Zweiten Weltkrieg sein Leben ließ: „Wir haben in der Schule und zu Hause viel über das Thema Krieg gesprochen. Und beim Sammeln kommt man auch immer wieder ins Gespräch.“ So hat sie heute eine ältere Dame kennen gelernt, Volksbund-Mitarbeiterin Jennifer Kiehl zählt die Spendeneinnahmen. Fotos: Maurice Bonkat

die beide Brüder im Krieg verloren hat. „Ich finde es interessant, den Menschen zuzuhören,“ sagt Katharina, während sie einem Herrn eine Plakette mit der Aufschrift Arbeit für den Frieden ans Revers heftet.

Gewachsene Tradition Immer wieder klimpern die Geldstücke. Die Augsburger Friedhöfe sind an Allerheiligen geradezu überlaufen und beinahe jeder Besucher scheint an die Sammlung gedacht zu haben. Wenn die Schüler ihnen mit einem freundlichen Grüßgott die Büchse entgegenhalten, haben die meisten ihre Münzen griffbereit. „Wir haben in Bayern eine gewachsene Sammlungs-Tradition, die sich mit der Grundeinstellung der Menschen deckt: Das Vergangene wird bewahrt und gehört zum heutigen Leben einfach dazu. Das gilt auch für die Kriegsgräberfürsorge,“ erklärt Bayerns Landesgeschäftsführer Gerd Krause. Vergangenes Jahr kamen so dank der Hilfe von Ehrenamtlichen, Soldaten, Reservisten, Traditionsverbänden und Schülern knapp zweieinhalb Millionen Euro für den Volksbund zusammen. Allein an Allerheiligen war es eine halbe Million. Das schaffte bundesweit kein anderer Landesverband. Bayern ist Spitze! Damit die Sammlung in diesem Jahr wieder ein Erfolg wird, hat Bezirksgeschäftsführer Bruno Kiehl schon Monate vor dem Sammlungstermin zahlreiche Vorträge gehalten, Informationsfahrten zu den Kriegsgräberstätten veranstaltet und Kontakt zu den Schulen aufgenommen: „Die nächste Sammlung beginnt, sobald die aktuelle abgeschlossen ist.“ Währenddessen nimmt seine Tochter Jennifer die ersten Schüler in Empfang und schüttet den Inhalt ihrer Dosen in die Zählmaschine. Dann erscheint ein Ergebnis: 785,65 Euro. „Das ist für heute das beste Sammelergebnis eines Schülers,“ freut sich Jennifer. „Eigentlich war es

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Drei Generationen (von links): Otto Lemmerz, Tochter Birgit, Sammlerin Katharina und Oma Amy.

ganz einfach,“ sagt der 15-jährige Willi Kovtun, „denn die meisten Leute geben gern etwas.“ Jetzt gibt es erstmal Würstchen. Eva Gruber holt mit der Schöpfkelle einen Schwung würzige Debrecziner aus dem Topf. Es ist reichlich da, muss es auch: Etwa 500 Kinder sind an diesem Tag in Schwaben mit der Sammelbüchse unterwegs, allein 350 in Augsburg. Eine kurze Stärkung, dann geht es weiter. Inzwischen steht Katharina wieder am Eingangstor des Ost-Friedhofes. Immer wieder klingelt es in dem zylindrischen Blechgehäuse mit dem Volksbund-Aufkleber. Auch die Familie Lemmerz hat etwas für die Kriegsgräberfürsorge übrig. Oma Amy, Sohn Otto und Enkelin Birgit spenden jedes Jahr. Das hat Tradition. Als Otto Lemmerz noch Schüler war, hat er selbst für den Volksbund gesammelt. „Ehrensache,“ sagt der Spender, der früher Sammler war. So füllt sich Katharinas Spendendose. Als Jennifer Kiehl ihr in der Geschäftsstelle später das Ergebnis mitteilt, huscht ihr ein Lächeln über das Gesicht: „Fast 700 Euro. So viel hatte ich noch nie!“ Und dann wandert die Büchse Nummer eins wieder zurück ins Regal zu den anderen 249 Büchsen – bis zur nächsten Hausund Straßensammlung. (mb)

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Spenden anstelle von Geschenken zu besonderen Anlässen Aachen: Franz Gehrmann Adelsheim: Hans Grimm Ahorn: Horst Mitzel Alsenz: Wolfgang Linnenberger Bad Arolsen: Dietmar Kohlhaussen Bad Homburg: Hermann Rapp Bad Honnef: Josefine Graff Bad Kreuznach: Mathilde Medinger Bad Münstereifel: Ruth Lenz Bad Soden: Wolfgang Jäckel Bad Vilbel: Helmut Konrad Bayreuth: Klaus Dittmar Berlin: Wolfgang Linke, Hans-Joachim Neumann Biberach: Lore Glöckle Bielefeld: Dr. Rainer Bramsemann, Ursula Homann Bingen: Maria Ramberger Bochum: Reinhard Kesting Borken: Erika Pick, Karla Pick Brakel: Huberta Meyer Braunschweig: Gerd Arendts, Gerhard Hanssen Breitenbrunn: Siegfried Ehrt Bremen: Arnold Schilling Bruchsal: Gerhard Werstein Büdingen: Hildegard Schlaugk Diepholz: Gerhild Schwieger Dollerup: Andreas Wree Dorfen: Lorenz Held Dortmund: Walter Fischer, Fritz Ophoff, Heinrich-Wilhelm Thieheuer Düsseldorf: Ursula Lier, Edeltraut Lorenz, Edeltrud Lux Edertal-Wellen: Hans Michel Everswinkel: Maria u. Egon Niehues Essen: Bernhard Vogt Eutin: Irmgard Thiele Flein: Gretel Neuffer Freiburg: Cilli Röhsler Fulda: Hans Panitz Geldern: Heinrich Strompen Gevenich: Maria Fischer Glückstadt: Horst Engel Göppingen: Georg Hommel Göttingen: Anneliese u. Hermann Schoppe Hamburg: Meta-Louisa Bösche, Hildegard Janschel Hannover: Irmgard u. Otto Schröder Haselünne: Heinrich Hübers Heidenrod: Alfred Haupitzer Hildesheim: Martha Graf Hilzingen: Maria Eversberger Hofheim: Margarete u. Dr. Gerhard Henzel Karlsruhe: Marianne Hartig Kaufbeuren: Bernhard Roth Kassel: Dr. Martin Dodenhoeft Kaufering: Helmut Gropp Kelheim: Georg Schneeberger Köln: Helmut Schmitz Küssaberg-Kadelburg: Walter Vetter Landsberg: Georg Welzmiller Langenburg: Hermann Popp Ludwigshafen: Erika u. Günter Butz Mainz: Karl-Dieter Bornscheuer Marsberg: Wolfgang Wamers Mettmann: Magdalena Griethe Metzingen: Günter Roller Modautal: Bernhard Bierschenk Mulda: Marcel Härtwig Munkbrarup: Hilde u. Dr. Dieter Schmidt Nenzing/Österreich: Dr. Gerulf Lenz Neustadt: Bernd Ehlert Nordhackstedt: Tierarztpraxis Acktun u. Bergt Obertiefenbach: Lisa Rosenow Oldendorf: Helmut Hülsemann Ottobrunn: Margaretha Müller Owschlag: Elise u. Johannes Bruhn Quarnbek: Helga u. Ernst Seemann Ragösen: Siegfried Kockrow Rantzau: Hans-Heinrich Lund Rheda-Wiedenbrück: Eva Margarete Burghardt Rostock: Heidelinde Wulf Rüthen: Raimund Schulte Rudolstadt: Hildegard Lattermann Sarstedt: Günther Busch Schwalbach: Gunther Barwasser Schwegenheim: Herbert Ruch Schwerte: Hellmuth Zimmermann Siegen: Erhard Schlabach Stutensee: Hanspeter Raber Swisttal:

Gert Wirtz Syke: Hans Stellmann Torgau: Irma Hochheimer Tüßling: Franz-Josef Kreuzpointner Ulm: Eleonore Schaffernicht Uttenreuth: Karin-Maria u. Dr. Hans Burzlaff Wasbüttel: Dr. Gunter Karsten Westerstede: Annegret und Helmut Schomacker Wilhelmshaven: Helga u. Siegfried Kramp, Peter Merzhäuser Wirges: Margret Müller Wittlich: Ernst Döring

Spenden anstelle von Blumen und Kränzen im Todesfall Albsfelde: Gert Haschen Altenkirchen: Fred Graf Bad Bramstedt: Helmut Wasner Bad Herrenalb: Norbert Hiller Bad NeuenahrAhrweiler: Klaus Werner Bargteheide: Margarete Sambraus Beckum: Günther Bleckmann Bergheim: Heinz Festerling Bergisch Gladbach: Willi Freundt Berlin: Prof. Rolf Reuter Bielefeld: Joachim Bongartz Bockenem: Gerhard Barte Bodenwerder: Irmgard Brünig Bönebüttel: Johanna Schwenke Bonn: Hilde Hanse Bonndorf: Robert Roth Bremen: Rudolf Kaltofen, Hildegard Kopka Buchen: Josef Bechtold Buchholz: Dr. Friedrich Wenzlau Büdelsdorf: Konrad König Burghausen: Wolfgang Leher Buseck: Holger Größer Butjadingen: Klaus Süssenguth Celle: Hans-Werner Moll Dahlenburg: Karl Paul Böttcher Detmold: Helene Oesterhaus Diepholz: Gert Jankowsky Dillingen: Dieter Friese Düren: Ernst Steinhardt Düsseldorf: Dr. Gisela SeyppelDietzsch Eching: Dr. Hansjürgen Fresenius Eckernförde: Herbert Köchling, Hans-Peter Siemsen Elmshorn: Käte Lienau Emmerthal: Heinz Braun Erkelenz: Christine Schroers Eschau: Helmut Reichel Essen: Jürgen Borgwardt Extertal: Heinrich Due Farchant: Sebastian Schindler Flintbek: Irmgard Mohr Fockbek: Otto Krumm Frankfurt: Ludwig Berton Freudenstadt: Hans-Jochen Fiermann Friedland: Dr. Hans-Georg Leo Füssen: Fritz Birnstiel Giessen: Ernst Schomber Gmund: Kuno Kemper Göttingen: Ernst-Georg von Heyking Grevenbroich: Klara Gruber Griesingen: Theo Wilhelm Gröbenzell: Hans Hobelsberger Großhansdorf: Karl Weng Hagen: G. Hollmann Hamburg: Wilhelm Edzard Börner, Ernst August Hille, Elisabeth Ilchmann, Gerda Lübberstedt, Gerd Miesner, Thea Schade Hannover: Erika Cossmann, Marie Luise Grewe, Minna Kahn, Siegfried Neumann, Helene Schönefeld Harpstedt: Dierk Heile Heitersheim: Josef Rück Henstedt-Ulzburg: Karl-

Otto Lohse Herford: Lieschen Kleemeyer, Dr. Barbara Vöhl Hildesheim: Friedrich Bergmann, Mechthild Leben Hofheim: HansHeinrich Brandau Holzminden: Wilhelm Puschstein Iserlohn: Martin Müller Jemgum: Teedina Dreyer Kaarst: Dr. Walter Gensior Kaltenkirchen: Heinz Sommerfeld Kellinghusen: Anna Marie von Oppeln-Bronikowski Kenzingen: Herbert Rösch Kochel a. See: Hermine Wenger Köln: Ernst-Malte Berndt, Martin Haferkorn, Theo Ludemann Korbach: Elisabeth Schmidt Kronberg: Elisabeth Duefrenne Langenlonsheim: Fritz Kercher Lindberg/Österreich: Adolfine Schafler Lindenfels: Anna-Katharina Dorr Lübeck: Hans Bauer Lustadt: Dr. Hans Berthold Mainz: Dr. Günther Schreiner Marburg: Wolfgang Wagner Medebach: Wilhelm Holtkamp Melle: Carl Bruch Minden: Marieluise Wilke Mitterfels: Josef Wolf Mülheim: Gerhard Brandenburg München: Irene Michael Münster: Wolfgang Meyer Nettetal: Peter Drießen Neumünster: Karl-Heinz Bade, Margot Dreysel Neuss: Hans Habermehl Neustadt: Dietrich Selhausen Nördlingen: Maria Nowak Obergünzburg: Alois Kösel Oldenburg: Walter Kuhnert, Gustav-Adolf Reepmeyer Palling: Hans Rapf Peine: Anni Klippstein, Elfriede Langenheine, Hans Stock Pleiskirchen: Johann Bauer Poppenhausen: Anni Bieber Prutting: Alois Summerer Rain: Gertraud Ferschl Recklinghausen: Walter Marsch Regesbostel: Karl-Heinz Sternberg Ritterhude: Martin Heumann Rodenberg: Fritz Depping Rotenburg: Armin Flentje Rumohr: Heinrich Eppers Saarbrücken: Dr. Viktor Blüthgen, Erich Dauster Salem: Irmgard Grundt Sarstedt-Hotteln: Otto Bode Schortens: Werner Meyer Schwarzenmoor: Lieschen Kleemeyer Schweinfurt: Erika Sachs Schwelm: Horst Henrich Semmenstedt-Timmern: Margarete Haacke Söllingen: Joachim Hosang Soltau: Lieselotte Rodewald Stamsried: Josef Bruckmueller sen. Stedesdorf: Georg Eilts Steinfurt: Hildegard Brandt, Franz Brockmann, Franz Janßen-Timmen Stutensee: Albert Seitz Stuttgart: Dr. Franz Ruisinger, Maria Schlichenmaier, Sieglinde Sikler Tarp: Irmgard Dreyer Thedinghausen: Meta Peimann Uelzen: Herbert Meyn Uffing: Ludwig von Armansperg Unna: Karl Heinz Strathoff Vaihingen: Fritz Ellenberger Verden: Dieter Wasmus Vöhringen: Maria Niess Warburg: Karl Böhlen Warendorf: Wanda Radtke Wedemark: Hermann Vortmüller Wehrheim: Gerhard Matyschik Weilheim: Renate Pflugmacher Weingarten: Katharina Bischoff Wielenbach: Regina Grassmann Wildeshausen: Jan Dieter Johannes Willingshausen: Georg Daum Winsen: Dr. Carl-Heinz Karkmann Witten: Friedrich Herberg, Lieselotte Sternkopf Wittmund: Margarete Dirks, Catharine Stief Wolfen: Helmut Rabe Wolfsburg: Friedrich Santelmann Wunstorf: Helmut Fricke sen., Marianne Kammeyer Wurmlingen: Günter Hartmann

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17.12.2007

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Kriegsgräberstätte Riga-Bikernieki Schlossmuseum Rundale in Lettland

„Wenn wir versöhnen wollen, müssen wir bereit sein, einander zuzuhören, zu verstehen und voneinander zu lernen (...)“ Wolfgang Schneiderhan, Generalinspekteur der Bundeswehr