sport in berlin - Landessportbund Berlin

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M O N AT S Z E I T S C H R I F T D E S L A N D E S S P O R T B U N D E S B E R L I N S e p t e m b e r 2 011 SPORT IN BERLIN Juliane Schenk erkämpft...

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M O N AT S Z E I T S C H R I F T D E S L A N D E S S P O R T B U N D E S B E R L I N

S e p t e m b e r 2 011

SPORT IN BERLIN Juliane Schenk erkämpft WM-Bronze im Badminton Bislang größter Erfolg in der Karriere der Berlinerin

Initiativen zum Kinderschutz im Sport

10. September: Sport im Olympiapark

Seite 4: LSB-Erklärung mit 112 Unterschriften

Seite 6: Der Tag für die ganze Familie

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SPORT IN BERLIN Titel Berlins Badminton-Ass Juliane Schenk von der SG Empor Brandenburger Tor hat bei der WM in London sensationell die Bronze-Medaille gewonnen. Das ist der bislang größte Erfolg in ihrer Karriere. Hätte sie das Finale erreicht, wäre sie sogar die erste Deutsche in einem WM-Finale gewesen. Jetzt zählt die 28-jährige dreimalige Deutsche Meisterin zu den OlympiaFavoriten 2012. Ihr Ziel: die erste deutsche Olympiamedaille im Badminton. Foto: picture alliance/photoshot

14 Wer sich bewegt, bewegt etwas Vereinsprojekt des Monats: Musical des 1. VfL Fortuna Marzahn 25 15 Patrick Hausding ist dabei Wasserspringer macht mit bei Aktion „Foul von Rechtsaußen” 21 Altbewährtes und viel Neues LSB-Sportschule arbeitet am Programm für 2012 22 Was tun im Schadenfall? Neuer Rahmenvertrag zum Haftpflichtund Unfallversicherungsschutz 30 Fußballspielen über Berlin Fünf Jahre Sportplatz auf dem Dach eines Supermarkts

SPORT IN BERLIN Offizielles Verbandsorgan des LANDESSPORTBUNDES BERLIN Herausgeber: Landessportbund Berlin e. V. Norbert Skowronek (verantwortlich) www.lsb-berlin.de Redaktion: Angela Baufeld (verantwortlich) Dr. Heiner Brandi (verantwortlich: Sportjugend) Marco Spanehl Redaktionsadresse: Sport in Berlin, Jesse-Owens-Allee 2 14053 Berlin (Postanschrift: Brieffach 1680, 14006 Berlin) Fon (030) 30 002 109 Fax (030) 30 002 119 E-Mail: [email protected] Druck: DruckVogt GmbH, Schmidstraße 6, 10179 Berlin Fon (030) 275 616 0 Anzeigen: Top Sportmarketing Berlin GmbH, Hanns-Braun-Str./Friesenhaus, 14053 Berlin, Fon. (030) 30 11 186 -0, Fax 30 11 186 - 20

SPORT IN BERLIN erscheint acht Mal pro Jahr jeweils am ersten Werktag eines Kalendermonats. Der Bezugspreis ist im LSB-Mitgliederbeitrag enthalten. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge drücken nicht unbedingt in jedem Falle auch die Meinung des Herausgebers aus. Die Redaktion lädt zur Einsendung von Fremdbeiträgen ein. Es kann jedoch keine Gewähr für eine Veröffentlichung übernommen werden.

Nächster Redaktionsschluss: 8. 9. 2011

SPORT IN BERLIN September 2011

4 Wo bleibt der Sport? LSB-Vizepräsident Uwe Hammer zur Zukunft des Tempelhofer Feldes

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8 Königsturnier in Gatow Sport bei der Bundeswehr in Zeiten des Umbruchs

17 SPORT JUGEND BERLIN

9 Sportabzeichenabnahme Wie Sport und Bundeswehr erfolgreich zusammenarbeiten

Stuttmann.

Vereinsberater LSB gratuliert

Sportjugend-Reisen: Sommerimpressionen Neue Seitenhäuser in Ahlbeck Lehrgänge Kurz notiert

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thema des monats

Von Uwe Hammer LSB-Vizepräsident Sportinfrastruktur

Hindernislauf in Tempelhof Zukunft des ehemaligen Flughafens: Sport nur halbherzig berücksichtigt Wer in dieser Stadt für den Sport etwas bewirken will, muss einen langen Atem haben. Leider hat das Beispiel Gleisdreieck gezeigt, dass Beharrlichkeit und massive Bemühungen unsererseits nichts nützen, wenn es an umfänglicher politischer Unterstützung fehlt. Die gleichen Befürchtungen haben wir für die Nachnutzung des Tempehofer Feldes. Die Vielzahl von Entscheidungsträgern mit unterschiedlichen Interessen erschwert die Lösungssuche. Der organisierte Sport hat sich mit der Schließung des Flughafens Tempelhof einen großen Schritt in Richtung der Verbesserung der prekären Unterversorgung mit Sportflächen erhofft. Hier kann durch Implementierung von vielfältigen Sportanlagen eine ganze Region für die Zukunft sportlich fit gemacht werden. Die sportliche Bevölkerung von Friedrichshain-Kreuzberg, Tempelhof-Schöneberg und Neukölln würde es der Politik und der Verwaltung danken. Aber leider ist zu beobachten, dass der Sport in die jetzigen Umsetzungsplanungen nicht ausreichend eingebunden ist. Mit der für die Entwicklung des Tempelhofer Feldes verantwortlichen landeseigenen Tempelhof Projekt GmbH und der Grün Berlin GmbH, hatte der LSB 2010 erste positive Gespräche aufgenommen. Die zugesicherte enge Zusammenarbeit wurde mit Beginn des Jahres 2011 von den genannten Institutionen nicht mehr wahrgenommen, obwohl der LSB immer wieder seine Gesprächsbereitschaft angeboten hat, an der Entwicklung von Sportanlagen und Sportangeboten mitzuwirken. Dass sich die Finanzierung von Sportanlagen als schwierig erweisen wird ist allen bewusst. Dass sich aber beim Tempelhofer Feld bereits bei der Verortung und der Anzahl der Sportflächen Konfliktfelder auftun, ist mehr als bedauerlich. Aus den derzeit vorliegenden Er-

gebnissen des Wettbewerbs und der Planungen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung für die strukturelle Entwicklung des Tempelhofer Feldes sieht es für den organisierten Sport eher nach einer halbherzigen Berücksichtigung aus. Dies ist daraus zu erkennen, dass die Sportfläche, die aus Sicht des LSB mit 6 Großspielfelder an der untersten Grenze liegt, wieder angezweifelt und hinterfragt werden muss, da alle im Bereich des Bezirks Neukölln (Werner-Seelenbinder-Sportpark - 4 Felder und Jahn-Sportplatz am Columbiadamm - 2 Felder) angesiedelt sind. Obwohl der LSB und die Senatsverwaltung für Inneres und Sport immer wieder betont haben, dass eine Verteilung von Sportanlagen auch den Bereich am Tempelhofer Damm und gegenüber der Turngemeinde in Berlin (TiB) am Columbiadamm einschließen muss, ist in die Wettbewerbsplanung ausschließlich die Erweiterung der bereits in Neukölln vorhanden Sportflächen eingeflossen, obwohl der Bezirk selbst keinen Bedarf in dieser Größenordnung angemahnt hat. Größte Erfolgsaussicht hat unser Vorschlag, den Sportstandort Züllichauer Str. um die Fläche des Regenauffangbeckens zu erweitern. Es zeichnet sich ein Abschied von der geplanten Wohnbebauung ab. Friedrichshain-Kreuzberg ist zur Anmeldung der Baumaßnahme bei der I-Planung bereit und die Beteiligten unterstützen das Projekt ebenfalls. Die Erweiterung dieser Sportanlage ist als Kompensation der auf dem Gleisdreieck nicht erstellten Sportanlagen anzusehen, nicht aber als Erfüllung der Sportflächen auf dem Tempelhofer Feld. Der Verzicht des Bezirks FriedrichhainKreuzberg auf weitere Sportflächen auf dem Flughafengelände stößt auf unser Unverständnis. Umdenken ist erforderlich, um das Sportanlagendefizit des Bezirks abzubauen.

Die sportlichen Aktivitäten der so genannten Pioniernutzer auf dem Tempelhofer Feld sind zum großen Teil auf Initiativen unsererseits, der TiB und einzelner Personen zurückzuführen. Einzig die Baseballanlage am Columbiadamm, die durch die TiB betrieben wird, kann als Sportanlage angesehen werden. Auch die durch den Berliner Fußball-Verband initiierte Errichtung von temporären Bolzplätzen, und die durch den Inline- und Rollsport-Verband angebotenen Aktivitäten, lassen erkennen, welch hoher Sportflächenbedarf auf diesem Areal besteht. Es ist unerlässlich, dass der immer wieder betonte hohe Stellenwert des organisierten Sports auch auf dem Tempelhofer Feld einen angemessenen Platz erhält.

Bei der Entwicklung der Tempelhofer Freiheit dürfen bei der Absicherung der Finanzierung nicht nur die Internationale Gartenausstellung 2017 und die vom Regierenden Bürgermeister gewünschte Landesbibliothek im Focus stehen. Auch in Richtung des organisierten Sports bedarf es zur Realisierung von Sportanlagen eines klaren Bekenntnisses und es darf nicht bei der Auffassung bleiben, dass für die Entwicklung von Sportanlagen allein die Bezirke in der finanziellen Verantwortung stehen. Da jedoch die Entwicklung des Tempelhofer Feldes als eine Berliner Aufgabe angesehen wird, gehört hierzu die Finanzierung von Sportanlagen. Gerade der organisierte Sport könnte mit dem informellen Sport eine Basis schaffen, den gesellschaftlichen Zündstoff in den nicht unproblematischen Anrainerbezirken zu minimieren und gemeinsam mit dem Quartiersmanagement den Integrationsproblemen entgegenwirken.

SPORT IN BERLIN September 2011

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sportpolitik

Sport sagt „Ja” zum Kinderschutz Diese Vereine und Verbände haben bisher die LSB-Erklärung unterschrieben: Die Unterschrift unter die Kinderschutz-Erklärung, die der LSB gemeinsam mit dem Evangelischen Jugend- und Fürsorgewerk erarbeitet hat, ist zugleich ein Qualitätssiegel für den Kinder- und Jugendsport in den Berliner Vereinen. 112 Vereine und Verbände haben bislang die Erklärung unterschrieben und damit den Kinderschutz zu einer wichtigen Aufgabe ihrer Arbeit erklärt. Das sind die Verbände: American Football und Cheerleading, Baseball- und Softballverband, Boxen, Eissport, Fußball, Handball, Judo, Ju-Jutsu, Kanu, Karate, Leichtathletik, Moderner Fünfkampf, Motoryacht, Segeln, Schwimmen, Turn- und Freizeitsport, Volleyball, Deutsche Jugendkraft, Deutsche Olympische Gesellschaft,Freikörperkultur, Sportlehrer, Verein für Sport und Jugendsozialarbeit, Sport für Berlin gGmbH Und das sind die Vereine: Akademischer Ruder Club zu Berlin, ALBA Berlin Basketballteam, Berliner BowlingsportVerein, Berliner Fußball-Club Alemannia 1890, Berliner Hockey-Club, Berliner Sportclub Rehberge 1945, Berliner Sport-Club, Berliner Schwimmverein Friesen 1895, Berliner Schwimmverein Medizin Marzahn 1990, Berliner Turnerschaft Korporation Turn- und Sportverein, Berliner Turn- und Sportclub, Berliner Turnverein Charlottenburg, Berliner Wasserratten 1889, Budo-Club Berlin, Charlottenburger Turn- und Sportverein von 1858, Dahme Jacht Club 1897, Deutscher Alpenverein Sektion Berlin, Deutscher Basketballverein Charlottenburg, Sportvereinigung Deutsche Jugendkraft Süd Berlin, DJK Wilmersdorf, Eishockeyclub Neue Eisbären Berlin, Erster Berliner Judo-Club 1922, fin for fun Sportverein, 1.Fußball Club Wacker 1921 Lankwitz, Hellersdorfer Athletik-Club Berlin, Hertha BSC, Jugendfußballclub Berlin, Kanusport-Vereinigung Havelbrüder, Köpenicker Sportverein Ajax-Neptun Berlin 1879, Kyokushinkai Karate Köpenick, Lichterfelder Fußball Club Berlin 1892, Märkischer Ruderverein, Mariendorfer Sportverein 06, Nikolassee

SPORT IN BERLIN September 2011

Tennis-Club Die Känguruhs, Olympischer Sport-Club Berlin, Verein für Turnen, Sport und Spiel von 1890 in Berlin-Schöneberg, Pro Sport Berlin 24, Pyongwon Marzahn, Radsport-Club Charlottenburg von 1883, Reinickendorfer Füchse, Reit- und Fahrverein im Diakoniezentrum Heiligensee, Reitverein Deutschlandhalle Berlin, Rhythmische Sportgymnastik Friedrichshain, Ruder-Union Arkona Berlin 1879, Spandauer Box-Club 1926, Spandauer Sport Club Teutonia 1899, Sportclub Berlin-Köpenick, Sport-Club Charlottenburg, Sportclub Eintracht Berlin, Sportclub Lebenshilfe Berlin, Sport Club Tegeler Forst, Sportfreunde Kladow, Sportgemeinschaft Empor Brandenburger Tor 1952, Sportgemeinschaft Empor Hohenschönhausen, Sportgemeinschaft Fernsehen Berlin, Sportgemeinschaft Rotation Prenzlauer Berg, Sport-Gesundheitspark Berlin, Sport- und Rettungstauchverein Berlin, TSV Marienfelde 1890, Sportverein Lichtenberg 47, Sportverein Luftfahrt Ringen, Sportverein Zehlendorfer Wespen 1911, Schülerruderverband Wannsee, Schützenclub Berlin-Mitte, Schützengilde Berlin Korporation von 1433, Schützengilde Berlin-Lichterfelde, Schwerhörigen Sport Club Berlin, Schwimmgemeinschaft Steglitz Berlin, Schwimmsportverein Ostring, Steglitzer Fußball-Club Stern 1900, Schwimm- und Sportclub Berlin-Reinickendorf, Tischtennisverein 1990 Friedrichsfelde, Tolf Berlin, Turngemeinde in Berlin 1848, Turn-Sport-Club Berlin 1893, Turn-SportVerein Berlin-Wittenau 1896, Turn- und Sportverein Lichterfelde von 1887, Turn- und Sportverein Rudow 1888, Turn- und Sportverein Spandau 1860, Turnverein Nordost, Saunafreunde Berlin - Familiensportverein, Turnverein Waidmannslust, Verein für Bewegungsspiele Hermsdorf, Verein für Leibesübungen Lichtenrade 1894, Verein für Körperkultur Berlin-Südwest, Wassersport-Club Havel, Wassersportverein Helios, Zehlendorfer Turn- und Sportverein von 1888, APOBank Berlin SV, Kunstkampfsport-Club

(Stand 15. August 2011)

Sportjugend-Vorsitzender Tobias Dollase zum Kinderschutz: Es gilt, präventiv zu arbeiten 112 Organisationen haben bisher die LSB-Erklärung zum Kinderschutz unterschrieben. Sind das zu wenig? Alle bedeutende Verbände haben ihre Unterschrift geleistet, ebenfalls die größten Klubs wie ALBA, BHC, Eisbären, Hertha BSC, Reinickendorfer Füchse und SCC, bei denen ein Großteil der 580 000 LSB-Mitglieder angesiedelt ist. Auch viele andere Vereine sind längst für das Thema sensibilisiert, indem sie von Trainern und Übungsleitern das Erweiterte Polizeiliche Führungszeugnis verlangen und Kinderschutz-Beauftragte beriefen. Sie haben uns das noch nicht schriftlich mitgeteilt. Wie wichtig ist es denn nach wie vor, sich mit der Problematik zu beschäftigen? Selbst wenn uns in jüngster Zeit keine schlimmen Fälle bekannt geworden sind, dürfen wir in unserem Bemühen nicht nachlassen. Die Eltern sollen die größtmögliche Gewissheit haben, dass sie ohne Bedenken ihre Kinder in unsere Vereine schicken können. Was ist weiterhin zu tun, um diesen hohen Ansprüchen gerecht zu werden? Aufklären, Kompakt- und Intensiv-Seminare veranstalten, bei der Trainer-Ausbildung das Thema Gewalt und Prävention berücksichtigen. Wir brauchen einen breiten Schutzschirm für alle Kinder und Jugendlichen. Den Offensiv-Tätern muss es so schwer wie nur möglich gemacht werden; jeder ist aufgefordert mitzuhelfen. Es besteht als kein Grund zur Zufriedenheit, weil momentan nichts passiert ist? Es gilt präventiv zu arbeiten und auch andere Kriterien zur Kenntnis zu nehmen wie Verwahrlosung, Unterernährung oder psychologische Drucksituationen. Kommt gerade der Sportjugend Berlin eine besondere Bedeutung zu? Natürlich. Deshalb haben wir schon im Frühjahr 2005 auf unserer Vollversammlung ganz bewusst wegweisende Leitlinien verabschiedet, weil wir uns frühzeitig dem Thema verpflichtet fühlten.

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sport im olympiapark

BFV-Vizepräsident Gerd Liesegang zum Kinderschutz: Weiter wachsam sein Der Berliner Fußball-Verband gehört zu den entschiedensten Verfechtern beim Kampf gegen Gewalt und setzt sich besonders für den Kinderschutz ein. Wie ist die derzeitige Situation? Als 2009 zwölf Fälle ruchbar wurden, haben wir sofort und konsequent gehandelt. Das sind wir den Eltern schuldig, denn in unserem Verband spielen rund 50.000 Heranwachsende Fußball. Wir konnten wohl mögliche Täter so verunsichern, dass in den letzten beiden Jahren nichts passiert ist. Dennoch müssen wir wachsam sein. Wie sollte das im Einzelnen aussehen? Durch Schulungen und Seminare. Bei unserem Feldzug gegen Gewalt haben wir erst jüngst wieder beim Präventionstag auf dem Flughafen Tempelhof gezeigt, dass wir den Kinderschutz sehr ernst nehmen. Angefangen vom Präsidenten bis hin zu unseren vielen Ausschussmitgliedern hinterlegten alle Ehren- und Hauptamtlichen des Verbandes, rund 200 Personen, ihr Erweitertes Polizeiliches Führungszeugnis. Die Vereine haben sich ebenfalls des Themas angenommen. Deshalb ist es unverständlich, dass nicht noch mehr Klubs dieser Verpflichtungserklärung zugestimmt haben. Vielleicht sind viele der Auffassung, wenn der Verband das Papier unterzeichnet hat, dann gilt das automatisch auch für den Verein. Wir schreiben alle noch einmal an und erinnern sie, dass sie ihre Unterschrift an uns oder den LSB schicken. Für Vereine wie Hertha Zehlendorf dürfte das überhaupt keine Frage sein. Worauf achten Sie in Zukunft besonders? Dass wir den Vereinen Material an die Hand geben, damit sie wissen, was im Notfall zu geschehen hat und wohin sie sich wenden können. Beim BFV gibt es unter anderem den Ausschuss für Fair play und Ehrenamt, in dessen Bereich die Themen Gewalt, Rassismus, Homophobie und Kinderschutz fallen. Interviews: Hansjürgen Wille

Jedes Sportabzeichen bringt 50 Cent BARMER GEK, Senat und LSB kooperieren beim Schülerwettbewerb Von Klaus Weise Nach strukturellen Veränderungen bei Deutschlands größer Krankenkasse und daraus resultierender einjähriger Pause ist die BARMER GEK wieder starker Partner im Dreiverbund mit der Senatsbildungsverwaltung und dem LSB beim Sportabzeichenwettbewerb der Berliner Schulen. Dies drückt sich in der jetzt von Staatssekretärin Claudia Zinke, LSB-Direktor Norbert Skowronek und dem Berliner Landesgeschäftsführer der BARMER, Hermann Schmitt, unterzeichneten Kooperationsvereinbarung aus. 865 Schulen sind aufgerufen, mehr Sport und Bewegung in ihren Alltag zu bringen. In Jahr 2010 haben 21.782 Schüler das Abzeichen als Nachweis für ihre Fitness erworben, 149 Schulen hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. „Das heißt, wir können ein respektables Ergebnis vorweisen, haben aber noch ausreichend Luft nach oben“, sagte Claudia Zinke. Prozentual seien die erreichten Zahlen eine „echte Hausnummer“, meinte Schmitt, dessen Krankenkasse seit rund 20 Jahren den Wettbewerb an den Schulen bundesweit unterstützt und sich seit 2003 auch in Berlin engagiert. Norbert Skowronek betonte, dass Bewegung Spaß machen müsse. Deshalb sind

Nach Vertragsunterzeichnung: Hermann Schmitt, Claudia Zinke, Norbert Skowronek (v.l.) Foto: Engler

1.berliner-engagement-woche 17. September: Berlin räumt auf Viele Berliner sind bereit, Verantwortung für ihr Quartier zu übernehmen. Beim berlinweiten Aktionstages am 17. September 2011 während der 1. berliner-engagement-woche sollen, so die Idee des Stadtgesprächs Berlin, aus dieser Bereitschaft Taten werden, indem Berliner Plätze, Grünflächen und Bürgersteige pflegen und somit die Attraktivität unserer Stadt erhöhen. Mitglieder in Sportvereinen, Kinder, Jugendlichen und ihre Eltern sind aufgerufen mitzumachen. Anmeldung: [email protected]

Julius Brink und Jonas Reckermann pritschen den Ball zu EM-Gold im Beachvolleyball: Zwei Jahre nach dem WM-Titel haben die Berliner erstmals gemeinsam die EM gewonnen. Foto: Engler

Trendsportarten wie Inline-Skating integriert worden.Bis 2013, wenn das Sportabzeichen 100. Jubiläum feiert, sollen 25 000 Abzeichenerfüllungen erreicht sein. Gelingt das, ist sofort eine konkrete Aussage darüber möglich, was dies für das finanzielle Engagement der BARMER GEK bedeutet. Hermann Schmitt: „Je abgelegtes Sportabzeichen kommen 50 Cent von der BARMER, dazu die Ehrenpreise von bis zu 500 Euro für die besten Schulen. Die Teilnehmer haben es selbst in der Hand, die Gesamtsumme zu steigern.“

SPORT IN BERLIN September 2011

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sport im olympiapark am 10. september 2011

Sport, Spiel & mehr im Olympiapark Familientag am 10. September /Eintritt und Angebote sind kostenfrei „Freizeit wird Erlebnis!“ heißt es am 10. September auf dem Areal gleich neben dem Berliner Olympiastadion. Gemeinsam mit Berliner Sportverbänden und Sportvereinen und Juventus Deutschland mit seinem Kinderund Jugendfestival lädt der LSB zum „Sport im Olympiapark Berlin“ ein. Vereine und Förderer bieten fast 100 Mitmachaktionen. Die kleinen und großen Besucher erwartet insbesondere ein großes sportliches Angebot. So präsentieren sich die Bundesligavereine Hertha BSC, SCC, ALBA, Füchse und EHC Eisbären. Vom Alpinklettern, Baseball, Speed Badminton und Bogenschie-

Ich bin dabei und viele andere: www.sport-imolympiapark-berlin.de oder www.kinder-undjugendfestival-berlin.de

SPORT IN BERLIN September 2011

ßen, Handball, Hockey, Rugby über Streetball, Beach-Volleyball, Inlineskating, Watersoccer und Aktionen des Berliner Fußballverbandes oder der Versehrten-Wassersport-Gemeinschaft, des Gesundheitssportparks bis zu den Attraktionen des Berliner Turn- und Freizeitsportverbandes mit zig Mitmachangeboten vom Kikidil-Parcours für Kleinkinder (2-5 Jahre) über Kinderspiellandschaften bis zum Kinderturnabzeichen reicht die Palette. Interessenten können sich an einem Schieß-, Minigolfund Fahrradsimulator oder beim Bungee-Trampolin probieren und auch das Deutsche Sportabzeichen mit seinen fünf Disziplinen erwerben. Weiteres Highlight: auf dem Festival findet am Samstag das Finale der Speed4-Schultour statt. Bei Speed4 wird auf einem computergestützten Parcours das Lauf- oder Dribbelgeschick der Teilnehmer ermittelt. Viele Freunde wird die neue Trendsportart Bossaball finden wie der Überschlagssimulator der Berliner Polizei oder das Elektro Kart- und Quad-Geschicklichkeitsfahren. Ein BMX Parcours fesselt die Festivalgäste bestimmt ebenso wie die Shows der Tanzschule von Detlef D! Soost oder Darbietungen unter dem Motto „Hip Hop meets Drums“. Mit dabei auch das Exploratorium, wo Kids auf spielerisch-experimentelle Weise den Naturwissenschaften auf den Grund gehen können. Abgerundet wird das Event mit einem vielfältigen Programm auf der Festivalbühne. Wichtig ist: Alle Aktionen sind kostenlos, der Eintritt ist frei! Geöffnet ist Samstag von 10 bis 19 Uhr.

Sport im Olympiapark: Schnellste Familie gesucht Beim großen Familien-Sportfest „Sport im Olympiapark Berlin“ am 10. September wird die schnellste „Drei-Generationenstaffel“ Berlins gesucht. Die Staffel muss aus drei Generationen einer Familie bestehen. Die Strecke ist insgesamt ca. 3.700 m lang und die Teilnahme kostenlos. Anmeldung: www.sport-im-olympiaparkberlin-2011.de/3-generationen-staffellauf-11-00-uhr/ oder per Fax 030 4091 2368 Schnellste Ehrenamt-Staffel gesucht Im Rahmen der ersten Berliner Engagement-Woche sucht der LSB am 10. September um 12.30 Uhr im Olympiapark auf dem Maifeld das schnellste ehrenamtliche Team (auch mixed) der Stadt. Gelaufen werden vier Runden (4 x 2,3 km). Anmeldung: www.sport-im-olympiaparkberlin-2011.de/ehrenamts-staffel-1230-uhr/ oder per Fax 030 / 300 02 – 146 oder per Mail an [email protected]

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istaf am 11. September 2011

Vattenfall-Stabhochsprung am Berliner Kudamm Björn Otto springt mit starken 5,75m zum Sieg / ISTAF am 11. September Berliner Sport beim Hoffest des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit am 28. Juni: (v.l.) Reinhard von Richthofen-Straatmann, LSB-Vizepräsident für Finanzen, DOSB- und LSB-Ehrenpräsident Manfred von Richthofen, DKLBVorstand Hansjörg Höltkemeier, Angelika Böger, DKLB-Vorstand Hans-Georg Wieck, LSB-Präsident Klaus Böger Foto: Engler Nächste LSB-Mitgliederversammlung 25. November 2011, 18 Uhr Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung des LSB Berlin findet am 25. November 2011 im Rathaus Schöneberg statt. Beginn: 18 Uhr 300 neue Eliteschüler des Sports Einschulungsfeier in Berlin Am 13. August fand die zentrale Einschulungsveranstaltung für über 300 Schülerinnen und Schüler der Eliteschulen des Sports statt. Claudia Zinke, Staatssekretärin für Bildung, Wissenschaft und Forschung, und viele ehemalige Schüler, die jetzt erfolgreiche Leistungssportler sind, begrüßten die ‚Neuen’. Akrobatikkünstler sowie musikalische Vorstellungen rundeten die feierliche Veranstaltung ab, die um 12 Uhr mit einer Gedenkminute zum 50. Jahrestag des Mauerbaus endete. Sportentwicklungsbericht Vierte Befragungswelle startet Im Oktober startet die vierte Welle des Sportentwicklungsberichts, um die Lobbyarbeit für den Vereinssport und die Vereinsentwicklung zu unterstützen. Daher ist die Teilnahme der Vereine sehr wichtig. Mit Hilfe der Rückmeldungen können Entwicklungen und Trends aufgezeigt werden. Bis Ende Dezember 2011 sind die Online-Fragebögen freigeschaltet. Information: www.dosb.de/de/sportentwicklung/sport-strukturentwicklung/sportentwicklungsbericht Rückfragen: Tel.: 0221 – 4982-6107, Email [email protected]

Toller Auftakt zum ISTAF 2011! Der Dormagener Björn Otto hat beim Vattenfall-Stabhochsprung-Meeting am Berliner Breitscheidplatz die Konkurrenz mit übersprungenen 5,75 Metern hinter sich gelassen. Sechs Stabhochspringer waren am 18. August an den Start gegangen. Mit der Veranstaltung gratulierte das Internationale Stadionfest ISTAF, das in diesem Jahr 90-jähriges Bestehen feiert, dem Berliner Prachtboulevard Kurfürstendamm, der in diesem Jahr 125 Jahre wird.

Hinter Björn Otto belegten Alexander Straub und Fabian Schulze die Plätze. Endergebnis: 1. Björn Otto 5,75m 2. Alexander Straub 5,40m 3. Fabian Schulze 5,30m 4. Danny Ecker 5,30m 5. Wout van Wengerden 5,20m 6. Carlo Paech 5,20m Tickets für das ISTAF 2011 am 11. September im Berliner Olympiastadion sichern: Tel: 030 – 30 111 86 66; Email: [email protected]

Dirk Liepelt von Vattenfall, die Stabhochspringer Alexander Straub, Björn Otto, Fabian Schulze, Martin Seeber von TOP Sportmarketing, Berlino (v.l.n.r.)

30. Sportschiffer-Gottesdienst: 1.Oktober in Potsdam-Sacrow Am 1. Oktober findet vor der Heilandskirche zu Potsdam-Sacrow um 14.30 Uhr der 30. ökumenische Sportschiffer-Gottesdienst statt. Motto: Komm zur Wasserquelle des Lebens! Es sprechen Prälat Dr. Karl Jüsten, Vertreter der Kath. Bischöfe beim Bund, und von evangelischer Seite Prälat Dr. Bernhard Felmberg, Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche. Ab 13 Uhr singen bzw. spielen der Seniorenchor Steglitz, die Bläserchöre der St. Nikolaiund Auferstehungs-Kirchengemeinde und des Oberlinhaus Potsdam. Besucher nutzen das Schiff „Berolina“ der Reederei Hartmut Triebler für Hin- und Rückfahrt. Abfahrt: 12 Uhr in Spandau, Lindenufer. Info-Tel. 0174 7491720. AK Kirche und Sport, Evangelische Binnenschiffergemeinde

Schwank wieder beim DOSB Ulf Tippelt zurück zum LSB Sachsen Nach der Entscheidung über die Vergabe der Olympischen Winterspiele 2018 nach Pyeongchang kehrt Bernhard Schwank, Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft München 2018, als Leistungssportdirektor zum DOSB zurück. Dr. Ulf Tippelt, der ihn vertreten hat, geht als Generalsekretär zurück zum LSB Sachsen. Das neue Jahrbuch des Sports 20010 | 2011 ist erschienen und enthält alle Organisationen und Institutionen des deutschen Sports mit Ansprechpartnern inkl. Telefon, E-Mailund Internet-Adressen. (Schors-Verlag, T.: 0 61 27 / 80 29, Email: [email protected])

SPORT IN BERLIN September 2011

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sport in berlin

Königsturnier im Golf Club Gatow Wie Sport und Bundeswehr erfolgreich zusammenarbeiten Von Angela Baufeld Dass Traditionspflege auch in Umbruchzeiten möglich ist, zeigt ein Beispiel bei der Bundeswehr. Während sich die Truppe einschneidende Reformen auferlegt und die Wehrpflicht auf einen Freiwilligendienst umstellt, wird zugleich Bewährtes beibehalten. Denn manchmal sind es Dinge am Rande das Alltags wie sportliche Aktionen, die Zugehörigkeit vermitteln, Kraft spenden und den Kopf frei machen, die Gelegenheit bieten für Gespräche, Gedankenaustausch und neue Kontakte. Nicht zuletzt deshalb muss sich das Golfturnier der Bundeswehr um den „Wanderpreis des Stellvertreters des Generalinspekteurs“ in den vergangenen Jahren zum „Königsturnier der insgesamt zehn Bundeswehr-Golfturniere“ entwickelt haben, wie es Brigadegeneral Dieter Warnecke formuliert. „Der Termin hier beim Berliner Golf Club Gatow steht fest in meinem Kalender.“ Es stört ihn nicht, dass auf dem Platz alle gleich sind und jeder Sieger sein kann.“ Selbst die Pensionierung von Generalleutnant Johann-Georg Dora im vergangenen Jahr führte zu keinerlei Brüchen in der Turniergeschichte. Sein Nachfolger als Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Generalleutnant Günter Weiler, ist zwar selbst kein Golfspieler, ließ es sich aber nicht nehmen, die knapp 100 Teilnehmer in diesem Jahr am 29. Juli persönlich zu begrüßen. Er kennt die Tradition des Turniers, das früher am Standort bei Bonn stattfand und inzwischen seit fünf Jahren im Berliner Golf-Club Gatow ausgetragen wird, und weiß auch, dass Wolkenbrüche wie an diesem Tag den Erfolg des Turniers niemals vereiteln: „Golfer und Soldaten stört das Wetter nicht.“ Draußen gießt es in Strippen. Die Sonnenterrasse steht unter Wasser. LSB-Direktor Norbert Skowronek zeigt auf seine neue Regenhose und die Wetterschuhe: „Natürlich spiele ich mit.“ So sieht es auch Lara Katzy: „Das macht nichts, solange der Regen nicht wie in England von der Seite kommt. Außerdem verträgt der Platz hier viel“, sagt die 21-jährige Sportsoldatin der Bundeswehr und Nummer 3 der Damen-Rangliste des Deutschen Golf-Verbandes. Die derzeit erfolgreichste Berliner Golferin hat schon oft bei diesem Wetter ge-

SPORT IN BERLIN September 2011

spielt. Diesmal ist sie allerdings nur zur Begrüßung gekommen. Sie fliegt wenige Tage später nach China, wo sie in Shenzhen an der Studenten-Universiade teilnimmt. Sie braucht ein paar Tage Erholung, denn in den vergangenen Monaten ist sie von einem Turnier zum nächsten gereist. Während übrigens die Frauen aus ihrem Verein, dem Golf- und Landclub Berlin-Wannsee, in dieser Saison aus der Bundesliga absteigen mussten, hat die Lokalkonkurrenz vom Golf Club Gatow jetzt den Aufstieg geschafft: Berlins Golferinnen sind wieder erstklassig. Darauf sind die Gatower stolz und sie heften die Zeitungsmeldung unübersehbar an die Tafel im Foyer. Die Turnierteilnehmer müssen daran vorbeigehen. Auch Werner Lottes-Stern von den Heeresfliegern in Roth bei Nürnberg: „Ich habe gehört, wie von diesem Turnier geschwärmt wird, von der Atmosphäre, von dem Platz, von dem Flair und dem Drumherum. Ich wollte unbedingt mal dabei sein.“ Der 51-Jährige hat erst vor drei Jahren mit dem Golfsport angefangen, sich sehr schnell „von dem Virus anstecken lassen“ und ist jetzt bei Handicap 36. Es gefällt ihm, dass Profis und Anfänger bei diesem Turnier unkompliziert zusammenspielen können. Außerdem, sagt er, ist Berlin immer eine Reise wert. Der gute Ruf des Turniers – vor allem ein Ergebnis der organisatorischen Arbeit von Clubmanager Bjorn Maas und Bundeswehr-Sportlehrer Detlef Mielatz – hat sich soweit herumgesprochen, dass Mercedes-Benz großzügige Unterstützung leistet und den Hauptpreis, einen Hotelgutschein für zwei Personen, sponsert. Das ist nicht selbstverständlich, bestätigt Ingolf Schirmer von der Daimler AG: „Inzwischen sind wir schon seit fünf Jahren dabei. Aber wir entscheiden jedes Jahr neu, ob wir mit dem Club einen Vertrag abschließen.“ Club-Präsident Dieter Wekwerth hofft und rechnet fest damit, dass Mercedes-Benz auch im nächsten Jahr wieder das Turnier finanziell fördert. Was er ganz sicher weiß: Die guten Beziehungen zur Bundeswehr in der benachbarten General-Steinhoff-Kaserne sind auch weiterhin ein Markenzeichen der Vereinsarbeit im Golf Club Gatow.

Erstklassig: Die Golferinnen aus Gatow sind in die 1. Bundesliga aufgestiegen

Baum pflanzen gehört zur Turniertradition: LSB-Direktor Norbert Skowronek (v.l.), Club-Präsident Dieter Wekwerth, LSB-Präsident Klaus Böger, Brigadegeneral Dieter Warnecke, Ingolf Schirmer von Mercedes-Benz, Generalleutnant Günter Weiler und General Jürgen Höche (hat 1994 mit dafür gesorgt, dass der Golfplatz erhalten bleibt) pflanzen eine Blutbuche, die in diesem regenreichen Sommer bestimmt gut anwächst.

LSBDirektor Norbert Skowronek Fotos: Engler

Die Turnierorganisatoren Detlef Mielatz (li.) und Bjorn Maas

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sport in berlin

Kooperation mit der Bundeswehr Sportabzeichen-Abnahme in der Julius-Leber-Kaserne LSB und Bundeswehr kooperieren bei der Sportabzeichen-Abnahme: Radfahrer, Skater und Schwimmer können in der Berliner Julius-Leber-Kaserne die Sportabzeichen-Bedingungen erfüllen. Der Standortkommandeur der Bundeswehr in Berlin, Brigadegeneral Peter Braunstein, und LSB-Präsident Klaus Böger gaben Ende Juli gemeinsam den ersten Startschuss. „Das Angebot wurde von den Berlinern dankbar angenommen. Die Organisati-

Startschuss für die Sportabzeichen-Abnahme: LSB-Präsident Klaus Böger (li.) und Brigadegeneral Peter Braunstein Fotos: Engler

on war perfekt,” sagte Klaus Böger und dankte Brigadegeneral Braunstein für die Unterstützung. Er hatte sich für die engere Zusammenarbeit mit dem LSB eingesetzt und den Berliner Breitensportlern das Kasernengelände zur Sportabzeichen-Abnahme geöffnet. Die Kooperation mit dem LSB ist für die Bundeswehr kein Neuland. „Die Bundeswehr ist Partner für den Breitensport und die Vereine,” so Braunstein. „Wir helfen bei der Organisati-

Radfahrer, Skater und Schwimmer können in der Julius-Leber-Kaserne die SportabzeichenBedingungen erfüllen

1:0 für sportbegeisterte Familien DKB bietet Karten für Berlins Spitzenteams zu günstigen Preisen Die Sporthauptstadt Berlin begeistert Groß und Klein jedes Jahr auf das Neue. Egal ob Fußball, Basketball, Handball, Volleyball oder Eishockey - keine andere Stadt in Deutschland bietet ein so breitgefächertes Spitzensport-Angebot. Das Beste: Der Nachwuchs kann im DKB-Familienblock die Stars aller großer Team-Sportarten jedes Wochenende live in Aktion erleben. Und das lohnt sich, denn Berlins Spitzenteams können auch in der aktuellen Spielzeit wieder eine starke Bilanz vorweisen. Die Eisbären feierten ihre fünfte Deutsche Meisterschaft. Die Füchse haben ihre tolle Saison mit einem Platz zur Champions-League-Qualifikation gekrönt. Erstmals seit 25 Jahren wird damit ein Berliner Handball-Klub international vertreten sein.

Hertha BSC stürmte durch die Zweite Liga, schaffte souverän den Wiederaufstieg und sorgte für neue Zuschauerrekorde. Die Volleyballer von Berlin Recycling Volleys boten Serienmeister Friedrichshafen im Finale um die Deutsche Meisterschaft einen großen Kampf. Alba Berlin zog zum 21. Mal in Folge in die Playoffs ein. Eine Serie, die kein anderes Team in der Liga aufweisen kann. Kein Basketball-Team in Europa lockt so viele Zuschauer an, wie die Albatrosse. Und 1:0 heißt es für alle – nicht nur Berliner – sportbegeisterten Familien dank der Deutsche Kreditbank AG (DKB). Ob im Olympiastadion, in der O2 World, in der MaxSchmeling-Halle oder in der Sporthalle Charlottenburg – in allen diesen Sportstätten gibt

on und Durchführung von Wettkämpfen, indem wir Sportstätten der Julius-Leber-Kaserne sowie Organisationspersonal bereitstellen.” Nächster Termin für Berliner Breitensportler, die die Bedingungen für das Sportabzeichen in den Disziplinen Schwimmen, Radfahren und Inline-Skating absolvieren wollen: 13. September, 17 Uhr, Julius-Leber-Kaserne, Kurt-Schumacher-Damm 41. Personalausweis sowie Schutzausrüstung für Inline-Skating und Radfahren (Helm, Knie- und Armschützer) sind mitzubringen. Am 7. September können Radfahrer das Sportabzeichen ab 16 Uhr im Olympiapark/Maifeld ablegen.

Deutsches Sportabzeichen Neue Gebühren ab 2012 Der DOSB hat mit Wirkung 1. 1.2012 eine Gebührenerhöhung im Rahmen der Verleihung des Deutschen Sportabzeichens beschlossen: Verleihung der Bronze-, Silber- und Goldabzeichen: 4 Euro; Verleihung Gold-mitZahl-Abzeichen: 5 Euro; Verleihung ohne Abzeichen (Wiederholung): 3 Euro Rückfragen: LSB-Sportabzeichenstelle Tel. 3 00 02-1 48, 3 00 02-1 47)

es bei den Spielen und Veranstaltungen der Berliner Spitzenteams den DKB-Familienblock. Auf besten Sitzplätzen und mit besonderen Erlebnissen für Groß und Klein wird das Spiel zu einem Familienerlebnis. Ob es der Besuch des Vereins-Maskottchens, die Autogrammstunden mit Spielern oder die Einlaufkinder- und Fanreise-Verlosungsaktionen sind – im DKB-Familienblock ist der Sport erlebbar. Und das zu familienfreundlichen Preisen. Informationen zu Veranstaltungen der Berliner Spitzensport-Vereine: www.dkb.de/familienblock und www.berlinsportmetropole.de. Kontakt: TOP Sportmarketing Berlin GmbH Olympiapark, Simon Schulte Hanns-Braun-Str. Friesenhaus 1 14053 Berlin Tel.: 0 30 30 111 86 0 E-Mail: schulte[at]topsportberlin.de www.topsportberlin.de

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sportgeschichte

„Düsseldorfer Beschlüsse“ 1961 DSB und NOK reagieren auf den Mauerbau der DDR vor 50 Jahren Von Friedrich Mevert Der Mauerbau hatte zwangsläufig auch Folgen für den gesamtdeutschen Sportverkehr. Bereits am 16. August fassten der Geschäftsführende DSB-Vorstand und das NOK-Präsidium in Düsseldorf folgenden Beschluss: „Die vom Regime der SBZ getroffenen Abschwürungsmaßnahmen werden auf das schärfste missbilligt... Nach diesen Maßnahmen haben nur noch systemhörige Personen die Möglichkeit zu sportlichen Begegnungen mit der Bundesrepublik. Damit hat die SBZ den gesamtdeutschen Sportverkehr unterbunden... Solange ein normaler Verkehr zwischen der SBZ und Berlin sowie der Bundesrepublik nicht möglich ist, können die Spitzenverbände Genehmigungen zur Durchführung von Sportveranstaltungen in der SBZ und mit Sportgruppen der SBZ in der Bundesrepublik nicht mehr erteilen. Ebenso können die Sportverbände der Bundesrepublik für die Dauer dieses von der SBZ geschaffenen Zustandes auch an internationalen Sportveranstaltungen innerhalb der SBZ nicht teilnehmen. Verhandlungen über gesamtdeutsche Fragen haben unter diesen Umständen keinen Sinn, sie werden ab sofort eingestellt.“ Das Präsidium rief am gleichen Tag auch dazu auf, die Bindungen zum Berliner Sport zu festigen, und erklärte: „In der gegenwärtigen Lage ist es eine Ehrenpflicht der Turn- und Sportbewegung der Bundesrepublik, den Sportverkehr mit Westberlin mit allen Kräften zu verstärken.“ DSB-Präsident Willi Daume bat aus diesem außergewöhnlichen Anlass mit einem ausführlichen Rundschreiben alle DSB-Mitgliedsorganisationen um Solidarität und entsprechende Information ihrer Mitglieder: „Der Sportverkehr zwischen der Bundesrepublik und der Sowjetischen Besatzungszone hat seit der unseligen Spaltung Deutschlands immer unter zwei grundverschiedenen Gesichtspunkten gestanden. Er war für die Turnund Sportbewegung der Bundesrepublik ausschließlich Ausdruck der menschlichen, sportlichen und turnbrüderlichen Verbundenheit mit den Kameraden jenseits der Zonengrenze. Für das Regime der Zone war er ein Mittel zur Durchsetzung politischer Ziele. Diese Ziele haben im Laufe der letzten zehn Jahre

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mehrfach gewechselt. In den ersten Jahren sah das Regime im gesamtdeutschen Sportverkehr ein Mittel, die Bundesrepublik politisch zu unterwandern. Nahezu alle Sportbegegnungen wurden damals mit Spruchbändern, politischen Ansprachen und anderen Propagandamitteln zu politischer Beeinflussung missbraucht. Dieser uferlose Missbrauch zwang die gesinnungs- und satzungsmäßig zu politischer Neutralität verpflichteten Turn- und Sportverbände der Bundesrepublik am 21. September 1952 zum Abbruch der Sportbeziehungen mit der SBZ. Drei Monate nach dem Abbruch sagte die politische Sportführung der SBZ zu, zukünftig bei Sportbegegnungen politische Demonstrationen zu unterlassen. Damit wurde der gröbste Missbrauch ausgeschaltet und die Wiederaufnahme des gesamtdeutschen Sportverkehrs ermöglicht. Aufgegeben wurden die politischen Ziele vom Zonensport aber nicht. Mit dem Beginn des Jahres 1957 gab das Regime die Parole von der „Einheit“ Deutschlands zugunsten der Zweistaatentheorie auf. Ein friedlicher gesamtdeutscher Sportverkehr passte nicht in dieses politische Konzept. Die Turn- und Sportverbände der Bundesrepublik wurden deshalb plötzlich beschuldigt, den Sportverkehr zu Agenten- und Spionagezwecken zu benutzen. Die bis dahin ziemlich häufigen Sportbesuche aus der SBZ wurden vom Regime der Zone rigoros gestoppt und auch alle fest vereinbarten Sportbegegnungen in der Bundesrepublik, oftmals in letzter Minute, abgesagt.“ Im Folgenden erinnerte Willi Daume daran, dass vom Jahre 1960 an der Sport der DDR eine neue Aufgabe erhielt: „Mit Spalterfahne und Staatsemblem auf dem Sportdress selbst der unbedeutendsten Mannschaften wurde im In- und Ausland für die Existenz zweier deutscher Staaten demonstriert“, so der DSBPräsident, und fuhr später fort: „In dieses politische Konzept des Regimes der SBZ passte es nun wieder, Sportbesuche in der Bundesrepublik in größerem Umfang zuzulassen, was dann auch prompt geschah. Als aber der Flüchtlingsstrom anzuschwellen begann, gebot es die nackte politische Raison, die Schotten wieder dicht zu machen. „Abwerbung“

Titelseite September/Oktober-Ausgabe 1961 der LSB-Verbandszeitschrift

Auf den Spuren deutscher Geschichte: Rund 100 Sportler aus dem In- und Ausland legten am 20. August 2011 die 100 Meilen von Berlin (160,9 km) zurück, um an die Teilung der Stadt zu erinnern. Der überwiegende Teil der Strecke verlief auf dem Mauerweg, der den ehemaligen Grenzverlauf markiert. Foto: Ulrich

und angebliche Kinderlähmungsseuche in der Bundesrepublik waren die an den Haaren herbeigezogenen Gründe, eine ganze Reihe vereinbarter Begegnungen plötzlich abzusagen. Die leidvolle Geschichte des gesamtdeutschen Sportverkehrs beweist eindeutig, dass das Regime der SBZ immer nur so viel oder so wenig Sportverkehr zugelassen hat, wie es seinen jeweiligen politischen Zwecken entsprach. “ (Text von der Red. gekürzt)

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sportgeschichte

Olympische Spiele 1936 in Berlin Es wurden die Spiele des farbigen Sprinters Jesse Owens Von Friedrich Mevert Da wegen der Unruhen im Vorfeld des spanischen Bürgerkrieges nur eine Minderheit der IOC-Mitglieder zur 29. IOC-Session 1931 in Barcelona erschienen war, erfolgte die Abstimmung über die Vergabe der XI. Olympischen Sommerspiele durch eine schriftliche Umfrage. Dabei war Berlin mit großer Mehrheit den Repräsentanten der freiheitlich-demokratischen Weimarer Republik als ausrichtende Stadt übertragen worden. Wenn auch schon von 1896 an immer die Politik bei der Vergabe der olympischen Wettkämpfe mit im Spiel gewesen war, so hatte man doch 1931 nicht voraussehen können, welches politische System fünf Jahre später Gastgeber für die sportliche Jugend der Welt sein würde. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten am 30. Januar 1933 trat der vom neuen Regime ernannte Reichssportführer Hans von

Tschammer und Osten an die Spitze des Deutschen Olympischen Ausschusses und übernahm die Gesamtorganisation im Sinne der NS-Machthaber, denen die Spiele für ihre Propaganda im nationalen und internationalen Rahmen hochwillkommen waren. Systematisch war von den nationalsozialistischen Verantwortlichen der spätere Erfolg vorbereitet worden: Das alte Deutsche Stadion im Berliner Grunewald wurde zu einem modernen Olympiastadion mit Glockenturm, Reit- und Schwimmstadion, Freilichtbühne und dem Maifeld umgebaut. Dieses Reichssportfeld war zu jener Zeit einzigartig in der ganzen Welt und ist auch heute noch beeindruckend. Zu den baulichen Maßnahmen gehörten auch die Schaffung des landschaftlich herrlich gelegenen Olympischen Dorfes in Elstal vor den Toren Berlins und der umfangreichen Verkehrsverbindungen durch U-Bahn, S-

Bahn und Zufahrtsstraßen. Ebenso wurde das Sportforum großzügig zu einer Reichsakademie für Leibesübungen ausgebaut. Den sportlichen Rahmen dieser Spiele bestimmten großartige Athleten, die aber alle von einem Mann überstrahlt wurden: dem 22-jährigen Leichtathleten Jesse Owens aus Cleveland/USA. Er verbesserte in mehreren Disziplinen während der Berliner Spiele neunmal den Olympischen und fünfmal den Weltrekord, gewann vier Goldmedaillen über 100 m, 200 m, 4 x 100 m und im Weitsprung und war der ungekrönte König dieser Spiele. Mit 4.069 Teilnehmern aus 49 Ländern in 142 Einzelwettbewerben und 6 Mannschaftsspielen wurden Beteiligungsrekorde erreicht. Als am Ende der Schlussfeier am 16. August nur noch die Flamme im Stadion leuchtete und die Glocke zu den nächsten Spielen 1940 nach Tokio rief, ahnte kaum jemand der 110.000 Zuschauer, welche schrecklichen Jahre des Zweiten Weltkrieges für die Welt wenige Jahre später bevorstehen sollten. (Text von der Red. gekürzt)

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kooperation: schule - verein

Auch in diesem Jahr beschäftigt sich „Sport in Berlin“ mit dem Thema „Schule und Verein“, wobei es vor allem um die Zusammenarbeit mit den neuen Sekundarschulen geht. Schließlich mussten zunächst einmal Verbindungen geknüpft werden, die es bislang in dieser Art noch nicht gegeben hat.

Basketball spielen hoch im Kurs

Basketball-AG an der Hoover-Schule: Fast alle zeigen Ballspiel-Talent und stellen sich geschickt beim Prellen und Korbwerfen an. Es macht ihnen Spaß.

Beispiel Weddinger Wiesel an der Herbert-Hoover-Schule Ein über hundert Jahre alter Backsteinbau für Sieben- bis Zehntklässler, gelegen in einem der Brennpunkt-Kieze von Berlin. „Zwischen 95 und 98 Prozent beträgt die Quote der Jungen und Mädchen mit nicht-deutscher Herkunft“, sagt Ronald Fischer, Stellvertretender Direktor, um aber erfreut festzustellen, dass es mit Beginn des neuen Schuljahres zu einer Rahmenvereinbarung mit den Basketballern der Weddinger Wiesel gekommen ist. Die Sekundarschule in Mitte, die aus einer Hauptschule hervorgegangen ist, hat zwar kulturell-sprachliche Profile sowie Darstellende Spiele als Schwerpunkte, doch der Sport kommt keineswegs zu kurz. Sowohl Schulleiter Thomas Schumann als auch Fischer sind ausgebildete Sportlehrer und unterstützen logischer Weise all das, was einen gesunden

Körper ausmacht – viel Bewegung und die aktive Pause auf dem Hof. Zum Standardprogramm zählt natürlich Fußball, was sich in gut funktionierenden AGs, auch für Mädchen, widerspiegelt. Aber ebenso gehören die Teilnahme an den diversen Staffelläufen und Jugend-trainiert-für-Olympia-Wettbewerben zu den geförderten Projekten. Und jetzt auch Basketball, angeboten im so genannten Mittagsband, der Unterrichtsfreizeit zwischen 11.50 und 13.30 Uhr. Unerwartet groß erwies sich das Interesse an jenem Spiel. Zur ersten Übungseinheit mit Sandro Luciani, Basketballtrainer der Weddinger Wiesel, versammelten sich in der benachbarten Turnhalle Wiesenstraße fast 40 von den 104 Schülern und Schülerrinnen der vier siebenten Klassen.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten ein positives Zeichen. „Es musste jeder verbindlich erklären, mindestens ein halbes Jahr dabei zu bleiben“, so Fischer. Die Hoover-Schüler bzw. deren Eltern stammen zum größten Teil aus der Türkei, wo Basketball ja durchaus einen Stellenwert besitzt, bzw. dem arabischen Raum, wenn gleich viele schon in Berlin geboren wurden. Wem die jetzigen AG nicht reichen sollten, der kann sich für Sport als Wahlpflichtfach mit insgesamt sechs Unterrichtstunden entscheiden. Übrigens: Auf dem Schulhof und in der Schule ist nur noch Deutsch als Umgangssprache erlaubt. Eine von Schülern, Lehrern und Eltern getroffene Entscheidung, die 2006 mit dem Deutschen Nationalpreis ausgezeichnet wurde.

Kämpfen nach Regeln Beispiel AG Ringen des SV Buch in der Hufeland-Schule Sporthalle Karower Chaussee 97 – etwas versteckt ist ihre Lage schon und in dem verschachtelten Straßengeflecht für einen Ortsunkundigen durchaus nicht leicht zu finden. Doch die Achtklässler der Hufelandschule kennen sich bestens aus in der Gegend und sind auch pünktlich zur Stelle, als Peter Mandelkow zur ersten Übungseinheit nach den Ferien bittet. Er, der erfahrene Ringertrainer und 2. Vorsitzende des SV Buch, freut sich, dass es gemeinsam mit dem hier ansässigen Jugend-Club wieder zu einer Kooperation mit der integrierten Sekundarschule im Norden der Stadt gekommen ist und ein großes Einzugsgebiet abgedeckt wird. „Kämpfen nach Regeln“ – unter diesem Motto steht die Mittwoch-AG. Wichtigste Lehre: Der Gegner ist kein Feind, man hat ihn zu achten und darf ihn nicht verletzten. Außerdem wurde Fair play zur Richtschnur erklärt.

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So gesehen, verhielten sich die Jungen und die zahlreich erschienenden Mädchen vorbildlich, als sie auf der großen Matte die einzelnen Griffe anzubringen versuchten, die ihnen zuvor gezeigt worden sind. Mandelkow bringt Kindern und Jugendlichen, aber auch den Hufeland-Schülern und Schülerinnen bei, wie man geschickt einen anderen auf die Matte zwingt, wobei Fairness an erster Stelle steht. Wenn nicht, dann erklingt lautstark die Trillerpfeife des 54-jährigen. Außer dieser AG hat der SV Buch mit seinen 500 Mitgliedern in den Abteilungen Tennis, Leichtathletik, Volleyball, Kindertanz, Frauengymnastik, Kraft- und Seniorensport noch ein zweites Schul-Projekt: „Sport und gesundheitliches Leben“, dem sich Ramona Schlegel widmet. Worüber Direktorin Christina Hildenbrand froh ist, denn sie weiß: Sport trägt viel zur Persönlichkeitsentwicklung bei.

„Nicht nur eine körperliche Fitness will ich den Schülern beibringen, auch soziale Kompetenz“, sagt Peter Mandelkow, Ringertrainer und 2. Vorsitzender des SV Buch. „Es gibt im Sport nämlich nicht nur Siege, sondern auch die Niederlagen. Sie vernünftig zu verkraften und eine solch emotional schwierige Situation zu meistern, damit muss ein jeder klar kommen.“ Texte/Fotos: Hansjürgen Wille

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sport in berlin

Leuchtturm in Oberspree Neues Wassersportzentrum eingeweiht Berlin ist Speed-Badminton-Welthauptstadt: Die neue Sportart, bei der der Speeder, ein spezieller Kautschukball, einfach in das gegnerische Feld geschlagen werden muss, wurde hier erfunden. Hier fand Ende August beim LTTC RotWeiss die erste WM statt - mit fast 400 Athleten aus 29 Ländern. Weltmeisterin Janet Köhler (Foto) kommt ebenfalls aus Berlin. Und am Vortag der Titelkämpfe wurde der Berliner Rene Lewicki zum Präsidenten des neu gegründeten Weltverbandes gewählt. Foto: Ulrich Sponsor bei IPC-Schwimm-EM Dank an Sanitätshaus Seeger Mit 15 Duschstühlen unterstützte das Sanitätshaus Seeger die IPC Schwimm-Europameisterschaft, die vom 3. bis 10. Juli in Berlin stattfand. Das Berliner Traditionsunternehmen reagierte damit innerhalb von 24 Stunden auf einen Hilferuf des Behinderten-Sportverbandes Berlin. Auf Grund eines Lieferengpasses konnte der Ausstatter des Behinderten-Sportverbandes die dringend benötigten Duschstühle nicht fristgerecht liefern. Buch-Tipp: Neue Bedrohungen für die Persönlichkeitsrechte von Sportlern Frühjahrstagung 2010 der Deutschen Vereinigung für Sportrecht e.V. von Martin Nolte (ISBN 978-3-41504696-2) Immer öfter stehen Sportler, Trainer, Manager und Funktionäre als sogenannte Personen der Zeitgeschichte im Fokus der Medien. Signifikante und zum Teil subtile Beeinträchtigungen diverser Persönlichkeitsrechte – angefangen vom Recht der persönlichen Ehre über das Recht am eigenen Wort/Bild bis hin zum Recht auf informationelle Selbstbestimmung – sind die Folge. Die wegweisenden Abhandlungen bieten eine fundierte Grundlage für die Fortentwicklung dieses wichtigen Bereichs des Sportrechts. H. B.

Von Klaus Weise Das kühle SpätsommerWetter am 27. August und der wolkenverhangene Himmel konnten im Bruno-Bürgel-Weg in Niederschöneweide die Stimmung nicht eintrüben und abkühlen. Zur Eröffnung des neuen Wassersportzentrums des ältesten Hauptstadtvereins, der Turngemeinde in Berlin 1848 e.V., an besagter Adresse direkt am Ufer der Spree gab es heiße Herzen und Gefühle en masse. Denn das, wovon an diesem Tage offiziell Besitz genommen werden konn-

das Werk weniger, sondern das der Gesamtheit“ – echte Teamarbeit also, so der Vorsitzende, der über 64 Sitzungen des Bauausschusses binnen 20 Monaten berichtet. Dabei seien, so Haberer, Tausende Stunden eigener Arbeitsleistungen eingegangen. „Das zeugt von echter Solidargemeinschaft, so muss es sein bei einem 'Generationending'.“ Prof. Arnim Nethe, Vizepräsident des Berliner LRV, sowie Kanu-Präsident (DKV) Thomas Konietzko lobten den Bau und hoben dessen

LSB:Vizepräsident Uwe Hammer freute sich: „Das ist ein Leuchtturm des Berliner Sports”

Ein Wassersportzentrum für die Zukunft schon der Anblick ist futuristisch Fotos: Weise

te, darauf durften nicht nur die TiB-Mitglieder, sondern die ganze Berliner Sportfamilie stolz sein. Udo Haberer, Vorsitzender des Vereins, formulierte denn auch gleich einen Auftrag an die kommenden Generationen. Er zitierte Goethe: „Was Du ererbt von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen!“ Haberer rief alle Anwesenden auf, mit ihm gemeinsam darüber zu staunen, was in 18 Monaten aus dem aktuell größten Vorhaben des aus LottoMitteln des Senats geförderten Vereinsinvestitionsprogramms geworden ist. Im Bootshaus werden mehr als 150 Boote Platz, im Wassersportzentrum insgesamt über 400 Mitglieder ihre sportliche Heimat finden. Dazu zählen Ruderer, Kanuten, Gehörlosensportler, Schwimmer, Sportakrobaten. Außerdem wird der Verein hier seine langjährigen Erfahrungen im Sport mit Lernbehinderten, im Rollstuhl- und Koronarsport, bei Sozialprogrammen generell einbringen. Im Wassersportzentrum, so Udo Haberer, sind 107 Tonnen Stahl, 850 Kubikmeter Beton und 3,5 Kilometer Stromkabel verbaut. „Das ist nicht

Beispielwirkung in einer Zeit wirtschaftlichen Sparens hervor. Konietzko befand das Miteinander von Ruderern und Kanuten als ein Signal, das das Vereinsleben stimulieren könne. „Vielleicht ist das für die Zukunft der richtige Weg, die Kräfte zu bündeln und nach dem Motto 'Gemeinsam sind wir stärker' zu handeln.“ Auch dass körperbehinderte und gehörlose Sportler in die Gestaltung der Abläufe im Wassersportzentrum von Beginn an eng einbezogen werden, hat große Bedeutung. LSB-Vizepräsident Uwe Hammer nannte das Projekt einen Leuchtturm des Berliner Sports. Die Fördermittelgeber würden ihr Geld „doppelt und dreifach zurückerhalten“. Fazit aller Anwesenden: die Investition hat sich gelohnt, weil sie in die Zukunft gerichtet ist. 1,75 Mio Euro sind ins Wassersportzentrum gesteckt worden. Gewidmet ist der Bau dem Gründer und langjährigen Leiter der TiBRuderriege in Oberspree, dem Vielseitigkeitssportler Fritz Hofmann, der bei Olympia 1896 Medaillen in Leichtathletik und Turnen gewonnen hatte.

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vereinsprojekt des monats

Nicht nur attraktive Großveranstaltungen, Topathleten und moderne Sportstätten sondern vor allem auch rund 2000 Vereine mit vielen kreativen Ideen prägen die Sportmetropole Berlin. Welche Ideen sind das? Wie werden sie in die Praxis umgesetzt? Was bewirken sie? „Sport in Berlin” stellt in einer Serie Vereinsprojekte vor, die beispielhaft und nachahmenswert sind. Teil 2 Verein/Träger des Projekts: 1. VfL Fortuna Marzahn Name des Projekts: Schul-Vereins-Musical Zielgruppe: Schul- und Vereinskinder mit und ohne Beeinträchtigungen Ziele des Projekts: Integrative Maßnahme zum Thema Umweltschutz

Wer sich bewegt, bewegt etwas Vereinsprojekt des Monats: Musical des 1. VfL Fortuna Marzahn „Wer sich bewegt, kann etwas bewegen!“, dachte sich der 1. VfL Fortuna Marzahn gemeinsam mit der Marianne-BuggenhagenSchule für Körperbehinderte. Und unter diesem Motto entstand die Idee, ein SchuleVereinsMusical

gration von Kindern mit Beeinträchtigung sowie die Vernetzung von Sport – Behindertensport – Schule und Verein. Die Inspiration zu diesem Projekt entstand im letzten Jahr bei den gemeinsamen Proben und der Aufführung der vom Berliner Turn- und Freizeitsport-Bund organisierten Kinderturn-Show „Affen stark und Löwen schlau“ im November 2010. Schon im Dezember 2010 setzte sich das Übungsleiter-Team mit der Schulleitung der Marianne-Buggenhagen-Schule zusammen, um die Kooperation zwischen dem Verein und der Schule zu besiegeln. In der Planungsphase entstanden weitere kreative Ideen, um dem Musical und dem Thema Umweltschutz einen anErnst und konzentriert bei der Sache – so wurde das Musical ein Erfolg sprechenden Rahmen zu bieten: vor der Aufführung fand zu entwickeln und aufzuführen, das durch die somit ein gemeinsames Kinderfest mit GeKooperation starken integrativen Charakter schicklichkeits-Parcours und kreativen Statiohat und sich zusätzlich einem immens wichtinen statt. Es wurde ein ausgefüllter Tag, der gen Thema zuwendet: Umweltschutz. Am 27. damit begann, dass das gesamte Ensemble Juni 2011 war es so weit: Premierenfieber in (130 Kinder plus Helfer und Betreuer) in der der Turnhalle. Vereinsturnhalle in Berlin- Marzahn frühstückIn dem Schul-Vereins-Musical setzen sich Kinte. Dann fuhren alle gemeinsam nach Berlinder mit und ohne Beeinträchtigung gemeinBuch. Das Kinderfest wurde von dem Schulsam mit den Zuschauern für eine saubere leiter der Marianne- Buggenhagen-Schule erUmwelt ein. 230 Kinder führten eine liebevoll öffnet. Er hob stolz hervor, wie gewinnbrininszenierte Geschichte zum Thema „Umweltgend die Kooperation zwischen dem 1. VfL schutz“ in choreographisch verschiedenen BilFortuna Marzahn und der Körperbehinderten dern auf. Im Mittelpunkt steht die soziale InteSchule sei. Kinder mit und ohne Beeinträchti-

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Schüler der Marianne-BuggenhagenSchule für Körperbehinderte eroberten gemeinsam mit Kindern des 1. VfL Fortuna Marzahn die Bretter, die die Welt bedeuten. Fotos: Uta Müller

gung haben die Chance eines gemeinsamen Kennenlernens und Respektierens. Der Höhepunkt des Tages war am Nachmittag die Aufführung des im Team gestalteten Musicals. Im Sinne der Nachhaltigkeit des Projekts wurde ein Kooperationsvertrag unterzeichnet, der die Grundlage für eine Zusammenarbeit in den nächsten Jahren ist. Zusätzlich sollen zukünftig weitere Schulen durch neue Kooperationen mit dem Verein die Möglichkeit erhalten, das Thema Umweltschutz mit ihren Kindern in einem festgelegten Bild zu gestalten, um dann an dem Schul-Vereins-Musical 2012 mit zu wirken. Herausforderungen und Hürden des Projekts Nur durch ehrenamtliches Engagement konnte dieses Projekt durchgeführt werden. 20 Übungsleiter/innen arbeiteten sieben Monate in vielen zusätzlichen Stunden: Kostüme wurden erstellt, Requisiten gebaut, Musik zusammengestellt, zwei Proben und ein Trainingslager durchgeführt. Da kamen schnell mehr als 1.000 Helferstunden zusammen. Dafür ein großes Dankeschön an das VfL Team! Ansprechpartnerin: Nicole Greßner, Email: [email protected]; Tel. 030-566 97 651

Veranstaltungstipp Sport-Gesundheitspark Berlin 11. 9. 2011 „Sensomotorische Trainingstherapie” 16. - 18. 9. 2011 „Neurac 1” 24. 9. 2011 „Taiji Bailong Ball” 25. 9. 2011 „Osteoporose - Nachbetrachtung, Stand neueste Erkenntnisse” Ort: Forckenbeckstr. 20, 14199 Berlin, Harald-Mellerowicz- Sporthalle Anmeldung: [email protected] oder Tel. 897917-0

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sport in berlin

„Stadt – Hoch - Sprung” Die Collage soll ins Sportmuseum Mit der Collage „Stadt – Hoch – Sprung“ wagt der aus Berlin stammende Papierschneider Manfred Schlinge eine angesehene Sportart surreal zu überhöhen. Abweichungen vom Gewohnten und Realen sind geeignet Denkanstösse, aber auch Ablehnung auszulösen. Schlinges Collagen sind spontane Augenblicksideen, keine Ergebnisse intellektueller Überlegungen. Diese Collage (Werkverzeichnis 108) schuf Schlinge etliche Monate bevor die Veranstaltung „Berlin fliegt“ angekündigt wurde. Das Forum für Sportgeschichte, das bereits in 2010 die Collage „Sportwetten“ für das Sportmuseum Berlin erworben hatte, möchte auch dieses Werk alsbald nach Berlin ins Sportmuseum holen. Schlinge schreibt über sein Werk: „Jeder Sprung ist ein Flugversuch. Fliegen zu können - die Ursehnsucht der Menschheit. Menschen haben keine Flügel, daher ersinnen sie Techniken, Hilfsgeräte und Apparate, um ihrem Traum näher zu kommen. Der Stabhochsprung, der vom Sportler angespannten Trainingsfleiß und ungeheure Energien abverlangt, ist allerdings weniger ein Flugversuch als ein permanentes Ringen mit der überlegenden Schwerkraft. Höhenunterschiede von wenigen Millimetern, gepaart mit Sekundenbruchteilen des freien Fluges, entscheiden über Sieg oder Niederlage eines Wettkämpfers. Das zeigt: Der Stabhochsprung ist in seiner menschliche Höchstleistungen erfordernden Realität vom freien Flug noch Lichtjahre entfernt. Doch der Traum bleibt: Noch höher zu springen und noch länger zu fliegen. Nur in meiner Phantasie, die nicht an die Schwerkraft gebunden ist, schwingt sich ein Springer schwerelos in himmelsnahe Höhen, die Dächer der Stadt weit unter sich lassend. Der Stabhochspringer verwirklicht den Traum vom Fliegen und wird zum Stadthochspringer.“

Raus aus dem Stadion, rein in die City - so will die Leichtathletik mehr Zuschauer gewinnen. Zwölf Top-Athleten im Stabhoch- und Weitsprung aus USA, Frankreich und Deutschland „flogen” am 12. August durchs Brandenburger Tor. Foto: Engler

Plakat-Aktion mit Patrick Hausding Weltklasse-Wasserspringer macht mit bei „Foul von Rechtsaußen – Sport und Politik verein(t) für Toleranz, Respekt und Menschenwürde“ Fouls von Rechtsaußen grenzen Menschen aus, beleidigen und verletzen sie – seelisch ebenso wie körperlich. Und doch gibt es in unserer Gesellschaft diese Fouls von Rechtsaußen, gibt es Diskriminierungen und Attakken auf Menschen, nur weil sie anderer Herkunft sind, anders glauben, aussehen oder anders leben. Auch der Sport als Freizeitbeschäftigung Nr.1, insbesondere der organisierte Sport mit seinen 91.000 Vereinen und mehr als 27,5 Millionen Mitgliedern, ist davon betroffen. Rechtsextreme gründen nicht nur eigene Vereine oder organisieren Turniere und Sportfreizeiten, sie werden auch ehrenamtlich in Sportvereinen tätig und trainieren dort Kinder und Jugendliche. Damit das aufhört, müssen wir gemeinsam etwas tun, müssen wir schon vorbeugend agieren und bei Problemen sofort reagieren. Sport und Politik haben deshalb im Januar 2011 die gemeinsame Initiative „Foul von Rechtsaußen – Sport und Politik verein(t) für Toleranz, Respekt und Menschenwürde“ gestartet. Diese Initiative des DOSB, der dsj, des DFB, sowie der Bundesministerien des Innern (BMI) und für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) richtet sich vor allem an Sportvereine, denn dort ist rund die Hälfte aller 16- bis 25-Jährigen aktiv. Das macht die Vereine für Rechtsextremisten interessant. Es gibt aber auch den Sportvereinen die große

Chance, etwas gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung in unserer Gesellschaft zu tun. Sie können in ihrem öffentlichen Auftritt und in ihren Satzungen deutlich machen, dass sie keinerlei Diskriminierung und Ausgrenzung dulden. Durch engagierte Vereinsarbeit können sie Kindern und Jugendlichen vorleben und vermitteln, wie wichtig Respekt, Toleranz, Anerkennung und die Achtung der Menschenwürde sind. Die Initiative will hierzu ermutigen, will informieren und dazu beitragen, dass es flächendeckend Ansprechpartner und Unterstützungsangebote gibt, die dann auch genutzt werden. Gemeinsam können wir Zeichen setzen gegen Diskriminierung und für fairen Sport in einer fairen Gesellschaft. Namhafte Sportlerinnen und Sportler unterstützen die Initiative bereits in Spots und auf Plakaten: Dieser Ausgabe von „Sport in Berlin” liegt zum Beispiel ein Plakat mit dem Weltklasse-Wasserspringer Patrick Hausding bei. Wir hoffen auf noch viele Mitstreiter und freuen uns über Vereine oder Mannschaften, die sich mit „ihrem Spruch“ ebenfalls für ein Plakat zur Verfügung stellen wollen, das dann auch an der eigenen Pinnwand zeigt: „Wir sind gegen Fouls von Rechtsaußen und Diskriminierung“!! Interesse? Dann bitte eine kurze Mail an: [email protected]

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gesundheitssport

Unter dem Motto „Berlin komm(t) auf die Beine“ arbeiten LSB, Ärztekammer, Sportärztebund und Kassenärztliche Vereinigung in dem Netzwerk „Sport und Gesundheit“ zusammen. Über 1600 Ärzte beteiligen sich und verschreiben das „Rezept für Bewegung“. Sie schreiben auf, welche Art der Bewegung hilft, wenn es ziept und zwackt, empfehlen eine Sportgruppe mit ausgebildetem Trainer. „Sport in Berlin“ stellt GesundheitssportAngebote in Vereinen vor. Teil 38: Tanzen im Tanzclub Tanzbären Berlin, Kreuzberg

Tanz Dich fit ! Multi-Pille: Tanzen als Fit-, Spaß-, Kraft- und Konditionsmacher Von Klaus Weise „Tanzen stärkt das HerzKreislauf-System und den Rücken, kräftigt die Muskeln und schont die Gelenke. Es fördert die Ausdauer, Koordination, Konzentration und Balance. Das Lernen von Schrittkombinationen und Figurenfolgen schult außerdem

Trainer Sebastian Schedon demonstriert, wie's gemacht wird - ausnahmsweise auch mal mit männlichem Partner das Gedächtnis und hält geistig fit“, heißt es auf der Internetseite www.gesundheit.de. Außerdem sei Tanzen ein sehr geselliger Sport, der auch der Seele gut tue. All das bestätigt Thorsten von dem Borne, einst Turniertänzer und nun Tanzlehrer und Vereinsvorsitzender beim Kreuzberger Tanzclub Tanzbären Berlin e.V., der an die 100 Mitglieder hat. „Wir betreiben hier keinen Turniertanz, sondern ausschließlich Freizeitsport“, berichtet von dem Borne. Demzufolge gibt es auch keine Mannschaften. Jeder kommt nach eigenem Gusto zu den Kursen, die ihm genehm sind, sucht sich Standard/Latein, Tango, Modern Dance oder Hip Hop aus. In der Zehlendorfer Mühlenau-Grundschule bietet der Verein eine Sport-AG an, „was wegen der zunehmenden Koordinationsschwäche und des Übergewichts bei Kindern gut angenommen wird“, so der Tanzbären-Vorsitzende. An der

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Schule stellt man die stärkste AG. Dass in den Tanzbären-Kursen der direkte Leistungsgedanke wie beim Turniertanzen keine Rolle spielt, ist Absicht. „Hier zählt der Gesundheitsaspekt und Spaß“, sagt von dem Borne. So ist zum Beispiel ein Mann dabei, der vor Jahren einen Schlaganfall hatte und dem sein Arzt riet, es doch mal mit Tanzen zu versuchen. Peu á peu arbeitete er sich voran, tanzte sich quasi zurück ins Leben. „Nach drei, vier Jahren war er genauso gut wie die anderen, man merkte keinen Unterschied mehr. Ich hätte nie gedacht, dass es möglich ist, dass er noch einmal so harmonische Bewegungen macht und komplexe Vorgänge umsetzen kann.“ Für von dem Borne ist diese geistige Abforderung ein großer Vorzug des Tanzens. „Der Kopf arbeitet mit, man muss sich eine Vielzahl von Bewegungen merken und an die erlernten Schritte erinnern.“ Das hat z.B. positive Auswirkungen auf den Verlauf von Alzheimer- und Demenzerkrankungen, kann ihn verlangsamen. Ein Tanzbären-Paar mit entsprechenden Problemen, einstweilen jenseits der 80, ist seit 10, 12 Jahren bei den Kreuzbergern aktiv und nach wie vor mit großer Freude dabei. „Es tut gut, das zu sehen. Dann weiß man auch als Trainer, wofür man seine Freizeit investiert.“ Die Nachfrage nach Mitgliedschaft bei den Tanzbären ist gut. Das Problem seien aber die Männer. „Frauen wollen ja immer tanzen, aber die Männer hierher zu lotsen, ist oft eine Ochsentour. Sind sie dann erstmal da, dann bleiben sie aber meist auch.“ Astrid-Alice und Dirk Baganz, 69 und 67 Jahret, sind seit 17 Jahren Stammgast im Verein, trainieren dreimal in der Woche. „Als wir noch gearbeitet haben, konnte man mit dem Tanzen den Stress aus dem Büro abschütteln.“ TC Tanzbären Berlin e.V., Wassertorstraße 21 A, 10969 Berlin; www.tc-tanzbären-berlin.de

Experten-Tipp: Max-Ulrich Busch, mit Renate Hilgert Welt- und Europameister im Tanzen (1979-1982); gemeinsame Übernahme der Tanzschule Finck in Berlin); DTV-Trainer Eine Diät, die Spaß macht Was ist am Tanzen so gesund? Alle vier Teilbereiche im Sport werden trainiert: Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Koordination. Wichtig ist die Paarsportausführung. Die gemeinsame Motivation wird zur besonderen Triebfeder. Tanzen ist in jedem Lebensalter empfehlenswert. Wie intensiv ist die sportliche Leistung und körperliche Belastung beim Tanzen? Durch Auswahl der einzelnen Tänze und Variation der Taktgeschwindigkeit lässt sich das Training optimal nach den Kriterien der Herzfrequenz steuern. Ein Quickstep mit 48 Takten/min oder ein Jive mit 38 Takten/min kann über 2 Minuten bei 70 – 80% der Maximal-Herzfrequenz (HFmax) getanzt werden. Damit befindet sich der Sportler genau in dem gewünschten Bereich des Grundlagen- bzw. fitnessbezogenen Ausdauertrainings. Stärkt Tanzen auch die Muskulatur? Tanzen ist ideal zur Kräftigung der Rumpfmuskulatur. Die „Powerbox“ Rücken- und Bauchdeckenmuskulatur unterstützt unsere Wirbelsäule in ihrer Trage- und Stützfunktion. Durch die vielen feinkoordinativen Bewegungen wird die Tiefenmuskulatur angeregt. Arm- und Beinmuskulatur erfahren kräftigenden und koordinationsfördernden Muskelzuwachs. Auch weitere Muskelgruppen und Gelenke profitieren vom Tanzen. Und die „seelische“ Komponente? Das Zentrale Nervensystem wird durch die Schrittkombinationen besonders gut trainiert. Das Zusammenspiel von Musik und Bewegung führt zum Stress-Abbau: Die Konzentration des Stresshormons Cortisol nimmt ab. Tanzen macht Spaß, Diäten meist nicht – ist es damit nicht ideal zum Abnehmen? Eine Stunde Tanzen verbrennt 320 kcal und ist damit vergleichbar mit einer Stunde Brustschwimmen (300 Kcal).

aktuelle nachrichten aus dem kinder- und jugendsport september 2011

Berliner Sportsommer 2011 Sport geht immer – egal bei welchem Wetter!

icher: die eine oder andere Sportart macht mehr Spaß, wenn die Sonne scheint und es warm ist. Trotzdem ließen sich viele Kinder und Jugendliche auch in diesem Jahr die Freude am Sport nicht durch das durchwachsene Wetter nehmen! Auch wenn in vielen Vereinen der Trainingsund Wettkampfbetrieb über den Sommer ruht, boten sie in Zusammenarbeit mit der Sportjugend Berlin den Berliner Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit auf sportlich aktive Ferien! Wir haben in dieser Ausgabe wieder einmal die Sommer-Aktivitäten unserer Vereine, Verbände und Projekte gesammelt, die Kinder und Jugendliche immer wieder erfolgreich dazu anhalten, ein sportlich-aktives Leben zu führen. Hier ein Überblick, wie die schönste Zeit des Jahres verbracht werden konnte.

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terschiedliche Sportarten hineinschnuppern. Für die Vereine ergibt sich daraus nach den Ferien vielleicht die ein oder andere neue Mitgliedschaft.

Als Nachrückermannschaft konnten die Mädchen der Heinrich-Seidel-Grundschule am Ende doch noch siegreich aus dem Turnier hervorgehen Foto: IdS (Corinna Schnee) gration durch Sport“ eingeladen. Dort gewannen sie mit einer eindrucksvollen Teamleistung alle Spiele einschließlich des Finales. Ein besonderer Höhepunkt des Fußballturniers KICKTRÄUME 2011 war der Besuch der Frauen-Fußball-Legende Steffi Jones Foto: Ditte Kotzian

Beim VfB Hermsdorf konnten sich Kinder und Jugendliche in den Sommerferien bei Ballspielen austoben Foto: VfB Hermsdorf

Besuch im SJC Prenzlauer Berg: Steffi Jones, OK-Vorsitzende der Frauen-Fußball-WM 2011 in Deutschland, inmitten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer von KICKTRÄUME 2011. An dem Fußball-Bildungsprojekt, das anlässlich der WM vom DFB unterstützt wurde, nahmen 16 fünfte und sechste Grundschulklassen aus ganz Berlin teil. Sie beschäftigten sich zunächst mit landeskundlichen Themen der WM-Teilnehmerländer und spielten zum Abschluss das Turnier. Das Finale am 27. Juni gewann allerdings Schweden gegen Kanada, Japan wurde Dritter.

An der Feriensport-Aktion der Sportjugend Berlin beteiligten sich wieder Sportvereine und –verbände aus ganz Berlin. Kinder und Jugendliche konnten dank des umfangreichen Angebots ihre Ferienzeit sportlich aktiv gestalten und gleichzeitig unverbindlich in un-

Verdiente Sensation? Wie das zusammen passt, bewiesen die Mädchen der HeinrichSeidel-Grundschule (grün-schwarze Trikots): Als Dritte beim ersten Vorrunden-Turnier waren sie als Nachrückerinnen zur Finalrunde des Mädchen-Soccer-Cups des Projekts „Inte-

Zum Streetballturnier School-Finals-Berlin traten ca. 150 Mannschaften in fünf Altersklassen gegeneinander an Foto: Jürgen Engler Optimale Bedingungen am Finaltag der 18. School-Finals-Berlin im Streetball: sowohl Wetter als auch Organisation des Turniers durch Mathias Ramsauer und das StreetballTeam der GSJ erlaubten hochklassige Begegnungen und garantierten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern viel Spaß. Rund 150 Mannschaften spielten in 5 Altersklassen um die beliebten Trophäen, ein Champion-T-Shirt sowie ein kleines Bild des Mauerkünstlers Thierry Noir.

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dsj-Jugendevent 2011 23. – 26. Juni 2011 in Burghausen/Bayern

Die Teilnehmer des diesjährigen dsj-Jugendevent 2011 in Burghausen

60 junge Menschen aus Berlin nahmen am diesjährigen Jugendevent der Deutschen Sportjugend (dsj) in Burghausen teil. In offener und freundlicher Atmosphäre probierten die Teilnehmer auf der Eventmeile im bayerischen Burghausen neue Sportarten aus und nahmen an unterschiedlichsten Workshops teil. Selbst das schlechte Wetter konnte die gute Laune nicht trüben.

Sommerferien in Spanien und Südfrankreich mit „Sonnengarantie“ Die größte Chance auf sonnige Sommerferien hatten diejenigen, die sich für eine Sportjugend-Reise nach Spanien oder Südfrankreich entschieden hatten. Aber auch alle anderen Reiseteilnehmerinnen und -teilnehmer hatten viel Spaß bei erlebnisreichen Aktiv-Urlauben an der Küste, an Badeseen, auf dem Reiterhof oder bei einer der KinderkurzzeitReisen für die Jüngsten ab 6 Jahren.

„Schule und Verein“ Claudia Zinke bewilligt zusätzliche Mittel für Kooperationsprogramm Fanprojekt Berlin Baubeginn des neuen Lern- und Begegnungszentrums das Bewilligungsverfahren festlegen. Das nahmen der Landessportbund und die Sportjugend zum Anlass, in einem an die zuständige Staatssekretärin in der Senatsverwaltung Bildung, Wissenschaft und Forschung gerichteten Schreiben auf die belastende Situation aufmerksam zu machen und um entsprechende Unterstützung zu bitten. Nachdem Staatssekretärin Zinke das Anliegen wohlwollend geprüft hat, stellt sie nun in diesem Jahr für das Kooperationsprogramm zusätzlich 15.000 EUR bereit.

Für das Jahr 2011 lagen der Sportjugend Berlin fast 800 Anträge für das Kooperationsprogramm „Schule und Verein“ vor – so viele wie noch nie. Da die bereitgestellte Zuwendungssumme für die Sportvereine und -verbände nicht allen Anträgen gerecht werden konnte, musste der Vorstand der Sportjugend im Frühjahr 2011 einschränkende Regularien für

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Das Förderprogramm ‚Kooperation zwischen Schule und Sportverein/ -verband“ hat sich in den vergangenen Jahren außerordentlich erfolgreich weiterentwickelt: Es entstanden nachhaltige Kooperationsvereinbarungen zwischen 210 Sportorganisationen und 330 Schulen. Pro Schuljahr werden rund 750 außerunterrichtliche und regelmäßige Sportangebote an den Schulen gefördert, die von rund 450 qualifizierten Übungsleiterinnen und Übungsleitern angeleitet und pädagogisch betreut werden. Sylvia Tromsdorf

Nachdem ein Brand im Jahr 2007 das alte Fanhaus im Sportforum Hohenschönhausen zerstört hatte, konnte nun auf dem Gelände des Jahn-Sportparks mit dem Bau eines neuen Pavillons, dem „Haus der Fußballkulturen“, begonnen werden. Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung soll so noch im Jahr 2011 eine neue Anlaufstelle für die Arbeit des Fanprojekts der Sportjugend geschaffen werden. Die Finanzierung des Pavillons aus Holz erfolgt aus dem Vermögen der ehemaligen Parteien und Massenorganisationen der DDR (PMO-Mittel). Diese Mittel stehen dem Land Berlin für den Einsatz mit der Zweckbindung „für gemeinnützige Zwecke, insbesondere für investive und investitionsfördernde Maßnahmen der öffentlichen Hand für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Zwecke im Beitrittsgebiet“ zur Verfügung.

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junge sportler mit zukunft Nachwuchsleistungssportler und junge Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren im Porträt.

Ornella Wahner (Berliner TSC) Eine Fernsehübertragung vom Kickboxen motivierte Ornella Wahner als 12-Jährige zu einem Probetraining im Verein. Schnell fand sie aber noch mehr Gefallen am klassischen Boxen: „Mir gefällt die Härte. Man kann sich richtig auspowern und alle Körperteile beanspruchen - auch den Kopf!“ Nach nur einem Jahr verließ die gebürtige Dresdnerin für den Sport sogar ihre Heimatstadt und zog 2006 nach Berlin. „Wenn ich etwas mache, dann will ich es auch richtig machen. Das Training in Dresden hat mich nicht mehr weiter gebracht“, sagt sie. Als sich das nun tägliche Trainieren nur noch schwer mit dem Lernen kombinieren ließ, wechselte Ornella vor zwei Jahren auf die mittlerweile in das Schul- und Leistungssportzentrum Berlin integrierte WernerSeelenbinder-Schule. Nach dem Abitur plant

sie ein Studium der Politikwissenschaft. Auf richtige Titelwettkämpfe musste die Blondine lange warten. Erst im letzten Jahr war sie alt genug, um bei der deutschen Jugend-Meisterschaft starten zu dürfen. Ihrem Titelgewinn folgte Rang zwei bei der Europameisterschaft. Bei ihrem ersten verlorenen Kampf überhaupt standen nach vier Runden 0:2 Treffer auf den Zetteln der Punktrichter. Gegen ihre englische Finalgegnerin gelang bei der diesjährigen WM eine eindrucksvolle Revanche: Ornella siegte deutlich mit 16:9 und holte erstmals einen weiblichen AmateurWeltmeistertitel nach Deutschland. Dass das Frauen-Boxen im kommenden Jahr seine olympische Premiere feiert, ist für die 18-Jährige vom Berliner TSC zusätzlicher Ansporn: „Die Olympia-Teilnahme ist der Traum eines jeden Leistungssportlers. Aber dafür muss man etwas kleiner anfangen.“ So will sich Ornella in diesem Sommer bei ihren ersten nationalen Frauen-Titelkämpfen behaupten und dort möglichst das Ticket für die nächste WM ergattern. Martin Scholz

Maximilian Beyer (SC Berlin)

Jugendferienpark Ahlbeck Seitenhaus nach Sanierung bezugsfertig

Nach zweimonatigen Umbau- und Sanierungsarbeiten ist nun Haus Ella im Jugendferienpark Ahlbeck bezugsfertig. Im Seitenhaus

des in den Jahren 1912/13 durch eine Stiftung Kaiser Wilhelm II fertig gestellten denkmalgeschützten Ensembles befinden sich insgesamt 22 Betten, aufgeteilt auf sieben 2-4Bett-Komfortzimmer. Jedes der Zimmer hat einen eigenen Sanitärbereich mit Waschbekken, Dusche und WC. Neben dem Haupthaus mit 32 Betten in 12 Zimmern und den beiden Bettenhäusern Jenny und Luise mit 39 bzw. 42 Betten bietet

Als im Velodrom die letzte Runde eingeläutet wurde, war Maximilian Beyer nicht mehr ganz vorne mit dabei. Doch auch die unmittelbaren Konkurrenten machten keine entscheidenden Zähler mehr gut, so dass der in zuvor 69 Runden erarbeitete Vorsprung ausreichte: Der Lokalmatador vom SC Berlin sicherte sich Anfang Juli den deutschen Meistertitel im Punktefahren der Alterklasse U19. Zwei Tage zuvor hatte er bereits die Silber-Medaille in der Einerverfolgung errungen. Die Startberechtigung für den eigentlichen Saisonhöhepunkt, die Weltmeisterschaft in Moskau, verdiente sich der Hohenschönhausener allerdings schon im Vorjahr. Dort durfte er nach zwei zweiten Plätzen auf nationaler Ebene sein WM-Debüt geben und gewann Bronze in der Mannschaftsverfolgung. Mit der Berufung in den Bundeskader ging auch die endgültige Festlegung auf den Bahnradsport einher. „Früher war ich auch auf der Straße gut, aber dann hat es sich immer mehr in Richtung Bahn entwickelt. Da war ich erfolgreicher“, sagt der 17-Jährige, der auf der Straße vor zwei Jahren immerhin noch deutscher Jugend-Meister im Mannschaftszeitfahren war. Im Training ist dem angehenden Groß- und Außenhandelskaufmann der Asphalt aber auch weiterhin vertraut: Da nur wenige Hallenzeiten zur Verfügung stehen, spult er täglich rund 100 Kilometer im Freien ab. Hinzu kommen im Winter Krafttraining und gelegentliches Fußballspielen. Für die kommende Saison hat sich Max, der mit sechs Jahren als Zuschauer bei der Tour de Berlin vom Radsport-Fieber gepackt wurde, den Sprung in das U23-Nationalteam zum Ziel gesetzt. Martin Scholz nun ein weiterer Teil des Jugendferienparks in attraktiver Lage direkt hinter der Strandpromenade ideale Bedingungen für Jugendreisen, Mannschaftsfahrten, Trainingslager, Klassen- oder Kitareisen sowie zu Seminarzwekken. Die Zimmer können ab sofort gebucht werden bei der Leiterin des Jugendferienparks, Frau Birgit Stachow, Tel.: 038378 / 357 – 0, Fax: 038378 / 357 – 77, Email: [email protected] Jugendferienpark Ahlbeck, Dünenstr. 02, 17419 Seebad Heringsdorf / OT Ahlbeck Silke Lauriac

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sportjugend berlin

bildet euch! Seminare und Lehrgänge der Bildungsstätte der Sportjugend September 2011

F-24 Eins, zwei, drei… und schon dabei – Lied, Spiel und Bewegung für die Kleinen Referent: Robert Metcalf Teilnehmerkreis: Mitarbeiter/-innen aus Sportvereinen, die mit Gruppen im Kita- und Grundschulalter arbeiten bzw. arbeiten wollen, Mitarbeiter/-innen aus Kitas und Grundschulen Teilnahmebeitrag: Euro 18,00 Termin: Mo., 26.09. 2011, 9.00 Uhr bis 16.00 Uhr (8 LE) F-27 Finanzierung der Jugendarbeit im Sportverein Referent: Ronald Friedemann Teilnehmerkreis: Jugend- und Übungsleiter/innen, interessierte Multiplikatoren aus Vereins- und Verbandsjugendabteilungen des Berliner Sports Teilnehmerbeitrag: Euro 18,00 Termin: Die., 25.10. 2011, 18.00 Uhr bis 21.00 Uhr (4 LE)

schule des Landessportbundes Berlin. 2. Aufbaulehrgang (70 LE) zum Erwerb der C-Lizenz Breitensport (sportartübergreifend) für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche bei der Sportjugend Berlin. Teilnahmevoraussetzungen: Mindestalter 17 Jahre, Sporttauglichkeit (Einschränkungen möglich), Mitgliedschaft in einem Berliner/Brandenburger Sportverein, Nachweis über einen ÜL-Basislehrgang der LSB Sportschule (kann nachgereicht werden), Nachweis eines Erste-Hilfe-Kurses (über 16 LE, maximal 2 Jahre zurückliegend) Aufgaben auf dem Weg zur DOSB-Lizenz: - Erfolgreiche Absolvierung eines Basislehrgangs bei der Sportschule über 59 LE - Regelmäßige u. aktive Teilnahme an den Lehrveranstaltungen - Durchführung einer Hospitation in der Freizeitsportpraxis und Anfertigung eines Protokolls - Theoretische Vorbereitung u. praktische Durchführung einer Lehrprobe - Vergabe der Lizenz ist bei Vollendung des 18. Lebensjahres möglich Teilnahmebeitrag: Euro162,00 (zzgl. Euro 10,00 für Exkursionen) Termine: Mi., 14.09.2011, 18.30 Uhr bis 21.30 Uhr (Einführungsveranstaltung) Sa., 17.09.2011, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr So., 18.09.2011, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr Sa., 22.10.2011, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr So., 23.10.2011, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr Sa., 29.10.2011, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr So., 30.10.2011, 9.30 Uhr bis 16.30 Uhr Sa., 12.11.2011, 9.30 Uhr bis So., 13.11.2011, 17.30 Uhr (mit Übernachtung) Sa., 26.11.2011, 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr (Prüfungstag) (70 LE)

Seminarinformationen bzw. schriftliche Anmeldungen über: Bildungsstätte der Sportjugend, Hanns-BraunStr., Haus 27; 14053 Berlin; Fon 030 / 300071 -3 Fax 030 / 300071 59 A-06 Übungsleiterausbildung DOSB C-Lizenz Breitensport (sportartübergreifend) für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche Die Ausbildung ist in zwei Abschnitten organisiert: 1. Basislehrgang (59 LE) in der Sport-

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir im Text auf die durchgängige Verwendung weiblicher und männlicher Sprachformen verzichtet. Selbstverständlich sind immer beide Geschlechter gemeint.

Kooperationsvertrag unterzeichnet Die Sportjugend Berlin und die GSJ – Gesellschaft für Sport und Jugendsozialarbeit gGmbH haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Der Kooperationsvertrag regelt die Zusammenarbeit auf dem Feld der sportorientierten Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit der beiden Träger. Im Jahr 1994 initiierte die Sportjugend Berlin den Verein für Sport und Jugendsozialarbeit, der sich aus Mitteln des Programms „Jugend mit Zukunft – gegen Gewalt“ finanzierte. Seitdem arbeiten die Einrichtungen und Projekte des VSJ und der GSJ mit benachteiligten jungen Menschen und nutzen die integrierende Funktion des Sports. Ferner versuchen sie, die Jugendlichen in den organisierten Vereinssport zu integrieren. Wichtig ist dabei immer die enge Zusammenarbeit mit Sportvereinen im Kiez. Alkoholfrei Sport genießen – Kampagne der BZgA und des DOSB

Mit einer gemeinsamen Kampagne wollen die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) den verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol anregen. Sportvereine werden aufgerufen, ein alkoholfreies Wochenende zu veranstalten und Aktivitäten wie Wettkämpfe, Turniere, Vereinsfeste o.ä. unter das Motto „Alkoholfrei Sport genießen!“ zu stellen. Die BZgA unterstützt alle teilnehmenden Vereine ab 1.9.2011 mit einer kostenlosen Aktionsbox. Darin enthalten sind ein Banner, T-Shirts, Infobroschüren sowie Rezepthefte, Becher und ein Shaker zur Zubereitung von alkoholfreien Cocktails. Bestellt werden kann die Aktionsbox von den betreffenden Sportvereinen online unter www.alkoholfrei-sportgeniessen.de

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bildung

Fortbildung an der LSB-Sportschule: Noch freie Plätze im Jahr 2011 (Bitte an Lizenzverlängerung denken!) FB 11087 Laufen und Walken nach Ayurveda Zeit: 17./18.09.11; Gebühr: 40 Euro 10 Lerneinheiten FB 11068 Wie man mit Teilnehmern im Gesundheitssport umgeht Zeit: 22.10.11; Gebühr: 20 Euro 5 Lerneinheiten FB 11055 Spiele spielend lernen - Kooperation mit dem HVB Zeit: 18./19.11.11; Gebühr: 40 Euro 10 Lerneinheiten Über weitere Fortbildungsmöglichkeiten informiert das Bildungsprogramm 2011 der LSB-Sportschule. Anmeldung unter: Tel. 78 77 24 - 15 oder - 12 oder [email protected] oder [email protected] Herbst-Höhepunkt: Thementage am 26./27. November (ein Wochenende zur Verlängerung der Übungsleiter-Lizenz, Gebühr: 55 Euro ) FB 11102 (7 LE) Miteinander reden können FB 11103 (8 LE) Gelassenheit in bewegten Zeiten FB 11109 Showtanz Showtanz vereint Elemente aus unterschiedlichen Tanzstilen. Neben technischen Grundlagen wird mit Übungen aus dem Schauspiel an der Selbstdarstellung gearbeitet. Kursleitung: Gilda Heidemeyer Termin: 23.9.2011; 17 Uhr – 22 Uhr; 24.9.2011, 9 Uhr -17 Uhr Der Preis von 150 Euro beinhaltet kleine Pausenverpflegung mit Getränken und Vitaminen. Jeder Teilnehmer erhält ein Abschlusszertifikat über 15 Lerneinheiten. Anmeldung: Anett Haase, Tel. 787 724 17 oder [email protected] Ort: LSB-Sportschule, Priesterweg 4, 10829 Berlin LSB-Sportschule sucht Mitarbeiter Die LSB-Sportschule sucht Mitarbeiter/in auf Basis geringfügiger Beschäftigung (mit Führerschein). Bewerbung: LSB-Sportschule, Priesterweg 4 - 6 B, 10820 Berlin

Altbewährtes und viel, viel Neues LSB-Sportschule arbeitet am Programm für 2012 Trainer im Sportverein, ob mit oder ohne Lizenz, stehen heute vor vielen Herausforderungen und wünschen sich deshalb vielfältige Unterstützung durch geeignete Bildungsangebote. Für das nächste Jahr hat sich das Team der LSB-Sportschule besonders viel vorgenommen, um den Erwartungen gerecht zu werden. Ein kurzer Blick vorab hinter die Kulissen von 2012: Altbewährt ist der Weg zu einer Trainer Lizenz. Sollte es eine Gesundheitssport-Lizenz sein, bot die Sportschule bisher im eignen Haus Cund B-Trainer-Abschlüsse an. Neu ist ab 2012 der Erwerb des A-Trainer-Abschlusses in der Prävention. Neu ist auch der Weg dorthin.

DOSB - Prävention C-, B-, A-Lizenz Zertifikate Fortbildung

Bildungswege im vereinten Sport Das Team der LSB-Sportschule entwickelt für die C- und B-Trainer im Gesundheitssport ein so genanntes Baukastensystem. Die notwendigen Seminarinhalte und Ziele – entsprechend der Vorkenntnisse – sowie persönlichen, vor allem zeitlichen Ressourcen werden mit jedem Teilnehmer besprochen. Ein individueller Ausbildungsplan wird erstellt. Beim neuen A-Trainer-Abschluss wählt der Teilnehmer aus mehreren Zertifikats-Lehrgängen drei Themen aus. Die Möglichkeit, sich über Zertifikats-Lehrgänge weiterzubilden, steht jedem Vereinsmitglied offen. Das ist übrigens auch neu. Junge oder langjährige Trainer ohne Lizenz

können ab 2012 neue, kurze Veranstaltungen als persönliche Fortbildung ohne großen Aufwand besuchen. Langjährige Lizenzinhaber, die schon oft Seminare an der LSB-Sportschule besucht haben, werden auf neue Formen in der Fortbildung treffen: „summerschool“, „vor Ort im Verein“, „Themenwochen“. Alle Seminarteilnehmer können ab dem nächsten Jahr neue Servicemöglichkeiten in Anspruch nehmen. Weitere Informationen sind telefonisch zu erfragen (Tel. 78 77 24 16) und stehen im LSBBildungsprogramm, das im Dezember 2011 veröffentlicht wird.

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finanzen

Was tun im Schadenfall? Neuer Rahmenvertrag zum Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz Von Philipp Schneckmann Zum 1. 7. 2011 hat der Landessportbund Berlin einen neuen Rahmenvertrag zum Haftpflicht- und Unfallversicherungsschutz (siehe „Sport in Berlin” 7,8/11, S. 22) mit der Feuersozietät abgeschlossen. In der Unfallversicherung ist der Schaden versichert, den ich selbst bei der aktiven Sportausübung oder einer satzungsgemäßen Tätigkeit erleide. Was ist in einem solchen Fall zu beachten? Innerhalb von vier Tagen muss ein Arzt aufgesucht sein, der die Erstdiagnose/-behandlung vornimmt. Nur so kann spä-

zungsgemäßen Tätigkeit passiert ist. Die Unfallschadenanzeige ist dann direkt an Paetau Sports (Alexanderstraße 5, 10178 Berlin) zu senden und sollte dort nach 14 Tagen vorliegen. Das Deckblatt der neuen Schadenanzeigen ist für den Verbleib beim Verunfallten gedacht und enthält wichtige Informationen über den Leistungsinhalt des Versicherungsschutzes sowie Informationen über das weitere Vorgehen. Die Feuersozietät bestätigt dem Verunfallten den Eingang der Meldung, erteilt eine Schadennummer und weist ebenfalls auf das weitere Vorgehen in den speziellen Fällen hin. In der Haftpflichtversicherung sind Schäden Die neuen Schadenanzeigen finden Sie gegenüber Dritten versichert. Sobald schriftim Internet auf den Serviceseiten des LSB lich Ansprüche durch Dritte (z.B. Sportamt, oder auf der Homepage von Paetau Zuschauer, usw.) gegen Sie als Verein oder Sports, dem Versicherungsmakler des z.B. Ihren Übungsleiter gestellt werden, ist LSB unter www.thv-gruppe. de und dort umgehend durch den Verein die neue Schabei den Downloads. denanzeige vollständig auszufüllen. Dieser fügen Sie das Anspruchsschreiben mit allen vorliegenden Anlagen, wie Rechnungen, anter gewährleistet werden, dass die mögliche waltliche Schreiben bei und senden Sie diese Invaliditätsleistung auch dem Unfall zuzuorddirekt an Paetau Sports. Alles Weitere liegt nen ist. Die häufige Vermutung „es wird dann bei der Feuersozietät als Ihr Versicherer. schon nicht so schlimm sein“ oder „das heilt Bitte setzen Sie sich nicht persönlich mit dem schon von alleine“ kann somit schnell zu eiAnspruchsteller auseinander, leisten Sie keine ner Leistungsfreiheit für den Versicherer fühSchuldanerkenntnisse oder wohlmöglich Zahren. Zusätzlich ist die neue Schadenanzeige lungen und beauftragen Sie auch keinen Anvollständig auszufüllen und sowohl von dem walt. Dies gehört alles zu den Aufgaben des verunfallten Mitglied, als auch von einem Versicherers. Das Deckblatt verbleibt bei IhSportwart, Vorstandsmitglied oder dem Abteinen und enthält eine Menge wichtiger Inforlungsleiter zu unterschreiben. Letztere bestämationen für Sie. Der Versicherer prüft die Betigen die Mitgliedschaft im Verein und die Tatrechtigung des Anspruches. sache, dass der Unfall auch bei einer satSind Sie Schuld an dem entstandenen Schaden, so wird der Versicherer für den berechtigten Anspruch leisten. Trifft Sie keine Schuld, so 3FDIUTBOXBMU4UFVFSCFSBUFS wird der Versicherer die8JSUTDIBGUTQSGFS sen unberechtigten An7FSFJOTVOE7FSCBOETCFSBUVOH spruch, möglicher Weise "OFSLFOOVOHVOE4JDIFSVOHEFS(FNFJOOU[JHLFJU auch vor Gericht, ableh,POUSPMMFEFSQFSTzOMJDIFO)BGUVOHTSJTJLFO nen. Die Kosten hierfür "VTTDIzQGVOHTUFVFSMJDICFHOTUJHUFS )BOEMVOHTNzHMJDILFJUFO trägt Ihr Versicherer. Bei'JOBO[VOE-PIOCVDIIBMUVOHTPXJF+BISFTBCTDIMTTF de Szenarien gehören 4BU[VOHTVOE7FSUSBHTHFTUBMUVOH zum Versicherungs,BSM.BSY"MMFF"#FSMJO'SJFESJDITIBJO schutz einer Haftpflicht5FMFGPO 5FMFGBY   NBJM!EJFUFSJDIDPNXXXEJFUFSJDIDPN versicherung.

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Vertragsunterzeichnung: (v.r.) LSB-Vizepräsident Wolf-Dieter-Wolf, Michael Wunsch, Michael Möhr, beide Geschäftsführer Paetau Sports, OSP-Leiter Harry Bähr und TOP Sport Geschäftsführer Martin Seeber Paetau Sports: Partner von LSB und OSP Nach mehreren Jahrzehnten erfolgreicher Zusammenarbeit ist Paetau Sports nun auch „auf dem Papier“ offizieller Versicherungspartner von LSB und OSP. Gemeinsam wird nicht nur der organisierte Sport gegen Haftpflicht- und Unfallschäden abgesichert, sondern auch an Versicherungskonzepten für den Sports in Berlin gearbeitet. Michael Wunsch und Michael Möhr: „Wir freuen uns, dass wir unser Engagement bündeln können und Vereine sowie Top-Athleten von der Partnerschaft profitieren.“ So unterstützt Paetau Sports bspw. die Angebote der LSB-Sportschule oder fördert Wasserspringerin Maria Kurjo, Kandidatin für Olympia 2012. Paetau Sports Versicherungsmakler GmbH; Alexanderstrasse 5; 10178 Berlin; T: 23 81 00 - 0; F: 23 81 00 - 12 [email protected]; www.thvgruppe.de Nächste LSB-Schatzmeistertagung: 23. September 2011 Die nächste LSB-Tagung für die Finanzverantwortlichen der LSB-Mitgliedsverbände und Großvereine findet am Freitag, den 23. September 2011, statt. Beginn: 16.30 Uhr Ort: LSB Berlin, Haus des Sports, JesseOwens-Allee 2, 14053 Berlin Finanzgericht-Urteil: Verluste aus Übungsleitertätigkeit Verluste, die bei Ausübung einer Übungsleitertätigkeit entstehen, sind auch dann anzuerkennen, wenn die Einnahmen den steuerfreien Betrag nicht übersteigen (FG Rheinland-Pfalz, Urteil vom 25.5.2011 - 2 K 1996/10). Quelle: Pressemitteilung des Finanzgerichtes Rheinland-Pfalz vom 12. 7. 2011

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vereinsberater

Sponsoring - richtig gemacht Wie Vereine kleine und mittlere Unternehmen erfolgreich ansprechen Von Heidolf Baumann Viele Vereine verschikken so genannte „Bitt- oder Bettelbriefe” an potentielle Sponsoren – also kleine und mittlere Unternehmen. Meistens kommen aber nicht einmal die Portokosten wieder rein. Die Ursachen für solche Misserfolge liegen meist schon im Brief selbst. Kurz und gut Der Brief selbst sollte nicht länger als eine Seite sein. Zusätzliche Projekt- und Vereinsinformationen können Sie als Flyer oder auf einem gesonderten Blatt beifügen. Neugier schon vor dem Öffnen Gerade bei kleineren Betrieben wird die Post oft vom Chef persönlich geöffnet. Da er der Entscheider über Ihre Anfrage ist, sollten Sie seine Neugier schon auf dem Umschlag erzeugen. Nehmen wir an, ein Sportverein will ein Kindersportfest durchführen. Dann sollte man schon auf dem Umschlag „eine Brücke bauen”. „Sie haben doch sicher auch gern Sport getrieben.” Persönlich Das Schreiben sollte so persönlich wie möglich abgefasst werden. Dazu gehört, dass schon auf dem Umschlag nicht nur der Name des Vereins sondern auch eine konkrete Person genannt wird. Die hier genannte Person unterschreibt den Brief. Unter der Unterschrift steht der Name des Unterzeichners und seine Funktion im Verein. Schreiben Sie auch nicht anonym an die Firma XYZ sondern an eine konkrete Person („Herr Prokurist Moritz Mustermann").

Direkt Sprechen Sie den Empfänger direkt an. Bauen Sie Fragen ein, mit denen Sie den Angesprochenen einbeziehen. Will der Verein besagtes Sportfest durchführen, könnte man fragen „Erinnern Sie sich noch, wie Sie zum ersten Mal die 60m gelaufen sind?" Konkret Schreiben Sie nur über konkrete Projekte: „Dann wird es Sie freuen, dass wir für das Sportfest zwei erfolgreiche Sportler als Gäste und Gesprächspartner gewonnen haben." Aufforderung zur Tat Fordern Sie nun den Sponsor zur Tat auf.: „Mit nur 100 Euro finanzieren Sie bereits die Urkunden für die erfolgreichen Kinder oder einen Teil des Preises für die Hüpfburg, die wir für das Kinderprogramm bestellt haben.". Emotionen wecken Menschen lassen sich gut über Emotionen ansprechen. Sätze wie „leuchtende Kinderaugen werden es Ihnen danken" sind erlaubt. Gegenleistung verdeutlichen Sponsoren sind keine Spender. Bei aller Bereitschaft, Ihre Sache zu unterstützen, erwartet er auch eine Gegenleistung. Diese sollte im Brief klar angesprochen werden: „Je nach Höhe Ihrer finanziellen Beteiligung können wir Ihnen Werbemöglichkeiten auf den Handzetteln und Plakaten zu dieser Veranstaltungsreihe anbieten." Wenn Sie die Gegenleistung anbieten, bedenken Sie, was Ihrem potenziellen Sponsor den größten Nutzen bringt. [email protected]

Nach Vertragsunterzeichnung: LSB-Direktor Norbert Skowronek, LSB-Präsident Klaus Böger, Dr. Klaus Rinke, Geschäftsführer der HDI Direkt Versicherung AG, Jan-Derk Schroer, HDI-Vertriebsbeauftragter (v.l.) Foto: Engler LSB und HDI Direkt Versicherung: Kooperation wird fortgesetzt Gute Nachricht für Ehrenamtliche: Der LSB und die HDI Direkt Versicherung AG setzen ihre Zusammenarbeit fort. Der Partnerschaftsvertrag von 2002 wurde bis 2016 verlängert. Damit wird allen im Sport ehrenamtlich Tätigen ein umfassender und preisgünstiger Versicherungsschutz angeboten. Die HDI unterstützt darüber hinaus auch weiterhin die LSBAuszeichnung „Ehrenamtliche des Jahres” und stiftet für die Plätze 1 bis 6 attraktive Reisegutscheine in Höhe von insgesamt 6000 Euro. Außerdem übernimmt die HDI die Finanzierung der einmal im Jahr organisierten feierlichen Verleihung der LSB-Ehrennadeln und -plaketten.

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LSB zeichnet Reisepartner aus AWO „Reisen mit Herz“ bietet Bus-, Kur- und Aktivreisen für Vereine Seit elf Jahren bietet der AWO Reisedienst „Reisen mit Herz“ in Zusammenarbeit mit dem LSB Sportreisen an. Ende Juni 2011 verlieh der LSB nun das Prädikat „Offizieller Reisepartner“ an den AWO Reisedienst für die gute und langjährige Zusammenarbeit, die zukünftig weiter ausgebaut werden soll. „Insbe-

Übergabe der Partnerplakette: (v.l.) LSB-Finanzreferent Jens Krüger, AWO-Leiterin Dorit Klinke, TOP Sport-Geschäftsführer Martin Seeber

Olympiastadion präsentiert sich neu Besucherzentrum eröffnet Ein neues Besucherzentrum am Olympiastadion ist eröffnet worden und ist nun zentrale Anlaufstelle für Gäste und Touristen aus aller Welt, die von hier aus auch mit Führungen alle Highlights des Gesamtgeländes besichtigen können: das Stadion, den Glockenturm und den Olympiapark mit diversen Sportstätten und Einrichtungen. Erlebnistag „Wandern” am 16. Oktober: Durch Friedrichshagen Der diesjährige Erlebnistag „Wandern”, eine gemeinsame Initiative der Landessportbünde Berlin und Brandenburg, führt am 16. Oktober durch Friedrichshagen. Treffpunkt: SBahnhof Berlin-Friedrichshagen, nördlicher Bahnhofsvorplatz, 10 Uhr. Angeboten werden drei geführte Wanderungen: „Kolonisten, Dichter, Bildgießer”(7 km), „Natur pur - das Erpetal” (14 km) und „Wasser aus und um Friedrichshagen” (19 km) Info: 030/550 36 32 oder www.berliner-wanderverband.de

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sondere im Bereich Seniorensportreisen ist die Nachfrage seitens der Sportvereine sehr groß“, so Jens Krüger, LSB-Referent für Finanzen und Marketing. „Dieses Potenzial wollen wir gemeinsam mit dem AWO Reisedienst nutzen.“ Als erfahrener Reiseveranstalter hat sich AWO auf Bus-, Präventions- und Aktivreisen spezialisiert. AWO bietet ein hervorragendes PreisLeistungs-Verhältnis, viele Inklusiv-Leistungen, wie z.B.: Haustür-Transfer-Service, Ausflüge, Versicherungspaket und durchgängige Reisebegleitung. Kontakt: AWO Reisedienst GmbH (Reisen mit Herz), Konrad-Wolf-Allee 1-3 - 14480 Potsdam, Tel: (03 31) 6 00 69 0, [email protected] (Jana Fischer, Liane Kunow) AWO Reisedienst GmbH (Reisen mit Herz) Alexanderstrasse 1, 10178 Berlin, Tel.: 030 / 240 488 77, [email protected] (Petra Bekker, Roswitha Nisblé)

LSB-Gesundheitsforum: „Bewegung im Alter” Das 4. LSB-Gesundheitsforum mit dem Thema „Bewegung im Alter“, das Ende Juni in der LSB-Sportschule stattfand, hatte bereits ein Jahr zuvor 140 Teilnehmer angelockt. Die über 100 Zuhörer und Mitmacher bei der zweiten Auflage bestätigten, dass der Bedarf nicht gedeckt ist. 10.000 Euro für Präventionsangebot VBG-Sonderpreis Sport 2012 Sportvereine, bei denen nicht nur in der Halle und auf dem Platz viel in Bewegung ist, sondern auch beim Thema Unfallverhütung können sich ab sofort um den VBG-Präventionspreis Sport bewerben. Der Sonderpreis wird erstmals im Rahmen des VBG-Arbeitsschutzpreises 2012 von den Präventionsexperten der gesetzlichen Unfallversicherung verliehen. 10.000 Euro stehen für den Gewinner bereit. Info: www.vbg.de/arbeitsschutz Einsendeschluss ist der 31.10.2011.

Hlfe für Sportvereine: Softwarespenden von Microsoft Sportvereine können über www.stifterhelfen.de – IT for Nonprofits, einem Projekt von Stiftungszentrum.de, Softwarespenden von Microsoft erhalten. Dies ist das Ergebnis von Gesprächen des DOSB mit dem Stiftungszentrum. Bisher waren Sportvereine nicht förderberechtigt. Übungsleiter gesucht Übungsleiter für Psychomotorikgruppen gesucht: Halle Görlitzer Straße 51, 10997 Berlin (Kitakinder) mo./frei., 10-12Uhr, und Chamisso-Sporthalle Senftenberger Ring 27, 13435 Berlin (Eltern-KindTurnen, Kindergymnastik ) die./16-18 Uhr E-Mail: [email protected] oder Tel: 6811 867, Corinna Paul

LSB-Stellenausschreibung: Sachbearbeiter/in im Referat Sportentwicklung Sie sind u.a. verantwortlich für Entwicklung, inhaltliche Bearbeitung und Umsetzung von Modell- und Fördermaßnahmen der Vereins- und Verbandsentwicklung. Dazu gehören auch Bewirtschaftung der Haushaltskonten, Durchführung von Wettbewerben und Veranstaltungen, Beratung von Sportorganisationen sowie Zusammenarbeit mit den Mitgliedsorganisationen des LSB und seinen Partnern. Anforderungen: • Qualifizierter Abschluss (Berufsausbildung mit Sportbezug oder vergleichbare Berufserfahrung), • Kenntnisse und Erfahrungen in den Sportstrukturen, • Leistungsbereitschaft, soziale Kompetenz • Erfahrungen in Office-Anwendungen, Excel, Word, Powerpoint sowie Internet. Die Stelle ist vorerst für 2 Jahre befristet mit einer Arbeitszeit von 19,5 Stunden/Woche (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Weiterbeschäftigung wird angestrebt. Vergütung in Anlehnung an den Tarifvertrag Land Berlin, Verg.-Gr. E 8/9. Bewerbung bis 19. 9. 2011 an: Landessportbund Berlin e.V., Personalabteilung, Jesse-Owens-Allee 2, 14053 Berlin.

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AOK - neuer LSB-Premium-Partner Förderung gesunder Ernährung und Lebensweise airberlin german juniors 2011 Meisterschaft der Tennis-Jugend Bei den 35. Internationalen Deutschen Tennis-Jugendmeisterschaften vom 3. bis 10. Juli in Berlin gewannen Robin Kern aus Nürnberg und Victoria Kan aus Russland. 600 Besucher sahen spannende und hochklassige Spiele, so dass die Ver-

anstalter vom LTTC Rot-Weiss eine positive Bilanz der diesjährigen airberlin german juniors ziehen konnten: „Viele Zuschauer, reibungslose Organisation und hervorragendes Turnierwetter machten die Woche zu einer Werbung für das internationale Jugendtennis in Berlin”.

AOK Nordost und LSB haben eine Vereinbarung zur Förderung der gesunden Ernährung und Lebensweise von Kindern, Jugendlichen und Familien geschlossen. LSB-Präsident Klaus Böger und Vizepräsident Wolf-Dieter Wolf überreichten AOK-Marketingleiter Matthias Auth den großen „LSB-PremiumBanner“. Die AOK Nordost gehört zu den zehn größten gesetzlichen Krankenkassen bundesweit. Mit 1,8 Millionen Versicherten trägt die AOK Nordost zu einem leistungsstarken Gesundheitswesen bei. Als Gesundheitskasse kümmert sich die AOK nicht erst um ihre Kunden, wenn sie krank sind. Durch sinnvolle Präventionsangebote, innovative Modellprojekte und qualitative Versorgungsprogramme fördert die AOK die Gesundheit ihrer Versicherten aktiv. Zum Beispiel mit dem Gesundheitsprogramm „AOK-Junior“. Doch auch für Unter-

nehmen ist die AOK Nordost ein kompetenter Ansprechpartner. Kontakt: Sabine Frank, AOK, T: 0800 265080-27673, Fax: 0800 265080-26428 E-Mail: [email protected] Internet: www.aok.de/nordost

Wolf-Dieter Wolf (LSB), Matthias Auth (AOK), Klaus Böger (LSB), Martin Seeber (TOP Sport) mit Kindern aus Sportvereinen

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Bädersanierung macht Fortschritte Baubeginn an der Finckensteinallee und in Gropiusstadt Mit den Abriss- und Entsorgungsarbeiten sind im Kombibad Gropiusstadt die Bauarbeiten für das zweitgrößte Einzelprojekt innerhalb des Sanierungsprogramms für die kommunalen Berliner Bäder angelaufen. Rund 7,3 Millionen Euro sollen hier bis Anfang 2013 verbaut werden – nur die Sanierung der Schwimmhalle Finckensteinallee in Lichterfelde mit gut zehn Millionen Euro wird teurer. Dr. Ehrhart Körting, Senator für Inneres und Sport und Aufsichtsratsvorsitzender der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), sagt: „Das Geld ist gut angelegt, denn das Kombibad Gropiusstadt übernimmt wichtige Aufgaben im Rahmen der Daseinsvorsorge.“ Allein 101 Schulklassen – vor allem aus Neukölln – nutzten dieses Bad bislang, um ihren obligatorischen Schwimmunterricht zu absolvieren. 231.000 Besucher zählte es im Jahr 2010. „Die Bauarbeiten sichern den Bestand des Bades für viele Jahre“, erklärt BBB-Vorstandsvorsitzender Dr. Klaus Lipinsky, „deshalb sind wir froh, dass die Arbeiten nun laufen.“ Finanziert wird das Projekt, wie alle anderen Bauarbeiten im Rahmen des Sanierungsprogramms, durch Fördergelder. Allein 50 Millionen Euro hat der Senat zur Verfügung gestellt. Weitere knapp 23 Millionen kommen aus Fördertöpfen des Bundes und der Europäischen Union. „Wir erhalten Gelder aus dem Investitionspakt, dem Umweltentlastungsprogramm und dem Konjunkturprogramm II“, erläutert BBB-Vorstand Michael Schenk. Ohne diese Förderbeträge würde es keine Sanierung geben, so Schenk weiter: „seit 2009 haben wir über 30 Millionen Euro investiert.“ Zusätzlich zu diesen Geldern erhalten die BBB seit 2010 jährlich fünf Millionen Euro für die Instandhaltung der Bäder. Diese Summe hat das Abgeordnetenhaus bewilligt. Das meiste Geld wird hinter den Kulissen verbuddelt Der größte Teil des Geldes für die Baustelle in der Gropiusstadt fließt in die Infrastruktur des Gebäudes und die technische Instandsetzung und Modernisierung. 61 Prozent der Gesamtsumme werden für ein neues Dach und neue Fassaden, sowie für die Betonsanierung im Innern ausgegeben. Der große Rest geht

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in die Modernisierung der Technik und vor allem der Heizung – künftig wird das Bad mit Fernwärme versorgt. Bevor die 4.100 Quadratmeter Dachfläche ersetzt werden können, mussten insgesamt 70 Tonnen Schadstoffe aus der Zwischendecke entsorgt werden. Die Planer gehen davon aus, dass das Bad künftig bis zu 30 Prozent weniger Energie verbrauchen wird – was die Betriebskosten und den Ausstoß an klimaschädlichem Kohlendioxid reduzieren hilft. Die Planung liegt in den Händen des Berliner Architekturbüros arcus. Im Rahmen des Sanierungsprogramms wird derzeit nicht nur in Gropiusstadt und an der Finckensteinallee, sondern auch an der Halle am Sachsendamm in Schöneberg, der Sewanstraße in Lichtenberg und im Sommerbad Wilmersdorf gebaut. Das Stadtbad Schöneberg soll im November wieder in Betrieb gehen. Im September beginnen die Bauarbeiten zur Sanierung der Außenbecken im Kombibad an der Seestraße in Wedding. Auch im Kombibad Spandau-Süd – ein baugleiches Bad wie das in der Gropiusstadt – sollen die Bauarbeiten noch in diesem Jahr starten. Neues Becken für das Sommerbad Wilmersdorf Das Sommerbad Wilmersdorf erhält für 1,6 Millionen Euro ein neues Schwimm- und Planschbecken. Es ersetzt das alte Nierenbekken, das bereits 2010 wegen schwerer Bauschäden nicht mehr in Betrieb genommen werden konnte und deshalb abgerissen werden musste. Das neue Becken wird mit 1000 Quadratmeter Wasserfläche genau so groß sein wie das 50-Meter-Schwimmbecken. Es teilt sich in zwei miteinander verbundenen Hälften. Während in der einen – 25 Meter langen – Hälfte auch Massageliegen und zwei Wasserspeier eingebaut werden, wird die andere Hälfte durch einen großen Wasserpilz dominiert und bekommt eine schräge Ebene, die leicht bis zur Wassertiefe von gut einem Meter abfällt. So eignet sich das neue Becken auch für Kleinkinder zum gefahrlosen Planschen. Die Bauarbeiten für das neue Becken dauern an. Ursache für die aufwendigen Bauarbeiten

BBB-Vorstandsvorsitzender Klaus Lipinsky, Sport-Staatsekretär Thomas Härtel, Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen, Bezirksbürgermeister Norbert Kopp und BBB-Vorstand Michael Schenk beim feierlichen Baustart an der Finckensteinallee (v.l.n.r.) Foto: David Heerde

ist der instabile Untergrund. Das Becken wird auf Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg errichtet. Um dem Neubau dasselbe Schicksal zu ersparen wie dem Nierenbecken, musste der Boden genau analysiert, durch einen Gutachter untersucht und schließlich mit Spezial-Schlämmen mehrfach verdichtet werden, damit er überhaupt tragfähig ist. Diese Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen. Nun beginnt der Aufbau des neuen Beckens. Wieder da: Schwimmhalle Hüttenweg Bereits im Frühjahr öffnete nach 18 Monaten Bauzeit die Schwimmhalle Hüttenweg in Dahlem wieder für die Öffentlichkeit. Die Berliner Bäder-Betriebe (BBB-Infrastruktur GmbH&Co KG) investierten 3,2 Millionen

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Euro in eine umfassende Sanierung des Gebäudes – bezahlt aus dem Bädersanierungsprogramm des Senats. Dr. Ehrhart Körting gab die Becken frei. „Ich freue mich, dass das rundum instandgesetzte und modernisierte Bad wieder in Betrieb ist“, erklärte der Senator, „damit steht im Berliner Südwesten wieder ein kommunales Hallenbad zur Verfügung.“ Im Zuge der Bauarbeiten erhielt das Bad eine neue Gebäudehülle an den Fassaden und dem Dach sowie eine rundum erneuerte Technik (Heizung, Lüftung, Wasseraufbereitung) im Innern. Durch diese energetische Sanierung wollen die Bäder-Betriebe auch hier künftig bis zu 30 Prozent weniger Energie verbrauchen und darüber hinaus 60 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid weniger an die Atmosphäre abgeben. „Damit schonen wir unsere Umwelt und wir drücken die Betriebskosten. Das ist ein wichtiger Beitrag, damit Schwimmen bezahlbar bleibt“, so Dr. Klaus Lipinsky, Vorstand der Berliner Bäder-Betriebe. Nach Entwürfen des Berliner Architekturbüros av-a entstand in Dahlem aus einem nüchternen Zweckbau eines der attraktivsten kommunalen Bäder Berlins. Neben dem Interieur der Schwimmhalle haben auch die Garderoben, Duschen und das Foyer eine Schönheitskur verpasst bekommen. Errichtet wurde das Bad in den Jahren 1977/78 als Schwimmhalle der US-Alliierten in Berlin. Nach dem Abzug der Truppen übernahm das Bezirksamt Zehlendorf die Halle, ehe sie 1998 an die Berliner Bäder-Betriebe ging. Seit der Schließung des Stadtbades Zehlendorf 2002 ist die Schwimmhalle Hüttenweg das einzige kommunale Bad in Zehlendorf. Dieser Bedeutung tragen die Bäder-Betriebe Rechnung, in dem die Schwimmzeiten für die Öffentlichkeit ausgeweitet wurden. Das ehemals fast ausschließlich Schulen und Vereinen vorbehaltene Bad ist seither mittwochs und sonnabends nachmittags sowie sonntags für alle geöffnet. Die Resonanz ist außerordentlich positiv, nicht nur, weil das rundum erneuerte Bad den ganzen Sommer ohne Unterbrechung zur Verfügung stand. Montags, dienstags, donnerstags und freitags ist Frühschwimmen möglich. Außerdem bieten die Bäder-Betriebe ab 6. April Schwimmkurse für Kinder und Aqua-Fitness an.

Schwieriger Sanierungsfall Thomas-Mann-Straße Ein Beginn für die Sanierung der ausschließlich von Schulen und Vereinen genutzten Schwimmhalle an der Thomas-Mann-Straße in Prenzlauer Berg ist hingegen derzeit noch nicht in Sicht. Dort zeigt sich ein desolates Bild: Es tröpfelt durch das Dach, Glasbausteine zerplatzen und gefährden so die Statik der

Schwimmhalle an den Alteigentümer zurückgegeben werden musste. Die Gelder aus dem Investitionspakt hätten also nicht hier verbaut werden können und wären für die Berliner Bäder verfallen, wenn die BBB sie nicht auf das andere Bauprojekt in Gropiusstadt umgelenkt hätten. Statt der großen Lösung für die ThomasMann-Straße arbeiteten die BBB daran, einen

Die bislang zehn größten Einzelprojekte im Rahmen des Sanierungsprogramms: 1. Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz (Marzahn) 2. Schwimmhalle Hüttenweg 3. Stadtbad Mitte 4. Schwimmhalle Fischerinsel 5. Stadtbad Märkisches Viertel 6. Schwimmhalle Allendeviertel 7. Stadtbad Wilmersdorf 8. Sommerbad Kreuzberg 9. Stadtbad Neukölln 10. Stadtbad Charlottenburg (Alte Halle)

Fassade, einige Teile der technischen Anlage im Keller sind so veraltet, dass es keine Ersatzteile mehr gibt. Die Schwimmhalle muss generalüberholt werden. „Flickwerk macht wirtschaftlich keinen Sinn mehr“, sagt Wolfram Kaube, Leiter der Abteilung Bau/Technik der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), „hier müssen wir an einer Gesamtlösung arbeiten.“ Genau diese ist seit langem geplant. Auch das Geld war schon beisammen – im Wesentlichen Fördermittel aus dem Bund-LänderProgramm „Investitionspakt“. Ungeklärte Eigentumsansprüche führten allerdings dazu, dass diese Gelder nicht verbaut werden konnten. Jetzt haben sich zwar die Eigentumsansprüche im Wesentlichen erledigt, aber die Mittel aus dem Investitionspakt stehen nicht mehr zur Verfügung, sondern werden, um sie für die Berliner Bäder zu sichern, im Kombibad Gropiusstadt verbaut. Der Grund für diese Entscheidung war, dass diese Fördergelder im Jahr 2009 mit konkreten Bauplanungen beantragt und bewilligt sein mussten – zu einem Zeitpunkt, als nicht klar war, ob das Grundstück mit der

6,4 Millionen Euro 3,2 Millionen Euro 2,8 Millionen Euro 2,2 Millionen Euro 1,9 Millionen Euro 1,7 Millionen Euro 1,4 Millionen Euro 1,2 Millionen Euro 1,15 Millionen Euro 1,0 Millionen Euro

Sanierungsplan zu erstellen, der Bauarbeiten über mehrere Jahre zur Folge gehabt hätte. Dieses Etappen-Modell lässt sich angesichts der großen Schäden nun nicht mehr umsetzen. „Die Schäden haben sich sehr viel schneller verschlimmert, als wir die Sanierung auf den Weg bringen konnten“, so Kaube. Dieser Meinung hat sich auch das Gesundheitsamt Pankow angeschlossen und erklärt, dass es für die Schwimmhalle in diesem Zustand kein behördliches Okay mehr geben kann. Die geschätzten Gesamtkosten für die Instandsetzung der Schwimmhalle belaufen sich nunmehr auf rund 3,6 Millionen Euro. Die Schulen und Vereine, die bislang die Schwimmhalle nutzten, erhielten von den Bäder-Betrieben Ersatz-Schwimmzeiten in anderen Bädern – in der SSE an der Landsberger Allee, sowie in den Schwimmhallen Buch, Seestraße und Zingster Straße in Hohenschönhausen. „Wir hoffen, dass diese Situation nicht von Dauer ist“, sagt Klaus Schulze, zuständiger Regionalleiter der BBB. Bis eine Lösung gefunden ist, bittet er die Nutzerinnen und Nutzer um Verständnis und Geduld.

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lsb gratuliert

Der LSB gratuliert Reinhard Krieg, LSB-Präsident von 1981 bis ‘85 und LSB-Ehrenmitglied, zum 86. Geburtstag Otto Höhne, Ehrenpräsident des Berliner Fußball-Verbandes und Ehrenmitglied des DFB, zum 85. Geburtstag Helmut Köster, Präsident des GehörlosenSportverbandes Berlin-Brandenburg, zum 70. Geburtstag Sara Goller, Laura Ludwig zur Bronzemedaille bei den Beachvolleyball EM Christina Müller, Yves Rolack zur Bronzemedaille mit der 4 x 3000 m Staffel bei der Finswimming-WM Norman Bröckl, Robert Gleinert zum KanuWM-Titel im K 4 über 1000 m Deborah Niche zum Kanu-WM-Titel im K 2 über 1000 m Björn Wäschke zum 3. Platz bei der KanuWM mit der C 1 4 x 200 m Staffel die Internationalen Deutschen Casting Meisterschaften gewannen: Daniel Fischer in Gewicht Präzision; Kathrin Ernst in Fliege Weit Einhand, Michael Brösch in Fliege Weit Einhand und Fliege Weit Zweihand sowie Sabrina Dürrwald in Gewicht Weit Einhand Maximilian Beyer zur Deutschen RadsportMeisterschaft im Punktefahren Robert Bengsch, Marcel Kalz zur Deutschen Radsport-Meisterschaft in der Disziplin Madison Robert Förstemann zur Deutschen Radsport-Meisterschaft im Teamsprint Daniel Fischer zur Junior World Championship im Casting in der Disziplin Fliege Ziel und zum 3. Platz mit der Mannschaft Robert Krebs zur Deutschen Junioren Meisterschaft der Leichtathleten über 5000 m Julia Fischer, Christoph Harting zur Deutschen Junioren-Meisterschaft im Diskuswurf Maximilian Kessler zur Deutschen Junioren-Meisterschaft der Leichtathleten über 100 m und in der 4 x 100 m Staffel Varg Königsmark zur Deutschen JuniorenMeisterschaft über 400 m Hürden Marco Kaiser zur Deutschen Junioren-Meisterschaft der Leichtathleten über 400 m Eric Franke, Robert Hind, Oliver Pritzlaff zur Deutschen Junioren-Meisterschaft der Leichtathleten in der 4 x 100 m Staffel Björn Wäschke zur U23-EM der Kanuten über 500 m im Zweier-Canadier und zum 3. Platz über 200 m im Einer-Canadier

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Debora Niche zur U 23-EM-Silbermedaille über 500 m im Vierer-Kajak Hendrik Bertz, Kostja Stroinski zu U 23EM-Silber über 500 m im Zweier-Kajak Robert Gleinert, Norman Bröckl, Marcus Groß zu EM-Silber im 4-Kajak über 1000 m Duc-Long Nguyen (m) zur Deutschen C-Jugendmeisterschaft im Wasserspringen vom Turm und 3-m-Brett sowie in der Kombination Natalia Rozycki zur Int. Deutschen Mehrkampfmeisterschaft im Gewichtheben Philipp Lerch (u14), Atila Gajo Figura (u25) zur Deutschen Jugend-Einzelmeisterschaft im Schach Bernd Bötzel zur Deutschen Meisterschaft im Tandemschach Jan Malkowski, Felix Rösicke zur Deutschen-Meisterschaft im Finswimming in der 4 x 100 m und 4 x 200 m Staffel David Pennewiß, Yves Rolack zur Deutschen Finswimming-Meisterschaft in der 4 x 100 m und 4 x 200 m Staffel sowie zur Deutschen Langstreckenmeisterschaft in der 3 x 3000 m Staffel Christine Müller zur Deutschen Langstrekken-Meisterschaft im Finswimming über 3000 und 6000 m sowie in der 3 x 3000 m Staffel Leila Bonichon, Patricia Böttcher, Elias Mohammedi (Jug) zur Deutschen Langstrecken-Meisterschaft im Finswimming in der 3 x 3000 m Staffel Tara-Tanita Betge (Jug) zur Deutschen Langstrecken-Meisterschaft im Finswimming über 2000 m Lisa Klaan (Jun) zur Deutschen Langstrekken-Meisterschaft im Finswimming 6000 m Leon Schwiekendick, Alexandra Bettinelli zum EM-Sieg der B-Jugend im Modernen Fünfkampf Mixed Annika Bochmann, Anika Lorenz zur Segel-Junioren-WM in der 470er Klasse. Virgina Najork, Sophie Hammer zur KanuJunioren-WM im K4 über 500 m, Sophie Hammer zum 3. Platz im K 2 über 500m Benjamin Starke zum 3. Platz bei der Schwimm-WM über 4 x 100 m Lagen Britta Steffen zum 3. Platz bei der Schwimm-WM über 4 x 100 m Freistil Patrick Hausding zur WM-Silbermedaille im Turm Synchronspringen Nora Subschinski zum 3. Platz bei der WM im Turm Synchronspringen

Ältestes Mitglied des VfL Tegel Eva Heenen feierte 100. Geburtstag Eva Heenen, ältestes Mitglied des VfL Tegel und Mitglied der Tennisabteilung, feierte am 10. August ihren 100. Geburtstag. Sie erhielt die Verdienstplakette des VfL Tegel, die bislang nur einmal verliehen worden ist. Zu den Gratulanten gehörte Reinickendorfs Bürgermeister und Sportstadtrat Frank Balzer. Er spielte mit der 100-jährigen einen Satz Tennis im Doppel-Mix. Seit 1950 stand Eva zweimal pro Woche auf dem Tennisplatz, jetzt nur noch einmal in der Woche - aus Altersgründen. Maximilian Oswald zu Junioren-EM-Bronze im Schwimmen über 4 x 100 m Freistil der Schüler- und Jugendmannschaft der Kanusport-Vereinigung Havelbrüder zur Deutschen Kanupolomeisterschaft zur 44. Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaften: Daniel Fischer in Gewicht Ziel und Gewicht Weit 7,5g; Isabell Eggert in Fliege Weit Einhand; Jean-Paul Kuhfahl in Fliege Ziel, Gewicht Ziel und Fünfkampf; Sabrina Dürrwald in Fliege Ziel und Fliege Weit Einhand; Evgenij Demin in Fliege Weit Einhand, Gewicht Präzision, Gewicht Weit 7,5 g und Fliege Weit Zweihand Olivia Maky zur Deutschen Box-Juniorenmeisterschaft Anett Haase 20 Jahre beim LSB: Flexibel, mit Sorgfalt und Übersicht Ihren ersten Arbeitstag beim LSB hatte Anett Haase am 29.Juli 1991 in der Direktion. Weitere Stationen waren seitdem das Sekretariat des Finanzreferenten Manfred Stelse und die Personalabteilung. Seit September 2010 leitet Frau Haase das Sekretariat der Sportschule mit größter Sorgfalt. Die Arbeit in den verschiedenen Bereichen im LSB haben bei der gelernten Sekretärin eines bewirkt: Flexibilität, Übersicht und das Erkennen von Zusammenhängen. Wir gratulieren zu diesem Jubiläum. Frank Kegler

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Inmitten vieler Quartiere Friedenauer TSC feiert 125-jähriges Jubiläum Von Wolfgang Schilhaneck Winfried Gravenstein ist seit 32 Jahren 1. Vorsitzender des Friedenauer Turn- und Sportclubs von 1886. So stand der 69-jährige nicht nur schon zum 100-jährigen Geburtstag an der Spitze des Vereins, er trägt auch zum 125-jährigen in dieser Funktion Verantwortung für die rund 1800 Mitglieder in acht Abteilungen. „Die Arbeit macht mir immer noch Spaß, weil ich zahlreiche ehrenamtliche Helfer an meiner Seite weiß und mit Christian Wille einen engagierten 2. Vorsitzenden habe, der mich eines Tages ablösen könnte“, stellt Gravenstein fest, anzutreffen fast immer in der Geschäftsstelle am Friedrich-Wilhelm-Platz. Den Festakt des Clubs flankierten ein Aufzug aller Abteilungen vor dem Rathaus Friedenau und sportliche Demonstrationen auf dem Dominicussportplatz in Schöneberg. Einem Aufruf zu Ostern 1886 folgten 25 Bürger und gründeten den Männerturnverein

Friedenau. Fünf Jahre später war er der erste Verein in Berlin-Brandenburg, der auch Mädchen und Frauen den Zutritt gewährte. Bemerkenswert, dass der MTV diesen Namen bis 1945 trug und sich erst mit der Wiederzulassung 1947 in Friedenauer Turn- und Sportclub umbenannte. „Wir bieten Breiten- und Wettkampfsport an“, sagt der 1. Vorsitzende, verweist auf die mit je rund 350 Mitgliedern stärksten Abteilungen Fußball und Turnen sowie darauf „dass man im Handball mit Männern und Frauen der vierthöchsten Spielklasse, der neuen OstseeSpree-Liga, angehört und in Berlin im Fußball eine geachtete Rolle spielt.“ Daneben gibt es die Abteilungen Badminton, Basketball, Bowling, Gymnastik und Volleyball. Mit dem Erreichten gibt sich der Jubilar nicht zufrieden. Künftige Vorhaben umreißt Winfried Gravenstein, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande: „Wir werden versu-

Winfried Gravenstein und das Traditionsbanner des FTSC Foto: Schilhaneck chen, unsere Turnabteilung durch mehr Männer zu verstärken, in Kooperation mit einer Grundschule mehr Interesse am Volleyball zu wecken und wir befinden uns mit dem Frauenfußball in den Startlöchern, nur Platzfragen sind noch zu klären. “ Aus Anlass des 125-jährigen Bestehens wurde die Vereinshymne „Blau-weiße Farben“ geboren. Sie wird den Verein künftig begleiten.

Immer schon im Volkspark 1. FC Wilmersdorf beging sein 100-jähriges Bestehen

Der Deutscher Vizemeister im Basketball, Alba Berlin, ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus. Der Verein kümmert sich um seine Zukunft, indem erfolgreich Talente gefördert werden. Dafür gab es jetzt den Preis für die beste Nachwuchsarbeit der Beko Basketball Bundesliga. Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde erstmals verliehen und würdigt u. a. Aktivitäten an Schulen, Aufbau von Jugendmannschaften, Ausbildung von Trainern und sportmedizinische Betreuung. Foto: Engler

Von Wolfgang Schilhaneck Ein schöneres Geschenk konnte sich der aus mehr als 500 Mitgliedern bestehende 1. FC Wilmersdorf aus Anlass seines 100-jährigen Bestehens nicht machen: Er stieg mit seiner 1. Mannschaft aus der Landesliga in die Berlinliga auf und das mit der beeindruckenden Saisonbilanz von 75 Punkten und 102:23 Toren. „Wir hätten dieses Ziel bereits in den letzten Jahren erreichen können, stolperten jedoch im Schlussspurt,“ sagt Ehrenvorsitzender Klaus Helfrich, Vater des Clubs, der 1989 aus einer Fusion des Wilmersdorfer SC und des SV Preußen Wilmersdorf entstanden war. 50 Jahre lang stand der heute 80-Jährige und 2007 für sein ehrenamtliches Engagement mit dem

Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnete Helfrich an der Spitze von Preußen und dem 1. FCW. In Anwesenheit von LSB-Präsident Klaus Böger wurde Helfrich nun auf einem Festakt mit der Ehrenspange des Berliner Fußball-Verbandes geehrt. So alt wie der Club ist, so lange ist seine Heimstatt der Volkspark in der Blissestraße. Dort wurde am 6. 6. 1911 der Wilmersdorfer SC aus der Taufe gehoben, ebenso wie zwei Jahre später Preußen. Während der WSC 1950 seine Wiederzulassung erhielt, brauchte Preußen dazu noch 11 Jahre länger. Der größte Erfolg für den 1. FC Wilmersdorf war 1994 die einjährige Zugehörigkeit zur NOFVOberliga.

5 mal 5000 Euro Prämie: Grünes Band für Berliner Vereine Fünf Berliner Vereine werden mit dem „Grünen Band für vorbildliche Talentförderung“ von DOSB und Commerzbank ausgezeichnet: die Wasserfreunde Spandau 04 mit ihren Abteilungen Wasserball und Modernen Fünfkampf, die Ringer des SV Luftfahrt, die Segler/Surfer vom Yacht-Club Berlin-Grünau und der Karate-Nachwuchs des SC Banzei.

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Fußball spielen über Berlin Fünf Jahre Sportplatz auf der Metro Von Uta Schütz-Jalloh Der Versorgungsgrad mit Sportstätten ist in Berlin höchst unterschiedlich. So bildet Friedrichshain-Kreuzberg das Schlusslicht in der Rangfolge der Bezirke hinsichtlich der Versorgung mit ungedeckten Sportstätten, nur 31 % des angestrebten Richtwertes werden erreicht. Als Folge davon müssen Fußballvereine sportbegeisterte Kinder mangels Trainingsstätten vertrösten und auf Wartelisten setzen. Ein bitterer Missstand, sowohl in Anbetracht der Forderung nach mehr Bewegung für Kinder als auch im Hinblick auf die Integrationswirkung des Sports. Um Abhilfe zu erreichen, sind Sportstättenneubauten erforderlich. Dafür fehlt es im Bezirk an finanziellen Mitteln und am Willen.

Optimale Raumausnutzung: Sportstätte auf dem Dach des Supermarkts Foto: Werner

SPORT IN BERLIN September 2011

Für eine unverhoffte Besserung der Situation sorgte vor über fünf Jahren ein Wettbewerb zur städtebaulichen Neuordnung des Gebiets am ehemaligen Wriezener Bahnhof. Ein Vorhaben in diesem Zusammenhang war die Errichtung einer Filiale der Metro-Group Großmärkte. Beim Bezirk bestand der Wunsch, das für den Bau vorgesehene Areal optimal auszunutzen. So entstand bei der Metro-Group die Idee, auf dem Dach des Gebäudes eine Sportstätte zu errichten. Die Metro-Stiftung übernahm die Investitions- und Betriebskosten. Pünktlich zur Fußball-WM in Deutschland wurde der Sportplatz am 29. Juni 2006 eröffnet. „Wir sind der Metro-Stiftung für ihr Engagement sehr dankbar“, berichtet eine Mitarbeiterin der bezirklichen Sportförderung. „Die Sportanlage stellt einen großen Gewinn für den Bezirk dar, insbesondere für fußballbegeisterte Kinder und Jugendliche“. Der Platz verfügt über ein Großspielfeld mit Kunstrasenbelag (68 x 105 Meter), Flutlicht und eine Tribüne für 300 Zuschauern. Es gibt zwei Kabinentrakte mit Sanitäreinrichtungen. Genutzt wird die Sportanlage für Fußball, Konditionstraining, Schulsport und Sportfeste. Als Vereine sind die SG Blau-Weiß Friedrichshain, der SV Seitenwechsel und der THC Franziskaner FC ansässig, auch von Betriebssportgemeinschaften wird der Platz genutzt. Für den Schulsport steht die Sportstätte der DatheOberschule, der Ellen-Key-Gesamtschule und dem Andreas-Gymnasium zur Verfügung. Die Nutzungszeiten sind an die Öffnungszeiten der Metro-Filiale angelehnt: montags bis samstags von 8 bis 21.30 Uhr. Die Vergabe der Sportanlage erfolgt über den Bezirk. Für den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg und die dort ansässigen Sportler stellt die Sportstätte eine große Bereicherung dar. Bedauerlich ist nur das Fehlen zweier weiterer Umkleidetrakte zur Erleichterung des Ablaufs bei Wettkämpfen und die Schließung am Sonntag. Die Bedeutung des Engagements von Stiftungen nimmt in Zeiten leerer öffentlicher Haushaltskassen immer mehr zu. Daher gilt es nach fünfjähriger Betriebszeit nochmals der Metro-Stiftung Dank zu sagen.

Das Wasserfahrsport-Projekt für Gehörlose bei der Turngemeinde in Berlin 1848 (TiB) ist – von einem Verein in Braunschweig abgesehen – bisher deutschland- und weltweit einmalig: Menschen mit einer Hörbehinderung können in Oberspree und Spandau-Tiefwerder rudern und Kanu fahren. Das Besondere: Es ist immer eine(r) mehr dabei, der so mittig sitzen sollte, dass er von jedem Mit-Ruderer gesehen werden kann. Dazu bedarf es entsprechend breit gebauter, großer Boote, was Vereine im Aufbau und auch bei gewissen Kosten fordert. TiB hat die Forderung nicht gescheut. Text/Foto: K. W. Tennistraglufthallen Verbesserung des Energiebedarfs Eine Traglufthalle wird i.d.R. auf den ungedeckten Tennisfeldern aufgebaut, um auch im Winter Tennis zu spielen. Neben dem Vorteil eines geringeren Bedarfs benötigter Grundstücksfläche durch diese „Doppelnutzung“ sind die Traglufthallen in Bezug auf Investitionskosten und Genehmigungsverfahren günstig. Allerdings beträgt die Lebensdauer maximal 15 bis 20 Jahre, und aufgrund der hohen Belastung der Hülle entstehen vermehrt Reparaturkosten. Tragluftmehrfeldhallen haben den Vorteil, dass Fixkosten wie auch Energiekosten im Verhältnis zur Nutzfläche sinken. Problematisch ist jedoch der höhere Energieverbrauch. Durch Weiterentwicklung der Technik konnten Traglufthallenhersteller in den letzten Jahrzehnten jedoch Verbesserungen erzielen. Der Dahlemer Tennisclub hat die Neuanschaffung einer Tennistraglufthalle im Vereinsinvestitionsprogramm beantragt. Durch den Ersatz der alten beiden Einzelhallen durch eine Zweifeldhalle werden 30 Prozent Heizkosten gespart. Außerdem wird der Stromverbrauch für Beleuchtung und Gebläse ca. 35 % des bisherigen Verbrauchs betragen. Die jährlichen Betriebskosten verringern sich damit um 18.000 Euro. Peter Hahn