sport in berlin sport in berlin - Landessportbund Berlin

sport in berlin sport in berlin - Landessportbund Berlin

M O N AT S Z E I T S C H R I F T D E S L A N D E S S P O R T B U N D E S B E R L I N 7 8 JULI/ AUGUST 2008 SPORT IN BERLIN Rescue 2008: Rettungssc...

3MB Sizes 0 Downloads 8 Views

Recommend Documents

sport in berlin - Landessportbund Berlin
08.09.2011 - Druck: DruckVogt GmbH, Schmidstraße 6,. 10179 Berlin. Fon (030) 275 616 0 ... werden muss, da alle im Berei

sport in berlin - Landessportbund Berlin
09.09.2009 - Leichtathletik-WM in Berlin: Der Berliner. Diskuswerfer Robert Harting schleudert im sechsten und letzten V

Grenzenloser Sport - Landessportbund Berlin
18.02.2017 - 10:00 Uhr. Begrüßung: Claudia Zinke, Vizepräsidentin Sportentwicklung LSB Berlin. Jörg Zwirn, Netzwerk

in berlin - Landessportbund Berlin
07.10.2017 - verbindliches Handball-Regelwerk vorge- legt. ... Schwimmer und Leichtathleten, die EM der .... Mit Blick a

Sport in Berlin - Berlin.de
Jüdisches Gymnasium Moses. Mendelssohn. 10115 ..... 13355, Demminer Str. 27. Kleinspielfeld

Sportentwicklungsplanung Berlin 2008 - Landessportbund Berlin
Universität Osnabrück: Endbericht zur Sportentwicklungsplanung in Berlin. 2. Inhaltsverzeichnis. 1 ... Zusätzliche Straß

Finanzen in Berlin - Linksfraktion Berlin
22.09.2009 - Marzahn-Hellersdorf Bürgerinnen und Bürger haben das Recht auf ein Freibad ... und Bürgern Berlins und g

Fashion in Berlin - Berlin Partner
Liebeskind Berlin www.liebeskind-berlin.com. Milk Berlin www.milkberlin.com. Michael Sans www.michaelsansberlin.com. Rum

Brustzentren in Berlin - Tumorzentrum Berlin
Sankt Gertrauden-Krankenhaus. Brustzentrum City ... E-Mail: [email protected] Internet: ... Martin-

Mieterkrawalle in Berlin - Berlin Street
September zu streiken und verwandelten das ganze Haus in eine einzige Kampfburg. Zum 1. November 1932 traten ganze StraÃ

M O N AT S Z E I T S C H R I F T D E S L A N D E S S P O R T B U N D E S B E R L I N

7 8

JULI/ AUGUST 2008

SPORT IN BERLIN

Rescue 2008: Rettungsschwimmer-WM vom 20. Juli bis 2. August in Berlin ia p ym l iO e b /6 n e e5 t t i hleräts Se t A ort e P r e s Un

Titel SPORT IN BERLIN

Berlin wird im Sommer zur Hauptstadt der Rettungsschwimmer: 4000 Teilnehmer aus 40 Nationen - von Australien bis Südamerika - kommen zur Weltmeisterschaft vom 20. Juli bis 2. August. Die Pool-Wettbewerbe finden in der Schwimm- und Sprunghalle im Europapark an der Landsberger Allee statt, die Ocean Events in Rostock-Warnemünde. Der Eintritt ist an allen Veranstaltungstagen kostenfrei. Weitere Informationen im Internet: www.rescue2008.com (Siehe auch Seite 8/9) Foto: DLRG-Archiv

Nr. VII-VIII, Juli/August 2008, 58. Jahrgang

OFFIZIELLES VERBANDSORGAN DES LANDES SPORT BUNDES BERLIN

Aus dem Inhalt

HERAUSGEBER: Landessportbund Berlin e.V., verantwortlich: Norbert Skowronek

„Wir beweisen erneut, dass Berlin Deutschlands Sportstadt Nr. 1 ist”

www.lsb-berlin.de

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin, exklusiv in „Sport in Berlin”

SPORT JUGEND BERLIN

Interview auf Seite 4

AKTUELL

Countdown für Olympia

Lehrgänge der SJB-Bildungsstätte

REDAKTION: Angela Baufeld (verantwortlich), Dr. Heiner Brandi (verantwortlich: Sportjugend) Anett Haase REDAKTIONSADRESSE: Sport in Berlin, Jesse-Owens-Allee 2, 14 053 Berlin (Postanschrift: Brieffach 1680, 14 006 Berlin) Fon (030) 30 002-109, Fax (030) 30 002-119 Email: [email protected]

26 Berliner Athleten haben das Ticket zu den Seite 17 bis 20 Olympischen Spielen schon in der Tasche

Bildung/Vereinsberatung

Sportler-Porträts auf Seite 5/6

Lobende und kritische Worte

BQG im Wandel der Zeit/Recht am eigenen Foto/Lockerung bei Sonntagsfahrverbot

Selten lief eine LSB-Mitgliederversammlung so harmonisch ab wie diesmal

Seite 22/23

DRUCK: DruckVogt GmbH, Schmidstr. 6, 10 179 Berlin, Fon (030) 275 616 - 0 , Fax (030) 279 18 93

Berichte/Fotos: Seite 10/11

Lotto-Stiftung sponsert Fan-Projekt

Wiege der Internationalen Leichtathletik-Organisation in Berlin

Seite 29

ANZEIGENVERWALTUNG: TOP Sportmarketing Berlin GmbH Fritz-Lesch-Str. 29, 13053 Berlin Fon. (030) 9717 2734, Fax. (030) 9717 2735

IAAF-Gründung vor 95 Jahren an der Spree

Exklusiv-Rundgang durch Berlins neue Kathedrale: die O2 World

Historisches ein Jahr vor der WM: Seite 13

Fußball ohne Randale

Tritt ein in den Dom!

Seite 30

SPORT IN BERLIN erscheint jeweils am ersten Werktag eines Kalendermonats. Der Bezugspreis ist im LSB-Mitgliedsbeitrag enthalten. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge drücken nicht unbedingt in jedem Falle auch die Meinung des Herausgebers aus. Die Redaktion lädt zur Einsendung von Fremdbeiträgen ein, bittet dabei jedoch um maschinengeschriebene Manuskripte. Aus organisatorischen und Kostengründen kann weder eine Gewähr für Veröffentlichung noch eine solche für Manuskript-Rücksendung übernommen werden. Da sich SiB als Organ des Landessportbundes in erster Linie an bereits organisierte Sportler richtet, dürften Artikel, die für bestimmte Vereine werben, hier wohl fehl am Platze sein.

NÄCHSTER REDAKTIONSSCHLUSS: 9. 8. 2008

2

Karikatur: Klaus Stuttmann S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Thema des Monats von Uwe Hammer LSB-Präsidialmitglied für Sportstätten

Foto: Engler

Nachnutzung des Flughafengeländes in Tempelhof

Auf dem Areal muss auch der Sport seinen Platz finden

er Flughafen Tempelhof hat eine große Geschichte aufzuweisen. Vor genau 60 Jahren war er nicht nur rückblickend der Garant der Freiheit. Die „Berliner Luftbrücke“ wird gerade gefeiert. Bereits im April 1926 wurde der Betrieb aufgenommen. Der erste planmäßige Flug der Deutschen Luft Hansa A.G. ging nach Zürich. Viele Superlative gäbe es noch zu berichten, so z.B. war das bogenförmige Flughafengebäude in den dreißiger Jahren das flächengrößte Gebäude der Welt. Noch heute zählt es zu den zwanzig größten Gebäuden der Welt und zu den längsten Gebäuden Europas.

D

Bevor jedoch das Gelände 1922/1923 für den Flugbetrieb eingerichtet wurde, war das Tempelhofer Feld ein Exerzierplatz sowie ein Naherholungsziel mit Freizeitaktivitäten wie Hunderennen. 1834 gab es bereits auf der Ostseite eine Pferderennbahn. Bis 1867 gab es hier Rennen, bevor die Rennbahn nach Hoppegarten verlegt wurde. Auch „athletische Meetings“ wurden damals schon durchgeführt. Des Weiteren gab es auch schon ein Sportfeld mit vielen Sportanlagen. Auf diesen trainierte auch einer der ältesten deutschen Fußballvereine, der B.F.C. Germania 1888. An diese Tradition wollen wir wieder anknüpfen. Mit der Schließung des Flughafen Tempelhofs im Oktober 2008 eröffnet sich die Möglichkeit, das Areal auch im Sinne des Sports zu entwickeln. Der organisierte Sport hat ein großes Interesse, an den anstehenden Planungsüberlegungen des Geländes mitzuwirken und seine Vorstellungen für eine zukünftige Nutzung mit einzubringen. Federführend ist die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die gleichzeitig unser Ansprechpartner ist. Diese hat im März 2008 schon ein so genanntes Folgenutzungskonzept „Tempelhofer Freiheit“ für das Gelände vorgestellt. High-TechArbeitsplätze sollen demnach in das Hauptgebäude kommen. Ebenso gibt es Vorstellungen für neue „Wohnquartiere“. Die Mitte der großen Freifläche soll eine „Kühlschrankfunktion für das Stadtklima“ übernehmen. Diese „Parklandschaft“ soll für Sport, Spiel und Entspannung genutzt werden. Konkret wurden auf der Internet-Plattform der Senatsverwaltung bisher Fußball, Base- und Softball sowie Beachsport benannt. Der LSB begrüßt die

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

mehrheitliche Auffassung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr vom 21. April 2008, dass auch die benachbarten Bezirke Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg die Möglichkeit erhalten sollten, Infrastrukturdefizite, insbesondere im Sportbereich auf dem Tempelhofer Feld ausgleichen zu können. Vorschläge von Seiten des Sports gibt es viele. Und es könnten noch mehr werden. Deshalb haben wir am 27. Mai 2008 die Sportamtsleiter der drei Bezirke, die jeweiligen Bezirkssportbünde, den Berliner Fußball-Verband und Vertreter der Turngemeinde in Berlin (TiB) zu einer Gesprächsrunde eingeladen. Die Vertreter der Bezirke und der Sportorganisationen hatten eine Vielzahl von Ideen und benannten einen großen Bedarf an Sportstätten. In erster Linie sind es Sportplätze für Fußball und Hockey. Aber auch der Bedarf an wettkampfgerechten Sporthallen ist groß. Insbesondere die Wiederinbetriebnahme der vorhandenen Baseball- und Softballfelder der amerikanischen Streitkräfte im Rahmen des Vereinssports könnte relativ kurzfristig realisiert werden. Das Vorhaben wurde im Rahmen der Online-Diskussion zur „Tempelhofer Freiheit“ im Herbst 2007 im Bereich Sport und Freizeit als Siegervorschlag ausgewählt. Sowohl zwei Vereine als auch der Base- und Softballverband Berlin-Brandenburg haben ihr Interesse erklärt, hier aktiv zu werden. Darüber hinaus wird in Berlin für Inline-Hockey dringend eine gedeckte Sporthalle mit entsprechendem Untergrund benötigt. Die so genannten Hangars könnten hier eine ideale Lösung darstellen. Generell ist es aus LSB-Sicht wichtig, Wege und Gelegenheiten für Inlineskating, Skateboard und BMX zu schaffen, um den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen der angrenzenden Bezirke gerecht zu werden. Auch die Einrichtung einer beleuchteten Laufstrecke oder eine Trainingsstrecke für den Radrennsport ist überlegenswert. Apropos weitere Nutzungsmöglichkeiten der Hangars. So böte sich hier für den Kegelsport durch einen entsprechenden Umbau viel Raum, um eine zeitgerechte Anlage für das leistungsorientierte Sportkegeln einzurichten.

Da das Land Berlin beabsichtigt, die Deutschlandhalle mit seinem Eissportcenter 2009 aufzugeben und die geplante Eissporthalle an der Glockenturmstraße vielleicht erst zur Saison 2011/ 12 dem Eissport zur Verfügung steht, könnte ein Hangar für den Eissport als Zwischennutzung dienen. Dabei könnte eventuell das vorhandene technische Equipment zur Eisbereitung usw. aus der Deutschlandhalle genutzt werden. Grundsätzlich bieten sich nach LSB-Einschätzung für die Errichtung von Sportstätten drei Bereiche des Tempelhofer Feldes an: Der Bereich im Norden südlich des Columbiadamms, gegenüber vom Vereinsstandort der Turngemeinde in Berlin, der Bereich im Südosten an der Werner-Seelenbinder-Sportanlage und das Areal in Verlängerung der Paradestraße im Westen des Geländes. Im Rahmen der Entwicklung der Nachnutzung für den Flughafen Tempelhof werden auch Grundstücksverhandlungen mit dem Bund anstehen. In diesem Zusammenhang ist zu prüfen, ob ein nahegelegenes Bundesgrundstück worauf sich die Sportanlage Züllichauer Straße befindet, in die Verhandlungen einbezogen werden kann. Vielleicht ist es möglich, zu besseren Konditionen zu kommen und die Sportfläche für den Bezirk dauerhaft zu sichern. Nicht nur für angrenzende Vereine wie die TiB ergibt sich durch Schaffung von Sportflächen die Chance, für mehr Sportler Angebote zu schaffen. Als schwierig ist die Situation in Bezug auf die angedachte Wohnbebauung zu sehen. Hier ist die Sportverträglichkeit dieser Maßnahmen wie im ‘Leitbild Sport’ des Senats bereits verankert, von Anbeginn zu prüfen. Die Nachnutzung des Flughafengeländes erfordert es, in die Zukunft zu denken, aber auch seine Forderungen klar und überzeugend den politisch Handelnden darzulegen. Wir haben Ende Juni die bisherigen Ideen und konzeptionellen Überlegen der zuständigen Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg JungeReyer, schriftlich übermittelt, versehen mit dem Wunsch, in das weitere Planungsgeschehen direkt eingebunden zu werden.

3

Interview SPORT IN BERLIN sprach mit dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit

„Wir beweisen erneut, dass Berlin Deutschlands Sportstadt Nr. 1 ist” Welches Auftreten und welches Abschneiden erwarten Sie von den Berliner Athleten? Wenige Wochen vor Beginn der Olympischen Spiele dürfte das Thema Olympia in unserem Olympiastützpunkt allgegenwärtiges Thema sein. Im Training bestimmen dann längst die an der Weltspitze orientierten Trainingseinheiten den Tagesablauf. Ich freue mich, dass jetzt - im Juni 2008 - schon jeder achte Olympiastarter aus der Sportmetropole Berlin kommt. Bei einigen Sportlern stehen ja noch die Entscheidungen über die Erfüllung der Olympianorm aus. Was das Abschneiden betrifft: Große Hoffnungen setze ich - auch mit Blick auf die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 2009 in Berlin - auf das „Team Berliner Leichtatletik” um Vize-Weltmeister Robert Harting. Und was das Auftreten betrifft: natürlich wie immer untadelig. enat und Abgeordnetenhaus haben den Berliner Sport in schwieriger Zeit nicht allein gelassen: Das Sportanlagensanierungsprogramm wird fortgesetzt. Erlöse aus Immobilienverkäufen werden für die Bädersanierung eingesetzt, ausfallende Lotto- und Spielbankmittel durch Landesmittel ersetzt. Das alles geschah nicht im Selbstlauf. Sie gehörten zu den Befürwortern. Was macht den gemeinnützigen Sport für Sie so wichtig, was bedeutet der Vereinssport für unsere Stadt? Der Sport leistet unschätzbare Dienste bei gesellschaftlicher Integration, sozialer Kompetenz und natürlich bei der Gesundheitsprävention. Sportvereine tragen entscheidend zum sozialen Zusammenhalt in der pluralistischen Gesellschaft bei. Sie bilden die größte Bürgerbewegung in der Stadt und im Land. Millionen von Menschen bundesweit engagieren sich ehrenamtlich, was sicher einen hohen Betrag an sozialer Wertschöpfung pro Jahr bedeutet. Sport bedeutet Gemeinschaftserlebnis und friedlichen Wettstreit, aber auch Verständigung auf gemeinsame Regeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Der Sport ist - wie es der verstorbene, ehemalige Bundespräsident Johannes Rau formuliert hat, „der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält”. Ganz gleich, um welche Sportart es sich handelt. Die Sportlerinnen und Sportler in Berlin wissen das. Sie kennen das oft beschworene „Wir-Gefühl“ nur allzu genau.

S

Sie empfangen regelmäßig im Roten Rathaus Vertreter der rund 58.000 Ehrenamtlichen im Sport. Welche Bedeutung hat diese Veranstaltung für Sie? Ich setze damit eine schöne und überaus sinnvolle Tradition fort, die schon meine Vorgänger begründet haben. Es ist dies eine gute und leider viel zu seltene Möglichkeit des Regierenden Bürgermeisters, den Ehrenamtlichen des Sports den ausdrücklichen Dank und die Anerkennung der ganzen Stadt für ihr Engagement auszusprechen. Im persönlichen Gespräch erfahre ich mehr über ihre Tätigkeiten und Erfolge, aber auch Sorgen und Nöte. So manche sportpolitische Anregung habe ich am Rande dieser Empfänge erhalten. Sie sind ganz einfach in jeder Hinsicht nützlich. Die Olympischen Spiele in Peking stehen bevor.

4

Die Berliner Eliteschulen des Sports sind eine von Bund und Land anerkannte Talenteschmiede. Momentan wird das Konzept in Berlin gefährdet, weil immer noch zu wenig Lehrertrainer-Stellen mit qualifizierten Lehrer-Trainern besetzt und die Internatskosten zu hoch sind. Werden Sie sich dafür einsetzen, dass das Konzept der Eliteschulen nicht in Gefahr gerät? Die Verbindung „Schule und Leistungssport“ hat sich als landes- und bundesweit erfolgreich erwiesen. Nur in dieser Organisationsform können wir den in beiden Bereichen leistungsbereiten Schülerinnen und Schülern dabei helfen, die Doppelbelastung zu bewältigen. Grundsätzlich können wir mit der Entwicklung unserer Eliteschulen des Sports sehr zufrieden sein; mit der Einrichtung des Schulund Leistungssportzentrums haben wir einen weiteren Schritt in Richtung qualitative Förderung getan. Allerdings ist auch richtig, dass die Zahl der Planstellen für Lehrer-Trainer im Gesamtzusammenhang mit der Lehrerausstattung aller Berliner Schulen zu sehen ist - und dass es dann, wenn eine Lehrer-Trainer-Planstelle besetzt werden kann, immer noch schwierig sein kann, die qualifizierte Lehrkraft zu finden, die sowohl dem leistungssportlichen als auch dem schulischen Anforderungsprofil entspricht. Beim Schulinternat des Hauses der Athleten wollen wir die Beiträge nach sozialen Kriterien staffeln. Auch auf der Bundesebene setzen wir uns für eine Angleichung der Entgeltverordnungen für die Internate an den Eliteschulen des Sports ein, um durch eine vergleichbare und sozialverträgliche Entgelterhebung auch vergleichbare Bedingungen für alle Kinder und Jugendlichen zu schaffen. Es wäre schön und wünschenswert, wenn uns der Landessportbund Berlin und der Deutsche Olympische Sportbund im Rahmen ihrer Gremienarbeit dabei unterstützen würden. Sie sind Chef der Organisationskomitees für die Leichtathletik-WM im nächsten Jahr. Wie wichtig sind solche Großveranstaltungen für Berlin? Sehr wichtig. Wir wollen mit der Leichathletik-WM oder auch dem Grand Slam Beach-Volleyball erneut unter Beweis stellen, dass Berlin Deutschlands

Sportstadt Nr. 1 und ein guter Gastgeber von internationalen Großveranstaltungen ist. Übrigens ist dies das Ergebnis harter Arbeit - von Vereinen, Verbänden und der Politik. Es lohnt sich immer. Wirtschaft, Tourismus und Sport sind eng verknüpft. Die Großveranstaltungen bringen Kaufkraft in die Stadt, sie sind wichtig für den Einzelhandel, das Hotelund Gaststättengewerbe, aber auch für den langfristigen Imagegewinn der Stadt und ihr Lebensgefühl. Die erstrangigen Sportanlagen, die hohe Zahl von Spitzenathletinnen und -athleten, die vielen Bundesligateams und auch die Vielzahl von gut besuchten Breitensportereignissen unterstreichen den hervorragenden Ruf Berlins in der Sport-Community. Berlin ist vor kurzem von ‚SportBusiness International’ zur Weltsportstadt Nummer zwei gekürt worden. Nach unserer Kenntnis gibt es keinen anderen Sektor, in dem Berlin international so hoch gehandelt wird. In der Be-Berlin-Kampagne kommt der Sport nicht vor. Müsste das international anerkannte Image der Sportmetropole Berlin im Stadtmarketing zukünftig nicht stärker genutzt werden? Es gibt da schon noch einen Sektor, der international so hoch gehandelt wird, nämlich die Berliner Kulturlandschaft. Aber wir wollen hier keine künstlichen Konkurrenzen aufbauen. Ich sehe nicht, dass der Sport beim internationalen Stadtmarketing vernachlässigt wird, im Gegenteil. Genau aus diesem Grund hat uns ja SportBusiness zum zweitbesten Ausrichter von großen Sportveranstaltungen bestimmt, nach Melbourne und vor Sydney und London. Hierüber gibt es in der Stadt gar keinen Dissens. Der Sportsenator, die IHK und Berlin Partner haben eine Expertenrunde eingerichtet, die regelmäßig beraten wird, um welche internationalen Sportveranstaltungen sich Berlin bewerben sollte und wie diese zu vermarkten sind. Und was die beBerlin-Kampagne betrifft: Die ist in diesem Jahr 2008 zunächst einmal nach innen gerichtet, an die Berlinerinnen und Berliner. Auch ab 2009, wenn sie international ausgerichtet wird, bleibt sie dialogorientiert angelegt und auf Kooperationspartner angewiesen. Eine Einbahnstraße ist sie nicht. Konstruktive Ideen potentieller Partner, insbesondere des Landessportbundes, sind überaus willkommen. Sie haben einen vollen Terminkalender: Wie halten Sie sich dennoch fit und bei welcher Sportveranstaltung in Berlin können wir Sie in nächster Zeit begrüßen? Im Winter Ski, im Sommer Golf, so sieht mein Sportkalender aus. Leider komme ich viel zu selten dazu; die Amtsgeschäfte gehen vor. In jedem Fall werde ich den Startschuss zum Berlin-Marathon am 28. September abgeben. Gern gemacht hätte ich die Eröffnung der „Rescue“, der Weltmeisterschaft der Rettungsschwimmer, am 20. Juli in der Schwimmhalle Landsberger Allee. Es geht terminlich nicht. Veranstaltungen wie diese sind ganz wichtige Mosaiksteine im Gesamtbild der Sportmetropole Berlin, werden aber leider – und völlig zu Unrecht - medial zu wenig wahrgenommen.

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Waldemar Schanz Schießen (Doppeltrap) Geboren: 9. 8 1968 in Groß-Gerau, ledig, 1,80 m, 82 kg Beruf: Sportsoldat (Oberfeldwebel der Bundeswehr in Mainz) Bisherige Stationen: WTC Groß-Gerau, WTC Dachau, WCW Wiesbaden, SC Diana Berlin /seit 2000) Erfolge: Drei Olympia-Teilnahmen: 22. in Atlanta 1996, Siebenter in Sydney 2000, Sechster in Athen 2004, Europameister 1998 WM-Zweiter 1995, 1997, Weltcupsieger 1995, 2001, 2002, insgesamt 30 Deutsche Meisterschaften Hobby: Sport allgemein, Billard, Dart, Klavier, Lesen Größte Freude: Jeden Tag in vollen Zügen zu genießen und der Gewinn der Europameisterschaft. Außerdem die gute Betreuung durch den Olympiastützpunkt Berlin. Bundestrainer Wilhelm Metelmann: „Sein Engagement für den Sport ist unwahrscheinlich, er arbeit hart und sehr akribisch im Training und kann durchaus noch in London 2012 dabei sein. Eines Tages will er die Trainerakademie in Köln besuchen und vielleicht mal mein Nachfolger werden. Das Zeug hat er dazu.“ Julius Brink Beachvolleyball Geboren: 6. 7. 1982 in Münster, ledig, 1,86 m, 84 kg. Beruf: Sportsoldat (Stabsunteroffizier bei der Sportfördergruppe Köln), z.Z. BeachvolleyballProfi Bisherige Stationen: Bayer Leverkusen (19901998), Bayer Wuppertal (1998-2001), VC Olympia Berlin (seit 2001) Erfolge: WM-Dritter 2005 (mit Kjell Schneider), Europameister 2006 (mit Christoph Dieckmann, Deutscher Meister 2006, 2007), Sieben Turniersiege auf der World- beziehungsweise Europa-Tour Hobby: Im Internet surfen, Lesen, Grillen Größte Freude: Die Freizeit mit guten Freunden zu verbringen Manager Andreas Scheuerpflug: „Er ist zwar der Jüngere im Team, hat sich aber toll entwickelt und ist zu einer festen Größe geworden. Sportlich gesehen imponiert er durch seine Aufschläge, die viel Druck erzeugen, außerdem ist er in der Abwehr sehr gewandt und verfügt im Angriff über eine vielseitige, variable Technik. Er bringt stets viel Feuer in das Spiel, legt sich allerdings auch schon gern einmal mit den Schiedsrichtern an.“ Christoph Dieckmann Beachvolleyball Geboren: 7. 1. 1976 in Bonn, ledig, 1,98 m, 90 kg. Beruf: Student der Politik und Geschichte, derS P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Berliner Kandidaten für Peking Rund 50 Berliner Spitzensportler werden bei Olympia in Peking vertreten sein

26 haben ihr Ticket schon in der Tasche

D

ie ersten deutschen Teilnehmer an den Olympischen Sommerspielen in Peking sind vom DOSB-Präsidium nominiert worden. Nächster Nominierungstermin ist der 15. Juli. An diesem Tag wird dann der größte Teil des rund 460-köpfigen Aufgebots nominiert. Sicherlich wer-

den, so die Einschätzung der Experten, zum deutschen Olympia-Team auch rund 50 Berliner gehören. Bislang haben aber erst 26 Berliner das Ticket in der Tasche. „Sport in Berlin“ stellt die Kandidaten aus Berlin vor. (Siehe auch „Sport in Berlin” 3, 4, 5 und 6/08)

zeit Beachvolleyball-Profi Bisherige Stationen: Fortuna Bonn, TV Düren, BC Dernbach, VC Olympia (seit 2003) Erfolge: Olympia-Fünfter in Athen 2004 (mit Andreas Scheuerpflug), Europameister 2006 (mit Julius Brink), zehn große Turniersiege, viermal Deutscher Meister (2003, ‘04, ‘06, ‘07) Hobby: Auto-Fahren, Lesen Größte Freude: Mein erster Gewinn einer Deutschen Meisterschaft und der fünfte Platz bei den Olympischen Spielen in Athen Manager Andreas Scheuerpflug: „Ich habe selten einen Spieler erlebt, der so diszipliniert lebt und an sich arbeitet. Er ist der eher Planende und vom Kopf her Steuernde, extrem zuverlässig, gradlinig und vielseitig interessiert. Er besticht durch seine Athletik und gilt als einer weltbesten Blocker am Netz.“ PS. Zwischen Dieckmann, Sohn der Bonner Oberbürgermeisterin, und Brink gibt es genug Gegensätzliches, aber auch genug Gemeinsamkeiten, um erfolgreich zu sein. Beide harmonieren trotz des Altersunterschieds und anderer Interessenslagen geradezu perfekt.

lie zu haben. Außerdem fühle ich mich in der Großstadt sehr wohl, obwohl ich vom Land stamme. Bundestrainer Martin Frederick: „Toll, dass sie den Weg nach Berlin gefunden hat, um hier mit einem Großteil der Nationalmannschaft zu trainieren. Mit ihren freundlichen Wesen und ihrer aufgeschlossenen Art hält sie das Team zusammen. Sie ist ehrgeizig, arbeitet konzentriert und sehr akribisch, was für unseren Sport sehr wichtig ist.“

Anja Hitzler Bogenschießen Geboren: 16. 2 1983 in Schwäbisch-Gmünd, ledig, 1,73 m, 63 kg Beruf: Gelernte Bankkauffrau, derzeit Sportsoldatin (Stabsunteroffizier bei der BundeswehrFördergruppe in Potsdam) Bisherige Stationen: SGI Welzheim, und als Zweitverein SG Bergmann-Borsig Berlin Erfolge: Vize-Europameisterin 2008 und Vize-Weltmeisterin 2007, jeweils in der Halle mit der deutschen Mannschaft, Weltcup-Achte 2007, mehrfache Deutsche Meisterin. Hobby: Bin gern unter Leuten und mit Freunden unterwegs, früher Skiund Snowboardfahren Größte Freude: Die großartige Atmosphäre im ehrwürdigen Panathinaikos-Stadion von Athen anlässlich der Olympischen Spiele 2004 erlebt und eine intakte Fami-

Lisa Unruh Bogenschießen Geboren: 12. 4. 1988 in Berlin; ledig, 1,79 m, 72 kg Beruf: Besucht die 12. Klasse der WernerSeelenbinder-Schule, möchte nach dem Abitur 2009 zur Bundespolizei gehen Bisherige Stationen: Eintracht Innova Mahlsdorf (als Schwimmerin), seit 2001 SG Bergmann-Borsig Berlin Erfolge: Dritte der JWM 2004, Zweite der JWM 2005 in der Halle, Vize-Weltmeisterin mit der deutschen Erwachsenen-Mannschaft 2007 (Halle), EM-Zweite mit der Mannschaft und Achte im Einzel 2008 Hobby: Skaten, Lesen mit Freunden treffen Größte Freude: Beim dritten Anlauf endlich die Führerschein-Prüfung bestanden und einst den Schritt vom Schwimmen zum Bogenschießen gewagt zu haben, dank der Überredungskünste ihrer Mutter und ihrer Oma Bundestrainer Martin Frederick: „Erfreulich, wie schnell und nahtlos Lisa den Übergang von der Junioren- in die Erwachsenenklasse geschafft hat. Sie ist sehr selbstbewusst, zielstrebig, optimistisch und hat ein großes Durchsetzungsvermögen.. Was sie sich vornimmt, das schafft sie meistens auch.“ Marcus Groß Kanu (500, 1000 m Kajak) Geboren: 28. 9. 1989 on Görlitz, ledig, 1,84 m, 82 kg Beruf: Besuch der 12. Klasse der Flatow-Oberschule in Berlin (Fortsetzung auf Seite 6)

5

Berliner Kandidaten für Peking/Sportpolitik (Fortsetzung von Seite 5) Bisherige Stationen: Grünauer Kanu-Verein 1990 Erfolge: Zweifacher Junioren-Weltmeister 2007 in Racice (500, 1000 m), dazu Silber im KajakVierer (1000 m) Hobby: Fahrradfahren, Spielzeug-Modelle (Autos, Hubschrauber) Größte Freude: Die Erfolge im letzten Jahr, mehr Zeit für meine Freundin Kathi und die Familie zu haben, um abschalten zu können, Trainer Joachim Mattern: „Groß muss von den Großen noch einiges lernen, dennoch hat er trotz seiner erst 19 Jahre schon eine tolle Entwicklung genommen. Er hat zwar noch einige Ecken und Kanten, aber insgesamt betrachtet hat er es schon ganz schön weit gebracht. Er ist sehr ehrgeizig und hat dem Sport zuliebe auch die Schule etwas hintenan gestellt und eine Streckung beantragt, damit das Abitur nicht mit dem Höhepunkt der diesjährigen Saison kollidiert.“ Torsten Lubisch Kanu (500 m Kajak) Geboren: 3. 9. 1984 in Berlin, ledig, 1,87 m, 85 kg Beruf: Student für Mathematik und BWL an der Fernuniversität Hagen Bisherige Stationen: TiB, HKC Berlin, RK Berlin Erfolge: Vize-Europameister U 23 im Einer 2007 und Dritter 2006, Junioren-Europameister im Vierer 2000 als 15-Jähriger (!), dreimal Bronze bei der JEM 2002 und zweimal Dritter bei der JWM 2001 Hobby: Kanupolo, ModellAutos Größte Freude: Die erste EM-Teilnahme in Boulogne /Frankreich als damals jüngster DKV-Starter, dass meine holländische Freundin Wietske so hinter mir steht, obwohl ich in der Saison wenig Zeit für sie habe. Und dass ich Sport und Studium unter einen Hut bekomme. Trainer Joachim Mattern: „Bislang wurde er von Verbandsseite nicht gerade gut behandelt, obwohl er in der Rangliste in den letzten Jahren stets ganz weit vorn stand. Ihm wurde nach gesagt, dass er für ein Nationalmannschaftsboot wegen seines Stils nicht in Frage käme. Dennoch ließ sich Torsten, der ein intelligenter, aufgeschlossener und wissensdurstiger Junge ist, dadurch nicht unterkriegen und hat immer weiter gemacht. Seine Stärke ist die Sprintdistanz.“ Philip Zwiener Basketball (Flügelspieler) Geboren: 23. 7. 1985 in Bremen, ledig, 2,02 m, 99 kg Beruf: Nach dem Abitur gleich Profi geworden Bisherige Stationen: BTS Neustadt und Lesum

6

Bremen, Alba (seit 2005) Erfolge: Pokalsieg mit Alba 2006, Deutscher Meister 2008 und Teilnahme an der U 20-EM und Universiade Hobby: Lesen historischer Romane, Fan von Werder Bremen (Fußball) Größte Freude: Das Abitur geschafft zu haben, obwohl ich in der 2. Bundesliga viel trainieren musste. Mein gutes Verhältnis zu meinem jüngeren Bruder Frederik (18), der ebenfalls Basketball spielt und mich des öfteren in Berlin besucht. Manager Marco Baldi: „Für mich ist Philipp ein großes Talent, das bislang noch niemals unter so harten professionellen Bedingungen trainiert hat wie das bei uns der Fall ist. Ich finde es toll von ihm, dass er nicht weiter den bequemen Weg über einen kleineren Verein gegangen ist, um nach oben zu kommen, sondern gleich nach Beendigung der Schule zu Alba kam, wo er hart gefordert wird und um einen Stammplatz kämpfen muss, weil die Konkurrenz .sehr groß ist. Er hat sich erstaunlich schnell in der Großstadt eingelebt, ist beliebt bei der Mannschaft und wird uns sicherlich noch viel Freude bereiten.“ Stefanie Anthes Wasserspringen (10-m-Turm) Geboren: 13. 6. 1986 in Berlin, ledig, 1,57 m, 53 kg Beruf: Studentin, KombiBachelor mit Lehramts-Option (Grundschulpädagogik und Sportwissenschaft) an der HU Berlin. Bisherige Stationen: Berliner TSC (seit 1998) Erfolge: Deutsche Vizemeisterin im Winter und Meisterin im Sommer 2007, jeweils zweiter DM-Platz im Winter und Sommer 2008 vom 10-m-Turm. Hobby: Mit Freuden treffen, Lesen und Fotografieren auf Reisen Größte Freude: Das Abitur 2006 bestanden und gleich einen Studienplatz erhalten zu haben. Natürlich die Peking-Nominierung, die für mich und viele andere eine große Überraschung bildete. Privat, ein gebrauchtes Auto von meinen Eltern zum Abitur und Geburtstag geschenkt bekommen zu haben. Trainer Jan Kretzschmar: „Steffi ist sehr fleißig, zuverlässig und hat sich ihre Erfolge in den letzten Jahren schwer erarbeiten müssen. Peking wird ihr erster großer internationaler Wettkampf sein. Sie hat ihr gesamtes Tagesprogramm stets im Griff, um das Studium und Training gut miteinander zu vereinbaren. Noch besitzt sie allerdings zuwenig Selbstvertrauen und auch Erfahrung.“

Pawel Brendler Wasserspringen (10-m-Turm) Geboren: 19.1. 1983 in Swidnik/Polen, ledig, 1,72 m, 68 kg Beruf: Sportsoldat (Stabsunteroffizier) in Berlin Bisherige Stationen: Höchster SV (1990-97), SV Halle (1997-2007), Berliner TSC (ab 2008) Erfolge: Vierter Platz beim Europacup 2007, Deutscher Vizemeister 2007 und DM-Dritter 2008. Hobby: Fallschirmspringen, Wasserski, Snowboarden, bisschen Pokern. Größte Freude: Die OlympiaQualifikation geschafft zu haben, vor allem der Wechsel von Halle nach Berlin, wo sportlich die besten Bedingungen herrschen und ich am stärksten vorangekommen bin. Trainer Jan Kretzschmar: „In der relativ kurzen Zeit, in der wir zusammenarbeiten, hat Pawel nicht nur eine gute Entwicklung genommen, sondern einen richtigen Leistungssprung gemacht und alle Kriterien erfüllt, die für Olympia erbracht werden mussten.“ PS. Nach den Olympischen Spielen will Pawel Brendler in der Abendschule sein Abitur nachholen, um sich dann für eine Ausbildung zum Piloten bei der Lufthansa zu bewerben. Texte/Fotos: Hansjürgen Wille

as für ein Triumph! Alba ist Deutscher Meister im Basketball. Erstmals seit 2003. Foto: Engler

W

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Sportstiftung Berlin legt ihren Rechenschaftsbericht vor

London 2012 im Auge ie 2004 durch den Landessportbund Berlin und dreizehn andere Stifter errichtete Sportstiftung Berlin hat in den letzten Tagen ihren Rechenschaftsbericht vorgelegt. Diese Dachstiftung zur Förderung des Sports, der zwischenzeitlich drei Unterstiftungen angehören, die GerhardSchlegel-Stiftung zur Förderung der Leichtathletik, die Kurt-Ehrig-Stiftung zur Förderung des Rudersports und die Hans-und-Helga-Mahlke-Stiftung zur Förderung des Schwimm- und Wasserballsports in der SG Neukölln haben gemeinsam in den letzten Jahren mehr als dreißig Athleten gefördert. Zu den Athletinnen und Athleten gehören Medaillengewinner und -gewinnerinnen bei Olympischen Spielen genauso wie talentierte Nachwuchssportler, deren Ziel die Olympischen Spiele 2012 in London sind.

D

Zu den Athletinnen und Athleten, die bisher von der Stiftung gefördert wurden, gehören auch die für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking 2008 bereits nominierten oder auch auf ihre Nominierung wartenden Britta Steffen (Schwimmen), Stefanie Anthes und Patrick Hausding (Wasserspringen), Katja Abel (Kunstturnen), Karsten Schlangen, Robert Harting und André Niklaus (Leichtathletik) und der Paralympiksportler Pierre Senska. Aber der Fokus der letzten Vorstandssitzungen richtete sich mehr auf talentierte Nachwuchsathleten, die ihre internationalen Meriten bei den Olympischen Spielen 2012 in London erringen sollten. Junge Athletinnen und Athleten aus den Bereichen Kanurennsport, Wasserball, Wasserspringen, Leichtathletik, Bogenschießen, Moderner Fünfkampf, Radsport und Beachvolleyball sind in ein langfristiges Förderungsprogramm für die nächsten Jahre aufgenommen worden. Bei weiteren Athletinnen und Athleten aus den Bereichen Beachvolleyball und Segeln wird zurzeit gemeinsam mit der Laufbahnberatung des Olympiastützpunktes und dem Referat Leistungssport des Landessportbundes Berlin die Sinnhaftigkeit einer Förderung geprüft. So hat sich die Sportstiftung Berlin zu einem wichtigen Bestandteil einer langfristigen Talentförderung entwickelt. Das Modell, das in Berlin als Dachstiftungs-Modell entwickelt wurde, hat zwischenzeitlich auch Nachahmer in Niedersachsen und Schleswig-Holstein gefunden. Jetzt drückt die Stiftung aber zu allererst den von ihr geförderten Teilnehmern an den Olympischen Spielen in Peking kräftig die Daumen. Norbert Skowronek S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Olympische Sommerspiele 2008 OSP-Leiter Jochen Zinner über Berliner Aussichten bei Olympia Britta Steffen kann die 100. Medaille seit 1992 holen

Noch einiges in der Hinterhand Seit 13 Jahren ist Dr. Jochen Zinner Leiter des Olympia-Stützpunktes Berlin. Wie kein anderer hat der den Überblick, was mit unseren Athleten und Athletinnen läuft oder auch nicht. Zehn bis zwölf Medaillen erwartet er in Peking von den Berlinern, die mit etwa 50 Startern in der deutschen Mannschaft vertreten sein werden. Keine andere Stadt, so erklärt der ehemalige Wasserballer, hat in dieser Beziehung mehr zu bieten ach den ersten beiden Nominierungsrunden stehen 26 Berliner als Olympia-Teilnehmer fest. Ist das ein gutes oder schlechtes Ergebnis? Bislang ist alles im grünen Bereich und wir können, wenn am 15. Juli die letzten Peking-Starter benannt werden, durchaus unser angestrebtes Ziel von 50 plus X erreichen. Wir haben noch einige Pfeile im Köcher. Allerdings will ich nicht verhehlen, dass es auch schon einige unerwartete Ausfälle zu beklagen gilt, mit denen ich nicht gerechnet hatte.

N

Jochen Zinner: „Wir haben ein paar weitere Asse im Ärmel, die stechen sollten.” Foto: Ulrich Was erwarten Sie von der letzten Berufungssitzung, die am 15. Juli in Kienbaum stattfinden soll? Auf jeden Fall werden sechs, vielleicht sogar sieben Wasserballer dazukommen, wie mir Hagen Stamm, unser Bundestrainer aus Berlin, zu verstehen gab. Außerdem glaube ich fest daran, dass sich noch einige Leichtathleten qualifizieren, der eine oder andere Ruderer und die Beachvolleyballer. Was sind denn für Sie die bislang größten Enttäuschungen gewesen? In jedem Fall die Bahnradfahrer. Weder der zweifache Olympiasieger Robert Bartko noch der so gern als Flaggschiff bezeichnete Vierer konnten die Erwartungen erfüllen. Das gilt auch für die Ruderer, wo von neun Kandidaten bisher lediglich Britta Oppelt ihr Ticket in der Tasche hat. Und dass mit Natascha Keller nur eine einzige Hockeyspielerin vom Deutschen Meister BHC Berücksichtigung finden wird, lässt sich ebenfalls kaum verstehen. Haben Sie bereits erste Erkenntnisse, woran das gelegen haben kann? Grundsätzlich müssen wir hinterfragen, was machen andere besser. Welche Fehler passierten in der Vorbereitung. Sind die besten Talente bei den besten Trainern und an den besten Ort zusammengefasst, um den hohen Anforderungen gerecht zu werden. Darüber müssen wir demnächst reden.

Sicherlich gibt es aber auch ein paar erfreuliche Überraschungen. Da müssen an erster Stelle die Wasserspringer genannt werden, die zu sechst nach Peking fahren. Dass sich zu Ditte Kotzian, Nora Subschinski, Tobias Schellenberg und Patrick Hausding, die allesamt Medaillen-Chancen haben, auch im letzten Moment noch Stephanie Anthes und Pawel Brendler gesellen würden, daran hätte ich nie im Traum gedacht. Doch hier hat Trainer Jan Kretzschmar ganze Arbeit geleistet. Sehr erfreulich ist auch die Situation im Segeln, wo sich fünf Frauen und ein Mann qualifizieren konnten. So viele werden nicht einmal in der Leichtathletik, und die hat 47 Disziplinen, zusammen kommen. Das will schon etwas heißen. Wo sind aus Berliner Sicht in Peking Erfolge zu erwarten? Ich sehe den Dingen sehr optimistisch entgegen. Wenn alles einigermaßen formgerecht abläuft, dann könnte Britta Steffen mit der deutschen 4x100-mFreistilstaffel am zweiten Wettkampftag der Spiele die 100. Medaille für Berlin seit der Wiedervereinigung, also seit 1992 in Barcelona, erringen. Derzeit sind wir bei 99. Wir haben aber noch ein paar weitere Asse im Ärmel, die stechen sollten, ja eigentlich müssten, wenn es nach den gezeigten Leistungen im Vorfeld geht. Nennen sie doch bitte einige Beispiele, wer wo was holen könnte. Für mich zählen die Ruderin Britta Oppelt im Doppelvierer, Natascha Keller mit der deutschen Nationalmannschaft, die Schümann-Crew im Segeln, die Moderne Fünfkämpferin Lena Schönenborn zu den heißen Eisen auf eine Medaille, aber auch bei den Männern haben wir mit dem Vizeweltmeister im Diskuswerfen Robert Harting, dem Wasserspringer Patrick Hausding oder Norman Bröckl im Kajak-Vierer einige Medaillenanwärter. Was ist Ihnen sonst aufgefallen, als sie die bisherige Teilnehmerliste studierten? Es gibt ein ganze Menge von Aktiven, die in Berlin ihre sportlichen Wurzeln hatten, jetzt aber woanders leben, so die fünf Volleyballer Frank Dehne, Björn Andrae, Jochen Schöps, Stephan Hübner und Robert Kromm, außerdem die Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler sowie die Schwimmerin Daniela Samulski. Noch ein Wort zu den Paralympics-Teilnehmern, die bereits samt und sonders nominiert wurden. Unter den 170 Startern befinden sich 19 aus Berlin. Das ist eine gute Quote, wobei die Leichtathleten mit einer Marianne Buggenhagen und die Schwimmer mit Daniela Schulte, die mit ihrem Mädchennamen Röhle hieß, sicherlich für das eine oder andere Erfolgserlebnis sorgen werden. Im übrigen genießen die Behindertensportler bei uns den selben Stellenwert wie die Nichtbehinderten. Sie nehmen an der Leistungsdiagnostik teil, profitieren von der Physiotherapie sowie unserem Betreuungssystem und erhalten teilweise auch eine finanzielle Unterstützung. Das Gespräch führte Hans Ulrich

7

Rescue 2008 in Berlin

werben zu schaffen, wurde in jüngster Zeit fleißig in der Schwimm- und Sprunghalle im Europapark trainiert, wo der eine Teil der WM stattfindet. Ein kurzes Vorbereitungstrainingslager in der Nähe der südfranzösischen Stadt Bordeaux und in Warendorf hatten darüber hinaus ein übriges getan, um die Form aufzupolieren. Schließlich gilt sie auch als ein wichtigstes Mitglied des DLRG-Ortsvereins Berlin-Lichtenberg, der an der extra ausgeschriebenen Klub-WM teilnimmt und sich gute Chancen ausrechnet, unter die Top ten zu kommen. Was nach den Leistungen der letzten Titelkämpfe durchaus keine Utopie ist, zumal mit Sören Borch, Nyk Bahro, Tobias Knoll und Ralf Blumenthal vier hervorragende Schwimmer zum Zwölfer-Team gehören.

Julia Schatz hat für die Rescue 2008 hart trainiert

WM-Fit durch Australien-Aufenthalt ie ist zwar eine Berlinerin und hat sich auch intensiv auf die Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen in Berlin vorbereitet, doch das geschah nicht hier, sondern im fernen Australien. Nach dem Abitur und ihrer zweijährigen Sportfördergruppen-Zeit in Warendorf jettete Julia Schatz im letzten Herbst für acht Monate in die Nähe von Brisbane, um sich dort vor allem in den Freigewässer-Disziplinen zu verbessern, die bei der Rescue 2008 in Warnemünde ausgetragen werden, während die Poolwettbewerbe in der Schwimm- und Sprunghalle an der Landsberger Allee in Berlin stattfinden. Lohn der Anstrengungen: Aufnahme in die Nationalmannschaft.

S

„Es war schon eine harte Zeit, aber auch eine gute Lebenserfahrung“, sagt die 22-Jährige, die gemeinsam mit den Mitgliedern des Surf Life Saving Clubs an der Gold Coast des fünften Kontinents sich einem strammen, entbehrungsreichen Trainingsprogramm unterzog, das praktisch aus drei Einheiten bestand: Frühmorgens von 5.30 bis 7 Uhr Schwimmen, dann von 10 bis 11 Uhr Laufen und konditionsförderndes Treppensteigen, von 16 bis 17 Uhr Board/Ski und Paddeln auf einem Surfbrett. Und das an sechs Tagen pro Woche. Abends hat Julia Schatz dann noch in einem bayerischen Lokal („Im Dirndl“) als Kellnerin gejobbt, um ihren Lebensunterhalt zu finanzieren. Die Reise hatte sie ganz allein organisiert, wobei ihr die Kontakte zu einer australischen Freundin, die sie beim Deutschlandpokal im November 2006 in Warendorf kennen gelernt hatte, zugute kamen und die ersten Schritte in einer fremden

8

Welt wesentlich erleichterten. Später wurde sie dann von dem SLSC Northcliffe unter die Fittiche genommen, einem Verein, der im Umgang mit Übersee-Athleten sehr erfahren ist, eigene Häuser besitzt, die er für ein geringes Entgelt vermietet und auch die entsprechenden Trainingsgeräte bis hin zu einem Motorroller zur Verfügung stellt. Neben der Sprache hat sich die Berlinerin, die dem deutschen B-Kader angehört und bei den Junioren-Europameisterschaften 2004 in Polen eine Silber- und zwei Bronzemedaillen gewann, auch in ihren sportlichen Leistungen enorm verbessert. Vor allem in den Freigewässer-Diszipli-

nen, die sie am meisten liebt und die sie in Berlin nur bedingt ausüben kann, weil ja die richtigen Wellen fehlen. Dennoch sieht man sie häufig auf der Dahme in Grünau, wo sie mit ihrem Rettungs-Surfbrett unterwegs ist und ihre Einheiten im Freien absolviert. Um aber auch den Anschluss an die Spitzenklasse in den Pool-Wettbe-

Bei ihrem Australien-Aufenthalt hat Julia Schatz eine Menge erlebt. Noch heute schwärmt sie von der Teilnahme am Coolangatta Gold-Cup, einem Marathon-Vielseitigkeitswettbewerb, der aus insgesamt 30 Kilometern besteht, 15 km Skisurfen, 1 km Laufen, 4,5 km Paddeln, 2,5 km Schwimmen und noch mal 7,5 km Laufen. Mit einer Zeit von unter vier Stunden und Rang 35 zeigte sie sich sie „total glücklich und zufrieden.“ Das war sie übrigens auch bei einem anderen Erlebnis, das ihr allerdings zunächst einen gehörigen Schrecken versetzte und das Herz in die Kniekehle sacken ließ.. „Bei einem Skisurfen im Meer tauchte plötzlich neben meinem Brett eine gewaltige Flosse auf“, erzählt Julia Schatz. „Im ersten Moment dachte ich an einen Hai, doch später erzählten mir meine Kolleginnen, dass es sich um einen Delphin gehandelt haben muss, der ziemlich dicht ans Ufer herangeschwommen war.“ Gern würde die Berlinerin noch ein weiteres Mal nach Australien fliegen, weil ihr dort die Wärme und die Wellen so gut gefallen haben. Doch wahrscheinlich wird das in naher Zukunft kaum der Fall sein, denn nach der Rescue will sie sich auf ihr Studium an der Deutschen Sporthochschule in Köln konzentrieren, wobei sie noch nicht genau weiß, wohin sich einmal ihre berufliche Waage neigt. Dass sich der Australien-Aufenthalt gelohnt hat, lässt sich daran festmachen, dass Julia Schatz nach den in Warendorf stattgefunden Qualifikationswettkämpfen von der Bundestrainerin Anne Lühn in die deutsche Nationalmannschaft berufen wurde. Text/Foto: Hans Ulrich S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Mit großen Erwartungen gehen Deutschlands Rettungsschwimmer in die Weltmeisterschaften, die Rescue 2008, die vom 20. Juli bis 2. August in Berlin mit den PoolWettbewerben beziehungsweise in Warnemünde mit den Freigewässer-Disziplinen stattfinden. Bundestrainerin Anne Lühn, seit 2003 im Amt, hat die Nationalmannschaft benannt und hofft, dass Deutschland am Ende zu den besten drei Nationen der Welt gehört. ie stellt sich die Situation nach den von Ihnen geforderten nationalen Qualifikationswettkämpfen dar? Mit den in Warendorf und im Feldmarksee bei Sassenberg gezeigten Resultaten bin ich sehr zufrieden. Alle waren hochmotiviert bei der Sache und haben oftmals Bestzeiten erreicht, was für eine sehr gute Vorbereitung daheim spricht. Die große Leistungsdichte machte mich einerseits sehr glücklich, andererseits erschwerte sie mir die Aufgabe, weil ich einigen guten Leuten sagen musste, dass sie knapp gescheitert sind und nicht an der WM teilnehmen können. Aber sie haben in ihren Vereinsmannschaften die Chance sich zu bewähren.“ Gerade die Berliner Schwimmer hatten sich viel vorgenommen, um vor heimischen Publikum starten zu können. Wie fiel Ihre Wahl aus? Von den insgesamt zwölf NationalmannschaftsTeilnehmern kommt genau ein Drittel aus Berlin, was eine sehr beachtliche Quote darstellt. Bei den Herren sind es Sören Borch, Nyk Bahro, bei den Frauen Julia Schatz und Stefanie Schoder. Welche Stärken haben die Vier? Jeder hat auf seine Art und Weise bewiesen, dass er unbedingt dabei sein wollte und dass ich auf sie bauen kann. Sören Borch ist mit 24 Jahren schon Dienstältester. Er hat viel Erfahrung, gilt als ein absoluter Leistungsträger. Er bringt sich zudem dank seiner Routine auch glänzend in das Team ein,

W

Rescue 2008 in Berlin Bundestrainerin Anne Lühn vor der WM im Rettungsschwimmen:

„Ich baue auf vier Berliner” indem er den Jüngeren mit Rat und Tat hilft. Nyk Bahro, der das ganze letzte Jahr pausierte und erst vor einige Monaten wieder mit dem richtigen Training begann, kann sich unheimlich quälen, aber er hat dabei auch Spaß und Freude am Schwimmen. Er ist durchaus in der Lage, für die eine oder andere Überraschung zu sorgen. Julia Schatz profitierte natürlich von ihrem längeren Australien-Aufenthalt, wo sie sich in den Freigewässer-Disziplinen enorm verbessert hat und mit den stärksten Europäerinnen mithalten kann. Aber sie hat auch in den Pool-Events erfreuliche Fortschritte gemacht. Stephanie Schoder ist unser Sprint-Joker und kommt vor allem für die Staffelwettbewerbe in Frage. Wie sehen die weiteren Vorbereitungen bis zum WM-Auftakt aus? Wir werden noch vorher einen Lehrgang in Berlin absolvieren, um uns an die Bedingungen zu ge-

Sören Borch und Stefanie Schoder, die beide für Deutschland starten Foto: Ulrich

wöhnen und über die Staffelbesetzungen im klaren zu werden, wer beispielsweise an welcher Position und Strecke schwimmt. Und wir werden vor allem die Wechsel üben, damit nicht die Gefahr einer Disqualifikation besteht. Darüber hinaus arbeiten wir am Feinschliff in jeder Disziplin und wollen auch etwas für das Zusammengehörigkeitsgefühl tun. Welche Ziele haben Sie für die Rescue 2008? Wir wollen auf jeden Fall die stärkste europäische Nation werden und somit vor den Italienern landen, die bislang immer vor uns lagen. Nach Möglichkeit wollen wir auch eine der Weltmächte im Rettungsschwimmen ärgern beziehungsweise angreifen. Die Australier sind unschlagbar, das wissen wir, aber vielleicht gelingt es uns, die Südafrikaner oder Neuseeländer hinter uns zu lassen. Unser Wunsch ist eine Medaille. Noch ein Wort zu Berlin und der WM im eigenen Land. Ich glaube, Berlin bietet mit seiner glänzenden Infrastruktur die allerbesten Voraussetzungen. Die Halle im Europapark ist äußerst imposant, schließlich erlebte sie schon viele internationale Großveranstaltungen. Besonders beeindruckend finde ich die Weitläufigkeit, die Atmosphäre und die Helligkeit, obwohl sie sich eigentlich unterhalb der Oberfläche befindet. Dass Deutschland die Rescue ausrichten darf, ist für die DLRG von enormer Bedeutung. Der Verband erhält somit die Möglichkeit, sich in aller Öffentlichkeit zu präsentieren und zu zeigen, was Rettungsschwimmen umfasst und leistet. Hautnah kann jeder die breite Angebotsplatte mitbekommen. Das Gespräch führte Hans Ulrich

Selten so beschafft! Mit Ihrer neuen Brother Rahmenvereinbarung können Sie den lästigen Papierkram einfach vergessen! Öffentliche Beschaffung von Office-Lösungen einfach, schnell und garantiert vergaberechtskonform. www.brother.de/beschaffung

www.brother.de

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

DRUCKEN | FAXEN | KOPIEREN | SCANNEN | BESCHRIFTEN

9

LSB-Mitgliederversammlung

Ehrengäste (1. Reihe v.r.n.l.): Sportsenator Dr. Ehrhart Körting, Staatssekretär Thomas Härtel, Franz Allert, Präsident des Deutschen Tanzsportverbandes, Gerd Heinze, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft, Andreas Gerlach, Hauptgeschäftsführer des LSB Brandenburg

LSB-Präsidiumsmitglieder (v.r.n.l.) Professor Gudrun Doll-Tepper, Dr. Joachim Börner, Dr. Dietrich Gerber, Norbert Skowronek, Peter Hanisch, Gabriele Wrede, Hans-Jürgen Reißiger, Claudia Zinke, Uwe Hammer, Marion Hornung Fotos Seite 10/11: Engler

Selten lief eine LSB-Mitgliederversammlung so harmonisch wie diesmal ab

Körting lobte, Hanisch kritisierte ir spielen in der Weltliga mit, was den Sport betrifft.“ So lautete die Kernaussage eines sehr langen Grußwortes von Senator Ehrhart Körting bei der Ordentlichen Mitgliederversammlung des LSB Berlin. Sie fand wie in den vergangenen Jahren auch diesmal im klimatisierten Willy-Brandt-Saal des Schöneberger Rathauses statt, was bei der Gluthitze draußen sehr erfreulich war, und verlief in erstaunlich ruhigen Bahnen. Fast alle Bereiche sprach Körting an, hob dabei besonders die Erfolge der Spandauer Wasserballer, der Eisbären, der Handball-Füchse und Alba-Basketballer hervor, aber auch die herausragenden Veranstaltungen, die in den letzten Wochen stattfanden (Istaf, Deutsche SchwimmMeisterschaften, Turn-Olympiaqualifikation) beziehungsweise erst noch stattfinden werden, wie die Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen und die Zehn-Tänze-WM. Körting klopfte sich dann auch selbst auf die Schulter, indem er auf die finanzielle Unterstützung seitens der öffentlichen Hand hinwies. „Weil die Zuweisungen aus den Einnahmen von Lotto, Toto und Glücksspirale zur Finanzierung des organisierten Sports rückläufig waren, entschlossen wir uns zu handeln und einen Ausgleich zu schaffen“, sagte er. „Wir haben die Mittel für die Kernsportförderung über den Haushalt erhöht, wovon auch die Bundesligavereine profitierten.“ Insgesamt handelte es sich um eine Summe von 500 000 Euro. Und schließlich erklärte der Senator, dass für die dringend notwendige Sanierung der 32 Berliner Bäder entsprechende Gelder (50 Millionen Euro) zur Verfügung gestellt wurden. Darüber hinaus soll ab 2010 der jährliche Zuschuss weitere fünf Millionen Euro betragen, damit nicht wieder solch ein unerquicklicher Stau wie bisher ent-

W

10

steht. Nicht umhin kam Körting, auf die problematische Eissportsituation einzugehen, die sich aus der maroden Deutschlandhalle ergibt, deren Abriss inzwischen beschlossene Sache ist. Dafür soll in der Glockenturmstraße nahe des Olympiastadions eine (kleinere) Ersatzanlage mit zwei Eisflächen gebaut werden, wobei in der Übergangszeit, die Rede ist von zwei bis drei Jahren, kaum zu kompensierende Ausfälle in bezug auf das Training und das Wettkampfgeschehen verkraftet werden sollen. Natürlich freute sich der LSB-Chef Peter Hanisch über die von der öffentlichen Hand geäußerte

Anerkennung seiner 550 000 Mitglieder starken Organisation, aber das konnte ihn nicht daran hindern, den Politikern doch eine paar kritische Worte ins Stammbuch zu schreiben. Beispielsweise bemängelte er, dass in der vom Senat mit viel Brimborium kreierten Be-Berlin-Kampagne zur besseren Wahrnehmung der deutschen Hauptstadt der Sport völlig fehle, dass die Polizeipräsenz auf den Berliner Gewässern zurückgefahren wird und die Bildungsverwaltung in Sachen Eliteschulen immer noch einen Turm von bürokratischem Ballast aufbaut. Wörtlich sagt er: „Ich erinnere nur an die Lehrertrainer-Eingruppierung sowie die hohen Internats- und Verpflegungstarife an den Eliteschulen. Wenn der Senat nicht endlich Flagge zeigt, können wir das Konzept zur gezielten Förderung des Nachwuchs-Leistungssports beerdigen. Dann gute Nacht, Welt-Metropole des Sports.“ it Blick auf die Olympischen Spiele sagte Sportsenator Körting: „Auch diesmal wird die Hauptstadt das größte Kontingent von Athleten und Athletinnen innerhalb der deutschen Delegation stellen, was ein Erfolg des OSP und der Arbeit des LSB und seiner Mitgliedsorganisationen ist.” Er erklärte: „Ich bin sehr stolz auf den Berliner Sport.“ Ein Aufatmen war bei Peter Hanisch festzustellen, als die Satzungsänderung beschlossen war. Damit sind Weichen für die Zukunft gestellt, die für ihn nur noch ein Jahr dauert. In seinem Schlusswort stellte er erneut klar, dass er bei der Mitgliederversammlung 2009, dann ist er 73, nicht mehr für das Amt des LSB-Präsidenten kandidiert und die Geschäfte in jüngere Hände legt, wobei er in einer Kommission dafür Sorge tragen will, dass ein würdiger Nachfolger gefunden wird. Im Gespräch übrigens: Ex-Sportsenator Klaus Böger. Texte S.10/11: Hansjürgen Wille

M

SB-Präsident Peter Hanisch: „Anspruchshaltung war gestern, heute müssen wir einfallsreicher sein, um mit den verbliebenen Mitteln auszukommen. Wir müssen neue Quellen auftun. Unternehmerisches Denken, Konzentration auf das Wesentliche und Wagemut sind mehr denn je gefragt.“ Das gilt verstärkt für die Schlüsselverantwortung und Aufsicht über Anlagen, für die kein Schulhausmeister mehr abgestellt werden kann. Dass schon jetzt Hallen und Bäder von Vereinen betrieben werden, spart dem Finanzsenator jährlich Millionen.”

L

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Ehrengäste:

LSB-Mitgliederversammlung Satzungsänderung beschlossen

Karin Seidel-Kalmutzki (SPD), Vizepräsidentin des Abgeordnetenhauses von Berlin und Vorsitzende des Sportausschusses, und Markus Pauzenberger, sportpolitischer Sprecher der SPDFraktion im Abgeordnetenhaus

DOSB- und LSB-Ehrenpräsident Manfred von Richthofen (re.); Andreas Statzkowski, sportpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus

Präsidentenversammlung eingeführt er Entwurf zur Änderung der LSB-Satzung, im vorhinein von zehn Juristen und Fachleuten genauestens geprüft, wurde bis auf eine einzige Ausnahme zügig abgehandelt. Lediglich zu Paragraph 10 gab es in Einzelteilen hitzige Diskussionen, die in einem Fall sogar in der Forderung einer geheimen Abstimmung gipfelten. Doch Versammlungsleiter Dietrich Gerber meisterte mit Geschick die Situation, so dass letztendlich doch Einstimmigkeit herrschte.

D

2) Die Mitglieder der Präsidentenversammlung haben für eine Amtszeit von jeweils drei Jahren einen Vorsitzenden und zwei Stellvertreter zu wählen. 3) Der Präsidenversammlung obliegen die Erörterung für den Sport bedeutsamer Themen sowie Beschlussfassungen über entsprechende Empfehlungen an die Mitgliederversammlung und/ oder das LSB-Präsidium. 4) Die ordentliche Präsidentenversammlung ist einmal im Geschäftsjahr einzuberufen.

Um folgende Neufassung handelt es sich: Ferner heißt es, dass dem LSB-Prä1) Die Präsidentenversammlung sidium und jedem Mitglied der Präsetzt sich aus den Präsidenten besidentenversammlung jeweils eine ziehungsweise Vorsitzenden der Stimme zusteht, wobei alle Beeinzelnen Verbände und allen Mit- Joachim Börner, LSB-Prä- schlüsse mit einfacher Mehrheit gegliedern des Präsidiums gemäß § 9, sidialmitglied für Rechts- fasst werden. Bei Stimmengleichund Satzungsfragen heit gilt ein Antrag als abgelehnt. Absatz 1 zusammen. Ausgeglichner Haushalt

Zusätzliches Geld für die Harbig-Halle as für die Finanzen im LSB zuständige Präsidialmitglied Hans-Jürgen Reißiger konnte für 2007 einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen, wobei er allerdings auf die hohe Abhängigkeit von zwei Hauptträgern hinwies. Die DKLB (Lottomittel) und der Senat steuern mit 39,4 beziehungsweise 38,5 Prozent den Großteil zum Gesamtetat des Landessportbundes Berlin bei, während Beiträge aus der Glücksspirale, Kurse, Gebühren, Teilnehmer-Entgelte und Mieteinnahmen etwa 19 Prozent der Haushaltsfinanzierung ausmachen, die Mitgliederbeiträge gerade einmal 2,8 Prozent.

D

LSB-Ehrenmitglieder Dietrich Maes (re.) und Werner Hannemann

DKLB-Vorstand Hans-Georg Wieck und LSB-Ehrenmitglied Jochen Günther (li.)

LSB-Kassenprüfer Georg Rohkamm (Berliner Basketball Verband), Gabriele Buchla (Landestanzsportverband Berlin) S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

ten darin ist eine projektgebundene Zuwendung des Senators für Inneres und Sport zur notwendigen Sanierung des Harbighallen-Dachs in Höhe von 1,825 Millionen Euro, so dass der Gesamthaushalt diesmal 24,392 Millionen Euro beträgt

Das Volumen 2007 belief sich auf rund 21,540 Millionen Euro und gilt mit einigen kleineren Verbesserungen auch für dieses Jahr. Nicht enthal-

Erfreut konstatierte der „LSB-Finanzminister“, dass der Bayerische Gerichtshof jüngst das staatliche Monopol für Sportwetten als verfassungsgemäß bewertet hat, was hoffentlich alle weitere Diskussionen beendet. Dennoch empfahl er den Vereinen und Verbänden, ihre Einnahmen und Ausgabenstrukturen zu überdenken, zumal rückläufige Umsätze beim Lotto und der Glücksspirale 2008 und 2009 nicht auszuschließen sind.

ie Organisatoren der Leichtathletik-WM 2009 in Berlin warben am Rande der LSBMitgliederversammlung um weitere freiwillige WM-Helfer. Information rund um das Volunteerprogramm: www.berlin2009.org/volunteers

infried Wolf (re.), Präsident des Berliner Segler-Verbandes, überreichte dem Sportsenator eine Unterschriftensammlung als Protest gegen die Schließung der Wasserwache auf Schwanenwerder.

D

W

11

Sporthistorie

Das „Provisorische Gründungskomitee zur Bildung einer Internationalen Athletikorganisation“ lädt zum Kongreß nach Berlin ein, um dort offiziell die IAAF zu konstituieren.

Der in französischer Sprache abgefaßte handschriftliche Statutenentwurf, der auf dem Berliner Gründungskongreß verabschiedet wurde. Die Teilnehmer des Internationalen Athletik-Kongresses in Berlin (von links nach rechts): Hintere Reihe: Pihkala (Finnland), W.M. Barnard (England); Höjme (Dänemark), Glenk (Schweiz), Steffenhagen (Deutsche Sportpresse); Dr: Szerdernhegyi (Ungarn), Stankovits (Ungarn), Lie (Norwegen), Blomquist (Finnland), Englund (Schweden), Reichel (Frankreich); Mittlere Reihe: Burger (Deutschland), Wraschtil (Österreich), Schofield (England), Langkjaer (Dänemark), Hellström (Schweden), Edström (Präsident des Kongresses, Schweden), Runge (Deutschland), Willig (Frankreich), Conger (Pressevertreter aus den USA), Col. Thomson (USA); Vordere Reihe: Moss (England), Deutsch (Österreich), Wetherell (Südafrika), Meyerhof (Deutschland), Kirby (USA), Sullivan (USA), Maccabe (USA), NN. Im August 1913 wurde die IAAF in Berlin gegründet

Leichtathleten-Wiege an der Spree In der 20. Sitzung des Sportausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses am 14. März 2008 erläuterte die BOC 2009 GmbH den Vorbereitungsstand der Leichtathletik WM 2009 und gab ein erklärungsbedürftiges Statement zur sportgeschichtlichen Bedeutung Berlins bei der Gründung der IAAF ab. Um in der Öffentlichkeit weitere Mißverständnisse zu vermeiden, wird hier aufgrund einschlägiger Veröffentlichungen der IAAF und weiterer sporthistorischer Literatur ein komprimierter Überblick der oft falsch dargestellten IAAF-Gründungsgeschichte gegeben. ahlreiche organisatorische Pannen und Dispute, die sich Ende des 19. Jahrhunderts über die Ausführung leichtathletischer Disziplinen häuften, veranlaßten James Edward Sullivan, Sekretär der Amateur Athletic Union der USA (AAU) zu dem Vorschlag, auf internationaler Ebene einen Athletik-Verband zu gründen. Wenige Tage nach Ende der Olympischen Spiele in Paris regte Sullivan im Juli 1900 ergebnislos an, einen „Internationalen Leichtathletik-Verband“ zu gründen, der für die Olympischen Spiele die Regelhoheit bekommen sollte. 1901 trat Sullivan dafür ein, in Buffalo oder New York unter der Schirmherrschaft der AAU Olympische Spiele zu veranstalten, was von Coubertin und seinen Anhängern im IOC natürlich abgelehnt wurde. Noch einmal versuchte der AAU-Sekretär mit Hilfe der AAU-Mitglieder nach den Spielen in London 1908 ein neues Internationales Olympi-

Z

12

sches Komitee zu etablieren, nach dessen Statuten die Olympischen Spiele reguliert werden sollten - auch dieser Versuch mißlang. Erst im Mai 1911 (im Vorfeld der Olympischen Spiele in Stockholm) lud der schwedische Amateur-Athletik-Verband zu einer Sitzung am 16. Juli 1912 in Stockholm ein, bei der die Gründung einer „International Amateur Athletic Federation“ erörtert werden sollte. Diese Sitzung fand schließlich am 17. Juli 1912 im schwedischen Reichstag unter dem Patronat des schwedischen Kronprinzen statt. Die anwesenden 27 Vertreter aus 17 nationalen Athletikverbänden setzten auf diesem Kongreß einen „Provisorischen Ausschuß zur Gründung eines Internationalen Amateur-Athletik-Verbandes“ ein, den J. Sigfrid Edström (Schweden) als Präsident leitete. Gleichzeitig wurde bestimmt, daß Statutenentwürfe erarbeitet werden sollten, die dann auf einem weiteren Athletik-Kongreß in Berlin verabschiedet und daran anschließend die offizielle Gründung des Verbandes vollzogen werden sollte. Berlin wurde deshalb bestimmt, weil auf der 14. IOCSession am 4. Juli 1912 in Stockholm Berlin einstimmig als Austragungsort der Spiele der VI. Olympiade gewählt worden war. Dieser zweite internationale Athletik-Kongreß fand im „Preußischen Abgeordnetenhaus“ (das heutige Berliner Abgeordnetenhaus) vom 21. bis 23. August 1913 statt. Dort wurde die IAAF (damals unter dem Namen „International Amateur

Athletic Association“) offiziell gegründet und J.S. Edström (Schweden) als erster Präsident der IAAF gewählt. In den Vorstand der IAAF wurden gewählt: C. Diem (Deutschland), P.L. Fisher (Großbritannien), Frantz-Reichel (Frankreich), S. Stankovits (Ungarn), J.E. Sullivan (USA); als Sekretär des Verbandes wurde Kr. Hellström (Schweden) eingesetzt. Auf dem Berliner Kongreß wurde weiter beschlossen: • das olympische Standardprogramm der Leichtathletik, • die Einsetzung einer Kommission, der die Feststellung der Amateur-Weltrekorde obliegt, • die Ausarbeitung einer gemeinsamen Amateurdefinition, • die Einsetzung eines Ausschusses für Amateurfragen, dem alle Streitfälle zu unterbreiten sind, (Vorsitz: Runge, Deutschland; Beisitzer: Barnard, Großbritannien; Frantz-Reichel, Frankreich; Kirby, USA; Pihkala, Finnland; Wetherell, Südafrika), • die Ausarbeitung von Regeln und Bestimmungen, die in der ganzen Welt als Grundlagen der Leichtathletik gelten sollen. In Erinnerung an die Gründung der IAAF in Berlin wurde der 10. Kongreß der IAAF am 20./21. Mai 1930 diesmal im „Preußischen Herrenhaus“ (gegenüber dem „Preußischen Abgeordnetenhaus“) veranstaltet. Auf diesem Jubiläumskongreß zeichnete die IAAF verdiente Mitglieder mit dem Ehrenzeichen „I.A.A.F. Veteran“ aus. Unter den Geehrten befanden sich folgende deutsche Leichtathletikfunktionäre: Friedrich Burger, Carl Diem, Justus W. Meyerhof, Johannes Runge. Der Kongreß verwarf den Gebrauch von Startklötzen, ließ aber unter bestimmten Bedingungen die elektrische Zeitmessung für die Anerkennung von Rekorden zu. Vergütung des Lohnausfalls für Athleten wurde abgelehnt. Vizepräsident des IAAF-Council wurde Franz-Paul Lang (München), Dr. Karl Ferdinand Halt (München) als Mitglied der Regelkommission bestätigt. Text/Fotos: geste S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Anzeige

Der Deutsche Sportausweis – Das Gemeinschaftsprojekt des deutschen Sports Ihr Ziel als Vereinsverantwortliche und natürlich auch als einzelnes Mitglied ist es, die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung Ihres Vereins nachhaltig zu fördern? Dann unterstützen Sie die Einführung des Deutschen Sportausweises auch in Ihrem Verein! Um die sportorganisatorische Verwaltung innerhalb des Vereins und zwischen Verein und Verbänden zu vereinfachen, hat die DSA Deutsche Sportausweis GmbH gemeinschaftlich mit den Landessportbünden, den Spitzenverbänden und dem Deutschen Olympischen Sportbund den Deutschen Sportausweis entwickelt und erprobt. Der Deutsche Sportausweis ist in erster Linie der Mitgliedsausweis des Sportvereins. Gleichzeitig bietet der Sportausweis dem Verein und seinen Mitgliedern zahlreiche Vorteile. Vereinsverantwortlichen wird durch ein vielseitiges EDV-gestütztes System sowohl die Verwaltungsarbeit, als auch die Kommunikation mit den Mitgliedern erleichtert. Außerdem protieren die Mitglieder in Form von Sofortrabatten bei ausgewählten Wirtschaftspartnern.

Peter Hanisch (Berlin): Im Mittelpunkt allen Bemühens steht der Verein. Die Ehrenamtlichen an der Basis des Sports verdienen jede Hilfestellung. Insofern unterstützen wir das Gemeinschaftsprojekt eines einheitlichen Ausweises nachdrücklich. Alle Berliner Vereine sind herzlich eingeladen, den Deutschen Sportausweis als Mitgliedschaftsnachweis einzuführen. Je mehr Vereine mitmachen, umso vorteilhafter für das Projekt insgesamt. Steigen Sie ein, nehmen auch Sie teil an einer einmaligen Vorteilswelt des Sports! Auf eine erfolgreiche Zukunft in unserem Verband, mit sportlichem Gruß

Peter Hanisch Präsident des Landessportbundes Berlin

Antragsberechtigt sind ausschließlich deutsche Sportvereine, welche auch als Herausgeber des Ausweises fungieren. Der Verein bleibt zu jedem Zeitpunkt Inhaber seiner Mitgliederdaten. Es wird dafür Sorge getragen, dass der Deutsche Sportausweis zukünftig auch als Übungsleiter- und Wettkampfpass sowie als Vorteilsausweis bei nationalen Wirtschaftspartnern eingesetzt werden kann. Sagen auch Sie „Ja zum Deutschen Sportausweis“ und fordern mit dem vorgefertigten Antragsformular alle notwendigen Informationen an.



JA

zum Deutschen Sportausweis

«Bekunden Sie Ihr Interesse am Deutschen Sportausweis und senden Sie diesen Abschnitt vollständig ausgefüllt an die untenstehende Faxnummer bzw. Anschrift «Nach Zusendung erhalten Sie alle notwendigen Informationen zur Einführung des Deutschen Sportausweises in Ihrem Verein

Bitte faxen an: oder per Post an:

Vereinsname

01805 00 72 03* DSA Deutsche Sportausweis GmbH Service-Center Postfach 100417 96056 Bamberg

Ansprechpartner SportVereins-Karte

SportManagement-Karte

Straße, Hausnummer

PLZ, Ort

0000 0000 0000 0001 Telefonnummer für Rückfragen

MAX MUSTERMANN LANDES SPORT BUND

FC Musterstadt Fußball Musterverein Mitglieds-Nr. 1234567890

SPITZEN FACH VERBAND

0000 0000 0000 0001 gültig bis 00/00 MAX MUSTERMANN LANDES SPORT BUND

FC Musterstadt Fußball Musterverein Mitglieds-Nr. 1234567890

SPITZEN FACH VERBAND

E-Mail-Adresse

Noch Fragen? Wir sind gerne für Sie da. Sportausweis-Servicetelefon:

01805 77 67 80* *14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz, für Anrufe aus Mobilfunknetzen können abweichende Preise gelten.

Sportpolitik Ein Symposium in Berlin untersuchte Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport

Inakzeptabel: Gold statt Bildung as ISTAF hat seit vier Jahren ein Begleitprogramm. Seitdem veranstalten das Meeting und der von der Berliner Sportwissenschaftlerin Professor Gudrun Doll-Tepper präsidierte Weltrat für Sportwissenschaft und Leibes-/Körpererziehung (ICSSPE) gemeinsam das Symposium „Dimension of Performance“. Bei der Premiere ging es um das Höhentraining, dann um Talentförderung und schließlich um die Eliteschulen des Sports. Diesmal war die Vereinbarkeit von Studium und Spitzensport das hochinteressante und spannende Thema.Am Tage vor dem Spektakel der Leichtathleten im Olympiastadion, das als Generalprobe für die 2009 an gleicher Stätte

D

Professor Gudrun Doll-Tepper (li.) mit Christina Obergföll und Birte Steven, zwei exzellenten Beispielen für „students-athletes” stattfindende WM diente, fand die Veranstaltung über die Probleme der „dualen Karriere“ statt, zu der sich Wissenschaftler, Sportfunktionäre und politiker sowie Athleten von fast jedem Kontinent der Welt eingefunden hatten. „Es ist von großer Bedeutung, dass wir den Sportlern und Sportlerinnen Zukunftsperspektiven bieten, wenn wir von ihnen erwarten, dass sie ihre Zeit als Jugendliche und junge Erwachsene dem Sport widmen“, begründete Doll-Tepper die Themenwahl. Sportsoldat(in) bei der Bundeswehr, das ist eben nicht jedermanns oder fraus Sache. Vorträge gab es u.a. vom Vizepräsidenten der Technischen Fachhochschule Berlin, Professor Karl-Heinz Strauch, vom Direktor der Tsinghua Universität Peking, Professor Chen Wie Qiang, dem Schweden Dr. Bengt Nybelius als Vorsitzendem des Netzwerkes European Athletes as Student, von Australiens Frauenbasketball-

Trainerin Jane Stirling. Das bot eine Menge Anschauungsunterricht, gerade für die hiesigen Umstände, wo die Praxis als Kriterium der Wahrheit oft erhebliche Defizite aufweist. Was durch die Erfahrungsberichte der studierenden deutschen Top-Athletinnen Christina Obergföll (zweimal Vizeweltmeisterin im Speerwurf) und Birte Steven (WM-Sechste 2007 im 200-m-Brustschwimmen) illustrativ bestätigt wurde. Einig waren sich die beiden mit Professor Chen Wie Qiang, der anders als wohl viele erwarteten, gegen den Strich reinen Erfolgsdenkens bürstete: „Goldmedaillen über die Bildung zu setzen, das kann heute nicht mehr akzeptiert werden!“ In China gebe es unbestreitbar das Problem der Arbeitslosigkeit nach Ende oder Ausscheiden aus einer Sportlerlaufbahn, außerdem werde beim Training viel zu früh spezialisiert. Wie schwer die Kombination von Bildung und Sport auch in Deutschland durchzusetzen ist, durfte sich der Chinese von Obergföll und Steven anhören. Die Speerwerferin strebt den Bachelor in Englisch und Sportwissenschaften in Freiburg an, die Schwimmerin ist nach Jahren an der Oregon State University in den USA jetzt an der Hochschule für Sport und Gesundheit in Berlin immatrikuliert. „Die Mitarbeiter der Hochschule fingen an mir zu helfen, als ich erfolgreich war. Diese Hilfe braucht man früher“, kritisierte Obergföll. Dennoch rate sie jedem Sportler, auch denen mit Profi-Status, das Studium nie abzubrechen. „Ich will nicht, dass man in zehn Jahren über mich sagt, die konnte nichts als Speerwerfen.“ Birte Steven berichtete über ihre USA-Erfahrungen als Gegenentwurf. „Ohne das System dort wäre ich keine Weltklasseschwimmerin geworden.“. Als Sportler sei man voll an der Uni integriert. Adviser begleiten und unterstützen die Athleten auf dem Weg durch das gesamte Studium. „Erzählt man in Deutschland über seine sportlichen Leistungen, erntet man ein Schulterzucken. In den USA bedeuten sie große Anerkennung, Prestige, Unterstützung, ja, Bewunderung.“ Zwar könne man hie wie da erfolgreich sein, aber Birte Steven sagt: „Wenn ein Sportler die Chance hat, in den USA zu studieren, kann ich nur empfehlen: Do it!“Text/Foto: Klaus Weise

NADA schließt Vertrag mit den Landessportbünden

Klaus Pöhle scheidet als BMIAbteilungsleiter Sport aus

ie Nationale Anti Doping Agentur und die Landessportbünde schließen einen Vertrag über Dopingkontrollen und intensivierte Zusammenarbeit in der Prävention. Der Vertrag sieht u.a. die Durchführung von ca. 200 Kontrollen zusätzlich zu den von Spitzenverbänden vorgenommenen Kontrollen - im Nachwuchsleistungssport vor. DOSB-Presse

inisterialdirektor Klaus Pöhle, langjähriger Abteilungsleiter Sport im Bundesinnenministerium, ist in einer Feierstunde im Bonner Dienstsitz des BMI feierlich verabschiedet worden. Minister Wolfgang Schäuble würdigte das berufliche Leben des 59-Jährigen beim Bund und wies auf die „großen Verdienste“. Nachfolger wird Rüdiger Kass. DOSB-Presse

D

14

M

Aus dem LSB-Präsidium Vertrag zum Kinderfestival n seiner Sitzung vom 28. Mai hat das LSB-Präsidium die Zustimmung zum Abschluss einer neuen Vertragsvereinbarung für das Kinderfestival 2008 gegeben. Statt der bisher üblichen ’Freimitgliedschaften’ in Berliner Vereinen, die durch eine Bezuschussung des Veranstalters kompensiert wurden, beteiligt sich dieser jedoch zukünftig direkt am Projekt ’Kids in die Sportklubs’. Das 15. Kinderfestival findet statt vom 17. bis zum 20. Juli, Veranstaltungsort ist das Areal rund um Olympiapark und Reiterstadion.

I

Grundwasser-Sonderregelung für Vereinsanlagen angemahnt n derselben Sitzung hat das Präsidium beschlossen, bei der in Berlin jetzt zu zahlenden Grundwasserentnahmegebühr eine Sonderregelung für Vereine einzufordern. Signale aus dem Abgeordnetenhaus lassen eine solche inzwischen als durchaus realisierbar erscheinen.

I

Parteinahme zugunsten des Eissports n seiner letzten Sitzung vor der diesjährigen Sommerpause hat sich das Präsidium am 25. Juni kritisch mit dem vom Senat jüngst vorgelegten Zeitplan zum Ersatz der Deutschlandhalle als Eissportstandort auseinandergesetzt. Zwar sei der Beschluss zum Neubau einer Doppelflächen-Eishalle neben der Waldbühne lobenswert, doch sei den jugendlichen Eissportlern ein jahrelanges Provisorium mit langen Anfahrtswegen nicht zumutbar. Zwischenzeitlich haben sich auch die Fraktionen in Bezirksverordnetenversammlung und Abgeordnetenhaus mehrheitlich für einen nahtlosen Übergang im Sinne des Sports ausgesprochen.

I

Neubesetzung im Referat Leistungssport benfalls am 25. Juni hat das Präsidium den bisherigen Mitarbeiter des Referats Sportentwicklung Reinfried Kugel zum neuen Abteilungsleiter ’Nachwuchsleistungssport’ bestellt. Er tritt die Nachfolge von Gerd Heinze an, der zum 1. September in den Ruhestand verabschiedet wird. Kugel, der sich zuletzt berufliche Verdienste um die Entwicklung des Seniorensports in Berlin erworden hat, war langjährig auch ehrenamtlich in Verein und Verband tätig. Erfahrungen für seinen neuen Arbeitsbereich bringt er aus der früheren Tätigkeit beim DTSB mit.

E

Bericht zur SPAN-Novellierung ie angekündigte Novellierung der Sportanlagennutzungsvorschriften war ebenfalls Gegenstand der Juni-Sitzung. Das Präsidium hat beim Senat eigene Vorschläge eingebracht. Besonderes Augenmerk gilt der Wahrung der Interessen des Studentensportverbandes, für dessen Mitglieder künftig von Senat und Bezirken Sportstätten-Nutzungsgebühren gefordert werden. red.

D

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 87

Gesundheitssport Sabine Rühl (49), Kursleiterin Eltern-Kind-Turnen bei Pro Sport Berlin 24 e.V.:

Bewegung macht Spaß! Eltern-Kind-Turnen zählt in den Sportvereinen zu den gut nachgefragten Kursen. Woran liegt das? An einer allmählichen Bewusstseinsveränderung bei den Eltern. Die Teilnahme an solchen Angeboten ist eine bewusste Entscheidung, bei der man sich sagt, wir wollen schon früh dafür sorgen, dass unser Kind von den klassischen „Zivilisationsproblemen“ wie Bewegungsarmut, Übergewicht, damit verbundenen Krankheiten verschont bleibt. Kommen dann nicht noch zu wenige in die Kindersportkurse? Gemessen an der absolut möglichen Zahl, sind es immer zu wenige. Bewegung macht Spaß - das haben die Kleinen im Blut. Die Großen, die es vergessen haben, werden es beim Mittun wieder entdecken. Kinder sind unterschiedlich. Können alle in solchen Kursen mitmachen? Ja, weil die Spieltechniken, die die Hauptsache sind, einen wunderbar integrativen Charakter haben. Da bilden sich Gruppen, wo alle ihren Platz finden und Spaß haben. Die Kinder, die schnell begreifen, ebenso wie die, die etwas ängstlicher sind und sich nicht sofort trauen. Das ist wie ein großer Spielplatz für soziales Verhalten. Sie haben selbst drei, inzwischen erwachsene Töchter. Was Sie jetzt in Ihren Kursen machen, wurde das vorher in der eigenen Familie praxiserprobt? Zum Teil sicher. Dass Bewegung von Anfang an dazu gehört, das kann man wissen - aber man muss es auch umsetzen. Als meine Mädels groß waren, habe ich mir gesagt, jetzt versuchst du ein paar Dinge weiterzugeben. Was ist Ihnen besonders wichtig? Die Kinder sollen sich spielend selbst entdecken. Natürlich habe ich einen psychomotorischen Ansatz, arbeite mit bestimmten Geräten wie Bällen, dem großen Schwungtuch mit seinen Wellenbewegungen, also mit Spielmöglichkeiten, die es so zuhause nicht gibt. Mit den Eltern rennen, toben - viele stellen sich Turnen anders vor? Weil sie mit dem Begriff das klassische Gerätturnen verbinden, wo man sich in Reihe anstellt, bis man dran ist. Da verlöre mancher schnell die Lust. Was bringt Eltern-Kind Turnen den Kids? Es vermittelt früh Freude an Bewegung. Die Körperwahrnehmung schult Grobmotorik und Reaktionsfähigkeit, ist positiv für das Selbstbewusstsein. Beim Spielen und Toben werden alle Sinne aktiviert.

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Unter dem Motto „Berlin komm(t) auf die Beine” arbeiten LSB, Ärztekammer, Sportärztebund und Kassenärztliche Vereinigung in dem Netzwerk „Sport und Gesundheit” zusammen. Über 1200 Ärzte beteiligen sich schon und verschreiben das „Rezept für Bewegung”. Sie schreiben auf, welche Art der Bewegung hilft, wenn es ziept und zwackt, empfehlen die passende Sportgruppe mit speziell ausgebildetem Trainer. „Sport in Berlin” stellt Gesundheitssport-Angebote in Vereinen vor. Teil 15: Eltern-Kind-Turnen Je früher Bewegung vermittelt wird, umso mehr Freude macht sie

Spielend den Körper kennenlernen u lesen war das in diversen Studien und Untersuchungen der vergangenen Jahre oft genug: Unsere Kinder werden in einer zunehmend von Fernsehen und Computer dominierten Umwelt immer unbeweglicher, dicker und übergewichtig. Zu selten freilich folgen tatsächlich Taten. Anders ist das zum Beispiel in den Kursen des organisierten Sports, die Eltern-Kind-Turnen für verschiedene Altersgruppen anbieten. Denn dort liefern schon die subjektiven Voraussetzungen für die Teilnahme daran eine gewisse Gewähr dafür, dass das Mitmachen erfolgreich sein wird. „Zu uns kommen Eltern mit einer gewissen Vor-

Z

lichkeiten. Erwachsene einbezogen betreut sie alles in allem rund 20 Kurse. Schwerpunkt sind die Kinder - angefangen vom Babyturnen über Eltern-Kind-Kurse (2-4 Jahre) bis Kinderturnen der bis 14jährigen. „Viele, Kids und Eltern gleichermaßen, kenne ich einstweilen schon zig Jahre“, sagt sie. Gut besucht und nachgefragt sind die Angebote. Ein Zeichen dafür, dass sie Sinn und Spaß machen. „Als wir 1997 angefangen haben, gab es im Umfeld diese OfferKreis mit te und nicht viel Reifen mehr. Inzwischen ist Spaß und Bewegung Auf die Plätze fertig los! gehören Wer ist am schnellsten auf allen Vieren? zusammen

prägung, mit der Erkenntnis, dass Bewegungserziehung für ihre Kinder umso erfolgreicher ist, je früher sie beginnt“, sagt Sabine Rühl, die bei Pro Sport Berlin 24 e.V. eine ganze Reihe von Kindersportkursen betreut. Die Endvierzigerin fällt in der einmal pro Woche stattfindenden Stunde mit Singen, Spielen und Toben kaum auf. Sie gehört irgendwie mitten rein in den Pulk von Kleinen und Großen, führt das Ganze eher leise, behutsam und am Ende doch bestimmt und zielgerichtet. Das ist Bestandteil ihrer Philosophie, die auch den Eltern (zumeist sind es die Mütter) ausnehmend gefällt. „Ich halte hier kein klassisches Gerätturnen ab, oder eine Sportstunde wie in der Schule und im Verein“, sagt sie. Wer das erwarte und alles vorgesetzt haben wolle, der werde enttäuscht sein und sei fehl am Platze. „Das ist eher eine Art nettes Zusammensein, bei dem die Eltern mit ihren Kindern Spaß haben sollen und die Kids spielend lernen“, teilt die dreifache Mutter erwachsener Töchter mit. Bei Pro Sport 24 in der Wilmersdorfer Forckenbeckstraße hat Sabine Rühl dafür reichlich Mög-

da dank unserer Vorreiterrolle einiges gewachsen.“ Die Kurse bei Pro Sport 24, mit den entsprechenden Qualitätszertifikaten lizenziert, müssen sich über mangelnde Teilnahme nicht beklagen. Beim „Sport in Berlin“-Besuch tummeln sich ein Dutzend Kids von anderthalb bis vier Jahren in der hellen Sporthalle, und fast genauso viele hübsche Mütter dazu. „Werbung müssen wir gar nicht mehr machen, das läuft über Empfehlungen und Mund-zuMund-Propaganda“, sagt Sabine Rühl stolz. Kitas schicken ihre Kinder in die Forckenbeckstraße, ab und an geben Ärzte eine Bewegungsempfehlung, zumeist aber steckt dahinter eine bewusste Entscheidung der Eltern. „Wir wollen nicht, dass aus unseren Kids später mal Problemkinder werden“, sagt Kirsten Hering, die mit ihrer 15 Monate alten Tochter Wenka schon bei Sabine Rühls Babyturnen dabei war. „Die Kleine hat sich da erstmals hingesetzt, fing an zu krabbeln und zu laufen. Das hat ihr richtig Spaß gemacht“, begründet die Werbefachfrau den Wechsel in die nächste Gruppe. Texte/Fotos: Klaus Weise

15

Frauen im Sport 3000 Schritte zum Auftakt der Frauensport-Aktionswochen

Walking-Treff beim ASV eden ist Silber, Gehen ist Gold. In Abwandlung dieses altbekannten Sprichwortes machte sich zum Auftakt der bundesweiten Frauensport-Aktionswochen, die am 29. Mai beim ASV im Poststadion eröffnet wurden, eine große Schar auf den Weg zu einem lockeren 3000-

R

LSB-Vizepräsidentin Gabriele Wrede, Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, LSB-Präsidialmitglied Marion Hornung, DOSB-Vizepräsidentin Ilse Ridder-Melchers (v.r.) Foto: Engler

Schritte-Spaziergang durch den nahegelegenen Fritz-Schloß-Park. Dabei bestimmten an der Spitze Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und DOSB-Vizepräsidentin Ilse RidderMelchers das Tempo, nachdem sie zuvor symbolisch den Startschuss zur Kampagne „Frauen tun dem Sport gut“ gegeben hatten. Sinn der Aktion ist es, Mädchen und Frauen auf Bewegungsangebote in den Vereinen aufmerksam zu machen. Klaus Nüske, ehemaliger Deutscher 110-m-Hürdenmeister und seit neun Jahren Vorsitzender des Allgemeinen Sport-Vereins Berlin, wies darauf hin, dass sein Verein sehr vielseitige Angebote macht. Seit nunmehr drei Jahren gibt es auch eine Walking-Gruppe, die sich unter der Anleitung von Bärbel Jensch jeden Mittwoch trifft und 3000 Schritte zurücklegt. Selbstredend werden die Aktionswochen vom LSB unterstützt. Das zeigte nicht zuletzt die Anwesenheit von Präsident Peter Hanisch, Vizepräsidentin Gabriele Wrede und Marion Hornung, Präsidialmitglied für Frauen im Sport. Claus Thal

Die Sterne stehen gut! Engagierte Vereine bewerben sich jetzt bei „Sterne des Sports“.

ehntes Summer Dance Festival in Berlin: Bei dem Internationalen Jugendturnier am 14. und 15. Juni gewannen Oliver Steirl und Natalie Didyk vom Ahornclub im PSV Berlin überlegen das Standardturnier in ihrer Altersklasse. Foto: Stiegert

Z

Silbernes Lorbeerblatt für Berliner Flossenschwimmerin ie höchste deutsche Auszeichnung für sportliche Leistungen wurde kürzlich einer Flossenschwimmerin des Berliner TSC zuteil. Im Namen von Bundespräsident Horst Köhler überreichte der für den Sport zuständige Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble das „Silberne Lorbeerblatt“ an 130 Sportler, darunter die Berlinerin Christine Müller. Seit 1999 ist sie Mitglied der Nationalmannschaft und hat 18 Medaillen bei World Games, WM, EM und Weltpokal gewonnen.

D

Sterne des Sports

Sterne des Sports – eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken. Ihr Sportverein kann sich jetzt bewerben, wenn Sie mit sozialen Projekten, sportlichem Teamgeist oder gesellschaftlichem Einsatz Außergewöhnliches leisten. Es winken hohe Geldpreise. Einsendeschluss ist der 31. Juli 2008. Bis dahin müssen die Unterlagen mit genauer Projektbeschreibung, Fotos und anderem Anschauungsmaterial bei der Berliner Volksbank eingegangen sein. Die offizielle Verleihung der „Sterne des Sports“ in Bronze findet im September statt. Die besten Arbeiten gehen in den nächsten Wettbewerb um „Sterne des Sports“ in Silber. Im Januar wird schließlich der hoch dotierte „Goldene Stern“ in einer offiziellen Preisverleihung durch eine hochrangige Persönlichkeit verliehen.

16

Weitere Informationen und die Ausschreibungsunterlagen bekommen Sie unter www.berliner-volksbank.de/sternedessports.

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

SPORTJUGEND BERLIN AKTUELLE NACHRICHTEN AUS DEM KINDER- UND JUGENDSPORT JUL/AUG 2008

Tag der offenen Tür im Berliner Abgeodnetenhaus am 7. Juni 2008

Ein Blick hinter die Kulissen Mehrere Tausend Menschen nutzten am Sonnabend, dem 7. Juni den Tag der offenen Tür, um einmal hinter die Kulissen von Bundesrat und Berliner Abgeordnetenhaus zu blicken. Eingeladen hatten sowohl das Berliner Parlament als auch der benachbarte Bundesrat. Der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, eröffnete die Berliner Veranstaltung gemeinsam mit der Vorsitzenden der Sportjugend Berlin, Claudia Zinke, und dem Präsidenten des Landessportbundes Berlin, Peter Hanisch. Der Veranstaltungsdienst von LSB und SJB hatte auch in diesem Jahr wieder die Gestaltung des Rahmenprogramms auf dem Außengelände übernommen. Das Angebot reichte von einem mobilen Kletterturm über Kistenklettern, Hüpfburg und die Tour d'olympic. Auf einer großen Bühne direkt vor dem Eingang des Berliner Landesparlaments präsentierten

sich Sportgruppen aus Berliner Vereinen und Verbänden. Sie boten ein abwechslungsreiches Programm, das dem Publikum vielfältige Eindrücke der Jugendarbeit im Berliner Sport vermittelte. Im Innern des Hauses konnten sich die Berlinerinnen und Berliner über die Arbeit des Abgeordnetenhauses informieren und mit Parlamentariern aus allen Fraktionen ins Gespräch kommen. Auch die Plätze der Abgeordneten im Plenarsaal waren an diesem Tag den Bürgerinnen und Bürgern vorbehalten, die an dieser Stelle Podiumsdiskussionen zu verschiedenen aktuellen Themen der Berliner Politik verfolgen konnten. Einen besonderen Themenschwerpunkt bildete in diesem Jahr Israel, das sich anlässlich des 60jährigen Jubiläums seiner Staatsgründung im Casino mit einer großen Ausstellung präsentierte. J. S.

Die Vorsitzende der Sportjugend Berlin, Claudia Zinke, bei ihrem Grußwort

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

17

SPORTJUGEND BERLIN gung und Gesundheit gemäß dem Berliner Bildungsprogramm umsetzen können. Das Angebotsspektrum umfasste u. a. Praxisbeispiele aus den Bereichen Bewegungsorientierte Raumgestaltung, Lernen mit Bewegung, Tanzreisen für Kinder aus aller Welt, Bewegungsgeschichten und -landschaften, Sprachförderung durch Bewegung, Entspannungsgeschichten, Zahlen in Bewegung, Ideen für den gesunden Kita-Alltag und vieles mehr.

Vom 25. bis 26. April 2008 wurden in der Bildungsstätte der Sportjugend Berlin die Fachtage "Gesundheit und Bewegung" zum dritten Mal mit großem Erfolg durchgeführt. Die Veranstaltung fand in Kooperation mit der Unfallkasse Berlin statt und wurde von der AOK Berlin und dem Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg unterstützt.

Fachtage “Gesundheit und Bewegung”

Zum dritten Mal mit Erfolg schulalter". In theoriegeleiteten Fachforen und zahlreichen Praxisworkshops erhielten die Anwe-

Wie auch in den Vorjahren erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer (Erzieher/innen aus Kindertagesstätten und Übungsleiter/innen aus Sportvereinen) ein breit gefächertes Programm zum Thema "Bewegungs- und Gesundheitsförderung im Vor-

Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin

Start für Integrationsprojekt BBall 44 in Neukölln

Vielfalt fördern - Zusammenhalt stärken Der Berliner Senat hat sein zweites Aktionsprogramm zum Integrationskonzept "Vielfalt fördern - Zusammenhalt stärken" gestartet. Ziel ist es, die Rahmenbedingungen für die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin zu verbessern und dabei insbesondere männliche Jugendliche und junge Erwachsene in besonderen Problemlagen zu erreichen. Sie haben häufig besonders große Schwierigkeiten, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Grund dafür sind oft mangelnde Unterstützung der Familien in Schule und Ausbildung, Arbeitslosigkeit sowie Armut und Abhängigkeit von staatlichen Sozialleistungen. Der Senat will die soziale Integration dieser Jugendlichen besonders fördern und zur Gewaltprävention beitragen.

18

senden vielfältige Impulse, wie sie zielgerichtete Angebote im Bildungsbereich Körper, Bewe-

Vor diesem Hintergrund hat die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt und zur Beteiligung an dem Aktionsprogramm aufgefordert. Es wurden Projekte und innovative Ansätze gesucht, die interkulturelle Jugendarbeit mit Nachhaltigkeit, Bildungsangeboten sowie der Zusammenarbeit mit Migrantenorganisationen verknüpfen und in den Bezirken entsprechend verankern. Die Sportjugend Berlin hat sich mit dem Konzept "BBall 44 Neukölln in Bewegung" an dem Interessenbekundungsverfahren beteiligt. Der Titel steht für Basketball in der ehemaligen Berliner Postzustellregion Neukölln 44. Im Rahmen des Projekts BBall 44 sollen auf Basis der Straßenvariante des Basketballs aufsu-

chende, sportorientierte Angebote der Jugendsozialarbeit in Kooperation mit Neuköllner Oberschulen realisiert werden. Die Streetballangebote werden mit sozialpädagogischen Methoden der Jugendarbeit verknüpft und in einem Kooperationsnetzwerk unterschiedlicher Partnerorganisationen durchgeführt. Wesentliche Kooperationspartner des Projekts sind die Rütli-Schule, das Bezirksamt Neukölln mit den Abteilungen Jugend sowie Bildung, Schule, Kultur und Sport, als Tandempartner die Migrantenorganisationen Türkische Gemeinde zu Berlin und die Deutsch-Arabische Unabhängige Gemeinde, der Verein Bürgerhilfe - Kultur des Helfens. Weiterhin sind die Basketballabteilungen der Neuköllner Sportvereine beteiligt und der Verein für Sport und Jugendsozialarbeit mit verschiedenen Unterstützungsleistungen für die Projektarbeit. In diesem Netzwerk sollen den angesprochenen Ju-

Frau Prof. Dr. Ulrike UngererRöhrich von der Universität Bayreuth und Herr Prof. Dr. Herbert Scheithauer von der Freien Universität Berlin bereicherten die Veranstaltung mit sehr interessanten wissenschaftlichen Fachbeiträgen und bestätigten in ihren Ausführungen die besondere Bedeutung einer entwicklungsorientierten Prävention und Gesundheitsförderung für Kinder im Vorschulbereich. Die Bildungsstätte der Sportjugend Berlin dankt allen Beteiligten für die Unterstützung. Eine Fortsetzung der Fachtage ist für das Jahr 2009 geplant. Margit Herczeg

gendlichen vielfältige Optionen der Vermittlung sozialer Kompetenzen und zur Stärkung ihres Selbstwertgefühls sowie zur Persönlichkeitsentwicklung eröffnet werden. Dieses Konzept hat offensichtlich die Jury des Interessenbekundungsverfahrens unter Vorsitz des Beauftragten für Migration und Integration des Berliner Senats überzeugt. Denn "BBall 44 - Neukölln in Bewegung" wurde in die finanzielle Förderung im Rahmen des Aktionsprogramms und des Integrationskonzepts aufgenommen. Im Mai erfolgte der Start des Integrationsprojekts. Seither kümmert sich ein hauptamtlicher Projektleiter um die Koordination der Veranstaltungen und Aktivitäten sowie um die Abstimmung der Kooperationspartner. Das Projekt ist bis zum 31. Dezember 2009 befristet. Wir werden über Verlauf und Ergebnisse berichten. Hartmuth Kurzhals

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

SPORTJUGEND BERLIN Jugendferienpark auf Usedom erhält Qualitätssiegel für Kinder- und Jugenderholung

Junge Sportler mit Zukunft “Sport in Berlin” stellt im monatlichen Wechsel Nachwuchsleistungssportler vor und porträ-

tiert junge Menschen, die sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagieren.

Anna Trageser (DTK / Wasserturm)

der Erledigung der Hausaufgaben, für die Anna unter anderem zuständig ist. Außerdem begleitet sie Basket- und Volleyballspiele, Inlineskating oder bietet als eigenes Projekt einen Jonglierkurs an. Auch bei der Organisation von Veranstaltungen ist sie beteiligt, beispielsweise als es galt, einen Ausflug in einen Klettergarten zu buchen und zu begleiten. "Ich kann eine ganze Reihe neuer Eindrücke mitnehmen, so etwa wie es ist, selbständig eine Gruppe anzuleiten", sagt Anna, die privat gerne zeichnet und Freunde trifft. Durch ihre Erlebnisse im Kindertreff fühlt sie sich in dem Entschluss bestärkt, eine berufliche Zukunft auf dem Sportsektor anzustreben. "Die Förderung von Kindern und Jugendlichen reizt mich", sagt die Wahl-Zehlendorferin. "Oft haben die Kids einfach mal das Bedürfnis zu reden. Da muss man Ansprechpartner und Freund zugleich sein."

Eine gute Zuhörerin Nach der Mittleren Reife verschlug es Anna Trageser aus Fulda nach Berlin, da sie in der Haupt-stadt bereits Freunde besaß und darüber hinaus das Ziel hatte, in der Region eine Ausbildung im sportlichen Bereich zu absolvieren. Zuvor

Martin Scholz Anna Trageser

Foto: Scholz

aber wollte die 18-Jäh-rige, die sich in ihrer Jugend vom Kanu fahren über Klettern, Tanzen und Volleyball in zahlreichen Disziplinen versucht hatte, praktische Erfahrungen sammeln und "schauen, wie das so ist". Durch das Internet stieß sie auf die Sportjugend und bekam eine Stelle im Deutsch-Türkischen Kinder-, Mädchen- und Jungentreff. Die Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche unterschiedlichster Nationalitäten ist nicht ausschließlich auf sportliche Aktivitäten ausgerichtet. Die Teilnahme an Musikkursen, Malen, Basteln, das Gestalten von T-Shirts oder sogar die Aufnahme von CDs im Tonstudio ist möglich. Zudem gibt es ein kleines Café. Interkulturelle Feste bilden zusätzliche Höhepunkte im Angebotsspektrum des Treffs. Eine weitere wichtige Offerte für die jugendlichen Besucher ist auch die Betreuung bei

Marius Tischer (Pyongwon Marzahn)

In der ersten Reihe dabei Bereits zu Grundschulzeiten betrieb Marius Tischer Kampf-sport, ehe er vorübergehend das Interesse verlor. "Im Sommer waren mir die Freunde wichtiger. Da hatte ich oft keine Lust, zum Training zu gehen", begründet er die nachlassende Begeisterung. Vor fünf Jahren wollte er sich dann aber wieder sportlich betätigen. Ein großes Werbeschild von Pyongwon Marzahn führte ihn zum Taekwondo, woran er bei einem Probetraining sofort Gefallen fand. Bis zu vier Mal wöchentlich absolviert Marius ein jeweils sechzig minütiges Training. Hinzu

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Ort mit Tradition

Marius Tischer

Foto: Scholz

kommt an Wochenenden die unmittelbare Wettkampfvorbereitung, die alleine vier Stunden umfasst. Zwei Berliner VizeMeistertitel sowie drei Turniersiege bei den Berlin Open konnte der 20-Jährige bislang schon erringen. "Es ist nicht unmöglich, bis in die nationale Spitze vorzustoßen", träumt der Inhaber des roten Gürtels von weiteren Erfolgen. Dank einer zweijährigen Ausbildung ist Marius staatlich geprüfter Sportassistent. "Ich habe mir damit ganz gute Zukunftschancen eingeräumt und die Inhalte klangen interessant", so der 1,70 m große Hellersdorfer über seine Wahl, die ihm Unterrichtungen in den Bereichen Fitness, Prävention, Breitensport ebenso wie Management bescherte. In dieser Zeit entstand der Wunsch, Lehramt für Sport und Englisch zu studieren. Zu diesem Zweck will Marius ab dem kommenden Jahr das Abitur nachholen. Zuvor aber galt es, einen sozialen Dienst abzuleisten. Durch einen Freund auf das FSJ aufmerksam gemacht, erwirkte Marius die erstmalige Schaffung einer Stelle in seinem Verein. Dort unterstützt er die Übungsleiter als Assistent oder Aushilfe und führt regelmäßige Schnuppertrainings für internationale Austauschschüler durch. Weiterhin ist er für die Ordnung im Objekt und Verwaltungstätigkeiten zuständig, organisiert Turniere oder einen Tag der offenen Tür. "Es ist sehr interessant, die Sportpraxis aus der ersten Reihe mitzuerleben. Neben positiven Erfahrungen im Umgang mit Kindern habe ich auch in der Herangehensweise an Organisationsaufgaben hinzugelernt und viele interessante Leute kennengelernt." Martin Scholz

Usedom, die zwischen dem Stettiner Haff und der Pommerschen Bucht gelegene idyllische Ostseeinsel hat als Ort der Kinder- und Jugenderholung eine lange Tradition. Bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts stiftete der Deutsche Kaiser Wilhelm II im Seebad Ahlbeck eine Einrichtung, die Kindern aus Arbeiterfamilien und sozial schwachen Verhältnissen eine "Sommerfrische" an den weißen Sandstränden der Ostssee ermöglichen sollte. Einzige Bedingung: Sie durften keine ansteckenden Krankheiten und keine Läuse haben. Das direkt am Strand gelegene ehemalige Kaiser-Wilhelm-Heim hat seither eine bewegte Geschichte hinter sich. Nach der deutschen Einheit wurde das denkmalgeschützte Ensemble durch die Sportjugend Berlin von der Treuhandanstalt erworben und in überlieferter Tradition als moderner Jugendferienpark auf Grundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes weiter betrieben. Seitdem verbringen pro Jahr rund 5000 junge Leute aus Sportvereinen, Schulen und aus allen Teilen Deutschlands erholsame Tage in dieser einmaligen und außergewöhnlichen Einrichtung. Nun wurde der Jugendferienpark Ahlbeck nach den Qualitätskriterien des BundesForum Kinder- und Jugendreisen auf "Herz und Nieren" überprüft. Auditoren der Arbeitsgemeinschaft ‚Junges Land für junge Leute' vom Tourismusverband MecklenburgVorpommern unterzogen die Einrichtung einem umfangreichen Testverfahren, in dem das pädagogische Konzept, die Qualität der Unterkünfte sowie Küche, Sanitäranlagen und die Organisationsabläufe auf den Prüfstand kamen. Die Prüfer waren beeindruckt, mit welcher Sorgfalt und Liebe zum Detail die bisherigen Restaurierungsarbeiten durchgeführt wurden und welche hohen Qualitätsstandards für Kinder und Jugendliche vorgehalten werden. Kurzum: Der Jugendferien-park Ahlbeck ist seit dem 6. Juni 2008 mit dem Qualitätssiegel des BundesForum Kinderund Jugendreisen ausgezeichnet und hat damit noch mehr an Attraktivität gewonnen. H. B.

19

SPORTJUGEND BERLIN

KURZ NOTIERT

B E R L I N

Lehrgänge Juli/August 2008 F-20

D E R

S P O RTJ U G E N D

F-21

B I L D U N G S ST Ä T T E

Abenteuer-Workshop"Inlineskating on Tour"

Referenten: Ronald Friedemann, Christian Müller Teilnehmerkreis: Interessierte junge Menschen ab 16 Jahren, Mitarbeiter/innen aus Sportvereinen, Lehrer/innen, Sport- und Sozialpädagog/inn/en Teilnahmebeitrag: Euro 30,00 (zzgl. Euro 10,00 für Exkursion) Termine: Sonnabend, 13.09.2008, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr und Sonntag, 14.09.2008, 9.30 Uhr bis 17.00 Uhr Ersatztermin: (20./21.09.2008) (15 LE)

Grundkurs Sportklettern - Eine Einführung

Referenten: Christof Helmes, Annett Jahnke Teilnehmerkreis: Interessierte junge Menschen ab 16 Jahren, Mitarbeiter/innen aus Sportvereinen, Lehrer/innen, Sport- und Sozialpädagog/inn/en, (Bewerber/innen für die Kletterteamerausbildung finden bevorzugt Berücksichtigung) Teilnahmebeitrag: Euro 15,00 Termin: Sonnabend, 13.09.2008, 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr, (8 LE)

F-22

Finanzierung der Jugendarbeit im Sportverein

Referent: Ronald Friedemann Teilnehmerkreis: Jugend- und Übungsleiterinnen, interessierte Jugendwarte bzw. Multiplikator/inn/en der Vereins- oder Verbandsjugendarbeit Teilnahmebeitrag: Euro 7,50 Termine: Dienstag, 16.09.2008, 18.00 Uhr bis 22.00 Uhr, (5 LE)

F- 23

Abenteuer-Workshop "Klettern/Seilparcours”

Referenten: Christof Helmes, Thomas Martens Teilnehmerkreis: Mitarbeiter/innen aus Sportvereinen, Lehrer/innen, Sport- und Sozialpädagog/inn/en Teilnahmebeitrag: Euro 30,00 Termine: Sonnabend, 20.09.2008, 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr und Sonntag, 21.09.2008, 10.00 Uhr bis 16.30 Uhr, (15 LE)

A-02/03 Sportassistentenausbildung für Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren Inhalte: Die Ausbildung findet gemäß den Rahmenrichtlinien des DOSB mit insgesamt 20 LE Anerkennung in der ÜL/Trainer-Basisausbildung der Sportschule, wenn die anschließende Ausbildung spätestens nach 2 Jahren begonnen wird. Teilnehmerkreis: Jugendliche im Alter von 14-17 Jahren aus Sportvereinen und SchulsportArbeitsgemeinschaften (Absolventen der Sporthelfer-Lehrgänge der Sportjugend finden bevorzugt Berücksichtigung) Teilnahmebeitrag Euro 105,00 Termine A-02 Donnerstag, 21.08.2008, 18.00 Uhr bis 20.00 Uhr (Vorbereitungstreffen) Sonnabend, 23.08.2008, 10.00 Uhr bis Freitag, 29.08.2008, 13.00 Uhr (mit Übernachtung) Termine A-03 Donnerstag, 16.10.2008 18.00 bis 20.00 Uhr (Vorbereitungstreffen) Sonnabend, 18.10.2008, 10.00 Uhr bis Freitag 24.10.2008, 13.00 Uhr (mit Übernachtung) (60 LE)

A NMELDUNGEN ANMELDUNGEN Schriftlich: Bildungsstätte der Sportjugend, Hanns-Braun-Str., Haus 27, 14053 Berlin; Telefonisch: (030) - 300071-3 / Fax (030) - 300071 59

H A N N S - B R A U N - S T R . ,

20

H A U S

2 7,

1 4 0 5 3

B E R L I N ,

T. 3 0 0 0 7 1- 3

Sport ohne Doping! - Neue Arbeitsmappe der dsj erschienen Die Deutsche Sportjugend (dsj) hat eine Arbeitsmappe zur Dopingprävention aufgelegt. Diese richtet sich an Übungsleiterinnen und Übungsleiter sowie an Trainerinnen und Trainer. Neben einem inhaltlichen Teil mit Argumenten und Entscheidungshilfen zum Thema ‚Sport ohne Doping!' enthält die Arbeitsmappe audiovisuelle Arbeitsmaterialien. Die Broschüre ist zu beziehen über die Deutsche Sportjugend im DOSB ‚ Ressort Services, Otto-Fleck-Schneise 12, 60528 Frankfurt am Main. S. T. 15 Jahre SportJugendClubs in Buch und im Prenzlauer Berg Seit inzwischen 15 Jahren bestehen die SportJugendClubs (SJC) des Vereins für Sport und Jugendsozialarbeit in Buch und Prenzlauer Berg. Dabei haben sie nichts von ihrer Attraktivität für Kinder und Jugendliche verloren - denn die kommen inzwischen in der vierten Generation regelmäßig, um Sportangebote, Angebote im sozio-kulturellen Bereich sowie Projekte und Veranstaltungen wahrzunehmen. Die Jubiläen wurden im Juni auf für den jeweiligen Club typische Art begangen: während im SJC Buch auch die Nachbarschaft zu einem großen, Generationen übergreifenden Sommerfest geladen war, beteiligten sich im SJC Prenzlauer Berg über 400 Kinder und Jugendliche der 5. und 6. Grundschulklassen am EUROPANKOW Cup, einem kombinierten Fußball- und Wissensturnier rund um Europa und die FußballEuropameisterschaft 2008, bei dem auch die gute Zusammenarbeit zwischen Sport, Jugendhilfe und Schule im Bezirk deutlich wurde. S. W. Verleihung des Berliner FreiwilligenPasses In feierlicher Form verliehen die Senatorin für Integration, Arbeit und Soziales, Dr. Heidi Knake-Werner, und die Bevollmächtigte des Senats für das Bürgerschaftliche Engagement, Monika Helbig, am 13. Juni im Großen Saal des Roten Rathauses wieder Freiwilligenpässe an ehrenamtlich engagierte Bürger. Mit Tina Kamischke vom SC Siemensstadt sowie Bert Kormann und Boris Mahn aus dem Team der ehrenamtlichen Betreuer in den Ferienfreizeiten der Sportjugend Berlin waren diesmal wieder drei Vertreter des Berliner Kinder- und Jugendsports unter den Geehrten. J. S. S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Im Porträt D I E 14 F R A G E N DES LSB 1.Würden Sie nicht den Beruf ausüben, den Sie gerade bekleiden - welche Tätigkeit würde Ihnen am ehesten Spaß machen? Da ich meinen Traumberuf habe - ich bin selbständig, betreibe einen Schreibdienst und arbeite vor Ort bei den Auftraggebern -, ist es schwer, sich etwas anderes vorzustellen. Das einzige wäre wohl Tanzlehrerin. 2. Eine gute Fee möchte Ihnen einen Wunsch erfüllen - Sie müssen ihn nur äußern, was wäre das? Vor allem Gesundheit für meinen Mann und mich. 3. Wie charakterisieren Sie Ihre Beziehung zum Sport? Eigentlich mochte ich den aktiven Sport in der Schule nicht, das war alles viel zu anstrengend. Ich konnte mich aber für vieles als Zuschauer begeistern. Egal ob Handball, Leichtathletik, Wintersport oder Tennis. Ich bin sogar nachts aufgestanden, um bestimmte Spiele oder Veranstaltungen im Fernsehen zu schauen. Zum Billard selbst kam ich nur zufällig, habe es aber nie bereut. 4. Welchen Wunsch haben Sie für diese Beziehung zum Sport? Ich wünsche mir, - wie es zum Beispiel der berühmte Belgier Raymond Ceulemans, 34 Mal Welt- und 43 Mal Europameister vorgelebt hat -, noch viele Jahre aktiv und dabei erfolgreich sein zu können. Und ich möchte als Präsidentin des Verbandes für alle Vereine und deren Mitglieder Positives bewirken. Dazu wünsche ich mir mehr Zusammenarbeit. Nur gemeinsam sind wir stark. 5. Was war der beste Rat, den Sie von Ihren Eltern erhalten haben? Bleibe Mensch und dir selbst treu. Behandle jeden so, wie du selbst behandelt werden möchtest. . 6. Welche natürlichen Gaben möchten Sie besitzen? In allen Situationen einen kühlen Kopf bewahren, gelassen bleiben. 7. Was verabscheuen Sie am meisten? Ich finde es ätzend, wenn manche an allem herumkritisieren, es selbst aber ablehnen, etwas zu tun und Verantwortung zu übernehmen. 8. Ihr größter Fehler? Diese „Nichtgelassenheit“ verhindert, richtig zuzuhören.. 9. Ihr Hauptcharakterzug? Mensch sein und jeden so akzeptieren, wie er ist. 10. Was schätzen Sie am meisten an anderen Menschen? Ehrlichkeit und Offenheit. 11. Welche geschichtliche Gestalt bewundern Sie am meisten? Es gibt einige Menschen, deren Leistungen auf bestimmten Gebieten mich beeindrucken. Zum Beispiel Otto von Lilienthal. Aber bewundern - das Wort ist zu superlativ. 12. Ihr Motto für die Zukunft? In allen Dingen immer das Beste geben - und dabei den Spaß am Leben nicht verlieren. 13. Wo möchten Sie am liebsten leben? In Berlin oder Umgebung. Das ist meine zweite Heimat, eigentlich komme ich vom Bodensee. 14. Welche Gäste würden Sie am liebsten zu einem Fantasie-Dinner einladen? Nigel Mansell, den Ex-Formel I-Weltmeister, Ivan Lendl, den Tennissportler, und Harald Schmid, den Hürdenläufer. Und meine komplette Familie.

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Brigitte Ganze Präsidentin des Billard Verbandes Berlin 49/76 e.V.

Eine Ganze mag nichts Halbes er hätte das gedacht? Billard, ausgerechnet Billard: Der Sportwart, eine Frau! Der Schatzmeister, eine Frau! Der Geschäftsführer, eine Frau! Und der Präsident des Landesverbandes, eine Frau! Sie heißt Brigitte Ganze, was zu Wortspielen herausfordert. „Brigitte geht aufs Ganze“, „Brigitte Ganze mag keine halben Sachen“. Was beides angesichts der zupackenden Geradeaus-Natur der 57-jährigen durchaus ins Schwarze trifft. Ob deren Art etwas mit dem spannenden Spiel auf dem grünen Tisch zu tun hat, ist unklar. Fakt ist: Brigitte Ganze ist auf wunderbare Weise kommunikativ und offen, ihr Lachen warm und sympathisch und vor allem keine Seltenheit. Sie weiß eine Menge zu erzählen, über sich und ihren Sport, den sie vor 30 Jahren per Zufall begonnen hat und dem sie dann zunehmend „verfallen“ ist. „Das ist eine Leidenschaft im echten Sinne des Wortes geworden. Ich kann mir keinen schöneren Sport vorstellen und ein Leben ohne Billard auch nicht“, sagt sie. Brigitte Ganze ist personifizierte Werbung für ihren Sport. Quasi nach dem Motto: wenn dort alle so sind, muss das etwas Gutes sein. Am Bodensee ist sie aufgewachsen, Mitte der 70er Jahre kam sie in den Westen Berlins. Inzwischen ist sie längst mit Haut und Haaren Hauptstädterin geworden. Hier hielt sie 1977 auch erstmals das Queue in der Hand, jenen Spielstock, mit dem beim Billard die Kugeln gestoßen werden. In einer Kneipe war’s. Kneipe reichte ihr alsbald nicht mehr. „Für manche ist es genug, um ein Bier zu spielen. Aber ich wollte richtig gut, das heißt erfolgreich sein. Bei Berliner und Deutschen Meisterschaften antreten, zeigen, dass ich es bringe. Dafür muss man trainieren, sich konzentrieren und konsequent sein. Das ist halt Einstellungssache.“ 1978 trat sie dem 1. PBC Wilmersdorf bei, heute ist sie beim PC Schwarze Acht 2000 e.V. aktiv. Und nach wie vor eine der erfolgreichsten Berlinerinnen am Billardtisch. Den Überblick über Titel und Medaillen kann sie nur schwer behalten - seit Mitte der 80er sind es quasi Jahr für Jahr mehr geworden. 1985 war sie

W

erstmals Deutsche Meisterin, durfte danach sogar in einer TV-Serie eine Billardszene doubeln. Im Vorjahr war sie in ihrer Altersklasse Europameisterin im Neun-Ball-Billard, den Titel will sie im August bei der EM im sauerländischen Willingen verteidigen. Bis dahin allerdings stehen noch einige Trainingseinheiten auf dem Programm, die ihren Platz finden müssen im durch Job - Brigitte Ganze betreibt als Selbständige ein Schreibbüro -, Alltagsbewältigung und Ehrenamt gut gefüllten Tagesprogramm. Zu unrecht, meint Brigitte Ganze, habe Billard so wenig Medienresonanz. Sie nennt die großen Persönlichkeiten aus der Menschheitsgeschichte, die Queue und Kugeln zur Passion gemacht hatten. Mozart, Kant, „Sonnenkönig“ Louis XIV., Maria Stuart, Napoleon, Goethe, Schiller, Einstein. Letzterer hat Billard als Spiel bezeichnet, „was die geistigen Fähigkeiten eines Schachspielers erfordert“. Das Negativ-Image des „Kneipensports“, das manche Eltern davon abhalte, ihre Kinder an den Tisch zu lassen, habe nichts mit dem Wettkampf-Billard zu tun. Als Verbandspräsidentin wird sie nicht müde, gerade das zu betonen und die Rolle ihres Sports als Vergnügen und Herausforderung für alle - nahezu unabhängig von Alter und körperlichen Voraussetzungen - hervor zu heben. Seit 2006 hat sie das Amt inne, noch in diesem Jahr stellt sie sich zur Wiederwahl. Zuvor war sie bereits einmal lange Zeit Schriftführerin und Schiedsrichterobmann(-frau). „Fast ein Jahrzehnt hatte ich mich dann nur auf den Sport konzentriert. Aber es gab einige Dinge, die mir nicht gefallen haben. Sodass ich mir sagte, wenn du was bewirken willst, musst du mittenmang sein und dich selber einbringen“, erzählt sie über ihren Weg zur Präsidentin. „Überraschenderweise“ sei sie gewählt worden. Brigitte Ganze begann manches zu verändern, einiges umzustrukturieren, die Jugendarbeit zu verstärken und zu lernen, „dass die Mühen der Ebene oft schwerer zu bewältigen sind, als ich es mir eh schon vorgestellt hatte“. Sie wünscht sich vor allem eine bessere Zusammenarbeit mit den Vereinen. Zu oft noch beschränke man sich auf bloße Meckerei, sehe nur die eigenen Interessen und halte sich mit konstruktiven Vorschlägen zurück. „Das bringt den Billardsport natürlich nicht voran.“ Rund 1100 Mitglieder in 27 Vereinen hat der Berliner Landesverband (dazu kommen noch mal sechs aus Brandenburg, die quasi kooptiert sind). Davon spielen etwa 800 Pool, 200 Carambol und 100 Snooker, der zuletzt den größten Zulauf hatte. Drei Fünftel der Mitglieder sind Männer, je ein Fünftel Frauen und Jugendliche. „Wer sich einmal richtig auf Billard eingelassen hat, der kommt davon in der Regel nicht wieder los.“ Text/Foto: Klaus Weise

21

Bildung Von der Auffanggesellschaft auf dem Weg zum moderner Dienstleister

Die BQG im Wandel der Zeit inter dem Kürzel BQG verbirgt sich die etwas sperrige Bezeichnung „Sport für Berlin Gemeinnützige Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft“. Damit sind die Aufgaben der Gesellschaft auch schon kurz umrissen: Arbeitslose Menschen in der Stadt sollen in eine Beschäftigung (möglichst irgendwann auf dem ersten Arbeitsmarkt) gebracht werden und zusätzlich dafür qualifiziert werden - und das zur Unterstützung der Berliner Sportvereine und deren ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter /-innen.

H

Ab 1991 wurden vorwiegend Arbeits-Beschaffungs-Maßnahmen (ABM) gefördert. Dies hat sich im Laufe der Jahre tiefgreifend verändert. Heute sprechen wir von MAEMaßnahmen (Mehraufwandsentschädigungen), besser bekannt als 1-Euro-Jobs. Hinzugekommen sind „Beschäftigungszuschuss-Maßnahmen (BEZ)“, geblieben im geringen Maße sind AB-Maßnahmen (ABM). Diese Umbrüche haben die BQG in ihrer 16-jährigen Geschichte immer wieder vor große Herausforderungen gestellt. Die Mitarbeiter/- innen mussten sich auf neue Bestimmungen und Förderrichtlinien sowie neue Partner in den Bezirken einstellen. Gewandelt hat sich damit auch der Kundenkreis der Gesellschaft: Waren es zu Beginn vorwiegend Fachkräfte aus dem Sport, so bedient „Sport für Berlin“ heute alle Berufsgruppen. Und noch etwas hat sich geändert. Im Unterschied zu den ersten Jahren gibt es heute eine Reihe von Gesellschaften, die den Sport, die Sportorganisationen als Betätigungsfeld für sich entdeckt haben. Vor dem Hintergrund dieser Konkurrenzsituation heißt es: Profil schärfen, Kompetenz herausstellen. Was ist die besondere Qualität der BQG? Da ist zuerst die potenzielle Verbindung zu über 2000 Vereinen in der Stadt zu nennen. Ein riesi-

ges Betätigungsfeld. Wie kein anderer Träger kann die Gesellschaft auf dieses Reservoir zurückgreifen. Zweitens ermöglicht die umfassende Kenntnis des Berliner Vereinssports maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Die Nähe zum Landessportbund als alleinigem Gesellschafter erzeugt viele Synergieeffekte, die in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft hinein wirken. Diese Netzwerke gilt es in der Zukunft noch effizienter zu gestalten. Schließlich handelt die BQG auf der Grundlage eines reichen Erfahrungsschatzes, der in 16 Jahren entstanden ist. Dies findet in einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit den Partnern und Entscheidern in (fast) allen Berliner Bezirken seinen Ausdruck und ist von großem Nutzen für die Personen, die über die BQG vermittelt werden. Ein Pool von Partnern für die Qualifizierungen ermöglicht individuelle Aus- und Fortbildungsangebote. Vor allem in diesem Bereich sollen kurzund mittelfristig die Potenziale noch mehr ausgeschöpft werden, um die Chancen für eine Rückkehr in den ersten Arbeitsmarkt deutlich zu verbessern. Da die BQG in der Geschäftsleitung nach dem Prinzip der Ehrenamtlichkeit arbeitet, können die Personalkosten des Verwaltungsapparates auf einem niedrigen Niveau gestaltet werden. Hierin ist eine weitere Besonderheit des Unternehmens zu sehen. Schwierigkeiten bereiten zunehmend die engen Grenzen der Einsatzmöglichkeiten in diesem Beschäftigungssektor. In der so genannten „Positivliste“ wird dem Sport im Gegensatz zu anderen Einsatzbereichen wie z. B. kulturellen oder kirchlichen Einrichtungen wenig Spielraum bei den Tätigkeiten eingeräumt. An der Öffnung dieser Vorgaben wird gegenwärtig intensiv gearbeitet. Da-

bei geht es nicht um eine Bevorzugung der Sportorganisationen, sondern um eine Gleichbehandlung. Die BQG versteht sich als Dienstleistungsunternehmen für den Berliner Sport, die Bezirksämter und die JobCenter. In dieser Rolle übernimmt sie die Verwaltungsaufgaben der unterschiedlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, die ansonsten auf die Vereine bzw. Verbände als zusätzliche Belastung zukommen würden. Als neuen Service bietet die Gesellschaft den Sportorganisationen eine Beratung bei der Umsetzung der gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitsschutzvorschriften zu günstigen Konditionen an. Auch wenn die BQG „Sport für Berlin“ zu einem festen Bestandteil der Vereinsentwicklung in Berlin geworden ist, muss sie sich noch stärker am Markt ausrichten, um den Vereinen und Partnern auch künftig als verlässlicher Partner zur Verfügung zu stehen. Frank Kegler Zukunftswerkstatt der Deutschen Sportjugend in der LSB-Sportschule

Abschluss und Neubeginn?! ine Profilschärfung des Generationsübergreifenden Freiwilligendienstes, die eine nach außen darstellbare Einheitlichkeit und Wertigkeit ermöglicht, muss vorgenommen werden. Das ist das Ergebnis einer Zukunftswerkstatt GÜF im Sport, die die Deutsche Sportjugend mit Unterstützung des Zentrums für zivilgesellschaftliche Entwicklung am 6. Juni in den Räumen der Sportschule des LSB Berlin durchgeführt hat. Die Zukunftswerkstatt sollte nach der dreijährigen Modellphase des Erfolgsprojektes „Generationsübergreifender Freiwilligendienst (GÜF) im Sport“ der Deutschen Sportjugend und der sieben beteiligten Landessportjugenden - darunter auch die Sportjugend Berlin - Klarheit über die Planungen bringen. Im Rahmen des Modellprogramms „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“, das noch bis Ende Juni vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, haben sich mehr als 350 Freiwillige des GÜF in die Kinder- und Jugendarbeit des Sports eingebracht. B.P.

E

lettern gehörte zum Rahmenprogramm der Ausbildungstage im Sportund Bildungszentrum Lindow, die die Sportschule des LSB zum zweiten Mal für ihren Berufsausbildungsgang ‘Staatlich geprüfter Gymnastiklehrer/innen’ organisiert hatte. 30 Schüler und Schülerinnen des 2. und 4. Semesters sowie die Semesterleiterinnen absolvierten im Mai vier aktive Ausbildungstage. Schwerpunkt war diesmal die Basisausbildung für die AquaLizenz, die in Berlin in einem Wochenendlehrgang abgeschlossen wird. Sportund Fitnesstrainerin Kathrin Konradt vermittelte physikalische Gesetzmäßigkeiten des Elements Wasser. Gabriele Hummel

K [email protected]C 3FDIUTBOXBMU4UFVFSCFSBUFS 8JSUTDIBGUTQSGFS

7FSFJOTVOE7FSCBOETCFSBUVOH "OFSLFOOVOHVOE4JDIFSVOHEFS(FNFJOOU[JHLFJU ,POUSPMMFEFSQFSTzOMJDIFO)BGUVOHTSJTJLFO "VTTDIzQGVOHTUFVFSMJDICFHOTUJHUFS )BOEMVOHTNzHMJDILFJUFO 'JOBO[VOE-PIOCVDIIBMUVOHTPXJF+BISFTBCTDIMTTF 4BU[VOHTVOE7FSUSBHTHFTUBMUVOH ,BSM.BSY"MMFF"#FSMJO'SJFESJDITIBJO 5FMFGPO 5FMFGBY   NBJM!EJFUFSJDIDPNXXXEJFUFSJDIDPN

22

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Aus der Arbeit der Vereinsberater: Tel. 300 02-100 ls Ausprägung des allgemeinen Persönlichkeitsrechts gibt es ein Recht jedes Einzelnen am eigenen Bild (§§ 22, 23 Kunsturhebergesetz). Daher bedarf die Anfertigung, Nutzung und Veröffentlichung von Fotos in sämtlichen Publikationen und im Internet grundsätzlich der Einwilligung der Betroffenen.

A

Pflicht zur Einholung der Einwilligung zur Verwendung von Personenabbildungen Die Einwilligung der Betroffenen/bzw. bei Minderjährigen des Erziehungsberechtigten ist schriftlich einzuholen. Werden Fotos ohne Einwilligung veröffentlicht, kann das Schadensersatzforderungen und Regress gegenüber dem Zuwiderhandelnden zur Folge haben. Ausnahmen Ohne Einwilligung des Betroffenen dürfen nur in begrenzten Ausnahmefällen folgende Bilder veröffentlicht und verbreitet werden: 1. Bilder von Personen der Zeitgeschichte • Absolute Personen der Zeitgeschichte, die sich aus der Öffentlichkeit herausheben: z.B. Franz Beckenbauer, Angela Merkel, Robbie Williams etc • Relative Personen der Zeitgeschichte sind Personen, die in Bezug auf ein bestimmtes Geschehen ein sachentsprechendes Interesse wecken, z.B.: Fotos von Ehrungs- und Sportveranstaltungen etc.; hier dürfen die Fotos nur im Zusammenhang mit dem Ereignis veröffentlicht werden und nicht in anderem Zeitpunkt in einem anderen Kontext. 2. Bilder, auf denen Personen nur als Beiwerk (z.B. zufällig vorbeilaufende Personen vor einem fotografierten Gebäude) erscheinen 3. Bilder von Versammlungen, Aufzügen oder ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben. Hier geht es um das Geschehen und nicht um die Person an sich, z.B. Demonstrationen, Mitgliederversammlungen usw., bei denen sich die einzelne Person nicht besonders heraushebt.

Das Recht am eigenen Foto Liegt keine Ausnahme nach Ziff. 1. bis 3. vor, bedarf es der Einwilligung des Betroffenen durch Unterzeichnung einer Erklärung (diese kann von der LSB-Homepage herunter geladen werden). Auch wenn man sich nicht ganz sicher ist, ob die Punkte 1 bis 3 zutreffen, sollte man sich diese Genehmigung einholen. Bei der Verwendung von persönlichen Daten in Veröffentlichungen und im Internet gilt das Gleiche sinngemäß.

verbunden war, zur Kasse gebeten wird (800 1500 Euro). Die Haftung für solche Verstöße liegt immer beim vertretungsberechtigten Vorstand, auch wenn die Gestaltung der Homepage einem sog. Webmaster übertragen wurde. Es ist daher angebracht, die eigene Vereins-Homepage auf das Gesagte zu überprüfen und ggf. Veränderungen und Ergänzungen vorzunehmen. Heidolf Baumann

Die Vereinshomepage im Internet Bei der Gestaltung der Vereinshomepage gelten festgelegte Spielregeln, die sich aus der bestehenden Rechtlage ergeben. Hier sollte man vor allem darauf achten, dass man nicht gegen Urheberrechte verstößt und keine Inhalte publiziert oder auf solche verlinkt, die gegen geltendes Recht verstoßen. Wichtig und zwingend vorgeschrieben ist der Einbau eines Impressums. Dieses beinhaltet: • Angabe des vertretungsberechtigten Vorstandes • Registernummer beim Amtsgericht • Geschäftsadresse, Telefonnummern, Email usw. • Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (falls vorhanden) • ein Rechtshinweis, dass für die Inhalte von Seiten, die verlinkt sind, keine Haftung übernommen wird. • ein Hinweis auf das Widerrufsrecht, falls auf den Seiten bestimmte Dinge zum Verkauf angeboten werden • Weitere Angaben aufgrund anderer Vorschriften (z.B. Nennung des Verantwortlichen bei redaktionellen Beiträgen)

Sonn- und Feiertagstagsfahrverbot für als LKW zugelassene Zugfahrzeuge mit Sportanhängern teilweise gelockert m Oktober 2007 hat die Länderverkehrsministerkonferenz einstimmig beschlossen, dass sich die Genehmigungspraxis zum Sonn- und Feiertagsverbot an einheitlichen Kriterien ausrichten soll. Unbeschadet der gesetzlichen Regelung des § 30 Abs. 3 StVO gilt das Sonntagsfahrverbot nicht mehr für „Wohnanhänger und Anhänger, die zu Sport- und Freizeitzwecken hinter Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse bis zu 3,5 to geführt werden”. Das bedeutet, dass zukünftig z.B. Geländewagen oder Kleinbusse, die als LKW zugelassen sind, an Sonnund Feiertagen eingesetzt werden können. Eine entsprechende Gesetzesänderung durch den Bund wird es allerdings nicht geben, so dass die konkreten Verfahrensweisen in den Händen der Länderministerien liegen. Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wird die Lockerung des Sonn- und Feiertagsfahrverbotes in Berlin und im Land Brandenburg auf jeden Fall umgesetzt. Über andere Bundesländer und das Ausland konnte keine Auskunft gegeben werden. Damit handelt es sich für den Sport leider wieder nur um eine halbherzige Teillösung. Betroffene Kraftfahrer müssen daher nach wie vor prüfen, ob auf ihrer Fahrtroute weiterhin das Fahrverbot gilt und sich ggfs. eine kostenpflichtige Ausnahmegenehmigung besorgen. H.B.

Verstöße gegen diese Vorschrift können von Dritten abgemahnt werden (In Berlin ist das schon einige Male passiert). Dann kann es vorkommen, dass man für den Aufwand, der damit

I

%RFOLGIM3PORTBRAUCHT3ICHERHEIT UND3ICHERHEITEINENGUTEN0ARTNER $IE0!%4!530/2436ERSICHERUNGSMAKLER'MB(ISTOFlZIELLER6ERSICHERUNGSPARTNERDER,ANDESSPORTBàNDE"ERLINUND"RANDENBURGUNDAUCH )HR0ARTNERIM3PORT !LSUNABHÊNGIGER-AKLER EINGEBETTETINEINEGRڔERE5NTERNEHMENSGRUPPE STELLENWIR)HNENUNSERGESAMTES+NOWHOWnNICHTNURIN"EZUG AUFDEN3PORTnZUR6ERFàGUNG5NSER+ONZEPTu3PORTUND7IRTSCHAFThlNDETBESONDERE"EACHTUNGBEI'EWERBEBETRIEBENUNDMITTELSTÊNDISCHEN 5NTERNEHMEN7IRWÊHLENFàR3IEUNTERDENIN&RAGEKOMMENDEN3PEZIALANBIETERNDENJEWEILS"ESTENMITDERFàR3IEGàNSTIGSTEN6ERSICHERUNGS LÚSUNGAUS!UFEINEVERTRAUENSVOLLE:USAMMENARBEIT 0!%4!530/2436ERSICHERUNGSMAKLER'MB( !LEXANDERSTRA”En"ERLINn4EL   4ELEFAX  nINFO PAETAUSPORTSDE

WWWPAETAUSPORTSDE S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

23

Der LSB gratuliert ie Berliner „Turnerschaft Korporation“ feierte am 25. Mai 2008 in der Schöneberger Sporthalle ihr 145-jähriges Bestehen mit einer flotten Turn- und Sportshow; Schlußbild der von Vivien Gottschalk choreografierten Gruppe „Fusio“. Foto: geste

D

SSV Köpenick-Oberspree e.V. feiert 100. Geburtstag

Zu Hause im Käthe-Tucholla-Stadion ie Fußballer des SSV Köpenick-Oberspree haben in der zurückliegenden Saison als Aufsteiger in die Landesliga den Klassenerhalt geschafft. Erhobenen Hauptes konnten sich daher die Schützlinge von Ralf Bauer im Juni auf den Weg zum Festakt aus Anlass des 100jährigen Bestehens des Vereins machen. Aber auch das wird im Käthe-Tucholla-Stadion in Niederschöneweide mit Genugtuung registriert: „Unsere im Jahre 2004 vollzogene Fusion mit dem ebenfalls im Bruno-Bürgel-Weg beheimatet gewesenen SSV Oberspree hat sich positiv auf unsere Entwicklung ausgewirkt,“ sagt Lothar Wolf, Mitglied seit 1956, einst Spieler der 1. Mannschaft und seit 1983 1. Vorsitzender. Des Gesamtvereins wohlbemerkt, denn neben 460 Fußballern gehören noch rund 150 Mitglieder den Abteilungen Kegeln, Gymnastik, Motorsport, Turnen und Angeln an. Der 66-Jährige sagt mit

D

Auf Achse für den Verein: Lothar Wolf, Curt Möricke, Vereinsvize Peter Lawatzeck und Uwe Creutzmann (v.l.) Blick in die Zukunft: „Durch die Fusion vor vier Jahren haben wir vor allem im Fußball-Nachwuchsbereich zugelegt, das Niveau insgesamt erhöhen können und jetzt 22 Mannschaften im Spielbetrieb.“ Der für das Management verantwortliche Wirtschaftsexperte und Vorstandsmitglied Uwe Creutzmann ergänzt: „Unseren Verein werden bald noch die Abteilungen Tennis und Wassersport stärken. Perspektivisch ist auch an

24

eine Erweiterung des Sportgeländes am Ufer der Spree gedacht.“ Der Geburtsname des Jubilars lautete Markomania 08. Er war der erste eingetragene Fußballverein im damaligen Vorort Cöpenick mit C am Anfang. 1934 erfolgte ein Zusammenschluss mit dem Köpenicker SC Waldfrieden zum SSV Köpenick 08. Dieser Name hatte bis zum Ende des 2. Weltkrieges Bestand. Dann erfolgte eine wahre Odyssee an Bezeichnungen für den Verein. „Urgestein“ Kurt Möricke, Mitglied seit 60 Jahren und im Vorstand tätig: „Zunächst begann der Wiederaufbau als kommunale Sportgruppe Köpenick, anschließend gehörten wir als SSV Köpenick 08 drei Jahre der höchsten Berliner Spielklasse bis zum Abstieg an. Mit der Spaltung des Berliner Sports wurden wir als Sportgemeinschaft Köpenick der DS-Liga zugeordnet, der zweithöchsten Spielklasse der DDR. Dann gingen auch an uns Betriebssportstrukturen nicht vorbei. Wir wurden BSG, Genossenschaftssportgemeinschaft (GSG) und Mechanisierung, bis nach der Wende die Wiedergeburt des SSV erfolgte. Seit vier Jahren SSV Köpenick-Oberspree. Als Heimat bezeichnet Lothar Wolf das Stadion in Spindlersfeld. Mit Unterbrechungen kehrte man dorthin nach der Wende zurück. Doch der Brückenschlag über die Spree bedeutet im Jahr 2001 das endgültige Aus dieser Anlage. „Wir wechselten in das sechs Jahre brach gelegene Käthe-Tucholla-Stadion und investierten erst einmal Zehntausende Euro“, so der Vorsitzende. Mit dem SSV Köpenick verbinden sich auch bekannte Fußballer, die hier Wurzeln haben: Rulle Deinert in den fünfziger Jahren, Dietmar Schöning, Jochen Carow, Rene Unglaube und Karsten Heine in jüngster Vergangenheit bis zu Sven Kaiser. Der 34jährige ehemalige Profi von Hertha BSC und FC Carl Zeiß Jena kehrte nach seiner Profilaufbahn 2005 wieder an die Wiege seiner Karriere zurück und ist eine Stütze der 1. Mannschaft. Text/Foto: Wolfgang Schilhaneck

Der LSB gratuliert

• Matthias Miller, Matthias Voigt zur Silbermedaille bei der EM der Segler im Starboot • dem Vorstand der Wasserfreunde Spandau 04 zu dem von der Männermannschaft bei den Deutschen Meisterschaften im Wasserball errungenen 28. Titel • dem Vorstand von ALBA Berlin Basketballteam und der Herrenmannschaft zum 8. Sieg bei den Deutschen Meisterschaften im Basketball • Tyron Zeuge zum 1. Platz bei der Deutschen JuniorenMeisterschaften im Boxen bis 60 Kg • Theo Krechlok zur Erringung des Titels bei den Deutschen Junioren-Meisterschaften im Boxen bis 46 Kg • Christopher Link, Annika Schleu zum Sieg bei den Internationalen Deutschen Juniorenmeisterschaften im Modernen Fünfkampf • Ditte Kotzian zum Titelgewinn bei den Deutschen Meisterschaften im Kunstspringen vom 3 m Brett • Nora Subschinski zur Deutschen Meisterschaft im Synchronspringen vom 3 m Brett und Turm • Stefanie Anthes zur Deutschen Meisterschaft im Turmspringen • Kieu Duong, die bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Kunstspringen vom 1 m und 3 m Brett, im Turm- und Synchronspringen sowie in der Kombination jeweils den 1. Platz belegt hat • Manja Büchner, Julia Stolle zur Erringung der Deutschen Jugend-Meisterschaft im Turmspringen • Josephine Möller zum Sieg bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Kunstspringen vom 1 m Brett • André Höhne, Karen Böhme zur Deutschen Meisterschaft über 20 Km Gehen • Christoph Roschinsky zur Deutschen Meisterschaft über 10 km Gehen • Yvonne Markgraf, Claudia Otte zur Deutschen Meisterschaft über 20 Km Gehen mit der Mannschaft • Dennis Dirks, Ramon Groth, Valerij Paul zum 1. Platz bei den Deutschen Box-Meisterschaften der Kadetten • Inge Stettner zum Sieg bei den Deutschen-Triathlonmeisterschaften der Altersklassen über die Olympische Distanz • Mark Mechau zur Silbermedaille bei den TischtennisWM der Gehörlosen mit der Mannschaft sowie zu den Bronzemedaillen im Einzel, Doppel und Mixed • Duygu Bugur zum 1. Platz bei den Deutschen KarateMeisterschaften der Jugend und Junioren im Kumite bis 53 kg • Mehmet Bolat zum 1. Platz bei den Deutschen KarateMeisterschaften der Jugend und Junioren im Kumite bis 76 kg • Alexander Peter zum 1. Platz bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der Schwimmer über 50 und 100 m Rücken • Shauna Smith zum 1. Platz bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der Schwimmer über 50 m Freistil • Daniela Wachtel zum Sieg bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der Schwimmer über 50 m Schmetterling • Tobias Zajusch zum Sieg bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der Schwimmer über 200 m Schmetterling und 400 m Freistil • Robin Backhaus zur Deutschen Jahrgangsmeisterschaft der Schwimmer über 400 m Freistil • Sören Meißner zu den Titelgewinnen bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften der Schwimmer über 400 und 800 m Freistil

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Interessante Ausstellung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft in Berlin

Fußball in Oberschlesien er Anlass war ideal gewählt. Zwei Stunden vor Beginn des EM-Spiels Deutschland gegen Polen in Klagenfurt eröffnete die DeutschPolnische Gesellschaft in Berlin im Beisein ihres Vorsitzenden Christian Schröter und von Botschafter Dr. Marek Prawda eine zweisprachige Ausstellung unter dem Titel „Willmowski, Klose,

D

SB-Vizepräsidentin Gabriele Wrede begrüßte zur Ausstellungseröffnung den Botschafter Polens, Marek Prawda (li.), und den Vorsitzenden der Deutsch-Polnischen Gesellschaft, Foto: Engler Christian Schröter

L

Podolski & Co. - Oberschlesier in der deutschen und polnischen Fußball-Nationalmannschaft, gestern und heute“. Die Präsentation ist noch bis zum 9. Juli im Haus des Sports an der JesseOwens-Allee zu sehen. Die aus riesigen Wandtafeln und Kunststoff-Bahnen bestehende Doku-

mentation widmet sich einer wechselvollen Epoche politischer Verwirrungen und Veränderungen von Oberschlesien im letzten Jahrhundert und speziell dem grenzüberschreitenden Phänomen des Fußballs in den 30er und 40er Jahren, wo Ernst Willmowski (1916-1997) insgesamt 22 Länderspiele für Polen und acht für Deutschland bestritt, aber auch der Gegenwart. Marcin Wiatr, der das Haus der Deutsch-Polnischen Zusammenarbeit in Gleitwitz leitet, in jener Stadt, in der übrigens Podolski geboren wurde und wo dessen Großmutter immer noch lebt, hatte diese Ausstellung schon anlässlich der WM 2006 konzipiert und sie in Oppeln, Königshütte und Großstein gezeigt. Bei der Eröffnung in Berlin sagte er, dass es sein Wunsch sei, dass über den Sport hinaus eine wunderschöne Gegend im südlichen Polen auch touristisch besser erschlossen wird. So sah es auch die LSB-Vizepräsidentin Gabriele Wrede, die in ihrer Begrüßungsrede auf das Verbindende zwischen den Völkern in der Mitte Europas hinwies. Das wurde auch im Anschluss an die gemeinsam von 150 Gästen erlebte TVÜbertragung auf Großleinwänden im Haus des Sports und auf der Terrasse sichtbar, wenngleich sich die einen etwas mehr als die anderen über das 2:0-Ergebnis freuen konnten. Claus Thal

Sieg für die Berliner beim Miltropa-Cup in der Julius-Leber-Kaserne

Mini-EM der europäischen Soldaten ußballschuh statt Stiefel, kurze Hose statt Uniform - das war in der vergangenen Woche das Motto für Soldaten aus sechs Ländern, die sich in der Julius-Leber-Kaserne im Wedding zum Miltropa-Cup trafen. Jahr für Jahr wird dieser Wettbewerb zwischen Mannschaften aus Standortkommandos europäischer Hauptstädte ausgetragen. Jetzt war erstmals Berlin an der Reihe. „Und wir haben gegen die Teams aus Warschau, Prag, Wien, Lubljana und Budapest den Heimvorteil gnadenlos ausgenutzt“, freute sich Oberleutnant Matthias König, der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Offizier am Austragungsort. Mit zwei Teams angetreten, gewannen die Berliner - im Vorjahr nur Siebenter von Acht - sowohl das Finale nach Elfmeterschießen gegen Budapest als auch das „kleine Endspiel“ gegen den Sieger der beiden letzten Auflagen Ljubljana mit 2:1. Das Endspiel gegen die spielstar-

F

Finale im MiltropaCup zwischen Berlin in Weiß und Budapest in Rot

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

ken Budapester bot in den 2x15 Minuten auf dem Kleinfeld abermals alles, was das Fußballherz begehrt. Rasante Angriffe, technische Kabinettstückchen, harte Zweikämpfe, Tempo, Leidenschaft und Emotionen. Alles in allem war der Miltropa-Cup, dessen Name eine Kombination aus Militär und Europa ist, ein gelungenes Ereignis, das Sport und Beziehungspflege, Kampf und Kommunikation sehr gut verband. Dazu gehörten eine stimmungsvolle Eröffnung, ein interessantes Rahmenprogramm mit Stadtrundfahrt und viele Gespräche, auch zwischen höheren und niedrigeren Dienstgraden. So viele sichtlich emotionale Generäle säumten jedenfalls selten Fußballfelder - die meisten Gästeteams hatten ihre Standortkommandeure mitgebracht. „Bei einem solchen Umfeld macht Gewinnen doppelt Spaß“, sagte Hauptfeldwebel Birko Burczyk, Trainer des Siegerteams. „Wir haben unsere Ziele übererfüllt. Das lag am Teamgeist, obwohl andere vielleicht bessere Einzelspieler hatten. Und daran, dass wir mit echtem Spaß gespielt haben.“ Jeden Mittwoch war zuvor trainiert worden. Dienstauftrag: ordentliche Spiele und Ergebnisse beim Miltropa-Cup abliefern. „Das ist uns wohl gelungen“, meinte er augenzwinkernd. Text/Foto: Klaus Weise

ie blinde Schwimmerin Daniela Schulte vom Paralympischen Sport Club Berlin war die überragende Teilnehmerin der 22. Internationalen Deutschen Meisterschaften im Schwimmen der Behinderten Ende Mai in Berlin. Es waren Meisterschaften der Superlative: 582 Teilnehmer aus 112 Vereinen und Verbänden, die aus 35 Nationen angereist waren erzielten bei 2.615 Starts insgesamt 83 Welt-, 61 Europa- und 29 Amerikanische Regionalrekorde.

D

mach2. Besser essen. Mehr bewegen. Berlin startet in ein gesundes Leben

Ist Ihr Verein schon dabei????? ie Initiative von LSB Berlin und Gmünder ErsatzKasse GEK will mit einem neuen Gesundheitskurs gegen Bewegungsmangel und falsche Ernährung in der Gesellschaft vorgehen. In qualifizierten mach2-Kursen sollen die Teilnehmer in zwölf Terminen - zehnmal geht es um Bewegung, zweimal um Ernährung – nachhaltig zu einem „bewegten“ Leben mit gesunder Ernährung geführt werden. Für teilnehmende Vereine ist die Initiative ebenfalls ein Gewinn. Die Vereine können - finanziell unterstützt - ihre Kompetenz in Sachen Gesundheitsberatung stärken. Übungsleiter werden qualifiziert, ihre Angebotspalette wird erweitert. Die Agentur des Landessportbundes Berlin wird die Vereine bei der Bewerbung des Angebots sowie bei der Organisation und der Durchführung unterstützen. Information: Steffi Brachmann, Merle Klingbiel (TOP Sportmarketing); Tel. 030 / 3000 2301 email: [email protected] berlin.de

D

Jetzt bewerben:

Sport-Reha - Förderpreis 2008 ach 2007 vergibt die Sport-Reha Berlin auch in diesem Jahr wieder einen Förderpreis. Bewerben können sich bis zum 30. September 2008 alle Berliner Sportvereine mit ihren Vereinsaktivitäten im Zeitraum von November 2007 bis Oktober 2008 auf dem Gebiet der Gesundheitsprävention im Kinder- und Jugendsport. Bewerbungsschluss ist der 30. September 2008. Neben dem Initiator, der Sport-Reha Berlin GmbH, wird dieser Förderpreis durch die Gmünder ErsatzKasse, den KfZ-Meisterbetrieb Uwe Schalow, nsw24 – Netzwerk Sport durch Wirtschaftsförderung, sowie die Agentur ZT sportmanagement unterstützt. Ausschreibungsunterlagen und Bewerbungsformulare: www.sport-reha-berlin.de/foerderpreis

N

25

Sport in Berlin Juventus , LSB und Sportjugend laden ein zum 15. Berliner Kinder- und Jugendfestival vom 17. bis 20. Juli am Olympiastadion/ Eintritt frei

Segelflug-WM vom 2. bis 16. August 2008 im brandenburgischen Lüsse

Faszinierende Flugshow geplant

Die in drei Leistungsklassen startenden Teilnehmer sammeln sich anschließend an ihren „Startplätzen” am Himmel über dem Platz, überfliegen die Startlinien und absolvieren ihre Streckenaufgaben. Bei gutem Wetter werden Strecken bis

Der Eintritt ist für die Besucher frei. Selbstverständlich wird auf dem Flugplatz mit einer guten Küche für das leibliches Wohl gesorgt und Vereinsmitglieder stehen für Fragen der Besucher zum faszinierenden Segelflugsport bereit. Lüsse bei Belzig ist in einer knappen Stunde von Berlin aus zu erreichen. Weitere Informationen: www.wgc2008.org.

Berliner Polizisten stellen Fitness unter Beweis und 600 Berliner Polizisten haben im vergangenen Jahr ihre Fitness unter Beweis gestellt und die Bedingungen für das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. Bereitschaftspolizisten, Wasserschutzpolizisten und Vertreter anderer Dienststellen nahmen kürzlich im Haus des Sports stellvertretend für ihre Kollegen von LSB-Präsident Peter Hanisch und Vizepräsidentin Gabriele Wrede den Breitensport-Orden entgegen, viele von ihnen übrigens nicht zum ersten Mal. Unter den Ausgezeichneten war auch Fred Kusserow, Präsident des Deutschen Polizeikuratoriums.

R

TC Blau-Gold spendet für Clowns im Krankenhaus er Tennisclub Blau-Gold Steglitz hat sein Schleifchen-Turnier erstmalig als Charitiy-Veranstaltung genutzt: Die 15 Euro Startgeld pro Teilnehmer gehen in als Spende an die Rote Nasen Clowns im Krankenhaus e.V., die Kinderstationen in Krankenhäusern besuchen und den kleinen Patienten eine Freude machen.

D m Berliner Velodrom fand am 24. Mai vor mehr als 5.200 Zuschauern die erste Olympia-Qualifikation im Gerätturnen Männer und Frauen statt. Als einziger Berliner war Viktor Weber vom SV Preußen Berlin (hier am Reck) bei den Männern angetreten, allerdings ohne Chancen auf das Peking-Ticket. Foto: geste

I

26

ie Sommerferien beginnen mit viel Sport, Spiel, Spaß: Juventus Deutschland e.V. lädt gemeinsam mit Landessportbund und Sportjugend Berlin zum 15. Berliner Kinder- und Jugendfestival ein. Auf dem Festivalgelände im Reiterstadion (unweit vom Olympiastadion) stellen über 30 Sportvereine mehr als 100 Sportund Fun-Aktionen, Kreativ- und Spieleangebote vor - präsentiert von der AOK Berlin - die Gesundheitskasse sowie Spiele Max. Geöffnet ist Donnerstag 12 - 18 Uhr, Freitag bis Sonntag jeweils von 10 - 18 Uhr. Alle Aktionen sind kostenlos! Programm-Info: www.kids-network.de. Sportvereine, die beim Kinder- und Jugendfestival mitmachen möchten, wenden sich an Natalie Grant (2sense event GmbH) Tel. 030/ 32666146-0; EMail: [email protected] Besonderes Anliegen der Kinderfestival-Plattform ist, Kindern und Jugendlichen das regelmäßige Betätigen im Verein zu ermöglichen.

D

#FSMJO.BTUFST

V

Sommerferienstart mit Sport und Spiel im Olympiapark

zu 700 Kilometer ausgeschrieben. Bei „gerade noch fliegbarem” Wetter können das auch nur 200 Kilometer sein. Attraktive Programme zeigen während der WM-Tage die Faszination des Segelfliegens mit Oldtimern und topmo dernen Flugzeugen. Die Ju 52 der Lufthansa ist an dem Wochenende 9./10. August auf dem Flugplatz in Lüsse stationiert und macht regelmäßig Rundflüge.

XXXCFSMJOHZNNBTUFSTEF

#FSMJO.BTUFST

3IZUINJTDIF4QPSUHZNOBTUJL 5VSOJFSEFS(SBOE1SJY4FSJF °   0LUPCFS.BY4DINFMJOH)BMMF

4POOBCFOE 0LUPCFS 6IS .FISLBNQG

4POOUBH  0LUPCFS 6IS 'JOBMF

5JDLFUT XXXCUCUJDLFU TUFSOEF 5FM 

'PUP7PMLFS.JOLVT

om 2. bis 16. August 2008 trifft sich die Elite des Segelfugsports in Lüsse bei Belzig zur 30. Segelflugweltmeisterschaft. Eröffnet wird die WM von Außenminister Frank Walter Steinmeier direkt in Belzig. Zu allen Wett be werbs flügen sind Besucher gern willkommen. Ein spannender Höhepunkt der WM-Tage wird die Flugshow am 10. August sein. Am frühen Vormittag werden die 134 Flugzeuge innerhalb von einer Stunde in die Luft geschleppt oder starten im Eigenstart mit Hilfe einklappbarer Motoren. Danach sind die Piloten ausschließlich auf die Aufwinde angewiesen.

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Festival des Sports Festival-Splitter: ine neue Sportart stellte sich vor: Sepak Takraw. Ein in den südostasiatischen Ländern gepflegtes, dem Fußballtennis ähnelndes Spiel, das mit einem aus Kunststoffgeflecht (ehemals Rattan) bestehenden Ball betrieben wird. Er hat einen Durchmesser von 15 Zentimeter, wiegt etwa 250 Gramm und darf mit allen Körperteilen, außer den Händen, berührt werden. Der Berliner Verein ist über die webseite www. Sepaktakraw-berlin.de zu erreichen. Training ist jeden Freitag, 19.30 bis 22 Uhr in der Sportoase am U-Bahnhof Turmstraße.

E

Festival beim SC Siemensstadt als gute Einstimmung für die Mission Olympic-Serie

Bachs sportlicher „Dreikampf“ er Auftakt zu den diesjährigen Festivals des Sports hätte gar nicht besser verlaufen können. Rund 25 000 Besucher kamen zum weitläufigen Gelände des SC Siemensstadt, getreu dem Motto „Sport sehen, probieren und erleben“. Selbst DOSB-Präsident Thomas Bach nutzte die Gelegenheit, sich sportlich zu betätigen. Flugs zog er sein Jackett aus, versuchte die Drehmomente des Aero-Trimms, auch AstronautenTrainer genannt, auszuloten, zeigte bei einem Fußball-Geschwindigkeitswettbewerb eine tolle Schusstechnik und griff bei einer Fecht-Vorführung des FC Grunewald kurzerhand zum Florett,

D

Thomas Bach und Gudrun DollTepper zu Gast bei den Fechtern jener Waffe, mit dem er einst bei den Olympischen Spielen in Montreal Mannschafts-Gold geholt hatte. Dass sich so viele Menschen trotz brütender Hitze auf den Weg zum Rohrdamm aufgemacht hatten, das verblüffte die Eingeweihten schon. Fast die halbe Stadt war nämlich an dem autofreien Sonntag bei den verschiedensten Aktivitäten auf Achse. Professor Gudrun Doll-Tepper, DOSB-Vizepräsidentin und LSB-Präsidialmitglied, war begeistert und erklärte in ihrer Begrüßungsrede mit Blick auf die fünf Mission Olympic-Finalisten Fürstenwalde, Erlangen, Freiburg im Breisgau, Herne und Speyer, die in diesem Sommer den Wettbewerb um Deutschlands aktivste Stadt angehen: „Berlin war ohne Zweifel ein guter Ort, die Festival-Saison einzuläuten und zugleich S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

auch für eine gelungene Fortsetzung einer 20jährigen Erfolgsgeschichte zu sorgen.“ Denn zum 114. Mal fand bundesweit solch eine Veranstaltung statt, davon zum 16. Mal in Berlin und zum sechsten Mal beim SC Siemensstadt, wo LSB, Sportjugend, Turnerbund sowie Ruderverband als Mitstreiter gewonnen wurden und sich dreihundert Helfer aus dem Verein engagierten. Thomas Bach dankte Hans-Jörg Oehmke vom SC Siemensstadt für Vorbereitung und Durchführung aller sechs Festivals auf dem Vereinsgelände und Manuel Lorenz, Technischen Leiter des Sportzentrums, der seit Inbetriebnahme der Anlage vor 24 Jahren bis zu seinem Ausscheiden jetzt mit Erreichen der Altersgrenze stets für ein reibungsloses Funktionieren sämtlicher technischer Bereiche sorgte. „Die Festivals des Sports, die in dem erstmals in diesem Jahr entschiedenen Mission OlympicWettbewerb eine zentrale Bedeutung haben, werden wieder einer Vielzahl von Bürgern den Sport schmackhaft machen. Neue Mitglieder zu gewinnen ist aber nur die eine Seite,” so Professor Doll-Tepper, „die andere ist, sie langfristig an die Vereine zu binden.“ Zu der vielseitigen Angebotspalette am Rohrdamm gehörten diesmal das neue Fitness-Wellness-Konzept Nia, Sepak Takraw, ein dem Fußball-ähnliches Spiel aus dem asiatischen Raum, ein Fun-Tower und der Beach-Club der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Prominenz war auch vor Ort, um, wie es LSBPräsident Peter Hanisch formulierte, einen Blick in das „Schaufenster des Breitensports“ zu werfen. Sportsenator Ehrhart Körting kam, Staatssekretär Thomas Härtel, Spandaus Bezirksbürgermeister Konrad Birkholz als Schirmherr, Uwe Kleinert, Leiter Corporate Responsibility bei Coca Cola, jenem Unternehmen, das zu einem verlässlichen Partner des DOSB geworden ist. Texte: Hansjürgen Wille

it einem großem Angebot wartete die Sportjugend Berlin auf, die u.a. die Torschuss-Messgeschwindigkeits-Anlage betreute, den Kinderkreativ-Markt, das Kistenklettern, die Hüpfburg und einen Kletterturm.

M

ie heißen Temperaturen lockten viele Besucher zur Festival-Außenstelle ins LandesFotos: Engler leistungszentrum Rudern

D

u den ungewöhnlichen Dingen beim Festival gehörte ein doppelsitziges Segelflugzeug mit der Kennzeichnung AS K21, das eine Spannweite von 17 Meter aufweist. Es landete allerdings nicht im Innenraum der Anlage, sondern wurde auseinandergenommen in einem Transportanhänger gebracht und anschließend zusammengebaut. „Wenn vier bis fünf versierte Kräfte daran mitwirken, ist das innerhalb von 20 Minuten zu schaffen“, so Joachim Steinborn, Technischer Leiter des Berliner Luftsportclubs Lilienthal. Wer dieses Metier einmal ausprobieren will, der muss nach Mölln in Schleswig/Holstein fahren, wo der Verein stationiert ist. Info: www.blcl.de oder telefonisch 030-3530 32 57. Foto: Wille

Z

27

Breiten- und Freizeitsport LandJuwel-Gruppe Berlin förderte Jugendarbeit in Vereinen mit 10.000 Euro

Pro Teamgeist, Fairness, Toleranz ie „Landjuwel-Fleischergruppe” hat insgesamt 20 Vereine für ihre vorbildliche Jugendarbeit ausgezeichnet. Sie erhielten jeweils einen Gutschein in Höhe von 500 Euro. Die Unternehmensgruppe will mit ihrer Initiative für Teamgeist, Vertrauen, Fairness und Toleranz werben und die Sportvereine unterstützen, die sich besonders in der Kinder- und Jugendarbeit enga-

D

Freude beim BSV Grün-Weiss-Neukölln 1950 LSB-Direktor Norbert Skowronek (re.) gratulierte Foto: Engler

gieren. Die ausgezeichneten Vereine sind: Rollschuhparadies Berlin, VfB Hermsdorf Berlin, DO-KAI-DOJO, SG Handicap Berlin, Kissingensportverein KSV 90, Tennisclub Lichtenrade Weiß-Gelb, TSV Berlin-Wittenau 1896, SC Eichwalde 2000, SG BA Tempelhof, Charlottenburger TSV von 1858, Reinickendorfer Füchse, BTC RotGold, BSV Grün-Weiss-Neukölln 1950, Lichterfelde FC Berlin 1892, SG Narva Berlin, Frauenfußball-Club 2004, Berliner TSC, Sport-Gesundheitspark Berlin, Berliner Yacht Club und Berliner Sport Club. Die Vereine sollen das Geld, so die Idee der Förderer, ausschließlich in die Anschaffung von Sportgeräten und Textilien, wie T-Shirts, Trikots und Trainingsanzüge, investieren. Die LandJuwel-Gruppe Berlin - das sind aktuell 15 traditionelle Familienbetriebe des Fleischerhandwerks mit 21 Filialen verteilt in ganz Berlin, welche sich dem „LandJuwel”-Markenfleischprogramm angeschlossen haben: Staroske, Thiel& Gutwillinger, Gottschlich, Drabe, Epler, Genz, Görs, Hinkel, Pollmann, Siedmann, Stark, Thies, Vogel, Ullrich und Mischke.

Aufruf zum Sportabzeichen-Wettbewerb der Berliner Schulen 2008 - unterstützt von der

Die Kleinsten ließen sich nicht lange bitten LSB-Kampagne „Der bewegte Spielplatz”

Jung und alt kamen er bewegte Spielplatz“ - eine LSB-Kampagne mit Unterstützung des DOSB - erhielt beim Aktionstag am 19. Juni neuen Schwung. Gemeinsam mit den Vereinen SC Berlin, TSV Lichtenberg, Lichtenberg 47 und SC Borussia Friedrichsfelde organisierte der LSB einen Sportnachmittag auf der von hohen Bäumen umgebenen Anlage Albert-Hößler-/ Ecke Harnackstraße in Lichtenberg. Das im April gestartete Projekt läuft noch bis Ende Juli - mit dem Ziel, neue Vereinsmitglieder zu gewinnen, in jedem Fall aber jung und alt für Sport zu begeistern. Für das Modellprojekt gibt es noch einen zweiten bewegten Spielplatz: Zingster/Ecke Barther Straße, wo Gesundheitssportverein GESU, TuS Hohenschönhausen, ‘Kietz für Kids’-Freizeitsport und PSV Olympia Berlin Veranstaltungen durchführen. (Info-T. 30002-127) Text/Foto: Hans Ulrich

D

Fitness-Orden mit Tradition für Kinder und Jugendliche ewegung muss Spaß machen und motivierende Aspekte enthalten, um die Kinder und Jugendlichen auf den Sportplatz, in die Turnhalle oder ins Schwimmbad zu locken. Das allein ist aber auch dann immer noch nicht Garant dafür, dass die Kinder dort auch bleiben, sich gut fühlen und sportlichen Ehrgeiz entwickeln. Hierzu bedarf es gerade bei den traditionellen Sportund Fitness-Aktionen immer wieder gelungener Updates, die Schwung in den Sportalltag brin-

B

Tag des Sportabzeichens im Sportzentrum Schöneberg (Dominicus-Sportplatz - Priesterweg/Sachsendamm; Schwimmhalle Schöneberg/ Sachsendamm) Sonntag, 21. September 2008 von 10 bis 16 Uhr Abnahme: Leichtathletik und Schwimmen Die Teilnahme ist kostenfrei - das gilt auch für die Nutzung des Schwimmbades. gen. Diese Hürde hat das Deutsche Sportabzeichen zweifellos genommen. Es ist sozusagen mit den Ansprüchen der Kinder und Jugendlichen mitgewachsen. Die Aufnahme von TrendSportarten wie Inline-Skating und die Fülle von

28

Kombinationsmöglichkeiten der Disziplinen kommt den jungen Teilnehmern entgegen. Wichtige Zielstelllungen des Sportabzeichens sind neben dem Spaß an der Bewegung natürlich auch die Aspekte der Gesundheitsförderung, der Integration und der Vermittlung von Erfolgen. So bietet der LSB Berlin auch in diesem Jahr mit Unterstützung der BARMER Ersatzkasse Deutschlands größter Krankenkasse - und unter der Schirmherrschaft des Senators für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Jürgen Zöllner, wieder den Sportabzeichen-Schulwettbewerb an. Alle Schulleitungen, Kollegien und Sportlehrer/innen sind aufgerufen, sich am Wettbewerb zu beteiligen und die Kinder und Jugendlichen zum Mitmachen zu motivieren. Die Ausschreibung richtet sich ausdrücklich an alle Schulen Berlins, ob Grund- oder Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Sonderschule oder Berufsschule: Jeder Schüler, jede Schülerin kann und sollte mitmachen! Neben Geldpreisen zur Förderung des Schulsports gibt es wie gewohnt attraktive Prämien und Urkunden. Weitere Informationen über den Schulwettbewerb sowie über das Sportabzeichen: Gabriele Tonnhofer und Ruth Al Gaddooa, Tel. 030/300-02-147 / 148.

Jubel beim SV Minol Berlin über den Gewinn des von Mercure Hotels und DOSB gestifteten Förderpreises „Generationen bewegen“, der mit 1.000 Euro verbunden ist. Vereinsvorsitzende Renate Perschke zeigt stolz den Brief über den Gewinn des Preises

Freude beim SV Minol Berlin über Förderpreis „Generation bewegen“ nsgesamt hatten sich bundesweit mehr als 100 Sportvereine mit ihren Anträgen um den Förderpreis zum generationenübergreifenden Sport beim DOSB beworben. Der SV Minol Berlin hatte mit seinem Konzept für ein Sportfest unter dem Motto „Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam macht es Spaß“ überzeugt. Das Sportfest findet am 21. Oktober 2008, 10 bis 13 Uhr, in der Franz-Mett-Sporthalle in Berlin-Mitte statt. Information: Tel. 030-5 53 40 64 (Carola Tennert, Übungsleiterin von SV Minol)

I

S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Entspannt beisammen: junge Anhänger gegnerischer Fußballvereine bei einem Turnier in der Jungfernheide Foto: FanProjekt

Fan-Projekt Berlin leistet präventive Jugendarbeit finanziert von der LOTTO-Stiftung

Fußball ohne Randale ie grillen wir!“ Wenn junge Fußballfans diesen Satz grölen, sind sie oft auf Krawalle mit Anhängern gegnerischer Clubs aus. Nicht so bei jenem Turnier, das das „Fan-Projekt Berlin“ einmal im Jahr in der Jungfernheide veranstaltet. Vor jedem DFB-Pokalfinale laden die Macher rund 500 jugendliche Fans von Erst- und Zweitligaclubs aus ganz Deutschland in die Hauptstadt ein. In der Sportanlage Jungfernheide stellen die 16- bis 24-Jährigen Zelte auf, spielen gegeneinander Fußball und - grillen statt gegnerischer Fans Würstchen und Steaks.

D

„Im direkten Umgang miteinander lernen die jungen Menschen, dass Begeisterung für den eigenen Verein keineswegs Hass auf die Anhänger anderer Clubs bedeuten muss“, sagt Dr. Heiner Brandi, Jugendreferent des Landessportbundes Berlin und Koordinator des Fan-Projekts. Solche Kontakte zu ermöglichen, sei jedoch nur eine der Aufgaben seines Teams. Eine weitere heißt unter Fachleuten „aufsuchende Jugendarbeit“. Das bedeutet: Die vier fest angestellten Sozialarbeiter des Fan-Projekts gehen dorthin, wo sich potenziell gewaltbereite Fußballfans versammeln. Sie begleiten die Jugendlichen zu AusS P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

wärtsspielen. Sie sitzen im heimischen Stadion neben ihnen. Und sie unterstützen die Jugendlichen bei der Suche nach Räumen, in denen sie einander treffen können. „Unser Ziel ist es, brenzlige Situationen schon zu entschärfen, bevor sie entstehen“, erläutert Heiner Brandi. „Die Sozialarbeiter schlichten Streit und drohen wenn nötig auch mit Konsequenzen.“ Für den nötigen Nachdruck sorge zum einen das Vertrauen, das sich das Fan-Projekt seit seiner Gründung 1990 erarbeitet hat, und zum anderen ein guter Draht zur Polizei. „Wir haben es über die Jahre geschafft, dass uns die Beamten als Partner wahrnehmen. Sie sehen, dass präventive Sozialarbeit ihnen bei der Arbeit hilft.“ Dennoch sei klar: Ist die Bierflasche erst einmal in Richtung gegnerischer Fanblock geworfen, endet die Arbeit der Sozialarbeiter. Dann übernimmt die Polizei. LOTTO-Gelder gegen Gewalt So einfach das Konzept ist - das Fan-Projekt Berlin braucht Geld, um es zu verwirklichen. Finanzielle Hilfe kommt von der Stiftung Deutsche

Klassenlotterie Berlin. Diese Institution unterstützt Projekte, die im sozialen, karitativen, dem Umweltschutz dienlichen, kulturellen, staatsbürgerlichen, jugendfördernden und sportlichen Bereich angesiedelt sind. 250.000 Euro überweist die Stiftung jedes Jahr an das Fan-Projekt. Das ist Geld, das sie aus den Einnahmen der Deutschen Klassenlotterie Berlin erhält - und damit von den Berlinerinnen und Berlinern. „Wer in einem Berliner LOTTO-Laden ein Los oder ein anderes Produkt von LOTTO Berlin erstanden hat, leistete damit einen Beitrag zur Lebendigkeit und kulturellen Vielfalt unserer Stadt“, erläutert Hans-Georg Wieck, Vorstandsmitglied der Stiftung. Denn ein Teil des Einsatzes sei an die LOTTO-Stiftung gegangen. Die Mittel für das Fan-Projekt Berlin findet HansGeorg Wieck bestens angelegt. Überall in Deutschland trügen Sozialarbeiter dazu bei, die Jugendgewalt im Stadion einzudämmen. Das habe auch die Innenministerkonferenz anerkannt. „Berlin braucht sein Fan-Projekt“, sagt der Stiftungsvorstand „Und wir sind stolz, seine Arbeit zu fördern.“

29

Sportstätten „Sport in Berlin“ beim Exklusiv-Rundgang durch Berlins neue Kathedrale: die O2 World

Tritt ein in den Dom!

ur ein paar Wochen sind es noch, dann wird die O2 World eröffnet, jene imposante Multifunktionsarena an der Schnittstelle zwischen Friedrichshain und Kreuzberg, dort, wo sich einst Ost und West trennten. Sie wird, das darf man prophezeien, ein neues Berliner Wahrzeichen werden. Nicht mal zwei Jahre sind seit der Grundsteinlegung am 13. September 2006 vergangen - jetzt kann der Passant bereits täglich über den von außen so gut wie fertigen Prachtbau staunen, den Sven Felski, Urgestein und Publikumsliebling vom Deutschen Eishockey-Meister Eisbären Berlin, der hier künftig sportlicher Hausherr sein wird, die „neue Kathedrale des Sports in der Hauptstadt“ nannte. Eine Kathedrale, in der aber nicht nur andächtig gebetet werden wird, und in der beileibe nicht nur Athleten mit Puck oder Ball zu Hause sein werden. „Diese Arena, das kann ich versprechen, wird richtig in Besitz genommen - von Sportlern, Künstlern, Institutionen, und vor allem den Zuschauern“, sagt Detlef Kornett, Ge-

N

Auch auf dem Oberrang ist man nah am Geschehen und unterm Hintern weich gepolstert: „Wir haben Probe gesessen", berichten Detlef Kornett und Wolf-Dieter Wolf. Ein paar Wochen vor Eröffnung der Arena ist in diesem Bereich schon fast alles fertig.

30

schäftsführer der Anschutz Entertainment Group (AEG), die die Arena baut und betreiben wird. Der gebürtige Cuxhavener mit beeindruckender beruflicher Erfolgsbiographie hat sich Zeit genommen für einen Exklusiv-Rundgang über die Noch-Baustelle mit dem LSB-Präsidialmitglied für Marketing und Wirtschaftskontakte, Wolf-Dieter Wolf. Seine Einladung stimmt mit dem Titel eines der größten Rocksongs der DDR-Geschichte überein: Tritt ein in den Dom, durch das herrliche Portal! Kornett und Wolf haben sofort einen prima Draht zueinander, die Chemie stimmt spürbar. Gut so, denn der organisierte Sport braucht solche Unterstützer und wirklich engagierte Arenabetreiber brauchen auch den organisierten Sport. Dass sich der Anschutz-Mann und der LSB-Vertreter gut verstehen, hat noch einen weiteren Grund. Kornett hat einst leidenschaftlich Basketball gespielt, Wolf ist Präsident des Berliner Landesverbandes. Basketball, so stellen es sich beide vor, soll sportlich in der Arena neben dem Eishockey die zweite wichtige Säule werden. Zwar hatte Alba, gerade zum achten Male nationaler Champion der Korbjäger geworden, bei Abfassung dieses Beitrags noch nicht über seine künftige Spielstätte entschieden, aber, so Wolf, „eigentlich gehen alle davon aus, dass das nur eine Frage der Zeit ist, und dass es dann die O2 World sein wird“. Unabhängig davon, darf man sich aber schon jetzt über mehrere bevorstehende Basketball-Highlights in der neuen Arena freuen. Am 14. Oktober werden hier die NBA-Stars von den New Orleans Hornets und den Washington Wizards durch die Berliner Luft fliegen. Im Frühjahr 2009 wird das Final Four der Euroleague mit den stärksten Teams des Kontinents hier stattfinden, garniert von einem Turnier der besten Junioren Europas. Und, so teilt Wolf beim Rundgang als neueste Nachricht mit, der Berliner Basketballverband werde sich zudem um die Ausrichtung der U17-WM 2010 bewerben. „Das geht

nur, weil wir die O2 World haben, sonst wäre das nicht möglich. Vorher waren wir bei vielen Veranstaltungen auf Senats-Ausfallbürgschaften angewiesen, ohne ging nichts.“ Jetzt, sagt Wolf, werde das Risiko quasi geteilt. Eine Seite bringe eine wunderbare Arena ein, die andere das Knowhow des Sports. „Kommt die entsprechende Leidenschaft dazu, sollte das eine schöne Beziehung werden“, meinen Wolf und Kornett unisono. Der Rundgang durch Un-, Halb- und Fast-Fertiges, durch Lärm, Staub, Schmutz, Beton und Kabel regt die Phantasie merklich an - wie wird es hier Mitte September aussehen, wenn alles fertig sein soll? Die bis zu 17 000 Zuschauer fassende, nach dem Telekommunikations-Sponsor als O2 World benannte Arena auf der Fläche des ehemaligen Ostgüterbahnhofs hat superlative Eckdaten: 160 Meter lang, 130 m breit, 35 m hoch, Bruttorauminhalt 500 000 m3, Gesamtfläche 60 000 m2, Baukosten 165 Millionen Euro. Die Multifunktionsarena wird vom US-Milliardär Phil Anschutz als Mittelpunkt eines neuen Stadtquartiers errichtet, das Entertainment und Freizeit, Sport und Kultur auf der einen sowie Gewerbe, Gastronomie und Wohnen auf der anderen Seite vereinen wird. Sieben Jahre hatte die Realisierung des Projekts gedauert, garniert mit Debatten über das Projekt, diversen bürokratischen Hürden und Zweifeln. Dann aber fand am 13. September 2006 doch die Grundsteinlegung statt. Was seitdem passiert ist, macht Staunen. Längst wird die Phantasie nicht mehr überstrapaziert, wenn man in Augenschein nimmt, was ein paar Meter vom hier noch als East Side Gallery zu besichtigenden Monstrum der Berliner Mauer entfernt, gewachsen ist. „Das wird der Ort, wo man in Berlin hingeht“, so Detlef Kornett. Alles ist verbunden über Rundumgänge, Rolltreppen und Personenaufzüge. 50 Gewerke sind derzeit am Innenausbau beteiligt. Eine Riesenherausforderung, die auch logistisch so perfekt organisiert werden will. Es wird vier LKW-Zufahrten bis zum Innenraum geben, exzellent für die Auftritte von Mega-Stars wie Coldplay, Elton John, Die Toten Hosen, Tina Turner. „Das wird nicht nur die Kathedrale des Sports, das wird die Hauptstadt der Unterhaltung in Europa“, verkündet Kornett, der frei ist von jedwedem Manager-Gehabe. Der Mann ist bodenständig. Natürlich arbeitet er für den Erfolg. Erfolg ist, wenn die Anschutz Entertainment Group Gewinn macht. „Gewinn, und das nicht nur materiell, macht das Unternehmen, wenn die Menschen die Arena annehmen. Dafür haben wir jedes Detail hin und her gewendet, dafür haben wir, um nur ein winziges Beispiel zu nennen, auf den Sitzen stundenlang Probe gesessen.“ Wolf-Dieter Wolf: „Auf Leute wie Kornett kann man zählen. Ein Mann, ein Wort.“ Die O2 World ist für das LSB-Präsidialmitglied eine große Chance für den Sport. „Man muss vor der Arena keine Angst haben, sondern erkennen, was sie der Stadt in Sachen Image und Anziehungskraft gibt. Berlin kann jetzt Events ausrichten, die bisher an uns vorbei gegangen sind.“ Innerhalb weniger Stunden kann die Arena von einer Eishockeyhalle in eine festliche Konzertstätte verwandelt werden. Beeindruckend sind die als „Trivia“ aufgeführten Vergleiche: Z.B. entspricht der Bruttorauminhalt der Arena ca. 100 Einfamilienhäusern. Sie bietet fünf Mal mehr Platz als das Bundeskanzleramt. Den Funkturm könnte man in die O2 World legen. Ähnlich Imposantes ist zur halbrunden LED Glasfassade auf 15 m Höhe und 120 m Breite an der Frontseite zu sagen: Mit 300 000 Lichtpunkten ist die Installation größer als die größte Werbefläche am New Yorker Times Square. Text/Fotos: Klaus Weise S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

Vereine übernehmen „große Schlüsselverantwortung”: Beispiel SC Union Südost 1924

Sportstätten

Seit zehn Jahren gute Erfahrung Der in „Sport in Berlin” (3/08) veröffentlichte Artikel „Schlüsselverantwortung Mehrere Millionen Euro gespart“ ist auf großes Interesse gestoßen. Deshalb stellen wir in loser Folge Vereine vor, die auf diesem Gebiet aktiv geworden sind. er Sportverein SC Union Südost hat den Schlüsselvertrag auf der Sportanlage Treseburger Ufer seit ca. zehn Jahren. Der Vorteil besteht darin, dass wir Veranstaltungen, z.B. Jugendturniere, Kinderfeste usw., nach eigenen

D

Ideen und Vorstellungen durchführen können. Mannschaften müssen nach Spielen und Trainingseinheiten nicht unmittelbar den Platz verlassen, sondern können im Vereinsheim das Vereinsleben genießen. Natürlich sind Absprachen mit dem Sportamt wichtig, damit für alle Beteiligten keinerlei Nachteile entstehen. Der Schlüsselvertrag bedeutet natürlich auch, dass wir sorgfältig mit dem Sportmaterial und vor allem mit dem Sportplatz umzugehen haben. Frank Kißner, 1. Vorsitzender SC Union Südost

Workshop zum Vereinsinvestitionsprogramm

Erfolgsformel 40/40/20 SB und Senatsverwaltung für Inneres und finanziert. Danach stehen 2008 bis 2010 jeweils Sport hatten unlängst die Vereine eingeladen, 1.6 Mio. € zur Verfügung. Zeitgleich wurde eine um das seit vier Jahrzehnten erfolgreiche VerMindestzuwendung von 10.000 € eingeführt. einsinvestitionsprogramm des Landes Berlin den Beschaffungen werden grundsätzlich nicht mehr Vereinen noch näher zu bringen. gefördert. Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Ablauf des Programms: Der erste Schritt ist Programm: Aufgrund der zu beachtenden die Anmeldung des Vorhabens über den Berliner haushaltsrechtlichen Vorschriften darf mit der Fachverband und den LSB Berlin. Das Formular Maßnahme noch nicht begonnen worden sein. ist im Internet unter www.berlin.de/sen/sport/ Des Weiteren müssen die Vereine als sportlich sportförderung und unter www.lsb-berlin.net unförderungswürdig anerkannt sein. Sie müssen ter Sportstätten abrufbar. Nach Prüfung der zur Eigentümer der Grundstücke bzw. GrundstücksVerfügung stehenden Mittel erfolgt die Aufnahflächen sein oder Räumlichkeiten langfristig geme des Vorhabens in die Planung für ein Hausmietet haben und darauf Sportanlagen für ihre haltsjahr. Die Antragsvordrucke werden den Versatzungsgemäßen Zwecke errichten oder untereinen ausgehändigt. Darauf erfolgt die Erstellung halten. Aus dem Nutzungsvertrag muss hervorder Bauplanungsunterlagen durch einen zwingehen, dass die Vereine für die Maßnahme zugend einzubindenden Architekten oder Ingeniständig sind. Gefördert werden der Kauf von eur, die dann bei der Senatsverwaltung für Innenicht landeseigenen Grundres und Sport eingereicht und stücken sowie die Errichtung Checkliste Voraussetzungen zur Prüfung an die Senatsverund Unterhaltung von Sport- • Maßnahme noch nicht begonnen waltung für Stadtentwicklung anlagen. Sowohl die Gesamt- • förderungswürdig weitergeleitet werden. Auf finanzierung des Vorhabens • Nutzungsvertrag oder Eigentümer Grundlage der geprüften Unals auch dessen Folgekosten • Maßnahme dient der Erfüllung terlagen erfolgt die Erteilung der satzungsgemäßen Zwecke müssen gesichert sein. des Zuwendungsbescheides Seit 2004 gibt es den Finan- • gesicherte Gesamtfinanzierung durch die Senatsverwaltung

L

zierungsschlüssel 40/40/20. Die Vereine müssen einen Eigenanteil von mindestens 40 % aufbringen. Die rückzahlbare Zuwendung beträgt maximal 40 %. Da nun die Rückflüsse aus den rückzahlbaren Zuwendungen wieder dem Programm zu Gute kommen, ist es besonders wichtig, dass die Vereine ihren Zahlungsverpflichtungen fristgerecht nachkommen. Zur Absicherung der rückzahlbaren Zuwendungen sind nach erfolgter Bewilligung selbstschuldnerische Bürgschaften einzureichen. Auch Bankbürgschaften sind möglich. Der Zuschuss beträgt unverändert 20 % der Gesamtkosten. Wegen der begrenzt zur Verfügung stehenden Mittel gibt es Vergabekriterien. Maßnahmen die zur Abwendung einer Notsituation erforderlich sind, haben Vorrang. Bestandserhaltungsmaßnahmen werden Neubauten vorgezogen. Das Programm wird seit 2004 ausschließlich aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8

für Inneres und Sport. Erst jetzt darf mit der Maßnahme (Ausführung) begonnen werden. Nach erfolgter Ausschreibung, Zuschlagserteilung und nachdem die Eigenbarmittel des Vereins vorrangig eingesetzt wurden, erfolgt der Abruf der Zuwendung. Spätestens zu diesem Zeitpunkt müssen auch die Bürgschaftserklärungen vorliegen. Die Mittel werden durch die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung freigegeben und auf ein vom Verein einzurichtendes Bausonderkonto überwiesen. Sobald die Maßnahme abgeschlossen ist, muss mit einem Verwendungsnachweis die Verwendung der Mittel nachgewiesen werden. Dieser wird von den genannten Senatsverwaltungen geprüft. Mit dem Schlussbescheid wird das Vorhaben beendet. Informationen: Tel.: 9027 2939, E-Mail: [email protected] Senatsverwaltung für Inneres und Sport

Sportstätten-AKTUELL Bezirk Lichtenberg will privatbetriebene Soccerhalle im BVB-Stadion n der Sportanlage an der Siegfriedstraße 71 sollen auf einer 8.600 m2 großen Grundstücksteilfläche dafür ein Sportfunktionsgebäude und ein nicht mehr genutztes Schwimmbad abgerissen werden. Aus Sicht des Bezirksamtes sei wegen der „ungünstigen Raumaufteilung” und des „schlechten baulichen Zustandes” eine Sanierung „nicht mehr wirtschaftlich”. Treptow-Köpenick will Sportanlage „Birkenwäldchen” entwidmen ie Sportanlage am Birkenweg soll laut Bezirksamt für andere Zwecke genutzt werden. Das Grundstück umfasst eine Gesamtfläche von 38.354 m2 und besteht aus einem Großspielfeld mit 7.560 m2, einem Kleinspielfeld mit 5.151 m2 und einer 400 m Rundlaufbahn. SV Chemie Adlershof und BSG Fernsehelektronik sollen „ortsnah umgesetzt" werden. Sporthalle Rudower Str. 18 in Adlershof soll aufgegeben werden ie 1973 errichtete Sporthalle der MarcelBreuer-Schule mit einer Hallenfläche von 20 x 31 m befindet sich in gutem Zustand. Da die Schule im Sommer zum Schulstandort GustavAdolf-Str. in Pankow umzieht, will die Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung diesen Standort über den Liegenschaftsfonds „vermarkten”.

I

D

D

Weitere Sportstätten-News im Internet: www.lsb-berlin.de (unter LSB - Aktuelles - Sportstätten News oder LSB Arbeitsfelder - Sportstätten/Umwelt - Sportstätten Aktuell)

Sportstätte des Monats Juli

Sporthalle Adlershof

er Umbau eines alten Flugzeughangars in eine Mehrzwecksporthalle ist etwas Besonderes. Bekannt war das Objekt zuletzt als „Domäne-Halle”. Die neue 4-Feld-Sporthalle mit 199 Zuschauerplätzen hat einen modernen Anbau mit Umkleide- und Sanitäreinrichtungen (Kosten: drei Millionen Euro) und liegt im Wissenschaftsstandort Adlershof. Die Halle ist Spielstätte für die Damen des Köpenicker SC, die in der 1. Volleyball-Bundesliga spielen, aber auch Trainings- und Wettkampfstätte für Judo, 2. Bundesliga Damen des PSV Olympia Berlin. (ausführlicher Text: www. lsb-berlin.net;sportstätten-news) Foto: Hahn

D

31

A 7060 E

SPORT IN BERLIN LANDESSPORTBUND B E R L I N E . V. POSTVERTRIEBSSTÜCK E N T G E LT B E Z A H LT - DEUTSCHE POST AG ÄNDERUNGEN DER VEREINSANSCHRIFTEN BITTE SCHRIFTLICH UNTER ANGABE DER BEZIEHERNUMMER AN DIE PRÜFSTELLE/ M I TG L I E D E R V E R W A LT U N G LANDESSPORTBUND BERLIN, JESSE- OWENS-ALLEE 2, 14 0 53 B E R L I N NACH LEKTÜRE BITTE WEITERGEBEN ( DAT U M / Z E I C H E N )

SC H R I F T- ( P R E S S E ) WA RT

1 . VO R S I T Z E N D E R

2 . VO R S I T Z E N D E R

( H A U P T- ) K A S S E N WA RT

( V E R E I N S - ) S P O RT WA RT

( V E R E I N S - ) J U G E N DWA RT

F R A U E N - B E A U F T R AGT E

F R E I Z E I T S P O RTB E A U F T R AGT E R

SO N ST I G E

Die Weltelite im Beach-Volleyball traf sich vom 10. bis 15. Juni in Berlin auf dem Washingtonplatz vor dem Hauptbahnhof zum einzigen Grand-Slam-Turnier auf deutschem Boden. Jeweils 32 Frauen- und Männer-Teams kämpften um Titel, Qualifikationspunkte für die olympischen Sommerspiele in Peking und attraktive Preisgelder. Foto: Engler S P O RT I N B E R L I N V I I -V I I I / 20 0 8